
Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast
PBC Niere: Wasser- und Elektrolythaushalt
Montag, 25. November 2024 · 57 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Schreib uns einfach xD (buzzsprout.com/2625117/fan_mail/new)
- Iso-Drink und Sojasoße
Das große Finale, der vielleicht anspruchsvollsten, aber auch spannendsten Physiologie des Körpers. Die Niere, als Strippenzieher im Hintergrund, steuert neben der Ausscheidung auch entscheidend den Wasser- und Elektrolythaushalt und somit auch den Blutdruck. Ob ihr jetzt, um eurer Niere was gutes zu tun, lieber einen Iso-Drink oder eine Flasche Sojasoße trinken solltet... Hört rein!
Euer Tim, Klara und Leo
Hier findet ihr nochmal die passenden Folge zur Filtration und Harnkonzentrierung der Niere (tinyurl.com/pbc-niere-1) zum Wiederholen :)
Anzeige:
Hier der Link zu Meditricks: meditricks.de
Rabattcode: SitusInversus15
Instagram: instagram.com/der_vorklinikpodcast/ (instagram.com/der_vorklinikpodcast)
Website: Situs Inversus (dervorklinikpodcast.de) (dervorklinikpodcast.de)
Kapitel:
() - Grundlagen
() - Wasserhaushalt und Bilanz
() - Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts
Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewähr. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einschlägiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.
Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Support the show (buzzsprout.com/2625117/support)
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Also irgendwie, ich kann die gesamte Situation nicht mehr ganz rekonstruieren, aber es ist damit geendet, dass ein Kumpel von mir wirklich 200 Milliliter Sojasauce getrunken hat. Oh mein Gott.
Der FortKlinik-Podcast. Hallo und herzlich willkommen zurück zu Situs Inversus, der Fortklini-Podcast. Heute mit Tim und Clara.
Moin Leute.
Wir beenden den langen Weg durch Snephron und schließen heute mit der vierten Nierenfolge das große Thema um diese zwei kleinen Orgänchen ab. Und als Einleitung wurde ich gefragt von Tim, ob ich den Podcast You Are Wrong About kenne. Nein, kenne ich nicht. Kannte auch sonst keiner. Deswegen, lieber Tim, was ist denn dieser Podcast?
Erstmal Shoutout, wer auch immer den macht, bestimmt cool so. Grüße.
Ja, also ich weiß nicht. Ich mag den, der wurde mir irgendwann mal empfohlen. Und es ist so ein Podcast, der werden so irgendwie eher allgemein akzeptierte Mythen oder Stereotype besprochen. Und genauso wie die steigen wir nämlich heute auch ein. Und zwar habe ich für euch die Frage mitgebracht: Was ist dran daran, dass Frauen angeblich weniger Alkohol vertragen als Männer?
Ich hab tatsächlich das schon sehr oft gehört, ich habe aber überhaupt keine Ahnung, warum das so ist. Und Tim hat hier auch ganz frech die Lösung nicht ins Skript geschrieben. Das finde ich gemein.
Aber also die Frage ist: Im Allgemeinen kann man, glaube ich, sagen, dass Frauen ein geringeres Körpergewicht haben, glaube ich, zum Schnitt schon, oder? Und die Frage ist, heißt denn jetzt geringer vertragen, dass die mit relativ, also mit einem relativen Alkohol weniger vertragen? Weil ganz ehrlich, wenn du einem 50-Kilo Menschen ein Liter mehr gibst wie was anderes.
Das sagen wir gleich.
Okay. Ja, dann ist safe wieder das Y-Chromosom scheiße.
Das ist ein richtiges Kackding, oder? Ich habe da tatsächlich hier nochmal ein bisschen recherchiert. Und zwar ist es so, dass Menschen mit 2X-Chromosomen tatsächlich einen niedrigeren Wassergehalt haben im Körper, nämlich ungefähr 55 Prozent, als die, die auch so ein Y dabei haben, die haben nämlich 65 Prozent.
Und Ethanol ist ja hydrophil, also löst sich besonders gut in Wasser. Und deshalb ist es so, dass wenn beide quasi gleich groß, slash schwer sind, ist die gleiche Menge Alkohol bei den Frauen der Schöpfung eher höher konzentriert, weil ja weniger Wasser zur Verfügung steht, wo sich das Ethanol drin löst, als quasi beim männlichen Counterpart.
Und das führt dann auch zu einer stärkeren Wirkung. Wer nach der Logik übrigens ganz, ganz viel vertragen sollte, sind Neugeborene. Die haben nämlich 75% Wasser gehalten. Oh, gib ihm, Digga, gib ihm.
Geil.
Ganz kurze Werbung.
Im letzten Semester habe ich endlich gemacht, was ich mir schon sehr lange vorgenommen hatte. Ich habe mich bei der Klausurvorbereitung nicht mehr müde von Text zu Text gekämpft, um hier irgendwie die Fakten reinzuhämmern, sondern ich habe mit den intuitiven und einprägsamen Merkbildern von Meditricks gelernt.
Merkhilfen wie zum Beispiel der campende Bäcker für den Campylobacter haben mir nicht nur einen Schmunzel auf die Lippen gezaubert, mit solchen kreativen Bildern kann man sich gerade die ganzen vorklinischen Fakten einfach viel besser merken. Probiert es aus. Ihr werdet Spaß haben und viel seltener alles von vorne lernen müssen.
Wenn ihr Lust bekommen habt, Meditrix mal auszuprobieren, dann klickt euch jetzt mit dem exklusiven Code SIDUSINVESUS15. 15% Rabatt auf euer nächstes Minitricks-Abo. Sidusin versus 15. Jetzt sichern. Das war's schon.
Also immer noch fragwürdig. Und Alkohol mal beiseite. Heute bauen wir auf den letzten Folgen zum Thema Niere auf und besprechen sowohl den Wasserhaushalt des menschlichen Körpers als auch verschiedene Elektrolyte. Und die Folge und auch die, die als nächstes rauskommt zum Thema Leistungsphysiologie, ist gerade auch für alle, die irgendwie sportlich ambitioniert sind, ziemlich relevant und spannend.
Deshalb gehen wir einfach mal direkt rein und starten mit dem Wasserhaushalt. Bam bam.
Ja, und um denen zu verstehen, müssen wir uns erst einmal angucken, wo sich das Wasser bei uns im Körper überhaupt befindet. Wir haben verschiedene Flüssigkeitsräume, die sind natürlich untereinander verschieden begrenzt. Und warum brauchen wir das Ganze? Eigentlich, naja, wenn wir zum Beispiel Medikamente nehmen, müssen wir ja wissen, wie and wo die sich verteilen, um die richtig dosieren zu können.
Diese Flüssigkeitsräume, da ist der Wassergehalt natürlich von Organ zu Organ auch verschieden. I think this is keine Überraschung when I think that in Knochen deutlich weniger Wasser vorhanden ist, als wenn ich mir jetzt Muskelgewebe angucke. Und diese Räume kann ich im Prinzip aufteilen, einmal in intrazelluläre Räume, also sprich alles Wasser, was sich irgendwie in den Zellen befindet, und extrazellularraum.
Die Verteilung ist hier etwa ein Drittel, zwei Drittel, also ein Drittel meiner gesamten Körperflüssigkeit ist im Extrazellularraum, zwei Drittel befinden sich in den Zellen. Und dieses andere Drittel, was sich eben extrazellulär befindet, das kann ich nochmal anders unterteilen. Und zwar einmal in die interstizielle Flüssigkeit.
Ihr wisst ja sicherlich, dass die Zellen nicht dicht an dicht aneinander geklebt sind, sondern dass es dazwischen eben auch Raum gibt und das ist eben diese interstizielle Flüssigkeit. Dann habe ich natürlich auch Flüssigkeit in meinem Blutgefäßen, das heißt Intrabasalraum. Und dann gibt es noch den Transzellularraum.
Das sind zum Beispiel Liquorhöhlen oder andere Körperhöhlen, wobei die tatsächlich verhältnismäßig mit am wenigsten von diesem Extrazellularraum ausmachen.
