OstwestFälle - der True-Crime-Podcast der Neuen Westfälischen
Vom Kumpel erdrosselt: Der Fall einer 13-jährigen aus Bad Oeynhausen
Donnerstag, 23. Oktober 2025 · 22 min
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Shownotes
In unserer neuesten Folge von "OstwestFälle" geht es um den gewaltsamen Tod eines 13-jährigen Mädchens aus Bad Oeynhausen, das sterben musste, weil der Täter einen Kuss geheim halten wollte.
Eigentlich war es ein ganz normaler Osterferientag: Im April 2001 traf sich Lisa D. (Name geändert) abends noch mit ihren Freunden auf einem nur 250 Meter von ihrem Elternhaus entfernten Spielplatz in Dehme bei Bad Oeynhausen. Doch sie kehrt in dieser Nacht nicht mehr nach Hause zurück. Drei Wochen lang gilt sie als vermisst, bis schließlich ihre Leiche am Ufer der Weser in Porta Westfalica gefunden wird.
Der Täter ist schnell gefunden: Es war einer ihrer Freunde, mit denen sie sich an dem Abend ihres Verschwindens getroffen hatte. Eugen P. (Name geändert) hatte die 13-Jährige erdrosselt und gemeinsam mit anderen Freunden in die Weser geworfen. Später stellt sich heraus: Ein harmloser Kuss wurde für Lisa zum Todesurteil.
Achtung, OstwestFälle ist mit zwei spannenden Fällen zurück auf der Bühne! Am 9. und am 16. Dezember live zu erleben im Spiegelzelt in Bielefeld. Jetzt Tickets sichern unter nw.de/events.
Ostwestfälle S4 | E12 Vom Kumpel erdrosselt: Der Fall einer 13-jährigen aus Bad Oeynhausen
Gast: Nicole Sielermann
Redaktion: Dana Johanna Stoll
Gestaltung: OWL Digital
Mehr zur Serie “OWL-Crime” findet ihr auf unserer Themenseite.
Habt ihr Anregungen oder Kritik? Schreibt uns gerne unter podcast@nw.de
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Rausgestellt. im Nachhinein hat sich, dass Lisa sich wie auch die Eltern angegeben hatten, sich mit ihrer Klicker getroffen hat. Da war dann auch Eugen dabei. Eugen war vier Jahre älter als Lisa. Und die beiden sind dann irgendwann an dem Abend wohl kurz verschwunden. Und wie sich dann rausgestellt hat, bei diesem kurzen Verschwinden soll Eugen dann die dreizehnjährige geküsst haben.
Und Lisa hat dann wohl zu ihm gesagt, dass er ja eine Freundin hat und dass sie nicht wüsste, ob sie ihr das nicht vielleicht verraten würde, dass das passiert sei. Ostwestfälle, der True Crime Podcast der neuen Westfälischen. Wir sprechen mit Opfern, Zeugen, Richterinnen und Richtern und mit den Berichterstatterinnen und Berichterstattern der NW.
Spannend, nah und made in OWL. Am Abend des neunten April zwei Tausend Eins trifft sich die dreizehnjährige Lisa D. mit Freunden auf einem Spielplatz in Bad Öhnausen. Der liegt nur rund zwei Hundertfünfzig Meter von ihrem Zuhause im Stadtteil Deme entfernt. Ab da verliert sich ihre Spur. Drei Wochen nach Lesers verschwinden, finden Spaziergänger am Ufer der Wiese ein Porta Vestfalica eine Leiche.
Warum musste Lisa D. sterben? Darum geht es in dieser Folge der Ostfestfälle. Mein Name ist Birgit Gottwalter und im Studio ist die In-Weg-Kollegin Nicole Silamann. Hallo, Nicole. Hallo, Birgit. Nicole, dass eine dreizehnjährige sich mit Freunden trifft, ist ganz normal. Wo und wann genau hat sich die Klicke getroffen?
Und ab wann haben sich Lisas Eltern dann Sorgen gemacht? Die haben sich getroffen. Das war der erste Tag der Osterferien vor vierundzwanzig Jahren. Und Lisa und ihre Freunde haben sich abends auf einem Spielplatz getroffen. Sie ist dann auch pünktlich wie vereinbart wieder zu Hause aufgetaucht und hat ihre Mutter gefragt, ob sie noch mal für eine halbe Stunde weg könnte.
Die anderen werden alle noch da, es wären ja Ferien, das hat die Mutter abgenickt. Ja, und dann ist Lisa nicht wiedergekommen. Und als es immer später wurde und auf Mitternacht zu ging, ist die Mutter dann mit ihrem anderen Sohn auf die Suche gegangen und hat geguckt, ob sie Lisa findet. Das hat sie aber nicht.
