Alle Zeit der Welt· Staffel 1· Folge 138

Hokuspokus? Abrakadabra! Die Geschichte eines Zauberwortes

Freitag, 16. Januar 2026 · 1 h 09

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Shownotes

Wenn Magier ihre Tricks vorführen, rufen sie Worte, die jedes Kind kennt: Abrakadabra, Simsalabim, Hokuspokus. Aber woher kommen diese seltsamen Formeln eigentlich? In dieser Folge reisen wir zurück zu antiken Amuletten, mittelalterlichen Quacksalbern und fahrenden Gauklern. Wir fragen: Waren diese Worte jemals echte Magie – oder immer schon Show? Eine Spurensuche zwischen Aberglauben, Sprachgeschichte und Bühnenkunst.
#abrakadabra #hokuspokus #geschichte
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Quellen & Literatur:
• nationalgeographic.com/premium/article/abracad…
• blogs.lib.umich.edu/beyond-reading-room/abraca…
• medievalists.net/2025/03/abracadabra-magical-m…
• jewishencyclopedia.com/articles/633-abraxas
• mysteryarts.blogspot.com/2010/01/sim-sala-bim.…
• romanmagic.wordpress.com/2018/11/30/testing-ab…

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Alle Zeit der Welt und willkommen im neuen Jahr 2026. Hallihallo, willkommen im Jahr des Pferdes. Oh, willkommen im Jahr des Pferdes. Also für alle, die sich das später anhören, wir nehmen heute am 1 .1 .2026 auf und sind deswegen, ich weiß nicht, Jonas, leicht verkatert hier bei der Aufnahme mittags am ersten Neujahrstag?

Nein, nein. Ich hatte einen alkoholfreien Dezember und hab das auch knallhart durchgezogen. Good for you. Good for you. Ja, wir haben leider Videobeweis auf dem Patreon hochgeladen, wo ich Bier trinke beim Reaction -Video mit live. Das heißt, ich kann das nicht behaupten, dass ich im Dezember nichts getrunken habe. Das wäre auch eine Lüge.

Was sind deine guten Vorsätze für das neue Jahr, Jonas? Hab ich mir mal keine gemacht, ehrlich gesagt. Letztes Jahr habe ich mir vorgenommen, nichts zu trinken und habe es dann direkt verkackt, natürlich. Deswegen lasse ich das jetzt mal dieses Jahr. Das haben Vorsätze so an sich, dass die sich wie so griechische Orakelsprüche ganz schnell ins Gegenteil verkehren von dem, was man eigentlich geplant hatte. Das ist die Gefahr dabei. Ich hatte mir auch überlegt, mein Vorsatz war eigentlich weniger Wahnsinn. Und dann ist mir eingefallen, was mit Don Quixote passiert ist, nachdem er nicht mehr wahnsinnig war und keine Riesen in den Windmühlen mehr gesehen hat. Da ist er nämlich gestorben. Na ja, also her mit dem Wahnsinn.

Ist gut, dass wir den Podcast weitermachen. Genau, damit ich YouTube -Kommentare weiterhin bekomme, die mich hier leicht in den Wahnsinn treiben. Also wir bekommen auch sehr viele liebe Kommentare. Und es gibt den einen, der sich durch einen Folgenkatalog durcharbeitet seit Kürzeren und immer, wenn ich Worte falsch ausspreche oder falsch benutze, einen längeren Absatz darüber schreibt. inwieweit das meine Kredibilität natürlich komplett in Frage stellt, dass der Host nicht der deutschen Sprache mächtig ist. Liebe Grüße gehen raus.

Ich freue mich schon immer auf die nächste sehr ausführliche Ausarbeitung meiner Filen. Ist aber immer korrekt. Also bis jetzt waren alle Klarstellungen richtig und korrekt. Und ich benutze seit zweieinhalb Jahren Worte falsch in diesem Podcast. Ich hoffe es gibt eine leichte Tendenz der Besserung, wobei ich bei manchen schweren Fällen schon auch bemerke, dass ich mich kaum bessere. Heute geht es um magische Wörter. Ich dachte zum Jahreseinstieg, ich habe es letztes Jahr in einer Folge schon angekündigt, das Skript lag jetzt einige Zeit in der Schublade und jetzt ist es Zeit, dass wir gemeinsam über magische Wörter reden und die Geschichte eines Zauberwortes uns angucken heute, nämlich Abracadabra. Simsalabim. Kein

anderes. Simsalabim später auch noch. Aber genau, wir konzentrieren uns vor allem auf Abracadabra. Das war der Aufhänger für meine Recherche, die mich in ein neues Rabbit -Hole der magischen Wörter mit hinabgenommen hat, weil Abracadabra begegnet uns im Alltag ja die ganze Zeit in der Sprache. Sowas hat was Zirkusartiges, was Bühnenmagieartiges.

Das begegnet uns die ganze Zeit in Kinderbüchern. Und sobald das Wort erklingt, wissen wir, jetzt geht es um Magie. Oder um Pokémon. Aber ja, auch selbst in die Pokémon hat es Abra Kadakba geschafft. Das ist ein sehr guter Hinweis. Hinter diesem vermeintlichen Nonsenswort verbirgt sich eine ganz erstaunliche Kulturgeschichte, die mindestens 2000 Jahre zurück reicht. Und wir schauen uns heute diese lange Geschichte des Wortes Aprakadapra an. Wir versuchen uns zu überlegen, welche der Hypothesen, die aktuell so auf dem Markt sind, zum Ursprung wohl am glaubwürdigsten sind. Und dann kann sich am Ende jeder von euch selbst sein Bild bilden. Wir werden einige Figuren wieder treffen, die wir aus dem Podcast kennen, unter

anderem Crowley und andere bekannte Gestalten. Ich hoffe auch, dass es ein bisschen eine Vorbereitungsfolge wird für die Reihe zur Kaballa, die im Jahr 2026 jetzt kommen soll und die in der Vorbereitung ist. Und rückwirkend ist mir aufgefallen, dass das eine ganz gute Brücke schlägt in unserem größeren Magiezyklus im Augenblick, den wir im Podcast machen. Von magischen Wörtern hin zur Kaballa später. Jonas? Hast du irgendwelche Fragen, bevor wir einsteigen oder sollen wir uns direkt in die Antike begeben? Rein in die Antike, würde ich sagen. Wunderbar. Die früheste Erwähnung, die wir belegt haben, stammt aus der römischen Kaiserzeit, aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus. Da schrieb der römische Gelehrte und

Arzt Quintus Serenus Simonicus ein medizinisches Lehrgedicht namens Lieber Medicinalis. lieber medikinal ist wahrscheinlich. Buch der Heilmittel. Und darin empfahle er eine ungewöhnliche Methode gegen hartnäckiges Fieber, also tertiares Fieber. Das wird oft so gedeutet, dass es da eben um Malaria geht, weil bei Malaria hast du ja auch diese wiederkehrenden Fieberschübe. Serenus instruiert den Leser, das Wort Apraka Dabra in absteigender Buchstabenfolge aufzuschreiben und als Amulett um den Hals zu tragen. Im Original, ich habe jetzt hier eine Übersetzung auf Deutsch gefunden.

Viel tödlicher ist das, was im griechischen Gemeinhin als Symmetriteion bezeichnet wird. Niemand konnte dies in unserer Sprache ausdrücken, glaube ich. Und auch die Eltern wünschten sich das nicht. Schreibe das Wort Abrakadabra auf ein Blatt Papyrus. Wiederhole es darunter noch öfter. Lass aber den letzten Buchstaben weg. sodass immer mehr einzelne Buchstaben aus den Zeilen fehlen. Die Elemente, die du entfernst, die du ständig wegreißt, während du die anderen aufschreibst, bis ein einzelner Buchstabe als das schmale Ende eines Kegels wiedergegeben wird. Denke daran, dies mit einem Leinenfaden am Hals zu befestigen.

Ja, das ist doch mal eine eindeutige Anleitung. Du weißt, was du zu tun hättest, wenn du jetzt das Fieber heilen willst. Ich werde auf YouTube auf jeden Fall im Video hier eine visuelle Darstellung einblenden. An sich ist das ganze aber einfach ein Postabendreieck. Das coole ist, dass wir in der linken Zeile, also in der Hypotenuse ist das glaube ich, also von so einem gleichschenkligen Dreieck, von so einem Quadrat, jetzt kommt mein Mathematikunwissen raus. Ich habe es jetzt als Dreieck gesehen und du hast quasi die eine Ecke mit 90 Grad. Und die gegenüberliegende Seite, das ist die Hypotenuse, da stehen quasi nur As eine Reihe lang. Und du kannst rückwärts das Wort Abracadabra von unten nach oben auf der

anderen Linie lesen. Also du hast quasi zwei Linien außenrum, das Dreieck, die Abracadabra lesbar sind. Also von links nach rechts, von unten nach oben. Und dann hast du eine Linie nur As. Ganz schön. Serenus Simonicus glaubte, dass die Krankheit ebenso verschwinden würde, wie das aufgeschriebene Wort allmählich verschwindet.

