
Das wäre das Ende von Putins Kriegsmaschine | Marcus Keupp
Freitag, 30. Oktober 2026 · 1 h 17
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Shownotes
Militärökonom Marcus Keupp erklärt den fatalen Einfluss der fossilen Industrie auf Kriege und, wie wir sie stoppen
Von der industriellen Revolution bis zur künstliche Intelligenz: Unser Bedarf an Energie wächst mit atemberaubender Geschwindigkeit. Im besten Fall führt das zu Innovationen und im schlimmsten Fall zu verheerenden Konflikten. Wie Petrostaaten Energie als Waffe einsetzen und wie der Krieg um Brennstoffe nach wie vor die Welt bestimmt und zerstört, darüber spricht Zsolt Wilhelm mit Marcus Keupp. Er ist Militärökonom bei der ETH Zürich. Und sie reden darüber, warum das Ende der fossilen Energie für globalen Frieden sorgen könnte.
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Von der industriellen Revolution bis zur künstlichen Intelligenz. unser Bedarf an Energie wächst mit atemberaubender Geschwindigkeit. Im besten Fall führt das zu Innovationen und im schlimmsten Fall zu verheerenden Konflikten, wie Petrostarten-Energie als Waffe einsetzen – und wieder Krieg um Brennstoffe nach wie vor die Welt bestimmt und zerstört?
Darüber sprechen wir heute! Und darüber warum das Ende der fossilen Energie für globalen Frieden sorgen könnte…. Ich bin Schold Wilhelm, das Systema des Tages. Der Nachrichten-Podcast der Standard Tese des sowjetischen Astronomens Nikolaj Kadercheff starten. Er hat vorgeschlagen, ungefähr vor sechszig Jahren die Stärke einer Zivilisation daran zu bemessen wie viel Energie sie nutzen kann.
Stufe eins wäre man kann alle Energie auf einem Planeten nutzen und Stufe vier? Man kann die gesamte Energie des Universums nutzen. Spoiler! Wir Menschen sind noch weit weg von Stufe Eins. Kurzum also umso mehr Energie eine Zivilization nutzen kann desto mächtiger ist Sie. würden Sie dieser These zustimmen?
Also grundsätzlich mag ich ja dieses sowjetischen Science-Fiction-Autoren sehr, weil die sehr unabhängig schon sehr früh gedacht haben. Ich würde aber sagen das ist vielleicht literarisch ein bisschen arg verkürzt, weil wir kleinen Menschlein auf unserem Planeten nicht unbedingt die Möglichkeit haben Energiequellen anzuzapfen an die wir einfach so gedanklich quasi zugreifen können.
Wir Menschen haben das Problem, wir können uns vieles vorstellen. wenn wird es dann aber technisch und vor allem wirtschaftspolitisch umsetzen wollen? Dann wird das ein bisschen schwieriger weil dann kommen alle möglichen Widerstände insbesondere auch irrationale Widerstande, die dann eigentlich mit Technik recht wenig zu tun haben sondern mehr mit lobbyistischen Interessen mit Machtinteressen auch damit dass man eben sagt Energie ist nicht nur Energie politisches Vehikel, die kann ich benutzen um andere unter Druck zu setzen.
Um andere anzufixen dass sie sozusagen abhängig von mir werden und dann tun was ich will. das haben wir jetzt da hat die letzte Zeit sehr häufig gesehen. also ganz einfach ist es nicht. Also muss er sagen Ich würde mir eine solche Welt wünschen wo wir über Energie einfach nur in einer nördigen technischen Weise sprechen würden nach dem Motto so ein so großes der Bedarf Und wir haben die und die Technologie zur Verfügung.
Wie viel müssten wir von der Technologie wohin bauen, um den Bedarf zu decken? Also ich glaube wenn wir so denken würden da wäre die Menschheit schon sehr viel weiter. Kommen wir noch mal auf diese riesige Skala zurück gegen Ende oder ob wir das jemals erreichen können. aber Ich habe dieses Bild deshalb gewählt weil ich mich frage ob sich dass zumindest auf kleine Weise oder auf partielle Weise dieses bild der energie Anforderungen einer Zivilisation auch auf den aktuellen Stand unserer Zivilization umlegen lassen.
Würden Sie sagen, sind heutzutage die mächtigsten Nationen jene, die am meisten Energie nutzen können? Das würde ich so nicht sagen. nein! Ich würde sagen es gibt eine starke Disparität zwischen dem was technisch möglich wäre und dem was man tatsächlich macht. also wenn sie mal denken fangen wir vielleicht an mit Russland ein Land das ja gewaltige fossile Energiereserven hat.
Wenn Sie aber überlegen, dass die Nutzung fossiler Energie eigentlich etwas unglaublich dreckiges und verschwenderisches ist dann ist das eigentlich ein Geschäftsmodell für die Vergangenheit. jetzt können sie sagen gut im zwanzigsten Jahrhundert da hatten sie im Prinzip keine andere Wahl. Also sprich, da war sowas wie solare Energien auch Zukunftsmusik.
Heute ist es eigentlich genau umgekehrt. also wir wissen zum Beispiel dass die Effizienz von Elektrofahrzeugen viel größer ist als die von Verbrennern. Man kann vereinfacht sagen Verbrenners sind fahrende Heizungen, Elektroautos sind fahrende Batterien. Fossile Lobbyisten zum Beispiel, die kommen häufig mit dem Thema Primary Energy Fallacy.
Also dass es quasi niemals möglich wäre, die fossile durch Solarenergie zu ersetzen übersehen oder unterschlagen besser gesagt dabei aber wie unglaublich ineffizient die Nutzung fossiler Energie ist also wie viel allein an Abwärme und Verschwendungen an schlechten Wirkungsgrad verloren geht. Das heißt also, wenn ich jetzt ein Land wäre wie Russland mit einer riesigen Fläche oder dann müsste ich doch eigentlich sagen wieso gehe ich nicht auf Solarenergie?
Oder nehmen Sie zum Beispiel Saudi Arabien oder alle Golfstaaten die riesige Flächen haben plus eigentlich alle technologischen Möglichkeiten plus Kapital. Wieso findet das nicht statt? und da sehen wir genau bei diesem Thema Energieressourcen sind eben nicht nur Energie ressourcen sondern können auch verwendet werden als Druckmittel, was aber noch schlimmer ist, ist sozusagen die Lettagie von Energiesystemen.
Das heißt also wenn Sie sich mal entschieden haben für ein bestimmtes Energiessystem dann hat es eine sehr große Lettagier. das heißt das besteht dann für Jahrzehnte und da sind natürlich alle mögliche wirtschaftlichen Interessen daran aufgehängt. um das ist dann sehr schwer davon runterzukommen. vielleicht ein einfaches Beispiel Es wäre überhaupt kein Problem den gesamten europäischen Strombedarf rein Solar zu decken.
Das können Sie sich ganz einfach ausrechnen, ein gesamter europäischer Strom bedarf ist derzeit sagen wir mal zwei tausend sechshundert terrarat Stunden. Um denen abzudecken bräuchten sie eine solare kapazität von ca. Zwei Tausend Dreihundert Gigawatt. das ist etwa das fünfwache von dem was heute installiert ist in der gesamten EU wenn die jetzt überlegen.
Ein typisches solarmodul hat eine Kapazität von ungefähr vierhundert Watt und einen Flächenverbrauch von etwa zwei Quadratmetern. Wenn Sie jetzt rechnen, wie viele Solarmodule bräuchte ich um diese two-thousanddreieuner Gigawattkapazität zu installieren? Und was wäre deren Flächen verbraucht? Dann kommen sie auf ungefähr elf bis zwölf tausend Quadratkilometer Das ist weniger als zwei Prozent der gesamten Landfläche Europas.
Also Sie sehen das technisch wäre es kein Problem das zu machen. Ja, das sagen Ihnen die fossilen Lobbyisten natürlich nicht so gerne bzw. Sie versuchen es schlecht zu rechnen. aber selbst wenn sie sehr konservativ rechnet und sie bräuchten nicht mal neuen Flächenverbraucht dafür weil sie sagen mindestens die Hälfte können sich aus bestehenden Hausdächern, Hausmauern auch durch Agrar-Solar bringen.
also dass quasi in Frankreich gibt's schon so Anlagen, dass die Solarenergie zweistöckig ist sozusagen unten wachsen die Pflanzen über denen steht ein Podest da ist das Solarmodul drauf das beschattet auch die Pflanz ein bisschen Thema Klimawandel. Also das wäre technisch alles kein Problem. Trotzdem wird es nicht gemacht, warum nicht?
Weil häufig eben wirtschaftspolitische oder geopolitische Fragen mit der Energiefrage verknüpft sind und das macht diese Energiefrage eigentlich so problematisch. Für mich ist die große Tragik der Menschheit eigentlich die, dass man sich Ende des neunzehnten Jahrhunderts für eine Für eine Technologie entschieden hat die damals recht unproblematisch erschienen, nämlich flüssige Kohlenwasserstoffe.
Also sprich Benzin. weil Fun Fact! Die ersten Autos in den USA waren tatsächlich elektrisch. also es waren Autos die vorhin ungefähr dreißig kmh war natürlich sehr schwer also hatten so ne vierhundert Kilogramm Batterie ungefähr. aber es waren wirklich elektrische Fahrzeuge. Und dann hat man aber gesagt, Amerika ist ein riesengroßes Land und ich muss Transporte durch das ganze Land organisieren.
Das kann ich mit diesen schweren langsamen Batterien nicht. Also was mache ich? Ich mache das, was Karl Benz gerade in Mannheim uns vorgeführt hat. Er lässt nämlich seine Benzin-Kutsche fahren. Diese Benzin Kutsche hat sich nun mal leider global durchgesetzt Und ich denke, die große Umbruchsphase in der wir heute sind ist eben... Früher konnte man sagen zum Beispiel noch in der Ölkrise von dreiundsiebzig.
Ja gut aber es gibt keine skalierbare Alternative. also sprich Solar-Modul das ist sowas so für nördige Spinner ja? Aber damit können wir nie im Leben den fossilen Verbrauch ersetzen. Das mag neunzehntelneuzehnderdreinsebzig noch gestimmt haben und neunzelneunzebzig auch. Es stimmt aber nicht mehr. zwanzig neunzwanzig Und das ist für mich einfach der große Unterschied.
Da kommt dann auch der Krieg eben als Katalysator rein, jetzt hat Europas am eigenen Leib und sehr schmerzvoll erfahren wie Energieressourcen eingesetzt werden können um Druck auszuüben. also sprich aus den Lektionen von dreiundsebzig und neunzebzig hatte man wenig gelernt. ja Man hätte Alternativ Technologien sehr viel früher fordern beschleunigen können.
