
Science Busters Podcast· Folge 117
Wie Mikroplastik-Gewinne privatisiert & -Verluste sozialisiert werden - SBP117
Montag, 10. November 2025 · 1 h 03
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Shownotes
Über Nanotechnologie für Hochbegabte, Unterwasser Rugby, Mikroplastiks Vorliebe für Frauen & skrupellose Lobbyist:innen im Dienst der Erdöl- und Kunststoffindustrie
In Ausgabe 117 geht es um Mikroplastik, skrupelloses Lobbyieren und warum wir nicht nur viel weniger, sondern auch ganz andere Kunststoffe brauchen.
Alina Majcen an der Uni Graz (wetalkaboutscience.at/ueber-das-projekt/univer…)
Pubikationen (researchgate.net/profile/Alina-Majcen)
Science Busters Zotter-Schokolade online: Big Rip (zotter.at/online-shop/marken/handgeschoepft/sc…) und Big Crunch (zotter.at/online-shop/marken/handgeschoepft/sc…)
Lektüre
Das neue Buch der Science Busters ist da!!! "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) erschienen im Hanser Verlag.
Zeitgleich gibt es im Hörverlag auch ein neues Hörbuch selben Namens, gelesen von Ralph Caspers (penguin.de/buecher/science-busters-aus-/hoerbu…).
Die Buchvorstellung gibt es am 14.10. um Uhr
in der Buchhandlung Thalia Wien (thalia.at/veranstaltung/detail/43321) - Landstraßer Hauptstraße 2a/2b, 1030 Wien
Unser Jubel-Buch, erschienen vor drei Jahren anlässlich 15 Jahre Sience Busters giltet noch immer: "Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt: Das große Jubelbuch der Science Busters" (amzn.to/3q8ZzWz). Erschienen bei Hanser (hanser-literaturverlage.de/buch/wissenschaft-i…).
Auftritte
Seit 16.Oktober gibt es “Weltuntergang für Fortgeschrittene” (sciencebusters.at/buehnenprogramme/weltuntergang), unsere neue Live- Show mit Martin Moder, Florian Freistetter und Martin Puntigam.
Weitere Shows im Stadtsaal Wien (stadtsaal.com/kuenstler/science-busters) am 15. & 16.11.2025 und 22.1.2026
Danach geht es sofort auf Welttournée, beginnend am:
15.1.26. Posthof Linz (posthof.at/event/science-busters-weltuntergang…)
30.10. Helmut List Halle Graz (helmut-list-halle.com/event/science-busters-we…)
6.11. Orpheum Wien (orpheum.at/produkt/science-busters-weltunterga…)
29.11. im Musikklub Lembach (mkcl.at/event/science-busters), OÖ
20.11. Bühne im Hof St.Pölten (buehneimhof.at/de/programm-karten/science-bust…)
23.11. + 22.2.26 + 30.4.26 Kulisse Wien (kulisse.at/programm/?p=Weltuntergang-f%C3%BCr-…)
27.11. ARGEkultur Salzburg (argekultur.at/Event/17111/science-busters)
und am 5.12. im Rahmen des [Kabarett & Comedy Festivals in Krems}(kabarettundcomedyfestival.at/kabarettundcomedy…).
Am 21.11. spielen Florian Freistetter & Martin Puntigam einen Spezialabend zum Jahr der Quantenphysik im Zirkus des Wissens (jku.at/zirkus-des-wissens/projekte/science-bus…) in Linz.
Am 25.11. stellen wir unser neues Buch in München vor auf der Münchner Bücherschau (muenchenticket.de/event/muenchner-buecherschau…) Im Haus der Kunst im Terrassensaal werden Florian Freistetter & Martin Puntigam Unterhaltsames über das Ende der Welt, das Ende des Universums erzählen und dem Auditorium die Zukunft voraussagen. Beginn Uhr
Ende des Jahres gibt es wieder neue Shows des Bauernsilvester (sciencebusters.at/buehnenprogramme/bauernsilve…) mit Ruth Grützbauch, Florian Freistetter und Martin Puntigam in Graz, Linz und Wien & am 31.12. die Silvestershow (schauspielhaus.at/sciencebusters2025) mit Florian Freistetter, Martin Moder und Martin Puntigam im Schauspielhaus Wien
Im Frühjahr touren wir mit dem Weltuntergang wieder einmal in Deutschland, und zwar
am 23.03.2026 Wühlmäusen Berlin (wuehlmaeuse.de/veranstaltung/science-busters-w…)
26.03.2026 Filmtheater Schauburg Dresden (agentour.org/veranstaltung/science-busters_neu…)
27.03.2026 Kupfersaal Leipzig (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)
28.03.2026 Puffbohne Erfurt (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)
SB4Kids aktuell digital in der ORF-Kids App, jede Folge zirka 10 Minuten. Analog gibt es die Show mit Martin Moder & Martin Puntigam am
23.11. Kulisse (kulisse.at/programm/?p=Science-Busters-for-Kids) AUSVERKAUFT
am 15.11. + 30.12. + 7.3.26 im Stadtsaal Wien (sciencebusters.at/buehnenprogramme/science-bus…)
15.1.26 Posthof Linz (posthof.at/event/science-busters-for-kids-2) 14.30 Uhr
*10.4.26 Helmut List Halle (helmut-list-halle.com/event/science-busters-fo…) 16.00 Uhr
Glückskatze – das Solo v. & m. Martin Puntigam schnurrt auch 2025 wieder, am
13. & 14.11. + 4. + 5.1.2026 in Wien im Kabarett Niedermair (niedermair.at/kuenstler/martin-puntigam) Uhr
und
9. + 10.1.2026 Theatercafé Graz (hinwider.com/calendar) 20.00 Uhr
Und wer schon für Herbst 2026 planen möchte, da kommt ab 10.11.2026 die Premiere im Theatercafé Graz, da gibt es Martin Puntigams neues Solo mit dem schönen Titel „Der Heilige Puntigam“
Und Florian Freistetter geht mit “Sternengeschichten LIVE” auf Tour, das nächste Mal im Dezember in Essen, Düsseldorf, Dortmund und Berlin und 2026 dann auch im Norden und Osten von Deutschland und erstmals auch in Österreich; Premiere dort ist am 29. Jänner in der Kulisse in Wien und danach kommen Salzburg, Linz, Wörgl und Oberwaltersdorf. Infos und Tickets (sternengeschichten.live)
3.12.2025 Schwandorf (schwandorf.de/Startseite/Eine-Geschichte-des-U…)
4.12.2025 Freistadt (kupfticket.com/events/florian-freistetter)
Alle Infos zu den Terminen unter sciencebusters.at und puntigam.at
Funk und Fernsehen
Die aktuelle Staffel ist seit Ende April fertig ausgestrahlt, jedoch noch ein halbes Jahr weltweit (!) abrufbar auf ORFON (on.orf.at/sendereihe/13886769/science-busters).
Die Science-Busters-Sendungen auf Radio FM4 findet man hier (radiothek.orf.at/podcasts/fm4/fm4-science-bust…).
Alle bisherigen TV-Folgen kann man hier auf DVD kaufen (shop.orf.at/orf/de/dvd/comedy/2482/science-bus…) oder bei Amazon (bit.ly/science_busters_amazon).
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Fragen zur heutigen Folge und andere Fragen, die wir beantworten sollen, und hoffentlich können, an podcast@sciencebusters.at oder über Instagram oder Facebook. Gern als Audiofile
Dank
Der Podcast wird produziert mit Unterstützung der TU Wien (tuwien.at) und der Universität Graz (uni-graz.at)
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Martin Puntigam Ausgabe 117 des ScienceBusters Podcasts und heute singen wir Life is Plastic, it's Fantastic.
Alina Majcen Naja, Plastik kann zwar fantastisch sein, aber es ist auch ein Riesenproblem.
Martin Puntigam Herzlich willkommen zur Ausgabe 117 des Science Masters Podcasts, wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien. Mein Name ist Martin Puntigam und mir gegenüber sitzt heute Alina Meizen, Biologin und Wissenschaftskommunikatorin an der Uni Graz. Hallo. Hallo. In der letzten Ausgabe, nämlich 116, haben Julia Zotter, designierte Geschäftsführerin der gleichnamigen Schokoladenfabrik und ich unter anderem gesprochen über Handschöpfen, Conchieren, Kakaobutterbradelfetten, geschmackloses Hirn, warum Sulztorte nicht als Delikatesse in der Patisserie gilt, Kung Fu in der Oststeiermark und natürlich über die neuen Science Buster Schokoladen Big Rib und Big Crunch zum Ende des Universums,
Martin Puntigam die wir gemeinsam mit der Firma Zotter für unsere aktuelle Bühnenshow Weltuntergang für Fortgeschrittene in die Welt gebracht haben. Heute in Ausgabe 117 geht es unter anderem um Luftanhalten, Nanotechnologie für Hochbegabte, Unterwasser-Rugby und ein Problem, das zwar klein klingt, aber gewaltig ist und nicht einmal ansatzweise gelöst, denn es geht um Mikroplastik.
Martin Puntigam Alina, bevor man uns ins Mikroplastik stürzen, kurz was Biografisches, da kommst du aus Rosenheim, in meiner Generation hat man Rosenheim automatisch verknüpft mit Out-Off, was in deinem Fall auch stimmt, weil du nicht mehr in Rosenheim lebst und wirkst, sondern in Graz. Wie hat dich der Weg zur Chemie an die Uni Graz geführt?
Alina Majcen Ja, das war ein weiter Weg, auch nicht immer ganz geradlinig. Nach dem Abitur wollte ich unbedingt irgendwas mit Naturwissenschaften studieren und habe dann aber in Bayern, wie so viele, keinen Studienplatz bekommen, bin dann nach Salzburg, habe dort molekulare Biologie studiert und habe mich in der Zeit in Österreich verliebt, habe entschieden für immer, hoffentlich in Österreich bleiben zu können.
Martin Puntigam Also in Salzburg hast du dir in Österreich verliebt?
Alina Majcen Eigentlich in Linz. Das können wenige nachvollziehen.
Martin Puntigam Ja, das ist noch ungewöhnlicher, dass man sich in Linz in Österreich verliebt.
Alina Majcen Ja, in Linz beginnt es.
Martin Puntigam Also dann ist es wirklich schon sehr österreichisch, wenn das der Satz ist, der heraus sprudelt, wenn man Linz sagt.
