PERSPEKTIVEN To Go – der Börsenpodcast· Folge 376

Notenbanken im Wartemodus

Dienstag, 28. April 2026 · 17 min

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Shownotes

Der Nahostkonflikt und steigende Energiepreise erhöhen die Inflationsrisiken. Zugleich schwächt sich das Wachstum in Europa ab, während die US‑Wirtschaft robust bleibt. Fed, EZB und andere Notenbanken stehen vor der Frage: abwarten oder handeln? Dr. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat‑ und Firmenkunden der Deutschen Bank, und Finanzjournalistin Jessica Schwarzer ordnen die aktuelle Lage von Wirtschaft und Märkten ein.

Ein Transkript dieser Episode finden Sie hier: perspektiventogo.podigee.io/376-notenbanken-im…

Quelle für Wert- und Preisentwicklungen sowie Zinsprognosen: Bloomberg. Quelle für Erwartungen der Unternehmensgewinne: LSEG Datastream.

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Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie und Marktschwankungen können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Über die speziellen Risiken eines Wertpapierprodukts informieren die gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsunterlagen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit und Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutschen Bank wieder, die sich jederzeit ändern kann.

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Soweit in dieser Marketinginformation von Deutsche Bank die Rede ist, bezieht sich dies auf die Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt, Deutschland.

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<b>Deutsche Bank</b> <b>präsentiert PERSPEKTIVEN To Go –</b> <b>Ihr Audio-Podcast</b> <b>rund um das Thema Börse.</b> <b>In den kommenden Tagen treffen sich die</b> <b>wichtigsten Notenbanken – und</b> <b>das in Zeiten des Iran-Konflikts.</b> <b>Die anhaltende Unsicherheit im Nahen</b> <b>Osten belegt auch alle</b> <b>Inflationsprognosen mit</b> <b>erheblicher Unsicherheit.</b> <b>Können wir also eher mit sorgenvollen</b> <b>Worten von Fed, EZB, Bank of China und</b> <b>wer auch sonst noch alles tagt rechnen?</b> <b>Oder können wir vielleicht sogar mit</b> <b>Taten rechnen und wie</b> <b>werden die Märkte reagieren?</b> <b>Darüber spreche ich mit Uli</b> <b>Stephan von der Deutschen Bank.</b>

<b>Mein Name ist Jessica Schwarzer und damit</b> <b>herzlich willkommen zu</b> <b>den PERSPEKTIVEN To Go.</b> <b>Uli, in den kommenden Tagen sind alle</b> <b>Augen, zumindest die Augen der Börsianer,</b> <b>auf die Notenbanken gerichtet.</b> <b>Was erwartest du?</b> <b>Ich erwarte tatsächlich, dass die</b> <b>Notenbanken im Moment noch in einer</b> <b>abwartenden Haltung sind.</b> <b>Wir wissen nicht, wie lange der Konflikt</b> <b>um die Straße von Hormus am</b> <b>Persischen Golf dauern wird.</b> <b>Wir wissen nicht, wie groß der</b> <b>volkswirtschaftliche Schaden hinten raus</b> <b>ist und auf der anderen Seite natürlich</b> <b>auch die Inflation steigt.</b> <b>Die Notenbanken werden das</b>

<b>mit großer Sorge beobachten.</b> <b>Ich glaube aber, dass sie im</b> <b>Moment noch nichts tun werden.</b> <b>Man darf auch nicht vergessen, es ist</b> <b>voraussichtlich die</b> <b>letzte Notenbank-Sitzung</b> <b>des amerikanischen Notenbank-Gouverneurs</b> <b>Jerome Powell, der dann Mitte Mai abgelöst</b> <b>werden sollte von Kevin Warsh.</b> <b>Also insofern glaube ich nicht, dass</b> <b>insbesondere die amerikanische, aber auch</b> <b>die anderen Notenbanken</b> <b>jetzt schon geldpolitische</b> <b>Maßnahmen ergreifen werden.</b> <b>Aber wir sehen, die kurzfristigen</b> <b>Inflationsrisiken</b> <b>steigen auch in den USA.</b> <b>Wie reagieren denn die Märkte darauf?</b> <b>Die Märkte sind in einem gewissen</b>