Jetzt sehen wir es erneut mit dem Iran also zwanzig sechsundzwanzig. Der Iran sagt ihr seid immer noch fossier Eure Lebensenergie hängt an gewissen Versorgungsrouten und die haben Engstellen. Und wenn ich die Engstellen blockiere, habe sie ein Problem. Die Überlegung ist völlig richtig. Ich hoffe jetzt ehrlich gesagt, dass das endlich mal nach mehrfachem Erleben dieses Drucks der Impulse kommt.
dieser Umstieg auf eine neue Technologie hat überhaupt nichts zu tun mit Grünen oder CO-Zweih Sondern es hat damit was zu tun, man sollte nicht die eigenen Lebensgrundlagen in die handausländische Diktatoren geben. Ob das jetzt saudische Monarchen sind oder andere Golfmonarchen oder der russische Dektator ist völlig egal.
Aber das ist eigentlich für mich die große Chance für Europa dass wir heute eben in der Lage sind so ein bisschen also ganz ganz vorsichtig in die Richtung dieser sowjetischen Utopie zu gehen. ja dass wir ein bisschen besser werden bei den Nutzung vorhandener Energiepotenziale. Da haben Sie jetzt ganz viel vorweggenommen, was ich mit Ihnen besprechen möchte.
Aber lassen Sie uns noch mal einen Schritt zurückgehen? Ich würde gerne darauf eingehen wie entscheidend dieser Durst nach Energie, nach Rohstoffe historisch war wenn es um die Frage ging wo und wann welche Kriege geführt werden. Wie stark war das seine Triebfeder? Wir können eigentlich schon anfangen bei der Royal Navy im Jahrhundert.
Die Royal Navy hatte lange Zeit ein Vorteil nämlich dass Großbritannien über große Reserven an Kohle verfügte. Also an klassischer Steinkohle, die aus dem Erdreich einfach gegraben wird weil als das Zeitalter der Segelschiffe abgelöst wurde durch das Aufkommen von Dampfschiffen und dann von Panzerschiffen, die fuhren zunächst einmal mit Kohle.
Das heißt also Kohle war das Hauptantriebsmittel bis Ende des neunzehnten Jahrhunderts eigentlich und die Briten haben ihre ganzen Inselchen in den verschiedenen Weltmeeren genau deswegen angelegt. Also zum Beispiel sowas wie St. Helena oder Assumption, das waren eigentlich Kohlebunker Also quasi Stützpunkte, wo die Schiffe anhalten konnten und wieder neue Kohle laden konnten damit sie weiterfahren konnten.
Und die Struktur des Empire entlang der Seeroten hatte sehr viel damit zu tun wie sichere ich meine Kohleversorgung dass quasi die Schiffe ständig fahren können und egal wohin fahren können Sie haben immer genügend Treibstoff weil das Empire ist ja eine sehbasierte Organisation. also sprich die Navy muss immer laufen.
ist dieses Zeitalter noch relativ unkriegerisch, sage ich jetzt mal was Energie-Kriege angeht. Weil man die Kohle sozusagen weitgehend aus den eigenen Bedarfen decken kann bzw dass man auf der Erde einfach so kleinere Kohle lager hat wo man sich versorgen kann. das ändert sich aber Ende des Jahrhunderts und da passiert etwas ganz entscheidendes.
da geht die Navy nämlich über von der Kohlefeuerung zur Ölfeuerungen. Das heißt also die Schiffe werden nicht nur viel schwerer weil sie immer schwerer gepanzert werden sondern es werden auch schneller Und das geht mit Kohle nicht mehr. Dann entdeckt man aber den Übergang zum Bankerfuel, d.h., wenn ich die Aggregate mit Öl betreibe dann kann das Schiff viel mehr Leistung bringen.
und da beginnt der erste unheilvolle Kontakt mit dem Iran. Also sprich der Iran, der damals noch Persien heißt ist sozusagen kein exotisches Territorium mehr. Dass so diese Seidenstraßen exotik hat und so sondern plötzlich wird das ein Rohstofflieferant weil plötzlich brauchen sie flüssige Ölreserven in der Welt Und die haben Sie halt zu Hause in England nicht ja.
und bevor Bevor dieser riesigen Öl-Reserven im Golf von dem Nahen Osten erschlossen werden sind eigentlich die USA der größte Anbieter von Öl in der Welt, also die Ölreserven in den USA. Die werden ja schon Mitte des Jahrhunderts erschlossen und übrigens auch das Zauberistische Russland. Also schon in den Bacou geht der erste Ölbrunnen ans Netz.
Fun Fact vorher hatten die Zaren einen Teil sich von Persien herausgebissen in den russisch-persischen Kriegen. Das was heute bei Janis kommt zum Zarenreich und dann entdecken die Zare zufällig, hey da gibt es ja Öl! Und für die Briten ist das sehr unbefriedigend, weil sie entweder abhängig sind von den Zaren oder von den Amerikanern.
Sie hätten aber gerne ihre eigene Reserven und damit beginnt zum ersten Mal die Idee hey! Aber wenn wir uns den Iran irgendwie gefügig machen könnten dann hätten wir doch da Ölreserven. Dann kommt es zu dieser ganzen unhaltvollen Geschichte mit der ersten Gründung der Englo Persian Oil Company. Und dann kommen ja auch in den arabischen Golfmonarchienen wo die Briton auch erhebliche Einflussnahme.
dann kommt da die Entdeckung von Ölreserven. Und Sie merken, damit beginnt diese Verstrickungen in diese ganze Nahost-Sphäre. und das ist für mich so der Beginn des Ganzen. Seit hier, also ich würde sagen bis vor ganz kurzer Zeit war die Welt eigentlich in diesem Modus. Die Welt läuft hauptsächlich auf fossilen Treibstoffen.
Also sprich, es braucht schwere fossile Treibstoffe für die Schiffe. Ich brauche mittelschwere fossiile Treiberstoffe für meine Maschinen und Industrie. Ich brauch dann zusätzlich noch Gas für meine Industrie um zum Beispiel Ammonium zu produzieren im Haber-Bosch Verfahren das im Ersten Weltkrieg entdeckt wird.
Und ich brauche leichte fossile treibstoffe Für meine gesamte Mobilität. Und weil die ganze Welt sozusagen auf Drogen ist, also auf fossiler Droge muss die ganze Welthalt automatisch dahin wo es die fossile Droge gibt und die gibt's halt eben nicht in allzu vielen Weltregionen. Wenn Sie denken, neunzehntes Jahrhundert sind die Hauptanbieter eben zarristisches Russland und USA hat sich bis heute nicht viel geändert.
USA heute größter Ölproduzent der Welt neu hinzugekommen ist Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts eigentlich nur der nahe und mittlere Osten. So, diese facile Welt ist eben verantwortlich für sehr viele unserer geopolitischen Probleme. Also das ist so denke ich der große Unterschied zum neunzehnten Jahrhundert wo man eben diese noch relativ begrenzte coole Welt hatte Wo übrigens auch damals gab es schon kritische Stimmen, also gegen Ende des Jahrhunderts die gesagt haben.
Wenn wir weiterhin so viel Kohle in die Erdatmosphäre blasen, da wird sie sich irgendwann aufheizen. Es gab irgendwann mal ein Artikel in der britischen Zeit, ich glaube, in dem Jahr zwölf oder so wo man das erstmals schon angedacht hat. Also ganz überraschend war das nicht für die Menschheit. Aber es ist halt einfach, wie gesagt, Lethargie von Energiesystemen.
Wenn sie mal angefix sind und wenn Sie diese Droge dringend brauchen dann sind sie halt bereit alle Mittel auch Gewalt einzusetzen um sich die Versorgung mit dieser Droge zu sichern. Und ich glaube die große Chance die wir heute eben haben ist die Dezentralisierung von Energiesystemen also dass ich sage ich erstens brauche keine Drogen mehr und zweitens muss ich nicht mehr in bestimmte Weltregionen gehen oder von bestimmten Lieferanten abhängig sein um meine Energiesicherheit zu gewährleisten.
Also für mich ist eben das hoffnungsvolle Szenario, dass man quasi künftig Energieautark sein kann ohne dass man Krieg oder Interventionen führen muss um irgendwelche Ressourcen. Wenn wir an jüngere Kriege denken aus der Geschichte wie den Golfkrieg zum Beispiel dann sieht man ja nicht nur wegen nationaler Interesse gekämpft wurde sondern auch wegen persönlichen Interessen, Profiten die vielleicht dahinter gestanden sind.
Das ist jetzt mal ein Vorwurf den ich formuliere aber ich würde gerne prüfen wie sehr sie dem zustimmen oder nicht? Wie viel Einfluss haben denn große Ölindustrie, Konzerne, Ölmagnaten in der Frage welche Kriege geführt wurden? Also dass es eine Vermischung gibt sage ich mal von privatwirtschaftlichem Interesse mit der Neigung zu intervenieren.
das ist nicht unbedingt neu. Also das Beispiel, dass ich vorhin genannt habe von der Anglo-Persian Oil Company. Das wäre eigentlich ein typisches Beispiel. Da gab es einen berüchtigten Akteur, der hieß Nox Darcy der sich eben vom iranischen Shah umfangreiche Konzessionen hat zu sichern lassen und dann eigentlich sein privates Geschäftsinteresse da massiv mit hineingebracht hat.
Auch ich denke es ist keine Überraschung mehr, dass US-amerikanische Ölkonzerne nicht ganz unglücklich darüber waren, dass der Irak Krieg von im Jahr two-thausend drei passiert ist weil man einfach gesagt das ist die größte Ironie überhaupt. Die USA haben ja mal geglaubt in den achtziger Jahren Saddam Hussein ist ein grausamer Mordender Diktator, aber er ist wenigstens stabil und er sichert uns eine stabile Ölversorgung.
Und dann kommt er aber dummerweise mit Ideen von arabischer Hegemonie im Golf und annektiert Kuwait übrigens auch ein wichtiger Öliferant der USA. Und plötzlich haben sie ganz andere Voraussetzungen. Mit der Folge, der Mann muss weg, weil sonst sind unsere Geschäftsinteressen blubberiert. Also ja diese Verquickung gibt es.
Diese Verquikkungen sind aber nicht unbedingt neu. Auch das was Sie jetzt zum Beispiel sehen Trump, der nun wirklich sich nicht mal mehr Mühe gibt seinen Korruption zu verschleiern lässt jetzt seine sogenannten Sondergesandten also seine Diplomaten-Darsteller mit Putin hier schon irgendwelche Side Deals aushandeln nach dem Motto wenn er den Krieg vorbei dann machen wir unsere privaten Ölgeschäfte.
Wodurch die USA als Staat eigentlich jedes Interesse daran haben sollten, den Ölmarkt möglichst selbst zu beherrschen und das russische Öl-Geschäft möglichst kaputtzumachen? Also da sehen Sie den Unterschied zwischen Interesse an individueller Bereicherung Das muss nicht unbedingt konkurrent sein mit dem Interesse des Staates an Energiesicherheit.
Und das ist ein ganz spannender Nexus weil das funktioniert eben nur unter der Prämisse dieser alten fossilen Welt. Also, unter der Promisse ich muss irgendwo hingehen oder ich muss irgendwohin Einfluss- oder Druck ausüben um Gewinn zu machen Die Prämise der neuen Welt ist du musst überhaupt nirgendwo mehr hingehen Du kannst einfach zu Hause bleiben und trotzdem Gewinn machen.
