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AstroGeo - Geschichten aus Astronomie und Geologie· Staffel 2· Folge 109

AstroGeoPlänkel: Titanisches Leben und freie Planetenbahnen

Donnerstag, 30. Januar 2025 · 55 min

MP3

Shownotes

Für AstroGeo recherchieren wir regelmäßig eine ganze Geschichte. Nur wenn du uns finanziell unterstützt, bleibt der Podcast weiter kostenfrei. Danke! (astrogeo.de/unterstuetze-uns)

Diese Folge beschäftigt sich mit eurem Feedback zu unseren Geschichten: Das AstroGeoPlänkel ist eine regelmäßige Sonderfolge, in der es um eure Fragen, Kommentare, Anmerkungen und Wünsche geht.

Dieses Mal sprechen Karl und Franzi noch einmal ausgiebig über mögliches Leben auf dem Saturnmond Titan. Denn netterweise haben sich mehrere Hörende gemeldet, die sich mit den chemischen Zutaten des Lebens auskennen. Es geht also um Methan als Lösungsmittel, polare Verbindungen, links- und rechtsdrehende Moleküle und Dreifachbindungen. Um bei alledem nicht zu sehr verloren zu gehen, erklärt uns die Chemikerin Martina Preiner, was genau mögliches Leben auf dem Titan begünstigen könnte oder auch nicht.

Danach geht es um Pluto, der seinen Planetenstatus laut Franzi zwar richtigerweise verlor, den viele unserer Hörenden aber weiter für sehr liebenswert halten – keine Sorge, wir auch! Wir sprechen darüber, was es bedeutet, wenn ein Planet seine Bahn aufgeräumt hat und warum der Neptun weiterhin als Planet gilt, obwohl Pluto seine Bahn kreuzt (Spoiler: Es kommt auf die Größe an!). Das erklärt auch, warum auf den Bahnen etlicher Planeten kleine Trojaner-Asteroiden kreisen dürfen, ohne dass Astronomen an deren Planetenstatus rütteln.

Wir sprechen auch darüber, warum die Entdeckerin des festen inneren Erdkerns Inge Lehmann (AstroGeo Folge 48 (astrogeo.de/die-entdeckerin-des-inneren-erdkerns)) nicht bekannter ist – und warum ein populärer Roman über sie zwar auf dänisch, aber noch immer nicht auf englisch oder deutsch übersetzt wurde. Der Verlag des Buches (gutkind.dk/bog/den-inderste-kerne) Den inderste kerne freut sich sicher über derartige Vorschläge.

Zuletzt geht es um Hörerinnen, die sich vom AstroGeo-Podcast inspirieren haben lassen – und deshalb nebenher ein Studium angefangen haben. Es geht um Franzis Hobby namens Magic und die Freude, die das bei manchen Hörern hervorruft. Und schließlich sprechen wir darüber, wie wir uns gegenseitig unsere Geschichten zwischen Weltall und Erde erzählen – und warum.

Weiterhören bei AstroGeo

• Folge 104: Riffsterben und Klimachaos im Devon: Sind die Bäume schuld? (astrogeo.de/die-baeume-sind-schuld-riffsterben…)

• Folge 107: Über den Dünen des Saturnmonds Titan: Lebt dort etwas? (astrogeo.de/ueber-den-duenen-des-saturnmonds-t…)

• Folge 108: Kein Herz für Pluto: der wohlverdiente Zwergplanet (astrogeo.de/kein-herz-fuer-pluto-der-wohlverdi…)

• Folge 95: Von Tümpeln zu Tiefseevulkanen: Wo entstand das Leben? (astrogeo.de/von-tuempeln-zu-tiefseevulkanen-wo…)

• Folge 48: Der innere Kern – warum hat die Welt Inge Lehmann vergessen? (astrogeo.de/die-entdeckerin-des-inneren-erdkerns)

Weiterführende Links

• Podcast: The Great Simplification (thegreatsimplification.com)

• YouTube: Christiaan Huygens (youtube.com/watch?v=yH-qQu2ndc8)

• WhatIf: What would happen if you tried to fly a normal Earth airplane above different Solar System bodies? (what-if.xkcd.com/30)

• MPI für terrestrische Mikrobiologie: Gruppe Martina Preiner (mpi-marburg.mpg.de/martina-preiner)

• 37C3, Michael Büker: How Many Planets in Our Solar System? Glad You Asked! (media.ccc.de/v/37c3-11734-how_many_planets_in_…)

Episodenbild: NASA JPL/Caltech

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Franziska Konitzer Hallo bei Astrogeo, dem Podcast der Weltraumreporter. Ich bin Franzi Konitzer.

Karl Urban Und ich bin Karl Urban.

Franziska Konitzer Und wir sind zwei Wissenschaftsjournalisten, die sich hier abwechselnd eine Geschichte aus der Astrophysik und aus der Geologie erzählen. Und heute ist es wieder Zeit, dass wir uns mit eurem Feedback zu unseren Geschichten beschäftigen. Es gibt also keine neue Geschichte. Stattdessen gibt es eure Rückmeldungen in Form des Astrogeo-Plenkels.

Karl Urban Und das ist Folge 109 von Astrogeo. Und ja, wie Franzi schon angedeutet hat, eine Feedback-Folge. Wenn ihr euch nicht fürs Feedback interessiert oder ihr die vorangegangenen zwei Folgen noch gar nicht gehört habt, über die wir heute hauptsächlich sprechen werden, dann könnt ihr wahlweise zwei Folgen zurückspringen und die erstmal anhören.

