
Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast
PBC Leber: Aminosäurestoffwechsel
Montag, 24. Juli 2023 · 46 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Schreib uns einfach xD (buzzsprout.com/2625117/fan_mail/new)
Champions League- Der krönende Abschluss der Leberfolgen! Der Aminosäurestoffwechsel bildet das Finale unserer Reise durch den Stoffwechsel der Leber. Wortwörtlich Reise: In dieser Folge bewegen wir uns mittels Kreuzfahrtschiff durch die Meere der Biochemie und treffen auf jedem Deck eine andere Gruppe wilder Mitreisender! Lernt sie mit uns kennen! Hört rein!
Hier findet ihr nochmal die passende Biochemie Basics-Folge zum Thema Proteine (tinyurl.com/bc-basics-2) :)
Anzeige:
Hier der Link zu Meditricks: meditricks.de
Rabattcode: SitusInversus15
Ihr sucht eine Datenbank mit allen Merkhilfen? Oder eine Episodenübersicht?
Checkt jetzt unsere Web-App!
dervorklinikpodcast.de (dervorklinikpodcast.de)
Instagram:
instagram.com/der_vorklinikpodcast/ (instagram.com/der_vorklinikpodcast)
() - Grundlagen Aminosäuren() - Synthese nicht-essentieller Aminosäuren() - Abbau Aminosäuren() - Alanin-Zyklus
Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewähr. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einschlägiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Support the show (buzzsprout.com/2625117/support)
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Nee, nee, nee, nee, nee. Der Zylinder ist das.
Also eine Glaskugel passt ja auch zu der Aladin-Gruppe. Also so heißt der Dude Jafar heißt der, ne? Der so dieser Magic Dude in dem Film.
Diese Zauberreich, klar.
Ja, der hat ja auch eine Kristallkugel. Das macht alles Sinn. Der ForClinik Podcast und herzlich willkommen zu Situs Inversus, der Forklinik Podcast. Heute mit mir hier, Clara.
Moin Leute und Tim. Hallo.
Wir schließen die Leber ab heute mit der Königsdisziplin, der Champions League unter den Stoffwechselwegen, finde ich, dem Aminosäurestoffwechsel. Wir haben schon in den Basics-Folgen gelernt, was Proteine überhaupt sind und was sie für Eigenschaften haben. Wir haben letztes Mal gelernt, was der Harnstoffzyklus ist und die Grundreaktion, deswegen würden wir euch auch ans Herz legen, wenn die Grundreaktion noch nicht so ganz drin hat, hört ganz kurz nochmal in den Beginn der letzten Folge rein, weil die brauchen wir heute auf jeden Fall.
Die Aminosäure Stoffwechsel, dadurch, dass es halt auch ziemlich viele sind, wirkt ja erstmal so ein bisschen unübersichtlich und komplex, aber heute kommt Licht ins Dunkel. Sehr episch formuliert. Ganz kurze Werbung.
Wir haben in diesem Semester einen richtig coolen Werbepartner, Meditrix, und den wollen wir euch jetzt einmal vorstellen.
Einige von euch fragen uns manchmal auf Insta, ob wir irgendwie so Lernstrategien oder Lerntipps haben. Keine Ahnung, warum wir dafür die Autorität haben. Aber es ist ja schon so im Medizinstudium, es gibt so Sachen, die versteht man einmal und dann kann man die. Und dann gibt es so diese vielen Fakten, die man wirklich relativ stumpf auswendig lernen muss.
Und das hilft einfach nichts, die müssen einfach rein. In der Vorklinik erinnere ich mich an die Hirnnerven, die Anatomie oder sonstiges. Manche Sachen muss man sich einfach auswendig merken. Und da ist der Game Changer schlechthin tatsächlich Meditrix. Meditrix, das sind quasi Eselsbrücken als Bilder.
Ihr findet bei Meditrix ganz viele verschiedene Szenen, die jeweils die Themen, die für euch relevant sind, zusammenfassen. Und da gibt es so viele Details, die dann wiederum für die Fakten stehen, die ihr können müsst. Und diese Szenen sind tatsächlich so bunt und wild und lustig, dass ihr gar nicht anders könnt, als sie euch nachhaltig zu merken.
Ja, und das macht dann einfach viel mehr Spaß. Ich glaube, das kann man sich auch schlecht vorstellen, wenn wir jetzt so drüber reden. Deshalb schaut euch mal die Demo auf meditrix.de an. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was euch da erwartet. Ja, genau. Und das lohnt sich auf jeden Fall da mal reinzuschauen, ob das was für euch ist.
Vielleicht hat eure Uni auch eine Campuslizenz für Meditrix. Und falls nicht, haben wir was für euch.
Nämlich einen Code SitusIversus15. Damit bekommt ihr 15% Rabatt auf jedes neu abgeschlossene Abonnement bei Meditrix. Genau, einen höheren Rabatt werdet ihr nicht finden. Genau. Also Situsinversus15 bei meditrix.de.
Viel Spaß!
Das war's schon. Genau. Und um halt eben dieses Licht zu erzeugen, möchten wir die Aminosäuren heute in Gruppen einteilen, die ich vorher so noch nie gesehen habe. Also seid gespannt. Ich fand es sehr witzig zu lesen und freue mich sehr auf die Folge. Bildlich gesehen, weil ich mein Sidus Inversus wäre nicht Sidus Inversus ohne ein Bild, möchten wir euch heute auf ein Piratenschiff einladen.
Und deswegen macht euch gefasst auf eine, keine Ahnung, was ist so ein Piratenspruch?
Oh, nein, Spaß. Nein.
Ist das nicht Santa?
Ja, also.
Es wird halt so eine Ausflugsdampfer-Piratenschiff. Eher so eine Erlebniskulisse.
Ja, also wir sind im Erlebnis-Piratenschiff Ausflugdampfer. So, und dann geht es nochmal trotzdem nochmal ein kurzer Reminder an unseren Grundwerkzeugkasten des Aminosäurestoffwechsels. Das ist die Transaminierung, Desamminierung und Dekarboxylierung. Also die drei Reaktionen solltet ihr drauf haben, dann wird es heute super geil.
Ist auch genug in den heißen Brei herum geredet. Worüber soll es heute gehen? Einmal großer Block Synthese der Aminosäuren. Dabei konzentrieren wir uns auf die nicht-essentiellen. Denn nur diese können wir ja in relevanten Mengen selber herstellen. Alles andere müssten wir so, wie es ist, von der Nahrung aufnehmen.
Und wenn wir dann mit der Synthese durch sind, schauen wir uns an, wie wir das Ganze wieder abgebaut bekommen.
