Kratom: Wie gefährlich ist die Trend-Substanz wirklich?
Donnerstag, 1. Oktober 2026 · 27 min
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Shownotes
Ein gesunder 22-Jähriger erleidet nach dem Konsum von Kratom einen Herzstillstand. Schwappt die gefährliche Substanz jetzt nach Österreich?
Es ist der erste derartige Fall in Österreich. Ein gesunder 22-jähriger Mann erleidet plötzlich einen Herzstillstand. Die naheliegendste Erklärung: Er hatte Kratom konsumiert. Wie gefährlich ist das relativ unbekannte Kraut, das in den USA bereits verbreitet ist. Erklärungen heute von unserer Gesundheitsredakteurin Pia Kruckenhauser.
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Ein gesunder Zweiundzwanzigjähriger erleidet einen Herzstillstand. Die derzeitige, naheliegendste Begründung? Er soll Gratumtee getrunken haben! Was es mit dieser unbekannten Pflanze auf sich hat, deren Konsum jetzt aus den USA zu uns rüberschwappen könnte und wie gefährlich das Ganze wirklich ist – darüber klären wir heute auf.
Ich bin Daniel Retschitz-Eckard, das ist Thema des Tages der Nachrichten Podcaste Standard Und wenn ihr Thema des Tages einmal live erleben möchtet, dann habt ihr bald schon die Möglichkeit dazu und zwar am siebten November. Da sprechen wir im Radiokulturhaus in Wien mit den US-Experten Sandra Navidi und Rainer Tainisch über Trump's Endgame – die letzten zwei Jahre seiner Amtszeit nach den Mithirms.
Zuschauer vor Ort können exklusiv Fragen stellen und wir freuen uns natürlich auch über ein Mit & Greet! Alle Infos in den Shownotes gibt es auf die Tickets. und jetzt gehts los mit der Folge. Pia Guckenhauser ist heute hier im Standard-Podcast. Sie leitet das Gesundheitsressort hier beim Standard, herzlich willkommen!
Freut mich dass ich wieder mal da sein darf, es ist schon eine Weile her. Du bist deswegen da weil wir heute über die Wirkung von Kratom Tee sprechen oder von Kratos an sich. Wir sprechen gleich darüber aber zuerst, wir haben sie in einer Anmoderation schon angesprochen Es gibt einen Zweiundzwanzigjährigen aus Timirol dem der Konsum davon wirklich zum Verhängnis geworden ist.
Was ist ihm da passiert? Da gab's eine Fallbeschreibung Die wurde publiziert Der junge Mann. Er ist in seiner Wohnung zusammengebrochen, sein Mitbewohner hat ihn gefunden. Er war bewusstlos, hatte keinen Puls und der Körper hat gekrampft. Der Mitbewohner hat dann sofort mit der Wiederbelebung begonnen und den Notarzt gerufen und nach mehreren Minuten Herzdruckmassage hat das Herzen wieder zu Schlagen begonnen ist er aber noch einmal stehen geblieben.
also es war schon ziemlich dramatisch und da hat man weitere Reanimationsmaßnahme gesetzt und der konnte ins Krankenhaus gebracht werden. Im Zuge dieser Reanimation ist einem jungen Mann dann auch Fentanyl gespritzt worden. Das hat ein bisschen für Verwirrung gesorgt, aber da kommen wir noch dazu. nur so viel zur Erklärung.
Man gibt im Zuge eine Reanimierung manchmal Fentanyl weil es den Stresspegel senkt und das Nervensystem beruhigt und gleichzeitig ist es aber sehr kreislaufstabil d.h., der Blutdruck fällt nicht ab Und das kann eben im Zug an die Reanimation sehr wichtig sein. Was dann der interessante Punkt ist, ich glaube man hat ja recht lange nicht gewusst was ihm passiert ist oder warum ein gesunder, zwanzigjähriger... auf einmal dieses Leiden hört.
Genau, also er kann dann ins Krankenhaus und man hat dort noch weiter reanimiert und stabilisiert und dann hat man sich eben auf die Suche nach der Ursache für den Herzstillstand gemacht. Man hat alles Mögliche ausgetestet aber laut Gutachten war der junge Mann völlig gesund und man hatte auch viele toxikologische Untersuchungen gemacht.
