PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 355

Jahresausblick 2026: Chancen, Risiken und die Rolle der KI

Dienstag, 2. Dezember 2025 · 21 min

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Shownotes

2026 steht im Zeichen globaler Umbrüche: Während geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten die Märkte herausfordern, eröffnet Künstliche Intelligenz neue Perspektiven für Anleger. Welche Branchen profitieren, wo lauern Risiken? Worauf es im kommenden Jahr ankommt und wie Anleger von den Entwicklungen profitieren können, analysiert Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank, im Gespräch mit Finanzjournalistin Jessica Schwarzer.

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Ein Transkript dieser Episode finden Sie hier: perspektiventogo.podigee.io/355-jahresausblick…

Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg. Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.

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<b>Deutsche Bank</b> <b>präsentiert Perspektiven to Go.</b> <b>Ihr Audio-Podcast</b> <b>rund um das Thema Börsen.</b> <b>Zeit für den Jahresausblick</b> <b>auch in den Perspektiven to Go.</b> <b>Wie sind die Aussichten</b> <b>für Anlegerinnen und Anleger?</b> <b>Was werden die bestimmten Themen sein?</b> <b>Wird künstliche Intelligenz auch 2026 das</b> <b>Thema an den Börsen sein?</b> <b>Welche Branchen, welche Regionen sind</b> <b>interessant, welche Chancen?</b> <b>Und natürlich auch,</b> <b>welche Risiken gibt es?</b> <b>Diese Fragen und noch einige mehr</b> <b>beantwortet mir jetzt Uli Stefan</b> <b>von der Deutschen Bank.</b> <b>Mein Name ist Jessica Schwarz.</b> <b>Und damit herzlich</b>

<b>willkommen zu den Perspektiven to Go.</b> <b>Uli, Zeit für den Jahresausblick.</b> <b>Wie sind die Aussichten?</b> <b>Ja, danke Jessica.</b> <b>Grundsätzlich sind</b> <b>die Aussichten sehr gut.</b> <b>Wir haben natürlich einige</b> <b>Risiken auch zu betrachten.</b> <b>Man fängt ja typischerweise mal mit der</b> <b>Geopolitik an, ist etwas nebulös,</b> <b>meint aber die ganzen Krise und</b> <b>Konflikte, die wir ja sehen,</b> <b>nicht nur in der Ukraine, im Nahen Osten,</b> <b>auch im Sudan beispielsweise.</b> <b>Das sollte man nicht vernachlässigen.</b> <b>Wir werden auch weiterhin eine Welt</b> <b>haben, in der wir Zölle sehen,</b> <b>protektionistische Maßnahmen.</b> <b>Also das Thema Nier und French Scoring</b>

<b>weiterhin diskutiert wird, was</b> <b>tendenziell kostentreibend ist.</b> <b>Wir haben die Diskussion</b> <b>um seltene Erden erlebt,</b> <b>die sicherlich auch</b> <b>noch nicht ganz vorbei ist.</b> <b>Die Amerikaner und die</b> <b>Chinesen haben sich ja vertagt,</b> <b>um ein Jahr, also Ende nächsten Jahres,</b> <b>sollte uns das wieder einholen.</b> <b>Wir haben das Thema um</b> <b>Cyberkriminalität und Desinformation,</b> <b>was gerade auch im</b> <b>Zusammenhang mit den Wahlen,</b> <b>wir haben ja einige</b> <b>Bundesländerwahlen im kommenden Jahr,</b> <b>aber natürlich auch die großen Midterm</b> <b>Elections in den Vereinigten Staaten.</b> <b>Und dann ist es natürlich</b> <b>das Thema Staatsverschuldung.</b>

<b>Frankreich versucht gerade einen Budget</b> <b>für 2026 zusammenzustellen</b> <b>für Großbritannien.</b> <b>Gilt das gleiche?</b> <b>Wir haben den</b> <b>Shutdown in den USA gesehen.</b> <b>Japan Takaiichi möchte nachlegen.</b> <b>Deutschland mit seinen</b> <b>Konjunkturprogrammen.</b> <b>Also es ist viel Geld auf dem Tisch,</b> <b>aber das erhöht</b> <b>natürlich auch den Zinsenstand.</b> <b>Und letztendlich kommt</b> <b>es für die Aktienmärkte</b> <b>auf die Unternehmensgewinne an und werden</b> <b>die sprudeln oder nicht.</b> <b>Zuletzt sind die negativen Revisionen,</b> <b>ich würde mal sagen, sie</b> <b>haben einen Boden gefunden.</b> <b>Sie sind zum Teil auch</b> <b>wieder positiv gewesen.</b>