Hatte es im Vorfeld Streit in der Familie gegeben oder gab es einen anderen Grund, weshalb Lisa hätte weglaufen wollen? Denn davon ist die Polizei erst mal ausgegangen, die ist abgehauen. Genau, die Familie hat aber von Anfang an gesagt, es gab keine Probleme, es gab auch überhaupt keinen Grund, warum sie hätte weglaufen sollen.
Und konnte sich das auch nicht erklären, hat immer gesagt, also von Anfang an gesagt. Da ist irgendwas passiert. Und die Mutter hatte ja auch in der Nacht noch, um zwei Uhr nachts, glaube ich, die Polizei informiert, dass ihre Tochter nicht nach Hause gekommen ist. Weißt du, was Lisa für ein Mädchen war oder Teenager?
Hast du da irgendwelche Infos zu? Also Lisa war, glaube ich, ein ganz normaler Teenager. So haben ihre Eltern sie damals beschrieben, relativ ruhig. Auch nicht... Ich sag mal, auf Krawall gebürstet, war aber immer so mit ihrer Klicke unterwegs. Sie waren auch gerade zwei Jahre vorher aus Russland oder aus Kassastan damals, nach Bad Önhausen gekommen.
Und die Freundes-Klicke waren auch alle aus der Aussiedler-Community und die waren halt alle auch erst sehr kurz in Deutschland und man war so ein bisschen unter sich. Erst zehn Tage nach Lisas verschwinden, wendet sich die Polizei an die Öffentlichkeit und zwar mit einem Suchaufruf unter Bitte um den Hinweis auf den Aufenthaltsort der dreizehnjährigen.
Und auch ihr bei der NW. Hab da erst von dem Verschwinden der dreizehnjährigen erfahren durch diesen Suchaufruf? So erinnere ich mich ja. Warum hat die Polizei so lange gewartet? Die Polizei ist damals nicht von einem Gewaltverbrechen ausgegangen. Die haben wirklich geglaubt, sie ist weggelaufen und ist bei irgendeiner Freundin.
Da hat man, glaube ich auch, die eine oder andere observiert und geguckt. Sie soll dann gesehen worden sein, auch im Werrepark von einer Polizistin. die sie da erkannt haben will und deswegen ist die Polizei relativ ruhig geblieben und hat dann so ein bisschen ja den Freundeskreis befragt wo sie ist und hat auch den jüngeren Bruder von Lisa damals sehr in die Mangel genommen dass er doch sagen solle wo seine Schwester steckt und er wisse doch wo wo sie sich aufhalten würde.
und wenn er nicht nicht aussagt oder wenn er nicht die Wahrheit sagt dann haben sie mit dem Jugendamt gedroht und Ja. Das ist schon heftig, dass dann diese Familie, die sich sorgen, um die dreizehnjährige Macht, so noch angegangen wird. Also gerade dann dieser Bruder auch noch. Genau, ja. Find ich schon eine heftige Geschichte.
Drei Wochen lang fehlt jede Spur von Lisa, dann machen Spaziergänger eine schreckliche Entdeckung. Und zwar an der Weser in Portavis-Phalika. Genau, sie wurde, da wurde ihre Leiche gefunden am Weserufer unterhalb des Kaiser Wilhelm Denkmalz und danach ist dann die Polizei ein bisschen intensiver in den Fall eingestiegen und ja, hat so ein bisschen mehr, also bei einigem Nachforschung mehr angestellt.
Es hört sich jetzt ein bisschen lapidar an, da ist eine Leiche und jetzt steigen sie mal in die Ermittlungen ein. Kannst du mir noch ein bisschen mehr zur Auffindelsituation der Laiche sagen, um zum Zustand der Laiche, weil dieser war da schon drei Wochen tot. Genau, und sie hat dann auch schon länger im Wasser gelegen, das hat man der Laiche dann auch angesehen, war glaube ich kein schöner Anblick.
Sie wirbte aber auf den ersten Blick erst mal unversehrt. Auch die Kleidung war intakt. Das fehlten lediglich die Schuhe, soweit ich mich erinnere. Und ja, auch da ist die Polizei, glaube ich, noch relativ entspannt gewesen. Entspannt, hört sich interessant an. So viel ich weiß, ist bei der Obduktion rausgekommen, dass sie an ihrem Erbrochenen erstickt ist.
Aber später hieß es dann, sie ist stranguliert worden. Genau, also die erste Obduktion hat Tod durch das eigene Erbrochen ergeben. Dann hat man offensichtlich etwas später dann doch noch mal genauer hingeguckt und hat dann festgestellt, dass sie stranguliert worden ist und dass sie quasi dadurch zur Tode gekommen ist.
