On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5· Folge 116

Alexander Wurz 2025 - (Tenorhorn) - Was sind die Aufgaben als neuer Leiter der Egerländer Musikanten?

Donnerstag, 27. März 2025 · 1 h 06

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Shownotes

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Alexander Wurz wird neuer Leiter der Egerländer Musikanten. Somit tritt er in die großen Fußstapfen von Ernst Hutter und Ernst Mosch. Was das für ihn als Tenorist bedeutet, wie er die Egerländer in die Zukunft führen möchte und Vieles weitere besprechen wir hier.
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Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Mattes

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Ja, also es ist natürlich ein bisschen unwirklich erstmal für mich gewesen, weil ich war in meinem Kopf nicht so weit oder nicht, dass ich gedacht habe, ja, ja, klar, die Fragen, dass mich, oder ich habe da überhaupt nicht mit gerechnet. Aber was ging mir denn durch den Kopf? Ja, ich wusste in diesem Moment eigentlich sofort, ja, das mache ich.

Also ich glaube, dass das auch einfach wichtig ist, weiterhin und auch wichtiger ist, dass man das weiß, wie vielseitig diese Musiker sind und wo die sich überall bewegen. Und das ist, glaube ich, mit ein großer Punkt. Umso vielseitiger, umso besser ist es. Ich glaube, wenn du nur, entschuldigt, dass ich das jetzt so sage, aber wenn du nur eine Polkannase bist, dann hast du einfach diesen Weibblick nicht, um auch in so einem Orchester zu bestehen.

Ich habe ja für mich in meinem Dasein als Blasmusiker viele Geschenke bekommen. Also, dass ich in so einem Orchester überhaupt spielen darf und auch darüber hinaus mit meinen solistischen Dingen hat das immer super funktioniert. Man kennt mich eigentlich Land auf, Land ab und darüber hinaus. Und es ist eigentlich, kann ich schon sagen, alles ziemlich erfolgreich und auch viel erfolgreicher, als ich je gedacht hätte, wie das mal ist.

Und deswegen kann ich nur dankbar sein für das, was ich hier mache und was ich erleben darf. Jetzt ist es ja Tatsache, dass nach dem Jubiläum wir ein paar Musiker haben, die über 70 sind, mittlerweile. Deswegen meine ich. Ja, und dann werden wir natürlich, das habe ich aber auch schon mit den allen kommuniziert, dann werden wir natürlich darüber reden müssen.

Einfach jeder selbst, wie er das für sich sieht, wie lange mache ich noch? Zwei, drei, vier, aber man muss mal darüber reden. Einfach weil es auch unwahrscheinlich wird, dass man noch zehn Jahre auf der Bühne sitzt. Und wir ja auch dementsprechend reagieren müssen. Und das, ja, das wird eigentlich mit fast die größte Aufgabe.

Herzlich willkommen beim Onair, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Sandy Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Willkommen bei einer neuen Folge von OnEard dem Blasmusik Podcast.

Ich freue mich sehr, dass ihr eingeschaltet habt. Heute kommt mal wieder ein Gast in den Podcast, der schon mal da war, aber dieses Mal in einer ja quasi anderen Funktion. Bevor wir aber zu diesem Gast kommen, wie immer zum Supporter und das ist unter anderem Buffy Gramp, beziehungsweise möchte ich euch das Tenorhorn Universal vorstellen.

Mein heutiger Gast hat zusammen mit Buffy Grampore ein Instrument entwickelt, das für alle Einsatzzwecke geeignet ist, sowohl als Soloinstrument als auch in einem bestehenden Satz in Hohn oder auch im tieferen Register ist dieses Tenorhorn ausgezeichnet einsetzbar, deswegen auch der Name Universal, weil hier keine Genregrenzen gesetzt sind und der Klang sich in jeden Klangkörper einfügt.

Ein weiterer Supporter ist Breselmeier-Mundstücke. Das Register der Posaune ist sehr umfangreich und bietet von Basstrompete über Tenoren und Bariton bis hin zu Alt-Tenor und Bassposaune eine Vielzahl an Mundstückmöglichkeiten. Und hier kommt Breselmeier ins Spiel, denn die sind bekannt, dass sie durch die Kombinationsmöglichkeiten ihres Modulsystems ein dreiteiliges Schraubsystem es möglich macht, die Mundstücke auch im Posaunenregister auf die passende Variante zusammenzuschrauben.

Hier sehr beliebt sind Schraubränder aus Titan, denn das angenehme Gefühl auf der Lippe überzeugt und kann von kleinen Becherweiten, also Bastrompete Tinoren, bis hin zu großen Posaunenmundstücken verschraubt werden. Tiefes Blech ist unverzichtbar und aufgrund der Vielzahl an Klanganforderungen bietet Breselmeier ein breites Sortiment an Mundstücken fürs tiefe Blech.

Also hier unbedingt mal reinschauen und ausprobieren, welches Mundstück und welche Kombination für euch zuträglich ist. Mein heutiger Gast ist Alexander Wurz. Viele von euch haben sich gewünscht, dass ich mich mit ihm nochmal treffe, vor allen Dingen, weil er jetzt der neue Chef der Egerländer Musikanten wird.

Ich habe mich mit Alex Anfang des Jahres in Ingelheim vor einem Konzert getroffen und wir reden über die neuen Aufgaben, seine Vision und wohin der Weg der Egerländer gehen soll. Ich wünsche euch viel Spaß mit Alexander Wurtz hier im Blasmusik-Podcast. Alex, ich treffe dich ja jetzt hier Anfang oder ja, es ist schon fast Ende Januar.

Man kann bestimmt noch fragen, wie war der Jahreswechsel für dich?

Ja, wunderbar eigentlich, so wie ich das immer tue, mit der Familie. Ja, zu Hause ganz gemütlich, wie das so ist mit zwei Kindern, der eine vier, der eine anderthalb, also ja, wie wir das eigentlich jedes Jahr ganz gemütlich so machen. Und bei uns auch eine schöne Tradition ist, dass dann Freunde der Familie kommen und wir machen eine kleine Sause.

Also eigentlich ganz klassisch wahrscheinlich.

Hast du Vorsätze für diese Jahr? Es wird ja ein spannendes Jahr für dich. Ja.

Gut, noch Vorsätze natürlich hat man immer. Ich habe eigentlich immer jedes Jahr irgendeinen Vorsatz. Also irgendeinen, den ich speziell ganz groß machen möchte. Also mal habe ich kein Fleisch gegessen, mal habe ich keinen Alkohol gedrungen, zumindest für drei Monate mal am Anfang. Und also sowas mache ich schon auch immer.

Oder setzt mir ein Ziel, dass ich sportlich in der Richtung was mache. Aber ja, grundsätzlich bin ich froh, wenn ich gesund bin und bleibe. Und das ist das Allerwichtigste.

Eure Tour ist ja schon angelaufen. Wie viel Tournee-Block ist das jetzt?

Och, das müsste der sechste oder siebte sein. Also wir sind jetzt bei Konzert, wenn man es vom Ernst Hutter her sieht, 990, 91. Also in Bregenz ist dann das tausendste Konzert von ihm. Also so rechnen wir das jeden Abend auf der Bühne. Und ja, ist schon ein bisschen was gelaufen, kommt aber noch ein bisschen.

Wie anstrengend ist es?

Ja, es hält sich in Grenzen, muss ich sagen. Was anstrengend ist natürlich, dass es sehr geballt ist innerhalb, eigentlich vom halben Jahr. Also man könnte eigentlich sagen, viele Bands machen ja vielleicht im Jahr so viele Termine. Wir machen jetzt in einem halben Jahr. Und es ist eigentlich der Stress, dass man also schon noch viel von zu Hause weg ist.

Aber grundsätzlich macht es unheimlich Spaß. Wir haben fast überall volle Hallen und Publikum macht mit, du kennst es ja selber, wenn man dann auf die Bühne geht und es kommt die Energie. Es ist ja meistens, wie der Matthias Schorn mal so schön gesagt hat in einem Podcast, ein Energieaustausch zwischen Publikum und Orchester und das spornt einen dann einem immer wieder aufs Neue an.

Du hast ja, und deswegen sitzen wir ja auch da, eine besondere Rolle inne. Du wirst Nachfolger der E-Geländer. Wie ist das jetzt für dich, so in diesem Tourblock zu sein und irgendwie schon auch die Rolle zu haben, dass man vielleicht schon besonders beäugt wird, weil du wirst ja irgendwann nachrücken, es ist ja jetzt schon absehbar.

Es ist ja jetzt nicht mehr nur, okay, der Ernst steht davor, klar, es ist ein Finale, aber ich glaube, der ein oder andere guckt schon. Was macht er?