Nochmal ein kurzer Reminder. Die essentiellen Aminosäuren kann man sich gut merken mit dem Merkspruch, Phänomenale Isolde trübt mitunter Leutnant Valentins lüsterne Träume. Ja, und das sind dann sowas wie Phenylalanin, Isoleucin, Tryptophan, Methionin, Leucin, Valin, Lysin und Treonin.
Genau, also das ist auch noch eine wichtige Grundlage, haben wir uns gemerkt. Das heißt, die müssen da auf jeden Fall schon mal aufschlabbern, aber alle anderen müssen wir uns irgendwie zusammenbasteln. Und das ist quasi so ein bisschen der Big Deal. Man muss dazu sagen, dass die heutige Folge sehr in die Mechanistik geht.
Aber mir hat es immer sehr geholfen zu verstehen, auch in einem gewissen Detail, woher das kommt und wie es funktioniert, weil dann bleibt es auch irgendwie hängen, weil ansonsten kalt man sich da so ein paar Vokabel rein und es nützt nichts. Deswegen lehnt euch zurück, genießt die Reise und hoffentlich bleibt dann quasi mehr kleben, wie die ein oder andere Aminosäure wirklich gebildet wird und nicht einfach nur so ein random Fact.
Ja, und noch eine kurze Trigger-Warnung. Also im folgenden Abschnitt werden wir für eine Merkhilfe sensible Themen wie Drogensucht ansprechen, die für einige Menschen eine Belastung darstellen könnten. Deshalb, wenn du dich bei dem Thema irgendwie unwohl fühlst, sei bitte achtsam und hör dir nur das an, was du gut verträgst.
Aber jetzt legen wir los.
So, jetzt geht's endlich los. Wir befinden uns heute auf einer Art Piratenausflugsdampfer. Ja, und da geht's richtig ab. Da geht's vom Pyrotechniker, Aladin über eine Glut- und Spargelgruppe bis hin zu Valentin, unser Method. Und auf diesem Schiff, da passieren viele dubiose Dinge und wir treffen ganz seltsame Gestalten.
Prinzipiell ist wichtig, pro Aminosäure benötigen wir einmal das Kohlenstoffgerüst. Und das kann zum Beispiel aus der Glykolyse, dem Zitratzyklus oder auch dem Petose-Phosphatweg kommen. Zu diesen ganzen Stoffwechselwegen gibt es auch schon Folgen, wenn ihr da nochmal reinhören möchtet. Und andererseits haben wir ja noch eine Aminogruppe.
Das macht ja die Aminosäure aus. Und die erhält man in der Synthese oft zum Beispiel aus Glutamat oder Glutamin per Transaminierung. Erinnert euch, das war dieser Weg, wo man von der Aminosäure die Aminogruppe auf ein anderes Molekül übertragen kann. Die Aminogruppe kann aber auch direkt aus Ammonium herkommen und dann durch eine reduktive Aminierung, so nennt man das, wenn die dann eben rangepappt wird an ein Molekül, dahin kommen.
Und jetzt noch ein ganz cooler Fact zur Synthese, um euch so ein bisschen die Angst vor diesem Thema zu nehmen, weil das ist alles nur halb so wild. Wir können aus alleine vier Intermediaten, die wir alle bereits kennen, alle nicht-essentiellen Aminosäuren bilden.
Das ist wirklich cool, ne?
Ja, also das Ganze ist gar nicht so scary, wie man jetzt Aminosäurestoffwechsel am Anfang vielleicht sieht oder wie man es vielleicht auch in Erinnerung hatte, so ging es mir zumindest. Und diese vier Intermediate sind einmal aus der Glykolyse, unser allsetzbekanntes Pyruvat, und drei Phosphoglycerat.
Die anderen beiden Intermediate, Oxalacetat und Alpha-Ketroglutherat, kennen wir bereits aus dem Citratzyklus. Und jetzt fangen wir hier aber nochmal ganz langsam und chronologisch von vorne an. Es ist super sinnvoll, sich ein bisschen die Strukturformen von den Aminosäuren anzugucken, denn da sieht man, dass sich da viele sehr ähnlich sehen und ganz einfach mit kleinen Schritten ineinander umgewandelt werden können.
Und wir haben die jetzt in drei strukturell sehr ähnliche Gruppen für euch unterteilt. Da haben wir einmal die Glutgruppe, die macht Bauchbeine Po-Training auf unserem Deck vom Schiff.
Also wie die Gluten, ne? Deshalb Glutgruppe.
Ganz genau. Dann haben wir die Spargelgruppe, das genau ist mit der aufsichert, erfahrt ihr gleich. Ja, die befinden sich im Schiffsrestaurant. Und dann haben wir noch unseren Entertainer, der Pyro Aladin.
Man kennt diese schon aus den Transummunierungsreaktionen unter anderem. Und hier gibt es nämlich immer Grüppchen aus einer Ketosäure und einer oder zwei Aminosäuren, die man drauf haben sollte, weil dieses Pärchen, die kommen immer wieder vor.
Starten wir mal mit der ersten Gruppe, nämlich der Glutgruppe mit dem Po-Training. Da gehört letztendlich alles rein, was Glut auch im Namen trägt, nämlich Alpha-Ketogluterat, Glutamat und Glutamin. Achtung, Alpha-Ketogluterat selbst ist keine Aminosäure, sondern eben eine Ketosäure, die aber sehr ähnlich aufgebaut ist wie Glutamat und Glutamin.
Der einzige Unterschied ist, dass Alpha-Ketogluterat keine Aminogruppe hat, Glutamat hat eine und Glutamin hat zwei. Und dementsprechend können wir die auch relativ leicht ineinander umwandeln. Von Alpha-Ketogluterat zu Glutamat kommen wir durch die Glutamat-Dehydrogenase. Wird einfach von einem Ammonium letztendlich das Stickstoff und so genommen und an Alpha-Ketogluterat rangepappt und dann haben wir eine Aminogruppe.
Man braucht hier auch NADPH, weil hier reduktiv aminiert wird. Das passiert immer dann, wenn man quasi direkt Ammonium als Aminogruppendonor nimmt. Ja, und vielleicht fragt ihr euch jetzt, ja, Dehydrogenasen, sind das nicht eigentlich oxidative Reaktionen? Das stimmt. Hier ist das Enzym aber nach der Rückreaktion benannt.
Das heißt nochmal Alpha-Koglutarat zu Glutamat mit der Glutamat-Dehydrogenase. Und von Glutamat kommen wir dann zu Glutamin, indem wir eine weitere Aminogruppe anfügen. Da ist wieder der Aminogruppendonor, einfach das Ammonium und wir brauchen ATP dazu. Also im zweiten Schritt wird hier ATP benötigt.
