PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 371
Anlagestrategien gegen die aktuelle Krise
Mittwoch, 25. März 2026 · 16 min
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Shownotes
Welche Anlagestrategien helfen gegen die aktuelle Krise? Value, Quality, Momentum, Dividend, Size: Mit diesen Strategien verbinden viele Investoren die Hoffnung, langfristig besser als der Markt abzuschneiden. Funktioniert das? Kann man den Markt wirklich schlagen? Welche Modelle und Hypothesen, Chancen und Risiken es gibt, analysieren Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer.
Ein Transkript dieser Episode finden Sie hier: perspektiventogo.podigee.io/371-anlagestrategi…
Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg. Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.
WICHTIGE HINWEISE: Bei diesen Informationen handelt es sich um Werbung. Diese Texte genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlage- und Anlagestrategieempfehlungen oder Finanzanalysen. Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor beziehungsweise nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die in diesem Text gemachten Angaben stellen keine Anlageempfehlung, Anlageberatung oder Handlungsempfehlung dar, sondern dienen ausschließlich der werblichen Information. Die Angaben ersetzen nicht eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestimmte Beratung. Die Information ist mit größter Sorgfalt erstellt worden. Bei Prognosen über Finanzmärkte oder ähnlichen Aussagen handelt es sich um unverbindliche Informationen.
Soweit hier konkrete Produkte genannt werden, sollte eine Anlageentscheidung allein auf Grundlage der verbindlichen Verkaufsunterlagen getroffen werden.
Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.
ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT: Derzeit fehlt es an einheitlichen Kriterien und einem einheitlichen Marktstandard zur Bewertung und Einordnung von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten als nachhaltig. Dies kann dazu führen, dass verschiedene Anbieter die Nachhaltigkeit von Finanzdienstleistungen und Finanzprodukten unterschiedlich bewerten. Zudem sind die gesetzlichen Vorgaben zur Offenlegung der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien und zum Umgang mit dem Thema ESG (Environment = Umwelt, Social = Soziales, Governance = Unternehmensführung) und Sustainable Finance (nachhaltige Finanzwirtschaft) einem stetigen Wandel unterworfen. Die Auslegung der relevanten gesetzlichen Regelungen ist zudem nicht eindeutig und abschließend. All dies kann dazu führen, dass gegenwärtig als nachhaltig bezeichnete oder beworbene Finanzdienstleistungen und Finanzprodukte die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Qualifikation als nachhaltig oder als Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigend nicht erfüllen.
Soweit in dieser Marketinginformation von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Deutschland.