Wie aus dem Apakarapram entweder ein A wird und dann nichts mehr ist. Und das ist eine sogenannte apropäische Formel, eine unheilabwehrende Formel. Die Idee, die da mit dahinter steckt, ist, dass das Fieber von einem bösen Geist oder Dämon ausgelöst wird und man mit dieser mit diesem Wort und mit dieser Praxis, dieser magischen Beschwörung auf der Art und Weise den vertreiben könne. Dadurch konnte man das quasi mündlich aussprechen und dieses Amulett ist quasi die verdinglichte Form dieser Rezitation. Und dabei ist unklar, ob Serenus das Wort abracadabra jetzt selber erfand oder ob er bereits auf eine existierende, also ob er eine bereits existierende magische Praxis schriftlich festhielt, dass quasi das alles schon

so gemacht haben in Fieberfällen und er nur der älteste oder älteste Zeugnis davon ist, dass es jemand aufschreibt. Oder ob das von ihm geschaffen wurde, das wissen wir nicht genau. Aber es gibt Anzeichen, dass solche Formeln in der Spätantike eben sehr allgemein kursierten. vielleicht nicht zwingend die Abrakadabra, aber dass eben diese Methode in der Antike sehr weit verbreitet war.

Es gibt diese griechischen magischen Papyri aus dem dritten Jahrhundert, die in Ägypten gefunden wurden, wo auch eine Fieberbeschwörung in Dreiecksform mit einem gestaffelten Wort zu finden ist. Anderes Wort aber, später dazu mehr. Und es gibt ein koptisches Zauberbuch aus dem 16. Jahrhundert, das eine analoge Technik zeigt, nämlich zwei Reihen von Buchstaben, die in Absteigen und Reichen angeordnet wurden, wobei in jeder Zeit der erste und der letzte Buchstabe wegfallen. Also nochmal eine bisschen andere Methode, da fällt entweder nur ein Buchstabe weg oder beide, aber wir haben auf jeden Fall andere Schriftzeugnisse von dieser Kulturpraxis, damit zu heilen. Das ist eine spannende Idee. Oder? Ja. Also, auch diese Idee, dass quasi

die Krankheit verschwindet, wie das Wort verschwindet, diese Analogie, die da aufgemacht wird. Ja, genau. Also, es ist dadurch, dass wir Dinge benennen, aussprechen, existieren sie. Und das ist so, wir machen das rückgängig. Genau, es wird quasi gelöscht. Es ist fast, als würde es den Code der Realität in so einer Art Protoprogrammierung zurück schreiben. Und das haben ganz viele dieser Amulette an sich. Das ist so ein bisschen wie ... wie ein Cheat Code für die Matrix wirkt.

Also diese Idee, ich kann damit die materielle Welt um mich eben auch formen, weil Worte Macht haben und weil die Rezitation von Worten Macht hat. Und in diese Gedankenwelt fällt auf jeden Fall die Ursprung des Wortes Aprakatapka als echtes Magiewort damals, als echtes Heilwort. Im Mittelalter verschwand Abrakadabra keineswegs.

Also das Ganze wurde weiter fortgeführt, auch weil diese römischen Schriften einen großen Einfluss auf spätere Rezepte und das spätere Heilgewerbe hatten. Da wurde ja weiterhin auf diese antike Tradition sich gerufen und viele medizinische und magische Companien des Mittelalters übernahmen das Rezept von Serenus Simonicus oft nahezu wörtlich.

Man findet zum Beispiel in einer anonymen Sammlung Lieber Magistri aus dem 13. Jahrhundert folgenden Hinweis. Du musst das nicht auf Latein vorlesen, du kannst auch direkt nur die deutsche Übersetzung vorlesen. Ja, ich hatte mich schon gefreut. Schreibe das Wort Abracadabra in Dreiecksform auf und hänge es dem Kranken um den Hals. Dann wird das Fieber weichen. Ja, und solche schriftlichen Rezepte weisen eben darauf hin, dass dieses Abracadabra Amulett bis in die hoch - und spätmittelalterliche Zeit als Hainmittel gegen Fieber und andere Krankheiten galt. Es gibt auch einen sehr spannenden archäologischen Fund aus Norwich in England. Dort wurde ein Bleiamulett aus dem 14. Jahrhundert ausgegraben, in das ein

Aprakadabra -Dreieck eingeritzt war und das auch ein Loch zum Aufhängen besitzt, dass es so als Amulett getragen werden kann. Und die meisten Aprakadabra -Amulette sind uns natürlich verloren gegangen, weil sie auf Papyrus geschrieben wurden und dann um den Hals gehangen wurden. Das war jetzt Die Idee war da wahrscheinlich auch, dass das Papier und der Papyrus auch mit verfällt und genauso vergänglich nochmal ist wie das Aprakadapra und die Krankheit. Aber hier funktioniert das Ganze auch, wenn man es auf Blei schreibt und das ist wahrscheinlich die Methode, wenn man sein Aprakadapradreieck länger als eine Woche am Hals tragen wollte, dann ist die Blei gegossene Variante, die wir hier im Mittelalter in Norwegen

finden, auf jeden Fall wettertauglicher, auch für das englische Wetter. Stell dir mal vor, es regnet die ganze Zeit in England und dein Apakadabra -Ammulett muss alle zwei Tage neu gemacht werden, weil es dir versifft am Hals hängt. Nur weil dieses Rezept fürs Mittelalter entworfen wurde, muss man sich auch ein bisschen an die Gegebenheiten vor Ort, an die Lokalen anpassen. Und hier sehen wir eigentlich so ein Stück alltägliche magische Kultur im späten Mittelalter.

Genau wie wir das auch davor in der Antike gesehen haben, wo eben der Arzt eigentlich diesen quasi magischen aus unserer Perspektive diese magische Methode im Endeffekt als Heilmittel verkauft. Tatsächlich griebt aber diese Praxis zunehmend in Konflikt mit der christlichen Kirchenlehre. Aus Sicht der Kirche handelt es sich dabei um abergläubische Praktiken, die das Vertrauen in Gottes Vorsehung untergruben, weil wenn Gott allmächtig ist, dann können diese Amulette ja eigentlich nicht wirken. Welcher allmächtige Gott lässt sich denn in seiner Omnipotenz von einem Amulett mit Text irgendwie das Schicksal ändern oder sich davon überzeugen, dass man den Einzelnen irgendwie verschont oder anders behandelt,

im Fall von Fieber oder Krankheit. Diese Amulette waren eigentlich außerhalb des zulässigen Bereiches. Also du konntest natürlich Amulette haben, aber jetzt vielleicht eher die von einem Heiligen oder von dem Pilgerort zum Beispiel, als die eines antiken Arztes. Ja, dann doch lieber zur heiligen Vorhaut pilgern, sodass sie um den Hals hängt. Zu einer der verschiedenen heiligen Vorhäute.

Wir haben ja in unserer Reliquien -Folge behandelt, dass es mindestens drei gab, glaube ich, die gleichzeitig in Europa ausgestellt wurden. Ich erinnere an die lange Vorhaut Jesu. Spannend ist, dass während den Pest -Epidemien im 14. Jahrhundert diese Abracadabra -Zetteln massenhaft genutzt wurden, weil man damit eben hoffte, die Pest zum Verschwinden zu bringen. Und die Amulette half natürlich nicht gegen die Krankheit. Wir haben in der Folge über die Henker ein anderes früh neuzeitliches Rezept gegen die Pest gesehen, wo man eine Kröte zur richtigen Tageszeit ins Wasser halten musste für eine gewisse Zeit und dann irgendwas mit der Kröte auf der Wunde machen musste. Wahrscheinlich war dieser Aprakadapra

Zettel ähnlich effektiv wie die Kröte auf der Pestbeule, aber sie spendeten den Trägern zum mindestens psychologischen Halt in einer sehr hoffnungslosen Lage. Und es war wenigstens in dem Fall das Gefühl, man könnte etwas tun und war nicht nur komplett ausgeliefert dieser Macht der Natur, der Seuche. Im 14. Jahrhundert gibt es auch den Versuch, den Apakadapradspruch oder die Amulette in den Zusammenhang mit Heresi zu bringen. dass es da um etwas Gnostisches gehen würde, dass da die Katara irgendwie mit drin hängen würden. Aber das ist sehr konstruiert damals schon. Wir werden nachher kurz darüber reden, was es mit der Apraxas -Hypothese auf sich hat. Aber ich wollte das nur am Rande erwähnen,

dass quasi dieser Zerdunskreis der Heresie dem Wort anfängt anzuhaften. Der Ruf, dass Apraxas da aber irgendwas Dämonisches oder wenigstens was Verdächtiges an sich hat, verfestigt sich. Und dennoch bleibt der Gebrauch in der magischen Hausapotheke als Schutzwort gegen Übel aller Art erhalten. Wir haben auch schon in unseren Folgen zur Hexenverfolgung darüber geredet, dass die kirchliche Doktrin nicht in der Lage war, bis in die Haushalte zu penetrieren und die Überzeugung der Menschen, die teilweise doch im Alltag relativ weit weg waren von dem, wie sich das vielleicht die Kirchenkonzile gewünscht haben, zu diktieren.