Genau, das bedeutet, die Glutgruppe haben wir abgeschlossen. Ja, die sind auf unserem Deck. Geh mal Stockwerk tiefer ins Restaurante. Die Spargelgruppe, auf Englisch Asparagus, also wir sagen deswegen Spargel, ja. Und der Merkspruch zur Spargelgruppe lautet, wenn ich Spargel, also Asparagus, esse, stinkt der Urin wie Ox.
Genau, und unsere drei Moleküle sind in diesem Fall dann eben Oxalacetat, also Ox, und Asparagus für Aspatat und Asparagin. Nach dem genau gleichen Prinzip wie in unserer Glutgruppe steigt auch hier die Zahl der Aminogruppen an. Also Oxalacetat hat keine, ist dementsprechend auch keine Aminosäure, sondern eine Ketosäure.
Aspartat hat eine Aminogruppe und Asparagin hat zwei. Und genauso bauen wir das Ganze jetzt auch Schritt für Schritt auf. Unsere Aminogruppen-Donoren sind einmal Glutamat im ersten Schritt und Glutamin im zweiten Schritt.
Kann man sich übrigens auch ganz gut merken, weil Glutamat hat ja nur eine Aminogruppe, ist im ersten Schritt. Glutamin hat zwei Aminogruppen, ist im zweiten Schritt.
Ja, und eine weitere Analogie zu unserer Gruppe gerade eben, auch hier wird im zweiten Schritt, genau wie gerade eben, auch ATP verbraucht. Jetzt gehen wir die Schritte einfach mal Schritt für Schritt durch, wenn wir von Glutamat jetzt, also Schritt 1, die Aminogruppe nehmen und auf Oxalacetat draufbauen.
Dann wird einmal aus Glutamat, wenn wir diese Aminogruppe eben wegmachen, Alpha-Ketogluterat. Aus Oxalacetat, wo wir die Aminogruppe ja draufgebaut haben, wird jetzt die Aminosäure Aspartat. Es hat also hier eine Transaminierungsreaktion stattgefunden. Ja, da werden wir wieder bei diesen drei Grundreaktionen.
Und wie ihr wissen solltet, wir brauchen hier Pyridoxalphosphat als Kofaktor. Ja, das werdet ihr merken, genau wie in der letzten Folge. Das wird sich hier so ein bisschen durch den Aminosäurenstoffwechsel durchziehen und ihr seid da, glaube ich, wirklich schneller mit dabei, wenn ihr lernt, wo wird Pyridoxalphosphat nicht benötigt und bei allen anderen brauchen wir es eigentlich.
Jetzt noch zur Enzymbenennung. Da gibt es zwei Möglichkeiten. Wir können dieses Enzym einmal Aspatat-Aminotransferase, kurz Ast nennen. Oder wenn wir das Ganze nach der Rückreaktion, das Ganze ist ja eine Gleichgewichtsreaktion, benennen, dann heißt es Glutamat, Oxalacetat, Transaminase, kurz Gott.
Und wenn man sich das merken will, dann male man sich ein Bild, wo Gott auf dem Ast sitzt. Und das bedeutet, so kann man sich diese Enzyme merken. Okay, das heißt, wir sind aus dem Schiffsrestaurant, gehen wir auf die, keine Ahnung, auf die Afterparty zu unserem Pyrotechnica Aladin, zu die Pyroaladin-Gruppe und das ist quasi auch schon der Merkspruch, also Pyrotechnika Aladin ist der Merkspruch der Pyroaladin-Gruppe.
Genau, das ist nämlich unser drittes Aminosäure-Ketosäurepaar. Und die Alpha-Ketosäure in dem Fall ist das Pyruvat und die Aminosäure das Alanin. Deshalb Pyroaladin. Und hier ist das Enzym auch sehr simpel benannt. Das ist einfach die Alanin-Aminotransferase, abgekürzt ALT-Alt. Und auch das kann man auch genauso nach der Rückreaktion benennen.
Hier ist Glutamat der Aminogruppendonor. Deshalb wäre die Rückreaktion dann die Glutamat-Pyruvat-Transaminase-Reaktion. Und abgekürzt heißt das Enzym GPT. Aber ALT und GPT sind grundsätzlich dasselbe Enzym.
Genau da, das kann man sich merken in der heutigen Zeit mit dem Satz, Alter, wie krass ist denn Chat-GPT? Und dazu muss man dazu sagen, also wir haben nichts zu tun mit dem Verein. Wir nutzen einfach nur diese AI für unsere Merkhilfe. Muss man kurz dazu sagen. Also, Alter, wie krass ist Chat-GPT?
Aber wir haben nicht Chat-GPT benutzt, um diese Merkhilfe zu schaffen. Also das war alleine unsere Mindpower hier.
Okay.
Ja, das war der Wahnsinn, klar, hast du dir toll gehört.
Hier gibt es wieder an dem Punkt kann man wieder eine nette Verknüpfung anführen. Ich liebe das ja, wenn Stoffwechselwege Chemie, keine Ahnung, wenn die sich begegnen und vereinen.
Genau. Also wir haben jetzt diese drei Gruppen angesprochen, wo es wirklich sehr klare Alpaketosäure, Aminosäurepaare gibt. Gut. Jetzt hatten wir am Anfang gesagt, dass wir aus vier Intermediaten alle nicht essentiellen Aminosäuren bilden können. Oxalacetat und Alpha Ketogluterat aus dem Citratzyklus hatten wir schon in der Glutgruppe und der Spargelgruppe.
Und aus Pyruvat konnten wir gerade schon Alanin bilden. Es bleibt also noch, dass Triphosphoglycerat, ebenfalls aus der Glykolyse. Und aus Triphosphoglycerat können wir über mehrere Schritte letztendlich Serin bilden. Auch hier wird übrigens wieder Glutamat als Aminogruppendonor genutzt. Dementsprechend brauchen wir hier wieder welchen Kofaktor?
Pyridoxalphosphat.
Genau. Das ist wirklich, das ist, wenn ihr ein was mitnehmt, dann Pyridoxalphosphat. Jetzt kann man noch weitergehen vom Serin aus. Wird nämlich von Serin einfach eine Methylgruppe abgespalten. Dann entsteht Glycin. Und diese Methylgruppe, die muss ja dann irgendwo hin und die wird hier auf Tetrahydrofolat übertragen.
Das ist einfach ein Kofaktor, ein Derivat von Vitamin B9, der sogenannten Folsäure. Und dieses Methylen-Tetrahydrofolat, was dabei entsteht, kann dann selbst diese Methylgruppe wieder weitergeben in anderen Reaktionen. Es gibt übrigens noch eine Aminosäure, die dem Serin sehr ähnlich ist. Serin besteht letztlich einfach nur aus so drei C-Atomen, dann natürlich der obligatorischen Säure und Aminogruppe.
