OstwestFälle - der True-Crime-Podcast der Neuen Westfälischen
Bielefelder Fahrlehrerin vor der eigenen Haustür fast zu Tode gewürgt
Donnerstag, 30. Oktober 2025 · 31 min
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Shownotes
Die Mordkommission veröffentlicht ein Tätervideo und erhält nach der Ausstrahlung in der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ Dutzende Hinweise. Trotzdem bleibt der Überfall ein Rätsel.
Die Fahrlehrerin Manuela D. (Name geändert) ist nach ihrer letzten Fahrstunde im Januar 2022 gegen 21 Uhr auf dem Weg nach Hause. Als sie gerade ihr Auto vor ihrem Haus abschließen möchte, wird sie von hinten angegriffen. Ohne ein Wort zu sagen, würgt der Angreifer die Fahrlehrerin ganze drei Minuten lang. Er lässt erst von seinem Opfer ab, als sich ein Nachbar nähert. Der Täter flieht und konnte bis heute trotz mehrerer Videoaufnahmen nicht gefasst werden.
Die Polizei bittet auch heute noch um Hinweise zu dem Täter, damit diese brutale Attacke aufgeklärt werden kann. Hinweise können unter der Telefonnummer 0521 5450 an die Polizei gemeldet werden.
Achtung, OstwestFälle ist mit zwei spannenden Fällen zurück auf der Bühne! Am 9. und am 16. Dezember live zu erleben im Spiegelzelt in Bielefeld. Jetzt Tickets sichern unter nw.de/events.
Ostwestfälle S4 | E13 Bielefelder Fahrlehrerin vor der eigenen Haustür fast zu Tode gewürgt
Gast: Jens Reichenbach
Redaktion: Dana Johanna Stoll
Gestaltung: OWL Digital
Mehr zur Serie “OWL-Crime” findet ihr auf unserer Themenseite.
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Und dann passiert genau das, was sich keiner so recht vorstellen kann. Da kommt von hinten ein Mann, wirft sie zu Boden, ohne überhaupt ein Wort zu sagen. Es gibt keine Kommunikation, es gibt keinen Anzeichen, dass sie auf irgendwas reagiert und wirkt sie von hinten Minuten lang. Die dreiundfünfzigjährige schwebt in akuter Lebensgefahr in dieser Zeit.
Dem Täter ist es durch seinen Würgen gelungen, die Sauerstoffversorgung des Gehirns zu unterbrechen. Und das ist eine höchst gefährliche, lebensgefährliche Situation. Ostwestfälle, der True Crime Podcast der neuen Westfälischen. Wir sprechen mit Opfern, Zeugen, Richterinnen und Richtern und mit den Berichterstatterinnen und Berichterstattern der NW.
Spannend, nah und made in OWL. Manuela D. hat einen langen Arbeitstag hinter sich und will nur noch nach Hause. Die beliebte Fahrlehrerin parkt am achtzehnten Januar, vor ihrer Haustür, steigt aus und will gerade die Autotür schließen, als sie von hinten brutal angegriffen wird. Der Täter wirft sie zu Boden und wirkt sie bis zur Bewusstlosigkeit.
Dann flieht er unbekannte. Mit viel Glück überlebt Manuela diesen Angriff. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur. Wer hat Manuela D. überfallen und warum? Darum geht es heute bei den Ostwestfällen. Mein Name ist Birgit Gottwald und Antworten auf diese Fragen versuchte der Kollege Jens Reichenbach zu geben.
Hallo Jens. Hallo Birgit, ja, das versuchen wir. Ja, ich sage bewusst versucht, denn vieles bleibt in diesem Fall ja im Dunkeln, leider. Aber vielleicht fällt dem einen oder anderen nach unserer Folge ja irgendetwas ein, irgendeine Kleinigkeit, die der Polizei weiterhelfen könnte. Das wäre natürlich toll.
Das wirken klasse. Wenn wir jetzt auf den Fall zu sprechen, kannst du als erst mal etwas zum Opfer erzählen. Manuela D. ist Fahrlehrerin und recht bekannt in Sänestadt, gerade dort. Genau, in Sennestadt, glaube ich, kennen viele junge Leute, die möglicherweise auch die, die schon länger einen Führerschein haben.
Die ist keine Unbekannte. Sie ist seit dreißig Jahren Fahrlehrerin. Das heißt, also, die hat sicherlich schon die eine oder andere Generation im Auto gehabt und gilt allgemein als relativ beliebt. Also, das ist offensichtlich nicht das Problem. Auch die Fahrschule hat keine schlechten Kritiken oder so.
