040 Streng vertraulich: Die Lage in Hamburg· Folge 76

Highlight Folge: Der Block-Prozess startet mit einem Paukenschlag!

Freitag, 10. Juli 2026 · 36 min

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Shownotes

Wir überbrücken die Ferienzeit und gönnen unserem Team eine kurze Sommerpause – aber natürlich nicht, ohne euch mit dem Besten aus Hamburg zu versorgen! In dieser ganz besonderen „Best of“-Ausgabe blicken wir noch einmal auf die spannendsten und dramatischsten Geschichten des Jahres zurück. Den Auftakt macht ein echter Justiz-Krimi: Der Prozess gegen Christina Block und Gerhard Delling hat begonnen und hielt schon am ersten Tag dramatische Wendungen bereit. Während Veröffentlichungen aus der Anklageschrift Christina Block schwer in Bedrängnis zu bringen schienen, konterten ihre Anwälte mit einer überraschend offensiven Verteidigungsstrategie. Unsere Chefredakteure Matthias Iken und Lars Haider analysieren für euch, was wirklich hinter dieser Taktik steckt und warum nun plötzlich gleich zwei Block-Töchter im Prozess aussagen sollen.
Doch das ist noch nicht alles für euren perfekten Ferien-Podcast: Wir liefern euch außerdem noch einmal alle neuen Details zum geplanten Hamburger Opern-Neubau, blicken emotional zurück auf den Abschied von Kult-Moderator Carlo von Tiedemann und erklären, warum eine wichtige Jobmesse Hamburg für immer verlassen könnte. Schaltet ein, genießt die Urlaubszeit und bleibt trotzdem bestens informiert!
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Moin, ich bin Lars Heider. Und ich bin Matthias Siegen und sage auch Moin. Und wir haben natürlich wieder, lieber Matthias, eine interessante Folge, die wir aus Gründen erst tatsächlich am späten Freitag aufzeichnen. Weil natürlich wird es in diesem Podcast um den Prozessbeginn gegen Christina Block, gegen Gerhard Delling und fünf andere Angeklagte gegeben, aus denen man glaube ich schon sehr, sehr viel sehen und lesen kann und ahnen kann, in welche Richtung die Verteidigung ihre Strategie aufbaut.

Das hat mich sehr überrascht. Das wird glaube ich große Teile dieses Podcast einnehmen, aber nicht nur. Wir wollen natürlich auch nochmal sprechen, da hast du in dieser Woche einige exklusive Informationen bekommen über die Oper, die Klaus Michael Kühne in der HafenCity für Hamburg bauen will, Hamburg schenken will.

Da gibt es klare Vorstellungen, wie die aussehen kann. Darüber sprechen wir, das wäre das zweite Thema. Das dritte Thema, natürlich einmal wollen wir noch über unseren lieben Ex-Kollegen Carlo von Tiedemann sprechen, der tatsächlich ja seine Karriere beim Hamburger Abendblatt mit begonnen hat. Wir wollen sprechen, Thema Nummer 4, über eine Jobmesse in Hamburg.

Die droht nicht mehr in Hamburg stattzufinden. Aus einem extrem kuriosen Grund. Und dann sieht man mal wieder mehr, was, glaube ich, manchmal schief laufen kann. Und vielleicht werfen wir am Ende nochmal 4a. An diesem Freitag einen Blick nach Berlin, wo es Riesenärger zwischen der CDU, CSU und der SPD gegeben hat. Aber natürlich starten wir heute mit dem Prozess gegen Christina Block.

Was war für dich jetzt in den Tagen vor dem Prozess oder auch heute die größte Überraschung? Ich glaube, die größte Überraschung war, nachdem wir eigentlich im Vorfeld in dieser Ouvertüre zu dem Prozess gesehen haben, dass sehr, sehr viel quasi von der Seite gegen Christina Block kam. Heute ein Auftakt war, der, glaube ich, zumindest prinzipiell die Angeklagte nicht so schlecht hat aussehen lassen.

Sie hat ja sich da auch auf ihre Verteidiger verlassen und ich habe vorhin lange mit unserer Gerichtsreporterin Bettina Mittelacher gesprochen, die ja heute vor Ort war und sich da auch lange, mit dem Thema schon befasst und sie hatte auch so ein bisschen die Wahrnehmung eigentlich und das finde ich auch interessant, wie sie das als Mutter sieht, hat die sich heute ganz gut verkauft.

Wenn man die Bilder sieht, natürlich war das tatsächlich ein unglaublich schwieriger Tag für Christina Block. Was mich überrascht hat, war folgendes. Wochenlang war der wichtigste Verteidiger Ottmar Curi, bekannter Hamburger Strafverteidiger, und kurz vor dem Prozess kommt ein neuer Mann ins Bild. Der heißt Ingo Bott. Wenn man ihn sieht.

Lange braune Haare, ein tiefer Vollbart, offensichtlich Experte für diesen ganzen Bereich Kindesentziehung und so. Und ich fand interessant, wie der sich, glaube ich, erst am Montag geäußert hat. Auch bei uns. Bei uns war er, glaube ich, schon am Sonnabend geäußert hat. Und plötzlich sagte, die Strategie war ja bisher immer so, Christina Block hat mit dem Ganzen nichts zu tun. Das könnte aber die Mutter gewesen sein. Christa Block, die in der Zwischenzeit gestorben ist und die 120.000 Euro abgehoben hat, wir haben schon mal darüber gesprochen, um die Entführer zu bezahlen.