Nichts gefunden im Blut. Kein Alkohol, kein Beruhigungs- oder Schlafmittel, keine Antidepressiva, keine Amptfetamine, keinen Kokain, keine anderen Opiat also nichts. Also alles war nachdem man sucht wenn ein junger Mensch auf einmal so einen Leiden hat? Genau das einzige was man eben gefunden hat war das Fentanyl.
da habe ich aber mit dem Intensivmediziner gesprochen der diesen Fall publiziert hat. Das war wirklich nur im Zuge der Reanimation, das hatte in der Kommunikation ein bisschen für Verwirrung gesorgt aber das ist völlig klar. es war nicht ein Substanz-Missbrauch sondern es war eben die Reanimierung. und man hat dann wirklich, wir sind wirklich vor einem Rätsel gestanden und hat eben versucht nachzuforschen was könnte der Grund dafür sein?
Es gab auch keinen Herzfehler oder eine genetische Disposition die man gefunden hat oder so. also es war wirklich seltsam. Und dann hat man es im Umfeld nachgefragt und sich herausgestellt, dass der Junge mein Kratom Tee getrunken hat. Dann hat man getestet ob man das nachweisen kann. Das wird bei den üblichen toxikologischen Tests nicht geprüft weil das bei uns sehr unbekannt ist.
Die allermeisten kennen sie nicht einmal. Dann hat man eben den Wirkstoff mit Tragenin festgestellt. Das ist ein alkaloid, also natürliche pflanzliche Wirkstoff der im Kratom vorkommt und der dockt an den gleichen Rezeptoren an wie Opiate, so Morphine oder Fentanyl. Dadurch hatte es auch eine opiouide Wirkung Und da gibt es dann niedrige Dosen.
In niedriger Dosis wirkt das eher euphorisierend und stimulierend, in höheren Dosen kann es aber auch sedierend wirken – hat einen narkotischen Effekt oder ein narkatisierenden Effekt und kann im schlimmsten Fall sogar Vergiftungserscheinungen oder Herzstillstand auslösen. Das haben bei uns nicht am Schirm und der junge Mann hat tatsächlich einen extrem hohen Spiegel an diesem Mitruf.
Mitragunin, also ungefähr fünfhundert Mikrogliter waren es auf einen Liter Blut. Das ist eine enorme Menge. Und das ist eben zurückzuführen auf dieses Kratom, dass in T-Form oder anderen Formen genommen werden kann. und jetzt vielleicht mal ganz kurz zu diesem Stoff von sich. was ist? Es ist eine Pflanze, das weiß ich aber was hat's damit genau auf sich?
Der Kratombaum, Kratum. Wir haben gerade noch nachgeschaut wie man es ausspricht. Die US-Amerikaner und auch die Engländer betonen uns auf der ersten Silber, also Kratrum. Dieses Mitragynin, dieses Alkaluit ist eben ausschließlich in den Plätzen des Kratombaums. Das ist ein Baum, der irgendwie mit den Kaffeepflanzen entfernt ist und der wächst vor allem in Südostasien wird aber inzwischen auch an anderen Orten kultiviert, aber vor allem in dieser Weltregion.
Die Blätter sind oval und rund zwölf Zentimeter lang und da ist auch relativ viel Substanz drinnen, je nachdem es variiert. eben, diese Blätter werden getrocknet und dann kaut man sie. Und da ist eben relativ viel Substanz drin, weil schon wenn man nur zwei oder drei Blätter kaut hat man eine Belebende Wirkung, Schmerzen werden ein bisschen weniger.
Man wird wacher und aktiver. Und das geht schon innerhalb von zehn Minuten. Wenn man eben größere Mengen kaut oder zu sich nimmt – so wir reden also von zehn bis zwanzig Gramm getrockneten Blättern -, dann hat es eben diese dämpfenden nakotisierende Wirkungen auch die berauschende Wirkuung für die es durchaus genutzt wird.
Es dürfte wirklich einen Drogen eine ein Drogenähnlicher Zustand sein. Es gibt der Beschreibungen davon, dass man in einen traumähnlichen Zustand kommt. Das ist nicht so genau definiert. Weiß mal wer das konsumiert? Also du hast ja schon Südamerika angesprochen. Südostasien. Du hast Südöstasien angesprochen aber wer konsumierte es?