Karl Urban Oder überspringt dieses Astrogeo-Plenkel und wartet einfach auf die nächste Geschichte. Und die gibt es nämlich voraussichtlich schon in zwei Wochen.

Franziska Konitzer Hurra!

Karl Urban Hurra! Ja, und insofern würde ich einfach direkt anspringen. Anspringen? Angesprungen bin ich schon. Losspringen?

Franziska Konitzer Anspringen, anplänkeln, losplänkeln.

Karl Urban Im Schwabenland sagt man ja, lass ihn springen, wenn man sagt, da wird's loslaufen. Ja, und zwar fange ich an mit einer Folge, die schon ein kleines bisschen zurückliegt, nämlich Folge 104, das Riffsterben und das Klimakaos im Devon, wo es ja vor allen Dingen um die Bäume ging, die höchstwahrscheinlich da ein Massensterben ausgelöst haben.

Karl Urban Und da haben wir einen Kommentar von Klaus bekommen. Und zwar schreibt Klaus, also es ist jetzt ein kleiner Ausschnitt, er schreibt über andere Sterbepulse in der Erdgeschichte, da haben wir am Ende ein bisschen drüber spekuliert, also speziell was die, das ist jetzt noch nicht das Zitat von Klaus, speziell was die Mikroorganismen in der sehr frühen Zeit im Präkambrium gemacht haben, als sie die Sauerstoffkatastrophe ausgelöst haben und sehr viele andere Mikroorganismen, die für die Sauerstoff ein Zellgift war, haben sterben lassen.

Karl Urban Und da passen die Bäume ganz gut in die Reihe. Und ich habe dann eine Parallele zu uns Menschen gezogen, die wir ja auch im Sterbepuls gerade auslösen. Und genau dazu, jetzt komme ich zu Klaus Kommentar, schreibt er, der Unterschied zu den Menschen ist, dass die Cyanobakterien, also die da im Precambrium zu viel Sauerstoff produziert haben, und die Bäume es nicht wussten, was sie mit ihrer neuen Lebensart bewirkten.

Karl Urban Und sie hätten auch, wenn sie es gewusst hätten, nichts daran ändern können. Ihr Überleben hing davon ab, dass sie das Produkt oder Edukt ihres Stoffwechsels, Sauerstoff oder Kohlendioxid, ausstoßen bzw. Einatmen können. Und wie gesagt, der Kommentar ist noch ein bisschen länger, aber ich wollte diesen Punkt hier rausgreifen, weil ich ihn ganz interessant finde ist eigentlich ein philosophisches Argument.

Karl Urban Die Frage ist, könnten wir Menschen, also wir alle zusammen uns wirklich anders verhalten, als wir es tun momentan? Also könnten wir weniger ausbeutend leben, unsere Wirtschaft nicht auf Wachstum auslegen? Einfach nur weil es diesen wissenschaftlich weitgehenden Konsens darüber gibt, dass unsere Lebensweise schlecht ist für den Planeten. Ja.

Karl Urban Das ist so die große Frage, für die es auch natürlich keine Antwort gibt, keine definitive. Aber es gibt da einen Podcast, den ich seit zwei, drei Jahren recht ausgiebig höre. Der heißt The Great Simplification eines Wirtschaftsökologen, nämlich Nate Higgins heißt der. Er ist ein Amerikaner, der lange an der Wall Street gearbeitet hat, bevor er dann in die Ökologie gegangen ist.

Karl Urban Und der vereint so ein bisschen beide Welten miteinander. Also unsere Art zu wirtschaften und den ökologischen Blickwinkel. Und deswegen finde ich den ganz spannend. Und Nate nennt unsere Zivilisation einen Superorganismus. Was ich da ein ganz zutreffendes Bild finde. Also Superorganismus, damit bezeichnet man ja in der Ökologie eher sowas wie ein Bienenvolk.

Franziska Konitzer Termiten hätte ich jetzt auch.

Karl Urban Oder Termiten.

Franziska Konitzer Ja, aber das ist ja ähnlich.

Karl Urban Genau, also so, wo sozusagen im Bienenstock hat die einzelne Honigbiene ihre Aufgabe. Die Aufgaben sind sehr unterschiedlich, aber am Ende schaffen es halt alle zusammen ein großes Ganzes irgendwie voranzubringen. Im Fall der Biene leben sie sogar gleichzeitig. Also sie haben ihr Volk und ihren Nachwuchs und ihre, dass sie zusammen im Winter irgendwie überleben, obwohl sie da kein Futter sammeln können.

Karl Urban Aber trotzdem leben sie nicht nur im Einklang mit der Natur, sondern sind sogar noch hochgradig nützlich für weite Teile des Ökosystems. Der Mensch, den kann man auch als Superorganismus betrachten. Aber wir verleiben halt unserer Wirtschaft, unserer Lebensweise immer mehr Rohstoffe ein, immer mehr Energie aus der Umwelt.

Karl Urban Also wir sind sozusagen für das Gesamtsystem nicht gut. Aber wir sind schon auch in gewisser Weise ein Superorganismus, weil wir halt diese Lebensweise haben, die wir haben. Und die Frage ist, könnten wir anders? Da habe ich auch keine Antwort drauf. Aber so meine Zweifel. Aber das ist vielleicht auch eine Frage des Menschenbilds oder so.