Ja, also das auf jeden Fall. Aber es ist auch so, dass dieses ganze Programm schon so abgestimmt ist. Also ich werde da auch gleich am Anfang schon als der Nachfolger vorgestellt. Dann habe ich auch einen Marsch komponiert, den wir ja auch im Programm haben, der Zeitenwende, weil es also auch, wo es auch um dieses Thema geht, dass eben sich, die Zeit ist dann ein bisschen verändert.

Und am Schluss spiele ich dann auch noch mit dem Ernst zusammen. Tolles Tenor und Bariton-Solo, zwei Weggefährten. Vielen kennen es auch unter diesem Namen DKEB All In Act 2, was am Anfang, jetzt heißt es fürs große Orchester zwei Weggefährden. Also das ist in diesem Programm auch schon ganz klar ersichtlich.

Und es ist ja auch so gewollt, dass es eigentlich nicht ein Schnitt gibt und es kommt was Neues, sondern dass, wie der Ernst Hutert es auch immer so schön sagt, der Staffelstab im Rennen übergeben wird. Und es soll auch rüberkommen und deswegen ist es eigentlich jetzt schon, diese Beobachtung habe ich jetzt schon auf mir, sagen wir es mal so.

Du weißt ja, ich habe auf Instagram Umfragen gemacht, dass nochmal Leute auch Fragen stellen können. Du hast das auch geepostet. Da kam eine Menge, manche haben sich natürlich gedelt. Viele wollten tatsächlich wissen, wie ging das vonstatten, dass du erfahren hast, du sollst es werden.

Ja, okay. Also das war tatsächlich im September, kurz vor Weihnachten, hat mich der Ernst Hutter angerufen und hat gesagt, Mensch, Alex, ob ich mal nicht bei Ihnen vorbeikommen könnte bei Huttermusik, möchte ein bisschen reden. Hast du da schon was gesagt? Nee, habe ich noch gar nichts geahnt. Ich habe mich nur auch gewundert, weil er dann gesagt hat, ja, ich habe dir ein Hotel gebucht und das ist so offiziell war.

Vorher war es halt immer so, dass ich eigentlich dann irgendwie bei Martin auf der Couch oder irgendwie so, wie das halt immer so war. Und dann dachte ich, Mensch, ist das so offiziell? Aber ich bin mal dahin und ja, da kam ich da an und dann saßen wir alle an einem Tisch, also die ganze Familie Hutter mit Uschi und allen.

Und ja, dann ging es eigentlich so los, dass der uns erstmal auch ein bisschen erzählt hat, wie das bei ihm alles so war und schon, dass es auch um die Zukunft geht. Er hat mir dann in diesem Moment auch als erster anvertraut, dass er also auch bei den Egeländern aufhören wird in dem Jahr 25 und dass es da eine Abschiedstour geben wird.

Ja, und dann gegen Ende dieses Gesprächs wurde ich das dann gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. Was ging dir durch den Kopf? Ja, also es ist natürlich ein bisschen unwirklich erstmal für mich gewesen, weil ich war in meinem Kopf nicht so weit oder nicht, dass ich gedacht habe, ja, ja, klar, die fragen das mich oder ich habe da überhaupt nicht mit gerechnet.

Witzigerweise haben Kollegen von mir vorher schon mal zu mir gesagt, zum Beispiel der Carsten Ebbinghaus oder der Patrick Raths. Der sagte, ja, wer soll das denn sonst machen und so. Aber ich habe das überhaupt nicht bei mir gesehen. Aber was ging mir denn durch den Kopf? Ich wusste in diesem Moment eigentlich sofort, ja, das mache ich.

Auch habe ich noch ein bisschen Bedenkzeit bekommen, mit der Familie zu reden und so weiter. Aber mit allem, was ich bisher so gemacht und getan habe, konnte ich mich da richtig mit identifizieren und habe eigentlich sofort gewusst, auch wenn ich noch mit der Familie sprechen musste, habe ich aber gewusst, das mache ich.

Was hat die Familie dann gesagt?

Ja, also ein großer Einschnitt. Die Familie ist in dem Fall meine Frau. Und meine Frau ist, ja, die hat natürlich was und war auch ein bisschen, sagen wir mal, überrascht, ja. Aber ich glaube, sie unterstützt mich sowieso in allem, was ich tue, und halte mir auch ganz vielen Rücken frei. Und das, da sage ich jetzt hier auch mal ganz offiziell.

Also ohne diese Frau wäre das wahrscheinlich alles nicht so möglich, was ich mache, aber das kennst du ja auch. Also hinter jedem starken Künstler, sagen wir es mal so, steckt immer noch eine stärkere Frau wahrscheinlich.

Auf jeden Fall. Aber war sie sehr überrascht oder war das eher so ein, naja, ich habe das schon von außen eher gesehen, dass du das wahrscheinlich irgendwann machst?

Nö, auch nicht. Also es war auch überraschend. War auch so die Reaktion, so, echt jetzt? Also war schon eher überraschend, ja.

War das nicht für, also ich weiß ja nicht, ich stelle mir das vor, da sitzt jetzt die ganze Familie, ist ja nicht die erste Reaktion, man zu fragen, okay, warum machen es nicht Martin Stefan oder so, dass es in der Familie bleibt? Oder war das überhaupt kein Thema dann in dem Moment?

Diese Frage gab es ja auch oft. Und ich habe mich eigentlich immer gefragt, warum wird diese Frage immer gestellt? Zum Beispiel, Ernst Mosch, seine Tochter, hat er es auch nicht übernommen. Oder wieso muss es unbedingt einer von den Söhnen sein oder aus dieser Familie? Ja, also grundsätzlich glaube ich halt, und so ist es wahrscheinlich aus, jeder hat seinen Platz im Leben und jeder hat seine Talente, hat seinen und ja, mit allem, was ich, habe ich eben schon gesagt, was ich gemacht habe, hat es einfach auch super gepasst.

Und man muss es auch so hoch sehen. Ja, wenn wir jetzt den Julian Hutter nehmen, also der war ja sowieso eher oder ist mehr im Management tätig dann der Stefan, der ja als Pädagoge unterwegs ist, aber er hat ein unheimliches Talent zum Schreiben und zum Komponieren. Also viel besser als kannte viel besser als wir.

Also musste es unbedingt seine Aufgabe sein. Oder der Martin, der eigentlich ja auch klar, hauptsächlich Trompeter, Liedtrompeter ist, nicht nur bei den Egerländern, sondern auch darüber hinaus viele coole Projekte macht. Und er hat einfach das unheimliche Talent, Dinge zu vermarkten, zu verkaufen. Er hat einen Blick dafür.

Er steht ja oft beim Soundcheck mit Trompete und Kamera in Hand, macht auch den Podcast, den es da jetzt gibt, diesen Tourvielfalt und so weiter. Also er betreut alles drumherum und das sind einfach richtige Säulen in diesem, auch bei Huttermusik, dass das eigentlich schade wäre, wenn diese Säulen erstmal wieder woanders hingingen.

Und ich empfinde jetzt auch so, dass es wirklich ein super Team ist, also es macht unheimlich Spaß. Von mir kommt der künstlerische Input und wir machen da immer was Tolles draus. Und von dem her finde ich diese Konstellation eigentlich perfekt.

Du hast gesagt, es war irgendwann Weihnachten, als die Nachricht kam. Wie viele Jahre vorher wusstest du das jetzt? Also ihr habt es ja letztes Jahr öffentlich gemacht? Das war vor zwei Jahren. Okay. Wie schwer war das für dich, das so dann auch zu behalten, weil das ist ja auch eine Neuigkeit. Da will man ja irgendwie dann auch das mal mit jemandem teilen.

Für mich war es tatsächlich gar nicht so schwer, aber ich habe dann irgendwann relativ fix gemerkt, dann wussten einige Veranstalter das schon. Musste man ja auch mit denen zuerst kommunizieren, dass die auch mitgehen zukünftig und so. Und ich habe mir dann eigentlich eher gedacht, Mensch, das wissen eigentlich schon wieder viel zu viele.

Ja, es gab ja schon auch Gerüchte auf Wutzung, hat man das ja schon mal gehört und dann ist es wieder verschwunden irgendwie und ja.

Gut, damals, da bin ich natürlich ganz oft drauf angesprochen worden, auch am Wutzog damals schon. Und da war meine Antwort immer, was ihr so alles hört, fände ich aber eine gute Idee. Also ist er auf die Art nicht Ja gesagt und auch nicht Nein gesagt.

Mit der Entscheidung ist dir ja klar, dass dein Name jetzt so in der Blasmusikwelt quasi in die Geschichtsbücher eingehen wird. Das ist jetzt Fakt. Schauen wir mal. Naja, das ist Fakt. Also es ist ein großes Orchester und da steht jetzt Alexander Wurz davor. Was macht das mit dir?

