OstwestFälle - der True-Crime-Podcast der Neuen Westfälischen
Der Maschseemörder: Ermittlungen, Prozess und ein umstrittener Neustart
Donnerstag, 4. Dezember 2025 · 35 min
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Shownotes
Ende Oktober 2012 beginnen die Ermittlungen rundum den Maschsee – die Polizei findet weitere Leichenteile. Eine 44-jährige Frau wurde Opfer des Maschseemörders.
Ein grausiger Fund am Maschsee erschüttert Hannover: Ende Oktober 2012 entdeckt ein Spaziergänger den abgetrennten Oberkörper einer Leiche. Es beginnt eine Suche, die weitere Leichenteile und eine schockierende Spur ans Licht bringt. Wie konnte es trotz früher Warnungen zum Tod von Svenja K. (44, alle Namen geändert) kommen – und warum steht der Mann nach seiner Haft wieder im Fokus?
Update vom 13. Januar 2026: Kurz nachdem diese Folge der "Ostwestfälle" aufgenommen wurde, wird der Mann, der als "Maschseemörder" bekannt geworden ist, erneut von der Polizei festgenommen. Grund sind erneute Gewaltvorwürfe. Weitere Informationen dazu gibt es auf NW.de zum Nachlesen (nw.de/nachrichten/zwischen_weser_und_rhein/242…).
Ostwestfälle S4 | E18 Der Maschseemörder: Ermittlungen, Prozess und ein umstrittener Neustart
Gast: NW-Redakteur Lukas Brekenkamp
Redaktion: Dana Johanna Stoll
Gestaltung: OWL Digital
Mehr zur Serie “OWL-Crime” findet ihr auf unserer Themenseite.
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Und dann findet er tatsächlich einen Müllsack mit dem Torso einer Frau, das heißt nur der Oberkörper. Der Mann alarmiert natürlich die Polizei, wie es natürlich jeder machen würde und die suchen natürlich dann, wie es normal in so einem Fall ist, auch das nähere Umfeld ab beziehungsweise den Maschsee.
und die finden er dann tatsächlich auch noch in den darauffolgenden Tagen. weitere Körperteile der Frau. Mal sind es Beine, Malarme. und dann eben auch den abgetrennten Kopf des Opfers auf dem Grund des Marschsees. Ostwestfälle, der True Crime Podcast der neuen Westfälischen. Wir sprechen mit Opfern, Zeugen, Richterinnen und Richtern und mit den Berichterstatterinnen und Berichterstattern der NW.
Spannend, nah und made in OWL. Es ist Ende Oktober, ein typischer Herbsttag. Ein Mann nutzt ihn zum Spaziergang am Maschsee, einem beliebten Ausflugsort im Herzen der Stadt Hannover. Doch was er da am Ufer findet, lässt dem Mann das Blut gefrieren. Er findet den Torso einer Frau. Kurz darauf holen Polizeitaucher weitere Leichenteile aus dem Wasser.
Die Tote ist eine forty-jährige Frau, die lange Zeit im Bielefeld gelübt hat. Der sogenannte Maschsee-Mörder wird geschnappt und verurteilt, doch damit ist die Geschichte leider noch nicht zu Ende. Warum nicht? Das erfahrt ihr hier bei den Ostwestfällen. Mein Name ist Birgit Gottfalt und im Studio ist der NW-Kollege Lukas Brekenkamp.
Hallo Lukas. Hi, grüß dich. Lukas, fangen wir vorne an. Ende Oktober, zw. zw. Der Maschsee ist in Hannover sehr beliebt. Bei jedem Wetter lockte Menschen an, viele gehen dort spazieren. Und einer dieser Spaziergänger macht eine grausige Entdeckung. Ja. Ende Oktober, man muss sich das ja so ein bisschen vorstellen, düste Jahreszeit fängt an, nass kalt, alles grau, die Blätter fallen von den Bäumen.
Es ist kurz vor Halloween, was vielleicht alles auch noch ein bisschen ruseliger macht. Und dann findet er tatsächlich einen Müllsack mit dem Torso einer Frau, das heißt nur der Oberkörper, Kopf abgetrennt, Arme abgetrennt, Beine abgetrennt. Ich ... Muss selbst immer schlucken, wenn ich daran denke, so was zu finden.
Diese Bilder wird man einfach nicht wieder los, glaub ich. Nee, ich glaube, der Spaziergänger wird auch ein paar Jahre mindestens dran zu knabbern gehabt haben. Ja, man alarmiert natürlich die Polizei, wie es natürlich jeder machen würde. Und die suchen natürlich dann, wie es normal in so einem Fall ist.
