
Science Busters Podcast· Folge 127
Wie wasserbankrott ist unser Zeitalter? - SBP127
Montag, 30. März 2026 · 1 h 02
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Shownotes
Über die Erfolge von Uruguay, den Backlash im Klimaschutz, den Vormarsch von PV-Anlagen, das Wasser-Auslaufmodell-Österreich & wann Kryptowährungen ausnahmnsweise nicht völlig nutzlos sind
In Ausgabe 127 geht es um Agri-PV-Fortschritte, neue Batterien, E-Traktoren, die Sinnlosigkeit neuer Atomkraftwerke und Wasserbankrott.
Andreas Jägers Blog "Klimajäger" Dort finden sich alle Infos über seine Projekte, seine Bio und sein Buch Die Alpen im Fieber (beneventopublishing.com/bergwelten/produkt/die…)
Andreas Jäger auf Instagram (instagram.com/andreas_jaeger_official)
Energiewende in lowcarbonpower.org/de/region/Uruguay
Desertec (desertec.org)
SB-Podcast Ausgabe 82 Hühner unter Strom (sciencebusterspodcast.podigee.io/82-huehner-un…)
Science Busters TV Show u.a. über TCM: „Das kannst Du Dir sparen“ (vimeo.com/789989447/14b6efd8b7)
SB-Podcast Ausgabe 57 Chemische Diensterfindungen und Mikrofluidik für die Energiewende (sciencebusterspodcast.podigee.io/57-chemische-…)
Akkutausch in Mobilgeräten (heise.de/news/Batterie-Verordnung-EU-Staaten-s…)
AgriPV im Burgenland (linkedin.com/posts/andreas-j%C3%A4ger-9778a267…)
Science Busters Zotter-Schokolade online: Big Rip (zotter.at/online-shop/marken/handgeschoepft/sc…) und Big Crunch (zotter.at/online-shop/marken/handgeschoepft/sc…)
Lektüre
Das neue Buch der Science Busters ist da!!! "AUS! - Die Wissenschaft vom Ende" (hanser-literaturverlage.de/buch/science-buster…) erschienen im Hanser Verlag.
Zeitgleich gibt es im Hörverlag auch ein neues Hörbuch selben Namens, gelesen von Ralph Caspers (penguin.de/buecher/science-busters-aus-/hoerbu…).
Unser Jubel-Buch, erschienen vor drei Jahren anlässlich 15 Jahre Sience Busters giltet noch immer: "Wissenschaft ist das, was auch dann gilt, wenn man nicht dran glaubt: Das große Jubelbuch der Science Busters" (amzn.to/3q8ZzWz). Erschienen bei Hanser (hanser-literaturverlage.de/buch/wissenschaft-i…).
Florian Freistetter "Die Farben des Universums" (hanser-literaturverlage.de/buch/florian-freist…)
Hörbuch (amazon.de/Audible-Die-Farben-des-Universums/dp…), gelesen von Armin Hauser
Auftritte
Unsere aktuelle Live-Show “Weltuntergang für Fortgeschrittene” (sciencebusters.at/buehnenprogramme/weltuntergang)** mit Martin Moder, Florian Freistetter und Martin Puntigam berietet uns & unserem Publikum viel Freude, deshalb spielen wir sie so oft wie möglich vor:
**5.4. + 11.5. + 14.6. ** Stadtsaal Wien (stadtsaal.com/kuenstler/science-busters)
28.4. + 31.5. Orpheum Wien (orpheum.at/produkt/science-busters-weltunterga…)
10.4. + 17.10.26 Helmut List Halle Graz (helmut-list-halle.com/event/science-busters-we…)
13.4.26 Stadtsaal Vöcklabruck (eventim-light.com/at/a/67b5b780943465575771f07…)
30.4.+ 24.10. Kulisse Wien (kulisse.at/programm/?p=Weltuntergang-f%C3%BCr-…)
20.5.26 Rathaussaal Telfs (telfslebt.at/event/science-busters-weltunterga…)
22.05.26 Spielboden Dornbirn (spielboden.at/veranstaltungen/2026/05_mai/scie…)
23. + 24.5. Lustspielhaus München (lustspielhaus.de/event/18818) München Premiere
27.5. Bruckmühle Pregarten (lustspielhaus.de/kuenstler/programm/5233)
28.5. Oval Salzburg (oval.at/de/events/2026-05-28-193000-weltunterg…)
30.5. Bettfedernfabril Oberwaltersdorf (bettfedernfabrik.at/veranstaltung/science-bust…)
6.6. Papierfabrik Kleinneusiedl (papierfabrik-variete.com)
12.6. Atrium, Europasaal Bad Schallerbach (musiksommerbadschallerbach.at/programm/science…)
3.7. Renitenztheater, Stuttgart (renitenztheater.de)
SB4Kids aktuell digital in der ORF-Kids App, jede Folge zirka 10 Minuten. Analog gibt es die Show mit Martin Moder & Martin Puntigam am
am 4.4. + 5.4. + 14.6. 26 im Stadtsaal Wien (sciencebusters.at/buehnenprogramme/science-bus…)
10.4. + 17.10.26 Helmut List Halle (helmut-list-halle.com/event/science-busters-fo…) 16.00 Uhr
1.5. + 24.10.26 Kulisse (kulisse.at/programm/?p=Science-Busters-for-Kids)
24.5.26 Lustspielhaus (lustspielhaus.de/kuenstler/programm/5233)
31.5.26 Orpheum Wien (orpheum.at/produkt/science-busters-science-bus…)
6.6. Papierfabrik Kleinneusiedl (shop.papierfabrik-variete.tixu.io/tickets/1)
5.7. + 13.9. Theater im Park Wien (theaterimpark.at/programm/sciencebustersforkids)
und zum Sommerschluss geht es durch den Koralmtunnel am 19.9. in die ArtBox in St.Gertraud in Kärnten (frantschach.gv.at/artbox/veranstaltungen/veran…)
Pezi & die Science Busters ab 5. Mai bis 10.Mai im Urania Puppentheater Wien
Die Show heißt “Fliegen lernen mit dem Bär-Noulli-Effekt!”
Live on stage Pezi, Kasperl, die Großmutti, Helmut Jungwirth & Martin Puntigam
Empfohlen für alle ab 4 bis 104 Jahre
Termine und Infos unter Kasperlundpezi (kasperlundpezi.at)
Sternengeschichten Live (sternengeschichten.live) mit Florian Freistetter:
3.6. Kulisse
3.10.Lübeck
4.10. Hamburg
23.10. Fürth
9.11. Erfurt
10.11. Leipzig
11.11. Dresden
Alle Termine unter
sternengeschichten.live
und 29. März “Das Universum” mit RG im Moritzhof Magdeburg
Glückskatze ist vorbei, ab jetzt wird heiliggesprochen!
Das neue Solo v. & m. Martin Puntigam ab Herbst, Premiere am 10. November 2026 im Theatercafé Graz (hinwider.com/Veranstaltung/martin-puntigam-5/?…): Titel **„Der Heilige Puntigam“.
Wien-Premiere 19.11. Kabarett Niedermair (niedermair.at/kuenstler/martin-puntigam)
Wer jedenfalls dabei sein möchte, wenn der Heilige Geist den MC der SB gebenedeit, kann schon jetzt Karten reservieren.
Infos & Tickets unter sciencebusters.at/termine & puntigam.at
Alle Infos zu den Terminen unter sciencebusters.at und puntigam.at
Funk und Fernsehen
Die aktuelle Staffel ist seit Ende April fertig ausgestrahlt, jedoch noch ein halbes Jahr weltweit (!) abrufbar auf ORFON (on.orf.at/sendereihe/13886769/science-busters).
Die Science-Busters-Sendungen auf Radio FM4 findet man hier (radiothek.orf.at/podcasts/fm4/fm4-science-bust…).
Alle bisherigen TV-Folgen kann man hier auf DVD kaufen (shop.orf.at/orf/de/dvd/comedy/2482/science-bus…) oder bei Amazon (bit.ly/science_busters_amazon).
Kontakt und weitere Infos
podcast@sciencebusters.at| Homepage (sciencebusters.at)| Veranstaltungen …
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Martin Puntigam Ausgabe 127 des Sciencebusters Podcasts und heute schauen wir, ab wann die Menschheit sich schwer tut beim Wasserlassen.
Andreas Jäger Ja, ja, klingt vielleicht lustig, ist aber in Wirklichkeit vielleicht sogar eine Bankrotterklärung.
Martin Puntigam Herzlich Willkommen zur Ausgabe 127 des ScienceBusters Podcasts, wie immer produziert mit Unterstützung der Uni Graz und der TU Wien. Mein Name ist Martin Puttigam und mir gegenüber sitzt heute wieder Andreas Jäger, Meteorologe und Wissenschaftskommunikator und Moderator. Hallo.
Andreas Jäger Hallo.
Martin Puntigam In Ausgabe 126, das war die Jubelausgabe anlässlich 5 Jahre Science Busters, haben Martin Moda und ich unter anderem gesprochen über KI in der Medizin, wo sie vielleicht helfen kann, wo er nicht, wie man mit einem Schwurbler-Chatbot reden muss, was zurückkommt, wer sowas überhaupt programmiert. Und wir beide, Andreas, haben am 8.
Martin Puntigam Juli 2024 in Folge 82 das erste Mal miteinander geredet. Hühner unter Strom hat die Folge geheißen. Es ist unter anderem um Agri-PV gegangen, gnadenlose Mähroboter, erneuerbare Energiegemeinschaften und warum die Wettervorhersagen früher weniger genau waren. Wir werden uns heute damit beschäftigen, wie man mit dem Backlash bei Klimaschutz und dem eigenen Frust darüber umgeht, ob der Kampf gegen den Klimawandel zusammen mit den sogenannten KlimakäberInnen gescheitert ist, was trotzdem positiv war im letzten Jahr und wo es doch Fortschritte gibt, vielleicht eine kurze Nachfrage noch zu den Hühnern. Wie geht es den Hühnern? Wie geht es AgriPV?
Andreas Jäger Den Hühnern geht es blendend. Das war ja damals in Hart bei Graz. Diese Hühnerfarm sozusagen, wo man auch PV-Panelen über die Hühner gestülpt hat und die sich wahnsinnig darüber gefreut haben. Das waren ja damals die Hühner in Hart bei Graz, die sich sozusagen von PV-Panelen geschützt wunderbar wohl gefühlt haben. Und jetzt gibt es, es hat sich viel getan.
Andreas Jäger Also zum Beispiel im burgenländischen Seewinkel, in Tatenwallern, ganz eine kleine Ortschaft. Dort gibt es die größte Agri-PV-Anlage Europas. Auf 120 Hektar hat man da PV-Panelen aufgeständert auf zwei, drei Meter Höhe.
Martin Puntigam Also das ist doch eine ganz schöne Fläche, 120 Hektar.
Andreas Jäger Das ist eine irrsinnige Fläche. Und darunter ist Acker. Also da wird Ackerbau betrieben.
Martin Puntigam Mit einem sehr kleinen Traktor fährt man da oder die PV-Paneele sind so weit oben?