Und dazu hat Serin eine OH-Gruppe als Rest. Und Zystein sieht im Grunde genau so aus, hat aber statt OH eine SH-Gruppe. Also da ist Schwefel dabei. Und Zystein wird deshalb auch so synthetisiert. Das Kohlenstoffgerüst, was wie beim Serin aussieht, kommt auch vom Serin. Und die SH-Gruppe bekommt Zystein von Methionin.
Methionin ist so eine essentielle Aminosäure, die Schwefel enthält, auf die wir später noch eingehen werden.
Okay, das heißt, da kamen jetzt schon einige vor, deswegen möchten wir da auch nochmal einen zusammenfassenden Merkspruch geben. Und zwar, man merke sich, ein glützernder Zylinder, mit dem man Serien schauen kann. Also Glycin, Cystein, Serien.
Serin und auch natürlich das Phosphorglycerat.
Genau, ja klar.
So, jetzt haben wir schon echt, echt viel geschafft. Da können wir alle einmal kurz durchatmen.
Kurzer, also noch eine kurze Anmerkung. Ein glützender Zylinder, mit dem man Serien schauen kann, stelle ich mir sehr weird vor, aber ich stelle mir das so vor, dass es so ein bisschen so ein magischer Zylinder ist, ja, in dem man dann reinschauen kann und da drin läuft.
So wie so eine Kristallkugel oder wie.
Ach, du guckst in den Zylinder rein und guckst da. Ach so, ich habe mir jetzt jemanden vorgestellt, der am Fernseher hockt und irgendwie nicht stillhalten kann und die ganze Zeit mit so einem Zylinder beim Serie gucken rumspielt.
Nee, nee, nee, nee. Der Zylinder ist das.
Ja, so eine Glaskugel. Passt ja auch, passt ja auch zu der Aladin-Gruppe. Also so, wie gesagt. Der heißt der Dude Jafar, heißt der, ne? Der so dieser Magic-Dude in dem Film.
Der böse Zauberer, ich glaube.
Ja, der hat ja auch eine Kristallkugel. Ja, okay. Das macht alles Sinn.
Wir haben keine Kristallkugel, wir haben einen glützernden Zylinder, aber kommt am Ende aufs selber hinaus. So, wir sind fast durch. Jetzt müssen wir irgendwie noch versuchen, den Rest abzuhandeln. Uns bleiben übrig Prolin und Arginin, da gehen wir jetzt gar nicht so genau drauf ein. Wichtig ist, die werden auch noch aus Gluthermat gebildet.
Ja, wir ergänzen also unsere Glutgruppe.
Durch unsere arglistigen Proleten. Passt ja, ich meine, jeder, der schon mal im Gym war, kennt das, da laufen so ein paar Flexa rum. Das müssen zwar nicht immer Proleten sein und die müssen ja nicht immer arglistig sein, aber es passt ins Bild. So Leute, deren Lieblingsgerät der Spiegel ist.
Hallo, du bist fies heute aus. Ja, komm, so kennen wir dich.
Jeder, der schon mal da war, kennt die.
Okay. Außerdem, aus der letzten Folge, kennt ihr ja einen weiteren Mechanismus zur Argininherstellung, denn Arginin ist ja auch als intermediat in unserem Harnstoffzyklus entstanden. Das ist also auch eine weitere Möglichkeit, Arginin herzustellen. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, Leute, ihr habt Histidin vergessen, ja?
Was ist mit Histidin los? Und seit 1985, Fun Fact am Rande, wird das von der WHU tatsächlich als essentielle Aminosäure mit aufgelistet. Das bedeutet für uns, wir machen uns da über die Synthese einfach mal keine Gedanken.
Aber später im Abbau übrigens kommt Histidin nämlich auch in diese Gruppe noch mit dazu. Aber da kommen wir dann später nochmal drauf. Also jetzt haben wir erstmal nur die Glutgruppe, die da Pro-Training macht und der arglistige Prolet, der auch mit am Start ist.
Okay, und dem geneigten Hörer könnte aufgefallen sein, dass eine einzige Aminosäure noch fehlt.
Das wäre dann Tyrosin. Tyrosin ist zwar nicht essentiell, die sieht aber fast genauso aus wie Phenylalanin, eine essentielle Aminosäure und aus der bilden wir das Ganze. Der einzige Unterschied ist, Phenylalanin, das hat ja hier diesen aromatischen Kohlenwasserstoffring. Und an denen müssen wir jetzt noch eine OH-Gruppe dran bauen und dann haben wir Tyrosin erhalten.
Und das macht für uns das Enzym Phenylalanin-Hydroxylase. Wir kommen nachher noch mal ein bisschen auf diesen Zusammenhang zwischen Phenylalanin und Tyrosin zu sprechen. Da müsst ihr euch einfach nochmal einen kurzen Moment gedulden.
Ja, Freunde, voll stark. Wir haben jetzt innerhalb von 18 Minuten, ich würde mal so sagen, alles synthetisiert, was ich Aminosäure nennen darf, was nicht essentiell ist. Also irgendwie doch gar nicht so wild, wie man immer dachte. Okay, jetzt haben wir die Aminosäuren alle hergestellt, also entweder aufgegessen oder hergestellt.
Jetzt wollen wir sie am Ende los. And am Ende canosäure im Allgemeinen in zwei Bestandteile zagen. Einmal das Ammonium, also the teil mit dem Stickstoff. That will verwertet zum Beispiel in der Synthese von Purinukleotiden oder einfach im altbekannten Harnstoffzyklus ausgepinkelt. Letzte Folge, ihr erinnert euch.
Liebe Freunde der Vorklinik, bevor es losgeht, brauchen wir noch ganz kurz eure Hilfe. Wir sind nominiert beim Deutschen Podcast-Preis in der Kategorie Beste Information. Diese Kategorie wird über ein Publikumsvoting entschieden und wir brauchen eure Stimme. Hierbei würdet ihr uns unfassbar helfen, wenn ihr kurz auf den Link in der Folgenbeschreibung klickt und uns eure Stimme gebt.
Dauert nur 5 Sekunden. Ihr seid die allerbesten. Viel Spaß bei der Folge! So, das Kohlenstoffgerüst wiederum. Das kann ich jetzt verwerten, um Energieträger aufzubauen, wie zum Beispiel in der Glykoneogenese oder in der Synthese von Lipiden. Ich kann da das aber auch einfach direkt abbauen und Energie gewinnen.
Zum Beispiel durch die Einschleusung in den Citratzyklus zum Beispiel.