Und nun kommt dieser Ingo Bott um die Ecke und sagt, es war ganz anders. Es war noch anders. Nämlich diese Gruppe von Kriminellen, muss man ja nennen, Sicherheitsleuten, die das Ganze initiiert haben, hat das initiiert ohne das Wissen von Christina Block. Sozusagen, wir machen das mal und dann überraschen wir sie damit, in der Hoffnung vielleicht dann dafür Geld zu bekommen.

Grob zusammengefasst und so ist er ins Rennen gegangen damit und wir werden jetzt mal darüber sprechen, warum kommt man auf die Idee, das jetzt so zu verkaufen, erster Punkt und zweiter Punkt, was heute einen großen, Teil des ersten Prozestages eingenommen haben, ist immer dieses Verweisen auf. An das Gericht, wir dürfen das, was vorher passiert ist, vor der Entführung, das dürft ihr auf keinen Fall vergessen, das hängt natürlich mit der Entführung zusammen.

Hintergrund natürlich, Verständnis werben dafür, dass eventuell sich jemand, dazu erst hat bringen lassen. Das steckt dahinter der Strategie? Das steckt dahinter und ich halte es auch für, dringend überfällig, dass dieser Strategieschwenk erfolgt ist, weil man muss ja ganz ehrlich sagen, das haben wir auch schon hier besprochen, dass die Familie Block total in der Defensive war, dass also auch die Gegenseite sehr, sehr geschickt agiert hat, um immer weiter in diesem Bild zu malen.

Also ein Unhold hat die Kinder entführt und dem Vater niedergeschlagen. Das will ich jetzt gar nicht damit kleinreden, aber es war zumindest ein Bild in der Öffentlichkeit verfestigt, was natürlich fast dazu führt, dass die Angeklagte da einen ganz, ganz schweren Stand hat. Und da zumindest, glaube ich, sind so zwei Punkte so ein bisschen aufgebrochen worden oder vielleicht sogar drei.

Genau was du sagst, also deutlich machen, dieser Entführung ging eine andere Kindesentziehung voran. Denn sie hatte das Sorge- und Aufenthaltsrecht für ihre Kinder, bevor halt ihr Ex-Mann Stefan Hänsel die Kinder nach Dänemark entführt hat. Diesen Punkt will man deutlich herausarbeiten, damit das eine nur wie die Folge, einer anderen Tat, Straftat aussieht.

Punkt zwei ist der neue Anwalt, der, wie ich finde, wirklich einen guten Eindruck macht, weil vorher, ich bin ja auch nur Beobachter, hatte ich schon so ein bisschen den Eindruck, da fährt die Seite des Vaters mit der angeklagten Schlitten. Der hat jetzt natürlich auch diesen Aspekt der Entfremdung der Kinder von ihrer eigenen Mutter stärker in den Mittelpunkt gerückt.

Und das ist ja, wann immer du mit Scheidungsexperten, mit Familientherapeuten auch sprichst, ein Punkt, wo man sagen muss, gerade Kindern im Alter, wenn sie ein, zwei, drei Jahre von den, Mutter oder Vater entfremdet worden sind, dann agieren die auch wirklich sehr, sehr radikal gegen diese Seite, die entfremdet worden ist.

Und auch das ist etwas, finde ich, das muss man zumindest ein bisschen mit im Blick haben. Und das dritte war die Frage, die ich jetzt schon wieder vergessen habe. Nein, du hattest gesagt, du hast drei Punkte, ich hatte nur zwei. Aber was auch heute natürlich überraschend war und ein Moment, wo man dachte, zumindest geschickt ist.

Die Verteidiger von Hänsel haben mir angekündigt, dass die Tochter, die bei ihm lebt, vor Gericht aussagen will. Und nun hat der Herr Bott gesagt und die Tochter, die bei Christina Block lebt, sagt auch vor Gericht aus. Da muss ich jetzt sagen, grundsätzlich finde ich es ganz schwierig, die Kinder da auflaufen zu laufen, die Kinder vor Gericht zu zerren.

Aber aus Verteidigungsgründen kann man sich natürlich vorstellen, was da passiert. Einerseits Tochter A sagt, es ist ganz schlimm, wir wollten zu meiner Mutter nicht zurück, wenn sie das dann sagt. Und Tochter B wird dann ja genau das Gegenteil sagen. Und dann steht erstens Aussage gegen Aussage und dann ist die Frage des Gerichts, wie man da glaubt.

Aber es zeigt ja zumindest auch, finde ich, diese Aufteilung, dass eigentlich ja beide Eltern, das spricht ja erst mal für sie, ein Zuhause schaffen müssen, wo jeweils ein Kind sagt, da möchte ich sein. Also da habe ich immer noch die Hoffnung auf so ein bisschen Restvernunft, weil natürlich ist das, was diesen Kindern angetan wird.

So grotesk und so schlimm, weil gerade, das wurde ja heute auch nochmal im Prozess deutlich, da sprach ja der Anwalt von der Schlammlawine des Boulevards. Es ist ja nicht nur so, dass diese Kinder permanent aussagen müssen, sich für eine Seite entscheiden müssen. Nein, dieser Prozess findet eine Aufmerksamkeit, die ja weit über die Grenzen der Stadt Hamburg hinausgeht.