Ja, also das hört man ja auch oft oder wird oft gesagt, große Fußstapfen und es ist vielleicht auch so, wenn man darüber nachdenkt, was war der Ernst Mosch als großer Fernsehstar und der das natürlich hier der das erfolgreichste Blasorchester der Welt eigentlich geschaffen hat. Aber ich finde immer, dass dieser Vergleich dann, wenn man zurückschaut, immer ein bisschen hinkt, denn auch wo der Ernst Hutter dann übernommen hat nach dem Tode von Ernst Mosch, hat man das ganz andere Zeiten.

Wiederum, heute, wenn ich übernehme, sind es auch wieder ganz andere Zeiten. Das heißt, ja, wie könnte man sagen? Auch mit Social Media, was es damals alles noch nicht gab und so. Also ich bin eigentlich immer so eingestellt, dass ich, das habe ich aber in meinem ganzen Leben bisher immer so gemacht, dass ich eher zukunftsorientiert bin.

Also ich schaue selten zurück und klopfe mir auf die Schulter oder irgendwas in der Richtung, sondern ich bin immer eigentlich daran interessiert, nach vorne zu schauen und zu schauen, was können wir machen und wie können wir das am besten aus dieser Situation jetzt weiterführen. Ich weiß jetzt nicht, ob ich die Frage damit richtig beantwortet habe.

Aber ja, natürlich sind es große Fußstapfen, wenn man nach hinten schaut und wenn man da guckt, was alles war. Aber wie gesagt, mein Blick geht geradeaus und ist mit viel Motivation und ich freue mich auch riesig drauf. Und dann glaube ich, das ist auch wichtig, habe ich erst vor kurzem auch bei mir beim Patreon-Kanal mal gesagt.

Überhaupt grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass man, ging mir selbst auch so, dass man oft auf die Bühne geht und so, hoffentlich klappt es. Hoffentlich treffe ich den Ton. Oder wenn man mal ein Solo spielt, irgendwo beim Musikverein oder dass es immer mehr eigentlich in Stress ausartet. Und eigentlich sollte man doch auf die Bühne gehen, weil man Spaß hat.

Deswegen haben wir das ja gelernt. Und das habe ich mir so ein bisschen zur Aufgabe gemacht. Ich weiß, es ist nicht immer so leicht, aber dass das auf jeden Fall aufwiegt in diesem Moment, wenn ich weiß, ich raus, ich laufe raus und es sind mehrere tausend Leute da, die vielleicht nochs Handy hochhalten, dann denke ich mir immer, aber jetzt habe ich noch ein bisschen Spaß auch.

Einfach um das Gefühl, dass es nicht immer nur Stress ist, sondern eigentlich das, wo es herkommt, dass wir Spaß dabei haben beim Musikmachen.

Du hast gerade schon gesagt, es sind andere Zeiten, wenn du übernimmst. Ich habe mir natürlich in Vorbereitung auch nochmal euren Podcast mit Ernst und dir angehört. Und der Ansatz der Zeit, ihr macht Planungssitzungen und guckt euch die Gegenwart an und guckt an, wo es hingeht. Wie würdest du denn im Moment, so deinen Blick, du bist ja, du hast ja viel Einblick in die Szene, wie würdest du im Moment den Blick oder die Blasmusik-Szene beschreiben, der Gegenwart und vor allen Dingen euren Stellenwert darin?

Ja, also ich blicke heute im Moment, wenn wir jetzt jetzt eigentlich sehr positiv auf die Blasmusik, ich meine, das haben wir jetzt schon oft auch, wurde das in Interviews gesagt, auch schon vor 10, 15 Jahren. Man merkt eben diesen Umgang, der als er eine sehr ehrliche Musik ist. Und es kommt aus einem Selbst heraus.

Also deswegen klingt ja auch jeder Blasmusiker anders. Jeder hat individuell seinen eigenen Sound. Es hat was mit Sprache zu tun, also mit dem Atem. Und das ist, glaube ich, sowieso wieder die Faszination, auch gerade bei jüngeren Leuten. Und das sehen wir jetzt bei uns hier in den Konzerten extrem. Also wir waren ganz überrascht letzte Woche im Osten.

Da haben wir eigentlich erwartet, dass da die Busse aus dem St. Jornheim kommen, aber das war genau umgekehrt. Also es waren überwiegend junge Leute, die sich eben für Blasmusik wieder begeistert, eben weil es so ehrlich ist und so bodenständig auch. Also das ist mein Blick grundsätzlich auf die Blasmusik.

Und unseren Stellenwert, ja, den würde ich auf jeden Fall auch zukünftig so sehr, dass wir auch Vorbilder sind und das hoffentlich auch noch in Zukunft einfach nicht nur für die Ekeländer Blasmusik, sondern auch als Musiker, als Profis auf diesem Instrument, dass man vielleicht zuhört und sich denkt, Mensch, der spielt aber toll, das würde ich auch gern nachahmen oder in der Art.

Also ich habe zumindest das Gefühl, weil ich jetzt auch natürlich nach jedem Konzert mit dem Ernst Hutter dann rausgehe ins Foyer und das ist auch das, was man oft zu hören bekommt. Und das ist was unheimlich Schönes. Wenn man direkt gesagt kriegt, boah, Mensch, was du machst, toll und verfolge das schon lange und YouTube, die ganzen Videos und so, wenn man einfach Zuspruch kriegt für das.

Und ja, das wäre natürlich auch wünschenswert, dass es in Zukunft so bleibt oder sich noch mehr festigt.

Total spannend, wenn man sich so die Fragen anguckt, die jetzt so auch reinkamen. Da sind viele Dinge, die, die so den Prozess noch interessieren. Also die Frage ist jetzt, welche Pflichten kommen jetzt auf dich zu und welche Dinge kannst du vielleicht jetzt gar nicht mehr machen, weil du jetzt dann Chef wirst?

Also es ist natürlich schon so, dass ich jetzt zukünftig auch nicht mehr als Orchestermusiker, sage ich, einfach so in anderen Orchestern mitspielen kann. Was ich zukünftig auf jeden Fall noch machen werde. Und das tatsächlich tatsächlich auch außerhalb der Egerländer ist mein solistisches Dasein. Also das möchte ich schon weiter pflegen und auch da immer vielseitig unterwegs sein.

Werde aber nicht wie jetzt zum Beispiel der Ernst Hutter, der die Band als Solist, als Bandleader mit dem Instrument von vorne geleitet hat, immer. Ich werde da ein bisschen eine andere Rolle spielen, werde mich da auch anders positionieren. Das heißt, ja, wie kann ich das beschreiben? Der Ernst Mosch war ja ein unheimlich toller Dirigent und auch Sänger.

Und der Ernst Hutter, wie gesagt, mit dem Instrument von vorne und bei mir wird es eigentlich eine Mischung aus allem sein. Und da werden sich auch bei uns auf der Bühne, rein von der Bühnenshow, auch Dinge verändern, die ich da angestoßen habe, die ich einfach ein bisschen zeitangepasster finde.

Willst du schon mal so einen kleinen Ausblick geben oder wird es eine Überraschung?

Ja, nö, kann ich. Also es wird einfach mehr Bewegung auf der Bühne passieren, sodass auch Register vorne aus, wenn ich an der Rampe mal vorgehen, sich widersetzen. Also dass die Solisten der Eger alle sind Solisten und ich bin der Bandleader, der ein Teil davon. Und so wird einfach diese neue Ausrichtung ein bisschen sein.

Wir werden uns auch umsetzen auf der Bühne, wird also eine andere Sitzordnung geben.

Also wie der klassische, das Schlagzeug hin, oder?

Ja, genau, und Flügelhörner kommen wieder nach vorne und es hat aber alles auch bestimmte Gründe, die jetzt natürlich, das geht jetzt nicht darum, nur Hauptsache was anders, sondern es geht auch darum, wir nehmen noch einen Mann mehr mit. Also wir besetzen auch eine zweite Trompete und spielen in der Abschiedstour wahrscheinlich auch mit zwei Schlagzeugern.

Also solche Dinge. Und ja, ich werde ja oft eben gefragt, was ändert sich denn jetzt wirklich? Und ich gebe dann immer Saloper erstmal die Antwort, ja, das Wichtigste, was sich verändert oder das Größte ist, dass eine andere Person vorne dran steht. Und damit verändern sich nämlich solche Dinge automatisch.

Klang, Dynamik, musikalische Vorstellungen oder jetzt meine Ideen einfach. Das heißt, es wird schon auch für die Leute sehbar und spürbar Veränderungen geben. Aber grundsätzlich der Grundkern, was die Jägerländer bis schon zu Zeiten von Ernst Mosch auch über Ernst Hutter gemacht haben, wird natürlich diese alte Tradition bewahrt.

Das wollen wir auch unbedingt machen. Also ich vergleiche das auch immer, es kann niemand ins Glenn Miller-Orchester zum Konzert kommen und es wird kein In-de-Mut gespielt. Und so gibt es bei uns natürlich auch Dinge, Titel. Dann haben wir natürlich einen unheimlichen Schatz von diesem Repertoire, wo man sich wirklich, das ist ja so vieles noch gar nicht angefasst, wo auch irgendwo schlummert, wo man nicht unbedingt jetzt kennt, wie jetzt Kinder von der Eger oder sowas.

