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Retterview· Staffel 2· Folge 322

Wenn der Körper Alarm schlägt: Angst, Panik und wir

Sonntag, 1. November 2026 · 1 h 21

MP3

Shownotes

Wenn das Wissen da ist – und der Körper trotzdem Alarm schlägt

Bei anderen ruhig bleiben und bei sich selbst plötzlich weiche Knie bekommen: Das kennen auch Menschen aus dem Rettungsdienst. In Folge 322 sprechen Samy Splint und Max Trapp über ihre persönlichen Ängste, eine erlebte Panikattacke und die Frage, wie man mit Angst umgehen kann, ohne sie kleinzureden.

Darüber sprechen wir

• Unsere eigenen Ängste: fremde Menschen, Höhe, Zahnarzt, Blutabnahme und die Sorge um Angehörige.

• Angst und Furcht: Schutzfunktion, Unsicherheit und die Angst vor der Angst.

• Wenn der Körper reagiert: Kreislauf, Atmung, Nervensystem und Hyperventilation.

• Panikattacken und Angststörungen: Warum persönliche Erfahrungen keine Diagnose ersetzen.

• Behandlung und Konfrontation: Was wir darüber besprechen und warum professionelle Begleitung wichtig sein kann.

• Angst im Rettungsdienst: Beschwerden ernst nehmen, körperliche Ursachen berücksichtigen und respektvoll begleiten.

• Hilfe finden: Hausarztpraxis, psychotherapeutische Sprechstunde und 116117.

Was hilft dir, wenn du Angst hast?

Wenn du deine Erfahrung teilen möchtest, schreib uns auf Instagram oder per WhatsApp an 0381 – 873 98 112: wa.me/4938187398112. Bitte keine vertraulichen Patientendaten schicken. Unser Community-Kontakt ist keine medizinische Beratung oder Notfallanlaufstelle.

Videotipp aus der Folge

Notfall Deutschland – die Dokumentation der Björn Steiger Stiftung: rettungslandschaft.steiger-stiftung.de/261029-…. (rettungslandschaft.steiger-stiftung.de/261029-…) Samy und Max empfehlen den Film ausdrücklich auch Menschen, die nicht im Rettungsdienst arbeiten.

Zum Nachlesen und Hilfe finden

Wir sprechen über persönliche Erfahrungen und greifen Fachthemen auf. Die Folge ersetzt keine individuelle Diagnostik oder Behandlung. Ergänzend findet ihr hier geprüfte Informationen:

• gesund.bund.de: Mit Angst umgehen: gesund.bund.de/mit-angst-umgehen

• IQWiG: Generalisierte Angststörung: gesundheitsinformation.de/generalisierte-angst… (gesundheitsinformation.de/generalisierte-angst…)

• Patienteninformation: Angststörungen – was hilft?: register.awmf.org/assets/guidelines/051_D-Ges_…

• 116117: Psychotherapeutische Sprechstunde und Terminvermittlung: 116117.de/de/psychotherapie.php (116117.de/de/psychotherapie.php)

Wenn Angst euren Alltag zunehmend einschränkt, könnt ihr euch an eure Hausarztpraxis oder direkt an eine psychotherapeutische Praxis wenden. Über die 116117 lässt sich ein Termin zur psychotherapeutischen Sprechstunde vereinbaren. Bei akuter Lebensgefahr gilt die 112. Neue oder unklare körperliche Beschwerden sollten nicht vorschnell als Panik eingeordnet werden.
Mehr Retterview – auch zwischen den Folgen
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Max wollte heute über Angst sprechen. Einfach so random und ich frage mich immer noch, warum Max? Weil es ein extrem spannendes Thema ist und ich finde, es ist halt was, was von Kindheit bis Alter begleitet sich in Menschen. Und es gibt so viele Sachen, die man dazu sagen kann, so gerade Bereich Angst versus Angststörung und so weiter.

Deswegen machen wir doch mal einen Deep Dive rein. Würde ich auch sagen. Ich dachte erst, es wäre wegen Halloween, aber jetzt macht das Ganze einen Sinn. Ich habe wahnsinnige Angst vor den ganzen Kostmann. Lass uns loslegen. Retterview. Gedanken, Wissen und Spaß aus dem Pflasterlaster. Mit Max und Notfallsanitäter Sammy.

Ja, da sind wir wieder eure angsteinflößenden Menschen am Mikrofon und manchmal auch im Studio, Max. Schön, dass du wieder mit dabei bist heute. Yes. Gab es irgendwas, was dir Angst gemacht hat? So ein bisschen? Regelmäßig. Wenn ich dein Gesicht sehe, dann ist so direkt Panik. Das kenne ich auch. Ja, wir wollen heute über Angst sprechen und nicht nur das, auch über gewisse Angststörungen, Panikattacken. Panik kommt auch los, wir kriegen ja so viele Fragen, Max, immer.

Zu was macht ihr bei Panikattacken im Rettungsdienst? Das ist super, dass wir, glaube ich, mal dieses Thema gewählt haben, oder? Wild. Ja, also ich krasse. Aber bevor wir damit beginnen, muss man schon noch eins sagen und zwar ein sogenanntes Disclaimer, den haupt man natürlich immer rein. Weil diese Folge, muss man ganz ehrlich sagen, dient als Recherche und der Wissensvermittlung vor allen Dingen. Es ersetzt überhaupt keine Diagnostik und auch keine individuelle Behandlung, auch wenn wir über Medizinisches heute reden.

Das ist korrekt, gerade wenn neue oder ungewöhnlich starke körperliche Beschwerden auftreten, dann auf jeden Fall nicht ohne ärztliche Abklärung das einfach nur als Angst einordnen. Das ist vollkommen richtig. Es kann ja auch mal sein, dass wir heute ein bisschen abschweifend von unseren eigenen Erfahrungen reden und dementsprechend sind dann natürlich auch Sachen dabei, die unsere subjektiven Empfindungen mit einbringen und niemals irgendwie ein Rat, den ihr einem Arzt bevorzugen solltet, definitiv nicht.

Deswegen, wenn ihr solche Probleme habt oder Probleme mit gewissen Pathologien, nennt man es auch mal gerne, also mit Symptomen und ähnliches, dann bitte einen Arzt aufsuchen und nicht erst zu Retterview gehen auf TikTok oder sonst irgendwo. Ganz, ganz wichtig. Aber ja, das finde ich mal. Was war so die erste Angst, wenn man mit dir über Angst redet?

Was ist so die erste Angst bei dir, die einfallen würde, wenn man jetzt darüber redet? Also wenn ich jetzt sage, Max, wovor hast du Angst? Beziehungsweise gibt es so Ängste, die dich auch immer mal wieder begleiten? Tatsächlich die erste und wahrscheinlich auch einzige Angst, die mir da sofort einfallen würde, ist so soziale Angst.

Soziale Angst. Man mag es kaum glauben, ich bin ein sehr schüchterner Mensch und ich muss im sozialen Umfeld dann erstmal, ich brauche eine ganze Weile, um aufzutauen. Das muss ich echt mal erleben. Du erzählst es immer wieder, dass du irgendwie angeblich schüchtern bist. Das erlebst du doch eigentlich jedes Mal, wenn wir irgendwo mit neun Kollegen oder sowas von dir sind.

So dass ich dann erstmal, ich kann brabbeln wie ein Wasserfall, aber wenn wir dann erstmal mit neun Leuten zusammensitzen, dann ist erstmal für 10 Minuten Ruhe. Ich dachte, das wäre eher so Höflichkeit oder sowas. Nee, auf gar keinen Fall. Das ist einfach erstmal das Feld abchecken, erstmal gucken, was so geht.

Aber ist da so richtig Angst dabei oder ist es eher so eine... Ihr seid mir noch nicht geheuer, ich muss erst mal das Vertrauen haben. Ihr müsst erst mal mein Vertrauen haben. Da kommen wir schon ein bisschen deeper ins Thema rein. Es ist Angst irgendwo, mit Sicherheit. Es ist aber nicht so, dass ich irgendwie eine starke Angstreaktion habe, dass ich irgendwie wahnsinnig nervös werde oder schwitze oder sonst irgendwas.

Sondern es ist einfach, es ist Zurückhaltung, die aus sozialer Angst resultiert. Krass, okay. Also ich dachte immer, da wäre nicht so viel Angst dabei, weil du ja bei mir hier zumindest, aber wir kennen uns ja auch so ein bisschen. Wie ist das denn, wenn jetzt zum Beispiel hier Kunden bei uns reinkommen?

Wir sind ja hier im Studio, aber wir haben ja auch eine Druckerei und da kommen ja dann auch fremde Personen rein. Wie bist du da drauf? Da ist es tatsächlich ein kleines bisschen anders, weil ich da, ich spiele da eine Rolle gefühlt. Ach so, also es ist so ein, es ist halt, es ist was Geschäftliches.

Hallo und herzlich willkommen hier. Es ist halt nichts Persönliches, da muss ich nicht irgendwie, also ich will jetzt nicht den Kunden davon überzeugen, dass ich ein wahnsinnig toller Mensch bin. Der Kunde hat eine Anfrage, der hat eine Bestellung, Der holt ein Produkt ab und meine Aufgabe ist es, diesem Kunden vernünftig das Produkt zu überreichen oder vernünftig den Auftrag zu ergründen.

Genau, deswegen bleibe ich da relativ gut bei dem Geschäftlichen und kümmere mich darum. Und dadurch kommt da nicht viel soziale Angst auf, weil es halt einfach, es ist ein sehr planbares Thema. Also es ist jetzt nicht so, dass wenn zehn verschiedene Kunden reinkommen, da zehnmal ein völlig anderer Ablauf ist.

Ich kann das aber auch so ein bisschen von mir, ob das jetzt wirklich eine Angst ist, es ist eher so Schüchternheit oder sowas. Also wenn zum Beispiel viele Leute kennen sich und ich bin so der Neue in der Runde, dann bin ich auch immer eher zurückhaltend. Viele andere kennen das auch so. Warum stehen die Frauen immer alle in der Gruppe, wenn man noch eine ansprechen möchte?

Soziale Angst kann ein bisschen Lampenfieber, so nach dem Motto auch manchmal. Ja, genau. Lampenfieber, super interessant. Gehört ja auch, glaube ich, mit Angst. Aber da kommen wir wahrscheinlich nachher noch hinzu und so weiter. ja was gibt es, Wenn wir jetzt mal auf den Rettungsdienst zu sprechen kommen.

Gibt es da irgendwas Alltägliches, was dir Angst bereitet? Ich hätte fast Sorgen gesagt, aber auch da muss man ja irgendwie differenzieren. Es ist ja nicht das Gleiche. Genau, gibt es da etwas, was dir Angst bereitet? Irgendwas Alltägliches? Ich will jetzt erst mal aus Jux sagen Spritzenpumpen. Aber wir wollen das Thema ein bisschen ernster angehen. Ja, Spritzenpumpen.

Spritzenpumpen, also quasi Perfusoren. Das sind immer so die Geräte, die man nie bedient im Rettungsdienst. Selten bis gar nicht. Das ist so ein Gerät, was man kaum bis gar nicht eben, wie gesagt, außer morgens einmal anmachen, ausmachen, aber Spritze einhängen, das alles konnektieren und dann vor allen Dingen die Einstellung richtig zu machen und so weiter.

Das ist, glaube ich, für viele immer eine Angst. Aber jetzt kein, nein, es ist es nicht mehr. Also ich habe es letztens auch selbst gemacht. Das ist super einfach, weil ich auch MPGler bin. Also seitdem ich meine Medizinproduktebeauftragten gemacht habe, sind das alles Geräte für mich, die reden mit mir.

Aber wovor ich jetzt wirklich immer Angst habe, und ich glaube, das kennen viele so, ist halt natürlich, wenn man Angehörige im Rettungsdienst plötzlich begrüßt. Also sprich, da kommt irgendwas, ein Einsatz, und da steht dann eine abbekannte Adresse drauf. Und du fährst hin und sagst so, fuck, ist mir schon passiert.

Nicht im Rettungsdienst, sondern privat tatsächlich, dass es dann plötzlich hieß, Opa ist die Treppe runtergefallen. So, und dann, ich war in der Nähe tatsächlich sogar, bin da hingedonnert, hab gedacht, was erwartet mich da jetzt, weil meine Cousine mir auch nicht viel gesagt hat dazu, außer, dass sie den Rettungswagen schon gerufen hat, top, und dass Opa da jetzt auf dem Boden liegt und auf Fragen wie, ist er noch ansprechbar, ist er noch wach, liegt irgendwas schief, was auch immer, blutet er, gab es keine Antwort mehr, dann hat sie aufgelegt und dann geht natürlich die Pumpe, weil du gehst ja als Notfallseite da auch hin, bist zwar ausgebildet auf die Situation, aber du bist privat da, du hast nichts da und selbst wenn ich,

glaube ich, im Dienst wäre, wäre ich super aufgeregt weil es sind meine großeltern ich müsste den, Leih zufügen, weil ich dann natürlich nachher auch Medikamente und was auch immer gebe, also auch die Zugänge. Und ich habe gemerkt, als ich dann da war, ich war auch früher als der Rettungswagen da, aber wie gesagt, ich war ja in der Nähe.