Die Frage ist nun, warum musste Lisa sterben? Weil offensichtlich ist sie umgebracht worden. Was ist an diesem Abend, Anfang April, two-tos-n-eins passiert? Was haben die Ermittlungen damals ergeben? Also rausgestellt? im Nachhinein hat sich das Lisa, wie auch die Eltern angegeben hatten, sich mit ihrer Klicke getroffen hat auf dem Spielplatz, der nur so zweihundertfünfzig Meter vom Elternhaus entfernt lag.
Da waren damals einige städtische Häuser drum herum gebaut worden oder in die Nähe gebaut worden, wo sehr viele Aussiedler zu der Zeit damals untergebracht worden sind, die dort mit ihren Familien gewohnt haben und die sich... wo die Kinder sich untereinander abends auf dem Spielplatz getroffen haben.
Da war dann auch Eugen dabei. Eugen war vier Jahre älter als Lisa und gehörte zu dieser Klicke. Der war erst seit einem Jahr in Deutschland. Und die beiden sind dann irgendwann an dem Abend wohl kurz verschwunden. So haben es nachher die Freunde erzählt. Und wie sich dann rausgestellt hat, bei diesem kurzen Verschwinden soll Eugen dann die dreizehnjährige geküsst haben.
Und Lisa hat dann wohl zu ihm gesagt, dass er ja eine Freundin hat und dass sie nicht wüsste, ob sie ihr das nicht vielleicht verraten würde, dass das passiert sei. Oh, okay. Und das hat wohl den jungen Mann etwas wütend gemacht und er hat sie dann bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und hat sie dann erst mal liegen lassen, ist weggegangen und ist dann aber wieder zurückgekehrt.
und hat sie mit einer Kornel erdrosselt. Also der ist weggegangen und dann nochmal zurückgegangen? Genau. Also es hat sich wohl nachher herausgestellt, nachdem Würgen selber hat sie wohl noch gelebt, oder ob er das gesagt hat, später in seiner Aussage und er ist dann halt weggegangen, hat offensichtlich eine Kornel geholt und hat damit dann quasi seine Tat vollendet.
Wie sind die Ermittler diesem Eugen eigentlich auf die Spur gekommen? Der wird ja nicht... Ich war es gerufen haben. Es gab ziemlich viel Druck, auch medialen Druck, weil halt gesucht wurde, weil Zeugen gesucht wurden. Und dann hat er letztlich im Mai, glaube ich, gestanden, dass er Lisa erwirkt hat.
Und wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, hat dieser Eugen Lisa getötet wegen eines... Kusses. Das ist das Motiv. Das ist offensichtlich das Motiv. Er wollte das vertuschen und wollte halt nicht, dass jemand davon erfährt. Und weil sie ihm quasi gesagt hat, dass sie nicht wüsste, ob sie das nicht seiner Freundin erzählt, ist er dann scheinbar ausgerastet an dem Abend.
Wie gut haben die beiden sich eigentlich gekannt? Waren die befreundet oder war das so eine lockere Klicke? Ja, das war so eine... Also er gehörte auch zu der Klicke dazu. Das waren mehrere und die waren, ich glaube, unterschiedlich alles, auf zwischen dreizehn und siebzehn alle. Ja. Lisa hat sich ja an dem besagten Abend mit ihren Freunden auf diesem Spielplatz getroffen.
Haben die denn nichts von der Tat mitbekommen? Also hat Lisa nicht um Hilfe gerufen? Das muss ja in der unmittelbaren Umgebung passiert sein. Von Hilfe rufen ist soweit nichts bekannt. Bekannt ist aber, dass drei weitere Freunde aus der Klicker, zwei Jungen und ein Mädchen die Tote oder die am Boden liegende Lisa gefunden oder entdeckt haben, dass sie aber nichts gemacht haben, um ihr zu helfen.
Sie waren wohl entsetzt, haben sie nachher ausgesagt, aber sie haben weder einen Arzt angerufen, noch weitere Hilfe geholt. Aha. Okay. Ja, dafür haben sie dann nachher geholfen, zumindest irgendwie ein oder zwei von ihnen Lisa in der Weser zu entsorgen. Bitte? Also, die sind nicht zur Polizei gegangen oder haben erst mal überhaupt Sanni gerufen oder sowas?
Sondern haben dann dem Täter noch geholfen, die Laache zu entsorgen? Ja, zumindest einer musste offensichtlich sein Fahrrad zur Verfügung stellen. Also Eugen hatte ihnen gezwungen, dass er das Fahrrad herausgibt und dann hat ein weiterer Freund dem Täter geholfen, Lisa auf dem Gepäckträger zu hiefen und dann mit dem Fahrrad zur Weser zu bringen.