Und wenn Sie jetzt aber in fossiler Konzern sind, die diese Technologie nicht beherrscht oder der Preis sich da nicht wettbewerbsfähig ist dann sieht sie in dem Geschäftsmodell einfach nicht mehr drin. Das heißt also als fossiler konzern haben Sie absolut das Interesse daran ihr Geschäfts-Modell aufrecht zu erhalten Weil der Umbau auf eine neue Technologielandschaft wäre sehr, sehr teuer.
Sie müssten quasi ihre ganzen Investitionen abschreiben oder? Interessanterweise ich glaube das war vor ungefähr zwanzig Jahren hat British Petroleum also BP wie sie heute heißen. Das ist eigentlich immer noch die Anglo-Persian Oil Company. nach mehreren Umbenennungen heißt die heute BP und haben sich vor ungefähr zwei Jahren mal so ein Rebranding verpasst.
und dann argumentiert wir heißen jetzt Beyond Petroleum. Ja, also BP Beyond Petroleum. Weil wir jetzt angeblich hier auch in anderen Technologien hinein ist es natürlich alles Unsinn. Aber Sie sehen wie schwer das eben fällt. nochmal Stichwort Lettergie von Energiesystemen wenn sie mal in dem Modell drin sind.
viel leichter fällt es dann einfach zu sagen ja gut Wenn wir halt so nicht kriegen was wir brauchen dann greifen wir letztendlich zur Gewalt oder Wir machen halt solange Lobbyismus bis die Politiker entsprechend handeln wie wir das brauchen. Aber eben, das ist für mich das Geschäftsmodell der Vergangenheit.
Und ich denke so viel Leid und auch so viel globale Instabilität wie das erzeugt hat. Also gerade für ein Rohstoffarmesgebiet wie Europa, zumindest im fossilen Sinne Rohstoffarmen wäre es doch sehr stark im europäischen Interesse davon wegzukommen. Die USA haben eigene fossile Ressourcen die können wenn sie wollen so weitermachen.
Russland. auch In den Golfstaaten laufen die Ressourcen so langsam aus. Aber Europa kann das nicht und insofern denke ich, wäre es halt strategisch gesehen schon besser sich nicht allzu abhängig zu machen von diesen alten Technologien fahren. Kommen wir gleich noch auf Europa zu sprechen. Ich möchte nochmal nachhaken bei den USA.
Das Interessante ist ja Die USA sind ja bereits der größte Ölexporteur der Welt sind Energieautark. Und trotzdem haben sie unter Trump jetzt in den letzten Jahren nicht nur zum Beispiel Venezuela überfallen und sich dort ein Regimewechsel ermöglicht oder eben auch im Iran jetzt interveniert, wie erklären Sie sich das?
Ist es der Hunger eines Unteranführungszeichen Erdölgetriebenen Staates, Systems immer mehr Ressourcen auf dieser Welt zu bündeln und damit seine Macht auszuüben? Nein das würde ich so nicht sagen. Weil die Interaktion mit Venezuela geht viel weiter zurück. Es gibt bereits die sogenannte Venezuela-Krise, von der viele heute gar nichts mehr wissen.
Da geht es um eine ähnliche Geschichte. Damals ist Venezuela auch schon eine Diktatur. Der Diktator heißt damals Castro und dieser Herr Castro hat sich schwer verschuldet. beim Deutschen Kaiserreich und beim italienischen Königreich kommt dann auf die Idee, ja ich habe jetzt aber leider ein Haushaltsprobleme und es gibt jetzt leider einen Herkut.
Also ich zahle diese Schulden einfach nicht zurück. Sie sehen also gewisse Motive kommen immer wieder in der Weltgeschichte. So da kommt der Deutsche Kaiser und ebenso der italienische König Und sagen wenn du die Schulden nicht zurückzahlst, dann kommen wir vorbei mit unseren Kriegsschiffen und dann zwingen wir dich gewaltsam oder wir konfiszieren einfach deine Ölressourcen von denen man damals schon wusste, die man auch damals schon ausgebeutet hat.
Dann kommen die USA und sagen, ne, nee. Das hier ist unser Hinterruf in unserem Interessengebiet. ihr kommt hier nicht rein. Warum? Weil wir diese venezuelanischen Ressourcen gerne für uns selber nehmen würden. Also es gibt bereits Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts bewegen sich US-amerikanische Ölkonzerne nach Venezuela um diese Ressursen auszubeuten.
Die haben nämlich ein Problem. also sie sind sehr vom Volumen her sehr umfangreich aber es ist sogenannte schweres Öl. Das heißt also, es ist schwieriger das zu fordern und das nutzbar zu machen. Also schwer bedeutet es sehr wie Skos und es ist schwefelhaltig. Man muss das quasi umfangreich aufbereiten bevor man das so cracken kann in einer normalen Raffinerie und dann Benzin Diesel und Parafin oder was auch immer daraus herstellen.
Und das Problem ist aber dass diese US-amerikanischen Konzerne dann im Laufe der Geschichte wieder enteignet werden. Also Venezuela pendelt immer so ein bisschen hin und her zwischen Wirtschaftsliberal, Sozialismus und Enteignung. Und dieser letzte Move der Trump-Administration war eigentlich so wie da.
jetzt schwenkt das Pendel wieder auf die andere Seite. Ihr habt damals unsere Ölfirmen enteignet oder das stimmt übrigens auch? Jetzt holen wir uns das wieder zurück! Also Venezuela, würde ich sagen ist ein bisschen ein Sonderfall in der Hinsicht. Eigentlich nötig hätten die USA es nicht weil wie gesagt sie sind der weltgrößte Ölproduzent.
Sie können ihre eigenen fossilen Bedarfe problemlos aus den eigenen Reserven decken. man muss aber auch sagen das ist noch nicht lange so. also erst ungefähr zwanzig fünfzehn erreichen die USA diesen Break-even Punkt wo die nationale Produktion in etwa gleichzieht mit dem nationalen Bedarf. Und man muss natürlich auch sehen, dass die US-amerikanische Produktion aufgrund des schwierigeren geologischen Bedingungen und natürlich auch aufgrund der Produktionskosten viel viel teurer ist als zum Beispiel in der Ostproduktion.
Also sprich die USA sind ja in den in den siebziger Jahren ein riesiger Energieverschwender. Also die amerikanischen Autos, ich weiß nicht wieviel, zwanzig Liter oder sowas schlucken auf hundert Kilometer. Ergressliche Energieferschwender. aber wenn Saudi Arabien sie halt beliefert zu Produktionskosten von fünf Dollar das Barrel und da denken Sie darüber gar nicht nach.
Und das ist dann das Problem. Also wenn eine so schädliche und verschwenderische Technologie einfach konkurrenzlos billig ist, dann macht die Heimatproduktion bei Ihnen keinen Sinn. Das heißt also obwohl in Texas ihr ganzes Permian Basin voll ist mit Öl gibt es für Sie kein Anreiz das auszubeuten? Weil einfach der Import viel, viel billiger ist.
Und auch für die USA ist deswegen eben dreiundsebzig und auch neunundsiebt sich dann nach der iranischen Revolution eben so ein großer Wake-up Moment wo sie also nicht sagen wir gehen weg von Fossil weil das können Sie nicht aber wir gehen auf verstärkte Ausbeutung von Inlandsressourcen. Also Fun Fact es gibt tatsächlich einen Foto von Jimmy Carter von neunzehntsebenundsichtig.
da steht er mit einem Solarmodul vor dem weißen Haus und sagt, das ist die Zukunft. Und sie wissen, Carter in seiner Gegenwart wurde immer so als ein bisschen verschrobener Prediger abgetan und nicht so wirklich ernst genommen. Aber na ja also ich bin auch Jahrgang-七en-sebzig. gut es ist schon eine Zeit lang her man wird älter aber trotzdem Sie merken so langsam vielleicht hatte der nicht so unrecht Ja?
Aber wir sind jetzt halt In der Phase wo wir sagen für die USA ist es im Moment eben sehr attraktiv ihre eigenen Ressourcen auszubeuten, weil selbst wenn Ihre Produktionskosten in Texas bei, sagen wir mal, sixty-fünf Dollar liegen für das Barrel. Aber Sie wissen der Ölpreis ist im Moment auf so ... Wo ist er gerade?
So um hundertzehn? Also das ist für sie ein Geldautomat ja, der Ihnen grade auf was Haus gestellt wurde. also Sie haben überhaupt keinen Anreiz damit aufzuhören Im Gegenteil. Sie haben jetzt einen Anreize noch mehr Brunnen zu bauen und diese Produktion noch mehr hochzufahren Wenn die USA selbst so viel Öl produzieren und eigentlich es gar nicht bräuchten, jetzt andere Länder wegen Öl- und Ressourcen zu kapern.
Aber gleichzeitig führen sie ja eben Kriege im Iran zum Beispiel. Wie sieht hier die Kosten-Nutzenrechnung aus? Ist das wirklich ein Geschäftsmodell, Kriegzuführen wegen ressourcen wegen Energie der sich lohnt? Ich glaube nicht, dass Trumps Intervention im Iran deswegen passiert ist. Weil er sich jetzt auch noch das iranische Ölgeschäft aneignen möchte.
Das braucht er eigentlich gar nicht! Ich glaube eher, dass es ein Zeichen seiner Inkompetenz ist. Dass er nicht bedacht hat oder sein Generalstab ihn nicht hingewiesen hat bei diesen Planungen... ...das Problem ist nicht die amerikanische Eigenversorgung. Die funktioniert auch ohne den Iran und das Problem sind indirektes.
Durch die Straße von Hormuz gehen zwanzig Prozent der weltweiten Öl versorgen. Jetzt sagt Trump, ja ist doch nicht mein Problem weil ich bin ja kein Importeur von Öl. also was interessiert mich das wenn der Iran die Straße vom Hormus blockiert? Das dummerweise erkennte halt nicht dass Öl ein Vorprodukt ist für viele viele Produkte die eben so die Weltwirtschaft braucht also insbesondere Plastik.
Alles, was aus Plastik ist. Folie, Kabel ... You name it? Ist ja alles Erdöl! Das heißt also es steigen die Preise für Vorprodukte und dementsprechend steigen der Preis für alle Waren, die die USA importieren. Das ist mal das erste. und das zweite ist, was Trump auch nicht sieht, ist der Ölmarkt ist nicht lokal, der ÖLmarkt ist global.
Und wenn so etwas passiert dann rechnet die Trader mit einer Minderversorgung von Öl in der Welt und allein deshalb steigt schon der Preis. Also man nennt es Sentiment. Nur, weil sozusagen die Stimmung oder die Erwartung sich verschlechtert, steigt schon der Preis. Wenn Sie jetzt überlegen – die Preissteigerungen in den USA, die sie jetzt also gerade sehen und die Trumps größtes Problem ist vor den bevorstehenden Midterms – die es nicht darauf zurückzuführen, dass die USA quasi nicht genügend Benzin- oder Diesel produzieren könnten?
sondern die ist darauf zurückzuführen, dass sich die Weltmarktpreise in einer Art und Weise entwickeln. Natürlich aufgrund von Trumps Krieg im Iran, die er sich nicht vorstellen konnte. Und das ist halt das Problem ja? Also wenn man über Ölmärkte redet oder allgemein über fossile Ressourcen dann muss man immer die Weltwirtschaft im Blick haben und kann das nicht nur lokal auffassen.