Franziska Konitzer Das ist, Definitiv. Beyond the scope. Also unseres Podcasts oder jedes Podcasts oder wie du selber sagst, das ist viel zu komplex. Aber meine Lieschen-Müller-Antwort darauf würde erstmal lauten, naja, den größten Teil der Menschheitsgeschichte hat die Menschheit es anders gemacht. Wenn du dir die gesamte Menschheit anschaust, ich meine seit wann gibt es Homo Sapiens 250.000 Jahre ja oder noch nicht mal so lange, also wenn du dir nur Homo Sapiens anschaust das war ja nicht immer so also ich sag mal auch das Wirtschaftssystem das ist ja jetzt nicht böse gesagt Gott gegeben oder die Default Einstellung der Menschheit also wir haben es ja sehr lange Zeit auch anders gemacht von daher, wäre mein Input zu diesem Fragenkomplex, ohne dass das die Frage in irgendeiner

Franziska Konitzer Weise beantwortet oder löst.

Karl Urban Ja, das ist die Frage, ob es schon immer so war, wie es heute ist. Nur der Fakt, dass es weniger Menschen waren und die Technologie noch nicht ganz so weit war, die Ausbeutung ein bisschen geringer gehalten hat. Aber ich, dass der Mensch ganz gut darin ist, sozusagen mehr Energie aus seiner Umwelt zu verwenden in seiner Lebensweise, das gibt es ja eigentlich schon, seit wir irgendwie das Feuer erfunden haben und so weiter.

Franziska Konitzer Das weiß ich eben nicht. Das Wenige, was ich über Jäger- und Sammlergesellschaften, gelesen habe, vor allen Dingen die, die in moderaten Klimabedingungen gelebt haben, da war ja eher weniger das Sammeln wichtig und auch das Jagen nicht. Und Sammeln war ja vor allen Dingen nicht in dem Sinne, dass du eine Bevorratung anlegst, sondern dass du immer dann losziehst und gerade das sammelst, was du brauchst. Und wenn es alle war, dann bist du halt neu losgezogen.

Franziska Konitzer Und wenn du mal einen Tag keine Lust hattest, weil du eh keinen Hunger hattest, weil es gestern mal wieder irgendwie Fleisch gab, dann gehst du halt nicht sammeln, sondern am nächsten Tag. Und ich glaube, also ich glaube, als definitiv Nicht-Anthropologin, dass diese Lebensweise... Sehr, sehr, sehr anders war als unsere heutige Lebensweise, wo ja letztendlich aufgrund dieser starken Zukunftsgedanken auch und Bevorratung, wenn man es alt ausdrückt, und daraus entwickelt sich das alles, was aber auch dann komplexer ist.

Franziska Konitzer Warum haben wir überhaupt angefangen so zu leben? Aber ich glaube tatsächlich, weil mich das auch so interessiert hat, ich habe populärwissenschaftliche Bücher zum Thema gelesen über Anthropologie, Jägersammlergesellschaften, wie diese Menschen gelebt haben oder teilweise ja sehr, sehr, teilweise sehr gering immer noch leben.

Franziska Konitzer Und alles, was ich daraus rausziehe, sagt mir, dass diese Lebensweise dieser Menschengruppen sehr, sehr, sehr, sehr, sehr anders ist als unsere heutige. Von daher würde ich sagen, ja, wir hätten anders gekonnt oder wir konnten anders, aber in dem Moment vielleicht, wo du in eine Region auswanderst, wo es einen Winter gibt, wo du eben nicht jeden Tag aufs Neue losziehen kannst und dir das holen kannst, was du brauchst, vielleicht ist das dann der ausschlaggebende Faktor, wenn du an die Zukunft denken musst, um zu überleben.

Franziska Konitzer Ich weiß es nicht.

Karl Urban Um deine komplexe Gesellschaftsform aufrechtzuerhalten. Also es gibt glaube ich auch die, die sagen so, der Beginn des Ackerbaus ist so ein Punkt, wo du einfach schon Städte hast und naja, es ist ein tiefes Thema wahrscheinlich. Ist das nicht unseres. Aber ich fand die Gedanken interessant und ja, da kann man lange drüber brüten, wo eigentlich unser Problem ist, dass es da ist. So viel ist klar.

Karl Urban Ja, mach ich mal weiter. Kommt gleich noch eine Folge von mir und dann bist du dran.

Franziska Konitzer Eine schöne Geschichte. Das ist kein Problem. Ich finde, du hast hier sehr schöne Geschichten, du hast sehr schönes Feedback und ich lerne bei dem Feedback auch immer eine ganze Menge.

Karl Urban Das ist immer krass. Also es geht jetzt konkret um Folge 107 über den Dünen des Saturn-Mond-Titans und über die Frage, ob da etwas lebt. Also erstmal, das war ja meine Weihnachtsfolge und ich habe hinterher überlegt, hätte ich die vielleicht in zwei Teile teilen sollen.

Franziska Konitzer Falls dir jemand noch nicht angehört hat, sie war ein Dreiviertelstunden lang.

Karl Urban Genau, also für Astro Geo lang, gemessen an anderen Podcasts, die da so unterwegs sind, natürlich nicht lang. Ja, es gibt ja auch deutlich längere. Ich bin auch so ein Podcast-Hörer. Ich freue mich eigentlich immer über lange Folgen, solange ich die Hosts mag. Sonst höre ich die Podcasts sowieso nicht.

Franziska Konitzer Nee, das sowieso nicht, aber bei mir ist immer so, manchmal, wenn die Folge zu lang ist, das ist nie ein Grund, warum ich irgendwas nicht anhören würde, aber leider Gottes schaffe ich es dann, manchmal nicht, das in einem Stück zu hören und dann vergesse ich immer, dass ich die Folge gehört habe und dann finde ich nie raus, wie die Folge geendet hat, was auch tragisch ist.

