Science Busters Podcast· Folge 114

Warum der 3D-Drucker der Zukunft nichts für Wuerschtl ist - SBP114

Montag, 29. September 2025 · 1 h 05

MP3

Shownotes

Über 3D Drucken mit Licht, fotogene Polymere und wie man Kristalle erfolgreich einsperrt
In Ausgabe 114 geht es um eingesperrte Kristalle, Synthese-Chemie, gespachtelte Energie und ab wann man sich schnell ein Handy drucken lassen kann, wenn man seines nicht mehr findet.

Rundum die [Forschung im Additive Manufacturing Team:]
8ias.tuwien.ac.at/katharinaehrmann) (ias.tuwien.ac.at/katharinaehrmann))

Mitmachlabor Website (tuwien.at/tch/mitmachlabor)

Austrian Young Physicist’s Tournament (aypt.at/en)

Nature Paper (nature.com/articles/s41467-025-64092-9)

Pressemitteilung der TU-Wien (tuwien.at/tu-wien/aktuelles/news/news/unsichtb…) dazu.

Stand der TCM Forschung (youtu.be/quxfCTtWE28) (der seriösen an Thermo-Chemischen-Materialien, nicht dem Eso-Quatsch)

Lektüre

Das neue Buch der Science Busters heißt "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) und erscheint am 14.10. im Hanser Verlag.

Zeitgleich gibt es im Hörverlag auch ein neues Hörbuch selben Namens, gelesen von Ralph Caspers (penguin.de/buecher/science-busters-aus-/hoerbu…).

Die Buchvorstellung gibt es am 14.10. um Uhr
in der Buchhandlung Thalia Wien (thalia.at/veranstaltung/detail/43321) - Landstraßer Hauptstraße 2a/2b, 1030 Wien

Unser Jubel-Buch, erschienen vor drei Jahren anlässlich 15 Jahre Sience Bustersgiltet noch immer: "Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt: Das große Jubelbuch der Science Busters" (amzn.to/3q8ZzWz). Erschienen bei Hanser (hanser-literaturverlage.de/buch/wissenschaft-i…).

Auftritte

Am 16.Oktober gibt es die Premiere der neuen Show “Weltuntergang für Fortgeschrittene” (oeticket.com/noapp/event/science-busters-weltu…) mit Martin Moder, Florian Freistetter und Martin Puntigam. Vorpremieren des neuen Programms gibt es auch am 1.10. in der Tischlerei Melk (wachaukulturmelk.at/de/programm/science-buster…), am 3. + 4.10. im Bruno in Brunn am Gebirge (bruno.at/veranstaltungen/740_science-busters-t…) und am 8.10. im Stand up Club Fischamend (standupclub.at/programm.php).

Nach der Premiere gibt es noch 2 weitere Shows im Stadtsaal Wien (stadtsaal.com/kuenstler/science-busters) am 23.10 & 15.11.

Danach geht es sofort auf Welttournée, beginnend am:

29.10. Posthof Linz (posthof.at/event/science-busters-weltuntergang…)

30.10. Helmut List Halle Graz (helmut-list-halle.com/event/science-busters-we…)

6.11. Orpheum Wien (orpheum.at/produkt/science-busters-weltunterga…)

7.11. im Musikklub Lembach (mkcl.at/event/science-busters), OÖ

20.11. Bühne im Hof St.Pölten (buehneimhof.at/de/programm-karten/science-bust…)

23.11. + 22.2.26 + 30.4.26 Kulisse Wien (kulisse.at/programm/?p=Weltuntergang-f%C3%BCr-…)

27.11. ARGEkultur Salzburg (argekultur.at/Event/17111/science-busters)

und am 5.12. im Rahmen des [Kabarett & Comedy Festivals in Krems}(kabarettundcomedyfestival.at/kabarettundcomedy…).

Am 21.11. spielen Florian Freistetter & Martin Puntigam einen Spezialabend zum Jahr der Quantenphysik im Zirkus des Wissens (jku.at/zirkus-des-wissens/projekte/science-bus…) in Linz.

Ende des Jahres gibt es wieder neue Shows des Bauernsilvester (sciencebusters.at/buehnenprogramme/bauernsilve…) mit Ruth Grützbauch, Florian Freistetter und Martin Puntigam in Graz, Linz und Wien & am 31.12. die Silvestershow mit Florian Freistetter, Martin Moder und Martin Puntigam im Schauspielhaus Wien

Im Frühjahr touren wir mit dem Weltuntergang wieder einmal in Deutschland, und zwar
am 23.03.2026 Wühlmäusen Berlin (wuehlmaeuse.de/veranstaltung/science-busters-w…)

26.03.2026 Filmtheater Schauburg Dresden (agentour.org/veranstaltung/science-busters_neu…)

27.03.2026 Kupfersaal Leipzig (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)

28.03.2026 Puffbohne Erfurt (agentour.org/programm/science-busters_neues-pr…)

SB4Kids aktuell digital in der ORF-Kids App, jede Folge zirka 10 Minuten. Analog gibt es die Show mit Martin Moder & Martin Puntigam am

29.10. Posthof Linz (posthof.at/event/science-busters-for-kids-1) 14.30 Uhr

*30.10. Helmut List Halle (helmut-list-halle.com/event/science-busters-fo…) 16.00 Uhr

23.11. Kulisse (kulisse.at/programm/?p=Science-Busters-for-Kids)

und am 15.11. + 30.12. im Stadtsaal Wien (sciencebusters.at/buehnenprogramme/science-bus…)

Glückskatze – das Solo v. & m. Martin Puntigam schnurrt auch 2025 wieder, am

13. & 14.11. in Wien im Kabarett Niedermair (niedermair.at/kuenstler/martin-puntigam)

Und wer schon für Herbst 2026 planen möchte, da kommt ab 10.11.2026 die Premiere im Theatercafé Graz, da gibt es Martin Puntigams neues Solo mit dem schönen Titel „Der Heilige Puntigam“

Martin Puntigam moderiert, bereits zum dritten Mal, das Goldene Brett (stadtsaal.com/kuenstler/wiener-skeptiker), den Negativpreis, mit dem Menschen und Organisationen ausgezeichnet werden, die mit wissenschaftlich widerlegten Thesen Geld, Ruhm oder Einfluss anstreben, obwohl sie es eigentlich längst besser wissen müssten. 25.10. im Stadtsaal Wien. Beginn 19.30 Uhr

Und Florian Freistetter geht mit “Sternengeschichten LIVE” auf Tour, das nächste Mal im Dezember in Essen, Düsseldorf, Dortmund und Berlin und 2026 dann auch im Norden und Osten von Deutschland und erstmals auch in Österreich; Premiere dort ist am 29. Jänner in der Kulisse in Wien und danach kommen Salzburg, Linz, Wörgl und Oberwaltersdorf. [Infos und Tickets}(sternengeschichten.live)

Alle Infos zu den Terminen unter sciencebusters.at und puntigam.at

Funk und Fernsehen

Die aktuelle Staffel ist seit Ende April fertig ausgestrahlt, jedoch noch ein halbes Jahr weltweit (!) abrufbar auf ORFON (on.orf.at/sendereihe/13886769/science-busters).

Die Science-Busters-Sendungen auf Radio FM4 findet man hier (radiothek.orf.at/podcasts/fm4/fm4-science-bust…).

Alle bisherigen TV-Folgen kann man hier auf DVD kaufen (shop.orf.at/orf/de/dvd/comedy/2482/science-bus…) oder bei Amazon (bit.ly/science_busters_amazon).

Kontakt und weitere Infos

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Fragen zur heutigen Folge und andere Fragen, die wir beantworten sollen, und hoffentlich können, an podcast@sciencebusters.at oder über Instagram oder Facebook. Gern als Audiofile

Dank

Der Podcast wird produziert mit Unterstützung der TU Wien (tuwien.at) und der Universität Graz (uni-graz.at)

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Martin Puntigam Ausgabe 114 des Science Masters Podcasts und heute drücken wir uns vor dem Licht.

Peter Weinberger Nein, wir drucken.

Katharina Ehrmann Und zwar mit Licht.

Martin Puntigam Herzlich Willkommen zur Ausgabe 114 des Science Busters Podcasts, wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien. Mein Name ist Martin Puntigam, mir gegenüber sitzt heute wieder einmal Peter Weinberger, Professor für anorganische Chemie an der TU Wien. Hallo.

Peter Weinberger Hallo.

Martin Puntigam Und auch an der TU Wien und aber erstmals bei uns im Podcast Katharina Ehrmann, Chemikerin für angewandte Synthese-Chemie. Hallo.

Katharina Ehrmann Hallo.

Martin Puntigam In Ausgabe 113, also wer richtig gerechnet hat in der letzten Ausgabe, haben Eckart von Hirschhausen und ich in Teil 1 des Podcasts unter anderem gesprochen über Wissenschaftskommunikation, Alpaka-Code, Pinguine, salzsüchtige Schmetterlinge, gratis Jauchekübel zum Grillangebot im Supermarkt und Teil 2 war ein Mitschnitt von der Verleihung des Oberhommer Awards 2025 aus dem Stadtsaal Wien am 7.

Martin Puntigam September. Heute geht es um Chemie, um die angeblich letzten Worte Goethes, nämlich um mehr Licht, ums Addieren, Subtrahieren, den Würsteldrucker, mit anderen Worten um Synthesechemie und 3D-Drucken mit Licht. Das heißt, wenn es publiziert wird, dann ungefähr so. Rabbit 3D Printing of Unlayered Tough Epoxy Alkohol Raisins with Latte Jail Points via Dual Color Curing Technology oder so ähnlich.

Martin Puntigam Das klingt eigentlich ein bisschen so für Leinohren, als ob man sich eine Kaiser-Melange mit Rosinen mit dem 3D-Drucker herstellt, aber es ist glaube ich etwas anderes, oder?

Katharina Ehrmann Ja, das stimmt. Das ist ein bisschen was anderes.

Martin Puntigam Und du weißt auch, was es ist, während ich keine Ahnung habe, wovon da die Rede ist, sondern nur ganz, ganz wenig. Das hat aber eine Zeit lang gedauert, bis du frei von der Leberweg und aus dem Stand darüber referieren hast können, nachdem das dein Fachgebiet ist. Du bist geboren in Innsbruck.

Katharina Ehrmann Genau, ja.

Martin Puntigam Und dort in die Schule gegangen, in die Ursulinen, die bekanntlich keinen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt haben, bist aber dann trotzdem zur Chemie gekommen. Wie ist das vonstatten gegangen?

Katharina Ehrmann Ja, ganz richtig. Tatsächlich sage ich immer, ich bin eigentlich, weil es kein naturwissenschaftlicher Schwerpunkt gewesen ist, in die Naturwissenschaften gelangt.

Martin Puntigam Also so wie ich, ich war in einer katholischen Bubenschule und bin deshalb ausgezeichneter Atheist und Agnostiker geworden und so war das bei dir?