Trotzdem kam nach der Tat sowas auf wie, ja, das wird immer schlimmer, die Fahrlehrer werden oft angegriffen und so weiter. Das heißt, das, was wir in unserer Gesellschaft ganz allgemein erleben, diese Wuh, dieser Hass, das scheint auch dort ein Thema zu sein. Und ich habe mich damals als diese vielen Reaktionen auf die Tat bei mir eintrafen, was konkret auf Fahrlehrer sich bezog, mal zum Anlass genommen mit dem Sprecher der Fahrlehrer in Bielfeld Kontakt aufzunehmen und sagen, ist das denn wirklich so?
Ist das wirklich mehr geworden? Und das fand ich ganz toll. sehr ernst genommen, hat sofort eine Umfrage in seinem Bereich gemacht, einmal in Bielefeld und einmal in Gütersloh unter den Fahrlehrern. haben einige mitgemacht. Das war quasi eine Schnellumfrage. Und der Großteil sagte, ja, es gibt diese Übergriffe, jetzt nicht gleich so einen Katastrophalen, aber es gibt immer wieder so Wutausbrüche, Gewalt, Androhung, teilweise sogar Gewalt, Anwendung.
Aber das ist nicht mehr geworden, sondern das gab es schon immer mal. Er erzählte, dass ein Fahrprüfer, dem hat der Fahrschüler nach der verhaunen Prüfung einfach die Tür zugeschlagen und er hatte die Hand da noch drin. Dann gab es natürlich, das ist auf der finanzielle Druck eine verhaune Prüfung, plötzlich das kostet Geld, da rasten manche aus, da ist die Dünnhäutigkeit vielleicht ein bisschen mehr da.
Dann gibt es immer mehr Missverständnisse von Leuten, die aus dem Ausland kommen und Führerscheine haben und denken, das umschreiben und der Nachtest ist ein Selbstläufer und die sind dann völlig überrascht, dass sie plötzlich Fahrstunden bezahlen müssen, Fahrstunden nehmen müssen, um überhaupt diesen deutschen Führerschein dann zu bekommen.
auch diese Missverständnis zu führen, immer wieder zu Problemen. Es gibt Männer, die sagen, meine Frau darf nur bei einer Frau mitfahren. Wenn das nicht gelingt, gibt es Stress. Dann gibt es Männer, die sagen, Frauen als Fahrlehrerin akzeptieren wir nicht. Also genau andersrum. Es gibt so viele Gründe, warum da Stress entsteht.
Aber um es kurz zu machen, das alles ist nicht neu. Was aber in Sennestadt für so großes Entsetzen geführt hat, ist dieses Überfallartige. Wir wissen, dass gerade schwere Kapitaldelikte meistens eine Vorgeschichte haben. Meistens im Umfeld von Beziehungen, von Bekanntschaften, von irgendwelchen verlorenen Ehre, Ehrgefühlen oder irgendwelchen Verletzungen kommen.
Aber hier scheint gar nichts vorher gewesen zu sein. Und da kommt jemand, überfällt diese Frau direkt vor der Haustür. Sie war wenige Meter von Saft. und scheint sie fast umbringen zu wollen. Kommen wir jetzt nochmal genauer auf den Fall zu sprechen, auch gerade auf den Abend des achtzehnten Januar zwanzig.
Was genau ist da passiert? Also die Fahrlehrerin hat gerade Feierabend gemacht und fährt nach Hause. Nee, direkt nach Hause fährt sie nicht, sondern sie ist noch unterwegs. Um zwanzig Uhr fünfzehn hat sie Feierabend. Wir wissen heute nicht, ob da noch eine Theorie Stunde war oder ob sie eine Fahrschülerin noch bei Nachtfahrt zum Beispiel begleitet hat.
Aber um zwanzig Uhr fünfzig fährt sie noch von der Fahrschule am Falkenweg, eine Fahrschülerin nach Hause, das heißt sie fährt nicht direkt nach Hause und fährt anschließend, das ist dann ungefähr zwanzig Minuten später erst zu Hause vor der Tür vor und das ist in der Straße am Stadion in Sennestadt.
Dort wohnt sie in der Nähe, parkt am Straßenrand, sie hat ein auffälliges goldgelbes Fahrschulauto, das kennen viele in Sennestadt. steigt aus und dann passiert genau das, was sich keiner so recht vorstellen kann. Da kommt von hinten ein Mann, wirft sie zu Boden, ohne überhaupt ein Wort zu sagen. Es gibt keine Kommunikation, es gibt keinen Anzeichen, dass sie auf irgendwas reagiert und wirkt sie von hinten Minuten lang.
