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MMA vor dem Weißen Haus? "Ich wusste, das passiert nur einmal in der Menschheitsgeschichte"
Samstag, 20. Juni 2026 · 22 min
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Shownotes
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Am 4. Juli werden die Vereinigten Staaten von Amerika 250 Jahre alt - Donald Trump hat schon sein persönliches Jubliäum gefeiert. Der US-Präsident ist vergangenen Sonntag 80 geworden. Beide Geburtstage sind in gewisser Weise kulminiert bei einem Event, von dem man nie gedacht hätte, es würde irgendwann wirklich stattfinden: UFC Freedom 250. Michael Bauer, MMA-Experte bei ntv.de, war vor Ort und erzählt in dieser Podcastfolge ausführlich darüber.
Moderation: Kevin Schulte (x.com/SchulteKev)
Zu Gast: Michael Bauer (n-tv.de/autoren/Michael-Bauer-article20141247.…), MMA-Reporter von ntv.de. Hier (n-tv.de/politik/Trumps-Kaefigkampfspektakel-mu…) findet ihr einen seiner Texte über das MMA-Event vor dem Weißen Haus.
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Am 4. Juli feiern die USA in diesem Jahr ihren 250. Geburtstag am Unabhängigkeitstag. Donald Trump, der hat schon sein persönliches Jubiläum gefeiert. Der US-Präsident ist am vergangenen Sonntag 80 geworden. Beide Geburtstage sind in gewisser Art und Weise kulminiert bei einem Event, von dem man nie gedacht hätte, es würde irgendwann wirklich stattfinden.
UFC Freedom 250. Darum geht es gleich hier bei Wieder was gelernt, den Podcast von NTV über den Käfigkampf am Weißen Haus. Danke fürs Einschalten hier im Podcast. Ich bin Kevin Schulte und los geht's. Am Geburtstag von Donald Trump, direkt vor dem Weißen Haus, ist am vergangenen Sonntag der Mixed-Marchal-Arts-Käfig aufgestellt worden.
Das Oktagon-Käfiggampf, also vor dem Präsidentensitz in Washington DC. Und unser MMA-Experte bei NTV, er war vor Ort, zugeschaltet ist jetzt Michael Bauer, mein Kollege bei ntv.de, zuständig für alles, was Käfige und Kämpfen beinhaltet. Mit ihm spreche ich jetzt über dieses verrückte Event in Washington DC. Hi Michael, grüße dich.
Hallo. Du warst ja in Washington live vor Ort zum großen MMA-Event am Weißen Haus. Der Anlass 250 Jahre USA, 80 Jahre Donald Trump. Jetzt bleibt natürlich die große Frage nach dem Warum. Also was sollte das alles dort? Donald Trumps Lieblingssportart als Geburtstagsgeschenk verpackt, schön groß und amerikanisch aufgezogen in seinem Vorgarten von der führenden MMA-Organisation der Welt durchgeführt.
Die einzige, die sowas auch auf die Beine stellen kann. Was hattest du denn damals gedacht, als das Ganze angekündigt worden ist? Hast du dir das wirklich vorstellen können, dass es mal Realität wird? Ich habe mir das nicht vorstellen können. Nicht im Sinne von, die machen das nicht oder die Idee ist zu durchgedreht, denn die UFC ist eigentlich für viele durchgedrehte Ideen bekannt oder dadurch erst groß geworden.
Ich habe mir das logistisch nicht so vorstellen können. Dieses Gelände, weißes Haus und ja, das ist so weitläufig, aber so unmittelbar ums weiße Haus gibt es eigentlich keine Gelegenheit, das zu machen. Und wir wurden ja zwei Tage vorher mit Journalisten auf dieses Gelände geführt und dann hat man eigentlich gesehen, okay, das ist schon eine ziemlich...