<b>Das macht Mut.</b> <b>Je nach Region, wo man hinguckt, liegen</b> <b>die Schätzungen momentan</b> <b>bei rund 7% für</b> <b>Europa und auch für Japan.</b> <b>Sie gehen dann über den DAX und Amerika</b> <b>deutlich in den zweistelligen Bereich.</b> <b>Soweit schon mal der große Ritt quer</b> <b>durch den Jahresausblick.</b> <b>Aber lass uns noch mal so ein paar Themen</b> <b>detaillierter anschauen.</b> <b>Fangen wir doch vielleicht nochmal an</b> <b>wirklich mit dem großen Überblick.</b> <b>Du hast gerade die Krisen-</b> <b>und Konflikte schon genannt,</b> <b>die wir leider mit ins neue Jahr nehmen</b> <b>und einige, die vielleicht uns auch noch</b> <b>mal stärker beschäftigen könnten.</b>

<b>Wie sehen denn eure Prognosen für das</b> <b>Wirtschaftswachstum,</b> <b>für das Weltwirtschaftswachstum aus?</b> <b>Ja, Jessica, ich</b> <b>wollte ganz bewusst mal die,</b> <b>sozusagen negativen</b> <b>Faktoren an den Anfang setzen,</b> <b>damit ich nicht als</b> <b>Rheinländer in den Verruf komme,</b> <b>nur positiv zu sein.</b> <b>Also man muss immer bei allen Prognosen</b> <b>diese Dinge mit berücksichtigen.</b> <b>Die können sich ändern, dann muss man</b> <b>gegebenenfalls auch die Prognosen ändern.</b> <b>Von den Prognosen her aufgrund der</b> <b>heutigen Kenntnisse sind wir,</b> <b>ich würde mal sagen,</b> <b>Verhalten optimistisch.</b> <b>Wir sehen ein Wirtschaftswachstum von gut</b>

<b>3 Prozent im nächsten Jahr,</b> <b>führend weiterhin natürlich die Emergen</b> <b>Markets, allen voran China,</b> <b>was mit rund 4,5 Prozent wachsen sollte.</b> <b>Wir sehen aber auch, dass die Vereinigten</b> <b>Staaten nach den Turbolänzen</b> <b>dank der Zoll- und ähnlichen</b> <b>Diskussionen in diesem Jahr</b> <b>im nächsten Jahr wieder</b> <b>ein bisschen zulegen könnte,</b> <b>um rund 2 Prozent wachsen.</b> <b>Und natürlich Europa mit den</b> <b>Konjunkturprogrammen.</b> <b>Hier steht im Moment</b> <b>für 26, eine 1,1 Prozent,</b> <b>eine 1,2 Prozent sogar für Deutschland.</b> <b>Da muss man ein bisschen in Fragezeichen</b> <b>dran machen vor dem Hintergrund.</b> <b>Wie werden die Gelder</b>

<b>denn dann wirklich investiert</b> <b>und werden sie vor allen Dingen</b> <b>zusätzlich investiert</b> <b>oder werden doch eher schon in der</b> <b>Vergangenheit beschlossene Maßnahmen</b> <b>davon bezahlt?</b> <b>Aber insgesamt sehen wir</b> <b>doch ein recht robustes</b> <b>Weltwirtschaftswachstum.</b> <b>Wäre auch komisch, wenn</b> <b>man so viel Fiskalpolitik hat</b> <b>und mit rund 80 Zinssenkungen der</b> <b>Notenbanken im nächsten Jahr</b> <b>insgesamt gerechnet wird.</b> <b>Wow, das ist auch meine nächste Frage,</b> <b>nämlich die lockere Geldpolitik</b> <b>einzelner Notenbanken, die erwartet wird.</b> <b>Besteht da nicht auch die Gefahr, dass</b> <b>die Inflation wieder steigt?</b>

