
Wieder was gelernt - der ntv-Podcast
Strawberry ist das neue Nikotin: Mit Vapes auf Teenagerfang
Montag, 6. Juli 2026 · 6 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
+++ Alle Rabattcodes und Infos zu unseren Werbepartnern findet ihr hier: linktr.ee/wiederwasgelernt +++
Immer mehr Jugendliche rauchen und vapen. Vor allem das Vapen ist bei den jungen Leuten wieder sehr verbreitet. Vapes galten vor einigen Jahren noch als "gesunde Alternative" zur Zigarette. Inzwischen ist aber klar: Die süßen Drogen sind gefährlicher als gedacht.
Text und Moderation: Rana Amme
Sie haben Fragen? Schreiben Sie eine E-Mail an podcasts@ntv.de
Sie möchten "Wieder was gelernt" unterstützen? Dann bewerten Sie den Podcast gerne bei Apple Podcasts (podcasts.apple.com/de/podcast/wieder-was-geler…) oder Spotify (open.spotify.com/show/6w5kuaVaPvVDWGdPLXkONh).
Dieser Podcast wird vermarktet von Julep Media: sales@julep.de
Wir verarbeiten im Zusammenhang mit dem Angebot unserer Podcasts Daten. Wenn Sie der automatischen Übermittlung der Daten widersprechen wollen, melden Sie sich hier: datenschutz@julep.de
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Immer mehr Jugendliche rauchen und vapen. Vor allem vapen ist aktuell sehr verbreitet. Vapes wurden bis vor ein paar Jahren noch als gesunde Alternative für die Zigarette bezeichnet. Wie falsch man damit gelegen hat und was Experten dazu denken, hören Sie jetzt in dieser Folge des NTV-Podcasts wieder was gelernt.
Unseren Podcast finden Sie auf allen Podcast-Plattformen und in der NTV-App. Abonnieren Sie den Podcast gern, dann bekommen Sie eine Nachricht, wenn es eine neue Folge gibt. Ich bin Rana Amme. Hallo und willkommen. Ob auf den Straßen oder in Schultoiletten. In der Öffentlichkeit sieht man oft Jugendliche rauchen und vapen.
Vor allem Vapes sind bei Jugendlichen gerade sehr beliebt. Und das, obwohl es unter 18 Jahren nicht erlaubt ist, sie zu benutzen. Auch wenn es verboten ist, werden die Vapes ihnen manchmal schon verkauft. Vor allem älter aussehende Jugendliche werden oft nicht nach ihrem Ausweis gefragt und können so ganz einfach an die Drogen herankommen.
Auch durch ältere Freunde oder ihre Eltern können junge Leute an Vapes und Zigaretten kommen. Doch wieso rauchen und vapen so viele Jugendliche? Einerseits halt natürlich die Gruppe. Also wenn einer das macht, ziehen irgendwann alle mit. Auch, glaube ich, teilweise machen das viele zum Spaß, zur Ablenkung.
Es ist natürlich auch in der Schule, bei dem Freundeskreis, auf Partys landet man dann schnell dabei. Vor allem, wenn es später wird, dann wird einem die angeboten. Und auch einfach zur Ablenkung, weil ja viele Jugendliche heute auch viel Stress haben und so. Und dann ist das, glaube ich, ein naheliegender Grund oder halt so ein Ausbild, dass man halt zur Zigarette greift.
Die Freunde haben damals alle angefangen zu rauchen und irgendwie zieht man dann mit. Man hat halt angefangen in der Schule, die Klassenkameraden haben angefangen, dann hat man auch irgendwann angefangen und dann ist man halt einfach dabei geblieben. Auch das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit zeigt das in einer aktuellen Studie.
Vor fünf Jahren haben noch etwa sechs Prozent der Jugendlichen geraucht. Jetzt sind es laut der Studie schon rund zehn Prozent. Also im Durchschnitt jeder Zehnte. Um die sieben Prozent der Jugendlichen vapen. Die Zahl ist extrem angestiegen. Anders als beim Rauchen sind sich viele junge Menschen gar nicht bewusst, was für Auswirkungen das Vapen haben kann.
Vapes enthalten Zusatzstoffe, die beim Verdampfen schädlich und krebserregend sein können. Bis vor einigen Jahren dachte man noch, Vapes wären die gesunde Alternative zur Zigarette. So der Mediziner Christoph Specht. Diese Aromen, die Sie da verbrennen bzw. Verdampfen und dann einatmen, sind zwar zugelassen als Lebensmittel, aber die sind dafür gedacht, dass Sie die oral einnehmen, also was weiß ich, auf dem Kuchen vielleicht, aber nicht eben einatmen mit einem heißen oder warmen Dampf.