<b>Inflations-Trade nach wie vor.</b> <b>Wenn der Ölpreis steigt, steigen die</b> <b>Inflationserwartungen.</b> <b>Damit verändern sich die</b> <b>Erwartungen an die Notenbanken.</b> <b>Also in Amerika werden weniger</b> <b>Zinssenkungen eingepreist.</b> <b>Wir hatten sogar mal eine Zinserhöhung</b> <b>dort im Markt oder in</b> <b>den Markterwartungen.</b> <b>Im Moment glaubt der Markt, dass die</b> <b>amerikanische Notenbank eher nichts tun</b> <b>wird bis Jahresende.</b> <b>Auf der europäischen Seite</b> <b>sieht das aber völlig anders aus.</b> <b>Da war nichts erwartet worden.</b> <b>Da sind wir nun bei zwei Zinsschritten.</b> <b>Japan hält sich relativ konstant bei zwei</b> <b>Zinsschritten im Laufe des Jahres.</b>

<b>Manchmal ist es auch nur</b> <b>einer, der dort eingepreist wird.</b> <b>Also man wird sehen, aber vor dem</b> <b>Hintergrund, wie gesagt, glaube ich, dass</b> <b>sie auf dieser Sitzung</b> <b>jetzt nichts machen werden, sondern</b> <b>betonen werden, dass sie mit großer Sorge</b> <b>die Situation weiter beobachten.</b> <b>Bleiben wir noch mal kurz in den USA, was</b> <b>ich da ganz spannend</b> <b>fand, dass die längerfristigen</b> <b>Inflationserwartungen</b> <b>bemerkenswert stabil bleiben.</b> <b>Was bedeutet das denn</b> <b>für die Anleihmärkte?</b> <b>Ja, das sieht man insgesamt nicht nur in</b> <b>Amerika, dass das so ist,</b> <b>dass vor allen Dingen die</b> <b>kurzfristigen Inflationserwartungen</b>

<b>steigen, was auch mit den</b> <b>Energiepreisen zu tun hat.</b> <b>Denn wir haben ja nach wie vor</b> <b>Backwardation</b> <b>beispielsweise beim Ölpreis.</b> <b>Also der Markt glaubt, dass mit jedem</b> <b>Monat Zeit, der Verstreicht, der Ölpreis</b> <b>etwas niedriger tendieren wird,</b> <b>bedeutet eben der Markt preist ein, dass</b> <b>das Problem Straße von Hormus in</b> <b>absehbarer Zeit gelöst wird</b> <b>und dass wir deshalb keine nachhaltig</b> <b>hohen Inflationszahlen sehen werden.</b> <b>Dazu kommt, Jessica, dass wir natürlich</b> <b>in einer anderen Situation sind, als wir</b> <b>nach der Corona-Krise waren.</b> <b>Denn dort hat der Staat den privaten</b> <b>Haushalten sehr viel Geld eingebucht.</b>

<b>Die Geldpolitik war sehr locker.</b> <b>Insofern haben die Menschen dann dieses</b> <b>Geld auch ausgeben wollen und das ist</b> <b>dann eben auf diesen</b> <b>damaligen Energie-Schock gestoßen, wo</b> <b>viele Unternehmen die Preise angehoben</b> <b>haben und eben das Publikum bereit war,</b> <b>diese höheren Preise auch zu akzeptieren.</b> <b>Ich glaube, diesmal</b> <b>ist das ein wenig anders.</b> <b>Die Menschen werden eher vorsichtig sein,</b> <b>werden den Konsum zurückstellen,</b> <b>zumindest nicht</b> <b>unbedingt notwendige Güter.</b> <b>Ähnliches gilt wahrscheinlich auch für</b> <b>die Unternehmen, die auch</b> <b>Investitionen zurückstellen.</b> <b>Deswegen glaube ich, dass wir, ja, höhere</b>