Und die Betroffenen, die Kinder von heute, werden wahrscheinlich ihr Leben lang an diesen Prozess erinnert werden. Das muss man sich auch vorstellen, so ein bisschen sagten unsere Reporter, wir waren heute auch mit drei Reportern da, sagten unsere Reporter, es hatte etwas von einer Inszenierung von einem Schauspiel, 100 Medienvertreter.

Das ganze Thema hat es und da muss man sagen, am Ende ist es ein Sorgerechtsstreit, der deshalb besondere Aufmerksamkeit natürlich erfährt, weil die Tochter, weil die angeklagte Tochter eines reichen Hamburger Unternehmers ist, hat es bis in die New York Times geschafft. Das ist natürlich unverhältnismäßig. Auch das ist eine Verteidigungslinie der Blog-Seite, die jetzt gesagt haben, naja, die andere Seite hat die Medien über Wochen gefüttert, heute Morgen die Anklageschrift dann 148 Seiten nachzulesen in der Bild-Zeitung.

Und da muss man sagen, ja, die muss die Bild-Zeitung oder auch andere Medien ja von irgendjemand bekommen haben und man kann davon ausgehen, dass es halt nicht die Seite von Christina Block war. Das ist ja auch so ein Aspekt heute, als diese Anklage verlesen wurde, die natürlich bekannt war, hat ja also wie in einem Schauspiel der Vater nochmal ganz laut ausgeatmet nach dem Motto, das höre ich zum ersten Mal.

Und da bekommt man wirklich das Gefühl, das ist ein abgeschmacktes Schauspiel, zu niemandes Nutze. Also ich würde mir wirklich einen Richter wünschen, so ein bisschen wie bei König Salomon, ein salomonisches Urteil, was ja nicht darin bestand, das war ja... Quasi seinen Trick zu sagen, wenn ihr euch beide um das Kind streitet, schneiden wir das Kind in der Mitte durch, sondern sagt, nachdem er das Urteil verkündet hatte, die, die dagegen aufbegehrt, das muss die Mutter sein.

Und es wird die Aufgabe werden, dieses Gerichts diese Feinfühligkeit zu entwickeln, um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Ich glaube, das ist ganz, ganz schwer, gerade auch, weil bis nach New York irgendwie die Welt drauf schaut, aber das muss das Ziel sein. Der Podcast heißt ja streng vertraue ich. Das heißt, wir wollen natürlich hier mit euch, mit Ihnen auch Informationen teilen, die Ihnen vielleicht noch nicht so bekannt sind.

Und eine Information ist folgende. Warum setzt die Verteidigung von Block jetzt auf die Geschichte, dass die Menschen, die das gemacht haben, gemacht haben aus eigenem Antrieb? In der Hoffnung, ja, vielleicht in der Hoffnung, dann hinterher dazu sagen, Geld zu bekommen. So, warum setzt sie da drauf? Ein Grund ist, Achtung, man hat viele Dinge gefunden, auch viele Dinge, die Christina Block, die Gerhard Denning belasten.

Aber was man nicht gefunden hat, ist das Geld, ist der Geldfluss. Das heißt tatsächlich, kann man Stand, Ermittlungsstand jetzt, weder Christina Block, noch Gerhard Denning, noch Eugen Block, der auch nicht angeklagt ist, nachweisen, dass der, die in irgendeiner Form Geld an die Entführer bezahlt hat.

Und natürlich ist das sozusagen die große Lücke in dem ganzen Thema und macht zumindest diese Variante, die der Herr Boll da erzählt, die zunächst erstmal unglaubwürdig klingt, weil sie so spät kommt, macht sie aber durchaus glaubwürdig. Wenn man sagt, wo ist, wenn Frau Block, Gerhard Delling und etc., das in Auftrag gegeben hat.

Dann zeig mir mal, wo ist denn das Geld? Ja, das ist ja immer irgendwie follow the money, das erste Ziel, was man haben muss. Aber jetzt fällt mir wieder ein, was ich vorhin sagen wollte, weil das hattest du ja auch gefragt. Dass sie jetzt versuchen, diese Sicherheitsleute von Mossad über hier quasi ehemalige Polizisten so ein bisschen ans Kreuz zu nageln, das finde ich durchaus plausibel.

Weil ich kann mir vorstellen, es wäre natürlich genau, wie du sagst, glaubwürdiger gewesen, sich frühzeitig von diesen Leuten zu trennen. Aber dass die einen gewissen Eifer entwickeln, auch Dinge total zuzuspitzen, ist ja nicht das erste Mal. Mir fiel ein, als jetzt auch diese abstruse Kinderporno-Geschichte kam, dass ja auch ein Sicherheitsdienst damals dem HSH-Menschen quasi auch Kinderporno-Vorwürfe, die sich später herausstellte, angedichtet hatte.

Die hatten eigentlich nur die Aufgabe, ihn quasi aus dem Unternehmen zu drängen und irgendwann sind die so wie unguided missiles und machen, was sie wollen. Oder schön war auch, das ist auch Jahre her, das fand ich auch interessant, da hat der Spiegel mal einen lustigen Selbstversuch gemacht, also was man eigentlich übers Internet machen kann.

