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Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 148

Frankismus: Zwischen Kabbala, Katholizismus und Ketzerei

Freitag, 5. Juni 2026 · 1 h 19

MP3

Shownotes

Im 18. Jahrhundert erschütterte eine radikale Bewegung die jüdische Welt Osteuropas: der Frankismus. Angeführt von Jakob Frank, einem selbsternannten Messias, vermischte die Sekte Kabbala, christliche Mystik und bewusste Übertretung religiöser Gesetze zu einer explosiven Ideologie. Massenkonversionen zum Katholizismus, geheime Rituale und politische Intrigen folgten. Wir erzählen die Geschichte einer Bewegung, die zwischen den Welten operierte und bis heute Rätsel aufgibt.
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Kapitel
• Intro: Jakob Frank und der Bote aus Warschau
• Willkommen zu Kabbala Folge 4
• Sabbatianer, Pogrome und messianische Spannung
• Jacob Franks Herkunft und frühe Jahre
• Die Ritualmordbeschuldigung
• Massentaufe und Konversion zum Katholizismus
• Frank im Kloster Jasna Gora
• Franks Lehre wird aufgeschrieben
• Eva Frank und die Schwarze Madonna
• Entlassung und Neuanfang in Offenbach
• Tod Franks und das Erbe der Bewegung
• Frank als politischer Stratege
• Frankismus und die jüdische Moderne
• Abschlussgespräch und Ausblick
• Frankismus in modernen Verschwörungstheorien
• Outro
QUELLENVERZEICHNIS
• Garb, Jonathan: A History of Kabbalah: From the Early Modern Period to the Present Day. Cambridge University Press, 2020. [Hauptquelle für theologische und historische Einordnung]
• Doktór, Jan: „Frankism: The History of Jacob Frank or of the Frankists.“ In: A History of Kabbalah, hg. v. Jonathan Garb, Cambridge UP, 2020. [Hauptquelle für historiografische Revision]
• Maciejko, Paweł: The Mixed Multitude: Jacob Frank and the Frankist Movement 1755–1816. University of Pennsylvania Press, 2011. [Standardmonografie]
• Maciejko, Paweł: Sabbatian Heresy: Writings on Mysticism, Messianism and the Origins of European Modernity. Brandeis University Press, 2017.
• Scholem, Gershom: The Messianic Idea in Judaism and Other Essays on Jewish Spirituality. Schocken, 1971.
• Elior, Rachel: Jacob Frank’s Book of the Words of the Lord: Mystical Automythography, Religious Nihilism and the Messianic Vision of Freedom. Peeters, Leuven 2019.
• Levine, Hillel: „Frankism as Worldly Messianism.“ In: Gershom Scholem’s “Major Trends in Jewish Mysticism”, 50 Years After. Hg. v. Joseph Dan u. Peter Schäfer. Tübingen: Mohr, 1993, S. 283–300.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

In November 1784 in einem bescheidenen Haus in der Petersburger Straße im Märischen Brünn geschieht etwas Ungewöhnliches. Ein Bote ist aus Warschau eingetroffen. Er überbringt ein Dokument. Wir wissen nicht genau, was darauf steht. Aber die Reaktion des Mannes, der es empfängt, verrät alles. Der Mann heißt Jakob Frank. Er ist 58 Jahre alt. In den Augen der jüdischen Welt ist er ein Abtrünniger, ein Ketzer, ein Wahnsinniger.

In den Augen der katholischen Kirche ein verdächtiger Neophyt, den man 13 Jahre lang in einem Kloster festgehalten hat. In den Augen seiner Anhänger ist er der Herr, der Messias, die Reinkarnation Sabatai Zwies. Frank nimmt das Dokument. Dann ordnet er an, jeder soll sich in ein neues Register eintragen. Auch diejenigen, die schon einmal unterschrieben haben. Er selbst setzt seinen Namen zuerst, dann den seiner Frau. Am 26. November kommt das Register aus Warschau zurück. Alle haben unterschrieben. Es ist ein Wendepunkt.

Seit 25 Jahren haben die meisten polnischen Sektierer, die mit Frank zusammen zum Katholizismus konvertiert waren, seinen Führungsanspruch nicht anerkannt. Sie hatten eigene Anführer, eigene Netzwerke, eigene messianische Hoffnungen. Jetzt, nach einem Vierteljahrhundert, erkennen sie ihn endlich an. Die verstreute Herde findet sich unter einem Hürden zusammen. Frank zitiert Jeremia. Die Schafe werden durch die Hand des Hürden geführt. Ja, herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Alle Zeit der Welt, unserer vierten Episode zum Thema Kabbalah in dieser Episode geht es um diesen Mann, Jakob Frank, der hier von den zum Katholizismus konvertierten Juden als neuer Messias, als Anführer angenommen wurde. Eine

untypische Gestalt, wenn wir sonst so an Messias denken. Ein Messias, der Religion relativ konsequent ablehnt oder sich der Religion vielleicht bedient, wie es ihm gerade passt. Wir schauen uns heute an, wie dieser reinkarnierte Shabbat al -Zwi jetzt die Ideen, die kabbalistischen Ideen von Shabbat al -Zwi und der aus ihm hervorgegangenen religiösen Bewegung weiter interpretiert, weiterführt.

und vielleicht eine sogar extremere Variante darstellt von Chabat -et -Zwi. Die letzte Folge war ja schon relativ wild, heute wird es doch wilder. Wir wagen uns hinab in die wahrscheinlich nihilistische Theologie, die das Judentum je hervorgebracht hat. Ich habe ein bisschen Angst vor den Episoden. Wie kommt's? Es ist einfach sehr wild, sehr absurd. Es sind Sachen, die ich mir die letzten Monate angeschaut habe und die ich sonst mit niemandem teilen kann und die ich jetzt eigentlich mit dir und den Hörern teilen kann. Was mich freut. Damit es mich danach hoffentlich loslässt und ich was anderes träumen kann, weißt du? Dass du wieder befreiter bist. Aber ich meine, wir haben ja schon einige Folgen, die sich dem

Wahnsinn annähern. Also, ich denke... Es ist eine weitere dieser Ermehrungen. Es ist ein weiteres Puzzlestück im großen Puzzle des Wahnsinns, das wir zeichnen in dem Podcast. Wir haben in Episode 3 zur Kaballe ja auch gesehen, wie die sapazianische Bewegung nach Shabbatai Zwi's Apostasie, also seiner Konvertierung zum Islam 1666, dann offenbar oberflächlich zusammenbrach. In Wahrheit ging sie aber unter die Erde entblühte dort auf. Also wir haben schon eine letzten Folge auch angestimmt und gehabt, dass Nathan von Gaza, der Prophet, der die Theologie entworfen hatte, um Schabalaitz wie zu Messias zu machen und dann die Deutung, die das Scheitern in einen Sieg verwandelte.

Gerade weil der Messias in die tiefste Unreinheit hinabgestiegen war, gerade deshalb muss er der wahre Erlöser sein. Die Konversion zum Islam war kein Verrat. sondern das äußerste messianische Opfer. Diese Lehre überdauerte Sabatidzis Tod im Jahr 1676 und Natans Tod im Jahr 1680. Sie verbreitete sich in geheimen Netzwerken über das gesamte osmanische Reich und Europa und das führt dann dazu, dass wir im frühen 18. Jahrhundert existierende sabatianische Zellen in Salonikis, Myrna, Konstantinopel, Venedig, Prag Amsterdam, Hamburg und zahlreichen polnischen Städten haben.

In Saloniki stand aus den Konvertiten dann die Dönme -Gemeinschaft. Nach außen hin offiziell Muslime, nach innen sabazianische Kabbalisten mit eigenen Riten und eigenen Kalender. In Prag, in Krakau, in Lemberg führten angesehene Rabbiner ein ähnliches Doppelleben. Öffentlich waren sie Talmudisten und heimlich Sabatianer. Bei so viel Heimlichkeit lassen die Hexenjäger nicht lange auf sich warten. Allen voran Jakob Emden, ein Rabbiner im Hamburger Altenaar. Emden war in guter alter deutscher Tradition davon besessen, die heimlichen Savazianer zu enttarnen und sein größtes Ziel war Jonathan Eibschütz, ein einer der angesehensten und priantesten Talmudgelehrten seiner Generation, Oberrabiner von Hamburg -Altona

Wansbeck und behauptete eben in Amuletten, die Eibschütz geschrieben hatte, sapadianische Formeln gefunden zu haben. Der Streit zwischen den Rabinern und den Gemeinden dauerte von 1751 bis 56, also fünf Jahre lang, spaltete Gemeinden von Holland bis Ungarn, das wurde also durchaus öffentlich auch debattiert und am Ende musste sogar die Hamburger Polizei eingreifen, um körperliche Auseinandersetzungen zu verhindern. Ja, die Atmosphäre muss man verstehen um zu begreifen was als nächstes geschieht, nämlich die jüdische Welt Osteuropas war zu der Zeit extrem aufgeladen. Da haben wir letztes mal schon ein bisschen drüber geredet und das hat sich seit der Erwartung, dass die Welt im 17. Jahrhundert irgendwie ihr Ende finden

sollte. Die große Erwartung für den Messias Mitte des Jahrhunderts, das hat sich jetzt nicht wirklich gelöst, all diese Spannung. Wir haben über den Aufstand beziehungsweise den damit einhergehenden Kosakenkrieg, kurz gesprochen letzten Folge, der viele Progrome in ganz Osteuropa zur Folge hatte, wo von den glaube ich vorher 500 .000 oder 600 .000 Juden, die gleichberechtigt in den Städten in Polnitau mit gelebt haben als Minderheit, dann am Ende noch irgendwie 140 .000 übrig waren. Also bei den einzelnen Progromen sind wahrscheinlich 20 bis 30 .000 gestorben, aber generell sind natürlich auch viele weggezogen und zu einer großen Depopulation geführt. Gleichzeitig haben wir in den bestehenden Gemeinden dann eben