<b>Ja, das ist sicherlich so.</b> <b>Vor allen Dingen auch bei der expansiven</b> <b>Fiskalpolitik plus den großen</b> <b>Investitionen, die es ja geben soll in</b> <b>Europa, in die Infrastruktur,</b> <b>in die Verteidigung, in den Vereinigten</b> <b>Staaten, in die Rechenzentren</b> <b>und die ganze künstliche Intelligenz.</b> <b>Damit ist natürlich ein gewisses</b> <b>Inflationsrisiko verbunden.</b> <b>Nichts ist so trotz.</b> <b>Sollten auch gerade, was KI angeht, dann</b> <b>die Produktivitätsfortschritte kommen.</b> <b>Und insofern erwarten wir in den USA eine</b> <b>Inflation, die nah an der 3 ist,</b> <b>aber unter 3 fürs Jahr bleiben sollte in</b> <b>Europa und auch in Deutschland sollte.</b>

<b>Das Ziel der Europäischen Zentralbank mit</b> <b>rund 2 Prozent erreicht werden können.</b> <b>Bleiben wir kurz in den USA.</b> <b>Du hast vorhin schon die Midterm</b> <b>Elections, also die</b> <b>Zwischenwahlen angesprochen.</b> <b>Außerdem feiert das Land ja</b> <b>seinen 250. Unabhängigkeitstag.</b> <b>In dieser Gemengelange</b> <b>dürfte Trump wohl alles dafür tun,</b> <b>dass Wirtschaft und</b> <b>Börse nicht abstürzen.</b> <b>Glaubst du, dass das klappt und wie groß</b> <b>ist sein Spielraum da überhaupt?</b> <b>Er hat ja mit dem One Big Beautiful Bill</b> <b>Act, OBA, so schön genannt,</b> <b>sozusagen die Rahmenbedingungen seiner</b> <b>Politik schon festgelegt.</b> <b>Und waren es in 2025 noch vor allen</b>

<b>Dingen die Zölle, die uns</b> <b>alle in Atem gehalten haben,</b> <b>sollten es dann Richtung 2026 eher die</b> <b>Steuererleichterungen und die</b> <b>Deregulierungen werden.</b> <b>Wir sehen ja, dass auch in</b> <b>den USA ein gewisser Etatismus,</b> <b>also staatliche Eingriffe in die</b> <b>Wirtschaft im Moment,</b> <b>en vogue sind, der Staat</b> <b>beteiligt sich an KI-Herstellern.</b> <b>Also, da hatte ein Auge</b> <b>drauf, will ich sagen,</b> <b>vor allen Dingen im</b> <b>Systemwettbewerb mit China.</b> <b>Und natürlich wird auch noch mal die</b> <b>250-Jahr-Feier am 4. Juli ein</b> <b>Sonderkonjunkturpunkt sein.</b> <b>Nicht nur, weil ein Trilumpfbogen in</b> <b>Washington gebaut werden soll,</b>

<b>sondern weil es sicherlich im ganzen Land</b> <b>Feierlichkeiten gibt an</b> <b>diesem Tag und um diesen Tag herum.</b> <b>Also, insofern würde ich schon erwarten,</b> <b>dass die USA dazu legen.</b> <b>Und wie gesagt, das</b> <b>spiegeln ja auch unsere Prognose.</b> <b>Wird 2026 also ein</b> <b>gutes Aktienjahr? Great?</b> <b>Ja, wir haben von den</b> <b>Prognosen abgeleitet,</b> <b>von den Gewinnentwicklungen,</b> <b>die wir hier sehen, Konsens.</b> <b>Aber wir gucken uns das natürlich auch</b> <b>noch mal alles dann im Detail an,</b> <b>durchaus schönes Aktienabseit, im gut</b> <b>zweistelligen Bereich.</b> <b>Das ist schon relativ optimistisch.</b> <b>Auch wenn man sich unsere Prognosen der</b>

<b>vergangenen Jahre anguckt,</b> <b>da waren wir doch eher, oder meistens</b> <b>zwischen 5 und 10 Prozent.</b> <b>Jetzt liegen wir also durchaus auch mal</b> <b>im zweistelligen Bereich für die USA</b> <b>rund 15 Prozent auf 7.500 im S&P 500.</b> <b>Für den DAX wären es</b> <b>knapp 13 Prozent auf 26.100.</b> <b>Wenn ich noch Japan rausgreife, hier</b> <b>sehen wir ein Abseit von 12 Prozent,</b> <b>weil eben die Regierung Takahichi ja</b> <b>durchaus wirtschaftsfreundliche Reformen</b> <b>angekündigt hat, weil sie auch Geld in</b> <b>die Hand nehmen will,</b> <b>weil die Notenbank in Japan doch sehr</b> <b>stark Richtung Politik guckt.</b> <b>Und deswegen</b> <b>wahrscheinlich die Zinsanstiege.</b>