Andreas Jäger Die sind so weit oben, dass sich das ausgeht. Aber die Idee ist, dass man überhaupt dann vollautomatisch durchfahrt. Also das sind sozusagen ganze Alleen von aufgestellten Paneelen und dazwischen fährt man vollautomatisch mit der Erntemaschine durch. Das ist die Idee. Das hat man jetzt einmal gemacht, ist 2025 im März in Betrieb genommen worden und in der ersten Saison ist es einmal darum gegangen, dass man den Boden einfach auflockert und einfach mal ein bisschen, also da kann man, der hat natürlich schon gelitten, wenn man da so viele Tausend Steher hineinramt in den Boden, da hat man viel Erfahrung damit.
Andreas Jäger Aber trotzdem ist der Boden verdichtet und jetzt muss man mal drei Jahre schauen, dass der Boden wieder auflockert und dass das wieder kommt. Und in der Zwischenzeit macht man viele Tests und schaut, was am besten wächst. Weil die Sache ist jetzt natürlich, und das ist das Spannende, dort im Seewinkel.
Andreas Jäger Ein bisschen windig, sehr viel Sonne. Also da ist nicht zu wenig Sonne. Also die Abschattung durch die Sonne ist kein Problem. Das kann sogar sein, dass man vielleicht sogar ein bisschen mehr erntet, weil egal was darunter dann wächst, ob das Kartoffeln sind oder Salat, dass die es vielleicht mögen, dass sie nicht dauernd von der prallen Sonne niedergebrannt werden.
Martin Puntigam Das heißt, da spart man sich das Gewächshaus unter Umständen oder diese Planung?
Andreas Jäger Das Gewächshaus sorgt für Wärme, aber da geht es eher um Wärme. Aber da geht es eher darum, dass der Schatten, Also dass es nicht so schnell trocken wird und der Boden länger feucht bleibt und damit natürlich auch die Pflanzen besser wachsen. Also es könnte durchaus sein, dass man mit diesen PV-Panelen als Sonnenschutz vielleicht sogar etwas mehr erntet.
Andreas Jäger Und dann habe ich sozusagen diesen Landnutzungs-Koeffizient, sagt man. Ich habe also, wenn ich sage, ich hätte 100% PV und 100%... Kartoffelernte, dann habe ich, wenn ich das staple und in den ersten Stock rauf mit PV gehe, kann ich sagen, ich habe unten vielleicht etwas weniger Kartoffeln, oben etwas weniger Sonne, als ich normalerweise hätte, weil ganz zumachen kann ich nicht.
Andreas Jäger Aber zusammen komme ich dann auf Landnutzungskoeffizienten von 160, 170, 180 Prozent.
Martin Puntigam Also viel mehr. Und wenn du das so betonst, das ist ein Argument im Vorfeld, wenn man AgriPV vorschlägt, dann sagen alle, da kriegt man viel weniger Ernte raus und dann wird es Einschränkungen geben. oder ist das gar kein Gegenargument von denen, die das nicht wollen?
Andreas Jäger Nein, es ist kein Gegenargument. Du hast ein bisschen weniger Ernte im Normalfall, aber dafür eben die Stromernte. Du musst dir so vorstellen, früher, als man Pferde hatte, also da ist sicher ein Viertel der Fläche für die Pferde bewirtschaftet worden. Also du hast ein Viertel der Fläche bewirtschaften müssen, damit die Pferde genug Futter haben, dass du überhaupt den Pflug dazu haben.
Andreas Jäger Und da hast du jetzt sozusagen den Strom, womit du deinen Elektro tragst in Zukunft selber. Also das macht extrem viel Sinn. Also das macht die Bauern unabhängiger. Resilienter, weil wenn die Ernte und Flöten geht aus irgendeinem Grund, vielleicht ein Kartoffelkäfer oder irgendwas, ja dann Strom werde ich immer ernten.
Andreas Jäger Also das ist schon etwas was einleuchtet und es ist ganz groß entkommen. Übrigens gibt es einen Gärtner, das ist in Wieselburg, im Mostviertel ist das dann glaube ich, also in Wieselburg gibt es einen Gärtner, der bietet so ein paar Flächen an, da kann man selber selbstständig Himbeeren und Heidelbeeren pflücken und der hat dort auch Panelen aufgestellt, betreibt quasi AgriPV und lässt unter den ein paar Nägeln, also die Himbeeren und die Heidelbeeren wachsen und jetzt kommt es, der hat schon die erste Saison hinter sich und hat gesagt, die Leute lieben es, weil sie nicht mehr in der prallen Sonne stehen. Das ist wirklich total geil.
Andreas Jäger Also das ist, ich glaube, das ist selbsterklärend und der Trend ist nicht aufzuhalten.
Martin Puntigam Wenn man unterwegs ist, sieht man viele Paneele, aber woran erkennt man den Unterschied, ob das Agri-PV ist oder ob das nur Stromerzeugung ist?
Andreas Jäger Man kennt daran, wie tief sie unten sind. Also wenn sie sehr tief unten sind, wie es oft ist, dann sieht man es nicht so und so. Also es gibt halt immer noch genug, die das nicht wirklich verstehen. Dann kann da maximal Gras wachsen und dann Hase durchhoppeln. An denen sieht man es.
Martin Puntigam Was ja für einen Hasen ganz gut ist, weil die sind ja Raubvögel ausgesetzt.
Andreas Jäger Das ist ganz gut, aber auch der Hase hätte es lieber, das wäre ein bisschen höher, dann ist er immer noch geschützt vom Sichtschutz her gegen den Raubvogel, aber es kommt halt mehr Licht rein und es wird mehr wachsen. Also das ist schon ein großer Unterschied, ob das ein bisschen höher ist oder sehr, sehr flach am Boden ist.
Andreas Jäger Also das ist der Unterschied. Aber AgriPV ist sozusagen das andere, da ist das Gras unten quasi ein Nebenprodukt und bei AgriPV ist ganz bewusst, wo ich sage, nein, ich betreibe unten Viehwirtschaft, ich lasse die Kühe unten rein oder die Schafe oder ich baue da Salat oder Kartoffeln oder was auch immer oder Himbeeren und Heidelbeeren.
Andreas Jäger Das ist eben ganz die bewusste Entscheidung. Also da gibt es schon viele Beispiele. In Deutschland, in der Hallertau, 80 Prozent des deutschen Hopfens für Bier wird in Deutschland in der Hallertau angebaut. 80 Prozent und die Deutschen trinken Viehbier.
Martin Puntigam In Österreich sind die Leute ja nicht schwach auf der Brust, wenn es ein Bier trinken geht.
Andreas Jäger Nein, überhaupt nicht. Und da gibt es schon den Ersten, der betreibt der AGPV-Dork mit. Also der muss das, die wachsen ja, der Hopfen wächst richtig hoch. Der ständert jetzt auf sechs Meter auf. Und super Ergebnisse.
Martin Puntigam Aber ist das dann nicht gefährlich, wenn es einmal einen richtigen Sturm gibt, wenn der da reinfahrt unter so hohe Paneele und so hohe Steher?
Andreas Jäger Das muss man sturmsicher machen, ist überhaupt kein Problem. Kann man machen, muss man machen, ist ganz logisch. Das wird tief, da werden Sie ziemlich in den Boden reingerahmt. Das ist kein Problem. Das ist sogar das super Stichwort. Der Sturm ist oft in Verbindung mit, Mit Hagel vielleicht zum Beispiel. Und diese Paneelen sind natürlich auch ein super Hagelschutz.
Andreas Jäger Also das hier zum Beispiel in der Steiermark, in den Obstgärten, da habe ich diese Doppelfunktion, dass ich dann durch die Paneelen keine Netze mehr brauche.
Martin Puntigam Das wollte ich nämlich hier fragen. Und die Panele, die sind ja mittlerweile, ich sehe das ja nur ab und zu, wenn ich so Videos sehe von Energiemessen. Es gibt ja mittlerweile schon PV-Panele, die erstens nicht mehr so ausschauen wie PV-Panele, die man als Dachziegel quasi legen kann. Die schauen aus wie Dachziegel in dieser Terrakotta-Färbung und die auch hagelsicher sehen. Stimmt das?
Andreas Jäger Also die Paneele sind, alle Paneele müssen bis zum Riesengrad hagelsicher sein. Also ich habe eine Zahl im Kopf, die müssen einen Hageleinschlag von drei, einen drei Zentimeter Hagel aushalten. Weil sonst sind die ja ständig kaputt. Also die sind per se sozusagen hagelsicher.
Martin Puntigam Aber drei Zentimeter, das ist oft der Fall, dass es drunter ist.
Andreas Jäger Meistens, wenn es drüber ist, hast du ein Pech.
Martin Puntigam Okay, aber dann hat man ja sowieso ein Pech.
Andreas Jäger Dann wäre es sowieso so. Dann ist es wirklich ein Versicherungsfall. Aber das ist auf jeden Fall. Und das andere ist die Optik. Und wenn man jetzt in den Steiermark die Bilder da kennt, also ob da schwarze oder weiße Netze drüber gespannt sind oder PV-Anlagen, das entstellt die Landschaft nicht mehr oder weniger. Ist es wirklich so?
Martin Puntigam Ja, ich bin ja gar nicht dagegen. Ich finde, ja, also Leute, die sich über Windräder aufregen, weil man sie von der Autobahn aus sieht, das ist ein bisschen doof.
Andreas Jäger Ja, wenn man mitten in der Schirchen, das ist wie wenn ich im ganz Schirchenhaus sitze und sage, wieso hat der Nachbar da ein Haus gebaut? Und er selber sitzt im Schirchsten. Ja, so ungefähr, ja. Aber trotzdem, man muss irgendwie betonen, weil die Leute glauben, man verschandelt die Landschaft. Das ist sowieso eine Kulturlandschaft. Und da muss man halt, natürlich muss man schauen, was man tut, aber im Großen und Ganzen, die Biologen lieben wirklich diese Agrib-PV-Geschichte, weil sie natürlich durch diese unterschiedliche Bescheinung des Bodens auch an, da werden einmal ganz andere Pflanzen, ich kann Biodiversität reinkriegen.
Andreas Jäger Und die machen sehr oft, da wo die Steher sind, ich kann eine Gans hin. Da machen die Blühstreifen. Jetzt habe ich, wo ich vorher nur einen Acker hatte, wo ein Weizenhallm nach dem anderen gestanden ist, habe ich jetzt plötzlich Streifen drin, wo Blummel blühen und wo Schmetterlinge und Bienen fliegen können.
Andreas Jäger Das ist tatsächlich der Fall und das ist einfach, es ist in Wirklichkeit eine extreme Verbesserung für alle.
Martin Puntigam Jetzt betonen wir das eh auch regelmäßig in unserer Live-Sendung auf Radio FM4, wenn man einmal im Monat fragt die Science-Bas, das live zum Klimaveranstalten, da warst du auch schon vier- oder fünfmal zu Gast, dass wir es uns nicht mehr leisten können, keinen Klimaschutz zu betreiben. Weil das ist ja ganz gern das Argument, die Wirtschaft, was ein sehr amorpher, ungestalter, meistens nicht sehr präziser Begriff ist, die Wirtschaft, die braucht Unterstützung und erst wenn es der Wirtschaft gut geht, dann können wir uns vielleicht als Zierleiste Klimaschutz noch leisten.
Martin Puntigam Das haben wir schon oft betont. Jetzt, wenn man seinen Bauernhof umrüstet auf AGRIPV, ist das wahrscheinlich eine ziemliche Investition. Das muss man ja stemmen. Wie kann man das schaffen als Bauer, Beierin?