überall den Verdacht auf irgendwelche Krypto Sabatianer, die auf die Jagd gemacht wird. Eine Frage, wie setzt man sich damit auseinander mit diesen Sektierern, mit der Unsicherheit in ganz Osteuropa und ja. Dann in dieser Atmosphäre taucht im Winter 1755 in Podolien ein Mann auf, der all das an die Oberfläche bringt. All diese seit 100 Jahren gähnenden Spannungen, die da unter der Oberfläche gebrodelt haben. Spannenderweise war der Hexenjäger Emden selber auch keine ganz so einfache Figur, also natürlich nicht als Hexenjäger, aber der Forscher Yehuda Liebes hat gezeigt, dass Emden sich als eine Art temporären Messias verstand, also selber als eine Art temporären Messias verstand, dessen Aufgabe es war die falschen

Messiasse seiner Generation zu bekämpfen und ja seine Haltung selber zu Christentum war auch sehr positiv, was dann auch die Aufmerksamkeit von Moses Mendelssohn erregte, also dem großen Reformierer im Westen. Unter Mendelssohn gab es quasi eine Art Sekularisierungsbewegung der Zeit für die Juden Deutschlands und dann auch Westeuropas, wo es eben um die Frage ging, wie definieren sich die jüdischen Gemeinden selbst auch und inwiefern, ja. Inwiefern kann das auch der Selbstverständnis säkularisiert werden? Und da haben wir eben diese aufklärerische Herangehensweise unter Mendelssohn und eine ganz andere Herangehensweise, das Gegenstück, was wir quasi kennenlernen zu Mendelssohn's aufgeklärter Herangehensweise,

nämlich unseren guten Jakob Frank, der in Osteuropa eher auf Mystik setzt als auf Aufklärung. Ja, Jakov Josef Ben Laib, später bekannt als Frank und schließlich als Frank, wird 1726 in Poduljen geboren. Aber Poduljen ist für ihn nur ein Geburtsort, keine Heimat. Als er ein Jahr alt ist, ziehen seine Eltern mit ihm in die Wallachie, ins heutige Rumänien. Dort wächst er auf. Seine Muttersprache ist Ladino, nicht Jiddisch. Er betrachtet sich dann als sephardischen Juden. Polen und die polnischen Juden sind ihm, wie er später selbst sagt, fremd.

Also hier ein kleiner Einschub. Das haben wir die letzte Mal, glaube ich, nicht eindeutig genug vorausgesetzt. Sephardische Juden sind Juden, die aus Spanien stammen. und die quasi dann nach Terek und Kista von dort vertrieben wurden und sich in Nordafrika und übers gesamte osmanische Reichenwerk eben auch in Griechenland, in Anatolien usw. angesiedelt haben. Deswegen war und in ihrer Sprache war Ladino. Ladino ist quasi eine Mischung aus Hebräisch und Spanisch. Einfach gesagt jetzt.

Und deswegen war in Saloniki auch die Hauptsprache dann als Zentrum der sephardischen Juden Spanisch. Also man hat dort bis ins 20. Jahrhundert, bis dann die SS irgendwann die gesamte jüdische Bevölkerung deportiert hat im Zweiten Weltkrieg. 1944, glaube ich, hat man in Thessaloniki kein Griechisch gesprochen als Hauptsprache, sondern Ladino, was sich sehr spanisch anhört. Und das Gegenstück zum Ladino und zu den Sepharden sind eben die Ashkenazi. Das sind die Juden, die ursprünglich in Deutschland waren und dann nach Osten gewandert sind. Eben nach Polen -Littauen haben wir jetzt mal auch ein bisschen darüber geredet über die Pusch - und Pulverkurren, weil man in Polen -Littauen eben mehr Rechte hatte und als Steuereintreiber,

Händler, Gasthofbetreiber und so weiter gute Arbeit machen konnte in den Städten. Zu dieser Städtebildung auch ein bisschen zur Bildung in Osteuropa geführt. Und Frank selber bewegt sich zwischen diesen beiden an sich getrennten Welten. der jüdischen Welt. Nämlich auf der einen Seite kommt er eigentlich aus Podolien und ist eigentlich Ashkenazi. Dadurch, dass er aber aufwechslender Dimo spricht und kein Jiddisch und Jiddisch dann, um es vollständig zu machen, eben Deutsch und Hebräisch. Also mittelhochdeutsch oder altes mittelhochdeutsch mit Hebräisch gemischt. Er gibt dann Jiddisch. Und dadurch haben wir das Ladino auf der einen Seite und das Yiddish auf der anderen Seite und Frank als Grenzgelder zwischen

diesen beiden Welten, der nirgendwo so richtig hingehört. Als heranwachsender Junge hat er auch diese ganzen Gebote und Verbote hinterfragt und gegen seinen Vater rebelliert, der eben nach einer sehr traditionellen rabinischen Verhaltensweise gelebt hat und es auch von seiner Familie erwartet hat. Und aus dieser ursprünglich sehr kindlichen Auflehnung gegen die autoritären Erziehungsgewohnheiten wurde dann schnell ein wild anarchistisches Übertreten der Speisegesetze. Also er hat dann alles gegessen, was verboten war, machte sich auch über den Glauben an alle Art von übersinnlichen Phänomenen lustig, negierte zugleich aber keinesfalls die Existenz von Dämonen und Geistern. Sein Selbstbild war

auch nicht die irgendwie eines Gelehrten, sondern eines Prostack. Das war der Begriff für einen eigentlich so eine Art, wie würdest du heute sagen, Assi. So ein kraftstrotzender, ungebildeter, bildungsferner Mensch, der das komplette Gegenteil ist zu den kopflastigen Gelehrten, sondern eben ein junger Mann der Tat. Seine Eltern versuchten eben dann in Bukarest eine Lehre zum Kaufmann trotz all dieser Probleme eben zu vermitteln.

Das hat er dann aber abgebrochen wegen, Zitat, der zu schweren Arbeit beim Wiegen. Da muss ich an dich denken, Jonas. Das wäre absolut ... Wenn man dir gegen deinen Willen eine Ausbildung als Kaufmann irgendwann besorgt hätte, wär das vielleicht der Grund, warum du aufgehört hättest. Ja, das wär nicht lange gut gegangen. Und statt die Lehre zum Kaufmann anzumachen, fiel er stattdessen mit Diebstellen und Raubüberfällen als Anführer einer Jugendbande auf. Also so viel zu seiner bewegten Jugend, auf die er später auch recht stolz war. Aber um den Charakter hier ein bisschen ... ein bisschen mit seiner Jugenderfahrung auch lebendiger zu machen. Jedenfalls gibt es dann bis zum Herbst 1755 rein gar nichts, was auf

eine messianische Mission hinweist. Frank ist ein Händler, ein Wanderer zwischen den Welten des Balkans. Und er hat 1752 geheiratet. Er kennt die savatianischen Netzwerke, weil die Wallachie wimmelt von ihnen. In Saloniki gibt es die Koniosos, Nachkommen sabatianischer Konvertiten zum Islam, deren Autorität von der Mehrheit der Sabatianer anerkannt wird. Auch in Polen. Ob Frank auf eigene Initiative nach Polen aufbricht oder ob er von den Koniosos geschickt wird, das wissen wir nicht.

Der Historiker Jan Doktor hält letzteres für wahrscheinlicher. Später dann wird Frank in seinen Slowapanskie einen Selbstbild entwerfen, das tief in der jüdischen Tradition wurzelt und sie zugleich auf den Kopf stellt. Das sieht sich als Prostak ein polnisches Wort für einen ungebildeten groben Kerl, also das hast du ja schon angeschnitten.

Aber in Franks Unkodierung ist der Prostak der Wareführer. Kraftstrotzend, ungelehrt, frei von den Fesseln der Buchgewehrsamkeit. Frank identifiziert sich mit dem biblischen Patriarchen Jakob, aber kritisiert zugleich dessen Schwächen. Er übernimmt die Aufgabe aller Patriarchen und Messiasgestalten, die vor ihm gescheitert seien. Fest steht jedenfalls, im Dezember 1755 überquert Frank die polnische Grenze. Und das tut er nicht allein. Er reist mit einer Gruppe von mehr als zehn Balkansektierer.

Unter ihnen ist nur ein einziger polnischer Jude, Nachmann Ben Samuel aus Busco, sein Heiratsvermittler, der ihn seit der Hochzeit begleitet. Er muss auf jeden Fall sehr überzeugend gewesen sein, wenn er seinen Heiratsvermittler danach nicht mehr losbekommen hat. Der hat die letzte Heirat, die er vermittelt hat, wahrscheinlich. Die Gruppe sammelt sich dann in Tschernowitz in der Bukowina und von dort geht es dann nach Korolev, wo Franks Onkel wohnt. Dann weiter nach Lemberg zur Verhandlung mit dem Klerus. Frank selbst wird nicht in die Kurie vorgelassen, aber die Verhandlung führt dann eben nach man von Busco, der einzige Lokal, verwurzelte. Die Kirchenquellen dazu gibt es nicht, also haben wir jedenfalls nicht. Frank

lässt sich trotz der offiziellen Abweisung nicht abwimmeln. Und am 27. Januar 17... 1956 geschieht dann das, was man vielleicht als Gründungsakt des Frankismus bezeichnen kann. In einem Gasthaus in La Coronne bei Kamjenic Podolski haben sie etwa 20 Sektiere aus Podolien versammelt. Einheimische sapazianische Kabalisten, die seit Längerem einen öffentlichen Schritt vorbereiten. Frank erscheint mit seiner Gruppe, den eben erwähnten Jungs aus dem Balkan und Trinkt dann, offenbar nicht eingeladen, in die Versammlung ein, mit der Erwartung, dass er akzeptiert wird. Was genau in dem Gasthaus geschieht, hängt davon ab, wem man vertagt. Die Kirchenquellen berichten von mystischen Gesängen, fragen sich eigene Quellen, sprechen von Gesang

und Tanz. Die jüdischen Quellen behaupten, man habe die Versammlung bei einer orgiastischen Zeremonie ertappt, an der eine nackte Frau beteiligt gewesen sei. Diese Frau ist allerdings unter den später Verhachteten nicht zu finden. Die Vielfalt und Widersprüchlichkeit von diesen Berichten ist generell etwas, was uns, wenn man sich bei der Geschichte des Frankismus beschäftigt, die ganze Zeit passiert. Wir haben eben vor allem als Zeugnisse, wie es in der Geschichte ja immer ist, aber bei diesem Thema ganz besonders, von verschiedenen Seiten ideologisch verzerrte Dokumente.

