Wieder was gelernt - der ntv-Podcast

Belarus wird zur Startrampe für Putins Drohnen

Dienstag, 19. Mai 2026 · 7 min

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Russland feuert unaufhaltsam Drohnen in Richtung der Ukraine - und nutzt dabei offenbar Belarus als Startrampe. Außerdem hilft das Regime in Minsk seinem wichtigsten Partner dabei, russische Wehrpflichtige an der Ausreise zu hindern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskj droht Machthaber Alexander Lukaschenko inzwischen indirekt mit venezolanischen Verhältnissen.

Text und Moderation: Kevin Schulte (x.com/SchulteKev)
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Russland feuert unaufhaltsam Drohnen in Richtung der Ukraine und nutzt dabei offenbar Belarus als Startrampe. Außerdem hilft das Regime in Minsk seinem wichtigsten Partner dabei, russische Wehrpflichtige an der Ausreise zu hindern. Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky droht Machthaber Alexander Lukaschenko in Belarus inzwischen indirekt mit venezolanischen Verhältnissen.

Darum geht es hier in dieser Folge von Wieder was gelernt, dem Podcast von NTV. Mein Name ist Kevin Schulte. Ich sage Danke fürs Zuhören und Abonnieren. Abonnieren Sie den Podcast gerne, wenn Sie es noch nicht getan haben. Hinterlassen Sie auch 5 Sterne bei Spotify und Apple. Vielen Dank dafür und jetzt geht's los mit der neuen Folge.

Nach wenigen Tagen Feuerpause im Ukraine-Krieg haben die Russen in der vergangenen Woche wieder brachial losgefeuert. Dabei haben die Kreml-Truppen eine neue Taktik angewandt. Zeitweise waren laut Aussage des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky bis zu 800 russische Drohnen gleichzeitig in der Luft.

Trauer und Bitterkeit türmen sich auf, neben den Trümmern des Wohnblocks, den russische Raketen am Donnerstag dem Erdboden gleichgemacht haben. Russland hat die Ukraine mit der massivsten Angriffswelle in mehr als vier Jahren Krieg überzogen. Dutzende Tote allein an dieser Stelle in Kiew sind die Folge.

Es ist eine Tragödie. Kinder sind tot. Das ist das Schlimmste, was passieren kann. Wir leben im 21. Jahrhundert und trotzdem geschieht so etwas in unserem Land. Es ist sehr schwer zu ertragen. Ich habe eine Enkeltochter. Wir wohnen ganz in der Nähe und haben es quasi direkt gespürt. Die Ukraine reagiert mit schweren Gegenangriffen, trifft unter anderem Ölanlagen in Ryazan.

In Belgorod schlägt eine Drohne in einem Wohnhaus ein. Hier gibt es Verletzte. Ein Großteil der hunderten Drohnen flog in etwa fünf bis zehn Kilometern entlang der Grenze zu Belarus. Auf diesem Weg hat Russland versucht, die ukrainische Luftverteidigung zu umgehen und in westliche Regionen des Landes vorzudringen.

Offenbar mit Erfolg, macht NTV-Russland-Korrespondent Rainer Munz deutlich. Was neu ist jetzt, die russische Armee nutzt ganz klar Belarus als Einflugschneiße für Angriffe Richtung Ukraine, aber ganz besonders in Richtung Kiew. Man macht auch da noch mal deutlich, Moskau hat nicht vor, diesen Krieg demnächst zu beenden.

Belarus hat schon seit Beginn des Krieges eine wichtige Rolle im Krieg. Das autoritär geführte Land ist eine Art russischer Satellitenstaat. Präsident Alexander Lukaschenko könnte sich ohne die Unterstützung von Kreml-Chef Wladimir Putin nicht seit 32 Jahren als Diktator an der Macht halten. Im Gegenzug tut er alles, was Putin gefällt.

Das schließt massive Unterstützung ein für Russlands Krieg gegen die Ukraine. Belarus baut laut ukrainischen Angaben derzeit seine militärische Infrastruktur aus. Das stelle für die Ukraine keine unmittelbare Bedrohung dar, schrieb Andrei Demchenko bei Telegram. Aber die im Aufbau befindliche Infrastruktur, Logistikwege, Truppenübungsplätze, weitere Militäranlagen, sie könnten jederzeit von Russland aktiviert werden, warnt der Sprecher der ukrainischen Grenzschutzbehörde.