Fing ich eben schon an, Opa abzutasten. Und ich musste mich aber so konzentrieren, nicht in die Emotionen reinzukommen, fuck, was ist hier passiert, scheiße, wie geht's dir? Sondern das abzuarbeiten. Gott sei Dank ein bisschen Training dabei. Dann kamen auch schon die Kollegen, hab meine Kultusine gesagt, die sollen gleich Sauerstoff holen und alles Mögliche. Ich hab das noch auf Kamera, ganz süß.

Ja, Christian hat gesagt, ihr sollt Sauerstoff holen. Ja, und jetzt kommt mal schnell. Und ich war, Gott. Und ich glaube, die haben mich nur gesehen und dachten so, oh, fuck, wir brauchen dann seinen Opa. Ja, also sie haben es mir nachher auch erzählt, dass da auch eine gewisse Angst da war. Fakt, das ist der Wachenleiter und wir müssen da jetzt seinen Opa behandeln.

Hoffentlich machen wir alles richtig. Aber ja, finde ich interessant. Da haben wir schon eine schöne Unterscheidung, die wir anhand dieses Beispiels ausarbeiten können. Das, was du gerade beschrieben hast, nach Definition zumindest, auf deiner Seite ist tatsächlich keine Angst, das ist Furcht. Und das, was auf Seite deiner Kollegen passiert ist, das ist tatsächlich Angst dann. dieses Wachleiter und so weiter. Was falsch machen. Genau, was falsch machen.

Weil man unterscheidet insofern, Furcht ist die Reaktion auf eine unmittelbare, konkrete Bedrohung. Das heißt, es passiert jetzt gerade im Hier und Jetzt. Das ist das, was du dann gefühlt hast, als du direkt bei der Mopa warst. Und die Angst ist die Erwartung einer möglichen zukünftigen Bedrohung. Zum Beispiel, wenn ich jetzt irgendwas verkacke, was macht mein Wachleiter dann?

Ja, ich glaube, dann nehmen wir mal was anderes. Kurz bevor wir die Aufnahme gemacht haben, musste ich ja ganz schnell zu meiner Schwester, weil das Kind eine Ketoazidose hatte. Und ich habe mich dafür entschieden, dass wir fahren mit meinem Auto. Entspannt trotzdem, nach Abwägung, wie es dem Kind geht.

Und ich hatte immer Angst davor, dass im Auto jetzt was passiert. Nicht, dass sie kotzt, dass das passiert, sondern dass das Kind plötzlich einschläft, eintrübt, war mir aber bewusst gesagt, okay, wir brauchen nur zehn Minuten bis zur Klinik. Jetzt hätte ich eine Rettungswagen gerufen, hätten wir gewartet.

Hätte ich es trotzdem machen müssen, weil man hätte ja schon eine Infusion legen können, geben können, was auch immer. War das falsch? Und was passiert, wenn sie... Also es gibt so eine Mischung aus Angst und Furcht. Es passiert ihr was. Ich will nicht, dass es ihr schlimmer ergeht. Und gleichzeitig so, okay, du, was könnte jetzt noch passieren?

Also das ist schon immer, okay, das ist ja hochkomplex das Thema. Jetzt weiß ich, warum du das haben wolltest. Max hat sich massiv belesen dazu. Ich bin sehr gespannt, was da noch alles rauskommt heute. Und was wir schon mal spoilern können, ist, wir werden uns zu dieser Sache uns noch mal eine Expertin, eine Expertin ranholen.

Oh ja. Ja, ich musste im Zuge der Recherche auch, also ich beschäftige mich ja wahnsinnig gerne mit solchen Themen. Ich bin ein kleiner Psychologie-Nerd, natürlich alles auf Laienbasis. Aber gerade dieses Thema, da hat mich vor zwei, drei Tagen oder so, habe ich wieder so einen schönen Clip zum Thema Angst und Angststörungen gesehen und dachte, warum behandeln wir das nicht mal im Podcast?

Weil dann habe ich doch tatsächlich mal einen Grund, mich da fünf, sechs Stunden hinzusetzen und mal ein bisschen Recherche zu betreiben. Und im Zuge dieser Recherche ist mir dann aufgefallen, okay, vielleicht sollten wir uns tatsächlich einen Profi ranholen. Weil wir können jetzt viel aus eigener Perspektive, aus eigener Erfahrung erzählen.

Und ein bisschen recherchieren. Genau. Aber es gehört halt, wenn man das wirklich tiefgründig abarbeiten möchte, Gehört halt noch zum Beispiel Therapie dazu, Therapiemöglichkeiten für Angst, Angststörung, Panikattacken, Panikstörung und ich glaube da wäre es sehr gut, wenn wir tatsächlich einen Pro an der Hand haben.

Ich glaube auch, das sollten wir auf jeden Fall machen. Deswegen bringen wir euch dann auch noch mal jemanden dazu. Rufen auch sehr gerne auf, wenn es jemanden gibt, der sagt, Mensch, also da würde ich gerne mal mit ins Thema einsteigen. Super gerne, schreibt uns einfach an. Überhaupt kein Problem. Die WhatsApp-Nummer kennt ihr mittlerweile 0381873 98112. Wenn ihr das Telefon als Kontakt suchen wollt, überhaupt kein Problem. Oder ihr schreibt uns einfach an redaktion.retterview.de.

Da findet ihr uns dann auch. Und vielleicht finden wir da auch jemanden übers Netz. Ihr müsst nicht nach Rostock kommen, übrigens. Keine Sorge, wir können das auch digital heute alles erledigen. Aber wir würden uns sehr freuen über Expertenmeilung dazu. So, und jetzt habe ich mir mal aufgeschrieben, wann Angst eine medizinische Erkrankung sein kann. Beziehungsweise ist Angst eine medizinische Erkrankung.

Das wäre, glaube ich, schlimm, wenn es so wäre, weil wir haben ja alle irgendwo mal Angst. Aber die Angst und die körperliche Erkrankung, die schließen sich halt gegenseitig nicht unbedingt aus. Jemand kann eine Angststörung haben und trotzdem neu körperlich erkranken an irgendwie einer solchen Störung.

Deshalb darf die Vorgeschichte nicht die Untersuchung ersetzen. Also sprich, wenn jemand eine Angststörung hat oder eine Angstpanikattacke beispielsweise, dann kann es nur die Panikattacke sein vor irgendwas. Aber es kann auch sein, dass es da wirklich echte Krankheitssymptome gibt, die das quasi überdecken. Man sollte es also nie abtun, würde ich mal sagen.

Immer als Angst, wenn es um irgendwie sowas geht. Max, du hattest ja schon einmal von einer gewissen ängstlichen Störung von dir kurz geredet. Nicht Störung jetzt im chronischen Sinne, sondern du hattest schon mal so eine Art Panikattacke oder sowas. Stell dir einfach mal vor, so wie es eben damals war, du hast ein bisschen Kreislauf bekommen, schlechte Luft war es jetzt nicht, aber du hast halt schneller geatmet, auf jeden Fall dabei. Das war keine Panikattacke, es war glaube ich, ich war einfach nur irgendwie durch irgendwas massiv am Heulen und hab dann hyperventiliert.

Aber ich hab tatsächlich als Jugendlicher mehrfach Panikattacken gehabt. Also auch das. Also was würdest du dir von den Leuten wünschen, die zu dir dazukommen? Was meinst du? Na, wenn die Leute, Rettungsdienst wie auch andere Helfende, die merken, dass du dann eben so eine, okay, von früher aus der Jugend Attacke bekommst Was würdest du dir von ihnen wünschen, was dann passiert?

Genau, ich war damals bei meiner ersten richtigen Freundin zu Hause und bin dann nachts aufgewacht und hab so ein kribbeliges Gefühl in den Fingerspitzen gemerkt, dass sich irgendwie der ganze Raum hat sich auf einmal so beengt angefühlt. Und erst, ich kannte das noch so von Kindheitsteil, wenn ich so einen komischen Traum hatte oder so und dachte dann, ja, mein Gott, drehst dich halt auf links und stehst weiter. So, das geht dann schon irgendwie weg.

Und da hab ich Fehler Nummer eins bei einer Panikattacke schon direkt auf harte Weise vermittelt bekommen, wenn man eine Panikattacke ignoriert und sie einfach versucht, irgendwie zu überspielen, sag ich mal, zu ... Ja, zu überstehen, sag ich mal in dem Fall, jetzt wegzuschlafen, dann kommt sie wieder.

Dann kommt sie wieder. Mit hoher Wahrscheinlichkeit. Das wird wahrscheinlich auch nicht immer passieren, aber genau, das hat dann, glaube ich, keine halbe Stunde gedauert. Und dann bin ich aufgewacht und dann war es auf einmal doppelt so schlimm. Und dann bin ich nur runter ins Bad irgendwie, hab mir Licht angemacht, hab mich tatsächlich selber im Spiegel angucken.

Das hat so ein bisschen geholfen, mich selber einfach zu sehen und zu merken, hey, es ist alles okay. Und quasi so ein Bezug zur Realität. zu bekommen. Und dann habe ich danach mal gegoogelt, okay, was war das jetzt so? Und habe erst nach irgendwie so Albträumen und Auswirkungen von Träumen und so weiter geguckt, habe die ganzen Symptome eingegeben.

Und dann hat Google tatsächlich gesagt, das sind eigentlich alles Symptome für eine Panikattacke. Und dann habe ich mich mit Panikattacken ein bisschen näher beschäftigt und habe gemerkt, oh, cool. Das war dann jetzt wahrscheinlich die zweite Panikattacke, die ich in meinem Leben hatte. Witzig. Es war jetzt so so völlig ungewohnt und ich hätte nicht damit gerechnet, dass sich so eine Panikattacke anfühlt. Wie wäre das denn für dich, wenn jetzt plötzlich dann die Helfer kommen, also die Rettungsdienstler und sagen, ach, das ist wieder nur eine Psyche oder hat nur was mit Psyche zu tun?

Also obwohl du, sagen wir mal, du merkst, der Puls wird schneller, dadurch kriegst du Panik, weil was ist das? Das hört nicht auf. Dann steigerst du dich weiter rein und der Puls wird wieder schneller, weil du aufgeregt bist, weil du jetzt Angst hast und so weiter. Und dann kommen die Helfer und sagen einfach nur, ja, es ist nur Psyche oder tun das so ab.

Ich glaube, ich bräuchte die Erklärung, was gerade passiert. Einfach nur, hey, du hast gerade eine Panikattacke, das ist psychisch und so weiter. Und das würde mir tatsächlich persönlich, würde das helfen. Das würde wahrscheinlich nicht jedem helfen. Aber in dem Fall war es, glaube ich, die Unsicherheit, dass ich nicht wusste, was gerade passiert und warum mein Körper so reagiert, wie er gerade reagiert.

Was den Hauptteil der Problematik für mich ausgemacht hat. Ja, da muss man einfach sagen, weil das eine ist ja die Angst. Ich meine, Angst haben Leute ja auch, die einen richtigen Herzinfarkt haben. Zum Beispiel, das macht es jetzt aber nicht gleich psychisch. Deswegen muss man da tatsächlich sagen, Angst.

Und körperliche Erkrankungen schließen sich halt nicht gegenseitig aus. Und wenn wir als Helfer kommen, dann sollten wir dem immer bewusst sein. Das heißt, auch wenn wir davon ausgehen, dass es Psyche sein könnte, anfangs, gilt es trotzdem immer, die anderen Sachen mit zu überprüfen. Das heißt, nur weil jemand psychisch erregt ist, das kann man tatsächlich sogar ankreuzen im Protokoll, heißt das nicht, dass wir nichts untersuchen sollten.

Weil irgendwoher muss das ja kommen. Es gibt Leute natürlich. Achso, du meinst jetzt die Symptomatik. Eine gewisse Symptomatik, die durch Angst entsteht, dass du dann untersuchst, ob es nicht vielleicht was anderes sein könnte. Was ist der Faktor, der das ausgelöst hat? Ja, okay. Gut, das kann kleine Faktoren sein wie, keine Ahnung, warum gluckert mein Bauch heute so doll? Nehmen wir das jetzt mal als kleines Beispiel.

Und dadurch machen sich einige Leute Sorgen, weil sie irgendwas gelesen haben, das könnte vielleicht auch Krebs sein, so nach dem Motto. Ist es jetzt in diesem Fall nicht. Ist nur ein Beispiel, regen sich auf, Und kriegen dann eben Panikattacke, Angststörung, was auch immer. Und dann könnte man das in Anführungsstrichen dahin gehen. Aber ich gehe trotzdem rauf, gucke mir das EKG an, Blutzuckerwert und so weiter, gucke eben nach.