Also je nachdem, ob das eben von der Kirchenseite kommt, von den Frankisten oder aus der Seite des rabinischen Judentums. Was aber auf jeden Fall festgestellt ist, alle Anbesenden von dieser Versammlung werden vom Ortsverwalter verhaftet und drei Tage später werden dann die Ausländer mit Frank an der Spitze wieder freigelassen und aus dem Territorium der polnischen Adelsrepublik ausgewiesen. Bringt sie wahrscheinlich noch an die Grenze dort wo dann die türkische Garnition liegt und sie werden nicht und dann versucht Frankreich wieder zurück zu gehen aber wird dann endgültig verhaftet und des Landes verwiesen im April 1757. Seine Lösung ergeht in die Türkei und konvertiert dort mit einer Gruppe von Anhängern

zum Islam, weil er den Schutz des türkischen Sultans will. um zurück nach Polen zu können. Er sagt, wenn ich nicht ohne quasi eine höhere Schutzmacht dorthin kann, da muss ich zum Islam konvertieren. Dann ist das doch der logische nächste Schritt. Ich glaube, das scheint bei fast allen der nächste logische Schritt gewesen zu sein. Das ist so in den Spuren von Shafa Taisi, ja. Und dieses Lokoron -Ereignis wird von Frank selber eigentlich danach an allen Stellen, wo er es kann, aus seiner messianischen Autobiografie gelöscht. weil dieses erste Scheitern und dieses das eigentlich seiner eigenen in seinem Selbstbild widerspricht, aber man sieht dieser Versuch dort erstes mal quasi bei polnischen Zapatianern irgendwie

was zu übernehmen und und geht komplett nach hinten los. Die polnischen Sektierer, denen er sich eigentlich als Führer anschließen wollte, handeln dann ohne Frank und unter der Schirmerschaft des Bischofs von Kamjenetsch Podolski. Mikolai Dembovsky kommt es 1757 zur Disputation, einem öffentlichen Streitgespräch zwischen den sabazianischen Sektierern und den Vertretern des rabinischen Judentums. Die Sektierer nennen sich Kontra -Talmudisten und greifen den Talmud an, nicht die Tora. Sie erklären den Talmud für eine menschliche Fälschung, die den wahren Glauben verdecke und jetzt Müssen wir uns vielleicht ganz kurz fragen, was ist denn der Unterschied zwischen Talmud und Tora?

Jonas? Put me on the spot. Ah. Aha. Ja, liebe Zuhörende, ich muss euch enttäuschen. Ich kann euch den Unterschied nicht sagen. Talmud ist quasi der Kommentar, den die Rabbiner über Jahrhunderte zur Tora geschrieben haben. Das ist die einfache Variante. Talmud ist quasi die lange Auslegungsgeschichte.

Die Thora ist älter und das rabinische Judentum entsteht ja auch erst nach der zweiten Zerstörung des Tempels. Das heißt, nachdem das Frühchristentum entsteht, wird dann der Tempel zerstört von den Römern nach der Revolte und dann ist auch einmal das Judentum an einem ähnlichen Platz wie das Frühchristentum, weil er sich fragen muss, naja wie funktioniert denn unsere Religion. wenn wir kein Tempel mehr haben. Wir haben eine extrem, wenn man das alte Testament liest, dann wurde das von den Leuten geschrieben, also in Teilen jedenfalls, die im Tempel diejenigen sind, die die Priesterschaft stellen. Und auf einmal ist diese Priesterschaft weg und der Tempel ist weg und das Zentrum des Glaubens ist verloren gegangen.

Und das Rabbinertum ist im Endeffekt das, was daraus erwächst. Eine Art Dezentrale von lokalen weißen Männern geführte Religion anstatt dieser zentralen Tempelort zu haben. Und dieses dezentrale Judentum, was sich da entwickelt, ist rabinisch und der Talmud ist im Endeffekt das Ergebnis davon. Die Auslegung der Heiligen Schriften.

Der Toa. Und jetzt haben wir auf der einen Seite die Sabbatianer, die sich mit den klassischen Rabinern streiten. Und diese Sabbatianer, diese Sektiere erklären dann den Talmud für eine menschliche Fälschung, die eben den Wahnglauben verdeckt. Und das ist eine Strategie, die der Kirche sehr gut gefällt, weil sie damit auf einmal jüdische Zeugen gegen das rabinische Judentum haben. Also das Ganze wird von den Kirchenautoritäten gefördert und hochgehalten, weil sie auf einmal sagen können, guck mal hier, wir haben sogar die Juden selber glauben, dass das eigentlich gar nicht richtig ist und das eigentlich doch das Christentum und so. Also ein ähnliches Ziel wie die christlichen Kaballisten verfolgt haben. Wenn wir die Kaballern

nur gut genug verstehen, können wir die Juden davon überzeugen, dass es doch alles christlich ist. So. Am Ende. Das Ergebnis von dieser öffentlichen Debatte ist verheerend. Tausende Exemplare des Talmud werden öffentlich auf dem Marktplatz von Kamienets -Prolski verbrannt. Für die jüdische Welt Polens ist das ein Trauma und die Sektierer, die dazu beigetragen haben, stehen ab jetzt jenseits von einer Linie, die vorher noch nicht überschritten wurde. Wenige Wochen nach der Disputation stirbt dann dieser Bischof Dembowski und dieser Tod öffnet paradoxerweise eine neue Tür für Frank, wie das so ist. Ein Türchen schließt sich, ein Türchen öffnet sich. 1758 gelingt es Frank nämlich dann, die katholische Hierarchie für sich zu

gewinnen. Einfach an den neuen Erzbischof von Lemberg Konstantin Wladyslaw Lubienzki, den spät, den künftigen Primas Polens, also den den höchsten Vorsitzenden der katholischen Kirche. Das Erstaunliche, Frank schafft das als Muslim. Er und seine Anhänger dienen zu diesem Zeitpunkt in der türkischen Garnison von Anderdonau. Dieser kleine Gangster und islamische Konvertit wird mitsamt seinen Unterstützern, die ebenfalls alle zum Islam konvertiert sind zu diesem Zeitpunkt, in die polnische Adelsrepublik eingeladen. und lebt monatelang auf dem Gutes Bischof von Kamjenic. Das bedeutet einen radikalen Kurswechsel der kirchlichen und staatlichen Politik gegenüber den Sektieren. Die haben jetzt auch einmal erkannt, wir können die benutzen. Denn

der polnische König August II. hatte kurz davor noch den polnischen Kontratalmutisten Geleitschutz gewehrt. Frank und seine ausländischen Anhänger waren davon zwar ausdrücklich ausgeschlossen, Aber die Kirche hat ihre Haltung geändert. Warum ist nicht ganz klar. Vielleicht war man auch ein bisschen unzufrieden mit der Zögerlichkeit der polnischen Sektierer, die man da hatte, dass sie nicht genug unternommen haben. Dann hat man sich überlegt, vielleicht holen wir mal den Radikalen.

Den, den wir rausgeschmissen haben. Laden wir den wieder ein. Am 7. Januar 1759 trifft Frank dann, wie eingeladen, auch ein. und es folgen Monate des Lehrens auf dem Bischofsgut in Ivanie. Dort überzeugt er die Selektierer von einer kollektiven Konversion zum Katholizismus. Und ob er wirklich die Mehrheit hinter sich hatte, ist fraglich.

Dr. Jan Dr. vermutet, dass es sich nur eine Minderheit handelte, die er tatsächlich gewinnt. Aber es ist eben Frank, der die Initiative ergreift und die Richtung vorgibt. und das Tempo des neuen messianischen Marches. Und wir sind kurz innehalten und sagen, es ist schon ein bisschen absurd, dass diese zum Islam konvertierte Sephardische, Krypto -Jude, hier Leute davon überzeugt zum Katholizismus zu konvertieren, oder? Ja. Was es damit genau auf sich hat, schauen wir uns gleich danach noch ein bisschen an. Frankfinanzierte mit Geld, das er von Ungarischen und Unterstützern aus dem Balkan auch eingesammelt hatte, den Unterhalt von hunderten Sektierern auf diesem Bischofsgut mit seinen eigenen Geldern. Und diese finanzielle

Kontrolle war wahrscheinlich auch ein Schlüssel zu seiner Macht. Es gibt eine Erinnerung in einer seiner Schriften, wo er seine Anhänger daran erinnert. Zitat, ich sage euch in Ivanie Wo finden wir das Geld, ihr Rietet mir nach Ungarn zu schicken? Also es gibt auf jeden Fall... Er hat natürlich da Leute, die von ihm abhängig sind zu dem Zeitpunkt schon. Frank und seine Anhänger initiieren dann die zweite öffentliche Disputation mit den Rabinern.

Diesmal soll sie auch über die Landesgrenzen hinausgehen. Am 20. Februar 1759 erscheint eine Delegation in Lemberg und reicht eine Bitschrift beim Konsistorium ein. Die Unterzeichner erklären ihre Bereitschaft, sich in der römisch -katholischen Kirche taufen zu lassen, fordern aber eine weitere öffentliche Disputation mit den Rabilern, in der Hoffnung, noch mehr Juden davon überzeugen zu können, zu konvertieren. Und für die zweite Disputation verlangen sie eine Frage aufzuwerfen, die die jüdische Geschichte für Jahrhunderte vergiftet, nämlich die Frage des Ritualmords.

Wir haben mit Live gemeinsam ja eine separate Folge über den Ritualmord gemacht und unter diesen Kommentaren zum Ritualmordvideo ist mehr als einmal der Name Jakob Frank gefallen. Weil Leute quasi da drunter geschrieben haben, ja ihr sagt das ist ja alles nur eine Legende, aber Jakob Frank, so google doch mal Jakob Frank. Deswegen ist es glaube ich ganz wichtig, dass wir uns damit beschäftigen. Wenn ihr eine sehr ausführliche Geschichte des Gedankens der Ritualmordlegende haben wollt, dann schaut euch das bitte auf unserem Kanal an, auf YouTube oder auf Spotify, wo immer ihr uns hört, auf Apple Podcasts. Die gibt es dort und da haben wir einen tiefen Einstieg.