Franziska Konitzer Aber das ist niemals die Schuld dieser Podcast oder sowas, sondern das liegt daran, dass ich ganz gerne Sachen verballere. Von daher ... Freut es mich, dass sich niemand aufgrund der Länge beschwert hat. Ich fand es schön. Ich fand es sehr schön. Von daher.

Karl Urban Ja, mir hat es auch Spaß gemacht und irgendwie hing das dann auch alles zusammen. Und wie gesagt, es hat sich auch niemand beschwert. Insofern kann es immer mal vorkommen.

Franziska Konitzer Jetzt beschleiß nicht, Karl, ansonsten kommen wir so ein paar Rückmeldungen.

Karl Urban Höchstens fünf Minuten. Ja, genau. Also Länge war in Ordnung. Es gab einen Kommentar auf der Webseite von Norbert. War eines meiner großen Fails in dieser Folge war ja die Aussprache der Niederländer, beziehungsweise vielleicht war es am Anfang gar nicht schlecht, aber es durchzuhalten, die Namen niederländisch auszusprechen, ist dann so eine Sache, wenn man eine deutsch-sozialisierte Zunge hat.

Karl Urban Und der Norbert hat einen schönen Link zu einem YouTube-Video angehängt, wo sich ein, ich vermute, ein niederländischer Sprecher fünf Minuten Zeit nimmt, zu erklären, wie man den Namen Christian Heugens. Heugens. Ja, ich kann es immer noch nicht richtig aussprechen.

Franziska Konitzer Christian Heugens.

Karl Urban Ja, also Christian und Christian sind wohl beide denkbar. Also sowohl die deutsche CHR-Aussprache wie auch dieses Ch direkt aus dem Rachen. Ja, und bei dem gibt es auch noch andere Videos, wo es dann auch um Gerhard Keupers geht und andere. Und alle möglichen Maler und so. Es ist ganz unterhaltsam.

Franziska Konitzer Okay, sehr schön.

Karl Urban Das bringt mich wahrscheinlich nicht dorthin, in Zukunft diese Namen richtig auszusprechen und vielleicht ist es tatsächlich in diesem Fall besser, wenn man es nicht ganz im Rachen hat, eher zu sagen. Nicht Denglisch, sondern Diederländisch, keine Ahnung, Deutsch-Holländisch auszusprechen, was auch immer.

Franziska Konitzer Liebe Niederländerinnen und Niederländer, wenn ihr uns anhört, bitte vergebt uns, dass wir eure Sprache und Aussprache ermorden. Wir machen es nicht absichtlich und wir geben uns Mühe.

Karl Urban Das ist so. Ja, dann haben wir einen Kommentar von Frank bekommen und der bezieht sich auf die Frage der Aerodynamik des Titan und es gibt wohl einen, Frank schreibt, es gibt ein großartiges What If von Randall Monroe, das ist der nicht ganz unbekannte, Zeichner des XKCD Webcomics, über das Fliegen auf anderen Himmelskörpern und er fand das extrem witzig und interessant.

Karl Urban Das ist wirklich sehr lustig, weil er geht die Himmelskörper des Sonnensystems durch, er fängt bei der Sonne an, die er nun auch eine Atmosphäre besitzt und dann kommen die Gasriesen, Uranus, Neptun, Jupiter, Saturn und er hat immer so ein Kleinflugzeug, irgendein Chestnut-Ding, von dem er ausgeht und dann rechnet er mal aus, wie weit man so kommt, bis man verglüht oder abstürzt.

Franziska Konitzer In den meisten Fällen stürzt man einfach ab.

Karl Urban Ja, genau. Teilweise zersetzt sich auch das Flugzeug schneller. Also das ist sehr unterschiedlich. Und der Titan ist da wirklich ein totaler Ausreißer. Und da steht nämlich, das Beste kommt zum Schluss. Was das Fliegen angeht, ist Titan vielleicht besser als die Erde. Seine Atmosphäre ist dicht, aber seine Schwerkraft gering, sodass der Oberflächendruck nur 50 Prozent höher ist als auf der Erde und so weiter. Das hatte ich alles erzählt.

Karl Urban Tatsächlich könnten Menschen auf Titan mit Muskelkraft fliegen. Ein Mensch in einem Drachenflieger könnte bequem abheben und umherfliegen, angetrieben von übergroßen Schwimmflossenstiefeln oder sogar durch das Schlagen künstlicher Flügel abheben. Der Kraftbedarf ist minimal, es wäre wahrscheinlich nicht anstrengender als Gehen.

Franziska Konitzer Hm. Aber ich müsste noch mal eine ganze Sauerstoffflasche mitnehmen und vielleicht irgendwie so einen Thermoanzug, ne?

Karl Urban Genau. Du brauchst keinen Druckanzug, weil der Druck ist okay, ne? Der ist ein bisschen höher als auf der Erde. Du musst eher den Druck draußen halten. Aber du brauchst jetzt keinen dicken Raumanzug. Du brauchst natürlich einen gut beheizten Anzug. Und das ist wohl auch das Hauptproblem für dieses Leichtflugzeug, weil sich dann irgendwie anfangen, die Kunststoffe zu zersetzen.

Karl Urban Weil es einfach sehr schnell sehr sehr starr wird. Also da müsste man vielleicht nochmal ein bisschen über das Material nachdenken, aus dem man so ein Gerät baut.

Franziska Konitzer Das nur als Warnung, bevor irgendjemand Reisepläne zum Titan schmiedet.

