
Science Busters Podcast· Folge 120
Warum es die Friedmann-Gleichungen doch nicht in den Lehrplan der Sternengeschichten geschafft haben - SBP120
Montag, 22. Dezember 2025 · 1 h 26
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Shownotes
Sternstunden der Science Busters Teil 2 über Sterne, ihre Geschichten, ihren Chronisten, die Form des Universums und warum erst seit München alles passt
In Ausgabe 120 geht es um Sternengeschichte, die Form des Universums, Urwolken und Quatsch, der von Chatbots nach wie vor erzählt wird.
de.wikipedia.org/wiki/Runge-Kutta-Verfahren
SB-Podcast Folge 75 "Ein stiller Feiertag für die Sterne" (sciencebusterspodcast.podigee.io/75-ein-stille…) u.a. über diverse Schöpfungsgeschichten
SB-Folge 54 - live TU the Sky Episode 2 (sciencebusterspodcast.podigee.io/54-podcast-li…), u.a. mit Richard Hemmer & Daniel Meßner vom Podcast Geschichten aus der Geschichte.
Science Busters Zotter-Schokolade online: Big Rip (zotter.at/online-shop/marken/handgeschoepft/sc…) und Big Crunch (zotter.at/online-shop/marken/handgeschoepft/sc…)
Lektüre
Das neue Buch der Science Busters ist da!!! "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) erschienen im Hanser Verlag.
Zeitgleich gibt es im Hörverlag auch ein neues Hörbuch selben Namens, gelesen von Ralph Caspers (penguin.de/buecher/science-busters-aus-/hoerbu…).
Unser Jubel-Buch, erschienen vor drei Jahren anlässlich 15 Jahre Sience Busters giltet noch immer: "Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt: Das große Jubelbuch der Science Busters" (amzn.to/3q8ZzWz). Erschienen bei Hanser (hanser-literaturverlage.de/buch/wissenschaft-i…).
Auftritte
Seit 16.Oktober gibt es “Weltuntergang für Fortgeschrittene” (sciencebusters.at/buehnenprogramme/weltuntergang), unsere neue Live- Show mit Martin Moder, Florian Freistetter und Martin Puntigam.
Weitere Shows im Stadtsaal Wien (stadtsaal.com/kuenstler/science-busters) am 22.1. + 7.3. + 5.4.2026
2025 gehtdie Welttournée weiter:
15.1.26. Posthof Linz (posthof.at/event/science-busters-weltuntergang…)
16.1.26 Redoute Passau (aktiv.reservix.de/p/reservix/event/2328440)
21.2.26 VHS Kulturgarage Seestadt (oeticket.com/event/science-busters-weltunterga…)
24.1.26 Theaterforum Schwechat (forumschwechat.com/index.php/satirefestival-24…)
10.4.26 Helmut List Halle Graz (helmut-list-halle.com/event/science-busters-we…)
13.4.26 Stadtsaal Vöcklabruck (eventim-light.com/at/a/67b5b780943465575771f07…)
25.1. + 3.1.+ 28.4.26 Orpheum Wien (orpheum.at/produkt/science-busters-weltunterga…)
22.2.26 + 30.4. + 24.10.26 Kulisse Wien (kulisse.at/programm/?p=Weltuntergang-f%C3%BCr-…)
20.5.26 Rathaussaal Telfs (telfslebt.at/event/science-busters-weltunterga…)
Ende des Jahres gibt es wieder neue Shows des Bauernsilvester (sciencebusters.at/buehnenprogramme/bauernsilve…) mit Ruth Grützbauch, Florian Freistetter und Martin Puntigam in Graz, Linz und Wien & am 31.12. die Silvestershow (schauspielhaus.at/sciencebusters2025) mit Florian Freistetter, Martin Moder und Martin Puntigam im Schauspielhaus Wien
Im Frühjahr touren wir mit dem Weltuntergang wieder einmal in Deutschland, und zwar
am 23.03.2026 Wühlmäusen Berlin (wuehlmaeuse.de/veranstaltung/science-busters-w…)
26.03.2026 Filmtheater Schauburg Dresden (agentour.org/veranstaltung/science-busters_neu…)
27.03.2026 Kupfersaal Leipzig (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)
28.03.2026 Puffbohne Erfurt (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)
SB4Kids aktuell digital in der ORF-Kids App, jede Folge zirka 10 Minuten. Analog gibt es die Show mit Martin Moder & Martin Puntigam am
22.2.26 + 30.4.26 Kulisse (kulisse.at/programm/?p=Science-Busters-for-Kids)
am ** 30.12. + 7.3. + 4.4. + 5.4. 26** im Stadtsaal Wien (sciencebusters.at/buehnenprogramme/science-bus…)
15.1.26 Posthof Linz (posthof.at/event/science-busters-for-kids-2) 14.30 Uhr
25.1. + 1.3.26 Orpheum Wien (orpheum.at/produkt/science-busters-science-bus…)
21.2.26 VHS Kulturgarage Seestadt (oeticket.com/event/science-busters-for-kids-we…)
*10.4.26 Helmut List Halle (helmut-list-halle.com/event/science-busters-fo…) 16.00 Uhr
Glückskatze – das Solo v. & m. Martin Puntigam schnurrt auch 2025 wieder, am
4. + 5.1.2026 in Wien im Kabarett Niedermair (niedermair.at/kuenstler/martin-puntigam) Uhr
und
9. + 10.1.2026 Theatercafé Graz (hinwider.com/calendar) 20.00 Uhr
Und wer schon für Herbst 2026 planen möchte, da kommt ab 10.11.2026 die Premiere im Theatercafé Graz, da gibt es Martin Puntigams neues Solo mit dem schönen Titel „Der Heilige Puntigam“
Und Florian Freistetter geht mit “Sternengeschichten LIVE” auf Tour, das nächste Mal im Dezember in Essen, Düsseldorf, Dortmund und Berlin und 2026 dann auch im Norden und Osten von Deutschland und erstmals auch in Österreich; Premiere dort ist am 29. Jänner in der Kulisse in Wien und danach kommen Salzburg, Linz, Wörgl und Oberwaltersdorf. Infos und Tickets (sternengeschichten.live)
Alle Infos zu den Terminen unter sciencebusters.at und puntigam.at
Funk und Fernsehen
Die aktuelle Staffel ist seit Ende April fertig ausgestrahlt, jedoch noch ein halbes Jahr weltweit (!) abrufbar auf ORFON (on.orf.at/sendereihe/13886769/science-busters).
Die Science-Busters-Sendungen auf Radio FM4 findet man hier (radiothek.orf.at/podcasts/fm4/fm4-science-bust…).
Alle bisherigen TV-Folgen kann man hier auf DVD kaufen (shop.orf.at/orf/de/dvd/comedy/2482/science-bus…) oder bei Amazon (bit.ly/science_busters_amazon).
Kontakt und weitere Infos
podcast@sciencebusters.at| Homepage (sciencebusters.at)| Veranstaltungen (sciencebusters.at/termine)| Facebook (facebook.com/sciencebusters)| Instagram (instagram.com/science_busters)| Twitter (twitter.com/science_busters)| YouTube (youtube.com/channel/UCq5k8FpLlxHQFwTBfoZ3iDw)
Fragen zur heutigen Folge und andere Fragen, die wir beantworten sollen, und hoffentlich können, an podcast@sciencebusters.at oder über Instagram oder Facebook. Gern als Audiofile
Dank
Der Podcast wird produziert mit Unterstützung der TU Wien (tuwien.at) und der Universität Graz (uni-graz.at)
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Martin Puntigam Ausgabe 120 des ScienceBusters Podcasts und heute Teil 2 der Sternstunden der ScienceBusters mit dem Sterntaler aus Krems an der Donau.
Florian Freistetter Ja, ja, aber ich erzähle gern, wie man Sternengeschichten erzählt, fast so lang wie Sterne gibt.
Martin Puntigam Herzlich Willkommen zur Ausgabe 120 bereits. Nr. 120 des Science Busters Podcasts, wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien. Mein Name ist seit Ausgabe 1 und noch viel, viel länger Martin Puntigam. Und mir gegenüber sitzt heute wieder Florian Freistädter, Astronom. Hallo.
Florian Freistetter Hallo.
Martin Puntigam In Ausgabe 119 haben wir beide in der ersten von mehreren Ausgaben geplanten fünf über Sterne gesprochen, über die beliebtesten Himmelskörper, nicht nur in der Astrologie. Man kann sie bei klarem Himmel gut sehen, sie ermöglichen unser Leben auf der Erde, sie können gut leuchten, aber wenn sie wollen, können sie auch alles auslöschen.
Martin Puntigam Nur, was ist eigentlich ein Stern, wo kommt er her, wie viele gibt es, sind alle gleich und so weiter. zu hören in Ausgabe 119. Heute geht es weiter in Sternstunden der Science Busters, Ausgabe 2. Heute geht es um Sterne, ihre Geschichten, wie man eigentlich von Sternen erzählt und zwar so, dass die Menschen vor lauter Spannung zufrieden einschlafen.
Martin Puntigam Florian, dass du und die Sterne, dass ihr beide so dicke Freunde seid, liegt auch daran, dass du quasi ihr Chronist bist. Nicht nur im Podcast, sondern jetzt seid ihr gemeinsam auch noch unterwegs. Wie ist es dazu gekommen?
Florian Freistetter Naja, ich habe schon seit 2012 den Podcast Sternengeschichten gemacht. Schon lange, bevor ich was von den Science Busters wusste. Schon lange, bevor ich mich damit beschäftigt habe, was man irgendwie an Büchern schreiben könnte über Sternen. Schon lange, bevor ich irgendwie auf Bühnen unterwegs war. Also den Podcast gab es immer schon, zumindest immer schon im Kontext des kurzlebigen Internets.
Florian Freistetter Also mein Podcast ist so alt, dass ich nicht mal mehr gescheite Statistiken habe, weil die Software und Portale, auf denen ich ihn früher betrieben habe, mittlerweile schon eingegangen sind. Also den gibt es schon lange und ich habe eigentlich jetzt nie das große Bedürfnis gehabt, mehr zu machen als diesen Podcast.
Florian Freistetter Aber dann habe ich halt dann erstens gesehen, dass der Podcast sehr erfolgreich ist, dass wirklich viele Menschen hören und gerne hören. Und. Und dann, als dann die Podcasts von dem Nischenmedium, das sie 2012 ja definitiv noch waren, immer mehr zum Massenphänomen geworden sind und auch immer mehr Podcasts angefangen haben, vom Podcast weg auf irgendwelche Bühnen zu gehen, habe ich mir das auch angeschaut, weil ich höre auch gerne Podcasts.
Florian Freistetter Und wenn ich Podcasts gerne höre, dann interessiert es mich auch, welche die Leute sind. Und dann gehe ich auch zu den Live-Podcasts dazu. Und dann habe ich mir ein paar so Shows angeschaut und… gedacht.
Martin Puntigam Das kann ich auch.
Florian Freistetter Ja, natürlich. Ich meine, das habe ich nicht denken müssen, dass ich so etwas kann. Das habe ich damals schon gewusst, weil da war ja schon mit den Science Passers eine Zeit lang unterwegs. Also ich habe gewusst, ich kann schon auf einer Bühne stehen und was erzählen über Wissenschaft. Aber ich habe, wenn ich jetzt sage, ich kann es besser, dann klingt es ein bisschen überheblicher. Das habe ich auch in der Form nicht gedacht, sondern ich habe gesehen, dass...
Martin Puntigam Nur heimlich.
Florian Freistetter Nein, aber ich habe gesehen, dass halt ganz viele Podcasts, ganz viele Live-Podcasts sind im Wesentlichen genau das, Live-Podcasts. Also da passiert jetzt nichts anderes als im Podcast selbst mit dem einzigen Unterschied, dass man den Leuten auf der Bühne zuschauen kann, wie sie halt das machen, was sie sonst im Podcast machen.
Florian Freistetter Und das ist eh auch interessant, weil man geht ja auch zu Live-Konzerten, da passiert ja auch oft nicht mehr, als das, was im Radio passiert, oder keine Ahnung, wo man halt heutzutage Musik hört.
Martin Puntigam Oft weniger.
Florian Freistetter Ja, also, und man geht da trotzdem gerne hin, weil man es halt einfach gerne live sehen will. Also das Live an sich ist ja schon ein Erlebnis. Aber ich habe mir gedacht, mit all dem, was ich im Laufe der Vergangenheit, über Wissenschaft auf der Bühne gelernt habe bei den Science Busters, dass über die Dinge, die man auf Bühnen machen kann, über die Dinge, die gut funktionieren, auf Bühnen, die schlecht funktionieren, müsste ich eigentlich in der Lage sein, mit sowas wie Sternengeschichten etwas auf einer Bühne zu machen, das eben mehr ist als nur ein Live-Podcast.
Florian Freistetter Weil mein Podcast Sternengeschichten eignet sich ja definitiv nicht dafür, eins zu eins auf einer Bühne gemacht zu werden, weil dann rede ich zehn Minuten und dann ist es aus. Also das wäre vermutlich nicht das erfolgreichste Format und die Leute würden ihr Geld zurückhaben wollen, weil meine Folgen dauern halt nur zehn Minuten.
Florian Freistetter Aber ich habe mir gedacht, man kann das Konzept dessen, was der Podcast ist, vielleicht irgendwie auf die Bühne bringen. Und dann habe ich gedacht, ich schaue mal, wie das funktioniert, weil ich habe das davor schon mit dem anderen Podcast, das Universum, den ja Ruth Grützbach und ich gemeinsam machen.
Florian Freistetter Der hat sich wesentlich mehr geeignet, um auf eine Bühne zu gehen. Da haben wir vorher schon einige Spünenauftritte und Shows gemacht. Und jetzt habe ich gedacht, jetzt schaue ich mal, ob das irgendwie auch alleine geht mit dem Podcast, den ich alleine mache. Weil allein ist immer schwieriger, weil man muss es halt allein machen und muss alleine irgendwie den Abend hochhalten.
Florian Freistetter Was, wie du ja auch als Solo-Künstler weißt, was deutlich anders ist oder schwieriger ist wahrscheinlich sogar, als wenn man es irgendwie als Ensemble macht.
Martin Puntigam Ja, also für mich zumindest, wenn es in der Form macht, wie ich meine Solo-Programme gestalte, ist es deutlich anstrengender als zu dritt, mit euch auf der Bühne zu stehen, weil ich ja noch eine andere Rolle dazu spiele. Aber um zurückzukommen auf den Anfang der Sternengeschichten, du bist Himmelsmechaniker als Untergebiet der Astronomie und behauptest oft und gern, auch in der Öffentlichkeit, Asteroiden seien die besten Himmelskörper der Welt.