Das können wir jetzt hier leider nicht in der Tiefe behandeln. Es geht grundsätzlich um die Idee, dass Juden anscheinend für gewisse Feste Matzebrot vorbereiten und dafür das Blut christlicher Kinder bräuchten für ihre Rituale und dass deswegen zu einer gewissen Zeit rund um Ostern typischerweise eben christliche Kinder verschwinden würden, die von den Juden ermordet und gefoltert werden würden im Sinne wie Jesus gefoltert wurde und so weiter. Da gibt es ja ganz viele Variationen und da gibt es ein paar Kinder, die von der katholischen Kirche vielleicht heilig und vielleicht nicht heilig gesprochen wurden oder mal eine Zeit lang heilig gesprochen waren oder nicht mehr und so weiter. Großes Thema, hört euch das an. Auf jeden

Fall ist Jakob Frank bei diesen Diskussionen immer irgendwie ein Thema. Und warum ist eben diese Disputation, um die es hier gerade geht. Jonas, lies uns doch mal bitte was aus dieser Bitschrift an den Erzbischof von Lemberg vor vom 26. Februar 1759. Wir bitten Eure Exzellenz um ein Feld, auf dem wir eine zweite Schlacht mit den Feinden der Wahrheit führen wollen. und offen aus den heiligen Büchern das Erscheinen Gottes in menschlicher Gestalt in der Welt, sein Leiden für die Menschheit, die Notwendigkeit der allgemeinen Einheit in Gott zu beweisen und ihre Gottlosigkeit, groben Unglauben, ihre Schlimmere als heidnische Gier nach unschuldigem Christenblut, dessen Vergießen und Missbrauch nachzuweisen.

Ja und genau, das ist schon krasse Sprache auf jeden Fall und ist auf jeden Fall auch Ganz schön der Wahnsinn, dass das hier von jüdischen Sektierern gegen ihre eigenen Leute erhoben wird. Vor allem weil sie ja wissen sollten, dass das nicht Teil der Rituale ist. Matze aus Kinderblutzuwaschung. Und doch, die Bildschrift ist nicht einmal von den polnischen Sektierern unterschrieben. Alle Unterzeichner sind Ausländer. Also nicht Polen hier oder nicht im Polnisch -Common -Verse -Lebende.

Das heißt, es sind tatsächlich nur Frank und seine Leute, die das hier über unterschreiben, weil die immer noch ein bisschen zurückhalten, dass die polnische Sexzieherer, weil sie überrumpelt werden von Frank und weil sie wahrscheinlich auch zögern, weil sie wissen, was es bedeutet, den katholischen Autoritäten. das an Material zu geben und zu sagen, alles was ihr euch im Geheimen vorgestellt habt, ist eigentlich wahr.

Und dann ziehen sich die ausländischen Initiatoren immer weiter aus diesem von ihnen angestachelten Prozess raus und dann werden die polnischen Sektierer mehr oder weniger dazu gedrängt, in die Rollen zu schlüpfen. Und tun das dann aber auch. Im Sommer und Herbst im Zuge dieser Vorgänge, 1759, lassen sich Hunderte von Sektierern taufen. Die Massentaufe sind in der Lemberger Kathedrale statt Frank selbst wird am 17. September 1759 in Warschau getauft, wobei König August III.

persönlich als Taufpate fungiert. Frank erhält den Namen Josef. Da spielt alle Religion durch. Er spielt alle Religionen durch. Davor wurde ihm vom Sultan sogar irgendwie militärisches Kommando eingeboten in der Osmanischen Armee. Das ist dann abgelehnt. Und jetzt wird er hier mit dem König als Taufpate Katholik. Also wirklich.

Er hat auch ... scheinbar soziale Mobilität im 18. Jahrhundert komplett durchgespielt, weil er davor nicht ausgebildet war. Er war ein bisschen Kaufmann. Er war eigentlich ein Kleinkrimineller, muss man sagen. Und jetzt hat er Kontakt zu Großvisieren, dem Sultan und dem König von Wohlen. Das ist mittendrin in der europäischen Politik. Die Frankisten verstanden sich selber als RF RAF, als gemischte Menge. Der Mob aus Ägyptern und Fremden, der sich beim Auszug aus Ägypten unter die Israeliten gemischt hatte, wird so bezeichnet. In der Tora.

Und von denen hatte ich vorher noch nicht so viel, das ist ganz spannend, dass das erwähnt wird, dass da quasi andere mitgegangen sind auch beim Auszug aus Ägypten. Und im Soha war der Erev Raff dann zur Schifre für den inneren Feind geworden. Also negativ gedeutet. für die Kraft der Zerstörung, die die Welt in den urzeitlichen Zustand des Tohu Wabohu zurückführen will. Wusstest du, dass Tohu Wabohu ein kapalistisches Wort ist oder ein hebräisches, was eine große Unordnung ist vor der Schöpfung? Das wusste ich nicht, aber es macht Sinn. Also Tohu Wabohu auch eines der deutschen Worte, die aus dem Jiddischen entlehnt sind. Dann über Umweg aus dem Hebräischen natürlich.

Beziehungsweise dann Aramesh hier. Die Frankisten treten diese Idee aus der Soha nochmal um. Sie waren der Ereffraff selber, aber als Kraft der Erneuerung, nicht der Zerstörung. Sie würden die alte Ordnung niederreißen, um einer neuen Ordnung Platz zu machen. Nach der Taufe bin Frank sich mit dem Ostentativen Prunk, den man von ihm erwarten würde. Er fährt in einer Kutsche mit sechs Pferden, wirft Goldmünzen unter die Armen, kleidet sich wie ein König und speist auf Gold und Silber. Seine Anhänger rasieren ihre langen Bärte, gürten jetzt Säbel, also ganz militaristisch, und kleiden sich wie die Christen.

Viele von ihnen werden in den niedrigen polnischen Adelsrang erhoben. Weißt du, was das polnische Fond ist in der Nachnamen? Ah, nee. Das Ski am Ende, also Dombrovski, wie auch immer, das sind alles Adelstitel quasi. Genau, und tatsächlich, wenn du rund um Warschau gelebt hast, waren quasi alle geadelt worden. Polen, Litauen war in dem Fall anders als andere Staaten in Europa zu der Zeit, wo tatsächlich sehr, sehr viele einfach sehr leicht niedrigen Adelstand bekommen haben.

Und wenn du rund um Warschau irgendwie kein Fond warst, kein Ski am Ende, kein Offski, Ist es offsky? Ich glaube offsky ist es am Ende. Dann kein von sozusagen. Dann muss irgendwas ganz schlimm gelaufen, schief gelaufen sein. Dann auf Familie, weil eigentlich habe es irgendwann alle geschafft. Deswegen gibt es von Leuten, die aus dieser Region kommen, rund um Warsaw eben sehr viele, die solche Namen haben, die es so anhören, die dann klassisch polnisch klingen für uns. Als hätten alle Deutschen einen von oder so. Oder viele. Das ganze ist Teil der Strategie, die Frank seit seiner Rückkehr verfolgt, die Überführung der sabadianischen Untergrundgruppe in eine neue öffentlich akzeptierte Form. Der

Abstieg in die Unreinheit, den Nathan von Gaza, Shabbat al -Zwiz Konversion zum Islam theologisch gerechtfertigt hatte, wird nun wiederholt. Also dieser, ja, wie der Messias in den Islam hinabstieg, so steigt sein Nachfolger in den Katholizismus hinab. Die dunkelste Schale des Bösen Die tiefsten Klippert werden durchquert auf den Weg zur Erlösung.

Aber die Konversion ist für Frank nicht das Ende, sondern sie ist erst der Anfang. Eigentlich könnte man meinen, ja, das war's. Schon ganz schön verrückte Geschichte bis hierhin, ne? Aber nein, jetzt geht's los, liebe Schürrlinntürer. Denn jetzt, nach der Taufe, geschehen mysteriöse Dinge. Frank wird nach Tochowa gebracht und in das Kloster von Jasna Gora eingesperrt. Also eingesperrt in Anführungszeichen und die sind durchaus berechtigt.

In der offiziellen Version lautet das so, Frankseigene Anhänger haben ihn bei den Kirchenbehörden denunziert. Sie hätten verraten, dass seine Lehre weit von der katholischen Orthodoxie abweiche und er sich für einen jüdischen Messias halte. Der Inquisitor Gaudenti -Pikulski veröffentlicht die Denunziation.

Und das Warschauer Konsistorium eröffnet daraufhin eine Untersuchung. Wir kommen wieder zu Jan Doktor, der weist auf massive Ungereimtheiten hin. Die Denunzianten blieben Frank treu, selbst nachdem er im Kloster war, und sie zogen mit seiner Frau nach Čestochowa und lebten dort bei ihm. Frank hat ihn auch nie Vorwürfe wegen der Denunziation gemacht und die Denunziation selbst stimmte inhaltlich nicht mit dem überein, was wir über Franks damalige Lehre wissen. In späteren Quellen nannte Frank dann auch ganz andere Verräter, der Historiker Hippolyte Skimborowicz. Hippolyts Gimborowicz, der 1866 Zugang zu Frankistenhandschriften hatte, schrieb Frank habe sechs Verräter in Lemberg und weitere sechs in Chechowa benannt, deren

Namen Gimborowicz nicht öffentlich preisgeben wolle, was natürlich sehr praktisch ist. Und dann die Umstände der Verhaftung selbst. Frank reist in seiner eigenen Kutsche nach Jasnagora, gezogen von diesen sechs Bären, die ich erwähnt habe, die er eigens für die Reise gekauft hat. Er bringt seinen persönlichen Koch mit, vermutlich aus Angst vor Vergiftung. Und er wird von Soldaten eskortiert, die offensichtlich für seine Sicherheit zuständig sind. Die ersten vier Tage verbringt er auch im Offizierszimmer, dann zieht er in eigens für ihn vorbereitete Räumlichkeiten um.