Und da haben sie sie dann an den Armen... quasi über die Erde geschliffen und in die Weser geworfen. Mein Gott, also wie kaltblütlich muss man da sein? Ja, man kann es sich gar nicht vorstellen, finde ich. Kannst du dich selber noch an diesem Fall erinnern? Das ist ja jetzt vierundzwanzig Jahre her und als diese ganze Tragweite klar wurde.
Kannst du dich noch daran erinnern, was du damals gedacht hast? Als du das gehört hast? Ich kann mich noch daran erinnern, weil mein Elternhaus auch, ich sag mal, so anderthalb Kilometer Luftlinie entfernt liegt. Und man dadurch natürlich noch ein bisschen näher dran war. Und dass so im eigenen, na ja, weiteren Umfeld, aber im eigenen Ortsteil passiert ist, das war schon ein Gesprächszema.
Also vor allen Dingen, weil ... dann ja auch einige Zeit nicht klar war, was ist überhaupt passiert? Wo ist sie? Und dann, wer war es? Was ist vorgefallen? Also das hat, glaube ich, den Ort schon ein bisschen in Ohnruhe versetzt. Puh! Im Dezember-Zweißn-Eins beginnt der Prozess um den gewaltsamen Tod der dreizehnjährigen Lisa vor dem Bielefelder Landgericht.
Wie lief der A-Passuter-Informationen? Gab's da weitere Details zur Tat? Also es gab weitere Details dahingehend, dass er offensichtlich betrunken gewesen sein soll an dem Tatabend und dass die Staatsanwaltschaft deshalb bei dem Prozess, der im Dezember, zwei Tausend Eins stattgefunden hat, von einer verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen ist und plädierte nicht nur für eine Bestrafung, sondern auch für die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.
War dem dann auch so, weißt du das? Nein, die Kammer des Bielefelder Landgerichtes hat die Unterbringung für zwecklos gehalten damals, weil der achtzehnjährige, also beim Prozess war er dann achtzehn, auch keinerlei Einsicht gezeigt hat, was seinen Suchtverhalten angeht, seinen Trinkverhalten. Und sie haben gesagt, das bringt sowieso nichts.
Und letztendlich haben sie ihn dann nur zu einer Haftstrafe verurteilt. Das macht mich jetzt gerade ein bisschen stutzig. Die haben ihn quasi weiter saufen lassen, hat gesagt irgendwie so. Aber ich meine, wenn dieser Mann durch Alkohol so enthemmt wird, dass er ein Mädchen tötet, da muss man doch einschreiten, da muss man doch tätig werden.
Müsste man eigentlich, aber er ist dann halt in die Jugendhaftanstalt gewandert. Weißt du, wie der Täter sich vor Gericht gegeben hat? War er da einsichtig? Hatte auch Heuer gezeigt? Also, er hat die Tat ja relativ früh gestanden und hat ja auch gesagt, er war das. Eine Woche nachdem die Leiche gefunden wurde.
und ja, er hat seine Trinkprobleme eigentlich immer abgestritten und hat gesagt, da gibt es keine Probleme. Also, das habe er alles im Griff da. Das wäre nicht so. Aber im Tat ist schon Leid, dass er Mädchen umgebracht hat? Ja. So ganz sicher bin ich mir da im Nachgang nicht so richtig erinnern kann.
Ich mich aber auch nicht mehr ehrlich gesagt. Das ist so lange her. Auch in den ganzen Archiven ist von Reue nicht wirklich was zu finden. Was ist mit den anderen Jugendlichen? Also die machen mich fast genauso fassungslos wie dieser Täter. Die haben die Tatja gedeckt und geholfen, die Leiche zu beseitigen.
Waren die auch angeklagt? und Ja, zwei Mittäter gab es noch. Also Eugen wurde dann wegen Totschlags zu acht Jahren und neun Monaten Jugendstrafe verurteilt. Ist also mittlerweile längst wieder auf freiem Fuß. Und seine Mittäter, das waren damals ein sechzehnjähriger und ein siebzehnjähriger. Die waren Schüler eines Internates für Spätaussiedler.
Die mussten eine dreivöchige Jugendstrafe absitzen und zwei Hundert Arbeitsstunden leisten. Findest du das okay? Also rückblickend nach vierundzwanzig Jahren würde man wahrscheinlich vermuten, dass es heute anders ausfällt, das Urteil. Ich weiß es nicht, aber ich finde die drei Wochen Jugendarrest und die zwei Hundert Arbeitsstunden eigentlich für so eine Mittäterschaft oder sie haben ja alle geschwiegen.