Schiefe Wiese da vor dem Weißen Haus, diese South Lawn. Und das war schon, ich sag mal, was Ingenieurswesen und Architektonik angeht, schon beeindruckendes Ding, was die dahin geklatscht haben, weil das ja so viele, Unwägbarkeiten hatte von, ja, es ist erstmal ein Rasen, ich baue da ein Stadion für 4000 Menschen drauf, das Wetter wusste niemand, wie das mitspielt, dadurch verändert sich der Boden auch, also es war schon eine Konstruktion, die war sehr beeindruckend, die ja irgendwie auch in Belgien konzipiert wurde nach Philadelphia verschifft wurde, da aufgebaut und dann nochmal nach Washington.
Also ein riesen Zirkuszelt, was man da am Ende hingebaut hat, ohne richtiges Dach, aber eine riesige Konstruktion. Und rückblickend kann man da mal sagen, das hat dann auch alles funktioniert oder gab es da irgendwelche, ich sag mal, Zwischenfälle technischer, organisatorischer Natur? Das hat so alles funktioniert, wie die UFC sich das erträumt hat am Ende.
Es gab viele, viele Unwetterwarnungen in den Tagen vorher. Gefühlt gab es auch keinen Tag, an dem es nicht mal zumindest kurz geregnet hat. Regen an sich wäre jetzt auch kein riesiges Problem gewesen, aber Gewitter, also Blitz und Donner, da man ja so eine riesen Kuppel gefühlt einem Blitzableiter dahingestellt hat, wäre das sicherlich das Worst-Case-Szenario gewesen.
Und dadurch hätte das Event auch gegebenenfalls um, ja, minimum 30 Minuten immer verschoben werden müssen. Es ist dann nicht dazu gekommen, das ist so eine Unwetterfront, hat sich vor Washington geteilt und ist dann so in zwei verschiedene Richtungen aufgegangen, was dann die UFC dann auch wieder so als, würde man fast sagen, göttliches Zeichen interpretiert hat, dass dann, ja, wir wurden verschont.
Ja, für dieses, das kann ich ja noch erwähnen, für das rein sportliche Event in diesem White House Circle hätte es auch noch eine Alternative gegeben. Also die hätten das dann in so einem B-Bereich durchgeführt mit einem weiteren Ring und mit Kameras. Also man hätte auf jeden Fall was gezeigt, aber da gab es natürlich noch so ein Fanfest mit 80.000 Menschen.
Für die wäre das schon, ja, ich sag mal, deutlich unglücklicher gewesen am Ende, wenn es da gewittert hätte und auch Regen. Und das wäre halt alles, sag mal, typisch Festival gewesen, so wie man es kennt. Dann durch den Schlamm robben und ja, unter Schlupf suchen. Donald Trump baut sein Zelt im Matsch auf, ne?
Genau. Das Weiße Haus war ja auch insgesamt irgendwie involviert. Ich habe jetzt gesehen, also da haben sich dann die Sportler auch drin warm gemacht, richtig? Das stimmt, die Sportler haben sich drin warm gemacht. Es gab separate Räume im Weißen Haus, wo die Teams untergebracht waren. Und jeder Kämpfer hatte einen individuell gestalteten Walk-in aus dem Weißen Haus in Richtung Käfig.
Denn da gab es keine großen Distanzen zu überbrücken. Da waren vielleicht fünf Meter zwischen Weißen Haus und dann dem Mini-Stadion, was sie gebaut haben. Und so ist dann, ja, die zwei Hauptkämpfer sind aus dem Oval Office gelaufen in der Mitte vom Weißen Haus. Bei diesen Wendeltreppen gibt es halt nochmal so einen kleinen Tunnel, wo andere Kämpfer rausgekommen sind. Man hat sich da schon Gedanken gemacht.
Dazu hat noch ein Orchester gespielt. Also viel größer geht eigentlich nicht mehr. Du hast eingangs gesagt, du hast sehr viel davon mitbekommen, dass die USA 250 ist in diesem Jahr, aber sehr wenig vom 80. Von Donald Trump. Beschreib das mal ein bisschen. Also warum gab es da diese Diskrepanz? Das ist ja fast ein bisschen überraschend, dass Trump dann bei seinem Event gar nicht so im Vordergrund stand.