Und die Verbrennungsprodukte, die nicht entstehen, ja, ist richtig, Aber die Zusatzstoffe, die auch bei dem Verdampfen mit dabei sind, von denen weiß man heute auch, dass sie durchaus auch offensichtlich krebsauslösende Wirkungen haben. Eine Gefahr ist auch, dass der bittere Geschmack des Nikotins durch die künstlichen Geschmackszusätze überdeckt wird.
So hat man nicht das Gefühl, etwas Giftiges zu inhalieren. Die künstlichen Geschmacksrichtungen in den Vapes wirken für die jungen Leute absichtlich attraktiv. So auch die bunten, ansprechenden Verpackungen. Das kann schnell in eine Sucht führen, meint der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck. Es riecht nicht mehr nach Rauch, es schmeckt nicht mehr nach Rauch, es schmeckt wie Strawberry, Kiwi, Coca-Cola und macht aber unheimlich abhängig.
Da ist Nikotin drin, einer der abhängig machendsten Stoffe und so werden Jugendliche sehr schnell in eine Nikotinsucht geführt. Es wirkt wie Gummibärchen, es wirkt wie Süßigkeiten, steht zum Teil im Süßigkeitenautomaten. Und ich denke, wir müssen da als Regierung auch gegensteuern, dass solche Zusatzstoffe einfach nicht mehr möglich sind. Viele Länder sind strenger als Deutschland, wenn es um Vapes und Zigaretten geht.
Beispielsweise in Großbritannien ist es verboten, in öffentlichen Räumen zu rauchen. Auch im Auto ist es nicht erlaubt, wenn Kinder dabei sind. In Läden ist es Pflicht, den Ausweis oder Führerschein zu zeigen, um das Alter nachzuweisen. Die Verpackungen der Zigarettenpäckchen müssen alle braun sein, um nicht verlockend auszusehen.
Auch bei uns gibt es Maßnahmen, um Menschen vom Rauchen und Vapen fernzuhalten. So soll die Steuer für Zigaretten deutlich steigen. Das könnte viele Jugendliche vom Rauchen abhalten, glaubt Hendrik Strick. Die Finanzkommission Gesundheit, die ja auch die GKV-Finanzen neu sortiert hat, also mit Vorschlägen, die hat ja auch vorgeschlagen, die Tabaksteuer deutlich zu erhöhen.
Mir geht es hier selber als Arzt gar nicht um die Mehreinnahmen in den Steuern, sondern mir geht es darum, Menschen vom Rauchen fernzuhalten. Und dabei vor allem Kinder und Jugendliche, die anfangen zu rauchen, wenn es zu teuer ist, greift man einfach weniger zu so einem Produkt. Der zweite Faktor ist, dass man dadurch natürlich auch Mehreinnahmen hat.
Und diese Mehreinnahmen sollten direkt ins Gesundheitssystem fließen. Für Prävention, aber Rauchentwöhnung. Etwa 8 Euro kostet eine Standardpackung Zigaretten. Würde man sich beispielsweise jede Woche vier davon kaufen, würde man um die 128 Euro im Monat für Zigaretten bezahlen. Das Taschengeld der meisten Jugendlichen würde dafür nicht reichen.
Das bringt mir tatsächlich nichts und es ist einfach sauviel Geld. Und ich bin noch jung und ich würde gerne lieber das für Reisen oder für was anderes benutzen. Vapes sind meistens etwas günstiger als Zigaretten. Doch auch bei ihnen wird der Preis steigen. Die Bundesregierung plant bestimmte ungesunde Inhaltsstoffe in Vapes Ende des Jahres zu verbieten.
Darunter Kühl- und Geschmacksstoffe wie beispielsweise Menthol. Diese Stoffe machen einen Großteil vom Geschmack der Vape aus. Der ist für viele Leute dann nicht mehr so ansprechend. Das könnte dabei helfen, dass einige Menschen mit dem Vapen aufhören oder gar nicht erst damit anfangen. Das war der NTV-Podcast Wieder was gelernt. Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, freuen wir uns über eine Bewertung bei Spotify oder Apple Podcasts.
Ich bin Rana Amme. Danke fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal.