Technik aufs Ohr - Der Podcast für Ingenieur*innen und Technikfans

Folge 252 Impulse - Peter Altmaier im Gespräch: Verliert Deutschland den Anschluss?

Montag, 13. Juli 2026 · 33 min

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Shownotes

Gast: Peter Altmaier
Wer eine technologische Welle zu spät erkennt, verliert seinen Vorsprung, oft unwiederbringlich. Und auch jetzt läuft ein globales Wettrennen um disruptive technische Innovationen. Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich und was braucht es, um nicht den Anschluss zu verlieren?

Mit „Technik aufs Ohr – Impulse“ schauen wir über den technischen Tellerrand hinaus und betrachten politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die darüber entscheiden, ob aus guten Ideen erfolgreiche Anwendungen werden. Daniel Kölle ist Leiter des Bereichs Politik und Kommunikation im VDI und wird sich künftig als Moderator auf diese Themen fokussieren.

Sein erster Gast könnte dafür kaum passender sein: Peter Altmaier, von 2018 bis 2021 Bundesminister für Wirtschaft und Energie, stieß mit der Nationalen Industriestrategie 2030 eine bis heute anhaltende Debatte über aktive Industriepolitik an. Im Gespräch analysiert er, warum Deutschland im Wettlauf mit den USA und China zurückfällt und was sich ändern muss.

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Musik- und Audioproduktion:
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Es wird möglicherweise Fabriken geben, die in der Erdumlaufbahn operieren. Und all diese Dinge müssen Ingenieure, Wissenschaftler und Techniker sich ausdenken. Sie müssen die Bereiche auswählen, die am wichtigsten für uns sind. Da muss die Politik dort, wo es Hindernisse gibt, die aus dem Weg räumen ... Ich sehe gar keine andere Wahl, wenn wir unseren Wohlstand auf Dauer erhalten wollen.".

Technik aufs Ohr, Impulse! Einen wunderschönen guten Tag und herzlich willkommen zu Technik aufs Ohr Impulse. Unser Podcast Technik Aufs Ohhr steht ja schon seit vielen Jahren für spannende Einblicke in Technologien, Innovationen und die Menschen diese entwickeln. Mit Impulse werden wir diesen Blick jetzt erweitern um eine ganz andere entscheidende Perspektive nämlich die politischen wirtschaftlichen aber auch gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wollen wir beleuchten die nämlich auch entscheidend sind ob aus guten Ideen auch erfolgreiche Anwendung werden.

Denn technischer Fortschritt entsteht nicht allein im Labor oder in Unternehmen, sondern es braucht die richtigen Entscheidungen – Verlässlichkeit und auch den Dialog zwischen Technik-, Politik- und Gesellschaft. Wir sprechen in dieser neuen Reihe mit Persönlichkeiten aus Verwaltung, Wissenschaften und der Wirtschaft aber auch aus der Politik genau über diese Fragen.

Ihr hört heute eine neue Stimme und deshalb stelle ich mich einmal kurz vor. mein Name ist Daniel Kölle und ich leite im VDI den Bereich Politik und Kommunikation. Schön, dass ihr dabei seid. und nun viel Freude mit Technik aufs Ohr im Pulse. Und das wird uns heute beschäftigen! Deutschland steht wirtschaftlich unter Druck – im Rennen mit den USA und China entscheidet sich zunehmend wer die Technologien der Zukunft nicht nur entwickelt sondern auch erfolgreich skaliert und in die Wertschöpfung übersetzt.

Es gibt Bemühungen aus der Politik wie die Hightech-Agenda aber wir fragen uns reicht es eigentlich aus? Kaum jemand hat genau diese Debatten in den vergangenen Jahren so intensiv begleitet wie unser heutiger Gast. Er war siebenundzwanzig Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages, er war in der Bundesregierung, er ist Chef des Bundeskanzleramens, Umweltminister und sogar für eine gewisse Zeit kommissarischer Finanzminister.

Aber wir kennen ihn vor allen Dingen als den Bundesminister für Wirtschaft und Energie – in den Jahren twohntausendachzehn bis einundzwanzig unter Bundeskantlerin Dr. Angela Merkel. In dieser Rolle hat er zentrale industriepolitische Weichenstellungen geprägt, etwa mit der nationalen Industriestrategie.

Und wie sich die Situation seitdem verändert hat und welche politischen Rahmenbedingungen Innovation ermöglichen oder vielleicht sogar verhindern – das wollen wir heute besprechen! Herzlich willkommen Peter Altmaier hier bei Technik aufs Ohrimpulse. Schön dass Sie da sind. Ich freue mich, dass ich mit Ihnen diskutieren darf.