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<b>Deutsche Bank</b> <b>präsentiert Perspektiven To Go.</b> <b>Ihr Audio-Podcast</b> <b>rund um das Thema Börse.</b> <b>Value, Quality, Momentum, Dividend, Size.</b> <b>Mit diesen Strategien verbinden viele</b> <b>Investoren die Hoffnung,</b> <b>langfristig besser als der</b> <b>Markt abzuschneiden.</b> <b>Funktioniert das wirklich?</b> <b>Welche Chancen und Risiken gibt es?</b> <b>Und welche Anlagestrategien</b> <b>helfen gegen die aktuelle Krise?</b> <b>Darüber spreche ich mit Uli</b> <b>Stephan von der Deutschen Bank.</b> <b>Mein Name ist Jessica Schwarzer.</b> <b>Damit herzlich willkommen zu einer neuen</b> <b>Folge der Perspektiven To Go.</b> <b>Uli, günstige Titel, profitable</b> <b>Unternehmen oder zuletzt gut</b>
<b>gelaufene Aktien, also Value,</b> <b>Quality, Momentum.</b> <b>Das soll über einen langen Zeitraum</b> <b>besser sein als der Markt.</b> <b>Stimmt das überhaupt?</b> <b>Da bin ich durchaus skeptisch.</b> <b>Also man sieht es</b> <b>beispielsweise in diesem Jahr wieder.</b> <b>Am Anfang des Jahres ist Value deutlich</b> <b>besser gelaufen als Wachstum.</b> <b>Mittlerweile hat sich das ein Stück weit</b> <b>ins Gegenteil verkehrt.</b> <b>Es liegt natürlich auch daran, dass die</b> <b>Wachstumsaktien in den</b> <b>Vorjahren extrem gut gelaufen waren,</b> <b>mittlerweile teuer sind</b> <b>und so weiter und so fort.</b> <b>Aber ich bin skeptisch, dass man</b> <b>langfristig, systematisch</b> <b>den Markt schlagen kann.</b>
<b>Da habe ich einfach sehr viele</b> <b>verschiedene Modelle mir angeguckt im</b> <b>Zuge der Überprüfung</b> <b>der Effizienzmarkthypothese.</b> <b>Und wenn die Effizienzmarkthypothese zwei</b> <b>Implikationen hat, dann ist</b> <b>die, dass der Preis immer richtig</b> <b>ist, wahrscheinlich heute abzulehnen.</b> <b>Aber die Hypothese, dass der beste</b> <b>Schätzer für den Kurs von</b> <b>morgen, der Kurs von heute</b> <b>ist, das stimmt, glaube ich.</b> <b>Also man kann zumindest auf kurzer und</b> <b>mittlere Frist kaum Prognosen machen.</b> <b>Es ist aber so, dass wir am Kapitalmarkt</b> <b>oder in der</b> <b>Kapitalmarkttheorie würde man von einem</b> <b>Submartingale reden oder</b> <b>von einer positiven Drift.</b>
<b>Wir haben natürlich Wachstum und dieses</b> <b>Wachstum tendiert dann nach</b> <b>oben und der Markt oszilliert</b> <b>um dieses Wachstum herum.</b> <b>So und dann muss man eben gucken, dass</b> <b>man die Unternehmen</b> <b>kauft und da bin ich schon</b> <b>ein Stück weit bei dir, Jessica, bei</b> <b>Qualität, bei</b> <b>Wachstumsaktien, die eben genau</b> <b>diese Kriterien erfüllen.</b> <b>Aber dann kann ich immer noch nicht genau</b> <b>sagen, wo was wann ist.</b> <b>Ich kann nur davon ausgehen, dass es eben</b> <b>langfristig nach oben geht.</b> <b>Aber es gibt ja schon Strategien, die in</b> <b>bestimmten Marktphasen</b> <b>besser laufen als andere oder</b> <b>eben auch mal Ruhe in mein Depot bringen.</b>
<b>Also ich selber mache ja dieses</b> <b>Faktor-Investing, kombiniere verschiedene</b> <b>Bausteine und mitunter</b> <b>ist es ja schon gut, Qualitätsaktien in</b> <b>stürmischen Zeiten zu haben,</b> <b>weil es die vielleicht nicht</b> <b>so zerlegt in einer Wirtschaftskrise.</b> <b>Also die Unternehmen, ist das eine</b> <b>falsche Strategie, die ich da fahre?</b> <b>Nein, gar nicht.</b> <b>Die Frage ist, ob man das Timing dann</b> <b>wirklich so gut hinbekommt oder ob man</b> <b>nicht von vornherein</b> <b>sagt, ich versuche es mit mehreren dieser</b> <b>Strategien, um einfach</b> <b>auch hier nochmal eine</b> <b>gewisse Diversifikation zu haben.</b> <b>Wie gesagt, ich würde auch nicht davon</b>