Auch das nähere Umfeld ab beziehungsweise den Maschsee und sie finden dann tatsächlich auch noch in den darauffolgenden Tagen weitere Körperteile der Frau. Mal sind es Beine, Malarme und dann eben auch den abgetrennten Kopf des Opfers auf dem Grund des Maschsees. Ebenfalls finden sie eine Flex, also etwas wo was nahe liegt erstmal damit eine Leiche tatsächlich auch.
zerstücken kann. Die Ermittler kommen dann relativ schnell darauf, dass es sich bei dem Opferum eine Vier- und Vierzig-Jährige handelt. Wir nennen sie jetzt einfach mal Svenja K. Sie stammt aus Ibenbüren, also in NRW, gar nicht so weit von OWL entfernt, einmal die A-Dreißig runter und an Osnabrück vorbei.
Und sie hat Vergangenheit auch in Oswels Feindlippe beziehungsweise auch in Bielefeld. Sie ist allerdings mittlerweile nach Hannover gezogen, kurz vor der Tat. tatsächlich, also ein paar Monate vor der Tat ist sie in Hannover. dann, ja, ich will nicht sagen gestrandet, aber sie kommt eben oder sie soll aus der Drogenszene gekommen sein.
Sie soll auch aus prostituierte gearbeitet haben. Deswegen ist vielleicht sogar gestrandet. gar nicht mal so ein Abwertender, sondern vielleicht auch sogar der richtige Begriff. Weißt du, wie die Frau gestorben ist oder wie sie getötet wurde? Ja, für mich ist das tatsächlich auch, ich sag mal so ein ganz kleines bisschen, schwierig nachzuvollziehen.
Es heißt in den Berichten immer, sie sei mit einer Machete erstochen worden. Ich kenne Machete eher als Hiebwaffen. Das heißt, ohne so richtige Spitze, wie es beispielsweise Messer haben. Deswegen stell ich mir es umso grausamer vor, wie diese Frau dann tatsächlich getötet wurde. Ja, wie ich schon gesagt hab, die Leichenteile.
Also sie wurde zerstückelt, die Leichenteile wurden in Müllsäcke allesamt gepackt. Kleidungsstücke wurden ebenfalls beseitigt in der Nähe, nicht in Yamashsee selbst. Und es wurden auch in der Nähe verschiedene Werkzeuge gefunden, sowas wie ein Maurerhammer oder eine Bügelsege, auf denen aber auch Spuren des Opfers gefunden haben.
Du sagtest, die Polizei hat dem Maschsee dann weiter abgesucht und weitere Leichenteile gefunden. Wie ist die Polizei dann weiter vorgegangen? Die Ermittlungen bei so was laufen dann natürlich auf Uchtun. Es werden dann Mordkommissionen gebildet, die dann in der Regel aus sehr erfahrenen Mordermittlern bestehen.
Bei so einem Fall, der damals auch schon so oder so für ein enormes Aufsehen gesorgt hat, wird die Mordkommission wahrscheinlich auch noch mal eine kleine Spur größer gewesen sein als in normalen Fällen. Ja und in der Folge hatte ich schon gesagt wurden dann weitere Leichenteile gefunden sowie weitere Dinge die mit der Tat in Zusammenhang stehen wie zum Beispiel besagte Werkzeuge.
Es gab auch Videoaufnahmen aus Tatorten hier. die wurden natürlich auch von den Ermittlern akribisch ausgewertet allerdings dann ohne richtiges Ergebnis. Gab es keine anderen Spuren? Doch natürlich also Spuren hatten sie tatsächlich denn Die IC-Karte des Opfers wurde kurz nach dem, finden der leichen Teile beziehungsweise, nach dem Tod der Frau auch tatsächlich benutzt.
Von einer anderen Person. Wahrscheinlich von einer Frau. Die Person, zumindest war sie als Person nur im ersten Moment auf Kameraaufnahmen zu sehen. Trug Mütze, also war vermummt mit Schal. Aber wie ich gesagt habe, später stellte sich dann tatsächlich raus, dass es sich um eine Frau handelt. Ja, ich hab das mit den Täter dann doch schließlich finden und verhaften können.
Ähm, letztendlich soll es eine Zeugin gegeben haben, die dann am Ende auch den entscheidenden Hinweis gegeben hat. Und dieser Hinweis führte die Ermittler dann tatsächlich zu einem Mann, der heute Ende dreißig ist. Damals war er vierundzwanzig. Und er wurde später und in der Folge oder beziehungsweise schon relativ früh dann auch Maschseemörder genannt.
Dieser Mann stammt aus der Ukraine eigentlich. Aber kam schon im Kindesalter nach Deutschland. Um genauer zu sein, kam er nach Ostfelsfall in Lippe, er kam nach Minden. Er verbrachte hier auch seine Kindheit, seine Jugend. Allerdings würde ich es jetzt nicht als eine sehr behütete Jugend beschreiben.