Das ist ja alles sehr bekannt. Ja, und das gepaart eben auch wieder mit neuen Ideen, neuen Sachen. Und ja, man könnte jetzt vielleicht sagen, ja, dann ändert sich ja nicht so viel, aber im Prinzip war das ja immer der Erfolg, auch vom Ernst Mosch. Er hat auch immer wieder neue Dinge gemacht. Und das ist ja auch oft das Interessante, was die Leute teilweise gar nicht wissen.

Zum Beispiel, der Ernst Hutter hat ja auch in seiner Zeit von Ernst Mosch, wo er auch 15 Jahre gespielt hat, nicht einmal mit dem Ernst Mosch die Vogelwiese gespielt. Also für den Ernst Mosch war das damals, ich sag's jetzt mal ganz plakt, war es ein alter Käse. Und so, das war auch die Arbeit von Ernst Mosch, dass er eigentlich immer wieder was Neues machen wollte.

Ja, jetzt sind wir auch ein bisschen abgeschweift. Ich habe ein bisschen erzählt über die Veränderung. Also man darf gespannt sein und wir haben jetzt natürlich, starte ich direkt in diese 70 Jahre Tournee. Das ist natürlich großartig, auch für mich, und ich freue mich da richtig drauf und dürfen alle gespannt sein.

Und schaut es euch einfach an.

Das heißt, also du kommt ein zweiter Trompeter dazu und du willst auch ein bisschen mehr dirigieren. Gibt es dann auch ein viertes Horn oder bleibst du dort drum drei und du bist der Vierte?

Nee, das bleibt so. Also ich werde schon auch spielen und das wird man von mir auch erwarten. Also ich glaube nicht, dass das kommt auch aus der Band, die schon zu mir gesagt haben, aber du musst schon auch spielen. Und ja.

Wie war die Reaktion des Orchesters, als ihr das mitgeteilt habt, dass du das jetzt machst?

Ja, also das war ja auch im Hotel, in so einem Sitzungssaal und ich war tatsächlich an diesem Wochenende gar nicht dabei. Also die, die nicht dabei waren, wurden dann per Video zugeschaltet. Und dann hat dann der Ernst natürlich auch da verkündet, dass er auch aufhört und so. Das war natürlich ein bisschen traurige Stimmung erstmal.

Aber ja, ich habe dann, danach ist mein Handy, zusammen heiß gelaufen und haben alle gratuliert. Und ja, mittlerweile habe ich mit jedem schon kommuniziert, telefoniert, damals am Anfang auch die Frage, machst du weiter? Da bin ich auch sehr glücklich drüber. Also es sind alle mit an Bord, weiterhin auch in der 70-Jahre-Tournee.

Und das ist für mich schon Lob genug.

Ja, auf jeden Fall. Wenn du jetzt schon, oder ihr seid ja jetzt schon im Plan, welche Herausforderungen gibt es jetzt zu meistern, gerade in so einer Staffelübergabe und welche Gefahren seht ihr, wo ihr sagt, okay, da müssen wir aufpassen, dass das hier vielleicht nicht, keine Ahnung, in so ein vorhergesehenes Fettnäppchen tretet.

Ja, also schwierige Frage. Ich sage immer, jetzt startet ja die 70-Jahre-Tournee dann und das wird auch wieder was ganz Besonderes sein. Dann werden, denke ich mal, die Leute auch etwas neugierig sein, um zu schauen, was macht denn der jetzt da vorne. Und ich glaube, dass sich die Karten dann einfach danach mischen.

Also da, das ist das Allerwichtigste. Was machen wir 27? Wie stellen wir uns da auf? Was wird diese Tournee? Und da bin ich jetzt auch schon. Ich bin ja immer derjenige, der auch den Martin und den Julian immer ein bisschen nervt und sagt, pass auf, ich habe jetzt eine Idee für 27 Schon und so. Ich weiß, ihr habt das jetzt noch nicht im Kopf, aber und dann sagen die immer, du, alles gut, das ist auch dein Job.

Also das ist auch zukünftig mein Job, da weiterzudenken. Und ja, im Prinzip wird es auch bei der 70-Jahr-Tournee jetzt, wir erzählen die Geschichte. Wir beginnen bei Ernst Mosch über Ernst Hutter ins Heute, also auch programmatisch und alles. Ich denke, dass man da zumindest nicht so viel falsch machen kann, weiß ich nicht, werden wir dann hinterher sehen.

Aber das Wichtige passiert danach, denke ich.

Gemeinsam number coming the money number two.

Du hast ja gesagt, du wirst nicht mehr in anderen Orchestern spielen. Wie sieht das aus mit der kleinen Egerländerbesetzung?

Ja, also da bin ich jetzt erstmal noch dabei, natürlich, aber da muss man auch schauen. Ich habe da erst auch ein Gespräch mit dem Stefanhut darüber gerade gehabt. Das nehmen wir auch alles mit dem Überbegriff Zeitenwende. Also man muss auch einfach schauen, wie entwickeln sich manche Dinge. Wenn das weiterhin gut passt, habe ich natürlich Lust und kann mir das schon vorstellen, ja.

Und es ist ja in dem Sinn, gehört es ja auch dazu. Also es ist jetzt nicht was ganz anderes. Aber ja, es gibt einfach auch Fragen, die noch offen sind, wo man einfach schauen muss, wie entwickelt sich das. Und diese Frage würde ich wahrscheinlich auch da in dieser Schublade legen.

Ist ja völlig legitim. Natürlich muss man ja immer das junge Publikum im Blick haben. Was sagst du, müsste sich vielleicht ändern? Oder was sollte vielleicht auf jeden Fall gleich bleiben, um gerade das junge Publikum auch noch an diese Egerländer-Tradition, die jetzt mit Ernst Hutter nur groß geworden sind, aber mit Mosch nicht mehr, wirklich da noch ranzuführen und am Ball zu behalten.

Also wie gesagt, das merken wir jetzt auch schon in Konzerten, dass wir überwiegend sehr viele junge Leute drin haben. Und ich meine, das ist eine Art, das gesamte Konzept ist natürlich eine Arbeit am Anfang, wo der Ernst dann nach dem Ernst Mosch weitergemacht hat, von den älteren Kollegen, die das weitergeführt haben.

Damals gab es die DVDs, hier 50 Jahre und die habe ich zum Beispiel geschaut und war abgeistert und so. Und man merkt jetzt natürlich auch den Einfluss von unserer Generation, die wir uns immer, die mit Social Media gewachsen sind und das ist klar, uns zuzusprechen. Das heißt, da haben wir eh schon auch immer viele Junge, die wir da ansprechen.

Aber ja, ich meine, es geht auch über die Egerlande hinaus, was man tut. Also um neue Schichten zu gewinnen und so. Deswegen bin ich auch unterwegs, deswegen habe ich jetzt auch mit der Big Band der Bundeswehr wieder ein Projekt gemacht mit den Noern als Soloinstrumenter oder der Michael Müller mit seinem Brass Trail oder der Peter Leib, der noch bei Moop Mama und so.

Also ich glaube, dass es auch einfach wichtig ist, weiterhin und auch wichtiger ist, dass man das weiß, wie vielseitig diese Musiker sind und wo die sich überall bewegen. Und das ist, glaube ich, mit ein großer Punkt. Umso vielseitiger, umso besser ist es. Ich glaube, wenn du nur, entschuldigt, dass ich das jetzt so sage, aber wenn du nur eine Polkannase bist, dann hast du einfach diesen Weitblick nicht, um auch so ein Orchester zu bestehen.

Das ist ja das Spannende, das ist ja auch mit der Grund, warum ich das in diesem Podcast mache, wenn wir beim Woodstock auf die ganzen bekannten Bands schauen, also seid ihr oder Kaisermusikanten, Woodstock-Musikern, wie sie alle heißen, sind ja alles Leute, die ja noch andere Dinge machen. Also eigentlich sind es ja genau die, die auf der Bühne setzen, die das ja schon vorleben.

Aber wenn wir manchmal in die Musikvereine gehen, ist das immer noch so ein bisschen, nur das ist gut und nur das ist gut und wir spielen nur die Polka und das symphonisches Ding ist nicht so gut. Wie nimmst du das wahr?

Ja, das merke ich natürlich auch. Also jetzt auch gerade mit meinem Marsch, den ich da geschrieben habe. Der hat natürlich Elemente, also da ist ein Sechsachtel am Anfang, dann gibt es so einen kleinen, ja, also einen kleinen Swingteil, wenn man das, einen kleinen groovigen Teil, das ist. Swing kann man das fast nicht nennen.