<b>ausgehen, dass man sich zu sehr</b> <b>diversifiziert, dann</b> <b>kann man auch wieder einfach den Markt</b> <b>kaufen, dann ist es preiswerter.</b> <b>Aber gerade diese Strategien haben</b> <b>natürlich diese Tendenz</b> <b>eben zu dem, was ich vorhin</b> <b>beschrieben habe, Wachstum</b> <b>und so weiter und so fort.</b> <b>Das sind natürlich Qualitätstitel, das</b> <b>sind Titel, die</b> <b>nachhaltig über längere Frist</b> <b>gute Dividende ausgeschüttet haben und</b> <b>man davon ausgehen kann,</b> <b>dass das auch in Zukunft</b> <b>sein wird.</b> <b>Momentum ist eine Idee, die am</b> <b>Kapitalmarkt funktioniert.</b> <b>Also wenn der Kapitalmarkt sozusagen</b> <b>einmal ein Trend</b>
<b>aufgenommen hat, dann dauert er</b> <b>oft länger, als man das</b> <b>vielleicht vermuten würde.</b> <b>Und insofern kann man das schon machen.</b> <b>Das Timing dann von der einen Strategie</b> <b>in die andere zu</b> <b>wechseln, das dürfte allerdings</b> <b>nicht allzu einfach sein.</b> <b>Das tue ich gar nicht, ich kombinier sie</b> <b>einfach und lasse es laufen.</b> <b>Aber kommen wir jetzt mal auf die</b> <b>einzelnen Strategien, was</b> <b>gerade die Momentum-Strategie</b> <b>angesprochen.</b> <b>Die zielt auf Aktien, die in den</b> <b>vergangenen Monaten sich</b> <b>besonders gut entwickelt haben.</b> <b>Das heißt ja eigentlich, dass ich damit</b> <b>ein Trendfolger bin und</b> <b>im Zweifel, wenn ich jetzt</b>
<b>erst eine Momentum-Strategie kaufe, das</b> <b>kann man ja auch mit</b> <b>ETFs und Fonds machen oder</b> <b>Einzelaktien, renne ich dann nicht</b> <b>eigentlich dem Trend</b> <b>hinterher und klappt das wirklich?</b> <b>Der Trend hält eben oft</b> <b>länger, als man das erwartet hat.</b> <b>Ich meine, wir reden seit, ich weiß</b> <b>nicht, Ausbruch von</b> <b>Corona, dass Technologieaktien,</b> <b>die Magnificent Seven und so</b> <b>weiter und so fort teuer sind.</b> <b>Und das hat eben doch mehrere Jahre</b> <b>getragen, bis es jetzt</b> <b>zuletzt durch die Diskussion</b> <b>um Investitionen, um Cash flows, um die</b> <b>Frage Disruption und ob</b> <b>sich diese hohen Investitionen</b> <b>tragen, ein bisschen in die andere</b>
<b>Richtung gegangen ist.</b> <b>Das ist aber nicht entschieden.</b> <b>Also man muss auch hier wieder sagen,</b> <b>dass die Technologie natürlich</b> <b>hervorragend berichtet</b> <b>hat in der Berichtssaison und sollten</b> <b>sich diese Investitionen</b> <b>tatsächlich als Wachstumstreiber</b> <b>herausstellen, dann hat man</b> <b>möglicherweise falsch</b> <b>reagiert, wenn man jetzt verkauft hat.</b> <b>Aber wie gesagt, das können wir heute</b> <b>noch nicht abschließend beurteilen.</b> <b>Das müssen wir einfach sehen.</b> <b>Aber insgesamt sieht man, dass solche</b> <b>Trends länger dauern, als</b> <b>man das am Anfang vermutet</b> <b>und insofern kann man sicherlich ein</b> <b>Stück weit da der Herde hinterherlaufen.</b>