Also man sollte eben, wie gesagt, diese Pathologie, sprich, es könnte auch ein Infarkt sein, es könnte auch was anderes sein, Herzras zum Beispiel, könnte alles sein in diese Richtung. Deswegen da mal aufpassen. Ich hatte das bei einem jungen Mann, der ist 19 gewesen. Das wird dir jetzt auch gefallen, bestimmt dieses Fallbeispiel.

Denn dieser junge Mann war erkrankt, sprich erkältet. Hat einen Infekt gehabt, hat ihn gut überstanden. Und als ich ihn fragte, hast du jetzt danach gleich wieder Sport gemacht? Nein, nur Kraftsport. Ist dann natürlich auf eine öffentliche Veranstaltung gegangen. Dort merkte er, dass sein Herz ganz schön rast, bei 140 bis 150 Schlägen pro Minute.

Und als er dann unten war und ich ihm dann auch, er wollte ja unbedingt wissen, was es ist. Er fiel auch weiter in Panik. hat es nicht besser gemacht, dass ich irgendwann ehrlich zu ihm war und sagte, naja, es kann auch sein, dass du eine Herzmuskelentzündung zumindest herausgefordert hast. Und als ich ihm dann erklärte, dass das so ist, ging das weiter.

Symptome schön weiter nach vorne getriggert. Er weiter Angst bekommen. Herz schneller geworden. Gott sei Dank bei 160 war auch Schluss. Ist aber trotzdem relativ fix. Ärzte sind dazu geholt, noch mal beruhigend auf ihn eingewirkt, dass wir gesagt haben, es ist super, dass du dich bei uns gemeldet hast.

Wir können dir jetzt auf jeden Fall helfen. Wir müssen jetzt aber in die Klinik fahren, einfach nur um zu gucken, Blutwerte nehmen, schauen, ist es wirklich eine Entzündung, nur das kann dir jetzt helfen, aber du stirbst hier und heute nicht davon. Und da haben wir dann auch recht lockeres Gespräch gemacht, sind auf ihn eingegangen, sind auf diese Panik, die er hatte, keine Panikstörungen, Panik, einfach ein bisschen darauf eingegangen, haben das beruhigt.

Also deswegen Angst und Erkrankung bitte immer voneinander fernhalten und sagen, das eine resultiert vielleicht aus dem anderen, das eine könnte aber auch das andere einfach herbeirufen. Ja. Gibt es irgendwas aus der Kindheit, was du mitgenommen hast? Als Angst, so richtig? Ich kann dir mal was vorgeben, bei mir ist es Zahnärzte. Zahnärzte lösen durch ein, ich sag jetzt mal, es war vielleicht ein Kindheitstrauma bei mir, weil ich das auch immer noch vor Augen habe, immer noch Angst aus, immer wenn ich weiß, ich muss zum Zahnarzt, versuche ich mich schon innerlich zu beruhigen und sagen, ey, ist auch noch ein Arzt und hey, der macht das schon richtig und wenn ich Schmerzen habe, gibt der mir eine Spritze.

Aber ich habe damals einen Zahnarzt gehabt. Als Kind habe ich die ganze Bude zusammengeschrien. Der hat bei mir den Zahn damals ohne Narkose oder irgendwelche Schmerzmittel, mit so einem, also so war es aus meiner Sicht damals noch, mit so einem Meißel und einem Hammer zerkloppt. Und das klingt wie ein Horrorfilm. Aber ich weiß nicht, wenn da Zahnärzte draußen sind, die das hören, vielleicht gibt es da ein Verfahren. Und das ist wirklich so.

Aber der hat da nichts gegen meinen Schmerz gemacht. Und ich habe da die ganze Bibel zusammen geschrieben. Meine Tante damals, die ist in diesen Raum reingekommen und gesagt, oh Gott, ich dachte, die schlachten den, was machen sie denn hier? Bin noch nie wieder hin. Und seitdem ist für mich Zahnarzt wirklich ganz schlimm.

Ich habe mittlerweile einen tollen Zahnarzt. Mittlerweile weiß ich auch, und der weiß auch bei mir, sobald er irgendwie Bohren machen muss, ja, dann gibt es halt ein schönes Schmerzmittel. Und ich weiß auch mittlerweile, der macht das so gut, dass er die Nadel ansetzt und da ist schon so ein Tropfen dran. Ich merke das gar nicht, so ein kleines Drücken. Und das war es. Mittlerweile läuft das ganz gut.

Aber es brauchte erst diesen einen Zahnarzt, der mich wirklich wieder abgeholt hat aus der ganzen Sache. Nichtsdestotrotz ist es trotzdem irgendwie ein unliebsamer Besuch immer noch. Und es schwelt immer noch eine Angst hinterher. Witzig. So viele Jahre. Und es ist das erste Mal, dass ich das höre. Ja, ist wirklich so.

Krass. Das hätte ich nicht gedacht. Ja, das... Nervt natürlich. Das andere war halt, ja, ich habe immer Angst davor, dass ich wieder umkippe, wenn die mir Blut abgenommen wird oder wenn ich irgendwie, also wenn es einen Venesen-Zugang gibt, weil ich bin zweimal schon umgekippt, war so vagale Reaktion quasi, also quasi hat mein Körper darauf reagiert.

Warst du richtig komplett Knockout? Ja, also Mutti war da, die nette Kollegin, Schwester, hat ein Nadelkissen aus mir gemacht. Mittlerweile heute, wo ich medizinisch vorgebildet bin, sage ich auch immer, bitte nicht im Ellenbogen, ich hatte Neurodermitis oder habe Neurodermitis, dadurch ist die Haut, da siehst du keine Vene mehr.

Also ich sage immer, mach hier an der Hand. Ich weiß nicht, warum viele Schwestern sich teilweise nicht an die Hände trauen, außer in der Notaufnahme. Keine Ahnung. Also das ist echt Hand? Naja, das geht eigentlich. Aber ich bin auch mal relativ fix. Aber die machen das wirklich tatsächlich ungerne. Und jetzt hatte ich arbeitsmedizinische Untersuchungen.

Ich hatte ihr schon gesagt, ich möchte mich auf dem Bett legen, bitte, wenn ihr Blut abnehmt, weil ich kippe gerne um. Und das hat nichts mit Angst zu tun. habe ich gesagt. Sie hat das komplett anders verstanden und wir haben mich aufs Bett gelegt. Ich habe vorher noch ordentlich getrunken, habe der Blutdruck schön hochgebleibt und dann hat die eine sich zu mir ans Bett gesetzt und hat mich gestreichelt.

Geil. Es passiert nichts. Alles gut. Ich habe keine Angst davor. Es ist doch alles gut. Sie hat nicht aufgehört. Ist das geil. Und sie sagte aber auch, ich bin seit 17 Jahren onkologische Schwester. Ich habe schon wen gefunden. Da hat noch kein Arzt eine Vene gefunden. Und dann hat sie es an den Ellenbogen geschafft, tatsächlich sogar.

Mir ging es auch gut. Aber ich fand dieses, das war so übermuttern. Es war niedlich, aber irgendwie auch komisch. Und jeder, der irgendwie in dieses Zimmer reingekommen ist, bitte rausgehen, er hat Angst. Ich so, nein, ich habe keine Angst, Mann. Also auch überkandideln kann manchmal echt zu, ja, es ist nicht immer förderlich.

Es ist nicht immer förderlich. Also von daher... Ja, aber fehlt dir irgendwas ein aus der Kindheit, wo du sagst, das nimmst du mit? Kindheitsängste? Nicht wirklich. Nach wie vor, ich hatte als Kind Angst vor Spinnen, habe ich nach wie vor. Ich konfrontiere mich halt gerne mit meinen Ängsten. Also es war schon immer so, ich hatte damals auch richtig krasse Höhenangst. Höhenangst?

Ja, also habe ich Roofing zu meinem Hobby gemacht. Kennst du Roofing? Roofing ist es nicht von Dach zu Dach springen? Nee, also grundsätzlich, Also ja, das ist auch für einige ein Bestandteil. So wahnsinnig bin ich dann doch nicht. Also ich hänge schon noch irgendwie an meinem Leben. Nee, grundsätzlich beschreibt Roofing einfach nur, dass du dir hohe Strukturen suchst und da ungesichert draufkletterst.

Okay, noch ein Disclaimer bitte. Da haben wir, ja mein Gott, also Kinder klettern Bäume hoch, Jugendliche klettern dann vielleicht Mauern hoch. Es ist doch, jeder muss mal. So ein Eiffelturm, den muss man halber besteigen. So weit dann doch nicht. Ja, aber ich habe dann zum Beispiel, wir haben bei uns die Ruin von den ehemaligen, was waren das, Heingewerke beim Hubernplatz eine ganze Weile gehabt.

Genau, die Heingelhallen, ja. Genau, und da an diesem Baugerüst, da bin ich zum Beispiel mit Freunden ab und zu hoch und dann standen wir da oben irgendwo drauf. Und das hat tatsächlich auch bei Freizeitparks, Freefall Tower, Gott oh Gott, bin ich da in Tränen wieder raus, nur um mich dann fünf Minuten später wieder reinzusetzen. Einfach nur, weil ich dachte, okay, gut.

Das erste Mal bist du unter Tränen raus, den Anlauf hast verkackt, jetzt musst du so lange, bis es ohne geht. Ja, das ist... Also, kennst du dieses Gefühl, wenn man runterguckt, irgendwo aus einer Riesenhöhe? Und einem direkt schwindelig wird? Nee, jeder bekommt das erste Gefühl... Des sogenannten Springs. Es gibt einen Fachbegriff dafür, ich weiß nicht mehr.

Also dieses, was würde jetzt passieren, wenn ich da jetzt runterspringe? Das ist keine Psychologische Parallelie. Unser Überlebensinstinkt hält uns auf, davor, das auszuprobieren und zu tun. Aber jedes Mal, wenn ich runtergucke, denke ich so, wow. Es zieht einen magisch an. Aber jetzt zieht er gar nicht magisch an.

Das ist auch nur ein Bruchteil einer Zeit, wo das wohl passieren soll. Also das ist wirklich überspannt. Aber Höhenangst auch, immer eine krasse Angst. Wird ja auch getestet, zum Beispiel bei der Feuerwehr. Drehleiter hochklettern. Ich muss auch sagen, ganz ehrlich, ich bin letztens so ein 102 Meter Drehleiter-Kran hochgefahren.

102 Meter ist nicht mehr so einfach. Ich meine, no shit. Und vor allen Dingen, also das eine ist ja 102 Meter mit so einem, wenn es einen Freefall-Tower gäbe, der so hoch wäre, das eine. Aber wenn du so einen Kran, der auch noch schwankt, dann stehst du da. Du denkst dir so. Ich komme ja selbst aus der Veranstaltungsbranche. Es gibt auch krasse Probleme, wenn du die sogenannten fliegenden Traversen, wenn du die behandeln willst, wenn du da was ranhängen möchtest.

Du guckst nach oben auf der Leiter, beziehungsweise auch auf so einen Kran und die Traverse bewegt sich. Führt dazu, wenn du nicht gesichert bist, und du wirklich doof wusstest, dass du von der Leiter fällst. Weil du versuchst ja, diese Bewegung auszugleichen. Kannst nicht koordinieren. Kommt das jetzt von dir oder von der Traverse?

Also wirklich krass. Ja, da sind wir schon wieder ganz schön abgeschwiffen. Aber was ich immer gerne mal sage, wenn ich merke, auch Leute haben irgendwo Angst oder auch eine gewisse, haben sich hier reingesteigert, dann sage ich auch mal, wir haben bei den bisherigen Untersuchungen jetzt keine akute Gefahr gefunden.

Also wenn zum Beispiel bei einer Erkrankung eine Gefahr besteht, aber keine Akutgefahr, sprich Lebensgefahr. Dass man mit denen schon redet. Ihre Beschwerden nehmen wir aber trotzdem ernst, sage ich dann immer gerne mal. Also wir besprechen jetzt, wie es weitergeht mit Ihnen. Und Sie bleiben immer im Bilde, was jetzt weiterhin passiert.

Wenn Sie Fragen haben, fragen Sie mich gerne. Ich antworte Ihnen auch ehrlich. Ich sage Ihnen auch, was im Krankenhaus wahrscheinlich passieren wird. Das holt auch einige ab, auch wenn das manchmal ein bisschen schwierig klingt. Und ich sage auch manchmal gerne, wenn ich eine Nadel gelegt habe, dass ich fast sage, das war jetzt schon fast das Schlimmste an Schmerz, was jetzt so kommt, wenn es passt. ist nicht immer so.