Ja interessant ist es hier natürlich die Ölkonzerne doch profitieren, wenn der Ölpreis steigt. Aber auf politischer Ebene ist das natürlich fatal. Fatal ist es auch für den Petrostadt Russland Krieg zu führen in der Ukraine. Wir sehen gerade wie die wichtigste Einnahmequelle Russlands diese ganzen Raffinerien etc., in die Luft fliegen?
hat man sich bei der Entwicklung seines eigenen Landes durch diesen Krieg in der Ukraine selbst zurückgeworfen? Also ich denke man konnte sich einfach bei Beginn der sogenannten Spezialoperation nicht vorstellen und dass sowas Was die Ukraine jetzt macht, also die russischen Raffinerien in der Provinz tief, tausende Kilometer entfernt zu treffen.
Dass es überhaupt möglich wäre. Also kleine Vorgeschichte! Der sowjetische Luftraum war ja fast hermetisch dicht. Deswegen war Matthias Rust, er mit seiner Cessna auf dem Roten Platz landet auch so ein Skandal und deswegen mussten so viele Generäle damals auch gehen weil man sich das einfach nicht vorstellen konnte dass irgendwas überhaupt eindringt in den Luftraum.
Also die Sowjetunion hat ja etwa fünfzehn Prozent ihres Staatsbudgets nur fürs Militär ausgegeben. Und ein Großteil ging eben in die Abriegelung der äußeren Grenzen und natürlich auch des Luftraums, das heißt also die Langstreckenradarret zum Beispiel, die es bis heute in Russland gibt sind alle sowjetischer Bauart und die haben alles geschützt, also sowohl die großen Städte wie auch die Provinz.
Es war wirklich ein hermetisch lichter Raum. Jetzt als die Sowjette Union sich aufgelöst hat nach einundneunzig sind viele dieser Strukturen wieder zerfallen. Das heißt also, der Luftraum wurde sozusagen löchrig. Dann kam Putin. Putin hat im Wesentlichen zwei Machtbasen Moskau und St. Petersburg. Das heißt die heutigen militärischen Befestigungen, die Luftraumsicherheit, konzentriert sich vor allem auf diese beiden Räume während das moderne Russland mit den neunziger Nullerjahren nichtes Geld hatte um diese flächendeckende Dichtigkeit des Sowjetunion wiederaufzubauen.
Und das hat sich die Ukraine zu Nutze gemacht. Es gab bei Vierundzwanzig hat die Ukraine mehrere dieser Langstreckengradare erfolgreich beschossen. Und jeder hat sich gefragt, wieso eigentlich? Weil diese Langstreppengradare dienen eigentlich dazu, die Provinz zu überwachen. Was soll das? So und jetzt merken sie halt, dass diese russischen Raffinerien sehr tief in der Provinze stehen und genau in Gebieten, die nicht mehr verteidigt sind.
Also wo ich quasi sage, wo ich jetzt keine umfassenden Luftabwehrbatterien oder S-Fürhundertsysteme stehen habe. Und dementsprechend wenn Sie also die Position genau kennen... Und wenn Ihnen der Geheimdienst nützliche Flugroten etablieren kann, dann können Sie sehr gezielt diese Raffinerien angreifen.
Interessanterweise kam gerade gestern eine Meldung das Rosneft jetzt dazu übergeht keine Vollreparaturen mehr zu machen weil die Ukraine auch die gleiche Raffinerie mehrfach treffen kann. Es hat Rosneff jetzt schon mehrfach erfahren. also sprich Raffinary wird getroffen von ukrainischer Missaal sie reparieren die Raffinery mehrere Monate lang und dann kommt die Ukrainer sagt vielen Dank hier ist die nächste Missal und sie geht schon wieder kaputt.
Das heißt, die aktuelle Strategie von Rosneft ist sozusagen wir machen nur noch kleine Teilreparaturen also wird drosseln die Kapazität so massiv runter dass die Raffinerie nur noch ein bisschen produziert sodass sie nur noch etwas kaputt geht wenn die Ukraine nochmal zuschlägt. Das müssen Sie sich mal überlegen, das ist der derzeitige Stand der Produktion.
Also Fun Fact! Wenn Putin Trump jetzt dieses verspricht dann bin ich mal gespannt ob er seinen Lieferversprechen einhalten kann weil so toll ist das nicht mehr mit der russischen Exportkapazität bestellt. So also das müssen sie alles wissen oder? Und die Raffinerien stehen in Russland natürlich dort wo entweder große industrielle Zentren bestehen, wie zum Beispiel in der mittleren Bolgarregion.
Also alles so zwischen Samara und Ufa oder eben dort, wo das Öl direkt aus dem Boden kommt? wie in Tatarstan zum Beispiel, also wo es direkt rauskommt und direkt gekracked und weiter verarbeitet wird. Es gibt in Russland zwar ein Öltransportnetz das ist aber hauptsächlich lokal, d.h., wenn sie diese Strukturen zerstören – das hat die Ukraine bisher noch nicht gemacht, aber nehmen Sie an, die inner- russischen Pipelands würden sie zerstören oder?
Dann ist das auch sehr schwer aus den riesigen Ölfeldern überhaupt die Kapazität noch im Land zu verteilen. Das wäre noch vollstellbar als nächste Stufe, aber die derzeitige Beschädigung der Haffinerien tut dem Petro-Start Russland schon sehr weh. Also nicht aufgrund der Eigenversorgung. Die können Sie noch sicherstellen.
Zumindest mit Diesel und Benzin schon nicht mehr. Wir haben jetzt die Fotos gesehen von Tankstellen, Schlangen ... Aber das Problem ist halt, Russland hat ja früher vor allem Produkte aus Rohöl exportiert also margenstarke Produkte sprich Rohöl bringt Ihnen zwar schon ein bisschen Geld, aber viel Margenstärker ist Benzin, Diesel, Naphtar, Paraffin.
Also alle Produkte die Sie aus Öl eigentlich herstellen, die sie herstellen durch Kraken in den Raffinerie und alles das findet nicht mehr statt. also dieses Exportgeschäft ja dass bricht weg und das tut schon sehr weh auch selbst wenn sich sagen wir raffineri funktioniert noch ja gut aber mit der Schattenflotte läuft es auch nicht mehr so rosig, auch die Häfen werden mittlerweile bombardiert.
Und da merken Sie wie sie auch an Petro-Staats durchaus treffen können. also klar der Petrostate kann sich als Industrienation unter Druck setzen. aber wenn sie den Petrostat die Produktionsbasis verweigern indem sie seine Raffinerien abschießen dann kommt dessen Geschäftsmodell auch sehr stark unter Druck und ich glaube das hat man sich bei Beginn des Krieges in Zweiundzwanzig einfach nicht vorstellen können.
Also damals saßen ja Menschen in den Talkshows, die als Experten bezeichnet wurden. Und uns dann gesagt haben, in drei Tagen ist die Sache vorbei. Nächsten Februar dauert der Krieg fünf Jahre. Er dauert jetzt länger als der erste Weltkrieg und er wird auch so schnell glaube ich nicht vorbeisein. Insofern ist das für ein Petro-Start, der eben ausschließlich auf sein fossiles Modell setzt.
Heute werden weniger als zwei Prozent der russischen Primärenergie nachhaltig oder solarer erzeugt. Das ist für sie schon ein krasses Problem! weil sie nicht einfach kurzfristig auf einen neuen Technologiefahrt umsteigen können. Dafür haben Sie weder die Technologie noch das Kapital, also wenn überhaupt dann müsste China kommen und ihnen das bauen und da würden natürlich dafür entsprechend was verlangen.
Wenn man unkonventionell denken kann – und das ist denke ich der große Vorteil der ukrainischen Kriegführung -, dann kann man auch gegenüber solchen scheinbar sehr mächtigen Staaten viel erreichen. Trump und Putin haben in dem Fall gemeint, dass sie beide Folgen für ihr eigenes Land, für eigene Nationen nicht abgesehen haben bei Staat dieser Kriege.
Jetzt freu ich mich. einerseits die USA haben durch die Steigerung der Energiepreise ein politisches Problem also die US-Regierung in dem Fall. Ostland hat ein existenzielles Problem aus wirtschaftlicher Sicht. wenn diese ganze Versorgung zusammenbricht und ihre Referentärin in die Luft fliegen wie lange kann sich Trump?
Wie lang kann sich Putin die jeweiligen Kriege noch leisten? Ja, also da muss man eben noch ein bisschen was anderes sehen. Nämlich wie sehr ist die Zivilbevölkerung bereit das zu tolerieren? Also sprich ein diktatorisch beherrschter Staat wie Russland wo sie von der zivilgesellschaft keinen Widerstand zu erwarten haben, da können Sie das machen.
Wir haben jetzt zum Beispiel alle die Schlangen gesehen an den Tankstellen in Russland. Frage geht deswegen in Russlands Revolution los? Nein natürlich nicht! Die Leute müssen sich damit abfinden. Das haben sie auch für eine Wahl, also angenommen jemand würde auch nur den kleinen Finger heben der wird sofort verhaftet und verschwindet.
Jetzt aber in den USA ist das ein bisschen anders. wenn in den usa Der preis für die gallon diesel im moment bei zwischen sechs und sieben us dollar steht Und ihre ganze zivile transport logistik in den usa auf trucks basiert und diese trucks sind nicht solar Sondern nein die tanken diesel dann haben Sie jetzt einen riesen problem.
ja und dieses Riesenproblem das manifestiert sich dann als unmut an der Wählerurne. Und ich denke, es ist eigentlich ironisch ... Ich habe ja vorhin Carter erwähnt. oder wenn Sie noch mal zurückblicken zu Carter? Carter geht politisch an zwei Dingen zugrunde einerseits an der hohen Inflation und andererseits am Iran also genauer gesagt an der Geisel-Affäre.
das ist ihm nach dieser völlig verkorksten Rettungsmission eben nicht gelingt hier den den Iran dazu zu bewegen, die Geisen vor der Wahl freizulassen und Reagan erntet dann sozusagen die Lorbeeren. Wenn Sie jetzt überlegen Trump hat genau das gleiche Problem. Er hat eine hohe Inflation, die er nicht kontrollieren kann aufgrund der induzierten Inflations bei den wahren Preisen.
Er hatte zusätzlich hohe inflationen an der Zapfsäule weil der Weltpreis eben über das Sentiment reagiert. Und er hat einen Iran, den kann er zwar bombardieren. Aber der hält ihn natürlich hin und wird ihm vor dem Mittagens keine Geschenke mehr machen was dazu führt dass es jetzt wahrscheinlich am dritten November für ihnen ein ziemlich großes Disaster gibt eher danach unter sehr starken innenpolitischen Druck kommen wird.
