OstwestFälle - der True-Crime-Podcast der Neuen Westfälischen

Mit eigenem Auto überfahren: Paderbornerin stirbt auf brutale Weise

Donnerstag, 27. November 2025 · 34 min

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Shownotes

Am 10. Oktober 1993 ist die Frau im Auto auf dem Weg von Warstein nach Paderborn. Anwohner finden sie mit schwersten Verletzungen am Straßenrand, sie stirbt kurz darauf. Der Fall wird zum Cold Case.
Im Oktober 1993 wird eine Frau schwerverletzt am Straßenrand in der Lichtenauer Ortschaft Grundsteinheim gefunden. Sie verstirbt im Krankenhaus. Die 41-jährige Martina B. (Name geändert) wurde mehrmals mit ihrem eigenen Auto überfahren, von dem Wagen fehlt jede Spur. 1993 laufen die Ermittlungen ins Leere. Der Fall wird zum Cold Case, bis er 2004 erneut aufgerollt wird.

Ostwestfälle S4 | E17 Mit eigenem Auto überfahren: Paderbornerin stirbt auf brutale Weise

Gast: Oberstaatsanwalt a.D. Ralf Vetter
Redaktion: Dana Johanna Stoll
Gestaltung: OWL Digital 

Mehr zur Serie “OWL-Crime” findet ihr auf unserer Themenseite.

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Ich kann mich an sehr wenige Angeklagte tatsächlich gut erinnern. Also es ist wirklich so, bei diesen ganzen Kapitaldelikten stehen für mich, für die Staatsanwaltschaft eigentlich eher die Opfer im Vordergrund. Tatsächlich war dieser Fall einer, wo ich schon bei dem Täter eine gewisse Kälte gespürt hat.

schon irgendwie den Eindruck gehabt, da hat man jemanden vor sich. Na, dem möchte man, dem man nicht im Dunkeln begegnet. Ostwestfälle, der True Crime Podcast der Neuen Westfälischen. Wir sprechen mit Opfern, Zeugen, Richterinnen und Richtern und mit den Berichterstatterinnen und Berichterstattern der NW.

Spannend, nah und made in OWL. Am Abend des zehnten Oktober des Neuzer-Drei-Ninzig wird die einundvierzigjährige Martina B. auf einer kleinen Nebenstraße im Kreis Paderborn schwer verletzt gefunden. Im Krankenhaus erliegt sie ihren Verletzungen, ohne nochmal das Bewusstsein zu erlangen. Was ist an diesem Abend passiert?

War es ein Unfall mit Fahrerflucht oder war es gar Mord? Und wo ist das Auto von Martina B, mit dem sie unterwegs war, abgeblieben? Dieser ungewöhnliche Fall ist diesmal Thema bei den Ostfestfällen. Mein Name ist Birgit Gottwald und zu Gast im Studio ist der ehemalige Oberstaatsanwalt Ralf Vetter. Hallo Ralf, schön, dass du da bist.

Hallo Birgit, danke. Ralf, während deiner aktiven Zeit als Oberstaatsanwalt hättest du vermutlich nicht zu mir in Studio kommen können oder dürfen? Habe ich in solchen Fällen eigentlich immer abgelehnt. Ich habe, war zwar jahrelang, Presse-Sprecher, dann habe ich zu aktuellen Fällen was gesagt, aber zu... Vergangenen Fällen habe ich mich in aller Regel nicht geäußert, insbesondere nicht, wenn die, ich war ja in den letzten Jahren in Detmold, bei anderen Staatsanwaltschaften gelaufen sind.

Aber ihr habt jetzt keine Schweigepflicht oder irgendwas in der Art, dass ihr über solche Fälle nicht sprechen dürfe, in eure aktiven Zeit? Nein, wir reden jetzt ja über Sachen, die in öffentlicher Hauptfahndung erörtert worden sind. Also das ist nichts, was hier der Schweigepflicht unterkommt. Ja, okay.

Ralf, wir sprechen heute über einen Fall, in dem du selbst Ankläger warst. Der Prozess war aber nicht in den neunzehnundneunziger Jahren, der war viel später, denn der Fall war zur nächsten sogenannte Cold Case. Also, gehen wir zurück ins Jahr nineteenhundertdreiundneunzig. Ralph, kannst du dich selber noch an diesem Fall erinnern?