Also da hat einfach auch die Möglichkeit der Einflussnahme gefehlt. Diese Staatlichkeit und auch die Kirche, die am ehesten noch ein sehr gutes, organisiertes Netzwerk hatte, hatte trotzdem eigentlich nicht die Möglichkeit, das weitgehend zu dominieren. Also da ging es dann eben mehr um die Hexenverfolgung und dass die Hexenverfolgung eben nicht von der Kirche orchestriert wurden in erster Linie, sondern auf lokale Initiativen dann im deutschsprachigen Raum größtenteils irgendwie zurückging. Also was die Opferzahlen angeht und was den deutschsprachigen Raum von anderen Bereichen teilweise unterscheidet von anderen Sprachräumen, wo das anders gehandhabt wurde und man eben einige Hexen besessene Herrscher hatte, die das dann

durchgesetzt haben, aber weniger die Idee, dass der Vatikan weltweit Hexen gejagt hat. In der Renaissance und der frühen Neuzeit setzt sich dann die ambivalente Haltung gegen Abrakadabra fort. Einerseits findet man das Wort weiterhin in seriösen, medizinischen oder esoterischen Handschriften. Andererseits begann man es als Kuriosum zu betrachten. Ein Beispiel für die weiter fordernde Heilanwendung. Es gibt aus dem 16. Jahrhundert ein jüdisches Manuskript aus Italien, das eine Anleitung zur Fieberabwehr mittels des Abrakadabra Amulets noch enthält.

Und selbst während der großen Londoner Pest von 1665 griff man noch darauf zurück. Der englische Schriftsteller Daniel Defoe berichtet retrospectiv in A Journal of the Plague Year von 1722 über 1665, dass manche Leute meinten, die Pest sei wie eine Besessenheit durch einen bösen Geist. Und man könne sie mit Kreuzen, Tierkreiszeichen, zusammengebundenen Zetteln und bestimmten Wörtern oder Figuren abwehren, insbesondere mit dem Wort Abracadabra in Form eines Dreiecks oder einer Pyramide geschrieben. Da sehen wir, wie das verbreitet, diese Idee dann eben wieder wurde. Sobald du eine Pestepidemie hast, greift man auf die alten Mittel zurück, wenn nichts anderes funktioniert und auch keiner richtig weiß, was man machen

soll. Gleichzeitig vollzog sie sich dann Verlauf des 17. und 18. Jahrhunderts auf einen Bedeutungswandel. Aprakadabra wurde zunehmend zum Synonym für jeglichen Zauberspruch und mehr und mehr auch für sinnloses Gerede und leere Worthülsen auf eine Art. Rationalistisch eingestellte Autoren der Aufklärung verspotteten derartige Formeln als Unsinn und so wurde Aprakadabra im Sprachgebrauch zum Inbegriff einer unverständlichen Beschwörungsformel oft in einem Atemzug genannt mit Hokus Pokus. So, diese Vorstellung. Hokus Pokus, übrigens, leitet sich wahrscheinlich von der verballhornten katholischen Messformel hok est corpus meum. Das ist mein Körper. Herr. Ist quasi so verballhornt es. Latein, was die Leute,

die in die Kirche gegangen sind, nicht verstanden haben. Und dann wurde so ein Hokuspokus darauf. Das hat einen ganz klarkatholischen Bezug. Und ja, ein Hokuspokus diente auch schon selbst früherzeitlichen Kritikern magische Praktiken oder die Idee, dass beim Abendmahl die Oblade tatsächlich zum Fleisch Christi wird. Damit wurde das eben eingegriffen.

Im englischen Sprachraum taucht Abracadabra in der Literatur des 18. Jahrhunderts immer wieder auch schon als Beispiel für nicht sagende Zaubersprüche auf. Und um 1800 wechselt das Wort dann endgültig die Sphäre vom ernsten Aberglauben hin zur bühnentauglichen Gauglersprache. Im frühen 19. Jahrhundert erscheint das Wort in Theaterstücken und Schaustellerberichten als das Klischee -Zauberwort, das Magier beim entscheidenden Trick ausrufen. Ich habe nachher noch ein paar andere Beispiele, was als Konkurrenzwörter in Frankreich und Deutschland noch unterwegs waren für Zauberer zu der Zeit. Ein konkretes Zeugnis dafür ist um 1810 ein Wod -Wil -Stück des londoner Bühnenautos William Thomas Moncrief

in dem Abrakadabraj explizit als Zauberformel eines Magiers vorkommt und das Publikum hatte in Damals das anscheinend schon abgespeicherte Verbindung war bereits klar. Wenn der Gaukler ab Gadapher ruft, geschieht scheinbar ein Wunder. Es wird gezaubert. Und damit war die Transformation vom geheimnisvollen Beschwörungswort der Esoterik in Bestfällen hin zum sprachlichen Requisit der Zauberkünste abgeschlossen. Ab da haben wir eigentlich die Form, die uns aus der Pop -Literatur am ehesten noch bekannt ist. Und im 19. Jahrhundert hat sich das dann natürlich so weitergeführt. Abracadabra wurde ein internationaler Bühnenbegriff, den vor allem dann die auch sehr populär werdenden Zauberkünstler im 19. Jahrhundert den gesamten

westlichen Kulturraum auf Jahrmärkten in Varietés, in Wanderzirkusen verbreitet haben. Zunehmend dann eben auch im Film. Im Deutschen bürgert sich im späten 19. Jahrhundert die Schreibweise dann Abracadabra mit K ein, aber auch Abracadabra mit den Cs, wie sie original im der römischen Formel, der Fall war, bleibt erhalten. Und beide Varianten sind heute quasi korrekt, korrektes Deutsch. Und gleichzeitig findet ab 1900 eine ganz spannende Wiederaufladung des Begriffes statt. Nämlich in den uns bekannten Okultenkreisen und vor allem von unserem alten Bekannten, dem britischen Magier und Okultisten Alistair Crowley.

Erinnert euch an unsere fünf Folgen letztes Jahr über Crowley. Wenn ihr die noch nicht gehört habt, hört da gerne mal rein. Und der hat als Gründer seiner ritualmagischen Telemareligion das Wort in modifizierter Form übernommen. In seinem großen, in Cairo eingegebenen Werk des Liber Al -Wellegis, also des Buchs des Gesetzes, proklamierte Crowley 1904. Abrahadabra, also Abrakadabra mit H statt K, als eine Schlüsselformel für das von ihm neu ausgerufene Äon, die neue Zeit, die jetzt anbricht mit dieser neuen Religion.

Crowley selber schreibt, dass die Änderung der Schreibweise kabalistische Gründe gehabt hätte, in der Gematrie, also dieser Zahlenmystik die ja gern mit der Kaballa auch in Verbindung gebracht wird, dieser Idee, dass jeder Buchstabe des Alphabets einen Wert hat, einen Zahlenwert, der zugeordnet wird und dann kann man durch die Kombination der Zahlen, neue Zahlen erstellen. Also was zum Beispiel in der Offenbarung des Johannes mit dem Beast 666 passiert, von dem Crowley auch ein großer Fan war, wo dann eben gesagt wird, das ist eigentlich G -Matri, das ist eigentlich er zahlen mystik die kaiser nero sagen soll kaiser mit k und weil man den namen des kaisers nicht verunglümpfen konnte aus in gefängnis post musste

er das so verpacken als geheimsprache damit nur die eingeweihten das entziffern können und das ist eben gematrie sehr beliebt bei leuten mit psychose zahlen mystiker Menschen mit Psychosen. Weil es einem halt geben muss. Du kannst es eben dann in allem Bedeutung finden. Anstatt den Sinn hinter dem Text, die aus irgendwie deduzieren zu müssen, kannst du damit harte Fakten schaffen und berechnest es und hast danach den Beweis dafür, dass das ja so. Weißt du? Also zur Untermauerung von Thesen ist natürlich Geometrie großartig, weil du es dir jetzt zurechtrechnen kannst. Und das soll endgültige Satzzahlen haben, diesen diesen Faktor Sicherheit, den eine Interpretation einem nicht zu geben kann. Crowley war eben auch