Und beim Abbau von Aminosäuren laufen immer grob ähnliche Reaktionen ab. In dem ersten Schritt wird meistens entweder transaminiert und desamminiert. Nochmal Cofactor Leo, was brauchen wir da?
Palp, Palp, Palp, Palp.
Genau, also Pyridoxalphosphat. Mega wichtig. Genau, um eben hier die Aminogruppe abzuspalten. Alternativ kann auch decarboxyliert werden erstmal und die Carboxylgruppe abgespalten werden. In den nächsten Reaktionen wird dann in der Regel das Kohlenstoffgerüst entweder eben im Kohlenhydrat oder Lipidstoffwechsel verwertet.
Und wir schauen uns jetzt mal das Schicksal dieses Kohlenstoffgerüsts an. Man kann auch hier wieder die Abbauwege der Aminosäuren mit sechs Intermediaten, auf die alles zuläuft, schon sehr gut abbilden. Weil bei denen kreuzen sich am Ende alle Wege. Ja, alle Wege führen zu diesen sechs Intermediaten.
Wild. So, im Groben kann man diesen Weg zu diesen Intermediaten einmal in einen Glukogen und einen Ketogenen abbauen. Also gewisse Aminosäuren gehen den einen Weg, gewisse Aminosäuren gehen den anderen Weg, manche können sogar beides. Und beim glukogenen Abbauweg ist so die Glucose unser großes Ziel.
Und beim ketogenen Abbau sind es Ketonkörper.
Genau, kommen wir als erstes zum glukogenen Abbau. Da werden unsere Aminosäuren zu Pyruvat oder anderen Intermediaten vom Citratzyklus, die wir alle kennen, umgebaut. Das können Alpha-Ketogluterat sein, Sucinylcoa, Fumarat oder Oxalacetat. Und diese Aminosäuren werden also nach ihrem Abbau in den Kohlenhydratstoffwechsel mit eingeschleust.
Und die können wir jetzt da zum Beispiel für die Glyconeogenese verwenden. Daher kommt der Name glucogene Aminosäuren. Tatsächlich sind alle proteinogenen Aminosäuren glukogen, mit der Ausnahme von Lysin und Leucin. Das sind die einzigen, die wir nicht für Glykonogenese verwenden können.
Ja, und dementsprechend Ketogen sind dann eben Lysin und Leucin. Und die werden abgebaut zu AcetylcoA. Also diese Aminosäuren lassen sich wirklich nur in AcetylcoA oder auch gleich in Acetacetat, das ist ja einer der Ketonkörper umwandeln. Und aus denen kann eben keine Glucose hergestellt werden.
Ja, aber Moment mal, Tim, wenn wir das jetzt in AcetylcoA umbauen, warum schleusen wir das AcetylcoA nicht einfach in den Citratzyklus ein und bauen dann da aus den Intermediaten wieder Glucose?
Naja, also, genau, also hier nochmal fürs Verständnis. Ist, glaube ich, jetzt sehr Detailwissen, aber das AcetylcoA können wir natürlich auch in den Citratzyklus einschleusen. So ein Ausgangsprodukt für Gluconeogenese ist ja immer zum Beispiel entweder Pyruvat oder Oxalacetat. Und zu Beginn des Zitratzyklus reagiert zwar Pyruvat mit AcetylcoA, aber das Kohlenstoffgerüst, das ja für die Gluconeogenese verwendet werden könnte, stammt vom Pyruvat, was dann auch am Ende zu Oxalacetat wird.
Nicht von dem Acetylcoat. Und eben nicht von dem AcetylcoA. Und AcetylcoA ist eben auch einfach zu kurz. Es hat nur zwei C-Atome und die ganzen Ausgangsstoffe für die Gluconeogenese haben alle mindestens drei. Also das Kohlenstoffgerüst der ketogenen Aminosäuren kann tatsächlich nicht zu Glucose umgebaut werden.
Auf jeden Fall nicht vollständig. Und dafür aber eben zu Ketonkörpern. Und nochmal zur Erinnerung: die einzigen rein ketogenen Aminosäuren sind Lysin und Leucin. Also das ist unser Merkspruch für die essentiellen Aminosäuren. Der lystene Leutnant, der macht jetzt halt scheinbar so eine Ketodiät.
Und dann gibt es noch ein paar Aminosäuren, die übrig bleiben und die sind gemischt, Gluco und Ketogen. Das sind so ein bisschen unsere Alleskönner, denn die werden einerseits zur Acetylcoa und zu Intermediaten des Citratzyklus bzw. dann Pyrubat abgebaut.
So, das heißt Grundlagen geklärt. Jetzt laufen wir mal unsere ehrenwerten Decks wieder ab und schauen uns mal unsere Gruppen an, wo die dann überhaupt hin dürfen. Und beginnen mal, würde ich sagen, fahren wir wieder oben bei unseren Glutis mit den Proleten.
Ja, genau, also wieder bei der Gruppe, die ihr Pro-Training macht, wo der Arglisticke Prolet daneben steht. Ja, die ist einfach im Grunde, es ist einfach genau andersrum als der Aufbau. Die werden nämlich alle zu Alpha-Ketogluterat abgebaut. Glutamin wird, wie man es schon kennt, zu Glutamat dann umgewandelt, einfach Aminogruppe weg und Glutamat dann zu Alpha-Ketogluterat.
Außerdem auch Arginin und Prolin, also der arglistige Prolet, wird auch zu Glutamat abgebaut, was dann eben weiter zu Alpha-Ketogluterat desaminiert wird und das Alpha-Ketogluterat geht einfach ab in den Citratzyklus. Dazu kann jetzt auch noch Histidin zu Glutamat verstoffwechselt werden.
Also halten wir fest, dass wir unseren Nachflug schon nochmal ein bisschen erweitern müssen. Weil jetzt die Glutgruppe mit ihren Proleten auf dem Deck. Und jetzt hissen zusätzlich die arglistigen Proleten während ihrem Training eine Flagge. Also sie hissen eine Flagge. Also Histidin kommt auch noch mit ins Boot.
Alright, machen wir weiter mit der nächsten Gruppe. Die Spargelgruppe, das funktioniert genau analog zu unserer Gluttrainingsgruppe. Wir haben vorher die Spargelgruppe aus Oxalacetat synthetisiert und können die jetzt umgekehrt wieder zu Oxalacetat abbauen. Dafür wird zunächst einmal Asparagin zurück zu Aspartat desaminiert und im zweiten Schritt dann Aspartat zu Oxalacetat transaminiert.
Also hier wieder diese Transaminierungsreaktion nur einmal umgekehrt.
Das bedeutet, da brauchen wir dann natürlich wieder eine andere Ketosäure dazu.