Karl Urban Aber so mit Muskelkraft einfach abheben, das klingt verlockend.

Franziska Konitzer Ich stelle es mir gerade ähnlich wie Schwimmen vor, wenn ich tauche. Ich bin im Schwimmbad und unten am Beckenboden und dann stoße ich mich ab und tauche. Oder halt schwimmen unter Wasser. Das stelle ich mir ein bisschen vor. Vielleicht nur gemütlicher als auf dem Titan.

Karl Urban Und mit besserer Vision, ne? Also man kann besser gucken als unter Wasser.

Franziska Konitzer Ja.

Karl Urban Schön. Genau, also vielen Dank dafür. Randall Monroe hat sich zu allen coolen Dingen schon mal Gedanken gemacht. Ja, dann ein Kommentar von Markus auf der Webseite. Und zwar geht es in diesem Kommentar um die Frage, woher so einige der eher nicht so weit verbreiteten Elemente auf Titan, wo die herkommen könnten und da hatte ich ja den E-Ring erwähnt des Saturns und Markus schreibt wird der E-Ring des Saturns nicht maßgeblich durch die Auswürfe des Enceladus gespeist was ja wiederum, wenn Titan H2O durch den Flug durch den E-Ring abstaubt die Spekulationen um Leben auf Titan so Panspermie mäßig noch spekulativ spektakulärer machen könnte, Fragezeichen Was?

Karl Urban Entschuldigung Du konntest nicht folgen. Also Markus meint, der Titan, der fliegt halt teilweise auch durch diesen E-Ring. Der E-Ring, nicht E-Höring, E-Ring, der E-Ring.

Franziska Konitzer Jaja, was der E-Ring des Saturnes weiß.

Karl Urban Es besteht hauptsächlich aus Wasser bzw. Wasserdampf, das aus der Tigerstripes-Region im Süden des Enceladus-Mondes stammt. Da gibt es ja diese Geysire.

Franziska Konitzer Enceladus ist der mit dem potenziell unterenceladischen Ozean aus flüssigem Wasser.

Karl Urban Der winzig-winzig kleine ist nur ein paar hundert Kilometer im Durchmesser, aber halt 200 oder so ist sehr klein. Aber er hat ja diese Geysire, weshalb er auch sehr stark überleben. Unter dessen Oberfläche spekuliert wird. Also man ist sich auf jeden Fall sicher, dass es da auch einen Ozean gibt. Und diese Panspermie-Frage ist halt, wenn es auf dem einen Mond Leben gibt, warum nicht, könnte sich dieses Leben nicht auch einfach bewegen dann noch zwischen diesen Monden?

Franziska Konitzer Aha.

Karl Urban Also das ist auf jeden Fall, ja, macht die Sache nochmal interessanter. Auch wenn dieses Leben auf Enceladus, wenn das aus einem Wasserozean stammt, natürlich so ein Lorky-Leben wäre eher. Also Life is Renote, also eher wie auf der Erde, auf Wasser basiert, Wasser und Kohlenstoff. Und auf Titan würde es ja dann erstmal auf diese sehr kalte Oberfläche fallen, wo Wasser gar nicht als Flüssigkeit existieren kann.

Karl Urban Also insofern, vielleicht ist das dann auch wieder schwierig.

Franziska Konitzer Wir können es auch unter Hochspekulativ abhaken.

Karl Urban Auf jeden Fall.

Franziska Konitzer Nicht abhaken, das klingt ein bisschen hart, aber ja, es ist hochspekulativ.

Karl Urban Aber diese Mondwelten sind schon interessant, weil sie halt auch sehr nah beieinander sind, verglichen jetzt mit Planeten.

Franziska Konitzer Das stimmt. Also es ist auf jeden Fall wahrscheinlich kürzer als von, weiß ich nicht, Mars zu Erde.

Karl Urban Ja, genau. Definitiv. Ja, dann bewegen wir uns mal weiter Richtung Leben. Der Mario schreibt uns eine Mail, und zwar schreibt er, er schreibt, dass er Biologie studiert hat und merkt an, dass wir beim Thema Leben auf fremden Planeten zwar über Elemente gesprochen haben, chemische Elemente, und auch, dass Methan wie Wasser ein Lösungsmittel ist, das potenzielles Leben auf der Titan-Oberfläche nutzen könnte, weil Wasser ja zu steinartigem Eis gefroren ist auf der Oberfläche.

Karl Urban Aber ob Methan dazu taugt, bezweifelt Mario. Und er schreibt, kleiner Ausschnitt, etwas naturwissenschaftlicher ausgedrückt, bedarf es eines abgegrenzten Raumes, um Ordnung im Inneren des Raumes aufbauen zu können und diese Ordnung gegen die daraus resultierende Entropieerhöhung im Außenraum abzugrenzen.

Karl Urban Also wir haben einen kleinen Raum in einem großen Raum und der will sich abgrenzen. Mein damaliger Professor hat immer betont, dass man für eine derartige Abgrenzung, also für Zellen, biologische Zellen, zwingend ein polares Lösungsmittel benötigt. Das wird mit Methan entsprechend schwierig. Ich glaube, Ammoniak ist noch denkbar, wobei das Leben dann aufgrund der niedrigen Temperatur, bei der es stattfinden müsste, ungefähr 30 Mal langsamer wäre als Wasserleben, wie auf der Erde.