Und das perfide war, der hat man ein bisschen losgelassen, das ging ganz harmlos los nach dem Motto, da kommt die Geschirrspülmaschine von Amazon, die nie einer bestellt hat. Und irgendwann fing die auch an Kinderporno-Geschichten ihm anzudichten. Und da hat er gesagt, stopp, stopp, stopp. Und bis die dann zu stoppen waren, hat das schon ein bisschen gedauert.

Also es gibt in diesen wirklich. Sehr, sehr grenzwertigen Organisationen, Institutionen, glaube ich, auch echten Drall, alles zu machen, was man selber für richtig hält, hat aber diese Maßstäbe, was gut und richtig und falsch ist, komplett verloren. Aber trotz alledem, was ja Fakt ist und deshalb können wir jetzt auch nicht die Familie Block da so ganz sauber rauslassen, die haben sich nicht selbst eingemietet ins Elysee.

Und haben nicht aus eigenem Eifer, weil sie das so ungerecht fanden, ihre Arbeit aufgenommen, sind schon beauftragt worden. Denn das ist ja klar, bezahlt haben muss ja einer, die Arbeit im Elysee. Genau, das ist ja sozusagen, die haben da ja umsonst gewohnt. Das könnte man, glaube ich, da ist eine Rechnung aufgelaufen mit 220.000 Euro.

Ganz wichtig, wir wollen ja jetzt nicht versuchen, die Blocks reinzumaschen. Wir haben nur versucht jetzt zu erklären, warum ist die Strategie der Verteidigung, warum war die heute so? Und wieso wirkte das auf die Kolleginnen und Kollegen, die im Gerichtssaal waren, doch schon relativ fulminant und so ein bisschen zum ersten Mal.

Dass man die Blogseite den Kopf überhaupt über Wasser bekam. Denn bis vor dem Prozessbeginn heute Morgen, wenn man das liest, was so passiert ist, man denkt, das Thema ist aus Sicht der Blogs eigentlich durch, da ist es schwierig. Und jetzt bin ich gespannt, übrigens, Sie haben ja alle gesagt, dass Sie alle aussagen wollen, auch der Israeli genannte Täter.

Da bin ich auch gespannt. Israelisch-Portugiesische Angeklagte. Und dann, ich kann dir jetzt schon sagen, was der sagen wird. Der wird natürlich sagen, erstmal wird der sagen, dass er sozusagen einer derjenigen war, der das ausgeführt hat und dass er gedacht hätte, das sei ganz normal, das Sorgerecht liege bei der Christina Block und deshalb hätte er die nur zurückgeholt, ihm sei nicht bewusst geworden.

Da ging natürlich wieder die Prügelei und das offensichtlich ist heute auch bekannt geworden, die Kinder ja auch bedroht wurden und dass die Entführer gesagt haben, also wir können euch auch töten, wenn ihr nicht mitspielt und so. Punkt erstmal soweit, wir werden das verfolgen. Ja, aber das ist spannend, weil genau was du sagst, also wir haben ja eigentlich so eine Ouvertüre erlebt, die immer lauter wurde und die eigentlich komplett von der Gegenseite von Christina Block gespielt wurde, mit ständig neuen Vorwürfen in vielen verschiedenen, Presse- und Rundfunkorganen.

Und heute hatte man zum ersten Mal das Gefühl, die andere Seite hat auch noch was. Die stand ja permanent in Defensive und da kommt natürlich auch jetzt für Prozessbeobachter noch Musik rein. Also das ist natürlich, das Schlimme ist, dass es natürlich wirklich sowas hat von so einem schlechten Film, weiß ich gar nicht, aber von so einem Film, man denkt, kann das...

Also für die Beteiligten ist es ein ganz, ganz schlimmer Film. Für die Voyeure ist es ein spannender Film. Ist ein spannender Film und Achtung, jede Woche jetzt zwei Folgen, das geht am Dienstag weiter und wir werden in diesem Podcast natürlich diesen Fall, weil der so aufsehenerregend ist, weil er so viele Menschen offensichtlich interessiert, weiterverfolgen.

Aber jetzt machen wir einmal einen Punkt und kommen zu einem erfreulicheren Thema, lieber Matthias. Hamburg bekommt von Klaus-Michael Kühne eine Oper geschenkt. Hoffentlich. Oh, gibt es da noch Schwierigkeiten? Naja, am Ende des Tages hat sich ja auch die Stiftung ausbedungen, dass jetzt nach diesem Prozess, der eingeleitet worden ist mit den fünf, Architekturbüros, dieses quasi Auslobungsverfahren oder Qualifizierungsverfahren heißt es offiziell, es ist ja kein klassischer Wettbewerb, dass es dann konkret wird, dann geht man halt in den Kassensturz, wie bauen wir und bis dahin.

Bis dann am Ende die Gesamtrechnung vorliegt, hat theoretisch die Stiftung noch das Recht zu sagen, oh sorry, die Kosten sind so aus dem Ruder gelaufen oder es stellt überhaupt nicht das dar, was wir uns vorgestellt haben, dass sie sagen, machen wir nicht. Die Kosten liegen dann zwar bei der Stiftung, nicht bei der Stadt, aber das ist schon ein Restrisiko und ich hoffe auch und bin mir auch relativ sicher, dass der Stifter da noch mitentscheiden kann, weil ich glaube, dass sein Wort da auch von Gewicht ist.

