Science Busters Podcast· Folge 124

Die Farben des Universums - SBP124

Montag, 16. Februar 2026 · 1 h 05

MP3

Shownotes

Über die Farben des Regenbogens, kleine, grüne Männchen, die Grauheit des Mondes, unsichtbare Farben und wann das Universum unbunt ist
In Ausgabe 124 geht es um das neue Buch von Florian Freistetter, die Farben des Universums, das aber eigentlich überall rot ist.

Florian Freistetter "Die Farben des Universums" (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…)

Hörbuch (amazon.de/Audible-Die-Farben-des-Universums/dp…), gelesen von Armin Hauser

SB-Folge 120 "Warum es die Friedmann-Gleichungen doch nicht in den Lehrplan der Sternengeschichten geschafft haben" (sciencebusterspodcast.podigee.io/120-warum-es-…)

SB-Folge 112 "Wie Max Planck aus Verzweiflung die Quantenmechanik erfunden hat (sciencebusterspodcast.podigee.io/112-wie-max-p…)

Ruth Grützbauch: Sternenjahr auf Unsichtbar (aufbau-verlage.de/aufbau/sternenjahr-auf-unsic…)

Uhuru Röntgen-Satellit (de.wikipedia.org/wiki/Uhuru_(Satellit))

Die Sage der "Kinder von Woolpit" (de.wikipedia.org/wiki/Die_gr%C3%BCnen_Kinder_v…)

Science Busters Zotter-Schokolade online: Big Rip (zotter.at/online-shop/marken/handgeschoepft/sc…) und Big Crunch (zotter.at/online-shop/marken/handgeschoepft/sc…)

Lektüre

Das neue Buch der Science Busters ist da!!! "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) erschienen im Hanser Verlag.

Zeitgleich gibt es im Hörverlag auch ein neues Hörbuch selben Namens, gelesen von Ralph Caspers (penguin.de/buecher/science-busters-aus-/hoerbu…).

Unser Jubel-Buch, erschienen vor drei Jahren anlässlich 15 Jahre Sience Busters giltet noch immer: "Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt: Das große Jubelbuch der Science Busters" (amzn.to/3q8ZzWz). Erschienen bei Hanser (hanser-literaturverlage.de/buch/wissenschaft-i…).

Auftritte

Seit 16.Oktober gibt es “Weltuntergang für Fortgeschrittene” (sciencebusters.at/buehnenprogramme/weltuntergang), unsere neue Live- Show mit Martin Moder, Florian Freistetter und Martin Puntigam.

Weitere Shows im Stadtsaal Wien (stadtsaal.com/kuenstler/science-busters) am 7.3. + 5.4.2026

2026 geht die Welttournée weiter:

21.2.26 VHS Kulturgarage Seestadt (oeticket.com/event/science-busters-weltunterga…)

22.2.26 + 30.4. + 24.10.26 Kulisse Wien (kulisse.at/programm/?p=Weltuntergang-f%C3%BCr-…)

1.3.+ 28.4.26 Orpheum Wien (orpheum.at/produkt/science-busters-weltunterga…)

27.2. Stadtsaal Berndorf (buehnen-berndorf.at/Science_Busters_2) AUSVERKAUFT

10.4.26 Helmut List Halle Graz (helmut-list-halle.com/event/science-busters-we…)

13.4.26 Stadtsaal Vöcklabruck (eventim-light.com/at/a/67b5b780943465575771f07…)

20.5.26 Rathaussaal Telfs (telfslebt.at/event/science-busters-weltunterga…)

22.05.26 Spielboden Dornbirn (spielboden.at/veranstaltungen/2026/05_mai/scie…)

23. + 24.5. Lustspielhaus München (lustspielhaus.de/event/18818) München Premiere

27.5.26 Bruckmühle Pregarten (lustspielhaus.de/kuenstler/programm/5233)

28.5.26 Oval Salzburg (oval.at/de/events/2026-05-28-193000-weltunterg…)

Im Frühjahr touren wir mit dem Weltuntergang wieder einmal in Deutschland, und zwar am

23.03.2026 Wühlmäusen Berlin (wuehlmaeuse.de/veranstaltung/science-busters-w…)

26.03.2026 Filmtheater Schauburg Dresden (agentour.org/veranstaltung/science-busters_neu…)

27.03.2026 Kupfersaal Leipzig (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)

28.03.2026 Puffbohne Erfurt (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)

SB4Kids aktuell digital in der ORF-Kids App, jede Folge zirka 10 Minuten. Analog gibt es die Show mit Martin Moder & Martin Puntigam am

21.2.26 VHS Kulturgarage Seestadt (oeticket.com/event/science-busters-for-kids-we…)

22.2.26 + 30.4. + 24.10.26 Kulisse (kulisse.at/programm/?p=Science-Busters-for-Kids)

1.3. + 31.5.26 Orpheum Wien (orpheum.at/produkt/science-busters-science-bus…)

am 7.3. + 4.4. + 5.4. + 14.6. 26 im Stadtsaal Wien (sciencebusters.at/buehnenprogramme/science-bus…)

10.4. + 17.10.26 Helmut List Halle (helmut-list-halle.com/event/science-busters-fo…) 16.00 Uhr

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5.7. + 13.9. Theater im Park Wien (theaterimpark.at/programm/sciencebustersforkids)

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Sternengeschichten Live (sternengeschichten.live) mit Florian Freistetter:

Die Ö-Premiere in der Kulisse war sogar sehr gut, weiter geht es in:

20.2 Wörgl Komma
26.2 Oberwaltersdorf
28.2 Linz, Posthof,

Weitere Termine in Deutschland im Herbst

Glückskatze ist vorbei, ab jetzt wird heiliggesprochen!

Das neue Solo v. & m. Martin Puntigam ab Herbst, Premiere am 10. November 2026 im Theatercafé Graz (hinwider.com/Veranstaltung/martin-puntigam-5/?…): Titel **„Der Heilige Puntigam“.

Wien-Premiere 19.11. Kabarett Niedermair (niedermair.at/kuenstler/martin-puntigam)

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Infos & Tickets unter sciencebusters.at/termine & puntigam.at

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Martin Puntigam Ausgabe 124 des Science Masters Podcasts. Heute gibt's Malen nach Zahlen und am Ende kommt ein buntes Universum raus.

Florian Freistetter Ist gar nicht so blöd, wie sie glauben.

Martin Puntigam Glaub ich nicht, dass es blöd ist. Herzlich willkommen zur Ausgabe 124 des Sciencebusters-Podcasts, wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien. Mein Name ist Martin Puntigam und mir gegenüber sitzt heute wieder Florian Freistetter, Astronom. Hallo.

Florian Freistetter Hallo.

Martin Puntigam In Ausgabe 123, wohin die toten Sterne kommen, haben wir unter anderem darüber gesprochen, was die Sonne am roten Riesenast zu suchen hat, worum es bei blauen Nachzüglern geht, wann das Spätstadium der Sternentwicklung beginnt, warum es die ganzen großen Sterne nur ganz kurz gibt, wieso planetarische Nebel auch Etikettenschwindler sind, ob sterbende Sterne Schokobrunnen mögen, was eine Supernova Neutrinos zu verdanken hat, weshalb Beteigölze so viel staubt und wie man ins Land der Unterriesen kommt.

Martin Puntigam Heute wird's uns zu bunt, beziehungsweise nicht uns, sondern dem Universum. Seit jetzt kann man sagen, Florian, gibt's dein neues Buch, die Farben des Universums. Erschienen bei Hansa. Das Cover schaut aus wie ein Haufen Flummis bei der Stirnreihe. Diesmal bist du bei den Farben des Universums gelandet. Das ist ja nicht unbedingt naheliegend, weil wenn man ins Universum schaut, kommt man nicht auf die Idee, boah, das ist aber bunt.

Martin Puntigam Die Erde ist bunt, die uns umgibt, das wissen wir. Viele Pflanzen, viele Blüten. Wir selber sind auch relativ bunt. Außen, aber vor allem innen, wenn man uns aufschneidet. Polarlichter am Himmel sind tatsächlich farbenprächtig. Der Regenbogen auch. Aber gibt es sonst wirklich so viele Farben im Universum, dass es für ein ganzes Buch reicht? Weil das ist ja hauptsächlich schwarz, oder?

Florian Freistetter Naja, erstens einmal ist es vielleicht für Menschen, die sich jetzt nicht ausführlich mit Astronomie beschäftigt haben, nicht naheliegend, ein Buch über die Farben des Universums zu schreiben. Aber wenn man auch nur ein bisschen intensiver mit Astronomie zu tun hat, dann ist es eigentlich fast das naheliegendste, was man machen kann, über das Universum zu schreiben.

Florian Freistetter Weil schwarz ist es ja nur dort, wo nichts ist. Also das, wo nichts ist, ist schwarz. Und überall, wo was ist, ist es nicht schwarz. Und das hat eine Farbe. Und wir haben ja, und das weißt du ja auch, du hast jetzt gerade nur so getan, als wüsstest du es nicht, aber wir haben ja in den letzten Folgen ausführlich über Sterne gesprochen.

Florian Freistetter Und da habe ich immer wieder über die Farbe gesprochen, weil die Farbe so ziemlich das Zentralste ist, was man über das Universum wissen kann oder das Zentralste ist, mit dem man Dinge rausfinden kann. Wenn ich jetzt einfach nur so hinschaue, dann sehe ich, wo leuchtet was und wie hell leuchtet was. Das sind zum ersten zwei Dinge.

Florian Freistetter Das nennt man in der Wissenschaft Photometrie und Astrometrie. Das war so lange Zeit. Das, was man gemacht hat, wenn man Astronomie gemacht hat, man hat geschaut, wie hell sind die Dinger da oben und wo sind sie und wie bewegen sie sich, wenn sie sich bewegen.

Martin Puntigam Ja, aber die Sterne, die wir besprochen haben, das waren ja rote Riesen, meinetwegen sollen die rot sein, aber braune Zwerge sind ja nicht braun, oder?

Florian Freistetter Es kommt darauf an, wie man es nimmt, aber wie gesagt, das Licht ist ja mehr als jetzt einfach nur irgendwie, ich schaue was an und das ist rot. Das ist schon auch Farbe, aber es geht um viel, viel mehr. Es geht um die Farben, die im Licht drin sind, weil jedes Licht, jedes Licht, das von irgendwo kommt, entweder hat es eine Farbe oder es ist eine Mischung aus Farben.

Florian Freistetter Und egal, was es ist, am Ende sagt uns die Farbmischung etwas darüber, wie dieses Licht produziert worden ist. Als wir über die Sterne gesprochen haben, haben wir über rote Riesen gesprochen, über rote Zwerge gesprochen, über blaue Riesen gesprochen und so weiter. Und diese Farbe, die sagt uns was über die Temperaturen.

Florian Freistetter Temperatur sagt uns was über das, was im Stern vorgeht. Also Farbe ist in dem Fall nicht nur einfach ein, ja. Täglicher Begriff, sondern das ist nicht ein wissenschaftlicher Begriff. Farbe sagt uns, was über die Wellenlänge des Lichts. Die Wellenlänge ist das, was die Farbe bestimmt und die Farbe sagt uns, was über die Energie, die im Licht drin steckt.