<b>Es ist ja eines der</b> <b>wenigen, wenn ich das einzige Land,</b> <b>wo wir wirklich eine Zinsanstiege sehen</b> <b>werden, begrenzt bleiben sollten.</b> <b>Also eigentlich sind die Bullen los.</b> <b>Das höre ich dann als Rheinländerin</b> <b>wieder besonders gerne.</b> <b>Was ja aber spannend</b> <b>ist, welche Branchen,</b> <b>welche vielleicht auch</b> <b>Einzelwerte die Relie anführen.</b> <b>Und dann kommt natürlich jetzt die Frage,</b> <b>werden die Magnifestons 7 weiterhin das</b> <b>Börsengeschehen bestimmen?</b> <b>Sie machen ja jetzt schon rund ein</b> <b>Drittel der</b> <b>Marktkapitalisierung im S&P 500 aus.</b> <b>Es sind die mit Abstand größten</b> <b>Unternehmen der Welt,</b>

<b>zumindest mit Blick auf die</b> <b>Marktkapitalisierung.</b> <b>Geht die Party weiter?</b> <b>Ja, Jessica, die Bullen sind los.</b> <b>Ich hatte ja die Risiken</b> <b>bewusst an den Anfang gestellt.</b> <b>Es gibt sie, wir sollten</b> <b>sie auch nicht verschweigen.</b> <b>Und die Bewertungen sind natürlich zum</b> <b>Teil doch schon sehr ambitioniert</b> <b>und müssen zuerst mal gedeckt werden.</b> <b>Also die große Gefahr ist, das haben wir</b> <b>auch in den vergangenen</b> <b>Earning Seasons gesehen.</b> <b>Also wenn die Unternehmen quartalsweise</b> <b>ihre Bücher aufmachen,</b> <b>wer die Erwartungen nicht erfüllt wird,</b> <b>wird eben auch recht unsanft abgestraft.</b> <b>Also da können heftigste Bewegungen</b>

<b>deutlich im zweistelligen Bereich,</b> <b>innerhalb von sehr</b> <b>kurzer Zeit stattfinden.</b> <b>Das sollte man nie vergessen.</b> <b>Unter dem Strich aber wird für die von</b> <b>dir angenommenen Magnificent</b> <b>oder angesprochenen Magnificent 7</b> <b>ein Gewinnanstieg von 24 Prozent für</b> <b>nächstes Jahr erwartet.</b> <b>Das ist wieder mehr als</b> <b>zuletzt erwartet worden.</b> <b>Also diese Gewinnerwartungen sind in der</b> <b>Berichtssaison jetzt</b> <b>nochmal nach oben gegangen,</b> <b>weil die Unternehmen</b> <b>nicht nur gut berichtet haben,</b> <b>sondern weil einige</b> <b>eben auch die Gleidens,</b> <b>also die Vorausschau angehoben haben und</b> <b>mit höheren Gewinnerechnen,</b>

<b>mit höheren Umsätzen rechnen und das dann</b> <b>hier zum Tragen kommt.</b> <b>Das hängt natürlich auch mit den immensen</b> <b>Investitionen zusammen,</b> <b>die ja in den Billionenbereich gehen</b> <b>können, zumindest laut Prognosen.</b> <b>Wir hatten da letzte Woche etwas</b> <b>ausführlicher drüber gesprochen.</b> <b>Jessica möchte jetzt</b> <b>hier nicht wiederholen,</b> <b>aber all das führt dazu, dass sicherlich</b> <b>die Technologie weiterhin gefragt ist.</b> <b>Nicht nur in den USA, auch das, was wir</b> <b>an Technologie in Asien haben,</b> <b>sollte interessant sein.</b> <b>Europa ist leider etwas dünn bestückt.</b> <b>Hier wären es dann die Industrie, die</b> <b>Luxuswerte und auch die Finanzwerte,</b>