Ich habe sie ja besucht an ihrem Stand auf der Hannover Messe und das war ein wirklich sehr inspirierendes Erlebnis. Vielen Dank, Herr Admayer! Sie waren ja viele Jahre in ganz zentraler Stelle für die Wirtschafts- und Industriepolitik für Deutschland verantwortlich. Wenn Sie heute aus Land gucken was macht Ihnen denn der Hoffnung oder bereitet Ihnen vielleicht auch Sorge?

Die Hoffnung macht mir dass es schon eine wachsende Erkenntnis gibt, dass wir Dinge verändern müssen und dass wir in vielen Bereichen auch zurückgefallen sind. Säule macht mir, dass wir in vielen Bereichen immer noch keine Strategie haben. Ich habe beispielsweise die Meldung gehört, dass der Zusammenarbeit zwischen Pové und Bosch im Autonomenfahren auf der Kippe steht.

warum? Weil die Modelle nicht wettbewerbsfähig sind. Und all diese Dinge erinnern mich an Debatten, die wir geführt haben vor fünf sechs oder zehn Jahren wo eigentlich absehbar war das diese Innovation kommen Und wo die Politik, ich war damals Kanzleramtschef und anschließend Wirtschaftsminister auch auf die Wirtschaft zugegangen ist.

Zum Thema künstliche Intelligenz wie kann man die Zahl der Experten brüllen? Zum Thema Batteriezellproduktion in Deutschland und so vielen anderen Themen, die sich heute zum Teil im Koalitionsausschussbeschluss wiederfinden. aber eben in der Zwischenzeit ist wenig gemacht worden und Unternehmen haben offenbar nicht erkannt welche ungeheure Dynamik In den diskutiven Innovationen stecken die mit künstlicher Intelligenz, mit Digitalisierung ganz allgemein und auch mit Mobilität zu tun haben.

Sind es vor allen Dingen Unternehmen oder ist das auch die Politik- und Verwaltung, die da vielleicht ein Erkenntnisproblem hat? Ich erinnere mich nämlich als ich mit Ihnen über die Hannover Messe gelaufen bin von paar Wochen. Da sind wir an einem humanoiden Roboter vorbeigelaufen und da meinten Sie schon vor Jahren habe ich damals darauf gedrungen dass wir in dem Bereich uns eigentlich stärker engagieren müssen.

Wenn man jetzt heute die Situation anguckt, hat sich ja nicht wirklich zum Positiven was verändert. Nein das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wer ist verantwortlich? Beide gemeinsam natürlich! Aber als ich dann insbesondere als Wirtschaftsminister Initiative ergriffen habe und eine Industriestrategie vorgelegt habe im Jahre Die kann jeder mal noch einsehen im Internet.

Wie findet man dort noch? Dann wurde ich sehr hart fritisiert, wenn mir gesagt worden ist, wieso adreistet sich ein Politiker über Batteriezellen, über autonomes Fahren, über künstliche Intelligenz zu philosophieren und Vorschläge zu machen – das ist doch Sache der Wirtschaft! Die Wirtschaft weiß doch was notwendig ist.

Und mir war nur aufgefallen dass viele der großen erfolgreichen Unternehmen den wir mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern so viel zu verdanken hatten in den Nachkriegsjahren. Und auch bis heute, dass diese Unternehmen offenbar nicht erkannt hatten was die Tech-Betriebeln in den USA erkannt haben also Elon Musk nicht nur mit Tesla sondern auch mit seinem Starlink und seinen wegweisenden wiederverwendbaren Raketen das es Unternehmen in den US an China gab, die viel mehr und viel konsequenter in autonomes Fahren investiert haben dass es Unternehmen gab, die eben die Chatbots entwickelt haben.

Die wir bis heute in Deutschland in dieser Form nicht kennen. und ich saß als meine Verpflichtung an den Finger in die Wunde zu legen. Ich hatte...ich bin ja kein Wissenschaftler, ich bin Rechtswissenschaftler Ja Europa-Rechtler, ja aber ich bin kein Ingenieur und kein Techniker. Und damals hatte ich allerdings in einem sehr oder in mehreren Gesprächen eigentlich mit Elon Musk Das war im Jahr des ersten Jahre, den Eindruck gewonnen, dass der Mann das nicht nur gut durchdacht hat.