Also ganz ähnlich, wie Schabber der Zwie, der ja auch ähnlich wie ein Narkoboss im Knast gelebt hat, ist das auch wieder so die bestmögliche Art von Gefängnis. Ystor muss zwar jetzt in seinen eigenen und eingerichteten Räumlichkeiten in einem Kloster leben. Es gibt kein offizielles Gerichtsverfahren oder irgendwie Dokument, das eine Urteil gegen Frank erwähnen würde. Alles, was wir haben, ist ein Früherprotokoll und eine Proklamation, die am 1. März 1760 erklärt, Frank solle entfernt und an einem sicheren Ort aufbewahrt werden, bis der Heilige Stuhl in Rom entscheide.

Die Wahrheit sieht wahrscheinlich so aus. Die verhaftet ein Arrangement zwischen Frank und der Kirchenreiche. Der Bischof übernahm die Kosten für Franks Unterhalt, seinen engsten Kreis und 30 Familien. Frank durfte hebräische Schriften benutzen. Seine Frau und Kinder zogen bald zu ihm. Seine Anhänger siedelten sich in einer nahegelegenen Stadt an. Sieht weniger nach Gefängnis aus als nach einer gewährten, sicheren Residenz. Die wurde ihm finanziert und gewährt von den von den Autoritäten. Die Mönche Pauliner Mönche haben berichtet, Frank habe auch täglich an der Heiligen Messe teilgenommen, sehr, sehr fromm und andächtig gewesen und habe die restliche Zeit eben mit dem Studium hebräischer Bücher und dem Schreiben

von Texten verbracht. Die russischen Generäle, die irgendwie auch dort waren, hätten sich gerne mit ihm unterhalten, am allerliebsten aber mit seiner Tochter, die sehr jung und überaus tugendhaft gewesen sein soll. Also die Mönche. haben Frank weder als Fremdkörper, noch als Stören, noch irgendwie als Gefangenen wahrgenommen, sondern als sehr guten Katholiken. Ja, und in diesem Kloster in Yasnagora beginnt dann etwas Ungewöhnliches.

Frank spricht. Und zum ersten Mal schreiben seine Anhänger mit. Seit den Anfängen des Sabbatianismus war es streng verboten, die Geheimlehre schriftlich festzuhalten. Es gab keine Doktrinen, keine internen Details. Rein gar nichts. Dieses Verbot bricht Frank 1784, als er die Aufzeichnung seiner Gespräche anordnet. Die Slowapanskie, die Worte des Herrn, das ist Frank selbst, der spricht, diktiert, predigt, erzählt und auch droht. Fast 2300 Aussprüche und Geschichten von Artikel 1 Franks Berufungs Vision bis Artikel 2192, seinem Testament an die Kompanie. Also es deckt einiges ab. Die Sprache ist dazu äußerst einfach, geradezu volkstümlich, so kurze Sprüche, Gleichnisse, Träume, Episoden aus seinem Leben vermischt mit Zitaten aus Tora

und Zuhar. Denn Frank hat ein Weltbild. Es ist radikal, aber es ist kohäremt. Und jetzt versuchen wir mal, sein Weltbild zu rekonstruieren. Ja, ich glaube, das ist ganz wichtig. Wenn man sich nur die Geschehnisse anschaut, macht es nichts richtig Sinn. Und so ein bisschen rekonstruierte Doktrin des Mannes macht es auf jeden Fall nahbarer und irgendwie verständlicher, was so passiert.

Erstens, also Teil 1, erster Punkt, der Doktrin von Frank. Die drei bestehenden Religionen, großen monotheistischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam sind für Frank alles nur leere Hüllen. Sie können wie Kleidungsstücke getragen und wieder abgeworfen werden. Keine von ihnen enthält die wahre Thora, denn die wahre Thora ist noch nicht offenbart. Die Gesetze und Lehren der Welt sind die Gesetze böser Weltenlenker. Das mosaische Gesetz mit seinen zehn Geboten ist ebenso zu verachten wie die Dogmen des Christentums. Frank selber formuliert das mit schneidender Klarheit in seinen Aussprüchen. Wo immer ich meinen Fuß setze, wird alles zerstört werden. Denn ich bin nur in diese Welt gekommen, um zu zerstören und

zu vernichten. Erinnert ans Neue Testament, wo Jesus sagt, bin ich gekommen, um Frieden zu bringen, sonder das Schwert? Zweiter Punkt seiner Doktrin. Der Weg zur Erlösung hat die Form eines Vs. V wie Wendeter. Man muss zuerst in den Abgrund hinabsteigen, also beim V, links einmal ganz tief runter, in die tiefste Erniedrigung, um von dort wieder aufzusteigen zum wahren Leben.

Diese V -Form ist zugleich für ihn die Jakobsleiter. Die Patriarchen und Moses hatten versucht den Weg zu gehen, sind aber gescheitert. Schabat el -Zvi hat versucht diesen Weg zu gehen, ist ebenfalls gescheitert und jetzt ist Frank an der Reihe. Er ist die dritte messianische Inkarnation der Sefirah Tifaret nach Chabadetsvi und dem Nachfolger Baruchia Russo. Zugleich ist Frank aber auch der wiedergeborene Stammvater Jakob, also er ist alles. Was ihr euch vorstellen könnt an wichtigen messianischen Figuren, er ist es.

Ja, schon fast an Nietzsche erinnernden Formulierungen. müssen Franks Krieger, wie er sie bezeichnet, in den Abgrund hinabsteigen, um aus eigener Kraft die Freiheit zu erreichen. Also es hat schon so ein bisschen was Nietzscheanisches. Diese Selbstermächtigung, auch seine Religionskritik erinnert mich ein bisschen an Nietzches Antichristen und diese Kritik an der Moral der monotheistischen Religion. Das findet sich auf jeden Fall hier in einem nicht ganz unähnlichen Borkenbieter.

Der Abstieg zeigt sich am Hass und an der Ausgrenzung durch die Gesellschaft, die die Frankisten erfahren. Und genau das ist eben, wie bei den meisten Sekten, der Beweis dafür, dass man auf dem richtigen Weg ist. Wenn die anderen einen nur genug hassen, muss man ja auserwählt sein. Drittens. Hinter den drei falschen Religionen, hinter den bösen Weltenlenkern, verbirgt sich ein verborgener guter Gott, den Frank den großen Bruder nennt.

Da haben wir direkt so Visionen von 1984 und Paul Pott, den roten Kmer im Kopf, der sich ja auch großer Bruder und Bruder Nummer 1 genannt hat. Im kabalistischen System ist Jakob, der Sefirat Tifaret zugeordnet, sein biblischer Bruder Esau, dagegen dem kosmischen Edom. Frank identifiziert Yahweh, den Gott Israels, mit dem kosmischen Esau, bei dem es absolute Freiheit gibt. Der große Bruder ist also Jahwe selbst gelesen durch das Prisma der Zohar -Mystik. Franks Ziel ist die Vereinigung Jakobus mit Esau, die Überwindung der kosmischen Spaltung, wie wir das sehr generell in der kabbalistischen Glaubenssysteme haben.

Viertens, der Bagherer Messias ist kein Mann, sondern eine Frau. Frank nennt sie die Jungfrau, die Panna. Sie ist die Inkarnation der Schechina, der göttlichen Gegenwärtigkeit. Die Juden leiden, so Frank, weil sie auf einen männlichen Messias warten und nicht verstehen, dass sie auf eine Frau warten müssen. Alle Juden leiden jetzt unter Trangsal, Verzweiflung und Elend, denn sie vertrauen auf das Kommen eines Messias in Gestalt eines Mannes, nicht auf das Erscheinen der Jungfrau.

Wie konntet ihr denken, der Messias wäre ein Mann? Das darf keineswegs sein, denn das Fundament ist die Jungfrau. Sie wird der wahre Messias sein. Sie wird alle Welten führen. Ja, das hat er auf jeden Fall auch aus dem Sabbatianismus übernommen. Nur, dass er das Ganze eben noch einen Schritt weiter sieht und sagt eigentlich, ja, eigentlich wartet ihr alle auf den falschen.

Dass er selber ja auch ein bisschen der Messias ist und das aber als Mann vertritt, scheint für ihn kein Widerspruch zu sein. Und als großer fünfter Punkt, Frank organisiert seine Anhänger als Kompanie, als militärische Einheit. Alle seine Anhänger, so der Anspruch, sind Soldaten, die zu schweigen und zu gehorchen haben. Sie müssen trainieren, Panzerschilde und Helme tragen, den Säbel ziehen. Franks Lehrworte sind nicht für alle bestimmt, sondern nur für einen handverlesenen Brüder - und Schwesternkreis, von dem er blinden Gehorsam fordert. Die Kompanie hat vier Standorte.

Ivanie, Gesto... Gestochova, Brünn und Offenbach. Was den Frankismus so verstörend macht, sind nicht die einzelnen Bestandteile von diesem Weltbild, sondern die Kombination. Nehmen wir da zum Beispiel einen seiner berühmtesten Aussprüche über die Assimilation. Salomo war klug, klüger als alle Völker. Er vermischte sich mit den Völkern, nahm die Tächter von Königen zur Frau, aber er konnte nichts herausführen. Aber ich habe Hoffnung, dass ich mich in diesem Winter in ihre Gesellschaft mischen werde. und sie selbst werden mich rufen.

Ich sage euch, wer sich nicht mit den Völkern vermischen wird, dessen Arbeit ist vergeblich. Das klingt wie ein Plädoyer zur Assimilation, aber es ist sogar noch mehr. Frank Piel keine Eingliederung in die bestehende Gesellschaft, wie das vielleicht von Mendelssohn oder so propagiert wurde. Er will ein zweckgebundenes Einschleichen, um die bestehende Ordnung von innen zu stürzen.

Die Vermischung mit den Völkern ist Teil des Abstiegs in den Abgrund nicht dessen Ende. Religionssprachen, nationale Identitäten sind Masken, die man anlegt und ablegt je nach Land und Notwendigkeit. Rachel Elion nennt das in ihrer Monographie mystische Auto -Mythographie und religiösen Jelismus. Sondern den Garp spricht von proto -nizianischer Umwertung aller Werte. nannte es die radikalste Form von Anti -Nomianismus, die das jeden Thumier hervorgebracht hat. Und doch folgt alles einer inneren Logik.