Sie würden in enger Zusammenarbeit mit Moskau errichtet. Die Warnung kommt in einer Zeit, in der auch Zelensky wegen Belarus zunehmend alarmiert ist. Zuletzt hat der ukrainische Präsident davon gesprochen, dass es ungewöhnliche Bewegungen entlang der Grenze gäbe. Zitat, wir gehen davon aus, dass Russland ein weiteres Mal versuchen wird, Belarus in seinen Krieg hineinzuziehen, so Zelensky auf Telegram.

Moskau erwäge vom belarussischen Staatsgebiet aus, den Norden der Ukraine oder gar ein NATO-Land anzugreifen. Russland prüft Pläne für Operationen südlich und nördlich des belarussischen Territoriums, so Zelensky. Er nannte dafür aber keine Belege. Indirekt hat Zelensky damit gedroht, den belarussischen Machthaber Lukaschenko zu entführen.

Die Ereignisse in Venezuela sollten die Führung von Belarus davon abhalten, Fehler zu begehen, so Zelensky. Anfang Januar hatten die USA den venizolanischen Machthaber Nicolás Maduro entführt und in die Vereinigten Staaten verbracht. Die beiden Staatschefs Putin und Lukaschenko hatten sich zuletzt zum Weltkriegsgedenken in Moskau getroffen. Belarus, Außerdem deutet Zelenskyy Pläne für Enthauptungsschläge gegen die ukrainische Führung an.

Diesen Plan brüten sie schon lange aus. Nach dem, was im Iran passiert ist, verfolgen sie ihn wieder verstärkt. Sie wollen herausfinden, wo ich bin und wohin ich mich bewege und andere aus der ukrainischen Führung auch. Zuletzt war ein Spionageballon aus Belarus in den ukrainischen Luftraum eingedrungen.

Dieser soll Signale für russische Angriffe weitergeleitet haben. Das war nicht die erste Sichtung dieser Art. Schon im vergangenen Jahr waren die Ballons Thema. Sie sind Teil der hybriden Kriegsführung des Kreml, hat Sicherheitsexperte Joachim Weber damals schon deutlich gemacht im NTV-Interview. Es reiht sich ein in eine Kette von solchen hybriden Aktivitäten, die wir jetzt schon seit vielen Quartalen oder eigentlich schon seit mindestens zwei Jahren in steigender Intensität sehen.

Das heißt, man testet einfach weiter aus, wie weit kann man gehen. Man hält die NATO und die jeweiligen Staaten, die davon betroffen sind, natürlich auf Trab. Man will die Öffentlichkeit beeinflussen. All das ist Teil des sogenannten Signaling in der Politik. Man will also einfach uns deutlich machen, ihr seid nicht unverwundbar.

Man will hier Zwietracht sehen, man will Angst schüren. Das sind Dinge, mit denen müssen wir jetzt leben und die gehen weiter. Sie sind aber, da ist vielleicht das Beruhigende jetzt zunächst mal nicht so sehr bedrohlich. Und es ist richtig, an dieser Stelle dann klar und entschlossen aufzutreten. Das geschieht auch.

Und insofern müssen wir jetzt auf eine gewisse Weite der Zeit mit diesen Dingen leben. Auch wenn es nicht direkt aus Russland kommt, sondern in diesem Fall vielleicht aus Weißrussland. Aber das ist doch eher ein Marionettenstaat Putins inzwischen. Wie eng das Band ist zwischen Moskau und Minsk, wie hörig Lukaschenko auf Putin reagiert, das zeigt eine weitere Entwicklung dieser Tage.

Belarus setzt russische Reiseverbote an der Grenze um. Damit sollen wehrpflichtige Russen an der Weiterreise in den Westen gehindert werden. Wenn keine Reisebeschränkungen bestehen, kann man Belarus verlassen. Wenn die Ausreise verboten ist, sollten alle Fragen an die russische Föderation gerichtet werden, hat der belarussische Grenzschutz mitgeteilt.

Russland und Belarus würden eine gemeinsame Datenbank nutzen, die es dem belarussischen Grenzpersonal ermögliche, zu überprüfen, ob russischen Staatsbürgern die Ausreise aus Russland untersagt sei. So zitiert das russische Exilmedium Moscow Times ein Sprecher vom belarussischen Grenzschutz. Anfang Mai hat Belarus bereits einem wehrpflichtigen Russen die Ausreise vom Flughafen in Minsk verwehrt.

Es dürfte kein Einzelfall bleiben. Das war wieder was gelernt, der NTV-Podcast. Ich bin Kevin Schulte. Vielen Dank fürs Zuhören in dieser Folge. Tschüss und bis zum nächsten Mal. Auf Wiederhören.

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