Aber oft ist es ja das, weil danach kannst du halt Schmerzmittel geben, jemanden narkotisieren und so weiter und dass er das mitbekommt. Also das muss man noch übersprechen. Naja, damit sind wir ja bei der Frage, was passiert eigentlich bei Angst, Max? Immer wieder ganz spannend, finde ich. Also wir sollten ja mal so Angst verstehen, wenn Angst ja so unangenehm für uns Menschen eigentlich ist, weil wir empfinden, warum brauchen wir sie überhaupt?

Du hast es mit dem, wenn man von einer hohen Höhe quasi irgendwie über das Geländer guckt, damit hast du es eigentlich schon ganz gut beschrieben. Die Angst sorgt am Ende dafür, dass du nicht springst. Die Angst sorgt am Ende dafür, dass wenn du über eine Straße gehst, dass du vorher guckst, ob Autos kommen.

Auch das ist tatsächlich ein Mechanismus, der getrieben ist von der Emotion Angst. Wenn ich im Dunklen Angst habe, ich laufe durch eine dunkle Straße, gibt es ja viele Menschen, die dann auch davor Angst haben. Das ist einfach, wenn wir mal ein paar hunderttausend Jahre zurückdenken, das ist genau die Situation, in der du am verletzlichsten bist, weil die anderen Tiere, die Raubtiere um dich herum, die können in der Regel, die meisten davon, im Dunkeln noch relativ gut sehen. Du nicht.

Wir haben ja mal reingeguckt und es gibt des Bundesgesundheitsministeriums, was das ja auch teilweise beschreibt. Und es hat ja auch gesagt, psychologisch ist ein Angst ein Zustand einer erhöhten Bedrohungserwartung. Genau. Und ein Mensch rechnet möglicherweise mit einer schädlichen Entwicklung einer Situation und richtet die Aufmerksamkeit und auch die Gedanken zum Beispiel oder das Verhalten halt einfach komplett darauf aus.

Genau, das ist die psychologische Erklärung. Genau. Also es ist immer wieder ganz spannend, dass uns das eigentlich auch weiterhelfen soll, Angst. Zu 100 Prozent. Also wir brauchen es, sonst wäre es nicht da. Ja, so am Ende, Evolution hat da schon ihren Soll geleistet. Ich finde das auch super, weil dieses Schutzsystem, was wir eben haben, das soll ja eben mit Unsicherheiten arbeiten. Und wir arbeiten oft mit Unsicherheiten, weil wir ja immer wieder abwägen ...

Was könnte passieren und ja, Problem ist, würden wir halt erst auf eine Entwicklung reagieren, ja, dann werden wir nicht lange überleben, oder? Genau, also wenn du erst reagierst, wenn quasi der Umstand eintritt, dann ist es ein bisschen zu spät. Dementsprechend tritt Angst immer im Voraus auf. Ähm, problematisch wird's erst dann, also Angst kann natürlich auch regelmäßig Fehlalarme auslösen. Das ist völlig normal. Und das ist auch grundsätzlich erst mal nichts wahnsinnig Bedenkliches.

Problematisch wird's erst dann, wenn das System extrem überempfindlich reagiert, und du wirklich permanent in verschiedensten Situationen Fehlalarme kriegst. Okay, und dann reden wir aber von Angststörung. Genau, und dann gehen wir schon in Richtung einer Angststörung. Okay. die dann auch tatsächlich extreme Belastung für das System, für den Körper, für die Psyche.

Also da gibt es auch keine einzelne Grenze, oder? Also gibt es da Grenzen, die wir jetzt bei jedem Menschen prüfen könnten, hier zum Beispiel im Podcast, wenn so eine Grenze da ist. Wie lange besteht eine Angst, könnte man fragen vielleicht? Genau, wie lange besteht eine Angst, wie häufig tritt sie auf?

In welchen Situationen kommst du zum Beispiel? Ja, das wären wahrscheinlich so Fragen, die man stellen könnte, um das Ganze. Aber da wären wir schon wieder in der Diagnostik und das ist was, da wäre ich noch relativ vorsichtig mit, weil kein Fachpersonal. Genau, wir sind kein Fachpersonal. Also da holen wir uns auf die ran.

Aber man muss ja auch sagen, wer Hilfe braucht, wer wirklich merkt, das stört mich in meinem Alltag, man nennt das ja mal Vorerkrankungen mit Einfluss auf das tägliche Leben zum Beispiel, der sollte halt irgendwie auch, das kann man jedem sagen, nicht warten, bis gar nichts mehr geht. Viele zögern das ja immer raus, wird schon, wird schon, wird schon, sondern sich wirklich rechtzeitig dann auch psychologische oder erstmal Hilfe beim Hausarzt holen, mit dem wir darüber reden.

Der Hausarzt und die Hausärzte sind immer die erste Anlaufstelle dafür. Und die sollten ja auch erkennen, dass es da was gibt. Gibt da meistens eine Überweisung. Gegebenenfalls wird auch erstmal beim Hausarzt versucht, dagegen zu wirken. Muss ja nicht immer gleich Psychologe sein, aber es ist nicht schlimm.

Ist ja ein Facharzt wie jeder andere auch. Was hast du gesagt? Wer ein sportliches Problem hat, geht zum Orthopäden. Genau, also wenn du Zahnprobleme hast, gehst zum Zahnarzt. Wenn du irgendwie was mit dem Rücken hast, dann gehst du gegebenenfalls zum Hausarzt. Beim Schnupfen gehst, zum Hausarzt, warum nicht zum Psychologen gehen, wenn du ...

Ich würde nicht mal sagen, wenn du mentale Probleme hast, sondern einfach mentale Baustellen. Es muss nicht immer ein großes Problem sein. Es kann auch einfach sein, dass man sich denkt, da ist irgendwo Verbesserungspotenzial. Vielleicht mal einen Profi fragen, ob ich recht habe. Der kann dir dann immer noch sagen, so richtig brauchst du da eigentlich keine Behandlung.

Das, was du da empfindest, ist normal. Was ich immer spannend fand, und das habe ich auch letztens mal bei einem Kollegen und Kumpel gemerkt, und die darauf auch immer aktiv angesprochen, der immer, wenn es um unangenehme Situationen geht, immer angefangen hat, Termine so zu planen oder so hinzuschieben, dass er dann nicht in die Situation kommen muss. Also quasi, so eine Vermeidungstaktik. Genau, das ist ein klassisches Sicherheitsverhalten.

Indem man einfach versucht, quasi der Angst oder dem Angstauslöser aus dem Weg zu gehen. Das Ganze ist tatsächlich sehr problematisch, weil du dann eine gewisse, Konditionierung hast, die damit einhergeht. Da gibt es einen Angstkreislauf, so nennt sich das, und der besteht aus dem Auslöser, eine gewisse Situation, die er Ängste hervorrufen kann oder eine Angstreaktion hervorrufen kann.

Daraus entsteht dann die bedrohliche Interpretation. Daraus entsteht dann die Angst und Aktivierung. Dann kommt die verstärkte Selbstbeobachtung, in der du quasi nicht reinguckst und weitere Gefahrensignale quasi identifizierst. Hauptsächlich deswegen, weil du schon auf Angst quasi geprimed bist. Dann kommt die Flucht.

Und dann kommt aufgrund dessen, dass du fließt, eine fehlende Korrekturerfahrung, und im Kopf ist quasi so, ist die Annahme, nur deshalb ist nichts passiert, nur weil ich jetzt geflohen bin. Ah, also quasi du schiebst irgendwas auf und dann wirst du trotzdem plötzlich damit konfrontiert und merkst dann vielleicht sogar erstens das befreiende Gefühl, es ist geklärt.

Oder es war gar nicht so schlimm. Genau das ist die Problematik, weil du hast eine gewisse, sagen wir mal, jemand geht extrem ungern einkaufen. Hat panische Angst vor dem Einkaufen. Und das nächste Mal. Ist die Person auf dem Weg zum Einkaufszentrum und merkt jetzt nicht im Einkaufszentrum erst die Angst, sondern schon auf dem Weg dorthin.

Und dann auf Hälfte des Weges entscheidet die Person sich, ah, ich gehe vielleicht heute doch nicht einkaufen. Ich gehe doch woanders hin. Und dann merkt sie schlagartig, die Angst lässt nach. Das ist natürlich ein positives Gefühl. Und alles, was im Kopf ist, hey, ich hab das Einkaufen vermieden, das ist gut, das ist gut, ich fühle mich jetzt besser. So, und dann das nächste Mal hast du natürlich tendenziell noch größere Angst vorm Einkaufen, weil jetzt nicht nur deine Angst einmal aufgetreten ist, sondern parallel dazu du auch noch einen positiven Verstärker im Nachhinein erfahren hast, dafür, dass du dem Einkaufen direkt aus dem Weg gegangen bist.

Ah, okay. Und dementsprechend soll man halt in so einer Situation, soll man sich dem Ganzen stellen. Ich würde sagen, fehl Eigentherapie so ein bisschen. Also es ist ja keine Therapie an sich. Fehlgeleitete nachher. Doch, es ist ein Teil, also Konfrontation ist ja ein Teil der Therapie. Also es gibt ja für einen Haufen Sachen die Konfrontationstherapie direkt.

Ich meine jetzt aber, durch dein Tun hast du plötzlich doch einen positiven Effekt gemerkt, weil es dir dann doch dadurch besser geht, weil du dem trotzdem aus dem Weg gegangen bist. Ja, genau. Das ist aber echt schwierig und vor allen Dingen, woher entsteht sowas? Gerade bei Angststörungen und alles mögliche gibt es ja nicht nur, also manche sagen immer gerne so, das ist zu wenig Willenskraft zum Beispiel, absolut das No-Go oder ist es immer auf Hormone hinzu zurückzuführen, kommen ja auch ganz oft, auch unter Kollegen kriege ich diesen Spruch, ja manchmal falsche Hormone, absolut falsch, es kann biologische, es kann psychische Ordnung, es kann soziale Einflüsse auch haben, also wie ist unser Umfeld, wie ging unsere Familie oder meine Eltern mit sowas

immer noch um, also all das belastende Erfahrungen zum Beispiel auch können da eine Rolle spielen. Auch vielleicht mal eine einzelne ganz schlimme Erfahrung. Also das alles kann dazu führen, dass man in Angststörung reinkommt und nicht so eine Ausreden wie, ja, das hat nur was mit Willenskraft zu tun.

Also wirklich, wer so was noch erzählt, auch als Fachkraft, muss man wirklich sagen, der sollte da definitiv mal nachlesen. Das ist definitiv nicht so. Da sind wir auch mittlerweile auch schon viel weiter. Es gibt viele coole Studien auch mittlerweile, über die man reinliest. Wir gehen gleich weiter auf vor allen Dingen Physiologie, auf Panikattacken wollen wir darüber reden. Heute, jetzt wisst ihr ja normalerweise, kommt Werbung, eigentlich für Holy und so weiter. Aber ich würde mal die Chance nutzen, eine andere Werbung zu machen.

Und zwar ist heute ein Video rausgekommen, über das wir beide lange nicht sprechen durften. Es war eine Entstehung. Es ist heute rausgekommen von der Björn-Steiger-Stiftung in Zusammenarbeit mit vielen, vielen Menschen, die damit dran waren. Heißt Notfall Deutschland. Guckt es euch auf jeden Fall an. 90 oder fast 90 Minuten interessante Dokumentation über, wie wir den Rettungsdienst wieder besser machen können in Deutschland. und was uns zurzeit fehlt und warum wir 30 Jahre im Rettungsdienst hinterher hinken.

Das Video packen wir euch unten in die Shownotes mit rein und es lohnt sich, das auf jeden Fall nach dieser Folge anzugucken. Und gerade, gerade an die Laien, an die Leute, die nichts mit dem Rettungsdienst zu tun haben, guckt da bitte rein. Es ist nämlich, es ist wahnsinnig interessant, es ist extrem gut aufgearbeitet, extrem gut verständlich und ich finde, es ist das fehlende Element, was, die Message an Leute wie mich zum Beispiel rüberbringt, die sonst nicht so viel aus der Szene bekommen. Ja, du warst sehr überrascht auf jeden Fall.

Ja genau, ich kriege ja permanent von dir was mit und trotzdem ist mir die Kinnlade nach unten geklappt, als ich das Video gesehen habe. Deswegen ist es mir eine große Erleichterung, nachdem ich seit über zwei Jahren mit der Steiger Stiftung immer gerne mal unterwegs war, auch, dass das jetzt endlich rausgekommen ist und deswegen guckt es euch an, bis gleich. Ich habe im Fachteil ja jetzt erklärt, wie Angst beschrieben wird.

Aber wie kann ich wissen, dass ich Angst habe und mein Körper... Spielt trotzdem sein eigenes Programm ab. Das ist wirklich schwierig, das komplett subjektiv zu bewerten. Nicht subjektiv, sondern objektiv zu bewerten. Weil unsere Bewertung von irgendeiner Situation und unsere Körperreaktion, die hängen alle immer so ein bisschen lustigerweise miteinander zusammen.