In Süd ostasien wo eben der Baum natürlicherweise vorkommt hat das kaum scheint es eine sehr lange Tradition und zwar vor allem in der ländlichen Bevölkerung. Bei den Arbeitern, bei den indigenen Gemeinschaften. die Leute, die schwer in der Landwirtschaft arbeiten, das wird auch heute dort noch genutzt zum Beispiel auf den Kautschukplantagen.
Sie vorstellen die Menschen Männer... stehen den ganzen Tag in der prallen Sonne, verrichten wirklich schwere körperliche Arbeit. Da macht es eben ein bisschen fitter und wacher und dämpft auch muskelschmerzen. In den indigenen Gesellschaften wird das auch als medizinisches Mittel genutzt bei Schmerzen, bei Fieber oder Durchfall also all diese Wirkungen.
Und offensichtlich in den muslimischen ländlichen Gesellschaften vor allem auf Malaysia eingesetzt. Das ist nämlich im Gegensatz zu Alkohol, der ja verboten ist akzeptiert. Also das ist einmal die eine Nutzung dort, die traditionelle und dann ist es auch in den Westen exportiert worden. also man kennt es bereits seit dem neunzehnten Jahrhundert aber Im Grunde genommen ist es erst mit den in den Nullerjahren verstärkt im Westen angekommen.
Im zwanzigsten Jahrhundert war das so ein biologischer Exot, aber dann in den neunziger Jahren und frühen Nullern ist ja der Rucksack Tourismus sehr stark geworden vor allem in diesen Ländern dort und da haben das viele kennengelernt und man hat es auch mitgebracht. und dann kam das Internet und man konnte mal alles bestellen.
also so ist es in dem Westen gekommen. Hier wird es vor allem aufgrund seiner Drogenänglichen Wirkung verwendet. Es macht einen Legal-High, also ein legales Hoch, das ist so ein bisschen beliebt und in den USA, vor allem in den U.S.A., da ist es sehr bekassig. Also durchaus verbreitet. man geht vor zwei Millionen Konsumentinnen und Konsumenten aus schon ordentlich.
Und da hat es wirklich Bedeutung bekommen im Zuge der Opio... Opioid-Krise, die es in den zehn Jahren so massiv sich aufgebaut hat. Und da nutzt man es durchaus als pflanzliche Alternative um Schmerz und Abhängigkeit zu behandeln. Das heißt du sprichst hier von Fentanyl quasi? Genau! Wo wiegt Fentanyl?
ja? Ja genau unter anderem aber funktioniert das tatsächlich? also Ich glaube, wenn ich es richtig gelesen habe ja eine Art Selbstmedikation und das ist ja nicht ungefährlich. Genau! Es gibt keinerlei offizielle Regulierung oder Empfehlungen im Gegenteil. Sämtliche Gesellschaften warnen sogar davor. also sowohl die FDA, die Food and Drug Administration als auch die CDC, der Center for Disease Control sagen alle lasse die Finger davon.
eben dieser traditionelle Gebrauch zeigte, dass es eine gewisse Wirkung hat. Aber es gibt keine ausreichende Evidenz. Es gibt Tierstudien vor allem in Rathmund-Meusen die schon zeigen das da eine schmerzstellende Wirkung ist. aber in der klinischen Praxis gibt's keinerlei Evidenzen und man muss es also wichtig zu beachten ist ja das ist ein eine Pflanze die wird in unterschiedlichen Variationen verkauft oder vertrieben.
Das heißt sehr oft getrocknete Blätter, es kann gemahlene Substanz sein. Es kann auch ein hochkonzentrierter destillierter Wirkstoff sein aber es gibt keine Regelungen. also ich kann es jetzt nicht genau für die USA sagen wie dort die rechtliche Lage ist aber in Europa und Österreich ist es so dass das entweder eine Substanz fällt sehr meistens unter das Lebensmittelgesetz oder unter das Arzneimittelgesetz.
Also Nahrungsergänzungsmittel fallen meistens über das Lebensmittelgesetz. In Europa ist es so, dass es in beide Kategorien nicht fällt. Es gilt als Novel Food und da gibt's eine Regulierung die besagt, dass man diese Produkte nicht zum Verzehr verkaufen darf. Aber die Händler, die Menschen das verkaufen, die wissen ja nicht was die Menschen damit machen.
