PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 370

Börsen fahren Achterbahn

Dienstag, 17. März 2026 · 15 min

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Shownotes

Der Iran-Krieg bleibt das bestimmende Thema an den Finanzmärkten. Hohe Energiepreise, die gesperrte Straße von Hormus und die Sorgen um die Weltwirtschaft belasten die Stimmung an den Finanzmärkten, die Schwankungen bleiben hoch. Wie Anleger damit umgehen sollten, welche Risiken, aber auch Chancen es gibt, analysieren Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer in der aktuellen Folge ihres Börsenpodcasts.

Ein Transkript dieser Episode finden Sie hier: perspektiventogo.podigee.io/370-borsen-fahren-…

Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg. Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.

WICHTIGE HINWEISE: Bei diesen Informationen handelt es sich um Werbung. Diese Texte genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlage- und Anlagestrategieempfehlungen oder Finanzanalysen. Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor beziehungsweise nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die in diesem Text gemachten Angaben stellen keine Anlageempfehlung, Anlageberatung oder Handlungsempfehlung dar, sondern dienen ausschließlich der werblichen Information. Die Angaben ersetzen nicht eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestimmte Beratung. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Bei Prognosen über Finanzmärkte oder ähnlichen Aussagen handelt es sich um unverbindliche Informationen.

Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden.

Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT: Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und zum Umgang mit dem Thema ESG (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = Unternehmensführung) und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft) einem stetigen Wandel unterworfen. Die Auslegung der relevanten gesetzlichen Regelungen ist zudem nicht eindeutig und abschließend. All dies kann dazu führen, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete oder beworbene Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig oder als Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigend nicht erfüllen.

Soweit in dieser Marketinginformation von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Deutschland.

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<b>Deutsche Bank</b> <b>präsentiert Perspektiven To Go.</b> <b>Ihr Audio-Podcast</b> <b>rund um das Thema Börsen.</b> <b>Der Nahost-Konflikt bleibt das bestimmende</b> <b>Thema an den Märkten.</b> <b>Hohe Energiepreise, die gesperrte Straße</b> <b>von Hormus, die Angst</b> <b>um die Weltwirtschaft,</b> <b>die Stimmung an den Finanzmärkten bleibt</b> <b>angespannt, die</b> <b>Schwankungen sind weiterhin</b> <b>hoch.</b> <b>Wie Anleger damit umgehen sollten, welche</b> <b>Risiken, aber auch</b> <b>Chancen es aktuell gibt.</b> <b>Darüber spreche ich mit Uli</b> <b>Stephan von der Deutschen Bank.</b> <b>Mein Name ist Jessica Schwarzer.</b> <b>Damit herzlich willkommen zu einer neuen</b> <b>Ausgabe der Perspektiven To Go.</b>

<b>Uli, seit Ausbruch des Iran-Krieges</b> <b>fahren die Börsen Achterbahn,</b> <b>müssen wir das weiterertragen?</b> <b>Ja, ich befürchte schon, Jessica.</b> <b>Wir wissen alle nicht, wann und welcher</b> <b>Form es ein Ende dieses</b> <b>Krieges um den persischen</b> <b>Golf herum gibt.</b> <b>Und solange ist natürlich jede Meldung,</b> <b>die rauskommt, dazu</b> <b>angezeigt, dass die Märkte</b> <b>in die eine oder andere</b> <b>Richtung bewegt werden.</b> <b>Hoffnung ist einfach da, dass es</b> <b>schneller geht, dass man die Straße von</b> <b>Hormus wieder öffnet.</b> <b>Aber bisher ist das eben nicht der Fall</b> <b>und insofern sind die</b> <b>Volatilitäten sehr hoch</b> <b>an den Märkten.</b>

<b>Hauptgrund dafür sind ja die stark</b> <b>gestiegenen Energiepreise.</b> <b>Wie groß ist die Bedeutung der Region für</b> <b>unsere Versorgung mit</b> <b>Öl und Gas, also unsere</b> <b>hier in Deutschland?</b> <b>Ja, sie ist gar nicht so gravierend hoch.</b> <b>Wir bekommen ungefähr 10 Prozent des</b> <b>Gases aus dem Mittleren</b> <b>Osten durch die Straße von</b> <b>Hormus.</b> <b>Wir kriegen das meiste Gas aus Norwegen</b> <b>und den Vereinigten</b> <b>Staaten von Amerika mittlerweile.</b> <b>Natürlich bekommen wir</b> <b>auch Öl aus dieser Region.</b> <b>Wir sind aber deutlich gasabhängiger.</b> <b>Also es ist nicht ein direktes</b> <b>Knappheitsthema für Europa, aber es ist</b> <b>natürlich ein Preisthema,</b>