Denn der Mann, beziehungsweise damals der Jugendliche, das Kind, viel schon oder soll schon häufiger mit Gewalt aufgefallen sein. Er soll ein großer seiner Jugend beispielsweise in Kinderheim auf der Straße oder sogar im Gefängnissen verbracht haben. Er soll sogar mal im Jugendalter an einer Messerstecherei in Minden beteiligt.
gewesen sein. Das heißt, es war schon so ein bisschen ersichtlich, dass dieser Person eine gewisse Affinität zugewalt hat oder vielleicht auch eine sehr niedrige Hemspelle zu gewalt. Was das Ganze noch ein kleines bisschen brisanter macht, das ist seine Vergangenheit. Ich spreche jetzt extra von Vergangenheit, seine Vergangenheit in der rechtsextreme Szene, denn er war als, ja man kann es schon sagen, NS-Rapper, also Nazi-Rapper.
Jetzt nicht unbedingt der bekannteste Rapper, aber er war auch kein unbeschriebenes Blatt. Also in der Szene kannte man seinen Namen schon. Er rappte über beispielsweise boutique Gewaltfantasien. Also da merkt man auch schon einmal mehr. Es geht in eine bestimmte Richtung. Es soll in einem Poetry Slam Büchlein eine Aussage von ihm geben.
Darin ... soll es heißen wie oft kann ich schlagen wie oft kann ich stechen wie oft kann ich fallen und doch nicht zerbrechen? also es ist es sind wirklich es kommen viele viele bausteine zusammen die wirklich in so eine in so eine schiene gehen wo gewalt offenbar eine große rolle spielt oder zumindest die die hemschwelle gewalt anzuwenden oder sich damit auch so aktiv zu befassen ziemlich niedrig ist.
Und er soll durch Körperverletzungsdelikte oder Drogendelikte auch. Also er war aktiv in der Nazi-Zene? Ja, also ich kann so viel sagen, er hatte verschiedene rechtsextreme Tattoos. Ich spreche extra von hatte, weil ich es mittlerweile nicht ganz nachvollziehen kann. Eines dieser Tattoos war ein Porträtbild von Adolf Hitler.
Okay. Lukas, ein Bekannter des sogenannten Mash-See-Mörders soll bereits, so ein Jahr vor dem Mord an Sven Jakar vor dem Mann gewarnt haben. Warum? Ja, es war eine Person, die mit ihm zusammengelebt haben soll und auf so engem Raum. ist es, glaube ich, ziemlich schwierig, seine rechtsextreme, seine neonazistische Ideologie zu verbergen.
Es ist recht, wenn man entsprechende Tätuse und so was trägt. Und dieser Mann soll eben die verschiedenen Sicherheitsbehörden, demnach wohl Polizei und auch den Verfassungsschutz darüber informiert haben, dass er eben nicht nur rechtsextreme, sondern auch entsprechende Gewaltfantasien hegt, aus denen er, ja ... keinen Roll gemacht hat.
Ich hab's ja gesagt, mit seinen Äußerungen in diesem Poetry Slam oder mit seinen Rap-Songs, hat ja diese Aussagen ja auch öffentlich gemacht. Da ist natürlich immer die Frage, was ist Kunst, was ist Wahrheit? Bei ihm sind die Grenzen, glaub ich, mehr als nur verschwimmen. Ja, die Polizei hatte die Hinweise, aber es gab demnach wohl keinen Anhaltspunkt für eine konkrete Straftat.
Deswegen war die Polizei da auch, ich will nicht sagen ... nicht handlungsfähig. Sie hätten vielleicht Maßnahmen ergreifen können. Ich weiß nicht, was sie tatsächlich für Maßnahmen ergriffen haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Polizei so was einfach ignoriert. Aber sie konnten eben nicht Ihnen irgendwie beispielsweise festnehmen oder sowas.
Lukas, kommen wir jetzt auf die Tat zu sprechen, dem Mord an Sven Jakar. Sag mal, wir haben sich Täter und Opfer kennengelernt, in welchem Verhältnis standen die zueinander? Ja, ich hatte ja schon gesagt, dass das Opfer so aus der Drogenszene oder eine Vergangenheit in der Drogenszene gehabt haben soll.
Sie soll prostituierte gewesen sein und, ich sag mal so, mehr oder weniger im Vergnügungsviertel von Hannover sollen sich die beiden kennengelernt haben. Sie sollen gemeinsam in der Wohnung des Marschseemörders Drogen genommen haben. Weißt du, wo der gewohnt hat, war das weit weg vom Marschsee? Oh, das ist eine gute Frage.