Also wie diese Thematik, dass gewisse Substanzen als Badesalz verkauft worden sind und sehr gefährlich waren? Das war vor zehn Jahren ein großes Thema glaube ich. Ja also da kann man sehr viele Abwege rundherum finden. Das Problem ist, wenn man es jetzt kauft... will das jetzt als See trinken oder mal ins Müsli?
oder keine Ahnung, falls die in die Menschen kommen. Kann ich aber nicht wissen wie viel da drinnen ist? Ich kriege da Blätter! Es gibt keine Regelung, wie viele Wirkstoffe da drin sind. Das hängt davon ab... Da gibt es so viele Faktoren, die das beeinflussen. Wo ist das gewachsen und wieviel Sonne hat gescheint?
Wie oft gab's dort Regen? Was ein gutes Jahr, was ein schlechtes Jahr. Also ich hab keinerlei Möglichkeit zu kontrollieren, nach Guttünken dosieren. Und es ist sehr viel Eigenerfahrung, wie das dann wirkt. aber wenn ich dann was Hochpotentes habe weil das zufällig so ist oder da ein hoch konzentrierter Wirkstoff, ein formalendes Pulver verkauft wird mit dem ihr keine Erfahrungen habt, denn kann das auf einmal ganz anders sein als wenn ich einfach nur getrocknete Blätter zum Tee aufgieße.
und ich möchte dazu sagen dass das ausdrücklich keine Empfehlung sondern eine ausdrückliche Warnung dafür ist davor das auszuprobieren. Wir haben gesehen, in dem Fall des Zweiundzwanzig-Jährigen. Das kann massiv böse ausgehen und das ist nicht gut. Und vor allem hat es wirklich drogenähnliche Wirkung.
Es kann bis zur Abhängigkeit führen und zwar sehr schnell. Das ist nicht lustig! Aber nur um das klarzustellen... also du empfüllst das definitiv nicht. Ich glaube darauf können wir uns auf jeden Fall einigen. aber es ist ja an sich nicht verboten. Das heißt jetzt nichts wo man über irgendeinen Dealer oder irgendetwas das heimlich im Geheimen kaufen muss.
Da gibt es tatsächlich auch in Österreich Geschäfte, wo ich reingehen kann und ganz normal vielleicht sogar mit meiner Bankomatkarte zahlen kann? Ja ja! Das ist so wie... Also ich habe das kurz ge-googelt. Allein in Wien gibt's zig Geschäften, wo das offensichtlich angeboten wird. Übers Internet ist es sowas kein Problem.
So wie die CBD Shops, so ähnlich stelle ich mir das vor. Ich bin jetzt nicht in ein Geschäft gegangen, hab das recherchiert aber so wie ... als Kräut in Kräutershops, als pflanzliches natürliches Mittelwirt vertrieben. Und ein Natürliches Mittel ist ja genau die Gefahr weil man liest natürlich und glaubt sich ah das ist natürlich da ist nix drin es muss ja gesund sein, muss ja gut sein!
Ist natürlich auch völliger Blödsinn. Fliege Pilze ist auch natürlich... Genau Fliegenpilze ist natürlich aber immer. heroin ist zwar destilliert Es kommt so einen natürlichen Substanz, man kann auch Schlafmohn konsumieren und wir wissen wie gefährlich das ist. Also Opium ist ja auch eine natürliche Substanz.
genauso Koka ist ein natürlicher Substanz. es ist alles nicht lustig. also Ja Und wie gesagt Man kann offensichtlich wirklich schnell abhängig werden. wenn man's täglich nutzt Ist es schon nach zwei bis vier Wochen eventuell eine Abhängigkeit. da Der Entzug dauert. der körperliche Entzug mehrere Tage bis zu einer Woche mit Schüttelfrost, der Schmerzen, krippeähnlichen Symptomen, Bauchgrämpfen-Durchfall.