Also Sie sehen, das hängt nicht nur... diese Energiefrage hängt damit nicht nur zusammen was kann ich produzieren oder quasi wie lange kann ich so einen Krieg durchhalten? Sondern es hängt auch mit der Macht der Zivilbevölkerung zusammen. Wie sehr kann die Zivil Bevölkerung politisches Potenzial mobilisieren um Veränderungen zu verlangen?
Man kann auch zum Beispiel in die deutsch-deutsche Geschichte dazu zurückschauen. Also wenn Sie zum Beispiel sagen, die sogenannte Wende in der DDR kommt ja nicht einfach so von ungefähr. Diese Montagsdemonstrationen Leipzig, die da losgehen, die haben eine lange, lange Vorgeschichte und eine dieser Vorgeschichten findet sich in der Umweltbewegung in der DDR.
Also sprich diese ganzen künstlich etablierten Industrie Strukturen, zum Beispiel im Bitterfeld oder in Leuna also wo eine zentralistische Planungsbürokratie sagt da kommt jetzt hier ein Chemiewerk hin und da kommen die Raffererie hin usw.. die wurden ja unter abenteuerlichen Bedingungen für Mensch und Umwelt betrieben.
Und gingen ein Heer mit entsprechend sehr starker Umweltserstörung, natürlich auch massiven gesundheitlichen Problemen bei der Bevölkerung. Dann ging so eine Graswurzelbewegung los. In der DDR haben sich dann sogenannte Umweltbibliotheken gegründet, also dass die Menschen begonnen haben, sich für Naturwissenschaften und Umweltwissenschaft zu interessieren.
Das hat sich dann so ein bisschen verbunden mit der kirchlichen Bewegung oder in den Kirchen auch gesagt haben das ist doch kein Respekt vor der Schöpfung wenn hier alles kaputt gemacht wird. und so begann es eigentlich. Diese Unzufriedenheit hat sich langsam als politisches Potenzial manifestiert. Auch wenn Sie denken in Westdeutschland ist eigentlich ähnlich.
Die westdeutschen Städte sind in den Siebzigerjahren unter großen Smokglocken, also sprich es macht keinen Spaß in Städten wie Frankfurt oder im Ruhrgebiet zu wohnen in den siebzigern Jahren. und es manifestiert sich dann eben so eine Umweltbewegung die sich fragt muss das eigentlich so sein? Mit diesen ganzen Lungenkrankheiten und so die wir jetzt hier haben geht das nicht auch anders.
Und wenn sie jetzt eine freiheitliche Gesellschaft haben wo auch alternative Technologien möglich sind, wo man darüber nachdenken und auch die bauen und entwickeln kann. Dann etablieren sich damit eben alternative technologische Pfade. in Russland ist das nie passiert sowohl aus wirtschaftlichen Gründen weil man einfach keine andere Wahl hatte also wenn Öl ihre einzige große Einnahmequelle ist und ihre ganze Wirtschaft davon abhängt dann kommen sie davon nicht weg.
Und anderseits auch, weil eben die Bindung in Ressourcen... Das ist sozusagen der Fluch der Rohstoffökonomien. Dazu führt das sie gar keinen Anreiz haben wegzukommen. Also sprich wenn Sie extrem umfangreiche Ressoursen haben dann fragen es sich ja aber was soll ich hier irgendwie über so Laumodule nachdenken?
Ich habe doch Ölbild auf Jahrhunderte und da haben sie gar einen Anreize umzusteigen auf eine Technologie. Europa hat eben in den Energiekrisen der Siebzigerjahre erstmals die Erfahrung gemacht, wie weh das tun kann wenn man energetisch unter Druck gesetzt wird. Und damals kann man sagen okay damals kam sozusagen der Schock aber es war noch keine skalierbare Alternativtechnologie zur Verschügung.
also so solarenergie ja klar das gab's schon als Konzept und auch in einzelnen Anlagen auch Wärmepumpe übrigens des technische Prinzipes war bekannt. Na ja, so Insellösungen für nördige Spinner. Man hat das so belächelt und dann kommen hier Ökos... Und man hat nicht gesehen dass das eigentlich eine Zukunftstechnologie für Autarkeversorgung sein könnte.
So jetzt haben wir eben wieder einen Schock nach dem unsere Illusionen der neunziger Jahre jetzt langsam alle zerschlagen sind. Und jetzt haben wir aber skalierbare Alternativtechnologien. So, und jetzt stellt sich in die Frage sind wir jetzt als zumindest als Europäer? Ich will nicht mal sagen als Menschheit, aber als Europär so lernfähig dass wir sagen vielleicht ja jetzt mal der Moment auch eine Graswurzelbewegung zu starten und nicht auf irgendwelche großen romantischen Pläne zu warten und auch nicht vielleicht so sehr auf die Diktatoren der Welt zu gucken sondern zu sagen, was können wir eigentlich tun um unsere eigene Sicherheit in energetischer Hänse sich zu verbessern.
Bevor wir eine Graswurzelbewegung starten lassen Sie noch einmal uns über Russland sprechen weil sie haben gesagt der große Unterschied ist in einer freien Gesellschaft gibt es dann den zivilen Widerstand. da gibt das politische Nachspiel und deshalb gibt es eine Möglichkeit dass man bevor eine Infrastruktur etc.
zusammenbericht aufgrund von Kriegen dass es da schon Proteste unter ein Systemwechsel gibt. Bei Russland sieht es ja anders aus, aber Russland ist ja so abhängig von seiner Ölproduktion oder von seinen Rohstoffen. Dass wenn jetzt durch diesen Krieg wirklich alles beschossen wird und die Anlagen in die Luft gehen das ist ja dazu führen kann dass einem wirklich die wirtschaftliche Grundlage des Landes genommen wird.
Wie lange kann sich das Russland noch leisten? oder wie lange kann Russland in diese Richtung noch weitermachen, bevor ja einfach die Grundlage die wirtschaftliche entzogen wird, die auch diesen Krieg finanziert? Also dazu hilft es vielleicht einen Blick zu werfen in das zauberistische Russland vor. Wir sind ja sehr an ein Russlandbild gewöhnt, das uns Russland zeigt als scheinbar mächtige Industrienation oder scheinbarmächtiger Petrostart.
Aber das steht eigentlich auf sehr wackeligen Füßen. also die Besonderheit bei Russland ist es eigentlich dass Russland das immer verstanden hat aus sehr begrenzten ökonomischen Ressourcen eine sehr große geopolitische Wirkung zu erzielen. aber Das ist eigentlich historisch ein sehr junges Phänomen. Es beginnt erst so um den Ausbeutung der Ölgebiete von Baku.
Aber überlegen Sie mal, was war denn Russland vor? Ein bitterarmer Agrarstaat! Wenn Sie sich jetzt die gesamte russische Ölinvestrie wegdenken... und sich fragen, was hat Russland eigentlich außerdem noch? Und das war eigentlich so der Gedanke von John McCain. Der ja mal gesagt hat Russia is nothing but a big gas station oder so in ungefähr umso ganz stimmt es nicht!
Also Russland hat natürlich schon auch metallische Ressourcen also Metalle Minerale Es hatte Edelsteine Diamantenrubine Es hat umfangreiche Ressource natürlich von Getreide. Also selbst zu sagen ist gerade rund hundertsebzig Prozent, also zumindest noch. Auch die Getreideproduktion ist im Moment quasi Energie weil die Traktoren immer teurer sind diese Tanken auch nicht mehr so toll.
aber immerhin getreide Anbau geht der Export. das haupt export Produkt Russlands in dem siebzehnten und achtzehn Jahrhundert war Holz. Das geht auch Aber sonst eher Bescheiden. Das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Sie haben zumindest Ressourcen, jetzt stellt sich aber die Frage was können sie denn mit diesen Ressoursen bauen?
Also was können Sie damit finanzieren? Wenn Sie nichts anderes haben als das Geschäftsmodell Ich verkaufe meine Rohstoffe Wie wollen Sie da mit einem ausgebautem Sozialstaat finanziert? Die russischen Renten sind jetzt nicht besonders hoch Aber immerhin es gibt Renten. Es gibt auch eine russische Krankenversicherung.
Der russische Staat leistet umfangreiche Subventionen an seiner Regionen, unter anderem deshalb um sein Imperium zusammenzuhalten. Also dass die Völkchen ihnen nicht weglaufen. Er gibt im Moment Rekordbeträge aus für Rüstern weil er Krieg führt. Können sie das alles finanzieren ohne Petroökonomie? Nein natürlich nicht!
Also sprich die Frage ist einfach natürlich können Sie sich in Russland ohne Petroeconomie denken aber dieses Russland es dann etwas sehr Kleines und etwas sehr Provinzielles Also etwas, das auch sicher keine geopolitische Macht mehr in diesem Umfang ausüben kann. Sie haben dann vielleicht noch so ein Rest Russland.
Das hat natürlich da noch Atomwaffen? Ja gut! Aber es wäre dann ohne die Petroökonomie sicher nicht mehr in der Lage... so starken Einfluss auszuüben oder zu versuchen, eben so schwache Gestalten wie Trump eben als nützliche Idioten zu verwenden um seine eigene Agenda in der Welt durchzubringen. Diese Vorstellung des zarristischen Russland vor eighteenhundertsechzig.
also empfehle ich Ihnen immer schauen Sie sich mal alte Dagerotypien oder Gemälde an aus dieser Zeit Also Wie Die Menschen Aussehen wie die Verkehrsinfrastruktur funktioniert. Es gibt damals natürlich auch noch keine Eisenbahn und Straßen, ja gut aber diese Straßen verwandeln sich sechs Monate im Jahr in Schlammbahnen wo sie nicht mehr durchkommen.
Dieses Land ist de facto unregierbar aufgrund der riesigen Entfernungen. Damals konnte man sagen okay, damals war das nicht so sehr ein Problem weil einfach allgemein die Transportkommunikations- logistikinfrastruktur sehr langsam ist. Die Technologie des Mords sind jahrhunderts. Aber wenn Sie jetzt heute sagen, sie haben direkt China nebendran, dass die Technologie des XXI.
Jahrhunderts anbieten kann aber zu Hause geht Ihnen die Petroökonomie kaputt und Sie fallen zurück ins Mittelalter dann fragen Sie sich mal was dann passiert? Dann bricht Ihnen Ihr Imperium zusammen weil China dann sagt okay dann übernehmen wir das jetzt! Weil wir können diese armen Menschen ja hier nicht einfach vor Hunger in der Provinz sitzen lassen.
also insofern ist die Petrodollar Ökonomie nicht nur wirtschaftlich sondern sie ist auch sozusagen politisch die Lebensader Russlands. Wir sind so gewöhnt daran, eben Russland durch diese fossile Brille anzuschauen. Dass wir gar nicht mehr in der Lage sind anders zu denken. Ich denke das haben auch mehrere deutsche Bundesregierungen ja so getan.
Also dass sie sagen dieses Russland ist ein Petrostart. Das kann viel und billig Energie anbieten. also kaufen wir diese viel und Billige Energie Und ich meine damit jetzt nicht nur die Regierung in der Nullerjahre sondern es beginnt bereits interessanterweise unter den SPD-Regierungen der Siebziger Jahre.