Sondern dass er Vorreiter einer Entwicklung ist, die in den USA und China ernster genommen wird als für uns. Beispielsweise, dass man mit Open Source arbeitet was viele deutsche Unternehmen nicht gemacht haben. Beispielweise dass man sehr große Unternehmen braucht um die Milliarden zu stemmen, die an Investitionen in ganz neue Technologien notwendig sind.

Und Elon Musk hatte mir erklärt, dass die Roboter der Zukunft humanoid sein werden von vor zwölf Jahren. und ich habe daraus dann sogar einen Scherz entwickelt und hab gesagt naja wir sind ja auch eine alternde Bevölkerung Und vielleicht sind wir eines Tages froh, wenn wir Pflegeroboter haben. Die uns die Zeitung holen und Essen kochen und unsere Gesundheitsdaten übermitteln.

Daraus ist dann ein Witz geworden wo ich zu dem Roboter sage, hol mir mal eine Flasche Bier. Der Roboter sagt sie haben gestern Abend zu viel Bier getrunken und die Harnsäure werden so hoch. Ich mich trotzdem durchsetze natürlich um mein Bier bekomme. Das war sehr populär. Das deutsche Institute für Robotik hat sogar ein Video daraus gemacht, wie ein Roboter das Bier nimmt.

was heißere ist auch bei den humanoiden Robotern sind wir der Entwicklung hinterher und die Chinesen insbesondere aber auch die Amerikaner sind weiter vorn. ich habe jetzt festgestellt dass es ein junges Zag abgibt also in diesem Bereich sehr viele Hoffnungen macht und deshalb bin ich auch etwas sehr positives sagen nämlich dass nach meiner festen Überzeugung wir nach wie vor über die Talente verfügen, die man braucht um solche Entwicklungen dann auch wieder einzuholen.

Aber wir werden natürlich nicht mehr die Ersten sein und die Volkswirte unter ihnen werden verstehen was die kontrativsten Zyklen sind. das sind diese berühmten disruptiven Innovationen Und die bringen halt eben mit sich dass man in den ersten Monaten oder Jahre nach einer solchen Innovation besonders hohe Marschen erzielen kann.

Denken Sie an die LED-Bildschirme, die jetzt super teuer waren zu Anfang und nachher für einen Apple und ein i. Und wenn man alle diese Zyklen verpennt und verpasst dann hat man eben am Ende nicht nur ein Wettbewerbsnachter sondern eben auch weniger Gewinne und weniger Einnahmen Und deshalb müssen wir auch den Ehrgeiz haben, bei bestimmten innovativen Entwicklungen wieder einmal vorne mit dabei zu sein und die Ersten zu sein.

Und nicht diejenigen zu sein, die die Lizenzen kaufen. Lassen Sie uns doch nochmal genau in diesem Teil ansetzen! Wir verfügen als Deutschland ja eigentlich über eine exzellente Forschung – wir haben ganz tolle Ingenieureinnen und Ingenieurin Deutschland. Warum gelickt es uns eigentlich nicht, bei dieser Grundlagenforschung daraus dann irgendwie tolle Geschäftsmodelle zu entwickeln?

Neue Unternehmen zu entwickeln. Wo die Unternehmen auch erfolgreich sein können und wo Arbeitsplätze entstehen. Woran hakt das aus Ihrer Sicht denn? Wir haben in Deutschland eigentlich nicht nur die Ausgaben der Bildungspolitik für Forschung erhöht. Wir haben dafür gesorgt, dass wir insgesamt erwohnt sind.

als Anteil an Bruttoinlandsprodukt wesentlich gesteigert haben. Diese Ziele haben wir in den Regierungen, denen ich angehören durfte auch eingehalten. aber erstens ist es so dass viele von diesen Ergebnissen auch benutzt wurden von amerikanischen Unternehmen. Wir hatten mal den CEO eines großen Tech-Unternehmens gesagt, Peter, I've contracted one third of the most outstanding AI experts across Europe and in Germany.

Und es war kein Angehbereit, das stimmte tatsächlich, ich habe das rausbekommen und die deutschen Unternehmen haben offenbar... sehr lange gezögert, um zu investieren. Beispielsweise in der Frage der Butterwitzer-Produktion sind sie erst einmal alle ausgestiegen nach einigen Versuchen und stellen nun fest dass bei einem Oberklasseauto das ist das wo wir weltweit immer noch führend sind bei den Verbrennern, dass dort die Smart-Heiter-Batterie der entscheidende Wettbewerbsvorteil ist also wie lang man fahren kann damit wie die Geräte man gleichzeitig poweren kann Und diese Selbstsicherheit, die es zum Teil gab.