Aber der psychische Entzug dauert noch viel länger, da dauert Wochen bis es zwei Monate mit Schlafstörungen und Angstzuständen, also wirklich kein Scherz. Es ist keine Sache die man spannend haben will.". fürchterlich und sehr gefährlich. Ich habe davon nichts gewusst, bevor dieser Artikel rausgekommen ist den glaube ich viele Leute auch gelesen haben.
es war ein großes Thema. im Netz immer so schön sagt aber hast du das Gefühl dass die Behörden in Österreich das irgendwie am Schirm haben? weil wie gesagt das hat ja offensichtlich kaum jemand ihr davon gehört? Nein also ich glaub dem überhaupt nicht am Schirmen. Ich hab im Zuge meines Beitrags mit vielen Leuten gefragt.
ich habe genau zwei haben gesagt, ja sie haben das schon davon gehört. Und da sind aber Leute die sehr, sehr Medienaffin sind also wirklich allen US-Netzwerken unterwegs sind und so. Aber ich habe zum Beispiel auch mit zwei Pharma-Kologen gefragt und die haben beide noch nie was davon gehörten weil diese Substanzen sind eigentlich ein Spezialgebiet.
Also es ist in Österreich wirklich nicht präsent. generell in Europa dürfte es nicht wahnsinnig präsend sein. Es ist immerhin so bekannt dass eine deutsche Gesellschaft schon eine Warnung ausgesprochen hat. Und wenn man so ein bisschen auf, wenn man es googelt findet man sehr viel dazu im Netz und auch von Drogenseiten also nicht Drogenseiten im Sinn von hier habt sie Drogen sondern Seiten die Wirkstoffe die Drogen ähnlich oder wie Drogen wirken oder Drogen sind beschreiben und erklären was da dahinter steckt.
Also da gibt's sehr sehr viel. Also es gibt durchaus gewisse Stellen, die das am Schirm haben und die die Verwarren hierzulande in Österreich also noch relativ wenig. vielleicht ein Versäumnis dass man nachholen sollte. Kommen wir vielleicht zurück zu diesem Zweiundzwanzigjährigen. ja da wirklich einer der ersten Fälle zumindest bekannt in Österreich Wie geht's dem?
Dem inzwischen weiß man irgendwas ist er bitte auf den Beinen? Also man weiß insgesamt natürlich sehr wenig. Das ist eine anonymisierte Fallbeschreibung und selbstverständlich gibt es dann nicht weitere Infos. aber auch das wurde publiziert in den wiener klinischen Wochenschriften. eben Der konnte nach zwei Wochen das Krankenhaus verlassen.
Er hat keine Langzeitfolgen, allerdings hatte er in dieser Zeit immer wieder neurologische Probleme gehabt und man musste ihm einen Herzschrittmache implantieren mit zweiundzwanzig, den heißt für den Rest seines Lebens. weil trotz der beiden Herzstillstände unter Wiederbelebung ist das Herz eigentlich nicht mehr richtig in die Gänge gekommen und hat teilweise nur zwanzig bis dreißig Mal pro Minute geschlagen.
Und da stand der Gefahr, dass es immer wieder kippt und jetzt hat er eben einen Herzschritt gemacht. Also kein schönes Abenteuer! Gehen wir in die USA noch einmal. Du hast vorhin schon angesprochen, das ist dort verbreitet? Wie groß ist dort das Problem deiner Einschätzung? Vertief man das vielleicht noch?
Es ist eigentlich ein Riesenproblem, es hat sogar die New York Times dazu animiert eine investigative Recherche zu machen. Die CDC, also das Center für Disease Control und die FDA, die Food and Drug Administration, die die Warnen ausdrücklich davor gratum einzusetzen aber um das ein bisschen in Perspektive zurückzuerücken gibt eben offensichtlich sie gehen von über zwei Millionen Konsumentinnen und Konsumenten aus Und dort ist das Thema Todesfälle durch Gratum schon sehr stark angekommen.
Allein im Jahr zwanzig, fünfundzwanzig gab es dreieinhalb Tausend Vergiftungsfälle und zweihundertdreiunddreißig Todesfehle. Das sind die Vergiftungspfälle, die behördlich bekannt sind. Diese Vergiftingsfälle haben sich von Zwanzig Fünfzehn bis Zwenzig Fünfundzwanziger zwölffacht. Also das ist wirklich ein enormes Problem!