Genau, also für mich kam da vieles überraschend. Zum einen, dass dann an diesem Event selbst Donald Trump nicht irgendwie noch eine Ansprache gehalten hat. Genauso wenig hat Dana White, also der UFC-Boss, eine Ansprache gehalten, der ja als... Republikaner auch bekannt ist und als Trump-Unterstützer hat im Wahlkampf viel geholfen. Und das war einerseits überraschend, dass er die Bühne tatsächlich den Kämpfern überlassen hat.
Und zum anderen hatte ich auch ein bisschen befürchtet, dass das Fanfest so eine Art Maga-Shit-Show wird. Das waren halt 85.000 vorregistrierte Besucher. Einfach aus Sicherheitsgründen musste sich jeder vorher registrieren. Aber es war kostenlos, ne? Es war kostenlos am Ende. Also es war wie so ein kleines Festival mit allerhand Stationen von Merchandise bis über natürlich Essen, Trinken, aber auch so Meet & Greet und interaktive Sachen.
Und ich habe halt so ein bisschen gedacht, da werde ich ganz viele Magerkappen sehen, aber ich habe nicht ein Donald Trump Shirt gesehen und auch nicht eine Magerkappe auf diesem Event. Also das war wirklich in dem Sinne überraschend. Es war auch ein sehr, sehr junges Publikum, würde ich sagen. Der Zusammenhang, den politischen, den gab es einfach durch den Austragungsort, so nenne ich das jetzt mal.
Aber es gab überraschend wenig Stoßrichtung in, ich sag mal, politischem Sinne. Dass man sagt, wir schießen jetzt ein bisschen gegen die Demokraten. Das hat dann einer der Kämpfer übernommen, aber das war mit Sicherheit nicht geskriptet. Das ist eher der Typ, der maximale Aufmerksamkeit will mit den größtmöglich.
Polarisierenden Aussagen und das hat er natürlich in dem Fall auch geschafft. Ja, was hat er konkret gemacht? Ja, das war Josh Hockett, der nach seinem Sieg. Gesagt hat, jetzt scheiße ich mal auf meine Rede, hat dann noch ein paar Phrasen rausgeballert und zum Abschluss gesagt. Dass Michelle Obama ein Mann ist, wir wissen es alle, Amerika, so nach dem Motto.
Und ob das jetzt großen Jubel ausgelöst hat, das kann man jetzt gar nicht mehr so nachvollziehen. Aber es war eben so eine, ich sag mal, Aussage aus dem rechten Magerlager von Trump oder der man sich gerne bedient. Davon hat sich die UFC distanziert, davon hat sich später der UFC-Boss Dana White auch distanziert, weil er gesagt hat, ja, das sind vielleicht Personen des öffentlichen Lebens, Aber man darf natürlich nicht alles machen und so Falschbehauptungen sind dann einfach auch komplett unter der Gürtellinie und sowas wollen sie eigentlich nicht da haben.
Wie wurden denn die Kämpfer, die dort aufgetreten sind, ausgewählt? Gab es da auch Mitspracherecht für Donald Trump oder wie lief das? Ein Mitspracherecht gab es für Donald Trump nicht direkt, aber jetzt unter anderem der Gegner, der gegen Josh Hockett gekämpft hat, Derek Lewis, war so einer der Lieblingskämpfer von Donald Trump immer und der hat zwei, zweieinhalb Monate vor dem Event mal so nachgefragt, hey, warum ist der eigentlich nicht auf dieser, White House Card, weil da eigentlich nur sechs Kämpfe erstmal angesetzt waren.