Aber jetzt hast du diese Woche enthüllt, will ich mal sagen. Du hast auf jeden Fall herausbekommen, dass die Vorstellungen, was diese Oper anbelangt und wie die aussehen soll und was die können soll, schon, ich sag es mal mit meinen Worten, erstaunlich konkret sind. Erstaunlich konkret, ja. Man muss ja sagen, so viel Zeit ist das gar nicht für dieses Qualifizierungsverfahren.

Also bis zum 22. September müssen die Ergebnisse vorliegen. Es gibt so ein 68-Seiter, den eigentlich nur die Architekturbüros und die Beteiligten haben. Aber da kann man schon ganz genau daraus lesen, wie man es sich vorstellt. Erstmal ist sehr, sehr deutlich gemacht, dass es halt ein total spannendes Grundstück ist.

Das haben wir momentan gar nicht so richtig, glaube ich, auf der Uhr, weil es ja noch mit diesem Schuppen zugestellt ist und dem Leithaus von Arne Weber. Nochmal erklären, wo das genau ist. Genau, das ist eigentlich, kann man sagen, wenn man eine Linie zieht von der Elbphilharmonie zum Elbtauer, zum kurzen Olaf, dann ist es ungefähr in der Mitte.

Auf der anderen Seite liegt der Grasbrook, wo ja dann auch eines Tages das Hafenmuseum hin soll. Und da gibt es wirklich, ja, das Höft, was von drei Seiten von Wasser umflossen ist. Ein total spannendes Grundstück. Und da muss man schon eigentlich eine Idee haben für diesen Standort, weil es heißt ja da so schön in dieser Ausschreibung.

Entweder soll es quasi ein Teil des Parks werden, die Oper, weil das ist eine Verlängerung ja auch dieses Parks, die wir schon haben, des Lohseparks oder quasi die Vollendung dieses Parks und, das muss man städtebaulich sehen, dass dieser Park da eine ganz große Rolle hat. Das ist nicht einfach ein Operngebäude, das ist ja eigentlich eine Architektur, wo sich Menschen treffen sollen, die auch sonst mit Opern gar nichts zu tun haben.

Der man quasi auf das Dach steigen kann und dann hat man einen wunderbaren Blick auch zum Grasbrook, die Elbe hoch zum Elbtauer. Aber das ist also wirklich ein richtig spannender Platz. Und das ist ja auch das, was immer wieder gesagt wird. Das soll halt schon ein Entwurf sein, der besonders ist, der offen, einladig, ich zitiere jetzt mal aus diesem Papier, schwellenlos, hell beschwingt.

Also da wird schon mit sehr begeisterten Vokabeln um sich geworfen. Was auch spannend ist, es wird auch schon eigentlich so ein bisschen eine Preis-Obergrenze definiert mit 340 Millionen. Also es ist ungefähr da, wo Klaus Michael Kühne sich auch in unseren Interviews immer quasi drauf festgelegt hat. Aber ist das realistisch für so ein Haus?

340 Millionen? Die Elbphänomie hat 800 Millionen am Ende gekostet. Die Sanierung der Staatsoper, wenn man sie nennen würde, da sind noch größere Summen im Gespräch. Ist das realistisch? 340 Millionen Euro für so ein Haus? Dann der spektakulären Neubau? Naja, man hat natürlich, muss man sagen, das kann man dazu rechnen, um das Grundstückübergabe fertig zu machen.

Nimmt ja die Stadt rund 140 Millionen in die Hand. Dann kann man sagen, ist man schon bei 500. Und wenn man noch irgendwie vielleicht am Ende da eine private Gastronomie mit reinmacht, kann sein, dass der dann also auch noch was bezahlt. Aber insgesamt ist dieser Preis jetzt nicht irgendwie erfunden oder ausgewürfelt, sondern man hat sich Opernbauten der vergangenen Jahre angeguckt.

Und also auch von der Größe, von dem Erscheinungsbild genau geguckt und hat, die Quadratmeterpreise angelegt. Also das kann klappen, kann aber nur klappen, wenn man das sehr, sehr professionell handhabt. Und da muss man sagen, ist natürlich der große Unterschied zur Elbphilharmonie. Da hat man am Ende ja die Architekten alles machen lassen, also quasi ein Persilschein macht, was ihr wollt, dann wird es teuer.

Das ist natürlich bei dieser Struktur und auch deshalb fand ich dieses 68er Papier so spannend, Weil das halt sehr, sehr genau definiert und den Eindruck macht, die HSO-Projekt GGMBH, also das ist ja die kühne Stiftungstochter, die sie dafür verantwortlich ist, die hat da schon einen recht guten Job gemacht und hat auch aus der Elbphilharmonie gelernt.

Denn wenn wir uns gucken, wer sitzt in der Kühne Stiftung, ist für dieses Projekt verantwortlich. Das ist Jörg Dräger und der war damals ja im Senat, als es mit der Elbphilharmonie losging. Also da kann man auch sagen, der hat wahrscheinlich persönlich gelernt. Auch der Architekt, der jetzt Stefan Hoffmann heißt, der dafür zuständig ist, kennt sich mit Großprojekten aus.