Alina Majcen Die Leidenschaft zu den Naturwissenschaften ist irgendwie auch während dem Studium geblieben, aber vor allem habe ich gemerkt, ich würde sie gerne weitergeben, die Leidenschaft und auch meine Begeisterung.
Martin Puntigam Aber in der Grundschule heißt es bei euch, die Volksschule, da war es schon so, dass du gerne experimentiert hast und du gedacht hast, später möchte ich eine Wissenschaftlerin werden, das war schon ein vorgezeichneter Weg.
Alina Majcen Teilweise. Eigentlich wollte ich immer eine Meeresbiologin werden, also schon auch die Naturwissenschaften, aber mehr mit dem Meer verbunden und der Wunsch ist eigentlich auch bis in die Pubertät erhalten geblieben.
Martin Puntigam Also in meiner Kindheit war ich ein Meeresbiologe, obwohl es das natürlich gegeben hat zu der Zeit schon und auch populär, aber das war jetzt nicht so ein brauchbarer Berufswunsch, weil das lauter so Einzelgänger und Alpha-Männer waren, die da mit ihren Booten irgendwo hingefahren sind, um das Meer zu erforschen.
Martin Puntigam Aber eine Generation später war das dann offensichtlich schon was, was mir gedacht hat, Puh, Meeresbiologie, das wäre was.
Alina Majcen Ja, das war glaube ich die Faszination nach dem Meer und auch im Meer zu sein, die mich dahin getrieben hat. Aber ja, Meeresbiologie ist natürlich schon auch ein herausfordernder Job mit viel Ortswechsel und viel Unsicherheit behaftet, sodass ich mich dann eben doch dem Traum entgegen entschieden habe und was Handfestes studiert habe.
Martin Puntigam Und das Meer hast du lieben gelernt, weil wenn du aus Rosenheim kommst, ist das steinerne Meer eigentlich das nächste Meer. Und dann das Mittelmeer, da war es ja oft auf Urlaub und dann war das so angenehm für dich und so interessant. Oder aus dem Fernsehen hast du dir gedacht, die Korallen schauen toll aus, da möchte ich einmal hin?
Alina Majcen Ich glaube, die Leidenschaft ist schon im Mittelmeer, vor allem in Kroatien, entstanden. Mein Papa war schon immer ein begeisterter Taucher und hat mich da viel mitgenommen. Ich glaube, mit fünf hatte ich schon meine erste Schnorchelmaske und bin durchs Meer geschnorchelt und habe dann auch mit zehn schon meinen Tauchschein gemacht, um dann eben später Meeresbiologin werden zu können.
Martin Puntigam Tauchen ist ja etwas, was du nach wie vor gern machst, oder?
Alina Majcen Genau, also Gerätetauchen, aber auch in den letzten Jahren sehr gerne Freitauchen, Apnoetauchen, also ohne Sauerstoffflasche, nur mit Luft anhalten.
Martin Puntigam Wie lange kannst du die Luft anhalten?
Alina Majcen Gute Frage. Wahrscheinlich momentan so um die drei Minuten.
Martin Puntigam Also jetzt aus dem Stand könntest du das oder du müsstest die vorbereiten drauf?
Alina Majcen Eine kurze Vorbereitung, aber dann kraftvoll.
Martin Puntigam Wie bereitet man sich auf Luftanhalten eigentlich vor? Man atmet ganz viel ein?
Alina Majcen Naja, man macht erstmal verschiedene Atemübungen und dann ist es hilfreich, so kleine Pyramiden zu machen. Also sich nach und nach zu steigern, damit der Körper sich dann eben auch daran gewöhnen kann.
Martin Puntigam Also sind kleine Pyramiden immer ein bisschen länger Luft.
Alina Majcen Genau, also erstmal nur 30 Sekunden, dann eine Minute, dann anderthalb, dann zwei und dann kann man eigentlich schon in den Maximalversuch starten.
Martin Puntigam Und da bedrückt man sich selber oder wie überprüft man das mit Kopf unter Wasser?
Alina Majcen Mit Kopf unter Wasser im Idealfall macht das Ganze auch leichter. Der Wasserreflex ermöglicht dann auch, dass man länger Luft anhalten kann.
Martin Puntigam Echt, es ist leichter, Luft lang anzuhalten, wenn man den Kopf unter Wasser hat?
Alina Majcen Ja, tatsächlich, ja.
Martin Puntigam Wenn du drei Minuten die Luft anhalten kannst, dann tauchst du wohin?
Alina Majcen Vorzugsweise irgendwo im Meer unter irgendeine Felskante, um zu schauen, was dort unten lebt und welche Tiere ich dort entdecken kann. In Graz ist es leider recht schwierig, da meistens irgendwo im Schwimmbad. Die Aufsicht ist jetzt nicht ganz so schön.
Martin Puntigam Wenn du heute im Bereich Fachdidaktik dein Doktorat machst an der Uni Graz, Fachdidaktik für Chemie, aber so eine große Leidenschaft für Meeresbiologie hast, warum bist du nicht Meeresbiologin geworden?
Alina Majcen Vor allem wegen den unsicheren Arbeitsstellen und dann viel Reisen, das damit verbunden ist. Und ja, mein Weg hat mich dann doch anders geführt. Und ich muss auch sagen, dass ich eine große Leidenschaft habe oder eine große Begeisterung habe, mein Wissen weiterzugeben. Ich arbeite sehr, sehr gerne mit Jugendlichen zusammen und auch mit Jugendgruppen, mit Schulklassen, warum ich dann auch Lehramt studiert habe.
Alina Majcen Und das ist sicher schon auch ein großer Beweggrund, warum ich mich dann gegen die Meeresbiologie entschieden habe.
Martin Puntigam Ein Kurs, den du anbietest oder Kurse, die du anbietest, die heißen Bionik- und Nanotechnologie-Kurse für Hochbegabte. Wie muss man denn sein als Kind und Jugendliche, wenn man hochbegabt ist und zu dir in den Kurs kommen möchte?
Alina Majcen Das ist gar nicht so genau festgelegt. Meistens werde ich eher gebucht von Externen. Das eine ist von der Bildungsdirektion in Salzburg, gemeinsam mit einem Elternverein, der sich eben Kinder unterstützt, die eben auch eine Hochbegabung haben und die auch gern mehr gefördert und gefordert werden möchten.
Alina Majcen Und die kommen dann zum Beispiel auf mich zu und haben mich gebucht. Oder auch in Deutschland hatte ich dort die ein oder andere Möglichkeit.
Martin Puntigam Und die Kinder sind tatsächlich hochbegabt oder die Eltern hätten gern, dass sie hochbegabt sind?
Alina Majcen Nein, die Kinder sind schon besonders, aber ob alle hochbegabt sind, sie sind vor allem alle interessiert und mit Begeisterung dabei. Und ich glaube, das ist die Hauptsache.
Martin Puntigam Okay, weil es ist ja so ein... Komische Bunzierung, den Kindern zu sagen, sie sind etwas Besseres als die anderen. Es ist ja nicht nur ein Vorteil, sondern eine Belastung.
Alina Majcen Ja, ich glaube, was besonders ist an diesen Projekten, ist, dass sie dort auch mit anderen Kindern zusammenkommen, die auch so ein großes Interesse haben und wo es auch okay ist, total dabei zu sein und total interessiert zu sein und viel nachzufragen, ohne gleich als Nerd oder anderes abgestempelt zu werden.
Martin Puntigam Ja, ich weiß nicht, wie das in Deutschland ist. vermutlich eine Spur besser. In Österreich wird das allmählich besser, aber es ist ja auch immer so, dass man, dass das Wort klugscheißer sehr abwertend ist, obwohl wenn jemand ein Besserwisser ist und er weiß es wirklich besser oder jemand interessiert sie wofür, dann ist das ja eigentlich was Gutes und nicht was Schlechtes.
Martin Puntigam Wenn du viel mit Schulklassen und Jugendlichen und Kindern arbeitest, ist es noch immer so, wenn nicht die, Hochbegabten von den Eltern dir zugeführt werden, dass dass Kinder defensiv agieren, die sie eigentlich für viel mehr interessieren würden, wenn es im Klassenverbund uncool ist?
Alina Majcen Gute Frage. Ich glaube, für manche Kinder kann es sicher einschüchtern sein, weil wir wollen alle irgendwie auch ein Teil der Gruppe sein, ein Teil vom Ganzen sein. Andere, da überwiegt wahrscheinlich das Interesse und die sind da dann auch sich selbst genug, um da drüber stehen zu können. Deren Weg ist natürlich nicht immer der einfachste.
Martin Puntigam Aber ist es in den meisten, wenn Schulklassen zu dir kommen oder du in Schulklassen gehst, dann sind das ja oft welche, die Lehrer, Lehrerinnen haben, die eh schon engagierter sind und wo was zu wissen oder sie für was zu interessieren schon ganz gut angeschrieben ist. Merkst du das, dass das dann leichter ist und dort gilt es dann schon was, wenn man sich für was interessiert oder kann das dann noch immer passieren, dass du in eine Klasse kommst, wo die Stärkeren oder die Lauteren, die Cooleren sind und deshalb die Anderen?
Martin Puntigam Und schauen, dass sie gar nicht so sehr auffallen mit ihrem Wissensdurst.
Alina Majcen Es gibt natürlich manchmal auch die Fälle, wo das noch der Fall ist. Aber im Großteil ist, glaube ich, der große Vorteil an diesen Projektwochen, die ich mache, dass kein Leistungsdruck dahinter steht. Sondern wir in einer entspannten, gemütlichen Atmosphäre, die deutlich lockerer ist, die auch viel mehr freies Arbeiten ermöglicht sind.
Alina Majcen Und da können sich dann auch die Schüler so entfalten und so ihren Interessen widmen, wie sie möchten. und da fällt es dann noch gar nicht so auf, weil dieser Rahmen ein ganz anderer ist.
Martin Puntigam Jetzt ist Mikroplastik das Thema von unserem heutigen Podcast, das wissenschaftliche Thema. Davon kann man schon gehört haben, es ist ja schon eine Zeit lang ein Problem. Mittlerweile ist es einigermaßen gut erforscht, aber nur, wie du im Vorfeld geschrieben hast, Forschung gibt es viel im Zusammenhang Mikroplastik und Gewässer oder Mikroplastik und mehr.
Martin Puntigam Da ist es dir das erste Mal untergekommen oder unabhängig von deiner Tauchleidenschaft im Studium?