Andreas Jäger Also da braucht es tatsächlich und gibt Kredite und Förderungen. Das ist sowieso klar. Und ich muss halt einen entsprechenden Abnehmervertrag haben. Während die einen natürlich darüber jammern, dass jetzt Strom mehr Geld kostet, die anderen können so die anderen ihre Anlagen überhaupt finanzieren. Also das ist dann so dieses Mittel, das man braucht.
Andreas Jäger Und es ist ja tatsächlich so, wenn ich eine AGREP-PV-Anlage mache, kostet mich ja das Aufständ dann mehr als die Paneele, viel mehr. Also die Aufstände, also das Eisen zu kaufen, ist viel teurer als die Paneele. Das muss gut investiert werden, aber es ist mit entsprechenden Förderungen natürlich ein extremer, ja, das ist ja eine Frage der Relienz und Autarkie.
Andreas Jäger Wollen wir das oder wollen wir das nicht? Also PV hat jetzt weltweit so einen Siegeszug. Wir haben weltweit gesehen, in diesem vergangenen Jahr PV um 30 Prozent aufgelöst. Das musst du dir vorstellen. Vor dem, was es bis 2024 gab, haben wir ein Drittel noch einmal dazu geschaufelt. Natürlich vornehmlich in China, aber genauso auch bei uns in Europa und in Nordamerika.
Andreas Jäger Und das ist schon das, was wir brauchen. Es ist einfach eine extrem sinnvolle Energieform, die nicht umsonst einen Ziegeszug um die ganze Welt macht. Speziell Afrika zum Beispiel. Also das macht nirgends Halt.
Martin Puntigam Bevor wir dazu kommen, weil das ist die nahezu eleganteste Überleitung, die wir zu Frust und Backlash legen können. Es gibt ja nicht nur Ebenbauern, wie das glaube ich in der Steiermark heißt, ich weiß nicht, wie es in Vorarlberg heißen hat, also Bauern, die in der Ebene.
Andreas Jäger Den Begriff kenne ich gar nicht, die kennen nur Bergbauern.
Martin Puntigam Genau, und es gibt die Bergbauern. Also Bergbauern wohnen unter Umständen mitten in der Ebene, rundherum ist Ebene und dann sind die Hänge, aber an einer gewissen Steigung. Man braucht ja nicht unbedingt am Berg in der Nähe im Bergbauer zu sein, sondern es muss ja nur steil genug sein. Kann man Agri-PV als Bergbauer, Bergbauerin betreiben?
Andreas Jäger Ja, absolut. Das geht ja mit Viehzucht genauso. Hänge, wenn die gut exponiert sind, also Richtung Süden, sind natürlich ideal für PV jetzt gerade zum Beispiel. Und du darfst nicht vergessen, der Bergbauer ist ja sehr oft, wenn er wirklich ein Bergbauer ist und relativ höher ist, ist ja der oft über dem Nebel. Also der hat ja überdurchschnittlich viel Sonne.
Andreas Jäger Und wenn es kühler ist, funktioniert noch die Anlage viel besser. Also die verlieren extrem einen Wirkungsgrad, wenn es draußen plötzlich 35 Grad hat, geht ja der Wirkungsgrad von der PV-Anlage total zurück. Die gehen ja am besten, wenn es kalt ist. Die lieben Winterwetter mit klarem Sonnenschein. Also Agri-PV, natürlich kann man das genauso machen für Pfeil.
Martin Puntigam Jetzt hast du vorher schon gesagt, PV hat einen Siegeszug angetreten, also Photovoltaik für alle, die PV als Abkürzung sich nicht ausverlängern können, was ja leicht sein kann, aber gleichzeitig, ich habe das schon ungefähr vor einem halben Jahr gelesen, der Reinhard Steurer hat das auf sein Blue Sky Konto verlinkt, ist das große Problem, die Energiewende gelingt bis zu einem gewissen Grad, es wird nachhaltiger, Energie wird.
Martin Puntigam Umgehandelt natürlich, herstellen, damit man nicht wieder Schimpf aus der Physik kriegt, kann man ja Energie nicht. Aber diese Zuwächse an erneuerbarer Energie, die werden aufgefressen durch mehr Verbrauch weltweit. Das können Aufrüsten sein, das können Kriege sein und sehr viel Strom verbraucht KI. Das heißt, in Wirklichkeit gelingt das alles toll und 30 Prozent Zuwachs, das klingt auch beeindruckend, ist aber, so wie es ausschaut, nur obendrauf auf diesen fossilen Sockel, der deshalb nicht verschwindet?
Andreas Jäger Ein bisschen ist es so. Also in Europa ist es nicht so. In Europa ist es tatsächlich so, dass wir den fossilen Sockel, zum Beispiel beim Kohlestrom, da sind wir um zwei Drittel runtergekommen in den vergangenen zehn Jahren, muss man sich das schon vorstellen. Also in Europa ist es tatsächlich so, weltweit gesehen ist es tatsächlich, dass dieser fossile Sockel sehr, sehr stabil ist, sogar leicht wächst.
Andreas Jäger Aber den Großteil des zusätzlichen Energiebedarfs, und da gehören leider auch diese depperten Rechenzentren dazu, ist schon mit PV abgefangen worden. Aber das ist natürlich nicht der Sinn. Am Ende muss sozusagen, und das ist die schwierige Übung, PV und Wind, Wind nicht vergessen. Also ich war jetzt wieder auf einem neuen Windkraftwerk, das ist unglaublich.
Andreas Jäger Die müssen am Ende das Fossil ersetzen, das ist sicher das Schwierige. Und die einzige Hoffnung, die da habe, ist über den Preis. Also das spielt sich jetzt gerade ab bei den Speichern. Wir haben jetzt einen irrsinnigen Speicher-Boom, also Stichwort vielleicht so Hybridkraftwerke, das heißt, du hast irgendwo viel PV oder viel Wind oder beides zusammen und du hast natürlich immer Probleme mit den Stromschwankungen und bufferst das über den Speicher ab.
Andreas Jäger Mittlerweile ist der Speicher, billiger als das Gaskraftwerk. Und das ist neu. Das ist erst seit vielleicht einem Jahr, dass du das sagst rechnerisch, brauche ich das nicht mit Gas machen, das mache ich mit. Da kaufe ich mir eine große Anlage und mache das so. Also da passiert richtig viel, wo man dann in dem Fall wirklich auch Gas verdrängt.
Andreas Jäger Also um das geht es. Und das ist eigentlich die schwierigste Übung.
Martin Puntigam Das klingt faszinierend, rein technisch und klingt auch vernünftig, aber das Gas verdrängen geht ja nicht nur über den Preis, sondern das ist ja eine politische Angelegenheit.
Andreas Jäger Da sind wir beim Trump. Der redet ja nur, bei Venezuela redet er ja nur davon, dass es um die Ölreserven geht und von mir aus auch Gas. Da sieht man das, dass Leute noch so denken und natürlich den Klima oder den Klimaeffekt oder CO2 überhaupt nicht auf der Rechnung haben. Die glauben, das stimmt alles nicht.
Andreas Jäger Das ist noch das große Problem, das wir haben, aber trotzdem muss man mal anerkennen, dass dieser Druck, der von China kommt, im Sinne Jetzt wirklich positiv gemeint. Also wir haben das skaliert bis zum Umfallen, die haben die Technik verbessert bis zum Umfallen. Wir sind froh, wenn wir die PV-Panelen nach Afrika verscherben können und Afrika wird jetzt elektrifiziert.
Andreas Jäger Das wollen wir schon ewig machen. Also der Großteil von Afrika ist in der Nacht dunkel. Wenn du auf das Satellitenbild schaust, ist ein Großteil von Zentralafrika, Schwarzafrika buchstäblich. Das ist schwarz in der Nacht, weil es da keinen Strom gibt. Und dezentrale PV und Wind, weil es ist viel dezentraler als das andere, viel dezentraler, viel leichter aufstellbar. Es revolutioniert gerade Afrika.
Andreas Jäger Elektromobilität boomt in Afrika. VW baut Elektro-Traktoren in Afrika. Und zwar Traktoren, wo ich wirklich die Batterie einfach wechsle. Wenn du einen Hubschrauber vor ihr rein wechselst und du die neue rein, da fährt er den ganzen Tag. Das wird auch zu uns raufkommen. Also wir werden es von Afrika lernen.
Andreas Jäger Also dort passiert irrsinnig viel. Also die Elektromotorräder in Ruanda und in Kenia, da gibt es, das boomt gewaltig. Also da gibt es dann, Afrika schreit nach Mobilität. Die wollen mobil sein. Aber Autos, das ist für die noch zu weit weg. Die sind schon froh, wenn sie sich ein Moped kaufen können. Und jetzt kommen die drauf.
Martin Puntigam Also außer jetzt in den großen Städten.
Andreas Jäger Ja, ja, ja.
Martin Puntigam Die ein modernes Leben führen.
Andreas Jäger Aber in der Masse sind es vor allem zwei Räder, die unterwegs sind. Also bei Autos ist noch viel Reserve. Also wenn die 100 Autos haben pro 1.000 Einwohner, dann ist es viel. Die sind, glaube ich, bei 47 Autos pro 1.000 Einwohner. Wir sind bei 600 oder sowas.
Martin Puntigam Also eigentlich eh ein Wunschziel in Wirklichkeit, wenn man von Europa schaut, weil wir müssen ja minimum die Hälfte Autos loswerden, damit wir überhaupt einigermaßen klimaneutral werden können.
Andreas Jäger Aber du kannst ihnen nicht verbieten, dass sie auch mobil sein wollen. Ja, ja, klar. Und dann kommen afrikanische Anbieter, die bieten ihnen Motorräder an mit Wechselstationen und die brauchen zwei Minuten, um das Ding zu wechseln. Und es gibt viele kleine Unternehmen, Taxis, es gibt irrsinnig viele Motorrad-Taxis.
Andreas Jäger Du fährst in Afrika nicht mit einem normalen Taxi oder du fährst mit dem Tuckstuck oder mit dem Motorrad, wenn du gar kein Geld hast. Und das sind viele Leute. Und da gibt es kleine Unternehmen, die jetzt diese Motorräder haben und sagen, ich spare mir 40 Prozent der Kosten im Vergleich zum alten Benzin-Moped. Weil das einfach natürlich, Sonne haben sie bis zum Umfallen, das ganze Jahr.
Andreas Jäger Bis zum Umfallen, das ist einfach das Logische für Afrika und das setzt sich, das wird sich, wenn es politisch auch ein bisschen unterstützt wird, auf jeden Fall durchsetzen. Also in Ostafrika ein Riesenthema.
Martin Puntigam Wenn du sagst, das Batteriewechsel, das hört man ja schon so lange, ich mir erinnern kann, dass von Elektromobilität die Rede ist, redet man davon, das Tanken ist so langwierig, so mühsam, man muss alles umrüsten. Aber das Konzept wäre quasi wie früher bei der Postkutsche, das Pferd wird ausgetauscht und dann geht es weiter. Und dann hört man immer wieder mal oder liest man, bin ja in den Ländern nicht persönlich.