<b>Inflation kriegen, vielleicht sogar über</b> <b>3 Prozent im Laufe des Sommers.</b> <b>Aber dieser Inflationsschock wird nicht</b> <b>so stark ausfallen, wie</b> <b>wir es 2022 gesehen haben.</b> <b>Wir hatten da ja im Prinzip so eine</b> <b>extreme Inflationswelle, eine</b> <b>historisch ziemlich extreme.</b> <b>Ist das dann also keine Blaupause, weil</b> <b>damals gab es ja diese extrem sportliche</b> <b>Zinswende und die kam ja weder an den</b> <b>Renten noch an den</b> <b>Aktienmärkten besonders gut an.</b> <b>Ja, absolut. Ich glaube, dass die</b> <b>Notenbanken etwas vorsichtiger agieren</b> <b>werden vor dem Hintergrund.</b> <b>Sie werden natürlich aus 2022 gelernt</b> <b>haben und werden eine solche hohe</b>

<b>Inflation nicht noch</b> <b>einmal zulassen wollen.</b> <b>Auf der anderen Seite ist der</b> <b>Europäischen Zentralbank aber auch die</b> <b>Zeit nach der großen Finanzkrise noch gut</b> <b>in Erinnerung, wo sie zu früh die Zinsen</b> <b>und zu stark angehoben hat, und damit das</b> <b>Wachstum nachhaltig beschädigt.</b> <b>Also insofern ist es keine einfache</b> <b>Situation für die Notenbanken, denn wir</b> <b>haben keinen nachfrageorientierten</b> <b>Preisanstieg, sondern er</b> <b>kommt eben von der Angebotsseite,</b> <b>nämlich von knappen und teuren</b> <b>Energiepreisen und auch den ganzen</b> <b>petrochemischen Produkten, die ja auch</b> <b>durch die Straße von</b> <b>Hormus transportiert werden.</b>

<b>Da ist Geldpolitik natürlich eigentlich</b> <b>nicht das ganz erste Mittel der Wahl.</b> <b>Nichtsdestotrotz haben die Notenbanken</b> <b>den Auftrag für Geldwertstabilität zu</b> <b>sorgen und deswegen werden sie das</b> <b>natürlich</b> <b>geldpolitisch auch berücksichtigen.</b> <b>Bevor wir gleich noch mal ein bisschen</b> <b>stärker auf Europa eingehen,</b> <b>nochmal kurz zurück in die USA.</b> <b>Du hast es gerade schon erwähnt, da gibt</b> <b>es jetzt demnächst einen neuen Fed-Chef</b> <b>und das wird voraussichtlich Kevin Warsh</b> <b>sein und der hatte jetzt auch seine</b> <b>ersten öffentlichen Auftritte und das ist</b> <b>natürlich auch mit Argusaugen</b> <b>beäugt und beobachtet worden.</b>

<b>Was hat das mit diesen Auftritten auf</b> <b>sich und hat er was Spannendes gesagt,</b> <b>was vielleicht auch auf seine</b> <b>Geldpolitik schließen lässt?</b> <b>Also mit ersten Auftritten muss man etwas</b> <b>vorsichtig sein. Er war ja schon mal vor</b> <b>gut zehn Jahren in der Fed und dort auch</b> <b>an prominenter Stelle.</b> <b>Aber du hast natürlich völlig recht nach</b> <b>der Nominierung des amerikanischen</b> <b>Präsidenten haben jetzt beispielsweise</b> <b>die Hearings, also die Anhörungen im</b> <b>amerikanischen Senat stattgefunden.</b> <b>Kevin Warsh hatte schon vorher davon</b> <b>gesprochen, dass er die Notenbankbilanz</b> <b>stärker mit dem Finanzministerium</b> <b>absprechen möchte, also in welcher</b>