Martin Puntigam Warum sind dann Sternengeschichten geworden und nicht Asteroidengeschichten?
Florian Freistetter Naja, weil das mit den Asteroiden natürlich so ist. Das ist mein Forschungsgebiet. Und wenn ich sowas in der Öffentlichkeit behaupte, dann ist das ja nicht immer hundertprozentig ernst gemeint. Also ich sage schon, dass Asteroiden interessant sind, weil das ist halt mein Forschungsgebiet. Da kenne ich mich am besten aus. Aber natürlich sind die anderen Objekte nicht weniger interessant.
Florian Freistetter Und ich habe mir natürlich gedacht, wenn ich jetzt schon was erzähle, in einem, wie es 2012 war, Nischenmedium, dann muss ich natürlich auch noch ein Nischenthema nehmen. Denn es ist Astronomie an sich ja schon ein Nischenthema. Und wenn ich jetzt sage, ich mache einen Podcast über Asteroiden, Naja, dann hätte ich auch ein Publikum gehabt, aber vermutlich wäre ich mit dem Podcast nicht da, wo ich jetzt bin, wenn ich ausschließlich über Asteroiden gesprochen hätte.
Florian Freistetter Ich habe auch oft genug über Asteroiden gesprochen mittlerweile, also ich habe es jetzt nicht gezählt von den aktuell irgendwas um die 680 Folgen, ja keine Ahnung, grob 100 oder sowas. Wahrscheinlich sogar mehr werden schon mit Asteroiden zu tun haben, weil die halt auch vorkommen. Aber ich habe ja davor in meinem Internetblog schon allgemein über Astronomie geschrieben und dachte, dann kann ich das jetzt irgendwie auch im Podcast machen, weil es gibt ja viel mehr zu erzählen als über Asteroiden im Universum.
Florian Freistetter Und dann habe ich halt gedacht, ich erzähle über Sterne. Und das ist ja auch eigentlich ein falscher Name, weil ich erzähle ja nicht nur über Sterne. Es geht ja im Wesentlichen um alles.
Martin Puntigam Also eigentlich müsste es heißen Weltallgeschichten.
Florian Freistetter Ja, aber das klingt dann noch blöder als Sternengeschichten. Das war auch so ein Verlegenheitstitel vom Podcast damals, aber mir ist bis heute kein besserer Titel eingefallen als Sterne-Geschichten und mittlerweile gibt es das so lange, dass eh alle wissen, worum es geht.
Martin Puntigam Es ist ja so, Namen entstehen ja so schnell, der Name Science Busters ist unter Zeitdruck entstanden und dann ist, was liegt, das pickt und ein Großteil von Erfolg besteht ja in, Anwesenheit und wenn die Dinge dann so heißen, wie sie heißen, heißen sie eben so und irgendwann werden sie dann nicht mehr hinterfragt.
Florian Freistetter Genau und das war dann eben auch der Punkt, wo ich angesetzt habe, als ich überlegt habe, wie kann ich das Konzept des Podcasts in eine Bühnenshow umwandeln, die auch ein bisschen so einen wissenschaftskommunikatorischen Anspruch hat, weil wie gesagt, der Podcast besteht daraus, dass ich zu einem sehr eng begrenzten Thema ungefähr 10 bis 15 Minuten einen Monolog halte. Das ist ein bisschen nicht in der Podcast.
Florian Freistetter Also das ist jetzt nicht in der Form bühnentauglich. Ihr könnt es verlängern von 15 Minuten auf zweimal 60 Minuten, aber... Sich hinstellen und zweimal 60 Minuten am Monolog halten, da muss man schon was sehr Wichtiges zu sagen haben und das sehr gut sagen können, dass die Leute dann nicht einschlafen oder aufstehen und nach Hause gehen.
Florian Freistetter Das heißt, ich habe immer gedacht, das muss irgendwie anders laufen, wenn ich auf der Bühne was mache.
Martin Puntigam Naja, da hast du auch zu hohe Meinung von Solisten auf der Bühne, aber es ist ein sehr heerer Anspruch.
Florian Freistetter Nein, aber selbst wenn Solisten auf der Bühne stehen, die 60 Minuten was erzählen, da ist ja dann doch auch ein bisschen mehr als oder oft mehr als nur eine Person steht und redet.
Martin Puntigam Naja, Stand-up-Comedy ist im Wesentlichen das.
Florian Freistetter Ja, aber mein Podcast ist ja auch keine Comedy. Mein Podcast ist ja vielleicht ab und zu, ist ja schon lustig auch, aber es ist jetzt nicht so, dass ich mir da überlege, wo kriege ich da Witze rein in den Podcast. Also das ist ja nicht der Anspruch. Der Anspruch ist, verständlich und unterhaltsam zu sein.
Florian Freistetter Und das Unterhaltsame kommt jetzt nicht zwangsläufig über Witze. Also da ist das anders als das, was bei den Science Busters ist oder was generell Comedy ist. Also vielleicht müsste man das, wenn das Wort nicht so bescheuert wäre, müsste man das dann eher so als Infotainment bezeichnen. Aber ich mag das Wort irgendwie nicht, weil das Wort ist aber im Wesentlichen das Unterhaltung mit Wissenschaft.
Florian Freistetter Und ich habe gedacht, okay, es gibt so viele unterschiedliche Arten von Sternengeschichten und die muss ich irgendwie unterbringen. Also ich habe gedacht, okay, ich schaue mal, was ich so an grob an thematischen Rubriken habe im Podcast. Also es gibt in meinen Sternengeschichten, gibt es zum Beispiel immer wieder Biografien. Ich erzähle immer wieder über Menschen, die irgendwas rausgefunden haben oder warum sie es rausgefunden haben oder weil oft...
Florian Freistetter Wenn ich irgendwo ein Thema recherchiere, dann denke ich mir, woher wissen wir das eigentlich? Irgendwer muss das als erstes Mal herausgefunden haben, wer war das? Und dann finde ich die Person, wenn ich Glück habe und dann stelle ich fest, über die gibt es auch viel zu erzählen, dann wird es eine Geschichte über eine Person.
Florian Freistetter Also das passiert mir sehr oft. Ich habe gedacht, okay, dann muss ein Teil von dem, was ich dann auf der Bühne machen muss, mit einer Person zu tun haben. Ein Teil von dem, was ich auf der Bühne machen muss, irgendwie so ein bisschen so einen popkulturellen Bezug haben, weil das auch immer wieder mal vorkommt, also irgendwas, was so ein bisschen mit Science Fiction zu tun hat.
Florian Freistetter Ein Teil muss ein bisschen was so mit dem Spannungsfeld Pseudowissenschaft, Esoterik zu tun haben, weil das auch oft vorkommt in den Sternengeschichten. Ein Teil sollte irgendwas, weil es auch was zu sehen geben sollte. Also zu sehen gibt es sowieso was, weil es natürlich dann auch eine Leinwand gibt auf der Bühne und Bilder zu sehen gibt, die es im Podcast nicht gibt.
Florian Freistetter Aber darüber hinaus wollte ich halt auch ein bisschen das machen, was ich dann bei den Science-Busters gelernt habe, also das ein oder andere kleinere Experiment, weil allein kann ich nur kleinere Experimente machen, Aber irgendwas, okay, dann muss ein konkretes wissenschaftliches Thema sein mit einem Experiment und irgendwas, was habe ich mir noch aufgeschrieben, an Themen.
Florian Freistetter Also ich habe probiert so einmal durchzugehen, was sind meine Sterne-Geschichten-Rubriken und wie kann ich denn so in einzelne Segmente für die Bühne umwandeln und habe mir dann mal so ein erstes Konzept gemacht und habe gedacht, okay, Jetzt probiere ich das mal aus. Also das Problem war, wie so oft, dass man dann deutlich weniger Zeit hat für die Vorbereitung, als man dachte.
Florian Freistetter Also die Premiere, also die Vor-Vorpremiere, wenn man so will, die ist relativ spontan entstanden. Das war am 28. März 2024. Da gibt es in Deutschland in Herthen eine sehr, sehr schöne Location, die Schwarzkaue, so ein altes Bergwerk. Also jetzt nicht irgendwo im Gestein unter der Erde, sondern die Gebäude, wo die Bergleute da sich umgezogen haben und so weiter. Die sind da so zu Veranstaltungszentren umgebaut worden.
Florian Freistetter Ja, so ungefähr. Und da gibt es einen sehr, sehr engagierten, ja Veranstalter ist das falsche Wort. Der Christian macht das eigentlich so als Hobby. Der hat einen vernünftigen Job, aber findet viele Sachen cool, zum Beispiel im Podcast und bemüht sich dann.
Martin Puntigam Hast du jetzt eingeschleimt bei allen Veranstalterinnen und Veranstalter.
Florian Freistetter Ja, aber der macht quasi so für Projekte, Podcasts meistens, die er gut findet, die organisiert er dann quasi als Veranstalter in dieser Schwarzkaue. Methodisch inkorrekt sind da zum Beispiel das erste Mal aufgetreten, weil Christian das veranstaltet hat und der hat dann eben auch damals Ruth und mich gefragt, ob wir mal mit das Universum das machen wollen.
Florian Freistetter Und dann haben wir das gemacht und dann habe ich irgendwann Christian angerufen und gefragt, du, ich würde gerne mal so ausprobieren, Sternengeschichten live, wollen wir das machen? Und dann hat er gesagt, ja, machen wir. Und das hat dann stattgefunden und sogar zweimal, weil die erste Vorstellung gleich ausverkaufbar war, hat dann noch eine zweite hinten dran gehängt.
Florian Freistetter Und dann bin ich da so besessen, wir haben dann noch eine Universumshow mit dran gehängt, dass sich das Hinfahren nach Deutschland lohnt. Und dann habe ich die eine Show vorbereitet und habe dann vergessen oder keine Zeit mehr gehabt, die andere vorzubereiten. Und es hat alles funktioniert. Die eine Geschichte, die ich auf jeden Fall drin haben wollte, da ging es um Mathematik.
Florian Freistetter Das ist ja auch etwas, was wer mich bei den Science Busters oder anders gesehen hat oder meine Spektrum der Wissenschaft Artikel liest, weiß, dass ich durchaus ein Fan von mathematischer Wissenschaft bin und noch mehr ein Fan davon bin, die Vorteile abzubauen, die es zu dem Thema gibt. Und Mathematik so darzustellen, wie sie tatsächlich ist, nämlich wahnsinnig wichtig und wahnsinnig faszinierend.
Florian Freistetter Das heißt, ich wollte eine mathematische Nummer drin haben und jetzt nicht so, wie wir es im Rahmen der Science Buster machen, wo wir halt dann das eine oder andere mathematische Faktum oder Phänomene erwähnen, sondern wirklich, ich wollte wirklich, man muss einmal auf einer Bühne rechnen und live rechnen, nicht so wie wir in der aktuellen Science Buster Show, wo wir zwei durch sieben dividieren, Das ist auch Rechnen, aber jetzt eher sehr niederschwelliges Rechnen, sondern so, dass die Leute ein Gefühl dafür bekommen, was Mathematik in der Wissenschaft wirklich ist.
Florian Freistetter Und vor allem, und das war der einzige Punkt, den ich probiert habe zu erreichen, ich wollte, dass die Leute dann nachher... Mit dem Gefühl rausgehen, etwas geschafft zu haben. Also es war wirklich ein komplexes Phänomen. Ich habe mir da ausgesucht, eben die Friedmann-Gleichungen, die die Form des Universums beschreiben. Und die Frage nach der Form des Universums, das ist ja mal eine recht leichte Frage.
Florian Freistetter Die kann man sich erstellen, die stellen sich auch viele. Die Antwort ist naturgemäß kompliziert, weil sowas absurd ist wie das Universum, das kann man sich nicht vorstellen. Das kann man sich per Definition nicht vorstellen, weil das zu viele Dimensionen hat. Das schafft unser Kopf nicht. Aber, und das hat das Schöne an der Mathematik, Die Mathematik schert sich da nicht drum. Das ist vollkommen wurscht, ob wir uns etwas vorstellen können oder nicht.
Florian Freistetter Die rechnet das einfach. Das heißt, die Mathematik ist das Instrument, mit dem wir das für uns Unvorstellbare behandeln können. Und ich habe gedacht, okay, man kann jetzt den Leuten zeigen, okay, da ist eine Frage, die interessiert alle. Welche Form hat das Universum? Die Antwort kann man sich nicht vorstellen. Aber hier ist das Instrument, mit dem wir uns dieser Antwort nähern können.
Florian Freistetter Und das tue ich jetzt nicht so, wie man es sonst immer tut, wo man dann halt irgendwie die Form des Universums hier mit dieser Metapher, mit dieser Veranschaulichung, mit dem aufgeblasenen Luftballon oder weiß Gott was alles nimmt und irgendwie veranschaulicht, sondern wir machen das mal richtig so wie in der Wissenschaft.
Florian Freistetter Wir leiten die Gleichungen her und wir lösen die Gleichungen. Und das muss irgendwie gehen. Irgendwie muss das gehen, dass man das so macht, dass es erstens verständlich ist und zweitens unterhaltsam ist.
Martin Puntigam Und das ist doch, und bevor wir durch diesen Friedmann-Gleichungen kommen, das hat ja einen biografischen Grund, weil man kann ja sagen, du bist... Mathematiker gefangen im Leib eines Astronomen, oder?
Florian Freistetter Ja, wir haben da wahrscheinlich drüber mal geredet in unserer Mathematik-Folge. Da haben wir auch eine gemacht, dass ich ja, wie gesagt, ich habe Astronomie studiert, aber wäre dann viel lieber zur Mathematik gewechselt, was aber nicht ging, weil ich sonst die Studienbeihilfe verloren hätte und das Studium mir nicht finanzieren könnte.
Florian Freistetter Also bin ich dann in die mathematische Astronomie ausgewichen und habe dann, ja, Mathematik ist sowas, das ist wie, weiß ich nicht, so wie Sport. Man findet es immer noch gut und man schaut es sich gar nicht im Fernsehen an, Aber wenn man einmal aufhört damit, dann ist es wahnsinnig schwer, wieder reinzukommen und sich wieder alles anzutrainieren.
Florian Freistetter Also ich wäre damals, wenn ich damals im Studium weitergemacht hätte, wäre ich vielleicht ein guter Mathematiker geworden. Aber dadurch, dass ich dann nicht mehr so intensiv Mathematik betrieben habe in meiner astronomischen Arbeit, sondern mich nur mit den Ableitungen der Mathematik beschäftigt habe, also jetzt nicht den mathematischen Ableitungen, blödes Sprachbild, sondern mit den verwandten Gebieten der Mathematik, mit der Numerik, mit dem Computer und so weiter.