Martin Puntigam In Japan gibt es das schon, da sind sie jetzt schon so weit, da funktioniert das fürs Auto schon. Aber wenn du sagst, für Traktoren, die ja viel mehr Energie brauchen als ein Personenkraftwagen, da funktioniert das schon. Und in Österreich wird aber am Mordstrom Geld ausgegeben, um die Tankseileninfrastruktur für Elektromobilität auszubauen. Widerspricht sich das nicht?
Andreas Jäger Ah, das widerspricht sich nicht, weil wir sind natürlich nicht bereit, so ein Auto zu akzeptieren, das vorne nur einen Käfig hat, weil der Traktor und das Motorrad schaut so. Stell dir ein Motorrad vor, statt dem Motorblock ist eine gelbe große Batterie in einem Kasten drin.
Martin Puntigam Mhm.
Andreas Jäger Und das schaut dann auch so aus, in einem unverbauten, ich sehe ein Motorrad, das vorne so einen gelben Koffer drin hat und das Ding wird einfach schnell raus und das neue reingeschoben. Also an der Tankstelle mit normalen Tanken bist du nicht schneller, als die die Batterie ausgetauscht haben. Das geht zack, zack.
Andreas Jäger Und die haben in Ruanda überall Ladestationen in der Hauptstadt. Aber es ist optisch natürlich, wir sind das Ganze anders gewohnt. Also das Auto muss so individuell wie möglich sein und so schnittig. Ach, Quatsch.
Martin Puntigam Alle Autos sind entweder rot oder weiß oder schwarz und alle schauen gleich aus. Also so individuell sind die Autos in Wirklichkeit überhaupt nicht.
Andreas Jäger Stimmt, aber die Hersteller haben sich halt nicht einigen können auf so einen Standard, dass man das wechselt und ich befürchte, es wird auch nicht mehr passieren.
Martin Puntigam Weil es ist eine Stilfrage, wenn man sich anschaut, die Kaffeehäuser von vor 40, 50 Jahren haben ganz anders ausgeschaut, als diese Coffeeshops heutzutage ausschauen und das ist alles viel karger und ist dann ein anderer Stil und ist so eine ganz schlichte, fast frugale Eleganz, aber hat es ja durchgesetzt für eine gewisse Klientel.
Martin Puntigam Also wenn man stilistisch arbeiten möchte, es arbeiten ja fast alle Anbieter über den Preis. Wenn das so viel billiger ist, dann schaut es halt anders aus und auf einmal ist das, was anders ausschaut und vorher schierig war, besser, weil es billiger ist und dann hat es sich durchgesetzt und wenn es sich durchgesetzt hat, dann gilt es halt.
Andreas Jäger Was hat der elendige Musk gemacht, der Elon Musk? Was hat er gemacht? Der hat ja diesen gordischen Knoten von, die anderen haben gesagt, wir brauchen zuerst das Tanknetz. Nein, wir brauchen zuerst das Auto. Als ich immer geschrieben habe, die, die das Netz, die Ladeinfrastruktur machen sollten, haben gesagt, wenn es kein Auto gibt, dann mache ich keine Ladeinfrastruktur.
Andreas Jäger Und die anderen haben gesagt, ich mache kein Auto, wenn es keine Ladeinfrastruktur gibt. Und der Musk, das war eigentlich seine Leistung, hat nicht nur das Auto gebaut, sondern das Netz gleichzeitig. Er hat gesagt, okay, wenn ihr deppert seid, baue ich das Auto und die Ladestationen. Und diesen Hersteller, der sagt, weil du musst ja dann irgendwo diese Wechselstationen, wie es für Motorräder in Ruanda gibt, die musst du euch irgendwo bauen.
Andreas Jäger Also du musst sagen, da hast du das Auto und ich stelle dir auch die Infrastruktur zum Wechseln. Also du willst nach Innsbruck fahren oder nach München und dann kannst du dort und dort das tauschen. Und der Aufwand ist halt groß. Der ist wahrscheinlich größer, als einfach nur eine Elektrosteckdose zur Verfügung zu stellen.
Martin Puntigam Okay, weil gebaut wird ja und das braucht auch Platz. In vielen Tankstellen an der Autobahn gibt es Ladestationen und zwar brauchen die viel Platz mittlerweile von dem Stellplatz, den die Tankstellen rundherum haben. Dann gibt es diese großen Asfinag-Parkplätze in Österreich mittlerweile. Asfinag ist die Autobahn- und Schnellstraßenbetreiber AG in Österreich.
Martin Puntigam Die bauen große Parkplätze, damit da Lkw-Fahrer übernachten können mit ihren Gefährten und damit man nicht jedes Mal was kaufen muss oder was zahlen muss, wenn man aufs Klo geht. Also da wird ja viel gebaut und viel umgebaut. Da ist es einfacher, eine Ladestation hinzubauen als eine Wechselstation.
Andreas Jäger Hätte ich jetzt gesagt, dass das wirklich einfacher ist. Und es war natürlich, weißt du, was das für ein Kampf war, bis die sich auf einen einheitlichen Stecker geeinigt haben.
Martin Puntigam Ja.
Andreas Jäger Das hat einmal 10, 15 Jahre dauert, bis die alle gesagt haben. Und jetzt haben alle den kleinen Stecker. Aber das war ein Kampf. Jetzt überleg dir einmal, du müsstest dann wirklich eine einheitliche Batterie haben. Die muss eine einheitliche Größe haben. Und jetzt ist ja die Batterie in den Elektroautos ein tragender Teil der Struktur.
Andreas Jäger Das ist ja jetzt irgendwie Surfboard, irgendwie bauweise. Da ist unten die Batterieplatte und das ist sie mittlerweile. Ohne Batterie fällt das ganze Ding zusammen. Das ist ja so gut eingebaut und so geschickt eingebaut, von dem her ganz faszinierend, dass du das nicht mehr tauschen kannst. Du müsstest ja eine Norm haben, dass du sagst, ein kleines Auto hat eine Batterie und ein großes und ich kann da bis zu fünf, sechs Batterien, die irgendwelche rechteckige, irgendwelche Quader wären, müsstest du ja reinschieben. Das, Sich darauf zu einigen, das war, glaube ich, kaum möglich.
Martin Puntigam Das ist ein statisches Problem und natürlich ein Normproblem, weil bei Druckerpatronen hat man dasselbe Problem. Da sind die Hersteller noch mächtig genug und können es sich leisten, jedes Mal einen halben Millimeter abzuweichen und schon muss man wieder diese sauteure Druckerkartusche kaufen.
Andreas Jäger Und keiner zwingt sie, du siehst ja, wie es beim Handy ist, beim USB-C. Also wie lange hat es gedauert und Gott sei Dank haben wir es jetzt geschafft, dass wirklich jedes neue Handy, egal welche Marke, den gleichen Stecker hat. Aber das war ja vorher furchtbar. Und das hat halt keiner geschafft. In Wirklichkeit würde das nur mit Druck von oben gehen. Dass man zwingt, sagt, okay, ihr macht jetzt alle genau die gleiche.
Andreas Jäger Wir wollen nur ein Elektroautos, wo man die Batterien wechseln kann. Und dazu müsst ihr euch jetzt auf einen Standard einigen.
Martin Puntigam Fertig. Weil gehen tut das ja, das sieht man ja bei den Notebooks und bei den Rechnern. Dort muss man ja, oder bei den Tablets, muss man ja in, weiß nicht, Stichtag 2030 oder 35, keine Ahnung, wo der Stichtag ist, muss man ja den Akku tauschen können, aber den Handys wieder.
Andreas Jäger Das habe ich gar nicht gewusst.
Martin Puntigam Ja, ja. Es ist nicht nur, die Stecker sind vereinheitlicht worden, sondern der Akku muss wieder tauschbar werden.
Andreas Jäger Ja.
Martin Puntigam Und dort sind die auch so eingebaut, dass du keine Chance hast. Also den Tablet-Computer, auf den wir aufnehmen gerade, den kann man anschauen und kann man sich hinknien oder Kerzel anzünden, aber man wird den Akku nicht tauschen können.
Andreas Jäger Aber es ist immer noch nicht der gleiche Akku, der schrägt es immer viel größer. Dass du sagst, ich muss theoretisch, wenn mein Akku kaputt ist, von deinem, dir den Akku klauen können. Und von deiner Maschine in meiner und das ist...
Martin Puntigam Oder borgen können.
Andreas Jäger Oder ja, oder borgen können. Aber du weißt, dass ich meine, da sind wir noch von dem weit weg. Da geht es nur mal darum, dass du ein paar Schrauben wieder hintust, dass ich es aufmache. Aber das ist ja weit weg. Das ist ja trotzdem ein komplett anderer Akku. Wahrscheinlich sogar, wenn es vom gleichen Hersteller zum Ding ändert, sich das wahrscheinlich, könnte ich mir vorstellen. Ich bin jetzt nicht sicher.
Martin Puntigam Der erste Schritt ist gelungen, nämlich, dass es wenigstens Elektroautos gibt, mit denen man mit Strom fahren kann, auch wenn der Strom noch nicht überall nachhaltig produziert wird. Aber dass das einheitlich wird und dass man damit überall hinfahren kann und so wie bei der Währungsunion vielleicht sogar in jedes Land und eine Batterie in Windeseile tauschen kann, da sind wir noch weit entfernt davon.
Martin Puntigam Und neben diesen gigantischen Rechenzentren, die möglicherweise ja in ein paar Jahren niemand mehr brauchen wird können oder auch schon, man weiß es ja nicht. Also mir hat erzählt auf einer Tagung jemand, dass diese Infrastruktur, die gebaut worden ist in der sogenannten IT-Blase, die Dotcom-Blase, da ist Infrastruktur gebaut worden, weil man gedacht hat, jetzt geht alles durch die Decke, dann ist diese Blase geplatzt, die Infrastruktur ist geblieben.
Martin Puntigam Und nur aufgrund dieser Infrastruktur haben sie Portale wie YouTube entwickeln können, die diese Bandbreite brauchen. Sonst hätten die keine Chance gehabt, neben einem normalen Wirtschaftsverkehr sie überhaupt durchzusetzen, weil es halt diese Bandbreite nicht gegeben hätte. Das heißt, diese Rechenzentren, wo jetzt alle vollkommen zurecht die Hände über den Kopf zusammenschlagen, außer die, die daran verdienen, weil die so viel Strom verbrauchen, so viel Wasser verbrauchen, so viel Land verbrauchen und eigentlich was befeuern, was man so, wie es betrieben wird, momentan überhaupt noch nicht brauchen kann für den gesellschaftspolitischen Fortschritt.
Martin Puntigam Die wird man ja vielleicht einmal brauchen, aber die sind momentan noch ein Teil dessen, was die erneuerbare Energie diesen Fortschritt wegfrisst, aber auch Elektromobilität und natürlich auch Klimaanlagen. Das kommt ja dazu.
Andreas Jäger Die Klimaanlagen sind ja, was die KI betrifft, diese Rechenanlagen haben mittlerweile einen Strombedarf 2024 gehabt, von 1,5 Prozent des weltweiten Strombedarfs. Also das finde ich schon unglaublich. Also das ist eine Gewaltszahlung. Das ist 2024. Dabei hat es jetzt 2025. Ist also noch einmal gewaltig noch. Die Investitionen an Milliardenhöhe sind da weitergegangen.