Florian Freistetter Das heißt, aus der Farbe können wir so gut wie alles rauskriegen, was wir rauskriegen können. Also die Analyse von Farben ist das zentrale Aufgabengebiet der beobachtenden Astronomie. Das heißt dann oft anders, das heißt dann irgendwie die Spektroskopie und so weiter, aber am Ende alles, was wir abseits von Helligkeit und von Position rausgefunden haben, über die Himmelskörper haben wir rausgefunden, indem wir uns die Farben angeschaut haben.

Martin Puntigam Also das gilt für die Astronomie, weil, glaube ich, in der Hochenergiephysik, Elementarteilchenphysik, es gibt ja, glaube ich, auch farbige Quarks, da ist es ja eher eine Hilfe, oder?

Florian Freistetter Ja, aber das ist wieder ein völlig anderes Thema.

Martin Puntigam Ja, aber auch Farben und da sind die Farben ja auch nicht naheliegend.

Florian Freistetter Ja, aber das ist ein Name. Das ist einfach ein Name, den sich die Leute ausgedacht haben. Die haben gesagt, wir müssen dieses Ding, das außerhalb unserer Alltagserfahrung steht, irgendwie nennen. Und anstatt elektrisch positiv und elektrisch negativ, nennen wir es jetzt halt irgendwie rot oder grün. War eine blöde Wahl, aber hat null, null, überhaupt gar nichts mit dem zu tun, was in der Astronomie abgeht.

Florian Freistetter Das ist einfach nur ein Name, der nichts mit Farben zu tun hat.

Martin Puntigam Also das sind keine Farben des Universums, sondern das ist nur eine Krücke, eine Hilfestellung, um etwas zu beschreiben, was man kaum begreifen kann, aber die Farben, über die du schreibst, die entspringen der Beobachtung.

Florian Freistetter Die entspringen der Beobachtung, weil wie gesagt, Licht ist das, was wir sehen und Licht hat per Definition eine Farbe. Es gibt kein Licht, das keine Farbe hat, weil jedes Licht hat eine bestimmte Wellenlänge oder es ist eine Mischung aus bestimmten Wellenlängen, es ist eine Mischung aus bestimmten Energien und jede Wellenlänge entspricht einer Farbe. Das heißt, es gibt nichts im Universum, was...

Florian Freistetter Irgendwie elektromagnetische Strahlung ausschickt und keine Farbe hat. Und die Astronomie erforscht elektromagnetische Strahlung. Und deswegen kann man sagen, die Astronomie ist in einem gewissen Sinn auch die Wissenschaft der Farben, die wir im Universum sehen können. Das heißt, wenn man sich mit den Farben beschäftigt, dann hat man quasi das gesamte Universum zur Auswahl.

Martin Puntigam Also kosmische Farbenlehre. Machen wir es vielleicht nach dem alten Spruch, den man früher zumindest noch in der Volksschule, also in der Grundschule gelernt hat, bei der Verkehrserziehung. Bei Rot bleib stehen, bei Grün darf es gehen, bei Gelb gib Acht, so wird es gemacht. Das Buch beginnt ja nach einem Prolog auch mit dem Kapitel Rot.

Martin Puntigam Das können viele herleiten, Rot ist der Mars, der rote Planet, wie er auch genannt wird, den kann man auch sehen manchmal am Nachthimmel, als rötlicher in Wirklichkeit. Ganz rot ist er ja nicht, so wie man sich rot vorstellt. Und das ist aber nicht alles, was rot ist im Universum, oder?

Florian Freistetter Nein, also wie gesagt, das Buch ist aufgebaut anhand der Farben des Regenbogens. Also ich habe die Farben Rot, Gelb, Orange, Grün, Blau und Violett genommen. Und wer sich jetzt wundert oder gemerkt hat, dass die Reihenfolge nicht korrekt war, ist Absicht. Schöne Buch, warum die Reihenfolge nicht ganz korrekt war.

Florian Freistetter Weil eigentlich müsste Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Violett kommen. Aber es hat einen Grund, warum das so ist. Und diese Farben, ja, ich habe sogar ein Kapitel drinnen am Ende, wo ich erkläre, warum das die Farben des Regenbogens sind. Weil dass wir jetzt gerade das eine Rot, Gelb, Orange, Grün, Blau, Violett genommen haben, gibt da noch andere Farben. Es gibt ja, keine Ahnung, Türkis oder Rosa sind auch alles Farben.

Florian Freistetter Also es gibt noch jede Menge Farben, die keine offiziellen Regenbogenfarben sind. Und es ist gar nicht so unspannend herauszufinden, wie die Farben des Regenbogens zumindest kulturell sich so entwickelt haben. Aber das habe ich als Aufhänger genommen für mein Buch. Das ist eben anhand dieser Farben strukturiert.

Florian Freistetter Und in jedem Kapitel geht es dann darum, was ist Rot im Universum oder was kann man darüber erzählen. Und natürlich ist es jetzt nicht so, dass ich gesagt habe, ja, hier, der Mars ist rot und der Stern ist rot und der Stern ist rot und der Stern ist rot. Also das wäre langweilig geworden, sondern ich habe dieses Konzept natürlich ein bisschen aufgeweitet, insofern, als dass ich halt nicht nur...

Florian Freistetter Die Objekte, die eine Farbe haben, entsprechend vorgestellt haben. Es hat natürlich auch erzählt, woher kommt die Farbe? Warum ist die Farbe? Was haben wir daraus gelernt? Wer hat es daraus gelernt? Und es sind auch, wenn man so will, Farben, ich will jetzt nicht sagen. Abstrakte Farben, weil es sind immer reale Farben.

Florian Freistetter Aber im Kapitel Rot kann man das ganz gut sehen. Das fängt an tatsächlich mit dem roten Mars. Und da habe ich erklärt, warum der Mars rot erscheint, was wir tun könnten, wenn wir den Mars vielleicht blau machen wollen würden, so wie die blaue Erde, Also ein bisschen so Terraforming und sowas. Also das fängt an und dann habe ich über die Sterne ein bisschen allgemein darüber gesprochen, wie Dinge im Universum Rot sind.

Florian Freistetter Aber dann der Hauptteil des Kapitel Rots, das ist eine, ich habe es genannt, eine große Geschichte des Universums in drei Akten, glaube ich, habe ich es genannt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich es so genannt habe. Genau, drei Akten. Und da geht es um ein besonderes Rot. Also da geht es darum, dass, wenn man es so will, das ganze Universum Rot ist.

Florian Freistetter Also ich weiß jetzt nicht, ob ich das in diesem Podcast in dieser Kürze darstellen kann. Außerdem habe ich es ja im Buch ausführlich dargestellt, damit es gelesen werden kann. Aber den meisten ist vermutlich, die das hier hören, der Begriff Rotverschiebung bekannt. Das heißt...

Martin Puntigam Dann haben wir ja schon öfter einen Podcast gehabt.

Florian Freistetter Genau. Also wir sehen... Farben, aber nicht dort, wo sie sein sollten oder wir sehen nicht die Farben, die wir eigentlich sehen sollten, sondern wir sehen leicht andere, leicht verschobene Farben und. Die Verschiebung sagt uns was über die Bewegung. Und wir sehen eben, wenn wir uns die Dinge im Universum anschauen, die sind alle rötlicher, als sie sein sollten.

Florian Freistetter Und das ist ein Effekt der Tatsache, dass sich alles von uns fortbewegt. Das heißt, in diesem kosmologischen Rot liegt das Wissen über den Urknall, über die Entstehung des Universums, über die Ausdehnung des Universums. Und das ist halt eine lange Geschichte, die ich am Anfang erzählt habe, weil von der so viel abhängt.

Florian Freistetter Um das zu erkennen, muss man erstmal überhaupt herausfinden, dass da Farben drin sind im Licht. Das hat Isaac Newton schon herausgefunden, dass das Licht aus Farben zusammengesetzt ist. Und dann muss man noch die Details in diesen Farben sehen. Also dort, wo keine Farben sind, die Spektrallinien, wo im Regenbogen des Lichts quasi was fehlt.

Florian Freistetter Und da muss man auch erstmal draufkommen, dass es das gibt. Da muss man herausfinden, was verantwortlich ist dafür, dass diese Linien da sind. Dann muss man herausfinden, was das bedeutet und so weiter. Also da habe ich gesagt, es fängt an in München mit Josef Fraunhofer. Dann kommt irgendwann Christian Doppler aus Salzburg dazu.

Florian Freistetter Dann kommt Henrietta Swan-Levitt dazu. Dann kommt irgendwann Edwin Hubble und am Ende haben wir erklärt, warum das ganze Universum quasi rot ist und sind dann bereit mit dem nötigen Grundwissen, um die restlichen Farben zu verstehen. Und ich habe beim Schreiben, wie so oft, immer wenn ich ein Buch schreibe, sehr viel gelernt.

Florian Freistetter Und ich habe vor allem gelernt, dass man wirklich, wirklich viel Quantenmechanik braucht, wenn man das alles erklären will. Logisch, weil Quantenmechanik ist ja in erster Nährung mal so die Wissenschaft des Lichts, wenn man so will. Haben wir auch schon eine Folge darüber gemacht. Und ich habe dann auch probiert, in dem Buch so ein bisschen, wie wir es jetzt in den letzten Folgen über die Sterne gemacht haben, über die klassischen Erklärungen hinauszugehen.

Florian Freistetter Also so Sachen wie, ich habe vorhin Spektrallinien erwähnt und wenn ich jetzt so in einem Podcast mit diesem hier kurz erklären sollte, was Spektrallinien sind, sagt man halt, dass ein Stern Licht aussendet mit allen möglichen Farben, aber. Wenn das Licht die Schichten des Gases des Sterns durchquert, dann können die Atome, aus denen das Gas des Sterns besteht, bestimmte Teile des Lichts blockieren.

Florian Freistetter Jedes Atom blockiert unterschiedliche Teile des Lichts, weil jedes Atom unterschiedlich zusammengesetzt ist. Und am Ende fehlt dann halt was in dem Licht. Und wenn ich sehe, was fehlt, kann ich daraus rauskriegen, aus was der Stern besteht, weil ich dann weiß, welche Atome das waren, die es blockiert haben.

Florian Freistetter So wird man ganz kurz spektral. Linien erzählen, aber in Wahrheit ist es natürlich sehr, sehr viel komplizierter und komplexer und im Podcast kann man das nicht machen, aber in dem Buch, da habe ich, den Platz gehabt, das mal vernünftig zu erklären, aber so, dass man es trotzdem noch versteht, wie das Ganze funktioniert.

Florian Freistetter Das heißt, es ist jetzt kein, Es ist kein Buch, das sich an der Oberfläche der Farben aufhält, sondern es geht dann wirklich bis in die Atome rein zu den Ursachen der Farben, wenn man so will. Also es ist sehr viel Wechselspiel zwischen ganz groß und ganz klein, also wie das, was mit den Atomen passiert, am Ende Auswirkungen hat auf das, was Galaxien oder Sterne machen.

Florian Freistetter Weil die Atome machen die Farben und die Sterne schicken sie dann durch die Gegend, wenn man es jetzt ganz vereinfacht sagen will.