<b>die eine positive Rolle spielen könnten.</b> <b>Wir sind der Meinung, dass Gesundheit</b> <b>auch wieder nach zwei schwachen Jahren</b> <b>besser performen könnte in 2026.</b> <b>Und natürlich all das,</b> <b>was Infrastruktur ist,</b> <b>vor allen Dingen aber auch</b> <b>Strom-Infrastruktur im</b> <b>Zuge des Wiederaufbaus,</b> <b>dann der Ukraine, der ja</b> <b>hoffentlich stattfinden wird.</b> <b>Und natürlich auch alles um die</b> <b>künstliche Intelligenz herum.</b> <b>Jetzt muss ich doch noch ein</b> <b>negatives Thema ansprechen.</b> <b>Oder vielleicht wird es ein Thema, was</b> <b>uns noch einmal</b> <b>stärker beschäftigen wird.</b> <b>Die Zölle von Donald Trump.</b> <b>Glaubst du, da wird</b>

<b>es weitere Deals geben?</b> <b>Er sieht sich ja als Dealmaker.</b> <b>Oder wird sich das</b> <b>vielleicht sogar noch mal zuspützen?</b> <b>Und wann schlägt es auf die</b> <b>Unternehmensgewinn durch?</b> <b>Ja, die großen</b> <b>Unternehmen haben ja meistens,</b> <b>also wenn wir über die ausnotierten</b> <b>Unternehmen sprechen,</b> <b>vor allem die großen, haben sie meistens</b> <b>ja Produktionsstätten</b> <b>und auch Lieferanten in verschiedenen</b> <b>Regionen der Welt müssen.</b> <b>Sowieso globale</b> <b>Lieferkettenwährungen etc., etc.,</b> <b>Managen da ist ein solcher Zoll</b> <b>sicherlich ärgerlich,</b> <b>aber man wird damit umgehen können.</b> <b>Das sind vor allen Dingen die kleineren</b>

<b>und mittleren Unternehmen.</b> <b>Hier sehen wir in den Vereinigten Staaten</b> <b>eine Entlastung über niedrigere Zinsen.</b> <b>Die Fett dürfte mindestens dreimal die</b> <b>Zinsen noch senken, auf dann etwa 3%.</b> <b>Das hilft eben den kleineren US-Firmen.</b> <b>In Europa sind es dann die</b> <b>Konjunkturprogramme,</b> <b>wo hoffentlich Deutschland nach 3, 0</b> <b>Jahren oder sogar negativen Jahren</b> <b>jetzt auch nicht so wachsen wird, dass</b> <b>man sich vor Glück auf</b> <b>die Schenkel schlagen muss.</b> <b>Aber wächst, immerhin wächst.</b> <b>Um die 1% könnte da eben möglich sein.</b> <b>Und das dürfte eben auch den kleineren</b> <b>Unternehmen in Europa helfen.</b> <b>Also insofern ist die</b>

<b>Lage gar nicht so negativ.</b> <b>Also gehst du davon aus, dass die Aktien</b> <b>kleinerer Unternehmen</b> <b>weiter laufen werden</b> <b>und die in 2024</b> <b>gestartete Aufholjagd weitergeht?</b> <b>Ja, so ein Stück davon wird sicherlich</b> <b>durch die Fiskal- und Geldpolitik,</b> <b>sozusagen die</b> <b>kompensiert, die Zoll-Anhebungen.</b> <b>Und wie gesagt, bei den großen sehen wir</b> <b>überhaupt globale Lieferketten.</b> <b>Zölle sind ärgerlich, man sollte sie</b> <b>eigentlich nicht</b> <b>einführen, sondern abschaffen.</b> <b>Aber sei es drum, die Unternehmen werden,</b> <b>glaube ich, auf dem jetzigen</b> <b>Niveau damit klarkommen können.</b> <b>Es waren ja deutlich höhere angedroht.</b>

<b>Das hätte dann eben mehr geschmerzt im</b> <b>Bereich 15% für Europa,</b> <b>jetzt auch die Schweiz,</b> <b>einige andere Länder, Japan, UK.</b> <b>Also das wird verkraftbar sein.</b> <b>Und wahrscheinlich wird Trump oder die</b> <b>Trump-Administration in</b> <b>Verbindung mit anderen Ländern,</b> <b>Stichwort Indien und so weiter, zuvor</b> <b>sich bemühen, eben auch derartige</b> <b>Abkommen dann zuschließen.</b> <b>Lass uns kurz auf die</b> <b>Rentenmärkte schauen.</b> <b>Welche Anleihen sind in 2026 interessant</b> <b>und mit welchen</b> <b>Renditen kann ich da rechnen?</b> <b>Ja, es ist das Thema Carry.</b> <b>Also Zins ist es aus unserer Sicht in</b> <b>2026, es ist nicht so</b> <b>sehr der Kursgewinnen.</b>