Andreas Jäger Also das ist eine große Geschichte. Und die Klimaanlagen sind das nächste Problem. Und da haben wir natürlich die direkte Kopplung an den Klimawandel. Also wir wissen, dass es Milliarden von neuen Klimaanlagen brauchen wird, um den Temperaturen, die auf uns zukommen, standzuhalten. Und es ist auch in Österreich, der war noch Klimaanlagen sicher auch sehr groß.
Martin Puntigam Es ist einerseits praktisch, weil nämlich die Klimaanlagen, die je nach gut funktionieren, zum Beispiel diese Innenraum-Klimaanlagen kann man billig kaufen mittlerweile, weil alle gerne Außen-Klimaanlagen haben. Oder wenn man Glück hat und man wohnt, so dass man Wärmepumpe installieren kann, kann man die, glaube ich, als Klimaanlage verwenden, oder?
Andreas Jäger Ich kann sozusagen Solar Cooling ist dann das Stichwort. Dass ich sage, wenn die Sonne scheint und es heißer ist, dann betreibe ich damit meine Wärmepumpe und kühle. Also das ist die einzige sinnvolle Form in Wirklichkeit, dass man sagt, ja, dann nutze ich das und kühle es so und nicht so, wie es jetzt ist.
Martin Puntigam Und das wird noch dazukommen und viel Strom verbrauchen und dann gibt es noch einen Punkt, der selten angeführt wird, aber ab und zu schon. Aber ich glaube, da ist es schwieriger Daten zu kriegen, nämlich dieses Crypto-Mining, das ja auch sehr viel Strom verbraucht.
Andreas Jäger Oder?
Martin Puntigam Oder sind das Zahlen, die zu hoch geschätzt sind?
Andreas Jäger Nein, nein, da gab es mal die Zahl, dass es so viel Strom verbraucht, wie Stromverbrauch von Argentinien hat, das Kryptomining. Das sind ja die beiden Sachen, die man eigentlich vor 15 Jahren, 20 Jahren sicher nicht auf der Rechnung hatte. Also vor 20 Jahren hat keiner an Bitcoin gedacht, dass das Schürfen wahnsinnig viel Rechenleistung braucht und damit Strom braucht.
Andreas Jäger Und vor 20 Jahren hat schon gar kein Mensch daran gedacht, dass man KI so eine Rechenleistung braucht. Also das ist das, was uns eigentlich wirklich in die Quere kommt beim Klimaschutz. Das ist ein echtes Problem. Wir wären natürlich wesentlich weiter, wenn es das nicht gäbe. Aber da nützt es Lamentieren nichts.
Martin Puntigam Also Österreich ist ja diesbezüglich auch keine große Macht, aber du hältst viele Vorträge auch bei Firmen. Gibt es da Bewusstsein oder zum Beispiel Grundsatz? Also Kryptowährungen braucht kein Mensch. Die sind eigentlich im Wesentlichen für Geldwäsche da und Steuerhinterziehung. Wenn man es einmal sehr defidistisch bezeichnen möchte, das kann man eigentlich von heute auf morgen einstellen, aber gibt es da irgendwelche Bestrebungen, das bleiben zu lassen?
Martin Puntigam Reden da Menschen von größeren Firmen, CEOs und so weiter, die sich mit Strom, erneuerbarer Energie, mit Energiewende beschäftigen, wo du deine Vorträge zum Teil hältst, reden die darüber, dass man das eigentlich loswerden müsste?
Andreas Jäger Gar nicht wirklich. Das ist ein Problem, das ziemlich ausgeblendet wird, obwohl es sehr bekannt ist und jeder weiß das, wird es mal sehr ausgeblendet. Übrigens ist es mit den Kryptowährungen gar nicht so einfach. Also wenn du jetzt zum Beispiel, du bist in irgendeinem furchtbaren Land, irgendwo in einem autokratischen Land und du musst flüchten, weil du sonst irgendwie ins Gefängnis kommst mit der gesamten Familie und wenn du dann deine Ersparnisse in Kryptowährungen hast, ist das sozusagen das sicherste Geld, was es gibt.
Andreas Jäger Weil da musst du nichts mitnehmen, du musst nur den Code, du unter Umständen merkst dann, wenn du brutal bist, merkst dann. Und dann, egal in welchem Land du bist, hast du Zugriff auf dieses Geld. Also das ist in solchen Ländern mit so unsicheren Währungen sehr, sehr beliebt. Das darf man gar nicht vergessen. Das ist ganz witzig. Das hat mehrere Aspekte. Es ist nicht so einfach.
Andreas Jäger Und die Frage ist nur, ob man dieses Mining irgendwie vom Stromverbrauch runterkriegt.
Martin Puntigam Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das schon so weit fortgeschritten, dass es immer schwieriger wird, ein Coin herzustellen, dass du immer länger rechnen musst. Also wird der Stromverbrauch zwangsläufig steigen, egal wie man das anstellt, weil einfach der Prozess schon so weit fortgeschritten ist.
Andreas Jäger Da müsste man jetzt Experte sein, aber ich weiß nur, es gibt eine endliche Summe an Coins und irgendwann sind die mal ausgemeint. Irgendwann sind die alle ausgegraben. Was machen sie dann? Weil wenn die mal ausgegraben sind, braucht es theoretisch ja keinen Strom mehr, um die auszugraben. Also da müsste man mal eine eigene Sendung drüber machen.
Martin Puntigam Ja, aber da weiß ich nicht, ob es dann nicht mehr genug Coins gibt und ob die immer schwieriger zu meinen werden.
Andreas Jäger Also sie werden immer schwieriger, absolut richtig. Und du musst auch ständig, sobald der Computer ein halbes Jahr alt ist, kannst du wegschmeißen, weil dann ist er nicht mehr schnell genug und bringt nicht mehr Leistung.
Martin Puntigam Und das bringt uns zum nächsten Thema. Und das ist ein Problem, wo wir, aber das hat man jetzt beim Zuhören gemerkt, beide keine wirklichen Fachkräfte sind, aber über so gediegenes Viertel- bis Halbwissen verfügen und im Brust unter Überzeugung darüber reden. Was man aber wissen kann, beziehungsweise immer wieder liest zumindest, ist, dass diese großen KI-Rechenzentren extrem viel Wasser verbrauchen.
Martin Puntigam Wofür brauchen die das? Für die Kühlung rein?
Andreas Jäger Hauptsächlich für die Kühlung. Eigentlich für die Kühlung brauchen die sehr viel Wasser, um die Strom zu betreiben und dann entsteht wahnsinnig viel Abwärme. Das ist eigentlich der Grund.
Martin Puntigam Und die Abwärme könnte man ja eigentlich verwenden, wenn die Speicherbatterien so viel billiger geworden sind, könnte man diese Abwärme eigentlich speichern? Das geht oder das wird nur mit Wasser abgeführt und verschwendet?
Andreas Jäger Das ist natürlich das Billigste und das wird oft gemacht. Das Abwärmeproblem hast du in der Industrie immer. Und dann ist immer die Frage, hänge ich mich da jetzt ran an diese Abwärme? Nutze ich die aus? Wie stabil ist denn? Also wird diese Firma, also wenn ich jetzt damit eine Kleinstadt versorge mit Wärme, mit Raumwärme versorge, dann muss das aber auch stabil arbeiten.
Andreas Jäger Die können dann nicht sagen, oh, jetzt haben wir gerade, jetzt ist der Zusammenbruch der KI-Industrie und wir stellen das Werk ein, dann steht die Gemeinde da mitten im Winter mit kalten Wohnungen. Und ich glaube, dass das oft das Problem ist, weil der Standort und die Zuverlässigkeit, kann man sich auf das, ist das reliable, kann man sich auf das verlassen.
Andreas Jäger Ich glaube, dass das oft so ein Punkt ist, wo es sich beißt. Aber tatsächlich könnte man natürlich die Wärme verwenden. Absolut. Da gibt es noch...
Martin Puntigam Da wird viel geforscht. Peter Weinberger, Chemiker im Ensemble der Science Pastors, ist da unter anderem in mehreren Forschungsprojekten drinnen, die den kuriosen Kürzelnamen TCM haben, was aber nichts anderes bedeutet als thermochemische Materialien.
Andreas Jäger Ah, thermochemische Materialien, nicht traditionelle chinesische Medizin.
Martin Puntigam Nein, nicht der esoterische Schaß, sondern Wissenschaft und die sind schon relativ weit. Das Prinzip haben wir in einer unserer TV-Sendungen, ich kann das gerne in den Shownotes verlinken, auch schon einmal. Illustriert eben, dass es im Wesentlichen dasselbe wie Kalkbrennen und Kalklöschen, dass man halt durch Zu- und Abgabe und Wegnahme die Energie transportierbar macht.
Andreas Jäger Dass man sie aufgenommen wird und dann wieder einen anderen Prozess frei.
Martin Puntigam Genau. Da haben wir mehrere Folgen schon aufgenommen, weil es so schrittweise vorangegangen ist. Da hat man zuerst ein Material finden müssen, das das in vielen Zyklen kann. Dann haben sie am Anfang einen Denkfehler. Denkfehler ist halt Forschung, Grundlagenforschung. Haben sie gedacht, man muss das groß bauen. In Wirklichkeit sind es draufgekommen, man macht sehr viele kleine Einheiten und sind dann über die Mikrofluidik fündig geworden. Also da forschen auf der ganzen Welt.
Martin Puntigam Forschungsgruppen ist alles Grundlagenforschung, die langsam in die Anwendung kommt. Und natürlich jetzt, weil es Klimakrise gibt, geht es ein bisschen schneller. Aber vor 20 Jahren hat der Peter gesagt, da hat sich noch niemand dafür interessiert, weil da war das Gas noch so billig.
Andreas Jäger Kannst du dich noch an Death Attack erinnern? In diesen Nullerjahren, als die großen Firma wie Siemens diese großen Player gesagt haben, ja, in Afrika müssen wir nur so eine kleine Fläche sozusagen mit PV erstatten und dann haben wir genug Energie, um den Strom für ganz Europa zu haben. Und dann war immer die Geschichte, wie kriege ich das rauf?
Andreas Jäger Also mache ich es über Leitungen oder mache ich es irgendwie chemisch so mit solchen TCM-Materialien oder Methoden? Und das war sehr spannend. Das hat übrigens einen neuen Aufwind jetzt gekriegt. Weil damals, als wir in den Nullerjahren das geplant haben, war ja eigentlich Wind und PV noch sehr, sehr teuer.
Andreas Jäger Und jetzt sind ja Wind und PV mit Abstand die billigsten Energieformen. Es gibt nichts Billigeres. Und eigentlich, und damals war es ja in Verruf. Das ist ja wie Neokolonialismus. Und das ist ja sehr in Verruf gekommen, das Projekt. Aber jetzt wäre es eigentlich wieder spannend, das anzudenken. Das wird lustigerweise zum Beispiel, da geht es aber jetzt darum, Ich müsste sozusagen, der beste Weg wäre, das über Gleichstromleitungen zu machen, weil du kannst Strom relativ gut über Gleichstrom mit relativ wenig Verlusten transportieren.