Alina Majcen Ja, es ist mir tatsächlich das erste Mal bei meiner Arbeit im Meer untergekommen. Dort durfte ich viele Jahre an meeresbiologischen Stationen Projektwochen mit Schulklassen machen, meeresbiologische Projektwochen und Mikroplastik ist einfach im Meer schon ein lang erforschtes Thema, ein sehr relevantes Thema mit vielen Auswirkungen.
Alina Majcen Und das habe ich damals eben schon immer gerne den Schülern und Schülerinnen mitgegeben und habe mir gedacht, irgendwie das Ganze nur theoretisch aufzuarbeiten ist irgendwie ein bisschen fad. Vielleicht kann man das auch greifbar und sichtbar machen und habe dann eben als Herzensprojekt eine Methode entwickelt, wie man eben Mikroplastik sichtbar machen kann in Umweltproben mit Schulklassen, wo Schüler und Schülerinnen selbstständig Umweltproben untersuchen können und mithilfe von einem Fluoreszenzfarbstoff und UV-Licht dann tatsächlich Mikroplastik sehen können.
Martin Puntigam Bevor wir da ins Detail gehen, wie man das tatsächlich macht, mal kurz die Definition. Mikroplastik, ist das so klein, dass man es gar nicht sieht oder was ist denn bei Definition Mikroplastik?
Alina Majcen Man ist sich noch nicht ganz einig, aber die meisten Definitionen beziehen sich auf eine Übergrenze von 5 Millimeter. Also das ist doch noch sehr gut sichtbar mit dem Auge. Warum 5 Millimeter, fragen sich jetzt vielleicht die ein oder anderen.
Martin Puntigam Also das ist zum Beispiel, wenn man neue Socken kauft und man beißt dieses Kunststoffband, mit dem die Socken zusammengetackert sind. Man beißt das auf und es bleibt das kleine Querstück im Mund und man spuckt es irgendwo hin. Das wäre quasi schon ein Stück Mikroplastik.
Alina Majcen Ja, ich glaube schon. Können gut passen. Ursprünglich haben wir diese 5 mm genommen, um die Plastikpellets zu inkludieren. Das ist ja die Basis, dieses Granulat, aus dem dann ganz viele Plastikprodukte hergestellt werden. Die haben meistens eben einen Durchmesser von 5 mm und um die zu inkludieren, hat man das als Größenbegrenzung mit hineingenommen.
Martin Puntigam Also das ist das, was in einer Fabrik, wenn man Schalen, Heferl, Töpfe herstellt, dann kommt ein Sack in einer entsprechenden Farbe, wird dann in die Maschine eingefüllt und daraus wird dann das Objekt aus Kunststoff gefertigt. Das kommt aber in dieser Pelletform ursprünglich in die Fabriken.
Alina Majcen Genau, ganz häufig ist das der Fall. Dann gibt es noch die Unterscheidung zwischen Mikroplastik und Nanoplastik. Und meistens sagt man, dass bis zu einem Mikrometer noch das Mikroplastik zählt und alles, was kleiner ist, zählt dann zum Nanoplastik.
Martin Puntigam Und der Unterschied in der Wirkung ist was?
Alina Majcen Der ist sehr groß, denn natürlich, je kleiner die Partikel sind, im Verhältnis dazu ist die Oberfläche viel größer. Und die Eigenschaften verändern sich dann natürlich auch durch die Partikel. Und ebenso auch die Auswirkungen auf uns, auf die Umwelt, auf den Mensch, auf Tiere. Und auch die Analyse ist natürlich betroffen, denn so ein Partikel von 5 mm Größe kann man doch nochmal ganz anders analysieren als Partikel im Nanometer-Bereich.
Martin Puntigam Du sagst in diesen Workshops, da habt ihr eine Methode entwickelt mit fluoreszierenden Produkten. Farbstoffen, dass man das sichtbar machen kann. Was genau machen denn die Kinder und wie reagieren sie darauf, wenn sie tatsächlich in einer Sand- oder Erdprobe dann was Leichten sehen?
Alina Majcen Also meistens haben wir Sedimentproben vom Meeresufer genommen oder auch von Flussufern und die dann aufbereitet im Labor und das war schon mal das erste schöne Erlebnis, denke ich, für die teilnehmenden Schüler und Schülerinnen in einem echten Labor stehen zu können bei uns.
Martin Puntigam Und was heißt Aufbereiten? Was macht man da, wenn man was aufbereitet?
Alina Majcen Erstmal sieben, um die großen Steine aus der Probe zu entfernen. Dann machen wir eine Dichteseparation, um alle Sedimentkörner, die sind natürlich viel schwerer wie Plastik, dass die absinken, sodass man dann eben ein Medium hat, wo obendrauf nur noch die Plastikpartikel und organisches Material aufschwimmt, dass man da einfach das Probenvolumen schon verringert.
Alina Majcen Und dann färbt man das Ganze ein eben mit Nilrot, das ist ein Fluoreszenzfarbstoff. Der färbt spezifisch nur Plastikpartikel ein. Das ist ganz eine feine Eigenschaft. Und mit UV-Licht fluoresziert er dann natürlich auch ganz schön.
Martin Puntigam Und heißt warum Nilrot?
Alina Majcen Das weiß ich gar nicht. Das müsste ich mal nachschauen.
Martin Puntigam Schreiben wir dann in die Shownotes, ob das tatsächlich mit Nil was zu tun hat oder ganz eine andere Ursache. Und wenn die Kinder dann in dieser, das ist wahrscheinlich ein mehrstündiger Prozess, aber halt nicht 10 Stunden, aber eineinhalb Stunden oder zwei Stunden, bis das halt dann fertig ist und wenn die dann sehen, in der Probe, in der man eigentlich ursprünglich keine Plastik- oder Kunststoffpartikel oder Teilchen gesehen hat, sieht man die auf einmal, wie reagieren die denn da drauf?
Alina Majcen Viele sind dann überrascht, dass da tatsächlich was drinnen ist, weil ich lasse sie davor natürlich mit bloßem Auge die Probe untersuchen und es ist aber in dieser Größenordnung ganz schwierig, die Partikel mit dem bloßen Auge zu sehen Und viele sind dann überrascht, dass da doch Plastik drinnen ist und sehen irgendwie auch die Problematik der Analyse.
Alina Majcen Also wir sprechen ganz viel darüber, warum ist es eigentlich so schwierig, Mikroplastik zu analysieren, wo sind da die Knackpunkte. Und ich glaube, das wird ihnen dann wirklich erst bewusst, wie schwierig das ist und wie viele Schritte das benötigt.
Martin Puntigam Einer der Gründe, warum man gut darüber sprechen kann, ist eben der Name Mikroplastik. Das ist eingängig, das kann man sich sofort merken. Seit wann hat denn das einen Namen in der Forschung? Seit wann beschäftigt man sich denn mit Mikroplastik? Und seit wann ist es als Problem erkannt?
Alina Majcen Das ist ganz unterschiedlich. Im Meer ist es das erste Mal aufgekommen, glaube ich, schon in den 1960er, 70er, 80er Jahren, aber sehr vereinzelnd. Erst in den letzten Jahrzehnten ist es dann vermehrt auch in der Forschung, aber auch medial in den Fokus gerückt. Am Land sind wir ein bisschen hinten nach mit der Forschung.
Alina Majcen Da würde ich sagen, sind seit 10 bis 20 Jahren gelungen. Viele Forschungsprojekte.
Martin Puntigam Weil das wird tatsächlich assoziiert, Mikroplastik gibt es im Meer, ist ein großes Problem, die Fische fressen das und dann kommt es in die Nahrungskette und irgendwann einmal kommt es auch in uns Menschen. Aber wenn man es sehen kann, wenn man es färben kann, wenn das so leicht ist, dass es als Mikroplastik definiert ist oder gar als Nanoplastikpartikel, dann kann man es natürlich auch sehr gut einatmen.
Martin Puntigam Bevor wir auf die Folgen zu sprechen kommen, was das für Lebewesen bedeutet, ganz kurz noch die Herkunft von Mikroplastik. Weil es ist ja kein Industriezweig, dass man irgendwo eine Fabrik hinbaut, die Mikroplastik erzeugt. Wo kommt denn das her, was wir heute als Mikroplastik identifizieren und was in der Regel eigentlich niemanden in der sogenannten Umweltfreude bereitet, sondern was wir als Problem wahrnehmen müssen?
Alina Majcen Also es gibt schon die Fabriken, die tatsächlich Mikroplastik herstellen.
Martin Puntigam Aber sie stellen nicht Mikroplastik her, damit sie es in der Umwelt verteilen, sondern weiter verarbeiten dann.
Alina Majcen Sondern häufig eben, um diese Plastikpellets herzustellen, aber auch um Schleifkügelchen, zum Beispiel für Sandstrahler herzustellen oder früher sehr häufig genutzt in der Kosmetikindustrie, in Peelings, aber auch für Farben und Lacke, auch für Nagellack. Dass wir wieder in der Kosmetik, wird eben häufig schon kleines Mikroplastik produziert.
Alina Majcen Das ist aber tatsächlich in Relation sehr gering, die Mengen. Viel häufiger sprechen wir von einem sekundären Mikroplastik. Das entsteht eben von großen Plastikprodukten, die dann eben mit der Zeit verkleinert werden. Entweder durch Wind, Wellen, Wetter, UV-Strahlung oder auch mechanisch zum Beispiel durch Abrieb.
Martin Puntigam Also das, was Sand entstehen lässt, lässt im Wesentlichen auch Mikroplastikteile entstehen?
Alina Majcen Ja, genau.
Martin Puntigam Und das findet man, was wirklich erstaunlich ist, überall mittlerweile, oder?
Alina Majcen Genau, also mittlerweile hat man es in der Tiefsee nachgewiesen, aber auch in entlegenden Orten in der Antarktis oder auch in irgendwelchen entlegenden Bergseen hat man es schon gefunden. Hauptsächlich eben, weil es auch durch die Luft transportiert werden kann.
Martin Puntigam Das heißt, es ist es fast überall und wenn du sagst, durch die Zerkleinerung großer Objekte kommt es zu dieser Unmenge an Mikroplastik, Mikroplastik? Was sind denn da die Hauptursachen, warum es Mikroplastik gibt? Wo entsteht denn das am häufigsten? Gibt es da Charts? Kann man das rein?