<b>Das ist ein Muster, was tatsächlich an</b> <b>den Kapitalmärkten funktioniert.</b> <b>Aber du hast es schon angesprochen.</b> <b>Im Augenblick ist da eben auch diese</b> <b>Sorge um hohe Investitionen</b> <b>in künstliche Intelligenz,</b> <b>um die Folgen auf</b> <b>unterschiedlichste Geschäftsmodelle.</b> <b>Und das hat ja schon eine Menge Anleger,</b> <b>ihre Depots</b> <b>zwischenzeitlich umschichten lassen</b> <b>und auf einmal lief Value</b> <b>wieder, die Substanzaktien.</b> <b>Heißt das dann, wenn so ein Trend endet,</b> <b>dann kommt nicht sofort</b> <b>der nächste Trend, das</b> <b>nächste Momentum, sondern man geht dann</b> <b>auf Nummer sicher und</b> <b>setzt dann eher auf die</b>
<b>Substanzaktien?</b> <b>Ja, wie gesagt, also erstens waren</b> <b>natürlich die Technologie- und</b> <b>Wachstumsaktien relativ</b> <b>teuer mittlerweile.</b> <b>Sie sind über Jahre gelaufen.</b> <b>Dann kam jetzt diese Diskussion um die</b> <b>Investition, die wir ja</b> <b>auch schon ein bisschen länger</b> <b>haben.</b> <b>Die Diskruption dazu.</b> <b>Da gab es einige Studien, die das Ganze</b> <b>noch einmal verschärft</b> <b>haben und die Anleger haben</b> <b>dann gesagt, na ja gut, dann gucken wir</b> <b>uns doch mal an, was</b> <b>eben noch nicht so gut</b> <b>gelaufen ist, was aber vielleicht</b> <b>trotzdem eine ordentliche Qualität hat.</b> <b>Weil man muss ja auch diese ganzen</b>
<b>Hyperscaler und so weiter</b> <b>und so fort mit Vorprodukten,</b> <b>mit Endprodukten, mit</b> <b>Strom und so weiter versorgen.</b> <b>Und wie sieht es denn da aus?</b> <b>Und wenn da die Titel dann doch deutlich</b> <b>preiswerter sind, dann hat</b> <b>eben eine solche Umschichtung</b> <b>stattgefunden.</b> <b>Die Frage ist, wie lange trägt sie?</b> <b>Das kann dir heute</b> <b>keiner wirklich beantworten.</b> <b>Wir sehen jetzt mit dem Konflikt in</b> <b>Middle East, aber das</b> <b>würde ich auch noch nicht als</b> <b>Trend beschreiben wollen, dass dadurch</b> <b>aus eine Umkehr auch mal möglich ist.</b> <b>Das ist dann eine Frage von Fristigkeit.</b> <b>Ich würde wahrscheinlich eine gute</b>
<b>Mischung bevorzugen auf</b> <b>der einen Seite auf Wachstum</b> <b>setzen dort, wo ich glaube, dass nicht so</b> <b>stark disruptiert wird</b> <b>bzw. dass die Unternehmen</b> <b>eine Chance haben, auch ihre</b> <b>Investitionen wieder über Gewinne</b> <b>einfahren zu können.</b> <b>Und auf der anderen Seite eben gucken, wo</b> <b>ich im Value-Bereich</b> <b>bei Unternehmen bin, die</b> <b>von diesen ganzen</b> <b>Entwicklungen profitieren können.</b> <b>Lass uns doch mal schauen, wer</b> <b>auf welche Kennzahlen schaut.</b> <b>Bei Value ist ja viel Kursbuchwälder-</b> <b>verhältnis, Kursgewinnverhältnis.</b> <b>Was ist dann noch entscheidend?</b> <b>Ja, Jessica, in der Kapitalmarkttheorie</b>
<b>würde man Value einfach</b> <b>als die Aktien oder Sektoren</b> <b>bezeichnen, die preiswert sind.</b> <b>Und das wird</b> <b>typischerweise am PI festgemacht.</b> <b>Man kann natürlich auch andere</b> <b>Indikatoren hinzuzählen,</b> <b>Preisbuch usw. und sofort, die</b> <b>mir zeigen, dass ein Sektor billig ist.</b> <b>Da muss man ein bisschen aufpassen, weil</b> <b>es gibt manchmal auch</b> <b>Gründe, warum etwas preiswert</b> <b>ist.</b> <b>Wir haben ja auch an dieser Stelle schon</b> <b>öfter beispielsweise</b> <b>über die Automobilindustrie</b> <b>gesprochen und dass da</b> <b>strukturelle Veränderungen sind.</b> <b>Und die muss man dann eben auch mit</b> <b>einberechnen und sich</b> <b>fragen, ist dieser Sektor, dieser</b>