<b>dass sich die Preise dann nach dem</b> <b>Weltmarkt richten, weil</b> <b>ganz überwiegend Öl und Gas</b> <b>durch die Straße von Hormus</b> <b>nach Asien transportiert wird.</b> <b>Und ja, wenn man dann auf dem Weg nach</b> <b>Asien mehr verdienen</b> <b>kann, dann macht man das eben</b> <b>und die Preise steigen entsprechend.</b> <b>Das ist, wenn mich auch meine nächste</b> <b>Frage, wie es mit anderen</b> <b>Ländern und Regionen aussieht,</b> <b>wer ist da eben Profiteur</b> <b>und wer leidet besonders?</b> <b>Also zunächst mal, Jessica, ist das</b> <b>wirklich insgesamt keine gute Situation</b> <b>für die Weltwirtschaft?</b> <b>Das muss man einfach so sagen.</b> <b>Der Mittlere Osten ist hier die Straße</b>

<b>von Hormus, vor allen Dingen sehr</b> <b>entscheidend für die</b> <b>Versorgung der Welt mit Energie, aber</b> <b>auch Energie lastigen</b> <b>Vorprodukten, wenn man so will.</b> <b>Ich habe beispielsweise gelesen, dass</b> <b>jetzt eine der größten,</b> <b>wenn nicht die weltgrößte,</b> <b>Schmelze für Aluminium in Bahrain die</b> <b>Forten schließt, weil man</b> <b>eben dieses Aluminium gar</b> <b>nicht mehr abtransportieren kann bzw. das</b> <b>Bauxit nicht mehr nach Bahrain</b> <b>transportiert werden</b> <b>kann.</b> <b>Also es hat schon Auswirkungen für die</b> <b>ganze Welt insgesamt.</b> <b>In Asien, Indien hat schon wirklich sehr</b> <b>darauf hingedeutet, dass</b> <b>man hier dringend wieder</b>

<b>vor allen Dingen auch Gas</b> <b>braucht, natürlich auch Öl.</b> <b>Das Gleiche gilt für</b> <b>Taiwan, Korea, Japan, China.</b> <b>Also das ist schon ein Thema.</b> <b>Die USA sind relativ unberührt davon,</b> <b>weil sie ja ein ganz</b> <b>großer Produzent von Öl und</b> <b>Gas sind und man wird natürlich sehen,</b> <b>inwieweit sich auch</b> <b>Russland über die höheren Preise</b> <b>freuen kann, vor allen Dingen, weil ja</b> <b>die Sanktionen zumindest</b> <b>mal von US-Seite leicht</b> <b>gelockert worden sind.</b> <b>Also hat der Krieg ja logischerweise dann</b> <b>auch massive Auswirkungen auf das</b> <b>Weltwirtschaftswachstum.</b> <b>Erste Institute haben ja schon ihre</b> <b>Prognosen ein bisschen gesenkt.</b>

<b>Wie schlimm wird es?</b> <b>Ja, das ist natürlich davon abhängig, wie</b> <b>lange dieser Konflikt</b> <b>anhält und wie lange</b> <b>die Versorgung vor allen Dingen mit</b> <b>Energie nicht stattfindet,</b> <b>gestoppt ist in kleinerer</b> <b>Zahl oder zu wesentlich</b> <b>höheren Preisen stattfindet.</b> <b>Schwer zu sagen, es hat allerdings jetzt</b> <b>schon Auswirkungen, vor</b> <b>allen Dingen auf der Gasseite.</b> <b>Also man sieht, dass Öl, sogenannte</b> <b>Backwardation, handelt.</b> <b>Das heißt, die Preise</b> <b>sind kurzfristig sehr hoch.</b> <b>Die Terminkurse Richtung zweite Halbjahr</b> <b>und vor allen Dingen</b> <b>Jahresende fallen aber dann</b> <b>doch wieder recht deutlich.</b>