Dass die alten Geschäftsmodelle schon auch irgendwie zu retten sind und dass man nicht so schnell auf neue Ideen einsteigen soll – das ist eigentlich eine Erscheinung, die wir bei allen Disruptiven in Innovation der letzten zwei Hundert Jahre erlebt haben. Die Segelschiffbauer haben nachher nicht die Dampfschiffe gebaut Die kutschen Hersteller haben nicht die Autos gebaut und wir haben erlebt, dass allerdings dann die neuen Unternehmen in den gleichen Ländern waren, in denen vorher die Alten waren.

Und heute stellen wir fest, dass die neuen Arbeitsplätze doch überproportionalen in den USA mit China entstehen – in Südkorea teilweise auch in Japan und dass diese Arbeitsplätze unterproportional in Deutschland oder Europa entstehen. Und das darf uns nicht ruhig lassen, denn das würde nämlich bedeuten, dass wir immer weniger Industriearbeitsplätze haben.

Das würde bedeuten ,dass wir immer wenige Arbeitsplätzen im Bereich Forschung und Entwicklung haben. Ich glaube, es ist hoch wichtig und notwendig. Dass die Bundesregierung sich im Rahmen ihrer Außenhandelsstrategien nicht nur mit den Konkurrenten in Farnost beschäftigt sondern dass wir auch mit unseren Unternehmen eine Debatte darüber führen was denn geschehen muss damit wir wieder auf Platz eins kommen und nicht auf Platz vier oder fünf.

Sie haben ja als ehemaliger Bundeswirtschaftsminister wahrscheinlich sehr viele Kontakte noch gerade auch in die Unternehmerschaft. Was erzählen die Ihnen denn? Was sind denn die Bremsklötze, die wir in Deutschland haben – politisch, regulatorisch oder vielleicht auch in der Verwaltung. Na ja! Die Bremsklötze sind natürlich….

Wir haben zu viel Bürokratie in Deutschland. Der Koalitionsausschuss hat sich vorgenommen daran etwas zu ändern. Ich glaube dass es erst an Anfang ist und ob es wirklich gelingt wird man in zwei oder drei Jahren sehen. aber das verhindert ja nicht die Innovationen. Ihr erinnere mich als da war ich schon Rentner oder hohe Ständler.

im Jahre zwanzig, vierundzwanzig oder fünfundzwantig war ich eingeladen bei einem großen Automobilhersteller zu einer Podiumsdiskussion über künstliche Intelligenz beim Autofahren. Und dort war es dann in der Tat so dass die Vertreter der Arbeitnehmer schafft und vor allen Dingen die Leute aus den R&D-Abteilungen Dass sie hinterher zu mir kamen und sagen, es ist der Richtige, dass Sie darauf hingewiesen haben wie sehr das alles verändert.

Und wie dringend es ist, dass wir vorne mit dabei sind. Während diejenigen, die eher so die Verantwortung hatten für das Ganze von die Unternehmenspolitik insgesamt eher vorsichtig waren auf der Bremse standen. Diese Konflikte müssen wir aushalten und deshalb kann ich auch nur appellieren an die Kolleginnen und Kollegen bei Erbundee, dass sie sich dort engagieren.

Ich war immer ein Gegner eines Verbrennerverbots. Ja, wir verbieten keine Technologien aber es war immer auch klar, dass jedenfalls von den von den physikalischen und gesetzten und chemischen Gesetzen hergesehen das Elektroautom in den künftigen Jahren mehr und mehr Überlegenheit entwickelt wird gegenüber den herkömmlichen Autos.

und dass ist deshalb nicht damit gemacht sein kann, das Verbrennenverbot aufzureben sondern dass man Elektroautos haben muss mit einem Vorsprung an Komfort, Bequemlichkeit Reichweite gegenüber anderen Produzenten die unseren Status in der Oberklasse sicherstellen. Und das ist ein Thema aus meiner Sicht auch für die Gewerkschaften.

aber ich glaube es liegt vielleicht auch manchmal daran dass wir zu wenig inhaltlich über diese Fragen diskutieren. alle reden nur über Gefahren keiner sieht die Chancen. Ich hatte das Glück dass ich in acht Jahren Mikkel, also nicht Mikkel sondern Zuhörer und Teilnehmer am Innovationsrat der Bundeskanzlerin Angela Merkel sein durfte.

Und dort saßen die großen Forschungsinstitute und die haben uns dann auch erklärt was Quantum Technology bedeutet, was KI bedeutet? Was Elektromobilität bedeutet? Da haben wir darüber geredet. das hat mich total und tief beeindruckt. aber die Unternehmen, die das eigentlich auch hätten alles mitbekommen können.