Karl Urban In derart kleinen Räumen wie Bakterienzellen spielt die Diffusionsgeschwindigkeit eine ganz erhebliche Rolle. Wenn wir unsere Evolution 30 Mal langsamer laufen ließen, könnte es knapp werden, innerhalb einer Lebensdauer, einer Standardsonne mehrzelliges Leben hervorzubringen.

Franziska Konitzer Ja, weil das hat ja auch noch ein bisschen gedauert. Also sehr viel länger, mehrzelliges Leben hervorzubringen für die Erde als überhaupt den Ursprung des Lebens.

Karl Urban Ob es auf Titan mehrzelliges Leben gibt, ist natürlich auch eine sehr große Frage, die wir gar nicht diskutiert haben.

Franziska Konitzer Peter Ward would like to have a word with you.

Karl Urban Ja, genau. Aber es wäre ja schon ein Bummer, wenn da einfach ein einzelliges Leben wäre. Insofern, ja, vielen Dank auf jeden Fall, Mario. Ich bin total froh über solche Hörerzuschriften, die auch meine eigenen Unzulänglichkeiten ein bisschen ausgleichen. Und ich habe mir gedacht, beziehungsweise wir haben uns zusammen ja auch schon während der Aufnahme gedacht, dass wir zu diesen ganzen Fragen eigentlich mal unsere gute Freundin und Kollegin versus Ex-Kollegin Martina Feiner befragen könnten.

Karl Urban Kennen, ehemalige Podcast-Kollegin von dir, Franzi, und journalistische Kollegin von uns beiden, die zurück in die Wissenschaft gegangen ist und mittlerweile eine Gruppe am MPI für terrestrische Mikrobiologie in Marburg leitet, die vor ein paar Folgen ja auch mal zu Gast war. Und Martina beschäftigt sich ja mit dem Ursprung des irdischen Lebens, aber sie war so nett, sich unsere Folge anzuhören.

Karl Urban Und sie hat sich so ein bisschen auch auf Basis unserer Folge in den Titan eingedacht und zum Thema Polarität des Wassers, also diese Eigenschaft des Wassers, die jetzt hier für die Bildung von Zellen erwähnt wurde, hat sie Folgendes gesagt. Sie bringt dann noch ein zweites Argument auf, nämlich noch eine andere Eigenschaft von Wasser, die hier relevant sein könnte.

Martina Preiner Also Methan als Lösungsmittel weiß ich relativ wenig, wie gesagt, weil ich ja einen gewissen Bias habe, auch was Wasser angeht. Aber es stimmt schon mit der Polarität. Die Polarität ist durchaus von Vorteil. Vor allem natürlich, weil die Moleküle, die für uns relevant sind, auch meistens sich in Wasser lösen.

Martina Preiner Stimmt aber tatsächlich nicht für alle Lebensmoleküle, zumindest nicht so leicht. Da müssen dann nochmal andere Tricks ausgepackt werden, die jetzt vom Leben, die jetzt erstmal gar nicht so relevant sind. Ich glaube, was ich bei Methan ein bisschen kritischer sehen würde, ist, oder was umgekehrt das Wasser über die Polarität hinaus sehr wertvoll macht, ist, dass Wasser quasi uns einen pH-Wert-Range gibt, bedeutet, was Wasser macht, das ist ja H2O und dieses H, also der Wasserstoff von dem Wasser, das Wasser kann Protonen abgeben, also ein H+, ein positiv geladenes Wasserstoffatom oder Proton und das ist tatsächlich sehr wichtig für viele biologische Prozesse und auch für viele chemische Prozesse, die eventuell zu Leben führen könnten.

Martina Preiner Und bei Methan ist das wahnsinnig schwer, so einen Proton abzugeben oder aufzunehmen. Das wäre tatsächlich auch eher ein Nachteil, was jetzt die reine Funktion als Lösungsmittel angeht. Also ich würde mir Methan vorstellen wie ein durchschnittliches organisches Lösungsmittel. Auch so wie Ethan kennt man auch ein bisschen zumindest in der Industrie als mögliches Lösungsmittel unter hohem Drücken.

Martina Preiner Da kann man halt dann natürlich sehr viel andere organische Moleküle theoretisch drin auflösen. Das ist ja schon erstmal gut. Die können da vielleicht auch sogar miteinander reagieren. Phasenseparation, also dass man wirklich dann sowas wie Zellen oder sowas bekommt, wäre da wahrscheinlich auch schwieriger.

Martina Preiner Man könnte natürlich jetzt, wenn ich da so ein bisschen mit dem Teufel tanze diesbezüglich, auch sagen, wenn man dann was Polares hätte, also jetzt sagen wir mal Wasser oder irgendwas anderes oder Methanol, oder irgendwas, was vielleicht einfach ein bisschen polarer ist als Methan selbst, dann könnte man ja quasi umgekehrte Zellen bauen.

Martina Preiner Also zumindest kleine polare Tröpfchen innerhalb eines unpolaren Sees. Aber wie gesagt, die Chemie des Wassers ist schon sehr speziell und sehr einzigartig. Deswegen, wie gesagt, fällt es mir sehr schwer, mir vorzustellen, dass es ein hardcore organisches Lösungsmittel ist, das eigentlich wirklich nicht wahnsinnig viel reagiert. eine gute Wahl wäre.

Franziska Konitzer Okay, also der Methan ist raus, nehme ich daraus mit.

Karl Urban Ja, weil sie konstruiert ja was mit diesem Methanol-Alkohol, was dann, Alkohol ist auch ein bisschen polarer, aber ja, sie ist skeptisch, das hört man schon raus.