Alina Majcen Ja, das kann man tatsächlich rein. Zum Beispiel hat das Fraunhofer-Institut eben auch einmal die Quellen herausgegeben und da zeigt sich auf Platz 1 absoluter Top-Spitzen-Mikroplastik-Produzent ist der Verkehr. Es ist vor allem der Reifenabrieb. Der macht mit großem Abstimmung den ersten Platz ab, aber es ist der Verkehr auch noch in weiteren Hinsichten äußerst relevant.
Alina Majcen Weil Platz drei wird schon durch den Abrieb von Bitumen verursacht und auch der Abrieb von Fahrbahnmarkierungen setzt wieder Mikroplastik frei. Also der Verkehr ist schon ganz weit oben mit dabei.
Martin Puntigam Also bedohnt man Asphalt im Wesentlichen und wenn man das zusammenrechnet, dann ist der Vorsprung als Produzent von Mikroplastikteilchen vom Straßenverkehr ja eigentlich uneinholbar. Also das ist ein Vielfaches von all dem, was es sonst noch gibt in dieser Reihung, oder?
Alina Majcen Ja, genau.
Martin Puntigam Darüber wird ja zunehmend gesprochen. Eckart von Hirschhausen hat vor zwei Ausgaben gesagt, es entsteht umso mehr Mikroplastik durch den Reifenabrieb. Je besser die Reifen wären, damit sie nicht so schnell abgefahren wären, sind sie so produziert und optimiert worden, damit der Reifenabrieb immer kleiner wird, was aber immer mehr Teilchen erzeugt.
Martin Puntigam Und wenn in der Öffentlichkeit Mikroplastik zur Sprache kommt, dann eben, weil es es im Meer gibt, als es es in den Fischen gibt, dann ist vor zwei Jahren, wenn ich mich sehr täusche, mit viel Pomp verkündet worden, dass Glitzer in Kosmetika verboten worden ist. Das aber an welcher Stelle ist, wenn der Straßenverkehrs-Dominant ist, ist ein Glitzer wahrscheinlich unter ferner Lieben, oder?
Alina Majcen Genau das, ja. Damals war es auf Platz 20, also fast vernachlässigbar.
Martin Puntigam Also wenn man über Mikroplastik redet und Vermeidung, müsste man in Wirklichkeit über Autoverkehr reden.
Alina Majcen Das auf jeden Fall, genau. Aber auch die Abfallentsorgung ist äußerst relevant. Also gerade in Deponien und diesen Ablagerungen entsteht sehr viel Mikroplastik und viele andere Punkte, die man vielleicht ändern könnten und die gar nicht so bewusst sind. Also gerade diese Pellets, dieser Rohstoff ist scheinbar nicht wertvoll genug, dass auch dort bei der Herstellung und bei dem Transport große Menge verloren gehen.
Alina Majcen Und was für mich total überraschend war, auf Platz 5 sind Sport- und Spielplätze durch diese Verwehungen von diesem Granulat im Kunstrasen. Auch etwas, was, glaube ich, die wenigsten in der Thematik schon mal gehört haben.
Martin Puntigam Ja, vor allem bei Kunstrasen kommt man ja eigentlich nicht so häufig unter. Also es sind auch diese Gummispielplätze und dort überall. Und wahrscheinlich auch von den Sohlen der Schuhe gibt es wahrscheinlich auch Material, das sie gibt. Gegenseitig abreibt und dann durch den Wind vertragen wird?
Alina Majcen Genau, Schuhe gehört auch dazu, ist auf Platz 7 also auch gar nicht so zu vernachlässigen.
Martin Puntigam Also man merkt es ja eben.
Alina Majcen Sogar tatsächlich mehr als das, was häufig gesagt wird, der Abrieb von Kunststoffverpackungen. Viele Menschen sagen, ja dann darf man halt die Flasche nicht mehr in die Wiese werfen. Das ist zwar auch relevant, das ist auf Platz 8 der meisten Mikroplastikquellen, aber die Schuhsohlen sind tatsächlich nochmal relevanter.
Martin Puntigam Also man soll jetzt dann trotzdem die Plastikflaschen nicht in die Wiese werfen. Und es hat natürlich einen Sinn, dass die Verschlusskappen mittlerweile nicht mehr in der Gegend herumfliegen. Offensichtlich war das an Stränden ein Riesenproblem, dass die Verschlusskappen dort einen Großteil des Mülls begonnen haben auszumachen.
Martin Puntigam Aber gehen müssen die Menschen ja. Man kann natürlich andere Arten von Schuhen wiederherstellen, die weniger Kunststoff in der Sohle haben und im Verbundmaterial, dann gibt es weniger Mikroplastik. Aber... Wenn man diskutieren möchte, dass man es einschränkt und der Straßenverkehr ist so mit großem Abstand der Hauptproduzent, nämlich der Reifenabrieb, die Fahrbahnen, die Fahrbahnmarkierungen und der Bremsbelag ist, glaube ich, auch nicht ganz unrelevant.
Martin Puntigam Jetzt ist ja schon, wenn es um Klimaschutz geht, der Straßenverkehr ein großes Hindernis, weil viele Menschen, die für Klimaschutz irgendwie dann doch zu begeistern werden oder Verständnis aufbringen, verlieren völlig das Verständnis, wenn es darum geht, Straßenverkehr oder Mobilität einzuschränken. Jetzt ist das das zweite große Problem, das uns der Straßenverkehr aktuell beschert, weil du ja Didaktikerin bist, wie kann man das unter Umständen so kommunizieren, dass die Menschen sich trotzdem damit beschäftigen möchten oder mitbekommen, dass das nicht irgendein Problem ist, das irgendwo entsteht und nichts mit ihnen zu tun hat, sondern dass sie, so wie beim Stau, nicht das Pech haben, dass sie in den Stau fahren, der plötzlich da ist,
Martin Puntigam weil er vom Himmel gefallen ist, sondern dass sie Teil davon sind und das mitproduzieren und wenn sie nicht da wären und andere nicht da wären, gibt es den Stau gar nicht. Gibt es da irgendwelche Ansätze oder Ideen, wie man Menschen dazu bringen kann, wahrzunehmen oder zu akzeptieren oder gar tätig zu werden, weil sie erkannt haben, das ist ein Problem, das so groß ist und sie verursachen es allein dadurch, selbst wenn sie das der Meinung sind, sie sind nette Menschen, die nachhaltig leben und Müll trennen, dass sie trotzdem zu diesem Riesenproblem die ganze Zeit allein durch die Art zu leben beitragen?
Alina Majcen Ich denke, da kann man dem entgegengehen, indem man einfach das Bewusstsein stärkt, ihnen vielleicht auch die Folgen und die Auswirkungen von Mikroplastik aufzeigt, auch auf die Quellen hinweist. Ich denke, dass gerade auch die Bevölkerung mit ihren Entscheidungen viel beeinflussen kann. Wir haben das gesehen bei der Kosmetikindustrie.
Alina Majcen Dort war vor ein paar Jahrzehnten in sehr vielen Produkten noch Mikroplastik. Das Ganze ist medial überall publik geworden und die Bevölkerung hat sich dazu entschieden, weniger Produkte mit Mikroplastik zu kaufen, sodass es heutzutage quasi in fast keinen Produkten mehr festes Mikroplastik gibt. Und ich denke, das kann man vielleicht auch nochmal erreichen, indem man das Bewusstsein stärkt.
Alina Majcen Nur dann braucht man natürlich auch die Alternative, die man verkünden kann. Generell finde ich es aber schwierig, das wieder auf die individuelle Persönlichkeit herunterzubrechen. Sondern ich denke, dass da einfach politisch viel mehr passieren müsste und man das nicht wieder auf ein Individuum ablagern sollte.
Martin Puntigam Also die Kosmetikartikel sind ein klassisches Problem, angesprochen mit Glitzer. Dann schminkt man sie und dann glitzert man halt ein bisschen. Aber im Vergleich zur Großproduktion von Kunststoff ist das natürlich vernachlässigbar. Und Kunststoff wächst ja auch nicht auf den Bäumen, sondern wird ja durch raffinierte fossile Brennstoffe hergestellt, also durch Erdöl im Wesentlichen.
Martin Puntigam Das heißt, das ist ja eine Umweltverschmutzung von Anfang bis Ende. Und man weiß das auch und das ist ja eine gewaltige Menge. Vor vielen Jahren ist mir das erste Mal, wahrscheinlich nicht nur mir, untergekommen, diese Bilder von der großen Plastikinsel, die... In einem Ozean oder in den Ozeanen, ich glaube, es gibt mehrere von diesen Inseln mittlerweile herumschwimmen, die so groß sind, wie dann kann man immer irgendwelche Länder- und Bundesländer-Vergleiche und man kriegt die nie wieder weg, weil die so massiv sind.
Martin Puntigam Das ist angsteinflößend, aber offensichtlich im Vergleich zu dem, wenn man die Menge an Mikroplastik summieren würde, wenig?
Alina Majcen Die Menge ist natürlich riesig, unvorstellbar riesig. Also allein letztes Jahr wurden vier bis fünfhundert Millionen Tonnen Plastik hergestellt. Ich habe irgendwo gelesen, das ist fast so viel, wie wir alle Menschen zusammen wiegen. Und rund ein Drittel, schätzt man, gelangt davon eben in die Umwelt.
Alina Majcen Unter anderem dann in die Meere, wo dann eben diese Strudel entstehen. Fünf große sind ja jetzt auch schon oft beschrieben und medial auch gut sichtbar. Was oft nicht erwähnt wird, ist dass zum Beispiel im Mittelmeer die Mikroplastikkonzentration deutlich höher ist. Man sieht halt diese kleinen Partikel nicht aufgrund ihrer Größe.
Alina Majcen Das macht das Ganze eben nicht zu so einem offensichtlichen Problem wie diese Müllstrudel, die natürlich auch bombastische Bilder, die medial sehr wirksam sind, ermöglichen. Das Problem ist aber eigentlich viel größer.