Ja, und wenn man so Räume hat, die müssen ja auch irgendwie, müssen diese Kompartimente voneinander abgetrennt sein. Den Intra- und Extrazellularraum trennen einfach Zellmembran und das Endothel von Kapillaren und die Basallamina, die dazu gehören, trennen Plasma, also und das, was sich in den Kapillaren befindet vom Intestizium.
Die genaue Verteilung des Wasservolumens im Körper kann man übrigens auch bestimmen, experimentell quasi, oder tatsächlich auch in der Klinik. Ich weiß nicht, ob ihr schon mal mitbekommen habt, dass das gemacht wurde, ich nicht. Aber es ist theoretisch möglich. Und zwar ist der grobe Ablauf: man spritzt irgendwas intravenös, dann wartet man, dass sich das verteilt.
Das dauert dann zum Beispiel circa zwei Stunden. Und dann bestimmt man quasi die Konzentration von dem Stoff, von diesem Indikator, den man am Anfang gespritzt hat. Und man macht jetzt sich quasi einfach chemische Eigenschaften von den Indikatoren zunutze, dass sie nämlich in bestimmten Kompartimenten hängenbleiben, beziehungsweise sich dort anreichern und sich dann später mehr oder weniger im Blut befinden.
Und am Ende misst man eben diese Konzentration im Blut. Und wir haben jetzt einfach mal ein paar Beispiele mitbekommen, damit man sich das besser vorstellen kann.
Genau, einer von diesen Indikatoren ist das Evens Blue. Das hört sich hochgiftig an. Und dieses Evans Blue, das bindet an das Albumin bei uns im Blutplasma. Und ihr wisst ja sicherlich, das Albumin kann diesen Intravasalraum nicht mal einfach so verlassen. Das heißt, das Evans Blue verbleibt letztendlich auch in diesem Intravasalraum.
Und wenn ich dann nach zwei Stunden oder was auch immer, wie lange ich da brauche, jetzt die Konzentration dann messe, dann kann ich darüber natürlich auf das Intravasalvolumen rückfließen. Das ist im Grunde genommen einfach Dreisatzmathematik. Wir wissen ja, dass die Konzentration berechnet wird aus Menge durch Volumen, also Menge des gelösten Stoffes, in meinem Fall das Evans Blue, durch Volumen, in meinem Fall das Intravasalvolumen.
Jetzt stelle ich mir diese Formel einfach nach Volumen um und weiß, das ist Menge des gespritzten Stoffes durch die Konzentration, die ich gemessen habe.
Genau, ein anderes Beispiel ist Inulin. Das geht durch die Gefäßendotelien durch, aber nicht durch die Plasmamembranen von Zellen und reicht sich deshalb quasi im gesamten Extrazellulärraum an. Über die Konzentration davon kann man also am Ende das Volumen des Extrazellulärraums bestimmen.
Ein nächster Indikator ist das Antipyrin und das ist dermaßen anspruchslos, dass es sich überall verteilt. Also sowohl intrazellulär, extrazellulär. Ich habe hier im Prinzip einen Indikator für das gesamte Körperwasser, weil dieser Stoff eben so klein und lipophil ist, dass er sich überall gleichmäßig verteilt.
Das heißt, hier habe ich so mein komplettes Körperwasservolumen einmal bestimmt.
Und jetzt dem geneigten Zuhörer könnte aufgefallen sein, dass nach Adam Riese noch ein Verteilungsvolumen fehlt, und zwar das intrazelluläre Verteilungsvolumen. Und jetzt die große Quizfrage für die Leute, die aufgepasst haben, wie könnte man das jetzt berechnen? Tim.
Ja, also wenn wir Antipyrin für das gesamte Körperwasser hernehmen können und wissen, dass Inulin das gesamte extrazelluläre Wasser abbildet, dann ziehen wir doch einfach das Volumen, was wir für den extrazellulärraum bekommen, vom gesamten Körperwasser ab. Und dann kommen wir in den Inzellulärraum.
So, jetzt haben wir quasi gelernt, wie wir diese ganzen Volumina da berechnen können. Aber so wie es halt im Leben immer ist, ist alles eine sehr feine Balance und Gleichgewicht. Und das Ganze nennt man auf Schlau Homöostase. Und die ist halt sehr, sehr wichtig, weil gerade der Wasserhaushalt, ich meine, wir bestehen, haben wir vorhin gelernt, zu einem sehr großen Teil aus Wasser, der sollte bestenfalls nicht aus dem Ruder geraten.
Und deswegen gibt es da auch mehrere Stellgrößen, die man kennen muss.
Ja, und die Devise ist hier möglichst alles gleich lassen. Und unsere Ziele sind unter anderem eine Volumenkonstanz in allen Flüssigkeitsräumen. Wir wollen, dass sich hier möglichst wenig ändert. Wir streben außerdem eine Isotonie an, das heißt, wir wollen einen ausgewogenen osmotischen Druck. Darüber sprechen wir gleich nochmal, was es mit dem Kollegen auf sich hat.
Wir wollen außerdem eine Isohydri, das heißt, so viel wie wir möchten einen konstanten pH-Wert aufrechterhalten, da werdet ihr noch einiges zu, oder die ist ja schon draußen, ne? Da hört ihr dann einiges dazu in unserer Säurebase-Folge nochmal.
Juhu! Und dann kann man natürlich auch noch die Ionen ausgleichen, also Isoionie. Beziehungsweise es geht nicht unbedingt um eine genaue Isoionie, sondern eher darum, dass die Ionenkonzentrationen relativ konstant bleiben, was super wichtig ist, damit Membranpotenziale und auch Aktionspotenziale funktionieren.
Und Ionen sind allgemein so verteilt, dass man im Extrazellularraum hauptsächlich Natrium, Chlorid und HCO3-, also Bicarbonat, findet und im Intrazellularraum vor allem Kalium, Kation, Magnesium, Kation und Proteine, die ja auch oft geladen sein können. Und dieses Gleichgewicht wird erhalten über Ionenpumpen, insbesondere natürlich die allsalz verbreitete Natrium, Kalium-ATP-A-Salp.
Die ist einfach überall. Und bereits kleine Änderungen in diesem ganzen Ionengleichgewicht sind klinisch von Bedeutung, zum Beispiel Hyperkalämie, Hyponatremie, was weiß ich. Alles problematisch kommen wir am Ende zu.
Ja, jetzt ist Wasser so ein Ding, so. Jetzt mal Hand aufs Herz. Wie viel trinkt ihr am Tag? Hand aufs Herz.
Viel zu wenig. Viel, viel, viel zu viel. Hand auf Herz.
Sack eine Zahl. Wirklich viel. Sack eine Zahl? Ich weiß nicht. Zwei Liter. Zwei Liter, okay.
Ich weiß gar nicht, ob ich das sagen darf. Ich schäme mich da fast für, aber ich. Kaffee zählt jetzt mal nicht, weil ich glaube nicht. Ich würde sagen, ein bis eineinhalb Liter würde ich sagen. Mehr kriege ich da tatsächlich nicht rein.
Das ist für mich so das Ding, wenn ich irgendwie am Schreibtisch sitze oder so und eine Mini-Mini-Pause will, dann hole ich mir eine neue Flasche Wasser und dementsprechend muss ich die ja auch zwischendurch leer trinken.
Okay, ja. Ich muss ehrlich sagen, ich habe seitdem ich so ein Computer im Handgelenk habe, so eine App drauf, die mich daran erinnert zu trinken. Das hat am Anfang sehr gut geklappt. Da kann ich dick auf zweieinhalb Liter gekommen, kein Problem. Jetzt kann ich das leider zu gut wegignorieren. Aber ich hab schon, ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich habe das Gefühl, wenn ich mehr trinke, geht es mir fast ein bisschen besser irgendwie.
Infernen Energie oder?
Ja, ich weiß nicht. Vielleicht ist es auch rein Placebo, keine Ahnung. Nehmt mal Bezug, Freunde, schreibt mal so, wie viel ihr so trinkt und ob ihr irgendwelche Tipps habt. Grundsätzlich geht es darum, dass, wenn wir jetzt wieder zurück zur Physiologie kommen, dass man logischerweise jeden Tag Wasser aufnimmt und auch wieder abgibt.
Und dieses Kind nennt man Bilanz. Also das, was quasi unterm Strich dann entweder dazu gewonnen wird oder halt verloren wird. Und diese Bilanz, die ist nicht nur physiologisch sehr relevant, sondern auch klinisch. Deswegen bauen wir die jetzt mal in allerkleinsten Detailvielfalt auseinander.
So sehr ins Detail müssen wir da, glaube ich, gar nicht gehen. Die Zufuhr ist denkbar simpel. Wasserzufuhr funktioniert über Wasseraufnahme. Das sollen, ja, je nachdem, wo man liest, zwei bis zweieinhalb Liter am Tag sein. Das ist tatsächlich super variabel. Und ich habe tatsächlich auch ein bisschen recherchiert und diese Aussage, dass man prinzipiell immer zwei Liter Wasser am Tag trinken sollte, die stimmt so tatsächlich gar nicht.
Es gibt keine Evidenz, die sagt, dass man täglich zwei Liter Wasser trinken soll und dass es einem dann irgendwie besser geht. Also Leo, nice, wie das bei dir funktioniert.
Ja, also ich bin da fester Überzeugung. Wenn ich mehr trinke, geht es mehr besser.
Aber man muss nicht, um jetzt irgendwie hier Top-Gesundheit zu erreichen, diese zwei Liter in sich reinschöpfen. Wenn man keinen Durst hat, hat man keinen Durst tatsächlich. Also es gibt keine Evidenz in diese Richtung oder irgendwas. Zumindest habe ich da nichts finden können diesbezüglich. Diese zweieinhalb Liter Wasser, die muss ich jetzt nicht in Form von reiner Flüssigkeit aufnehmen.
Da zählt natürlich auch das Wasser, das ich über Nahrung aufnehme und so weiter mit dazu. Also 1,4 Liter über Getränke, 900 Milliliter nehme ich auf über Nahrung tatsächlich. Und ihr wisst sicherlich, dass bei der Zellatmung auch Oxidationswasser entsteht. Das sind so ungefähr 300 Milliliter am Tag.
Das ist einfach ein Glas Wasser so. Das ist verrückt, oder? Ich find's krass.
Vielleicht ist die einfach bei mir so krass und ich muss deswegen nicht trinken. Ja, klar, natürlich, klar. Und dieses Oxidationswasser, das recycle ich einfach.
Und dann gibt es natürlich auch Ausfuhr, auch ca. 2,5 Liter pro Tag, weil sonst, würden wir auf Dauer irgendwie viel zu viel Wasser haben, wenn es weniger wäre. Ausfuhr ist auch sehr variabel. Also es geht ein bisschen was, geht über den Stuhl raus. Schweiß ist natürlich ein Ding, das ist sehr belastungsabhängig, wie viel darüber rausgeht.
Dann gibt es über Atmung und Haut die sogenannte Perspiratio insensibilis, die ist nicht beeinflussbar und wird bei Verbrennungen deutlich mehr, weil dann die Keratinozytenschicht gestört ist. Und bei der Atmung und Haut, beziehungsweise dieser Perspiratio insensibilis, kommt es drauf an, wie schwer man ist, ganz grob gesagt, wie viel darüber abgegeben wird.
Sind ungefähr 10 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Und der größte Posten ist natürlich der Urin, wo circa 1,5 Liter von den 2,5 ausgeschieden werden.
Ja, das war bei den Verbrennungen. Ich erinnere mich, als wir da, wir hatten die Verbrennungslehre in Ludwigshafen, weil ein relativ großes Zentrum ist so. Und also die haben ja eine, ich weiß nicht mehr genau die Zahl, aber eine immense Literzahl pro Stunde da in diese Patienten reingepumpt an Flüssigkeit.
Also die Leute, die schwer verbrannt waren. Also ich habe mir echt gedacht, die schließen ja quasi eine Wasserhahn an. Das ist ja ein Wahnsinn.
Die haben tatsächlich auch erzählt, dass sie Wannen unter die Patienten platziert haben, weil diese Hautbarriere so gestört ist, dass dieses Wasser tatsächlich auch direkt wieder von hochgegangen ist.
Also wirklich verrückt. Das bedeutet also unterm Strich, wenn man jetzt Studien, die Clara da gelesen hat, mal außen vor nimmt, sind es etwa zweieinhalb Liter pro Tag, die wir umsetzen, mit einer Bilanz von null. Also normalerweise soll es bestenfalls genauso viel reinlaufen, wie rausläuft. Wenn man sich stark körperlich belastet, können das auch mal über sechs Liter pro Tag werden, was ich krass finde.
Aber das kann tatsächlich funktionieren. Und wenn man jetzt von dem Ganzen abweicht, weil man entweder zu wenig oder zu viel trinkt, oder? Oder auch zu wenig oder zu viel ausstitzt, oder so, ja, dann nennt man das Ganze halt, ich glaube, das ist griechisch, ne? Hyper bzw. Hypo-Hydration ist relativ straightforward.
Leo hat sich richtig beschäftigt mit Latein und Griechisch. Ja. Wow. Krass, oder? Hast du bist du zur VHS gegangen, ja?
Backstudio, muss ich sagen. Auf gar keinen Fall, wirklich. Okay, stark. So, das heißt, jetzt nochmal kurz, jetzt mal kurz zusammengefasst, gerade, wenn man so wieder in Richtung Richtung Intensivstation geht, wird es halt relevant. Wie kommt denn so eine Hyper- oder Hypodihydration zustande?
Bestenfalls kommt die gar nicht zustande. Ich kann halt hier in bestimmten Grenzen tatsächlich immer noch eingreifen. Naheliegend, wenn ich dehydriert bzw. hypohydriert bin, trinke ich so viel, wie ich halt reinbekomme. Wenn ich Hyperhydration habe, dann versuche ich das Ganze natürlich über den Urin auszuscheiden.
Und dadurch habe ich hier schon mal zwei Stellschrauben, wo ich das Ganze bestenfalls dann nicht bis zur Intensivstation bringe.
Genau. Und wenn die Wasserhomäostase eben nicht im Gleichgewicht ist, dann kannst du zu sowas wie Ödem oder Exikose kommen und so weiter. Aber bevor wir jetzt genauer auf Hyper- und Hypohydratation und die verschiedenen Formen davon eingehen, müssen wir, glaube ich, erstmal ein paar grundsätzliche Sachen über Flüssigkeitsaustausch verstehen.
Genau, ich denke für euch ist es nichts Neues, wenn ich euch jetzt sage, dass Flüssigkeitsaustausch einerseits über Diffusion laufen kann, sprich entlang von Konzentrationsquadrienten, immer von Ort hoher Konzentration zu Ort niedriger Konzentration. Oder eben Flüssigkeitsaustausch über Filtration. Im Körper besonders relevant ist eine Spezialform der Diffusion.
Das ist die Osmose. Die haben wir ja hier auch nicht das erste Mal behandelt.
Am Ende ist Osmose einfach eine Diffusion über eine semipermeable Membran.
Und ihr wisst ja, dass biologische Membranen sind ja so Lipid-Bilayer und die sind grundsätzlich wasserundurchlässig, besitzen aber oft Aquapurine, was einmal so Wasserkanäle sind, die dann den freien Wasserdurchtritt ermöglichen. Und der Einbau von diesen Aquapurinen kann auch oft reguliert werden, zum Beispiel auch im Sammelrohr der Niere.
Und da kommen wir später auch nochmal kurz dazu.
Na, und wenn nochmal so eine grundlegende Erklärung zu den Prinzipien von Osmosendiffusion gern hätte, gerne nochmal reinschauen, Physiologie Basics 1 in der Elektrophysiologie-Staffel. Gibt es da nochmal eine genaue Aufschlüsselung mit Merkhilfen und Merkbildern. Können wir euch auch gerne in die Caption schreiben.
Könnt ihr direkt unten reinklicken.
Hier reicht es auf jeden Fall zu verstehen, dass die Wasserbewegung bei Osmose abhängt von einer Größe, die wir osmotischen Druck nennen.
Genau, die Größe versuche ich euch jetzt mal zu erklären. Im Prinzip schauen wir uns osmotisch aktive Teilchen an. Jedes Teilchen, das osmotisch aktiv ist, ist in der Lage, eine Hydrathülle um sich herum zu bilden. Eine Hydrathülle is im Prinzip, ich name jetzt mal as beispiel, a positiv geladenes Natrium.
This is, wie gesagt, positive. And when we're atom anguck, then we have that O-Atom negatively. That's the plus minus zieht sich an negative polarizated O Atome positive Natrium her and build here so a kugelf. And these osmotic active teil practically this was the hill building to the other.
And you want quite a most optimal hydrating build. The wicked before we have an osmotic drug coming is the osmolarity. The osmolarity is a relative basic concept. But what is wrong to forget is that it is quasi um the anza of osmotisch-active Teilchen pro Volumen. Also es geht quasi darum, wie viele Teilchen, zum Beispiel wie viele Natriumionen, habe ich in einem Liter meiner Lösung, zum Beispiel meines Brutes.
Und das ist die Osmolarität. Das Wichtige, was man hier vielleicht manchmal in der Physikfrage oder so noch mit reingedrückt kriegen könnte, das hängt nicht genau nur davon ab, welche Konzentration quasi diese Teilchen haben, sondern auch davon, ob die alle voneinander sich lösen, also ob sie dissoziieren.
Weil nur einzelne Teilchen, die quasi einzeln osmotraktiv vorliegen, tragen tatsächlich dazu bei. Und da gibt es einen sogenannten Pfand-Hoff-Faktor, der einem das für einen bestimmten Ausgangsstoff angibt. Osmolarität, also nicht Osmolarität, sondern Osmolarität.
Dis sich diesen Unterschied mal gerafft hatte, ne? Das war furchtbar.
Das ist auch sehr ähnlich, aber bezieht sich eben nicht auf ein Volumen, sondern auf eine Masse der Lösung, sind also die gelösten Teilchen pro Masse.
Eigentlich nicht so schwer, ne? Aber für mich war das ein Dauerbrenner der Vorklinik. Osmolarität versus Osmolarität.
Genauso gibt es ja auch Molarität, Molalität.
Da hätte man sich wirklich, die hatten, die hatten, die haben so viele Buchstaben im Alphabet, ne? So viele. Die zwei sind echt unpraktisch. Ja. wirklich, also Freunde, da müsst ihr nochmal drüber.
Okay, jetzt haben wir Osmolarität verstanden, aber eigentlich wollten wir ja über osmotischen Druck reden. Der wird auch oft mit Pi abgekürzt. Und osmotischer Druck ist eher eine theoretische Größe. Und Clara, wenn wir uns jetzt aber mal theoretisch vorstellen, was osmotischer Druck eigentlich bedeutet, wie funktioniert das?
Also wir bleiben eine theoretische Vorstellung. Wir haben zwei Räume, die sind mit einer semipermeablen Membran getrennt. Und diese Membran, die lässt zwar keine osmotisch aktiven Teilchen durch, Wasser, aber schon. Auf der einen Seite befindet sich jetzt nur Wasser, auf der anderen Wasser mit osmotisch aktiven Teilchen.
Was das ist, haben wir ja gerade auch schon besprochen. Jetzt ist hier natürlich das Bestreben, die Konzentrationen in diesen beiden Räumen ausgeglichen zu bekommen. Die osmotischen Teilchen können aber dieser Membran nicht passieren. Das bedeutet, dass sie das Wasser auf ihre Seite ziehen. Und der osmotische Druck, also diese theoretische Größe, ist jetzt der Druck, den ich aufbringen müsste, um diese Wasserwanderung zu verhindern.
Also sprich, diesen Nettofluss von Wasser auf die Seite mit den osmotischen aktiven Teilchen zu verhindern.
Genau, also wie gesagt, eher eher so ein bisschen theoretisch. Aber wichtig ist eben, es hängt von der Konzentration ab erstmal. Und der osmotische Druck ist, wie gesagt, eher das theoretische Modell, was wirklich zählt, ist die Tonizität. Es wird nämlich dann spannend, wenn wir quasi zwei Flüssigkeiten unterschiedlicher Osmolarität bzw.
mit unterschiedlichem osmotischen Druck durch eine semipermeable Membran voneinander trennen.
Und das ist zum Beispiel so, wenn man jetzt so im Sommer so an die Kirschbäume schaut und die Kirschen sind schon so richtig so, wo man sich denkt so, oh, jetzt so eine geil, aber dann regnet es und man hat sie noch nicht reingeholt, dann bleiben halt auch Wassertropfen auf dieser Kirschmembran hängen, die am Ende auch einfach nur eine semipermeale Membran ist und da in der Kirche, weil die halt gerade so richtig geil reif sind, viel mehr Zucker drin ist, der halt eben sehr, sehr stark osmotisch aktiv ist, zieht es das Wasser rein und die Kirche platzt.
Gott, dieses Geräusch.
Und dafür verantwortlich ist eben die osmotische Druckdifferenz, quasi die Differenz zwischen dem osmotischen Druck von der Masse auf den Kirschen außen drauf und von dem Zuckerwasser in den Kirschen drin, was wobei das Außen natürlich eine niedrigere Osmolarität hat. Tonizität ist also quasi die effektive osmotische Aktivität im Verhältnis zu einer anderen Lösung.
Zum Beispiel auch im Verhältnis zwischen Blut im Blutgefäß und der Flüssigkeit im Intestizium oder auch zwischen Blut und Zellen. Hier fließt neben dieser osmotischen Druckdifferenz, weil jetzt gerade klingt das alles ja noch sehr ähnlich wie der osmotische Druck. Aber hier geht es nicht nur darum, dass es eine Differenz zwischen dem osmotischen Druck gibt, sondern zusätzlich ist bei der Tonizität noch die Permeabilität der Membran gegenüber den spezifischen gelösten Teilchen wichtig.
Richtig, in unserem Gedankenexperiment mit den zwei Räumen vorher war nämlich diese Membran perfekt semi-permeabel. Das heißt, Wasser kann ohne Hindernis zu 100% frei durchlaufen und die gelösten Teilchen werden zu 100% zurückgehalten. Es dürfte jetzt keine große Überraschung sein, dass es bei uns leider nicht so funktioniert und deshalb gibt es den sogenannten Reflexionskoeffizienten.
Und der gibt uns letztendlich an, wie gut bzw. wie schlecht diese osmotisch aktiven Teilchen durch die Membran gelangen, denn sie gelangen immer ein wenig hindurch. Null würde bedeuten, dass unsere Membran vollständig durchlässig ist und unsere osmotisch aktiven Teilchen ohne jegliches Hindernis passieren können.
Eins würde bedeuten, es wäre völlig undurchlässig. Eine perfekt semi-permeable Membran hätte also Koeffizienten von 1.
Genau, und die Tonizität ist dann quasi einfach die osmotische Druckdifferenz multipliziert mit diesem Reflexionskoeffizienten Sigma. Und daher ergibt das jetzt auch wieder Sinn, dass 1 undurchlässig bedeutet, weil natürlich, je größer der Reflexionskoeffizient ist, desto größer ist dann auch die Tonizität, die aufgrund dieser osmotisch-aktiven Teilchen aufgebaut wird.
Weil wenn die Membran durchlässig wäre, dann würden die ja auch einfach durchwandern und dann gäbe es diese osmotische bzw. diese Tonizität überhaupt nicht.
Diesen ganzen Themenkomplex machen sich manche Getränkehersteller zunutze, um da schön dick Werbung zu machen. Und zwar bei den sogenannten ISO-Getränken. Das haben bestimmt viele schon mal gesehen und die meisten schon mal probiert. Du hast ja jetzt auch ins Fitnessgame eingespielt. Aber Bio schaffelt sich hier jeden Morgen kreativer.
Ohne Spaß. Gutes. Keine Werbung hier, Leute.
Keine Werbung.
Das ist ja einfach eine Substanz. Ich finde es okay. Ich finde es okay. Krusi gehen raus, Moritz Flotto, du hast mir geschenkt zum Geburtstag. Jetzt bin ich abhängig.
Oh, es habe ich nicht erwähnt, das müsst ihr mir.
Er hat sich auch schon ein Shirt gekauft, wenn ihr auch wollt. Er hat sich das Lungen-Shirt gekauft und ist sehr zufrieden. Guckt mal auf unsere Website. Kurzer kleiner Eigenwerbeblog, der fuckingpodcast.de. Supergeile Shirt.
Jetzt machen wir mit der Nachhaltigkeit natürlich. Genauso wie isotonische Getränke.
Genauso wie sind wieder zurückgekommen. Wow, genau. Und zwar geht es da um Isotonizität, also einen gleichen osmotischen Druck auf beiden Seiten einer semipermärben Membran. Und da geht es halt einmal jetzt um den Körper und halt eben um die Limo. Und da wird halt damit geworben, das macht ja auch so eine Biermarke, dass deren alkoholfreies Radler isotonisch ist.
Supergeil. Ja, also wenn ihr euch was, ist das gut? Ich weiß es nicht. Wenn ihr euch was Gutes tun wollt, dann trinkt halt ein Iso-Getränk. Ich weiß nicht, ob das gut ist oder nicht. Kommen wir gleich noch drauf.
Oh, ganz kurz wollte ich noch einmal einschmeißen. Es gibt natürlich einen Unterschied zwischen Isoosmolar und Isoton, weil Isoosmolar eben einfach bedeutet, wir haben die gleiche Konzentration von osmotisch aktiven Teilchen auf beiden Seiten von der Membran. Isoton hängt nochmal von was ab, Leo? Vom Reflexionskoeffizienten.
Ja, genau. Weil, wie gerade schon gesagt, Tonizität entspricht der osmotischen Druckdifferenz multipliziert mit dem Reflexionskoeffizienten.
Weil unsere Membran halt eben nicht perfekt ist.
Übrigens, ich weiß gar nicht, ob das schon so klar geworden ist, dieser Reflexionskoeffizient ist natürlich für unterschiedliche Teilchen unterschiedlich. Und je mehr verschiedene osmotisch-aktive Teilchen ich jetzt in meiner Gesamtkonstellation habe, desto komplizierter wird es. Zum Glück muss man sowas, glaube ich, so gut wie nie rechnen.
Nee. Also so eine Aufgabe ist mir noch nie. Also diesmal bleibt tatsächlich ausnahmsweise die MC-Glocke stumm. Aber auch ausnahmsweise.
Alright, jetzt aber zurück zu der Frage, was passiert, wenn wir isotone Getränke trinken. Die beeinflussen nämlich unsere Flüssigkeitsverteilung in den Körperräumen auf verschiedene Weisen, beziehungsweise tun das eben nicht. Isoton heißt, dass ich eine Lösung habe, die den gleichen osmotischen Druck hat wie das Zellinnere.
Bedeutet, ich habe keinen Wasserfluss in die Zelle rein oder raus, das Zellvolumen, also netto, ne? Wasser bewegt sich natürlich entlang dieser Membranen immer hin und her, aber netto verschiebt sich hier nichts. Das heißt, mein Zellvolumen, also mein Intrazellularraum, ändert sich vom Volumen her nicht.
Beispiele dafür sind zum Beispiel physiologische Kochsalzlösungen, die ihr, wenn ihr vielleicht schon mal in der Notaufnahme lag, angestöpselt bekommen habt. Oder eben isotone Getränke. Das Extrazellularvolumen, das steigt natürlich dadurch, dass ich eben Volumen aufgenommen habe. Irgendwo muss das Ganze ja hin.
Und isotone Sportgetränke sind jetzt eben so konzipiert, dass ihre Konzentration ungefähr der des Blutes entspricht. Und dadurch können angeblich so Flüssigkeit, Elektrolyte und Kohlenhydrate schneller ins Blut gelangen, als wenn man einfach nur Wasser trinkt. Besonders für Ausdauersportler und bei intensiver Belastung sind die tatsächlich dann hilfreich, um eben verlorene Mineralien, Wasser und Energie relativ schnell wieder aufzufüllen.
Aber ehrlich gesagt, bei kürzeren und weniger intensiven Aktivitäten reicht oft Wasser und dann spart man sich auch die extra Kalorien.
Also haben wir wieder Situs inversus der Ernährungspodcast.
Super. Unabhängig davon. Genau, das ist jetzt auch für Leos Sportlerkarriere. Du kannst hier noch richtig viel mitnehmen. Krank, krank, wow, krank. Und in der nächsten Folge auch, Leo.
Wirklich wächst der Bizeps nur vom Zuhören. Wow, krank.
Leo, dann hätte ich gleich den nächsten Tipp für dich, denn von ISO-Getränken kann man jetzt halten, was man möchte. Was du aber auf gar keinen Fall machen solltest, tatsächlich auch niemand machen sollte, egal wie sportlich, auf viel man jetzt ist, ist destilliertes Wasser.
Ach, jetzt habe ich mir gerade 50 da bestellt. Scheiße.
War es bei euch auch so, in der Schulzeit gab es ja immer so destilliertes Wasser irgendwie in diesen Chemieräumen. Und unsere Chemielehrer haben uns so Angst vor destilliertem Wasser gemacht. Echt jetzt? Ja, wirklich. Ja, ich dachte, ich klatz. Ich dachte auch so, wenn du das irgendwo hinbekommst, oh mein Gott.
Da ist dein Leben eigentlich vorbei. Bayern das Bildungssystem der Folter, ne?
Naja. Naja. Grüße gehen raus.
Also warum ist jetzt destilliertes Wasser so schlecht? Ich denke, es ist keine große Überraschung für euch, wenn ich hypotone Flüssigkeit nehme. Das muss jetzt noch nicht mal destilliert sein, aber einfach von der Tonizität her niedriger als das, was ich in meinem Körper habe. Dann ist bei Hypotonflüssigkeiten eben der osmotische Druck niedriger als im Zellinneren.
Das bedeutet, durch meine semipermeable Membran, das ist so ein Dauerbrenner bei mir heute, ne? Egal. Das Wasser strömt in die Zelle rein. Denn meine osmotisch-aktiven Teilchen können das ja nur schlecht verlassen. Die Zelle beginnt zu schwellen und im extrem Fall platzt sie oder aufschlau, sie lysiert.
Das ist eben letztendlich der Grund, warum Destilli das Wasser einen im schlimmsten Fall umbringt.
Und was passiert mit den Räumen, wenn ich jetzt hypotones Wasser trinke?
Also zunächst einmal würde ja der Extrazellularraum wieder steigen, da ich hier eben Volumen aufnehme. Letztendlich würde sich aber dann dieses Wasser in den Intrazellularraum reinbewegen, sodass letztendlich beide Räume an Volumen gewinnen.
Und genau, anders wiederum ist es ja dann, wenn ich was Hypertones zu mir nehme. Ich habe zum Beispiel auch eine kleine Anekdote, ich war mal Sushi essen mit ein paar Leuten. Lecker, lecker. Genau, und also irgendwie, ich kann nicht mehr, ich kann die gesamte Situation nicht mehr ganz rekonstruieren, aber es ist damit geendet, dass ein Kumpel von mir wirklich 200 Milliliter Sojasauce getrunken hat.
Was? Das ist natürlich ungünstig, weil das enthält sehr viel Salz. Er hatte dann auch dementsprechend sehr viel Durst. Und was passiert, wenn man so eine hypertonone Flüssigkeit trinkt, ist natürlich effektiv strömt Wasser netto aus der Zelle raus oder aus den Zellen. Der Intrazellularraum sinkt dadurch im Volumen und der Extrazellularum steigt aber natürlich trotzdem, weil netto nehmen wir ja irgendwie Flüssigkeit zu uns.
Ja, lass Hirn vom Himmel regnen oder Rocksteine, Hauptsache du triffst.
Und das Wasser aus dem Intrazellularum, das trägt ja auch nochmal dafür bei, dass der Extrazellularum an Volumen zunimmt, oder?
Okay, so, jetzt, um das Beispiel aufzugreifen von Tims Freund, der.
Wir nennen keine Namen.
Der interessanter und sehr nachvollziehbarerweise 200 Milliliter Sojasauce geäxt hat. Ganz normaler Samstag, der hat ja dadurch jetzt irgendwie schon so ein bisschen seine Flüssigkeitsauf- beziehungsweise Abgabe irgendwie so ein bisschen, naja, immer, gestört oder interessant verschoben. Und deswegen ist jetzt noch die Frage, auf welche verschiedene Arten man dann jetzt diese Verschiebung beschreiben kann.
Und wir machen das jetzt einmal so ein bisschen systematisch und dann geben wir noch ein paar Beispiele. Da gibt es aber noch unendlich viel mehr.
Richtig. Im Prinzip, was es gibt, ist eine Dehydratation und eine Hyperhydratation. Und die kann ich jeweils unterteilen in eine Isotone, eine Hypertone oder eine Hyperton. Bei einer Hyperhydratation steigt insgesamt, wenn ich mir mein Körper als Ganzes angucke, die Gesamtwassermenge. Bei Hypohydratation sinkt sie natürlich.
Und Tonizität bestimmt jetzt wiederum, wie sich mein intrazelluläres Volumen dann ändert.
Und hier würde ich jetzt gerne kurz der DMC-Glocke klickeln, weil diese verschiedenen Arten von wie und wo man D- oder Hyperhydriert, die sind doch schon noch sehr relevant für die ein oder andere Kreuzfrage. Gerade in der Kombination mit den hier genannten Beispielen.
So, eines dieser Beispiele ist nicht besonders angenehm, Erbrechen. Bei Erbrechen handelt es sich um eine isotone Dehydratation. Ich verliere Flüssigkeit, die genauso konzentriert ist wie die, die sich bei mir im Körper befindet. Sie kommt ja schließlich direkt von dort. Und deswegen ist das Ganze isoton.
Das nächste Beispiel wäre Schweißverlust. Und da handelt es sich tatsächlich um eine hypertonendehydratation. Hat gerade eben bei uns eine kleine Diskussion ausgelöst, weil Schweiß ist ja eigentlich salzig. Netto verliere ich trotzdem mehr Wasser im Verhältnis als Elektrolyte, was dafür sorgt, dass die Salz oder dass die Konzentration an osmotischen Teilchen in meinem Blut dann tatsächlich höher ist, weil ich eben netto mehr Wasser verliere.
Also Schweißverlust, Hyperton, Dehydratation.
Ja und dann gehen wir jetzt mal ein bisschen wieder in die Klinik, in die innere Medizin. Und da gibt es eine Erkrankung, die nennt sich Morbus Addison. Und Morbus Addison ist eine Nebennierenrinteninsuffizienz. In der Nebennierenrinde werden ja Hormone produziert, unter anderem das Aldosteron. Und das kann eben bei Morbus Addison nicht mehr richtig produziert werden.
Um jetzt zu verstehen, was bei der ganzen Sache passiert, schauen wir uns nochmal kurz an, auch im Rückblick auf die letzten Folgen. Was macht Aldosteron?
MC-Alarm.
Ja, auf jeden Fall. Danke, Leo. Aldosteron wird zum Beispiel bei Volumenmangel freigesetzt, erinnert euch an das Renin-Angiotensin-Addosteronsystem. Wird aber auch bei Hyponatrimie oder Hypokalliämie freigesetzt. Und auf jeden Fall bindet Aldosteron unter anderem in den Epithelzellen des distalen Konvolutes and des Sammelrohrs in der Nere.
And it mindet da intrazellular tatsächlich an einen Rezeptor. And when Aldosteron an diesen Mineralkortikoid Receptor gebunden is, then wirkt das Ganze, geht es in die Zelle, in den Zellkern rein. And im Zellkern wirkt es als Transkriptionsfaktor and erhöht die Transkription von einem Enzym, nämlich der Serum Glucocorticoid Inducible Kinase 1.
And dieses Enzym tatsächlich, ich weiß gar nicht, ob das schon mal gefragt wurde, aber ich glaube schon. Ich habe das nicht aus Spaß da reingemacht. Aber vielleicht hat es auch. Was? Vielleicht stimmt es auch nicht. Oh mein Gott. Das wäre ja wirklich grob. Ist aber wirklich so gut. Aber ehrlich gesagt, ehrlich gesagt, es ist, also es ist Quatsch, dass man das lernen muss, aber man kann es schon von den Namen herleiten.
Also wir binden Aldosteron an den Mineralkortikoid-Rezeptor, weil Aldosteron ist ein Mineralkortikoid ist. Und es wirkt dann eben als Transkriptionsfaktor und es aktiviert eine Glucokortikoid-Inducible kinase, also wieder durch Glukokortikoid induzierte Kinase. Und diese Kinase verändert jetzt wiederum verschiedene Sachen.
Aber was, Tim?
Und zwar drei Sachen sind besonders wichtig. Einmal wird der Abbau von epithelialen Natriumkanälen, also Enack-Kanälen, gehemmt. Also doppelte Verneinung bedeutet, es bleibt mehr E-Nack da. Was bedeutet, dass mehr Natrium aus dem Hahn quasi rückresorbiert wird ins Blut. Und infolgedessen, ihr wisst, Natrium zieht dann auch immer Wasser mit.
Wird auch Wasser rückresorbiert. Dann sorgt Aldosteron über diese Signalwege auch dafür, dass mehr Natrium-Kalium-Atipiasen in die basolateralen Membran eingebaut werden. Also basolaterale Membran ist die Membran von der Tubuluszelle, die zum Blut hin zeigt. Und dort sorgt die Natrium-Kalium-Atipiase, dass mehr Natrium dann auch ins Blut direkt transportiert wird.
Und dafür kommt Kalium in die Tubuluszelle rein und geht dann auch mehr in den Urin.
Passt ja sehr gut, dass das Natrium, was wir gerade aus dem Hahn geholt haben, mit dem Enack direkt dann schön ab ins Blut. Genau, genau.
Also es passt immer alles ein bisschen zusammen. Wahnsinn, wow. In den Schaltzellen, in den Typ A-Schaltzellen, wird dann zusätzlich noch eine Protonen-ATP-Ase in die luminale Membran eingebaut.
Aber Tim, warum?
Ja, also insgesamt haben wir dadurch natürlich eine Natrium- und Wasserrezorption und eine Kalium- und Protonenausscheidung durch Aldosteron, weil wir erinnern uns kurz, Aldosteron wird ja vor allem dann eben freigesetzt, wenn das Blutvolumen zu niedrig ist oder der Blutdruck zu niedrig ist. Und jetzt haben wir dann dadurch wieder mehr Wasser und dementsprechend einen höheren Blutdruck.
Aber eigentlich wollten wir ja über Morbus Addison reden.
Das hatte ich tatsächlich wieder vergessen.
Spannungsbogen. Bei Morbus Addison funktioniert ja Aldosteron nicht. Das heißt, wir haben genau das Gegenteil. Nämlich vor allem Natrium- und Wasserverlust. Das heißt, wir haben auf jeden Fall schon mal eine Dehydratation. Und weil wir natürlich zusätzlich viel Elektrolyt verlieren mit dem Natrium, haben wir auch noch eine hypotone Dehydratation, weil eben am Ende diese Teilchen weg sind.
Oh mein Gott, das macht auf einmal alles Sinn.
Fast als wärst du gewollt. Wow. Nee, also ich finde Morbus Edison ist so ein richtig cooles Beispiel, um zu gucken, ob man den Weg des Wassers durch die Niere komplett verstanden hat, weil es irgendwie nochmal so in alles reingreift and alles nochmal zu einem logischen Konstrukt verbindet. Für die neuen Beispiele von Dehydratation braucht ihr aber ein bisschen weniger Hintergrundwissen.
Einmal can we natürlich unsere Bilanz durcheinander bringen, indem wir übermäßig infundieren with Nazil zum Beispiel anders eine isotone Hyperhydratation aus.
Oder zu viel ISO-Getränke.
Ach, ich bin immer noch dran. Sorry. Nächstes Beispiel ist auch noch von mir.
Alles möchte ich nicht.
Ich teile euch jetzt zwei weitere Beispiele noch um die Ohren. Das andere ist komplette Gegenteil davon, wenn ich akutes Nierenversagen habe und zwar so schlimm, dass ich eine Anuri habe, also keinen oder nur noch sehr, sehr wenig Urin produzieren kann. Nicht gut. Needless to say. Dann habe ich eine hypotone Hyperhydratation, weil ich natürlich viel zu viel Wasser in meinem Körper behalte und keine Möglichkeit finde, das auszuscheiden.
Im schlimmsten Fall dann bei trotzdem gleich gebliebener Wasserzufuhr. Und das letzte Beispiel ist, wenn ich eine hypertonelösung infundiere, zum Beispiel Manit. Kurze Frage, wann mache ich sowas eigentlich? Was ist das?
Ja, zum Beispiel, wenn du Ödeme loswerst.
Ist da nicht also Haze und Hyperhaze die gleiche Kategorie? Wie bitte? Diese Haze und Hyperhaze? Ich habe noch nie gehört.
Ich nicht?
Was ist das? Das war vor so ein paar Jahren so der absolute Shit in der Notfallmedizin, weil die Idee ist, dass Menschen, die stark geblutet haben durch einen Unfall, dass man, wenn man Lösungen gibt mit sehr langen, ich glaube, das ist sogar mal nit, mit sehr langen, müssen wir nochmal recherchieren, mit sehr langen Kohlenhydraten, die halt eben sehr osmotisch aktiv sind, dass man aus den Zellzwischenräumen das Wasser hat und somit auch das Volumen ins Gefäß reizen.
Also eine Autoinfusion quasi.
Genau, richtig. Aber man hat halt gemerkt, dass der Erfinder davon Bullshit geredet hat, weil der hat sich mit dem Mechanismus nur ausgedacht und die funktioniert tatsächlich einfach nicht.
Aber nochmal kurz zur Manitlösung. Also man kann es zum Beispiel einsetzen, wenn man Hirnödeme hat und eben dieses überschüssige Wasser wieder in die Blutgefäße ziehen möchte. Oder tatsächlich zum Beispiel auch, wenn man bei Vergiftung dafür sorgen will, dass insgesamt mehr Ausscheidung passiert, weil dadurch, dass das dann Hyperton ist, auch natürlich der Primärhahn, der entsteht am Ende, wird insgesamt auch einfach mehr rausgepullert.
Und nochmal ganz kurz einfach zum Verständnis, dieses Iso, Hyper oder Hypoton bezieht sich das darauf, wie das Blut am Ende aussieht, nachdem ich das infundiert habe oder verloren habe über irgendwas.
Kurzer Einschub bevor es weitergeht. Hi, ich bin Simon, mein zartes Stimmchen kennt ihr noch nicht. Wir haben in den letzten Monaten an was Neuem gebaut, der SitusIn versus Web App. Damit du in unseren über 75 Folgen genau findest, was du gerade zum Lernen brauchst, haben wir dort eine Episodendatenbank angelegt, wo du zusätzlich zu jeder Folge die passende Mördhäfe findest.
Es lohnt sich also definitiv mal vorbeizuschauen auf derVorklinikpodcast.de.
Dort gibt es auch die neuen SitusIn versus Merch Shirts, dein Lieblingsorgan auf Biobarmwolle gedruckt. dervorklinikpodcast.de So, am Ende des Tages sind es jetzt sehr viele verschiedene Entgleisungen. Was man zusammenfassen kann, ist, dass das durch Organdysfunktionen ausgelöst werden kann und dass das Ganze relativ schnell relativ ernst werden kann, wenn wir nicht unsere Nieren hätten, die das Ganze regulieren.
Deswegen sind dann auch Nierenversagen so unangenehm and so unschön. Grüße an die Nephrologen. Jetzt ist die Frage noch, wenn jetzt die Nieren das Ganze größtenteils regulieren, woher kriegen die denn die Infos? Was sie wann, wo, wie regulieren müssen.
Genau, ich brauche irgendwelche Messinstanzen in meinem Körper, die mir den aktuellen Ist-Zustand von meinem Wasserhaushalt widerspiegeln und Wahrnehmungen funktionieren wie überall irgendwie, glaube ich, über Rezeptoren. Und da habe ich einmal Pressorezeptoren, ich habe Volumenrezeptoren und ich habe Osmorezeptoren.
Und Leo, wie du gerade eben gesagt hast, eingreifen in den Wasserhaushalt kann ich am besten über die Nieren, indem ich eben hier die Ausscheidung beeinflusse und die Bilanz eher ins Negative bringe. Oder eben indem ich trinke und hier für Wasserzuvorsorge.
Und wir gehen jetzt nochmal kurz genauer drauf ein, was da passiert. Also Osmorezeptoren befinden sich vor allem in meiner Lieblingshören-Region im Hypothalamus und im Fortadersystem. Und die messen die Osmolarität der Flüssigkeit im Extrazellularraum. Und bei Wassermangel ist das Plasma natürlich einfach grundsätzlich hyperosmolarer.
Und dadurch über Prozesse im Hypothalamus konstant so einem gesteigerten Durstgefühl, in dem Fall in einem sogenannten osmotischen Durst. Und auch zur Sekretion von ADH bzw. also ADH-antidiuretisches Hormon, heißt auch Vasopressin. Und das hat verschiedene Effekte. Das findet einmal an den V2-Rezeptor in den Sammelrohren der Niere und dort über einen pKA-Weg stimuliert es letztendlich die Phosphorylierung von Aquapurin 2 und damit dessen Einbau in die Plasmamembran.
Und damit sind wir wieder am Anfang der Folge. Wenn ich Aquapurin einbaue, ist Wasserdurchfluss möglich durch die Membran. Und in dem Fall wird dann eben mehr Wasser zurückgehalten. Es bleibt mehr Wasser im Blut und damit steigt der Blutdruck. Und gleichzeitig bindet ADH auch an V1-Rezeptoren und sorgt damit direkt dafür, dass die Gefäßmuskulatur kontrahiert, wodurch auch der Blutdruck steigt.
Und ADH wird auch in seiner quasi Aktivität bzw. die Sekretion von ADH wird auch durch Angiotensin 2 stimuliert. Also wieder hier eine Querverbindung zum RAS-System. Und jetzt sind wir wieder ganz am Anfang der Folge. Ethanol inhibiert die ADH-Ausschüttung. Was bedeutet, es kommt bei einem Konsum von Ethanol zu mehr Wasserausscheidung über den Urin.
Und deshalb, Leos Haustipp.
Ja, Grüße gehen raus ans gemischte Hack, das sogenannte Zwiebar, das Zwischenwasser, wenn man einen heben geht, lohnt sich das. Weil ich tatsächlich meine ich mal gelesen zu haben, dass zumindest mal ein Teil der Kopfschmerzen, die beim berühmt-berüchtigten Kater zustande kommen, auch daher kommen, weil man dehydriert ist.
Weil wenn man halt eben tankt ohne Ende und dann halt eben auch dementsprechend auch Wasser verliert ohne Ende, ist man dehydriert und das macht halt Schwilles weh.
Und den anderen Teil der Kopfschmerzen haben wir tatsächlich mal in einer Leber-Folge besprochen, warum der zustande kommt zum Ethanol-Abbaum.
Ich höre, dass wir es lieber auch schon mal gesprochen haben.
Ja, das stimmt. Also grüße an erneut mal ans gemischte Hack, guter Podcast, kann ich empfehlen. Ich mag ihn, ich höre ihn.
Keine Werbung.
Zweitbester Podcast Deutschlands, ne? Okay.
So, back to business. Wir haben das ADH und das ADH hat auch einen Gegenspieler und das ist das atriale natriuretische Peptid, kurz ANP. Das wird in den Vorhofmyiozyten, also im Herz, produziert und wird vermehrt eben freigesetzt, wenn unser Blutdruck steigt. Das ANP sorgt dafür, dass einmal meine Gefäße dilatiert werden.
Es hemmt die Produktion von Aldosteron, Rhenin, ADH und ACTH. Und es hemmt die E-Nack-Kanäle im Sammelrohr. Letztendlich habe ich darüber weniger Natrium und weniger Wasserretentien und scheide mehr aus. Insgesamt trägt das dann dazu bei, dass mein Blutdruck sinkt. Und da hat uns unser Physioprof tatsächlich auch gesagt, dass das, also dieses ANP der Grund ist, warum ich, wenn ich ins Schwimmbecken gehe oder in die Badewanne, oft das Gefühl habe, auf Toilette zu müssen.
Denn durch den Wegfall von der Schwerkraft steigt der Druck auf mein Herz, sprich der Volumendruck auf mein Herz sofort an. Es wird mehr ANP ausgeschüttet und ich muss auf Toilette.
Ist es der Wegfall der Schwerkraft oder der zusätzliche Wasserdruck, Leon? Wahrscheinlich. Du als Kardiologe?
Was? Also weiß ich nicht, keine Ahnung.
Okay, aber jetzt hat mir auch über Osmorezeptoren geredet. Es gibt auch noch Presso- und Volumenrezeptoren. Und letztendlich ist es einfach so, die nehmen statt der Osmolarität des Bluts den Druck im Falle von Pressorezeptoren oder das Blutvolumen wahr. Und bei Dehydratation gibt es da eben auf beiden weniger Aktivität.
Und das führt dann am Ende zum Beispiel auch zu vermehrter ADH-Sekretion, mehr Trinken, in dem Fall über hypovolemischen Durst und auch zu einer gesteigerten Wasserretentier.
So, jetzt haben wir viel über Wasser geredet, aber um nochmal auf das Beispiel zurückzukommen von der Sojasauce, ist halt leider Gottes halt eben ein anderer Teil des Ganzen auch noch das Salz.
Ja, und wir haben jetzt die ganze Zeit eigentlich auch schon viel über Elektrolyte geredet. Deshalb ist das hier am Ende eher nochmal so ein Mini-Service-Teil, wo wir kurz zusammenfassen, die wichtigsten Facts zu den einzelnen Ionen, die so im Blut rumschwirren. Titus Inversus, ihr Service-Podcast. Genau, und wir fangen an mit dem Natrium.
Clara meint, dass es so ein bisschen ist.
Da ist der Main Character unter den Elektrolyten.
Also Natrium ist super wichtig für die Regulation des Wasserhaushalts zwischen Zellen und dem extrazellulären Raum. Und auch wichtig für alle diese Ionenkonzentrationen sind, wie gesagt, wichtig für Membranpotenziale und Aktionspotentiale. Natrium befindet sich eben hauptsächlich extrazellulär. Aufgenommen, vor allem über salzhaltige Nahrung, ausgeschieden hauptsächlich über die Nieren.
Und Pathologien von Natrium führen vor allem zu neurologischen Symptomen. Nächster Player ist das Kalium. Das ist der Main Character im Zellinneren. Und tatsächlich ist da auch spannend, wenn die Kaliumkonzentration in der Zelle steigt, dann sinkt das Ruhemembranpotenzial, wodurch Zellen stärker erregbar sind.
Deshalb können Hypo- und Hyperkaliemin zu lebensbedrohlichen Arrhythmien führen, also zu Herzrhythmusstörungen. Auch ein gutes kardiologisches.
Ja, Kalium benutzt man halt eben auch, um den Herzschnillstand zu induzieren bei einer herzchirurgischen OP.
Das ist auch spannend. Dann gibt es noch zwei, die gut zusammenpassen als Elektrolyte, sind Kalzium und Phosphat. Findet man beide sehr viel im Knochen. Kalzium ist vor allem auch unerlässlich für die Muskelkontraktion. Und Kalzium ist in vielen Signalübertragungswegen beteiligt. Und unter anderem auch an der Freisetzung von Neurotransmittern.
Eigentlich ist Calcium der Main Character.
Calcium macht auch super viel. Auch Teil der Grinnungskaskade als Faktor 4. Und sowohl Calcium als auch Phosphat werden auch vielfältig reguliert über Calcitriol, also die aktive Form von Vitamin D, über das Parathormon und Calcitonin, was beides in den Nebenschilddrüsen produziert wird. Und noch ein spannender Effekt: Calcium, wie gesagt, in Muskeln sehr relevant.
Deshalb führt auch Hypokalzämie häufig zu Muskelkämpfen und neurologischen Symptomen.
Ja, und dann schon mal hier ein kleiner Teaser. Wie das Ganze dann genau reguliert wird, kommt dann in der Endokrinostaffel.
Und wie viele Folgenteaser wir hier drin haben, das ist crazy.
Aber jetzt noch ein was, was in Physio irgendwie bei uns eine große Relevanz hatte in Prüfungen. Ich weiß nicht, ob das normal ist, aber Magnesium ist spannend, weil Magnesium ist eigentlich so das am wenigsten beachtete von den Elektrolyten. Aber es steuert sehr stark die neuromuskuläre Erregbarkeit und wirkt quasi so als natürlicher Calcium-Antagonist.
Weil Magnesium macht verschiedene Dinge. Unter anderem hemmt es die Acetycholin-Freisetzung an der motorischen Endplatte. Das sind aber auch zum Beispiel diese L-Typ-Calcium-Kanäle im sarkoplasmatischen Reticulum. Und dadurch senkt es quasi die intrazelluläre Calciumkonzentration. Und es beeinflusst zum Beispiel auch die Exozytose von Neurotransmittern.
So oder so, Magnesiummangel ist deshalb ein Problem, weil Magnesiummangel quasi diese Balance in den Muskelzellen verändert und die Aktivität letztendlich und die Calciumkonzentration. Und deshalb fügt auch Magnesiummangel zu einer gesteigerten Anfälligkeit für Muskelkrämpfe. Und kann auch oft mit einer Hypokalzimie einhergehen, weil wenn Magnesium quasi seine verschiedenen Wirkungen entfaltet, das Calcium auch eher intrazellulär akkumuliert und dann weniger im Blut vorhanden ist.
Deshalb auf jeden Fall hilft es auch oft, wenn man irgendwie zu kämpfen neigt oder so, kriegt man oft so eine Magnesium-Tabette eingeworfen. Bam, bam. Gutes Ding, wow. Genau, da schwört Leo auch drauf. Ja, also wirklich gutes Produkt, ja. Ich glaube, Leo, nächstes Mal, also nochmal kurzer Teaser, nächstes Mal gehen wir da nochmal genau drauf ein, was passiert, wenn du auf dem Ergometer sitzt.
Als heute sind wir mit Wasser- und Elektrolythaushalt erstmal soweit am Ende.
Lange Folge, aber viel gelernt. So, aber was genau haben wir gelernt? Wir haben gelernt, dass der Wasserhaushalt und der Elektrolythaushalt entscheidend is für die Homöostase des Körpers entscheidend, dass osmotische Entgleisungen zu schwerwiegenden Organsfunktionen führen können. Und dass die Niere the Hauptorgan, um halt eben dieses feine, aber relevante Gleichgewicht aus Wasser und Elektrolyten aufrecht zu erhalten.
And somit haben wir uns einmal durch die Niere bewegt. Die Niere ist, finde ich, ein unfassbar cooles Organ, gerade weil sie am Anfang so unfassbar komplex scheint, auch isst, aber wenn man es mal verstanden hat, ist es wirklich so ein krasser Aha-Moment. Und ich hoffe, den konnten wir euch jetzt beschaffen.
Ich glaube, wir haben noch nie so eine wilde Relation aus kurzen Take-Home-Messages und irrsinnig langer Folge. Ja, schau.
Ja, weil es war auch schwierig, nochmal alles in die Take-Home-Messages zu packen. Aber was wäre auch extrem cool nochmal rüberbringt, wie spannend die Niere eigentlich ist, ist Professor Simons, den wir sehr bald in der Gastfolge haben werden. Nächste Folge, also genau. Quasi die nächste 4-X-Klinik-Folge ist mit einem Nephrologen slash Nefrogenetiker.
Hat super Spaß gemacht mit dem, hört da unbedingt rein, es wird super spannend.
Genau, und damit ihr nichts verpasst, dann folgt uns doch auch gerne auf der Podcast-App eures Vertrauens. Da würden wir uns auch sehr gerne über ein paar Sternchen freuen, weil das hilft uns unfassbar, unser Produkt und Projekt weiterzuentwickeln. Genauso würde es sich lohnen, meiner Erfahrung nach auf dem Insta-Kanal at der Forkling Podcast auch mal ein Follow dazulassen, weil da gibt es alles, was man sonst noch zur Folge brauchen kann, wie auch ein paar Insights aus unserem Projekt.
Und im Allgemeinen würden wir uns freuen, wenn wir uns wiederhören in der nächsten Folge. Bleibt uns gewogen und viel Erfolg bei der nächsten Prüfung.
Und vielen, vielen Dank fürs Zuhören.
Macht's gut eben.
Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewähren. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einstiegiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.
Für Risiken und Nebwirkungen fragen Sie an Arzt und Apotheker.