Und dann hat er aber auch nur einen Anruf gebraucht und einen Tag später war er dann auf der White House Card. Und Josh Hoke hat gekämpft, während Donald Trump das gesehen hat. Also war quasi dieses Match mehr oder weniger so ein Trump-Wunschding. Aber im Blick auf, wer soll da kämpfen, wer darf da kämpfen, ging es so ein bisschen mehr um maximale Reichweite plus sportlich das höchste, Level. Das haben die am Ende aber auch gut hingekriegt.
Also gerade im Vergleich zu, ich sag mal in Anführungsstrichen, normalen UFC-Veranstaltungen, war es ein Event, was da auch voll abgeliefert hat, jetzt mal abgesehen von dem ganzen Rahmen? Das war sportlich das beste Event, was ich überhaupt gesehen habe bislang von denen. Und es waren eigentlich nur eine halbe Fightcard. Normalerweise sind es 15 Kämpfe bei der UFC.
Und hier, ich glaube, man würde gar kein Event finden, was vergleichbar sportlichen Rang und Namen da mithalten könnte. Einfach weil man hatte große Namen, man hatte sportliche aufstrebende Kämpfer, viele Amerikaner, populäre, aber auch europäische, brasilianische. Also so gesehen war das schon sehr groß, eigentlich das Maximum, was geht, mit Ausnahme von Conor McGregor, der kämpft dann ja jetzt im Juli.
Aber von fünf Jahren nicht gekämpft, bei ihm wusste man nicht, wer kommt da überhaupt zurück. Und die, die hier gekämpft haben, waren wirklich aktive Sportler. Das waren jetzt keine Fame-Fights, die man irgendwie zusammengeschustert hat und dahingehend ist das schon, sagen wir mal, wirklich ein Event, was auch sportlich in Erinnerung bleibt.
Dann habe ich in deinem Text gelesen, verlinken wir auch in den Show Notes, dass Tyson Fury ja auch da war. Wie kam es denn dazu? Trotz Einreiseverbot? Warum war er dann überhaupt da? Warum hat er überhaupt ein Einreiseverbot? Fragen über Fragen. Also das Das Einreiseverbot für Tyson Fury besteht meines Wissens, weil er mit so einem irischen Mobster verbandelt war und das besteht schon ein paar Jahre.
Das besteht aber offenbar nicht mehr, denn er war plötzlich da und kam wie einer der Kämpfer aus dem Weißen Haus spaziert. Ist dann direkt zum Co-Kommentator des Events und dann gab es ein ganz kurzes Interview-Panel, aber da wollte er nicht so richtig rausrücken mit, was machst du denn eigentlich hier Tyson, sondern hat gesagt, das soll Dana White verkünden.
Hat er dann auch nicht verkündet auf der Pressekonferenz danach, aber da Dana White oder Sufa, die Firma, die hinter der UFC steht, auch eine Box-Promotion hat, geht man jetzt davon aus, dass der künftig für Sufa-Boxing an den Start geht. Besser gesagt, dass die einen Megafight auf die Beine stellen gegen Anthony Joshua beispielsweise oder jemanden anderen dieser Größenordnung.
Dass man ihn aber auch, ich sag mal, als Publicity-Actor aus dem Weißen Haus rausmarschieren lässt, das fand ich dann schon wieder eigentlich eine Nummer drüber, weil das habe ich dann auch im Nachgang öfter mal bemängelt. Also da wurde schon sehr viel Werbung gemacht, sehr viel Cross-Promotion gemacht, sowohl für den US-Streaming-Dienst Paramount Plus als auch für alle möglichen Werbeanbieter.
Da war selbst eine Kameraeinstellung am Ende presented by und das fand ich dann schon, also das war schon wirklich drüber. UFC-Events sind schon, ich sag mal, werbefinanziert oder sind halt wirklich, ganz viele Brands vom Ringboden mal abgesehen, der ja schon vollgekleistert ist, aber das hier war nochmal eigentlich eins zu viel des Guten.