Und dort wird es auch mehrfach in der Literatur beschrieben. In den USA wird's auch wirklich scheinbar als Ersatz für Fentanyl eingesetzt, vor allem in der Selbstmedikation. Es gibt ja keine offiziellen Anwendungen oder Einsätze aber in dieser Selbst- medikationen der OPWIT-Krise. Verbindungen zur US-Administration von Donald Trump.
Absurderweise selbst in diesem Podcast kommen wir an diesem Namen nicht vorbei, da gibt es nämlich offensichtlich Minister die darin investieren. Inwiefern? Was hat's damit auf sich? Genau! Da hat eben die New York Times umfassend recherchiert – die Kratomindustrie, die interveniert bei politischen Entscheidungsträgern der Trump-Regierung.
Da gibt es eine richtige Industrie im Hintergrund schon. Ja genau! Es gibt zum Beispiel ein Unternehmen das heißt Botanic Tonics die das vertreiben. Und man muss dazusagen, Trump selbst hat damit offensichtlich nichts zu tun. Er hat sich aber schon positiv darüber geäußert und auf seinem Netzwerk Truth Social gibt es jede Menge Anzeigen aus dem Gratumbereich, aus dieser Gratuminustrie, Eben dieser Unternehmer von Botanic Tonics soll offensichtlich New York Times nach der Wahl mehr als ein Komma, ein Millionen US-Dollar an politische Komitees gespendet haben die wiederum in Verbindung zum Gesundheitsminister Robert Kennedy Jr.
stehen. Und es gab ein Treffen mit Vizepräsident JD Vance und der Heimatsschutzminister Mark Wayne Mullen ist laut der Finanzoffenlegung bei Botanic Tonics investiert, mit immerhin über einer Million Dollar. Also da gibt's sehr enge Verbindungen! Und Mullen hat sich bei der FDA unter anderem eben auch dafür eingesetzt dass Warnungen vor Krampfanfällen oder Todesfällen in Zusammenhang mit Kratom entfernt werden.
Also da gibt es massive Einflussnahmepolitische und die Kratomlobby bemüht sich außerdem um eine Abgrenzung des traditionellen Kratoms, also pulvergetrocknete Blätter diese Dinge zu konzentrierten Produkten. Weil eben man kann ja den Wirkstock auf Wirkstoffe auch destillieren und konzentriert verkaufen.
Und diese konzentrierten Produkte sollen als Schedule one Substanz eingestuft werden, das sind Substanzen mit sehr hohem Missbrauchspotenzial. Das natürliche Gratum wollen Sie davon ausnehmen weil eben ja muss schon sehr viele Blätter nehmen aber trotzdem auch das natürliche Abhängigkeit und Leberschäden verbunden, also es ist jetzt nicht ungefährlich.
Gut da gibt's auch in diesem Fall wieder Interessen die uns möglicherweise noch länger beschäftigen würden. was glaubst du denn? Hier kommt dann noch auf uns zu... Ich habe so ein bisschen im Kopf und ich meine, du bist die Gesundheitsexpertin. Aber es gibt ja alle paar Jahre, dass irgendwelche Substanzen auftauchen und dann wird einige Zeit darüber berichtet und gewarnt und so... Und dann scheint das aber immer wieder irgendwie zu verschwinden.
ob's einfach nur der medialen Aufmerksamkeit geschuldet ist oder ob's wirklich weniger wird? Ich weiß es nicht! Wie gesagt, Du bist die Expertin, was kommt da noch auf uns zu? Also das ist natürlich schwer abzuschätzen. bei Kratom muss man dazusagen praktisch niemand gekannt hat. Wir haben in Europa und vor allem in Österreich auch derzeit.
diese Opioid-Krise ist bei uns auch nicht angekommen, zum Glück. vielleicht schaffen wir es dass das hier nie sich so etablieren kann wie in den USA weil man lernen aus diesem abschreckenden Beispiel. Es ist offensichtlich so dass es im bestimmten Gruppen und Szenen durchaus bekannt ist einige Jugendliche, die das nutzen.
Jugendliche und junge Erwachsene. Wir wissen nicht in welcher Form es der Zweiundzwanzigjährige genutzt hat. Ich will hier nichts spekulieren. Wir wissen nur er hatte einen sehr hohen Spiegel im Blut. wie regelmäßig er das genommen hat ist nicht bekannt. Wie gesagt wollen wir nicht spekulationen aber könnte natürlich in dieses Bild passen.