Ich kann mich an den Fall natürlich sehr gut erinnern. Tatsächlich war ich in der Sache mit der Sache gar nicht befasst. Das war ein Kollege, der da am Tatort war und die Ermittlungen geführt hat. Ich habe das natürlich auch nebenbei mitbekommen. Aber selber befasst war ich in den Neunzigerjahren nicht damit, sondern erst viel später, Anfang der Zweitausender, als sich die Grippo in Paderborn wieder mit dem Fall beschäftigt hat.

Was kannst du uns über das Opfer Martina B erzählen? Martina B war Sozialpädagogin, hat in Warstein beim Jugendamt gearbeitet, war glaube ich sogar Leiterin und an dem Tag war sie von einer Reise zurückgekommen. Mitarbeiter der Stadt Warstein waren in der Partnerstadt von Warstein im In den neuen Bundesländern haben da irgendeiner Veranstaltung teilgenommen, waren spät abends zurückgekommen und Martina B war zunächst mit nach Warstein gefahren, mit ihrem Auto und hatte sich von da aus dann auf dem Heimweg begeben.

Sie war also das Wochenende unterwegs mit Kollegen und Kollegen? Ja, sie war das ganze Wochenende unterwegs und war dann an dem Abend auf dem Heimweg. Wann und wo ist Martina B. gefunden worden? Das war ja irgendein so eine Nebenstraße im Kreis Paderborn. Ja, das ist, es gibt da mittlerweile, also das muss in den Sechziger-Siebzigerjahren gewesen sein, dass man da die Bundesstraße ausgebaut hat.

und Da wo sie gefunden worden ist, das ist die alte Straße, die früher nach Grundsteinheim runterführte durchs Tal und dann wieder hoch. Mittlerweile gibt es da eine Brücke rüber und sie ist dann halt auf dieser Nebenstraße gefunden worden, die im Prinzip nur von den Anwohnern da in dem Ort benutzt wird.

Und sie war schwer verletzt, nicht bei Bewusstsein und ist ins Krankenhaus gekommen. Dort ist sie dann ihren schweren Verletzungen erlegen, aber ihre Identität war nicht klar. Genau, also Anwohner hatten zunächst Licht im Wald gesehen, wie da jemand komische Bewegungen, Fahrbewegungen mit einem Auto gemacht hat und haben dann dort oben, das ist auch so eine Einbiegung, so eine... Kreuzung gewesen, Martina B. gefunden.

Sind die da extra extra hingefahren, weil sie das gesehen hatten oder war das Zufall? Das weiß ich nicht, ob die da jetzt extra deswegen da hochgefahren sind oder sowieso da hoch wollten. Das ist im Prinzip auch, es gibt aus dem Ort zwei Straßen raus, der eine Richtung Paderborn, der andere Richtung Lichtenau und wenn man Richtung Paderborn will fährt man halt da hoch.

Martina B. wurde gefunden ohne Ausweispapiere. Sie hatte aber außergewöhnlichen Schmuck. Und darüber konnte sie letztendlich auch identifiziert werden. Das hat aber ein bisschen gedauert. Ja, tatsächlich hat das drei oder vier Tage gedauert, bis man sie identifiziert hat. Das war wahrscheinlich auch deshalb, weil man sie in der Gegend auch gar nicht vermutet hat.

Wie gesagt, sie ist ja von Warstein gekommen nach Paderborn und das liegt ja von Warstein ausgelegen. Ein Stück hinter Paderborn, also dass Martina Besig da aufgehalten hat, war völlig überraschend. Wie ist sie denn aufgefunden worden? Also sie ist ja überfahren worden. Weißt du, was im Obduktionsbericht stand?

Weil wenn ich das jetzt richtig verstanden hatte, es wurde ja eine Mordkommission gegründet. Also ist die Polizei von Anfang an davon ausgegangen, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt. oder wird das normalerweise sofort zugemacht? Also aufgrund der Verletzungen war eigentlich eindeutig, dass das kein Unfall gewesen sein konnte.

Martina B ist offensichtlich mehrfach überfahren worden. Mindestens zwei Mal hatte auch andere Verletzungen, die offensichtlich nicht vom Überfahren stammten. Es waren meines Erachtens auch Würgemale da, sodass man also sicher von einem Tötungssellekt ausging. Das Ganze ist im Prinzip so abgelaufen, man hat ja diese unbekannte Leiche gehabt im Krankenhaus, hat Spuren von Gewalt dran gefunden, dann ist es üblich natürlich, dass man dann, wenn so ein Gewaltdelikt vorliegt, eine Obduktion macht und nach der Obduktion war natürlich klar, es handelt sich hier um ein Tötungsdelikt und dann ist natürlich die Mordkommission eingesetzt worden.