Martin Puntigam Es ist aber trotzdem ein Buch, das man sehr gut lesen kann, wenn es sehr ins Detail geht. Da braucht es jetzt niemand fürchten davor. Newton, Levitt, Hubble, die sind alle schon vorgekommen in Podcast-Folgen und auch teilweise in Bühnenshows schon bei uns oder in Science-Busters-Büchern. Aber Fraunhofer, die allermeisten Menschen, wie auch ich, assoziieren in erster Linie das Wort Institut mit Fraunhofer.

Martin Puntigam Wissen vielleicht auch noch, dass er aus Deutschland, aus Bayern war, aber vielmehr nicht. Aber das, was du da über Fraunhofer aufdeckst, das war für mich nahezu komplett nahe.

Florian Freistetter Naja, aufgedeckt habe ich es nicht. Also das war auch vorher schon bekannt. Ich habe es da aufgeschrieben.

Martin Puntigam Also nicht aufgedeckt im Sinne von den Tisch aufdecken, nicht von Entdecken.

Florian Freistetter Ja, nein, es gibt halt sehr, sehr viele Menschen, über die sehr viele Menschen nichts wissen, weil sie sich nicht damit beschäftigt haben, weil man kann sich nicht mit allen Menschen beschäftigen. Ich weiß zum Beispiel von ganz, ganz wenigen Menschen, weiß ich nicht aus der Kunstgeschichte, was die für ein Leben gehabt haben, aber da wird es auch spannende Geschichten gegeben haben.

Florian Freistetter Aber ich habe halt probiert, ein paar der spannenden Geschichten aus der Astronomie zu erzählen und Fraunhofer hatten ein spannendes Leben gehabt.

Martin Puntigam Und erstaunlich, dass er überhaupt noch ein Leben gehabt hat, weil es war ja immer knapp.

Florian Freistetter Das wäre eigentlich so, könnte man eigentlich sehr, sehr gut als klassischen Hollywood-Film aufziehen können, wenn sich Hollywood für deutsche Wissenschaftler interessieren würden. Sofern sie keine Atombomben gebaut haben, dann kommen sie schon ab und zu vor. Aber das hat Fraunhofer nicht gemacht. Nein, also Fraunhofer hat im Wesentlichen keine sonderlich beeindruckende oder schöne Kindheit gehabt. Also er hat schon sehr früh seine Eltern verloren, im Alter von zehn Jahren seine Mutter, zwei Jahre später seinen Vater, also mit zwölf Jahren war er schon Waisenkind.

Florian Freistetter Vater war Glasermeister und das Waisenkind ist dann als Lehrling zu einem Glasermeister nach München geschickt worden, hat das auch gut gekonnt, hat sich auch sehr dafür interessiert, hat sich selbst weitergebildet auf dem Bereich Optik und so weiter, Glasherstellung. Ja, sein Lehrmeister war jetzt aber nicht so der Typ, der sowas gefördert hätte.

Florian Freistetter Der wollte eigentlich eher, der soll was hakeln, aber lernen braucht er nichts.

Martin Puntigam Naja, aber wenn man was hakelt, ich meine, man muss ja auch als Lehrling was lernen, sonst macht man ja lauter windschiefe Sachen, wo sie gerade sein sollen.

Florian Freistetter Eh, aber der wollte halt mehr lernen, als man als Glaser-Lehrling lernt. Ja. Dann das Glück gehabt, wenn man so will, in dem Fall, dass er bei diesem unguten Lehrmeister war, weil das Haus von dem ist eingestürzt.

Martin Puntigam So viel Glück muss man mal haben.

Florian Freistetter Und da war eine durchaus relevante Katastrophe und Josef, der ist da, ich weiß nicht, wie alt er da war, immer noch ein Teenager wahrscheinlich, genau, habe ich jetzt nicht mehr im Kopf, wie alt er da war.

Martin Puntigam Ich glaube 13, 14, so irgendwas.

Florian Freistetter Ist da verschüttet worden drunter und ist dann gerettet worden und das war halt im damaligen München offensichtlich etwas, was sich durchaus interessiert haben dafür, für diese Katastrophe.

Martin Puntigam Das ist ja auch noch immer so, wenn ein verschüttetes Kind gerettet wird, dann dominiert das zumindest einmal am Tag die Schlagzeilen.

Florian Freistetter Genau. Und da war der Kurfürst Maximilian, das war der Maximilian der vierte, dritte, irgendeiner von den Maximilians in Bayern, der dann später König von Bayern geworden ist. Der war da persönlich auch da beim Unglück vor Ort und hat dann gesagt, gut gemacht, junger Bursch, da hast du ein bisschen Geld.

Florian Freistetter Also der hat ihm dann, keine Ahnung, Er hat ihn belohnt dafür.

Martin Puntigam Dass er gerettet worden ist.

Florian Freistetter Ja, er war keine Ahnung, so im Detail ist das nicht aufgezeichnet, aber er war auf jeden Fall irgendwie beeindruckt davon, dass halt dieser junge Mensch das da überlebt hat und hat ihm halt Geld gegeben. Und dann hat der Fraunhofer ein bisschen Kontakt schon mit den Leuten am Hof gehabt und unter anderem mit Josef von Utzschneider, das war so ein Staatsbeamter, der aber auch Unternehmer werden wollte und hat gedacht, Der Bursch ist tatsächlich schlau, der will mehr lernen, hat ihm dann Zugang zu wissenschaftlicher Literatur verschafft und so weiter.

Florian Freistetter Da hat er dann mehr gelernt, der Josef, als man als Glaser-Lehrling lernen kann. Das Geld, das er bekommen hat vom Kurfürsten, hat er benutzt, um sich Geräte, Messinstrumente und sowas zu kaufen und hat dann im Wesentlichen sowas empfohlen. Ähnliches wie eine wissenschaftliche Ausbildung gehabt, keine formale wissenschaftliche Ausbildung an der Uni, aber er hat sich halt selbst, soweit es geht, praktisch und wissenschaftlich ausgebildet, ist dann an ein mathematisches, mechanisches Institut gekommen, so eine Mischung aus Forschung und Fabrik, wo sie Teleskope, Mikroskope und so weiter hergestellt haben.

Florian Freistetter Das war eben eine Firma, die dieser Josef von Utschneider damals gegründet hat. Und da hat halt Fraunhofer Maschinen gebaut, Glassorten erforscht und probiert das nicht einfach nur praktisch zu machen, sondern sich auch zu überlegen, warum ist das eigentlich alles so? Warum machen manche Gläser das eine? Warum verhalten sich die anderen?

Florian Freistetter Was für Glassorten sind gut darin, Licht zu streuen, Licht zu brechen und so weiter? und hat dabei eben natürlich das gesehen, was die Leute vor ihm auch schon gesehen haben, wenn man Licht durch ein passendes Stück Glas schickt, dann wird das Licht in seine Bestandteile aufgespalten. Also aus weißem Sonnenlicht kriegt man halt den bunten Regenbogen.

Florian Freistetter Aber Fraunhofer hat auch diese dunklen Linien, die Spektrallinien gesehen. Die haben auch schon andere vor ihm gesehen, also eine andere auf jeden Fall vor ihm gesehen. Ein englischer Forscher, der hat aber nicht gecheckt, was das soll. Also der hat es nicht verstanden oder auch nicht wirklich intensiv probiert zu erklären, was diese Linien sind.

Florian Freistetter Der hat einfach gesagt, das sind halt die Linien, aber im Wesentlichen hat er sich keine weiteren Gedanken darüber gemacht. Fraunhofer schon, der hat sich viele Gedanken darüber gemacht und hat festgestellt, da sind eben nicht nur ein paar, wie dieser englische Forscher herausgefunden hat, sondern da sind hunderte von diesen Linien und er hat die im Licht der Sonne gefunden, aber er hat sie auch im Licht der Venus gefunden und im Licht des Mondes gefunden.

Florian Freistetter Und er hat natürlich gewusst, das Licht des Mondes und der Venus, das ist auch Sonnenlicht. Das ist quasi reflektiert und hat dann festgestellt, okay, wenn ich das jetzt im Sonnenlicht finde und wenn ich es im Licht von Mond finde, dann muss das wirklich eine Eigenschaft vom Sonnenlicht sein. Weil da kann nichts, wenn das jetzt quasi da noch über die Ecke reflektiert wird und so weiter, dann muss das wirklich im Sonnenlicht selbst drin sein.

Florian Freistetter Das ist jetzt nichts, was jetzt der Mond da in das Licht reintut, weil er hat diese Linien überall an denselben Positionen gefunden. Wenn er sich aber das Licht von einem anderen Stern angeschaut hat, hat er auch gemacht, dann hat er gesehen, das sind auch Linien, aber die sind an anderen Positionen.

Florian Freistetter Das war jetzt irgendwie grundlegend anders als Sonnenlicht. Also er hat diese ganzen Linien katalogisiert, er hat sie beschrieben und so weiter ganz genau, aber er hat jetzt nicht ganz genau mehr rausgekriegt, was die verursacht. Da ist er leider gestorben. Das zieht sich durch den ganzen, durch alle drei Akte der roten Geschichte des Universums.

Florian Freistetter Die Leute, die sterben alle leider an diversen Krankheiten immer recht früh. Fraunhofer ist mit 39 an Tuberkulose gestorben und hat nicht mehr miterlebt, wie dann zwei andere deutsche Wissenschaftler Bunsen und Kirchhoff erklärt haben, wirklich wo diese Linien herkommen.

Martin Puntigam Weil das ist ja alles gar nicht so lang her, also natürlich schon mehr als ein Menschenleben, aber das war frühes 19. Jahrhundert, wie das alles erst herausgefunden worden ist. Da hat es die Menschheit schon hunderttausende Jahre gegeben und seit 150 Jahren noch nicht einmal wissen wir dann das.

Florian Freistetter Naja, spätes 19. Jahrhundert, also frühes 19. Jahrhundert war Fraunhofer. Spätes 19. Jahrhundert, da war Kirchhoff und Bunsen, die dann wirklich gezeigt haben, Das, was ich vorhin so kurz angedeutet habe, dass diese Spektrallinien halt von den Atomen erzeugt werden, also von den Elektronen in Atomhüllen, die eben dieses Licht blockieren.

Florian Freistetter Und dass man eben jede Spektrallinie einer bestimmten Atomsorte, einer bestimmten Atomart zuordnen kann. Das haben die beiden Ende des 19. Jahrhunderts herausgefunden in Heidelberg. Da habe ich auch mal gearbeitet.

Martin Puntigam Und was hast du herausgefunden in Heidelberg?

Florian Freistetter Nicht das, dass ich lieber Wissenschaftskommunikation mache als Wissenschaft in Heidelberg. Ja, und dann, das war quasi nur mal die Geschichte der Spektrallinien und wenn man dann auch weiter diese große rote Geschichte erzählen will, dann muss man halt irgendwie nach Salzburg gehen, wo Christian Doppler herausgefunden hat, das was wir heute als Doppler-Effekt kennen und alle in der Schule lernen, aber er hat es dann eben auch für Licht erklärt und dann mit diesem Doppler-Effekt, das erkläre ich jetzt nicht mehr im Detail, das haben ja alle in der Schule gelernt.

Martin Puntigam Dass die Sirenenhöhe von hoch nach tief geht oder so, wenn das Retroxauto vorbeifährt mit Blaulicht. Aber eben österreichisch folkloristisch erklärt war der Doppler-Effekt viele Jahrzehnte auch was anderes. Aber dass es das für Licht gibt, habe auch ich relativ spät erst erfahren.