Aber es ist einfach, ich habe gesagt, es ist kein klassischer Egerländer-Titel, weil dann natürlich ab und zu die Reaktion kam, ja, aber das hat ja jetzt mit Ernst Mosch nichts mehr zu tun. Es soll es auch überhaupt nicht. Es ist ein Konzertmarsch, der diesen Weg so ein bisschen beschreibt, also diesen Aufmarsch in die Zukunft, dann das Tänzerische.

Und haben man ja auch geschrieben, moderne Rhythmen, also ich weiß nicht, was daran modern ist. Das Hühntanzorchester, wo das losging, das ist ja heute nicht mehr modern, wenn man es so nennen will, ja. Und da muss man natürlich cool drüberstehen und muss einfach diese, ja, seine Idee verfolgen, seine Vision verfolgen und oft vielleicht auch die Leute dann im Nachhinein etwas Besseren belehren.

Und ich weiß natürlich, ich denke mir, ich kann jetzt mit dir hier ein bisschen offener reden und das macht ja diesen Podcast auch aus. Ich bin ja, um das mal so zu beschreiben, jetzt auch mittlerweile seit 15 Jahren mit Musikern zusammen, die ganz nah an Ernst Mosch dran waren. Ich persönlich habe ihn nicht gekannt, das ist auch dem Alter geschuldet.

Aber zum Beispiel der Oswald Wintrich, der hat vor den Konzerten dem Ernst Mosch die Füße massiert, dass sie durchblutet sind. Oder der Franz Tröster, da gibt es auch eine super Geschichte, der war ja immer so ein bisschen persönlicher Betreuer. Und 1997, 1998 war es schon so, dass es in den Hotels, man glaubt es nicht, damals schon solche Kärtchen gab, die ja heute überall sind.

Und keinen Schlüssel. Und damit konnte der Ernst Musch überhaupt nichts anfangen. Also musste der Franz Tröster immer mit dem Ernst Mosch auf das Zimmer, musste ihm das aufmachen. Der Ernst Mosch ist dann erstmal meistens auf die Toilette und dann stand da ein Riesenobstkorb und Fressalien und irgendwas.

Und bis dann der Ernst Mosch wieder rauskam, hat der Franz das schon fast alles vernichtet. Also nur auf was ich jetzt raus will. Oder auch eben, dass ich gesagt habe, dass der Ernst Sutter in seiner Zeit mit Ernst Mosch nie die Vogelwiese gespielt hat, weil es für den Ernst Mosch alter Krempel war. Und der Ernst Mosch selbst, was diese Kollegen mir auch immer wieder mit verschiedenen Geschichten erzählen, war auch ein unheimlicher wissbegieriger Mann, was die Musik angeht.

Also er wollte unheimlich wieder was Neues machen, vielseitig sein. Und jetzt kommt, er war auch schon in diesem Korsett. Denn dann kam seine Plattenfirma und sagte: Aber Herr Musch, von Ihnen möchte man aber Egerland-Heimatland hören. Also das heißt, der Ernst war das ja dann natürlich dann sowieso, weil gab es auch ein Gespräch dann am Anfang natürlich mit einer Familie, Mosch, und die Töchter haben zu ihm gesagt, ja, mein Segen haben sie, aber sie müssen halt wissen, da müssen sie immer diese alten Sachen spielen.

Und der Ernst hat natürlich, wie er so ist, gesagt, ich weiß nicht, ob ich das muss. Nehmen wir jetzt mal Beispiel Trompetensterne, als das damals rauskam, das weiß ich noch, war, wie kann man so? Der Ernst Musch hätte das nie. Heute ist es so, das habe ich eben damit gemeint, dass man die Leute vielleicht auch vom Gegenteil überzeugen kann.

Heute ist es so, dass die Leute schon motzen, wenn es nicht mehr im Programm ist. Und ja, also ich möchte einfach davor warnen, immer, wie soll ich das sagen, ja, immer alles gleich in so ein Korsett zu packen. Und wenn man wirklich mal dahinter schaut, war es beim Ernst Mosch auch nicht anders. Und es ist eben so, das, was ich auch eben gesagt habe, so soll es auch weitergehen.

Dass natürlich diese Tradition bewahrt wird und dass auch die Person Ernst Mosch und jetzt auch der Ernsthutter jedem Konzert geehrt wird, weil die zur Geschichte dieses Orchesters dazugehören, das ist auch völlig klar. Aber man muss auch Platz lassen für Neues. Und das weißt du ja selber, das ist nicht nur hier bei uns bei den Egerländern.

Musikalischer Stillstand, das ist oder überhaupt Stillstand, ist in jedem Betrieb Gift.

Ja, auf jeden Fall. Da sind wir ja auch, aber das führt jetzt zu weit politisch ja auch gerade in so einer sehr schwierigen Phase. Aber wir sind kein Podcast. Weil du schon sagst, das war ja schon früh so, das stimmt, es gab ja auch schon eine Big Band-Platte bei Mosch und auch, ich weiß gar nicht, Schlagerpauke oder wie hieß es auf jeden Fall so, so ein, zwei Schlager-Mädles gab es ja auch, wo er sich mal so versucht hat, irgendwie in den damaligen Schlagern zumindest.

Ab und an zu spielen mal das Saxophon oder das Marisax eingebaut. Genau. Also der Ernst Mosch hat schon auch alles probiert, aber das wird dann oft ausgeblendet, oder? Wird dann ausgeblendet, ja.

Habt ihr dann, also gibt es so Überlegungen zu sagen, okay, wir haben ja eigentlich auch genug Jazzer hier, vielleicht auch mal so eine Big Bern-Platte zu machen.

Ja. Also das ist jetzt nicht konkret auf dem Plan, aber es wird jetzt sowieso auch zukünftig immer so sein, wie es jetzt ist, dass wir also eher so im Frühjahr bis Sommertouren und der Herbst wird eigentlich natürlich dann Platz sein für kreative Sachen, für CD und so weiter. Und da haben wir auch schon mal überlegt, ob man einfach mal was ganz anderes macht.

Vielleicht auch mal eine kleine Weihnachtstour mit ein paar Konzerten. Oder Weihnachtspunkte gab es ja auch schon. Gab es auch schon, ja. Und also dass man da einfach auch ein bisschen Zeit hat, kreativ auch ein bisschen was anderes zu machen. Aber ja, jetzt haben wir erstmal noch eine Hände vollstück.

Du hast gerade schon gesagt, es gibt, und das habe ich auch gelesen, aber die Stimmen sind ja sehr, sehr gering, zumindest das, was ich gelesen habe, es gibt ja sehr, sehr viele, die das ja gerade auch zu Recht sehr positiv begrüßen, dass du das jetzt machst und auch den neuen Marsch, aber es gibt ja auch ein, zwei, die, wie du schon gesagt hast, gesagt, ja, es ist nicht so ganz egerländer und so ein bisschen skeptisch drin.

Wie gehst du mit sowas um?

Ja, also grundsätzlich, ich lese mir das durch und ich wurde auch vor kurzem in einem anderen Interview gefragt, wie ich denn mit Kritik umgehe. Und da kann ich ganz klar sagen, solange die Kritik konstruktiv ist, dann ist es sogar gut. Das braucht man auch. In den sozialen Medien ist halt dann oft auch gleich ein bisschen beleidigend.

Aber ich kann dir sagen, das haben bestimmt einige auch schon gesehen. Ich gebe immer eine Antwort. Ich habe mich gefragt, warum warum macht er das? Ja, das mache ich deshalb, weil ich mich mehr darüber ärgern würde, wenn ich es stehen lassen würde, als dass ich kurz mal ein bisschen drüber diskutiere.

Also ich möchte jetzt nicht sagen, dass mir das vielleicht Spaß macht, aber es befreit mich. Ich bin das los, was ich denke, wenn zu diesem Thema dann oder was da auch immer kritisiert wird und möchte einfach auch die andere Seite ein bisschen belichten. Und dann habe ich das für mich weg und dann kann ich mich für mich gut fühlen.

Also ich bin ja, weil du vorhin gesagt hast, neue Generation und Social Media, ich bin nicht auf TikTok, deswegen muss ich jetzt ganz klar fragen, sind die Eländer auf TikTok?

Ja. Also ich mittlerweile auch. Ich erinnere mich gerade, dass du mich das letztes Mal gefragt hast. Da habe ich gesagt, nee. Mittlerweile bin ich da auch, ja. Wobei das auch gerade ein bisschen kritisch ist, wo sich das hin entwickelt, also das weiß ich jetzt noch nicht. Aber ja, ich bin mittlerweile und auch die Egerländer und tut dir Musik und eigentlich die jüngere Generation sind da auch alle vertreten.

Weil da quasi die jungen Generationen. Bleiben wir mal bei dem Generationswechsel, der wird ja jetzt bald anstehen und das ist ja jetzt auch, du gehörst jetzt zu den Jungen, wobei das ja mittlerweile bist jetzt auch schon 15 Jahre dabei, also es ist jetzt auch nicht mehr.