Aber kann man irgendwie einschätzen, wie viel Geld mit so einem Event dann gemacht wird? Kursierten irgendwelche Zahlen im Vorfeld oder im Nachhinein? Es gab Zahlen im Vorfeld, das hat die UFC auch selber veröffentlicht. Was heißt veröffentlicht? Dana White hat gesagt, das Event würde rund 60 Millionen Dollar kosten.
Und abzüglich dem, was reinkommt, würde man bei einem Minus von 30 Millionen hängen bleiben. Ich hatte aber das Gefühl, man hat wirklich an jeder Stelle versucht, nochmal den einen oder anderen Dollar reinzuspielen. Aber das ist, glaube ich, nicht so einfach, weil die Vorgaben für kommerzielle Veranstaltungen auf Bundesgebiet.
Sie geben eben vor, dass du halt da keinen dicken Reibach mitmachen darfst. Und das hat dann wahrscheinlich am Ende auch verhindert, dass da noch mehr Kohle irgendwie oder auf irgendeine Weise gemacht worden ist. Aber ich bin mir sicher, der Streaming-Dienst Paramount Plus hat an dem Tag, trotzdem jede Menge Geld gemacht. Denn das war ja die einzige Option, das in den USA zu sehen.
Obwohl man immer proklamiert hat, das ist ein Event für Amerika. Und man hat mit CBS einen Free-TV-Partner oder hätte den gehabt, den hat man aber nicht genutzt. Das fand ich so ein bisschen shady, würde ich das mal aufhängig bezeichnen. Aber gut, das ist halt dann am Ende eine kommerzielle Veranstaltung gewesen.
Und diese kommerzielle Veranstaltung, du hast ja auch schon gesagt und erklärt, dass das sehr auf die 250 Jahre USA und überraschend wenig auf 80 Jahre Donald Trump fokussiert war. Kannst du ein bisschen darstellen, wie diese ganze Inszenierung ablief? Also welche Elemente haben die Veranstalter dort reingebracht?
Wir kennen es ja eigentlich von allen großen US-Veranstaltungen, auch letztlich ja unabhängig der Parteilinie. Das können sie ja schon in der Regel. Das können sie auf jeden Fall. Also es war ja nicht nur Donald Trumps Geburtstag, es war auch noch Flaggentag in den USA. Allerdings nicht 250 Jahre, sondern 249 am Ende.
Nur auch das hat man natürlich thematisiert. Zwischen den Kämpfen gab es natürlich immer, ich sag mal, Sideslots, in denen man... Solche Promofilmchen eingespielt hat, zum einen eben diesen historischen Zusammenhang. Wo sind wir eigentlich hier? Wo sitzen wir hier? Constitution? Also man hat versucht, schon so ein bisschen das Ganze noch mal ein bisschen größer wirken zu lassen, aber auch, ich sag mal, historisch die Menschen abzuholen, die sich vielleicht gar nicht so damit auseinandersetzen.
Vor allem ist ja ein globales Publikum gewesen am Ende. Vielleicht denen das noch mal näher zu bringen, genauso wie man dann versucht hat zu, Also ich sag mal zu erklären, dass die UFC so diesen amerikanischen Traum verkörpert im Sinne von, guck mal, du kannst mit nichts kommen, aber dann am Ende alles erreichen.
Und die 14 Kämpfer, die jetzt hier sind, die sind jetzt am Mount Everest sozusagen angekommen. Und guck mal, was für die möglich ist, welche Plattformen die bekommen. Es waren immer wieder Elemente, die man versucht hat, da einzubauen. Genauso wie man da natürlich die Veteranen geehrt hat. Das ganze Publikum war zu 80 Prozent, war das Militär, ob das Marine war, ob das Infanterie war.
Also du hast das natürlich an deren Uniform meistens gesehen. Also von den 4.000? Von den 4.000 würde ich sagen waren 80 Prozent Militär. Donald Trump hatte 1.000 Tickets, 4.300 oder so waren insgesamt da. Donald Trump hatte 1.000, der UFC-Boss hatte 200, 300 so in den Dreh. Und der Rest waren eben ausgesuchte Militärs mit der Vorgabe, die sollen aber bitte auch UFC-Fans sein.