<b>Laufzeit man Anleihen kauft.</b> <b>Er hat aber im Hearing sehr klar gemacht,</b> <b>dass das keine Abhängigkeit der Notenbank</b> <b>vom Weißen Haus oder dem</b> <b>Finanzministerium ist, dass die Notenbank</b> <b>weiterhin unabhängig entscheiden wird.</b> <b>Das war ihm auch ein sehr wichtiger Punkt</b> <b>und er hat darüber hinaus betont, dass er</b> <b>kein großer Fan von diesen</b> <b>außergewöhnlichen geldpolitischen</b> <b>Maßnahmen ist, dass er doch eher, er hat</b> <b>sich als eher klassischer Notenbanker</b> <b>gezeigt, der die Notenbank nicht mit</b> <b>anderen Zielen, Aufgaben belasten möchte,</b> <b>sondern, der sich wirklich darauf</b> <b>konzentriert, auf die beiden Ziele der</b>

<b>amerikanischen Notenbank, und das ist die</b> <b>Geldwertstabilität und der Arbeitsmarkt.</b> <b>Und insofern ist er dann drum herum</b> <b>einiges gefragt worden, natürlich gerade</b> <b>von demokratischen</b> <b>Senatoren und Senatorinnen.</b> <b>Ich gehe aber davon aus, da auch das</b> <b>amerikanische Justizministerium, also</b> <b>Department of Justice, die Klage gegen</b> <b>Jerome Powell hat fallen lassen, was</b> <b>einige republikanische Senatoren wiederum</b> <b>als Voraussetzung gesehen haben, um eine</b> <b>Nominierung von Kevin</b> <b>Warsh auch zuzustimmen.</b> <b>Also ich gehe ja unterm Strich davon aus,</b> <b>dass er eine Mehrheit bekommen wird und</b> <b>dass auch bis zum 15. Mai dann die</b>

<b>Amtszeit von Jerome Powell endet und</b> <b>Kevin Walsch sein Amt antreten kann.</b> <b>Wir haben ja jüngst Daten gesehen, dass</b> <b>die US-Wirtschaft deutlich robuster</b> <b>läuft, zumindest im Februar, noch</b> <b>gelaufen ist, als</b> <b>viele angenommen hatten.</b> <b>Wenn wir jetzt auf Europa schauen und</b> <b>dann eben auf die Europäische</b> <b>Zentralbank, das sind da schon ganz</b> <b>andere Herausforderungen.</b> <b>Da geht es darum, die Inflation zu</b> <b>bekämpfen und die Konjunktur müsste man</b> <b>ja eigentlich eher stützen.</b> <b>Wir haben ja auch neue Zahlen aus</b> <b>Deutschland, da ist die</b> <b>Wirtschaftsprognose oder Wachstumsprognose</b> <b>ja mal sportlich halbiert</b>

<b>worden. Was ist da zu erwarten?</b> <b>In Europa, aber auch in Asien sind die</b> <b>Wachstumsprognosen zum Teil stärker</b> <b>runtergenommen worden.</b> <b>Was eben damit zusammenhängt, dass diese</b> <b>Region deutlich stärker von</b> <b>Öl- und Gasimporten abhängen.</b> <b>In Europa ist es nicht so sehr die</b> <b>direkte Abhängigkeit, sondern mehr der</b> <b>Preis. In Asien ist es also auch die</b> <b>direkte Abhängigkeit.</b> <b>Und man sieht, dass Jessica in den</b> <b>Stimmungsindikatoren der Wirtschaft, die</b> <b>waren beim</b> <b>verarbeitenden Gewerbe relativ gut.</b> <b>Das liegt aber an den Lieferketten.</b> <b>Normalerweise geht man davon aus, wenn</b> <b>die Lieferketten länger dauern, also die</b>