großer Fan der Gematrie und behauptet, die die Änderung habe, diese kabalistischen Gründe, in der von ihm adaptierten Vorstellung von Kabbalah ergebe eben Abrahadabra die Zahl 418, die für ihn sehr symbolträchtig war und er nannte Abrahadabra deswegen auch den Namen des vollendeten Wortes des Zeitalters. Damit wurde Abrah Kadabra oder Abrahadabra sogar Teil einer modernen magisch religiösen Bewegung, die den Begriff wieder mit religiöser Bedeutung aufgeladen hat. Nachdem eigentlich der Prozess die letzten 200 Jahre davor war, dass es von dieser Bedeutung abgefallen ist und immer so verstanden wurde. Wahrscheinlich hat Crowley das auch ganz gezielt gemacht, dass er das bekannteste Zauberwort genommen hat. Das

am weitesten verbreitete Bühnenzauberwort, um das in abgeänderter Form natürlich aber zu einem zu einer Kernidee seiner magischen Lehre zu machen. So ein bisschen als Anknüpfpunkt. Das versteht jeder. Das bedeutet Abrakadabra eigentlich wirklich. Ihr schreibt das nur alle falsch. Ich habe die Erkenntnis gekommen, dass es Abrahadabra heißt statt Abrakadabra. Jetzt haben wir grob geklärt, wo das Wort herkommt und uns die Geschichte angeschaut.

Aber die Frage, wo es denn jetzt wirklich herkommt ursprünglich, also was hat es denn? Was gibt es denn für Hypothesen zum eigentlichen Wortursprung der Etymologie hinter dem Rezept von Summonicus? Und dazu gibt es seit Jahrhunderten viele Spekulationen. Bis heute gibt es keine endgültige gesicherte Etymologie und eindeutige Lösung, soviel sei schon mal vorweggesagt, was sicherlich dem geheimnisvollen Ruf des Wortes nicht geschadet hat. Definitiv nicht. Und ich wollte jetzt, dass wir uns die Theorien einmal in Kurzform anschauen. Ich würde dich bitten, immer eine Hypothese vorzulesen, dann können wir kurz drüber reden und dann die nächste machen. Weil all diese Theorien begegnen einen, wenn man online danach sucht. Und keine

muss die richtige sein. Dann fangen wir an mit der Aramelschen Hypothese. Ich erschaffe, während ich spreche. Das ist eine der populärsten Deutungen, führt Afrakadabra auf einen aramelischen Satz zurück. Häufig zitiert wird Afrakadabra, was übersetzt etwa Ich werde erschaffen, wie ich spreche bedeutet. Alternativ wird auch Abhadakadabra genannt, aramelisch für verschwinde, wie dieses Wort. Beide Deutungen betonen das performative Moment. Das Aussprechen soll die Wirklichkeit formen. Das Wort erschafft oder zerstört etwas, indem es ausgesprochen wird. In dieser Linie liegt auch J .K. Rowling's Hinweis, sie habe den Todesflug Avada Kedavra in Harry Potter bewusst an ein Aramelsch angelehntes, lass das Ding zerstört

sein, äh, angelehnt. Tatsächlich klingt Avada Kedavra wie eine dunkle Spiegelung von Abracadabra. Die Aramelsch Die aramellische Hypothese passt gut zur Anwendung. Irgendwie stimmt der Satz nicht. Ja, der Satz, da hab ich auf der Tastatur eingeschlafen anscheinend, nach zum 12. Was ich damit sagen wollte, ist, dass natürlich das gut zur Anwendung passt, weil damit die Vorstellung, dass sowohl im Inhalt als auch der Form als auch in der Krankheit es darum geht, dass etwas zum Verschwinden gebracht wird. Also das Wort verschwindet zunehmend, die Krankheit soll zunehmend verschwinden und auf Aramäisch wäre dann einfach der Ausdruck.

Also ich finde tatsächlich, dass Abhata Kedabra die zweite verschwinde, wie dieses Wort. Das ist schon passend, ne? Sehr schön und sehr schön passend. Auch wenn man sagen muss, ja, es ist gar nicht so weit weg in der Vorballhornung Abhata Kedabra zu Abhrakadabra. Aber es gibt noch weitere Hypothesen. Ja, die Hybräische Hypothese. Der Segen hat gesprochen. Einige Autoren suchten die Wurzeln im Hybräischen. So schlug etwa der Historiker Don Scammer vor. Abrakadabra... Skimmer.

Sorry. Skimmer. Don Skimmer vor. Abrakadabra könnte von Habrakadabra abstammen. Was die Segnung hat gesprochen oder der Segen ist das Wort bedeuten würde. Diese Deutung zielt darauf ab, dass es sich um einen göttlichen Segensnamen handeln könnte. Also ein Wort, das Kraft hat, weil es den Segen Gottes in sich trägt. Im Mittelalter kursierte zudem die Auffassung, Abrakadabra sei eigentlich aus drei hebräischen Wörtern zusammengesetzt.

Ab, Vater, Ben. Sohn Ruach HaKodesh, Heiliger Geist. Diese Lesart deutet Abrakadabra als ein verklausuliertes christliches Glaubensbekenntnis, analog zum Missverständnis um Hokus Pokus, ist aber lingoistisch wenig überzeugend. Nichts desto weniger zeigt sie, dass Menschen versuchten, in dem rätselhaften Wort bekannte, heilige Begriffe zu erkennen. Ja, ist auch eine Hypothese, sag ich jetzt mal. Wenn man kein Experte für die Sprachen ist, wie wir es bald nicht sind, ist es natürlich auch schwer zu sagen, was jetzt wahrscheinlicher ist. Aber wie gesagt, die aramäische Hypothese wirkt für mich glaubwürdiger, wie die Abben -Ruach -Hakodesch vor Ballhornung, weil das ist schon ganz schön weit weg vom Abra -Kalabra.

Ja, es ist weit weg und der Segen ist das Wort, ich weiß nicht, dass so diese göttliche Kraft im Wort liegt. I don't know. Hätte der Kirche ja gefallen. Genau, das klingt so ein bisschen wie die Ausrede von jemandem, der von der Inquisition erwischt wurde mit seinem heiligen Amulett in der Pestzeit und der dann genau das hier erzählt.

Ja, ja, aber das sind ja nur die drei Namen Gottes. Das sind eigentlich nur die drei Einigkeit. Also wisst ihr das etwa nicht. Da werde ich auch von überzeugt, wenn mich der Inquisitor fragt. Sagen wir so. Es kommt aber an, wer fragt. Wenn der Inquisitor fragt, glaube ich an die Hypothese. Ja, aber vielleicht findest du ja die phönizisch semitische Hypothese, sende deinen Blitz doch passender. Eine weniger verbreitete Theorie sieht die Herkunft in einer punisch -phönizischen Beschwörungsformel.

So wurde Abracadabra mit dem pseudophönizischen Satz abrec ad habra übersetzt, was schleudere deinen Blitz bis zum Tod heißen soll. Dieser Hypothese geht von einer alto -orientalischen Gewitter - bzw. Fluchformel aus, quasi ein Befehl an einen Wettergott den Feind zu töten. Indizien dafür sind allerdings dünn. Sie beruht eher auf lautlichen Ähnlichkeiten. Dennoch ist bemerkenswert, dass in dem Wort Abracadabra die Silbe prak für Blitz, hebräisch barak, enthalten sein könnte.

Manche altmodische Lexika führten Abrakadabra sogar als Beispiel für versteckte Blitzmagie an. Fenizia ihnen erklärt hat, das heilt dich, Römer. Und tatsächlich ist es eine Fluchformel als Rache für die Zerstörung von Katago. Jetzt zur gnostischen Hypothese, die ich vorhin kurz angeschnitten hatte mit dem Bezug zu Apraxos.

Ja, in verschiedenen Texten wird oft ein Zusammenhang mit dem Gnostiker -Wort Apraxas vermutet. Tatsächlich erschien in einem spätantiken Zauberpapyri eine ähnliche Formel. Abrasadabra. Einige Forscher des 19. Jahrhunderts sahen Abracadabra als Abwandlung oder Ableitung von Apraxas, dem die Buchstaben C und D hinzugefügt wurden. Möglicherweise um das Wort auf 11 Buchstaben zu bringen. da Serenus Sammonicus Amulet elf Zeichen hat. Eine andere gnostische Formel lautet Abla Natanal Ba, die sowohl vorwärts wie rückwärts gelesen werden kann. Es ist denkbar, dass Abracadabra Teil dieses Umfelds von Geheimnamen war, die in mysteriösen Kulten eine Rolle spielten. Schriftlich nachweisbar ist dies allerdings erst bei Serenus Simonicus

selbst. Insofern bleibt die Apraxas -These spekulativ. Ja, also das geht auch wieder so ein bisschen in die Richtung, dass eben auch die Kirche im 14. Jahrhundert bei dem Katara -Kreuzzügen da diese Idee hatte, dass das irgendwas mit den Katastikern zu tun haben könnte und irgendwas mit den Katarern und man da irgendwie einen Hinweis auf Heresie festmachen könnte. Aber ist auch ein bisschen konstruiert, schätze ich. Ja, dann bleibt noch die reine Lautschöpfung. Kauderwelsch.