In der großen Koalition kommt der erste Vertrag mit der Sowjetunion über die Lieferung von Gasroserven. Wenn Sie so über die Sache nachdenken, dann merken sie wie sie plötzlich zum Angefixt werden. von diesem Bild. da ist quasi das große Öl lager und das große öl Lager ist billig. Und ich muss mich nur ein bisschen gut stellen mit den Leuten.
oder diese Leute sind ja so verarmt und verhungert Die müssen wir das sowieso liefern Und plötzlich sind sie Teil dieses Spiels. Also die Petrosphäre dehnt sich sozusagen aus und saugt sie ein, und plötzlich werden ihre strategischen Handlungsoptionen damit sehr begrenzt. Das geht aber eben nur weil Sie eben diese Petrospheere als politisches Wichkel nutzen können.
Wenn Sie jetzt zum Beispiel die osteuropäischen Satellitenstaaten anschauen des Sowjettenwohnen da war das Geschäftsmodell schon damals so dass billige Gaslieferungen dazu dienen politische Zuverlässigkeit hierzustellen. Also das Baltikum zum Beispiel, bekam sein Gas zu hundert Prozent aus der Sowjetunion Bulgarien zu ich glaube es siebzig Prozent.
auch Ungarn, Rumänien waren damals schon angefixt. und also sprich mit dem Gas war damals die Idee dass mit dem Gast verdienen Sie nicht unbedingt Geld sondern das Gas dient eher so zum Geopolitischen Anfixen ihrer Nachbar Das Geld verdient ja eigentlich mit dem Öl aber dann auf den Weltmarkt Auch wenn sie jetzt vielleicht so wie die Druhischbar eine exklusive Ölaltung bauen zu ihren besten Kunden, aber eigentlich war das Öl immer ein Weltgeschäft.
Und auch deswegen ist die Kriegführung der Ukraine, ja, die trifft genau da wo es eben wehtut. Wenn Sie ihr Öl nicht mehr auf den Weltmarkt kriegen weil die Schiffe der Schattenflotze nicht mehr durchkommen oder ihre Häfen beschossen werden dann können sie noch sehr Petro-Start sein. Es nützt Ihnen einfach nichts mehr.
Die Ukraine hat es schon verstanden, wie man an diesen strategischen Hebeln ansetzen kann. Wir sehen also die Abhängigkeit von Öl ist sowohl für die Produktionsstaaten als auch für die Abnehmer fatal wenn man so vulnerabel dadurch is. von unseren Ländern auf dieser Welt gerade im Ukraine Krieg, weil ja Russland ganz gezielt die Energieinfrastruktur der Ukraine zerstört beschießt.
Das sorgt dafür dass Leute keine Strom mehr haben nicht mehr heizen können. da bevorstehende Winter dürfte wirklich katastrophal werden. wie kann man sich denn als Land gegen diese Abhängigkeit schützen? Was kann die Ukraine aktuell tatsächlich machen? Also das Interessante jetzt für mich am Krieg ist, jedes Mal wenn wir wieder ins Winterhalbjahr gehen kommt diese Erzählung.
Die Ukraine wird demnächst zusammenbrechen, erfrieren und an Stromangel zugrunde gehen. Und das Interesse ist, obwohl Russland ja die zivile Infrastruktur massiv beschließt und dazu gehört insbesondere auch die Energieinfrastrukturen. Obwohl ich betone dass immer wieder Kriegsverbrechen sind, stehen, aber stehen als ewige Schande in der Geschichte.
Dass es trotzdem der Ukraine gelingt, zumindest eine gewisse Basisversorgung aufrecht zu erhalten und das ist eigentlich interessant und da muss man ein bisschen verstehen wie machen die das eigentlich? Ich sage mal eine Idee, wie man so einen System notfallmäßig aufrechterhalten kann ist sogenannte rollierende Versorgung in Zeitfenstern.
Das macht zum Beispiel Südafrika auch, wenn sie also nicht mehr in der Lage sind genügend Strom zu produzieren oder ihre Infrastruktur marode ist oder jetzt wie im Krieg, wenn Sie einfach systematisch beschossen wird dann richten Sie einfach bestimmte Versorgungsfenste ein. Also Sie sagen Strom gibt es nur in bestimmten Städten an bestimmten Wochentagen zu bestimmten Zeitfenster.
Das können Sie machen. Das nennt sich Rationierung in der Ökonomie, das ist natürlich nicht besonders vorteilhaft weil einerseits für die versorgende zivilen Wirtschaft, die braucht natürlich Produktionssicherheit da ist Stromabschaltung das falsche Thema und natürlich auch für die lebensumständige Zivilbevölkerung.
wenn man jetzt aber anguckt wie die Ukraine sich entwickelt hat also in jedem Kriegswinter ist es ihr sozusagen gelungen, das Netz ein bisschen stabiler zu machen. Und da gibt's zwei weitere Mechanismen die sie anwendet. Das eine ist konsequente Dezentralisierung des Stromnetzes also sprich dass ich nicht mehr sage wir bauen die Stromnetze so wie wir es eigentlich bis heute machen.
Also sprich wir haben sehr große Nachfragen nach Strom, das sind vor allem die Städte und große Produktionsanlagen und wir haben Das sind typischerweise Atomkraftwerke, große Wasserkraftwerke. Und diese Dinge stehen normalerweise in großer geografischer Entfernung voneinander. Also sprich zum Beispiel das so große Nuklearkraftwerk also nicht nur in Sapolische sondern eigentlich überall In der Ukraine steht natürlich an Flüssen weil die Kraftwerke Kühlung brauchen.
Also am Nepro und im südlichen Bug aber die großen Städte liegen eher im Norden und Westen der Ukraine. Also sprich brauchen sie große Stromleitungen mit hoher Spannung, die das Ganze überbrücken und den Strom transportieren. Das so funktionieren unsere Stromnetze also unser Übertragungsnetz mit der Hochspannung und so funktioniert auch das sowjetische Stromnetz, also sprich Verbraucher und Entferner verbrauchern nahe und Anbieter liegen weit auseinander und wir brauchen diese Transportinfrastruktur.
Jetzt sagt die Ukraine okay das geht im Krieg aber nicht mehr. Also was machen wir? Wir machen Dezentralisierung des Stromnetzes. Also sprich, wir verwenden zum Beispiel Generatoren die wir einfach massiv aufstellen entlang gesicherter Strukturen in den Städten und wir verwende auch Batteriespeicher.
also es gibt jetzt einige Joint Ventures zwischen westlichen Energiefirmen und ukrainischen Firmen die sagen wenn der Strom ausfällt dann müssen wir zumindest eine gewisse Anzahl von Menschen kontinuierlich versorgen können und dafür nutzen wir diese Energie speichern. Also das sind alles Innovationen, die durch den Krieg gekommen sind und die zu einer gewissen Dezentralisierung des Stromnetzes geführt haben.
Und da muss man natürlich auch noch eins sehen nämlich das riesige Potenzial der Ukraine für Solarkraft, aber vor allem für Windkraft in den südlichen Regionen. Das heißt also die Kriegsziele der Ukraine, also die Wiedererlangung der Staatsgrenze von ein neunzig. Die ist sozusagen nicht nur politisch sondern sie erlangen damit eben auch die Gebiete zurück, die sehr starke Sonneneinstrahlung haben und wo Sie ohne weiteres Ihre Energieversorgung auf Export auslegen könnten.
Also sprich dadurch dass das Russland jetzt Versucht die Energieinfrastruktur der Ukraine zu zerstören, ist ein sehr großes Bewusstsein für energetische Potenziale entstanden und auch dafür eben wie man das Energiesystem umbauen kann nach dem Krieg. Also quasi durch diese Zerstörung wird der Umbau des Energiessystems auch beschleunigt weil man wird ganz sicher nicht das servietische Energiesystem wieder aufbauen, also sprich das klassische Übertragungsnetz mit Hochspannungsleitungen.
Sondern dann werden wir sehr viel stärker auf dezentrale Lösungen gehen zum Beispiel auch auf Gleichstromübertragung. Also dass man sagt es gibt keine großen Masken mehr die Wechselstrom übertragen sondern es gibt einfach dicke große Gleichstromkabel Und die gehen zum Beispiel rüber nach Polen und von da gehen sie dann wieder in eine Wechselstromarchitektur.
Das alles sind Innovation, wo ich glaube dass der Ukraine sehr große Bedeutung zukommen wird so auf Sicht von fünf bis zehn Jahren. also Sie sehen so schrecklich das auch ist, dass das Energiesystem beschossen wird so sehr zwingt es sie eben nachzudenken über die Architektu diese Systems. übertragen sie den Gedanken mal auf Europa sprich was würde mit unseren Gesellschaften passieren wenn Russland das Gleiche machen würde?
Wir würden europäische Industrien umgehen mit erratischen Stromausfällen. Da würde unser Wirtschaftsmodell zusammenbrechen, also sprich die Ukraine ist sozusagen ein Zukunftsraum wo wir vieles beobachten können was wir eigentlich fürchten oder wogegen wir uns sehr viel stärker absichern müssen. und insofern kann man sagen wenn es in der Ukraine funktioniert unter Kriegsbedingungen dann wird's auch bei uns funktionieren.
Und insofern sind das, glaube ich sehr wertvolle Lektionen die man da mitnehmen kann aus dem Krieg. Lassen Sie uns gleich auf diese Lektion eingehen. sowohl Europa betrachtet diesen Krieg in der Ukraine nicht nur ja mit Sorge sondern auch voll Betroffen. wir erleben ja auch dass russische Akteure in europa immer wieder sabotage machen und unsere energieinfrastruktur unter Bedrängnis bringen.
aber auch in China beobachtet man natürlich diesen krieg Aber auch z.B. durch andere Konflikte wie im Iran indirekt betroffen, weil man auch von Importen, Rohöl oder Öl abhängig ist und von Gas sind denn das große Wirtschaftsmächte neben den USA, Europa und China auf dem richtigen Pfad sich unabhängiger von diesem System der Petrostaten und der folgenden Kriege sich unobhängig zu machen?
Also ich glaube, das hat nichts zu tun mit Landesgröße oder wo sie geografisch sind sondern mit strategischer Einsicht. Die Nationen die im Moment Solarenergie am massivsten ausbaut ist ganz klar China also Xinjiang. die Würste in Nordwesten Chinas wird vollgepflastert mit Solarmodulen und es gibt dort schon riesige Solarkraftwerke.
also schauen Sie sich mal Fotos davon an. Das hat natürlich für China ist es möglich weil einerseits wohnen dann nur Also nach chinesischer Vorstellung ist das quasi unbewohnt. Und außerdem ist die Landesfläche dort einfach riesig, dass heißt sie haben sowohl die Fläche und dazu kommt natürlich auch noch, Sie sind eine kollektivistische Diktatur.
Das heißt es gibt niemanden der widerspricht beziehungsweise wenn da jemand widersprücht wird er einfach umgesiedelt. Das heisst als so eine Diktatur haben sich ganz andere Möglichkeiten. aber ich scherz bei Seite. man kann eigentlich sagen alles das was in Europa immer gegen den Umbau des Energiesystems gesagt wurde oder gegen den Umstieg auf Solareproduktionen.