Florian Freistetter Ja, also das Doppler hat gesagt, das gibt es für alle Wellen, das muss es für alle Wellen geben. Das war, wenn man so will, er hat diesen Doppler-Effekt im Licht entdeckt. Weiß ich nicht, ob man das so sagen kann, aber Doppler hat auf jeden Fall gesagt, okay, wenn ich irgendwas habe, was eine Welle ist und die Welle breitet sich aus und das, was die Welle verursacht, bewegt sich, dann bewegt man.

Florian Freistetter Bekomme ich als Beobachter einen unterschiedlichen Eindruck der Welle, je nachdem, ob sich die Quelle der Welle auf mich zubewegt oder nicht. Und ob das jetzt mit Einsatzfahrzeugen, gab es ja damals nicht. Also das hat der Doppler sich nicht überlegen können, damit er mit einer Polizeisirene oder einem Feuerwehrauto, weil das haben die damals nicht gehabt im 19. Jahrhundert.

Florian Freistetter Das heißt, und auch nichts, was so schnell fährt, er hat sich das mit Wasserwellen und Booten klargemacht und dann gesagt, ja, mit Licht muss das genauso gehen. Und das hat als Konsequenz, dass sich die Farbe der Objekte verändert, die das Licht aussenden, weil das, was wir beim Schall als Tonhöhe sehen, ist beim Licht die Frequenz, also die Farbe.

Florian Freistetter Und er hat gesagt, je nachdem, wie sich die Dinge bewegen, müssen sie unterschiedliche Farben haben. Das hat im Prinzip gestimmt, in der Praxis nicht ganz gestimmt, weil so schnell bewegen sich die Dinge nicht, mit Doppler geglaubt hat. Aber dafür führt das eben dazu, dass sich die Position dieser Spektrallinien leicht verschiebt.

Florian Freistetter Und dann haben wir aus der Messung der Position der Spektrallinien später herausfinden können, wie die Dinge sich bewegen. Die das Licht aussenden und das hat eben dann. Er hat zu ganz, ganz vielen Dingen geführt, aber unter anderem dazu geführt, dass wir irgendwann später zu Beginn des 20. Jahrhunderts rausgekriegt haben, wie sich die Galaxien bewegen, dass sich Galaxien bewegen, dass sie sich von uns weg bewegen, dass sie früher alle irgendwo am selben Ort gewesen sein mussten und dass das Universum einen Anfang in der Zeit, nämlich den Urknall hat und sich seitdem ausdehnt.

Florian Freistetter Also das ist das, was am Ende aus dieser Beschäftigung mit den Farben, den dunklen Linien in den Farben und der Rot- oder Blauverschiebung zu tun hat. Also das ist quasi das erste Kapitel, da habe ich gleich mal das ganze Universum durchgenommen und dann am Ende das Universum als das bekannte Universum etabliert mit Urknall und Ausdehnung und dann in den nächsten Kapiteln, ja da geht es dann ein bisschen so ins Detail der leuchtenden Objekte.

Martin Puntigam Das hast du danach gemacht, in deinem Buch kommt dann gelb nach rot, dann orange, dann grün. Das heißt, wenn es vier Farben auf der Fußgängerampel gäbe oder auf der Autofahrerampel, dann könnte man da losfahren. Das hat vermutlich einen Sinn, dass gelb, orange vor grün kommt oder ist es eher zufällig gewählt und irgendeine Reihenfolge muss man halt nehmen?

Florian Freistetter Wie gesagt, ich habe mich prinzipiell am Regenbogen orientiert. Das heißt, die Regenbogenfarben sind ja sortiert nach Wellenlänge. Also rot ist die Farbe, das Licht mit der längsten Wellenlänge. Zumindest wenn wir das Licht nehmen, das unsere Augen sehen können. Und blau, violett hat die kürzeste Wellenlänge.

Florian Freistetter Und orange, gelb und grün liegen halt dazwischen. Das heißt, im Prinzip sind sie nach Wellenlängen sortiert. Ich habe halt nur einmal gelb und orange vertauscht, weil ich etwas Gelbes zuerst erklären musste, bevor ich etwas Oranges erklären konnte. Darum sind bei mir Gelb und Orange vertauscht.

Martin Puntigam Farben im landläufigen Sinn bedeutet ja, dass man sehen kann. Aber längst natürlich kann man nicht alle Farben sehen, oder?

Florian Freistetter Ja, natürlich. Das kommt davon, wenn man Farbe definiert. Wenn man Farbe als bestimmten Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung definiert, dann gibt es auch Farben, die wir nicht sehen können. Also infrarotes Licht gibt es ja auch. Das ist halt Licht mit einer Wellenlänge, die noch länger als das Rote ist und das kann unser Auge nicht sehen.

Florian Freistetter Oder Ultraviolett, das ist halt kürzer als Violett, kann unser Org auch nicht sehen. Und wir können sagen, Ultraviolett und Infrarot sind trotzdem noch Farben. Und dann ist Radio eine Farbe, wenn man will. Oder Gamma-Licht ist eine Farbe. Oder Mikrowellen sind eine Farbe. Es sind halt Farben, die wir nicht sehen können. Aber es ist alles Licht.

Florian Freistetter Und das habe ich jetzt in meinem Buch nicht ganz so im Detail abgehandelt. Da haben wir mich schon so auf das Sichtbare konzentriert. Vor allem, weil auch Ruth vor kurzem ein Buch geschrieben hat über das unsichtbare Universum. Also da hat sie im Prinzip das Gegenstück geschrieben, also über all die Dinge, die im Universum stattfinden, ohne dass wir sie mit unseren Augen sehen können.

Florian Freistetter Das habe ich nur kurz gestreift im letzten Kapitel meines Buchs über unsichtbare Farben. Aber klar gibt es jede Menge Farben, die wir nicht sehen können und natürlich auch jede Menge Farben, die nicht Teil des Regenbogens sind. Also ich habe am Ende, wie ich mit dem Regenbogenfarben durch war, habe ich am Ende zuerst ein Kapitel noch gemacht, wo ich noch so andere Farben untergebracht habe, also Farben, die kein Teil des Regenbogens sind oder über unbunte Farben, sowas gibt es auch.

Martin Puntigam Was sind unbunte Farben? Was kann man sich darunter vorstellen? UV-Licht, das man halt nicht sehen kann?

Florian Freistetter Nein, UV-Licht ist Licht, das kann man nicht sehen. Das ist eine Farbe, die kann man nicht sehen. Unbunte Farben sind Farben, die keinen Farbton und keine Sättigung haben. Das heißt, die haben nur Helligkeit. Das bedeutet, im Wesentlichen sind das Schwarz und Weiß und dazwischen Graustufen. Also Schwarz, Weiß und Grau sind unbunte Farben, weil das Einzige, was die auszeichnet, ist die Helligkeit.

Florian Freistetter Und so heißt es offiziell in der Farbwissenschaft. Und auch das ist natürlich aus astronomischer Sicht sehr interessant. Also über Grau kann man sehr viel erzählen, weil Grau sind ganz, ganz viele Himmelskörper. Der Mond zum Beispiel, ganz viele Asteroiden. Und es gibt einen Grund, warum die so grau sind. Da habe ich einiges darüber geschrieben.

Florian Freistetter Ich habe auch über Türkis geschrieben. Das ist auch eine Farbe, die ist jetzt nicht Teil des Regenbogens. Sie hätte Teil des Regenbogens sein können, aber man ist halt nicht zur Regenbogenfarbe geworden.

Martin Puntigam Ein Zufall, so wie halt manche Evangelien nicht ins Neue Testament gekommen sind oder aus guten Gründen?

Florian Freistetter Naja, gute Gründe. Also da kann man das Kapitel Violett lesen in meinem Buch. Das ist genau das, das ausführlich vom Regenbogen handelt und von der Erforschung des Regenbogens und der Farben und so weiter. Da ist auch sehr viel Interessantes passiert. Da ist viel auch bei arabischen Forschern passiert, die sich das früh schon überlegt haben und Isaac Newton natürlich. Und ja, die Leute haben halt Farben gesehen und je nachdem, wie gut sie Farben unterschieden haben, haben die das halt unterschiedlich gut eingeteilt.

Florian Freistetter Also ich glaube, der Erste, der sich Gedanken gemacht hat über den Regenbogen, war, was nicht eh, Aristoteles, irgendwie einer von den alten Griechen, der sich über alles Gedanken gemacht hat. Ja, den wesentlichen... Den habe ich jetzt gerade nicht im Kopf, wenn das war. Der hat im Wesentlichen, glaube ich, nur zwei Farben gesagt, gibt.

Florian Freistetter Es gibt nur Rot-Gelb oder sowas. Und die anderen Farben dann irgendwie, oder Rot und Grün. Und hat die anderen Farben dann übrig lassen. Genau, er hat schon Rot, Grün und Violett. Ja, es war Aristoteles. Rot, Grün, Violett hat er gemeint. Das sind die drei Regenbogenfarben. Anscheinend waren die anderen Wurscht, hat es nicht gesehen.

Florian Freistetter Und ja, die Leute haben halt das unterschiedlich eingeteilt. Also manche haben noch Indigo dazugenommen. Isaac Newton zum Beispiel, der war ja auch ein harter Mystiker und Esoteriker, der wollte halt unbedingt, dass es sieben Regenbogenfarben gibt, weil es gibt auch sieben Himmelskörper, hat man damals gesagt, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Sonne, Mond.

Florian Freistetter Es gibt sieben Weltwunters, sieben Weltmeere und so weiter. Also alles sehr, sehr mystisch und darum hätte er gerne auch sieben Farben gehabt. Aber er hat im Regenbogen nur Rot, Gelb, Grün, Blau, Violett gesehen und hat gemeint, da gebe ich halt noch Orange und Indigo dazu. Und ich weiß nicht, ob du weißt, wie Indigo ausschaut oder ob du Indigo von Blau unterscheiden könntest?

Martin Puntigam Nicht wirklich.

Florian Freistetter Ich habe auch keine Ahnung, aber Indigo hat es nicht wirklich überlebt. Isaac Asimov hat das mal geschrieben, auch Wissenschaftler, Science-Fiction-Autor. Der hat gemeint, Indigo ist es nicht wert, als eigene Farbe betrachtet zu werden. Das ist einfach nur ein tiefes Blau. Und es ist ja auch so, es gibt ja keine Farbbalken im Regenpunkt.

Florian Freistetter Das sind ja alles Übergänge. Und wo wir da die Grenzen ziehen, das ist eine subjektive Entscheidung. Und die ist halt getroffen worden. Und irgendwann im Laufe der Zeit hat sich halt dann der klassische Regenbogen mit diesen sechs Farben, die wir da haben, entsprechend durchgesetzt. Und dass halt jetzt Türkis nicht drin ist, ist halt in dem Fall tatsächlich Zufall.

Martin Puntigam Und schade oder passt die so?