Ja, bei den Ekeländern sind die 40-jährigen Jungen. Ja, ja. Nee, also wir haben jetzt auch natürlich den Lukas Krasner und so weiter. Also das sind schon auch.

Genau, aber die rücken jetzt nach. Also die kommen jetzt in die Position, in der du vor 15 Jahren warst. Genau. Wie wollt ihr das jetzt angehen? Diese neue Generation. Gibt es da schon ganz viele in den Startlöchern oder sind da schon Gespräche geführt worden oder ist das auch so ein Ding, wo ihr jetzt erstmal so langsam auf euch zukommen lasst?

Jetzt muss ich fragen, auf was bezogen meinst du?

Ja, naja, gut, also es gibt ja Musiker, die weiß nicht, die sind ja schon 40 Jahre dabei, also die werden jetzt keine 40 Jahre nochmal mit dir mitspielen.

Achso, du meinst den Umbruch der Nazi. Ja, ja, ja. Im Orchester, ja. Also gleich mal dazu gesagt, ich bin auch sehr froh darüber, habe ich vorhin schon gesagt, dass wirklich alle mit an Bord bleiben und das wird sich auch über das Jubiläum erstmal nicht ändern. Jetzt ist es ja Tatsache, dass nach dem Jubiläum wir ein paar Musiker haben, die über 70 sind, mittlerweile.

Deswegen meine ich. Ja, und dann werden wir natürlich, das habe ich aber auch schon mit den allen kommuniziert, dann werden wir natürlich darüber reden müssen. Einfach jeder selbst, wie er das für sich sieht, wie lange mache ich noch? Zwei, drei, vier, aber man muss mal darüber reden. Einfach, weil es auch unwahrscheinlich wird, dass man noch zehn Jahre auf der Bühne sitzt.

Und wir ja auch dementsprechend reagieren müssen. Und das, ja, das wird eigentlich mit fast die größte Aufgabe, dass man das auch schafft. Ich habe auch zum Martin und zum Julian gesagt, wir müssen da auch zukünftig Dinge einrichten, wie, ja, ich soll mal sagen, also was man vorher noch nicht hatte, dass man irgendwie lebenslangen Freikarten für die Ekeländer Rentner sozusagen.

Oder dass es eine Weihnachtsfeier gibt und solche Dinge, wo man diese Menschen dann irgendwann mal anbietet. Einlädt und also da müssen wir uns schon gut Gedanken drüber machen. Was mir ganz wichtig ist, und das habe ich auch so kommuniziert und werden wir auch so machen, es wird nicht jemand einfach nicht mehr da sein, sondern diese Leute sollen wirklich, das haben die auch verdient, richtig offiziell vor allem richtig verabschiedet werden, wenn es denn dann soweit ist.

Ja, dass es eigentlich vielleicht auch wie jetzt gesehen mit dem Ernst und mit mir, dass es einen anständigen professionellen Übergang gibt.

Ihr habt ja in eurem Podcast viel über dein Scouting quasi gesprochen, wo er dich alles schon gesehen hat, bevor er überhaupt angefangen hat und so. Hast du auch schon einen Musiker im Blick? Du musst ja auch keine Namen nennen, aber gibt es da schon welche, die du im Blick hast, wo du sagst, okay, das könnte ich mir gut vorstellen.

Ich glaube, dass das automatisch passiert in diesem Moment. Weil, wenn man dann auch sieht, okay, dieses Register, da wird es, das wird es am meisten betreffen und dann malt man sich schon mal so aus. Der könnte vielleicht was sein und so. Es sind jetzt schon zwei neue. Also für mich kommt ja praktisch der Sacky, der Christian Sack.

Okay.

Und weil ich ja dann praktisch vorne stehe und er nimmt diesen Posten. Und auch in den Klaronetten haben wir den Jörg Kleidl, den du den kennst. Das war ja auch ein Studienkollege von mir. Und das sind auch, da hat auch der Ernst jetzt das Glas so kommuniziert, dazu haben wir gesagt, pass auf, wir brauchen da und da noch Leute.

Jetzt schon. Und das bringt es, wenn er die jetzt aussucht, das soll gleich ich machen. Und die kam dann auch schon von mir.

Okay. Spannend auch, dass die Frage auch, ich glaube, zwei, dreimal kam und auch bei euch im Podcast, da hatte man nur der Ernst drauf geantwortet, deswegen stelle ich dir die Frage auch, wie sieht es mit Frauen im Orchester in Zukunft aus? Das ist ja auch so eine Gesellschaftsfrage im Moment.

Ja, das ist eine ganz interessante Frage. Ich sehe dieser Entwicklung eigentlich ganz gut entgegen. Also ich hätte da auch richtig Lust drauf. Natürlich ist es so, dass man auch schauen muss, ich sage jetzt mal, eine Klarinettistin, das wird wahrscheinlich das Anführungsstrichen das Einfachste sein, gleich mal zu finden.

Aber ich fände es ja auch mal interessant, Naturbisschen oder sowas. Und da muss man natürlich auch eingestehen, wenn man auch in Deutschland guckt in die Orchester, wie viele Stellen sind von Frauen besetzt. Und jetzt kommt es noch dazu, die dann auch wirklich Lust haben, diese Musik zu spielen. Also das ist natürlich ein ganz rares Feld.

Und deswegen muss man da gut überlegt, schauen. Also wir haben das auf dem Schreibtisch und das wird in Zukunft bestimmt kommen. Nicht gleich nächstes Jahr, aber diese Thematik möchte ich natürlich, wenn wir das angehen, auch richtig schön verkaufen und möchte das richtig ins richtige Licht auch stellen.

Und dann einfach, oh, es spielt plötzlich eine Frau mit und so. Und deswegen bin ich auch da, ganz ehrlich, schon am Schauen, wer käme denn da in Frage.

Weil das Spannende ist, und die Diskussion hatte ich auch schon mal mit Simon Ertl, wenn man auf die Wurztock-Bühne zum Beispiel guckt, wo ja alle da sind, sind nicht so viele Frauen da. Also dann maximal tatsächlich klarinett oder als Gesang.

Es würde eine komplette Tür öffnen, auch im Hinblick, dass vielleicht auch sämtliche Frauen im Musikverein zum Beispiel hinfiebern würden. Ja, ich würde vielleicht auch mal gerne bei den E-Kaländer spielen, was ja jetzt alles nicht möglich ist. Das heißt, es wird schon auch ein großes Feld aufmachen, ja.

Aber woran liegt das, glaubst du jetzt, dass das im Moment auch in anderen Bands ja nicht nur ihr noch nicht so stattfindet?

Ja. Es war halt auch ganz lang, oder es ist gerade auch ganz speziell bei uns eine Tradition. Also diese Männer mit den weißen Socken und das war ja. Gut, dann stellt sich die Trachtfrage natürlich. Die Trachtfrage, ja. Also das war halt einfach von jeher so geprägt. Und deswegen ist das wahrscheinlich da schon ein großer Umbruch.

Und dann auch in so einem Orchester wie bei uns, das ist ja auch jetzt nicht ein staatliches Orchester, sondern ein privat geführtes. Das heißt, wir sind ja grundsätzlich jetzt auch nicht gezwungen, irgendwie eine Quote zu erfüllen, sondern es geht wirklich nur darum, ja, auch die Qualität und alles, ne?

Das muss natürlich alles passen. Und ja, ich glaube, das wird das Schwierigste sein, gerade so bei den anderen Instrumenten, was jetzt nicht die klare Nette ist, Damen zu finden, die voll hinter dieser Musik stehen, sagen.

Ja. Und dann mit so einem Männerhaufen auch mittun wollen, das ist ja auch was. Weil das werden ja nicht gleich fünf Dritts. Kommen ja nicht gleich fünf rein, sondern vielleicht mal ein oder zwei, dann noch eine Sänger, dann sind sie nur zu dritt. Das ist ja auch erstmal, muss man auch wollen. Klar. Aber das wäre natürlich cool, wenn ihr da die ersten seid oder macht.

Müssen wir auf jeden Fall auf dem Schirm und wird auf jeden Fall Thema werden. Die häufigste Frage, die kam, und du gibst so viel Einblick, wie du möchtest, ist, du bist jetzt quasi oder du wirst der neue Leiter, hinten dran steht Hutter Music, wer hat das Sagen?

Ja, ja, also diese Frage, das weiß ich, dass das schlummert, aber eigentlich ist es was ganz Normales. Möchte ich jetzt mal so erklären. Es ist egal, ob das Queen war, ob das der Michael Jackson war, ob das der Udo Jürgens war. Es gibt immer den Künstler und es gibt, gab es damals, war es die Plattenfirma oder die Produktionsfirma.