Katharina Ehrmann Ein bisschen so, ja, in die Richtung, genau. Ich habe einfach tolle Lehrer und Lehrerinnen gehabt, die mich in Physik, Chemie und so weiter ausgebildet haben, auch Mathematik und die einfach das Interesse am Gebiet geweckt haben, die uns auch sehr viel ihrer Freizeit geschenkt haben tatsächlich und uns bei Wettbewerben mitmachen lassen haben.

Martin Puntigam Du hast ihre Freizeit geschenkt. Das klingt ja fort ein bisschen zu dankbar. Was machen Lehrer, Lehrerinnen, wenn sie den Kindern die Freizeit schenken?

Katharina Ehrmann Ja genau, also da hat es zum Beispiel das Austrian Young Physicists Tournament gegeben, wo meine Physiklehrerin mich freiwillig gemeldet hat. So hat das ein bisschen begonnen.

Peter Weinberger Freiwillige Form, alle machen einen Schritt zurück.

Katharina Ehrmann Genau, und da habe ich dann mitgemacht und da habe ich es erst einmal wirklich verstanden, worum es in der Wissenschaft geht. Das ist nämlich nicht, wohlgemerkt, nicht die Physik-Olympiade, wo man vor einem weißen Blatt Papier sitzt, was ausrechnet, sondern das ist ein Wettbewerb, wo man im Team arbeitet.

Katharina Ehrmann Das waren fünf Schülerinnen und Schüler, in unserem Fall nur Schülerinnen tatsächlich, an den Ursulinen, damals noch zumindest. Und die haben sich dann mit verschiedensten Problemen, Problems sozusagen beschäftigt, für über ein Semester lang. Da war sowas dabei wie Adhesive Tape, also Tixo, die Minimalkraft nicht nur berechnen, sondern auch experimentell bestimmen, die notwendig ist, um so ein Tape vom Tisch abzuziehen zum Beispiel.

Katharina Ehrmann Oder eine elektromagnetische Kanone zu bauen. Also es waren auch unterschiedlichste Aufgabenstellungen dabei. Und die haben wir dann experimentell und theoretisch behandelt und haben die dann in einer Art Wettbewerb, das wie eine Konferenz eigentlich abgelaufen ist, vorgestellt. Also wir hatten da eine englische Präsentation, die wir vorgetragen haben und dann eben auch diese Problems dann diskutiert mit anderen.

Katharina Ehrmann Und dann gab es eine Jury, die dann die Gesamtwettbewerb quasi Performance des Teams beurteilt hat.

Martin Puntigam Wann war das? Wie alt war sie da ungefähr?

Katharina Ehrmann Das war ab der Oberstufe 15 plus.

Martin Puntigam Und dann schon Englisch präsentieren? So gut habt ihr Englisch schon können in der Oberstufe?

Katharina Ehrmann Ja, das hat dann irgendwie funktionieren müssen. Da war dann auch der Ehrgeiz gewagt. Da waren nette Leute bei dem Wettbewerb. Das war eine richtige Community, wie es halt auch in der Wissenschaft ist. Man tauscht sich aus, man hilft sich auch gegenseitig, auch wenn man dann im Wettbewerb vielleicht dann wieder gegeneinander antritt.

Katharina Ehrmann Ja, hat eine schöne Zeit miteinander. Und so habe ich eigentlich die Wissenschaft erfahren als allererstes. Und das ist dann eben weitergegangen zur Fachbereichsarbeit und bis hin zum Studium der Chemie dann tatsächlich. Das war dann eigentlich ein bisschen eine Bauchgefühlentscheidung, dass es nicht die Physik, sondern die Chemie geworden ist.

Martin Puntigam Und bereist du es heute?

Katharina Ehrmann Bis heute nicht.

Martin Puntigam Kannst du dir noch an die Minimalhaftkraft von Dixer-Streifen erinnern? Welche Größenordnung ist das? Was ist da die SE-Einheit?

Katharina Ehrmann Also wenn du mich jetzt, da geht es dann um die Newton natürlich, ja, wenn du mich jetzt um einen Fix-Spezialwert auf den festnageln willst, da bin ich ein Random-Number-Generator sozusagen, das könnte ich dir nicht sagen, aber wenn du mich fragst, was wichtig dabei ist, dass es die Minimalkraft ist, dann geht es eben darum, dass man das statisch macht, ja, dass durch den kinetischen Prozess, wenn man viel Energie in Hitze sozusagen umwandelt und somit mehr Energie notwendig ist, um tatsächlich das Tape abzuziehen.

Katharina Ehrmann Also werden dann Experimente gemacht, in denen das eben quasi in einem Ruck abgezogen wurde und quasi unendlich langsame Experimente, wo wir wirklich mit Gewichten gearbeitet haben und das möglichst langsam gemacht haben und das hat dann den Unterschied gemacht in dem Fall.

Martin Puntigam In der Haftkraft oder in der Kraft, die man aufwenden muss, um den Tixer- oder Teserstreifen loszuwerden?

Katharina Ehrmann Es war immer dieselbe Haftkraft, hoffentlich, sonst hätte man experimentell unexakt gearbeitet. Aber die Kraft, die man aufwenden musste, war insgesamt weniger, weil weniger Kraft verloren ging im Prozess.

Martin Puntigam Und wenn man es schnell runterreißt, wie misst man das? Also langsam, hast du gesagt mit Gewichten, das kann man sich ungefähr noch vorstellen. Aber wenn man schnell runterreißt, das macht man mit Kameras und rechnet das dann aus?

Katharina Ehrmann Zum Beispiel, wir haben damals tatsächlich elektronische Geräte gehabt, mit denen wir das aufnehmen konnten, Kraftaufnehmer gehabt.

Martin Puntigam Das war so, die Ursulinen-Gymnasium in Innsbruck war technisch so versiert oder das war das, was tatsächlich die Lehrerinnen in ihrer Freizeit mitgebracht haben?

Katharina Ehrmann Sowohl als auch. Das ist das, was ich immer über die Wissenschaft auch sage. Je weniger Mittel man eigentlich zur Verfügung hat, umso kreativer werden die Experimente.

Martin Puntigam Naja, da jammern immer alle, dass die Uni-Budgets zu klein sind, aber in Wirklichkeit feiert es mich total an.

Katharina Ehrmann Also dieses Experiment war dann tatsächlich schon an der Uni Wien. Ich bin dann zum internationalen Wettbewerb tatsächlich ausgesucht worden. Und für den internationalen Wettbewerb haben wir dann in Kooperation mit der Uni Wien damals die Vorbereitungen gemacht. Aber ja, das ist das Schöne an den Aufbauten sozusagen.

Katharina Ehrmann Die werden umso kreativer, je weniger schon vorgegeben ist. Wenn man schon das fertige Gerät hat, dass das perfekt für einen löst, dann verwendet man das natürlich. Genauso wie bei unseren 3D-Druckern. Wenn man aber das Gerät und die Funktion vom Gerät noch nicht hat, die man haben möchte, dann muss man sich überlegen, wie man dorthin kommt.

Katharina Ehrmann Und dabei entstehen eigentlich dann die schönsten Ideen auch für die Forschung.

Martin Puntigam War das alles national, auch wenn es Englisch vorgetragen worden ist in der Präsentation? Oder seid ihr da in der Gegend herumgereist und seid belohnt worden durch Ausflüge?

Katharina Ehrmann Ja, wir sind da tatsächlich herumgereist. Also im nationalen Wettbewerb war einfach die Vorbereitung an der Schule und anschließend der Wettbewerb in Leoben. Der findet jedes Jahr statt. Das ist tatsächlich ein privater Verein, der das jedes Jahr organisiert sozusagen. Der internationale Wettbewerb ist dann ebenfalls über ein Board sozusagen oder eine Community organisiert. und der findet jedes Jahr in einem anderen Land statt.

Martin Puntigam Und wo war es bei dir?

Katharina Ehrmann Im Iran.

Martin Puntigam Im Iran? Erzähl kurz, du bist als Jugendliche in den Iran. Der Iran hat ja nicht den besten Ruf weltweit, aber du sitzt wohlbehalten heute neben Peter Weinberger und mir gegenüber.

Katharina Ehrmann So sicher kann man den Iran wahrscheinlich nie wieder bereisen, hoffentlich wieder bereisen. Ich würde sagen, ja, ich habe mich sehr sicher gefühlt. Da hat es damals eh auch einen Elternabend gegeben, wo das besprochen wurde. Es hat eine Delegation gegeben, die sich das vorher angeschaut hat. Die Community dort war extrem nett. Wir hatten immer sogenannte Guides, die uns da sozusagen geholfen haben. Es hat ganz gut funktioniert.

Martin Puntigam Wo seid ihr da gewesen? In Teheran selber oder ganz woanders?

Katharina Ehrmann An der Amikabir-Universität in Teheran, ja.

Martin Puntigam Die Stadt selber ist ja riesengroß. Wie hat es dir dort gefallen?

Katharina Ehrmann Ja, das war eine sehr schöne Erfahrung wohl. Weil Inbrock und Deheran.

Martin Puntigam Das ist ja ein Unterschied.

Peter Weinberger Ja, 13 Millionen Einwohner.

Katharina Ehrmann Was wir damals gelernt haben, ist, dass es im Heran sehr, sehr viele unterschiedliche Landschaften auch gibt. Vom Berg bis hin zum Meer, alles. Je nachdem, wo man halt ist. Das war eine ganz interessante Erfahrung. Ja, sehr vielseitig.

Martin Puntigam Und sind Kontakte aus der Zeit, aus diesem Treffen geblieben oder ist das wieder komplett verloren gegangen?

Katharina Ehrmann Die sind geblieben. Hallo Flo zum Beispiel. Einige sind in der Wissenschaft geblieben. Manche studieren zum Beispiel auch Physik an der TU Wien. Ich bin die Chemikerin an der TU Wien. Andere sind in andere Länder gegangen. Cambridge, TH und so weiter. Und ganz andere wiederum haben irgendwie das ganz anderes studiert.

Katharina Ehrmann Das war eigentlich sehr unterschiedlich, was dann die Leute später gemacht haben.

Martin Puntigam Jetzt ist ja Österreich nicht für seine Wissenschaftsfreundlichkeit in der Bevölkerung bekannt und wenn man für solche Spezialkurse ausgesucht wird und die dann auch monatelang besucht an einem Gymnasium, dann wenn man Pech hat in der Klassengemeinschaft, dann ist das die Gruppe von den Seltsamen. War das bei euch so oder war es ja diejenigen, die von den anderen ein bisschen beneidet oder bewundert worden sind, weil ihr so coole Sachen macht?

Katharina Ehrmann Ich glaube, ich war da immer sehr unbeeindruckt von der Außenwirkung. Ich habe ja gewusst, dass es Spaß macht und da gab es natürlich auch die Gruppe beim Wettbewerb, mit denen man sich gut verstanden hat.