Also was passiert da, entweder von außen oder von innen? Dabei arbeiten halt einfach gewisse Gehirnregionen zusammen in einem schönen Netzwerk. Ihr wisst ja, das ist alles verwoben. Das heißt, es gibt keinen richtigen Angstknopf irgendwo im Gehirn. Es gibt die Amygdala zum Beispiel, die macht unsere ganze emotionale Verarbeitung.

Dann gibt es den Hypothalamus, der sorgt gerade für vegetative und hormonelle Sachen, also löst gewisse Sachen aus, dass andere Hormone ausgesprüht werden. Und dann gibt es eben noch den Hirnstamm, der meistens am Kreislauf und an der Atmung mitbeteiligt ist. Also da gibt es kein richtiges Angstknöpfchen bei uns, wo man sagt, diese Region macht jetzt Angst und deswegen reagieren wir. sondern es ist wirklich eine Reaktion aus ganz, ganz verschiedenen Netzwerkteilen im Gehirn.

Zum Beispiel gibt es ja den Sympathikus. Darüber läuft ja auch die schnelle Reaktion ab. Das nennt man ja auch immer den Fluchtnerv quasi, das Fluchtnervensystem. Der beeinflusst also unsere Organe weitgehend ohne bewusste Steuerung. Das heißt, das kannst du nicht einfach so steuern, wie du es möchtest, deinen Arm hochheben.

Und deshalb können zum Beispiel der körperliche Alarm und das Wissen, dass man eigentlich sicher ist, gleichzeitig vorhanden sein. Also du kannst alarmiert sein und trotzdem wissen, ja, es ist Quatsch, was mein Körper jetzt hier gerade macht. Hier ist alles safe. Wie zum Beispiel Bungee-Jumping. Du fährst hoch in hoher Höhe, du fliegst runter, dein Körper sagt, Alter, tu's nicht.

Das ist ja gefährlich. Also du stirbst, wenn du jetzt hier runterspringst, aber du weißt so, ja, nee, ich hab ja ein Bungee-Seil. Weißt du? Ist aber kein Beweis für eine mangelnde Selbstbeherrschung. Also... Der Körper macht das wirklich, das ist schon crazy. Also wenn Bewusstsein und Unterbewusstsein oder beziehungsweise dieses Vegetative dazu kommen, die alle so sagen, mach es nicht.

Das heißt, selbst wenn du der coolste Mensch da oben auf dem Tower bist, schlägt dein Herz trotzdem schneller. Okay, ja. Das hat jetzt die Frage ein bisschen vorweggenommen. Aber ja. Ach so, wolltest du das fragen? Ich wollte fragen, warum das Herz dann da so schnell schlägt. Ach so, ja, wegen des Sympathikus zum Beispiel.

Also der Sympathikus wird aktiviert. Der Parasympathikus, der eher für Verdauung, für Ruhe und sowas alles sorgt. Der Sympathikus aktiviert unsere Leistungsorgane, sprich Herz. Also Herzgefäße, Atmung, sorgt dafür, dass die Bronchien weiter werden, sorgt, dass das Herz besser kontraktiert, also sprich besser kräftiger schlägt.

Und der Blutdruck kann dann auch ansteigen. Das alles kommt dazu. Das macht der Sympathikus zum Beispiel. Wird getriggert durch sowas zum Beispiel. Durch solche Reaktionen aus diesen Amygdala-Emotionen. Sprich Hypothalamus vielleicht dann auch noch die hormonelle Sachen. Und eben, wie gesagt, die einzelnen Nerven und Hirnstränge. Der Parasympathikus ist ebenfalls bei so einer laufenden Regulation beteiligt.

Über den Vargus zum Beispiel. das Vargusnerv wäre zum Beispiel ein Nerv, den würdest du triggern, wenn du hinten, jetzt ganz hinten dich zum Erbrechen bringst. Dadurch kann deine Herzfrequenz auch verlangsamt werden. Heißt aber nicht, dass du jetzt Angst hast oder sonst irgendwas, dir in den Fingern Hals stecken sollst, weil das absolut unkontrolliert ist und du dir damit auch wirklich eine Lebensgefahr rausholen kannst.

Also bitte nicht machen. Ich bin mir jetzt gerade vor, so in der nächsten Gesprächsrunde. Max, was machst du da? Ach, ich habe auch ein bisschen Angst. Aber wo wir den Vargus tatsächlich reizen, ist beim sogenannten Varsalba-Manöver, nennen wir das. Das habe ich übrigens bei dem jungen Mann auf dem Event auch angewendet.

Und zwar kann man zum Beispiel den Vargus auch schon stimulieren, indem man große Schlucken kaltes Wasser trinkt. Okay. Weil das Wasser gelangt ja auch kalt sein. Nö, ich habe es auch lauwarm gehabt. Es geht um diesen großen Schluck, um dieses Auslösen, dieses Triggern des Vargus-Nerves. Und da ging dann plötzlich die Herzfrequenz auch runter. Hat leider nicht gehalten, aber dieses Vasalbermanöver, oder man kann es auch noch erweitert machen, man kann jemanden auch noch dabei zum Beispiel umkippen, wenn er erst mal eine Spritze pustet und dadurch auch Druck im Mund-Innenraum auslöst, wäre ja auch eine Möglichkeit, dass man so, keine Ahnung, was Spitzes, was Kleines nimmt, wo man nicht gut durchpusten kann.

So ein Luftballon, so ein schmaler, so ein Schlauchluftballon. Dagegen pustet, das kann dafür sorgen, dass deine Herzfrequenz runtergeht. Also immer aufpassen beim Pressen, was das Aufpusten angeht, da immer schön vorsichtig sein, dadurch kann man auch immer schwindelig werden, wenn die Herzfrequenz runtergeht.

Das kommt durch den, ja, okay, cool. Jetzt wieder was gelernt. Beim Herzschlag waren wir jetzt. Ich muss gerade nochmal so ein bisschen an, meine Panikattacken denken. Und ich habe schon gesehen, dass du gegrinst hast, als ich mit den kribbelnden Händen das erwähnt habe. Das ist übrigens eine typische Reaktion bei mir, wenn die Leute immer vom Kribbeln im Mund oder an den Händen und so weiter und das immer als Todesurteil quasi schon mir beschreiben, so als wenn jetzt, jetzt ist das ganz schlimm.

Das fühlt sich ultra schlimm an. Bei mir, siehst du, bei mir, deswegen habe ich diese Panikattacke auch erst gar nicht als irgendwie schlimm erkannt am Anfang und habe mich erst mal auf die andere Seite gedreht und weiter geschlafen. Ich fand dieses Gefühl erst mal angenehm, tatsächlich. Also ich habe erst mal so ein, ich kann es gar nicht mehr beschreiben, weil ich mich gar nicht mehr genau daran erinnern kann, weil es ist so leichtes Kribbeln irgendwie in den Fingerspitzen und dann, wenn ich halt irgendwie so leichten Druck auf die Fingerspitzen ausgeübt, dann hat sich das so total lustig, teilweise interessant angefühlt.

Aber je länger es dann anhielt, desto unangenehmer wurdest dann irgendwie. Das ist am Anfang immer so, weil es ist halt wie so ein Kribbeln, wie so ein Killer, ein bisschen auf der Haut. Aber wenn es immer mehr wird und sich immer mehr ausbreitet auf die Hände und dergleichen, dann fragt man sich, oh, was ist das? Und dann denkt man natürlich, wer ein bisschen medizinisch gebildet ist, denkt immer gleich an Schlaganfall, oder sowas. Da hat man ja auch gehört, Taubheitsgefühle, könnte ein Schlaganfall.

Nee, aber das kann durchaus durchs schnelle Atmen schon entstehen. Das muss nicht mal Hyperventilation sein. Schnell atmen heißt nicht immer Hyperventilation. Aber medizinisch geht es einfach darum, ob die Belüftung in dein Lungenbläschen, das sind ja die kleinsten Teile in deiner Lunge quasi, den Stoffwechselbedarf quasi übersteigt.

Also die Belüftung, wir haben zu viel Belüftung und wenn wir im Verhältnis zu dem Bedarf einfach zu viel Kohlendioxid abatmen, also atmest sehr schnell und viel tief aus, dann atmest du viel CO2 ab. Problem ist, der CO2-Wert im Blut fällt. Es kommt zu sogenannten Hypocapnie. Also zu einem... Hypo ist zu wenig und Kapni spricht ja immer für den Kohlenstoffdioxidgehalt.

Ich muss das eigentlich aufschreiben, ich weiß, das wird demnächst wieder abgefragt. Ja, wahrscheinlich. Und dadurch steigt dann der pH-Wert. Steigen heißt ja immer, er wird basisch und es kommt zu einer sogenannten respiratorischen Alkalose. Also eine, ich sage immer, Verseifung. Alkalose sind ja immer Seife quasi drin und sowas des Blutes, um das einfach zu merken. Acidose ist ja immer sauer und Alkalose ist immer, süß ist es nicht, sondern, wie nennt man es denn? Alkalisch.

Alkalisch, ich weiß das deutsche Wort nicht für alkalisch. Und basisch. Selbst das ist schon eine Base. Seife. Denk an Seife einfach. Hast du ein bisschen mehr Seifeblut. Okay, bei einer angstbedingten Überventilation ist also nicht zu wenig Sauerstoff, sondern zu wenig CO2. Genau, und die Leute fangen dann an, noch schneller zu atmen, weil sie denken, ich muss noch mehr Luft reinholen und atmen dadurch noch mehr CO2 aus.

Das Kribbeln wird noch stärker und schon komme wieder zu Angst, gegebenenfalls sogar Panik, weil die Leute sich immer mehr reinsteigern. Und jetzt ist die Frage, warum ist das so? Warum die Hyperventilation? War das wirklich aus einer Angst heraus? War es irgendwas anderes Pathologisches, was das verursacht hat, dass ich so schnell atme, weil ich vielleicht zu wenig Luft bekomme?

Vielleicht durch eine Brustenge, Brustschmerz? Irgendwie sowas. Und da muss man dann immer gucken, okay, die Hyperventilation oder die schnelle Atmen ist das eine, aber woher kommt es? Das kann auch mal durch Liebeskummer sein, also dass da der Freund hat Schluss gemacht und dann steigert sie oder er, geht ja auch sich da in irgendwas rein, es kann aber auch sein verdammt das war es bei mir damals oh Max, süß ja, auch ich habe Emotionen ja, nee, das ist ja auch richtig deswegen und, dieses Kribbeln, woher kommt das eigentlich also was passiert da bei so einer akuten Alkalose basisch, was wir ja gerade hatten und so weiter.

Also wenn wir zu wenig CO2 im Blut haben, wir brauchen das. Damit misst der Körper auch einiges übrigens, auch den Bedarf an Atmung. Haben wir... Jetzt wird es hochfachlich und biologisch und chemisch, da haben wir einfach, ionisiertes Kalzium im Blut. Zu viel davon. Und das eben kommt auch durch die stärkere Bindung von Eiweißen.

Dadurch kommt dieses Kribbeln im Mund. Also durch diese ionisierten Kalzium-Ionen, die wir jetzt haben, haben wir eine stärkere Bindung eben an Eiweißen dran. Und die sorgen dafür, dass es eben zur Verkrampfung kommt, an den Händen, durch dieses kribbelnde Mund, an den Fingern. Es ist aber nicht automatisch ein Calcium-Mangel, nicht, dass einer ankommt, da musst du jetzt Calcium-Tabletten schlucken. Nein, Blödsinn.

Da muss einfach mehr CO2 rein in den Menschen. Und jetzt nehmt ihr bitte kein CO2-Feuerlöscher und haut euch den in die Tür um. Nimm mal einen tiefen Zug. Just saying, ich möchte es nur noch sagen. Es kommt sonst, also was ich im Netz mittlerweile alles höre, weil die Leute genau auf solche Ratschläge oder auf solche Erzählungen von irgendwelchen Fachleuten hören, die kommen auf die wildesten Ideen.

Weißt du, Chris, da sind wir wieder, ich weiß nicht, ob wir das im Stream oder in der letzten Podcast-Folge irgendwo hatten, manchmal muss man den Dingen auch einfach hier unten auflassen. Nee, ja. Also wer jetzt den fetten Sögen vom Feuerlöscher nimmt, Der hat es vielleicht auch einfach verdient. Wenn ihr den Feuerlöscher holt, CO2 aber bitte. Oh Gott, ja.

Und dann haust du dir das CO2 rein. Es ist übrigens super gefährlich, wenn ihr das macht. Also CO2 ist massiv kalt und die Leute können daran ersticken, wenn ihr das macht. Also bitte nicht. Die Leute brauchen auch immer noch Sauerstoff. Bitte den Leuten kein Feuerlöscher ins Gesicht pumpen. Und dass das nochmal so beiläufig überhaupt erwähnt werden muss.