Und es ist ganz klar, dass Utter Music die Produktionsfirma ist. Das ist auch gut so. Die haben ja auch diese ganze Erfahrung schon jetzt über die ganze Zeit und die ganze Kontakte und alles ist ja klar. Und es ist immer so, dass zum Beispiel, wenn ich jetzt hier sitze und sage, Leute, ich möchte jetzt mit einem Cabrio, mit dem Tenorhahn, in die Halle von oben eingelassen werden.

Das wäre geil. Ja, das wäre geil. Dann muss es aber diese Produktionsfirma geben, die sagt, oh, das klappt vielleicht nicht ganz, geht es auch mit dem Motorrad oder so. Also das ist ein ganz normaler Ablauf und hat nichts mit dem zu tun, wer hat was zu sagen. Also hat ja auch jeder seinen Kompetenzbereich.

Aber ich bin tatsächlich in fast alles eingebunden. Also ich werde gefragt, wo spielen wir? Also, wenn das geklärt wird, ist das okay, das Touring. Bei mir stellen sich die ganzen künstlerischen Fragen, muss ich alle entscheiden, wie machen wir auch die ganzen Einteilungen, wer spielt und also eigentlich, ich merke das ja schon auch jetzt, weil ich in der Arbeit, wir sind ja jetzt in der Arbeit für die Jubiläumst-Tournee.

Das heißt, das, was jetzt passiert mit dem Ernst und meinem Finale, das ist ja schon bearbeitet. Über das reden wir nicht mehr.

Ja, klar.

Und da gibt es so viele Dinge, die ich dann auch entscheiden muss, irgendwann. Und ich aber froh bin, sage ich gleich dazu, dass ich es nicht immer für mich ganz alleine im hinteren Kämmerchen machen muss, sondern dass ich hier, und dann nehmen wir, möchte ich auch gerade den Martin nennen, das ist so eigentlich meine rechte Hand, den ich zumindest mal nach Meinung fragen kann.

Ja, ist erst beantwortet.

Ja, auf jeden Fall. Wir drehen mal 20, 25 Jahre weiter. Du willst den Staffelstab, den du jetzt noch nicht mal richtig, also öffentlich noch nicht übernommen hast, aber im Hintergrund natürlich schon. Und du suchst einen Leiter für das Orchester. Was braucht überhaupt einen Leiter für die E-Gerländer?

Zumindest aus Sicht von jetzt. In 20 Jahren sieht es wahrscheinlich nochmal anders aus.

Naja, das ist ja auch das, was wir ganz am Anfang ein bisschen besprochen haben. Also natürlich, er braucht die Professionalität, er braucht Charakterstärke und einfach auch dieses Dasein, dieses sich zu präsentieren, dass einem das nicht schwerfällt, dass man das aber auch nicht irgendwie einstudiert, daheim vom Spiegel, sondern dass man authentisch auch ist und dass das bei den Leuten einfach cool rüberkommt.

Also das ist das Allerwichtigste. Authentizät, Authentizität, Professionalität und Charakterstärke. Ich denke, dass das so die Haupteigenschaften sind.

Ich erlebe dich ja jetzt hier und wir kennen uns schon so ein bisschen und ich kenne dich auf der Bühne und viele Leute kennen die YouTube-Videos und so. Und eine Frage kommt immer wieder, unabhängig jetzt von dir. Leute wollen, sagen immer, ja, jeder erzählt in deinem Podcast, wie schön und wie toll das alles läuft.

Und man sieht ja immer nur die tollen Momente. Was würdest du sagen, okay, das ist so eine kleine Schwäche von mir, da will ich jetzt noch so ein bisschen ran. Du bist ja schon eigentlich Profi durch und durch Kameratyp. Aber gibt es noch irgendwas, wo du sagst, ja, ist noch nicht so ganz meine Komfortzone?

Ja, weiß jetzt nicht, wie das Publikum drauf reagiert oder du, aber eigentlich stressen mich solche Situationen wie jetzt am meisten. Oder auch letztens war ja der SWR bei uns zu Hause und so, und man möchte sich natürlich auch irgendwie immer ausdrücken, dass nicht alle Welt denkt, Gott, was ist das für einer?

Und gut, der kann ich dich beruhigen. Ja, und da habe ich tatsächlich, weil das auch, weil ich das habe ich dir, glaube ich, am letzten Podcast auch erzählt, ich bin grundsätzlich ein sehr schüchterner Typ gewesen. Und das hat natürlich die Musik und alles ziemlich verändert jetzt, aber das steckt in meinem Kopf drin.

Und ja, ich bin vielleicht auch manchmal zu sehr mein strengster Richter, sagen wir es mal so. Denn das habe ich auch ein bisschen von Martin Hutter gelernt, kann ich jetzt auch sagen. Wenn ich dann, wenn man mal irgendwas gesprochen hat im Podcast oder irgendwie so, und ich dachte, Mensch, jetzt habe ich mich aber blöd ausgedrückt oder war noch ein bisschen Dialekt dabei oder so.

Und dann sagte Martin, wieso, das war super, authentisch, wunderbar. Genau. Und dann dachte ich, okay, ja, stimmt eigentlich. Ja, einfach, das ist das, was mich einfach so ein bisschen stresst, manchmal, wo ich noch manchmal das Gefühl habe, ich nicht weiß, passt es oder ist das manchmal zu.

Das ist total spannend, dass du das sagst, weil du bist zu Ende-Szene, glaube ich, derjenige, der auch medial gesehen die meisten Follower hat. Würde ich jetzt mal so behaupten. Ist das nicht dann eigentlich ein Indikator dafür, dass du vieles richtig machst? Weil wenn du dich, wenn du dich jetzt komisch ausdrücken würdest oder so, dann folgt dir ja kein Mensch.

Naja, also ich hab's jetzt natürlich, oder man hat es ja auch gesehen beim Juri Löw oder wie heißt der Trainer von Freiburg, der jetzt gegangen ist. Ich bin nicht im Fußballer. Nein, also das sind ja alles Typen oder auch der Franz Beckenbauer, also mit denen möchte ich mich jetzt nicht vergleichen. Aber die haben natürlich alle ihren eigenen, die haben auch Dialekt gesprochen und waren einfach authentisch, wie sie sind.

Und vielleicht kommt es auch sympathisch dann rüber. Auf jeden Fall. Aber für mich selbst, ich erwärte es ja schon mal im ersten Podcast, denke ich mir immer, habe ich immer diesen kleinen Bub aus Hügelsheim im Kopf, der sich nicht traut, beim Metzger eine Scheibewurst zu bestellen. Und das habe ich dann irgendwo noch so abgespeichert und bringt mir manchmal so eine Unsicherheit, gegen die ich ankämpfen muss.

In dem Moment, die aber wahrscheinlich niemand merkt. Oder jetzt zum Beispiel, wenn ich jetzt schon, wie jetzt, wenn wir schon eine halbe, dreiviertel Stunde reden, dann ist das auch kein Problem mehr. Aber ja, das ist so, wird wahrscheinlich die größte Aufgabe und das ist ja auch meine Aufgabe. Ich bin jetzt dann der Kopf für diese Band.

Ich muss also diese ganzen Interviews, Anfragen, Radio, wenn es Fernsehen gibt, Fernsehen, muss ich ja alles bedienen.

Also ich glaube, also aus meiner Wartung machst du das sowieso sehr gut, weil, wie du vorhin schon gesagt hast, Blasmusik ist ja eine sehr ehrliche, bohnständige Musik. Dann passt es auch dazu, wenn man ehrlich und bohnständig sich gibt. Und ich glaube, das Publikum nimmt das sehr dankend gerade wahr, dass du so offen bist und das auch sagst, dass dir das vielleicht manchmal schwerfällt, weil ich glaube, das macht es dann vielleicht auch mal leichter, hinterher zu dir zu gehen.

Naja, gut, es ist ja auch grundsätzlich so. Ich habe tatsächlich vor zwei Wochen interessanterweise auch über so ein Thema gesprochen mit der Veronika, die ist hier bei uns im Team, die ist für das Hotel Booking und so zuständig. Und die hat mir so gesagt, Mensch, zu mir gesagt, ich kenne dich seit 2017 und damals habe ich dich gar nicht wahrgenommen.

Und jetzt hat sich das so ein bisschen verändert, ne, für ihre Wahrnehmung. Und ich glaube auch, dass ich, also jetzt mag, das rede ich aber grundsätzlich auch wieder für alle Künstler, dass es auch wichtig ist, dass sich der Künstler entwickeln kann. Auch das ist ja zum Beispiel, Deutschland sucht den Superstar, da werden die ja mit dem Hubschrauber auf den Thron gesetzt und dann scheitern sie.

Also ich glaube, dass das auch wichtig ist, dass die Leute dich sehen, wie du dich entwickelst und dass du mal stolperst oder scheiterst und dann wieder weitermachst. Ich glaube, dass das dann über Jahre hinweg wichtig ist.