Andreas Jäger Und man könnte das auch, müsste es nicht in Afrika machen, man könnte es in Südspannien machen. Und da zum Beispiel stellen sich dann die Franzosen dagegen, weil die sagen, na, so billiger Strom, das gefährdet wieder unsere eigene Stromindustrie sozusagen. Also wir müssten politisch nur irgendwie das Ganze unter den Hut kriegen oder uns einig werden, wir hätten die Energiequelle eigentlich vor der Haustür mit Nordafrika und mit Spanien, Süditalien.
Martin Puntigam Politisch ist das alles. Politische Argumente hat es immer gegeben, dass ja nicht alle Länder politisch gleich stabil sind. Beziehungsweise selbst wenn sie stabil sind, sind sie oft Autokratien. Und wie man jetzt sieht, selbst wenn sie Autokratien sind, können andere Autokratien von einem Tag auf den anderen über sie herfallen und den Regierungschef entführen.
Martin Puntigam Und dann wechseln natürlich die Eigentümer und dann ist die Stromversorgung vielleicht billig und einfach, aber den Strom zu transportieren wird dann schwieriger.
Andreas Jäger Und da bist du auch wieder preisbar und eben nicht autark. Trotzdem, eines ist ganz klar, wir werden Energie einer gewissen Menge immer importieren müssen, denke ich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir autark werden können.
Martin Puntigam Ja, weil eben, also zu 100 Prozent, für jetzt endlich hin aufs Wasser. Wir haben in Österreich einen sehr hohen Anteil an sogenannter erneuerbarer Energie, was unter anderem deshalb sehr gut gelingt, weil wir sehr viel Wasserkraft haben. Aber in so trockenen Sommern wie vor ein paar Jahren, weil die Jahreszahl nicht mehr genau auswendig ist, gibt es wenig Wasser.
Martin Puntigam Irgendwann werden die Gletscher auch weg sein, dann gibt es wenig Schmelzwasser, nämlich weniger und dann gar keins mehr. Und dann gibt es auch keine Wasserkraft mehr, weil dann kann man halt keine Wasserkraftwerke mehr betreiben, wenn die ganzen Stauseen leer oder nur halbvoll sind. Dann werden ja die Turbinen kaputt, wenn ich das richtig verstanden habe.
Martin Puntigam Das ist natürlich ein Riesenproblem in der Autarkie. Und dazu gibt es die Schlagzeile, dass die Vereinten Nationen in einem Bericht das Zeitalter des globalen Wasserbankrots ausgerufen haben. Das klingt sehr dramatisch und wenn man in Österreich sitzt und sich denkt, der letzte Sommer, der war so verregnet und jetzt ist auch so kalt und es schneit, Schnee in den Städten hat es schon so lange nicht mehr gegeben, weiße Weihnachten das letzte Mal vor 10, 15 Jahren, denkt man, ist ja alles halb so schlimm.
Martin Puntigam Aber wie ist denn die Situation tatsächlich? Ist es in vielen Gegenden, wo nicht KI-Rechenzentrum steht, sondern wo die Menschen ganz normal vor sich hin leben, also was halt immer normal dann ist in der Gegend, ist es tatsächlich schon so prekär? Ja, anscheinend.
Andreas Jäger Die Zahlen gehen ganz genau in die Richtung, wenn man sich die Studien anschaut, dass Wasser, ein Süßwasser, das man halt so auch verwenden kann, und dann halt Wasser am Ende und für die Landwirtschaft und so, dass wir da eine komplette Übernutzung haben. Also du musst dir einfach vorstellen, das Wasser muss irgendwie in den Fluss kommen.
Andreas Jäger Österreich ist quasi ein Auslaufmodell. Also du musst dir vorstellen, es regnet, das Wasser kommt von oben rein und das Wasser, das Niederschlagswasser, Schnee, Regen, versickert in den Untergrund und füllt den ganzen Grundwasserkörper. Und wenn der sehr voll ist, dann entleert er sich über die Flüsse und so.
Andreas Jäger Also am Ende leben wir davon, dass wir viel zu viel Input haben von oben, weil die Alpen so ein Regenfänger sind und dann fließt es eben raus. Also wir exportieren ja wesentlich mehr Wasser, als bei uns reinfließt, weil einfach die Alpen so viel Regen auffangen. Also wir produzieren mit den Alpen, den Wolken auffangen, extrem viel Wasser.
Andreas Jäger Bei uns fließt, glaube ich, dreimal so viel Wasser raus. Also nicht glaube ich. Bei uns fließt, glaube ich, dreimal so viel Wasser raus. Die Zahl, die größten sind etwa dreimal als Hype. Etwa viermal so viel Wasser wie reinfließt, fließt aus Österreich wieder raus. Lauter, dass die Alpen eben so ein Wasserfänger sind. Das ist die Luxussituation, die wir haben.
Andreas Jäger Aber das heißt, die Wasserreserven hast du immer irgendwo unten im Boden, in Aquifäern, so einem Grundwasser quasi. Und dieses Grundwasser wird halt konsequent weltweit ausgebeutet. Also wir haben einfach sehr viele Menschen und vor allem ein unglaubliches Wirtschaftswachstum überall auf der Welt. Wir sind alle reicher, wir haben alle mehr Klamotten und wir essen mehr Fleisch und, und, und.
Andreas Jäger Und das braucht alles Wasser und es gibt einfach von diesen Grundwasserkörpern und von diesen Wasserreserven eine Übernutzung, weil die kann ich kein Wasser entnehmen, weil die sich nachfüllen, aber wenn ich mehr als mehr als mehr, sich nachfülle. Und das ist das, was passiert und da gibt es dann die verrücktesten Effekte.
Andreas Jäger Ich habe in Amerika zum Beispiel 20 Prozent der Städte sinken ab, Zum Beispiel Chicago. Das ist nicht an der Küste irgendwo, wo man das Phänomen kennt, sondern Chicago versinkt sozusagen schön langsam. Der Haupteffekt ist der, dass man so viel Grundwasser nimmt. Da ist es unten sehr porös, gefüllt mit Grundwasser.
Andreas Jäger Muss ich mir so vorstellen, wenn man das Wasser rausnimmt, dann ist es ja luftig da unten quasi und das wird dann halt durch das Gewicht oben der Stadt zusammengedrückt und die Stadt sinkt sozusagen in die Erde rein. Und diese Effekte habe ich auf der ganzen Welt. Jakarta in Indonesien, die Hauptstadt, die wird ja verlegt, weil da geht die Stadt versinkt pro Jahr, die hat das Weltrekord bis zu 10 cm runter.
Andreas Jäger Also da ist der Meeresanstieg, der viel weniger ist, gar nicht das große Problem, sondern die Stadt geht nach unten. Weil ich habe allein durch das Gewicht, wenn die Stadt einen schlechten Untergrund hat und dann durch das Gewicht, durch Grundwassernahme, durch fehlende Flüsse, die wieder aufschütten sozusagen, wenn das fehlt, dann geht das Ganze runter.
Andreas Jäger Und das ist ein Problem, das wir weltweit an den Küsten haben und auch im Landesinneren schon. Das kostet richtig Geld. Also der Flughafen in New York, La Guardia, der zum Beispiel, der hat das gleiche Problem. Also der senkt sich ab und da geht die ganze Struktur kaputt. Da muss man immer wieder nacharbeiten.
Andreas Jäger Das sind ganz große Kosten zum Beispiel, die da auf uns zukommen. Also Wasser ist, wir benutzen viel zu viel davon. Also wir sind sehr viel zu verschwenderisch.
Martin Puntigam Aber Wasser kann ja, glaube ich, ähnlich wie Energie, kann verloren gehen. Ich meine, wir verwenden es und dann entwässern wir die Städte und die Industrieanlagen und die landwirtschaftlichen Flächen und dann fließt es ins Meer und dann verdunstet es wieder und dann regnet es wieder. Also es ist ja ein Kreislauf.
Martin Puntigam Wie kann so wenig Wasser da sein?
Andreas Jäger Indem ich eben das Nachfüllen der Badewanne, wenn ich mehr Wasser rausnehme, zum Beispiel Industrie, braucht unglaublich viel. Also Klamotten, also der ganze Prozess. Also am Feld die Baumwolle, aber dann auch die Verarbeitung. Es wird ja x-mal gewaschen. Das braucht wahnsinnig viel Wasser. In Österreich zum Beispiel, 70 Prozent des Wassers braucht wer? Was schätzt du?
Andreas Jäger Wer braucht 70 Prozent des Wassers in Österreich? Vom ganzen Wasserverbrauch. Industrie und Gewerbe. Was sagt immer Landwirtschaft? Die Landwirtschaft braucht 4 Prozent. Trinken, also sozusagen trinken, duschen, baden. Wir Österreicher brauchen ungefähr ein Viertel, 25 Prozent.
Martin Puntigam Mhm.
Andreas Jäger Hauptteil hat Gewerbe und Industrie. Die brauchen einfach was. Wir haben kein wirkliches Wasserproblem. Manchmal im Sommer oder so, aber über das Jahr gesehen haben wir genug Wasser. Wir müssen es dann nur vielleicht auch anfangen, den Klimawandel besser zu verteilen, was wir bis jetzt nicht mussten. Wir hatten immer zu viel Wasser, weg damit.
Andreas Jäger An dieser Zeit, das ist unser Glück, wir gehören mit Österreich zu nicht mehr als fünf Ländern, deren Süßwasserversorgung eigentlich ziemlich sicher ist. Schweiz und Norwegen gehören dazu zum Beispiel.
Martin Puntigam Das heißt, nach Grönland sind wir dann die Nächsten, die gekappert werden und gekauft werden?
Andreas Jäger Ja, also wir sind schon wasserreich. Nicht Österreich, sondern wasserreich. Also das ist schon ein unglaublicher Schatz, auf dem wir da sitzen. Und dann haben wir sowieso ein jesniges Glück, weil du gesagt hast, im Sommer ist ja wirklich viel weniger Wasser. Also zum Beispiel im Sommer 2003, das war der Rekordsommer damals.
Andreas Jäger Mittlerweile sind da schon wieder ein anderer gekommen, die Salzach bei Kriml.
Martin Puntigam In Salzburg.
Andreas Jäger In Salzburg. Tongau? Pinzgau. Der Krimel an der Salzach war vor dem Wasser in der Salzach im Sommer, wo es monatelang nicht mehr geregnet hat, war die Hälfte des Wassers Schmilzwasser vom Gletscher. Und das ist das Problem, wenn die Gletscher, die sind jetzt bis 2050 mehr oder weniger nur in der Toteisfelder, die sind dann weg, dann hast du beim gleichen Sommer dort halb so viel Wasser.
Andreas Jäger Also das ist etwas, was uns auch noch betreffen wird. In Summe haben wir genug Niederschlag, aber diese Wasserreserve in Schnee, wir haben ja viel weniger Schneefall und die Wasserreserve in Gletschern, die geht halt einfach zurück. Und das ist ein Riesenproblem. Die Alpen sind ja quasi der Wasserturm Mitteleuropas. Also im Po und im Rhein oder Donau, da ist nichts los, wenn nicht viel Wasser aus den Alpen zufließt.
Martin Puntigam Das hat man eh gesehen. Also die Schifffahrt ist dann teilweise unmöglich, weil die großen Ströme so seicht sind, so wenig Wasser führen, dass man mit großen Schiffen gar nicht mehr fahren kann.