Das ist ein State für den Stand der heutigen Gesellschaft. Aber nur mal so an alle DJs da draußen, die super gerne mit CO2-Kanonen rumspielen und so weiter. Das Schießen mit CO2 auf Menschen im Publikum ist nicht erlaubt. Das kann sogar gesundheitlich gefährlich werden. Deswegen siehst du bei hochprofessionellen Veranstaltungen, dass die niemals das CO2 immer in die Menge reinhauen, sondern immer oben drüber.

Auch wenn es natürlich herabfällt, ist das Gemenge, man Sauerstoff immer noch groß genug. Aber am besten noch auf eine Person so drauf, die die ganze Zeit da tanzt und gar keine Möglichkeit hat, kann gefährlich werden. Ich mir überlege, dass einige von den großen Clubs so direkt vorne an der Bühne, links und rechts CO2-Kanon, schön so nach unten in die erste Reihe gerichtet haben.

Sportlich. Aber es fliegt natürlich auch schnell, muss man sagen. Aber wenn da einer da im Stau... Also es gibt auch immer so einen gewissen Timer, wie lange das gehen soll. Es ist nicht sofort gefährlich. Aber es gibt auch unerfahrene Techniker oder auch DJs, die hauen das dann einfach, am besten die ganze Flasche einmal auf eine Person drauf. macht es bitte nicht.

CO2-Abfall übrigens auch. Ja, es ist einfach so. Also wir reden ja jetzt von CO2-Mangel gerade. Aber das sollte man auch nicht machen. Aber so ein CO2-Abfall übrigens, der sorgt auch dafür, dass zum Beispiel Gehirngefäße verengt werden. Da muss man auch ein bisschen drauf achten. Und dadurch kann die Hirndurchblutung eben vermindert werden.

Was das passiert, wenn das Gehirn nicht durchblutet ist, kannst du dir eigentlich schon rausstellen. Wenn das Blut zu wenig Sauerstoff und alles bekommt. Klasse weg. Genau. Dann wird es schwindelig oder du wirst bewusstlos. Und das ist so das Gefährliche eigentlich daran, wenn du bewusstlos wirst. Was passiert dann, wenn du bewusstlos wirst und stehst? Ja, du stehst.

Ja, der Aufprall. Ja, der Aufprall. Fällst hin, das will man eben nicht machen. Deswegen da immer ein bisschen aufpassen. Hast du abgesehen von deinen Zahnarztdingern schon bewusstlos? Nee. Richtig bewusstlos noch nie. Blutabnehmen warst ja. Also richtig ohnmächtig, ja. Also schön schwarz vor Augen, Tunnelblick. Mal ganz kurz.

Gibt es einen Unterschied zwischen Ohnmacht und Bewusstlosigkeit? Ja, die Zeit ist es. Also man sagt immer so, eigentlich ist alles ein Koma, wenn jemand nicht mehr ansprechbar ist. Koma ist ja immer so das Fachwort für nicht mehr ansprechbar sein. Und generell versucht man aber über diese Kategorien Ohnmacht und richtige Bewusstlosigkeit, zu unterscheiden. Einfach, war es eine sogenannte Synkope, war es so ein Ohnmachtsanfall, also wie lange war es, kurzzeitig nur.

Oder war es wirklich eine richtige tiefe Bewusstlosigkeit über drei bis fünf Minuten oder länger, wo man dann schon sagt, okay, da auf jeden Fall nochmal Schlag in die Pathologie reingucken und in die Physiologie, warum war das so? Der Körper erholt sich eigentlich relativ fix von solchen Anfällen und schaltet dann wieder um, sobald Sauerstoff rankommt.

Aber wenn da Person bewusstlos bleibt, dann muss eine Blutung da sein, dann hat das Gehirn zu wenig Sauerstoff oder andere Probleme müssen dann auch auftauchen. Also das sollte man dann immer abklären. Das heißt also, man kann immer mal zu schnell atmen, man kann auch mal hyperventilieren durch was auch immer.

Es muss aber nicht immer gleich pathologisch, also krankhaft sein. Hyperventilieren kann jeder, siehst du, auch ich habe schon hyperventiliert, weil ich irgendwo... Ja, weil mir schwindelig wurde, weil mir, keine Ahnung, weil ich Angst vor Nadeln hatte oder sonst irgendwas. Ja, genau. Im Fachtext wird, glaube ich, auch unterschieden zwischen Hyperventilationssyndrom und Panikstörung.

Das ist nicht dasselbe, sie können sich aber überschneiden. Also weder jede Panik ist mit Hyperventilation gleichzusetzen, noch ist jede schnelle Atmung gleich eine Panik. Genau, richtig. Also man sollte da nicht unterscheiden und da auch ganz klar hinstellen. Wir hatten ja, ich wollte heute eigentlich nicht auf Kommentare eingehen, auf E-Mails und so weiter, aber wir hatten ja eine E-Mail bezüglich unseres Wort Triggerns.

Du erinnerst dich? Die E-Mail hat mich ein bisschen getriggert. Ja, auch, aber ich habe auch geantwortet darauf. Und man muss wirklich sagen, das Wort Triggern zum Beispiel heißt ja... Auslösen. Viele, viele Sachen. Im technischen Auslösen. Ja. So, aber auch im medizinischen. Und wenn wir natürlich benutzen, und das sehe ich jetzt aber auch ein, viele Jugendliche oder junge, auch Erwachsene mittlerweile, nutzen das Wort triggern sehr, sehr stark gebräuchlich für einige Sachen. Das triggert mich.

Zum Beispiel muss man in dem Kontext immer sehen, ob man das wirklich so benutzen kann. Es soll niemals verharmlosen, dass Menschen irgendwie, auch wenn wir das hier mal benutzen, triggern. Dann meinen wir wirklich das Wort Auslöser oder Auslösen. Aber niemals in dem Kontext, dass wir irgendwie verharmlosen wollen, dass Menschen mit Angststörungen oder ähnliches verharmlost werden.

Also die Ursache, der Trigger, der Auslöser ist eben das Wort. Finde ich immer nur ganz spannend, dass... Darauf geantwortet wurde und auch ein bisschen unterschwellig gesagt wurde, wir würden psychische Störungen verharmlosen oder uns darüber lustig machen. Definitiv nicht. Ich wüsste gerne mal, aus welcher Passage der letzten Folge dieser Rückschluss kam.

Ist egal. Ich habe das beantwortet. Ich hatte auch Verständnis für gehabt. Letzten Endes haben wir beide festgestellt, das war wahrscheinlich auch in einer schwierigen Situation der Person, die uns da kritisiert hat. Und wir waren das i-Tüpfelchen obendrauf. Ich habe es beantwortet. Es gibt so Sachen, die muss man hier nicht großartig noch hoch thematisieren. Ich finde, die kann man dann auch mal auch per E-Mail geklärt. Ich fand es gut.

Aber am Anfang fühlte ich mir auch erst mal angegriffen und dachte so, hä, wo in Gottes Namen? Bei so vielen Menschen, die ich schon geholfen habe. Ich finde es halt immer interessant, wenn man dann nochmal irgendwo sieht, okay, da an der Stelle, weil ich selber zum Beispiel, ich könnte mir gerade nichts herleiten Und es wäre ja mal interessant von einer Person, die das so wahrgenommen hat, dann direkt zu erfahren, okay, genau an der Stelle habe ich das genau so wahrgenommen.

Irgendwas, wo ich vielleicht gar keinen Blick, gar keine Perspektive für habe. Ich finde es übrigens auch, um mal wieder rauszukommen, diese schnelle Atmung, kann auch mal pathologisch sein. Es gibt die sogenannte Kussmalatmung. Da atmen Menschen tief ein und aus. Und zwar so unbewusst. Der Körper versucht da was.

Nämlich die sogenannte metabolische, jetzt kommt die Azidose, also die Übersäuerung, auszugleichen mittels Abatmung von CO2. Weil wir wussten ja, wenn CO2 fehlt, wird es ja basisch. Wenn aber zu viel da ist, dann wird es sauer. Ja. Und dann versucht der Körper tatsächlich durch Abatmung mit dieser Kusma-Atmung das zu machen.

Diabetiker zum Beispiel immer aufpassen da mal, wenn das kommt. Also deswegen nicht jede schnelle Atmung ist immer Angst und ist auch immer Panik, sondern es kann auch mal wirklich was Ernstes, Körperliches, Gestörtes sein. Wie zum Beispiel metabolische Acidose durch, keine Ahnung, zu lange Fasten oder ähnliches, durch ein Diabetes.

Die Menschen sind davon betroffen, wenn Ketone zu viel werden. Also all das kommt dazu. Deswegen, ja, bitte auch, und das ist das Letzte, was ich jetzt dazu sage, bevor wir zu Panik kommen, ist, bitte nicht anfangen, Luft anzuhalten. Es gab Menschen, die sagten, du musst mal die Luft anhalten, dann geht das CO2 nicht flöten.

Nein, das ist Blödsinn. Du musst auch wieder Luft holen irgendwo. Wir brauchen sowohl Sauerstoff als auch CO2. Aber eine Tüte könnte man nehmen. Ach Quatsch, wer braucht denn Luft? Und vor allen Dingen bitte auch, ich glaube, in irgendeiner Folge habe ich mal gesagt, na ja, also über Ventilierende werden ja auch irgendwann mal dann ohnmächtig oder bewusstlos, dann regelt sich das alles von selbst. Bitte nicht herausfordern, dass man jetzt bitte dann mal bewusstlos wird. Das soll man auch nicht machen.

Also auf was man alles achten muss, wenn man Leuten mal ein bisschen mehr erzählt, wenn man medizinisch spricht oder so. Ja, das ist genau das, was ich meine. Es gibt halt so viel Perspektive. Man weiß gar nicht, wie verschiedene Sachen von verschiedenen Leuten mit verschiedenen Hintergründen anders interpretiert werden.

Aber Max, erzähl doch mal, Panikattacken, Panikstörungen. Da gibt es ja mittlerweile auch coole Studien, zum Beispiel das National Institute of. Mental Health hat da auch ein paar Studien rausgeholt von Panic Disorders, so nennt man es auf Englisch, zum Beispiel. Und, Was wird da so beschrieben, was eine Panikattacke sein soll?

Grundsätzlich sollten wir erst mal das Wort Panik klären. Panik ist eine plötzlich einsetzende, intensive Angst oder ein starkes Unbehagen, verbunden mit körperlichen und gedanklichen Symptomen. Daraus kann dann auch eine Panikattacke resultieren. Und laut dem NIMH ist eine Panikattacke eine plötzlich auftretende intensive Angstreaktion zu der Herzrasen, Zittern, Schwitzen, Atemnot, Brustbeschwerden kommen.

Manche Menschen haben sogar Todesangst oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Ein offensichtlicher Auslöser muss dabei nicht erkennbar sein. Attacken können auch aus dem Schlaf heraus auftreten. Was man aber immer sagen muss dazu, ist, glaube ich, der Unterschied zwischen Panikattacke und Panikstörung.

Ich denke mal, so denke ich jetzt, ohne jetzt auf das Skript zu gucken, ich denke mal, eine Panikattacke kann immer mal sein. Also auch einmalig. Aber eine Panikstörung, da geht es jetzt ins Krankhafte, oder? Genau, also Panikattacken können aus unterschiedlichen psychischen oder körperlichen Zusammenhängen auftreten.

Für eine Panikstörung kommen noch... Weitaus mehr diagnostische Merkmale dazu. Dazu gehören mitunter dann das Körperliche, das Herzklopfen, das Schwitzen, Zittern, Muskelanspannung usw. Das gedankliche Bedrohungserwartung, Katastrophengedanken, Konzentrationsprobleme, die daraus resultieren, und erhöhte Aufmerksamkeit für Gefahren.

Das Emotionale, Beklemmung, Unsicherheit, Hilflosigkeit, Unruhe oder intensive Furcht. Und dann auch eine Änderung des Verhaltens, Fluchtvermeidung, Erstarren, Rückversicherung oder verstärktes Kontrollieren. Hat da alles irgendwo mit dazu. So, und jetzt ist die Frage, wie steigern sich Leute in so eine Panikattacke rein?

Da gibt es immer ein ganz gutes Beispiel. Eine einzelne Panikattacke, habe ich ja gesagt, ist keine Störung dazu, aber nehmen wir mal so, eine Person hat Herzklopfen und sie deutet das eben als Zeichen, dass da gleich irgendwas Schlimmes passiert. So, aus Angst zum Beispiel. Dadurch bekommt sie also noch mehr Angst.

Der Körper reagiert noch stärker drauf. Das ist ja dieser Kreislauf. Und so weiter. Und diese stärkere Empfindungen scheinen halt die Befürchtung zu bestärken. Also, aha, das Herz wird ja noch schneller. Deswegen muss ich noch panischer werden. Und so hin und her. Deswegen hasse ich auch, wenn Menschen medizinische Geräte benutzen, von denen sie keine Ahnung haben, wie die Physiologie hinter funktioniert.