Ja, das glaube ich auch. Weil du gerade schon gesagt hast, Interviewanfragen, Radio, Fernsehen, Fernsehen, Fragezeichen, also es gibt ja nicht mehr viele Formate, aber irgendeine persönliche Idee, wie man die Blasmusik wieder medial, unabhängig jetzt von Social Media, wieder ein bisschen mehr reinkriegt.

Also ist das irgendein Thema, weil ihr habt natürlich ja auch Kontakte zu Medienschaffenden. Also ihr seid da wahrscheinlich auch irgendwie im Gespräch.

Also zu dem Thema kann ich jetzt nur sagen, weil du jetzt gesagt hast, Social Media okay, aber mittlerweile ist es so, und das hat sich jetzt auch nochmal in den letzten fünf Jahren komplett verändert, dass wirklich alles sich darauf aufbaut. Das heißt, wer da gut aufgestellt ist, wir haben zum Beispiel jetzt Gespräche gehabt mit Veranstaltern.

Jetzt die letzte Tour auch für nächstes Jahr und so. Und zum Beispiel in Nürnberg oder so, in der Meistersingerhalle, da hat er gesagt, also das war ein Newsletter, das er verschickt hat und zack, war das Ding voll. Also das heißt, dass diese Arbeit, die eigentlich die Veranstalter machen müssten, diese Werbung, sieht man ja auch immer weniger, keine großen Plakate mehr draußen und so.

In dem Fall dann auch schon wieder wir übernommen haben und den vorweggenommen haben. Und das war nicht der Einzige, der das gesagt hat. Also das ist gerade im Moment einfach die Nummer eins. Fernsehen ist es ja, die Sendungen gibt es halt auch nicht mehr so, wo man das auch richtig präsentieren könnte.

Unsere Hoffnung ist natürlich, dass, wenn wir hoffentlich weiter so wachsen, wie es gerade wächst, dass manche Sender mal wieder auf uns aufmerksam werden und uns vielleicht auch wieder einladen. Aber eine richtige Strategie, dass man jetzt sagt, es ist schwierig. Es muss auch immer einem Redakteur gefallen.

Das kommt noch dazu und dann gibt es ja manchmal so sehr ominöse Umfragen, die dann sagen, ja, aber die Hörer wollen das und das hören. Und dann fragt man sich immer, wer wird da gefragt. Wir reden jetzt schon, glaube ich, über eine Stunde und in ein paar Minuten ist Soundcheck. Was machst du jetzt gleich noch?

Also was ist dein Ritual vor dem Konzert?

Ja, also jetzt gehe ich dann erstmal runter, klar, spiele ein paar Töne und dann richte ich immer mein ganzes Mikrofon für den Gesang und in ihr und muss ich gucken, dass das alles bereit liegt. Dann habe ich auch ein Funkmikro, wenn ich dann vorne Solo spiele. Also ich gucke einfach, dass das alles bereit liegt.

Ja, dann geht es in den Soundcheck. Und dann kommt schon für ganz viele auch das Wichtigste: das Abendessen. Man muss gut gesättigt natürlich auf die Bühne, dass das ist. Also Weizen, Scherz, aber ein ganz normaler Ablauf. Also ich habe da bis jetzt noch kein besonderes Ritual. Ich denke, mal schauen, was kommt, wenn ich dann die ganze Verantwortung habe und auch das ganze Programm im Kopf haben muss, auswendig und so.

Mir tut es gut. Gerade das weiß ich aus Konzerten, wenn ich solistisch irgendwo spiele, das ist mittlerweile Ritual bei mir, dass ich immer noch eine Runde spazieren gehe. Irgendwo durch Ingelheim jetzt zum Beispiel. Schau mal ein paar Gärten an oder ein paar Häuser und kurz raus vom Business und dann kann es losgehen.

Okay. Ich habe noch zwei letzte Fragen. Das sind wahrscheinlich die schwierigsten. Das sind die schwierigsten natürlich. Wie immer. Wenn du das Buch deines Lebens lesen dürftest, würdest du dir die letzte Seite angucken?

Nein.

Alles schön auf sich zukommen lassen. Ja. Okay. Welchen Ratschlag würdest du an dein jüngeres Ich dir geben?

Mein jüngeres Ich. Ja. Ich würde es wieder tun. Okay. Ja, es hat ja jede Zeit, also wenn ich jetzt mich anschaue oder wenn ich mir auch Aufnahmen anhöre, wo ich jünger war, da ist alles viel, wie soll man das sagen? Viel aufgeregter, viel, aber das bringt das Alter mit sich und ich glaube, dass auch in dem Alter, wo wir jetzt langsam sind, das langsam sich setzt, aber nicht in der Richtung, dass das jetzt irgendwie langweilig oder ruhig wird, sondern ein bisschen professionell gelassener.

Also irgendwie, also ich meine das auch zu hören in meinem Spiel, wenn ich, wenn ich mich vergleiche, wenn ich, ich habe eine Aufnahme, das ist ganz witzig, von meinem ersten Solo, wo ich mit 15 gespielt habe. Welches Stück war das? Das war Rondo alla Töga. Okay. Dicke-dicke-di, bikide-ke-di, bikide-dicke-di, so mit dem Musikverein.

Und dann ist das schon interessant, wenn man da hört, was hat sich entwickelt oder was hat sich verändert. Oder jetzt finde ich auch die Aufnahmen mit dem Musiker der Bundeswehr, das ist all of me, was ich damals gemacht habe. Jetzt habe ich auch manchmal das Gefühl, boah, in die Stelle würde ich vielleicht anders spielen heute.

Aber nicht, weil es schlecht war, sondern weil es einfach manchmal auch ein bisschen too much war. Aber ich finde es dann schon wieder sympathisch. Weil ich weiß, das ist aus einer Zeit, wo ich alles ausreißen wollte, was es gibt. Aber da sind wir ja wieder beim Entwickeln dürfen. Genau, ja. Also wie gesagt, nicht, dass man das falsch versteht, ich möchte das nicht als schlechter abhandeln, aber ich habe das auch in Interviews jetzt schon ein paar Mal gesagt, ich habe ja für mich in meinem Dasein als Blasmusiker viele Geschenke bekommen.

Also, dass ich in so einem Orchester überhaupt spielen darf und auch darüber hinaus mit meinen solistischen Dingen hat das immer super funktioniert. Man kennt mich eigentlich Land auf, Land ab und darüber hinaus. Und es ist eigentlich, kann ich schon sagen, alles ziemlich erfolgreich und auch viel erfolgreicher, als ich je gedacht hätte, wie das mal ist.

Und deswegen kann ich nur dankbar sein für das, was ich, was ich hier mache und was ich erleben darf. Und ja, von dem her schaue ich da. Deswegen sage ich das, ich würde es genauso wieder machen.

Okay. Abschließend, was sind die Wünsche an die Blasmusik-Szene?

unknown Ja.

Bleibt der analogen und echt gespielten Blasmusik einfach treu. Gut, das ist jetzt sowieso bei der Szene so, ja. Das müsste man wahrscheinlich dem Publikum sagen. Aber ja, was wir auch vorhin hatten, authentisch bleiben und sein Ding so machen, wie man es denkt. Und das Wichtigste, Spaß dabei haben. Kein Stress.

Okay. Alex, vielen lieben Dank. Dann wünsche ich dir jetzt einen guten Soundcheck und ein schönes Konzert heute Abend.

Dankeschön.

Danke. Vielen Dank, dass ihr bis hierhin gehört habt. Das war sie die Folge mit Alexander Wurz. Mich würde interessieren, welche Frage hättet ihr gerne gehabt, dass ich noch stelle und wie beurteilt ihr jetzt die Zukunft der Egerländer Blasmusik? Außerdem möchte ich euch gleich noch einen Podcast-Tipp zum Weiterhören geben und zwar gleich zwei Folgen.

Nämlich einmal die erste Folge, als Alexander Wurz hier war, die ist ungefähr zwei Jahre alt. Und natürlich die Folge mit Ernst Hutter aus der ersten Staffel. Da haben wir auch über seinen Werdegang gesprochen, über Egerländer Blasmusik, über den Swing in der Egerländer Blasmusik. Also für Blasmusik Nerds zwei Folgen, die ich euch auf jeden Fall ans Herz legen möchte.

Ich möchte mich bedanken bei meinen Supportern, Buffet Grampor, Breselmeyer-Mundstücke und bei der Woodstock Academy. Wenn ihr mich jetzt noch unterstützen möchtet, dann klickt doch jetzt bitte noch den Abonnieren-Button. Damit würdet ihr mir einen großen Gefallen tun. Wollt ihr noch mehr Podcasts und News, dann kommt doch entweder auf Patreon oder abonniert meinen Newsletter oder macht sogar beides, da würde ich mich noch mehr darüber freuen und ihr würdet euren Lieblingspodcast riesig unterstützen.

Danke an Leander Machern für den Schnitt, an Dirk Mattes für die Musik und ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal auch wieder dabei seid. Ich wünsche euch eine gute Zeit. Macht's gut, euer Andi.

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