<b>Titel preiswert, weil er im Moment an der</b> <b>Börse keine Beachtung findet oder gibt es</b> <b>Gründe, gute Gründe, warum</b> <b>ein solcher Titel billig ist.</b> <b>Wovor Anleger sich hüten sollen, ist zu</b> <b>denken, dass sie jeweils</b> <b>schlauer sind als der Markt.</b> <b>Also da wäre ich ganz vorsichtig.</b> <b>Das kann ich sozusagen aus 30 Jahren</b> <b>Beschäftigung mit der</b> <b>Börse wirklich sagen.</b> <b>Sich für schlauer zu halten, ist oft</b> <b>nicht wirklich angezeigt.</b> <b>Das ist ja auch der Grund, warum Warren</b> <b>Buffett der bekannteste</b> <b>Valueanleger, auch wenn gerade</b> <b>in Rente gegangen, warum der immer auf</b> <b>sogenannte Burggraben Aktien gesetzt hat.</b>
<b>Sie sollten einmal natürlich günstig</b> <b>bewertet sein, aber auf der anderen</b> <b>Seite, das Geschäftsmodell</b> <b>eben auch ein gewissen Burggraben,</b> <b>gewisse Wettbewerbsvorteile etc.</b> <b>pp haben.</b> <b>Ja genau, also das ist ja das typische</b> <b>Investment, was Warren</b> <b>Buffett getätigt hat seit Leben</b> <b>lang.</b> <b>Er hat eben geguckt, wie ist das</b> <b>Geschäftsmodell, aber auch</b> <b>wie ist das Management, wo sind</b> <b>die Absatzmärkte und so weiter.</b> <b>Da ist er doch tief in die</b> <b>Fundamentaldaten eines solchen</b> <b>Unternehmens eingestiegen.</b> <b>Das war nicht nur mal eben geguckt, wie</b> <b>ist das PI oder sowas,</b> <b>sondern es kommt eben</b>
<b>wirklich drauf an, ja auf all diese Dinge</b> <b>wie ist</b> <b>Geschäftsmodell, wie ist das Management</b> <b>aufgestellt, was sind die Märkte, was</b> <b>sind die Produkte und</b> <b>dann hat er gesagt, da sehe</b> <b>ich Potenzial.</b> <b>Dieser Wert dieses Unternehmen ist aus</b> <b>meiner Sicht nicht</b> <b>adäquat bepreist und dann hat</b> <b>er aber auch mit einem sehr langen</b> <b>Zeithorizont natürlich</b> <b>investiert und hat gesagt, ich glaube</b> <b>daran, ich habe Geduld und wenn es</b> <b>kurzfristig nicht</b> <b>funktioniert, dann wird es langfristig</b> <b>funktionieren.</b> <b>Also es ist nicht nur das wirklich</b> <b>intensive Auseinandersetzen</b> <b>mit Werten des Unternehmens,</b>
<b>sondern es ist natürlich dann auch ein</b> <b>Stück weit die Geduld,</b> <b>die man aufbringen muss,</b> <b>um ja am Ende des Tages erfolgreich zu</b> <b>sein und man muss</b> <b>natürlich der Ehrlichkeit halber</b> <b>sagen, auch Warren Buffett war nicht</b> <b>immer erfolgreich, also</b> <b>auch das gehört dann dazu.</b> <b>Im Prinzip ist es bei Qualitätsaktien,</b> <b>bei Quality ja ähnlich</b> <b>mit den Kennzahlen und</b> <b>mit den ein bisschen weicheren Faktoren</b> <b>oder mit dem Blick aufs</b> <b>Unternehmen und die Bilanz,</b> <b>aber da ist dann eben der Preis nicht</b> <b>mehr so entscheidend</b> <b>und es ist häufig auch so,</b> <b>dass Qualitätsaktien sehr teuer sind,</b> <b>zumindest im Vergleich zu Peer Group.</b>