Martin Puntigam Ja, klar, dass ihr seht, das sind dann Gleichgesinnte, aber... Es wäre ja das Wünschenswerte, dass wenn sie jemand für Physik, Chemie, Biologie, was auch immer, Latein, Altgriechisch, keine Ahnung, für ein Spezialgebiet interessiert und sie da vertieft, dass man sie denkt, toll, da hat jemand was gefunden, das interessiert einen, da frage ich nach und das bewundere ich bestenfalls oder ich finde es zumindest interessant.

Martin Puntigam Das ist aber nicht die Herangehensweise vieler Menschen in Österreich, wenn man was weiß. Wie wird denn das in der Klasse?

Katharina Ehrmann Ich habe da eigentlich ganz gute Erfahrungen, also keine schlechten Erfahrungen gemacht in der Hinsicht. Es war eigentlich immer sehr akzeptiert. Es war halt auch die, die man vielleicht als Erste gefragt hat, wenn es um irgendwas Naturwissenschaftliches gegangen ist.

Martin Puntigam Also von dir haben die Leute gerne abgeschrieben.

Katharina Ehrmann Wir hatten keinen Kommentar.

Peter Weinberger Darüber bereiten wir den Macht des Schweigens.

Katharina Ehrmann Wir hatten eine bunte Klassengemeinschaft und da hat eigentlich alles Platz gehabt.

Martin Puntigam Du bist dann nach Wien studieren gegangen? Nein, Innsbruck wahrscheinlich?

Katharina Ehrmann Ich habe in Innsbruck studiert, genau.

Martin Puntigam Bist du in Innsbruck weshalb geblieben? Weil viele Leute, wenn sie in Innsbruck aufwachen, ich bin in Graz aufgewachsen, ist die zweitgrößte Stadt, aber viel, viel kleiner als Wien. Wenn man da aufgewachsen ist, kennt man das normalerweise. Und wenn man da was anderes kennenlernen muss, muss man in eine andere Stadt gehen.

Martin Puntigam Du bist aber in Innsbruck geblieben, weil die Uni dort so toll war oder weil so viele Freunde da waren oder weil ich keine Lust habe, da erst wegzugehen?

Katharina Ehrmann Weil ich mich sehr kurzfristig entschieden habe, was ich studieren möchte tatsächlich. Ich habe sehr lange über sehr viele unterschiedliche Dinge überlegt und auch unterschiedliche Orte. Nachdem es dann kurzfristig die Chemie geworden ist, bin ich auch in Innsbruck geblieben und es ist ein wunderschöner Ort.

Martin Puntigam Das hören die Leute in Innsbruck gern, dass es ein wunderschöner Ort ist. Sie selber sprechen von Stadt. Aber wenn du sagst, sehr viele verschiedene Möglichkeiten. Was war denn neben Physik und Chemie noch zur Auswahl?

Katharina Ehrmann Wirtschaft zum Beispiel auch.

Martin Puntigam Also BWL das Geld verdienen oder VWL das Geld verteilen?

Katharina Ehrmann Na, tatsächlich beides. Also es ist ja beides dann im Studium und mal im Bachelor auch drinnen. Ich habe mich einfach interessiert, worum es da wirklich dann geht. Das hat man am wenigsten in der Schule irgendwie so verstanden noch. Von der Physik und von der Chemie habe ich schon viel mehr gewusst. Ich habe mir wieder das Unbekannte gereizt. Ja, ich habe auch den Medizinaufnahmetest gemacht und war überzeugt, dass ich noch gedacht habe, dass ich es nicht geschafft habe, dass ich das studieren muss.

Katharina Ehrmann Und als es dann im Bereich des Möglichen war, habe ich dann irgendwie vom Bauchgefühl her sofort gewusst, naja, es muss doch die Chemie sein.

Martin Puntigam Und hast du es bis heute nicht bereit? Das heißt, du hast dann in Innsbruck Chemie studiert, bist aber dann schon ganz schön herumgekommen mittlerweile, bevor du an der TU Wien gelandet bist.

Katharina Ehrmann Ja, genau. Ich war dann auch in Schottland auf Erasmus-Auslandssemester, habe dort Chemie studiert.

Martin Puntigam Das ist ja eher zum Genesen der jungen Jahre, bevor man wirklich fertig studiert.

Katharina Ehrmann Naja, also in Schottland ist das System ja ein solches, dass man zum Schluss quasi einen Prüfungsmonat hat. Und die Prüfungen dort sind eigentlich auch so angelegt, dass es wirklich auf Verständnis geprüft wird. Und für Erasmus muss man natürlich genügend ECTS mit nach Hause bringen, dass es nicht umsonst war.

Katharina Ehrmann Dementsprechend habe ich damals schon wirklich viel und gut gelernt.

Martin Puntigam Das ist ja total daneben gekommen.

Katharina Ehrmann Das ist nicht das.

Martin Puntigam Was viele Menschen von ihrem Erasmus-Semester erzählen.

Katharina Ehrmann Ja, ich war auch am Fringe zum Beispiel. Das war dann eine andere tolle Erfahrung. Das war natürlich kulturelle Explosion im August in Schottland. Das hat mir auch total viel Spaß gemacht. Zum Beispiel die Highlands erkundet. Es gab eine eigene Erasmus-Gruppe sozusagen, die sich da Busse gemietet hat.

Katharina Ehrmann Und Tagesausflüge gemacht hat. Also es ist nicht zu kurz gekommen.

Martin Puntigam Jetzt bist du an der TU Wien und leitest eine Arbeitsgruppe, in der es um 3D-Drucken geht. Wenn man das jetzt so flapsig zusammenfasst, denkt man sich, na spitze, die Uni leistet ihre eigene Abteilung, wo sie sich Sachen drucken lässt. Aber es ist doch deutlich komplizierter und raffinierter und erstaunlich, dass man sich mit 3D-Druckern akademisch beschäftigen muss, obwohl es die ja überall zu kaufen gibt.

Katharina Ehrmann Genau, so ist es. Erstens muss man mal sagen, 3D-Druck ist nicht gleich 3D-Druck. Es gibt viele Hobbygeräte, die man auch schon zu Hause stehen hat und da einiges drucken kann. Und womit ich mich tatsächlich beschäftige, sind die Materialien des 3D-Drucks und zwar des lichtbasierten 3D-Drucks. Also es gibt 3D-Druckarten, da geht es nur um die Verarbeitung von Materialien.

Katharina Ehrmann Das kann von Metall bis Polymer alles sein. Also Polymer ist ein Kunststoff. Polymer ist ein Kunststoff. Genau, ein Kunststoff. Und die können reinverarbeitet werden, indem man sie erhitzt, formbar macht und dann sozusagen diese Würstel aufeinander ablegt zum Beispiel. Das ist der Würsteldrucker.

Martin Puntigam Was ein bisschen schade ist, weil von der Form her, von der geometrischen, ob es jetzt Wurst oder Nudel ist, ist egal. Und Nudeldrucker wäre natürlich wienerisch noch schöner gewesen.

Katharina Ehrmann Natürlich, so ist das, ja. Und diese Druckarten sind natürlich eine reine Verarbeitungsmethode. Da ist das Material schon davor existent. Beim lichtbasierten 3D-Druck ist das anders. Da befüllen wir einen 3D-Drucker mit flüssigen Bausteinen des Materials. Und zwar wiederum geht es um Kunststoff im Endeffekt, aber wir füllen nur die Bausteine ein. Und diese Bausteine müssen dann mit Licht ausgehärtet werden, in den Kunststoff verwandelt werden, tatsächlich verwandelt oder eben synthetisiert werden.

Katharina Ehrmann Das heißt, für mich ist der 3D-Drucker weniger eine Verarbeitungsmethode und vielmehr eine neue Synthesemethode und die wir erst lernen müssen anzuwenden.

Martin Puntigam Das ist das, was du jetzt aktuell machst, aber wie bist du denn dazu gekommen? Du hast Chemie studiert und irgendwann mal hast du spezialisieren wollen oder müssen. Wie ist denn das passiert? Wieder mehr zufällig und mit Bauchgefühl oder schon zielgerichtet?

Katharina Ehrmann Also das war bei mir so, dass ich eigentlich erstmal viele verschiedene Dinge ausprobiert habe. Also ich war in der Biochemie tätig, ich war in der Anorganik tätig.

Peter Weinberger Gescheite Grundausbildung.

Martin Puntigam Aber dort war es so unspektakulär und dann bist du wieder weg.

Katharina Ehrmann Und habe vieles ausprobiert, habe auch Organik einiges gemacht. Und dann habe ich eben, in der Masterarbeit an der künstlichen Photosynthese gearbeitet. Foto kommt da auch schon vor, das heißt eben Licht. Und da geht es eben darum, mit Licht Energie zu machen. Damals haben wir Wasserstoffproduktion versucht zu erreichen.

Martin Puntigam Also künstliche Photosynthese, das heißt den Pflanzen die Arbeit abzunehmen oder für den Fall, dass das Artensterben auch im Pflanzenbereich so weit voranschreitet wie im Tierreich, dass man Photosynthese trotzdem haben kann?

Katharina Ehrmann So circa, ja. Dann habe ich aber irgendwie gemerkt, es zieht mich doch nochmal in die große, weite Welt. Gerade eben dieses Auslandssemester in Schottland hat man gezeigt, jede Universität ist ein bisschen anders. Man lernt ganz neue Dinge und es ist einfach für die Ausbildung wirklich gut, auch wieder an eine neue Universität zu gehen.

Katharina Ehrmann Womit ich dann mich an verschiedenen Universitäten umgeschaut habe, nach einer Doktoratsstelle. Und da gab es dann auch eine an der TU Wien. Da ist es darum gegangen, künstliche Blutgefäße zu machen. Und das war tatsächlich dann das einzige Nicht-Fotoprojekt in der Arbeitsgruppe, in die ich dann gekommen bin.

Katharina Ehrmann Etwas ohne Licht, aber das war auch eine sehr spannende Erfahrung für mich und hat ein bisschen mehr so meine biologischen Interessen mit den Materialinteressen sozusagen verbunden.

Martin Puntigam Aber das ist jetzt die große weite Welt von Innsbruck aus. Ich habe gedacht, das war irgendwo ein anderer Kontinent. Da fährt man ja mit der Westbahn vier Stunden. Große weite Welt stellt man sich ja auch anders vor.

Katharina Ehrmann Genau, ja. Also ich habe meine Orte nie nach dem Ort ausgesucht, sondern mehr nach der Wissenschaft, die dort auf mich wartet eigentlich. Und das war in dem Fall Wien. In einem anderen Fall war es dann Brisbane, Australien. Dementsprechend gibt es auch die große weite Welt, ja.

Martin Puntigam Was hast du dort gemacht?

Katharina Ehrmann Dort war ich dann, das war dann nach der Dissertation, wo ich tatsächlich eben gewusst habe, jetzt möchte ich meine Leidenschaft für Materialien, die ich eben in der Dissertation kennengelernt habe, mit meiner Leidenschaft für diese Photochemie verbinden. Und da habe ich dann eben lichtbasierte Kunststoffe sozusagen als mein Hauptthema gewählt.