Also wir wollen jetzt niemanden da reinholen, der am Ende denkt, oh Gott, wo bin ich hier gelandet, sondern es muss ja auch ein bisschen Begeisterung versprühen, wenn was im Käfig passiert, dass das Publikum mitgeht, wie man das gewohnt ist. Die sind auch mitgegangen am Ende. Nur worauf ich hinaus wollte, ist, dass man die Veteranen natürlich geehrt hat.
Und dann hat man aber im gleichen Atemzug gesagt, ah, und guckt mal hier, Meta spendet allen blinden Veteranen, oder besser gesagt, Veteranen mit Sehbeeinträchtigung eine Ray-Ban-Meta-AI-Brille. Und wo ich dann gesagt habe, okay, jetzt kann Mark Zuckerberg auch noch was Gutes tun. Denn der saß ja schließlich auch da im Publikum. Trump und seine Freunde alle...
Tragen ihren Teil dazu bei. Es stellenweise war es durchschaubar, würde ich das mal nennen, auch wenn es eine gute Aktion ist. Aber am Ende hat so jeder so ein bisschen seine Werbefläche noch gekriegt über den einen oder anderen Umweg. Ja, gute Überleitung auch. Thema Zuckerberg wollte eh noch fragen, wie groß war denn die Promi-Politiker-Dichte?
Gerade auch im Vergleich zu Events, die jetzt nicht vor dem Weißen Haus stattfinden in Sachen MMA. Also die Politiker-Dichte war überschaubar, muss man sagen. Trumps Familie war natürlich da, in Teilen, nicht alle. Der Rest hat sich auf die prominenten Welt aus, ja, wie würde ich sagen, Funk und Fernsehen konzentriert.
Auch Zlatan Ibrahimovic hat da gesessen. Er ist ja TV-Experte im Moment in den USA. Also ein paar Boxer waren vertreten. Es gab ein paar CEOs, von denen hatte niemand vorher was gehört, die aber auf einmal in der Fancam eingeblendet wurden. Das hat beim Zuschauen mit Sicherheit nichts ausgelöst, aber war natürlich eher so ein kleines Dankeschön für die Zusammenarbeit.
Man hat von der WWE, also der Zwillingsfirma, der Schwesterfirma der UFC hatte man Vertreter da, also den Champion Roman Reigns und auch Triple H, der da CCO ist, also Chief Content Officer. Politisch hat sich das tatsächlich so ein bisschen im Rahmen gehalten. Deswegen hat mich auch geärgert, wie die deutsche Medienlandschaft darüber berichtet hat.
Im Sinne von, also es hat sich eigentlich nichts geändert mit dem Event an sich. Es gab klar diese eine Aussage von dem Kämpfer, aber der politische Zusammenhang ist eben entstanden durch, das ist das Setting vor dem Weißen Haus. Und im Nachgang ist eigentlich politisch nichts passiert. Auch jetzt Trump beim Gipfel hat das natürlich mal erwähnt, aber der ist jetzt auch nicht da rumgelaufen und hat gesagt, habt ihr das geguckt?
Der guckt da hier nochmal. Für den Sport hat das auf internationaler Ebene eher keinen Gefallen getan. Zumindest auf deutscher Ebene, weil man mit vielen Stereotypen wieder um die Ecke gekommen ist, die nicht zutreffen. Der Sport der Barbaren. Gladiatoren in der Arena. Und ja, ich sehe ein, dass das ähnlich vom Setting ist wie im alten Rom.
Aber das war nun mal nicht auch im Kolosseum, sondern das Weiße Haus. Und ohne Regeln und die ganzen Aussagen, die absolut nicht zutreffen, hat man, egal ob es die Zeit war, ob es die Taz war, hat man sich da wieder gerne bedient. Obwohl ich eigentlich das Gefühl und die Hoffnung hatte, man wäre in Deutschland schon darüber hinaus, aber für Klicks und Drama macht man ja alles.