Die bauen sich eine Mannschaft auf, die das glaube ich gut auf die Reihe kriegt, am Ende auf die Kosten zu gucken. Insofern, vielleicht klappt es. Dann sind wir sehr gespannt und sprechen darüber über auch einen besonderen Moment in der vergangenen Woche. Weil es eigentlich nur, sag ich jetzt, und das ist eigentlich schon falsch, der Abschied war von einem Radiomoderator oder von einem TV-Moderator.

Aber man hat daran gesehen, wie beliebt Carlo von Tiedemann war. Ich erinnere mich noch gut, wie er vor anderthalb Jahren hier, da wo du jetzt saß, saß er im Podcaststudio. Und es dauert zwei Minuten, wenn man mit ihm sprach und man wollte ihn eigentlich knuddeln und in den Arm nehmen. Und so ging es ja allen, die da am Donnerstag über ihn gesprochen haben, die sagten, das ist so ein Menschen, der die anderen Menschen so sehr für sich eingenommen hat und sozusagen im übertragenen Sinn um den Arm hat.

Eigentlich kaum noch gibt. Deshalb, dass da irgendwie im Michel so viele prominente Gesichter kommen, aber auch eben wie ganz normale Menschen am Ende. 800 Leute zu dieser Trauerfeier für einen Moderator. Er hätte selber, glaube ich, gesagt, das war so sein Lieblingshaus, alter, sensationell. Ja, das ist ja auch ein bisschen so. Also ich finde es schon sensationell, weil erstmal, wer bekommt eine Trauerfeier an Michel und wer füllt den Michel dann?

Und da ist Carlo von Tiedemann was geglückt, was glaube ich im heutigen Radiomoderatoren oder Journalisten auch, kaum noch gelingen wird, Weil natürlich er auch in einer Phase im Radio und im Fernsehen groß wurde, wo es noch dieses Lagerfeuererlebnis gab. Also ich meine, wir sind ja eine Generation früher, hörte man.

Den NDR Club zum Beispiel. Das waren zwar andere Leute. Günter Fink. Genau, Günter Fink ist auch schon tot. Aber man kannte sie. Und man hörte sie gerne. Und man hat sich am nächsten Tag über Radiomoderatoren unterhalten. Das ist ja heute völlig unvorstellbar. Also selbst ich, der ja natürlich alle Medien nutzt, hätte wahrscheinlich schon Probleme, mehr als drei Radiomoderatoren überhaupt aufzuzählen.

Damals kannten wir sie alle. Und jeder hatte eine Beziehung oder Einstellung zu Karle von Tiedemann. Ich weiß, meine Mutter fand ihn immer schrecklich. Der hat das Radio ausgemacht, wenn Carlo von Tiedemann kam. Ich weiß gar nicht so recht warum. Ich glaube, manche Witze waren ihr zu zotig. Aber er hatte natürlich diese markante Stimme.

Er war irgendwie so ein bisschen wie das Radio Teil der Familie war, wurde er Teil der Familie. Und man muss sagen, die Hamburger haben ein besonderes Herz für diesen Typus Mensch. So ein bisschen ähnlich war Jan Vetter ja auch. Und Carlo von Thielmann auch. Und da sieht man mal, wie wichtig es ist, um das auch gelingen kann, die Herzen der Hamburger zu erreichen. Und wir werden natürlich an den Carlo nicht vergessen. Alter.

Sensationell. Das war ein sensationelles nicht nur, es war einfach eine sensationelle Zeit mit Carlo von Tiedemann. Zwei Kleinigkeiten. Eine Kleinigkeit und eine Großigkeit, sagt man das? Nein, eine Kleinigkeit noch. Diese Woche etwas, wo man denkt, das kann nicht sein. Das kann nicht sein. Es gibt eine Jobmesse in Hamburg. 13 Mal hat es sie schon gegeben, die Jobmesse Hamburg.

Und damit auch da Menschen hingehen können, die sich einen neuen Job suchen, macht man das natürlich wann, lieber Matthias? Mittwochs nachmittags. Am Wochenende. Dankeschön. Am Wochenende. Und da ist etwas passiert, also das lief zwölf Jahre lang wunderbar und im vergangenen Jahr, ist dann am Sonntag in dieser Messe und dann stellen sich auch Polizei vor und Feuerwehr und andere Behörden, weil natürlich auch Behörden suchen Mitarbeiter und plötzlich…, Kommt da eine Kontrolle.

Von einem Amt, das der Justizbehörde angesiedelt ist und die sagen, Moment mal, ist eigentlich die Sonntagsarbeit hier genehmigt? Und stellte sich heraus, die Sonntagsarbeit ist nicht genehmigt und dann kriegte die Behörden, die Polizei und die Feuerwehr, die entsprechenden Stellen von der Behörde eine Androhung, wenn das nochmal passiert, bis zu 30.000 Euro Bußgeld.

Und nun soll diese Jobmesse eigentlich ja wieder in Hamburg kommen, aber die Veranstalter, eine Osnabrücker Agentur, die das auch in ganz vielen anderen Bundesländern völlig reibungslos macht, sagt, wir kommen nur, wenn wir die Genehmigung bekommen, dass wir das auch Sonntag machen dürfen und diese Genehmigung wird von den Behörden in Hamburg nicht erteilt, Stichwort Sonntagsarbeit.