Katharina Ehrmann Ich habe auch schon gewusst, 3D-Druck ist irgendwie etwas, was mich sehr fasziniert, der lichtbasierte 3D-Druck. Und bin dann eben nach Australien gegangen und habe dort Netzwerke gemacht, wo wir mit unterschiedlichen Lichtfarben gesteuert haben, wie diese Netzwerke entstehen oder kaputt gehen sozusagen.

Katharina Ehrmann Je nach Farbe des Lichts, die wir verwendet haben, sind da unterschiedliche Dinge mit den Materialien passiert.

Martin Puntigam Da habe ich noch so ein bisschen ein Vorschlag. Wir haben in unserer TV-Sendung, unserer Fernsehshow, Gluten Tag hat die Folge geheißen, hat da ein Forschungsarbeits von der TU vorgestellt, wo er Klebstoff beginnt auszuhärten. Ich glaube, wenn man in...

Peter Weinberger Von Robert Liesker seiner Gruppe, ja genau.

Martin Puntigam Ich glaube, mit UV-Licht bestrahlt.

Peter Weinberger Auch mit Fotoinitiatoren und die dann, wenn das einmal initiiert ist, dann von alleine die Aushärtung durchführen. Da reicht ein kurzer Schuss drauf. Und das haben wir damals im Fernsehen gezeigt, genau.

Katharina Ehrmann Das ist die sogenannte Frontalpolymerisation, wo man eben mit Licht startet und mit Hitze weiter polymerisiert.

Martin Puntigam Das ist quasi ein linearer Vorgang. Wir verlinken das auch in den Shownotes, dass man da nachschauen kann, weil am Ende hängt Peter Weinberger von der Decke. Aber das, was du machst, wenn ich das richtig verstanden habe in der Vorbereitung, wenn ich die Artikel einigermaßen gut dechiffrieren habe können, ist so, das sind ganz viele verschiedene flüssige Kunststoffe, die alle auf verschiedene Wellenlängen reagieren.

Martin Puntigam Und deshalb kannst du ganz vielfältige Objekte damit drucken lassen und nicht nur so, wie es normalerweise beim 3D-Drucker ist, aus einem Material ein Objekt.

Katharina Ehrmann Genau, das ist jetzt eines meiner Hauptforschungsthemen, der sogenannte Multimaterial-3D-Druck, auch Thema meines ELISE-Richter-Projekts.

Martin Puntigam Was ist ein ELISE-Richter-Projekt?

Katharina Ehrmann Das ist vom FWF, das ist die Forschungsförderungsinstitution in Österreich, die Grundlagenforschung finanziert, eine der Nachwuchsforschungsförderungsschienen, wo eben exzellente Projekte ausgezeichnet werden und wo man Geld bekommt, um sie durchzuführen.

Martin Puntigam Exzellenz in der Wissenschaft bedeutet ja ein bisschen was anderes als im alltäglichen Sprachgebrauch, oder?

Katharina Ehrmann Exzellenz in der Wissenschaft, da gibt es, glaube ich, jetzt so viele Definitionen wie Sand am Meer. Aber ich würde mal sagen, ja, das hängt mit. Kreativen Idee zusammen, ob die Idee wirklich etwas ist, wo man sich denkt, so habe ich noch nie drüber nachgedacht. Und dann natürlich ein bisschen praktischer gedacht mit der Zahl der Publikationen und dem Ansehen der Journale, in denen man publiziert.

Katharina Ehrmann Und ja, mit einigen mehreren Faktoren noch, mit denen man das dann quasi quantifizieren kann.

Martin Puntigam Elise Richter, lebt die noch oder wer war das?

Katharina Ehrmann Ja, Elisa Richter lebt nicht mehr leider, aber der Preis ist benannt nach der ersten Frau, die habilitiert hat an der Uni Wien in Österreich.

Martin Puntigam Ach so, ja Gott, aber dann lebt sie vermutlich schon länger nicht mehr, oder?

Peter Weinberger Das war 1905.

Martin Puntigam Und die war Chemikerin wie du, oder?

Katharina Ehrmann Die war Romanistin.

Martin Puntigam Also Geisteswissenschaftlerin, aber nach ihr benannt. Und das Elise-Richter-Projekt, das wegen Exzellenz ausgewählt worden ist, wie ist das dotiert? Also wie weit kann man mit dem Geld, das man dort kriegt, springen als Forscherin?

Katharina Ehrmann Ja, also ich zahle mich jetzt selber von diesem Projekt derzeit und habe eben auch Geld, um das Projekt durchzuführen. Zusätzlich zudem für den Zeitraum von insgesamt vier Jahren. Und das Projekt ist eben deswegen auch nach der Elise-Richter benannt, weil es darum geht, dass man sich in dieser Zeit habilitiert.

Katharina Ehrmann Und Habilitation ist quasi sowas wie die Erlaubnis an der Universität zu lernen, ganz unabhängig. Das ist das Ziel eigentlich, dass man sich im Rahmen dieses Projektes dann sozusagen den wissenschaftlichen Grundstein für die eigene Karriere legt.

Martin Puntigam Wie ist denn der Titel, den du da mit erwirbst? Der Peter war Privatdozent, wie wir uns kennengelernt haben. Du bist dann Privatdozentin oder bist du dann schon Assotz-Prof?

Katharina Ehrmann Privatdozentin und wenn der Ruf kommt, dann geht es weiter.

Martin Puntigam Und kommt er dann?

Peter Weinberger Bin mir ziemlich sicher.

Martin Puntigam Wenn der Ruf kommt, geht es dann in vielfältiger Art und Weise weiter, weil du wahrscheinlich dann wieder irgendwo in einer anderen Universität weiterarbeiten wirst oder möchtest du gerne in Wien bleiben?

Katharina Ehrmann Ja, da sind viele Wege natürlich denkbar. Also das kommt dann wirklich, man ist sehr spezialisiert und dementsprechend muss man dann natürlich schauen, wo diese Expertise gefragt ist. Aber in Wien gibt es natürlich auch viele Möglichkeiten, den 3D-Druck, die Spitzenleistungen des 3D-Drucks abzurufen.

Katharina Ehrmann Da gibt es einfach eine breite Basis, mit der man arbeiten kann, viele verschiedene Technologien, die man verwenden kann. Und das, was halt noch fehlt, sind die Materialien. Und das ist eigentlich quasi meine Forschung, mit der ich arbeiten möchte.

Martin Puntigam Wie schaut, also man muss jetzt nicht den Abriss eines Tages machen, aber wie schaut denn der Arbeitsalltag aus, wenn man als Materialkemikerin, als Synthensechemikerin an die TU geht, ins Labor geht oder Büro geht, ich nehme an, wenn du eine Gruppe leitest, dann wird ein Teil davon eine Verwaltung sein müssen, aber der Rest ist dann Forschungsarbeit.

Martin Puntigam Woran arbeitest du denn? Weil Chemie, so wie man sie in der Öffentlichkeit erzählt bekommt, mit zerzausten Haaren und Labormantel und dann kracht es und raucht es und stinkt es überall, so schaut ja moderne Chemie ganz oft nicht mehr aus.

Katharina Ehrmann Nein, auf keinen Fall. Also das würden wir gar nicht gut heißen, wenn das noch so ausschaut. Wir haben da schon ein strenches Sicherheitsprotokoll, das wir einhalten und schauen, dass wir eben unseren weißen Mantel richtig tragen und Sicherheitsmaßnahmen großschreiben.

Martin Puntigam Aber das, was du machst, das sieht man tatsächlich, weil es gibt ja Chemie, die man gar nicht mehr sieht.

Katharina Ehrmann Ja, das ist das Schöne bei uns. Wir haben ein bisschen von allem. Also bei mir ist jetzt der Job tatsächlich nicht mehr im Labor, aber wenn ich jetzt mit meinen Studenten zum Beispiel arbeite, dann gehen die ins Labor, die arbeiten mit weißen Pulverchen, die sie dann wirklich quasi in Moleküle verwandeln können und umwandeln können, diese Moleküle ineinander.

Katharina Ehrmann Und da ist natürlich dann schon noch viel Vorstellungskraft gefragt, weil da verwendet man dann sehr komplexe Analysenmethoden, um das Unsichtbare, das so klein ist, dass man es eben mit freiem Auge nicht sieht, sichtbar zu machen. Da gibt man quasi die Umwege über diese Analysenmethoden. Aber bei uns geht es dann halt auch weiter.

Katharina Ehrmann Also wir verwenden diese Moleküle dann im 3D-Drucker und da zieht dann halt der 3D-Drucker wirklich ein dreidimensionales Objekt aus der Lösung, das dann hoffentlich viele neue Funktionen hat, das man dann auch sehen kann.

Martin Puntigam Das heißt, wenn du verschiedene Flüssigkeiten oder flüssige Kunststoffe verwendest, wie viele verschiedene Komponenten könnt ihr denn nehmen an, das ist ein selber gebauter 3D-Drucker, wenn es das noch nicht als industrielles Produkt ist? Wie viele können Sie da einfüllen? Wie viele verschiedene Komponenten können Sie in ein Objekt hineinverbauen oder drucken lassen?

Katharina Ehrmann Ja, also beim Multimaterial-3D-Druck probieren wir natürlich umso mehr zu schaffen, also mehr Materialien als eines zu verdrucken. Und derzeit fokussieren wir uns hauptsächlich auch auf zwei. Aber wir haben das Gefühl, da geht noch viel mehr. Wir denken jetzt ganz neu über das nach, weil wir haben keine flüssigen Kunststoffe in dem Sinn, sondern es sind die flüssigen Bausteine von den Kunststoffen.

Katharina Ehrmann Und wenn das Licht kommt, dann verwandeln sich diese Bausteine, die gehen eine Kettenreaktion ein, reihen sich aneinander an sozusagen und machen dieses Polymer oder eben was wir als Kunststoff auch kennen aus dem Alltagssprachgebrauch. Und diese Kunststoffe haben dann gewisse Eigenschaften. Und wir denken über das jetzt neu nach, weil normalerweise, wenn man über Eigenschaften von Kunststoffen nachdenkt, dann sagt man, okay, da gibt es die PET-Flasche, die ist durchsichtig und die schaut so und so aus und das ist dieses Material.

Katharina Ehrmann Und dann gibt es irgendwas anderes, Teflon zum Beispiel ist auch ein Kunststoff, der ist anti-stick und verwende ich in meiner Pfanne und so weiter. Und jedes Mal ist ein anderer Baustein hinter diesem Material. Und wir haben jetzt die Hypothese aufgestellt, das ist vielleicht nicht, wie wir über Multimaterial 3D-Druck nachdenken sollten, weil es bedeutet, dass wir viele verschiedene miteinander quasi im Wettbewerb stehende Moleküle in dieselbe Formulierung machen müssen und die dann quasi gegeneinander arbeiten.

Katharina Ehrmann Und unsere Philosophie ist vielmehr, es ist die Art, wie man diese Bausteine aneinanderreizt sozusagen, die dann ausmacht, was für Eigenschaften dieses Material hat. Und da ist dann einfach das Ziel, das herauszufinden, wie man die Synthesebedingungen, also dann die Temperatur, die Lichtfarbe, die Lichtintensität des 3D-Druckers verändert.