Korrekt. Oxalacetat kann jetzt weiter in den Citratzyklus geschleust werden. Und wir gehen jetzt wieder aufs Entertainment-Deck. Dort wartet auf uns die Pyroaladin-Gruppe. Das heißt, wir wollen jetzt Alanin zurück zu Pyruvat wieder abbauen. Das machen wir, indem wir es desaminieren. Hier nochmal als Erinnerung: Alanin und Pyruvat, das war dieses dritte Aminosäuren, Alpha-Ketosäuren-Pärchen.
Jetzt erinnern wir uns außerdem, dass da auch irgendwie Serin, Glycin und Zystein mit zusammenhängen. Der glützernde Zylinder zum Serien schauen als Merkhilfe. Und diese drei sehen sich strukturell sehr ähnlich. Glycin ähnelt in gewisser Weise Serin, weil es im Prinzip dieselbe Strukturformel ist, nur mit einer Methylgruppe weniger.
Cystein wiederum hat Ähnlichkeiten mit Serin, nur dass wir hier statt der SH eine Hydroxygruppe haben. Alle drei Aminosäuren, die sich ja jetzt bis auf kleinere Unterschiede sehr ähnlich sehen, können wir zu Pyruvat abbauen. Zu dieser Gruppe kommt jetzt auch noch Treonin dazu. Treonin kann in Glycin umgewandelt werden.
Und Glycin, wissen wir ja jetzt, kann dann wieder in Pyruvat abgebaut werden.
So, und um uns die Zusammenhänge jetzt auch noch kombiniert zu merken, können wir uns merken, dass unser Pyrotechniker Aladin hat also den glützernden Zylinder zum Seriens schauen bekommen und dreht ihn in seinen Händen. Trät mit THRET, sehr beschreibtweise, aber tret ihn in seinen Händen.
Genau, eben um sich zu merken, dass Glycin, Serin, Cystein und Treonin alle auch zu Pyruvat abgebaut werden.
Genau, ja. So, da haben wir schon mal einen essentiellen Kollegen mitversorgt, tatsächlich der nächste essentielle Kollege, der ist ein bisschen düster.
Ja, und zwar geht es jetzt um den Abbau zu Succinyl-CoA. Und hier lauert in einer dunklen Ecke des Schiffs Math Head Valentin. Ja, und Methionin und Valin werden nämlich zu Succinyl-CoA abgebaut. Und das kann dann in den Zitratzyklus eingeschleust werden.
Genau, das bedeutet, dass der dass der Methet, also der Matthead Valentin, merkt, dass Matt-Sukt alleine.
Also sagt aber Succinyl-CoA.
Alleine macht es eh keinen Spaß. Aber er hat ja noch seinen Freund Sam.
Genau, also wo kommt jetzt Sam her?
Und was ist Sam?
Und was ist Sam? Wir schauen nämlich jetzt nochmal kurz auf Methionin genauer, nämlich auf den Methionin-Zyklus. Wenn Methionin abgebaut wird, dann reagiert es als erstes Mal mit ATP. Und dabei entsteht S-Adenosylmethionin oder kurz Sam, also SAM, als Zwischenprodukt. Und das ist ein wichtiger Kofaktor für Methylierung.
Also das bedeutet, von Sam können dann die Methylgruppen, die dadurch, dass sie eben durch dieses ATP auch aktiviert wurden, können die dann auf andere Moleküle übertragen werden. Deshalb Methylgruppen-Donor. Ja, und jetzt schauen wir mal, wie es dann weitergeht mit dem Sam. Also nach der Abspaltung der Methylgruppe bleibt S-Adenosyl Homozystein übrig.
Und davon wird das Adenosin abgespalten, dann hat man nur noch Homozystein. Und das kann jetzt zwei Wege gehen. Entweder Remethylierung, hier ist übrigens der Methylgruppendonor, das Methyltetrahydrofolat. Und durch Remethylierung mit Hilfe von Methyltetrahydrofolat entsteht dann aus Homozystein wieder Methionin.
Und die Alternative ist eben auch hier der Abbau zu SuccinylcoA.
Man muss nicht mal alles recyceln.
Also wir merken uns, Math Valentin, ich merke, dass Math suckt. Also Methionin und Valin zu Succinylcoa.
Genau. So, das heißt, den glykogenen Abbau haben wir schon mal abgehakt. Dann würde ich sagen, gehen wir mal zu der anderen Seite der Medaille. Die Ketos.
Genau, und die ketogenen Aminosäuren, da müssen wir gar nicht so viel drüber reden, weil die werden ja alle zu AcetylcoA abgebaut. Hier ist also alles easy. Wir wissen eigentlich, was rauskommt. Genau, eben Lysin und Leucin. Der Löstinnenleutant auf Ketodiet.
So. Es wäre schön, wenn es so einfach wäre, weil es gibt so ein paar Heinys, die können sich nicht entscheiden, was sie gerne hätten und deswegen müssen sie halt beides machen.
Genau, und da fehlen uns jetzt noch ein paar gemischte Aminosäuren. Das sind einmal Tyrosin, Phenylalanin, Tryptophan und Isoleucin. Wir beginnen mit Isoleucin. Der Abbau hier hat einige Gemeinsamkeiten mit dem Abbau von Valin und Leuzin und ist insofern da recht dankbar zu lernen. Wie beim Leucinabbau entsteht hier einerseits Acetylcoar, sprich Ketogen.
Und auf der anderen Seite, wie beim Valinabbau, entsteht Sucinyl-CoA. Also die glukogene Seite. Sondern unsere drei Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin, sind ja auch insofern verwandt, weil es ja unsere drei verzweigkettigen Aminosäuren sind.
Also, also, ja, wenn ihr die Strukturformen auswendig könnt, ist es ultra geil. Aber macht euch keine Sorgen, wenn ihr es vielleicht nicht könnt. Ich hoffe, dass ihr trotzdem genug aus der Folge mitnehmt, um so die groben, so die groben Zusammenhänge euch zu merken.
Ja, und jetzt sind wir nochmal bei diesen verzweigtkettigen Aminosäuren, ja, unser Dreiergrüppchen hier. Und für den Abbau von diesen Aminosäuren brauchen wir ein neues Enzym. Das ist die Verzweigtketten-Dehydrogenase, beziehungsweise der Verzweigt-Ketten-Dehydrogenase-Komplex. Und die funktioniert ganz ähnlich wie die Pyruvat-Dehydrogenase.
Genau. Tatsächlich gibt es da eine spannende Pathogenität, ne, Pathogenität, ja lol. Pathologie zu. Und zwar kennt ihr, kennt ihr diese, kennt bestimmt jeder Medizinstudio schon mal gehört, so diese Diabetologen, die früher den Urin probieren mussten, um quasi rauszufinden, ob die Leute Diabetes haben oder nicht.