Die Polizei spricht später von einem Kampf der drei Minuten gedauert haben muss. Die dreinfünfzigjährige schwebt in akuter Lebensgefahr in dieser Zeit. Die Kripo sagt später, dem Täter ist es durch seinen Würgen gelungen, die Sauerstoffversorgung des Gehirns zu unterbrechen. Und das ist eine höchst gefährliche, lebensgefährliche Situation.
Also, es hat akute Lebensgefahr bestanden durch dieses Wirken. Hatte sie noch andere Verletzungen, weißt du das? Offensichtlich gab es einen Kampf. Und dieser Kampf hat diverses vorgeführt. Sie hatte natürlich diese schweren Halsverletzungen. Ich habe später mit ihrem Vater gesprochen und er sagte, sie kann noch gar nicht sprechen.
Das heißt, diese Kompression des Halses hatte durchaus Auswirkungen. Ihre Gesichtshilfte war geschwollen, möglicherweise auch durch diesen Kampf. ein Ohr war eingerissen. Sie hatte eine Augenverletzung. Also da ist einiges passiert. Das heißt, sie hat sich offensichtlich stark gewährt und der Gegner, der Angreifer hat entsprechend ohne große Rücksicht sich hier entsprechend entverhalten.
Wir sprechen jetzt hier immer vom Täter. Die Polizei geht also davon aus, dass ein Mann Manuela überfallen hat. Eine Täterin wird ausgeschlossen. Das stimmt so. Das liegt daran, dass es Überwachungsvideos gibt. Und die sind zwar nicht direkt auf die Tat gerichtet. Das heißt, man kann auf dem Video den Täter nicht sehen, aber man kann den hören.
Und es gibt ein anderes Überwachungsvideo. Da sieht man den Mann zum Tatort gehen und wenig später vom Tatort weglaufen. Und das ist offensichtlich ein junger Mann. Ich glaube, die Beschreibung bezog sich auf siebzehn bis fünfundzwanzig Jahre. Schlank gar nicht so groß, erst hieß es, einstfünfundsebzig, später sogar einstfünfundsechzig bis einsebzig.
Aber da kommen wir später noch mal zu. Genau, also deswegen gehen Sie klar von einem Mann aus. Und was soll das Motiv gewesen sein? Das ist das große Rätsel, weil man ja keine Vorgeschichte hat. Und natürlich hat die Kripo-Umfeld-Ermittlung gemacht. Sie hat im privaten Umfeld ermittelt. Sie hat im beruflichen Umfeld ermittelt, wo ja naheliegend ist, dass da vielleicht irgendeiner wütend ist, weil da zum vierten Mal durchgefallen ist oder was auch immer.
Aber das hat alles nichts ergeben. Die Kripo schließt einen Raub aus, weil das Geld blieb im Auto. Das heißt also, die Idee jemanden auszurauben, da hat man ja eher das Ziel, das Opfer insofern einfach erst mal unschädlich zu machen und sich dann... das Geld ist, zu bemächtigen und abzuhauen. Aber dieser Mann... drückt drei Minuten lang auf diesen Hals zu.
Und deswegen schließen sie auch einen Sexualdelikt aus. Und dann sie sagen, hier ging es offensichtlich um etwas anderes, um Macht. Also geht es entweder um dieses Machtgefühl, dass offensichtlich der junge Mann aus welchen Gründen auch immer ganz unabhängig von dem Opfer ausüben wollte. Oder es ging um ein ganz subjektiv empfundenes Unrecht, was er in irgendeiner Art und Weise wahrgenommen hat und mit dieser Frau in Verbindung brachte.
Die Polizei hat aber auch gesagt, es kann entweder ganz... zufällig sein oder ganz gezielt gewesen sein. Und da ist einfach alles noch sehr, sehr rätselhaft. Manuela hat ja überlebt zum Glück. Der Täter hat also vorher von ihr abgelassen, bevor er sie wirklich erwirkt hat. Warum ist er gestört worden?
In der Tat. Wir müssen uns das vorstellen. Keiner von uns kann sich das wirklich vorstellen, aber wenn man jemanden wirkt bis zur Bewusstlosigkeit oder darüber hinaus, also bis zum Tod, das dauert unfassbar lange. Wir reden hier von drei Minuten. Ärzte sagen, das Gehirn kann bis zu drei Minuten ohne Sauerstoff funktionieren und danach wird das gefährlich.