Katharina Ehrmann Um eben die Bausteine in die richtige Formation zu zwingen. Und da geht es eben dann darum, diese Dinge zu erforschen und zu schauen und dann können wir zum Beispiel komplett kristalline und nicht kristalline Materialien machen. Und das klingt jetzt im ersten Moment vielleicht sehr trivial, aber das hat große Auswirkungen auf die Eigenschaften. Das klingt eigentlich überhaupt nicht trivial.

Martin Puntigam Vielleicht im wissenschaftlichen Kontext, aber ich kann mir darunter noch gar nicht wahnsinnig viel darunter vorstellen. Also so trivial klingt das gar nicht.

Katharina Ehrmann Okay, also die Auswirkungen sind sehr groß, wenn man das schafft, dass man zum Beispiel einen und denselben Baustein in kristalline und nicht kristalline Bereiche einteilt, bedeutet dann eben, dass man ein optisch transparentes Material und ein optisch absolut undurchsichtiges Material, also das schaut dann quasi weiß aus, machen kann.

Martin Puntigam Also das hängt von der Wellenlänge des Lichts ab?

Katharina Ehrmann Das hängt, in unserem Fall haben wir das über die Temperatur gesteuert tatsächlich, ob wir das schaffen. Und der zweite Parameter, über den wir es steuern können, ist die Lichtintensität.

Martin Puntigam Jetzt werden wir von Licht reden. Florian Freisteth und ich haben ein paar Wochen im Podcast über Quantenphysik gesprochen. Und er hat auch oft das Wort Licht verwendet. Aber Licht ist ja im Wesentlichen, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, elektromagnetische Strahlung. Von welchem Licht sprechen wir denn, wenn du von Licht sprichst?

Katharina Ehrmann Von elektromagnetischer Strahlung natürlich.

Martin Puntigam Ja, aber ist das das sichtbare Licht, mit dem ihr arbeitet und die Substanzen zum Kunststoff werden lasst? Oder ist das, wenn Wärme ist ja, Infrarotstrahlung?

Katharina Ehrmann Richtig, genau. Ja, da sind wir jetzt schon ganz nahe in meinem Forschungsgebiet. Es geht wirklich darum, ursprünglich wurde für diese sogenannten Photopolymere hauptsächlich harte UV-Strahlung verwendet. Das ist das, von dem man Sonnenbrand bekommt. Und wir wollen eben.

Martin Puntigam Auch… Du hast ja müsst euch einschmieren im Labor.

Katharina Ehrmann Wir müssen schauen, dass wir diese Lichtstrahlung nicht abkriegen, ja, genau, ja, tatsächlich. Und wir möchten eben quasi dieses Spektrum an Licht ausweiten in Richtung sichtbares Licht, weil wenn man eben sich dieses Spektrum anschaut, UV-Licht hat mehr Energie als sichtbares Licht, das heißt, mit mehr Energie eine Reaktion zu betreiben ist einfacher als mit weniger Energie, deswegen ist es mit UV-Licht einfacher.

Katharina Ehrmann Wenn man jetzt aber eben auch mit sichtbaren Lichtreaktionen treiben kann, Sondern dann kann man eben differenzieren zwischen Reaktionen, die nur unter UV funktionieren und Reaktionen, die dann auch schon mit sichtbarem Licht, zum Beispiel blauem, grünen Licht und so weiter funktionieren. Und so kann man dann eben auch steuern über die Lichtfarbe, die man verwendet, welche Reaktionen ablaufen und welche nicht.

Katharina Ehrmann Das andere ist natürlich dann die Intensität vom Licht.

Martin Puntigam Ja. Die Alltagsgegenstände, du hast das schon kurz skizziert, bestehen ja oft aus vielen verschiedenen Kunststoffen, die man dann unter Umständen gleichzeitig herstellen möchte. Diese durchsichtigen Folien, in denen Wurst und Käse eingepackt sind, das sind ja oft zwei, drei verschiedene Schichten von Kunststoffen übereinander, die für uns nur wie eine durchsichtige Folie ausschauen.

Martin Puntigam Oder eben Alltagsgegenstände, wie für uns die Mikrofone oder Mobiltelefone, bestehen auch aus ganz vielen verschiedenen Komponenten. Das Langziel, also das ist jetzt Grundlagenforschung und das soll man nicht und denkt man ja ganz oft nicht an die Anwendung. Aber irgendwann einmal könnte das sein, dass man jetzt vielleicht nicht ganz so komplizierte Sachen wie ein Mobiltelefon, aber in die Richtung komplizierte Alltagsgegenstände einfach ausdrucken kann?

Katharina Ehrmann Ja, also meine Vision ist tatsächlich so komplexe Dinge wie zum Beispiel ein Telefon 3D drucken zu können.

Martin Puntigam Soll man das Handy zu Hause liegen hat lassen, dann druckt man sich einfach ein neues aus?

Katharina Ehrmann Genau, das wäre das Ziel. Es ist halt wie beim Drucker, dass man eine Patrone reinschiebt und dann das richtige Ergebnis rauskommt. Das ist so die Langzeitvision. Wir tasten uns da langsam vorwärts, aber wir möchten einfach die Funktionalität der Materialien erhöhen. Was heutzutage verdruckt wird, sind eben die sehr gängigen Standardmaterialien und wir möchten eben Materialien machen, die so noch nicht dagewesen sind.

Katharina Ehrmann Der 3D-Drucker ist wirklich mehr ein Syntheseapparat als nur ein Verarbeitungsmittel für mich, der eben neue Möglichkeiten bietet, die in anderen Synthese-Druckern. Oder in anderen Verarbeitungsmethoden einfach nicht zugänglich gewesen wäre.

Martin Puntigam Das ist einfach ein Küchengerät, würde man sagen, wenn man Koch, Köchin ist. Der 3D-Drucker ist einfach ein neues Küchengerät, mit dem du einfach eine andere Speise anders herstellst.

Katharina Ehrmann Ja, und idealerweise eben nicht nur eine spezielle Speise irgendwie, sondern dass man wirklich quasi ein Sammelsurium an verschiedenen Komponenten hat, die man einfach flexibel dann miteinander kombinieren kann und verwenden kann. Also der 3D-Druck an sich ist ja schon sehr alt. Das ist quasi die Steinzeit der Methode.

Martin Puntigam Sehr alt? Ich bin nicht mit 3D-Druckern aufgewachsen. Ich bin jetzt nicht jung, aber fühle mich nicht sehr alt. Also was ist sehr alt in dieser Chemie?

Katharina Ehrmann Sehr alt bedeutet wirklich, das Patent ist 1900 irgendwas. Das müssen wir vielleicht nachschauen. Angemeldet worden.

Martin Puntigam Aber 1900 irgendwas kann 1910 sein.

Katharina Ehrmann Ja, eher so 1930 sowas.

Martin Puntigam Der 3D-Drucker schon 1930?

Peter Weinberger Schau mal nach. Ich schau.

Martin Puntigam Ich darf ja, kann man Associate Professor am Tisch sitzen, dass er schneller Recherche arbeitet. Es werden ja Lebensmittel gedruckt, nennt man das auch 3D-Drucktorten zum Beispiel, die so Schicht für Schicht hergestellt werden, das gilt… 1984.

Peter Weinberger 1984, ja.

Katharina Ehrmann 1984, nicht ganz so viel.

Martin Puntigam Ja, du bist natürlich ein bisschen jünger, aber so lange ist das nicht her, 1984, da habe ich dann schon bald maturiert, da ist es erst angemeldet worden und ich bin nicht damit aufgewachsen. 3D-Drucker sind viel später in meine Welt getreten, zumindest als Wort und als Gegenstand, den ich anscheinend habe können, aber verwendet habe ich noch nie in meinem Leben.

Martin Puntigam Wann ist denn dir der erste 3D-Drucker untergekommen?

Katharina Ehrmann Mein erster 3D-Drucker war, das war im Gymnasium irgendwo, bei einer langen Nacht der Forschung oder so, ja.

Martin Puntigam Und das hat dich sofort fasziniert, dass du dir gedacht hast? Toll, schauen wir mal, was man damit machen kann oder das hat sich dann später erst ergeben?

Katharina Ehrmann Das hat sich später ergeben, wo ich tatsächlich gewusst habe, wie viel spannende Chemie da dahinter steckt. Das ist das Schöne an meinem Beruf. Ich kann da sehr viele verschiedene Materialien machen. Also ich muss mich nicht festlegen auf eine einzige Sache, die ich da mache, sondern die Methode vom Dreidrehdruck ist sozusagen das, worauf ich mich fokussiere und die Chemie dahinter kann ich sehr divers gestalten.

Katharina Ehrmann Also das geht von recycelbaren Ansätzen zum Recycling von Materialien bis hin zu Ansätzen, dynamische Materialien zu machen, die so spannende Eigenschaften haben wie Shape Memory. Shape Memory bedeutet, dass sich ein Material die Form merken kann, in der es einmal war und dazwischen eine neue Form bekommt.

Martin Puntigam Wenn sie älter werden, können sie auch oft noch erinnern, wie sie früher ausgeschaut haben, aber sie kommen immer hin.

Katharina Ehrmann Richtig. Aber bei uns ist tatsächlich das Ziel, dass sie wieder genau in die alte Form zurückkommen. Und tatsächlich gibt es einige, die dabei ein bisschen altern und nicht ganz mehr die Form annehmen. Aber gerade jetzt in unserem neuesten Projekt, wo wir diese kristallinen und nicht kristallinen Materialien gemacht haben, haben wir es geschafft, die Kristallinität, die dafür verantwortlich ist, diese Shape Memory zu machen, so gut einzusperren, so nennen wir das, dass sie sich immer wieder zurückformiert über viele, viele Zyklen.

Katharina Ehrmann Und das ist natürlich dann spannend für Anwendungen wie Softrobotik zum Beispiel oder Datenspeicherung, chemische Datenspeicherung wird ja auch immer spannender als Thema.

Martin Puntigam Und da kann es tatsächlich in die Richtung gehen, dass zumindest ein Teil des Kunststoffs, der in Verwendung ist, schon irgendwas anderes war, im Zuge einer zyklischen Verwertung wieder neu als Rohmaterial für eure 3D-Drucke aufbereitet?

Katharina Ehrmann Genau, das ist die Recycling-Schiene. Da möchte man wirklich, dass man quasi unsere Bauteile zuerst abbauen können und dann aus diesen abgebauten Bausteinen sozusagen neue Bausteine machen, die wieder eingefüllt werden können in den 3D-Drucker.

Martin Puntigam Aber Bausteine, das klingt so groß, das sind ja Moleküle.

Katharina Ehrmann Moleküle, genau. Wenn ich von Bausteinen rede, dann sind es meistens Moleküle.

Martin Puntigam Und habt ihr ein Projekt, habe ich gelesen, das klingt fast ein bisschen wie Zauberei. Da geht es um einen QR-Code. QR-Codes haben wir alle kennengelernt. Spätestens in der Pandemie sind die wichtig geworden und jetzt haben sie sich halt auch im Alltag durchgesetzt, aber eure QR-Codes, normalerweise ist das ja die Natur des QR-Codes, dass man ihn sieht und dann fotografieren kann und dann geht es weiter, aber eure sind ja unsichtbar.

Katharina Ehrmann Genau. Also das ist jetzt dieses Projekt, wo wir kristalline und nicht kristalline Materialien machen können.

Martin Puntigam Und einsperren.

Katharina Ehrmann Und einsperren können, genau. Eben da, wie schon erwähnt, dass da dadurch die, quasi Transparenz beeinflusst wird vom Material und das haben wir dann natürlich genutzt, um damit quasi Informationen zu speichern in Form eines QR-Codes.

Martin Puntigam Natürlich ist das für euch, aber für viele andere Menschen ist das nicht natürlich. Also wie kommt man auf die Idee, dass man das natürlich nutzt?

Katharina Ehrmann Ja, das ist das, wie ich gesagt habe. Man beginnt mit einer Sache und hat noch nicht viele Vorgaben. Das ist wie die leere Leinwand und dann, wenn man eben diese leere Leinwand einmal ein paar Pinselstriche macht, dann kommt die Fantasie dazu und diese Pinselstriche haben vielleicht schon irgendeine Bedeutung.

Katharina Ehrmann Und daraufhin denkt man sich, das wäre ja cool, wenn diese paar Striche zum Beispiel zu einem Vogel werden. Dann merkt man, so einfach ist das eigentlich gar nicht, dass sie wirklich in den Vogel verwandelt werden. Dann brauche ich jetzt Zeichenkünste und dann lernt man eben das Zeichnen und löst die Probleme entlang des Weges, um wirklich dorthin zu kommen.

Katharina Ehrmann So war es ein bisschen auch mit dem Projekt. Das hat wirklich angefangen mit einem Versuch, wo wir Kristallinität in dem Material einsperren wollten. Das war die Neuheit an sich eigentlich schon, dass wir das können, weil Kristallinität und Einsperren sind eigentlich Widersprüche. Das macht man immer in linearen Polymeren und wir haben die in quervernetzten Polymeren eingesperrt sozusagen in Netzwerken, die eigentlich nie kristallin sind.

Martin Puntigam Und da warst du ja die Ersten weltweit seit Beginn der Menschheitsgeschichte?

Katharina Ehrmann Auf diese Art, ja. Genau. Und daraufhin ist das erste Experiment ziemlich gescheitert. Da ist der Michi zu mir gekommen und hat gesagt, ich kriege alles. Ich kriege vollständig kristalline Materialien.

Martin Puntigam Wer ist der Michi?

Katharina Ehrmann Der Michi ist mein Dissertant, der eben an diesem Projekt gearbeitet hat. Das ist der, der den Labormantel dann täglich angezogen hat und die schwere Arbeit im Labor gemacht hat. Aber mit viel Freude und mit tollen Ergebnissen.

Martin Puntigam Und der ist aber dann doch mit heißen Ohren zu dir gekommen und hat gesagt, hat alles nicht hin.

Katharina Ehrmann Der hat dann gesagt, naja, das funktioniert nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Da haben wir eben vollständig kristalline Materialien und mit nur ganz wenig geänderten Bedingungen vollständig amorphe. Amorph bedeutet eben nicht kristallin, sondern irgendwie angeordnete Materialien. Und wir haben Materialien, da haben wir beides drinnen. Und das war für uns natürlich besonders spannend auszufinden, woran das liegt.

Katharina Ehrmann Wir haben das dann auch herausgefunden, dass wir die Temperaturkontrolle noch exakter führen müssen, um eben über die Temperatur die Kristallinität des Materials zu steuern. Dabei dann eben auch entdeckt, dass diese zwei Zustände, Kristallin und Nicht-Kristallin, so nahe beieinander liegen, dass wir die im 3D-Drucker gezielt ansteuern können.

Katharina Ehrmann Vom gleichen Baustein, molekularen Baustein sozusagen.

Martin Puntigam Das heißt, je nachdem, ob es wärmer oder kälter ist, ob die Energie der Lichtquelle stärker oder weniger stark ist, entsteht was anderes?

Katharina Ehrmann Genau, richtig. So ist es. Wir haben flüssig-kristalline Bausteine da drinnen. Und diese flüssig-kristallinen Bausteine vereinen zwei Eigenschaften miteinander, die man üblicherweise eben nicht denkt, dass sie kompatibel sind, nämlich Flüssigkeit und Kristallinität. Also da gibt es in der flüssigen Phase eine Fernordnung, eine Anordnung dieser Moleküle miteinander.

Katharina Ehrmann Und diese Anordnung passiert eben beim Aufschmelzen. Wenn man aber dann zu sehr aufschmilzt, dann ist so viel Energie in dieser flüssigen Phase drin, dass diese Energie für Unordnung sorgt. Und diese Unordnung ist dann eben nicht mehr kompatibel mit der Flüssigkristallinität. Das heißt, die exakte Steuerung der Temperatur dieser Flüssigkeit ist besonders wichtig, um in dieser Phase zu bleiben.

Katharina Ehrmann Und aus dieser Phase heraus beleuchten wir dann diese Formulierung und mit Licht können wir eben dann die Polymerisation starten. Das ist eben die Entstehung, diese Kettenreaktion der Bausteine in den Kunststoff. Und damit haben wir sozusagen erreicht, dass wir im Kunststoff diese Kristallinität, also diese Fernordnung, die wir da in der Flüssigkeit haben, einsperren.

Katharina Ehrmann Das ist das, wenn ich von Einsperren rede, was da passiert tatsächlich.

Martin Puntigam Und diesen QR-Code sieht man manchmal und manchmal sieht man ihn aber nicht.

Katharina Ehrmann Genau, weil was wir dann gemacht haben, ist, wir haben den QR-Code in einer Schicht des 3D-Drucks gedruckt. Dann haben wir ein paar durchsichtige Schichten quasi als Schutz drüber gedruckt. Und zum Schluss haben wir nochmal eine kristalline und durchsichtige Schicht draufgedruckt, indem wir die Temperatur während des 3D-Drucks exakt einstellen und ändern.

Katharina Ehrmann Und diese kristalline Schicht ganz oben drauf kann man für gewisse Zeit auch löschen, indem man eben den Schmelzpunkt des Kristalls überschreitet. Das heißt, ab einer gewissen Temperatur, auf die man diese oberste Schicht aufheizt, wird dann die darunterliegende Schicht sichtbar. Und das ist halt wie eine Art Verschlüsselungsmechanismus, weil nur wenn man die richtige Temperatur hat, sieht man, was drunter ist.

Katharina Ehrmann Weil wenn man es zu heiß macht, dann wird auch der QR-Code zu heiß und da passiert genau dasselbe wie mit der Top-Kristallinen-Schicht. Und plötzlich ist er nicht nur sichtbar. Und wenn es zu kalt ist, dann bleibt natürlich die Kristallinen-Schicht erhalten und man sieht den QR-Code nicht.

Martin Puntigam Das heißt, da kann man Dinge verschlüsseln.

Katharina Ehrmann Genau, also das ist tatsächlich auch nicht nur Datenspeicherung, sondern auch Datenverschlüsselung. Und man kann dann eben so weit gehen, dass diese Kristallinität ja auch auf mikroskopischer Ebene stattfindet und nicht nur so makroskopisch, wie wir es demonstriert haben. Und auch auf dieser Ebene wäre es denkbar, die Kristallinität für Datenspeicherung und Verschlüsselung zu verwenden.

Martin Puntigam Klingt alles extrem faszinierend, sehr kompliziert. Du hast vier Jahre insgesamt Zeit. Wie lange hast du noch Zeit im Rahmen dieses Projekts?

Katharina Ehrmann Jetzt sind es dann noch drei circa.

Martin Puntigam Also ich habe drei Viertel davon und ein Teil dieser Zeit wird möglicherweise Peter Weinberger versuchen abzuzwacken, weil der arbeitet an einem Forschungsprojekt, wo auch was gedruckt werden muss. Und nachdem ihn Peter kennt, weiß er zwar mit einem 3D-Drucker umzugehen, aber nicht einmal annähernd so komplizierte Sachen herzustellen wie du.

Martin Puntigam Worum geht es denn da? Was brauchst du gedruckt für die Arbeit, die ihr in dieser Gruppe rund um Energiespeicherung durchführt?

Peter Weinberger Wir arbeiten da eben an diesen thermochemischen Energiespeichermaterialien. Da habe ich ja mit Peter Ertl zusammen in einer früheren Folge schon mal drüber gesprochen. Mittlerweile ist das Patent erteilt.

Martin Puntigam Ganz kurz noch, da geht es darum, dass man einfach Energieabwärme transportierbar macht, haltbar macht.

Peter Weinberger Zwischenspeichern, also Abwärme, die gerade nicht genutzt wird oder Sonnenwärme, die gerade nicht nutzbar ist, chemisch zu speichern, reversibel und bei Bedarf wieder in Wärme rückzuführen. Das ist die Idee dahinter. Und das kann man dann zeitlich und örtlich entkoppeln. Das heißt, wir haben dann vielleicht sogar im Idealfall Wärme aus dem Sommer in den Winter gerettet.

Peter Weinberger Oder im industriellen Umfang Prozesswärme, Abwärme, die gerade nicht nutzbar ist, die sonst in die Flüsse und Seen gekühlt wird, zwischenzuspeichern und dann für den nächsten Prozess zum Vorwärmen eines Ofens oder was auch immer zu verwenden. Endziel ist natürlich immer Reduktion der Primärenergie auf fossilen Energieträgern, also weniger Gas, weniger Öl, weniger Kohle.

Peter Weinberger Idealerweise gar keines. Und im Zuge dieser Arbeiten, sind wir ja damals auf die Idee gekommen, hier reversible Gas-Feststoff-Reaktionen zu verwenden und ganz konkret in unserem Fall eben, und jetzt darf ich auch konkret darüber reden, weil es eben patentiert ist.

Martin Puntigam Damals war es so kryptisch, ah, da ist Da geht es darum, aus heißer Luft ein Ziegel zu machen und aus dem Ziegel später wieder heiße Luft. Das ist Gas, Festkörper, Reversivität.

Peter Weinberger In etwa. Bei uns ist eben der Ziegel ein Kupfersulfat, ein Salz. Und mit einem gasförmigen Molekül, nämlich dem Ammoniak, können wir das Kupfer-Tetraminsulfat machen. Das ist eine ganz tolle Farbreaktion im Übrigen. Hat man im ersten Semester im Chemiestudium im nasschemischen Labor als Farbnachweis für Kupferlösungen, weil das wird knallblau, ein Traum.

Peter Weinberger Nur macht man es ja da in Lösungen und da merkt man nicht, dass dabei auch sehr viel Wärme umgesetzt wird, weil das so verdünnt ist, dass man das gar nicht merkt. Wenn man das aber jetzt mit festem Kupfersulfat und gasförmigen Ammoniak zu einem festen Detraminkupferkomplex macht, dann haben wir hier einen Wärmeumsatz, der gewaltig ist.

Peter Weinberger Also wir reden hier Megajoule pro Kilogramm oder Gigajoule pro Kubikmeter. Also wirklich große Energiemengen.

Martin Puntigam Die man braucht, um das herzustellen?

Peter Weinberger Nein, die bei dieser Reaktion umgesetzt werden und diese Energiemenge damit einspeichern können. Das ist das Ziel, das ich natürlich mit einem möglichst kleinen Speichermedium viel Energie speichere. Ich möchte ja auch nicht in einem riesen Akku ganz wenig elektrische Energie speichern, sondern ich möchte in einem sehr kleinen Akku sehr viel elektrische Energie speichern.

Peter Weinberger Und das Gleiche wollen wir mit der Wärme. In einem möglichst kleinen Thermoakku, kann man sagen, wollen wir möglichst viel Wärmemenge speichern. Und unser Problem, als wir mit dem angefangen haben, war aber, dass das Volumen des einen, nämlich des Kupfersulfats und des anderen, also des Detraminkupferkomplexes, zweieinhalb bis 2,7-fach unterschiedlich ist.

Peter Weinberger Und jetzt kann man das technisch ganz schlecht verwenden, weil ich kann ja nicht sagen, jetzt einmal einen Reaktor mit dem einen, nämlich dem noch nicht umgesetzten Kupfersulfat befüllen und dann mache ich die Reaktion und das Volumen dehnt sich aufs 2,7-fache, da fliegt mir der Reaktor um die Ohren. Das geht eher nicht.

Peter Weinberger Mache ich es umgekehrt, dass ich das große einfülle, das voll ist, dann ist bei der Rückreaktion nur noch der Boden bedeckt und ich habe keinen gescheiten Kontakt zum Wärmetauscher. Also direkt so geht nicht. Dann war die nächste Überlegung, dann nehmen wir das Ganze auf ein Trägermaterial, damit sich das Volumen nicht so ändert.

Peter Weinberger Dann verliert man aber wahnsinnig viel an aktiver Substanz, weil es ja nur ein kleiner Teil auf dem Material drauf ist, das wirklich die Reaktion macht. Der ganze Rest ist ja nur Trägermaterial. Das hat natürlich auch nicht funktioniert. Und mit Peter Ertl sind wir dann auf die Chlor-Archidee gekommen.

Peter Weinberger Wir machen das komplett anders, nämlich auf Chips in der Größe von Kreditkarten, weil er ist ein Experte für Mikrofluidik. Also diese kleinen Reaktoren mit mikrometergroßen Kanälen und Reaktionsmöglichkeiten. Und unser Geheimnis ist nun, dass wir dieses stark volumensändernde Kupfersulfat in eine Polymermatrix einbetten, Und die ist elastisch. Das heißt, die ist wie ein Stoßdämpfer und lässt sich damit sozusagen in dieses Material einbringen, ohne dass uns der Reaktor um die Ohren fliegt.

Peter Weinberger Und dieses Polymer hat noch dazu den Vorteil, dass der Ammoniak, das Gas, problemlos hinein- und wieder rausdiffundieren kann, aber nicht unser Kupfersulfat. Das heißt, das bleibt da drinnen.

Martin Puntigam Das kann sich ausdehnen?

Peter Weinberger Kann sich ausdehnen.

Martin Puntigam Wie die Fugen auf einer Brücke, die man ja lassen muss, weil es im Sommer heißer wird.

Peter Weinberger Genau. Oder beim Schienenstoß oder wie auch immer. Genau. Und jetzt ist natürlich der Punkt, wenn ich diesen Wärmeumsatz da auf diesem Chip drauf habe, dann muss ich den ja jetzt irgendwo herausbekommen. Das heißt, wir haben auf der Unterseite dieses Chips weitere Kanäle, wo eben das Wärmetauscher-Medium, in unserem Fall irgendein Thermoöl, das wird einfach erwärmt und führt die Wärme ab.

Peter Weinberger Und das, was wir jetzt gemacht haben, ist, einen ersten Proof-of-Concept-Typen zu bauen. Das heißt, wir haben bewiesen, dass es mit so einem miniaturisierten, auf einem Chip aufgebrachten System tatsächlich funktioniert. Da haben wir auch ein Projekt vom Austria Wirtschaft Service gefördert bekommen.

Peter Weinberger Und in nächster Stufe geht es jetzt um die Optimierung. Wie dicht kann ich die Kanäle legen? Wie groß müssen die sein? Vom Durchmesser, welche Volumenströme sind möglich, dass das nicht überhitzt auf der einen Seite oder eben auf der anderen Seite, dass wir maximal viel auf möglichst kleiner Fläche unterbringen.

Peter Weinberger Das ist ähnlich wie bei einem Prozessor, einem Mikroprozessor. Man will möglichst viel auf möglichst kleinen Prozessoren unterbringen. Aber da kann ich nicht einfach drauf losarbeiten, sondern das muss man optimieren, weil sonst überhitzt man das Ding.

Martin Puntigam Und was genau habt ihr jetzt patentiert?

Peter Weinberger Erstens das Material, mit dem wir arbeiten. Zweitens die Art und Weise, wie wir das verarbeiten. Die Anordnung, dieses Chip-Design und das Geniale, und da kommt und schließt sich jetzt der Kreis zum 3D-Druck. Es ist natürlich jetzt wichtig, dass von unserem Kupfersulfat in diesem Polymer drinnen, das ist ein PDMS, also das ist ein Silikon, dass das dann natürlich die Wärme möglichst gut auf die Unterseite dieses Chips leitet.

Peter Weinberger Und jetzt ist natürlich nicht jedes Material gleich gut geeignet von der Wärmeleitfähigkeit. Und da sind wir, das ist auch ein Optimierungsschritt, an dem wir jetzt arbeiten, mit welchen Materialien kann man im 3D-Druck diese Chips herstellen und welches von diesen Materialien hat die beste Wärmeleitfähigkeit, damit wir mit möglichst dünnen Zwischenschichten möglichst viel von der erzeugten Wärme auch in das Thermoöl hinüberbringen.

Peter Weinberger Und das ist etwas, was man, wenn man das, sage ich mal, jetzt handschnitzen wollen würde, da wird man alt dabei, das geht einfach nicht und Da ist natürlich der 3D-Druck ein Traum. Also die Kollegen aus der Gruppe von Peter Ertl, der Florian Seelinger vor allem, der ist da immer ein Experte auf diesem Gebiet.

Martin Puntigam Aber es klingt jetzt für meine Ohren so. Du machst das mit 3D-Druck, du machst das mit 3D-Druck. Ihr habt vielleicht die Bürostür an Tür, dann geht einer zu anderen rüber oder umgekehrt und sagt, druck mir das, ich brauche das. Klingt das nur ähnlich, weil es halt beides 3D-Druck im Namen hat oder könnt ihr ja tatsächlich miteinander arbeiten und euch austauschen?

Peter Weinberger Das kann durchaus noch kommen. Also wir haben ja jetzt einfach noch ein Standardverfahren, Verfahren, das die Kollegen beim Peter Ertl für andere Anwendungen einfach optimiert haben in Verwendung. Nur das ist ja nur der Startpunkt. Und wir werden uns natürlich anschauen, was gibt es mittlerweile. Und wir wären ja blöd, wenn wir nicht Expertinnen und Experten im Haus haben, die da mehr als den Standard können.

Peter Weinberger Natürlich ist die Chance sehr groß, dass wir da auf eine Fragestellung stoßen, wo wir dann sagen, hey Kathi, was hältst du davon? Gibt es da nicht irgendwas, was besser ist als das, was wir verwenden? Und wozu das Rad selber neu erfinden, wenn es jemanden gibt, der es kann?

Martin Puntigam Das ist etwas, was in deinen Ohren reizvoll klingt? Oder du denkst dir, wenn die Herrschaften ein Stock höher nicht weiterkommen, dann kann ich die Treckarbeit machen?

Katharina Ehrmann Treckarbeit würde ich das nicht nennen. Ich würde sagen, das ist so, dass ich eine Technologie beherrsche. Und mir macht es am meisten Spaß, wenn angewandte Problemstellungen an mich herangetragen werden, wie eben zum Beispiel die von Peter und Peter. Und ich dann sozusagen die Wissenschaft draufschmeißen kann und mit neuen Dingen aufwarten kann diesbezüglich und neue Materialien dabei entstehen, die aufwarten.

Katharina Ehrmann So noch nicht existiert haben. Und das ist dann eine erste Anwendung, aber üblicherweise ist meine Erfahrung, dass man dann noch ganz viele weitere Anwendungen dann mit diesen Materialien auch noch bedienen kann plötzlich.

Martin Puntigam Wenn der Peter das so erzählt, ich weiß nicht, wie gut du die vorher schon ausgekannt hast, aber dann denkst du, da kommen wir sofort ein halbes Dutzend Ideen, wie man weiterarbeiten kann, Ideen, auf die in ihre Arbeitsgruppe nicht gekommen sind?

Katharina Ehrmann Ja, auf jeden Fall kommen mir da viele Ideen, ja. Also einige Stichworte meiner Forschung sind da natürlich gleich im Kopf, ja. Der Multimaterial-3D-Druck, so wie das klingt, wenn man Materialien kombinieren muss. Dann die Beständigkeit natürlich mit dem Ammoniak und so weiter und so fort. Also da gibt es viele spannende Dinge.

Martin Puntigam Jetzt gibt es ein Video, wir werden das auch noch verlinken, wie man so einen Chip herstellt und mit so einer Pasta beschmiert, die offensichtlich dieses Kupfer irgendwas ist, das dann die Energie aufnehmen soll.

Peter Weinberger Das ist dann das Einbringen dieser Polymermischung mit dem Kupfersulfat. Das wird dann einfach in diese Dinge hineingespattelt.

Martin Puntigam Polymermischung klingt sehr technisch, aber in Wirklichkeit wird es draufgeschmiert.

Peter Weinberger Vorerst einmal, wie ein Butterbrot schmieren. Naja, das ist natürlich sicher nicht der großtechnische Prozess, wie es dann läuft. Das kann man jetzt schon sagen. Aber das war mal natürlich jetzt im Sinne der Quick and Dirty Erstversuche, ein doppelter Wort zu sehen, Quick and Dirty. natürlich so gemacht.

Martin Puntigam Warum, Habt ihr euch das patentieren lassen oder lassen müssen und was hat das denn für Konsequenzen, wenn man so ein Patent hat? Jetzt seid ihr alle reich.

Peter Weinberger Ja, reich wird man erst, wenn es wirklich irgendeinen Betrieb, eine Firma und einen Großkonzern gibt, der dann sagt, aufgrund dieses Patents gehen wir in die Massenproduktion und verdienen damit unsererseits Geld und zahlen euch als Lizenzgebühr dafür, dass wir sozusagen eure patentierte Methode verwenden dürfen.