Und zwar gibt es da nämlich so einen kleinen Mindfuck, wo der Urin nämlich scheinbar süßlich riecht, auch wenn gar keine oder nicht zu viel Glucose drin ist. Denn die Ahonsirufkrankheit, wie auch immer sich das ausgedacht hat, weil die hat was zu tun mit dieser Verzweigketten-Dydrogenase, weil die ist dann kaputt und somit kriege ich den Abbau von diesen Verzweigketten-Aminosäuren nicht mehr auf der Kette.
Und die werden halt dann zwangsläufig irgendwann ausgepieselt und scheinbar soll dieser Urin wie Ahonsirup riechen, was ich mir echt überhaupt nicht lecker vorstelle.
Tatsächlich, Ahornsirup, beziehungsweise ganz viele Leute sagen auch, das riecht wie Magie. Was? Ganz seltsam. Ahornsirup.
Ahornsirup und Magie.
Und ich habe dir überlegt, also das weiter auseinander geht's gar nicht. Aber genau, also da habe ich dann gelesen, dieser Geruch steht beschrieben als süßlich-würzig.
Auch hier wieder, wir kriegen keine Werbung von Magie, riecht bestimmt aus so wie jeder andere Kräuter, Kräuterwürzessenz von einer anderen Firma. Aber scheinbar gibt es diese abgefahrene Ahoronsirupkrankheit. Und ich habe mir tatsächlich so gemerkt, dass diese Verzweigketten Aminosäuren sehen so ein bisschen aus wie Bäume.
Und Ahorn kommt vom Baum und deswegen Ahornbaum und deswegen hat es was mit den Verzweigkettigen zu tun. Voll gut, voll gut. Weil das ist auch so eine Pathogenität, die das IMP Perium gerne mal auspackt. Ja, nur mal so als kleiner Tipo.
Und jetzt sind wir wirklich fast am Ende. Also, ja, freut euch. Wir schauen jetzt nochmal auf Phenylalanin und Tyrosin. Das sind zwei Aminosäuren, die als Rest so einen aromatischen Kohlenstoffring haben. Und Phenylalanin hat eigentlich nur diesen aromatischen Ring als Rest. Tyrosin hat zusätzlich dann noch eine OH-Gruppe dran, also eine Hydroxygruppe, und kann dementsprechend einfach durch Hydroxylierung von Phenylalanin hergestellt werden.
Tyrosin selbst ist dann die Synthesevorstufe für einerseits Melanin, das ist dieses Hautpigment, und andererseits für Dopa. Und aus Dopa, ist auch eine Aminosäure, aber keine Proteinogene. Aus Dopa können wir im weiteren Verlauf Katecholamine wie Adrenalin und Noradrenalin herstellen und auch den Neurotransmitter Dopamin.
Phenylalanin wird im Abbau dann eben einfach auch zu Tyrosin hydroxyliert durch die Phenylalanin-Hydroxylase. Und der Kofaktor hier ist auch nochmal relevant. Das ist nämlich Tetrahydrobiopterin. Das ist so ein Grundprinzip auch. Tetrahydrobiopterin, das benutzt man immer als Kosubstrat, wenn irgendwo aromatische Ringe hydroxyliert werden.
Kann man sich mal merken. Oh krass, wusste ich nicht. Tyrosin wird, wenn es nicht irgendwie in Neurotransmitter oder so umgewandelt wird, einfach mehrschrittig zu Fumarat und Acetylchoa abgebaut. Auch hier sind wir also wieder einerseits Glucogen, weil Fumarat entsteht, und auf der anderen Seite Ketogen, weil eben Acetylchoa entsteht.
Ja, und auch hier geht es wieder eine spannende Pathologie zu. Und zwar die Phenylketonie.
Ne, Phenylketonurhie.
Phenylketonurie, ja. Das N vergessen. Das N ist verlor gegangen auf dem Weg. Passiert. Also Phenylketonurie. Was heißt das? Also das Grundproblem liegt eben genau hier da, dass diese Phenylalanin-Hydroxyase fehlt. Warum auch immer, sie ist nicht da.
Oder zumindest mangelhaft vorhanden.
Oder zumindest mangelhaft vorhanden. Und somit kriege ich das nicht mehr hin. Phenylalanin zu Tyrosin umzubauen. Und somit akkumuliert, wie das bei den Enzymdefekten immer ist, das E-Dukt, also Phenylalanin. Weiteres Problem ist, ich kann Tyrosin nicht mehr herstellen, deswegen wird Tyrosin plötzlich zur essentiellen Aminosäure.
Also da muss man dann auch drauf achten. Aus Phenylalanin wird jetzt stattdessen, um es loszuwerden, Phenylpyruvat gebildet, was die korrespondierende Ketosäure ist. Wie klappt das?
Erinnert euch an den Pyrotechniker Aladin, ja. Phenylalanin und Phenylpyruvat.
Genau, klappt ganz genauso. Betransaminiert, also quasi von der Aminosäure zur Ketosäure. Und daher kommt dann auch der Name, ja, Phenylketonorie. Bei den Patienten kann zudem dieses Phenylalanin halt dann im ZNS akkumulieren und unbehandelt führt das dann zu geistigen Retardierung, was ja tendenziell schon eher doof ist.
Und deswegen hat man eine Diät entwickelt, die einfach Phenylalanin arm ist. Also einfach, man hat Lebensmittel aufgeschrieben, wo viel Phenylalanin drin ist und die sollte man halt tun und schmeiden.
Nee, nee, also Leo Schmeißen ist, die sollte.
Ah, doppelte Verneinung, hilf dir.
Genau, ja. Ja, wir müssen da ein bisschen so. Und tatsächlich, das ist auch so ein Ding, kennt ihr das? Ich meine, wir waren jetzt mit der BVMD schon so an mehreren Unis, dass jedes Mal, wenn da einer kommt von der Uni und irgendwas an dieser Uni empfunden wurde, dass sie das unbedingt einem reindrücken müssen.
Kennt ihr das?
Du meinst so Lieblingsthemen?
Ja, nee, nee, dass es da erfunden wurde. Ach so, ja. Zum Beispiel wurde diese Diät von einem Heidelberger erfunden. Und deswegen wird es jedes Mal gesagt, dass es auch bloß ein Heidelberger war bei uns. Und wir waren zum Beispiel auch schon mal in Leipzig zu Gast. Da heißt es dann, ja, das war die erste weibliche Chirurgin.
Das müssen die immer so reindrücken, war so in Leipzig und so. Kennt ihr das?
Ich muss sagen, erste weibliche Chirurgin ist auch schon fast das coolere Achievement, hab ich gesagt.