Das heißt, um jemanden wirklich zu töten und die Polizei ist am Ende davon ausgegangen, dass er in Tütungsabsicht unterwegs war, braucht es eine unfassbare Kraft. Das hatte ich eben schon gesagt, um sich, die hat sich natürlich gewährt. Man musste offenbar mit großer Kraft agieren. Und eine besondere Wucht dabei.
Und diese drei Minuten dazu zu drücken, das kann man sich nicht vorstellen. Wir sprechen oft von Taten. Da hat einer gesagt, das ist verendlos lange. Und dann guckt man auf Videos und sagt, ja, es war in drei, zwanzig Sekunden. Also in so einem Moment sind drei Minuten unfassbar lang. Und das große Glück war, es kam ein Auto, Nachbarn, ein paar, glaube ich, Parkte in der Nähe.
Und nun hatte er offensichtlich die große Sorge, jetzt werde ich entdeckt. Jetzt muss ich hier weg. Und ließ sie liegen und lief davon. Das konnte man ja, wie gesagt, anderen Überwachungsvideo dann sehen. Im schnellen Schrittes bewegte er sich wieder in die Richtung zurück, aus der er gekommen war. Haben denn die Nachbarn irgendwas davon mitbekommen?
Das kann ich tatsächlich den Meldung nicht ganz entnehmen, ob das die Nachbarn waren, die ihn nur aufgeschreckt haben und später welche gekommen haben, denn die Frau lag bewusstlos auf dem Boden. Aber es kam dann tatsächlich ein paar und hat die Manuela D. bewusstlos am Boden gefunden und hat sofort die Rettung und die Polizei gerufen und sich um sie gekümmert.
Das heißt also, Der Moment, wo er weg lief, war natürlich schon mal lebensrettend. Wahrscheinlich war dieses Auto, was da vorfuhre, die Rettung für die dreienfünfzigjährige. Und das dann sofort natürlich auch noch Hilfe kam zu dem noch. Und da haben sich Anwohner offensichtlich sehr schnell um sie gekommen.
Die Polizei hat gleich wie in solchen Fällen üblich eine Mordkommission eingerichtet. Wie ist die da vorgegangen? Ja, das habe ich ja schon, glaube ich, mehrfach erzählt. Man beginnt natürlich erstmal im privaten, engeren Umfeld zu recherchieren, ermittelt sozusagen im beruflichen Umfeld, gab es irgendwelche Drohungen, gibt es irgendwelche großen Streitfälle, aber das führte alles zu nichts.
Das heißt also, man hat sehr, sehr viel gemacht, kam aber nach einem Monat zu der Erkenntnis, es gibt keinen direkt sofort offensichtlichen Tatverdächtigen. Und deswegen ist man einem Monat später mit diesem Video, was ich ja eben schon erwähnt habe, eine Öffentlichkeit gegangen. Also im Februar erscheint dann dieses Video auch in der Öffentlichkeit und wir als Zeitung haben das natürlich online auch gezeigt.
Und man sieht einen jungen Mann. Flottengang ist, also der ist nicht langsam, aber geht ein bisschen unrund. Das war so das Besondere. Er hatte so eine etwas eigenartige Gangart. Ein Polizeisprecher hat mal gesagt, er hat seinen rechten Fuß so mit seinem Unterschenkel mit leicht sicherförmig geführt.
Das heißt, er hatte so eine leichte Außendrehung im Ballen, was ihn so ein bisschen unrund gehen ließ und die Ermittler hatten große Hoffnung, dass ihn das wiedererkennen lässt. und deuteten auch auf das besondere Schuhwerk. Er hatte zwei so braune Schuhe mit jeweils einem weißen Streifen an der Seite an.
Das waren Schuhe, die jetzt nicht aller Weltschuhe waren und man hatte auch Hoffnung, dass da sozusagen Erkenntnisse kamen. Aber auch dieses Video führte, obwohl erste Hinweise eintrafen, nicht zu dem großen Durchbruch. Sag mal, was ist das eigentlich für eine Gegend in der Manuela? wohnt und auch überfallen wurde, ist das eine reine Wohngegend?
Das ist eine reine Wohngegend, genau. Also da am Stadion, das ist in Sennestadt, da ist alles ein bisschen beschaulicher, da ist natürlich auch viel frei, wenn man etwas weiter rauskommt, aber es ist jetzt nicht irgendwie ein Ghetto oder Gewerbegebiet oder sonst irgendwas, sondern das ist eine ganz normale Wohngegend.