Martin Puntigam Also die Müllstrudel sind quasi die Pandabären des Plastikproblems und wenn es Startups gibt, wenn es Initiativen gibt, dass man Plastik wieder aus dem Meer holt, dann kriegen die auch oft mediale Aufmerksamkeit, was zudeckt, dass auf der anderen Seite eben politische Abkommen sind. Sie konsequent misslingern, was wiederum, wenn man sagt, sie misslingern, zudeckt, dass es Menschen und Firmen gibt, die ein großes Interesse haben zu verhindern, dass es ein sogenanntes Plastikabkommen gibt, dass nämlich weniger Plastik produziert wird und nicht, dass es besser verwertet wird und gesammelt wird, sondern dass man es überhaupt nicht herstellt, weil dann hat man die Probleme auch nicht, weil was es nicht gibt,
Martin Puntigam braucht man nicht wegräumen und damit muss man sich nicht auseinandersetzen. Aber ein sogenanntes Plastikabkommen, dass man aufhört, Plastik zu produzieren, weil es viel zu viel davon gibt, das kommt nicht zustande und das scheitert jedes Mal krachend. Woran liegt denn das im Detail?
Alina Majcen Meines Erachtens nach ist, glaube ich, die Lobbyarbeit der Plastikkonzerne einfach sehr, sehr gut aufgestellt. Also jeder der großen Konzerne besitzt mehrere eigene Lobbygruppen, Die dann eben auch bei diesen gesetzlichen Regelungen mit hineinreden und natürlich auch ihre Interessen vertreten. Die sind sehr stark. Für mich ein ganz skurriles Beispiel ist die USA.
Alina Majcen Dort wurde in Kalifornien und in Hawaii Plastiktüten verboten. Das hat natürlich dort die Plastikkonzerne nicht sehr gefreut. Die Lobby hat eingeschritten und mittlerweile ist in zehn Staaten das verboten, Plastiktüten zu verbieten, damit das eben nicht noch weiter Überhand nimmt. Und ich glaube, da ist einfach sehr viel Lobbyarbeit dahinter.
Alina Majcen Dasselbe hat man jetzt auch gesehen.
Martin Puntigam Also das liegt jetzt an dieser sehr schlechten US-Administration oder das hat schon eine längere Geschichte?
Alina Majcen Das hat auf jeden Fall eine längere Geschichte. Die spielen da schon sehr, sehr lange mit hier rein. Und die haben auch von Anfang an alle gemeinsam dieselbe Strategie. Ich glaube, das ist auch ein großer Pluspunkt dieser Lobbygruppen, dass das Plastik ja nicht das Problem ist, sondern das Individuum ist das Problem, das nicht recycelt.
Alina Majcen Und würde das Individuum gut den Müll wieder trennen und wegwerfen, wie es sich gehört, dann könnte man ja alles recyceln und das Problem wäre gelöst. Und ganz ähnliches hatten wir jetzt auch wieder in Genf, wo dieses Plastikabkommen gescheitert ist, vor allem durch eben die erdölexportierenden Staaten wie die arabischen Staaten, aber auch die USA, die eben dann gesagt haben, naja, wir brauchen eigentlich keine Beschränkung der Produktion, sondern wir müssen halt besser Müll entsorgen und damit löst sich alles.
Martin Puntigam Aber wenn man ja weiß, und du hast das ja schon erzählt, also man kann Dinge wegschmeißen in den Mistkübel. Es gibt in Städten wie Graz und Wien Mistkübel mit mehr oder weniger originellen Aufschriften. Dann entsorgt man es in den Mistkübel, dann kommt die Müllabfuhr. Wenn man mal zugeschaut hat, wie ein Mistkübel oder Müllcontainer entleert wird, dann wird das eh sachgemäß gemacht, aber trotzdem fliegt immer irgendwas in der Gegend herum.
Martin Puntigam Nicht nur der Geruch, also alles, was man riecht, ist ja ein Molekül, das in die Nase kommt, die irgendeine Trägersubstanz hat, das heißt, da ist ja schon was unterwegs, das nicht mit der Müllabfuhr weiterfährt, weil es durch die Nase in meinen Körper gekommen ist. Und wenn ich das Riechen abkönne, ist es wahrscheinlich auch schon in der Nähe oder im Gehirn gelandet. Dann kommt es auf die Deponie.
Martin Puntigam Dort wird besonders viel Mikroplastik erzeugt oder entsteht, dadurch, dass das dort herumliegt und den Umwelteinflüssen ausgesetzt ist. Wenn man das ja weiß, wie kommen die mit so einer einfachen Ausrede dann trotzdem noch durch?
Alina Majcen Eine gute Frage.
Martin Puntigam Wir kommen dann gleich dazu, was das in Lebewesen verursacht. Und zwar in Lebewesen unterschiedlicher Größenordnung, das ganz massive Auswirkungen. Dann ist es immer geschmäcklerisch weil die meisten Menschen sind ja dann doch gesund und wenn man gestorben ist viele Verstorbene sind den Menschen, die gerade noch Leben und Geld verdienen wollen, dann auch wieder egal im Produktionsprozess mit Gesundheitsargumenten, man oft nicht so gut weiter, weil die Leute nicht über Krankheiten reden wollen oder das runterspielen.
Martin Puntigam So wie man es ja jetzt in der Klimadebatte die ganze Zeit hat, dass Fehlinformationen verbreitet werden und Gefahren runtergespielt werden. So wird das bei Mikroplastik ähnlich sein. Und es gibt tatsächlich ja Webseiten, offizielle Websites in Deutschland, ein Amt für Risikobewertung sagt, Mikroplastik ist gar nicht so ein großes Problem.
Martin Puntigam Und wahrscheinlich, wenn man genauer reinliest, dann gibt es irgendwelche Einschränkungen und in dieser kleinen Sparte ist es vielleicht gar nicht so ein großes Problem, aber die Schlagzeile ist trotzdem, dass es kein großes Problem ist. Aber wenn die Firmen behaupten, dass die Menschen sammeln sollen und dann könnte man das alles aufbereiten, dann ist das ja nicht nur falsch, sondern dann müsste es ja jemand machen.
Martin Puntigam Und selbst da gibt es ja große Hemmnisse, oder?
Alina Majcen Ja, immer noch ist das Recycling viel teurer als Plastik neu zu produzieren und Kosten sind natürlich für jede Firma und auch für jede Marktwirtschaft irgendwie das Nummer eins Kriterium, nach dem gegangen wird. Da braucht es auf jeden Fall politische Maßnahmen, die das Einführen oder Einschränken und das Recycling stärker fördern würden und auch technologischen Fortschritt im Bereich Recycling.
Alina Majcen Das ist nämlich relativ schwierig, der Kunststoffrecycling. Das geht schon halbwegs gut bei unserer PET-Flasche. Viele andere Kunststoffe lassen sich nicht so einfach recyceln. Und da müsste es einfach politisch mehr Förderung geben und mehr Unterstützung.
Martin Puntigam Für die Forschung? Oder die Forschung gibt es schon, dass man die skaliert und industriell nutzbar macht?
Alina Majcen Ich denke beides.
Martin Puntigam Weil es wird ja... Kunststoff wird ja gesammelt, der gelbe Sack ist seit vielen Jahren, in Deutschland ist er sogar sprichwörtlich und der jetzige US-Präsident ist sogar zeitlang despektierlich so genannt worden und es ist eigentlich eher Verharmlosung dessen, was er so macht. Aber da wird ganz viel gesammelt, aber nur ein kleiner Teil davon kann tatsächlich wieder verwertet werden und der Rest wird dann doch wieder verbrannt.
Alina Majcen Ja, das große Problem sind oft die Verbundstoffe. Um Produkte oder Verpackungen noch besser zu machen oder noch mehr verschiedene Eigenschaften zu ermöglichen, werden dann verschiedene Plastiksorten miteinander verpresst. Und dann ist das Recycling eben schwierig. Nachdem jede Kunststoffsorte ja ihre ganz unterschiedlichen und eigenen Eigenschaften hat, müsste auch alle Sorten reingetrennt werden. Und das ist die größte Herausforderung, die wir gerade haben.
Martin Puntigam Geht das schon oder ist das ein Teil der Grundlagenforschung und man ist noch längst nicht so weit? Das heißt, selbst das Argument, wenn alle Menschen sauber sammeln würden und Kunststoffabfälle dem Recycling zuführen, könnte man es ja trotzdem nicht trennen, weil es rein technisch noch nicht möglich ist im großen Stil?
Alina Majcen Das kommt ganz darauf an, welche Plastiksorten wie miteinander verbunden sind. Viel einfacher wäre es, die Produkte wieder neu zu designen, zum Beispiel einen Joghurtbecher zu produzieren, der eben nur aus einer einzigen Plastiksorte besteht. Und das würde natürlich das System vereinfachen, wenn man eher in dem Design der Produkte wieder anbietet.
Martin Puntigam Anfängt, was zu ändern. Wenn man eben beim Kunststoff bleiben möchte, aber es gibt natürlich auch viele Ansätze, dass man überhaupt keine Plastikverpackungen mehr verwendet, weil wenn man eben keine verwendet, braucht man es ja nicht recyceln, dann hat man keine Probleme und es entsteht kein Mikroplastik, das, um jetzt letztlich tatsächlich auf die gesundheitlichen Konsequenzen zu kommen, das ist ganz gut erforscht und das ist sehr gespenstisch.
Martin Puntigam Ab und zu geistern da Meldungen durch die Medien, so und so viel Mikroplastik Die findet sie im Gehirn, glaube ich, so eine Scheckkartengrößeneinheit ist da einmal populär geworden in der Berichterstattung. Oder eben, dass die Fruchtbarkeit von jungen Männern so abnimmt, weil sie Mikropartikel in den Hoden wiederfinden und, und, und.
Martin Puntigam Aber das ist ja nur der spektakulärste Teil, der sie gut publizieren lässt von dem, was Mikroplastik in Lebewesen macht. Und wir Menschen sind ja bei Weitem nicht das einzige Lebewesen, das damit Probleme hat.
Alina Majcen Das stimmt. Das wirkt sich tatsächlich auf alle Lebewesen aus. Vor allem im Meer hat es sehr große Auswirkungen. Wir wissen mittlerweile aber auch an Land viele Auswirkungen und sogar Auswirkungen auf Pflanzen, also nicht nur auf tierische Lebewesen. Und natürlich auf uns Menschen hat es natürlich auch einige Auswirkungen.
Martin Puntigam Welche zum Beispiel?
Alina Majcen Bei Menschen sollte man zuerst vielleicht einmal entscheiden, um was es geht. Wenn wir uns dieses Mikroplastikpartikel anschauen, das noch relativ groß ist, dann können wir damit quasi eigentlich nichts anfangen. Also nehmen wir das über die Ernährung auf, dann wird das irgendwann ein, zwei Tage später auch wieder unseren Körper verlassen.