Man wird es sehen. Es ist offensichtlich noch nicht am Schirm der zuständigen Behörden, es ist schon in der Drogenberatung – da kennt man das! Aber es ist nicht so, dass ein Aufschrei gekommen ist bis jetzt. Jetzt gab's einen Vorfall, der das in Österreich einmalig sozusagen... in den Blick der Öffentlichkeit gerückt hat, wird man sehen ob das weiter so sein wird.
Ob diese einmalige Vorfall da jetzt gleich ein Hype auslöst. Schwierig zu sagen. Es gibt Gruppen die sind affin zu Substanzen, die irgendwie animierend wirken oder Drogen ähnlich sind. Sie ist ein bisschen flapsig formuliert, aber die werden ihre Substanzen finden. Da gibt es auch dieses Wissen ja, die offiziellen Stellen hinten immer hinterher.
Ich habe jetzt nichts von einem Hype gesehen also von der Gefahr Aber wir wissen's einfach nicht. Abschließend Pia, was glaubst du? Wer sowas wie ein Verbot oder zumindest eine strengere Regulierung hierzulande angebracht, denn wenn ich dir jetzt zugehört habe was das alles für Wirkungen hat und auch verschieden verursachen kann.
Und dann kann man das offensichtlich in irgendwelchen windigen Läden einfach so kaufen? Das klingt jetzt nicht unbedingt gut! Ja, windige Läde sind halt so... Man sieht es überall, wenn man durch die Stadt geht zu Lädern, die natürliche Kräuter verkaufen. Also, da haben wir es ja schon darüber hin. Ich bin das skeptisch bei solchen Sachen.
Die Zuschreibung Windig ist wahrscheinlich sehr oft durchaus gerechtfertigt. Das ist halt schwierig. Also es gibt keine wenig bis keine wirklichen Daten dazu, die Evidenz ist sehr gering. dadurch bewegt sich in so ein bisschen gesetzlichen Graubereich. Wir wissen die Mühlenmalen langsam. Es gibt auch viele andere Substanzen von denen wir schon viel genauer wissen dass sie schädlich sind.
trotzdem sind sie nicht. Sie sind nicht verboten, sie sind nicht explizit erlaubt. Aber man kann das eben leicht bekommen und auch in Österreich vertreiben. Ja, das Problem ist man kann es auch schlecht als Arzneimittel zertifizieren. Dann würde es nämlich in die Apotheken gehen. dann müsste eine genaue Wirkstoffkonzentration garantiert sein weil Apotheckenqualität heißt Es muss mindestens so viel und maximal so viel Wirkstoff drinnen sein.
Das heisst man kann die Dosierung genau abschätzen. Es wird nicht passieren. dafür braucht sie wieder Studien, da braucht's Evidenz, da brauchts genauer Untersuchungen. Die gibt es nicht. So im Moment ist es ja auch nicht unter dem Lebensmittel gesetzt. Aber das heißt, es gibt eigentlich noch weniger Kontrolle.
Weil das Lebensmittelgesetz besagt zumindest dass eine gewisse Qualität garantiert sein muss. Es geht nicht um wirkschaftkonzentrationen. darum werden die meisten Nahrungsergänzungsmittel als Lebensmittel verkauft und nicht als pharmazeutische. auch eine ganz andere Zulassung. Pharmazeutisch ist viel teurer aber sie sind nicht einmal ein Lebensmittel zertifiziert, dadurch kann man machen damit was man will.
Also eben es darf nicht zum Verzehr verkauft werden. aber mein Gott... Die Leute finden ihre Wege! Genau und im Moment also ich glaube nicht dass dieses eine Skandal so aufrüttelt, dass sich jetzt instant etwas passiert. und vor allem das sind sehr lange, das ist pürokratisch da muss man... Ich sehe, ich glaube, nicht, dass dann ab separer Zeit ein Verbot oder etwas in der Art kommen wird.
leider Pierre Gruckenhauser war das. Vielen Dank für deine Einordnungen und für diese neuen Informationen, alles Gute weiterhin! Danke! Und wenn euch Thema des Tages gefallen hat, dann abonniert den Kanal auf der Podcast-Plattform Eurer Wahl oder auch auf YouTube – da sind wir immer öfter mit Videopodcasts vertreten.
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