<b>Lieferzeiten zunehmen,</b> <b>dass dann eine besonders hohe Nachfrage</b> <b>ist und es den Unternehmen eben gut geht.</b> <b>In diesem Fall ist das aber anders herum,</b> <b>denn es ist ein Angebotsschock.</b> <b>Die Lieferketten verzögern sich deshalb</b> <b>oder die Zeit ist so lange bis</b> <b>Vorprodukte geliefert werden, weil eben</b> <b>die Straße von Hormus gesperrt ist.</b> <b>Deswegen oder nur eigentlich aus diesem</b> <b>Grunde sind bei den Stimmungsindikatoren</b> <b>der Wirtschaft tatsächlich das</b> <b>verarbeitende Gewerbe</b> <b>ist aus diesem Grunde besser ausgefallen</b> <b>und die Services sind in Europa eben</b> <b>ausgesprochen schlecht.</b> <b>In Amerika etwas besser, was wie gesagt</b>

<b>vor dem Hintergrund, dass Amerika weniger</b> <b>betroffen ist, nicht verwundert.</b> <b>Wir sehen sehr deutlich, dass Asien und</b> <b>Europa sehr viel stärker von der Sperrung</b> <b>der Straße von Hormus und den dann nicht</b> <b>mehr vorhandenen beziehungsweise extrem im</b> <b>Preis gestiegenen Gütern betroffen ist,</b> <b>leidet, während die Vereinigten Staaten</b> <b>von Amerika ihr Öl und Gas selbst</b> <b>produzieren in großer Menge und das, was</b> <b>sie zukaufen müssen, dann aus Kanada beziehungsweise</b> <b>Lateinamerika importieren.</b> <b>Nun sind Konjunkturindikatoren das eine,</b> <b>aber wir kriegen ja gerade auch harte</b> <b>Zahlen geliefert und jede Menge</b> <b>Ausblicke, die</b>

<b>Berichtssaison läuft auf Hochtouren.</b> <b>Lass uns vielleicht erst die USA gucken</b> <b>und danach schauen, wie es in Europa und</b> <b>Deutschland aussieht.</b> <b>Die USA liefern immer noch wunderbare</b> <b>Zahlen, wie wir es ja schon vor 2-3</b> <b>Wochen mal besprochen hatten, als es</b> <b>gerade erst losging.</b> <b>Ja, absolut. Die Zahlen haben sich in den</b> <b>Vereinigten Staaten noch verbessert.</b> <b>Wir sehen auch, dass die Revisionen</b> <b>insgesamt weiterhin positiv sind, was</b> <b>überwiegend am Öl- und Gassektor liegt.</b> <b>Aber insgesamt zieht das den Markt nach</b> <b>oben. Wir haben ja diese Woche die größte</b> <b>Woche, wo über 180</b> <b>Unternehmen werden ihre Bücher öffnen.</b>

<b>Vor allen Dingen die technologischen</b> <b>Schwergewichte sind dabei, also auch</b> <b>Magnificent Seven, einige Unternehmen.</b> <b>Und da wird die Börse natürlich mit</b> <b>Argus-Augen drauf gucken. Aber wie</b> <b>gesagt, bisher sind die Gewinne</b> <b>ausgesprochen gut reingekommen.</b> <b>Wir sehen Gewinnsteigerungen von über</b> <b>15 Prozent. Die Unternehmen haben doch sehr</b> <b>deutlich die Erwartungen übertroffen,</b> <b>dass nicht nur bei den Gewinnen, sondern</b> <b>auch bei den Umsätzen. Also da sieht es</b> <b>fundamental bei den Unternehmen im Moment</b> <b>noch sehr, sehr gut aus.</b> <b>Aber wie sieht es mit den Ausblicken aus?</b> <b>Sie äußern sich ja auch dazu, was sie für</b>