<b>Also hier geht der Markt davon aus, dass</b> <b>dieser Konflikt endlich</b> <b>ist und dass vor allen Dingen</b> <b>im zweiten Halbjahr dann die Versorgung</b> <b>wieder normal sein wird.</b> <b>Bei der Gasversorgung sieht das anders</b> <b>aus, denn die europäischen</b> <b>Speicher sind ausgesprochen</b> <b>niedrig gefüllt für Europa</b> <b>insgesamt unter 30 Prozent.</b> <b>Für Deutschland nur gut 20 Prozent.</b> <b>Also werden wir auch über den Sommer und</b> <b>im Herbst natürlich</b> <b>eine große Nachfrage nach</b> <b>Gas sehen, um die Speicher wieder</b> <b>auffüllen zu können.</b> <b>Und deswegen ist zumindest was die</b> <b>Terminkurse angeht an der Börse.</b> <b>Der Gaspreis nicht fallend, sondern</b>

<b>bleibt in etwa auf dem</b> <b>Niveau, was wir im Moment sehen.</b> <b>Und das ist eben doch erheblich über dem,</b> <b>was wir vor dem Konflikt gesehen haben.</b> <b>Und wenn sich die Situation nicht</b> <b>beruhigt, dann steigt ja</b> <b>unweigerlich auch die Gefahr</b> <b>einer höheren Inflation.</b> <b>Was glaubst du, wie die</b> <b>Notenbanken reagieren würden?</b> <b>Was ist da im Augenblick</b> <b>erwartet oder eingepreist?</b> <b>Ja, also die Inflationserwartungen, die</b> <b>auch an der Börse gepreist werden, sind</b> <b>schon deutlich angezogen.</b> <b>Vor allen Dingen auf kurze Sicht.</b> <b>Also da ist sozusagen spiegelbildlich,</b> <b>was wir auch am Ölmarkt sehen.</b> <b>Man erwartet dann eben auch hier, dass</b>

<b>der Konflikt enden wird</b> <b>und damit natürlich auch</b> <b>die Preise wieder runtergehen.</b> <b>Aber Inflationserwartungen für die USA,</b> <b>3%, für Europa sogar über 3%.</b> <b>Also da sieht man das schon, auf ein Jahr</b> <b>gesehen, da ist schon was passiert.</b> <b>Und insofern preist der Markt im Moment.</b> <b>Da muss man immer vorsichtig sein, weil</b> <b>der Markt da auch sehr schnell hin und</b> <b>her springt natürlich.</b> <b>Aber er preist momentan nur noch einen</b> <b>Zinsschritt der</b> <b>amerikanischen Notenbank nach unten ein.</b> <b>Wir werden ja auch einen neuen</b> <b>Notenbank-Gouverneur</b> <b>haben mit Kevin Walsh.</b> <b>Also mal gucken, ob</b> <b>das denn dann so kommt.</b>

<b>Unsere Prognose werden immer noch zwei</b> <b>Zinsschritte in den Vereinigten Staaten,</b> <b>weil auch der Arbeitsmarkt,</b> <b>sagen wir mal, schwach läuft.</b> <b>Auf der europäischen Seite preist der</b> <b>Markt im Moment sogar</b> <b>einen Zinsschritt nach oben</b> <b>für die Europäische Zentralbank ein.</b> <b>Und es wird deswegen sehr spannend sein</b> <b>zu beobachten, wie</b> <b>sich in den nächsten Tagen</b> <b>kommen ja alle großen</b> <b>Notenbanken sich äußern werden.</b> <b>Vor allen Dingen in den Pressekonferenzen</b> <b>zu den</b> <b>Inflationserwartungen und vor allen Dingen</b> <b>dann auch zu einer</b> <b>potentiellen Geldpolitik.</b> <b>Ich würde nicht erwarten, dass viel</b>