Also ist es da schlüssig, dass da irgendjemand in dieser Gegend rumsteht und darauf wartet, dass ein Opfer vorbeikommt? Also ist es nicht schlüssiger, dass der Täter aus genau dieser Gegend auch stammend dort vielleicht wohnt? Genau davon geht die Kripo aus. Also die Mordkommission hat bei ihren Öffentlichkeitsaufrufen oder Fahndungsaufrufen immer gesagt, wir gehen davon aus.
dass der Täter da noch lebt oder zumindest gelebt hat oder immer noch regelmäßig soziale Kontakte in dieser Gegend hat. Also, er muss sich da irgendwie ausgekannt haben, er muss da irgendwie einen Grund gehabt haben, dort ausgerechnet unterwegs zu sein. Weil genau deine Frage ja richtig ist, niemand sagt, du jetzt fahr ich zu dieser Straße, in dieses Wohngebiet, ob dazufällig um zehn nach neun jemand vorbeikommt.
Also, diese Zufallsthese, die bleibt natürlich bestehen, weil man immer noch keine Antworten hat. Aber die Wahrscheinlichkeit ist eine andere, dass da zumindest ein Bezug zu der Gegend besteht beim Täter. Ich würde jetzt gerne doch noch mal auf das Motiv oder das vermeintliche Motiv zu sprechen kommen.
Also wenn ich das richtig verstanden habe, jetzt ist Manuela trotz allem ein sogenanntes Zufallsopfer. Das ist das eine. Und es ging nicht um Rache oder sexualisierte Gewalt. Um was ging es denn dann jetzt wirklich? Ja. Da rätselt man. Also, ob es ein Zufallopfer ist, weiß die Krepo nicht so richtig.
Es war ganz interessant. Aber die haben doch alles abgeklopft. Das berufliche, das private Umfeld. Genau das. Das hat zu keinem Tatverdacht gefühlt. Möglicherweise. Und das meine ich halt mit subjektiv erlebtes Unrecht. Vielleicht hat sie jemanden beim Abbiegen wütend gemacht, weil er sich irgendwie in seiner Vorfahrt geärgert fühlt.
Aber das kommt in dem Fall nicht vor. Wir wissen, der kommt zu Fuß. Die Cripo geht sogar davon aus, dass es möglicherweise der Täter an der Fahrschule schon auf die Fahrlehrerin gewartet hat. Das war ja zwanzig Minuten vorher. Und er aber nicht sozusagen losschlagen konnte, also doch gezielt sozusagen auf diese Frau es abgesehen hatte, weil da ja diese Fahrschülerin dabei war.
Also da waren plötzlich zwei Personen, womit er offenbar nicht gerechnet hat. Das ist ein Szenario. Und dann haben sie gesagt, dann muss aber möglicherweise gewusst haben, wo sie wohnt, von der Fahrschule am Falkenweg bis zur Wohnanschrift am Stadion, braucht man zu Fuß etwa zehn Minuten. Sie braucht ja zwanzig Minuten.
Also das wäre möglich gewesen. Das war ein Szenario, was die Kripo später nochmal zum Thema gemacht hat. Aber man merkt auch daran, er anfangs sagte der Staatsanwalt, naja, wir gehen von einer Zufallstat aus, später sagt die Mordkommission, naja, vielleicht hat er ja doch gezielt an der Fahrschule, also man spielt so diverse Szenarien durch, aber so richtig beantworten kann man es nicht.
Also nichts genaues weiß man nicht. Und Endeffekt, weil du ja nochmal auf das Motiv zu sprechen kamst, die Wut ist, glaube ich, das entscheidende Puzzleteil, was aber keiner erklären kann, weil man noch nicht weiß, woher die Wut kam. Also wenn du von Wut sprichst oder von Rache wegen einer subjektiv erlebten oder einer subjektiv erlebten Erniedrigung oder irgendetwas, Da könnte es doch sein, dass der Täter noch mal zuschlägt.
Sich weiter rächen möchte, vielleicht gezielt an Frauen. Hat es da ähnliche Fälle gegeben? Genau, das hat natürlich die Kripo sofort überprüft, weil so eine Tat, überfallartig, ohne Motiv mit einem offensichtlichen Opfer was keinen Bezug zum Täter hat. Da hat man natürlich die Sorge, dass das ein Serientäter ist, der diese Wut weiter mit sich herträgt.
Und das möglicherweise ... passiert in einem Wiederholungsfall. Das war aber in dieser Phase nicht der Fall. Es gab keinen vergleichbaren Fall, bis dann im September, was ähnliches in Detmold passiert sein soll. Da hat die Kripo sofort überprüft und hat aber festgestellt, weder die Täterbeschreibung stimmt noch die Art der Tatbegehung stimmt.