Martin Puntigam Ohne dass was passiert ist. Und wenn man gerade am Klo war, Stuhlgang, und man würde dieses Nilrot über das Produkt drüber gießen, dann könnte man das fluoreszieren sehen zum Teil.
Alina Majcen Mit viel Aufreinigung, ja. Aber ob das jemand machen möchte? Ja, aber es wird tatsächlich in der Richtung gerade geforscht. Das macht ein guter Freund von mir, sogar in Graz, der sich die Stuhlproben von Menschen genauer anschaut. Und inwieweit wir da eben Mikroplastik über die Ernährung aufnehmen.
Martin Puntigam Und wie viel dann wieder abgeben und wie viel drinnen bleibt.
Alina Majcen Genau. Das Aufnehmen ist schon ein bisschen schwierig, weil wir wissen natürlich auch wenig darüber, wie viel wir über die Ernährung aufnehmen. Gerade die Analyse ist sehr schwierig. Es geistert uns zwar immer irgendwelche Zahlen herum, wie eben man nimmt eine Checkkarte pro Woche an Plastik auf. Mittlerweile ist die Studie auch schon in Kritik geraten, dass die Hochrechnung viel zu hoch geschätzt ist.
Alina Majcen Konkrete Zahlen haben wir bis heute eigentlich nicht. Es ist aber klar, dass es auf jeden Fall eine Menge ist. Je nachdem, wie man eben analysiert und untersucht, welche Größen man irgendwie noch mit einbeziehen kann, kommt man eben auf ganz unterschiedliche Mengenangaben von Mikroplastik.
Martin Puntigam Aber es kommt in uns rein und bleibt teilweise auch in uns drinnen, solange wir leben.
Alina Majcen Zum Teil schon, gerade die kleineren Partikel können eben aufgenommen werden, vor allem bei Nanoplastik ist es dann das Problem und dort wissen wir mittlerweile, dass sie in unseren Organen sind, also in der Herz, in der Niere, Milz, Lunge, wurden überall schon Mikroplastikpartikel gefunden, natürlich im Darm und seit neuestem ist eben auch klar, dass wir Mikroplastik im Gehirn haben.
Martin Puntigam Aber wie kommt das dorthin? Weil es gibt ja Blut-Hirn-Schranke und da sollen ja Substanzen, die im Gehirn nichts verloren haben, eigentlich nicht hineinkommen.
Alina Majcen Ja, eigentlich sollte ins Gehirn natürlich nichts, aber wir wissen, dass die Konzentration im Gehirn weitaus größer ist als in anderen Organen. Und es scheint so, als ob Cholesterin ein entscheidender Faktor wäre, der wie so ein trojanisches Pferd das Mikroplastik umhüllt, umlagern kann und dadurch eben dann das Mikroplastik ins Gehirn gelangt.
Martin Puntigam Also das Mikroplastik ist versteckt in... Einer Kugel Cholesterin und das Cholesterin, das hat einen Passierschein, kommt am Türsteher vorbei ins Gehirn und dann kann sich das Mikroplastik oder das Nanoplastik im Gehirn ablagern?
Alina Majcen Das nimmt man gerade an, aber es ist natürlich auch ganz aktuelle Forschung.
Martin Puntigam Und das ist auch schwierig zu beforschen, weil das Gehirn nach Nanoplastik oder Mikroplastikpartikeln zu untersuchen, bedeutet ja in Wirklichkeit zu obduzieren, oder?
Alina Majcen Genau, also das geht natürlich nur mit Personen, die leider verstorben sind.
Martin Puntigam Und welche Mengen findet man da in den Gehirnen von verstorbenen Menschen?
Alina Majcen Das ist ganz unterschiedlich. Bei einer Studie haben Sie jetzt angegeben, durchschnittlich waren das, glaube ich, 6 Gramm pro Person. Aber gerade bei Personen mit Alzheimer, deswegen bringt man jetzt Mikroplastik oft mit Alzheimer auch in Verbindung, steigt das an. Da hatten Sie sogar einen Fall mit 60 Gramm Mikroplastik im Gehirn.
Alina Majcen Das ist aber auch nur jetzt eine Studie. Wie viel allgemeinbar das ist? Schwierig.
Martin Puntigam 6 Gramm, was wäre das ungefähr? als Objekt?
Alina Majcen Ein Teelöffel voll.
Martin Puntigam Ein Teelöffel, das heißt um das Wortspiel zu bedienen da hat man den Löffel abgegeben, aber hat ihn noch?
Alina Majcen Genau das, ja.
Martin Puntigam Das ist eine große Menge, wenn man das zusammensetzt. Das ist natürlich eine große Oberfläche. Was macht denn das in Menschen tatsächlich, um jetzt bei Menschen zu bleiben und dann wieder auf andere Lebewesen, die kleiner sind als wir, bis hin zu den Pflanzen zu kommen? Was macht das in uns Menschen, wenn sie Mikroplastikpartikel in unseren Organen anreichern?
Alina Majcen Da haben wir auch eben wieder ganz unterschiedliche Aspekte. Wenn wir die Partikel anschauen, die klein genug sind, können die sich zum Teil sogar in unsere Zellmembranen einlagern. Dort beeinflussen sie die Stabilität und das kommt häufig zu Entzündungsreaktionen. Also da ist man sich mittlerweile relativ sicher, dass eben gerade diese Mikroplastikpartikel Entzündungsreaktionen hervorrufen können.
Alina Majcen Wie ich aber schon erwähnt habe, ist eigentlich das Plastik, wenn es groß genug ist, gar nicht das Problem, weil wir können damit per se im Körper nichts anfangen und wir können das auch nicht zerkleinern oder noch weiter aufspalten. Vielmehr sollte man dann mit einbeziehen, dass Mikroplastik ganz spezielle Eigenschaften hat.
Alina Majcen Oft ist oder fast alles Plastik ist sehr hydrophob, also wasserabweisend, fettliebend. Das sind ganz andere Eigenschaften wie unsere Umwelt, die eigentlich sehr wasserbasiert ist. Das führt einerseits dazu, dass Mikroplastik wie so kleine Schadstoffmagnete wirken in der Umwelt, wo eigentlich wir alles sehr wässrige Basis haben. Es sind viele Kohle.
Alina Majcen Die eben hydrophob sind, vorhanden.
Martin Puntigam Das heißt, das Mikroplastik sorgt dafür, dass Substanzen in der Umwelt sind, die eigentlich nicht gut wasserlöslich sind, sie an diese Mikropartikel anpappen und dann mit denen auf Reise gehen?
Alina Majcen Ja, genau. Genauso passiert es. Und es sind viele giftige Substanzen, zum Beispiel Dioxine, aber auch die polychlorierten Bifenyler oder die PAX, also polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die eben viele negative gesundheitliche Auswirkungen haben können.
Martin Puntigam Das sind natürlich für dich alles als Chemikerin Wörter, mit denen du was anfangen kannst und Begriffe. Aber Pax, Pax ist der Sattel zwischen Steiermark und Kärnten. Wenn man sich nicht in Chemie gut auskennt oder Bifilene, was ist das? Wo kommt das her und wo kommt das hinein? Warum gibt es das in unserer Umwelt?
Alina Majcen Das entsteht oft in der Industrie. Zum Beispiel bei unvollständigen Verbrennungen können diese Packs freigesetzt werden und auch die polychlorierten B-Venyle werden häufig genutzt in der Industrie, zum Beispiel als Weichmacher, aber auch als sonstige Zusatzstoffe für Kunststoffe in Lacken, in Dichtungen, also mehr in dem Bereich.
Martin Puntigam Und dort haben sie natürlich auch einen Sinn oder zumindest kann man die Verwendung gut erklären und brauchen, aber in unserem Körper sollten sie nicht kommen oder an die Körper anderer Lebewesen und die kommen aber dadurch besser hinein, weil sie sie an diese Nano- oder Mikroplastikpartikel anheften können.
Alina Majcen Ja, genau. Und im Körper haben wir natürlich auch sehr viel Wasser, aber wir haben auch sehr viel Fett. Und dort lösen sich diese Schadstoffe dann natürlich auch weiterhin gut und bleiben dann auch lange im Körper und können sich zum Teil dort auch anreichern.
Martin Puntigam Wir können dann für Enttündungen sorgen und Enttündungsprozesse sind ja, das war ja auch nicht immer klar, aber das weiß man jetzt dann doch schon etliche Jahre, nicht ganz harmlos gewesen.
Alina Majcen Genau. Sie können da diverse Auswirkungen haben. Nicht nur Entzündungsreaktionen, sondern auch krebserregend sind einige dieser Stoffe. Und zusätzlich zu diesen Stoffen wird ja Plastik auch noch eigene Zusätze hinzugegeben. Die haben ja auch noch weitere Auswirkungen. Denn teilweise sind bis zu sieben Prozent im Plastikprodukt eigentlich Additive.
Alina Majcen Das sind dann Weichmacher, um was elastisch zu machen oder irgendwelche Flammschutzmittel, damit etwas geschützt ist oder irgendwelche Beschichtungen, dass man es auch outdoor-mäßig benutzen kann. Und diese Zusatzstoffe sind häufig auch nochmal wirksam, vor allem hormonell wirksam und können da das ganze Hormonsystem ein bisschen durcheinander bringen.
Martin Puntigam Und das ist natürlich, wie so oft, in der Menge unangenehm bis gefährlich. Also ein bisschen was davon kann der Körper wahrscheinlich ganz gut wegstecken. Aber eben diese Unmenge, die mittlerweile über die Erde verteilt vorkommt, das macht das Ganze problematisch. Und ein anderes Problem ist, es gibt nämlich, dass zu viele Antibiotika unterwegs sind.
Martin Puntigam In Abwässern findet man ja viele Rückstände davon. Die verstehen Sie mit Nanopartikeln auch ganz hervorragend?
Alina Majcen Eigentlich nicht, weil Antibiotika sind wasserlöslich. Da zählt eher die Verwitterung von Mikroplastikpartikeln hinzu. Also gerade in der Natur, vor allem in Gewässern, können sich Biofilme drumherum lagern. Und die ermöglichen dann auch, dass eben Antibiotika oder sonstige wasserlösliche Stoffe sich auch noch an den Partikeln bilden können.