<b>Also wir erwarten, dass die</b> <b>Zinsstrukturkurve in den USA etwas</b> <b>steiler wird, in</b> <b>Japan etwas flacher wird.</b> <b>Ansonsten in etwa auf</b> <b>diesem Niveau bleibt.</b> <b>Wir würden von den</b> <b>Staatsanleihen preferieren.</b> <b>Italien, Italien hat zum ersten Mal seit</b> <b>23 Jahren wieder ein Upgrade bekommen.</b> <b>Also eine bessere Einstufung der Bonität.</b> <b>Wir finden England, also die GILDS, ganz</b> <b>spannend vor dem Hintergrund,</b> <b>dass die Bank of England bei einer</b> <b>relativ schwachen Konjunktur sicherlich</b> <b>stärker die Zinsen senken muss.</b> <b>Im Bereich der Unternehmensanleihen, ja,</b> <b>kriegt man sicherlich einen</b> <b>höheren Carry in High yields,</b>

<b>aber hat natürlich auch deutlich mehr</b> <b>Risiko und Schwankungsbreite.</b> <b>Da muss sich jeder einzelne Anleger dann</b> <b>fragen, ob er nicht in, wenn er das</b> <b>Risiko nehmen möchte,</b> <b>ob er nicht in Aktien</b> <b>besser aufgehoben ist.</b> <b>Und dann High yields nimmt, auch hier</b> <b>sind die Sprets</b> <b>mittlerweile sehr, sehr gering.</b> <b>Aber nochmal, wenn die</b> <b>Konjunkturaussichten</b> <b>nicht so schlecht sind,</b> <b>sollte insgesamt der Carry, also der Zins</b> <b>zumindest verdient werden können.</b> <b>Und deswegen wären wir auch dabei,</b> <b>Unternehmensanleihen zu kaufen.</b> <b>Im Merchant-Marke sind wahrscheinlich</b> <b>auch gar keine schlechte Idee.</b>

<b>Da muss man dann immer ein</b> <b>Stück weit auf die Währung gucken.</b> <b>Die meisten, wenn man nicht in</b> <b>Landeswährung investieren</b> <b>möchte, sind in US-Dollar.</b> <b>Also hier ist immer dann ein Blick auf</b> <b>die Währung natürlich wichtig,</b> <b>wobei wir nicht glauben, dass der Dollar</b> <b>extrem verfallen wird.</b> <b>Der dürfte seinen stärksten</b> <b>Abschwung hinter sich haben.</b> <b>Das war ja der stärkste.</b> <b>Seit 1973 im US-Dollar.</b> <b>Wir glauben, dass mit den</b> <b>Zinssenkungen der Fett vielleicht</b> <b>jetzt gegen Jahresanfang noch mal ein</b> <b>bisschen Schwäche kommt.</b> <b>Aber im Jahresverlauf rechnen wir dann</b> <b>mit einer Stabilisierung,</b>

<b>mit einem Dollar, der ihn</b> <b>etwa auf dem jetzigen Niveau</b> <b>dann auch aus dem Jahr 2026 gehen könnte.</b> <b>Damit hast du mir den nächsten</b> <b>Themenkomplex gleich</b> <b>schon mit abgearbeitet.</b> <b>Den Dollar, der ist</b> <b>natürlich auch immer dann spannend.</b> <b>Nicht nur, wenn ich in US-Aktien oder</b> <b>US-Anleihen investiere,</b> <b>sondern eben auch, wenn</b> <b>ich in Gold investiere.</b> <b>Denn das gelbe Edelmetall</b> <b>wird ja in Dollar gehandelt.</b> <b>Geht die Gold-Rally nächstes Jahr weiter</b> <b>und haben dann auch die Europäer mal</b> <b>wieder richtig was davon?</b> <b>Ja, also wie gesagt, den Dollar halten</b> <b>wir für relativ stabil.</b> <b>Das Gold kann weiter zulegen, nicht in</b>