Ja, also definitiv. Aber ich finde es nur so als Zeit weg. Ich weiß nicht, ihr könnt uns ja auch mal auf Insta schreiben, wenn es bei euch auch so Klassiker gibt, die jedes Mal wiederkommen, weil das irgendein Honk oder irgendeine Honkin bei euch in der Uni empfunden hat. Was denn für ein Wort, Leo? Honk kennt man doch.
Oder? Und es gibt sicherlich auch Honkinnen.
Oh, ich gräsch jetzt hier mal eiskalt dazwischen. Das wird mir gerade viel zu viel. Wir gehen zurück zu unseren Aminosäuren und übrig geblieben ist Tryptophan und da läuft das Ganze ein bisschen anders ab. Das wird nämlich zu Alanin und zur AcetylcoA umgewandelt. AcetylcoA deswegen Ketogen. Und unser Alanin, das wird jetzt weiter zu Pyruvat abgebaut.
Ja, wir erinnern uns hier an Pyroaladin auf dem Entertainment-Deck und das Ganze stellt den glukogenen Teil dar. Außerdem, auch hier ein wichtiger Fact am Rande, können wir aus Tryptophan den Neurotransmitter Serotonin herstellen.
So, fein. Ja, also abgebaut haben wir alles. Nur bevor wir jetzt die Folge beenden, möchten wir uns noch ein kleines Schmankhal vornehmen. Das, was finde ich, am Stoffwechseln machen am allerspannendsten ist, ist, wenn so Stoffwechselwege zusammengeführt werden. Weil das ist zwar so ein Moment, wo ich denke so, oh ja, ja, das Lernen lohnt sich.
Ich finde, wir können Stoffwechseln als Verbeinführung. Das, was am Stoffwechseln das Schönste ist.
Okay. Sei es quasi als Grande Finale der Champions League Alaninzyklus.
Genau, das ist einfach auch so als Beispiel, wie Stoffwechselwege ineinandergreifen. Fangen wir mal ganz einfach an. Wir essen irgendwie ein Brötchen, ja, die Stärke wird aufgenommen und so weiter. Irgendwann haben wir Glucose im Blut. Die Glucose wird an die Muskulatur geliefert. Und dort machen die Muskeln ja ordentlich Glykolyse und setzen die Glucose unter anderem zu Pyruvat um.
Und Pyruvat, ja, wir erinnern uns an den Pyrualadin. Pyruvat kann von Glutamat die Aminogruppe bekommen, einfach über Transaminierung. Und dadurch entsteht natürlich aus dem Glutamat das Alpha-Ketogluterat und aus Pyruvat, das bekommt eine Aminogruppe dazu, entsteht das Alanin. Und Alanin können wir jetzt ins Blut abgeben.
Und es ist so eine Art Transportform für Aminogruppen. Über das Blut gelangt Alanin zurück zur Leber, wo es dann über Transaminierung wieder in Pyruvat umgesetzt werden kann. Zum Gleich entsteht natürlich dann wieder aus Alpha Ketogluterat Glutamat. Und vom Glutamat können wir dann zum Beispiel wieder NH3 abspalten, also Ammoniak, und fixieren im Harnstoffzyklus, um es dann letztendlich auszuscheiden.
Aus dem Barbei wiederum entstehenden Alpha-Ketogluterat, ja, also wenn wir vom Glutamat die Aminogruppe wegnehmen, aus dem Alpha-Ketogluterat könnte man dann zum Beispiel in der Gluconeogenese wieder Glucose machen in der Leber und diese Glucose dann wieder ins Blut abgeben und wieder an die Muskulatur liefern.
Ihr seht also, insgesamt, wir haben jetzt wirklich viele, viele Stoffwechselwege gelernt und besprochen. Und es ist nicht einfach, aber es ist irgendwie ein cooles Gesamtbild, was sich am Ende ergibt. Und es ist doch irgendwie machbar.
Ja, das stimmt. So, das heißt, wir haben die Leber abgeschlossen. Was nehmen wir aus der letzten Folge mit? Der wichtigste Kofaktor im Aminosäurstoffwechsel.
Palidox, Balb, Balb, Balb, Balb.
Okay, also das ist auch, also wer das nicht mitgenommen hat, der hat nicht zugehört. Sorry, aber okay. Die wichtigsten Transaminierungen sind die Aspatat-Aminotransferase, die AST oder GOT und die Alanin-Aminotransferase, die ALT bzw. GPT. Beim Methioninabbau entsteht S-Adenosyl-Methionin als einer der wichtigsten Methylgruppendonoren.
Bei der Abspaltung der Methylgruppe von Serin entsteht Glycin und Methylen Tetrahydrofolat.
Auch ein Methylgruppendonor.
Genau. Aus Tyrosin entsteht Dopamin und Katecholamine. Aus Tryptophan kann man Seronin bilden. Serotonin. Serotonin. Serotonin bilden. Träumchen, ja. Leber ist rum. Wir haben es geschafft.
Ich glaube, ab jetzt geht es auch wirklich bergauf, oder?
Was heißt denn bergauf? Das war voll geil.
Ich finde kaum ein Organ so krass wie die Leber. Also die ist wirklich hardcore.
Leber ist eines der wenigen Organe, die man noch nicht geschafft hat, als Maschine nachzubauen. Nieren kann man mit Dialyse ersetzen. Man kann ein künstliches Herz einbauen, man kann quasi Beatmung machen, Ekmo und so ein Shit. Das Einzige, was nicht geht, ist Leber. Also Leber ist schon dick krass.
Na gut, und bei dem Pensum, dass sich die Leber vorgenommen hat und Sachen, die die können muss, ist es auch irgendwo logisch, dass wir das nicht einfach so maschinell ersetzen können.
So ist es. Deswegen, Freunde, war geil. So, ja, kurz bevor wir aufhören, würden wir uns noch von euch wünschen, wenn euch die Leberfolgen genauso gut gefallen haben wie uns, lasst uns mal ein paar Sternchen da bei Spotify, das wäre sehr nett. Oder so ein kurzes gefolgt hilft uns auch sehr. Und euch, weil dann sind wir jedes Mal in eurem Feed, wenn es was Neues gibt von Situs Inversus.
Wenn ihr uns Feedback schreiben wollt, könnt ihr das entweder direkt unter Spotify machen oder auch gerne in die DMs sliden auf at der VorClinik-Podcast auf Insta. Da könnt ihr dann auch gerne direkt dazu schreiben, was für einen Weird Flex eure Uni so hat. Würde mich auch sehr interessieren. Da können wir die besten Zusammenfassungen bestimmt auch mal posten.
Und ansonsten sehen wir uns wieder beim Git, würde ich sagen, Freunde.
Ja, danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Ciao. Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewäre. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einstiegiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.