Florian Freistetter Ja, es ist im Prinzip wurscht, wenn man so will, weil wir müssen die Farben ja nur irgendwie bezeichnen. Und wir wissen alle, was Türkis ist. Und wenn ich sage, Uranus und Neptun sind Türkis, dann ist es wurscht, ob das jetzt Regenbogenfarbe ist oder nicht. Also alle wissen, was gemeint ist. Türkis ist eine Spektralfarbe. Es ist keine Regenbogenfarbe, aber Türkis ist eine Farbe, die hat eine Wellenlänge.

Florian Freistetter Also ich kann sagen, Licht mit dieser Wellenlänge, das ist türkises Licht. Das ist eine Spektralfarbe. Es gibt auch Farben, die keine Spektralfarben sind. Gold oder Silber zum Beispiel. Das sind keine Spektralfarben. Also es gibt keine Wellenlänge, die Licht haben kann, um Gold zu sein oder Silber zu sein. Das geht nicht.

Florian Freistetter Aber auch das sind Farben, die es gibt. Und auch die habe ich ein bisschen in meinem Buch dann in diesem Kapitel über die restlichen Farben erklärt. Also ich habe mich bemüht, wenig, fast nichts über die ganze psychologische Farbtheorie und alles unterzubringen, weil das wäre wieder ein ganz anderes Buch gewesen und die kulturelle Bedeutung von Farben und so, da könnte man Bibliotheken schreiben drüber und sind auch geschrieben, auch die ganzen Geschichten wie Goethes, Farbenlehre und so weiter.

Florian Freistetter Also das habe ich probiert, alles weit es geht auszusparen, um mich auf die naturwissenschaftlichen Dinge zu konzentrieren. Ganz ist es nicht gelungen, weil Farben natürlich immer auch was Subjektives sind, also auch in der Astronomie, in der Forschung subjektive Sachen sind, weil wenn wir. Dinge darstellen in der Astronomie, dann stellen wir ja mittlerweile Dinge dar, die wir nicht sehen können, selbst wenn es um normales, sichtbares Licht geht, weil unsere Augen sind halt keine Teleskope.

Florian Freistetter Wir können nicht das sehen, was die Teleskope sehen, aber wir müssen die Daten aus den Teleskopen trotzdem irgendwie darstellen und das, was wir mittlerweile mit den Teleskopen aufnehmen, machen wir auch nicht mehr analog über den klassischen Film, sondern digital. Das heißt, da kommt sowieso nie Farbe raus bei unseren Bildern.

Florian Freistetter Da kommen nur digitale Daten raus, die wir halt dann nachträglich einfärben. Wir haben da irgendwie, keine Ahnung, einen roten Filter drin, der lässt nur Licht mit der Wellenlänge durch und wir schauen halt, wie viel Licht kommt da durch und das wird dann nachher dann halt rötlich eingefärbt im Computer und überlagert mit dem Licht vom blauen Filter und so weiter.

Florian Freistetter Aber wir haben halt auch Zeug, das kommt aus dem Infrarotfilter raus. Wie färbt man das ein? Oder wie ändern wir die Helligkeiten von Dingen, die wir nicht sehen können? Also das sind alles Entscheidungen, die man in der Wissenschaft auch treffen muss, wenn man Dinge darstellen will. Und da spielt die Psychologie schon eine Rolle.

Florian Freistetter Da habe ich dann einen Teil vom Buch, von einem Kapitel ein bisschen darüber geschrieben, wie Menschen Farben in astronomischen Bildern wahrnehmen, ob das mit dem funktioniert. Zusammenpasst, was da tatsächlich auch dargestellt wird. Weil wenn wir Sterne darstellen oder wenn wir Sterne haben, dann haben wir das, was ich in den letzten Folgen über Sterne erzählt habe. Blaue Sterne sind heiße Sterne.

Florian Freistetter Rote Sterne sind kühle Sterne. Aber auf jedem Wasserhahn ist blau das kalte Wasser und rot das heiße Wasser. Also im Alltag ist rot heiß und blau kalt. Und wenn man Leuten mit Astronomie-Expertise jetzt so entsprechende Diagramme, Bilder zeigt, dann verstehen die das. Die wissen, okay, wenn es jetzt blau ist, ist es heiß. Wenn es rot ist, ist es kalt.

Florian Freistetter Wenn man es Leuten zeigt, die keine Ahnung von Astronomie haben, dann verstehen die das nicht. Also da gibt es Studien dazu. Das ist dann ganz interessant auch für die Wissenschaftskommunikation sowas und da habe ich dann auch ein bisschen was darüber geschrieben, auch Kapitel Orange war das, weil da ging es um das berühmte Bild vom schwarzen Loch, das ja ein Objekt zeigt, das man gar nicht sehen kann, das aber trotzdem auf dem Bild quasi orange ist.

Florian Freistetter Und die Frage ist, warum ist etwas, das man nicht sehen kann und das keine Farbe hat, Orange? Welchen Grund gibt es dafür? Und das habe ich probiert zu erklären.

Martin Puntigam Für die Wissenschaftskommunikation, da haben ja auch wir eine dominante Farbe auf der Bühne, die leider nicht vorkommt, was ich ein bisschen kränkend empfinde. Rosa hat kein eigenes Kapitel bekommen und Rosa hat ja ähnliche Farbengeschichte, psychologisch und historisch. Das war ja lang die Cäsarenfarbe und nicht die Farbe für kleine Mädchen oder für Babys mit weiblichem Geschlecht.

Martin Puntigam Und blau war lang die Madonnenfarbe und nicht die Bubenfarbe. Was spielt denn rosa in der Astronomie für eine Rolle oder überhaupt keine Rolle?

Florian Freistetter Naja, das ist eine Frage, die kann man erst dann beantworten, wenn du mir sagst, was rosa sein soll.

Martin Puntigam Das, was ich anhabe in der Regel auf der Bühne.

Florian Freistetter Ja, aber das weiß ich schon. Aber die Cäsarenfarbe und die Herrscherfarbe, das war ja dann eher purpur zum Beispiel.

Martin Puntigam Genau.

Florian Freistetter Und dann, was ist der Unterschied? ist schon rosa und lila. Und was ist der Unterschied zu violett? Also violett kommt vor, violett ist eine Spektralfarbe. Aber es ist ja fast ein Zeit.

Martin Puntigam Es ist ja zu unfroh für das, dass er es auf der Bühne versucht zu vermitteln.

Florian Freistetter Die hat ein eigenes Kapitel, aber rosa, rosa ist, Keine Spektralfarbe, rosa ist eine Mischfarbe. Rosa ist viel weiß und ein bisschen rot drinnen. Das ist rosa, das heißt, das ist jetzt keine Farbe, die ein Himmelskörper in der Hinsicht erzeugen kann. Es gibt so wie bei Gold und Silber kein Licht, keine Wellenlänge, die rosa ist.

Florian Freistetter Also insofern fällt da schon mal alles irgendwie raus, was so mit Atomen zu tun hat, wo dann irgendwelche Übergänge von Elektronen von einem Zustand zum anderen Energie und von Licht aussenden. Und das Licht ist dann halt blau, grün, gelb, aber es kann nicht rosa sein, weil das gibt es nicht. Damit du was rosa hast, hast du schon noch in der Natur. Da hast du ja keine Ahnung, hast du wie rosa Blüten, rosa Muscheln und so weiter, weil das hat dann eher wieder mit Lichtreflexion und Lichtabsorption und so weiter alles zu tun.

Florian Freistetter Also rosa in der Form wird es sicherlich irgendwo geben, also du wirst sicherlich vielleicht irgendwo mal Objekte haben, wo irgendwie weißliches Licht mit rötlichem Licht überlagert ist und dann ist es irgendwie rosa, aber das war jetzt nichts, wo man viel ansteht. Astronomisches beschreiben könnte, was man nicht sinnvollerweise mit einer anderen Farbe beschreibt.

Florian Freistetter Also insofern, das, was ich über rosa schreiben hätte können, hätte ich dann wahrscheinlich sinnvollerweise über rot schreiben müssen und habe es dann über rot geschrieben, weil der rote Anteil im rosa, der ist, der dann die astronomisch relevanten Phänomene macht. Also insofern taucht rosa nicht auf, aber wie gesagt, violett taucht auf in meinem Kapitel.

Martin Puntigam Aber wir haben ja sogar mal eine Nummer in einer unserer Schuhe gehabt, dass die Erde früher einmal rosa war, oder purple zumindest, wie immer man das übersetzen möchte.

Florian Freistetter Genau, das ist genau der Punkt. Purple ist eine Farbe. Purple ist eigentlich violett. Und darum kommt diese Geschichte mit der rosa oder halt dann violetten Erde bei mir im Kapitel violett vor. Weil tatsächlich auf der Bühne, ja, weiß nicht, ob ich da rosa gesagt habe oder violett gesagt habe. Aber auf jeden Fall, ja, die Übergänge sind halt fließen zwischen dem Ganzen.

Florian Freistetter Aber tatsächlich diese Geschichte über die Erde, dass die violett ist oder rosa ist, das ist etwas aus dem Kapitel violett, weil da geht es halt um Farbstoffe in Mikroorganismen, die bestimmte Arten von Licht absorbieren oder nicht absorbieren können. Kann halt dann physikalisch korrekt nur violett sein, weil rosa Licht ja in der Form nicht existiert.

Florian Freistetter Also es gibt kein Bakterium, das rosa Licht aufnehmen kann für seinen Stoffwechsel, weil es ja kein rosa Licht gibt. Das Bakterium muss violettes Licht essen, sonst funktioniert das nicht. Und darum taucht es dann bei mir im Kapitel violett auf, diese Geschichte über die Erde, die früher vielleicht mal violett war.

Florian Freistetter Wenn das Leben als violettes Leben angefangen hat, was wir noch nicht wissen. Aber wir können uns Planeten anderswo anschauen und vielleicht finden wir einen, der violett ist, dann wissen wir ein bisschen mehr.

Martin Puntigam Das heißt, er hat gesagt schon, Aristoteles hat Grün dem Regenbogen zugeordnet. Grün gilt ja die Erde auch. Es ist zwar ein blauer Planet, wenn man es mit unseren Augen vom Weltall aus ansieht, aber das so gut wie alles, was lebt oder zumindest alles, was Photosynthese betreiben kann, macht die Erde grün.

Martin Puntigam Was ist denn Grün außerhalb der Erde im Universum?

Florian Freistetter Ja, sehr viel. Also grün ist viel, nicht unbedingt viel, was ein Stern ist. Und auch die Erde muss nicht unbedingt zwingend grün sein. Die hätte, wie gesagt, auch anders sein können. Wir wissen nicht, warum die Pflanzen grün sind. Das sind sie, weil sie halt den Farbstoff Chlorophyll haben. Aber da gibt es keinen wirklichen Grund dafür, dass sie nicht auch einen anderen Farbstoff nehmen hätten können.

Florian Freistetter Also, dass die Erde grün ist, ist Zufall. Aber das, was grün ist, ist meistens, wenn man so will, seltsam im Universum. Weil nicht mal grün an sich seltsam ist, sondern grün liegt genau in der Mitte des für unsere Augen sichtbaren Lichtspektrums. Auf der einen Seite ist rot, auf der anderen ist blau und in der Mitte ist grün.

Florian Freistetter Das heißt, wenn wir Objekte sehen, die jetzt Licht abstrahlen, dann sind das ja so gut wie immer keine Laser. Also ein Laser ist etwas, was Licht mit einer einzigen eng begrenzten Wellenlänge abstrahlt. Und darum gibt es auch grüne Laser, weil da kommt das, ausschließlich grünes Licht raus. Aber ein Stern ist kein Laser.