Wie zum Beispiel ein Pulsoximeter, was du für 30, 20 Euro teilweise bei Amazon bekommst. Das Pulsoximeter zeigt dir ja auch den Herzschlag an. Und die denken so, oha, das aber schnell. Googeln am besten noch, was ist der normale Herzschlag eines Erwachsenen? Und dann sagt Google, 60 bis 80 Schläge pro Minute bei einem erwachsenen Menschen in Ruhe.

Oha, ich hab 100, ich bin wahrscheinlich krank. Verdammt, was passiert? Und so weiter. Und man kann sich vorstellen, wie der Kreislauf ist. Und das verstärkt eben so eine Panikattacke durchaus auch mal. Deswegen, ey Leute, nicht nur Zahlen gucken. Das sagen wir im Rettungsdienst über auch. Guckt nicht immer nur auf den Monitor, guckt auf den Patienten.

Auch zu unseren Azubis hauen wir das immer rein. Jetzt ist nur die Frage eben, was ist eine Panikstörung? Ab wann ist es vor allen Dingen eine? Eine Panikstörung liegt vor, wenn Panikattacken wiederholt, mehrfach ohne erkennbaren Anlass auftreten und Betroffene anschließend dauerhaft, man sagt so mindestens einen Monat lang, große Angst vor weiteren Attacken und deren Folgen haben.

Also auch da ist es ähnlich wie bei der Angst und der Angststörung. Das eine ist quasi das temporäre, einmalige Auftreten. Und das andere ist das permanente, chronifizierte Auftreten. Also sprich, man muss schon betrachten, welche Ursachen hatte das? Gab es überhaupt eine Ursache? Genau. Es kann jederzeit, das haben wir auch schon erwähnt, es kann jederzeit eine Panikattacke auch durch normale äußerliche Faktoren ausgelöst werden.

Und dafür muss man keine Angststörung haben, dafür muss man keine Panikstörung haben. Das kann jedem Menschen in jeder Situation irgendwo mal passieren ich bin mal echt gespannt denn mir ploppt die ganze Zeit schon eine Frage auf, die würde ich aber gerne erst stellen wenn wir da Fachkräfte da haben, was der Unterschied zu einer Phobie ist, Oder ob quasi dann eine Angst oder eine Panik aus einer Phobie herauskommt und so weiter.

Ich glaube, das hängt nämlich ganz stark damit zusammen, dass man das gleich setzt. Also wenn ich eine Phobie vor, keine Ahnung, Nadeln oder sowas habe, ist eine Phobie immer gleich eine Angst oder ist es halt nochmal ein ganz eigenständiges Ding? Ich glaube, das muss man nochmal ganz klar aufdröseln. Da sollten wir uns jetzt nicht reinhängen, wenn wir das nicht belesen haben, Max.

Ich weiß, du versuchst es gerade, aber tu es nicht. Oder was ist deine Meinung dazu? Wir können ja jetzt subjektive Meinung. Eine Phobie ist eine Angststörung. Also eine Angst ist, wie gesagt, immer temporär in verschiedenen Situationen. Das ist ein klassisches Warnsignal des Körpers, auch völlig normal.

Und wenn das Ganze zu extrem wird, dann entwickelst du eine Angststörung. Und ja, das Ganze kann auch. Beziehungsweise eine Phobie ist eine sehr spezifische, übertriebene Angstreaktion auf etwas ganz Bestimmtes, was aber, glaube ich, auch als Angststörung zu verstehen ist. Aber finde ich halt spannend, weil du kannst es nicht abstellen.

Also ich finde, eine Phobie kannst du nicht abstellen. Bei einer Angst kannst du ja schon dein Gewissen so ein bisschen nehmen und sagen, was ich schon wieder sagte, das Gewissen weiß, es ist in Ordnung und die Angst sagt, ah, vegetativ, gar nicht gut. Ja gut, Angst kannst du grundsätzlich auch erst mal nur sehr schwer abstellen.

Das, was da halt dazu kommt, ist Konditionierung. Genau. Und man muss jetzt aber unterscheiden zwischen Panikstörung und Angststörung zum Beispiel. Auch immer ganz wichtig. Weil das eine ist ja nur eine gewisse Form quasi, nicht der Angst, weiß ich nicht, der Attacke, aber bei Angststörungen. Also nicht nur Angst haben, sondern richtig Angststörung.

Da hast du da auch bestimmt was rausgesucht. Ja. Genau, bei Angst, Störungen, wie gesagt, mehrfaches Auftreten. Anhaltende Ängste, schwer kontrollierbare Sorgen über unterschiedliche Lebensbereiche, das sind so die Hauptfaktoren. Dabei können unterschiedlichste Sachen eine Rolle spielen, Gesundheit, Familie, Geld, Arbeit.

Genau, dazu, also zu der Symptomatik bei einer Angststörung, wir haben mitunter Anspannung, Schlafprobleme, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme. Ja, also all das kommt mit dazu, finanzielle Sorgen, finanzielle Angst, Angst, dass die Familienzeit bricht oder ähnliches. Genau, aber halt chronifiziert. Chronifiziert, genau.

Also immer davor Angst. Also es ist nicht das Vereinzelte, auch irgendwie diesen Monat wird es ein bisschen schwer, sondern, permanent immer wieder das Ganze quasi gedanklich zu zerlegen und in einer permanenten Angst. Und deswegen fand ich es schön, dass du das am Anfang gesagt hast, weil auch diese Angst, also die soziale Angst und Schüchternheit ist ja auch nochmal was. Also nennen wir es mal Sozialphobie oder Angst.

Nicht bei dir jetzt, sondern allgemein. Also wenn man sozialisch ruhig als Beispiel nehmen. Ich weiß nicht, ob das so ist, ob das Schüchternheit ist. Da steht ja bei einer Sozialangst, steht halt diese ausgeprägte Angst im Vordergrund. Also ich kann dir von mir aus sagen, das ist definitiv nicht nur Schüchternheit, das ist eine Angstschluss.

Also hast du Angst, dass du immer negativ beurteilt wirst von Leuten? Das ist so, wenn ich in Gespräche reingehe, ist nicht nur das negativ Beurteilte. Ich würde gerne eigentlich ein bisschen weiter ausholen, aber das ist was für eine andere Folge, weil da müssen wir noch weitaus deeper in meine Vergangenheit gehen. Okay, krass, ja. Weil ich kenne die Ursache.

Ich weiß genau, was in meinem Kopf, wann, an welcher Stelle, wie falsch gelaufen ist, dass ich heute in sozialen Situationen mich so fühle, wie ich mich fühle. Genau, also long story short, ich kann jetzt sagen, es ist auf jeden Fall eine Angststörung. Okay, spannend. Also gerade dieses Angst vor bloßgestellt werden und so weiter.

Immer wieder zu haben, dann kann man schon mal von einer Angststörung reden. Wenn es so Schüchternheit ist, ich traue mich nicht, ihn anzusprechen und so weiter. Und dann ist das vollkommen normal. Ja. Also vollkommen normal. Oh, das klingt jetzt auch wieder böse. Das kriegen wir schon wieder auf den Deckel. Aber hey, ist auch so.

Wer keine Angst hat, immer Menschen anzusprechen, ist hoffentlich gesund. Ja. Okay, warten wir auf die E-Mails, die dazu kommen. Oh ja, ich bin schon sehr gespannt. Wie sieht es mit Behandlungsmöglichkeiten aus? Ja, Angststörungen sind behandelbar. Das hängt von der konkreten Erkrankung an. Da werden wir jetzt nicht ganz konkret darauf eingehen, diese Behandlung und so weiter.

Es gibt die kognitive Verhaltenstherapie. Die sind gut untersucht. Darin beschäftigt man sich unter anderem mit dem Gedanken und Gefühlen von Verhaltensweisen, die mit Angst zusammenhängen. Das heißt, am Ende doch einfach, mach doch da einfach mal das, wovor du Angst hast, oder? Genau, da sind wir bei der Konfrontationstherapie.

Allerdings. Muss man dazu sagen, in vielen Situationen kann es helfen, das so pauschal zu sagen. Wäre aber auch nicht richtig. Bei Phobien kann Exposition ein sehr wichtiger Teil der Therapie sein. Dabei werden dann gefürchtete Situationen gezielt aufgesucht. Man kann neue Erfahrungen machen, statt die Situation immer wieder zu vermeiden.

Da sind wir dann wieder bei der Konditionierung. Das Vorgehen mit der Person muss allerdings vereinbart und therapeutisch geplant sein. Und ich sag mal, jemand mit einer Spinnenphobie unangekündigt einfach eine Spinne hinzuhalten. Das macht es, glaube ich, nicht besser. Und denjenigen dann quasi in die Krise zu drängen, das ist keine Therapie, das ist eher kontraproduktiv. Also du musst das, die Person muss darauf vorbereitet sein.

Und es gibt, das ist tatsächlich was, das habe ich direkt hier vor dem Ganzen, da kamst du gerade rein und warst so, ach, das ist also deine Vorbereitung, weil ich hier nochmal so ein schönes Video von einem sehr guten klinischen Psychologen geguckt habe. Und der hat eine Studie mitunter vorgestellt, wo Menschen mit, Ängsten untersucht wurden und dann quasi ein Unterschied zwischen Menschen untersucht wurde, die quasi sich dieser Angst freiwillig stellen und Leuten, die sich dieser Angst unfreiwillig stellen. Oha, das ist ja eine interessante Studie.

Am Ende wurden quasi Gehirnscans gemacht und auch Abfragen und so weiter, was quasi in den Menschen selber passiert. Und die Leute, die unvorbereitet mit ihrer Angst konfrontiert wurden, bei denen ist wirklich alles an Angstzentren, alles, was irgendwie Panik und Stress und Co. Auslösen kann, das ist alles angegangen.

Wohingegen bei den Leuten, die darauf vorbereitet wurden, bei denen gesagt wurde, hey, wir haben hier etwas, davor hast du Angst und dem musst du dich jetzt stellen, bei denen ist ein Zentrum für, beziehungsweise sind mehrere Gehirnareale, die für ... Die Bewältigung von Aufgaben, von Challenges quasi, verantwortlich sind, angegangen. D.h., dadurch, dass man die Person mental darauf vorbereitet, du wirst gleich damit konfrontiert, gehen ganz andere Areale im Gehirn an.

So hast du es natürlich, wenn du mit einer Spinnenphobie die Spinne direkt vorhältst, ohne ihn darauf vorzubereiten. Puscht du die Person einfach nur eine wahnsinnige Stressreaktion und dann kriegst du direkt alles Negative. Was die Angststörung macht quasi und damit vertiefst du das Ganze. Ich versuche gerade zu verknüpfen, wie man das beschreiben kann.

Also, nehmen wir mal einen Chirurgen. Chirurgen schneidet meistens Menschen auf. In unserem normalen Alltag möchte ich mal behaupten, dass wir Menschen jetzt nicht so einfach aufschneiden und da schon Angst davor haben, die Menschen zu verletzen und zu töten. So, und ich kann mir das auch vorstellen, dass so ein Chirurg auch erstmal eine Angst hat, keine Angststörung, sondern eine Angst hat, den Menschen da vorne aufzuschneiden und vielleicht durch sein Handeln zu töten.

Das heißt, du musst ihn auch erst an die kleinen OPs lassen, bevor du ihn komplett einmal aufschneidest. Also das so als Bewältigungstherapie mal zu beschreiben, weil, wie gesagt, solche Handlungen sind ja nicht gerade typisch, zumindest für uns zivilisierten Menschen, diese zu tun. Also einen Menschen zuschneiden, aufzuschneiden und so weiter.

Wenn ich jetzt aber jemandem sage, schneid jetzt hier auf und stell ihn da vor und schneid ihn da auf und mach ihn obwohl du noch gar nicht so weit bist noch gar nicht bereit bist, oder, Körperspenden zum Beispiel, was haben wir mit dir gemacht, bevor wir gesagt haben du begleitest das Ganze an der Kamera bei der Körperspenden wir nehmen dich einen Tag erstmal mit rein und führen dich mal ganz vorsichtig an so einen toten Körper halt dran das war so gut und so unnötig das war präventiv, also präventiv, smart aber da war ich halt auch einfach die falsche Person für.

Du warst ja kein Versuchskarnickel. Ich habe mich halt einfach so darauf gefreut. Dass du das mal sehen darfst. Genau, ich war so richtig so, oh mein Gott, endlich. Alle sagen immer, das ist was ganz anderes, wenn du das, siehst du, da haben wir es wieder mit dieser Challenge. Alle haben die ganze Zeit gesagt, warte mal ab, wenn du dann das erste Mal sowas liest und das auch riechst und so weiter.