Und das ist wieder so ein Moment, wo man denkt, geht's noch? Ja. Oder? verschiedenen Sektoren gibt, dann sieht man, die Behörden, und die nachgeschalteten Institutionen, die haben gewaltig eingestellt und das ist wahrscheinlich dann die Schattenseite oder das ist eines der Ergebnisse, unserer ausufernden Bürokratie, dass man offenbar.

Personal dafür hat, sonntags irgendwie eine Jobmesse. Zu verfolgen. Zu kontrollieren, genau. Zu kontrollieren, statt irgendwie wirklich die Dinge zu machen. Also am Ende habe ich Behörden immer als Dienstleister für den Bürger verstanden. Inzwischen habe ich immer mehr den Eindruck, dass manche Behörden sich da einen Spaß draus machen, das Leben der Bürger und der Unternehmen, denn davon lebt ja der Staat auch, zu erschweren. Und jetzt noch?

Eine Senatorin, ich bin noch nicht fertig, ich rede mich auch schon wieder hier in Wallung. Eine Senatorin, die das nicht auf die Kette kriegt, die muss sich die Frage stellen lassen, Ob bei ihr in der Behörde oder sogar in der Behördenspitze, alles stimmt. Da muss man sich ja vorstellen, das eine ist ja, wenn die sozusagen Privatunternehmen kontrollieren.

Aber die kontrollieren nicht nur andere Behörden, sondern teilweise Bereiche, die zur eigenen Behörde kommen. Behörde kontrolliert Behörde, Behörde droht Behörde Bußgeld an. Das ist wirklich absurd, dass dann Geld geht da hin und her. Vor allen Dingen, also klar, wir haben es auch ein bisschen verächtlich vielleicht dargestellt, auch so ein bisschen mit dem Augenzwinkern, aber das sind natürlich Signale.

Und das darf man nicht unterschätzen. Also man bekommt als Unternehmer das Gefühl, dass man nicht gewollt ist durch solche dämlichen Aktionen. Und da kann auch mal ein Bürgermeister, der immer auch in Hamburg eine gewisse Richtlinienkompetenz besitzt, auch ruhig mal auf den Senatstisch schauen und sagen, ich möchte nicht, dass sowas nochmal passiert.

Man hat das Gefühl, er hat sich so ein bisschen verselbstständigt. Ich könnte noch, ich war diese Woche, habe ich eine Podiumsdiskussion moderiert. Da ging es im weitesten Sinne um Kindergesundheit. Und ich habe dann unser Lieblingsthema da natürlich auch auf den Punkt gemacht. Ich habe gesagt, was ist das Problem jetzt eigentlich in Hamburg?

Wieso verbietet man nicht einfach Handys an Schulen bis Klasse 9 oder 10 und Social Media? Neben mir saß Claudia Haupt, die Vorsitzende des Landesverbands der Kinderärzte in Hamburg. Die sagte, jawohl, jawohl, jawohl. Und dann war da aber auch ein Vertreter der Gesundheitsbehörde, der natürlich als erstes was sagte auf diese Frage?

Naja, kann ich nicht so sagen, ist Sache der Schulbehörde, Gesundheitsbehörde. Und dann aber allen Ernstes sagte er, naja, wir müssen da noch mehr Material sammeln, wir müssen noch ein bisschen mehr das evaluieren. Und dann entspannen sich eine ganze... Da empfehle ich unsere Podcast-Folgen 4 und 5, wo wir uns wirklich ja schon über das Thema intensiv unterhalten haben.

Und dann gab es eine interessante Diskussion, weil natürlich dann wieder das Thema aufgebracht wurde, dass man ja aus Deutschland immer gerne nach Skandinavien guckt, die das alles anders machen, und eben deshalb auch in Hamburg und auch in Schleswig-Holstein, anderswo, vor ein paar Jahren eingeführt hat die sogenannten iPad-Klassen, also Klassen, in denen mit dem iPad gelernt wird, weil das die Skandinavier doch gemacht haben.

So, nun haben die Skandinavier diese iPad-Klassen wieder einkassiert, weil sie festgestellt haben, funktioniert nicht. Und man denkt jetzt, der normale Reflex in Deutschland wäre, Vorbild Skandinavien, kassieren wir auch sein. Ne, geht weiter. Wo man denkt, auf was wartet ihr? Was soll jetzt bei euch anders sein als in Skandinavien, oder?

Ja, das ist genau die Frage. Es ändert ein bisschen an das Zitat von Erich Honecker, den Sozialismus in seinem Lauf halten, weder Ochs noch Esel auf. Das ist wahrscheinlich auch so ein bisschen bei den Bildungsexperimenten, also wie oft wir Finnland als glorreiches Beispiel präsentiert bekommen haben, was die Schulpolitik betraf.

Das zeigt ja, dass man auf der einen Seite sich überall das rauspickt, was man gerne hätte. Und man blendet das aus, was man nicht wahrnehmen möchte, weil es nicht in den eigenen Kram passt. Und ich sehe das schon echt mit Argwohnen, dass bei uns wirklich mit zehn Jahren Verzögerung die Reise in die falsche Richtung geht. Nach dem Motto, wir müssen den Fehler auch nochmal machen. Erst dann glauben wir, dass es ein Fehler war.