Franziska Konitzer Jetzt habe ich die Fangfrage für dich, Karl. Was heißt eigentlich polar? Also, Entschuldigung.

Karl Urban Ich weiß es schon, so weißt du so.

Franziska Konitzer Ich kann es mir so ungefähr zusammenreimen, Aber so, was heißt das Polar? Heißt es, dass die eine Seite irgendwas anzieht und die andere abstößt? Polar kenne ich irgendwie nur, weiß ich nicht, Batterien, Plus und Minus, Hurra. Aber was ist denn Polar bei Molekülen?

Karl Urban Bezeichnet in der Chemie die Aufteilung elektrischer Ladung in Molekülen oder Atomgruppen durch Ladungsverschiebung.

Franziska Konitzer Okay, das hast du jetzt von der Wikipedia abgelesen, oder?

Karl Urban Ja, das Wikipedia-Wissen aus meinem Hirn.

Franziska Konitzer Das ist aber okay. Okay, also es ist tatsächlich eine Ladungstrennung letztendlich, dass der eine Teil ist irgendwie so ein bisschen negativ gepolt und der andere ein bisschen positiv.

Karl Urban Genau.

Franziska Konitzer Okay, danke dir. Sorry, das war jetzt echt gemein, gell?

Karl Urban Also ich finde, diese Polarität ist mir in meinem Studium oft begegnet. Ich finde die immer auch so ein bisschen unanschaulich. Aber das scheint irgendwie schon was Wichtiges zu sein für chemische Eigenschaften von Stoffen.

Franziska Konitzer Das scheint was Wichtiges zu sein, falls ich irgendwelche Chemikerinnen und Chemiker, die diese Folge hatten, packen die wahrscheinlich jetzt gerade ihre polarisierten Mistgabeln aus. Wir haben noch Feedback, wo ich auch was chemisch, biochemisch verballert habe und wo mir die Leviten gelesen wurden und zwar vollkommen zu Recht.

Karl Urban Magst du das vorlesen oder soll ich das auch vorlesen?

Franziska Konitzer Sehr gerne. Das war ein Feedback auf immer noch deine Geschichte. Da haben wir eine Mail von Hagen bekommen. Hagen ist nicht Biologe, sondern, oder kein Biologe, sondern sogar Biochemiker. Und er hat unseren Podcast sehr gelobt, aber mir, oder uns beiden und vor allen Dingen mir vollkommen zu Recht die biochemischen Leviten gelesen.

Franziska Konitzer Er schreibt nämlich, die erste Sache ist die Warnung vor chiralen Molekülen. Ich schätze, die referenzierte Warnung bezieht sich auf diesen Artikel und der hat den dazugehörigen Fachartikel verlinkt, den ich auch gemeint habe. Und in diesem Fachartikel geht es um die Gefahr von möglichen Organismen, die komplett spiegelverkehrt leben.

Franziska Konitzer Also ein Einzeller auf unserer Erde, Bakterien denke ich in dem Fall, die eben komplett spiegelverkehrt leben. Das hat aber erstmal gar nichts mit Kontergan zu tun, weil über das Kontergan und den daraus entstehenden Skandal hatte ich gesprochen. Und auch nichts mit der Gefahr durch chirale Moleküle. Chirale Moleküle sind ja auch spiegelverkehrte Moleküle.

Franziska Konitzer Denn gerade bei Pharmazeutika muss man höllisch aufpassen, welches N-Antiomer welche Wirkung hat. N-Antiomer ist halt entweder linksrum oder rechtsrum. Aber das macht nicht gleich alle N-Antiomere gefährlich. Ein klassisches Beispiel in unseren Studien ist da zum Beispiel Carvon, was auch immer das ist, welches in seiner S-Form nach Pfefferminze riecht und in seiner R-Form nach Kümmel.

Franziska Konitzer Das finde ich total geil. Der Punkt ist, dass in einem so chiralen System wie einem biologischen Organismus zwei N-Antiomere komplett unterschiedlich mit uns interagieren können. Das macht aber nicht chirale Moleküle direkt gefährlich, wie im Podcast leider dargestellt. Und der Artikel bezieht sich auf die Gefahr, wenn ein gesamter Organismus spiegelverkehrt ist. Und da hast du vollkommen recht, lieber Hagen, du hast vollkommen recht und ich danke dir für den Hinweis, weil der ist super wichtig.

Franziska Konitzer Und das hat dich tatsächlich durcheinander gebracht. Also nicht alle spiegelverkehrten Moleküle sind für uns gefährlich, wie er selber ja, was auch immer Carvon ist, wie er selber schreibt, sondern in dem Fachartikel ging es eben darauf, wenn ein gesamter Organismus spiegelverkehrt ist. Und der andere Punkt, schreibt Hagen, bezieht sich darauf, dass beim Abschnitt über den flüssigen Stickstoff über die Stabilität der Dreifachbindung geredet wurde. Hoffentlich, das war nicht ich. Never ever.

Karl Urban Das war ich. Ja, das war ich.

Franziska Konitzer Oh Gott sei Dank. Die hat aber erstmal gar nichts mit dem Aggregatszustand zu tun und ändert sich auch nicht beim Flüssigwerden. Die Stabilität der Bindung hat mit dem Schmelz und Siedepunkten gar nicht so viel zu tun. Da ist, wenn ich mich nicht täusche, eigentlich sowas wie Polarität, oh nee, nicht schon wieder, ein deutlich ausschlaggebenderer Faktor. Okay.

Karl Urban Genau, und die Martina, ich habe Martina gebeten, das auch nochmal zu kommentieren.