<b>den restlichen Jahresverlauf, den</b> <b>weiteren Jahresverlauf erwarten.</b> <b>Da könnte ich mir vorstellen, würde man</b> <b>doch dann ein bisschen vorsichtiger eben</b> <b>auch mit Blick auf den Iran-Konflikt.</b> <b>Ja, aber da muss man dann tatsächlich in</b> <b>die einzelnen Sektoren hinein gucken. Wir</b> <b>erleben natürlich, dass Öl und Gas</b> <b>weiterhin profitieren,</b> <b>auch sehr hoffnungsfroh in die Zukunft</b> <b>gucken. Wir sehen das</b> <b>Gleiche auch bei IT-Hardware.</b> <b>Denn wir sind ja in einem gewissen</b> <b>Dilemma um die Künstliche</b> <b>Intelligenz herum. Also es muss</b> <b>eigentlich investiert werden.</b> <b>Wer nicht investiert in IT-Hardware, in</b> <b>Power Equipment, in Speicherung von</b>

<b>Energie, in Rechenzentren, in Chips, der</b> <b>könnte sein Business verlieren.</b> <b>Deswegen tun es alle und deswegen sind</b> <b>natürlich auch die Unternehmen, die</b> <b>Hardware-Komponenten</b> <b>herstellen, bisher sehr optimistisch.</b> <b>Und die Kurse sind ja auch gerade im</b> <b>April sehr ordentlich gestiegen. Also das</b> <b>sind zwei Sektoren, die sicherlich im</b> <b>Moment sehr profitieren,</b> <b>aus unterschiedlichen Gründen, aber sehr</b> <b>gute Berichte vorlegen oder vorgelegt</b> <b>haben, bisher und auch ganz</b> <b>positiv in die Zukunft gucken.</b> <b>Schauen wir noch auf Europa,</b> <b>Schrägstrich Deutschland. Wir hinken ja</b> <b>immer ein bisschen hinterher, was die</b>

<b>Berichtssaison angeht.</b> <b>Aber auch hier dürfte sich ja</b> <b>mittlerweile ein Bild abzeichnen, oder?</b> <b>Auch in Europa nimmt die Berichtssaison</b> <b>langsam Fahrt auf, aber sie steht eben</b> <b>noch deutlich am Anfang, ist noch sehr</b> <b>viel früher als in</b> <b>den Vereinigten Staaten.</b> <b>Deswegen würde ich da noch nicht zu viel</b> <b>hinein interpretieren. Die Gewinne</b> <b>steigen auch deutlich weniger als in den</b> <b>Vereinigten Staaten.</b> <b>Die Überraschungen, also die positiven</b> <b>Überraschungen sind auch nennenswert,</b> <b>aber noch mal, wir sind hier</b> <b>sehr, sehr früh und Jessica,</b> <b>da sollten wir tatsächlich dann noch mal</b> <b>in zwei Wochen oder in vier Wochen drüber</b>

<b>sprechen. Im Moment ist die Situation</b> <b>noch sehr, sehr früh.</b> <b>Aber der Start ist sicherlich auch in</b> <b>Europa gelungen, wenn nicht auf einem so</b> <b>guten Niveau, wie das in den Vereinigten</b> <b>Staaten der Fall gewesen ist.</b> <b>Wenn ich mir jetzt diese ganze</b> <b>Gemengelage anschaue, wir haben ja auch</b> <b>Märkte auf Rekordhochs oder nahe</b> <b>Rekordhochs, aber trotzdem</b> <b>eben ein schwieriges Umfeld.</b> <b>Prognosen für die Zukunft sind ja</b> <b>bekanntlich immer schwierig. Ich würde</b> <b>jetzt als Anlegerin meiner langfristigen</b> <b>Strategie mit hoher</b> <b>Risikostreuung immer stur treu bleiben.</b> <b>Aber was ist denn mit dem Blick auf mein</b>