Florian Freistetter Ein Stern sendet Licht bei allen möglichen Farben aus. Und wir sehen immer eine Mischung. Und wenn wir eine Mischung sehen, selbst wenn ein Stern sehr viel grünes Licht aussendet, wie die Sonne zum Beispiel. Die Sonne hat ihr Maximum, ihr Strahlungsmaximum im grünen Licht. Die meiste Energie, die gibt die Sonne im grünen Bereich des Spektrums ab.

Florian Freistetter Aber sie gibt halt auch viel oranges Licht, viel gelbes Licht, viel blaues Licht und viel rotes Licht ab. Und es mischt sich alles zusammen. Und deswegen sehen wir weiß. Und wir können nie physikalisch irgendwie einen Stern haben, der grün leuchtet, weil je nachdem, wo das Maximum liegt, es müsste im grünen Bereich liegen, der bei der grün leuchten kann.

Florian Freistetter Aber wenn es im grünen Bereich liegt, hast du so viele andere Farben rundherum. Und wenn du das Maximum verschiebst Richtung Rot, dann fängt der Stern an, rötlicher zu leuchten. Wenn du es gegen Blau schiebst, fängt er an, bläulicher zu leuchten. Aber so wie ein Stern funktioniert, als Schwarzkörper, ja das, was physikalisch für das Licht im Stern sorgt, Das kann nur diese breite Mischung erzeugen und keine eng begrenzte Mischung.

Florian Freistetter Das heißt, es kann keine grünen Sterne geben, aber halt andere Sachen, die grün sind. Weil natürlich, ja, wenn du bestimmte Atome anregst, Sauerstoff zum Beispiel, wenn du den anregst, dann können die Elektronen, die durch die Energie angeregt werden, ihren Zustand verändern und dabei Licht aussenden.

Florian Freistetter Und dieses Licht, das ist dann zum Beispiel grün. Das heißt, wenn es irgendwo grün leuchtet im Universum, dann kann man davon ausgehen, dass da vielleicht viel Sauerstoff im Spiel ist, nämlich die großen Wolken aus Sauerstoff. Die können eine Rolle spielen. Oder, und auch das ist natürlich Teil meines Kapitels Grün, die kleinen grünen Männchen.

Florian Freistetter Warum sind die grün? Also abgesehen davon, dass es eh nicht gibt, oder werde ich wissen, dass es gibt, aber warum stellen wir uns die grünen vor?

Martin Puntigam Ja, noch dazu ist ja die Behauptung, dass es nicht nur kleine und grüne, sondern vor allem auch Männchen sein müssen. Das war wirklich sehr überraschend.

Florian Freistetter Ja, also ich glaube, das habe ich natürlich nicht recherchiert. Ich gehe davon aus, dass es einfach ein Übersetzungsproblem ist, weil du hast ja, das kommt ja von den Little Green Men. Und man in dem Fall auf Englisch ist ja quasi geschlechtsneutral, das meint halt Wesen und vermutlich hat man das dann auf Deutsch mit man übersetzt.

Florian Freistetter Das ist jetzt meine Männchen übersetzt, das ist meine Hypothese. Aber warum sie klein sind, keine Ahnung, aber das mit dem Grün habe ich mir angeschaut. Jetzt nicht intensiv, weil das ist jetzt nicht meine Expertise, aber es ist interessant mit den grünen Männchen, weil die grünen Wesen, die gab es schon, bevor wir über Außerirdische gesprochen haben.

Florian Freistetter Also da gab es davor schon in diversesten Mythen, Sagen und so weiter immer grüne Wesen, also grün. Waren die Wesen immer dann, wenn sie nicht menschlich waren? Das kann man sich ja vielleicht auch ein bisschen vorstellen oder herleiten, warum das so ist. Weil Menschen gibt es ja wirklich in so gut wie allen Farben.

Florian Freistetter Also es gibt kaum eine Farbe, die ein Mensch nicht haben kann. Entweder dauerhaft oder temporär. Also selbst ein einzelner Mensch kann sehr viele Farben im Laufe eines Jahres haben. Je nachdem, ob man in der Sonne liegt, ob man sich gerade aufregt, ob der sich angestrengt hat. dann kann man so alles von braun bis tiefrot alles durchmachen.

Martin Puntigam Ja, aber grün geht auch. Wenn man Probleme mit der Galle hat, geht das hervorragend.

Florian Freistetter Genau deswegen habe ich in meinem Kapitel auch geschrieben, bis auf wenige medizinische Ausnahmen, die meistens sehr unangenehm sind.

Martin Puntigam Naja, aber Sonnenbrand, rot ist auch sehr unangenehm.

Florian Freistetter Ja, aber die Sachen, wenn man den Sonnenbrand kriegt, wird es leichter wieder weg als die Sachen, die man haben muss, um wirklich tatsächlich grün zu sein. Also da ist man dann schon sehr, sehr schlecht gesundheitlich beieinander, wenn man grün ist. Also grün ist eine Farbe, wo man sagen kann, okay, wenn da irgendwas rumläuft, das grün ist, dann ist die Chance schon recht groß, dass es kein Mensch ist.

Florian Freistetter Also das ist tatsächlich einer der Gründe, warum wir das machen. Aber ja, es gibt halt immer die Wesen, also die Monster sind grün in den Geschichten. Es gibt schon im 12. Jahrhundert in England die Sage der grünen Kinder von Woolpit, die du kanntest.

Martin Puntigam Das ist mir vollkommen unbekannt. Bitte kurzer Abriss.

Florian Freistetter Ja, also das sind in England, das ist die Sage, keine Tatsachenbeschreibung. Also im Rahmen dieser Sage sind im Wald zwei Kinder in einem Loch im Wald entdeckt worden. Die waren grün, haben eine grüne Hautfarbe gehabt, haben irgendwie unverständlich ausländisch gesprochen und irgendwie unbekannte ausländische Kleidung getragen, sind da halt irgendwo aufgelesen worden.

Florian Freistetter Und dann erst später, dann sind sie irgendwo, keine Ahnung, waren sie bei welchen Menschen Und dann haben sie sich an die lokalen Sitten angepasst und haben dann die Sprachen gelernt. Und dann haben sie auch ihre grüne Farbe verloren, nachdem sie sich angepasst hatten. Und dann haben sie erzählt, sie kommen aus einem fremden Land.

Florian Freistetter Da ist immer so Dämmerlicht und alle sind grün. Und durch Versehen sind sie durch einen mysteriösen Tunnel nach England gekommen. Also das ist eine Sage, die gibt es. Die ist auf alle möglichen Arten interpretiert worden. Die seriöse Interpretation, die sagt, es ist so eine Geschichte über das Aufeinandertreffen von Einheimischen und Fremden. und die Probleme der Anpassung an fremde Kulturen, was ja auch im England des 12.

Florian Freistetter Jahrhunderts durchaus aktuell war, weil da war ja gerade hier so die Namannen, die nach England gekommen sind und so weiter, also da hätte es schon gepasst. Ja, geht natürlich bis zu irgendwelchen unseriösen Interpretationen von abgestürzten Raumschiffen, Zaubertoren in andere Dimensionen und so weiter.

Martin Puntigam Da sagst du unseriös, aber in Wirklichkeit in der Präastronautik gilt das als seriös.

Florian Freistetter Ja, aber auf jeden Fall, wie gesagt, ich habe die Geschichte deswegen kurz in meinem Buch erwähnt, Und weil es halt zeigt, dass wir wirklich schon im 12. Jahrhundert die fremden Wesen, die nicht-irdischen Wesen grün waren. Und das hat es natürlich dann fortgesetzt, als die Menschen angefangen haben, über tatsächliche Außerirdische zu schreiben.

Florian Freistetter Es gibt den Washington Irving, so ein amerikanischer Satiriker im frühen 19. Jahrhundert. Der hat auch in einem Buch, History of New York heißt es, über die Lunatics geschrieben. Also die Wesen, die vom Mond stammen und die waren auch grün. Und dann gab es 1899, das war in einer amerikanischen Zeitung, das erste Mal, wo es wirklich quasi im modernen Sinn verwendet worden ist.

Florian Freistetter Das dürfte eine sehr, sehr unseriöse Zeitung gewesen sein. Da ist ein Interview gebracht worden mit einem außerirdischen Wesen und das war der Green Boy from Hurra. Hurra hieß das, genau. Ja, also von da an war es ab dem wesentlichen 19. Jahrhundert, frühen 20. Jahrhundert, war es etabliert, dass auch die Aliens grün sind und seitdem sind es halt grün.

Martin Puntigam Also mittlerweile eh nicht mehr so. In den moderneren Science-Fiction-Filmen, wenn Aliens vorkommen, müssen die nicht zwangschleifig grün sein. Aber es war halt lange Zeit so, weil das außer Tarnfarbe oder wenn man lang im Wald war und als bemoost gegolten hat, da man kaum grün sein hat können.

Florian Freistetter Genau, ja, also das war halt dann zu zeigen, ich stelle dir vor, du bist jetzt nicht irgendwie heute in der modernen Kinowelt, wo du alle Arten von CGI und Computertechnik machen kannst, da kannst du ja alles machen, ich meine, was hast du früher machen können, du hast dir halt schminken können, das war's.

Florian Freistetter Und dann schminkst du es halt grün, fertig.

Martin Puntigam Ja, weil nämlich große Drachen wie Warane zum Beispiel, die sind ja nicht grün, sondern eher braun, rostig, auf jeden Fall nicht grün. Also wenn man Monster mit grün assoziiert hat, Gut, wenn man sie gefürchtet hat, dann müssen die ja nicht zwangsläufig grün gewesen sein.

Florian Freistetter Nein, eh nicht, aber das war halt grün. Ein Varan erkennt man ja auch so, dass das kein Mensch ist. Da muss ja keine spezielle Farbe dafür haben. Aber beim Außerirdischen, der dann halt vielleicht so ausschaut wie ein Mensch, dann weiß ich, okay, wenn der grün ist, weil das war auch wieder was. Also die Außerirdischen schauen ja in den Filmen, zumindest in den frühen Filmen, auch alle wie Menschen aus, weil halt wir keine Alien-Schauspieler haben, sondern eine menschliche Schauspieler haben.

Florian Freistetter Und die können halt dann nicht großartig anders ausschauen als Menschen. Darum haben die halt dann entweder eine andere Hautfarbe oder spitze Ohren oder sonst was, damit man weiß, ja, schau, das ist kein Mensch, das ist ein Außerirdischer, weil man halt das nicht anders darstellen hat können.

Martin Puntigam Jetzt gibt es doch diese unsichtbaren Farben. Und Farben sind eben definiert darüber, dass sie unterschiedliche Wellenlängen haben. Und die unsichtbaren Farben, das kommt ganz am Ende des Buchs, obwohl die eigentlich die gefährlichsten sind, oder?

Florian Freistetter Naja, gefährlich. Gefährlich kann auch rot gefährlich sein, wenn du bei Rot mit der Straße gehst. Das ist auch gefährlich. Also es gibt ganz viele Farben, die gefährlich sind. Je nachdem kannst du mit dem grünen Laser ins Auge schießen. Das ist auch gefährlich. Also gelbes Feuer, oranges Feuer ist auch gefährlich. Kannst eine Zwetschge essen, die ist blau. Ja, und wenn es schlecht ist, dann stirbst du.