Ganz anderes Gefühl und innerlich war ich so, fucking watch me. Okay, alles Herausforderung. ein doofes Beispiel. Ja, dann habe ich mich halt mit dem Ganzen konfrontiert und ja, es war halt, So entspannt, wie ich es erwartet habe. Ja, wir haben sehr gerne. Ja gut, wir sind ja auch da entspannt, das muss man einfach sagen.

Genau, aber jetzt noch die Frage, wie kann man bei so einer Situation akut unterstützen? Also zunächst muss erst mal gucken, gibt es überhaupt eine akute Lebensgefahr? Liegt ein medizinischer Notfall vor? Bei Lebensgefahr rufen wir immer die 112 bei einer Parallelattacke oder einer Angststörung. Oder Angstattacke, wenn man es auch so nennen kann. Also wir sollten jetzt nicht selbst beweisen müssen, ob die Beschwerden psychisch sind oder halt physisch, also körperlich verursacht sind.

Das auf gar keinen Fall, wenn man wirklich den Verdacht hat ... Das ist ausgelöst durch irgendwas Körperliches, durch eine körperliche Beschwerde, dann bitte die 112 wählen, wenn es wirklich lebensgefährlich ist. Ich rede jetzt wieder vom Herzinfarkt, vom Schlaganfall, von was auch immer. Und dadurch dann die Leute, die sind ja nicht bewusstlos. Herzinfarkte sind selten bewusstlos zum Beispiel.

Die sind also wach und können doch trotzdem in Panik verfallen und auch ihr Herz dadurch ihrem Herzen Schaden zufügen, weil sie plötzlich Angststörungen bekommen. Oder nicht Angststörungen, weil sie plötzlich Angst bekommen oder Panik. deswegen. An Sachen rangehen ich sehe, dass du große Angst hast wir schauen uns die Beschwerde eben gemeinsam an ich erkläre ihnen, was als nächstes passiert was ich vorhin schon gesagt hatte, damit auf jeden Fall rangehen genau, damit nimmst du ja die Unsicherheit oder auch so, kennen sie solche Beschwerden, was hat ihnen zum Beispiel geholfen manchmal wissen die Leute das auch, ich habe auch Leute die müssen aus einer Situation raus, obwohl die so schön ruhig ist auf dem Sofa irgendwo, aber wenn es da entstanden ist,

dann einfach mal irgendwo rausholen. Jetzt nicht mit Ach und Krach, aber schon die Person nehmen und sagen, komm, wir gehen mal ganz kurz ins Badezimmer oder sonst irgendwas oder raus. Vielleicht ist die Situation da auch einfach beklemmend. Vielleicht hat die Situation, in der sie gerade sitzt oder steht, auch gerade dazu geführt, dass eben so ein Anfall gekommen ist.

Und da sollte man sehr drauf pochen und dann nicht nur da sitzen und ei, ei, ei, Sondern wenn das nicht hilft, vielleicht einfach mal aus der Situation rausholen. Wenn die Person sich wehrt dagegen oder sich möchte, dann bitte nicht erzwingen. Das kannst du noch verstärken. Also da immer aufpassen, genau. Ja, ruhig bleiben klingt da auf jeden Fall sinnvoll.

Was ist im Rettungsdienst darüber hinaus ein vernünftiges Vorgehen? Gibt es was, womit man diese Angst oder diese Panik in dem Moment direkt beenden kann? Ja, Ursachenforschung. Reine Ursachenforschung. Angststörungen sollte man nicht immer nur als Diagnose reinhauen. Wir prüfen strukturiert, wie immer, das ABCDE-Schema, Also, Atemwege, Atmung, Kreislauf, neurologische Defizite und andere Exposures zum Beispiel.

Das heißt, da gehört immer Werteerhebung ran. Da gehört immer Puls, Blutdruck, EKG, BZ und alles mögliche ran. Guckt das und findet, treat first what kills first. Und das kann nicht unbedingt immer nur die Angststörung sein. Definitiv nicht. Also guckt danach. Wenn da alles erhoben ist und die Anamnese, die Vorgeschichte, das, was der Patient erzählt, was vorher war, alles positiv ist und sagt, ist nicht.

Dann können wir mal gucken, ob es ans Psychische rangeht. Dann könnten wir da auch mal sagen, schauen wir mal. Und es gibt Leute, die unterschiedlich auf diese, ich sag jetzt mal, Verdachtsdiagnose reagieren. Wenn ich sage, haben sie schon mal erwogen, dass es vielleicht auch mit der Psyche gerade, also dass es irgendwas Belastendes gerade für sie war.

Manche verdrehen die Augen, wenn man aber ordentlich da rangeht und den Leuten das erklärt, dass wir jetzt hier nicht jemanden für psychisch Erkrankte halten, sondern einfach nur, dass es einen Auslöser gab, der jetzt zu einer Ausnahmesituation geführt hat, dann sind die meisten verständnisvoll. Nicht alle, aber die meisten. Ich glaube, das ist so das Vorgehen, wie man da an sowas rangehen sollte. Definitiv.

Und Angst, Störung, Panik, Störung, Panik, Attacken durchaus ernst nehmen. Versuchen, das Ganze auszuschalten. Verständnis zeigen. Was meinst du mit ausschalten? Versuchen rauszuholen. Also die Ursachen ausschalten für diese Panik. Also die Ursachen bekämpfen. Was auch immer es ist. Wenn der Ex-Partner, der gerade Schluss gemacht hat, immer noch da ist, weg mit ihm. Weg, aus.

Abschirmen, weg, das muss man einfach machen, wenn es irgendwas anderes ist, da rausholen. Ablenkung auch gerne mal. Aber ich sage nicht, dass es so einfach ist. Also das ist wirklich nicht einfach, jemanden davon wegzubekommen, sondern das bedarf ein wenig Geduld und auch im Rettungsdienst, auch wenn es bei uns immer um Zeit geht, muss man sich dann vielleicht auch mal ein paar Minuten mehr nehmen, um darauf einzugehen.

Ja krass, sind wir ja ganz schön durch und ich sehe auch mal auf die Zeit. Wir haben ganz schön viel Zeit genommen, auch wenn wir wahrscheinlich ein bisschen was weg, also das muss man einfach dazugeben, wir haben natürlich immer mal wieder in unser Skript geguckt, weil es ja wirklich ein Thema ist, wo wir ordentlich vorgehen wollen.

Nicht nur, weil wir eure E-Mails nicht erwarten können, sondern weil wir natürlich über so ein Thema, also uns hat das auch herausgefordert, weil wir halt auch einfach mal recherchieren mussten. Richtig toll. Für mich ist es Gold, weil ich liebe es, mich mit diesen psychischen Sachen auseinanderzusetzen.

Es ist halt auch einfach hilfreich. Wir alle haben Psyche und Psyche zu verstehen. Ich frage mich nach wie vor, warum nicht ein gewisses Basiswissen an Psychologie schon in der Schule vermittelt wird. Das wäre so hilfreich. Und wenn ihr mal auf den Patientenservice der 116117 guckt, da gibt es übrigens auch Psychotherapie, als Link. Also man kann da mal reingucken, das ist auch eine schöne Seite, da ist der Weg auch wirklich gut beschrieben. Also die 116117 ist nicht nur eine Telefonnummer, die hat tatsächlich sogar eine Webseite.

Da gibt es einige Sachen, gibt es übrigens auch so ein Chatbot, mit dem man quatschen kann. Das ist ganz cool. Und der sagt dann auch, bitte 116117 rufen oder 112 oder was auch immer. Aber da steht wirklich drin, wortwörtlich, wenn Angst euch belastet oder euer Leben einschränkt, könnt ihr euch auch Unterstützung suchen.

Eine Möglichkeit ist zum Beispiel die Hausarztpraxis. Auch zur Abklärung von körperlichen Beschwerden. Also der Hausarzt ist da gang und gäbe, was sowas angeht. Deswegen da sich einfach ranwenden, wenn ihr da mit jemandem reden wollt, 11.6, 11.7, auch das hilft bei der Terminvermittlung zum Beispiel auch.

Erste Gespräche klärt einfach den Bedarf. Und so ein Hausarzt ist nicht nur, weil er Allgemeinmediziner ist oder ähnliches, nicht nur darauf spezialisiert, der sollte sowas auch aus seinem Studium und seinem Grundverständnis und Erfahrung kennen und erkennen, ob es wirklich in eine Richtung Physiologie geht, also Pathophysiologie oder eben psychisch.

Ja was bleibt dir so hängen aus der ganzen Sache hast du irgendwie so ein Resümee für dich schon gezogen oder bist du noch voll am Verarbeiten ich bin noch voll am Verarbeiten mitunter, also das, Ich werde auch nach der Folge hier noch weiter recherchieren, weil wie gesagt, die Recherche war enorm und es gibt auch in der Recherche, da habe ich noch so viele Quellen gefunden, die ich noch, also könnte ich Monate noch durcharbeiten.

Also du hattest vorhin irgendwie erwähnt, dass du bei dir, was war das, 15 Quellen oder sowas, 20 Quellen auf dem Zettel hast? Ja, ich gucke mal bei mir rein. Also ich bin aktuell bei, ich glaube, 470 Quellen. Ich muss auch dazu sagen, also die Quellen waren teilweise auch so riesig. Ich habe da vieles im Endeffekt, teilweise auch nur die Zusammenfassungen gelesen.

Oder ich habe es mir auch zusammenfassen lassen, einfach von Chatty oder so. Einfach, weil das so viel ist. Und ich meine, nebenbei bin ich ja nicht nur am Recherchieren für die nächste Podcast-Folge, sondern wir arbeiten ja auch noch nebenbei. Wir sind ja arbeitstätig. Und dementsprechend, ja, es ist wirklich ein cooles Thema. Was hast du denn mitgenommen?

Ich nehme tatsächlich aus dem Ganzen mit, dass es, also diese Unterscheidung finde ich noch mal ganz spannend zwischen Panikattacken und Angststörungen. Ich hätte eher gedacht, das dachte ich wirklich bis zu der Folge oder bis zu der Recherche, dass Panikattacken eine chronische Erkrankung immer sind.

Und es gibt nur Panikattacken, es gibt aber auch richtig Angst und Angststörungen. Das habe ich zum Beispiel noch nicht so richtig gewusst. Also, dass wir noch massiv unterscheiden können. Alles andere war irgendwie schon im Kontext für mich auch selbst erschließbar. Ich glaube, das habe ich aber auch intuitiv oft gut gemacht bei Patienten.

Das sage ich jetzt einfach mal total arrogant. Ich glaube aber, ich habe ein Händchen dafür. Ich würde nicht sagen, total arrogant. Ich würde sagen, sehr selbstbewusst. Selbstbewusst, ja. Danke, Max, für das Therapieren. Ich werde jetzt immer das Wort selbstbewusst nutzen statt arrogant. Ich glaube, Arroganz ist auch nochmal was ganz anderes. Definitiv.

Ja, schreibt gerne uns auch nochmal, wie das bei euch ist. Habt ihr euch ja wiedergefunden? Habt ihr euch wiedergesehen? Nehmt ihr was mit vielleicht für eure Freunde, Familie, Verwandten? Haut es auf jeden Fall sehr gerne raus. Ihr wisst ja, die Kommentare auf Spotify sind immer da. Und auch die Kommentare auf unsere Website, retterview.de, wo diese Folge auch zu hören und zu kommentieren ist.

Könnt ihr gerne immer wieder angucken. Und ich habe eine Brezel im Mund. Kann deswegen nicht mehr ordentlich sprechen. Und ich überlasse heute Max das letzte Wort. Nee, abschließend wollte ich eigentlich nochmal einwerfen, weil das haben wir irgendwie die Folge über so gar nicht erwähnt. Wenn es um die Behandlung von Angst unter der Konfrontation mit Angst geht, Angst wird nicht weniger.

Das ist tatsächlich auch mit einem haufen an studien erwiesen und es wäre auch, kontraproduktiv weil du wirst nicht irgendwann einfach rausgehen und was sagen auch. Ich dummerchen die welt ist ja gar nicht so gefährlich wie ich dachte die welt ist gefährlich und vielleicht ist sie, wenn du dich mit deinen ängsten vernünftig beschäftigt vielleicht fällt ja auch auf dass die welt noch weitaus gefährlicher ist als du du es erwartet hast aber du wirst mutiger und du lernst mit diesen Sachen umzugehen.

Und du lernst, dir selber irgendwo zu vertrauen. Du lernst quasi Methoden und Mechanismen zu finden, die dir helfen, das Ganze zu navigieren. Das Ziel bei dem Ganzen ist also nicht Angstfreiheit. Das Ziel ist Mut. Krass, ich dachte, wohin geht das? Aber danke, Max. Bis denn, macht's gut und seid ein bisschen mutiger. Ciao, ciao. Notfallsanitäter Sammy.

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