<b>der Geschwindigkeit und in dem Maße,</b> <b>wie wir das gesehen haben, weil auch hier</b> <b>sicherlich ein Reflex der Dollar war.</b> <b>Sozusagen die Kehrseite der</b> <b>Dollar-Medallie war dann das Gold.</b> <b>Nichtsdestotrotz ist es</b> <b>so, dass einige Investoren</b> <b>ihre riskanteren Technologie</b> <b>Engagements mit Gold absichern.</b> <b>Und es sind weiterhin vor</b> <b>allen Dingen die Notenbanken,</b> <b>die Währungsreserven, die</b> <b>mit Gold aufgestückt werden.</b> <b>In der westlichen Welt in den</b> <b>Industrieländern macht Gold</b> <b>ungefähr 70 Prozent</b> <b>der Währungsreserven aus.</b> <b>In vielen Emergent Markets, Schwellen und</b> <b>Entwicklungsländern sind es unter 10.</b>

<b>Also da ist noch eine Menge Raum, um</b> <b>seine Reserven auch mit Gold aufzufüllen</b> <b>und ich würde schon erwarten, dass diese</b> <b>Notenbanken auch in 2026</b> <b>weiter aktiv sind, um das zu tun.</b> <b>Nicht mehr mit der Geschwindigkeit, nicht</b> <b>mehr mit der WMN sicherlich auch</b> <b>Markt schonend gucken, wo</b> <b>man wie was kaufen kann.</b> <b>Aber unterm Strich bleibt da eben ein</b> <b>sehr potenter Käufer</b> <b>und der ist Zentralbanken.</b> <b>Gibt ja noch ein paar andere Rohstoffe,</b> <b>und zwar die unverzichtbaren</b> <b>Industrie-Rohstoffe.</b> <b>Dazu zählen Eisen, Kupfer,</b> <b>Silizium, Erdöl natürlich.</b> <b>Sind das Themen, sind das Rohstoffe, die</b> <b>auch für Privatanleger interessant sind?</b>

<b>Oder sollte ich das lieber den Profis,</b> <b>den Formanagern überlassen,</b> <b>bevor ich da selber</b> <b>unterwegs bin an den Markt?</b> <b>Ja, da ich ja meistens keine große</b> <b>Lagerhalle habe, muss ich dann,</b> <b>muss ich dann über</b> <b>Terminkontrakte arbeiten.</b> <b>Und dann muss man sehen, ob die eben</b> <b>Rollverluste oder Rollgewinne einfahren.</b> <b>Man nennt das Contango und Backwardation.</b> <b>Es wird kompliziert.</b> <b>Ja, man muss sich dann da sehr genau mit</b> <b>der Struktur beschäftigen.</b> <b>Das ist das eine.</b> <b>Und sie sind natürlich auch immer wieder</b> <b>anfällig für Korrekturen,</b> <b>wenn wir wieder über</b> <b>Zölle und ähnliches reden.</b>

<b>Gerade auf diesen</b> <b>Rohstoffen hat der Trump auch</b> <b>einige, oder bei diesen Rohstoffen einige</b> <b>Volatilitäten ausgelöst im Jahr 2025.</b> <b>Und insofern ist es, glaube ich, schon</b> <b>angebracht, so was er</b> <b>über die Profis zu machen,</b> <b>als sich selbst in Industriemetallen, Öl</b> <b>oder ähnlichen zu engagieren.</b> <b>Eine Anlageklasse habe ich noch, wobei</b> <b>wir hier ja schon öfter</b> <b>darüber diskutiert haben,</b> <b>ob es überhaupt schon eine ist.</b> <b>Das sind die Kryptowährungen.</b> <b>Das dürfte spannend</b> <b>und wild bleiben, oder?</b> <b>Wie in der</b> <b>Vergangenheit auch in der Zukunft.</b> <b>Ähnlich wie beim Gold, Jessica, kannst du</b>

<b>natürlich auch bei Kryptowährungen</b> <b>nur sehr bedingt einen analytischen Preis</b> <b>ableiten, weil sie weder Dividenden</b> <b>noch Zinsen oder sonstige Zahlungsströme</b> <b>generieren, keine Ausschüttungen haben.</b> <b>Deswegen muss man immer gucken, ob man</b> <b>sie mit irgendwas</b> <b>vergleicht, um einen Wert</b> <b>festzustellen oder eben man sagt, sie</b> <b>sind im Grunde wie Kunst,</b> <b>Oldtimer oder ähnliches,</b> <b>vielleicht auch Gold.</b> <b>Das Wert, was jemand</b> <b>bereit ist, dafür zu bezahlen.</b> <b>Nun ist Gold aber eine Konvention.</b> <b>Man hat sich daran</b> <b>2000 Jahre lang gewöhnt.</b> <b>Und man sieht es eben auch in den</b> <b>Volatilitäten, die wir jetzt im Herbst</b>