Andreas Jäger Und jetzt, das wollte ich nur sagen, jetzt hast du im Sommer natürlich in den Laufkraftwerken weniger Stromproduktion, wenn weniger Wasser ist, das ist klar. Also wir haben im Sommer Flaute. Die können wir aber locker abdecken durch PV. Auch Österreich erlebt einen PV-Burm, Gott sei Dank. Die können wir so abfangen, das ist kein Problem.
Andreas Jäger Und im Winter machen wir das über Windräder. Oder sagen wir so, und im Winter fließt mehr, also früher war es so, fangen wir ganz von vorne an. Früher war es so, dass ich im Frühjahr die Abwasserspitze hatte, weil da ist sozusagen Regen und Schneeschmelze und das Ganze. Da habe ich am meisten Wasser gehabt. Und dann im Sommer, im Sommer ist relativ viel gewesen, weil es ist immer von den Bergen nachgekommen, Schmelzwasser nachgekommen. Also das waren lange im Sommer hinein gute Wasserstände.
Andreas Jäger Und im Winter war das Wasserstand das Minimum, weil der ganze Niederschlag als Schnee gekommen ist und nicht als Regen quasi zurückgehalten wurde. Jetzt ist es mehr und mehr so, dass im Sommer wenig ist, weil da wenig nachkommt, weil es den Berg nicht geschneit hat. Dafür ist der Wasserstand im Winter höher.
Andreas Jäger Also wir haben im Winter mehr Stromproduktion, im Sommer dann ein Ziel weniger. Im Winter mehr und im Sommer weniger. Was eigentlich nicht schlecht ist, weil wir im Sommer sowieso genug Strom haben. Das ist das, wo wir halt Glück haben.
Martin Puntigam Aber was passiert denn mit, in Wasserkraftwerken, wenn es zu wenig Wasser gibt. Weil wenn die trocken laufen oder nur auf halber Kapazität laufen, ich kenne mich nicht gut aus in der Bauweise, aber da gibt es ja die Turbinen, wo das Wasser durchläuft und dann die Generatoren und so weiter, die müssen ja regelmäßig gesäubert werden, beziehungsweise haben die ja, glaube ich, ein Sedimentproblem, weil die dann auch immer verstopfen und verschlacken und keine Ahnung und so weiter.
Martin Puntigam Und wenn es aber immer weniger Wasser gibt und wenn die dann eine Zeit lang nicht stehen, dann werden die kaputt oder kann man die jederzeit starten?
Andreas Jäger Keine Ahnung.
Martin Puntigam Okay.
Andreas Jäger Also da kenne ich mich wirklich nicht aus. Da träume ich jetzt nichts an. Ich weiß nur, dass die extrem weniger Strom produzieren und teilweise noch abgeschaltet werden. Aber ob es dann Probleme mit Verschlammung und so gibt, das weiß ich nicht. Was ich weiß mit den Wasserkraftwerken, das Problem, das wir haben, ist, dass normalerweise, also die ganzen Flüsse, die jetzt von den Alten kommen und irgendwann im Schwarzen Meer landen, über die Donau, dass die natürlich, also du hast einen Kieselstein, der sich im Lechtal irgendwann einmal in den Bach reinfällt, der landet irgendwann im Schwarzen Meer.
Andreas Jäger Und dieser Transport ist sozusagen ganz normal und der wird durch diese vielen Kraftwerke unterbrochen. Und das ist ein Riesenproblem, weil dann sozusagen am Bachbett des Flusses kein Kies mehr nachkommt und das zusehends ausgegraben wird. Und dann hast du plötzlich diese Flussdurchbrüche, wo dann plötzlich die Salz auch immer verschwindet, weil das Flussbett, das abgedichtet hat, sukzessive abgebaut wird, weil vor hinten nichts mehr nachkommt, weil da hinten ein Laufkraftwerk ist.
Andreas Jäger Also es sind viele der Probleme, die wir mit dem Wasser haben, um es auf den Punkt zu bringen, weltweit. Da ist sozusagen der Klimawandel nur die Spitze am Eisberg. Wenn ich natürlich 30 Prozent der Gletscher weltweit verliere in den letzten 50 Jahren, habe ich weniger Schmelzwasser. Das ist ein Problem.
Andreas Jäger Aber das Hauptproblem ist, dass ich einfach zu viel Grundwasserentnahme habe, dass ich zu viele Laufkraftwerke und Speicherkraftwerke habe und das macht die großen Probleme.
Martin Puntigam Du hast das schon angesprochen und Menschen, die auf Kontinenten leben, wo generell das Einkommen oder der Lebensstandard geringer war als in Europa in den letzten Jahren, wo er ja unter anderem eben durch kolonialistische Prozesse sehr hoch war, der Lebensstandard. Denen kann man natürlich nicht sagen, seid mit weniger zufrieden, weil es hakt am System, aber der Slogan System Change, not Climate Change ist in Wirklichkeit das, was es auf den Punkt bringt.
Martin Puntigam Also all diese vielen Dinge, die wir jetzt besprochen haben, also viel Grundwasserentnahme und dann gibt es Trockenheit, Überschwemmungen und Klimawandel und zu wenige Investitionen in Klimaschutz und dann gibt es das Interesse, dass die Gaswirtschaft weiter und so weiter und so fort. Das ist eigentlich ein grundlegendes Problem, wie wir als Menschheit, als Zivilisation wirtschaften.
Martin Puntigam Das heißt, wir können zwar die ganze Zeit auf die kleinen Löcher, Also Marienkäfer flicken, drauf bügeln, dann kann man die Hose schon noch anziehen, aber eigentlich passt die Hose hinten und vorne nicht mehr so, wie sie beieinander ist.
Andreas Jäger Und spannend ist aber zum Beispiel das kleinste Land Südamerikas ist Uruguay. Ich glaube, wer sich im Fußball auskennt, weiß, die waren in den 50 Jahren irgendwann mal oder 30 Jahren zweimal Weltmeister. Fußballweltmeister glaubt man gar nicht, die haben ja nur 4 Millionen Einwohner oder so.
Martin Puntigam Das ist nicht so lange her, dass sie, glaube ich, mal im Halbfinale waren und dort mit dem, ich glaube, Suarisch heißt da einen berühmten Fußballer haben, der gern gebissen hat.
Andreas Jäger Genau, genau der. Und die haben zum Beispiel, dort sieht man, was ein System-Challenge ausmacht. Also die waren bis vor 15, 20 Jahren komplett öl- und gasabhängig, vor allem Öl. Und die haben sich irgendwann vor 15 Jahren gesagt, wirklich das ganze Parlament, all der Querdohalle-Partei noch verpackt gehabt, wir müssen das jetzt ändern.
Andreas Jäger Und haben so massiv in PV, Wind, auch Biomasse ausgebaut, dass deren Strom jetzt zu 98 Prozent, grün ist quasi. Das ist unglaublich und die haben zwei Drittel ihres ganzen Energiebedarfs, zwei Drittel, da sind wir in Österreich weiter weg entfernt, ist ebenfalls nachhaltige Energie. Das muss man sich vorstellen. Das haben die geschafft, einfach aus eigenem, vielleicht, weil keiner hat hingeschaut und die haben das einfach gemacht.
Andreas Jäger Und das ist das Schöne und das ist die tolle Entwicklung, das ist jetzt möglich. Das war früher geldmäßig nicht möglich, weil alles zu teuer war. Aber jetzt, du brauchst nur anrufen in China und dann kriegst du die Panele, werfen sie um die Ohren um einen Spottpreis und dann muss er es einfach nur tun.
Andreas Jäger Also die Möglichkeiten sind da. Das ist das, was mich positiv stimmt. Und da geht wirklich durch diese Schwellenländer teilweise, da geht ein Ruck durch. Also die begreifen, dass das geht. Und bei manchen, und da geht es dann wieder darum, wie machen sie es? In Pakistan machen sie es schlecht. Da können sich nur die Reichen es leisten und den Armen.
Andreas Jäger Aber wenn man das sozial richtig macht, hätten wir eigentlich die Chance, wirklich ein Wunder zu vollbringen. System Change, wirklich, dass du sagst, sozial ist das, was die Welt braucht.
Martin Puntigam Und da kommen wir jetzt schon in die Zielkurve. der heutigen Podcast-Folge, jetzt haben wir viel gejammert. Mit dem, was wir so vom Hörensagen her kennt zumindest ich. Ich bin ja nicht studiert und nicht gut ausgebildet auf vielen Gebieten, arbeite halt aber mit Leuten zusammen, die sich gut auskennen.
Martin Puntigam Aber man hat das Gefühl und man hat auch das Gefühl, das wird befeuert, dass man den Eindruck gewinnt, das funktioniert nicht, das geht nicht, das wird immer alles schlechter. Aber ähnlich wie wir, wir machen das halt auf sehr humoristischer Ebene, betreibst du sehr viel Wissenschaftskommunikation. Da gibt es Leute, die sagen, die Wissenschaftskommunikation, so wie sie bis jetzt betrieben worden ist, ist eigentlich am Ende und wirkungslos, weil es wird immer schlimmer.
Martin Puntigam Aber du gehörst, glaube ich, zu einer anderen Schule, die sagt, Wissenschaftskommunikation ist immer wichtiger.
Andreas Jäger Also wenn ich einen schlechten Tag habe, dann sage ich, es wird immer schlimmer. Nein, es ist tatsächlich so, dass man viel zu wenig sieht, was eigentlich vorwärts geht, was eigentlich passiert. Also es gibt genug schlechte Sachen. Unter Trump ist da nicht lustig, weil man mit so einem alten fossilen Kämpfer, der das sehr schlau macht, aus deren Sicht zu tun hat.
Andreas Jäger Das ist nicht lustig, aber trotzdem, ich bin der festen Überzeugung, dass das Bessere das Schlechtere schlägt und dass am Ende sich die besseren Technologien einfach durchsetzen werden. und das, was für die Menschen auch besser ist. Also ich bin da wirklich optimistisch. Es gibt sehr, sehr viele Beispiele.
Andreas Jäger Also was da in China in den letzten zwei, drei Jahren abgegangen ist, dass die seit März 2024 sozusagen CO2-Peak überschritten haben und deren CO2-Ausstoß sozusagen leicht am sinken ist, noch zu wenig. Aber nach Jahrzehnten der Rallye nach oben geht es endlich abwärts. Das sind schon Nachrichten, die einen beflügeln können, also an denen man sich auch hochziehen kann.
Andreas Jäger Oder dass wir es in Europa geschafft haben, von 400.000 vorzeitigen Toten durch schlechte Luft, Stichwort Feinstaub, auf 230.000 runterzukommen in 10, 15 Jahren, weil wir plötzlich die Kohleverbrennung einfach zwei Drittel abgedreht haben, die Kohleverstromung. Das sind schon Sachen, die Luft ist viel besser, Gesamteuropa betrachtet, als sie vor 10 Jahren war.
Andreas Jäger Das ist so schleichend, dass man es nicht merkt, aber das ist messbar und das weiß jeder Lungenfacharzt. Und das sind schon Sachen, die man auch sehen sollte und nicht nur, was schief geht. Und da ist genug, das ist mir schon klar. Aber ich glaube, es gibt viele gute Geschichten, positive Geschichten, die man auch erzählen muss und nicht nur das Schlechte.