Wenn die Lurianische Kaballa lärt, dass heilige Funken in die tiefsten Bereiche des Bösen verstreut sind, dann muss der Elöser in genau diese Bereiche hinabsteigen. Je tiefer die Dunkelheit, desto größer das Licht, das dort verborgen ist. Mich erinnert das Ganze auch ein bisschen an den Order of Nine Angels, über den ich jetzt schon seit drei Jahren meine Folge machen will. Diese auf Satanismus und rechtsradikale Ideen ausgelegte Selbstradikalisierungsideologie, die seit vier Jahren dazu führt, dass verstörte Jugendliche ohne sozialen Anschluss dazu gebracht werden, Anschläge zu verüben. Irgendwie von England, von den USA, von Kanada bis nach Russland. Und da müssen wir mal eine eigene Folge zu machen,

weil der Order of Nine Inches ein eigenes tiefes Loch ist. Aber da wird eben auch gelehrt, dass man sogenannte Inside -Roles annehmen muss, um einen höheren Rang und ein höheres Level zu erreichen. Und dafür muss man sich überlegen, was man persönlich am meisten ablehnt. eigenen Charakterhaltung her und dann genau das werden. Wenn du ein Anti Authoryer Typ bist, wärt Polizist. Wenn du anti religiös bist, dann wirst du Priester oder so.

Und quasi die Unterwanderung deiner Feinde, dass du gezielt dich an Orte begibst und dann maximalen Schaden anrichten kannst, auch weil du innische Rollen schlüpfen kannst und die Masken an - und ablegen kannst. Dinge tust, von denen du überzeugt bist, dass sie falsch sind. Aus genau diesem Grund, wie gesagt, dazu und andersherum. Im Kloster von Yasnagora befindet sich eine der berühmtesten Ikonen der Christenheit, nämlich die schwarze Madonna von Cestochowa. Und das bringt Frank auf eine Idee, weil neben Frank lebt auch seine Tochter Eva dort. Maciejko hat die Entstehung von Franks Jungfrauteologie minutiös rekonstruiert.

Frank war fasziniert von der Ikone und dem Kult der Pilger. Er bemerkt, dass der Höhepunkt der zuharischen Geschichte, der Hirschkuh auf dem Berg des Lichts, Thura de Mihora, stattfindet, während sein eigener Haft dort unter Ort der insprünstigen Marienverehrung Yasnagora eben auch der Helle Berg hieß. Er hob Marianische Anrufungen auf und wob sie in seine kabalistischen Diktate ein. Die ewige Jungfrau Semper Virgo, die Himmelskönigin Regina Coeli, die Frau der Hilfe Auxilium Christianorum. Aber wie Frank so ist, geht er über die typische katholische Mariologie weit hinaus. Im Christentum ist Maria, seinem Katholizismus eben, ein besonders erhabener Mensch, der als Gefäß der göttlichen Menschwerdung

dient. Franks Jungfrau dagegen ist die Gottheit selbst in weiblicher Gestalt. Wie Maciej Gurdes schön zusammenfasst in seinem Artikel. Im Gegensatz zum Christentum handelte der Frankismus nicht von einem männlichen Gott, der durch eine menschliche Frau einen menschlichen Körper annahm. sondern von einer weiblichen Göttin, die eine menschliche Gestalt annahm, schreibt er in The Mixed Multitude.

Das ist, ja, es sind Katholizisten, die an eine Göttin glauben. Frank erklärt, die Jungfrau sei bereits verborgen im Gemälde der Schwarzen Madonna. Die Ikone war für ihn nicht eine bluse Darstellung, sondern der tatsächliche Wohnsitz der Schechine. Also die ist in dieser Ikone drin. Verstehst du? Das sind unsere Symbolen. Die Christen, sagt Frank, kannten die Jungfrau nur im Bilde. Sie hatten das weibliche Gesicht Gottes entdeckt, aber eben nur als gemalte Abbildung, nicht als lebendige Gegenwart. Der erlöserische Sinn seines Aufenthalts in Czesłuchowa war vor allem dann, also der, warum er dort sein muss. Warum bin ich dort? Er muss die Jungfrau aus der Ikone befreien. Und die Jungfrau, in die sie befreit

werden soll, ist eben seine Tochter Eva Frank. Das war mein Kind. Ich hatte vorhin versucht vergessen zu erwähnen, dass der Mann in seiner Rebellionsphase dafür bekannt war, dass er einmal seinen nackten Arsch auf die Tora rollende Snagooge gepresst hat, während Gottesdienst war. Nur um... die Anekdote nicht verloren gehen zu lassen.

Frank, dieser Mann, dieser nackte Arsch auf die Tora -Rolle, hatte seine Tochter von Geburt an als halbgöttliches Wesen präsentiert. Das heißt, die Idee war schon ein bisschen angewägt. Als sie sechs Monate alt war, sagte er seinen Schüler, wisst, dass sie eine Königin ist. Denn nicht, dass ich sie wegen ihrer Schönheit Königin nenne.

Sie ist wirklich eine Königin in ihrem Wesen. Und daraus entsteht dann ein regelrechter Kult um seine Tochter Eva. Die Diktate geben da auch detaillierte Anweisungen zu. Der Initianten sollen weiß gekleidet kommen, auf das Gesicht fallen, ihre Füße küssen und dann mit gefalteten Händen stehen, ohne sie direkt anzusehen. Schließlich wird er ihre Hand küssen dürfen, sie wird ihren Bruder nennen und er wird mit einem Vers aus dem Hohe Lied antworten. Tu mir auf meine Schwester, meine Freundin. In Offenbach wurde das Ritual dann tatsächlich auch praktiziert und als die Frankisten in Jasnagora anfangs Miniaturkopien der schwarzen Madonna kaufen sollten, wurden diese später dann durch Miniaturporträts von

Eva Frank ersetzt. Die russischen generellen Fürsten, die Jasnagora nach der Belagerung im Barkrieg besuchten, waren von Eva fasziniert. General Dibikow sprach ausgiebig mit ihr Fürst Golitsin. Ebenso, ein junger Adeliger, der Eva in der Kapelle der Schwarzen Madonna sah, bemerkte laut Machieco. Ich würde viel eher glauben, dass dies die Heilige Mutter und die wahre Jungfrau ist. Ein anderer Bart, um Erlaubnis vor Eva nieder zu knien und ihre Füße zu küssen. Der eben erwähnte Barkrieg war übrigens vier Jahre langer Krieg, wo Russland sich gegen Russland und Teile des polnisch -lithuanian Commonwealths gegen den Rest des polnisch -lithuanian Commonwealths mit Österreich Unterstützung gewinnen. Und dementsprechend

sind dann eben deswegen auch auf einmal russische Generäle zu der Zeit im Ersten Agora. Am 18. August 1772 übergeben die Konfederierten von Barr das Kloster Erster Agora nach zweijähriger Belagerung an die Russen. General Bibikow ordnet Franks Entlassung an und Frank kehrt dann nach Warschau zurück, nimmt Nebenstraßen. und fährt natürlich in seiner eigenen Kutsche, die er beim Bischof abgeholt hat. Aber niemand will ihn, nicht die Juden, nicht die Kirche, nicht einmal die Neophyten, die er zur Konversion überredet oder gezwungen hatte. In Brünn wird er ihnen später vorwerfen, nachdem ich die Haft verlassen hatte und in Warschau ankam, fand ich keinen von euch. Und weil ihr bei den Herrschern gelästert

hattet, musste ich das Land verlassen, das Gottes Erbfolge ist. waren nicht im Use, ganz offensichtlich. Die polnischen Behörden verweigern Frank seinen Pass, was bedeutet, dass er kein Rückkehrrecht hat. Stattdessen stellen ihm die Gesandten der drei Teilungsmächte Russland, Preuß und Österreich Reisedokumente aus. Auf keinem der zwei erhaltenen Pässe ist Franks Nationalität vermerkt. Er wird einfach als Kaufmann bezeichnet. Frank lässt sich da den Brünnen nieder. Und dort geschieht über die nächsten Jahre das, was wir am Anfang erzählt haben. Die Vereinigung der verstreuten Neophytengruppen unter seiner Führung. Der mysteriöse Bote aus Warschau im November 1784. Das Register, die Anerkennung. Was zu dieser Vereinigung führte,

ist eigentlich ganz klar, weil es sah wieder so aus, als hätte er eigentlich alles verloren. Doktor vermutet, dass der Tod von Dominik Anton Krasinski, dem rebalisierenden Anführer, und einer Welle neuer messianischer Verkündungen eben den Ausschlag gaben. Frank nutzte den Moment, er ordnete an, dass jeder Anhänger dreimal im Jahr bei ihm erscheinen müsse, macht sich damit so ein bisschen zu dem Tempel, der verloren gegangen ist und stellt dann relativ schnell fest, dass das Haus, was er damals in der Petersburger Straße hatte, viel zu klein ist für größere Gruppen, weil die Polizei sonst anfängt sich zu geschweren und zu ermitteln, wenn da Tatsächlich alle seine Anhänger dreimal im Jahr bei ihm vor der Tür

stehen. Also sucht Frank eine neue Residenz. Er ist ja immerhin ständig auf der Suche nach seinem kleinen Königreich. Er will es, er will es, er will es. Egal welche Religion, hätte man ihm ein kleines Königreich im China zu der Zeit versprochen, wäre er sicherlich auch zum konfuzianistischen Beamten geworden über Nacht. Gar kein Problem.

Ja. Und so... endet er in Offenbach. Genau, dort findet er seine neue Residenz, in einem Schloss des Fürsten Wolfgang Ernst II. von Isenburg, das seit dem Dreißigjährigen Krieg leer stand. Die Verbindung war möglicherweise über Freimaurer Kanäle zustande gekommen. Der Fürst war Rosenkreuzer und Franks Anhänger Moses Dobrushka hatte über den Orden der asiatischen Brüder Enge Verbindungen zur Wiener Freimaucherei. Seine erste Handlung war dann erst mal, das Schloss renovieren zu lassen. Man muss ja auch standesgemäß leben.