<b>passiert, sondern man wird sagen, dass</b> <b>man weiter beobachtet</b> <b>und datenabhängig dann bei der nächsten</b> <b>Sitzung entscheidet.</b> <b>Hätten in dieser ganzen Gemengelage die</b> <b>Börsenkurse nicht eigentlich</b> <b>viel stärker reagieren müssen?</b> <b>Das weiß ich nicht.</b> <b>Ich finde, sie haben ziemlich stark</b> <b>reagiert, allerdings</b> <b>nicht auf der Oberfläche,</b> <b>sondern wieder darunter</b> <b>in den einzelnen Sektoren.</b> <b>Also wir leben sozusagen die</b> <b>Rückabbildung der Revision,</b> <b>wenn ich das so sagen darf.</b> <b>Wir haben am Jahresanfang gesehen, dass vor</b> <b>allen Dingen Technik,</b> <b>insbesondere Software sehr stark</b> <b>unter die Räder gekommen ist.</b>

<b>Da ging es um das Thema hohe</b> <b>Investitionen, sinkende Cash Flows,</b> <b>zunehmende Disruption.</b> <b>Auf der anderen Seite sind eben</b> <b>europäische Versorger zum</b> <b>Beispiel sehr stark gestiegen.</b> <b>Insgesamt auf der Wachstums. Auf der Seite der Wachstumsaktien</b> <b>war es am Jahresanfang schwächer.</b> <b>Die Value-Aktion haben besser performt.</b> <b>Und das hat sich seit Anfang März ein</b> <b>Stück weit ins Gegenteil</b> <b>verkehrt, also umgekehrt.</b> <b>Und dadurch, dass die Sektoren so</b> <b>unterschiedlich reagieren, hat</b> <b>natürlich dann auch der Markt</b> <b>auf einer aggregierten Ebene weniger stark</b> <b>reagiert, weil das eine</b> <b>sozusagen das andere kompensiert.</b>

<b>Aber du hast schon recht, insgesamt hat</b> <b>auch der MSCI World All</b> <b>Countries 5,3% abgegeben</b> <b>im Monat März und liegt damit jetzt fürs</b> <b>Gesamtjahr minus 1,2%.</b> <b>Also sicherlich auch auf einer</b> <b>aggregierten Ebene insgesamt</b> <b>negativ, wenn gleich wie gesagt</b> <b>das Meiste davon jetzt</b> <b>im März passiert ist.</b> <b>Wie sollten Anleger</b> <b>denn darauf reagieren?</b> <b>Muss ich dann auch ein bisschen meine</b> <b>Favoriten wechseln oder</b> <b>bleibe ich einfach in meinen</b> <b>breit streuenden ETFs und gehe da durch ja</b> <b>Augen zu und durch eben?</b> <b>Ja, es ist natürlich ganz schwer zu</b> <b>sagen, wie diese Situation weitergeht.</b> <b>Also wenn man sozusagen in Szenarien</b>

<b>denkt, müsste man sagen,</b> <b>wer an eine schnelle Lösung</b> <b>dieses Krieges glaubt oder zumindest</b> <b>glaubt, dass die Straße</b> <b>von Hormus kurzfristig wieder</b> <b>befahrbar sein wird.</b> <b>Der sollte tatsächlich auf zyklische</b> <b>Werte setzen, überhaupt</b> <b>Aktien dann übergewichten.</b> <b>Wer glaubt, dass das nicht der Fall ist,</b> <b>sollte eher auf</b> <b>defensive Werte schauen, also</b> <b>auch gerade Energieversorger sicherlich,</b> <b>aber auch im</b> <b>Rentenbereich dann aktiv werden und</b> <b>wahrscheinlich ein Übergewicht eher in</b> <b>den USA halten im Vergleich zu Europa.</b> <b>Wer optimistischer ist, der sollte dann</b> <b>Europa und vor allem</b>

<b>Asien, was ja auch sehr</b> <b>gelitten hat unter diesen</b> <b>Entwicklungen präferieren.</b> <b>Wenn du sagst im Rentenbereich aktiv</b> <b>werden, welche Anleihen</b> <b>würde ich mir dann anschauen?</b> <b>Ja, ich finde es bemerkenswert, dass im</b> <b>Bereich der</b> <b>Unternehmensanleihen die Spreads relativ</b> <b>moderat auseinander gelaufen sind.</b> <b>Das Zinsniveau insgesamt ist natürlich</b> <b>nach oben gegangen,</b> <b>aber das sieht mittlerweile</b> <b>wieder einigermaßen attraktiv aus, vor</b> <b>allen Dingen im Bereich</b> <b>der besseren Bonitäten.</b> <b>Ich würde aber auch</b> <b>Staatsanleihen beimischen.</b> <b>Wir haben mittlerweile Bundesanleihen im</b> <b>zehnjährigen Bereich,</b>