Genau. Und dann machen wir ihn ja, weil wir Deutsche sind, natürlich besonders gründlich diesen Fehler. Schöner Übergang Erich Honecker nach Berlin. Auch das heute. Wir waren natürlich in Hamburg so ein bisschen fixiert auf den Blockprozess. Und dann ist ja in Berlin etwas passiert, wo dann einige Kollegen sagten, geht das jetzt hier bei uns los wie in den USA?

Es ging um die Ernennung, um die Wahl von drei neuen Richterinnen und Richtern fürs Bundesverfassungsgericht. Neue Posten, die besetzt werden müssen. Eigentlich etwas, wo sich CDU, CSU, Schrägstrich SPD auch in den vergangenen Jahrzehnten immer abgesprochen haben. Und dann hat der eine Vorschläge und der andere Vorschläge gemacht.

Und nun heute ist diese Wahl verschoben worden, erstmal abgesagt worden, weil man sich gestritten hat über Frauke Brosius-Gersdorf, das ist die Kandidatin der SPD und die CDU, CSU hat heute Morgen signalisiert, nö, die wählen wir nicht. Und dann fragt man sich. Krass, wie kann das passieren? Weil etwas, was so einen unglaublichen Vorlauf hat und was offensichtlich ja bei der SPD für eine sehr, sehr starke Verstimmung gesorgt hat. Nachvollziehbar.

Und man fragt sich jetzt, natürlich werden die sich wieder zusammenraufen, aber solche Dinge in dieser Qualität kann sich diese Koalition nicht besonders oft leisten. Nein, also das sehe ich auch so. Ich muss ehrlich sagen, ich bin auch da ein bisschen fassungslos über die mangelnde Vorbereitung. Das sind ja relativ wichtige Personalien.

Und die kommen ja auch nicht irgendwie am Abend vorher auf den Tisch und dann wird schnell irgendwie per Wikipedia geguckt, wer das ist. Sondern es ist schon so, dass man genug Zeit gehabt hätte, sich mit diesen Personalvorschlägen, es geht ja nur um den einen, Frau. Borosius-Gerstoff, und sie hat natürlich mit einschlägigen Aufsätzen schon, muss man sagen, eine doch sehr pointierte Meinung, sage ich mal, wertfrei eingenommen.

Das hätte jeder wissen können und dann hätte man halt rechtzeitig, bevor solche Namen die ganz große Öffentlichkeit oder sogar, bevor sie quasi zur Abstimmung stehen, zwischen den Fraktionschefs auch abräumen können. Das ist nicht geglückt und das zeigt mir halt auch, dass der Kulturkampf, den wir bislang ja eigentlich eher so in den USA verorten, immer stärker bei uns ankommt.

Dummerweise bei uns gerade in einer Regierung. Denn die SPD hat natürlich wahrscheinlich auch mal, das war so ein Versöhnungssignal an die Linke, die ja doch ein paar Dinge hat schlucken müssen. Auf der einen Seite und auf der anderen Seite die CDU, die plötzlich anders als unter Merkel, wo sie ja wirklich alles mitgegangen ist, auch sage ich mal rot-grüne Politik, plötzlich viel selbstbewusster ist und ja auch eigentlich der klaren Ansage, des Bundeskanzlers, der ja gesagt hat, ja ich werde für sie stimmen.

Und dann nochmal Spahn, der auch als Fraktionschef gesagt hat, wir müssen für sie stimmen. Dass sie es abgebrochen haben, war eigentlich das Eingeständnis, die werden nicht für sie stimmen. Und das wäre eine krachende Niederlage gewesen. Noch schlimmer als das Vertagen. Aber das wirft so ein bisschen wie die Fortsetzung der Ampel.

Und das ist genau wie du sagst, sollten sie sich nicht zu oft erlauben. Vor allem in einer Woche, wo ja noch die SPD am Anfang der Woche dann Matthias Miersch, der Fraktionswurzende, gesagt hat, Och, wir sind eigentlich doch ganz offen für einen Untersuchungsausschuss in Sachen Maskenaffäre gegen Jens Spahn.

Also sagen wir mal so, es läuft jetzt, sagen wir so viel, nicht ganz störungsfrei. Ich hoffe, der Podcast heute war störungsfrei. Aber da muss nur eins zu sagen, also das ist natürlich auch, muss man sagen, ein Faulspiel. Und ich weiß schon, wenn das wirklich kommt, der Untersuchungsausschuss zur Maskenaffäre, dann würde ich gerne einen Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik haben.

Denn das hat die Menschen viel mehr betroffen als am Ende eine wahrscheinlich etwas kopflose, aber nachvollziehbare Order, was Masken betrifft. Wir haben die Schulen länger geschlossen als fast alle Industrieländer. Wir haben eine wirklich ganze Generation von Kindern und Jugendlichen in einen Bildungsnotstand geführt.

Und wenn es da keinen Untersuchungsausschuss gibt, dann, liebe SPD, braucht ihr auch keinen zu dem Masken machen. Und da hat ja sogar Wolfgang Kubicki recht, der in seinem neuen Buch schreibt, dass die fehlende Aufarbeitung der Corona-Politik neben der Migrationspolitik einer der Gründe dafür ist, dass die AfD so stark ist, wie sie ist.

Wir danken euch allen, Ihnen allen, dass Sie heute zugehört haben. Nächste Woche eine neue Folge von 040 streng vertraulich. Bis dahin. Tschüss. Tschüss. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.

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