Denn es waren natürlich auch Unternehmer dort mit dabei aber die Unternehmen haben sich eben für andere Strategien entschieden und deshalb müssen wir jetzt unsere Hausaufgaben umso mehr machen. Es wird aus meiner Sicht kein Weg daran vorbeiführen, dass man auch einmal öffentlich über die Zahlen spricht.

Wie viel wird in F&E für autonome Forschung? Für Elektro-Gulität und für die traditionellen Bereiche investiert. Und immer dankbar, wenn man feststellt... dass die traditionellen Forschungsbereiche, also Verbrenner zum Beispiel immer noch vorne liegen. Immer dort läuft etwas schief und werden die Beschäftigten und die Abzinnäre die Zeichezahlen für dieses Schiff laufen.

Und deshalb ist es eine Diskussion, die wir gemeinsam jetzt führen müssen. Deshalb bedanke ich mich auch für die Gelegenheit zu diesem Broadcast! Sie haben gerade ausgeführt, dass wir eigentlich kein Erkenntnisproblem haben. Sondern ich schließe aus Ihren Worten, eigentlich fehlt uns so ein bisschen die Strategie.

und wenn wir mal von der unternehmerischen Ebene weggehen und auf die politische regulatorische Ebene gucken, haben wir aktuell eine Industriestrategie? Haben wir eine Strategie wo wir eigentlich hinwollen, wo wir in zehn, zwanzig, fünfundzwanzig Jahren sein wollen? Sie haben ja mit Ihrer Strategie so etwas vorgelegt!

Ich hatte es vorgelegt und dort waren ganz klare Aussagen In vielen Bereichen. Wir haben das dann, als wir es mit den Gewerkschaften, mit den Arbeitgebern gemeinsam weiterentwickelt haben zum Teil etwas abgeschwächt. aber in dieser Strategie sind diese Punkte benannt und da gehört zum Beispiel dazu dass wir in Deutschland darüber nachdenken müssen wie wir genügend KI-Experten bekommen wenn die aus Indien oder aus anderen asiatischen Ländern kommen, die gehen meistens in die USA wo sie gerne aufgenommen werden.

Wir werden nicht im Stande sein, denen höhere Gehälter zu zahlen. Aber das Problem ist dass wir noch nicht einmal im Standes sind ihnen das Gleiche zu bieten was die USA so einem Erfolgsmodell gemacht haben ohne gleichen nämlich Aktienoptionen. Wenn ein KI-Engineur aus Indien in den USA kommt in den Startup früher Facebook oder Elon Musk Und dann bekam er möglicherweise nicht einen Spitzengehalt, aber er bekam Aktienoptionen.

Wenn das Unternehmen erfolgreich war, war er hinterher Millionär und konnte seinen Kindern eine gute Zukunft ermöglichen. Das ist bei uns verbessert worden. Ich habe damals mit der Forschungsministerin Anja Kalicek in langen Kämpfen mit dem Finanzminister im damaligen das durchgesetzt. Aber wir sind halt eben nur ein halben Schritt vorangegangen und die steuerliche Behandlung in den USA ist immer noch günstiger als bei uns.

Das heißt, wir haben den Nachteil etwas reduziert aber wir haben keineswegs aus dem Nachteile einen Vorteil gemacht.". Hat das was mit einer Unternehmenskultur oder wie wir auch Unternehmen finanzieren bzw. Unternehmen auch investieren zu tun wo wir vielleicht auch Unterschiede haben zu den USA oder China?

Ich glaube ja weil in den US also die USA, China Südkorea und Japan befügen alle über explizite oder implizite Industriestrategien. Das war ja damals einer meiner Gründe, warum ich gesagt hatte, es war im Jahr zwei Tausend Neunzehn. auch Deutschland brauchte eine Industriestrategie. Wir haben sie bis heute nicht und wir müssen den Mut haben in einer solchen Strategie nicht überall gemeinplätze zu reden sondern ganz konkrete Dinge anzusprechen.

zum Beispiel Ich habe mir damals viel Kritik zugezogen als ich sagte Stice Matters auf die Größe kommt es an. Aber dieser Ausdrucksheißmeters war für mich anonym dafür, dass die amerikanischen und chinesischen Wettbewerber erkannt hatten viel mehr als unsere das Innovationen der Zukunft vor allen Dingen darauf angewiesen sind, dass man in einem exorbitanten sozusagen intergalaktischem Maßstab skalieren kann.

Dass eine Produktion schnell hochfahren kann, dass Man globale Märkte erreichen kann. Wir hatten in Deutschland ein Social Medium, das nannte sich BKW. Wer kennt wen? Die waren in Koblenz und im südwestdeutschen Raum und waren toll zufrieden. Sie sind nachher völlig bedeutungslos geworden als Facebook kam.

Warum? Facebook hat global skaliert und hat viele hundert Millionen User gewonnen. Das gleiche gilt für X von Elon Musk, doch gleicher gilt für SpaceX die mit ihrem Börsengang weltweit Kapital angezogen haben. Und diese Fähigkeiten, diese Bereitschaft zu skalieren ist in deutschen Unternehmen zum Teil nicht sehr stark ausgeprägt.

Ich erinnere mich, dass mir ein Verantwortlicher von Daimler vor vielen Jahren – also ungefähr zwölf sind es her – mal sagte als ich ihn von meinen Gesprächen in Ilung und Mass berichtet habe. auch wir hatten ja auch mal Aktien von denen die haben verkauft. ich gibt den nicht mehr lange dann ist der bleite.

Und heute ist Elon Musk, nicht nur der Reistum an der Welt seine Unternehmen sind die reichsten Unternehmen in der Welt. Die Börsenkapitalisierung ist unendlich hoch und das ist und da sehen dann eben Daimler BMW Mercedes-VW aus wie Teenager im Vergleich zu diesen Unternehmen mit ihrer internationalen Marktmacht.

und da brauchen wir Auch bei der Europäischen Union und das Kommissarpolitik, beim Deutschen Kartellamt brauchen wir auch die Bereitschaft größere Unternehmensfusionen zuzulassen. Dieses Kapital fliegt ja nicht frei rum sondern man muss entweder neue Unternehmen gründen Start-ups. da geht es dann aber um die Frage ob man bereit ist Tickets zu ermöglichen von einer oder zwei Milliarden Euro wenn diese richtig in Schwung kommen Und vorangehen.

und da haben wir zum Beispiel auch eine Schieflage heutzutage, weil wir eine super Finanzierung oder eine sehr gute Finanzierung haben für junge Startups in der ersten und zweiten Wachstumsphase. Wenn Sie dann aber ein Unicorn senden Deckerkorn werden, dann brauchen sie immense Geldbeträge um sich weiter zu finanzieren.

Und diese Beträge bekommen Sie eben sehr problemlos in den USA Wo Venture Capital in großer Seile existieren und vor allen Dingen sehr erfolgreich sind, wir haben einen Return on Investment von zum Teil vierzehn Prozent und mehr. Und es führt dazu dass das auf deutsches Geld aus dem mittleren und nahen Osten in die USA fließt und dann dort mit deutschem Geld Startups gefördert werden, die dann irgendwann aber unter amerikanischen Einfluss kommen.

Beispiel dafür ist booking.com, niederländische Startup das im Laufe der Zeit aber natürlich viel Geld gebraucht und auch bekommen hat, aber eben nicht in Europa sondern in den USA. Wir diskutieren ja im Rahmen der Initiative Zukunft Deutschland- TwentyFifty beim VDI genau auch das was Sie gerade skizziert haben.

also wie kann eigentlich Deutschland langfristig wettbewerbsfähig sein? Wo können wir unseren Wohlstand künftig verdienen? Und da kommt immer wieder ein Gedanke auf, dass natürlich so'n langfristiger Plan eigentlich in der Politik nicht so richtig angelegt ist. Wo man ja sehr stark auf Legs der Tupperjoden schaut und natürlich auch gucken muss – das ist ja nun mal eine Rente in der Politik, dass man wieder gewählt wird.

Sehen Sie eigentlich das als ein systematisches Problem? Weil eigentlich haben doch das andere Länder auch. Die werden ja auch immer wieder gewählt. Da ist es auch nicht so, dass wir dann über Ewigkeiten im Amt sind. Ja, das haben andere Länder dass Donald Trump als amerikanischer Präsidenten seiner ersten Amtszeit ab im Jahr zwei Tausend Sechzehn überhaupt kein Verständnis entwickelt, hat für Fragen künstlicher Intelligenz von Elektro-Batterie getriebenen Fahrzeugen und großen Hypersphälern.

Er hat diese Szene eher links liegen lassen, er hat sie mit Art moon betrachtet. das hat ihr aber nicht daran gehindert selbst zu skalieren. und vor der letzten Wahl haben Sie sich mit Elon Musk verbündet. Und heute sorgt die amerikanische Regierung dafür, dass diese Unternehmen, die ohnehin schon die größten auf der Welt sind weiter Unterstützung erhalten.

und deshalb sage ich wir brauchen eine Partnerschaft zwischen Staat und Regierung. Wir brauchen diejenigen, die sich auskennen wie zum Beispiel die Mitglieder des PDI in jeweils ihrem Bereich. Die sehen was sie tut. es geht ja nicht nur um Innovation im digitalen Bereich oder den Bereich der Raumfahrt aber auch natürlich Und dass man dann versucht, eine Partnerschaft zu begründen mit den Unternehmen um die es geht und die müssen halt eben auch von staatlicher Seite international unterstützt werden.

Ich bin kein Freund von Subventionen jedenfalls nicht wenn die Subventione nicht seitlich befristet sind. aber ist schon richtig das wir auch Investitionskosten übernommen haben im Rahmen einer EU-Ermächtigung für neue Shipfabriken in Dresden, die dort gebaut worden sind. Warum? Weil die Shipproduktion weltweit durch die Decke geht.

Wenn immer mehr Ships benötigt der Anteil der europäischen Mikroships geht immer weiter zurück und deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt diesen Trend umzudrehen Und ich bin sehr froh dass beispielsweise das Infinion Werk was mit unserer Unterstützer neu gebaut wurden ist jetzt sogar fertig geworden ist drei Monate vor dem Plan.

Jetzt sind wir ja schon aus der Analysephase quasi ausgestiegen und schon so auf die ersten Ideen und Maßnahmen eingegangen, die vielleicht notwendig sind. Wären Sie heute nochmal Bundeswirtschaftsminister? Was wären denn so ein zwei drei Maßnahmen wo sie sagen würden da würde ich gerne heute noch mal Hand anlegen.

Da würde ich gern etwas verändern. Ja gut das ist jetzt eine gemeine Frage! Ich bin ja nicht Bundeswirtschaftsminister. Stellen Sie uns doch mal vor. Ich möchte auch ungern meinen Nachfolgern ungebetene Ratschläge hatte ein, aber das wofür ich stehe ist eigentlich unverändert seit sechs Jahren. erstes wir erleben einen Prozess wo disruptive Innovationen im globalisierten Maßstab stattfinden.

Das haben wir übrigens schon mal erlebten an der ganz spannenden Geschichte. Der Sony Konzern war Weltmarktführer auf der ganzen Welt mit hochqualitativen CDs, die mit digitaler Technik aufgenommen worden sind – die DDD-CDs, mit denen man Konzerte wiedergeben konnte usw. Sie haben es verpennt und versäumt den neuen Trend mit dem Streaming zu kapieren Und plötzlich wollte niemand mehr CDs kaufen, weil alle die Musik streamen.

Deshalb brauchen wir ein Frühwarnsystem über die Frage wo denn diese Innovation in Zukunft weiter stattfinden? Ich glaube zum Beispiel dass es neben den Bereichen die wir angesprochen haben auch dringend notwendig wären im Bereich der Weltraumfahrt. Wir haben zwei große Investitionen mit staatlicher Hilfe in den Seventiger, Achtziger und Neunziger Jahren zum Erfolg geführt.

das erste ist Airbus Das ist heute das meist Verkauf der Langstreckenflugzeug der Welt zusammen mit Boeing aber ich glaube wir sind noch einen Nasenspitze vorn. Und das zweite war die Ariane die nicht nie an der NASA richtig vorbeiziehen konnte, aber doch immerhin in guten Kuchen vom internationalen Satellitengeschäft bekommen hat.

Und nun hat Elon Musk auch den Bereich der Raumfahrt revolutioniert. In dem Augenblick wo seine vollständig wiederverwertbare Rakete das Starship, die größte Rakete, die immer gebaut wurde einsatzfähig ist werden sich weltweit viele Verhältnisse umkehren. er hat ja heute schon einen gewissen internationalen Durchbruch erzielt mit seinen Starlink-Satelliten, wo er schnelles Internet aus dem Weltraum direkt an die Anwender bringt.

Da kann er heute mit einer Falconrakei der Achtundzwanzig ins All bringen und mehr könnte die Ariane auch nicht launchen. aber... Und das ist der entscheidende Punkt. Ich habe neulich, es schon ist von Jahr her irgendwo am Rande gelesen als das Schiff da gerade gezeigt hat wie zurück was einpacken kann und er hat jemand gesagt ja es soll dann auch in zwei oder drei jahre spezielle Version geben für die Frage Wie man Starlink Satelliten launcht?

Dann wird ein Starship bei einem Flug dreitausend diese Satellite aussetzen können Und das Schiff ist hunderte Male wiederverwendbar. Das heißt, die Kosten werden in eine Maße sinken pro Satellit, dass durch diese Skaleneffekte dann günstiges, leistbares Internet in jeder Hütte in Afrika oder in Asien und Europa installiert werden kann.

Deshalb brauchen wir auch dort natürlich die Frage was unsere Wolle sein? Elon Musk hat, ich habe mich jetzt schon sehr oft genannt. Ich hätte auch andere nennen können aber auch das hat mich total beeindruckt. Wir haben eine Rechenzentrum Strategie der Bundesregierung. Das finde ich sehr gut und unterstütze das.

Aber Elon Musk ist fest entschlossen Die Rechencentren der Zukunft im Weltraum zu bauen weil sich dann nämlich die Frage der Kühlung und des exorbitanten Stromverbrauchs praktisch erledigt hat. Und wenn man sieht, was er an Ideen alles bereits verwirklicht hat. Dann sage ich wir sollten ihn nicht unterschätzen und wir sollten uns von uns aus Gedanken machen, dass unsere Rolle bei so einer Geschichte sein kann.

Wir haben eine sehr starke Satellitenindustrie aber das sind kleine Teil im Vergleich zu solchen Rechenzentren. es wird möglicherweise Fabriken geben die in der Erdumlaufbahn operieren und all diese Dinge müssen Ingenieure müssen Wissenschaftler müssen Techniker sich ausdenken. Sie müssen die Bereiche auswählen, die am wichtigsten für uns sind und da muss die Politik dort wo es Hindernisse gibt, die aus dem Weg räumen.

Ich sehe gar keine andere Wahl wenn wir unseren Wohlstand in Deutschland auf Dauer erhalten wollen. Genau solche Ingenieure sind ja bei uns im VDI aktiv. was würden sie denn so einem jungen Ingenieur oder einer jungen Gründerin heute sagen, die vielleicht mit einer technologischen Innovation in Deutschland erfolgreich sein will?

Was würden derjenigen von TIP geben. Ja, erstens einmal würde ich sagen dass wenn ihr einen Gedanken habt und dann... Und die habt ihn durchgerechnet, die haben ihn durchgeprüft. er seid überzeugt das es physikalisch geht er seid überzeugt dass es als Geschäftsmodell funktionieren kann Dann müsst ihr natürlich dafür kämpfen dass ihr die notwendige Finanzierung bekommt.

Und da ist es schlechter, wenn man von Pontius Pilatus laufen muss. Da muss es viel mehr Ansprechpartner geben eben auch für solche mutigen Projekte. Oftmals sind unsere Gründer schon zufrieden, wenn sie am Ende dann sehen oder fünfzehn neue Arbeitsplätze schaffen. das ist auch ein großartiger Beitrag und wir sind eine mittelständische Wirtschaft und sind stolz auf unseren Mittelstand.

aber wenn Wenn unsere großen Automobilfirmen ins Hintertreffen kämen und wenn wir keine neuen, grossen Unternehmen hätten dann würde es einen Ungleichgewicht geben. Und dieses Ungleich Gewicht halte ich nicht für gut. das heißt Ich würde sehr dafür werben dass man diesen Start-up Unternehmen keine Steine in den Weg legt.

Es gibt eines Das kann ich jedem nur empfehlen als Study Case als Studienfall. Das ist Salonis in München. Ich habe die zweimal besucht als Wirtschaftsminister und diese sind das erste deutsche Start-up, was mit einem Deckerkorn also mehr als zehn Milliarden Dollar wert geworden ist. Das ist eine großartige Leistung und es können andere auch schaffen aber sie werden sicherlich bei den ersten Schritten Hildre brauchen.

Das sind doch auf jeden Fall zum Ende unseres Gesprächs ganz ermutigende Aussichten und von daher möchte ich mich jetzt ganz herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie bei uns zu Gast waren. Lieber Peter Altmaier hier bei Technik Aufs Ohr. vielen Dank für dieses Gespräch. Herr Söhler, ich danke Ihnen und ich wünsche Ihren Mitgliedern viel Erfolg und tolle Geschäfte in der Zukunft!

Herzlichen Dank! Ich danke Ihnen. Weitere Informationen findet ihr in den Show-Notes, da findet ihr beispielsweise Informationen zum Innovationsrad oder zur VDI-Initiative Zukunft Deutschland. Da könnt ihr wie immer gerne an Podcasts at vdi.de schicken. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

Dann wieder mit einer ganz regulären Folge Technik auf's Ohr.

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