<b>Was macht Quality aus?</b> <b>Warum funktioniert das,</b> <b>wenn auch nicht immer?</b> <b>Ja, aber es ist eben genau das, was du</b> <b>sagst, man guckt hier</b> <b>nicht nur auf den Preis bzw.</b> <b>die Bewertung der Aktien, sondern man</b> <b>guckt bei Quality schon</b> <b>direkt stärker hinein, was</b> <b>denn das Unternehmen wirklich macht und</b> <b>was das Produkt, die</b> <b>Absatzmärkte sind und versucht</b> <b>dann eben für die Zukunft zu ermitteln,</b> <b>wie sich dieses</b> <b>Unternehmen weiterentwickeln</b> <b>könnte.</b> <b>Und da sind dann alle Investoren ja auch</b> <b>wirklich bereit eben</b> <b>diesen höheren Preis zu zahlen,</b> <b>wenn sie sehen, dass</b> <b>alles sieht top aus, richtig?</b>
<b>Ja, natürlich, weil man dann eben sehr</b> <b>viel stärker noch auf Wachstum guckt.</b> <b>Also will das auch nicht pauschal sagen,</b> <b>aber bei Value hast du</b> <b>eben sehr oft Unternehmen,</b> <b>die ja sehr gut im Markt liegen, aber</b> <b>nicht mehr so dieses ganz</b> <b>große Wachstum aufweisen,</b> <b>wohin gegen bei Quality dann doch eher in</b> <b>Richtung Growth, also</b> <b>Wachstumsaktien, schon</b> <b>mehr auf das Potenzial der</b> <b>Unternehmen geguckt wird.</b> <b>Was ich spannend finde, ich habe eben</b> <b>einfach auch, weil ich da rein</b> <b>investiere, mir immer</b> <b>mal wieder angeschaut, was ist denn so im</b> <b>MSCI World Value drin,</b> <b>was ist im MSCI World</b>
<b>Quality drin und es gibt da bei den</b> <b>Top-Unternehmen schon auch</b> <b>Überschneidungen, aber das sehen</b> <b>wir ja auch bei Growth und Value, also</b> <b>ein Unternehmen kann am</b> <b>Ende auch beides sein.</b> <b>Das heißt, wenn ich diese Sachen</b> <b>kombiniere gerade als ETF-Anlegerin,</b> <b>sollte ich vielleicht</b> <b>auch genau hinschauen, was ich mir dafür</b> <b>Klumpenrisiken einhandle, oder?</b> <b>Ja, absolut.</b> <b>Also das ist eine Überschneidung bei</b> <b>Growth und Value gibt, das</b> <b>würde mich jetzt überraschen,</b> <b>weil das eigentlich nach Definition gar</b> <b>nicht geschehen kann, weil</b> <b>wie gesagt, also man würde</b> <b>sagen, alles was preiswert ist, das ist</b>
<b>irgendwie Value, was</b> <b>Wachstum ist, hat normalerweise</b> <b>dann auch eine höhere Bewertung, weil</b> <b>eben hier auf Wachstum geguckt wird.</b> <b>Aber Buffett hat auch Apple gekauft und</b> <b>das würde man nicht</b> <b>unbedingt als Value bezeichnen,</b> <b>eigentlich.</b> <b>Ja, aber Buffett hat auch nicht gesagt,</b> <b>dass er nur nach einem</b> <b>gewissen Stil investiert,</b> <b>sondern er hat sich eben wie gesagt das</b> <b>Unternehmen sehr genau</b> <b>angeguckt und die Geschäftspotenziale</b> <b>ermittelt und das hat er</b> <b>offensichtlich bei Apple erkannt.</b> <b>Er hatte im Vorfeld ja immer gesagt, er</b> <b>investiert nur in das, was</b> <b>er verstehen kann, hat aber</b>
<b>dann ein Stück weit immer betont, dass er</b> <b>die Technologie eben</b> <b>nicht so sehr verstehen würde.</b> <b>Trotzdem hat er das Potenzial von</b> <b>Technologieaktien erkannt und hat dann</b> <b>eben dort auch investiert.</b> <b>Ja.</b> <b>Spannend sind natürlich auch Nebenwerte,</b> <b>da haben wir ja</b> <b>zuletzt auch ein Podcast zu</b> <b>gehabt, also die SICE-Strategie und immer</b> <b>wieder spannend die</b> <b>Dividendenstrategie macht</b> <b>es Sinn, das auch</b> <b>alles noch dazu zu mischen?</b> <b>Ja, Dividenden machen einen ganz großen</b> <b>Anteil der</b> <b>Aktienperformance aus, natürlich in Europa</b> <b>mehr als in den Vereinigten Staaten, weil</b> <b>man den Vereinigten</b>