Schließlich darf man die Möglichkeit nicht ausschließen, dass Abracadabra schlicht ein erfundenes Kunstwort ist, das keinen wörtlichen Sinn hat. Schon im Altertum gab es viele magische Formeln, insbesondere in den griechisch -egyptischen Zauberpapyri, die anscheinend nur aus aneinandergereihten Lauten bestanden. Sogenannte Wurzes magike. Beispiele sind Lamia, Damnameneus, Payaen etc. Oder längere Sequenzen wie, was tust du mir an? Akram Mahamari.

Abracadabra könnte eine solche Vox Magica sein, ein Wort, das allein durch seinen Klang und die Tradition Wirkmacht besitzt, ohne etymologische Bedeutung. Der mittelalterliche Schreiber der Synondalstatuten sah in Abracadabra offensichtlich nichts als ein Stück Aberglauben, vergleichbar mit anderen der gleichen Wörtern. Auch moderne Lexika definieren Abracadabra lapidar als Wort, das von Zauberkünstlern bei ihren Kunststücken ausgesprochen wird, ohne ihm einen tieferen Gehalt zuzuschreiben. Die Lautmalerei mit ihren Wiederholungen aaa in Pyramidenform hat vielleicht einen hypnotischen Reiz, mehr aber nicht. In der Frühneuzeit verfasste auch der gelehrte der uns schon öfter begegnet ist, zum Beispiel in der Riesenfolge Athanasius

Kircher Abhandlung über rätselhafte Worte, darunter auch über Abhara Dabra und führte zig mögliche Ursprünge auf, von der koptischen Idee in Ägypten über Sebräsche bis hin zum Persischen als verschiedene Sprachherleitung. Doch keiner der Ansätze ließ sich letztendlich beweisen. Heutzutage tendieren die Historiker, die ich dazu gefunden habe, dazu Aprakadabra als Lehnenprägung der Spätantike anzusehen, möglicherweise aus dem Arameschensprachumfeld, da vor allem, wichtiger Punkt, Serenus Sammonicus im syrischen Kulturbereich, was damals auch eine römische Provinz war, solche Rezepte aufgeschnappt haben könnte. Die populäre Übersetzung, die ich erschaffe Während ich spreche, passt jedenfalls sehr gut zum Grundprinzip magischer Worte, egal

ob das jetzt der Ursprung ist oder nicht. Nämlich der von uns vorhin schon erwähnten Performativität der Sprache. Also diese Idee, dass da etwas aufgeführt wird. Selbst wenn es keine wörtliche oder wortwörtlichen Entsprechungen im Aramäischen gab, vermittelt die Erklärung wenigstens ideell ein richtiges Verständnis. von der Idee, wie solche Worte funktionieren.

Uns sieht Abhagadabra eben als so ein Schöpfungswort. Man spricht und erschafft dadurch eine neue Realität. Sei es die Genesung, in diesem Fall vom Fieber oder was anderes. Ob es darum geht, dass es am Ende um das Verschwinden geht oder um was zu schaffen, ist ja im Endeffekt der gleiche Mechanismus.

Ist gar nicht so wichtig, welche Übersetzung jetzt die wahre ist. Wichtig ist, dass wir verstehen, wie das funktioniert in der Vorstellung der Menschen, die das angewandt haben. Gibt es eigentlich bis heute. Wenn manche Leute versuchen, Dinge zu manifestieren, was weiß ich. Genau, es hat mich an The Secret erinnert, diese Vorstellung, diese Idee, dass man durch seine Gedanken die eigene Welt erschaffen könnte, dadurch, dass man das Universum manipuliert auf eine Art und Weise.

Und was mir dazu eingefallen ist, weißt du, was das Gegenteil von Paranoia ist? Das Gegenteil von Paranoia? Also man verfolgt jemanden, anstatt man wird verfolgt? Paranoia ist quasi auch die Vorstellung, dass die Welt quasi die ganze Zeit sich gegen dich verschworen hat. Und Proneuer gibt es auch und Proneuer ist die Vorstellung, dass die gesamte Welt da ist, um dir zu helfen und dich unterstützt und eigentlich unterbewusst nur dein Bestes will die ganze Zeit und so. Und da ist diese The Secret Ideologie, mit der wir auch eine eigene Folge machen sollten, dieser Manifestierungsglaube im späten Postkapitalismus, dass das Ja, irgendwie auch da in so eine Idee, also bringe deine Gedankenwelt von einer Paranoia

zu Pro -Neuer. Das ist so ein bisschen der Ansatz dahinter. Und das ist vielleicht auch der einzig echte Verdienst davon, ist die Vorstellung, dass Leute danach der Meinung sind, das Universum will ihnen helfen, weil sie haben das ja meditiert. Sie haben die Sachen ja in ihrem Kopf für sich erschaffen. Es ist aber auch eine Art magische Praxis und magischer Glauben, der da irgendwie dem zugrunde liegt. Unsere magischen Wörter wie Abhaga Adabra entfalten ihre Wirkung auch nicht irgendwie im luftleeren Raum, sondern die wurden ja konkret angewendet. Wir reden jetzt in so einem abstrakten Rahmen darüber, aber sei das jetzt als gesprochene Beschwörung oder als geschriebenes Amulett. Und ich wollte im nächsten Teil so ein

bisschen über diese Gebrauchskontexte sprechen und wie denn das Abseits von Abrakadabra, wie wir uns das vorzustellen haben und wieso magische Wortpraktiken eigentlich Religion, Medizin und alles Mögliche durchdrungen haben. Die klassische Form des Gebrauchs von dem Zauberwort ist wohl das Amulett, also das Klassischste, was man machen kann. Das Abrakadabra Amulett kennt ihr jetzt zu genüge, aber die Die Idee, dass man ein Wort aufschreibt, um Schutz und eine Heilkraft am Leib zu tragen, ist universell verbreitet. Im europäischen Mittelalter trugen die Menschen neben Abrakadabra viele andere Schriftamulettchen auf Pergamentstreifen, notierte Psalmen, Litanei, Anfangsworte wie die Ave Maria Formel oder Kreuzzeichen

in Schriftformen. Eine besonders beliebte Formel war A -G -L -A. sogenanntes Notarikon für den hebräischen Satz Ata Gibor Le Olam Adonai. Du bist mächtig und ewig, O Herr. Dieses Wort Agla findet sich dann auf zahllosen mittelalterlichen Amuletten und Gebetzetteln, oft zusammen mit anderen mystischen Wörtern, denen eben Macht zugesprochen wurde, weil man glaubte, dass das Tragen der heiligen Buchstaben vor Dämonen und Gefahr schütze. Und vor allem durch den konkreten physischen Kontakt mit diesem Wort und diesem Amulett sollte die magische Wirkung des Wortes in die Aura des Trägers übertragen werden. Neben persönlichen Amuletten fanden magische Worte auch ihren Platz in schriftlichen Zauberbüchern,

also den sogenannten Grimoires, über die wir öfter schon geredet haben, die Handbücher der Magie, die ab dem Mittelalter kursierten. Da spielen dann Namen und Formeln eine ganz zentrale Rolle. Und wir finden zum Beispiel oft eine lange Litanei von Engelsnamen, die rezitiert werden müssen. Siegel mit eingetragenen geheimen Wörtern und symbolische Schriftzeichen sowie magische Befehlsformeln. Aber gerade da betaucht einen bekannteren Grimoires interessanterweise selten auf. Wahrscheinlich weil es als zu trivial und Allgemeinwissen gesehen wurde. Du musst in dein geheimes Zauberbuch nichts reinschreiben, was jeder Bauer weiß, wenn er Fieber kriegt. Wenn das so weit verbreitet ist, gehört das in eine

andere Sphäre. Stattdessen finden wir in den Grimoires eher die 72 Namen Gottes oder irgendwelche lateinischen Sakralworte oder komplett fiktive dämonische Namen oder Verballhornungen von zoroastrischen Begriffen für Dämonen, die dann irgendwie verballhornt wurden. Ein typisches Beispiel, die Lesser Key of Solomon, die wir auch in unseren Folgen zu Crowley schon ab und zu besprochen hatten oder die da immer wieder aufgetaucht sind, da geht es eben auch bei der Beschwörung von Dämonen dazu, ihm im Namen Gottes zu befehlen zu erscheinen, mit den Worten, komm hervor, im Namen Adonai, Sabaoth, Jehova, Tetra, Grammaton und so weiter.