Florian Freistetter Ich kann Mathematik immer noch wertschätzen und immer noch verstehen, weitestgehend, aber nicht mehr mathematisch arbeiten. Aber ich kann zumindest das probieren zu vermitteln, was mich so fasziniert hat an der Mathematik und das war das Ziel.
Martin Puntigam Und deshalb hast du diesen Friedmann-Gleichungen dazu gewandt, die wahrscheinlich ihren Namen nach Herrn oder Frau Friedmann haben, oder?
Florian Freistetter Ja, nach Alexander Friedmann, so ein russischer Physiker. Das war der Erste, der quasi. Lösungen für die berühmten Feldgleichungen von Albert Einstein gefunden hat. Also diese einsteinschen Feldgleichungen, das ist das Zeug, was Einstein mit so einer allgemeinen Relativitätstheorie aufgeschrieben hat und mit diesen Gleichungen kann man unter anderem das ganze Universum beschreiben.
Florian Freistetter Also man kann quasi eine Gleichung aufstellen, die dir sagt, okay, du hast hier alle Energie, alle Masse, die es im Universum gibt und dann schmeißt du das in die Feldgleichungen rein und dann kommt dir die Krümmung des Raums raus. Also das ist quasi das, was die Einstein-Gleichungen machen. Das kann man lokal machen, das kann man universal machen.
Florian Freistetter Also immer wenn ich irgendwo Massen-, Energien- und Raumkrümmungen habe, dann brauche ich die Gleichungen. Und aufschreiben kann man diese Gleichungen, ich sage jetzt nicht einfach, aber wenn man Albert Einstein ist, kann man sie einfach aufschreiben. Aber lösen ist halt wieder das andere. Das sind halt sehr komplexe Gleichungen und man hat halt die Gleichungen gehabt, damals nach Einstein, aber Lösungen hat man nicht gehabt, weil das halt sehr kompliziert ist.
Florian Freistetter Und da muss man halt dann alle möglichen Vereinfachungen treffen und so weiter. Dann kann man die lösen. Damals hat man halt mit sehr, sehr einfachen Versionen angefangen. Und Friedmann war eben einer, der als erster so eine Gleichung gelöst hat oder eine Lösung für die Gleichungen gezeigt hat. 1917 war das schon, hat er das gemacht, also kurz nachdem er das gezeigt hat.
Florian Freistetter Und war einer der Ersten, der ihm gezeigt hat, dass das Universum auch dynamisch sein kann, also sich ausdehnen kann, sich zusammenziehen kann. Das war ja das, was Einstein damals noch nicht wollte.
Martin Puntigam Weil der Einstein, das haben wir glaube ich auch in einer Podcast-Folge besprochen, der hat ja gar nicht so eine Freude gehabt damit, dass das Universum nicht mehr statisch ist.
Florian Freistetter Ja, das hat Einstein damals nicht so... Weil das war auch der damalige Stand des Wissens, dass man gedacht hat, das Universum ist statisch, da ändert sich nichts, es hat kein Anfang, hat kein Ende, bleibt immer so, wie es ist. Und dass seine eigenen Gleichungen das halt gezeigt haben, dass es nicht so ist, das wollte er nicht haben. Darum hat er die Gleichungen auch entsprechend so formuliert, dass das eben so ist, wie er sich das gedacht hat.
Florian Freistetter Aber Friedmann hat ihm gezeigt, okay, das kann durchaus auch dynamisch sein. Und ja, also diese Friedmann-Gleichungen, die sind die Gleichungen. Die unter anderem, die beschreiben sehr, sehr viel diese Friedmann-Gleichungen, aber wie sich das Universum ausdehnt und so weiter, aber eben auch, wie man die Form des Universums beschreiben kann.
Florian Freistetter Und ich bin da gesessen damals, das war noch drei Tage vor der Show oder vor der allerersten Premiere in Deutschland in Herthen im Hotel und habe mir gedacht, okay. Wie kriege ich jetzt das so formuliert, dass man quasi ausgehend von Dingen, die man tatsächlich nicht lernen muss, die man versteht, dass man sagt, okay, wir haben ein Universum und das Universum, das ist jetzt irgendwie, kann man jetzt als Kugel annähern.
Florian Freistetter Das sind wirklich sehr, sehr einfach, wahrscheinliche Dinge. Wie kann man ausgehend von dem diese Friedmann-Gleichungen ableiten? Natürlich nicht mathematisch exakt, sondern eher intuitiv. Aber wie kann man sie ableiten? Und wenn man sie abgelehnt hat, wie kann man sie lösen? Und tatsächlich habe ich das hinbekommen. Also ich habe tatsächlich hinbekommen, dieses ganze Ding wirklich damit so zu erklären, dass man es versteht.
Florian Freistetter Also da hat man jetzt nichts gebraucht dazu, außer vielleicht das bisschen, was man in der Schule gelernt hat an Grundrechenarten, selbst wie so die Differenzialgleichungen lösen. Den Teil habe ich irgendwie so umgemodelt, dass man das alles verstehen hätte können, weil ich halt, ja, ich habe gedacht, ich wollte jetzt nicht hier eine mathematische Vorlesung halten, sondern wirklich nur die, die Teile erklären, die notwendig sind für das Ding. Und wenn man alles andere weglässt, den ganzen mathematischen Unterbau, dann kann man tatsächlich sehr viel mehr erklären, als man sich denken würde.
Florian Freistetter Das habe ich alles geschafft. Das einzige Problem war, dass es am Ende zu lang geworden wäre. Das wäre dann ein sehr, sehr langer Teil gewesen. Das wäre vermutlich eine ganze Hälfte der Show gewesen. Und ich habe keine Zeit mehr gehabt, mir zu überlegen, wie und ob ich das sinnvoll kürzen kann, das Ganze.
Florian Freistetter Und dann war es schon am Tag vor der Show und dann habe ich leider schweren Herzens diese ganze Geschichte mit Mathematik in der Show und Friedmann-Gleichungen rausgeschmissen und was anderes gemacht.
Martin Puntigam Wir haben aber jetzt viel Zeit im Podcast, auch wenn man nichts sieht und leider keine Projektionen hat, aber was wäre denn dein Einstieg gewesen? Da hättest du den Menschen gesagt, Mathematik ist zwar kompliziert, aber man kann was verstehen und das ist übrigens eine Gleichung und die lösen wir jetzt?
Florian Freistetter Naja, nicht ganz so. So ganz wäre es nicht gewesen und ich kann tatsächlich jetzt nicht mehr reproduzieren, was ich damals gemacht habe, weil das ist tatsächlich auf irgendwelchen ganz analog, so wie man in der Mathematik arbeitet, Bleistift und Papier und die Zettel mit den Texten und den Ableitungen und alles, was ich verwenden wollte, liegen irgendwo in einer Schublade.
Florian Freistetter Aber ja, im Prinzip wäre die Frage gewesen oder der Einstieg gewesen, wir beschäftigen uns wie so oft in der Astronomie oder wie so oft in der Kosmologie mit einer Frage, die... Man sich sehr leicht stellen kann, wie hat alles angefangen? Wie hört alles auf? Wie schaut das Universum aus? Das sind ja Fragen, wenn da kommen Religionen raus aus der Frage, weil die Menschen sich das immer schon gestellt haben und weil die Menschen sich das immer schon gestellt haben, sind es eben auch Fragen, die vermutlich alle Menschen interessieren und die Wissenschaft kann da deutlich bessere Antworten mittelweise darauf geben auf die Fragen als die Religion, weil in der Nummer davor.
Florian Freistetter Hätte ich über die Schöpfungsgeschichten gesprochen, da haben wir auch mal eine eigene Folge gemacht, wo ich den Teil ausführlich erzählt habe. Und von der Schöpfungsgeschichte wäre ich dann eben auf die Wissenschaft gekommen, die jetzt eben dieselben Fragen behandelt, aber eben Antworten darauf hat.
Florian Freistetter Und dann hätte ich gesagt, okay, das Problem ist halt, dass wenn man diese Antworten verstehen will, muss man ein paar Semester Mathematik auf der Uni studieren. Aber das sparen wir uns jetzt. Und jetzt gibt es quasi hier als Premiere einmal etwas, also wirklich eine harte Mathematik, aber so, dass man es versteht. Und dann hätten wir das da mit dem Publikum gemeinsam gerechnet oder nicht gerechnet, also so, es wäre jetzt kein Rechnen gewesen.
Florian Freistetter Also Mathematik ist ja eigentlich kein Rechnen in dem Sinne, also wir hätten da keine Zahlen gerechnet, sondern ich hätte einfach erklärt, wenn wir das verstehen wollen, dann müssen wir diese Annahmen treffen. Wir müssen das vom Universum voraussetzen. Dann müssen wir sagen, okay, das Universum ist so, ist so, ist so.
Florian Freistetter Und wenn wir das jetzt irgendwie sinnvoll behandeln müssen, dann müssen wir überlegen, wie kann man das nicht einfach nur sagen, weil gesagt wird ja viel. Also gerade bei den Leuten, die glauben, sie machen Wissenschaft, wenn wir keine Wissenschaft machen, die sagen halt immer gern sehr viel. Alles schwingt, das Universum ist feinstofflich oder sowas. Sagen kann man sehr, sehr viel.
Florian Freistetter Aber wenn man wirklich damit arbeiten will, dann muss man es nicht nur sagen, dann muss man es auch irgendwie formal aufschreiben. Und dann wäre quasi der nächste Schritt gewesen, okay, wenn wir jetzt sagen, Wir gehen davon aus, dass die Materie gleichmäßig im Universum verteilt ist. Was zum Beispiel eine...
Florian Freistetter Typische Annahme ist, wenn man so die einfachsten Versionen betrachtet. Im Universum ist die Materie gleichmäßig verteilt, das kann ich sagen, aber wie schreibe ich das hin, wenn ich das hinschreiben will? Was schreibe ich da hin? Und so weiter. Und dann hätten wir halt ein paar Sachen hingeschrieben und dann hätte sich gezeigt, okay, wenn wir ausreichend viele Sachen, die wir so gesagt haben, hingeschrieben hätten, dann wäre da schon eine Gleichung gestanden und die Leute hätten dann auch verstanden, was da steht, weil wir hätten ja vorher dann drüber geredet, was wir da hinschreiben und warum wir es hinschreiben.
Florian Freistetter Dann hätte man eine Gleichung schon gehabt und dann hätten wir sie nur noch lösen müssen. Und ja, so wäre Das ging so.
Martin Puntigam Nur noch lösen müssen.
Florian Freistetter Nein, nein, das wäre dann auch noch...
Martin Puntigam Da hat man schon im Gymnasium gekraust vom nur noch Lösen einer Gleichung.
Florian Freistetter Nein, nein, ich habe ja vorhin auch schon gesagt, das Lösen der Gleichung ist oft schwieriger als das Aufstellen. Also eigentlich ist es in der Physik, in der Astronomie fast immer so, dass man die Gleichungen immer sehr vergleichsweise einfach hinschreiben kann und das Lösen der große Problem ist. Ja, und dann hätten wir uns halt damit beschäftigt, wenn wir es lösen.
Florian Freistetter Am Ende wären wir dann zu einem Ergebnis gekommen, wo die Leute dann gesagt haben, naja, sie haben jetzt da quasi mit mir gemeinsam auf eine Art verstanden, wie Wissenschaft sowas schreibt, wie die Form des Universums, was man sich nicht vorstellen kann und was man sonst halt nur mit den klassischen Metaphern und Modellen erklärt kriegt, aber hier halt mal mit echter Mathematik erklärt bekommen hätte.
Florian Freistetter Aber wie gesagt, das hat nicht funktioniert und muss ich mal flecht, vielleicht setze ich mich nochmal dran und arbeite das nochmal neu aus, aber da ist leider nichts draus geworden aus der Idee.
Martin Puntigam Ich glaube, er hätte es da sehr gut Beweis führen können, dass Glauben einfach ist und Wissen deutlich schwieriger, weil beim Glauben braucht man, also zum Glauben braucht man wirklich gar nichts können, außer glauben und akzeptieren, dass irgendwelche Götter, Göttinnen, was ja immer man sich ausgedacht hat, allmächtig sind und schon wissen, was sie tun.
Martin Puntigam Wenn du jetzt so umfangreiche, komplizierte Nummern konzipiert hast, auch wenn sie es nicht in deine Schuhe geschafft haben, dann musst du ja anders als bei den Science Busters davon ausgehen, dass dort ein Publikum sitzt, das dir auch so lange bei so komplizierten Dingen folgen möchte. Oder für welches Publikum sind denn die Sternengeschichten konzipiert?
Florian Freistetter Naja, also bei den Live-Show der Sternengeschichten, bin ich nicht davon ausgegangen, dass das Publikum mir so lange bei so komplizierten Sachen folgen würde, und hätte ich die Nummer reingenommen. Ich habe sie ja deswegen rausgetan, weil sie halt zu lang war. Also die Sterne-Geschichten ist natürlich ein wissenschaftsinteressiertes Publikum, was den Podcast angeht.
Florian Freistetter Also natürlich wissenschaftsinteressiert, aber durchaus jetzt auch kein Fachpublikum. Also den Podcast hören wirklich, den hören Kinder, den hören Pensionisten und alle dazwischen. Also da setze ich auch nichts voraus. Aber ich weiß zumindest, das Publikum ist bereit, wenn es den Podcast hört, sich auch durchaus eine Zeit lang mit komplexeren Themen zu beschäftigen.
Florian Freistetter Vor allem, weil die Zeit lang ja meistens nur 10 bis 15 Minuten lang ist. Da geht das schon. Bei der Live-Show habe ich gedacht, das muss schon ein bisschen anders sein, weil es ist was anderes, wenn ich mir einen Podcast zu meinen Bedingungen anhöre. Keine Ahnung, beim Joggen, beim Putzen, in der Badewanne, wo auch immer, beim Autofahren.
Florian Freistetter Oder ob ich jetzt irgendwie Eintritt zahle und dann irgendwo zwei Stunden sitze und mir das anhören muss, was auf der Bühne passiert, da muss man schon ein bisschen mehr quasi bieten, damit die Leute sich das bieten lassen und habe halt schon geschaut, dass es ein bisschen einfacher, zugänglicher ist, vor allem, das ist auch ein wichtiger Punkt, den man gerne mal vergisst, Podcast-Fans, die dann zur Show kommen, die, Kommen da meistens nicht allein hin, sondern bringen dann ihre Partner, ihren Partner, ihre Partnerin mit und die sind da vielleicht keine Podcast-Fans.
Martin Puntigam Sehen Kabarett, so ungefähr die Hälfte des Publikums möchte gar nicht da sein, aber fürchtet die Konsequenzen, wenn es nicht mitgeht.