Wie sah die aus? Das waren, soweit ich das weiß, aus Presseberichten von damals, soll das zunächst einmal zwölf Mann gewesen sein, aber ich gehe davon aus, dass da deutlich mehr Leute dran gearbeitet haben. Diese zwölf Leute, die da in der Presseberichterstattung von damals stehen, das wird der feste Stamm gewesen sein.

Üblicherweise arbeiten da sehr viel mehr Leute an dem Fall und werden mit einzelnen Ermittlungsaufträgen beauftragen. Es ist ja auch eine Belohnung ausgelobt worden. Irgendwann hat ich gelesen, ein Dreizehntausend Mark. Und daraufhin hat sich sogar eine Zeugin, ein Zeuge gemeldet. Das war der, der das gesehen hatte im Wald, dass da Autolichter immer hin und her fuhren.

Ich weiß nicht, ob der sich gemeldet hat wegen der Belohnung. Es haben sich sehr viele Leute gemeldet. Auch unabhängig davon, dass eine Belohnung ausgelobt war. Tatsächlich waren es zwei Belohnungen. Üblicherweise bei Kapitaldelikten, wo ein Täter zunächst nicht ermittelt ist. Das ist die Staatsanwaltschaft, wenn sich davon verspricht eine Belohnung aus.

Das waren damals der Höchstbetrag, die eine Staatsanwaltschaft von sich aussetzen darf. Drei Tausend Mark, die sind ausgesetzt worden. Und die restlichen zehn Tausend Mark sind meines Wissens damals von der Stadt Warstein ausgelobt worden. Ach so, okay. War denn zu diesem Zeitpunkt klar, welches Motiv der Täter gehabt hat?

Zu dem Zeitpunkt war das Motiv völlig unklar. Man hat halt gesehen, dass Gegenstände fehlten, eine Tasche fehlte mit den Papieren. Also lag durchaus ein Raubdelikt möglicherweise im Raum. Aber theoretisch hätte es auch eine Beziehungstat oder ähnliches sein können. Also damals deutete nichts auf ein ganz bestimmtes Motiv hin.

Wichtig in diesem Zusammenhang oder bei den Ermittlungen war das Auto von Martina B, weil das war erst mal verschwunden. Ja, das Auto, das war ein blauer Golf II, der war lange Zeit verschwunden, wurde also gesucht, sogar mit Hubschrauber, war eine ganze Zeit... verschwunden und wurde dann letztendlich zehn oder elf Tage später in Detmold, in der Stadt, zwei Minuten von der Staatsanwaltschaft Detmold entfernt, am Schubertplatz gefunden.

Und da drin waren all ihre Sachen noch? Da waren sehr viele Sachen drin, tatsächlich nicht alles, es fehlten dann noch Gegenstände, aber unter anderem war dort ein Frauenparker drin, der letztlich dann dazu geführt hat, dass der Fall aufgeklärt werden konnte. Kommen wir gleich nochmal zu. Also aber es ist im Grunde genommen nicht wirklich was gestohlen worden.

Also man kann Raubmord da eher so ausschließen. Nein, das fehlt ja von Anfang an eine Tasche mit Papieren und so Sachen. Also es fehlten Gegenstände, die dann auch nicht im Fahrzeug gefunden wurden. Aber In dem BKW waren natürlich auch noch Sachen, die der Täter offensichtlich liegen gelassen hatte, weil sie nicht von Interesse waren.

Gut, das Auto ist also gefunden. Daraufhin meldet sich sogar eine Zeugin, die aussagend zum Täter machen kann. Warum ist da ihr aufgefallen? Ob das tatsächlich der Täter war, weiß ich nicht. Es ist so gewesen, dass halt zunächst mal der PKW gefunden worden war. Dann hat man natürlich versucht festzustellen, wie lange der PKW dort stand.

Das haben sich mehrere Zeugen gemeldet, sodass man also dann eingrenzen konnte, dass der PKW da relativ kurz nach der Tat ein oder zwei Tage später spätestens dort abgestellt worden sein muss. Er kann auch früher da gestanden haben, vielleicht auch unmittelbar nach der Tat, da ist er halt nur niemandem aufgefallen.