<b>diesen Jahres gesehen haben, dass Gold</b> <b>wesentlich Komotor reagiert,</b> <b>als das Bitcoin tut.</b> <b>Bitcoin ist schon in seiner</b> <b>Reaktion auf volatile Märkte,</b> <b>eher wie Risky Assets,</b> <b>also Aktien oder ähnliches,</b> <b>als dass es wie in</b> <b>sichere Hafen reagiert.</b> <b>Ich will gar nicht sagen, dass man kein</b> <b>Geld damit verdienen kann,</b> <b>aber man muss sich eben der hohen</b> <b>Volatilitäten bewusst sein.</b> <b>Wenn ich das jetzt kurz zusammenfasse,</b> <b>dann wird 2026 ein gutes Jahr für</b> <b>Anlegerinnen und Anleger, vor allen</b> <b>Dingen für diejenigen,</b> <b>die auf Aktien setzen.</b> <b>Aber wir dürfen die</b> <b>Risiken nicht außer Acht lassen.</b>

<b>Kommt das ungefähr</b> <b>hin als Zusammenfassung?</b> <b>Das kommt ungefähr hin.</b> <b>Man muss als Anleger immer vom</b> <b>risikolosen Zins ausgehen.</b> <b>Da kann man mal über den Daumen in Europa</b> <b>die 2 Prozent der</b> <b>Europäischen Zentralbank</b> <b>ansetzen, wenn ich auch ungefähr 2</b> <b>Prozent Inflation, also Ziel erreicht</b> <b>für die EZB, annehme.</b> <b>Dann bin ich quasi bei</b> <b>null und real bei null.</b> <b>Und wenn ich mehr möchte, muss ich in</b> <b>irgendeiner Form ein Risiko gehen.</b> <b>Das heißt über Anlage, Vehikel, über</b> <b>Region, über Laufzeiten</b> <b>und so weiter und so fort.</b> <b>Und das ist immer richtig</b> <b>und gilt eben auch für 2026.</b>

<b>Man muss sehr selektiv</b> <b>sich die Themen angucken.</b> <b>Man muss aktiv bleiben sein Risikomanagen</b> <b>und natürlich diversifizieren,</b> <b>also nicht alles auf eine Karte setzen,</b> <b>sondern gucken, dass</b> <b>man auch Anlageklassen</b> <b>investiert, die eben nicht</b> <b>miteinander korrelieren werden.</b> <b>Wir hatten ja vorhin schon das Beispiel</b> <b>der professionellen Anleger,</b> <b>die Technologie mit Gold</b> <b>kombinierend beispielsweise.</b> <b>Ich freue mich auf jeden</b> <b>Fall auf das Börsenjahr 2026,</b> <b>vor allen Dingen auf unseren Podcast.</b> <b>Und ich bin wirklich gespannt, welche</b> <b>Themen uns umtreiben werden.</b> <b>Vielleicht gibt es ja mal wieder was ganz</b>

<b>Überraschendes und Neues.</b> <b>Wäre auch mal schön, oder?</b> <b>Ja, das wäre absolut schön.</b> <b>Mal gucken, was uns das</b> <b>Jahr 26 bringt insgesamt.</b> <b>Ich bin, wie gesagt, ein besorgter</b> <b>Optimist, um es mal so rum auszudrücken.</b> <b>Aber immer noch ein Rheinländer.</b> <b>Ein Optimist bleibe ich</b> <b>natürlich als Rheinländer.</b> <b>Wunderbar. Wir hören uns vor dem</b> <b>Jahresende noch mal.</b> <b>Und falls wir uns nicht mehr hören,</b> <b>wünsche ich allen</b> <b>unseren Zuhörern und Zuhörern</b> <b>schon mal einen guten Rutsch und vor</b> <b>allen Dingen tolle Weihnachtstage.</b> <b>Und wir hören uns auf jeden Fall im</b> <b>kommenden Jahr wieder.</b> <b>Da schließe ich mich sehr gerne, Jessica.</b>

<b>Alles Gute.</b> <b>SWR 2020</b>

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