<b>Spielgelddepot, weil da juckt es mich</b> <b>schon ein bisschen in</b> <b>den Fingern: Glaubst du,</b> <b>dass man in so einer Situation wie</b> <b>aktuell mal ein bisschen auf</b> <b>Schnäppchenjagd gehen könnte? Macht das</b> <b>Sinn oder lieber „breit gestreut, nie</b> <b>bereut“, nach dem Leitsatz investieren?</b> <b>Ja, das hängt natürlich ein bisschen</b> <b>davon ab, wie lang der Anlagehorizont ist</b> <b>und ob man mögliche Volatilitäten, also</b> <b>Schwankungen, noch aussetzen kann.</b> <b>Wir wissen alle nicht, wann die Straße</b> <b>von Hormus wieder geöffnet wird. Wir</b> <b>sehen jeden Tag Berichte, die in die eine</b> <b>oder andere Richtung gehen.</b> <b>Mal will man miteinander sprechen, dann</b>

<b>wieder nicht. Also es gibt nicht wirklich</b> <b>eine Lösung für diesen Konflikt momentan.</b> <b>Ich weiß nicht, wann sie stattfinden wird</b> <b>und davon hängt es</b> <b>natürlich ein bisschen ab.</b> <b>Mit jedem Tag, den die Straße von Hormus</b> <b>gesperrt ist, werden die ökonomischen</b> <b>Entwicklungen schwächer werden.</b> <b>Aber wenn sie geöffnet werden sollte in</b> <b>absehbarer Zeit, dann werden wir</b> <b>sicherlich auch gerade bei zyklischen</b> <b>Werten eine</b> <b>entsprechende Relief-Rally sehen.</b> <b>Also wir werden eine doch Erholung sehr</b> <b>wahrscheinlich bei</b> <b>zyklischen Werten sehen.</b> <b>Und ja, ich glaube auch nicht, dass die</b> <b>Straße von Hormus ewig</b>

<b>gesperrt bleiben wird.</b> <b>Da wird ja die ganze Welt in Geiselhaft</b> <b>genommen und nochmal,</b> <b>deswegen ist es eine Frage von</b> <b>Anlagehorizont, ob man jetzt schon</b> <b>investieren möchte, oder</b> <b>ob man noch etwas erwartet.</b> <b>Wir glauben insgesamt, dass dieses Thema</b> <b>Künstliche Intelligenz natürlich nicht</b> <b>vorbei ist, sondern wir</b> <b>ganz am Anfang stehen.</b> <b>Und normal, ich werde da im Moment</b> <b>weniger stark bei der</b> <b>Software investiert.</b> <b>Da wird über Disruption gesprochen. Wir</b> <b>wissen nicht, wer und in welcher Weise</b> <b>betroffen sein wird.</b> <b>Ich würde mich eher engagieren bei IT-</b> <b>Hardware, wie ich das</b>

<b>vorhin schon gesagt habe.</b> <b>Also beispielsweise Chips, aber auch</b> <b>Stromerzeugung,</b> <b>Stromtransport, Stromspeicherung.</b> <b>All das, was man um die Künstliche</b> <b>Intelligenz herum unbedingt braucht.</b> <b>Und da bieten sich natürlich dann Korea,</b> <b>Taiwan, aber auch Europa und die</b> <b>Vereinigten Staaten an.</b> <b>Das wären so vor</b> <b>allen Dingen die Bereiche.</b> <b>Neben vielleicht dann, um etwas Risiko zu</b> <b>balancieren, Versorger, aber auch</b> <b>Gesundheitsunternehmen in den USA, die</b> <b>ich mit dazu nehmen würde.</b> <b>Ich glaube, wie gesagt, wenn man</b> <b>Zykliker, wenn man auf Industrie und</b> <b>Ähnliches setzt, dann kann</b> <b>es eben noch zu früh sein.</b>

<b>Und dann kann man von den Volatilitäten</b> <b>natürlich nochmal eingeholt werden.</b> <b>Es bleibt auf jeden Fall</b> <b>spannend und wir beide bleiben dran.</b> <b>Vielen Dank für diese PERSPEKTIVEN To Go.</b> <b>Sehr gerne.</b>

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