Das weiß ich tatsächlich gar nicht. Das ist eine sehr gute Frage. Okay, erzähl mal, erst mal weiter. Ja, und ich sag mal, der Mitbewohner hat's mitbekommen, dass er eine rechtsextreme Gesinnung hat, die gelegenheitsprosituierte bzw. das Opfer hat's auch mitbekommen, weil eben entsprechende Dinge in dieser Wohnung zu finden waren, er da jetzt, wie gesagt, auch keinen Roll daraus gemacht hat.
Und es soll dann tatsächlich so sein, dass sie sich über diese rechtsextreme Gesinnung mehr oder weniger lustig gemacht haben sollen. Und das muss den Mann wohl ... auf die Palme, so sehr auf die Palme gebracht haben. Ich meine, auf die Palme bringen ist vielleicht ein bisschen ein falscher Ausdruck.
Aber soll ihn so sehr getriggert haben und so aggressiv gemacht haben, dass es eben zu diesem absolut blutigen Gewaltexzess kam und er demnach mit einer Marchete auf seinen Opfer regelrecht eingestochen hat und sie so getötet hat. Also die Richter und die Behörden und auch die Medien, die haben natürlich den Fall sehr, sehr ausgiebig behandelt.
Gerade die Medien, die Richter mussten sich ja so oder so damit befassen. Da wurde auch mehrfach von purer Mordlust gesprochen, also soweit ich weiß, sollen sogar die Richter auch so von so einer Mordlust ausgegangen sein. Ja, und es soll auch Vorwürfe gegeben haben, wonach es ja in so einer gewissen Weise auch vielleicht sexuell getrieben war.
Also es soll da entsprechende Handlungen im Nachgang gegeben haben. Ich behalte mich da extra vorsichtig. Ich kenne den Fall vor allem jetzt aus den letzten paar Jahren, wie sie sich da entwickelt hat. Damals habe ich ihn natürlich mitbekommen. Ich habe sehr viel darüber gelesen. Ich tue mich dann nur sehr, sehr schwierig, das als tatsächlich Tatsache zu verkaufen, weil es schwierig ist.
Es ist ein sensibles Thema, sagen wir so. Lukas, am achten August, zwei tausend dreizehn beginnt dann vor dem Landgericht Hannover der Prozess gegen den Maschse-Mörder, so wird er ja genannt. Was kannst du uns über den Prozess erzählen? Ja, also erstmal, man muss natürlich sagen, bei so einem Prozess war der Medienromel enorm.
Also noch heute gibt es unzählige Fotos und auch Medienberichte von zig Medien, die über diesen Fall berichtet haben, die bzw. über den Prozess berichtet haben, die Reporter dorthin geschickt haben, um den Prozess zu begleiten. Und ja, Anfangs war er angesetzt für, für ihm zehn Verhandlungstage. Das ist meiner Meinung nach sogar relativ wenig.
Da gibt es Mordprozesse, die deutlich, deutlich mehr Verhandlungstage haben. Einen über über dreißig Zeugen wurden gelagen und unter anderem auch seine Ex-Freunden. Diese Ex-Freunden muss kurz nach der Tat zu ihm gekommen sein, zum Maschsee-Mörder. In die Wohnung? Ja, in die Wohnung. Richtig, genau. Und dort soll, ne, mal stehen wir mal da, sie tatsächlich mit einem Messer bedroht haben.
Und sie dann dazu gezwungen haben, ihm dabei zu helfen, die Leiche zu beseitigen. Oh mein Gott. Sie sagte wohl während des Gerichts, ich habe ihn angeguckt, ich konnte das nicht verarbeiten. Und das glaube ich auch, weil da kommst du wahrscheinlich nichts Ahnend in diese Wohnung. Und ja. Sie ist da ein regelrechtes Blutbad.
Und ich sag mal so, ich persönlich kann es dann tatsächlich sogar auch in gewisser Weise nachvollziehen, dass sie da aus Angst dann natürlich auch ihm geholfen hat. Sie sagte dann auch, ich sag mal, Sätze, die vielleicht eher nebenläufig erscheinen über brutale Details, die aber trotzdem so ein bisschen im Kopf bleiben.
Sie sagte z.B. durch die Tüte, konnte man den Kopf sehen. Ich glaube, die Augen waren zu. Das sind so kleine Details, die aber trotzdem, die mir persönlich bleiben, die ... Ich kriege einen Saute. ... bleiben mir auch im Kopf. Weil ich mir das in dem Moment wirklich sehr bildlich vorstellen kann und mir dann ... Ich kann's mir auf der einen Seite vorstellen, auf der anderen Seite kann ich mir diese Brutalität aber auch eben nicht vorstellen.
Und kann mir nicht vorstellen, was das für ein Moment, was das für ein Anblick sein muss. Also das lässt mich auch so ein bisschen ... bisschen erstaunt. Sie erzählte, dass das, also auch so kleine Details, dass die beiden zweimal mit den Mülltüten zum Maschsee laufen mussten, um die Teile zu versenken.
Das heißt, es war dann auch offenbar eine gewisse Kraft nötig. Aber diese Vorstelle? Ja, aber sie konnte auch tatsächlich oder soll dann auch tatsächlich den entscheidenden Hinweis unter anderem auch zur Tatwaffe geliefert haben, also zu dieser besagten Machete. die dann etwa ein Jahr nach der Tat im Süden der Anophas in einem Gebüsch gefunden wurde.
Skurril oder was heißt Skurril? Es ist auch irgendwie, ja, sogar so ein bisschen typisch oder irgendwie zu erwarten gewesen. Der Maschse-Mörder selbst belastete seine Exfreunde während des Prozesses allbeziehungsweise generell. Also sie soll ihm dennach beim Sexmitglied in einem Opfer erwischt haben.
und dann noch das Eifersucht gehandelt haben. Und im Grunde waren die Rollen, weil die, wäre die Rollenverteilung andersrum gewesen. Allerdings hat die Ex-Freundin wohl ein Alibi für die entsprechende Tatzeit. Mann, das ist echt eine Geschichte. Wie hat der angeklagte Vorgericht gewirkt? Also wie hat der sich da verhalten?
Also erstmal muss man sagen, er soll während des Prozesses ... häufig mal versucht haben, seine Ex-Freunde bei der Aussage so ein bisschen ... ... unter Druck zu setzen. Also er soll da tatsächlich so ... ... auch Zwischengerufen haben. Das ging wohl soweit, dass ... ... der Richter ihm wohl deswegen sogar ... ... sogar gedroht hat, ihm aus dem Verfahren auszuschließen.
Ich weiß jetzt nicht, ob es für ihn ... ... unbedingt schlimm gewesen wäre, weil er ansonsten ... ... relativ unbeteiligt gewirkt haben soll. Er soll ... ... sogar ... Kreuzworträtze gelöst hast. Also, das finde ich auch. Ich meine, ich kenne das so, wenn da eine lange Verhandlung ist und die angeklagten, vielleicht dann irgendwie aus Langeweile oder weil es gerade vielleicht ein bisschen trocken ist oder vielleicht, weil sie auch gar nicht unbedingt mitkriegen wollen, was gesagt wird, dass sie vielleicht so ein bisschen rumkritzen.
Kreuzworträtze, boah, das finde ich schon irgendwie. Das ist schon übel. Das finde ich schon, ja. Das ist schon heftig. Er selbst soll nicht unbedingt Reue gezeigt haben. Er hat es ja letztes Jahr auch relativ klar abgestritten, langsamer so. Aber die Staatsanwaltschaft, die zuständige Staatsanwältin, war sich ziemlich sicher, dass er auch so ein bisschen schon stolz auf die Tat gewesen sein soll.
Lukas vor Gericht wird ja auch immer, die Frage diskutiert, ist der Täter schuld oder schuldunfähig? Also wenn du das alles erzählst, Was ist er nun? Schuldfähig, Schuldunfähig? Ja, jetzt kommen wir zu dem Detail desfalls, der es auch noch mal so ein kleines bisschen brisant macht. Um deine Frage kurz zu beantworten, nein, er ist im Grunde nicht vollständig schuldfähig.
Denn ihm wurde eine Persönlichkeitsstörung attestiert. Man spricht dann von einer verminderten Schuldfähigkeit. Und dadurch wird in der Regel dann die Strafe vor Gerichten ein bisschen runter. untergedrossen. Das heißt, es ist dann nicht mehr die Höchststrafe, die man zu erwarten hat, wenn man eben eine verminderte Schuldfähigkeit hat.
Das Risiko ist dann, dass man auch in eine psychiatrische Klinik müsste oder muss. Was in dem Fall auch tatsächlich der Fall war, also er musste aufgrund dieser verminderten Schuldfähigkeit beziehungsweise dieser Persönlichkeitsstörung in einer Psychiatrie, was allerdings schwierig oder brisant an dieser Geschichte dann auch ist, die Gutachter vor Gericht waren sich ziemlich sicher, dass er ein hohes Rückfallrisiko hat.
Das heißt, die waren so, dass sie davon ausgegangen sind, wenn er wieder frei ist, könnte es sein, dass er wieder zu Gewalt taten hängt, bis hin zu Mord. Wie hat das Gericht denn geurteilt? Ja, er wurde letztendlich wegen Mordes verurteilt zu zwölf Jahren. Ich hatte ja schon gesagt, wegen der Persönlichkeitsstörung kam jetzt lebenslang nicht in Frage, also das Strafmars wurde dann runtergefahren.
Ja, es war am Ende ... aufgrund des fehlenden geständenes oder weil er keinen Angang gemacht hat, auch ein reiner Indizienprozess. Und er musste letztendlich auch in eine Psychiatrie. Also er ist in eine Psychiatrie gekommen. Ein psychiatrisches Krankenhaus, natürlich. Also in eine geschlossene Psychiatrie, aber eine anschließende Sicherheitsverwahrung.
Gab's dann nicht? Nein, nein, nein. Da hängt dann auch seine verminderte Schuldfähigkeit hinterher. Er ist in den Maßregelvollzug gekommen. So heißt es auch, also das psychatische Gang, also das Maßregelvollzug. Er wurde trotzdem, also, obwohl er nicht in Sicherheitsverwarnung kommen sollte, als extrem gefährlich beschrieben.
Es ist dann so, wenn du in eine psychatische Einrichtung kommst, dann kommst du da erst mal, ich sag mal, zwölf Jahre hin, kann aber auch länger werden, wenn du eben dich als Gehalt ... Wenn du gehalten bist, dann kannst du raus nach zwölf Jahren, aber sonst nicht. So weit ich weiß, ja. Lukas, ich zitiere jetzt nochmal den Gutachter.
Der hat ja gesagt, der Mann hat ein hohes Rückfallrisiko. Er ist besessen von Gewalt- und Tötungsfantasien, stand da, glaube ich, drin in dem Gutachten. Und der Richter sprach von purer Mordlust. Und jetzt ist er wieder frei, trotz des Rückfallrisikums? Ist er geheilt? Ja, das ist jetzt so ein bisschen das Schwierige, wo es dann auch, ich will mal sagen, wo es dann auch tatsächlich zu einem Politikum wurde.
Er ist bis zum Jahr zwanzig-einundzwanzig im Maßregel vorzug, sogar so in dieser psychischen Einrichtung geblieben. Bis zum Jahr zwanzig-einundzwanzig, also vor vier Jahren, das heißt acht Jahre ungefähr. Ja, acht Jahre, ja, ich habe richtig gerechnet, habe so ein Heimat. Dann hat er die Psychiatrie verlassen und ist dann in den normalen Vollzug gekommen.
Über die genauen Gründe weshalb, warum er trotz dieser Gutachten, trotz der ganzen Beschreibungen, dann von der Psychiatrie bzw. vom Maßregelvollzug in den normalen Vollzug verdeckt wurde. Da gibt es so ein bisschen, ich sage mal, widersprüchliche Aussagen, widersprüchliche Berichte. Es ging dann auch soweit, dass es dann auch im niedersächsischen Landtag zum Politikum wurde.
So einen richtigen Grund muss ich jetzt, ehrlich gesagt, auch gestellen, kann ich nicht final benennen. Auf jeden Fall ist er in die JVA-Sehende bei Hannover gekommen, oder in einundzwanzig, und wurde im Mai, zwanzig, fünfzwanzig, dann, also diesen Jahres, entlassen. Ich weiß noch sehr genau, dass ich davon Wind bekommen habe, dass er entlassen werden sollte.
Und ich habe dann von Kontakten sehr, sehr schnell herausgefunden, dass die Sicherheitsbehörden da ziemlich alarmiert sind. In solchen Fällen ist es klar, da greifen dann bestimmte... bestimmte Regelungen, also da steht dann Unterführungsaufsicht, hat dann Dinge, die er machen muss, die er nachweisen muss.
Beispielsweise muss er sich melden, er müsste sich vielleicht eine Therapie begeben, da gibt es zig verschiedene Maßnahmen, die ergriffen werden können. Welche jetzt genau für ihn in Frage kämen, weiß ich nicht, da dürfen sich die Behörden auch nicht zu äußern, aber es steht aus der Frage, dass er natürlich Unterführungsaufsicht steht.
Aber Lukas, es kann ja durchaus sein, dass er... geläutert ist, geheilt ist, das kann ja durchaus sein. Oder woher kommen diese vielen Fragezeichen? Ja, da gibt es, und das ist wieder das, es gibt unfassbar viele widersprüchliche Meinungen und Berichte. Natürlich kann es sein, dass er, dass er geheilt ist, natürlich kann es sein, dass er vielleicht auch nicht geheilt ist.
Es gibt Medienberichte, die in denen heißt es mehr oder weniger, dass er völlig sich, sich, sich Reue zeigt, dass er sich von seiner rechtsextremen Sinnung distanziert mittlerweile auch alle seine entsprechenden Tattoos nicht mehr tragen soll und sich als als geläutert beziehungsweise als reflektiert gibt.
Dann gibt es allerdings auch andere Medienberichte und zum anderem auch welche der der Hannover schon allgemein Zeitung kurz hats. Die sollen nämlich während der Haftzeit Briefe von ihm bekommen oder einen Brief. Und ich sag mal so das was die Kollegen aus Hannover da so geschrieben haben. Darin soll er alles andere als geläutert erscheinen.
Deswegen ... Kannst du das konkretisieren? Nee. Nee, also die Kollegen haben es selbst nicht so konkret aufgeschrieben. Sie haben nur von entsprechenden Briefen berichtet und haben diese Inhalte dann zusammengefasst. Ich kann mir auch vorstellen, warum. Also ich glaube, dass diese entsprechenden Briefe vielleicht nicht unbedingt so verfasst waren, dass jetzt auch die breite Öffentlichkeit da von Wind bekommen sollte.
um's mal blätt zu umschreiben. Weißt du, was da heute macht? Ja und nein, sagen wir so. Wenn man aus der Haft entlassen wird, dann ist es in der Regel so, vor allem aus dem geschlossenen Vorzug, dass man angibt, ob man beispielsweise eine Anlauchstelle hat, wo man vielleicht hinzieht, dass die Behörden auch wissen, okay, der ist in einem festen Umfeld, was der Resozialisierung vielleicht nicht unbedingt im Wege steht.
In seinem, in seinem Bogen soll der Marschseemörder angegeben haben, dass er wieder zurück nach Ostwiss fallen, Lippe zieht. Hier, ich hab's ja schon erwähnt, waren meine Informationen durch Kontakte so, dass sie für politisch motivierte Kriminalitätszuständige Staatsschutzabteilung oder Polizeibielefelder ziemlich alarmiert war.
Und da schon, ich sag mal, ein Maßen an Paket sich. sich überlegt haben soll. Es stellt sich jetzt so ein bisschen da, ist zumindest mein Eindruck, dass er die Adresse in Oswestfalen Lippe eher angegeben hat, um jetzt was anzugeben. Er ist eher so im Weiterhänden oder wieder in Niedersachsen, sesshaft, wohnhaft, wie auch immer man es nennen will.
Es ist allerdings so und jetzt kommen wir auch wirklich zu diesem Punkt, weswegen dieser Fall vielleicht so aktuell ist wie lange nicht mehr. Denn der Maschse-Mörder hat kurz nach seiner Haftentlassung und vielleicht auch, weil viele Medien, wie beispielsweise auch wir, da über den Fall berichtet haben und über seine anstehende Entlassung berichtet haben, ist zu so einer kleinen viralen Nummer geworden im Frühsommer diesen Jahres.
Er hat sich dann auch selbst verschiedene Kanäle in sozialen Medien erstellt. Häufig, ich nenn's mal einen Anführer, also diese Lifestreams hat er gemacht. Hat viele Videos verbreitet, er rappt auch wieder. Und was ich ziemlich hart finde, er hat online T-Shirts verlost an seine Fangemeinde, die er sich mittlerweile auch aufgebaut hat.
Und das waren T-Shirts, die wirklich morbide sind. Also da steht auf einem, ich nehm mal ein Beispiel. Ich überlebte ein Date mit dem Maschsee-Mörder. Und auf dem Rücken dann in so einer blutigen Schrift Problem gelöst. Ey, sag mal! Ja, also der... Das ist schon heftig. Das ist wirklich schon heftig.
Ich will ihm nicht unterstellen, dass er mit seiner Tat prallt. Das will ich ihm wirklich nicht unterstellen. Kann ich vielleicht auch nicht. Aber er spielt damit, dass er für die ganze Welt oder für ganz Deutschland ist er der Maschsee-Mörder. Er kritisiert damit. Genau. Da ist er zumindest d'accord mit, sagen wir's so, dass er diesen Ruf, diesen Namen, Hatz weiterhin trägt.
Ja, ich hab's ja schon gesagt, er rappt auch wieder. Er rappt jetzt nicht mehr so irgendwie rechtsextrem oder neonazistisch. Sondern er geht da so ein bisschen auf, ich sag mal, Äußerungen auch zum Teil von Personen ein, die sich zu seiner Tat äußern, die sich zu ihm selbst äußern. Und er stellt sich da auch so ein bisschen ... Ja, wie wir gesagt haben, wir kokettieren sehr mit dieser Rolle als Maschinenmörder.
In einem Musikvideo ist er zum Beispiel mit so einer Hannibal Lecter Maske, die aus die Schweigen der Limmer zu sehen. Also, da spielt er ja auch schon mit so einer gewissen Bild, was dann die Menschen verordnet sind mit den Videos oder mit seinen Videos, die er zum Teil gemacht hat, auch ziemlich viral gegangen.
Also, wirklich sehr, sehr hohe Klicks. Das ging aber so weit, dass er, ähm, oder dass viele, viele seiner Profile am Ende gelöscht wurden. Weil sie zu brutal? Ja, sie wurden halt sehr häufig gemeldet. Es ist jetzt nicht so, als wäre dann jeder, der dieses Video guckt und sagt, ha, ha, guck mal, der Marschsteamer.
Sondern wenn man sich Kommentare durchsieht, das war schon heftig. Die Leute, die haben unter die Videos geschrieben auch, dass sie ihn für ... für in Anführungszeichen krank halten, dass sie davon ausgehen, dass er wieder mortet. Also, solche Kommentare hat man da andauernd gelesen. Und irgendwann werden dann auch die Sozialmedien eingegriffen haben und haben dann die Profile gelöscht.
Er taucht hier und da noch mal auf in so einer gewissen Bubble in sozialen Medien. Oder eben alte Videos werden noch mal von anderen Leuten erneut geteilt. Aber wie gesagt, seine Profile oder die meisten Profile ... sind weg. Es gibt noch Vereintel welche, die ich auch immer mal wieder auf dem Schirm hab.
Mal ist er da aktiver, mal ist er da inaktiver. Und er hat auch während seiner Zeit in Haft, beziehungsweise in maßrege Verzüge, ich weiß es nicht genau, hat er auch so ein Buch geschrieben, was er online veröffentlicht hat. Ich habe es mal versucht, so ein bisschen quer zu lesen. Ich bin relativ früh ausgestiegen, weil es wirklich, also man hat da schon, man hat da schon so ein bisschen gemerkt, dass diese, da seine Gedanken wirklich gerne mal Achterbehandwand.
Ja und tatsächlich ist er auch als, ja, ich sag mal, Hobby-Tätowierer aktiv. Er verbreitet zumindest entsprechende Videos, er tätowiert sie selbst, er tätowiert aber auch entsprechende Kunden, mit denen er dann in sozialem Medien so ein, jetzt mal sagen, Live-Podcast ähnlich wie wir vielleicht nur ein bisschen schlechter von der Audioqualität hält.
Aber in einem Video, und das ist wirklich so eine Anekdote, die ich glaube ich auch nie vergessen werde, ich erwähnte ja, dass er ein... ein Porträtbild von Adolf Hitler tätowiert hatte. Das hat in einem Video sich selbst regelrecht überstochen und hat aus Adolf Hitler Charlie Chaplin gemacht. Also, es ist wirklich schon ... mehr als skurril.
Es ist wirklich mehr als skurril. Puh, also, das, was du da erzählt find ich ... leicht gruselig. Die Polizei hat ihn aber auf dem Schirm. Davon geh ich. Ja, also, natürlich, da steht ja Unterführungsaufsicht. Aufgrund seiner Vergangenheit, aufgrund der Tat, aufgrund auch der Medienberichte und allem, was dazu gehört und auch gewisse Aussagen genutzer Medien werden die mit absoluter Sicherheit ihn weiterhin auf den Schlimmern und dementsprechend auch sehr, wie die Polizei so schön sagt, engmaschig betreuen.
Eine vielvierzigjährige Gelegenheitsprostituierte macht sich über die rechte Gesinnung ihres Freias lustig und bezahlt das mit ihrem Leben. Der Mann tötet und zerstückelt die Frau. Die Leichenteile versenkt er im Maschsee in Hannover. Big Mordes wird der damals vierundzwanzigjährige zu zwölf Jahren Haft verurteilt, die er größtenteils in einer geschlossenen Psychiatrie verbringt.
Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß. Und genießt scheinbar seine Bekanntheit als Maschseemörder. Er ist in den sozialen Medien aktiv und verlust z.B. T-Shirts mit makaberen Sprüchen über seine Tat. Und das war's für heute mit dem True Crime Podcast der neuen westfälischen. Redaktion hatte Dana Johanna Stoll und im Studio war der Kollege Lukas Brekenkamp.
Schön, dass du da warst, Lukas. Ja, vielen, vielen Dank. Weitere packende Kriminalfälle aus unserer Region auch jederzeit auf nw.de und in der nw-plus-app in der Serie Oval Crime. Wir freuen uns über Fragen, Anregungen und Kritik zu diesem Podcast und natürlich über Wünsche, welche Ostwestfälle wir demnächst für euch besprechen sollen.
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