Florian Freistetter Genau und ich habe gedacht, okay, für die muss man auch, die kann man auch nicht komplett ignorieren, wenn die kommen. Und es kann ja durchaus auch sein, dass da Leute kommen, die halt aus welchen Gründen auch immer auf die Show aufmerksam geworden sind und nicht den Podcast kennen. und dann halt auch drin sitzen.
Florian Freistetter Also ich habe schon probiert, das jetzt nicht zu viel vorauszusetzen, was das Publikum angeht, sondern eben einfach ein Angebot für möglichst alle zu machen, die halt ein bisschen an Wissenschaft interessiert sind. Ja, und habe dann halt meine Show entsprechend gebastelt. Habe dann, nachdem ich quasi diese erste Vorpremiere, die ersten beiden Premieren in Herthen da gespielt habe, ich habe gesehen, okay, prinzipiell funktioniert das Konzept, aber ja, so wie ich es damals gemacht habe, dadurch, dass die Mathe-Nummer nicht da war, habe ich dann schnell ein paar andere Nummern improvisieren müssen, wo ich auch gewusst habe, die sind jetzt improvisiert, die fallen auch wieder raus.
Florian Freistetter Und habe ich dann, bevor es dann quasi mit der ganzen Tour ernst geworden ist, wo dann wirklich jetzt nicht nur ein Auftritt mal so, sondern keine Ahnung, zehn Auftritte am Stück stattfinden, dachte ich, jetzt muss ich das mal vernünftig planen. Dann habe ich mich mal drei Tage im Waldviertel einquartiert und probiert, da eine Show zu basteln.
Martin Puntigam Weil dort ja alles schwingt und die Findlinge rund um die Hütte wandern.
Florian Freistetter Nein, aber ich habe gewusst, da ist erstens, ist da nicht viel los, was mich ablenken kann und zweitens kann man da schön spazieren gehen, wenn ich irgendwo was nachdenken muss oder fahre ich da hin und mache das und dann habe ich, wir kennen das ja eh und das Publikum kennt es vielleicht nicht, darum erzähle ich es trotzdem, halt mal eine Show gemacht und dann habe ich sie aufgeführt und festgestellt, ja eh gut, aber das geht immer noch nicht und habe die Nummer rausgeschmissen und dann nochmal, also ich glaube, ich habe, In den ersten, die ersten drei Shows, die ich gemacht habe, da hat sich das Programm deutlich geändert und ab Vorstellung vier Sternengeschichten live, da, oder wenn man die anderen zunimmt, da waren es eins, zwei,
Florian Freistetter drei, vier, fünf, die ersten fünf Shows hat sich ständig geändert und dann ab, ab der Show in München, also falls jemand schon aus der Hörerschaft die Shows gesehen hat oder in München dabei war, München, das war die Version, bei der ich jetzt aktuell stehe. Also alles davor in Herthen, in Frankfurt, in Bremen, in Eschweiler.
Florian Freistetter Ihr habt jeweils was anderes gesehen als die anderen. Mittlerweile habe ich glaube ich von der ersten Version bis zur aktuellen Version gute 60 Prozent ausgetauscht.
Martin Puntigam Du hast ja genug Fundus, insofern ist es kein Problem. Wenn man Sternengeschichten als Podcast macht, so wie du, denkt man ja nicht sofort daran, vermutlich, dass man dann irgendwann damit auf die Bühne geht, aber wie grenzt man sich denn davon ab, dass man in Sternengeschichten kein astrologisches Zeug von sich gibt?
Martin Puntigam Weil das passiert, wenn man sehr schnell redet, verwechseln Menschen, die schon den Unterschied gut kennen zwischen Astrologie und Astronomie, das noch immer schnell und manchmal verwechseln das Leute, weil sie sich nie Gedanken drüber gemacht haben, dass das unterschiedliche Dinge sind. Aber mit Sternengeschichten lockt man ja vielleicht ein Publikum an, das glaubt, in die Sterne zu schauen, das könnte einem die Zukunft zeigen und diesen ganzen Hokus-Pokus und dieses Zeug.
Martin Puntigam Wie grenzt man sich denn davon ab oder kommen die Leute ohne dies nicht?
Florian Freistetter Naja, also erstmal bei der Podcast-Hörerschaft zum Beispiel, da glaube ich, gibt es viele dabei, die durchaus kein Problem mit Astrologie haben, weil die Menschen, die sich für Astrologie interessieren, die interessieren sich ja auch oft für die Sterne, sonst würden sie sich nicht mit Astrologie beschäftigen und die erfahren ja auch von mir etwas über die Sterne.
Florian Freistetter Und wenn ich nicht gerade eine Folge mache, wo ich erkläre, dass Astrologie Quatsch ist, was ich auch ab und zu tue, kann man auch die Sternengeschichten als Astrologe oder Astrologin problemlos hören. Die werden da gar nicht abgeschreckt auf der Bühne. Ja, ich glaube, da kommen jetzt im Publikum wenig Leute, die Astrologie-Fans sind. Es sei denn, sie werden irgendwie mitgebracht von irgendwem.
Florian Freistetter Aber ich glaube, da muss man schon sehr, sehr... Und unbedarft sich eine Eintrittskarte kaufen, um da jetzt überrascht zu werden und sich Astrologie zu erwarten, weil eigentlich, wenn man nur einen Blick irgendwie auf die Eintrittskarte wirft oder auf den Veranstaltungslink wirft, wird man feststellen, da geht es jetzt nicht um Zukunftsverhersage, da geht es schon um Wissenschaft.
Florian Freistetter Und für die, die das dann immer noch nicht gecheckt haben, die können dann nach der ersten Hälfte nach Hause gehen, weil in der ersten Hälfte der Show, da habe ich auch explizite Nummer, wo ich über Astrologie spreche. Weil das sind ja auch Sternengeschichten. Also ich fasse den Begriff Sternengeschichten ja weiter.
Florian Freistetter Darum fängt es bei mir auch mit Religion an und mit der Schöpfungsgeschichte, weil das auch Geschichten sind, die sich Menschen über die Sterne oder das Universum erzählt haben, weil sie Fragen hatten und keine andere Möglichkeit hatten, diese Fragen zu beantworten Im Gegensatz zu uns heute mit der Wissenschaft und Astrologie ist eben auch sowas.
Florian Freistetter Da haben auch Menschen Fragen gehabt und sich Antworten gesucht und die Möglichkeit, die damals existiert hat, war eben das, was dann sich zur Astrologie entwickelt hat. Das heißt, es sind auch legitime Sternengeschichten und da rede ich dann auch drüber und erkläre am Ende natürlich auch, dass es Quatsch ist und warum es Quatsch ist.
Florian Freistetter Also da sind mir aber bis jetzt kaum Leute aufgefallen, die erbost aufgesprungen und rausgestürmt sind. Also ich gehe davon aus, dass die eher nicht zu meinem Publikum gehören.
Martin Puntigam Siehst du die eigentlich, wir haben das in der letzten Folge ganz am Ende noch angehängt, das was wir für Radio FM4 einmal über einen Stern von Bethlehem aufbereitet haben, siehst du die dann traditionell in einer Linie mit den sogenannten Weisen aus dem Morgenland, die es vermutlich nicht gegeben hat, aber als Geschichtenerzähler, Über Sternenbewegungen, über Himmelsbewegungen, die die Menschen beeinflussen und faszinieren. Siehst du die da in einer direkten Linie?
Florian Freistetter Mich? Ja. Puh, ich weiß nicht, ob ich jetzt mich an einer direkten, nein. Ich glaube, das ist was...
Martin Puntigam Also Kaspar, Melchior, Balthasar und Florian.
Florian Freistetter Ja, wer will, kann das gerne im Jänner an die Tür schreiben. Ich glaube, das wäre eine zu lange Linie, wenn man da wirklich bis zu den Gelehrten in der Antike zurückgehen würde. Wenn dann sehe ich mich, ich glaube, ich sehe mich in gar keiner Linie, zu wenig mathematisch eine gerade Linie, das muss was Komplexeres sein, ein Polynom oder sowas, aber nein, wenn sehe ich mich in einer wissenschaftskommunikatorischen Tradition, weil das, was die Weisen aus dem Morgenland, diese antiken Wissenschaftler, wenn man es so nennen will, oder Sternwissenden gemacht haben, das hat, glaube ich, mit dem wenig zu tun, was ich gemacht habe, weil ich weiß ja, dass das, was ich tue, Geschichten sind, die ich erzähle.
Florian Freistetter Und Geschichten zwar, die auf irgendeinem Wissen basieren, aber trotzdem sind es Geschichten. Und die Geschichten damals, die waren aber jetzt keine Geschichten im eigentlichen Sinn, sondern das war halt das Wissen, diese Geschichten. Also ich glaube, das kann man nicht so direkt vergleichen, dass ich da jetzt irgendwie mich als... Ich komme auch selten zur Geburt von irgendwelchen Messiasen, also da werde ich auch selten eingeladen, ich muss selten mich in Stellen rumtreiben und so.
Florian Freistetter Ich habe auch kaum Weihrauch, Gold und Mürre dabei, falls ich mal einen treffen sollte. Also ich glaube, das passt alles nicht.
Martin Puntigam Wenn du jetzt erzählt hast, dass du mit der Nummer der Friedmann-Gleichungen in erster Annäherung einmal gescheitert bist. Dein Podcast dauert zehn Minuten, plus minus, aber meistens ziemlich genau. Das Schwierige an komplexen Dingen, wenn man sie einfach erzählen möchte, und das ist im Solo-Cabaret genauso wie bei den Science-Bastors auf der Bühne und eben bei dir bei den Sternengeschichten ist.
Martin Puntigam Und das ist einer der Gründe, warum es den Podcasts gibt. Ist, dass man oft viel mehr erzählen kann, viel mehr erzählen möchte, sehr interessant sein kann, mehr zu erfahren, aber man muss komprimieren, runterbrechen und dramaturgisch so aufbereiten, dass die Leute zuhören möchten.
Florian Freistetter Genau.
Martin Puntigam Wie entscheidest du denn oder wie schwierig ist es für die denn aus einem komplexen Thema, das dich anspricht und von dem du fasziniert bist und du dir denkst, das wird jetzt eine Podcast-Folge, wie entscheidest du denn und wann, was du da weglässt und ob sie das eignet und wie viel musst du verwerfen, weil sie es doch nicht eignet.
Florian Freistetter Das ist eher so ein iterativer Prozess, wenn man so will. Also ich mache das ja jetzt schon länger und nicht bei den Sternengeschichten. Ich habe auch irgendwie zwei Bücher geschrieben, wo es um kurze Geschichten geht. Also Geschichte des Universums in 100 Sterne, in Geschichte der Welt in 100 Mikroorganismen.
Florian Freistetter Ich schreibe seit zehn Jahren Kolumnen, wo man auch kurz sein muss. Also ich habe mittlerweile Übungen in kurze Geschichten erzählen. Und ich weiß schon, dass mal, wenn man ein Thema auswählt am Anfang, dann muss das einmal wirklich ein ausreichend kleines Thema sein, unter Anführungszeichen. Also ich sehe oft irgendwie so andere Podcasts oder andere Wissenschaftspodcasts, die machen dann irgendwie Geschichten über die Radioaktivität oder keine Ahnung, das Sonnensystem.
Florian Freistetter Das sind zum Beispiel Geschichten, die sind viel zu groß, weil entweder, wenn man da keinen ganz besonderen Zugang hat, dann ist man entweder so sehr an der Oberfläche, dass man kaum was Neues lernt, wenn das nicht zu viel das Erste ist, was man dazu hört, oder aber man muss da irgendwie eine Vorlesung über ein Semester draus machen.
Florian Freistetter Das heißt, man muss da deutlich kleiner werden und bei mir zum Beispiel, ich habe festgestellt, dass selbst sowas wie ein Planet ist zu groß. Also eine Folge, ich habe schon noch keine Folge über den Mars gemacht in den Sternengeschichten. Ich habe eine Folge über die geologische Geschichte des Mars gemacht.
Florian Freistetter Ich habe eine Folge über die Monde des Mars gemacht. Ich habe eine Folge vermutlich über die Atmosphäre des Mars gemacht. Weiß ich gerade nicht. Ich habe eine Folge Terraforming vom Mars. Also das sind alles ausreichend kleine Geschichten. Und ob sie wirklich ausreichend klein sind, dass sie da eben in dieser kurzen Zeit des Podcasts oder eben auch in der kurzen Zeit einer Bühnennummer erzählt werden können, das merke ich, wenn ich sie aufschreibe, weil.
Florian Freistetter Ich glaube, ich habe mittlerweile ein halbwegs brauchbares Gefühl entwickelt, wann eine Geschichte aus ist, beziehungsweise wann sie nicht aus ist. Weil wenn ich sowas schreibe, ja, und Sternengeschichten, die folgen, die schreibe ich ja vorher auf. Wenn ich sowas schreibe, dann fange ich an zu schreiben und dann merke ich meistens beim Schreiben, wo was fehlt von der Geschichte.
Florian Freistetter Also wenn ich mich selbst frage, dann, ja, aber warum ist das so, was ich gerade schreibe? Oder ich habe das Gefühl, da muss noch irgendwie was rein, Man muss jetzt noch wissen, wo kommt das eigentlich alles her. Also beim Schreiben merke ich dann, was noch fehlt und dann merke ich oft auch, okay, ich habe jetzt schon so viel geschrieben und bin noch gar nicht bei dem Punkt, den ich eigentlich vorgehabt habe zu schreiben, dann muss ich den Punkt, den ich vorgehabt habe, weglassen und halt das andere beenden.
Florian Freistetter Das ist mir heute gerade passiert, vor der Aufnahme zum Beispiel, habe ich eine Folge geschrieben für die Sternengeschichten und, Ich wollte was schreiben über die Urwolke und Immanuel Kant und seine astronomische Forschung, wo Immanuel Kant sich damals in Mitte des 18. Jahrhunderts damit beschäftigt hat, wie alles entstanden ist.
Florian Freistetter Sonne entstanden ist und so weiter. Und das ist ein urspannendes Thema, weil damals war es noch bei Weitem nicht selbstverständlich, dass man Dinge entstehen lässt, sondern die Dinge wurden geschöpft und es war auch klar, das Sonnensystem, Planeten hat halt Gott geschöpft und darum sind die so, wie sie sind und Kant hat das halt alles ohne Gott erklärt.
Florian Freistetter Und der hat gesagt, am Anfang war halt so eine Wolke aus Zeug und daraus haben sich die Sonne und die Planeten gebildet. Und das entspricht alles im Wesentlichen immer noch den grundlegenden Phänomenen, die wir heute wissenschaftlich entsprechend begründen. Das ist eine wahnsinnig spannende Geschichte.
Florian Freistetter Und was in diesem Buch von Kant von damals auch drin steht, sind die ersten Hypothesen, dass es andere Galaxien gibt. Dass unsere Milchstraße nur eine Galaxie unter vielen ist und dass die ganzen anderen nebeligen Flecken auch Galaxien sind. Das leitet ja alles ab aus seinen Ideen über Sonnensystemen.
Florian Freistetter Weil er sagt dann, wenn wir vom Sonnensystem hochskalieren, wo wir einen Stern haben, der vom Planeten umkreist wird und aus seinen Gedanken über die Entstehung des Sonnensystems, einer Wolke, hat er dann eben abgedacht, okay, das muss eine Scheibe sein, wo Dinge umkreisen. Und wenn wir uns jetzt vorstellen, wir machen das Sonnensystem sehr, sehr viel größer und das, was die Planeten sind, sind Sterne und sehr, sehr viel mehr davon, dann kriegen wir auch eine große Scheibe aus Sternen.
Florian Freistetter Die dann ungefähr, wenn wir mittendrin wären, so ausschaut wie das, was wir als Band der Milchstraße sehen. Und wenn wir so eine Scheibe aus Sternen aus großer Entfernung sehen, dann schaut es so aus wie die Nebel. Also er hat da wahnsinnig wirklich weitreichende Gedanken gehabt, die dann erst teilweise 200 Jahre später irgendwo wissenschaftlich bestätigt worden sind und das habe ich halt gedacht, da schreibe ich jetzt was drüber und habe ich gemacht und ich habe dann gemerkt, nein ich muss das Ganze mit den Galaxien und so weiter weglassen, weil das ist eine eigene Geschichte.
Florian Freistetter Ich habe gedacht, es ist, Kants Buch ist eine Geschichte, aber war zu groß. Also ich habe jetzt nur die Urwolke und die Entstehung des Sonnensystems geschrieben und alles über Galaxien weggelassen, obwohl ich davor mir zwei Stunden lang Zitate aus dem Buch rausgeschrieben habe, genau darüber. Aber...
Florian Freistetter Muss eine andere Folge werden. Und ich habe dann auch das Gefühl, wenn es sich gut anfühlt, wenn ich das Ende geschrieben habe, dann weiß ich, okay, da ist jetzt totlich nicht alles erzählt, aber es muss so erzählt sein, dass die Leute, die es hören, nicht das Gefühl haben, sie hätten noch Fragen. Weil dann habe ich was auslassen, was ich nicht auslassen hätte dürfen.
Martin Puntigam Jetzt hast du die Sternengeschichten begonnen als Solist, wenn man so möchte, gehst auf die Bühne und machst aber dann Vorpremieren und spielst einige Shows vor Live-Publikum, während die Show noch im Entstehen ist. Also du kreist quasi vor Live-Publikum, weil du gern wissen möchtest, was funktioniert, was nicht funktioniert, was bei den Menschen ankommt und was sie verstehen können, was sie vielleicht schneller verstehen, als du gedacht hast, also das, wofür Vorpremieren ja da sind, aber gibt es auch ein Testpublikum für die Kolumnen, für die Sternengeschichten Podcast-Folgen oder verlasst du dich da auf das, was du gerade beschrieben hast, nämlich, dass es sich gut anfühlt, weil bis man zu dem Punkt kommt,
Martin Puntigam dass man sich darauf verlassen kann, dass was stimmt für Menschen, Einen selber, weil sie es gut anfühlt, das kann man mit Routine beschreiben oder manche Menschen verwenden das ein bisschen unglückliche Wort Bauchgefühl dafür. Das dauert ja sehr lang. Gibt es da Menschen, mit denen du das abgleicht und ausprobierst?
Florian Freistetter Nein, das wird rein technisch nicht funktionieren. Also wie gesagt, ja, Routine, die hat sich entwickelt. Also meine ersten Folgen der Schelling-Geschichten, wenn man sich so die ersten paar Dutzend, die ersten 100, 200 Folgen anhört, die werden vermutlich auch noch anders sein, als sie es jetzt sind, weil ich natürlich live mitgelernt habe.
Florian Freistetter Aber allein die Art und Weise, wie ich halt den Podcast mache, könnte ich es jetzt nicht machen, dass ich da jeden Podcast vorher abteste, weil dann müsste ich den Podcast wirklich nicht nur so jetzt technisch, halbwegs professionell machen, wie ich es ja mache, sondern auch irgendwie wirtschaftlich, professionell machen und müsste da mir Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen holen und müsste eine Redaktion haben und müsste vor allem auch Geld verdienen damit, was ich in der Form nur sehr, sehr wenig tue, weil das ist halt alles nur durch freiwillige Unterstützung aus der Hörerschaft finanziert wird und nicht durch Werbung oder sonst was.
Florian Freistetter Das heißt, ich mache den Podcast nebenbei, wenn ich gerade Zeit habe, schreibe ich was und dann, wenn es geschrieben ist, dann muss es auch irgendwie, meistens habe ich keinen großen Vorlauf, dann muss das auch raus, also ich könnte da gar keine Korrekturschleife mit reinbauen. Aber in dem Fall, wie gesagt, verlasse ich mich wirklich erstens auf die Routine und zweitens, im Gegensatz zur Theatershow, zur Live-Show, der Podcast kostet ja nichts.
Florian Freistetter Den können die Leute sich anhören und wenn sie da nicht talkt, dann talkt sie da halt nicht. Aber es hat niemand was verloren. Wenn ich die Leute für Geld ins Theater holocken will, dann sollen die schon etwas bekommen, was entsprechend gut funktioniert. Das heißt, da arbeite ich dann deutlich länger dran an so einer Live-Show, als ich an der Podcast-Folge arbeite, weil da auch die Fallhöhe ein bisschen anders ist.
Martin Puntigam Aber es widerspricht Ein bisschen meiner Erfahrung nach unseren Science-Busters-Shows, wo ja immer wieder Leute zu uns zum Büchertisch kommen, um entweder wie aktuell vom Bananenbrot oder den Schokoladen zu kosten oder Bücher signiert zu bekommen oder einfach Fragen zu stellen, weil die Fallhöhe für die Menschen, die schon seit vielen Jahren deinen Podcast begeistert hören, ist schon sehr hoch.
Martin Puntigam Das heißt, du würdest Leute wahrscheinlich möglicherweise sogar mehr vor den Kopf stoßen als bei einer Live-Show, wo man sich denkt, naja, der ist ja ein Podcaster und Astronom, der muss live. Da sieht man ja einiges nach und das ist ja ein Pfund, mit dem viele Live-Podcasts wuchen, dass es eigentlich dramatisch kaum oder sehr wenig zu sehen gibt, weil die Leute ja hinkommen und die Leute sehen wollen, die sie sonst nur hören.
Martin Puntigam Also da wird man wahrscheinlich live, wird man da mehr nachsehen, als wenn du drei Wochen lang nicht pünktlich deine Sternengeschichten ablieferst.
Florian Freistetter Ja, ja, gut, also das pünktlich abliefern ist ja kein Problem, man muss es halt nur pünktlich machen. Also hier geht eher um die inhaltliche Frage, dass das jetzt quasi inhaltlich den Leuten, die jetzt seit zehn Jahren oder mehr Sterne-Geschichten hören, die wissen ja, auf was sie sich einlassen. Also wenn denen das nicht gefallen wird, was ich mache, dann würden sie es nicht so lange hören.
Florian Freistetter Und da ich jetzt nach diesen 13 Jahren Podcast, du hast gesagt, dass du ausreichend viel Routine habe, oder auch Gefühl, je nachdem, ob man ein Wort sagen will, was dir gefällt oder nicht. Aber ich habe halt da mittlerweile Routine, um zu wissen, dass wie, wenn ich jetzt eine neue Folge, Folge 683 der Sterne-Geschichten schreibe, dann weiß ich, okay, ich schaue, dass ich sie so mache, wie die 682 davor, dann bin ich mal auf der sicheren Seite.
Florian Freistetter Und nachdem ich schon 682 Folgen davor gemacht habe, ist die Chance, dass die Folge 683 massiv qualitativ anders wird, als die davor relativ gering. Das ist vielleicht, am Anfang hat man eine höhere Schwankung, aber jetzt mittlerweile hat sich das mit dem Podcast so eingespielt. Die Themen, die Leute wissen, was für Themen kommen, die Leute wissen, wie ich die Themen erzähle.
Florian Freistetter Das heißt, da geht es eigentlich wirklich nur noch darum, dass eben ausreichend viele neue Folgen kommen. Wie gesagt, es muss halt jede Woche am Freitag eine neue Folge kommen, dann sind die Leute zufrieden. Und das, Das kriege ich hin bis jetzt noch.
Martin Puntigam Wie aufwendig ist denn die Recherche? Also dein Studium legt schon einige Zeit zurück, auch deine Forschungsarbeit legt schon einige Zeit zurück. Richard Hemmer, der gemeinsam mit Daniel Messner Geschichten aus der Geschichte macht, sagt, seit sie das professionell betreiben, das Podcast machen und alle anderen beruflichen Tätigkeiten weitgehend oder sogar teilweise ganz bleiben gelassen haben, machen sie eigentlich nichts mehr anderes, abgesehen von der Aufnahme, als Bücher zu lesen, um daraus Folgen zu gestalten.
Martin Puntigam Wenn du jetzt dieses Kant-Buch zitiert hast, das ist ja wahrscheinlich, wenn es nicht umfangreich ist, dann doch nicht ganz einfach zu lesen. Wie aufwendig ist denn nach so vielen hundert Folgen die Recherche, wo man ja die ersten paar hundert Folgen das Studium ausweiden kann, aber irgendwann einmal geht dann der Stoff, den man im kleinen Finger hat, aus und dann muss man recherchieren und umarbeiten.
Martin Puntigam Dann wird es ja aufwendiger oder wird es durch die Routine kompensiert?
Florian Freistetter Ja, beim ersten Mal habe ich jetzt nicht so angefangen, dass ich gedacht habe, ich mache jetzt mal Podcasts über alles, was ich weiß und dann schaue ich weiter. Sondern ich habe schon geschaut von Anfang an, dass ich da thematisch eine ausreichend große Vielfalt habe. Und ja, natürlich ist die Recherche aufwendig. Sie ist vielleicht nicht ganz so aufwendig wie das, was Daniel und Richard in Geschichten aus der Geschichte machen, weil die haben ja auch einen Podcast, der eine Dreiviertelstunde dauert oder sowas.
Florian Freistetter Und dann ja vermutlich sind die beiden auch einfach faul, weil die machen dort ihren Podcast. und wollen viel Freizeit haben, aber nein, es ist auch Unterstellung. Nein, das geht gar nicht so.
Martin Puntigam Sondern dieses Buch lesen und daraus, man entwickelt eine Routine und eine Form und ist dann leichter zu befüllen, wenn es einmal so steht, dass alle damit zufrieden sind, aber trotzdem ist es ja sehr aufwendig.
Florian Freistetter Das war jetzt natürlich nur eine Unterstellung, dass die beiden faul sind, sind sie mit Sicherheit nicht, aber ja, natürlich, ich hätte jetzt auch nichts dagegen, wenn ich jetzt ausschließlich von meinem Podcast leben könnte, aber dann müsste der Podcast ganz anders sein, als er jetzt ist. Vor allem mit Werbung drin. Aber wenn, das ist ja klar, dann könnte ich anders recherchieren.
Florian Freistetter Dann könnte ich vermutlich auch leckere Geschichten erzählen. Ich könnte dann vielleicht auch jeden Tag eine Folge machen oder sowas. Aber ja, prinzipiell, ich bin auch, glaube ich, ganz gut geworden im Recherchieren. Also ich kann, das konnte ich immer schon, konnte ich als Kind schon, ich kann sehr schnell lesen und kann halt dann schnell recherchieren.
Florian Freistetter Also im Prinzip, es gibt Folgen, da brauche ich länger. Also gerade so biografische Folgen, Da muss ich halt erstmal herausfinden, wo es Quellen gibt. Also zum Beispiel, wir hatten in der letzten Folge angesprochen Cecilia Payne-Geposchkin, die Astronomin. Und klar, mittlerweile gibt es da auch gute Bücher über sie, die jetzt in den letzten paar Jahren erschienen sind, wie ich die Folge gemacht habe.
Florian Freistetter Gab es, glaube ich, noch keine wirklich vernünftige Biografie. Ich habe dann irgendwo aufgetrieben ein Buch, das ihre Tochter über sie geschrieben hat. Und ja, dann muss man sich halt mal Quellen zusammensuchen und da ein bisschen lesen, da kann es schon sein, dass ich irgendwie so ein paar. Über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder mal so ein paar Quellen zusammensammel, hier mal reinschaue, da mal reinschaue und dann irgendwann habe ich genug, dass ich weiß, jetzt keine Folge machen, aber dann gibt es halt auch wieder Folgen, wo ich ja weiß, okay, das ist das Thema und dann schaue ich mir hier ein bisschen was an und muss dann auch nicht so intensiv recherchieren, wie vielleicht jetzt du müsstest
Florian Freistetter oder ein Journalist, Journalistin recherchieren müsste, weil ich halt mir viel immer noch durch mein Studium erschließen kann. Also wenn ich irgendwo was lese in irgendeiner Biografie, in einem Satz, dann muss ich jetzt nicht schauen, okay, warum ist das so? Das muss ich dann zum Beispiel, wenn ich was über Mathematik mache, dann muss ich dann oft lange recherchieren, warum ist das jetzt so?
Florian Freistetter In der Astronomie weiß ich oft, warum es so ist, weil ich es gelernt habe. Das heißt, es gibt Folgen, die habe ich schnell fertig. Es gibt Folgen, da brauche ich lange. Im Schnitt dauert es wahrscheinlich so, wenn ich mal eine Idee habe, was das Thema der Folge ist, dann kann man sagen, brauche ich von Recherche schreiben, aufnehmen, den Rest produzieren und so weiter.
Florian Freistetter Was man also machen muss, für eine Folge Sternengeschichten mit 10 Minuten, naja, ich sage, drei Stunden Minimum und kann auch mal einen Tag dauern. Aber so drei Stunden, ich schaffe es, aber an guten Tagen kann ich drei bis vier Folgen schreiben.
Martin Puntigam Okay, aber wenn du so ein Buch, wie das Erwähnte von Immanuel Kant liest, dann liest du das ja nicht in drei Stunden, oder?
Florian Freistetter Nein, das nicht. Also dann lese ich auch nicht das komplette Buch natürlich, weil abgesehen davon, man liest aber so kein komplettes Buch aus dem 18. Jahrhundert. Ich schreibe mir erst mal 20 Seiten irgendwie, irgendwelche Lobhudelei auf den Herrscher, der das Buch bezahlt hat und so weiter. Also das kann man sowieso nicht lesen.
Florian Freistetter Nein, also dann fange ich, in dem Fall kann man das konkret durchmachen, das Beispiel. Also in dem Fall habe ich zum Beispiel angefangen, mal den Wikipedia-Artikel aufzumachen, weil das Buch ist berühmt genug und bedeutend genug, um einen eigenen Wikipedia-Artikel zu haben. Dann habe ich zumindest mal schon einen Überblick, okay, wie ist der Inhalt da drin strukturiert? Ich habe natürlich gewusst, was ungefähr in dem Buch drinsteht, weil das kriegt man so als Astronom im Laufe der Zeit mit, was der Kant gemacht hat. Ich habe gewusst, okay, da geht es grob in dem Buch rum.
Florian Freistetter Und dann habe ich mal gesagt, okay, Wikipedia, was sind da die einzelnen Kapitel drin, sind alle Kapitel relevant jetzt für das. In dem Fall war zum Beispiel, war jetzt nur der zweite, der erste, der zweite Teil war relevant für die Folge, die ich machen wollte. Das heißt, da habe ich nur mal die anschauen müssen. Dann habe ich die mir im Originaltext aufgemacht, habe da mal kurz drüber gescrollt und habe geschaut, okay, ein bisschen so nach Schlagworten durchsucht, wo kommt jetzt der Urnebel vor, wo kommt das vor und habe dann halt ja so überflogen drüber gelesen, mir die relevanten Abschnitte rausgesucht, Die habe ich genau gelesen, geschaut, ist da was drin, was ich quasi nicht verstehe, wo ich den Rest nochmal in anderen Teilen recherchieren muss.
Florian Freistetter Und so konnte man dann das ganze Buch auf zwei Kapitel und die zwei Kapitel auf ein paar relevante Abschnitte eindampfen, die ich dann gelesen habe. Und dann entsprechend für die Geschichte, die ich dann am Ende geschrieben habe. Mir mit den entsprechenden anderen Stellen aus dem Kontext noch abgeglichen habe, ob ich eh nichts übersehen habe, was drin steht.
Florian Freistetter Und ja, dann war das so im Prinzip in der Kategorie, Und Recherche und Schreiben waren dann in so ungefähr 90 Minuten erledigt.
Martin Puntigam Jetzt sind wir beide nicht mehr die allerjüngsten. Du noch ein bisschen jünger als ich.
Florian Freistetter Ich wollte gerade sagen, du mehr als ich.
Martin Puntigam Also ich bin ein bisschen mehr, weniger jung als du. Aber wenn du mir das so schilderst, dann ist das für mich vollkommen plausibel, dass man so recherchiert. Weil ich ja einer Generation entstamm, wo der Vorgang der Herstellung mindestens oft das halbe Vergnügen ist und weniger das Ergebnis, das dann auch schön sein kann und aber irgendwann halt fertig sein muss.
Martin Puntigam Aber der Vorgang kann ja interessant, faszinierend oder innervierend sein, wie auch immer. Auf jeden Fall ist es ein sehr interessanter Vorgang. Wenn du aber schilderst, dass du da Kapitel exzerpierst, liest, drüber liest und so weiter, das klingt sehr anachronistisch im Jahr 2025, an dessen Ende wir das aufnehmen, weil da werden einem ununterbrochen Tools aufgedrängt von irgendwelchen Firmen, die sagen, die KI macht die ganze Artweit für dich, es ist viel einfacher, gib doch den ganzen Text her, dann werden wir dir das exzerpieren.
Florian Freistetter Ja, nutze ich natürlich auch immer wieder mal. Das habe ich auch gemacht nochmal am Ende. Ich habe nochmal den Text genommen vom Kant und habe ihn an Chatschipet gegeben und habe gesagt, fass das mal zusammen. Und das geht auch, weil das Problem ist, und das habe ich tatsächlich immer wieder festgestellt bei der Recherche, man kann schon die KI verwenden, um etwas zusammenzufassen.
Florian Freistetter Das Problem ist, dass die immer noch nicht hundertprozentig verlässlich ist, was das angeht. Das heißt, die fasst mir auch oft was zusammen, was da nicht drin steht in dem Buch. Und dann muss ich es erst wieder nachrecherchieren. Das heißt, ich nutze natürlich die KI schon auch genau für solche Zwecke, um Texte zusammenzufassen, um Texte auch zu übersetzen.
Florian Freistetter Also ab und zu habe ich es auch mit Zeug zu tun, dass irgendwie Französisch, Russisch oder sonstiges was ist, was ich überhaupt nicht lesen kann. Dann schmeiße ich das mal in die Karriere rein, um zu schauen, ist das überhaupt grob der Text, den ich eigentlich haben will, oder ist das was ganz anderes?
Florian Freistetter Und oft schmeiße ich da auch irgendwie Bücher rein und ich nutze das schon auch, aber tatsächlich habe ich zu oft noch festgestellt, dass das, was die KI mir rausgibt, nicht, das ist, was da drin steht. Und deswegen nutze ich es zwar, aber am Ende die konkreten Informationen, da verlasse ich mich dann doch eher.
Florian Freistetter Die suche ich selbst dann im Text. Und wenn es da nicht drin steht, dann nur wenn die Kaitis gesagt hat, mache ich es nicht. Das war schon ein anderer. Heute in der Früh, bevor ich den Stellgeschichten Text geschrieben habe, habe ich noch eine Kolumne für Spektrum der Wissenschaften geschrieben, für meine Mathematikkolumne. Und da hatte ich genau so einen Fall.
Florian Freistetter Da wollte ich einen Text schreiben über das Runge-Kutter-Integrationsverfahren. Das Integrationsverfahren, müssen wir jetzt nicht ausführen, was es ist, es ist sehr, sehr wichtig. Habe gesucht nach Anwendungsmöglichkeiten von dem Verfahren, von denen ich bisher noch nichts gewusst habe, weil ich weiß, das Rungegrüterverfahren wird in der Wissenschaft so gut wie überall verwendet.
Florian Freistetter Ich habe gedacht, das ist ein bisschen langweilig, wenn ich schreibe, es wird überall verwendet. Und ich habe natürlich jede Menge Anwendungen gewusst, aber ich habe gedacht, sowas ist die KI manchmal ganz gut. Ich habe gedacht, ob sie Verfahren beispielsweise, wo dieses Ding verwendet wurde, die außergewöhnlich sind. Da habe ich gedacht, schau mal, was kommt.
Florian Freistetter Und dann kam sie mit den Apollo-Missionen, wo natürlich sowas wie numerische Integration von Differenz-Einrichtungen verwendet wird. Das hat mich überrascht, hat mir in der Fall nichts geholfen. Aber sie hat dann behauptet, dass ein NASA-Mitarbeiter gesagt hätte, weil das eben so wichtig ist, diese Methode, ein NASA-Mitarbeiter gesagt hätte, Es ist ein Standardverfahren und ich zitiere jetzt mal das, was die KI mir gesagt hat.
Florian Freistetter Ein Zitat eines NASA-Ingenieurs aus den 1960er Jahren lautet, when in doubt, use RK4. Also wenn du Zweifel hast, benutze das RK4-Verfahren. Darum ging es. Und das wäre ein schönes Zitat gewesen. Okay, wenn du dann irgendwas Zweifel hast, nimm das Verfahren, das wäre ein super Zitat gewesen, da hätte ich die ganze Kolumne dran aufhängen können.
Florian Freistetter Problem ist, es gibt halt nicht das Zitat.
Martin Puntigam Jetzt schon und dann in zehn Jahren wird es nicht mehr in Zweifel gezogen werden, weil nach dem großen Raubzug die KI halt sie selber zu reproduzieren beginnt oder überhaupt Lügen kann man ja nicht sagen, weil es ja kein Wissen in dem Sinn gibt, aber nach deinen Standards ist das natürlich was, was man verwerfen kann.
Martin Puntigam Dann kann man dramaturgisch und textlich drüber gehen und kann sie drüber hermachen, dass ein Zitat erfunden worden ist und ob es eine gute Idee ist, das zu erfinden, aber in dem Fall hast du es einfach weglassen müssen.
Florian Freistetter In dem Fall, ja, ich kann jetzt nicht sagen, die NASA hat das gesagt, weil erstens mal hätte ich nicht gesagt, die NASA hat das gesagt, sowas mag ich gar nicht, wenn dann bei mich die Person wissen, die es gesagt hat, dann hätte ich gar nicht gewusst, welcher Apollo-Ingenieur das gesagt hat und da konnte ich dann tatsächlich, ich habe dann ein bisschen Zeit drauf verwendet, um zu schauen, woher die KI das haben könnte, ob es irgendwas gibt, das so ähnlich klingt, aber ja, habe ich ja nichts gefunden, dann habe ich eh eine andere Methode gefunden, diese Kolumne zu schreiben, aber wie gesagt, ich nutze schon die KI, kommt halt kaum mehr drum herum, das irgendwie zu nutzen, weil ja selbst wenn du das nicht nutzen willst,
Florian Freistetter jeder Stepper, der Programm hat irgendwie einen KI-Modus mittlerweile. Und ich nutze es schon und es hilft mir auch oft, aber wie gesagt, jetzt einfach so, fassen wir das zusammen und dann nehme ich das und dann habe ich die Zusammenfassung und darauf basiere ich dann meine weitere wissenschaftskommunikatorische Arbeit. Nee, das mache ich nicht.
Florian Freistetter Also vielleicht muss ich es auch irgendwann machen, aber bis jetzt nein, weil da ist mir zu oft Blödsinn rausgekommen.
Martin Puntigam Wenn die Sternengeschichten live auf Tour sind, dann gibt's, einen besonderen Teil dieser Show und zwar, du denkst dir immer was lokaltypisches aus. Das ist wahrscheinlich leichter, wenn du am 29. Jänner in der Kulisse in Wien die Österreich-Premiere spielst und ein bisschen schwerer, wenn du ein knappes Monat später in Oberwaltersdorf auf der Bühne stehst.
Martin Puntigam Also was kann man sich denn da erwarten, wenn du eine Geschichte des Ortes, des Dorfes, der Stadt einfliegst, die es nur an dem Abend zu hören gibt und sonst nie wieder.
Florian Freistetter Das war eine Idee, die habe ich dann auch entwickelt nach den ersten Vorpremieren. Da habe ich gedacht, okay, es ist auch unfair, wenn ich jetzt einfach nur Show mache und den Podcast komplett ignoriere. Also ich ignoriere nicht komplett, aber ich habe gedacht, es wäre auch schön, wenn ich wirklich eine Sterne-Geschichte habe. Genau das, was die anderen Leute machen, die Live-Podcasts machen.
Florian Freistetter Ich habe gedacht, ich setze mich jetzt auch auf die Bühne und mache exakt das, was ich im Podcast mache. Nämlich ich setze mich hin und rede ins Mikrofon eine Sterne-Geschichte. So wie ich es auch im Podcast mache, nur halt ein bisschen kürzer und halt abgestimmt auf den Veranstaltungsort. Weil genauso wie man ganz viel über Menschen erzählen kann, passiert auch an Orten ganz viel. Oder jeder Ort hat seine eigene Geschichte und habe dann angefangen, mir für jeden Ort was auszudenken.
Florian Freistetter Und das habe ich bis jetzt immer gemacht, werde ich auch weitermachen. Jetzt in der Kulisse zum Beispiel, wenn da am 29. Jänner die Österreich-Premiere ist, die Kulisse steht ja in Wien. Und ja klar, in Wien gibt es jede Menge Astronomie, da müssten wir jetzt nicht lange suchen. Aber auch da die Astronomie von Wien, das ist wieder ein zu großes Thema natürlich.
Florian Freistetter Also in dem Fall hätte ich mich wahrscheinlich beschränkt auf die, oder werde ich mich beschränken auf Ottergring, also den Bezirk, in dem die Kulisse liegt. Und haben mir noch keine konkreten Gedanken gemacht, aber wenn ich mich nicht ganz täusche, und ich glaube, ich täusche mich nicht ganz, dann gibt es in Ottergring jede Menge Astronomie.
Florian Freistetter Da steht nämlich die Kufner Sternwarte und an der Kufner Sternwarte, also die Sternwarte an sich wäre schon ausreichend interessant, hat eine ausreichend interessante Geschichte und da sind auch ganz, ganz viele Sachen passiert auf der Kufner Sternwarte, also ich bin mir sicher, dass ich da was finde, vielleicht finde ich noch mehr.
Florian Freistetter Aber vielleicht finde ich auch was anderes. Und ich werde auch für Oberwaltersdorf was finden. Ich habe mich jetzt mit der Geschichte Oberwaltersdorfs noch nicht so ausführlich beschäftigt. Aber am Ende findet man immer irgendwo Astronomie. Das ist ja auch was, was ich in meiner wissenschaftskommunikatorischen Tätigkeit oft genug gemacht habe.
Florian Freistetter Ich habe mal eine Blog-Serie vor Ewigkeiten geschrieben über Astronomie und Essen. Und ich habe was über die Astronomie des Leberkäses geschrieben. Es geht alles, wenn man will. Und auch in Oberwaltersdorf wird sich irgendwo auf die eine oder andere Art Astronomie finden. Das muss ja jetzt nicht irgendwie ein Astronom oder eine Astronomin sein, die da geboren ist oder gestorben ist.
Florian Freistetter Da war selten das Glück, dass sowas passiert oder dass da eine Sternwarte steht. Aber irgendwas gab es da, irgendwas wird da passiert sein. irgendwo. Wenn es nicht die Menschen oder die Gebäude sind, dann ist es die Industrie. Wenn es die Industrie nicht ist, dann ist es vielleicht die Geografie. Dann ist dann vielleicht mal irgendwas passiert, irgendwas Geologisches, was astronomische Gründe hat oder sonst was.
Florian Freistetter Also wie ich in Eschweiler war, da habe ich über Kohlebergbau gesprochen und die Milankovic-Zyklen, die dafür gesorgt haben, dass es in Eschweiler sowas wie Kohlebergbau geben kann. Also man findet immer was und das habe ich dann eben eingebaut. Das macht es zwar immer ein bisschen aufwendig, weil ich wirklich für jede Show was Neues machen muss. Normalerweise könnt ihr bei der Show einfach machen, dann ist sie fertig und dann schulden wir es durch, aber ich finde das trotzdem ganz nett.
Florian Freistetter Die Leute freuen sich auch immer, wenn sie was Lokales hören und bei jeder Show gibt es eben diese eine Geschichte, die. An dem Abend live, die gibt es nicht im Podcast veröffentlicht, die gibt es danach auch nicht mehr. Also das ist quasi etwas, wo die Leute sagen können, man war entweder dabei oder man war nicht dabei. Also wenn man das hören will, muss man dort sein, ansonsten hört man es nicht.