<b>Staaten sehr viel stärker</b> <b>über die Aktienrückkäufe</b> <b>arbeitet als über Dividenden.</b> <b>Aber es ist schon ein großer Faktor und</b> <b>insofern macht es</b> <b>natürlich Sinn auf Dividenden zu</b> <b>achten.</b> <b>Hier sollten es allerdings dann die</b> <b>Unternehmen sein, die wirklich über</b> <b>längere Zeit kontinuierlich</b> <b>gute Dividenden ausschütten,</b> <b>diese auch steigern können.</b> <b>Man sollte nicht nur auf die</b> <b>Dividendenrendite gucken,</b> <b>denn die kann einen manchmal dazu</b> <b>verleiten, weil beispielsweise der Kurs</b> <b>aus gründen gefallen ist in</b> <b>Unternehmen zu investieren,</b> <b>die dann die Dividenden kürzen müssen.</b> <b>Und wenn das passiert, dann ist es</b>
<b>meistens nicht so schön</b> <b>auch mit den Kursen an der</b> <b>Börse.</b> <b>Das bedeutet also Dividendenkürzungen bei</b> <b>Unternehmen, bei</b> <b>denen man damit gerechnet</b> <b>hat, dass die Dividende kontinuierlich</b> <b>und hoch bezahlt</b> <b>werden, führen oft dazu, dass</b> <b>die Kurse doch erheblich nachgeben.</b> <b>Aber eigentlich gilt das ja auch für alle</b> <b>Kennzahlen an der Börse.</b> <b>So Ausreißer nach oben oder nach unten,</b> <b>da sollte man immer</b> <b>ganz genau hinschauen,</b> <b>wie sehen noch andere Kennzahlen aus und</b> <b>welchen Grund hat es gegeben.</b> <b>Eben auch, weil es ja, wie du gerade</b> <b>schon sagt, das</b> <b>rechnerische Größen sind, wenn</b>
<b>der Kurs abstürzt, steigt die</b> <b>Dividendenrendite und das ist ja bei</b> <b>anderen Kennzeilen ähnlich.</b> <b>Ja, absolut.</b> <b>Deswegen lohnt es sich schon, mit dem</b> <b>Geschäftsmodell sich auseinanderzusetzen.</b> <b>Und wie gesagt, there's</b> <b>no free lunch an der Börse.</b> <b>Man muss schon immer ein</b> <b>gewisses Risiko eingehen.</b> <b>Und es ist besser, wenn man sich mit dem</b> <b>Unternehmen</b> <b>auseinandergesetzt hat und ein</b> <b>Gefühl dafür hat, wie die Zukunft</b> <b>aussehen könnte, zumindest.</b> <b>Und da sind bei Wachstumswerten</b> <b>grundsätzlich die Rendite-</b> <b>erwartungen einfach höher, als</b> <b>sie das bei anderen Unternehmen sind.</b> <b>Aber wie gesagt, also wenn man mischt ein</b>
<b>Stück weit Value, ein</b> <b>Stück weit Momentum und ein</b> <b>Stück weit Qualität, dann kommt man schon</b> <b>sehr stark in diese Richtung.</b> <b>Es ist ja ein herrliches Schlusswort</b> <b>eigentlich, aber hier kommt</b> <b>noch eine persönliche Frage</b> <b>zum Schluss.</b> <b>Hast du eine Lieblingsstrategie?</b> <b>Ich hab ehrlich gesagt</b> <b>keine Lieblingsstrategie.</b> <b>Ich muss sowieso immer vorsichtig sein,</b> <b>wenn ich investiere,</b> <b>weil mir Compliance da</b> <b>richtigerweise auf die Finger guckt.</b> <b>Aber nein, habe ich nicht.</b> <b>Ich würde nur gut diversifizieren.</b> <b>Ich würde langfristig investieren.</b> <b>Und ich würde da nicht glauben, dass ich</b>
<b>schlauer bin als der Markt.</b> <b>Das sind im Grunde genommen die Regeln.</b> <b>Ich muss bewusst ein Risiko eingehen.</b> <b>Das ist mir schon klar.</b> <b>Also insofern, das sind meine Regeln aber</b> <b>keine besondere Strategie.</b> <b>Goldene Regeln der erfolgreichen</b> <b>Geldanlage sind das im Grunde.</b> <b>Vielen Dank für diese Perspektiven To Go.</b> <b>Sehr gerne, Jessica</b>