Ja und dann ist Trump wahrscheinlich, das Weiße Haus, von Trump besetzt, aktuell einfach ein gefundenes Fressen gewesen. Hör ich so ein bisschen daraus. Also dadurch war ja die Skandalisierung schon vorgegeben und wahrscheinlich war es für viele Berichterstatter dann fast egal, wie das eigentlich Event lief.
Genau, die Skandalisierung, finde ich, ist auch in Ordnung und auch die Diskussion darüber, ob man das jetzt unbedingt da machen möchte. Das haben ja auch viele Amerikaner kritisch gesehen. Ich glaube, knapp mehr als die Hälfte fand das auch nicht so dolle. Alle, die du da auf den Fan-Fest gefragt hast, haben natürlich gesagt, das ist das amerikanischste, was du machen kannst.
So, ja klar, die sind halt Fans von dem Sport und die sehen halt, welche Bühne dieser Sport jetzt erreicht hat, nämlich... Aber das Weiße Haus soll ja für alle da sein, ne? Genau, das soll auch für alle da sein und ist am Ende auch komplett berechtigt, wenn man das in Frage stellt, nur... Der Sport hat da jetzt dann für Nicht-Fans tatsächlich eher so gelitten, weil die Diskussion drumherum halt vieles überschattet hat.
Und ich habe das ja auch in einem Text geschrieben, wenn es den Amerikanern denn besser gehen würde jetzt, was Spritpreise angeht, was Preise im Supermarkt, Inflation angeht, dann hätten sich glaube ich auch weniger Menschen darüber aufgeregt, weil, die finden sowas schon gut im Grunde. Je größer, desto besser.
Je mehr die USA dadurch glänzen, desto besser. Zum Abschluss die Frage, Michael. Wird es das nochmal geben? Gibt es da schon irgendwelche Infos? Und wenn es noch keine Infos gibt, was ist deine persönliche Prognose? Also ich bin da hingereist, weil ich wusste, das passiert einmal in der Menschheitsgeschichte.
Das ist auch nicht once in a lifetime. Lifetime ist 100 Jahre. Das hier wird nie wieder da stattfinden. Ob das nicht in anderen Ländern vielleicht mal stattfindet, wie französischer Kämpfer, der da war, Cyril Gant hat auch gewonnen, hat er gesagt, warum nicht vor dem Eiffelturm? Also Platz hätten sie zum Beispiel auch da vor dem Eiffelturm.
Warum nicht vor dem Eiffelturm? Unvorstellbar halte ich das nicht. Bin ich mir aber relativ sicher, dass andere Länder, dass da die, ich sag mal, Regierung oder das Staat so überhaupt nicht den Einfluss am Ende hat, um zu sagen, wir machen das vom Eiffelturm, Und wir machen das vom, Élysée-Palast, wo auch immer, oder vom Deutschen Bundestag.
Das sehe ich nicht kommen. Ob man wieder in Richtung Stadion oder sowas geht, das kann ich mir vorstellen. Aber ich sage mal, etwas mit dieser Strahlkraft wird es in meinen Augen nie wieder geben. Demzufolge war es sehr, sehr gut. Richtig und wichtig, dass du da warst, würde ich sagen. Und danke, dass du auch hier warst. Hat Spaß gemacht. Gerne.
Soweit also das Gespräch mit unserem MMA-Experten Michael Bauer über dieses wahnsinnige MMA-Event in Washington DC direkt vor dem Weißen Haus. Vielen, vielen Dank fürs Zuhören. Das war wieder was gelernt für heute. Abonniert gerne den Podcast, wenn euch dieses Format gefällt. Dann verpasst ihr in Zukunft auch keine Folge mehr. Danke dafür. Bis dahin. Ciao, ciao.