Es gibt also bis zum Auffindetag dann nur einen Tag, wo man damals keinen Beleg dafür hatte, dass der Picker weder stand, aber es ist durchaus möglich, dass der Täter den Golf da direkt am Tatabend schon abgestellt hat und dann verschwunden ist. Also genau weiß man es nicht, aber immerhin hat man jetzt den Wagen auch gefunden.

Ja, und es gab dann tatsächlich eine Zeugin, die behauptet hat, dass es dort zu einer Begegnung gekommen sei, fahrenderweise mit diesem Pkw und die hat auch eine Beschreibung des Fahrers gegeben. Ob das tatsächlich stimmt, weiß man nicht, blauer VW Golf II ist nun kein seltenes Fahrzeug, also es kann sich auch tatsächlich um... an anderen Pkw gehandelt haben.

Letztlich war das für die Aufklärung des Falles dann nicht relevant. Die Ermittler haben sich das Auto natürlich vorgeknüpft und Spuren gefunden. Welche waren das? Es ist ein Vielzahl von Spuren gefunden worden. Üblicherweise werden in solchen Fällen dann ja alles was ... für die Tat relevant sein kann, wo man Spuren dran finden kann, werden Spurenfolien genommen.

Es waren in den Aserwarten sehr viele Folien von der Pekawitür von Griffen, wo also überall ja nach Fingerspuren oder später DNA Spuren gesucht worden ist. Das Problem ist natürlich, dass ich, wenn ich eine Spur habe, diese Spur entweder auf DNA oder auf Fingerabdrücke untersuchen kann. Spurensuche noch nicht so weit.

In den Kinderschuhen. Es steckte in den Kinderschuhen. Es war nicht das übliche. Also heute würde man so was gleich am Anfang sofort machen. Das ist so Standard. Das war auch so Anfang der Zweitausender dann schon Standard. Aber in der Jahr three-neunzig war DNA tatsächlich so in den Kinderschuhen. Und man hat sich eher auf Blutgruppen, Fingerabdrücke oder so konzentriert.

Und ich weiß, dass wir im Keller bei uns einen riesengroßen Karton hatten mit eine ganze Menge von Bekleidungsgegenständen, einem Schirm, der Martina B. zugeordnet werden konnte und eben auch eine Unmenge von Folien, die Spuren vom PKW haben. Machen wir jetzt den Sprung ins Jahr zwei-tausend-vier, weil in drei-neunzig konnte der Täter nicht ermittelt werden.

Der Fall wurde zu einem Cold Case. Die Ermittlungen wurden eingestellt. So, jetzt kommt das Jahr zwei-tausend-vier. Da wird der Fall nochmal aufgerollt. Warum? Weshalb? Wie? Und wie bist du da involviert gewesen? Ja, ich kann mich noch relativ gut erinnern, dass da damals zwei Kollegen von der Polizei aus Paderborn vorbeikam und sag, naja, sie hätten jetzt so ein bisschen Luft und hätten sich überlegt, so alte Fälle mal zu untersuchen und zu gucken, was wir vielleicht noch so an... als Erwarten im Keller haben und ob da Spuren dran sind.

Und dann haben die sich mehrere Fälle vorgenommen, unter anderem diesen Fall mit der Jugendamtmitarbeiterin aus Warstein. Das war sicherlich so ein Fall, der auch so in den Köpfen der Polizei ... So eine gewichtige Rolle spielte, also gerade so Fälle, die so völlig ungeklärt sind. Da sind auch Emotionen drin und da hat sich dann, wie ich sage, die sind dann dahin gegangen, haben dann untersucht.

Ihr seid dann in den Keller gegangen, habt ihr diese ganzen Kisten hochgeholt? Genau, wir haben die Kisten hochgeholt, also Kartons sind da, große Kartons haben wir hochgeholt. hat man auf diesen Frauenparker gefunden, so ein Berscher Frauenparker war da drin und dort konnte man drei Blutspuren sehen.

Also die waren sichtbar und wahrscheinlich ist man in der Zeit reinundzig davon ausgegangen, dass das Blut vom Opfer war. Das ist also offensichtlich nicht näher untersucht worden und das Ganze ist dann bei der Gerichtsmedizin im Münster untersucht worden. Und dort hat man dann, kann auch theoretisch das LKA gewesen sein, das kann ich jetzt gar nicht mal sagen.