Klar. Marcieko beschreibt Franks Einzug am 3. März 1787 als ein Spektakel. Frank marschierte an der Spitze seiner Anhänger, gefolgt von einer Kutsche mit sechs Pferden. In einer zweiten Kutsche saß Eva in einem kostbaren grünen Kleid, bestickt mit Perlen und Diamanten. Bewaffnete, uniformierte Wachen umgaben die Prozession. Franks Söhne Roch und Josef ritten in Uniformen hoher russischer Offiziere. Als Frank am Schlosstor ankam, wurde ein kostbarer Teppich ausgerollt. Das Gefolge fiel auf die Knie, und Frank und seine Tochter betraten das Schloss. In Čestochová hatte Frank versprochen, die Jungfrau werde den Frankisten das Tor zum Haus Gottes öffnen. Dementsprechend tauften sie das Schloss in Offenbach das Gotteshaus.

Schön, der Historiker Klaus Werner schätzt, dass sich zeitweise bis zu 400 Personen darauf hielten. Es lebte Leben folgte in einem strengen Regiment, schwere Vorhänge an den Fenstern, ein alchemistisches Labor in einem Flügel des Schlosses. Tägliche Militärübung auf dem Hof. Ein beträchtlicher Teil der Einnahmen flossigen Philanthropie. Die erste römisch -katholische Kapelle in Offenbach wurde dank Evas Unterstützung errichtet. Ganz spannend ist dieser alchemistische Teil, den wir jetzt ganz ausgelassen haben. Natürlich war Jakob Frank auch Alchemist. Der war das nicht zu der Zeit. Wenn man sich so bewegt wie er, muss man sich dafür... fortschrittliche Wissenschaften interessieren. Und entgegen der verbreiteten

Legende, dass Kaiser Josef der zweite Frank aus dem Territorium vertrieben blies, er hat Frank Brünn wahrscheinlich aus eigenem Antrieb verlassen. In den österreichischen Archiven gibt es keine Dokumente über die Umstände seines Weggangs. Die Rosmeite hatten noch Frank Skronik notiert lakonisch im Juni 1786 hätte der Herr und der Kaiser einen großen Zusammenspruch in Lachsenburg gehabt und der Kaiser habe Frank aufgefordert alle Leute wegzuschicken und alle Schulden zu bezahlen. Fair enough. In Offenbach führte Frank einen Hof, der einen kleinen Fürstenstadt erinnerte.

Er empfängt Besucher, er predigt, er verteilt Aufgaben. Die Offenbacher nennen sein Anwesen das Prüllenhaus. Die Bewohner werden genau beobachtet von Nachbarn, Behörden und Polizei gleichermaßen. Am 10. Dezember 1791 stirbt Jakob Frank dann in Offenbach. Er ist 65 Jahre alt. Aber die Geschichte des Frankismus endet damit noch nicht. Denn seine Tochter Eva bleibt 25 Jahre nach dem Tod ihres Vaters in Offenbach. Die wird dann oft als Nachfolgerin und Anführerin der Sekte dargestellt. Da gab es auch Zweifel. Doktor zum Beispiel hat daran gezweifelt. Denn die Quellen, auf denen das Bild beruht, sind so ein bisschen fragwürdig. Das sind vor allem die Memoiren von Moses Bräugis von Portheim, dem Fabrikbesitzer, der behauptete,

anderthalb Jahre am Hof der Eva Frank verbracht zu haben. Die Menuaren existieren in zwei Versionen, eine vom Prager Rabbiner Leopold Stein, er 1868 veröffentlicht und die andere angeblich von Porke selbst verfasst, aber erst 1929 in einer jüdischen Übersetzung gedruckt. Dazu kommen Verhörprotokolle dreier angeblicher Flüchtlinge aus Efas Hof, eingefertigt, 1800 entführt. Die Zeugenaussagen bestätigen sich gegenseitig und die Porges Memoiren, was ihnen Glaubwürdigkeit verleiht. Aber sie stimmen nicht mit den im offenbarer Stadtarchiv überlieferten Fakten überein. Das Problem ist, die Memoiren beschreiben ein Schloss mit riesigem Hof, Mauer, Militärübung und Paraden. In Wahrheit lebte Eva nach dem Tod von ihrem Vater und dem

Wegzug der polnischen Frankisten nicht mehr im Schloss. Sie zog ein kleines Haus namens to den drei Schweizer. an der Ecke Frankfurter und Kanalstraße und 1796 in ein zweistöckiges Haus an der Kreuzung von Kanalstraße in Judenstraße. In keinem davon war Platz für eine große Gesellschaft, die von Porges beschrieben wird und auch gar nicht für die anderen Sachen. Also da ist viel Fantasie dabei. Die Beschreibung von drei Ältesten mit langen Bärten in polnischer Kleidung, die auf Hebräisch Unterrichteten hält. Doktor für rein fantastisch. Denn wir wissen, die Frankisten haben ja ihre Bärte abrasiert nach der Taufe und auch nie wieder nachwachsen lassen danach.

Und ob einer von ihnen in der Lage gewesen wäre, auf Hebräisch zu lernen in einer Sprache, die sie nicht einmal in ihrer jüdischen Jugend aktiv beherrscht, ist auch äußerst zweifelhaft. Jan Doktor schließt das dementsprechend mit dem Argument, dass die Argumente mit gutem Grund als Fälschung bezeichnet werden könnten. Die wahre Geschichte.

Die Dokumente. können als Fälschung gezeichnet werden. Nicht die Argumente. Ja, danke. Also Jan Doktor schließt das ganze Kapitel dann damit, dass eben diese Dokumente mit gutem Grund als Fälschung bezeichnet werden könnten und die wahre Geschichte von Efas Hof eben weitgehend unbekannt ist, wären nur diese Geschichten, die wahrscheinlich nicht stimmen, weil die Details sich eben nicht, ja, nicht passen. Fälschung Scholem identifizierte in seiner Enzyklopie Die drei Ältesten der Porges Memoiren sogar namenslich, nämlich die Brüder Franziszek und Michael Wolowski aus dem Büro und Andreas Dembowski. Er sei ihm die Redakteure der Slowapanske, also diesen Memoiren und der Schriften von Frank. Wenn Doktors Kritik zutrifft,

beruht Dieses Detail auf einer Fälschung und selbst Scholem wurde dann davon getäuscht. Das fand ich ganz interessant, dass da eben auch die Forschung noch immer wieder neue Sachen hervorbringt und sich da nicht ganz so einig ist und manchmal eben auch Scholem als große Autorität für all diese Themen sichieren kann, wenn es um Detailfragen geht. Und jetzt kommen wir, nachdem der Frankismus offiziell beendet ist, zu einer anderen Lesart des Frank -Christophs, nämlich die politischen Dimensionen. Der Historiker Hillel Levin hat argumentiert Frank sei nicht bloß ein religiöser Nihilist gewesen, sondern politischer Stratege, der über alle religiösen Ideen hinaus die Notlage der polnischen Juden angesichts der Schwäche

mit Monarchie eben adressierte, weil die Einladung nach Osteuropa und der Schutz wurde eben immer von dem polnischen Monarchie in den Aristokraten getragen und jetzt werden sich die Kirchen, Oberschicht und der schwächelnde polnisch -lithauische Staat quasi davon abrücken. Was bleibt den Juden in Osteuropa dann noch? Hier dazu ein Zitat von Jonathan Garb aus A History of Kabbalah. Frank war sicherlich eine der frühen Figuren, die versuchten, eine jüdische Armee aufzustellen, als Teil seiner Aneignung Polens als gelobtes Land, womit er die territorialistischen Bestrebungen des osteuropäischen Judentums im 19. Jahrhundert verwegnahm. Darüber hinaus gewann er die Unterstützung der Habsburger Kaiserin Maria Theresia. Ja, da haben wir jetzt

also die Umdeutung von Frankreich zu einer Art Protozionist. Das fand ich überraschend. Folgt einer Logik natürlich, wenn man die jüdische Identität nicht durch Religion, sondern durch Territorium und Militär sichern will. Wenn man ein gelobtes Land nicht im Jenseits, sondern in Polen sucht, dann steht man eben am Beginn einer säkulären Umdeutung von dieser ganzen messianischen Energie. Garp ordnet den Frankismus allgemeiner ein als Teil der wachsenden Verstrickung von Kabalisten in die sich verschiebenden Machtverhältnisse Europas, die sich um die später napoleonischen Kriege nur noch beschleunigen sollte. Aber damit ist es eben nicht vorbei. Egal wie man Frank deutet und sieht, der Frankismus endet nicht

mit seinem Tod. Und auch nicht mit Evers Tod im Jahr 1816. Er geht auf in der polnischen Gesellschaft. Viele Frankistenfamilien, getauft und gut vernetzt, steigen in den polnischen Adel auf. Die Familien Wolowski, Krausar, Maluchowski und andere tragen frankistische Wurzeln in das polnische Bürgertum des 19. Jahrhunderts. Und es gibt Verbindungslinien, die noch weiter reichen. In Saloniki pflegen die Dönme ihre geheimen Liturgien in Ladino, mit Hymnen an Shabbat Tai Tzvi. In Offenbach zerstreuen sich die letzten Frankisten. In Warschau assimilieren sich andere. Aber die Energie, die Frank freigesetzt hat, seine radikale Ablehnung aller bestehenden Ordnungen, sein Abstieg in den Abgrund als Weg zur Freiheit, der verschwindet

nicht. Schulem wagte da die weitreichendste These. Der sabbatianisch -frankistische Zusammenbruch der traditionellen jüdischen Ordnung habe etwas frei gesetzt, das sich später in vielen Gestalten zeigte. In der Haskala der jüdischen Aufklärung, im Chasidismus, der eine neue unmittelbare Gottesbeziehung versprach, im politischen Zionismus und sogar in einer rebellisch -emanzipativen Haltung gegenüber aller Autorität. Natürlich folgt nicht jeder Scholem in all diesen Linien, aber eines bleibt.