Alina Majcen Und da zählt natürlich vor allem das Mikroplastik aufgrund seiner großen Oberfläche im Vergleich zur Größe. Also dieses Verhältnis ist natürlich sehr groß und an dieser großen Oberfläche kann sich dann eben ganz viel heften.
Martin Puntigam Und das ist ja möglicherweise sogar... Ich glaube, da laufen die Forschungen möglicherweise sogar die größere Gefahr, nämlich dass diese Partikel so große Transportvehikel sind für alles Mögliche, was wir eigentlich in unserem Körper zumindest in höherer Konzentration nicht drinnen haben sollten. Wenn das sie in Gewässern zum Beispiel anreichert, dann werden ja viele Gewässer geklärt.
Martin Puntigam Eigentlich könnte man das ja rausfischen wahrscheinlich. Also wenn man es anfärbeln kann, um es sichtbar zu machen, wird es wahrscheinlich auch möglich sein, das rauszufischen. Dann könnte man es ja eigentlich sachgemäß entsorgen und dann wäre ja viel Mikroplastik einfach weg.
Alina Majcen Ja, so einfach ist es leider nicht. Gerade durch die kleine Größe können wir die Partikel nicht einfach finden. Und auch durch das Anfärben kann man ja nur größere Partikel sichtbar machen. Sobald wir dann in ein kleineres Spektrum kommen, ist das mit dieser Methode auch nicht mehr möglich. Gerade in den Kläranlagen haben wir zwei Varianten. Entweder die Partikel sind so klein, dass sie in den Filteranlagen nicht herausgefiltert werden können.
Alina Majcen Das heißt, sie landen in unserem Trinkwasser oder im Fluss oder wo auch immer das Abwasser der Kläranlage hingeht. Und der Rest wird aufbehalten im Klärschlamm. Und dieser Klärschlamm wird dann häufig wieder auf Böden ausgebracht. Und dadurch gelangt dann Mikroplastik wieder in die Natur und in die Umwelt.
Martin Puntigam Da hätten wir es eigentlich schon einmal dingfest gemacht. Und ohne Not, also der Klärschlamm ist natürlich ein Abfallprodukt. Wenn man das die ganze Zeit sammeln würde, dann würden ja riesige Gebirge entstehen irgendwann einmal. Aber es wird wieder aufgebracht. Also das, was man eigentlich rausfischt, verbreitet man dann wieder gezielt. aber halt nicht im Meer, sondern am Land.
Martin Puntigam Und dann ist es halt irgendwo in der Erde, aber hat auch wieder gute Chancen, dass er sich von dort über den Wind wieder ins Meer verteilt.
Alina Majcen Ja, natürlich ins Meer, auch über Flüsse und gerade den Regen, über das Gewässersystem, das ja doch zusammenhängend ist. Aber auch am Land hat es ja große Auswirkungen. Die Auswirkungen enden ja nicht im Meer.
Martin Puntigam Zum Beispiel, welche Auswirkungen sind das?
Alina Majcen Vor allem ändert sich die Bodendurchlässigkeit und dort haben wir viele Organismen, die für die Fruchtbarkeit der Böden relevant sind, wie die Regenwürmer, die dann eben diese Partikel aufnehmen und auch negativ beeinflusst werden. Und man geht auch davon aus, dass die mikrobiologischen Organismen in den Böden mittlerweile durch Mikroplastik beeinflusst werden.
Alina Majcen Und in dem Moment, wo wir die Fruchtbarkeit unserer Böden verändern und negativ beeinflussen, wirkt sich das natürlich auch auf unsere landwirtschaftliche Produktion aus.
Martin Puntigam Man lässt sich auf die Ernährung, also wie viele Nahrungsmittel da sind oder die Kehrseite davon heißt Hunger. Und das ist natürlich ein Riesenproblem. Jetzt ist es eh schon oft zu trocken oder es gibt gewaltige Überschwemmungen, Extremwetterereignisse, es ist viel zu warm. Also es ist eh schon die Landwirtschaft unter großem Druck und jetzt kommt das Mikroplastik noch dazu.
Martin Puntigam Das heißt, in Wirklichkeit gibt es ja kaum eine positive Seite, wenn Kunststoff einmal Mikro- oder Nanopartikel wird. Aber... Man findet das ja mittlerweile offensichtlich nicht nur in Menschen, die schon eine Zeit lang auf der Welt sind, sondern schon in welchen, die noch gar nicht geboren sind. Ist das tatsächlich so?
Alina Majcen Ja, tatsächlich. Es kann mittlerweile durch die Plazenta übergehen. Und das ist ein Punkt, der mir persönlich sehr wichtig ist, dass generell Frauen mehr von Mikroplastik betroffen sind als Männer. Und das hat zwei große Gründe. Das ist einerseits biologisch. Biologisch haben Frauen einfach einen höheren Körperfettanteil im Durchschnitt.
Alina Majcen Wir haben es ja schon gehört, die ganzen Additive, auch die hormonell wirksamen Substanzen, die sind oft fettlöslich. Das heißt, die lagern sich natürlich im Fettgewebe mehr ein und dadurch ist eine Frau einfach biologisch schon mal mehr betroffen.
Martin Puntigam Das heißt, wenn man als Mann sicher sein möchte, muss man sich mit möglichst vielen Frauen umgeben, dann hat man einen geringeren Mikroplastikanteil im Körper.
Alina Majcen Das funktioniert nicht. Und ein anderer großer Punkt sind immer noch irgendwo die tatierten Geschlechterrollen. Also wenn wir uns anschauen, wo vor allem Frauen in Entwicklungsländern nach wie vor tätig sind, dann ist es in der Sortierung, Entsorgung und der Produktion auch von Plastikprodukten. Es ist immer noch die Hausarbeit und Reinigungsarbeiten.
Alina Majcen Die Hygieneprodukte sind oftmals vernachlässigt, aber super relevant. Sowohl in Tampons als auch in Binden befindet sich Plastik, das dann auch in Form von Plastikpartikeln in den Körper übergehen kann. Wir haben auch wieder diese ganzen hormonellen Zusatzstoffe, die in diesen Produkten enthalten sein können.
Alina Majcen Und viele Frauen arbeiten nach wie vor in der Textilindustrie und ein Großteil unserer Kleidung ist mittlerweile aus Polyester, also aus Kunststoff und gerade beim Nähen und Verarbeiten entstehen viele kleine Plastikfasern und mit fehlenden Arbeitsschutzmaßnahmen werden die dann eben eingeatmet. Und wir wissen, dass Frauen eben auch gerade in Textilfabriken häufig ein hohes Risiko an Brustkrebs haben durch ihre Tätigkeiten, Und wir wissen aber auch, dass Frauen gerade auch in ihrer sehr sensiblen Phase, also während der Pubertät, aber auch während der Schwangerschaft von diesen hormonell wirksamen Substanzen stark beeinflusst werden.
Alina Majcen Und die können über die Plazenta dann eben auch schon auf ein Ungeborenes übergehen.
Martin Puntigam Und dann kommt das Baby auf die Welt und hat tatsächlich schon Mikroplastik drinnen, obwohl es... Noch keinen einzigen Atemzug getan hat?
Alina Majcen Ja, manchmal schon und spätestens über die Muttermilch können Partikel auch übertragen werden.
Martin Puntigam Jetzt entstehen viele von diesen Partikeln, weil wir in einer Welt leben, in der Kunststoff einen hohen Stellenwert hat. Das hat natürlich einerseits große Vorteile. In der Intensivmedizin ist es gut, dass es viele Plastikgegenstände gibt, mit denen Leben gerettet werden kann. Gleichzeitig ist es halt ein Riesengeschäft über Erdölförderung und Weiterverarbeitung und deshalb ist ja auch die Lobbyarbeit so massiv, damit es immer mehr Kunststoff gibt und nicht weniger.
Martin Puntigam Das sind viele Dinge, die man brauchen kann oder die man verwenden kann oder die man zumindest rechtfertigen kann, aber Kunststoffpartikel kommen auch dadurch in die Welt durch etwas, was man eigentlich ganz leicht vermeiden könnte, was aber eigentlich noch immer mehr oder weniger zum guten Ton gehört, nämlich wenn man Zigaretten raucht, bleiben, wenn man sie nicht filterlos raucht, Filter über und die werden noch immer sehr gerne auf den Boden geschmissen, ausgetreten und dann liegen gelassen.
Martin Puntigam Das ist eine Riesenanzahl an Chickstummeln, sagt man in Österreich dazu, die anfallen. Und die sind in Bezug auf Mikroplastik offensichtlich auch nicht ganz unproblematisch.
Alina Majcen Ja genau, das ist eine riesengroße Menge. Die Filter sehen zwar aus, als ob sie aus Papier wären, sie sind aber aus Zelluloseacetan, zwar auf Zellulosebasis, aber es ist und bleibt ein Kunststoff. Und der zersetzt sich dann gerade mit den Umwelteinflößen in ganz viele kleine Fasern. Und das ist dann wieder Mikroplastik.
Alina Majcen Und wenn man sich anschaut, dass eigentlich zwei Drittel der weltweit gerauchten Zigaretten einfach so in der Natur landen, oft wahrscheinlich gar nicht mit bösen Absichten, sondern aus Unwissenheit heraus, dann ist das eine immense Menge an Mikroplastik, die da auch entsteht. Und zusammen mit den Umweltgiften, die ja diese Partikel aufnehmen können, entsteht ja auch durch das Rauchen viele Gifte, die in diesen Filtern gespeichert werden, dass dann Arsen drinnen, Blausäure oder auch eben Schwermetalle wie Blei entstehen.
Martin Puntigam Die transportieren viele Giftstoffe, die dann später ins Grundwasser kommen können und werden selber dann unter anderem zu Mikroplastik- oder Nanoplastikpartikeln zersetzt und der Zigarettenstummel, von dem man denkt, man wirft ihn weg und dann ist er in ein paar Monaten weg, der kann in Wirklichkeit ein langes Leben haben.
Alina Majcen Genau. Das ist leider oft die Unwissenheit. Das haben wir in Kroatien oft gesehen. Da haben wir mit einigen Schülern und Schülerinnen immer wieder den Strand gesäubert, nachdem wir uns die Felsküste genauer angeschaut haben. Und gerade in den touristischen Gebieten ist die Felsküste leider voll von Zigarettenstummel.
Alina Majcen Und das konnte man wöchentlich wiederholen, weil einfach so viele Zigarettenstummel da hinzukommen.