Florian Freistetter Also gefährlich kann jede Farbe werden. Aber ich weiß, was du meinst. Die unsichtbaren Farben sind insofern gefährlich, weil ich das schon am Anfang gesagt habe. Die Farbe ist das, was durch die Wellenlänge oder gleichzeitig durch die Energie festgelegt wird. Also Energie, Frequenz, Wellenlänge sind ja alles nur unterschiedliche Konzepte, um dasselbe Phänomen zu beschreiben.

Florian Freistetter Das heißt, die Farbe sagt uns, was sie mit der Energie. Rotes Licht hat eine lange Wellenlänge, wenig Energie. Violettes Licht hat eine kurze Wellenlänge, viel Energie. Und zeugt das dann eben ja entweder eine noch kürzere Wellenlänge hat als Violett oder eine noch längere Wellenlänge hat als Rot, hat dann eben entweder noch weniger Energie als Rot.

Florian Freistetter Das ist dann so Radiostrahlung, Mikrowellenstrahlung und sowas. Das ist dann nicht wahnsinnig gefährlich für uns. Zumindest nicht jetzt auf dieser direkten Ebene. Oder aber, wenn es mehr Energie hat, dann ist es gefährlich. Da sind wir dann eben bei sowas wie Röntgenstrahlung oder Gammastrahlung. Und das ist das, was unter ionisierende Strahlung fällt.

Florian Freistetter Und ionisierende Strahlung, das ist Strahlung, die halt, simpel gesagt, Atome verändern kann, insofern verändern kann, dass sie. Die Elektronen aus den Atomhüllen rauslöst, wodurch dann eben auch Bindungen zwischen Atomen aufbrechen, womit Moleküle zerstört werden können und wenn die Moleküle zufällig in unserem Körper sind, dann kann das sehr unangenehm für uns werden, wenn da die Atome und Moleküle in unserem Körper ionisiert werden.

Florian Freistetter Das sind dann die Arten von Strahlung, die halt dann schädlich sind. Das fängt an bei der ultravioletten Strahlung, die macht dann Sonnenbrand und hört auf bei Röntgen- und Gammastrahlung, die dann bei uns Krebs auslösen kann. Also das sind halt ja jetzt aus menschlicher Sicht die gefährlichen Farben, aber aus astronomischer Sicht sind die halt jetzt nicht sonderlich mehr gefährlich als alles andere, weil es ist ja da draußen im Weltall das Licht und kommt auch nicht bis zum Erdboden durch das meiste davon, weil die Atmosphäre und das Magnetfeld das abschirmen.

Florian Freistetter Aber es braucht halt entsprechende Phänomene, um dieses hochenergetische Licht herzustellen oder auszusenden. Und das sind halt dann die dramatischen Dinger, ja, also Supernova-Explosionen, Gamma-Blitze und all diese hochenergetischen Phänomene im Universum, die gefährlichen Phänomene, wenn sie in unserer Nähe stattfinden würden, nie sind es auch, die dann das hochenergetische Licht erzeugen, das wir dann haben.

Florian Freistetter Nicht sehen können, aber zumindest nachweisen können.

Martin Puntigam Also die Ursache ist schon maßgeblich dafür verantwortlich, dass eine Lichtwelle schnell schwingt und dann hochenergetisch ist oder große Wellenlänge hat und für uns unmittelbar als Lebensform nicht so gefährlich wird.

Florian Freistetter Ja und nein, also natürlich gibt auch die Sonne erzeugt hochenergetisches Licht, wie gesagt. Aber wenn ich jetzt sowas habe wie Gammastrahlung, da ist so viel Energie drin und die muss man irgendwie reinkriegen, die Energie. Also ich kann auch jetzt kein Flutlicht im Fußballstadion mit einer 9-Volt-Batterie betreiben.

Florian Freistetter Das funktioniert nicht. Da muss ich ausreichend viel Energie reinstecken, damit ausreichend viel Licht rauskommt. Und genauso ist es eben im Universum auch. Da muss ich halt dann ausreichend viel Energie irgendwie produzieren, damit das Licht oder die Strahlung diese Energie hat. Das heißt, die hochenergetischen Teile des elektromagnetischen Spektrums, die verraten uns dann vor allem was über die hochenergetischen Vorgänge im Universum.

Martin Puntigam Es gibt ja Röntgenteleskope. Wie viel anders funktionieren die denn als Infrarot? Also was muss man denn da anders bauen, damit die nicht kaputt werden, wenn sie die Röntgenstrahlung messen? Oder ist das nur eine falsche Vorstellung von mir?

Florian Freistetter Es ist, glaube ich, eine falsche Vorstellung. Röntgenteleskope sind nicht so wie normale Teleskope. Also das klassische Teleskop, das hat einen Spiegel, könnte auch eine Linse haben aus Glas, aber meistens sind es mittlerweile Spiegelteleskope. Und auf diesen Spiegel trifft das Licht auf und dann wird das Licht halt dann entsprechend abgelenkt und noch andere Spiegel umgeleitet und so weiter, bis dann eben das Licht, Bild in einer Kamera in dem Fall oder einem Detektor irgendwie fokussiert wird und dann entsprechend untersucht, abgebildet oder sonst was werden kann.

Florian Freistetter Und das funktioniert prinzipiell mit jeder elektromagnetischen Strahlung. Prinzipiell schon. Auch ein Radioteleskop schaut jetzt vielleicht nicht aus wie ein klassisches Teleskop, aber ist zumindest mal so vagespiegelförmig, diese große Radioschüssel, weil da eben auch Radiolicht in dem Fall drauf trifft, Radiowellen, die halt dann entsprechend abgelenkt werden und dann in der Mitte auf irgendeinen Empfängerdetektor geleitet werden, wo dann je nachdem wissenschaftliche Daten oder irgendwie ein Fernsehbild rauskommt am Ende.

Florian Freistetter Und diese Radioteleskope sind dann deswegen deutlich größer als die normalen Teleskope, weil die Wellenlänge des Radiolichts deutlich größer ist. Und im Prinzip könntest du auch ein Röntgenteleskop so bauen, wie du ein normales Teleskop baust. Das Problem ist halt da, dass das mit den klassischen Materialien nicht so funktioniert, weil das halt einfach viel zu viel Energie hat, das Röntgenlicht.

Florian Freistetter Ich bin jetzt kein Experte für Teleskobbau und auch kein Experte für Röntgenastronomie, aber ich... Die ersten Röntgenteleskope, die waren im Wesentlichen mehr Strahlungsdetektoren als Röntgenteleskope. Das kann man sich eher so vorstellen wie das, was in Teilchenbeschleunigern stattfindet. Da hast du ja auch Messgeräte, die halt dann die Energie nachweisen der Teilchen, die da kollidiert sind, die die Richtung nachweisen können, wo sie sind, aber die haben jetzt nichts mit Teleskopen zu tun.

Florian Freistetter Also man kann es jetzt mit meinem mangelhaften Wissen, es kommt ein Buch übrigens auch nicht vor, also Teleskopbau habe ich jetzt noch nicht erklärt, aber im Wesentlichen hast du da Metallspiegel, das ist jetzt kein Glas mehr. Sondern es ist Metallspiegel, die so mehr nicht unbedingt diese klassische Spiegelform haben, sondern die sind eher so zylinderförmig ineinander verschachtelt und dann treffen diese Röntgenstrahlungen, Röntgenteilchen da irgendwo auf.

Florian Freistetter Und je nachdem, an welcher Schicht sie da jetzt reflektiert oder absorbiert werden, kann man dann Sachen rausfinden. Also das sind schon Teleskope, die... Strahlung nachweisen, so wie es die Teleskope tun, aber, vom Aufbau her funktionieren sie anders, weil, wenn ich die Röntgenstrahlung da einfach irgendwo drauf treffen lassen würde, dann wird die halt nicht so, reflektiert, wie es die weniger energetische Strahlung gemacht wird, sondern ich müsste die, weil die das entsprechend, die würde die halt einfach absorbieren im Wesentlichen.

Florian Freistetter Die Röntgenstrahlung, das Material, die, wenn man so will, die fetzt da rein und bleibt stecken, jetzt sehr unphysikalisch ausgedrückt, die wird nicht reflektiert Und darum muss man sich halt etwas anderes überlegen, wenn man dann diese Strahlung trotzdem noch irgendwie zu ihrem Ursprung zurückverfolgen will. Und dann muss man andere Konzepte machen.

Florian Freistetter Also Röntenteleskope haben wir auch noch nicht so weit. Die haben wir seit den 1950er Jahren gelernt, wie wir sowas bauen können.

Martin Puntigam Naja, aber es ist jetzt doch schon ein Dreivierteljahrhundert.

Florian Freistetter Ja, eh, aber im Vergleich mit dem Rest der Astronomie, das erste Teleskop für das normale Licht, das haben wir 1609 gehabt. Also da ist schon ein bisschen Zeit dazwischen. Und das erste wirkliche Teleskop im Weltall war 1970, glaube ich. Da hatten wir Uhuru, den Röntgensatelliten. Das war das erste Mal, wo wir wirklich Röntgenstrahlung aus dem Weltall gemessen haben, weil die kommen ja nicht durch die Atmosphäre, da müssen wir ins All.

Florian Freistetter Und Uhuru, wenn ich mich richtig erinnere, das Satellit, das war im Wesentlichen, boah, das waren Bleiplatten mit Detektoren drinnen, die halt dann gemessen haben, was draufliegt. Also das war doch sehr, sehr... Grundlegend das Ganze. Heute sind sie ein bisschen genauer, aber ja, da würdest du, müsste ich dich auf eine Expertin, eine Expertin, einen Experten aus dem Teleskobbau verweisen, wenn du mehr über Teleskope, Hochenergie-Teleskope reden willst.

Martin Puntigam Da bin ich die falsche Ansprechperson. An so jemanden. Die Farben des Universums heute, der Tag, an dem der Podcast erscheint, ist der 16. Februar 2026. Offiziell gibt es das Buch ab morgen.

Florian Freistetter Inoffiziell gibt es das jetzt schon. Also ich habe schon Leute getroffen, die es gekauft haben. Ich habe noch keins, aber es gibt Leute, die haben schon eins gekauft.

Martin Puntigam Ja gut, du hast das ja geschrieben. Insofern musst du sowieso alles auswendig wissen. Ja, es ist schon verfügbar, zumal nach deinen Sternengeschichten-Shows hat es es schon gegeben. Und auch bei der nächsten Science-Busters-Show kann man es von dir signieren lassen. Dann sind wir schon fast bei den Parteienverkehren.

Martin Puntigam Gebunden kostet das Buch 24 Euro als E-Book 17,99. Unterschieden ist es bei Hansa, aber was es nicht gibt, ist ein Hörbuch. Kommt das noch oder ist das gar nicht geplant?

Florian Freistetter Ich glaube mich zu erinnern, dass ein Hörbuch kommen soll. Ich bin mir sicher, dass ich das mal irgendwo in einer E-Mail mit dem Verlag gelesen, besprochen habe, dass es irgendein Hörbuch geben wird. Ich gehe davon aus, es wird mal irgendwo eins geben, aber es erscheint vermutlich nicht zeitgleich mit dem normalen Buch.