Wobei Tetra Grammaton natürlich sich wieder anhört wie so ein Transformer. Die Namen als sich gelten als Machtmittel diese Geister zu zwingen. Und die Praxis beruht eben auf der Annahme, dass der Magier den wahren Namen wissen muss von Dingen und dadurch Autorität über sie erlangt. Ja. Das ist doch so diesen Zwischenschritt zwischen Religion, wie quasi in diesen Grimoires ganz oft eben extrem christliche Motive in der Rolle spielen, die man vielleicht, wenn man jetzt denkt, oh, das sind mittelalterliche Zauberbücher, die von der Kirche sonst zerstört worden wären. Das waren ja oft tief religiöse Leute, die diese Zauberbücher benutzt haben, die eben mehr wollten. Im Fall von John Dee und Edward Kelly vor allem Frauentauschen

und Schätze finden. Aber sie wollten auch mit Engeln reden. Und sie haben es getan. In Exorzismen, also sowohl in christlichen, jüdischen als auch in islamischen, werden ebenfalls machtvolle Wörter eingesetzt. Ihr kennt das aus dem Exorzisten. Beim großen Exorzismus, dem christlichen, spricht der Exorzist z .B. ... Also, ich beschwöre dich unreiner Geist bei dem allmächtigen Gott, bei dem Namen unseres Herrn Jesus Christus. Das Beschwörungswort in diesem Fall ist eben auch der Name Jesu Christi als magisches Wort, um Dämonen auszutreiben.

Wie so eine Art magisches Passwort, um Zugang und Macht zu erlangen zu diesen Geistern. Und dann gibt es irgendwie so Worte rein, die auftauchen. Sartor, Arepo, Tenet, Opera, Rotas, Jordan, Jordanus, Zordanum und so weiter, wo es einfach um Wortmalerei wahrscheinlich geht, um Klangmagie. Das klingt magisch, also ist es magisch. Der Unsinn ist quasi Teil der Magie. Und jetzt kommen wir so ein bisschen zur grundlegenden Frage, warum glaubt der Mensch, dass Worte an sich ja nur immaterielle Lautfolgen oder Schriftzeichen, wenn er die Worte aufschreibt, materielle Wirkung haben können?

Und wo liegen die Übergänge genau dazwischen Magie und Religion, wenn es um die Kraft des Wortes geht? Ich meine, wir machen ja auch einen Podcast und alles nur mit Worten. Alles nur Sprache, die aufgenommen wird und euch in die Ohren geschickt wird. Und eure Leben tiefgreifend verändert. Wir hoffen doch nur positiv. Ein ganz zentraler Gedanke, der in ganz vielen Kulturen mir auftaucht, ist eben der der performativen Sprache, dass Worte eben etwas tun und nicht nur Bedeutungsträger sind, sondern irgendwie wirkmächtig in der Wirklichkeit.

In der modernen Terminologie spricht man dann immer von sogenannten Speech Acts in der alten Vorstellung vielleicht Wort als Tat genannt. Und schon im sumerischen Schöpfungsmitus spielen ausgesprochene Namen eine Rolle beim Entstehen der Welt. Dazu müssten wir jetzt live einladen. Ich werde nicht weiter über Sumerien reden ohne ihn, sonst bekomme ich Ärger. Aber auch in der biblischen Genesis sehen wir das ja Genesis 1 ,3 und Gott sprach es werde Licht und es ward Licht. Also Gott schafft ja auch durch Sprache.

Gott baut das ja nicht, sondern Gott sagt das und dann ist es da. Auch im Johannesevangelium ganz am Anfang, im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott. Der Logos, diese Vorstellung, dass dieses Urwort die Macht Gottes ist und damit auch Sprache etwas ist, was wir von Gott bekommen haben. Was unterscheidet uns vom Tier? Wir haben Sprache und wir haben Sprache von Gott bekommen.

Also mit dieser Sprache wurde die Welt erschaffen. Also Tiere haben auch Sprache, würde ich mal einwerfen. Ja, aber über niedere Tiermagie reden wir jetzt hier noch nicht. Adam durfte die Tiere auch benennen, weil er hatte Sprache. Hätte der Elefant rumgelaufen, hätte Adam benannt, aber so rum war es. Aber damit sehen wir, dass eben religiöse Texte und diese Vorstellung, dass Wortes an sich eben schon eine göttliche Instanz sind.

Magische Traditionen sägularisieren oder imitieren das auf eine gewisse Weise. Der Magier erhebt sein Wort, um die Wirklichkeit zu beeinflussen quasi als Kopie der göttlichen Urszene. Und nicht zufällig werden deswegen auch viele magische Namen als Namen Gottes verstanden, weil was magisch ist ja auch mit Gott im Zusammenhang stehen muss.

Und dem man verborgene Namen ausspricht, wird man selber zum Schöpfer, kriegt diese Macht. Und ja, nimmt Gottes Wirklichkeitszeugende Macht irgendwie in Anspruch. Also ich werfe das einfach mal rein, aber im Prinzip funktioniert ja auch Therapie so. Man spricht Dinge aus und dann macht das im Idealfall Klick da oben und man ändert dann Dinge. So als Therapies oder so Journaling denke ich auch irgendwie dran. Es geht einem um die mentale Gesundheit heutzutage. Aber das ist vielleicht wissenschaftlicher angehaucht, aber das Prinzip ist ja das Gleiche. Auf einer runtergebrochenen Ebene, du kannst ja mit Leuten ein Gespräch führen, mit jeder Person, eine Interaktion haben und ihr was sagen und ihr Weltbild komplett

ändern. Das passiert sehr selten. Wir wissen, meistens sprechen wir mit Menschen und sie sind dann eher in Abwehrhaltung und glauben das Gleiche weiter wie vorher. Es gibt ja durchaus Menschen, die eine neue Perspektive kriegen. dann diesen Aha -Moment haben. Oh, so habe ich das ja noch nie gesehen. Das scheint aber die bessere Erklärung zu sein, wie ich die bis jetzt hatte. Manchmal liest man einen Artikel oder man hat diesen Aha Moment. Und das ist ja eigentlich nichts anderes als eine Erleuchtung durch die Magie der Sprache.

Sprache ist ja auch insofern magisch, dass wir Wissen weitergeben können über Generationen hinweg. Du kannst etwas aufschreiben und es kann in 50, in 100 Jahren jemand lesen und an deinen Gedanken teilhaben, im Endeffekt in deine Gedankenwelt eintauchen. Deswegen ist Lesen ja auch so wichtig, um seinen eigenen Horizont zu erweitern, weil man sich damit eben immer in den Kopf von jemand anderem reingekippt, finde ich. Und ich glaube, dass da an sich ja schon dieser Gedanke, naja, was unterscheidet uns vom Tier näher, diese Möglichkeit, dass wir wissen viel effektiver durch Sprache vermitteln können. Wir müssen nicht alles vormachen.

Wir müssen nicht alles zeigen. Wir können Dinge abstrakt beschreiben und uns damit auf etwas vorbereiten. Wir können im Sommer drüber reden, wie kalt der Winter wird. Weißt du? Tut sie damit jetzt ganz schwer, weil ich sage, ich stelle uns da zu hoch über die Menschen, über die Tiere. Ich glaube, wir wissen zu wenig, was das angeht.

Und auch auf Tiere vermitteln oder geben Wissen weiter. Aber dann ist es ... Wie gesagt, diese niedere Tiermagie, von der ich vorher geredet habe, und die ist das Teufelsjonas, das weißt du doch. Fair enough, dass du sagst, dass es real ist. Aber es ist auf jeden Fall etwas, was dazu geführt hat, dass unsere Spezies den Planet hart dominiert. Und ich sag mal, die Bäume und die Wale sind ganz schön am verlieren. Es kann ja schon sein, dass sie komplex mit sich über Jahreszeiten unterhalten. Aber ich muss sagen, läuft nicht so. Team Mensch for the win. Wir zerstören alles. Und die Eukars zerstören die Segelboote. Ist auch komplexes Plan, ja. Aber diese Vorstellung, dass eben Namen von Dingen nicht arbitär irgendwie sind, sondern tatsächlich

eine wahre Verknüpfung zum Wesen von Dingen haben, also das war eben auch eine sehr verbreitete Glaube, die damit ein bisschen einhergeht. Wenn der Name so viel Macht über etwas hat, um den wahren Namen zu kennen, dann sagen Namen sind nicht wahllos gewählt, sondern sagen etwas über das Benamte aus und auch diese Suche nach der Ursprache im Mittelalter, die Idee diese Adamische Ursprache zu finden, von der auch viele Kabbalisten sehr besessen waren und diese Vorstellung auch der Kabbalisten, die mir jetzt bei der Recherche begegnet ist, dass die hebräische Sprache eben diejenige sei, mit der Gott die Welt erschuf und daher auch die hebräischen Buchstaben selbst Schöpfungsenergie in sich hätten im Gegensatz

zu anderen Sprachen. Das ist eine Idee, die sich dann verbreitet und die teilweise auf den christlichen Kabbalistikern übernommen wird und dann ihren Einzug über Agrippa und andere in den esoterisch okulten Kanon der westlichen Magie findet. Also da haben wir wieder so eine interessante Verbindung zwischen Kabbala und westlicher Magietradition.

auf die wir noch mehr eingehen müssen. Lange davor haben schon Leute wie Platon sich Gedanken gemacht und es gibt den Kratilos -Dialog von ihm, wo er sich darüber auslässt, ob Wörter von Natur aus mit ihren Bedeutungen verbunden sind, was die Position von Kratilos ist, oder willkürlich was hermogenes Position ist. Das ist so ganz typisch in einem Streitgespräch aufgezeichnet.