Und da hat man dann tatsächlich DNA von einer Person gefunden, die bereits in der DNA-Analyse-Datei beim BKA-Ein Wiesbaden registriert war. Ach. Ja, das war, das war, also genau dieses Acht, das war so, das war so, wo die Polizei auch gesagt hat. Ja, und das stellte sich heraus, dass der tatsächlich schon seit nineteen-neunzig Ununterbrochen in Strafhaftas.

Ach, okay. Diesen Mann, nennen wir einfach jetzt mal Manfred D., weshalb war er da jetzt in dieser DNA-Datenbank, der saß in Haft? Der hatte ... Anfang der neunziger Jahre, also insbesondere auch nach dieser Tat neunzerdrein neunzig, schwerwiegende Straftaten begangen, Diebstähle, Vergewaltigungen, Nötigungen, Raubdelikte.

Und war, dass fünfe und neunzig zu einer mehrjährigen Strafe verurteilt worden. Und unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen und zwei versuchten Sexualdelikten war dann auch die Sicherungsverwahrung angeordnet worden. Das heißt, wenn der Täter die straffhaft abgesessen hat vollständig, kommt er nicht raus, sondern wird dann in Sicherungsverwahrung genommen.

Üblicherweise. Hier in Nordrhein-Westfalen kommt man dann in die Justizvollzugsanstalt Werl. Dort war er dann eine Zeit lang und ist dann aber irgendwann überführt worden nach Lipstadt in die Psychiatrie, weil man überlegt hatte, der sitzt schon so lange. Möglicherweise kann man den behandeln und versuchen da ihn zu einem wertvollen.

Mitglied der Gesellschaft zu machen. Und das muss sogar kurz vorher da gewesen sein. Also letztendlich ist dann die Polizei da hingefahren und hat ihn da dann aufgesucht. Hammer. Also es lohnt sich immer, in den Keller zu gehen und zu gucken, was da noch so ist. Ja, genau, ja. Hammer. Ja, Ralf, kommen wir jetzt auf den Prozess zu sprechen.

Der startet im Jahr zweitausendfünf vor dem Paderborner Landgericht. Du warst der Ankläger damals. An sechs Verhandlungstagen werden über zwanzig Zeugen und fünf Gutachter gehört. Was hat der Angeklagte der Wahl gemacht? Hat er sich irgendwie geäußert? Der Angeklagte hatte ursprünglich mal ganz am Anfang die Tat abgestritten und ein Alibi präsentiert, was man letztendlich aber widerlegen oder bzw.

nicht verifizieren konnte und hat dann aber während des Prozesses, nachdem er einen Verteidiger hatte, auch nichts mehr dazu gesagt. Wie hast du den Angeklagten vor Gericht erlebt? Kriegst du das überhaupt mit? Also ich kann mich an sehr wenige Angeklagte tatsächlich gut erinnern. Also es ist wirklich so, bei diesen ganzen Kapitaldelikten stehen für mich für die Staatsanwaltschaft eigentlich eher so die Opfer im Vordergrund.

Und wenn ich so ein altes Kapital der Dikt benenne, dann geht es eigentlich meistens nach dem Namen des Opfers. Das ist der Mordfall sowieso, der Mordfall sowieso. Tatsächlich war dieser Fall einer der, wo ich schon bei dem Täter, naja, man so ein gewisses, eine gewisse Kälte gespürt hat. Also da hat man schon irgendwie den Eindruck gehabt.

Da hat man jemanden vor sich. Na, dem möchte man lieber nicht im Dunkeln begegnen. Was hast du als Staatsanwalt Manfred D. genau vorgeworfen? Wie lautete die Anklage? Ich weiß tatsächlich gar nicht mehr, ob ich ihn tatsächlich nur wegen Totschlags... sondern möglicherweise auch wegen Mordes angeklagt habe, verurteilt worden ist ja jedenfalls wegen Totschlags.

Letztendlich war das Problem bei der Sache, dass das Motiv nicht geklärt werden konnte. Bis zum Schluss nicht? Bis zum Schluss nicht. Es sind viele Sachen, die in dem Fall gar nicht geklärt werden konnten. Wir wissen nicht, wie... in das Auto des Opfers gekommen ist, wo er in das Auto des Opfers gekommen ist.