Peter Weinberger Das kann entweder irgendjemand von auswärts sein, der darauf aufmerksam wird, oder es kann auch eine Firma sein, die man selber gründet, die das dann aufgreift und sozusagen als Startup, als Spin-off, wie auch immer, dann in die Richtung weitermacht. Also solche Konstruktionen gibt es ja auch bei uns an der TU Wien einige.

Peter Weinberger Ob das der Weg ist, keine Ahnung. Also ich selber bin sicher nicht der Typ, der dann eine Firma gründet.

Martin Puntigam Klassischer Slim-Fit-Träger und Start-up-Gründer.

Peter Weinberger Das ist nicht meine Welt, das gebe ich ganz ehrlich zu. Ich bin gerne Berater und helfe mit, aber das wirtschaftliche ist jetzt nicht so ganz meins. Gebe ich ehrlich zu. Aber da hat er die Karte. Die Karte ist im Stil. Die Karte ist im Stil. Nein, also natürlich ist das Ziel jetzt sozusagen einmal, damit man überhaupt so weit kommt, dass es jemanden gibt, der sagt, super, das machen wir, ist immer wichtig, dass es irgendwas gibt, was man angreifen kann.

Peter Weinberger Also die Menschen sind sehr haptisch, auch Wirtschaftler. Deswegen ist es ja auch so, bei großen Industriemessen stellen die Leute halt dann irgendwas dort an diesem Stand aus, was man sich im Anschauen, Angreifen, idealerweise im Betrieb sehen kann, dass man ein Gefühl dafür kriegt, dass das auch wirklich tut, was es soll.

Peter Weinberger Und unsere Idee ist natürlich, Dass wir diese Checkkarten großen Chips, dass das Ganze so modular ist, dass wir das dann stapeln können, in mehrere Zehner stapeln, um jetzt irgendwas zu sagen, die dann parallelisiert und daraus sozusagen je nach Wärmemenge, die dann in einem konkreten Anwendungsfall zu speichern ist, natürlich auch abhängig von einem Zeitraum.

Peter Weinberger Weil wenn ich irrsinnig viel Wärme ganz schnell speichern muss, brauche ich sicher was anderes, als wenn das jetzt ein kontinuierlicher Abwärmestrom ist, der über Wochen geht, dann muss man das sicher anders aufbauen, aber das sind dann schon Feinheiten. Und da wollen wir idealerweise eine Demonstrationsanlage haben in einer vernünftigen Größenordnung.

Peter Weinberger Ich sage jetzt einmal Stichwort Größenordnung 5 Kilowatt oder so als mögliche Speicherkapazität. Das dann als fertige Demo-Anlage. Die TU hat ja jetzt gerade im Arsenal einige Hallen bekommen, in denen dann große Anlagen aufgestellt werden können. Und wenn wir dort was haben, was funktioniert und zum Angreifen ist, dann ist der Schritt auf jeden Fall der nächste, dass das dann irgendwie vermarktet werden soll.

Peter Weinberger Aber da wäre ich wahrscheinlich schon in Pension sein.

Martin Puntigam Und das Geld wird jetzt dann tatsächlich ihr kriegen als Teil der Arbeitsgruppe? Oder es bleibt bei der TU und ihr kriegt es vielleicht. Das ist ja eine Diensterfindung.

Peter Weinberger Das heißt, zuerst einmal kriegen wir eine Erstabgeltung, ich glaube 1.000 Euro oder so etwas. Dann wird einmal natürlich die gesamten Kosten, das sind ja Patentanwälte und so weiter beschäftigt gewesen, die die TU gehabt hat, damit abgegolten. Und dann weiter gibt es dann so einen Schlüssel, wo man dann prozentuell dann beteiligt ist. Aber der Großteil ist sozusagen natürlich dann für die TU Wien.

Martin Puntigam Das ist viel von dem Forschungsgeld, das in die Universitäten fließt und in die Grundlagenforschung fließt, wenn dann was gelingt und tatsächlich industriell ausgewertet werden kann und verwendet werden kann. Und das wäre ja sehr wünschenswert in dem Fall, wenn man neben einem Hochofen, neben einem Stahlwerk ein zweites Gebäude hinstellen kann, wo die Abwärme gespeichert wird und dann wieder verwendet werden kann, dann fließt es wieder zurück in die Forschung und kommt dann nächsten Generationen zugute, die dann neue Sachen erfinden.

Martin Puntigam Wie zum Beispiel, wenn ein Handy von dir gedruckt ist, dass man es dann wieder aufschmelzen kann, aufteilen kann und wieder neue Geräte machen kann. Das ist dann vielleicht in 100 Jahren oder in 50 Jahren.

Katharina Ehrmann Ja, 50 klingt ganz gut.

Martin Puntigam Wir haben genug über Drucken geredet, aber wir drücken uns, um die Überleitung elegant zu gestalten. Nicht vor den Verlautbarungen am Ende des Podcasts der beliebteste Teil des Podcasts. Ganz viele fangen damit an und hören sich den Rest eigentlich erst vorher an. Die Parteienverkehre von uns Science Busters und von uns als Solisten, als die wir auch unterwegs sind.

Martin Puntigam Die Saison ist bereits in vollem Gang, Premieren und Erscheinungstermine scharen in den Startlöchern.

Peter Weinberger Demnächst gibt es ein neues Buch aus Die Wissenschaft vom Ende. Es erscheint Mitte Oktober im Hansa Verlag, kann aber natürlich jetzt schon bei Bedarf vorbestellt werden. Hörbuch wird es auch geben, gelesen von niemand geringerem als Ralf Kaspers. Und die wunderbaren Illustrationen stammen wie immer vom Büro Alba.

Martin Puntigam Ab 14. Oktober plus minus gibt es Buch und Hörbuch. Zwei Tage später, also zweimal schlafen danach, am 16. Oktober, ist die Premiere unserer neuen Live-Show Weltuntergang für Fortgeschrittene. Im Stadtsaal Wien beginn 19.30 Uhr, Martin Moderflorin Freistädter und ich werden auf der Bühne stehen. Davor gibt es natürlich Vorpremieren, damit wir bei der Premiere einen guten Eindruck machen können.

Martin Puntigam Wir spielen am 1. Oktober in der Tischlerei Melk, am 3. und 4. Oktober in Bruno, im Brunn am Gebirge und am 8. Oktober gibt es die vierte und letzte Vorpremiere im Stand-up-Club in Fischermind.

Peter Weinberger Nach der Premiere spielen wir natürlich im Stadtsaal weiter am 23. Oktober und 15. November. Danach geht es sofort auf Welttournee, beginnend am 29.10.2025 im Posthof Linz, am 30.10. In der Helmut-Listhalle Graz, am 6.11. Im Orpheum Wien, am 7.11. Musikklub Lemberg in Oberösterreich, 20.11. Bühne im Hof in St. Pölten, 23.11.

Peter Weinberger Kulisse Wien, 27.11. Arge Kultur Salzburg und am 5.12. im Rahmen des Kabarett- und Comedy-Festivals in Krems.

Katharina Ehrmann Ende des Jahres gibt es wieder neue Shows mit Bauern Silvester in Graz, Linz und Wien und am 31.12. Die Silvester-Show im Schauspielhaus Wien.

Martin Puntigam Ebenfalls zweimal wird diesmal das Jahr hinausgekehrt mit unserem naturwissenschaftlichen Jahresrückblick. Im Frühjahr sind wir wieder einmal in Deutschland unterwegs. Am 23. März 2026 spielen wir in den Wühlmäusen in Berlin unser Weltuntergangsprogramm. Am 26. März sind wir in Dresden im Filmtheater Schauburg. 27.

Martin Puntigam März Kupfersaal Leipzig und tags darauf am 28. März in der Puffbohne in Erfurt.

Katharina Ehrmann Am 21.11.2025 spielen Florian Freistetter und Martin Puntigam in einem Spezialabend zum Jahr der Quantenphysik im Zirkus des Wissens in Linz.

Martin Puntigam Also es ist wie der kommenden Herbst, wo das Jahr der Quantenphysik ist ja 2025, Science Passes for Kids, also quasi unser Labor für den Nachwuchs, gibt es sowohl in der ORF Kids App nachzuschauen und analog gibt es die Show auch live. Auch in der kommenden Saison am 29. Oktober im Posthof in Linz, am 30.

Martin Puntigam Oktober in Graz in der Helmut-Listhalle, am 15. November und auch am 30. Dezember spielen wir im Stadtsaal Wien und am 23.11. Also dazwischen in der Kulisse Wien.

Peter Weinberger Martin Buntikam moderiert bereits zum dritten Mal das goldene Brett am 25.10. Im Stadtsaal Wien. Da kann man dann mit Wissenschaft in den Nationalfeiertag hineinfeiern. Beginn 19.30 Uhr.

Martin Puntigam Und lernt einige obskure Dinge kennen, die sie mit Wissenschaft schmücken, obwohl sie gar nichts damit zu tun haben. Florian Freistetter ist mittlerweile auch solo unterwegs mit Sternengeschichten live. Im Dezember ist ein Essen auf der Bühne Düsseldorf, Dortmund und in Berlin. Wien 2026, dann auch im Nord- und Ostteil von Deutschland und Auch in Österreich, da ist die Premiere am 29.

Martin Puntigam Jänner in der Kulisse in Wien und danach wird er in Salzburg zu sehen sein, in Linz, Wörgeln und Oberwaltesdorf. Infos und Tickets unter sternengeschichten.live.

Peter Weinberger Glückskatze, das Solo von und mit Martin Bundigam, schnurrt noch eine Saison, das nächste Mal am 13. und 14. November in Wien im Kabarett Niedermeier.

Katharina Ehrmann Und im Herbst 2026 kommt am 10. November 2026 eine besondere Premiere im Theater Café Graz, nämlich Martin Puntigams neues Solo mit dem schönen Titel Der heilige Puntigam.

Martin Puntigam Das ist natürlich besonders feierlich von einer Tirolerin angesagt. Das ist bekanntlich das heilige Land. Und wer bis dahin in seinen bedrängten Stunden zu mir beten möchte und dann eine Wunderheilung erfährt, soll das bitte im Vatikan melden. Weil um heilig zu werden, braucht man ja nachgewiesene Wunder.

Martin Puntigam Infos und Tickets zu allen Veranstaltungen, entweder unter sternengeschichten.live oder sciencebusters.at slash termine oder puntigam.at. Das war Ausgabe 114 des ScienceBusters Podcasts. Am Ende bedanken wir uns wie immer bei der TU Wien und der Uni Graz, die die Produktion des Podcasts unterstützen.

Martin Puntigam Danke auch bei Katharina Ehrmann und Peter Weinberger. Danke fürs Streamen, Downloaden, Abonnieren, Bewerten, Empfehlen, Plusrechnen, Minusrechnen, Beleuchten, Unsichtbar machen, Drauftspachteln, Würsteltrucken und was man sonst noch alles mit einem Podcast anstellen kann. Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.

Peter Weinberger Servus. Ciao.

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