Das ist in China mittlerweile ad absurdum geführt worden, also was hat man nicht alles gesagt? Man hat die Fläche nicht! Man hat angeblich die Kapazität nicht ich habe ihn vorhin vorgerechnet und den gesamten Jahresbedarf Europas an Strom zu rechnen. Zwei-tausendriander Gigawatt an Kapazitäten verbraucht ihnen weniger als zwei Prozent der europäischen Landesfläche.
Also sie brauchen nicht unbedingt eine riesige Wüste wie in China. Sie könnten das auch hier machen. Was hat man noch gesagt? Ah ja, das Netz wird dadurch instabil. Schauen Sie mal nach China. also ich habe jetzt nicht den Eindruck dass das chinesische Stromnetz instabil wird. im Gegenteil die machen genau das was ich gesagt habe Dezentralisierung Einführung von Gleichstromelementen.
Wenn sie das so überlegen dann haben sich da eine andere Einstellung und das ist was ich am Anfang gesagt habe. es geht weniger darum wo kommen sie her Also aus welchem Technologie Pfad sondern Es geht um die Überlegungen Wo müssten sie eigentlich hin? Wie gelingt es Ihnen, Ihre Energieversorgung nachhaltig zu sichern?
Natürlich hält sich China vornehmt zurück mit irgendwelchen Interventionen im Nahen und mittleren Osten. Aber natürlich ist der Iran der größte Öliferant Chinas. ja und China ist nach wie vor eine fossile Wirtschaft aber sie versuchen wirklich mit großen Schritten davon wegzukommen Und da sehen Sie halt einfach diese Unterschiedlichkeit im Denken.
Also ich denke nicht, oh meine ganze Wirtschaft ist fossil und ich muss unbedingt hier meine Lobbyisten und meinen politischen Entscheidungsträger bedienen sondern China sagt sich was brauchen wir um als Weltmacht energetisch unabhängig zu sein? Weil wenn ich als Weltmarkt energetische unabhängig bin dann habe die maximal mögliche Machtpositionen.
niemand kann mich unter Druck setzen aber ich kann alle anderen unter Druck sitzen. Und wie erlange ich das? Naja, die Grundvoraussetzung dafür ist energetische Autarkie. Wie erlang' ich die? primär? durch die Stromversorgung? Weil Mobilität hängt ja letztlich auch an Fossilen. aber wenn's mir gelingt, die Mobilität elektrisch zu machen dann reduziert sich das Problem auf Strom und damit auf Angebot an nicht fossiler Stromproduktion.
also was mache ich? Solar! Alles zupflastern. Es ist eigentlich ein No-Brainer. Also der Gedanke ist ja eigentlich nicht besonders schwer. Der Unterschied ist einfach nur, dass China das als festen Bestandteil seiner nationalen Energiestrategie verankert hat. Während es in Europa eben immer noch auf sehr starke Widerstände trifft vor allem von den Menschen die halt sehr stark noch eingebunden sind also entweder physisch oder zumindest geistig in die alte fossile Welt.
Also für mich hat jetzt wirklich nichts zu tun wie groß sind sie? Oder wie viele Einwohner haben Sie sondern mit strategischen Denken Und vielleicht ist die Lage in Europa dafür noch nicht schlecht genug. Also ich weiß nicht, vielleicht braucht es noch zwei drei Wake-up Calls bis man's dann endlich verstanden hat.
Aber ich denke so lange man am fossilen Modell festhält wird die Lage sicherlich viel besser werden. Ich glaube auch nicht dass das die alternative Nuklearkraft wirklich tragfähig dafür ist. also wenn sie denken wie lang es dauern würde neue Atomkraftwerke zu bauen selbst wenn die Bewilligung haben und die Kapazität usw.
sicher mal dreißig Jahre. Und ja, es gibt es gibt Konzepte also eher noch experimenteller Art dass man sagt wir machen das mit Thorium Also Schlüsse-Salzreaktoren und wir bauen die modular in so Container. Das ist alles so im Experimental Stadium. bis das wirklich massenfähig wäre würden zwanzig Jahre vielleicht vergehen.
In der Zeit könnten sie die Welt zu pflastern mit Solar. Also wie gesagt das hat nichts eigentlich mit grün zu tun und auch nicht mit CO² sondern mit strategischem Denken. Und da fehlt es Europa halt an dieser Tradition, sich selber als ich sage mal als Macht oder als etwas zu betrachten das was tun muss fürs eigene Dasein.
Europa kommt ja aus einer Tradition wo es entweder gewaltsam okupiert und unterdrückt wurde also die früheren sowjetischen Satellitenstaaten oder wo es in einem bequemen Wohlstandspazifismus war, also sprich ich werde beschützt von einem wohlmeinenden großen Bruder. Ich habe zwar keine Bedeutung mehr in der Welt und auch keinen Einfluss in der Welte, Imperien sind untergegangen aber dafür bin ich jetzt friedlich bei mir und mache ruhigen Wohlstandspazifismus.
Also sprich in beiden Hälften Europas müssen Sie eigentlich nicht darüber nachdenken ob sie da sind Sondern ihre Existenz wird sozusagen extern garantiert. Nicht unbedingt freiwillig, nicht unbedingt friedlich aber sie müssen nicht für sich selber stehen und sich in der Welt bewähren. Und ich glaube das hat sich diese Einstellung immer mehr als irreal oder undurchführbar.
erwiesen. Also plötzlich merken sie, aus Osten kommt wieder Krieg. Plötzlich merken Sie der große Bruder im Westen ist nicht mehr so billig. und plötzlich merkt ihr der globale Süden den sie immer so ein bisschen herablassend mit postkolonialen Augen angeschaut haben. Der wird plötzlich zum Konkurrenten, der kauft plötzlich ihre Firma auf, der rollt plötzlich ihre Märkte von hinten auf.
und plötzlich Merken sie es gibt halt keine Garantien mehr. Also nicht mal fürs eigene übrig bleiben, sondern man muss lernen wieder für sich selber zu stehen. und ein Schlüssel dabei ist eben zu schauen dass das andere einen möglichst wenig unter Druck setzen kann. Dass man quasi sagen kann ich muss jetzt nicht unbedingt zurück ins Zeitalter der Imperien, ich strebe nicht irgendwelchen Welteinfluss an aber ich muss zumindest übrig bleiben.
also für mich selbst zu stehen ja? Und ein Schlüsse... Ein Schlüssel für diese Fähigkeit um sich selber zustehen ist energetische Autarkie. Also sprich möglichst, was man nicht unter Druck gesetzt werden kann mit Energie vor allem nicht mit Stromversorgung von anderen. Weil das Energie oder Stromversorgen im Besonderen ist die Grundlage unserer Zivilisation und unseres gesamten Daseins.
Ich glaube Sie haben jetzt sehr augenscheinlich und verständig erklärt wie fatal die Abhängigkeit von Rohstoffen, von Energie, von fossiler Energie für unsere Gesellschaft ist. Würden sie sagen dass Die Ermöglichung oder die Erreichung der Energiewende hin zu einer neuerbaren billigen Energie, eine der Grundvoraussetzungen ist dafür dass wir dauerhaften weltweiten Frieden schaffen können?
Also ich denke eine Welt in der jede Nation ihren Energiebedarf autark decken könnte wäre sicher eine friedlichere Welt. Weil es dann sicher noch Kriege gäbe, aus ideologischen Gründen zum Beispiel oder einfach weil eine Nation sich imperial ausdehnen will wie Russland etwa. Aber es gäbe zumindest keine Kriege mehr um sich irgendwelche Energieressourcen anzueignen.
Das heißt also für mich wäre eine post fossile Welt auf jeden Fall eine friedlichere Welt. Da sind wir aber dann natürlich ganz schnell beim Thema Wirtschaftspolitik. Wie erreichen wir so eine Welt eigentlich? Also wenn Sie so eine Perspektive haben, dann haben sie eigentlich die Idee eines Weltbeglückers oder eines gütigen Planers.
der entwirft jetzt einen großen Sozialplan für die Welt. wie machen wir die Welt friedlich? das erinnert mich immer ein bisschen an Entwittungshilfe. Also wenn die Weltbank dann kommt und sagt, wir haben hier wieder einen neuen großartigen Plan mit dem wir den Welthunger in zehn Jahren eliminieren werden oder wie auch immer.
Und diese Pläne gibt es seit fünfzig Jahren, sie funktionieren nie. Warum nicht? Weil es nicht so einfach ist... einzelne Nationen davon zu überzeugen, zum Beispiel ihr Petro-Modell aufzugeben oder ihren Export aufzugehen wenn sie halt nichts anderes haben. und es ist auch nicht einfach fossil gebundene Ökonomien davon zu überzeugen dass jetzt plötzlich Solar werden soll.
Also sprich wer man sowas macht dann sollte man weniger so als gütiger Sozialplaner denken oder so als zentralistischer Bürokrat sondern dann sollte Man eher dezentral denken und lokale Lösungen angucken. also ich habe jetzt zum Beispiel sehr viel über Solar gesprochen. Aber jetzt schaue ich zum Beispiel mal Dänemark an und dann muss ich sagen, für Dänemark wäre es so lah, genau das falsche weil der Hauptvorteil von Dänermark oder der Wettbewerbsvorteile ist erstens eine sehr lange Küstenlinie und zweitens wenn sie mal in Dänremark waren vor allem nicht im Sommer sondern dann wenn's nicht schön ist ja im November z.B., da würden Sie mal merken wie grauenvoll der Wind dapfeift Ja?
Das macht wirklich keinen Spaß im November in Dänemark zu sein. also no fans gegen Dänemaak aber im November machts keinen spaß Außer natürlich, sie bauen da riesige Windparks hin. Und genau das hat Dänemark gemacht. und die Hauptquelle für dänischen Strom ist eben gerade nicht Solar weil wenn es windig ist und dunkel ist es keine gute Idee der Solarmodule hinzubauen.
aber stattdessen bauen Sie Windkraft. oder schauen Sie zum Beispiel bei sich zu Hause Österreich. Österreich hat schon sehr früh auf die Wasserkraft gesetzt. Schweiz übrigens auch. warum? Weil beide die Topografie dafür haben Norwegen übrigens auch. Also sprich, ich würde sagen dass dieser Umstieg sehr viel damit zu tun hat.
Was haben Sie eigentlich bei sich lokal an Wettbewerbsvorteilen oder was würde für sie in einer lokalen Energiestrategie sehen machen? Und wenn es lokal funktioniert, dann würde ich sagen, dann haben Sie schon mal einen großen Schritt getan weil dann funktioniert diese Lösung über marktliche Mechanismen und nicht über planerische Mechanismes.