<b>die bei fast 3% notieren.</b> <b>Da werden eben die Inflationserwartungen</b> <b>momentan eingepreist in</b> <b>Italien, in Frankreich oder</b> <b>auch in Großbritannien sind die Renditen</b> <b>noch höher und damit ein</b> <b>Stück weit attraktiver.</b> <b>Auch US-Treasuries, dann ist man aber</b> <b>natürlich dollarinvestiert,</b> <b>genauso wie in Großbritannien</b> <b>im Pfund.</b> <b>Kriegt man Renditen, die</b> <b>mittlerweile fast 4,3% wieder sind.</b> <b>Das könnte schon sein, dass man hier zu</b> <b>den relativ hohen</b> <b>Zinsen auch noch Kursgewinne</b> <b>mitnimmt, sollte dieser Konflikt enden</b> <b>und vor allen Dingen</b> <b>sollte er relativ bald enden.</b> <b>Lass uns auch noch auf die Rohstoffmärkte</b>

<b>schauen, also vor</b> <b>allem auf die Edelmetalle.</b> <b>Wir haben ja schon auf den Ölpreis und</b> <b>den Gaspreis geschaut,</b> <b>aber lass uns auf Gold</b> <b>schauen.</b> <b>Das stand dem zuletzt auch im Fokus der</b> <b>Anleger und hat nicht</b> <b>immer ganz so reagiert, wie man</b> <b>erwartet hätte, oder?</b> <b>Das liegt aus meiner Sicht aber am</b> <b>Dollar, der eben wieder</b> <b>recht fest geworden ist und</b> <b>da Gold ja typischerweise in Dollar</b> <b>notiert, ist es dann in</b> <b>Dollar, naja so in etwa auf</b> <b>diesem Niveau geblieben.</b> <b>Ich finde schon, wenn man in Euro guckt,</b> <b>hat es einen gewissen</b> <b>sicheren Hafen immer noch</b> <b>gespielt.</b> <b>Allerdings haben wir ja auch im Vorfeld</b>

<b>immer wieder gesagt, dass</b> <b>Gold nicht nur von Notenbanken</b> <b>gekauft wird, sondern eben auch von</b> <b>Anlegern als Absicherung,</b> <b>sogenannte Hedges genommen</b> <b>worden ist für Investitionen im</b> <b>Aktienmarkt, vor allen Dingen im Bereich</b> <b>der Technologieaktien.</b> <b>Und verkauft man eben Aktien, dann</b> <b>verkauft man eben auch</b> <b>seine Absicherung und damit</b> <b>ist Gold ein Stück weit unter Druck</b> <b>gekommen, allein aus der Fragestellung.</b> <b>Ich brauche eben Liquidität in diesen</b> <b>unsicheren Zeiten, weil</b> <b>ich weiß noch nicht, wann ich</b> <b>wieder zukaufen möchte.</b> <b>Apropos unsichere Zeiten, es drohen schon</b> <b>wieder neue Zölle von Donald Trump.</b>

<b>Was ist da los?</b> <b>Wie soll ich das sagen?</b> <b>Der Oberste Gerichtshof der Supreme Court</b> <b>hat ja gegen die bisher</b> <b>erhobenen Zölle gestimmt.</b> <b>Es gibt einige Verfahren jetzt in den</b> <b>Vereinigten Staaten, um</b> <b>die Gelder zurückzuholen.</b> <b>Mal gucken, wie das weitergeht.</b> <b>Aber mit dem Urteil des Supreme Courts</b> <b>hat eben die Politik</b> <b>sofort reagiert und hat eine</b> <b>andere rechtliche</b> <b>Grundlage für Zölle erhoben.</b> <b>Diese gilt aber nur für 150 Tage und</b> <b>insofern diskutiert man</b> <b>gerade in den USA, ob es eine</b> <b>Zustimmung des Kongresses gibt oder man</b> <b>nochmal eine andere</b> <b>rechtliche Grundlage finden muss.</b>