Martin Puntigam Und das wirst dann du lesen oder das wird von KI gelesen oder ihr hofft, dass ein kleines grünes Männchen kommt und einliest?

Florian Freistetter Nein, also ich glaube, das macht dann jemand von Audible, weil ich glaube, wenn das Hörbuch gemacht wird, macht das Hörbuch Audible Und die suchen sich dann halt kompetente Leute, die sprechen, so wie es auch schon bei meinem letzten Buch war. Ich glaube, das war die Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen, das ich mit Helmut Jungweck gemeinsam geschrieben habe.

Florian Freistetter Das ist auch von Audible verhörbucht worden und der Sprecher, dessen Name mir leider gerade nicht einfällt, hat das sehr, sehr gut gemacht und vielleicht macht es der ja wieder genauso gut. Ja, das wäre schön. Kann es auch besser machen, aber schlechter sollte es auch nicht machen.

Martin Puntigam Und damit sind wir auch schon am Ende und den Parteienverkehren und wo man das neue Universumsfarbenbuch in verschiedenen Farben, nehme an, sie signieren lassen kann. Hast du da ganze Farbblätter mit, das war ja früher bei den Farbstiften immer so, wenn wir kurz vor Türkis geredet haben, das war ja eine der Farben, die länger gehalten haben.

Martin Puntigam Rot, Blau, Gelb waren immer schnell weg, Grün auch, aber Türkis, da hat man immer weniger weggespitzt. Wirst du da mehrere Stifte mithaben?

Florian Freistetter Weiß ich nicht. Ich glaube nicht. Und ich habe auch meine Stifte, glaube ich, nicht so weggespitzt. Also nein, ich werde die irgendwie entsprechend mit den Stiften, die ich halt immer mit habe, so unterschreiben, wie ich es sonst auch tue.

Martin Puntigam Du ja meistens ohne dies in Türkis, ich in Rosa. Zum Beispiel unser Buch Aus.

Florian Freistetter Ja, Aus, das ist Aus-Buch. Als Titel, aber nicht ausverkauft, weil es ist immer noch da. Und wenn es mal aus sein sollte, dann werden neue gedruckt. Das heißt, aus kann man kaufen. Und zwar am besten, wenn man dazu sagt, das Buch heißt Aus, die Wissenschaft vom Ende. Dann wissen auch alle, was gemeint ist.

Florian Freistetter Und es klingt nicht so böse, wenn man einfach sagt, ich will aus. Also das Buch Aus, unser aktuelles Science Buster Buch, das ist ebenfalls im Hansa Verlag erschienen, so wie die Farben des Universums. Das Hörbuch ist da auch schon erschienen, gelesen von Ralf Kaspers. Kann man sowohl Hör- als auch normales Buch überall dort beziehen, wo man Hör- und normale Bücher beziehen kann.

Martin Puntigam Ralf Kaspers, mit dem werden wir demnächst eine Podcast-Folge aufnehmen, er liest vermutlich nicht die Farben des Universums, über die wir jetzt die ganze Folge gesprochen haben, dass man auch am Ende unserer Show erschwingen kann. Am Büchertisch immer, wo wir die Leute ja immer hinlocken, zu unserer Show Weltuntergang für Fortgeschrittene. Geschrittene.

Martin Puntigam Wir sind in dem Fall Martin Moda, du, Florian Freistetter und ich. Und am Ende gibt es eben einen Büchertisch mit vielen Science Busters Büchern und eben auch dem nagelneuen Universumsfarbenbuch. Auch Geschenke ans Publikum. Science Busters Gin gibt es online nach wie vor von der letzten Show. Diesmal gibt es Bananenbrot, schon öfter erwähnt, das du während der Show herstellst, weil das Bananenbrot den Weltuntergang beinhaltet und natürlich gibt es auch die Universumsuntergangsschokoladen nach wie vor, die köstlichen Schokoladen Himbeer, Karamell und Nougat Krokant gemeinsam hergestellt mit der Firma Zotter, Big Rip und Big Crunch, so wie das Universum möglicherweise aber wahrscheinlich nicht untergehen wird.

Martin Puntigam Und die kann man am Ende der Schuh gratis verkosten oder auch kaufen und mit nach Hause nehmen. Und am Ende der Schuh bedeutet am Ende folgender Vorstellungen.

Florian Freistetter Wir sind am 21. Februar in der VHS-Kulturgarage in Seestadt, was aber keine eigene Stadt ist, sondern Teil von Wien. Am 22. Februar sind wir immer noch in Wien, nämlich in der Kulisse, wo, kann man sich gleich merken, wir auch am 30.04. sein werden mit der Show. Weiter geht es am 27. Februar im Stadtsaal Berndorf, am 7.

Florian Freistetter März im Stadtsaal Wien, wo wir dann auch am 5. April sein werden. Am 17. März sind wir in der Burg Perchtholzdorf, am 9.4. In Weidhoven an der Ips und dann fahren wir nach Deutschland, nämlich am 23. März nach Berlin zu den Wühlmäusen, am 26. März ins Filmtheater Schauburg nach Dresden, Am 27.03. In den Kupfersaal nach Leipzig und am 28.03.

Florian Freistetter Nach Erfurt zum Kabarett Puffbohne, bevor wir dann wieder in Österreich weitermachen, nämlich am 10.04. in der Listhalle Graz, am 13.04. Im Stadtsaal Vöcklerbruck, am 20.05. Im Rathaussaal von Telfs, am 22.05. Ganz im Westen von Österreich am Spielboden in Dornbirn. bevor wir kurz noch einmal nach Deutschland rüberschauen, um am 23. und 24.

Florian Freistetter Mai in München unsere München-Premiere im Lustspielhaus zu feiern. Und dann geht es im Mai noch am 27. Zur Bruckmühle nach Bregarten und am 28. Mai ins Oval nach Salzburg.

Martin Puntigam Die lange Aufliste gibt im Juni auch noch Termine und sogar im Juli, wo es am 3. Unter anderem nach Stuttgart ins Renitenztheater geht. Oft, wenn wir abends den Weltuntergang zelebrieren, spielen wir tagsüber Science Busters for Kids. Unsere Show für alle ab 6, 7 Jahren bis zum Abwinken, die gibt es nach wie vor in der ORF Kids App.

Martin Puntigam Jede Folge auf ungefähr 10 Minuten formatiert, aber die ganze Show in einem Schwung und analog und live mit Martin Moda und mir gibt es das nächste Mal auch eben am 21.02. Bevor wir in der Seestadt VHS-Kulturgarage abends den Weltuntergang aufdecken, gibt es davor Science Passage for Kids. genauso wie am 22.2.

Martin Puntigam Oder am 24.10. in der Kulisse Wien. Ab 7.3., am 4. und 5. April spielen wir im Stadtsaal Wien. 4. Und 5. April ist das Osterwochenende. 20.3. Spielen wir in Bruno in Brunn am Gebirge, das ist unweit von Wien. Am 9. April in Weidhofen an der Ips. Am 10. April und dann im Herbst am 17. Oktober in der Listhalle in Graz. Am 24.

Martin Puntigam Mai gibt es in München im Lustspielhaus wieder eine Science-Busters-for-Kids-Vorführung. Am 6. Juni in der Papierfabrik in Klein-Neusiedel. Und dann am 5. Juli vor und am 13. September danach spielen wir Science-Busters-for-Kids im Theater im Park in Wien. Und zum Sommerschluss fahren wir durch den Choralm-Tunnel nach Kärnten und spielen am 19. September in Wien.

Martin Puntigam Der Artbox in St. Gertrott in Kärnten.

Florian Freistetter Wer die Science Busters mit Kaschballfiguren sehen will, also die Science Busters plus Kaschballfiguren, aber ohne Kaschball, sondern nur mit dem Pezi, den man zumindest in Österreich vermutlich kennt als Teil des Duos Kaschball und Pezi, kann das von 5. bis 10. Mai tun. Die Show, die die Science Busters mit Pezi gemacht haben, die hat den schönen Titel Fliegen lernen mit dem Bernoulli-Effekt. Und sie wird aufgeführt von Petzi und Helmut Jungwirth und Martin Puttigam.

Florian Freistetter Und alle Informationen und Termine zu dieser speziellen Show findet man unter kasperlundpetzi.at.

Martin Puntigam Und die Großmutter ist selbstverständlich auch dabei. Und der Kasperl wird vorbeischauen. Kann man sich ungefähr so vorstellen, wie wenn die Show heißen würde Jim Knopf und die Science Busters. Sternengeschichten live haben wir eine ganze Folge gestaltet, wo man nachhören kann, worum es da ungefähr gehen wird, aber live ist natürlich immer besser, gibt es das nächste Mal am 20.

Martin Puntigam Februar die Tirol-Premiere im Komma in Wörgl. Am 26. Februar ist das dann die Niederösterreich-Premiere in Oberwaltersdorf?

Florian Freistetter Ja, genau.

Martin Puntigam Vermutlich. Und dann kommt die Oberösterreich-Premiere am 28. Februar im Posthof in Linz. Dann ist der Februar auch schon zu Ende und die nächste Show in Wien, weil die Premiere fulminant und aber auch ausverkauft war, schwindet am Trenn. Juni in der Kulisse Wien-Stadt. Dann gibt es am 29. März noch eine wichtige Auslandserfahrung für den Podcast Das Universum.

Martin Puntigam Ruth Grützbach und du spielen im Moritzhof in Magdeburg und nach dem Sommer gibt es noch zahlreiche Termine der Sternengeschichten-Live-Show in Deutschland. Das kann man alles nachlesen und sich auch Tickets besorgen unter sternengeschichten.live.

Florian Freistetter Ganz genau und dann kann man sich nicht mehr anschauen Glückskatze, das Soloprogramm von Martin Puntigam, denn es gibt ein neues Solokabarettprogramm von dir, das am 10. November 2026 im Theatercafé Graz Premiere haben wird mit dem Titel Der Heilige Puntigam. Die Premiere in Wien wird eine Woche später stattfinden, am 17.

Florian Freistetter November im Kabarett Niedermeier. Und wer gerne von dem heiligen Puntigam geheilt oder sonst irgendwas werden will, was Heilige so tun, kann sich dafür Karten reservieren unter sciencebusters.at slash Termine. Da gibt es die Sciencebusters-Infos, puntigam.at, da gibt es Termine für die Heiligssprechung.

Florian Freistetter Und sterninggeschichten.live, das sind meine Termine.

Martin Puntigam Am 20. Februar gibt es noch einmal, möglicherweise zum letzten Mal, das Duo-Programm von Martin Modo und Florian Aigner. Der Urknall war ein Irrtum in der Kulisse Wien. Danke an die TU Wien und die Uni Graz, die die Produktion des Podcasts unterstützen. Danke an Florian Freistetter für die farbenprächtigen Auskünfte.

Martin Puntigam Danke fürs Streamen, Downloaden, Abonnieren, Bewerten, Empfehlen, Ausmalen, Anfärbeln, Ionisieren, Elektronen anregen, grüne Männchen beobachten und was man sonst noch alles mit einem Podcast anstellen kann oder möchte. Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.

Florian Freistetter Tschüss.

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