Martin Puntigam Oberwaltersdorf, die Location ist die Bettfedernfabrik, also da kann man ja über Tag- und Nachtrhythmus leicht irgendwas finden.
Florian Freistetter Das sollte nicht zu metaphorisch sein, muss schon in der Halle finden. Aber ich werde was finden. Ich habe noch Zeit, wann bin ich in Oberwaltersdorf? Ende Februar, 26. 20.
Martin Puntigam Februar.
Florian Freistetter Da habe ich doch Zeit. Bis dahin werde ich schon eine Geschichte gefunden haben.
Martin Puntigam Davor findet einiges andere noch statt, um elegant auf die Annonce unserer Parteienverkehre überzuleiten. Deine Solotermine, meine Solotermine, weil wir jetzt die ganze Zeit unter anderem über Sterne-Geschichten live gesprochen haben. Ich habe es schon erwähnt, am 29. Jänner in der Kulisse Wien ist Österreich Premiere.
Florian Freistetter Genau.
Martin Puntigam Der Show, die du in Deutschland zurechtgeschliffen hast und die seit München zumindest vorübergehend so steht, wie sie sein soll. Am 30. Jänner bist du im Oval in Salzburg, am 20. Februar in Wörgl, im Komma, 26.2., wie gesagt, in der Bettfedernfabrik in Oberwaltersdorf und am 28. Februar, der nächstes Jahr den Februar beschließen wird, im Posthof in Linz.
Martin Puntigam Und dann geht es im Herbst mit weiteren Deutschlandturnieren weiter. Wer das wissen möchte, findet alles unter sternengeschichten.live.
Florian Freistetter Und wer bis dahin noch was lesen möchte oder noch ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk sucht, kann das neue ScienceBuster-Buch dafür verwenden. Das Buch heißt Aus, die Wissenschaft vom Ende, ist im Hansa-Verlag erschienen, gibt es überall dort, wo man sinnvollerweise Bücher kaufen kann. Ebenso das Hörbuch, das überall dort erhältlich ist, wo man Hörbücher bekommt.
Florian Freistetter Und gelesen hat das Hörbuch Ralf Kaspers, den der eine oder die andere vielleicht aus der Sendung mit der Maus kennt oder von allen anderen tollen Dingen, die Ralf Kaspers macht.
Martin Puntigam Immerhin es eine neue Show gibt, gibt es auch ein neues Buch, ein neues Buch, eine neue Show. So ist es auch diesmal mit anderem Namen. Es heißt nicht gleich wie das Buch, die Show. Es heißt nicht aus, sondern es heißt Weltuntergang für Fortgeschrittene. Seit Mitte Oktober auf der Welt mit Martin Moda, dir Florian Freistädter und mir auf der Bühne und wir sprechen über verschiedene Formen der Weltuntergänge, der Endlichkeiten und Unendlichkeiten.
Martin Puntigam Es gibt, wie schon angekündigt, Bananenbrot, das live zubereitet wird, weil in der Banane der Weltuntergang steckt, zumindest partiell, also teilweise, und es, Auch Universums-Endschokolade, alle die Podcasts in den letzten Wochen gehört haben oder bei der Show waren, wissen das schon. Gemeinsam mit der Firma Zotter haben wir Big Rip und Big Crunch hergestellt.
Martin Puntigam Zwei Hypothesen, wie das Universum zu Ende gehen kann in Schokoladenform. Und das gibt es jeweils am Ende der Show, wenn man zu uns kommen kann, Fragen stellen kann, Hallo sagen kann. Oder die Büchersignierung oder was auch immer man machen möchte am Büchertisch, nachdem die Show zu Ende ist, zu kosten und wenn man welche kaufen möchte, auch zu kaufen.
Florian Freistetter Ja, und das kann man alles dort tun, wo wir auftreten mit dieser Show. Das wird im Jahr 2026 an vielen Orten sein. Am 15. Januar im Posthof Linz, am 16. Januar in Passau in der Redoute oder Redoute, je nachdem, wie man es ausspricht.
Martin Puntigam Es ist anders als bei Belvedere, das italienische Wort spricht man anders aus, sagen viele Belvedere, es ist Belvedere, aber die Redoute ist nicht die Redoute oder man sagt ganz klein gesprochen Redoute.
Florian Freistetter Ja, also dann bitte alle in die Redoute im Passag gehen und nicht in die Redoute. Und im Stadtsaal Wien gibt es keine Ausspracheschwierigkeiten, deswegen sind wir auch sehr viel öfter dort. Am 22. Januar, am 7. März, am 4. und 5. April kann man uns dort sehen. Am 24. Januar, davor sind wir noch im Theaterforum in Schwächern, am 25.
Florian Freistetter Januar im Orpheum Wien, am 21. Februar in der Kulturgarage Seestadt in Wien, am 22. Februar in der Kulisse in Wien, Am 17.03. in der Burg Perchtholzdorf, am 9.04. In Weidhofen, an der Ips oder Ups, je nachdem, wie man die Leute dort verärgern möchte oder nicht, und am 10.04. in Graz.
Martin Puntigam Und darüber hinaus gibt es noch viel mehr Termine, auch den ganzen Herbst und ins Jahr 2027 schon voraus. Aber zuerst muss das Jahr 2025 zu Ende gehen und es geht für uns als Science Busters und unser Publikum immer so zu Ende, dass wir erst Bauern-Silvester-Vorstellungen spielen und dann Silvester-Shows.
Martin Puntigam Bau und Silvester in der Besetzung Florian Freistetter, Ruth Grützbauch und ich findet jedes Jahr am Ende dreimal statt. Graz, Linz, Wien ist auch schon traditionell zum fünften Mal mittlerweile schon. Also die Welt dreht sich nicht nur laufend weiter, sondern wir sind auch schon wieder fünf Jahre älter, seit das erste Mal Bauernsilvester stattgefunden hat.
Martin Puntigam Die Premiere der Bauernsilvester Show 2025 ist am 27. Dezember in Graz in der Helmut-Listhalle, um am 29. Dezember im Arbeiterkammer-Saal in Linz wiederholt zu werden und am 30. Dezember als Terniere im Stadtsaal Wien stattzufinden. Und am 31. Dezember füllen wir heuer zwei Silvester-Shows im Schauspielhaus Wien, Martin Modor, Florian Freistädter und ich um 16 Uhr und um 19 Uhr, wobei, wenn ich richtig informiert bin, die 19 Uhr-Show nahezu schon voll ist.
Florian Freistetter Ja, und wer das verpasst hat und in Deutschland wohnt und sowieso nicht vorhatte, nach Wien zu kommen zu Silvester, kann sich trotzdem uns ansehen, denn wir sind im Frühjahr in Deutschland, wir sind am 23. März in den Wühlmäusen in Berlin. Wir sind am 26. März in der Schauburg in Dresden, am 27. März im Kupfersaal Leipzig und am 28.
Florian Freistetter März in Erfurt in der Puffbohne. Und in den letzten drei Etablissements bin ich im November mit Sternengeschichten live übrigens auch.
Martin Puntigam Im November 2026?
Florian Freistetter Jawohl.
Martin Puntigam Und da gibt es noch einige Sternengeschichten, Folgen als Podcast vorher zu hören, bevor du live antanzen wirst. An vielen dieser Locations sind wir auch mit unserer Show Science Masters for Kids zu Gast. Ganz oft, wenn es am Abend die Weltuntergangsshow gibt, gibt es nachmittags oder vormittags Science Masters for Kids.
Martin Puntigam Da kann man schon vorglühen auf der ORF Kids App. Da gibt es die Folgen aufgeteilt auf 10-Minuten-Stücke. Aber die ganze Show, ungefähr 70 Minuten mit Martin Moda und mir, gibt es unter anderem am 30. Dezember im Stadtsaal in Wien. Das ist glaube ich schon voll, aber wir spielen es auch am 30. Dezember.
Martin Puntigam März im Stadtsaal und dann wieder am 4. und 5. April, das sind glaube ich Karsamstag und Ostersonntag. Da spielen sie am 15. Jänner im Posthof Linz, am 25. Jänner im Orpheum Wien, am 21. Februar in der Kulturgarage Seestadt, das ist ebenfalls Wien, am 22. Februar in der Kulisse in Wien, am 20. März im Bruno, im Bruno am Gebirge, am 9. April in Weidhofen an der Ips und und am 10.
Martin Puntigam April in Graz an der Moor in der Listhalle.
Florian Freistetter Martin Puntigam wird auch solo unterwegs sein, nicht mit Sternengeschichten, sondern mit Katzengeschichten. Es gibt auch noch Glückskatze, das Soloprogramm von Martin im Jahr 2026 zu sehen, ein paar Mal zumindest noch, nämlich am 4. und 5. Januar im Kabarett Niedermeier in Wien und am 9. und 10. Januar im Theatercafé in Graz. Und danach gibt es erst im Herbst wieder Martin Puntigam alleine und zwar mit dem neuen Soloprogramm, das den Titel der Heilige Puntigam trägt. Und die Premiere wird am 10.
Florian Freistetter November 2026 stattfinden. Und ich glaube, ich kann nicht kommen, weil da bin ich in Deutschland entweder in Leipzig, Dresden oder Erfurt. Aber du wirst es vermutlich ein zweites Mal auch noch spielen und dann schaue ich es mir da an. Denn alle Termine, an denen das gespielt wird, findet man unter puntigam.at und die ScienceBusters-Termine unter sciencebusters.at.
Martin Puntigam Da kannst du dich revanchieren, weil ich leider am 29. Jänner auch nicht in die Kulisse kommen kann. Am 19.11.2026 ist die Wien-Premiere vom Heiligen Puntigam und wird dann dort vermutlich, wie es meine Art ist, fünf bis sechs Jahre immer wieder zur Aufführung kommen. Das war Folge 120 des Science Masters Podcasts und Ausgabe 2 der Sternstunden des Science Masters, wie wir diesen kleinen Schwerpunkt genannt haben.
Martin Puntigam Danke an die TU Wien und die Uni Graz, der die Produktion des Podcasts unterstützen. Danke an Florian Freistetter für die Auskünfte. Danke fürs Streamen, Downloaden, Abonnieren, Bewerten, Empfehlen, Konzipieren, Recherchieren, Vorprämieren, Streichen aufführen, Ablaudieren und was immer man mit einem Podcast anstellen kann.
Martin Puntigam Bis zur nächsten Sternstunde der Science Busters, nämlich Nummer 3. Tschüss und habe die Ehre.
Florian Freistetter Tschüss.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Sternengeschichten Folge 617 Metriken der Raumzeit In dieser Folge der Sternengeschichten wird es ein bisschen mathematisch. Ich werde vielleicht Begriffe verwenden wie Differenzialgeometrie, metrischer Tensor oder Minkowski-Raum oder nicht mal schauen. Aber keine Sorge, ich werde mein Bestes geben, damit am Ende alle verstehen, worum es geht.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Und es lohnt sich zu verstehen, worum es geht, denn es geht um nichts weniger als die Geometrie des Universums. Aber dafür müssen wir halt trotzdem mit der Metrik anfangen. Dieses Wort kann verschiedene Bedeutungen haben. In der Literatur beschreibt es das Versmaß von Gedichten, in der Musik die Art und Weise, wie Noten betont werden.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Und das ist zwar alles sehr spannend, wir bleiben aber trotzdem bei der mathematischen Bedeutung. Und da ist eine Metrik eine Funktion, die zwei Punkten im Raum eine Zahl zuordnet, die man als Abstand dieser beiden Punkte voneinander definieren kann. Warum so kompliziert mag sich jetzt der eine oder die andere denken?