<b>Der Finanzminister Scott Bessent hat</b> <b>gesagt, dass die Zölle in</b> <b>jedem Falle auf dem Niveau</b> <b>bleiben werden, was eben ursprünglich</b> <b>verhandelt worden war.</b> <b>Mal gucken, wie die Europäer reagieren.</b> <b>Sie haben ja gesagt, sie wollen bei dem</b> <b>Abkommen bleiben, haben aber die</b> <b>Ratifizierung im Moment</b> <b>ausgesetzt.</b> <b>Also da wird es sicherlich weiterhin</b> <b>Diskussionen und auch Unruhe geben im</b> <b>Bereich des internationalen</b> <b>Handels und der Zölle.</b> <b>Irgendwie scheint es, als ob es im</b> <b>Augenblick überhaupt</b> <b>keine guten Nachrichten an den</b> <b>Märkten gibt.</b> <b>Von der Autoindustrie in Deutschland</b> <b>kommen sie auch nicht.</b>

<b>Aber gibt es vielleicht sonst positive</b> <b>Impulse von der</b> <b>Berichtssaison in Deutschland und</b> <b>Europa?</b> <b>Die Berichtssaison läuft nach wie vor gut, ist</b> <b>aber natürlich ein</b> <b>Stück weit Rückspiegel, weil</b> <b>wir über das vierte</b> <b>Quartal in 2025 reden.</b> <b>Da waren die Erwartungen sehr gut.</b> <b>Auch die Ausblicke waren sehr gut.</b> <b>Das ist aber, wie gesagt,</b> <b>fast alles noch Rückspiegel.</b> <b>Und man muss gucken, wie jetzt die</b> <b>Unterbrechungen im Handel,</b> <b>Stichwortstraße von Hormus, aber</b> <b>auch die deutlich gestiegenen</b> <b>Energiepreise nicht nur auf</b> <b>das direkte Geschäft, sondern</b> <b>eben auch auf die Stimmung wirken.</b>

<b>Es kann ja durchaus sein und ich würde</b> <b>sogar sagen, es ist</b> <b>wahrscheinlich, dass diese</b> <b>Unsicherheiten dazu führen, dass die</b> <b>privaten Haushalte, privaten</b> <b>Konsumenten weniger kaufen,</b> <b>weniger nachfragen und auch</b> <b>Investitionsentscheidungen möglicherweise</b> <b>ein Stück weit zurückgestellt</b> <b>werden.</b> <b>Und insofern würde ich schon erwarten,</b> <b>dass wir ein etwas</b> <b>schwächeres Wachstum sehen,</b> <b>dass wir auf der volkswirtschaftlichen</b> <b>Seite wahrscheinlich aber</b> <b>auch bei den Unternehmensgewinnen</b> <b>zumindest als erwartet worden war.</b> <b>Und die Ausblicke eben auch eher etwas</b> <b>vorsichtiger werden.</b> <b>Also erst mal kein</b>

<b>Licht am Ende des Tunnels?</b> <b>Das will ich so nicht sagen.</b> <b>Es ist eben genau die Frage, wie lange</b> <b>dieser Konflikt anhält.</b> <b>Da bin ich aber nicht involviert.</b> <b>Da kann ich wenig zu sagen.</b> <b>Ich wäre im Moment noch etwas vorsichtig.</b> <b>Ich würde sozusagen nicht in die</b> <b>Volatilität möglicherweise in das</b> <b>fallende Messer hineingreifen,</b> <b>sondern würde warten, bis</b> <b>wir eine Bodenbildung sehen.</b> <b>Dann verpasst man wahrscheinlich ein paar</b> <b>Prozentpunkte auf der Upside.</b> <b>Das wird möglicherweise</b> <b>dann sehr schnell gehen.</b> <b>Aber als Risikomanager würde ich da ein</b> <b>Stück weit zu warten.</b> <b>Wer einen langen Zeithorizont hat, wer</b>

<b>die Volatilitäten</b> <b>aushalten kann, der kann sicherlich</b> <b>auch jetzt schon auf der einen oder</b> <b>anderen Seite versuchen,</b> <b>in den Markt hineinzugehen.</b> <b>Aber wie gesagt, da muss man Geduld haben</b> <b>und man muss sicherlich</b> <b>auch die Volatilitäten</b> <b>aushalten können.</b> <b>Und wie immer liegen Chance und Risiko</b> <b>sehr nah beieinander.</b> <b>Vielen Dank für diese Perspektiven To Go.</b>

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