Die Geschichte des Frankismus ist keine Randnote. Sie ist eine der konstitutiven Krisen der jüdischen Moderne. Und sie wirft eine Frage auf, die bis heute nicht beantwortet ist. Was geschieht, wenn der Abstieg in die Dunkelheit nicht zur Erlösung führt, sondern einfach Dunkelheit bleibt? Ja. Und der Frankismus selbst oder Frank mag sterben und die direkte Bewegung nicht mehr in Einfluss haben, langfristig und nicht ihre Ziele in Osteuropa erreichen. Aber die Kaballa lebt weiter und sie verwandelt sich. In den Dörfern Podoliens, der gleichen Religion in der Frank seine ersten Anhänger fand und aus der er ursprünglich stammte, entsteht in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine neue Bewegung. Ein Mann namens Israel Ben Elisher

genannt der Baal Shem Tov, reist von Dorf zu Dorf, heilt, erzählt Geschichten, lehrt eine neue Form von Gottesbeziehung. Keine Gelehrsamkeit ist mehr nötig, keinen Abstieg in den Abgrund wie bei Frank, sondern Freude, Gebet und Gemeinschaft. Die Lurianische Kaballa, die bei Frank im Nihilismus endet, wird beim Baal Shem Tov in etwas ganz anderes verwandelt, nämlich in den Hasidismus.

Darum geht es in der nächsten, wahrscheinlich letzten Folge unserer Reihe zur Kaballa. Zum Abschied wollte ich dich noch mal fragen, was, was glaubst du hat die Leute dazu bewegt, Frank zu folgen? Ich meine, der war offensichtlich auch ein bisschen wahnsinnig und also ist halt eine Selbstdarstellung und also nicht wahnsinnig, aber auf jeden Fall hat er sehr viele Konventionen derzeit über den Haufen geworfen. Ja, wahrscheinlich ist das auch schon der Grund. Ich meine, dass das funktioniert ja bis heute. Dann muss ich nur Figuren wie Trump anschauen. Also, dass das funktioniert ja bis heute wunderbar. Dass solche Leute Anhänger finden. Und vermutlich ist es auch irgendwo der Zeit geschuldet. Wobei, es

gibt immer Leute in Notlagen, in Krisen, auf die solche Leute dann anziehend wirken. Ja, ich glaube tatsächlich, dass diese Gemengelage, der großen Unsicherheit in Osteuropa, dieser großen Frage, wo sollen wir denn hin, was ist denn jetzt der Weg für uns und diese Identitätsfrage, dass er die halt so ein bisschen für gewisse Kreise beantwortet hat wieder. Genau das, wie das Schappen hat er jetzt wieder vorkonnte. Zu sagen, all das Leiden hat einen Grund und ich weiß warum und ich führe euch in das Jammertal wieder heraus.

Und das alles ist, also diese, dass man generell eben alle religionen für gleich falsch hält und sagt wir wissen es wirklich ich war die ganze zeit bei der recherche zu der folge so bisschen hergerissen auf der anderen seite auf der einen seite finde ich ja vor allem diesen bruttonetsianischen ansatz der verfolgt hat sehr sehr schön und irgendwie nachvollziehbar auf der anderen seite die eben ja klar sektiererisch und sektenartig aufgebauten Machtkonstrukte, die er da aufhält. Die Sache mit seiner Tochter, die super weird ist, mit dieser Madonnenverehrung, diese ganze Unterstützung der katholischen Kirche im Kampf und beim Diskreditieren der jüdischen Gemeinden, um sich selber zu retten und zu sagen, wir machen uns jetzt ein schönes

Leben und werfen die anderen aber vor den Bus, indem wir sagen, naja, dieses ganze, alle Vorurteile gegen Christliches Kinderblut trinkende Juden sind absolut gerechtfertigt. Er und seine Anhänger konnten dann schönen Hofstart spielen, aber am Ende hat es für sehr viele Leute sehr langfristig schreckliche Konsequenzen gehabt. Und dadurch, dass er immer noch in YouTube -Kommentaren, wenn es um diese Ritualmod -Legende geht, immer noch angeführt hat, zeigt er, wie lange das nachwirkt.

Ja. Also Jahrhunderte später wird sich da auch Frank und den Frankismus bezogen. Und die Frankisten wären eben auch gern von unseren klassischen rechten Denkern dann, wenn sie über Kabbala reden, dann sagen die, ja und Frank, da sieht man ja wo das hinführt mit dieser jüdischen Kabbala und dass man quasi das alle unterwandert und dass die die Welt zerstören wollen und alles muss schlecht werden und alles muss ins tiefe Unglück gestürzt werden, damit es besser werden kann und das ist quasi das wirkliche Ziel der geheimen Weltverschwörung der Kabbala, weil die wollen, weißt du? Das passt natürlich super zu jeder Verschwörungstheorie, wenn man Frankismus danach irgendwie mit reinzieht. Und das irgendwie

als die große Begründung und den großen Hintergrund. Warum ist die Welt schlecht? Weil die Eliten Frankisten sind und wollen, dass die Welt schlecht ist. Weißt du? Das ist so eine Art von Unterströmung, die es da bei manchen Leuten gibt und die ich tatsächlich schon sowohl auf Twitter als auch auf YouTube gesehen und gehört und gelesen habe.

Und deswegen ist es wichtig, ein bisschen eine Hintergründe zu kennen, wenn es nicht nur um Kaballa allgemein geht, sondern eben auch speziell dann um solche Figuren wie die Frankisten. Shabbat El Zvi ist wahrscheinlich der Grund, warum gesagt wird, man darf Kaballa erst ab 30 oder später ab 40 studieren, sonst wird man wahnsinnig. Und Jakob Frank hat auf jeden Fall alle Ängste und Sorgen der osteuropäischen Juden, wenn es um Assimilation ging, auch bestätigt. Wenn du jetzt nicht Teil der Bewegung warst, wir haben es natürlich jetzt sehr aus dieser Linse der Perspektive der Bewegung betrachtet, aber wenn du von außen als, keine Ahnung, Jude im Warschau zu der Zeit gelebt hast und das mitbekommst, was da die ganze Zeit

passiert, ist das ja Worst Case Szenario, weißt du. Da kommentieren Leute aus deiner Gemeinde und versuchen dir danach alles in die Schuhe zu schieben, was man sich schlecht vorstellen kann. Ja und so ähnlich ist es auch mit dieser Deutung, dass es so eine Art... Protozionismus gewesen sei, natürlich reagiert er auf die gleiche ursprüngliche Krise, auf die der Zionismus dann auch reagiert. Und seine Lösung ist auf eine Art und Weise insofern protozionistisch, er sagt, wir brauchen ein anderes Bild, wir brauchen nicht diese Gelehrten, wir brauchen Leute mit Waffen in der Hand, die sie verteidigen können, wir brauchen irgendwas. Gleichzeitig simuliert er ja auch die Juden, die dann keine Waffen tragen

durften in der Öffentlichkeit und dann konvertiert man zum Christentum und dann kann man jetzt endlich mit Waffen spielen, richtig. Und jetzt kann man endlich all diese Dinge tun, die vorher verboten waren. Da geht es um Männlichkeit, da geht es um die Frage, war was? Und er hat sich eben als diesen ungebildeten, ungehobelten Macher immer dargestellt. Und gesagt, so wie die im Alten Testament, die brosezeitlichen Vorväter eben auch Macher waren, die nicht lesen konnten, so bin ich auch ein Macher, der keine Ausbildung fertig machen muss. hat dann zu einer eigentlich relativ interessanten Ideologie geführt, finde ich, die halt unter, ja, die unter diesem ganzen, in diesem ganzen Druck stattfindet von allen

Seiten. Wo soll man hin? Und seine Lösung ist eben zu sagen, wir konvertieren zum Katholizismus. Weil der Katholizismus auch nicht das Ende ist, sondern nur ein Schritt zur wahren Göttin, die uns dann offenbar wird. Hier ist übrigens meine Tochter. Ja, ja, so viel dazu. Wenn ihr was wir hier machen unterhaltsam... oder unterstützenswert findet, dann teilt das bitte mit allen Leuten, die sich dafür interessieren könnten, die ihr kennt. Und ihr könnt uns gerne auch auf patreon .com alle Zeit der Welt oder auf YouTube in der Premium -Mitgliedschaft unterstützen. Da gibt es die ganzen Sachen auch alle immer ein paar Tage früher und werbefrei und ab und zu poste ich auch andere Sachen. Neulich haben wir Bilder

zum Beispiel von einer Hörerin bekommen, die in Sizilien war und die sich die Telemar, das Kloster der Telemar von Crowley angeschaut hat und da fotografiert hat und uns aktuelle Bilder geliefert hat, die es im Internet nicht gab, wie es denn da aussah, wie denn die antiken Tempel um die Ecke schön aussahen, wo Crowley -Genden gelaufen ist. Wenn ihr sowas habt aus euren Urlauben oder spannende Bilder, die zu unseren Themen passen, schickt uns die gerne. Ich poste die dann auf den Kanal. Und wenn ihr euch da eine Liste eintragen wollt von unseren Unterstützern, könnt ihr das auch tun, wenn ihr vorgelesen, wie jetzt zum Beispiel. Vielen lieben Dank an alle, die uns da unterstützen. Vielen Dank an

Fanny Dietrich, Freya Stuart, Onkel Didi, Katharina, Fernando, Brigitte. Petrusilius Zwackelmann, der Cooler der Herr Fischer vom Ardennes -Gymnasium, Sylvie, Die Schmaus, Tamaror, Hermi Grobi, Sinetri Clef, Mutis Moppel, Der Maddin, Spinoza369 und Panotti Skiapodus. Vielen lieben Dank, kommt da gerne dazu, wir freuen uns sehr. Und ansonsten geht's nächste Woche weiter. Mit unserem wahrscheinlich erst mal letzten Teil zu Kaballa. Dann planen wir Dinge zu... Ufos folgen, also nicht Dinge, sondern folgen zum UFO Phänomen mit Experten gekommen. Ich habe noch die Nation of Islam hier auf dem Zettel stehen, für was wir demnächst mal aufnehmen müssen nach der Kaballerei und anderen tollen Sachen, auf die ihr freuen könnt.

Der historische Jesus muss jetzt irgendwann mal auch noch kommen dieses Jahr. Es sind viele Dinge, die noch aufzunehmen sind. Keine Sorge, es endet uns nicht. Ja. Hast du noch ein Schlusswort für die Folge, Jonas? Auf ins Tohuwabuhu, würde ich sagen. Auf ins Tohuwabuhu. Bis nächstes Mal. Macht's gut. Ciao, ciao.

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