Wir haben gemutmaßt das. Er entweder als Anhalter gefahren sein könnte, wogegen eigentlich spricht, dass er aus Paderborn kam und ich sag mal so die vorherrschende Theorie war, dass er wahrscheinlich irgendwo in Paderborn an einer Ampel oder so sich zutritt zum Wagen verschafft hat und dann Martina B. gezwungen hat, da rauszufahren.

Es war ein reiner Indizienprozess. Es war ein reiner Indizienprozess. Wir haben im Prinzip nur zwei wirklich durchschlagende Beweismittel gehabt. Das waren diese Blutspuren von ihm an dem Parker des Opfers, was aber sicherlich ein sehr, sehr starkes Indiz war. Das war letztendlich das, wo auch der der Vorsitzende Richter dann letztendlich gesagt hat.

Es gibt keine andere Erklärung für diese Blutspuren an diesem Parker, als dass er der Täter ist. Das war eigentlich relativ klar. Hinzu kam einmal ein Messer, das am Tatort gefunden worden war, ein Butterfly Messer, von dem die damalige Ehefrau des Angeklagten angegeben hat, dass der... Angeklagte genau so ein Messer hatte.

Es handelte sich so um ein Butterfly Messer, schon keine Spezialanfertigung, schon Sachen, die es häufiger gab, aber auch schon etwas ein bisschen was Besonderes, sodass man das erkennen konnte. Und was natürlich aber auch ein Indiz waren, waren halt die Vorstrafen von Manfred. Er hatte ist fünfe und neunzig verurteilt worden wegen dieser sexualdelikte, wobei er da auch noch vor der Urteilsverkündung aus dem Fenster gesprungen ist und sich die Beine gebrochen hat.

Das war auch so was ganz Besonderes. Damals schon neunzig war es. Das war, was er nicht bedacht hatte, war, dass er im ersten Stock war und da, wo er rausgesprungen ist, auch noch die Einfahrt zum Keller war. Er hatte sich da schon schwer verletzt. Und er ist dafür verurteilt worden für ganz, ganz übliche Sexualdelikte, muss man einfach sagen, wo er immer wieder die Opfer... entweder von vornherein sexuell angegangen ist und dann aber den Opfer noch etwas geklaut hat, entwendet hat oder umgekehrt zunächst einen Raubversuch hat und wenn der fehlgeschlagen ist, weil das Opfer nichts hatte, was was ihn interessierte, dann zu einem Sexualdelikt übergegangen ist.

Aber das war im Fall Martina B. War das aber nicht so? Wir haben tatsächlich keine Spuren gefunden, die tatsächlich auf ein vollendete Sexualdelikt hindeuten, was aber nicht ausschließt, dass er es versucht hat. Aber wie gesagt, wir wissen es einfach nicht. Motiv kann sowohl sein, dass er versucht hat, dort auf dieser wenig befahrenden Strecke eine Sexualstraftat zu begehen.

Es kann auch sein, dass er nur versucht hat, dort an Geld zu kommen. Aber wie gesagt, das Motiv ist völlig unklar. Deswegen auch nur Totschlag, kein Raubmord, kein Verdeckungsmord, sondern... Weil das frage ich mich, warum nicht Mord? Weil so wie ich das verstanden habe, ist der mehrmals über die Frau drüber gefahren.

Wenn ich das mache, will ich, dass dieser Mensch... getötet wird. Also, dass ich den ermorde. Ich will den ermorden, wenn ich da mehrmals drüber fahre. Sonst macht man das ja nicht. Deswegen habe ich mich gefragt, warum Totschlag. Bei dem Roten muss immer noch was... über den Tötungsvorsatz hinaus dazukommen.

Das ist zum Beispiel aus Harbgier, also typischerweise ein Raubmord. Das wäre zur Verdeckung einer Straftat oder zur Ermöglichung einer Straftat, wenn er einen Sexualdelikt geplant hätte. Das sind so die typischen Sachen bei einem Mord, aber diese ... Das konnte man halt nicht feststellen. Aber du warst hier sicher, das ist der Täter?

Weil es gab ja noch zwei oder sogar, glaube ich, drei Verdächtige? Ja, also tatsächlich ist, als man entre drei und neunzig ermittelt hatte, gab es noch, gab es auch Spuren, Hinweise, denen man nachgegangen ist und es sind zwei oder drei Personen da in Verdacht geraten, denen man aber letztendlich das nicht nachweisen konnte.