Und das magische Wort steht auf der Seite von gratulos. Das ist eng verbunden mit dem, was es bezeichnet und daher kann es auch wirken. Die Wirkmächtigkeit ist mit der sinnvollen Benennung irgendwie auch verbunden. Das fanden dann in der Aufklärung die Leute oder die vor allem gelehrten Aufklärer eben zunehmend unwahrscheinlich. Was hat dieses Wort mit den Fieberheilen zu tun.

Wie soll denn das wirken? Und fanden das eigentlich in der materialistischen Welt eine lächerliche Vorstellung, sage ich jetzt mal. In einem uns vertrauteren, weniger magischen Rahmen ist das Gebet ja auch eine Form von Speech Act, bei dem ich versuche durch meine Sprache was in der Welt zu verändern. Über den Mittel des Mannes Gottes natürlich, der angerufen wird. Im Endeffekt ist Der Magier versucht es vielleicht über einen Dämon zu regeln, während er den Dämon mit dem Namen Gottes bindet, während der gläubige Christ vielleicht Gott direkt anruft und sagt, der Allmächtige muss das regeln, statt dem Dämon, den ich mit dem Namen des Allmächtigen untertanen kann. Ja, und wie wir in den USA sehen, funktioniert das

ganz gut. Nach jedem School -Shooting wird gebetet. Und ja, es hört irgendwie nicht auf. Ja, das scheint nicht die konkrete... Vielleicht wäre ein Waffenverbot sinnvoller. Aber wir lassen das Sozialexperiment USA noch ein bisschen weiterlaufen und gucken, was passiert. Abgesehen von Apakadabra haben wir ja auch noch andere sehr bekannte Zauberworte.

Einmal das Hokus Pokus, was wir schon vorhin erklärt haben, was... aus diesem lateinischen Messspruch, dies ist mein Leib. Und was ich noch herausgefunden habe und ganz spannend fand, ist Simsalabim. Hexhex? Ja, Simsalabim würde ich sagen Nibor, Aprakanapra und Hokus Kokus, das dritte große Zauberwort im Deutschen. Und das ist erstaunlicherweise relativ jung im Vergleich zu den anderen beiden. Ah, ja. Also es hat seinen Ursprung offenbar in Skandinavien. In einen dänischen Kinderreim kommt die Sequenz Sim. Sim. Salabim.

Vor. Und der amerikanische Illusionist Harry August Jensen, der dänischer Abstammung war, übernahm Sim Salabim um 1910 als seinen Martenspruch. In seiner Show erklärte er augenzwinkernd Es bedeutet tausend Dank auf Dänisch. Bereits im 19. Jahrhundert findet sich jedoch Simsalabim in skandinavischen Zauberkunststücken möglicherweise als Variante eines arabischen Spruchs. Manche vermuten, eine Herleitung von Bismillah, ähnlich wie Hokus Pokus, einer von Hoc est Corpus, ist.

Doch das ist spekulativ. In Deutschland wurde Simsalabim vor allem durch die Zauberkünstler Kalanac in den 1950ern und später durch Kinder Zauber -Sendungen bekannt. Heute steht es gleichrangig neben Abracadabra als Klischeeformel. Interessant ist, dass Simsalabim keinen tieferen Hintergrund hat. Es ist reines Bühnenlatein. Ein Wohlklang ohne Bedeutung, der Magie suggerieren soll. Damit spiegelt es exakt die Entwicklung wieder. Das Klanghafte wurde wichtiger als das Inhaltliche.

Schon ein Zeitgenosse bemerkte 1790, Bokuspokus oder Simsalabim, die Hauptsache ist der Rhythmus und Ton, der das Wunder begleitet. Diese Einsicht, dass die Magie vor allem durch Rhythmus und Klang erzeugt wird, erklärt, warum solche Wörter auch ohne Sinn funktionieren. Und ich fand das ganz spannend, als Gegensatz zum Abrakadabra. Aus diesem Spektrum Abrakadabra, was wahrscheinlich wirklich eine echte antike Zauberform ist, die sehr lange überlebt hat, Simsalabim. Etwas, was wahrscheinlich im Rahmen der Zauberkünstler in Skandinavien dann aufkam. Aber späteren Ursprungsübungen keine wirklich lange nachweisbare Geschichte.

Mitten drin So dieses Vorballhorn der 16., 17. Jahrhundert Latein der Kirche mit Hokus Pokus. Also das sind so die drei Optionen. Einmal wirklich alt, einmal ganz neu und einmal so mittelalt und einfach nur in der Kirche alles falsch verstanden. Neben den bekannten Worten gab es aber auch ganz viele lokale und persönliche Varianten, bevor die den, also übernommen haben. Französische Zauberer riefen Presto. Presto. Presto. Irgendwie sehr italienisch klingt. Deutsche fahrende Gaukler.

Manchmal Krimskrams oder Ähnliches, um ihre Tricks zu begleiten. Krimskrams ist lustig. Ich mein, benutzt man ja immer noch. So für Zeug halt, Krimskrams. Aber die Klassiker waren eben damals auch schon Aprakadabra, Hokus Pokus und Simsalatim und die haben sich auch gehalten und sind in den Medien sehr fest verankert. Im 20. und 21.

Jahrhundert ist Aprakadabra allgegenwärtig, allerdings fast nur noch als Symbolwort für Magie, nicht mehr als ernsthaftes Zauberwort. Kinder wachsen mit dem Begriff auf, sei es durch Zaubershows im Zirkus. Märchen, Zeichentrickfilme, überall taucht das Wort Abracadabra auf. Und auch in der Musik hat das natürlich Spuren hinterlassen.

Es gibt den berühmten Song von der Steve Miller Band, Abracadabra. Das war leider vor unserer Zeit. Den kennst du bestimmt, wenn du ihn anhörst. Da, da, da, da, da, da, da. Den kennst du auf jeden Fall, der ist super berühmt. Also hört euch mal jetzt Steve Miller Band Abracadabra an. Ich kann es jetzt hier nicht reinschneiden, wahrscheinlich wegen Copyright -Problem. Sonst wird es auf YouTube wieder gesperrt. Aber, ähm.

Vielleicht um Erden. Da, da, da, da, da, da. I wanna reach out and grab ya. Es gibt doch irgend so ein Dua Lipa Song, der nicht allzu weit in der Vergangenheit liegt. Ich glaube, es heißt auch Aprocadapra. Um vielleicht etwas näher ... Du weißt, die Hochzeit aller unserer Hörer war in den 80ern. Wahrscheinlich. Du musst jetzt erst mal unseren Hörern erklären, wer Dua Lipa ist, weil niemand unter 25 uns hört. Hauptsängerin halt, ne? Ja, aber auf jeden Fall genau. Also rundrum ... In Filmen müssen wir auch nicht weiter ausdehnen. Selbst bei Pokémon, wie du schon gesagt hast, Abra und Kadabra, die Zauberpokémons. Es ist allgegenwärtig. Aber ich fand dieses Wort eigentlich eine ganz spannende, spannende Aufhänger

als Gedanke über das Verhältnis der Menschen zu Sprache und Magie. Wie wir heute Sprache ja schon als ein alltägliches Instrument sehen. können fast alle lesen und schreiben. Wir haben keine tieferen Schöpfungsgedanken hinter unseren Sprachakten, meistens. Aber wenn wir uns in die Gedankenwelten immer mal wieder jetzt auf unsere früh neuzeitlichen oder mittelalterlichen oder spätantiken magischen Praktiken begeben, dann ist es wichtig, dass wir uns diesen Unterschied ins Gedächtnis rufen und uns vielleicht auch ein bisschen freimachend vor der Vorstellung, dass Sprache einfach nur ein alltägliches Mittel ist, um unseren Alltag zu regeln, sondern diese Vorstellung, dass gewisse Sprache, gewisse Worte

Macht haben und die Realität verändern können, weil sie an die Schöpfungsmacht Gottes gebunden sind, weil man damit Dämonen bannen kann, weil man damit Böses abwehren kann und vielleicht auch die Pestepidemie im Dorf. in den Griff bekommen. Oder einen Aufstand anzetteln, einen Putsch, was auch immer. Dass das Worte Kraft haben und Dinge bewirken können, das steht ja außer Frage.