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Wenn ich den Abstand zwischen zwei Punkten messen will, dann messe ich den halt einfach. Warum braucht es eine Funktion, die eine Zahl zuordnet, die als Abstand definiert werden kann? Weil es halt erstens nicht so einfach ist und wir zweitens genau sein wollen. Immerhin geht es um das Universum. Ja, ich kann ein Blatt Papier nehmen, zwei Punkte draufmalen und dann mit einem Lineal den Abstand messen.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Aber wenn ich das tue, dann wende ich aus mathematischer Sicht die sogenannte euklidische Metrik an, benannt nach dem griechischen Gelehrten Euklid, der vor langer Zeit die Grundlagen der Geometrie erforscht hat. Wenn wir mit dem Lineal den Abstand zwischen den Punkten messen, dann messen wir ja eigentlich die Länge einer Linie, die die beiden Punkte verbindet.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Ich kann jetzt aber sehr einfach mit dieser Linie ein rechtwinkliges Dreieck konstruieren. Das erklärt sich in einem Podcast viel schwieriger, als es in der Praxis ist. Aber wenn ich jetzt ausgehend von dem einen Punkt eine Linie ziehe, die parallel zur einen Seite des Blattpapiers ist und ausgehend vom anderen Punkt eine Parallele zur anderen Blattseite, dann schneiden diese beiden Linien sich in einem rechten Winkel.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Und mit der Verbindungslinie zwischen den beiden Punkten kriege ich ein rechtwinkliges Dreieck. Und was gilt bei rechtwirklichen Dreiecken? Genau der Satz von Pythagoras, den wir alle aus der Schule kennen. A² plus B² ist C². Oder anders gesagt, ich kann die Länge der Verbindungslinie berechnen, wenn ich die Länge der beiden anderen Seiten kenne.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Und die kenne ich ja, weil ich weiß, wo die Punkte sind. Oder nochmal anders und mathematisch genauer gesagt, aus den zweidimensionalen Koordinaten meiner beiden Punkte kann ich mit dem Satz von Pythagoras sehr leicht eine Funktion definieren, die mir als Ergebnis den direkten Abstand der Punkte liefert.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Und wer es ganz genau wissen will, wenn die Koordinaten der beiden Punkte x1, y1 und x2, y2 sind, dann beträgt der Abstand zwischen ihnen genau x2-x1² plus y2-y1² und daraus noch die Wurzel. Ich weiß, das waren jetzt schon viele Zahlen und Formeln. Aber wenn man ein bisschen drüber nachdenkt, dann war es auch nicht schlimm. Und es ist notwendig, weil wir dieses Konzept der Metrik wirklich brauchen, wenn wir die Form des Universums verstehen wollen.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Beziehungsweise nicht dieses spezielle Konzept der euklidischen Metrik, aber die allgemeine Idee. Denn es gibt jede Menge Metriken. Und das mag überraschend klingen, wieso braucht man mehr als eine Art einen Abstand zu definieren? Entweder zwei Punkte sind zehn Meter voneinander entfernt oder nicht. Aber wie gesagt, so einfach ist es nicht. Stellt euch mal vor, ihr seid in New York, in Manhattan, wo die Straßen ein rechtwinkliges Gitter bilden.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Wenn ich jetzt wissen will, wie weit es von einer Ecke in Manhattan zu einer anderen ist, dann hilft mir die Euclidische Metrik wenig, weil die gibt mir ja den direkten Abstand, also quasi die Luftlinie. Und wenn ich nicht mit dem Flugzeug unterwegs bin, dann hilft mir das nichts. Ich kann ja nicht schnurgerade durch die Stadt gehen, Hochhäuser raufklettern und wieder runter.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Ich muss den Straßen und den rechten Winkeln folgen und brauche deswegen eine andere Funktion, mit der ich den Abstand berechnen kann, beziehungsweise eine andere Metrik. Die heißt übrigens auch Manhattan-Metrik und hat tatsächlich Anwendungen abseits der Navigation durch amerikanische Großstädte. Aber das wird jetzt zu weit führen.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Wir wollen uns ja um das Universum kümmern. Und auch da kommen wir mit der Euclidischen Metrik nicht so weit, wie wir gerne wollen würden. Zuerst mal, weil das Universum kein zweidimensionales Blatt Papier ist. Wir haben drei Raumdimensionen. Was aber noch kein Problem wäre. Das mit den Dreiecken und der euklidischen Metrik, das könnte man auch problemlos auf drei Dimensionen erweitern.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Aber der Raum ist ja nicht nur dreidimensional, sondern auch gekrümmt. Das wissen wir dank Albert Einstein, dank seiner allgemeinen Relativitätstheorie. Und das macht die Sache ein bisschen schwieriger. Jede Masse krümmt den Raum und wir müssen trotzdem einen Weg finden, um die Abstände zu bestimmen.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Stellen wir uns nochmal das Blatt Papier von vorhin vor. Nur legen wir das jetzt nicht flach auf den Boden, sondern wir streuen vorher noch einen Haufen unterschiedlich große Murmeln aus und legen das Blatt dann da drauf. Und jetzt wird es jede Menge Buckel im Papier geben und wir kommen mit den Dreiecken und dem Satz von Pythagoras nicht mehr wirklich weiter, wenn wir den kürzesten Abstand zwischen zwei Punkten messen wollen. Die Linien, die wir zwischen den Punkten ziehen können, die werden gebogen sein.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Wir können sie um die Buckel herumziehen oder oben drüber. Aber es ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welche davon jetzt länger ist und welche kürzer. Und als Abstand definieren wir sinnvollerweise den kürzesten Weg zwischen zwei Punkten. Und so ein ähnliches Problem haben wir auch beim Universum.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Der Raum ist gekrümmt und im Prinzip an jedem Punkt unterschiedlich stark. In der Nähe von Sternen stärker als im leeren Weltraum. In der Umgebung von schwarzen Löchern so stark, dass wir uns schwer tun zu verstehen, was da abgeht und so weiter. Aber trotzdem wollen wir das irgendwie untersuchen können, zumindest mathematisch.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Und genau das war das Problem, vor dem Albert Einstein gestanden ist, als er seine allgemeine Relativitätstheorie formuliert hat. Zu sagen, Massen krümmen die Raumzeit und Objekte folgen bei ihrer Bewegung dieser Krümmung, das ist das eine. Das aber auch mathematisch exakt aufzuschreiben, das ist das ganz andere.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Am Ende hat es Einstein nach langer Arbeit geschafft und das Ergebnis waren seine berühmten Feldgleichungen. Ich erspare es mir und euch, die jetzt im Detail zu erklären. Aber im Wesentlichen ist es ein Satz von mathematischen Gleichungen, bei denen auf der einen Seite ein Krümmungstensor steht und auf der anderen der Energieimpulstensor.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Vor dem Wort Tensor muss man jetzt auch keine große Angst haben. Das ist eigentlich nur ein aufgemotzter Vektor. Und was ein Vektor ist, ist simpel. Das haben viele in der Schule gelernt. Ein Vektor ist eine Zahl mit einer Richtung. Okay, das ist vielleicht ein bisschen zu vereinfacht. Aber nehmen wir zum Beispiel die Geschwindigkeit. Wenn ich sage, dass ich mit 25 kmh die Straße langfahre, dann meine ich normalerweise auch genau das.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Gemessen an der Distanz, die ich entlang der Straße zurücklege, bewege ich mich mit 25 kmh. Ich kann aber genauso gut sagen, dass ich mich gerade mit 17,7 kmh in Richtung Norden und gleichzeitig mit 17,7 kmh in Richtung Westen bewege, nämlich dann, wenn die Straße exakt in Richtung Nordwesten verläuft.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Auf der Straße interessiert mich das normalerweise nicht, aber ganz allgemein ist es durchaus sinnvoll, bei einer Geschwindigkeit nicht den absoluten Wert anzugeben, sondern den Anteil, mit dem man sich jeweils in eine der drei Raumrichtungen bewegt. Zum Beispiel, wenn man im Wälderl unterwegs ist. Statt einer Zahl hat man jetzt also drei Zahlen, die man braucht, um zu sagen, wie schnell etwas sich in alle drei Richtungen bewegt.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Und diese drei Zahlen zusammen, die sind ein Vektor. Man kann das Konzept von Vektoren auch ohne physikalische Anwendung und ganz abstrakt definieren. Man kann mit Vektoren rechnen, wie mit ganz normalen Zahlen, zumindest dann, wenn man die entsprechenden Rechenregeln kennt, und so weiter. Man kann aber auch das Konzept des Vektors noch erweitern.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Einen Vektor kann man sich als Liste von Zahlen vorstellen. Im Beispiel der Geschwindigkeit von vorhin eben als Liste von drei Zahlen. Einen Tensor kriege ich, wenn ich aus der Liste eine Tabelle mache. Klingt ein bisschen verwirrend, aber wir können uns das so vorstellen. Und angenommen, wir haben irgendein Material, das sich verformen lässt.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Ich kann in die eine Richtung dran ziehen, ich kann in der anderen Richtung dran ziehen, ich kann es zusammendrücken, verdrehen und so weiter. Es ist klar, dass auch hier die Richtung eine Rolle spielt. Vielleicht ist das Material sehr leicht zu dehnen, wenn ich in die eine Richtung ziehe, aber sehr schwer, wenn ich an den anderen Seiten ziehe.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Wenn man das mathematisch beschreiben will, dann muss man auch das Verhalten für jede Richtung definieren. Und um dieses Verhalten zu beschreiben, brauche ich im Allgemeinen ebenfalls mehr als nur eine Zahl, weil es ja auch zum Beispiel davon abhängt, wie schnell die Verformung abläuft und die Geschwindigkeit, wissen wir schon, ist ein Vektor mit drei Zahlen.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Um dieses Verzerrverhalten korrekt zu beschreiben, kriege ich am Ende also einen Vektor, bei der jeder Eintrag selbst wieder ein Vektor ist. Oder, wenn ich das Ganze ein bisschen besser sortiere beim Aufschreiben, kriege ich eine Tabelle aus Zahlen, die in der Mathematik eine Matrix genannt wird. Oder, noch ein bisschen genauer, ein Tensor zweiter Stufe.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Ein Vektor ist dann ein Tensor erster Stufe, weil die Zahlen hier vereinfacht gesagt nur eine Spalte bilden, während sie bei einer Matrix in Spalten und Reihen also zweidimensional organisiert wird. Eine ganz simple Zahl ohne irgendwas, das wäre logischerweise ein Tensor Nullterstufe. Und nach oben kann man das auch beliebig erweitern. Ich kann mir die Zahlen auch in einem dreidimensionalen Gitter anordnen, wenn das nötig ist.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Und dann kriege ich einen Tensor dritter Stufe und so weiter. Irgendwann kann man sich das nicht mehr vorstellen, aber mathematisch aufschreiben und damit rechnen, das ist kein Problem. Aber jetzt wieder zurück zu Einstein und seinen Gleichungen. Mit simplen Zahlen kommt man im Universum nicht weit, mit Vektoren auch nicht immer. Wir haben ja nicht nur einen dreidimensionalen Raum, sondern genau genommen eine vierdimensionale Raumzeit.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Und wenn ich beschreiben will, wie die gegrümmt werden kann, dann muss man es so ähnlich anstellen, wie ich es gerade im Beispiel des verzerrten Materials erklärt habe. Nur, dass es sehr viel komplizierter ist natürlich. Am Ende kriegt man aber etwas, das sich nach einem italienischen Mathematiker der Ricci-Grümmungstensor nennt.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Und auf der anderen Seite der Gleichung steht der Energieimpulstensor, der beschreibt, wie viel Energie und Masse sich in einem bestimmten Punkt der Raumzeit befindet, beziehungsweise wie viel Energie und Masse durch diesen Punkt gerade hindurch fließt. Das ganze Zeuge im Universum ist ja dynamisch und das muss man auch berücksichtigen.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Das ist jetzt alles enorm vereinfacht, aber im Wesentlichen ist das das Herzstück von Einsteins Theorie. Eine Gleichung mit zwei Tensoren. Einer beschreibt, wie sich der Raum krümmt und der andere, wie viel Energie und Masse sich irgendwo befindet. Eine Gleichung zu haben, das ist das eine. Sie zu lösen, das andere. Bei den einsteinischen Feldgleichungen ist es alles andere als einfach.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Aber wenn man sie löst, dann ist das Ergebnis eine Metrik, also eine Funktion, die mir sagt, wie die Abstände in der Raumzeit berechnet werden. Und erinnern wir uns an den Anfang der Folge, als ich von der Euclidischen Metrik und der Manhattan-Metrik erzählt habe, je nachdem, wie der Raum beschaffen ist, in dem Fall eine zweidimensionale Fläche oder ein Gitter aus Straßen, haben wir eine andere Metrik gebraucht.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Im Umkehrschluss heißt das, wenn ich die Metrik kenne, kann ich daraus ableiten, wie die Geometrie des Raumes aussieht, die sie beschreibt. Wenn ich also die einsteinischen Feldgleichungen löse und eine Metrik finden kann, kann ich daraus die Geometrie der Raumzeit ableiten und daraus auf die Form des Universums schließen.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Das war jetzt sehr viel, aber auch sehr notwendige Mathematik, um die Frage zu beantworten, welche Form hat das Universum? Die Antwort lautet, naja, kommt drauf an. Es kommt drauf an, welche Annahmen man über den Energieimpulstensor trifft. Wenn wir exakt wüssten, wie viel Masse und Energie an jedem beliebigen Punkt des Universums existiert, dann, okay.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Dann könnte man die Gleichungen auch immer noch nicht lösen, weil es absurd komplex wäre. Aber das wissen wir ja sowieso nicht. Alle bisherigen Lösungen der einsteinischen Gleichungen gehen von stark vereinfachten Annahmen aus. Man kann zum Beispiel annehmen, dass die gesamte Materie und Energie komplett gleichmäßig in alle Richtungen im Universum verteilt ist.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Das ist etwas, was zumindest in grober Näherung für das Universum, das wir beobachten, auch korrekt ist. Da gibt es keine Ecken, in denen absurd viel mehr Galaxien zu finden sind als anderswo. Zumindest haben wir das noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen, dass es sowas geben kann. Und bei unserer Annahme für den Energieimpulstensor können wir auch voraussetzen, dass sich Abstände im Laufe der Zeit ändern können.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Auch das basiert ja auf Beobachtungsdaten, nämlich der Beobachtung der Expansion des Universums. Und wenn wir jetzt mit diesen Annahmen probieren, die einsteinischen Gleichungen zu lösen, dann kriegen wir etwas, was sich Friedmann-Lemaitre-Robertson-Walker-Metrik nennt. Nach den vier Wissenschaftlern, die genau das getan haben und die Gleichung gelöst haben.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Mit dieser Metrik kann man unser reales Universum halbwegs gut beschreiben. Wir kriegen einen expandierenden Kosmos, aber wir können leider immer noch nichts über die genaue Form sagen. Dafür reichen die Annahmen nicht, beziehungsweise dafür müssten wir zusätzliche Annahmen treffen. Ich habe das in Folge 398 der Sternengeschichten sehr genau erklärt.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Wir haben ja jetzt gerade in unserer Annahme nur vorausgesetzt, dass die Energie und die Materie gleichmäßig verteilt ist. Aber wir wissen nicht, wie viel Materienenergie insgesamt im Universum da ist. Und solange wir das nicht wissen, wissen wir auch nicht, wie es insgesamt gekrümmt ist. Also nicht lokal an irgendeinem bestimmten Punkt, sondern wirklich als großes Ganzes gekrümmt ist. Oder ob es überhaupt gekrümmt ist.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Wir wissen also anders gesagt nicht, ob das Universum eher das vierdimensionale Äquivalent einer Kugel oder von einem Blatt Papier ist oder was ganz anderes. Wir können aber auch ganz andere Annahmen treffen. Wir können zum Beispiel annehmen, dass das Universum überhaupt keine Materie enthält. Das ist zwar offensichtlich falsch, aber es macht die Berechnung einfacher und dann kriegen wir eine De-Sitter-Metrik bzw.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Einen De-Sitter-Kosmos, wieder benannt nach dem Wissenschaftler, der es das erste Mal ausgerechnet hat. Das klingt jetzt nach einer unnötigen mathematischen Übung, weil wozu ein Universum anschauen, das keine Materie enthält. Aber solche Desitter-Modelle, die waren in der Anfangszeit der Kosmologie wichtig, um überhaupt irgendwie verstehen zu können, wie die Feldgleichungen funktionieren.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Und tatsächlich war das Universum ganz zu Beginn, ein paar Sekundenbruchteile nach dem Urknall, vielleicht wirklich näherungsweise so ein Desitter-Raum, weil erst nach diesen Sekundenbruchteilen ist die Materie ja entstanden. Es gibt noch jede Menge andere Metriken, zum Beispiel die Anti-De-Sitter-Metrik, die es uns schon mal in Folge 538 beim holographischen Universum begegnet.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Oder die Gödel-Metrik aus Folge 354, da hat der Mathematiker Kurt Gödel vorausgesetzt, dass das Universum als Ganzes rotiert und das dann benutzt, um die einsteinischen Gleichungen zu lösen und am Ende eine Metrik rausbekommen, mit der beschrieben werden kann, dass Zeitreisen funktionieren im Universum.
Sternengeschichten Friedmann-Gleichungen Aber wie gesagt, es gibt erstens keinen Hinweis, dass unser Universum rotiert und nur wenn man das ausrechnen kann, folgt daraus nicht, dass es auch so ist. Einsteins Gleichungen sind wahnsinnig mächtig. Die können nicht nur ein Universum beschreiben, sondern jede Menge davon. Und wir müssen uns noch sehr viel länger mit der Metrik beschäftigen, wenn wir wissen wollen, welches davon unser eigenes ist.