Andreas Jäger Und wir müssen uns am Guten hochziehen und nicht am Schlechten. Weil mir, wenn das Glas auch nur zu einem Drittel voll ist, rede ich trotzdem lieber über das Wasser, was da drin ist und was man mit dem machen kann, als darüber jammern, dass nur noch ein Drittel drin ist.
Martin Puntigam Und das hast du ja auch praktisch gemacht. Das ist jetzt alles vorbei, glaube ich, weil das nur Storys waren, aber du hast den ganzen Dezember einen Adventkalender, ich glaube auf Instagram, ich weiß nicht, auf wie vielen Plattformen publiziert, mit jeden Tag oder jede Woche.
Andreas Jäger Ja, Insta, Facebook und LinkedIn. Nein, jeder Tag. Adventkalender ist vom 1. Bis 24. Dezember. Mann, wirklich.
Martin Puntigam Wie bist du aufgewachsen? Ich weiß ja nicht, wie viele gute Nachrichten es gibt auf dem Gebiet.
Andreas Jäger Ah, das war leicht zu finden. Ich habe es wirklich geschafft. Ich habe wirklich dann geschaut und natürlich nach 16, 17 bin ich ins Schwitzen gekommen, aber dann… Ja, eben. Und dann plötzlich, ja, aber das ist wie… Du hast eine Meldung gedrittelt.
Martin Puntigam Damit es drei Tage fühlen kann.
Andreas Jäger Nein, musste ich gar nicht. Es war nur, dann bin ich wieder auf ein anderes Thema gekommen. Ah ja, da gibt es ja noch. Und dann haben sich, das ist so wie bei meinem Berg und dann plötzlich hat man wieder Ader. Aber nein, es war überhaupt kein Problem. Es ist auch extrem gut angenommen worden. Und jede Geschichte, die ich gebracht habe, man hat doch gewusst, was die Großbritannien mit Windkraft in den letzten Jahren aufgeführt haben, in den letzten 20 Jahren.
Andreas Jäger Das ist unglaublich. Die sind drauf und dran, Gas als wichtigsten Stromerzeuger zu verdrängen. Also das ist eine Erfolgsgeschichte in England. Die haben entlang der Küsten eine Infrastruktur an Offshore-Windkraftanlagen und an Häfen, die die versorgen und an Firmen, die Windräder bauen und das ganze Equipment.
Andreas Jäger Also das ist eine Erfolgsgeschichte in Großbritannien, die man bei uns gar nicht gesehen hat. Aber das ist unglaublich. Also das England um die Jahrtausendwende und jetzt hat Punkte Energieversorgen nichts miteinander zu tun. Die Energiewende ist voll am Rollen.
Martin Puntigam Aber selbst jemand wie ich, der sich wirklich schon seit vielen Jahren im Rahmen der Science Passers, und wir arbeiten viel über Klima, damit beschäftigt, hat noch nie was davon gehört. Was ist da das Problem? Du erzählst zu wenig davon oder das ist medial keine Meldung, weil es so langsam geht und unspektakulär ist?
Andreas Jäger Mir ist einmal aufgefallen vor etwa, ich weiß gar nicht, wann das war. War das die erste Präsidentschaft? Auf jeden Fall hat Trump extrem gemotzt und hat gesagt, na, was die in Großbritannien mit der Windkraft aufführen, das ist ja ein Wahnsinn. Wieso hat der so reagiert? Ja, natürlich als Verfechter der Fossilien, weil die denen das Wasser abgraben.
Andreas Jäger Also, na, es hat auch gleichzeitig Atomstromenaufwind, aber viel stärkerer Wind. Also, das ist, na, wie du richtig sagst, das wird zu wenig erzählt. Ja, also da muss ich noch viel arbeiten.
Martin Puntigam Was war denn von den 24 Fenstern, ganz abschließend, was war denn da deine lieblingsgute Nachricht? Oder findest du das, weil du bist ja in einem ähnlichen Alter wie ich und noch aufgewachsen in einer Welt, wo man nicht alles in Charts gießen muss, albern, wenn man sagt, das ist mein Lieblings, weil alles gleich gut ist oder vieles gut ist und man möchte nicht kühen.
Andreas Jäger Meine Lieblingsnachricht und die auch unglaublich gut angekommen ist, dass der Trump machen kann, was er will. Der Siegeszug der Erneuerbaren in Amerika ist nicht aufzuhalten. Und Texas, der Bundesstaat, wo in jedem Texaner fließt kein Blut, sondern Öl, Texas hat Kalifornien mit PV-Ausbau und Wind links liegen lassen.
Andreas Jäger Also Texas ist total auf erneuerbare Energie umstiegen, weil früher in Texas, und das hat auch wunderbar der Gernot Wagner, unser Mann in New York, Klimaökonom, wunderbar gesagt, früher musstest du in Texas irgendwo reinhauen im Boden und mit Glück hast du eine Ölquelle gehabt. So war das in Texas. Jetzt ist es so, das ist ja mehr oder weniger alles sehr trocken.
Andreas Jäger Du hast überall Sonne. Also jeder, der in Texas ein Grundstück hat, kann Strom ernten und kein Ding. Und das haben die Texaner begriffen. Und da können es genauso Republikaner sein, wenn es ums Geld geht. Geld verdienen will jeder. Und das ist so, das war für mich die schönste Nachricht. Er kann machen, was er will.
Andreas Jäger Er kann diesen Inflation Reduction Act, den Green Deal von Joe Biden, kann er nicht rückabwickeln. Das war für mich das Schönste.
Martin Puntigam Das war das 24. Fenster?
Andreas Jäger Nein, das war zwischendurch eins. Das müsst ihr schauen. Ich glaube, mit dem war es eins der Startfenster. Man braucht einen guten Start.
Martin Puntigam Du wolltest die Leute reinlocken, bevor die Suppe dann dünner wird.
Andreas Jäger Das macht man doch so.
Martin Puntigam Und nach all den guten Nachrichten kommt die beste Nachricht, nämlich wir kommen zu den Parteienverkehren der Science-Busters bzw. Zu den Arbeitszeiten von uns als Solisten, weisen am Anfang traditionell auf unser aktuelles Buch hin aus. Die Wissenschaft vom Ende ist im Oktober erschienen, parallel zu unserer neuen Show im Hansa Verlag.
Martin Puntigam Das Hörbuch gibt es im Hörverlag, gelesen von Ralf Kaspers, den man von der Sendung mit der Maus kennen kann, oder von Wissen macht A. Wunderbare Unterhaltungssendungen und die schönen Illustrationen stammen vom Büro Alba. Ein sehr schönes Buch, das man auch gut anschauen kann und nicht nur lesen oder vorgelesen bekommen kann.
Martin Puntigam Die neue Show, Weltuntergang für Fortgeschrittene, spielen wir parallel dazu, beziehungsweise immer wenn wir auftreten, haben wir natürlich das Buch im Gepäck dabei. Wir sind in dem Fall Martin Moder, Florian Freistädter und ich. Weltuntergang für Fortgeschrittene ist aber noch nicht der Weltuntergang endgültig, weil den kündigen zwei Religionen an, aber die können das nicht und die Wissenschaft könnte es, will aber nicht.
Martin Puntigam Deshalb gibt es am Ende der Show immer Geschenke, diesmal keinen Science Busters Gin, sondern Schokolade, die wir gemeinsam mit der Firma Zotter hergestellt haben, Big Role. Und Big Crunch, Universums-Untergangsschokoladen. Sehr köstlich, zum Kosten am Ende der Show am Büchertisch, beziehungsweise kann man, wenn man möchte, auch Tafeln erschwingen und mit nach Hause nehmen.
Martin Puntigam Und Florian Freistädter beckt live auf der Bühne ein Bananenbrot, weil in der Banane die Apokalypse wohnt, was man auch nicht vermuten würde, wenn die Fruchtfliegen so harmlos über sie kreisen. Das alles kann man schnabulieren, wenn unsere Show zu Ende ist, Und zwar am 5.4.
Andreas Jäger Im Stadtsaal in Wien, am 9.4. in Weidhofen an der Ips, am 10.4. In der Listhalle Graz, am 13.4. im Stadtsaal Vöcklerbruck, am 20.5. Dann der Auftritt im Rathaussaal Telfs, am 22.5. Dann bei mir zu Hause in Dornbirn im Spielboden und am 23. Und 24.5. dann die München-Premiere im Lustspielhaus.
Martin Puntigam Und sehr oft parallel bzw. natürlich in Serie geschaltet gibt es Science Busters for Kids, unsere Show für alle ab 5, 6 Jahre bis zum Abwinken der irdischen Wanderschaft. Die Show gibt es auf der ORF Kids App zum Schauen in kleinen Happen und in voller Länge mit Martin Moder und mir am 4. und 5. April im Staatssaal Wien, Am 9. April in Weidhofen an der Ips, am 10.
Martin Puntigam April in der Listhalle in Graz, da ist schon voll. Wir spielen aber am 17. Oktober noch einmal in Graz in der Listhalle am 24. Mai im Lustspielhaus München, am 6. Juni in der Papierfabrik Klein-Neusiedel, am 5.7. Vor dem Sommer und am 13.9. nach den Sommerferien im Theater im Park in Wien. und wir fahren am 19.09.
Martin Puntigam Durch den Choralm-Tunnel nach St. Gertraut in Köln. Und spielen dort in der Artbox, um am 24.10. In der Kulisse Wien Science Busters for Kids schon für den Nationalfeiertag vorzuglühen.
Andreas Jäger Das neue Soloprogramm von und mit Martin Puntigam gibt es ab Herbst. Premiere ist am 10.11.2026 im Theatercafé in Graz. Titel Der heilige Puntigam. Die Wien-Premiere ist dann am 17.11. im Kabarett Niedermeier.
Martin Puntigam Wer dabei sein möchte, wenn der Heilige Geist mich gebenedeit, kann schon jetzt Karten reservieren. Wer mithelfen möchte bei der Heiligsprechung bzw. Den Vorbereitungen, man ist ja immer wieder mal in beengten Situationen, Kram und Trübsal, bedrängen einen oder eine, dann in solche Situationen bitte gern zu mir beten.
Martin Puntigam Es wird dann ja oft wieder besser und dann können Sie sagen, das Gebet zu mir hat geholfen, weil ich muss, um heilig zu werden, ein Wunder nachweisen, Minimum ein Wunder. Und das kann ich dann im Vatikan melden. Tickets, Informationen zu den ScienceBusters Terminen unter sciencebusters.at slash Termine bzw.
Martin Puntigam Unter puntigam.at für mein Solo. Florian Freistädte ist mit seinen Sternengeschichten live auch noch unterwegs vor dem Sommer am 3. Juni in der Kulisse. und im Herbst gibt es dann weitere Termine in Deutschland. Genaue Informationen unter sternengeschichten.live Danke an die TU Wien und die Uni Graz, die die Produktion des Podcasts unterstützen.
Martin Puntigam Danke an Andreas Jäger für die Auskünfte. Danke an alle fürs Streamen, Downloaden, Abonnieren, Bewerten, Empfehlen, Beschatten, Verstromen, Bewässern, Batterie wechseln und das Positive sehen und weitererzählen, was man sonst noch alles mit einem Podcast anstellen kann. Bis zum nächsten Mal. Tschüss und habe die Ehre.
Andreas Jäger Tschüss, Papa.