Ich musste auch ans Aufkommen neuer Bewegung generell denken. Da kann ich an der Anfang Der Sozialismus und das Marxismus, das war ja auch eine Bewegung, die eben sehr viel davon gelebt hat, dass sich Leute gegenseitig in ihren Texten kritisiert und das Ganze mit Texten ausdiskutiert und verbreitet wurde. Und was das für einen Einfluss auf die Weltgeschichte hatte. Auf eine Art und Weise ist der Materialismus ja auch eine Form von Überzeugung, die sich eben verbreitet hat, genau durch Wort. Der Materialismus hat seinen globalen Siegeszug als auch durchs Wort angetreten.

Wie verbreiten sich Ideen? Wie ändert sich unsere Welt zum Guten wie zum Schlechten? Das sind Worte, das sind Ideen, die wir uns erzählen. Das sind Gedanken, die wir von anderen übernehmen. Dinge, die wir vielleicht hören und in uns nachwirken, die teilweise vielleicht zu lebensverändernden Entscheidungen werden. Und was ist das, wenn es nicht Magie ist? Und vielleicht, ja vielleicht ist es gerade heutzutage wichtig, wo einem, weiß ich nicht, einem dadurch TikTok, Instagram, wo versucht wird, auch irgendwie ständig versucht wird und in so schnellen Abfolgen auf uns einzuwirken, dass wir da kritisch bleiben und die Bedeutung von Wörtern hinterfragen und nicht alles schlucken und uns beeinflussen lassen. Also, ja. Also wir

sollten uns bewusster machen, dass Sprache schöpferische Kraft hat. Egal ob wir daran glauben, dass Wortdreiecke Malaria heilen können oder nicht. Weil abgesehen von diesem Fall hätte Abracadabra ja, also es hat ja wahrscheinlich nicht überdauert, weil es so effektiv zur Fieberheilung funktioniert hat. Also wahrscheinlich war es nicht die Wirkmächtigkeit des Zauberspruch ist an sich, der dazu geführt hat, dass wir heute noch dieses Wort kennen, was vor 1800 Jahren ein römischer Arzt aufgeschrieben hat, sondern es ist diese Idee, die dahinter steckt, dass Worte Macht haben und dass das ein Zauberwort ist und dass das im Endeffekt das Zauberwort ist, was für Zauberei schlechthin steht. Und eigentlich so ein bisschen ein Überbleibsel

ist in unserer sprachlichen Kultur. von einer Vorstellungswelt, die wir größtenteils verloren haben. Aber vielleicht nicht verlieren sollten. So viel zum Wort Apakadabra und so viel zu dem bisschen Magie, was in dem Wort noch erhalten ist. Wir freuen uns aufs neue Jahr. Wir sind optimistisch, dass 2026 bestimmt besser wird, als 2025. Ich hatte ein ganz großartiges Jahr, aber die meisten Leute, mit denen ich geredet habe, hatten keine so schwere Zeit, das letzte Jahr jetzt loszulassen. Ja, das stimmt. Ich fand mein persönliches Jahr auch in Ordnung. 2025.

Ich musste daran denken, dass gestern, als die ganzen Feuerwerke in Berlin hochgegangen sind, dass das ja auch ein bisschen was Magisches, ein magischer Ritus ist. Man vertreibt die alten Geister. Genau. Und dass es auch ein bisschen fahrlässig ist, dass wir das Vertreiben der alten Geister hauptsächlich 14 - bis 16 -Jährigen überlassen.

Das war mein Gedanke dazu, als ich durch das sehr verrauchte Berlin gestern Nacht um 2 Uhr gelaufen bin. Vielleicht sollten wir wieder mit ... auf Kochtöpfen trommelnd durch die Straßen ziehen, irgendwie ab Mitternacht. Hat den gleichen Effekt. Aber, I don't know. Ja, das auf Kochtöpfe klopfen ist ein bisschen Corona -coded. Das hat ein bisschen ... Da denken alle direkt wieder an Corona und wie ... Ich weiß nicht, irgendwelche Promis allein in ihren Penthouse -Wohnungen für fünf Millionen standen, auf die Töpfe geklopft haben, während irgendwelche Leute tatsächlich zu ihren Schichten mussten. Ja. Ich glaube, es gab da so ein Dieter Bohlen -Video. Also die Verbindung habe ich jetzt gar nicht in meinem

Kopf. Naja, wie dem auch sei. Ja, wir bedanken uns noch bei unseren Patreons, oder? Ja, genau, wichtiger Punkt. Vielen Dank an alle, die uns unterstützen. Lasst uns gerne einen Kommentar da, einen Like, abonniert den Kanal. Hinterlassende Bewertung auf Spotify oder Apple Podcast, da freuen wir uns sehr drüber. Und wenn ihr uns darüber hinaus unterstützen wollt, könnt ihr das auf YouTube in der Kanalmitgliedschaft tun oder auf patreon .com alle Zeit der Welt. Link wie immer in der Beschreibung. Und da haben wir auch eine Liste von unseren Produzentinnen und Produzenten, die gern vorgelesen werden wollen und die uns unterstützen. Vielen, vielen lieben Dank an den Cooleren Herr Fischer vom Ardennes

Gymnasium, Fanny Dietrich Freier -Stuart, Onkel Didi, Katharina, Fernando, Brigitte, Petrusilius Zwackelmann, Niauzze Tung, Spinoza369, Sylvie, Die Schmaus, Tamaro, Hermi Krobi, Sinnet, Rick Lu, Muttis Moppel, Truck, Fornal, Dump und der Maddin, der neu dazugekommen ist. Ich glaub, weiß ich noch nicht, ob ich den schon vorgelesen hab, wir waren mit den Aufnahmen ein bisschen näher. Vielen lieben Dank an alle, die neu dazugekommen sind. Vielen lieben Dank an alle, die uns schon länger unterstützen. Das bedeutet uns wirklich sehr viel. Und wir hören uns in zwei Wochen.

Ah, kurzer Hinweis. Wir haben für alle Patreons, Unterstützer und Leute, die eine YouTube -Kanalmitgliedschaft haben, ein extra kleines Schmankerl hochgeladen zum Jahresende gestern am 31. Ein Reaction -Video mit mir und live. wo wir das Format Reaction Video mal ausgetestet haben und auf ein Ancient Aliens Video reagieren. Das Ganze wurde ganz schlimm von YouTube Copyright Strike, deswegen habe ich jetzt auch erst mal nur so hoch geladen.

Ich planen das mal langfristig dann auch allen zugänglich zu machen. Aber die ersten paar Monate bin ich auch ganz froh, dass mein sehr verschlafenes Gesicht Sonntag abends und meine sehr ungeschnittenen Haare in diesem Video noch ein bisschen hinter der Paywall versteckt sind. Einer der großen Gründe, warum ich es nicht gleich irgendwie der ganzen Welt schon Verfügung stellen wollte, ist, dass ich da ein bisschen fertig aussehe, meiner Meinung nach. Und es war auch so geplant, dass wir da irgendwie, meiner Meinung nach, 14 Minuten aufnehmen. Es waren so 10, 15 Minuten Video.

Und Live hat es geschafft, über diese 15 Minuten Video eine Stunde 30 zu reden und jede einzelne Visual einzuordnen. Also ich fand es extrem beeindruckend. Ich hoffe, euch geht es genauso, wenn ihr es anschaut. Jedes neue Bild, was alle paar Sekunden eingeblendet wurde, kurze Pause, Einordnung von Live. Wo kommt es wirklich her? Was steht da wirklich in der Keilschrift? Ja, so habt ihr noch nie Ancient Aliens geguckt. Ich hatte jedenfalls davor das noch nie so geguckt. Das verspreche ich euch. Genau, also wenn ihr uns da unterstützt, könnt ihr es sofort schon sehen. Ansonsten wird es perspektivisch auch mal noch so online kommen.

Vielen lieben Dank. Wir hüllen uns in zwei Wochen. Ich versuche mich weiter an der Vorbereitung der Kaballereihe. Bis dann. Bis dann. Einen guten Start ins neue Jahr. Hex Hex. Habt einen guten Start. Hokus Pokus um den Hals hängen, falls es schlecht läuft. Wird schon. Macht's gut. Tschüss.

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