Also sie haben ja mitgeholfen, die Leiche in die Weser zu werfen. Und es hat keiner was gesagt. Schon nicht viel, aber wird wahrscheinlich alles strafrechtlich. Wird so korrekt sein. Nicole, die hat die Familie auf das Urteil reagiert. Knapp neun Jahre hat der Täter bekommen. Dafür, dass er einer dreizehnjährigen das Leben genommen hat.
Der Familie, die Tochter, die Schwester. Also die Familie hat vor allen Dingen der Polizei schwere Vorwürfe gemacht. Die haben von Anfang an gesagt, da wird nicht richtig gesucht. Unsere Tochter ist nicht weggelaufen. Und als sich das dann rausgestellt hat, dass dem auch wirklich nicht so war, sondern dass sie getötet wurde, hat die Mutter sich noch mal geäußert und hat wirklich schwere Vorwürfe gegenüber der Polizei erhoben.
Auch die Bielefelder-Initiative Schutzengel hat bei der Bezirksregierung Detmold damals eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. Und die Polizei in Bad Önhausen bekam ... Deswegen auch eine Rüge von der Bezirksregierung und es gab eine interne Umstrukturierung bei solchen Fällen. Dazu muss man sagen, auch wenn die Polizei von Anfang an vernünftig gearbeitet hätte, wäre Lisa nicht zu retten gewesen.
Genau, Lisa war ja an dem Abend schon tot, auch als ihre Mutter dann die Vermisstenanzeige aufgegeben hat, lebte sie nicht mehr. Man hätte sie nicht retten können, aber man hätte das Ganze vielleicht etwas effektiver und ein bisschen ernster. verfolgen müssen. Ja, weil wenn ich mir das vorstelle, meine Tochter ist vierzehn, die ist plötzlich verschwunden, niemand kümmert sich, wird gesagt, ja, die ist abgehauen.
Da muss ja die Hölle sein. Ich glaube, man fühlt sich dann auch relativ allein gelassen. Die Familie war ja selber erst zwei Jahre in Deutschland. Und die Mutter hat sich selber auch Vorwürfe gemacht. Wenn sie nicht die Idee gehabt hätte oder gesagt hätte, wir gehen nach Deutschland, dann würde ihre Tochter noch leben.
Also, das war, glaube ich, nicht einfach. Weißt du, ob die Familie noch in Bad Önausen wohnt? Das weiß ich tatsächlich nicht. Sie haben danach noch eine ganze Zeit dort gewohnt. Lisa ist dort auch beerdigt, aber ob sie dort noch leben, weiß ich nicht. Und der Täter? Der ist ja schon lange wieder auf freiem Fuß.
Der Täter ist schon lange wieder auf freiem Fuß. Was mit aus dem geworden ist, auch das wissen wir nicht. Die Familie tut mir wirklich leid. Ob die das verarbeiten kann? Also geht das überhaupt? Schwierig, glaube ich. Am Abend des neunten April, zwei Tausend Eins, kommt Lisa D. nach einem Treffen mit ihrer Klicke nicht nach Hause.
Die Polizei nimmt die besorgte Familie nicht ernst und geht davon aus, dass die Dreizehnjährige von zu Hause abgehauen ist. Drei Wochen nach dem Verschwinden wird Lisa's Leich am Ufer der Wieser in Portavis-Faliger gefunden. Erst da beginnt die Polizei ernsthaft zu ermitteln. Schließlich gesteht der siebzehnjährige Eugen, Lisa getötet zu haben, weil Sie ihre gemeinsamen Klicke erzählen wollte, dass er sie geküsst hat.
Statt Eugen anzuzeigen, helfen ihm drei Freunde, die Leiche der Dreizehnjährige zu entsorgen. Dafür werden sie zu drei Wochen Juckenstrafe und zwei Hundert Arbeitsstunden verurteilt. Eugen geht wegen Totschlags für acht Jahre und neun Monate in Haft. Und das war es für heute mit dem True Crime Podcast der neuen Westfälischen.
Redaktion hatte Dana Johanna Stoll und im Studio war die Kollegin Nicole Sielermann. Vielen Dank, Nicole. Gerne Birgit. Weitere packende Kriminalfälle aus unserer Region auch jederzeit auf nw.de und in der nw-plus-app in der Serie OVL Crime. Wir freuen uns über Fragen, Anregungen und Kritik zu diesem Podcast und natürlich über Wünsche, welche Ostwestfälle wir demnächst für euch besprechen sollen.
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