Also hat man das ausgeschlossen, dass da jetzt plötzlich der Täter in Detmold aufgetaucht sein könnte. Es bleibt also bei einem Einzeltäter, der möglicherweise in einem Fall einmal zugeschlagen hat. Bis heute fragt man sich, warum. Was gerade die Täterbeschreibung erwähnt, gibt es eigentlich ein Phantombild von dem Täter?
Also es gab ja auch diese Video. Genau, ein Phantombild war nicht möglich. Was waren das überhaupt für Videobilder? Also, wo kam dich her? Das war eine Überwachungskamera, die offenbar von einem Grundstück auf den Gehweg gefilmt hat. Und man sieht diesen Gehweg und er kommt halt von rechts in Richtung Tatort, relativ flottengang ist, aber halt mit diesem auffällig unrunden Gang.
Wird gar nicht so kräftig, also eher so ein schmächtige junger Mann, scheint relativ jung zu sein. Aber man kann kein Gesicht erkennen. Und offensichtlich ist auch das Opfer, sie wurde ja von hinten angegriffen. Und auch das Würgen passierte nicht face-to-face, sondern sie hat offenbar Beuchlings gelegen und er hat sie von hinten mit dem Unterarm gewürgt.
Sie hat gar nicht gesehen, wer das war. Und dann ist ein Phantombild gar nicht möglich, weil jetzt hat ihn ja keiner ins Gesicht gesehen. Und es gibt halt dieses Video, das kann man sich heute immer noch angucken. Der Mensch geht nach rechts. der Mensch erst nach links und kommt dann laufend zurück. Aber so richtig, dass man sagen könnte, yes, das Gesicht erkenne ich, das ist nicht der Fall.
Die Kripo hofft vor allem an eine Wiedererkennung, was die Klamotten angeht, die Schuhe angeht. Und dieser unrunde Gang. Der komische Gang. Ist da eigentlich ein Tonspur bei diesem Video? Bei diesem Video weiß ich es jetzt nicht genau, aber bei dem anderen Video, das wohl in unmittelbarer Tatorten hier aufgenommen wurde, da sieht man gar nichts, aber man hört die Tat.
Da muss es offensichtlich eine Tonspur geben. Man hört also drei Minuten. Kann ich mir die theoretisch anhören? Nein, die ist nicht öffentlich. Okay, schade. Gut, am achtzehnten Januar, zw. zw. ist Manuela D. vor ihrer Hauste überfallen worden. Am siebten Dezember, zw. zw. ist der Fall Thema in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst.
Hat es nach der Ausstrahlung... Hinweise gegeben? Ja, das ist immer die große Hoffnung. Die möglichst größte Wahrnehmung ist durch diese Sendung natürlich gegeben. Das ist eine deutschlandweit bekannte Sendung. Die Zerne führte ja seit Jahren eine zahlreiche, meist ungeklärte Fälle vor. Und es gab Ein wahnsinnig, für mich überraschend große Zahl an Hinweisen.
Fünfundneunzig zählte man am Ende. Und daraus sollen sich, so hat die Polizei mir später erzählt, zumindest neun Ermittlungsspuren ergeben haben, die zu bestimmten Personen führen, die als verdächtig in Frage kamen. Also da gab es plötzlich also wirklich neue Ideen, was abgearbeitet wurde. Da wurde überprüft, die Mordkommissionen kamen also wieder zusammen.
Das war die große Hoffnung. Viele Hinweise kamen zu diesen Schuhen. Da wusste man ja relativ viel, aber offensichtlich haben diese Hinweise nicht ganz sozusagen zur Aufklärung geführt, was man sagen konnte. Das war in der Sendung schon Thema, dass es möglicherweise Memphis-One-Schuhe waren von Deichmann.
Die sind auch abgebildet worden im Fernsehen. Man konnte die sehen oder zumindest in ähnlicher Art. Und diese waren so ungewöhnlich, dass man sagt, vielleicht ist dem ja mal einer aufgefallen, vielleicht kennt jemanden, der diese Schuhe trug. Da kam relativ viele Meldungen rein. Eine Frau hat sich gemeldet, Und hat einen ganz neuen Hinweis gegeben, wo sowohl der LKA-Beamte, der offensichtlich die Meldung sammelte, als auch die Zerne sich darüber unterhalten hatten, ist das dir die erhoffte neue Spur?
Und er sagt, das ist eine neue Spur, ob es die erhoffte und die durchbrechende Spur ist. Wussten die damals noch nicht, heute wissen wir. Es ist nichts passiert. Und es gab ... Was war das denn? Das wurde da nicht gesagt. Was aber gesagt wurde, ist, dass noch ein zusätzlicher Aspekt ist. Michael Adé, Manuel Adé, war im Tierschutz-Engagier.
Sie vermittelte offensichtlich Hunde, farnalllässigte Hunde, die an verschiedene Leute gegeben wurden. Und die Ermittler schließen eben nicht aus, dass der Täter vielleicht auch aus diesem Umfeld kommt. Vielleicht gab es da einen, da gebe ich den Hund nicht, oder der muss ich den Hund wieder wegnehmen.
Alles möglich, aber auch da hat es sich ja, wie ich schon gesagt hatte, kein konkreter Tatverdacht ergeben. Aber sie schließen nicht aus, dass es möglicherweise auch in diesem Bereich irgendeinen Anlass für eine Wut gegeben hat bei einem jungen Mann. Und was dann auch interessant wurde, einige Tage nach der Sendung, hat ein bisschen Verzögerung gehabt, gab es dann Hinweise zu einem Jogger, der in dieser Phase immer wieder aufgefallen ist.
Der war so zwischen zwanzig und einzwanzig Uhr in Sendestadt, offenbar unterwegs, machte regelmäßig Pausen und machte dann so Liegestütze und Kampfkunstpausen. Das hat offenbar für Unruhe gesorgt. Da hat man gesagt, was ist das für ein Typ? ist natürlich überprüft worden, aber ob der jetzt sozusagen die spezielle Spur war, war ich auch zu bezweifeln.
Also ich ahne, dass man den gefunden hat, aber dass man da jetzt auch nicht sagen konnte, der war es nicht oder der war es. Es gibt keinen konkreten Durchbruch. Gibt es denn überhaupt keine Spuren, was ist mit DNA? Der Täter muss bei dem Angriff den Arschspuren hinterlassen haben, hinter welche gefunden wurden.
Davon gehe ich aus. Das ist bei so einer Tat kaum zu verhindern. Es gibt offensichtlich Kampfspuren, Kratzer unter dem Fingernagel, was auch immer. Irgendwas wird es geben. Aber der muss auch irgendwo in einer Datei zu finden sein. Offensichtlich ist er das nicht. Sonst hätten sie relativ schnell gesagt, da zieht sich der Kreis um eine uns bekannte Person.
Ich ahne, der Täter war bisher der Polizei nicht bekannt. Also die Polizei hat alles abgeklopft, das Private, das Berufliche, sind auch eigentlich alle Fahrschüler. überprüft worden? Das weiß ich nicht, aber das ist naheliegend. Das ist sozusagen das, was ich sage, was man am ersten macht. Diese Umfeldermittlung, private und berufliche Umfeldermittlung sind quasi Standard.
Das heißt, das Wissen der Mordermittler aus der Erfahrung heraus, dass die Tat oft im engsten Umfeld stattfindet, führt natürlich sofort dazu, dass das alles abgeklopft wird. Und da werden wahrscheinlich auch Fahrschüler und ehemalige Fahrschüler Thema gewesen sein. Da wird man wahrscheinlich gesagt haben, Liebe Fahrer, Lehrerinnen, sagen Sie mir mal, wo gab es den Stress?
Also, wo sollen wir mal zuerst nachfragen? Wer war denn besonders wütend? Also, das ist ja irgendwie naheliegend. Das hat es natürlich gegeben. Ja, weil eigentlich muss der Täter, wenn es eine Spur gibt, sehr gut zu identifizieren durch seinen Gang. Ja, das war ja die Hoffnung durch das Video. Aber weder das Video noch Aktenzeichen X, Y haben sozusagen dazu geführt, dass die Mordkommission Stadion, benannt nach der Straße am Stadion, am Ende einen Täter identifizieren konnte.
Manuela D. hat zum Glück überlebt, wurde aber schwer verletzt. Weißt du, wie es dir heute geht? Wie es ja heute geht, weiß ich nicht, aber ich hatte ja mit dem Vater gesprochen. Und der war natürlich am Anfang völlig entsetzt und besuchte sie damals auf der Intensivstation und sagte, als sie mich anlächelte, als ich ihre Hand gestreichelt habe, da habe ich das erste Mal wieder gemerkt, es geht voran.
Und das Tolle war, sie hat sich wohl relativ schnell regeneriert, sie hat schon zwei, drei Tage später... auch wieder gut sprechen können. Also keine Nachfolgeschäden durch dieses Abdrücken der Luft und der Sauerstoff. Sowohl die Augenverletzting als auch das Ohr, das hat sich alles geheilt. Und ich glaube, nach drei Wochen hat sie sogar wieder den Beruf aufgenommen.
Das ist für manche Opfer von Straftaten das Beste, was man machen kann, wieder den normalen Alltag aufzurufen. Und sie war recht stabil und der Vater war auch ... guten Mut ist, was allerdings auf der Seele noch gelegen hat an Problemen, nach so einer Tat, nach so einer Todesangst. Das lässt sich wahrscheinlich bis heute nicht so richtig beantworten, jedenfalls nicht öffentlich.
Und ich hatte auch mit ihr kurz gesprochen, sie wollte aber dazu keine Aussage treffen und deswegen habe ich da jetzt auch nicht nochmal nachgehalten. Die Tat ist jetzt mehr als dreieinhalb, ja fast vier Jahre her. Und vom Täter fehlt nach wie vor jede Spur. Wie wahrscheinlich ist es, dass der Mann doch noch geschnappt wird?
Oder wird dieser Fall zu einem Cold Case? Im Moment habe ich den Eindruck, das wird ein Cold Case. Die Wahrscheinlichkeit kann ich nicht einschätzen, weil es kann ja sein, dass in diesem Podcast jemand hört, Mensch, das Video muss ich mir nochmal angucken und plötzlich sagt, ja klar, diesen Gang kenne ich doch, diese Schuhe erinnere ich mich noch.
Das wäre natürlich toll. Aber natürlich hat die Polizei schon sehr, sehr viel in dieser Richtung versucht. Trotzdem, wir wissen aus den jüngsten Fällen der Cold Case Unit, man darf die Hoffnung nie aufgeben und die Kripo macht den Deckel auch nie zu. Das heißt, wenn so was passiert, das ist hier ein versuchter Mord, sie gehen ganz klar von einem Tötungswillen des Täters aus, bleibt die Akte offen und irgendwann gibt es vielleicht den... hoffnungsvollen Treffer, vielleicht gibt es dann doch plötzlich einen DNA-Treffer zu dieser Tat, wo bisher noch keiner existierte.
An wen kann ich mich eigentlich wenden, wenn mir noch irgendetwas einfällt? Und wenn es nur so ein kleines Fitzelchen ist, aber das kann ja vielleicht den Durchbruch bedeuten. An wen kann ich mich wenden? Genau, direkt an die Mordkommission Stadion. Die ist jetzt sozusagen nicht mehr ein konkret zusammengesetzt.
Da sind aber trotzdem Beamte, die dazugehören. Und da meldet man sich einfach bei der Polizei in Bielefeld unter zero, fünf, zwei, eins. Und dann fünf, vier, fünf, null. Unter der Nummer meldet man sich, sagt, ich habe einen Anliegen. Den und den Fall, bitte vermitteln Sie mich. Und dann gibt es auf jeden Fall jemanden, der das entgegennimmt.
Es wäre schön, wenn dem so sein sollte. Da drücken wir die Daumen. Manuela D. parkt am achtzehnten Januar, twenty-twoundzwanzig gegen einundzwanziger fünfzig ihr auffälliges Goldgelb- bis Fahrschulauto an der Straße am Stadion in Bielefeld-Sänne statt. Als ihr es abschließen will, wird sie von hinten angegriffen.
Ohne ein Wort zu sagen, wirkt der Angreifersieb bis zur Bewusstlosigkeit. Zum Glück kommen Nachbarn in diesem Augenblick ebenfalls nach Hause. Der Täter lässt von der Fahrlehrerin ab und flüchtet. Manuela D. überlebt schwer verletzt. Doch wer ihr das angetan hat, bleibt bis heute im Dunkeln. Und das war's für heute mit dem True Crime Podcast der neuen bestätigen Redaktion.
Ich hatte Dana Johanna Stoll und zu Gast war der Kollege Jens Reichenbach. Vielen Dank Jens. Dir gerne. Weitere packende Kriminalfälle aus unserer Region, auch jederzeit auf nw.de und in der nw-plus-app in der Serie OVL Crime. Wir freuen uns über Fragen, Anregungen und Kritik zu diesem Podcast. Und natürlich überwünsche, welche Ostwestfälle wir demnächst für euch besprechen sollen.
Schreibt uns eine E-Mail an podcast.nw.de. Mein Name ist Birgit Gottwald. Bis bald.