Das Ganze war, muss man einfach schon sagen, etwas merkwürdig. Die hatten sich teilweise auch, also eine hatte sich selbst bezichtigt, dann einen anderen Derte, aber ein Alibi zu der Zeit. Die spielten in dem Jahr zwei Tausend Vier, tatsächlich gar keine Rolle mehr, weil die waren eigentlich raus. Aber in dem Jahr three Ninzig gab es tatsächlich andere Verdichte gegeben.

Kommen wir nochmal auf Manfred D. zu sprechen. Da stellt sich ja immer die Frage, klar, war er es, war er es nicht, aber ist der Schuld oder Schuld unfähig? Wie war das in diesem Fall? Der Sachverständige, das war damals Dr. Sanna. hat keine Hinweise auf eine Schuldunfähigkeit finden können. Das war übrigens auch schon in dem Prozess wegen der Sexualdelikte.

Da ist er auch begutachtet worden. Auch da hat man keine Hinweise gefunden und hat eine dissoziale Persönlichkeitsstörung gefunden. Herr Sanne hat das mal irgendwann übersetzt. Das ist halt eine fiese Möb. Das ist ein schlechter Mensch. nichts was halt irgendwie psychiatrisch dazu führt, dass man schuldunfähig ist.

Am elften November, also fast genau zwölf Jahre nach der Tat, fällt das Urteil vor dem Landgericht Paderborn. Wie lautet es? Der angeklagt ist zu neun Jahren Freihärtsstrafe wegen Totschlags verurteilt worden. Die Sicherungsverwahrung ist nicht nochmal angeordnet worden, weil er schon in einer Sicherungsverwahrung aus der vorherigen Verurteilung war.

Theoretisch wären diese beiden Urteile gesamtstrafenfähig gewesen, sodass es also nicht zu einer weiteren Sicherungsverwahrung kommen konnte letztendlich. ist Sicherungsverwahrung ja halt auch eben eine Verwahrung so lange, bis die Sicherheit der Bevölkerung es erlaubt, die Leute auf freien Fuß zu lassen.

Das heißt, also er hatte neun Jahre bekommen, das war Zwei-Tausend-Fünf, der wäre jetzt eigentlich schon frei, er ist aber weiterhin in Sicherheitsverwahrung. Er ist danach in die Sicherheitsverwahrung gekommen. wie jetzt so der aktuelle Stand der Verstreckung ist, weiß ich nicht. Diese Sicherheitsverwahrung, die wird natürlich auch permanent überprüft und theoretisch könnte er auch vorhin Fuß sein.

Ach so, du weißt es nicht. Theoretisch ist das so. Ah ja. Wie hat er damals das Urteil eigentlich aufgenommen? Er war... Offensichtlich sehr geschockt. Er hatte wahrscheinlich nicht damit gerechnet. Möglicherweise hatte ihn seine Verteidigung nicht darauf vorbereitet. Die Verteidigung hatte ja auch auf Freispruch plädiert.

Er war sehr geschockt und hat dann, das war auch so ein einschneidendes Erlebnis für mich, dass nach der Urteilsverkündung eine Angehörige von Martina B. auf ihn zugegangen ist und ihn nochmal direkt gefragt hat, jetzt wäre er jetzt verurteilt worden, ob er es zugeben könnte, ob er sollte es doch zugeben, wenn er es gewesen sei und er hat dann Stein und Bein geschworen, er wäre es nicht gewesen, er hätte bei seinen Straftaten, hätte sehr viele Straftaten begangen, hätte nie Gewalt angewandt.

und Ich habe ihn dann, weil ich gesehen habe, dass diese Angehörige auch sehr verzweifelt war, mein ich bin hinterher noch zu hingegangen und habe dann erklärt, dass das, also was er da gesagt hat, offensichtlich nicht der Wahrheit entspricht, denn der ist ja für mal neunzig verurteilt worden und das war ein Gewaltelikte, also er ist gewalttätig geworden und das war eine Tat, die genau in seinem Schema passte.

Martina B. wird am zehnten Oktober nineteenundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

Und das war's für heute mit dem True Crime Podcast der neuen westfälischen Redaktion. Das war's für heute mit dem True Crime Podcast der neuen westfälischen Redaktion. Das war's für heute mit dem True Crime Podcast der neuen westfälischen Redaktion. Das war's für heute mit dem True Crime Podcast der neuen westfälischen Redaktion.

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