Das heißt also für mich ist die künftige europäische Energiestruktur, die können sie nicht erreichen wie in China. Wo Sie sagen, die staatliche Strategie ist alles zu pflastern mit Solar und fertig. weil warum? Weil die Partei das so sagt Punkt In Europa wird das anders funktionieren. Ich glaube, es wird in Europa einen ziemlich dezentralen Energiemix geben.
der wird auch aus Solar bestehen und selbstverständlich auch nuklear sein. also nicht unbedingt weil man neue baut sondern einfach weil man die bestehenden wahrscheinlich länger laufen lassen wird zumindest bis man genügend solare Energie hat. Also Frankreich zum Beispiel wird kurzfristig sicher nicht auf seine atomare Stromproduktion verzichten kann's gar nicht wenn sie drei Viertel ihres Stroms automat produzieren.
Aber ich glaube am Ende, also so vielleicht in den dreißigvierzig Jahren werden wir ein Gesamt europäisch schon einen eher nachhaltigen Energiemix haben. Aber der wird in unterschiedlichen Ländern sehr unterschiedlich aussehen und da ist auch nicht was Schlechtes daran ganz im Gegenteil sondern ich glaube dass jede Nation dann ihren eigenen Weg finden muss oder ihren eigenen Energiemix, der in ihrer speziellen Topographie und auch mit ihrer spezielle Kultur funktioniert.
Also es wäre zum Beispiel kein Problem Texas voll zu plastern – mit Solarmodulen. Also technologisch wäre das kein Problem! Es würde aber glaube ich sehr große Umbrüche in der texanischen Gesellschaft erfordern um das zu machen. Deswegen wundert es mich nicht dass Solar ein Thema in Kalifornien ist wo es ja auch sehr heiß ist und trocken und starke Solarstrahlung gibt, aber eben nicht in Texas.
Also na, es hat nicht nur mit Technik und Geografie zu tun sondern eben auf sehr viel mit Wirtschaftspolitik und damit dass ihre lokale Energiestrategie auch passen muss zu ihrer Kultur oder zu der Art und Weise wie sie sich auffassen als Gesellschaft. Wobei ich denke sobald der Strom billiger wird, auch wenn er vom Solarkraftwerken kommt dann wird das selbst wahrscheinlich bei Erdöl abhängigen oder erdelproduzierenden Ländern und Nationen sehr beliebt werden.
Ich möchte noch auf diese Perspektive, die Sie gegeben haben eingehen. zum Schluss sind gemeint in dreißigvierzig Jahren wird Europa es vielleicht geschafft haben eine diversifizierte nachhaltige Energieinfrastruktur aufgebaut zu haben. wir benötigen jetzt als Menschheit jedes Jahr mehr Energie. gerade erleben mit der Entwicklung von künstlicher Intelligenz und wie viel Strom die benötigt Strom jetzt viel aus fossiler Energie kommt.
Und gerade da wird eigentlich keine Rücksicht darauf genommen auf langfristige Folgen für die Umwelt, Stichwort Klimawandel etc. Halten Sie es denn für realistisch dass wir die Energiewende schaffen bevor wir uns wegen Energie und immer knapp erwährenden Ressourcen die Köpfe einschlagen? Ja also nochmal diese Erzählung.
Wir brauchen immer mehr Energie und wir können sie nicht produzieren zumindest noch nicht nachhaltig. das läuft für mich alles unter dem stichwort primary energy fallacy also die Erdung der Primärenergie. Also noch mal, merken Sie sich einfach die drei Zahlen? Sie haben in Europa an elektrischen Strom pro Jahr, in Gesamteuropa bedarf.
Um den zu decken, brauchen sie zwei Tausend Dreihundert Gigawatt-Ansolakapazität und wenn Sie die komplett installieren dann wird Ihnen das etwa zwei Prozent Ihrer Landesfläche beschlagnemen, wobei viele Flächen ohnehin schon existieren einfach bestücken könnten mit Modulen. Jetzt übertragen Sie die sehr viel größer sind als Europa und die auch sehr viel mehr ungenutzte Fläche haben, also Wüstenregionen insbesondere.
Die sie zu pflastern könnten mit Solarenergie wie es China eben tut. Ich weiß schon, ich habe gerade vorgestern gelesen von einem Rechenzentrum das steht tatsächlich in Texas Das lässt sich jetzt eine eigene Gasleitung legen Also betreibt sich mit Gas um seine Energie zu erzeugen. Und jetzt können Sie sagen okay gar nicht mal so schlecht, weil Gaskraftwerke haben von allen fossilen Technologien noch den höchsten Wirkungsgrad von ungefähr sechszig Prozent.
Aber immerhin ist sie eng nach wie vor an der fossilen Nadel. ja aber das ist kein Problem meiner Ansicht nach der Überlegung Sie können den Strom nicht produzieren sondern der Trick ist dabei zu denken Sie können dem Strom vielleicht nicht fossil so produzieren. Und da kommt diese Primary Energy Fallacy, wo Ihnen jeder sagt Sie können fossile Energie nicht ersetzen zumindest für die Stromproduktion nicht.
Wenn sie jetzt aber mal abziehen wie viel Verschwendung, wie viele externe Effekte und Nebenkosten in der fossilen Energie stecken dann verändert sich der Business Case schon sehr gewaltig. Also abgesehen davon, das Stichwort KI ich will jetzt hier nicht den Weltuntergang beschwören aber dass da eine größere Marktbereinigung irgendwann stattfinden wird und dass nicht jedes dieser Datenzentren überleben wird ist glaube ich klar.
Aber insofern die Diskussion ist ja auch nicht neu. also die gibt es schon Ende des neunzehnten Jahrhunderts Wo man sagt, die schrecklichen Eisenwalzwerke hier. Die verbrauchen ja so viel Kohle und es wird in Europa die Kohle ausgehen. Es gab schon Ende des Jahrhunderts solche Diskussionen. also ich glaube das nicht.
Ich glaube dass sehr viel damit zu tun hat, dass wir uns gewöhnt haben an eine extrem verschwenderische und ineffiziente Produktion von Energie Die Primary Energy Fallacy, die zählt halt nur den kalorischen Wert der Energie, die hineingeht in das System. Aber davon ist mindestens ein Drittel Verschwendung, Abwärme und Verpuffungen.
Und nochmal wir müssen uns angewöhnen über unsere heutigen Autos zu denken als fahrende Heizungen. Heizsungen, die übrigens leck sind aus denen alle möglichen Schadstoffe heraustropfen. Wenn Sie so einen Drive-Train, also ein Getriebe haben voll elektrisches Getrieber, das hatten Wirkungsgrad von Das ist wirklich nicht mal ein technisches Argument.
Es ist eher so ein emotionales Argument, genauso wie man in den Siebzigern diskutiert hat das Ende des Wachstums oder uns geht die Arbeit aus. Maschinen werden uns ersetzen und ich glaube, ich habe so das Gefühl mit dieser ganzen KI-Blase haben wir alle diese Diskussion, die wir in den Seventigern schon hatten jetzt einfach nochmal einfach mit einer anderen Technologie.
Ich wollte gar nicht Ihre technische Argumentation infrage stellen. Ich glaube Ihnen das sogar und mit allen Experten, die ich gesprochen habe, die sagen alle erneuerbare Energien können unseren Bedarf decken. Was ich eigentlich gemeint hab ist werden wir es als Menschheit schaffen diesen Wandel hinzubekommen und auch zu behirren, dass wir's machen müssen bevor wir uns wegen irgendwelcher irrationaler oder verrückter Kriege die Schädel eingeschlagen haben.
Ja da sind wir wieder bei den sowjetischen Science Fiction-Schriftstellern, mit denen wir ja angefangen haben. Sie kennen sich da sehr viel besser aus als ich. Aber wenn wir das Stichwort Sowjetunion mal vielleicht damit hineinbringen, ich kenne mich in Science-Fiction gar nicht aus aber ein bisschen mit der Sowjetunion und die SowjetUnion war ja in geistig ideologischer Hinsicht vor allem eine Sozialutopie.
Also sprich das mit dem Kommunismus. Das war ja nicht nur so dahingesagt, sondern viele haben das wirklich geglaubt, dass es möglich wäre und sozusagen der Sozialismus oder die sozialistische Wirtschaft nur eine Zwischenstufe dahin ist. Diese Zwischen-Stufe sind ein bisschen schwierig und leidvoll und man muss zurückstecken aber das dient ja eigentlich nur als Wegmarke auf dem kommunistischen, hin zum kommunistischem Paradies.
Und deswegen ist es nicht überraschend, dass in der Sowjetunion eben viele solche utopische Schriftsteller gegeben hat, also auch Asimov zum Beispiel ist vielleicht der berühmteste von allen. Die sich einfach gedacht haben wie könnten denn solche zukünftigen Welten aussehen? Wie würde es der Menschheit da gehen und wie würde die Transition dorthin ablaufen in beide Richtungen bis hin zu Dystopien.
Aber wenn wir die positive Utopie mal nehmen, dann würde ich sagen entspricht das dem Menschenbild dass sie auf vielen sowjetischen Plakaten finden. also so eine große glückliche Gemeinschaft von Menschen den geht es all gut diese nicht unter Leistungsdruck Die leben in marxistischem Paradies jeder nach seinen Fähigkeiten jedem nach seinen Bedürfnissen und so weiter.
Und vielleicht ist der Übergang zu nicht fossiler Energie so eine ganz, ganz kleine Annäherung an diese Utopie. Also dass man sagt es eigentlich... Es ist die Killer-App der Menschheit also einer Energiequelle, die ewig wert, die unglaublich billig ist und die universal verfügbar ist. Ich will jetzt natürlich nicht die dunklen Seiten der Sowjetunion unterschlagen.
Es war eine grausame, totalitäre Diktatur aber eben eine, die auch gesellschaftliche Utopien verfolgt hat, nicht aus Irrationalität sondern weil sie gesagt hat es ist im Prinzip technologisch möglich da hinzukommen und vielleicht wenn wir uns diesen Gedanken so ein bisschen bewahren. Damals mag das vielleicht Science Fiction gewesen sein, aber heute ist es eben nicht mehr Science Faction.
Heute ist es möglich ja? Also das heißt jetzt nicht dass ich ein kommunistisches Paradies anstrebe. Eigentlich nein geil eher das Gegenteil! Aber Ich möchte doch schon eher eine Welt wo die Menschen glücklich und zufrieden sind. Ja, nicht weil Sie in einem kommunistischen Paradiesleben sondern weil Sie es verstanden haben die beste Technologie zu nutzen.
Zu den geringsten Preisen, die Ihnen die beste Versorgungssicherheit gewährleisten kann und das ist ganz sicher nicht fossil. Günstige nachhaltige Energie ein Schlüssel zum Weltfrieden. darüber werden wir sich in Zukunft auch noch diskutieren. Markus Korb vielen Dank für diese interessanten Einblicke!
Gerne Und wer noch mehr von Markus Kreub zu diesem Thema lesen möchte, der wird das tun können. Allerdings erst in Zukunft. er bringt ein neues Buch heraus. namens Die Stunde Europas. kann man sich schon mal vormerken Was denkt ihr zum Thema? Sagt uns eure Meinung am besten gleich in die Kommentarspalten der verschiedenen Podcast Plattformen oder auch auf YouTube.
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Baba und bis zum nächsten Mal.