Martin Puntigam Jetzt sagst du, und das ist ja ähnlich wie beim Klimaschutz, den man ja eigentlich Schutz der Lebensgrundlagen nennen müsste, weil das Klima selber gibt es halt in irgendeiner Form, aber viele Lebewesen gibt es dann nicht mehr, wenn wir weiterhin die Erderwärmung vorantreiben. Wenn das ein Problem ist, das man politisch lösen muss und wenn der politische Lösungswille so klein ist, unter anderem aufgrund von massiver Lobbyarbeit.
Martin Puntigam Wenn man sich das jetzt anhört, was wir besprochen haben in der letzten Stunde. Und man möchte was unternehmen. Gut, dann kann man nicht rauchen, man kann Gesetzesinitiativen versuchen zu unterstützen, die zumindest das Rauchen in Freibädern oder Spielplätzen, wo es ja noch immer erlaubt ist, untersagen.
Martin Puntigam Aber was kann man denn als Mensch tatsächlich machen, wenn man gern hätte, dass es weniger Mikroplastik gibt, weil man das selber nicht im Körper haben möchte und nicht im Körper seiner Kinder oder seiner Haustiere?
Alina Majcen Auf der individuellen Basis kann man natürlich schauen, wo kann ich Plastik im Alltag einfach vermeiden. Das fängt schon an, das geht in Österreich ja ganz gut, seine Lebensmittel auf einem Bauernmarkt einzukaufen, wo man dann die Lebensmittel auch unverpackt bekommt, also wo man einfach auf diese Plastikverpackungen verzichten kann.
Alina Majcen Das geht, denke ich, relativ einfach. Wenn man bedenkt, wie viel durch den Verkehr entsteht, kann man natürlich auch dort ein bisschen schauen, ob man wirklich jede Strecke mit dem Auto zurücklegen muss oder nicht ab und zu auch mal zu Fuß gehen kann. Letztendlich sind das aber nur sehr, sehr kleine Auswirkungen, die wir haben.
Alina Majcen Ich denke, da müssen wir eigentlich mehr auf gesellschaftliche Veränderungen hinarbeiten und die gehen einfach nur über einen politischen Weg. Und da müssen wir einfach mehr, vielleicht auch bei der nächsten Wahl bedenken, dass dieses Thema relevant ist und sich vielleicht dafür einsetzen, dass auch die Hersteller eine gewisse Verantwortung übernehmen.
Alina Majcen Weil bisher können viele Plastikkonzerne und Plastikherstellende Firmen tun und lassen, was sie möchten und vielleicht wird so eine Herstellerverantwortung da etwas bewirken.
Martin Puntigam Jetzt haben wir viel darüber geredet, wie Mikroplastik hergestellt wird, wie es in der Welt verteilt, wie es in den Lebewesen verteilt wird. Selbst in Pflanzen zu finden ist und was das alles für Auswirkungen haben kann. Aber nicht nur bei Blödmännern und Frauen kommt das Argument, dass das zwar alles sein kann, aber wir wissen es nicht genau.
Martin Puntigam Wo kommt denn dieser Einwand her?
Alina Majcen Wir haben natürlich keine Referenzprobe. Nachdem mittlerweile Mikroplastik überall verteilt ist, ist es auch überall bei uns im Körper und in jedem drinnen. Wir haben also keine Person auf dieser Welt mehr, die kein Mikroplastik in sich trägt und wir können Gott sei Dank nicht Personen in einen sterilen Raum geben und dort aufwachsen lassen, um irgendwie eine Kontrollgruppe zu haben.
Martin Puntigam Es gibt nur Menschen mit Mikroplastik im Körper und wenn man es sich leicht machen möchte, dann sagt man, das kommt gar nicht daher, weil es eh alle haben, sondern das hat andere Ursachen.
Alina Majcen Man könnte es, man kann es natürlich nicht darauf zurückvollziehen, ob wirklich ADHS, Fettleibigkeit und Unfruchtbarkeit durch Mikroplastik und die Zusatzstoffe entsteht oder weil wir zu viel Zucker konsumieren oder uns zu wenig bewegen und zu viel sitzen. Wir haben natürlich Studien an Mäusen, wo wir das ganz gut nachvollziehen können.
Alina Majcen Wir haben auch schon die ein oder anderen Erkenntnisse mit Geweben des Menschen, wo wir das nachvollziehen können. Aber an den Personen direkt können wir Gott sei Dank noch keine Versuche machen.
Martin Puntigam Aber selbst wenn Mikroplastik- oder Nanoplastikteilchen nicht die Hauptursache von Krankheiten sind, die möglicherweise sogar das Leben beenden können, dann sind sie zumindest Teil von diesen vielen, vielen Umweltbelastungen, die mittlerweile auf uns Menschen einprasseln. Und je weniger Irritationen wir haben, je weniger Möglichkeiten wir haben, krank zu werden, desto besser ist es natürlich für uns.
Alina Majcen Ja, natürlich. Und Mikroplastik wird die nächsten Jahre nur noch mehr werden. Also sollten wir schauen, wie wir das vielleicht für die Zukunft verändern können.
Martin Puntigam So, vom Mikroplastik zu den Makromitteilungen. Eine ganz aktuell, der Auftritt im Musikclub Lennbach. Anfang November hat krankheitsbedingt verschoben werden müssen, wird am 29. November eben da nachgeholt. Da kann man also gleich nach der Adventkran 2 mit uns Weltuntergang feiern. Advent, das heißt vor allem auch, das Jahr neigt sich, was wiederum heißt, Bauernsilvester steht vor der Tür mit Ruth Grützbach, auch Florian Freisteter und mir.
Martin Puntigam Traditionell in Graz, Linz und Wien. Wir beginnen in Graz am 27. Dezember in der Listhalle, setzen am 29. im Arbeiterkammer Saal in Linz fort, um am 30. Dezember im Stadtsaal Wien abzuschließen. Denn am 31. Dezember ist das ganze Jahr zu Ende und wir beginnen in Graz am 27. Wir beenden es wie immer naturwissenschaftlich mit einem Jahresrückblick mit Dezember in der Listhalle.
Martin Puntigam Unserer Silvester-Show. Martin Moder, Florian Freistetter und ich kehren das Jahr hinaus, diesmal zweimal im Schauspielhaus Wien um 16 Uhr und um 19 Uhr. Dann ist 2025 vorbei und 2026 beginnt davor, aber und zwar noch diese Woche. Für alle, die den Podcast dann hören, wenn er erscheint, sind Florian Freistetter und ich mit unserem neuen Buch am 12.
Martin Puntigam November auf der Buchmesse in Wien zu sehen, ab 20.15 Uhr. Und am 21. November sind wir beide in Linz im Zirkus des Wissens zu sehen mit einem Spezialabend zum Jahr der Quantenphysik. Ebenfalls diese Woche, nämlich Donnerstag und Freitag, den 13. Und 14. November, spiele ich einmal allein. Deshalb ist es auch ein Soloprogramm namens Glückskatze und zwar im Kabarett Niedermeier. Mit unserer neuen Show Weltuntergang für Fortgeschrittene sind wir natürlich auch unterwegs.
Martin Puntigam Martin Moda, Florian Freistetter und ich etwa am 20. November in der Bühne im Hof in St. Pölten oder am 28. November in der AG Kultur. Beide Termine sind schon ausverkauft, aber wir kommen erstens jeweils wieder und treten dazwischen zweitens auch noch laufend wo auf. Etwa im März 2026 in Deutschland, am 23.
Martin Puntigam In den Wühlmäusen in Berlin, am 26. Im Filmtheater Schauburg, Dresden am 27. März 2026 im Kupfersaal in Leipzig und am 28. Dritten in der Puffbohne in Erfurt. Am Ende der Show gibt es keine Puffbohnen zu kosten, aber Bananenbrot, aromatisiert mit dem Weltuntergang, frisch gebacken von Florian Freisteter und dazu gibt es auch zwei wunderbare Science Busters Schokoladen, der Firma Zotter Big Rip und Big Crunch, die nach dem Ende des Universums schmecken.
Martin Puntigam Alle Termine und Infos unter sciencebusters.at slash Termine. Unser neues Buch haben wir natürlich auch immer mit dabei. Aus, die Wissenschaft vom Ende erschienen im Hansa Verlag, das Hörbuch gelesen, von niemand geringerem als Ralf Kaspers ist im Hörverlag herausgekommen. Science Busters for Kids, unsere Show für Jung und Alt spielen Martin, Moda und ich auch weiterhin und zwischendurch, so viel Zeit muss sein, aber da muss man in der Regel schnell sein mit dem Karten reservieren. 15.11.
Martin Puntigam Im Stadtsaal Wien ist etwas schon ausverkauft. Am 30.12. Gibt es noch ein paar Karten. Am 3. März im Stadtsaal Wien gibt es noch mehrere Karten. Davor sind wir am 15.1. im Posthof Linz. Am 25.1. im Orpheum Wien. Am 21. Februar in der VHS-Kulturgarage Seestadt Wien. Am 22. In der Kulisse Wien. Am 20.3. in Bruno im Brunn am Gebirge. und am 9.4.
Martin Puntigam In Weidhofen an der Ips und neu dazugekommen 10.4. Helmut-Listhalle in Graz, wo wir am Abend auch den Weltuntergang aufführen werden. Florian Freistetter ist ebenso solo unterwegs mit Sternengeschichten live. 2026 geht es in den Norden und Osten von Deutschland, erstmals auch in Österreich. Premiere ist am 29. Jena in der Kulisse Wien und dann Salzburg, Linz, Wörgl und Oberwaltesdorf.
Martin Puntigam Alle Infos zu allen genannten Terminen und mehr, zum Beispiel das Rezept fürs Bananenbrot oder die Links zum Online-Shop von Zotter und die Universums-Endschokolade zu erschwingen unter sciencebusters.at slash Termine, unter sternengeschichten.live oder unter puntigam.at.
Martin Puntigam Danke an die TU Wien und die Uni Graz, die die Produktion des Podcasts unterstützen. Danke an Alina Meizen für die Auskünfte rund um Nano und Mikroplastik. Danke fürs Zuhören, Downloaden, Streamen, Abonnieren, Bewerten, Empfehlen, Zerkleinern, Entsorgen, Nicht Anreichern, Nilrot färben, fluoreszieren lassen und dass man sonst noch alles mit einem Podcast anstellen kann und möchte.
Martin Puntigam Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.
Alina Majcen Für die.