Franziska Konitzer Oh, danke dir, du bist so gut.

Karl Urban Die erklärt das nochmal, unabhängig von Wikipedia, sondern einfach, weil sie das versteht. Deswegen hören wir uns das auch noch an.

Martina Preiner Dass Stickstoff flüssig ist und unter bestimmten Bedingungen hat tatsächlich relativ wenig mit der Dreifachbindung zu tun. Mit was die Dreifachbindung zu tun hat, ist tatsächlich, dass N2, also das Stickstoff-Elementarmolekül, relativ schwer zu brechen ist. Deswegen, da denkt man vielleicht an den Haber-Bosch-Prozess, also warum das damals so eine große Nummer war, Dünger aus Luftstickstoff herzustellen, also aus N2.

Martina Preiner Das ist wahnsinnig schwierig, N2 zugänglich zu machen. Und ich könnte mir auch vorstellen, selbst auch wenn es flüssig ist und in Methan gelöst, ist es immer noch wahnsinnig schwierig, diese Dreifachbindung zu brechen und das irgendwie in irgendwas anderes einzubauen. Und deswegen wäre das wahrscheinlich eher ein Nachteil, dass das meiste als N2 vorliegt und nicht jetzt zum Beispiel als Ammoniak oder als Nitrate oder so.

Franziska Konitzer Ah, jetzt verstehe ich. Okay.

Karl Urban Genau.

Franziska Konitzer Nee, aber sehr, sehr gute Punkte, lieber Hagen und vor allem auch liebe Martina, vielen, vielen lieben Dank für die Hinweise und die Erklärungen und ich bin mir wieder einmal meiner eigenen chemischen und vor allem biochemischen Unzulänglichkeiten bewusst.

Karl Urban Aber dafür haben wir zum einen treue Hörer und zum anderen gute FreundInnen, die sich da auskennen. Insofern stehen wir da einfach zu unseren Fehlern und hoffen, dass ihr uns da weiterhin korrigiert. Ich habe noch eine Anmerkung, die Martina hatte, die ich hier kurz selber wiedergebe. Nämlich gibt es auch in dieser wissenschaftlichen Community, in der sie unterwegs ist, wo es ja eigentlich um die Entstehung des Lebens auf der Erde geht, eine Diskussion über Methan.

Karl Urban Und zwar könnte es sein, dass es auf der jungen Erde sehr viel Methan in der Atmosphäre gegeben hat und dieses dann als Energiequelle des frühen mikrobischen Lebens gedient haben könnte. Das ist zwar Spekulation und es ist auch was anderes als dieses nicht-Lorki, also nicht-Life-as-we-know-it-Leben auf dem Titan.

Karl Urban Also das ist etwas anderes, denn da hätte das Methan ja eher nicht die Rolle als Energiequelle, sondern vor allen Dingen als Lösungsmittel, spekulativerweise. Aber trotzdem, Methan auf der Erde könnte früher auch Thema gewesen sein. Hurra, hurra. Das Thema ist wirklich tief. Vielleicht kommen wir da irgendwann mal wieder hin.

Franziska Konitzer Oh, da kommen wir definitiv wieder hin. Mich interessiert das ja auch persönlich oder vielleicht sind es die Langscheitschäden von drei Staffeln Podcast eben zusammen mit Martina, dass ich auch daran ein Interesse habe.

Karl Urban Ja, daran musst du uns definitiv noch ein bisschen teilhaben lassen, mich und die Hörer.

Franziska Konitzer In der Entstehung des Lebens und wie das alles zusammenpassen könnte und wie Alternativen sein könnten, finde ich ein sehr spannendes Thema.

Karl Urban Sehr gut.

Franziska Konitzer Genau. Dann kommen wir zum Pluto, oder? Wir gehen heute im Sonnensystem immer weiter vor. Oder weiter nach außen.

Karl Urban Das stimmt.

Franziska Konitzer Denn meine letzte Geschichte, die ich dir erzählt habe, ging ja darum, dass ich kein Herz für Pluto als Planet habe. Und warum ich kein Herz für Pluto als Planet habe. Ganz allgemein gab es zu der Folge viel Empathie mit Pluto, auch vollkommen zu Recht.

Karl Urban Man schloss sich dir nicht an?

Franziska Konitzer Ja, das ist, vielleicht habe ich mich dann auch nicht, wahrscheinlich habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Ich meinte wirklich, dass ich, ja, ich habe kein Herz für Pluto als Planet. Es ist kein Planet. Das schmälert aber in keinster Weise die Errungenschaften der New Horizons Mission, für die es eben auch viel, zu der es eben auch Hörerinnen-Feedback gab und dem Missionsteam dahinter.

Franziska Konitzer Das soll überhaupt nicht ihre Errungenschaften und Erkenntnisse schmälern oder auch, dass ich das nicht für Wert befunden hätte, dass man diese Mission überhaupt startet. Das ist definitiv nicht so. Ich finde, man sollte noch sehr viel mehr Missionen auch zu solchen anderen Zwergplaneten starten, weil man kann eine Menge lernen.

Franziska Konitzer Menschen haben uns auch geschrieben, dass sie Pluto als Plüschtier, als Plüschplanier haben, natürlich mit aufgenebem Herz. Sehr schön. Und dann schreibt Noel auf unserer Website, das Planeten-Counter-Geräusch, was wir in der letzten Folge verwendet hatten, hat bei mir, schreibt er, immer eine Assoziation zu Sternen ausgelöst.

Franziska Konitzer Könnte eventuell durch das Super Mario-Universum bei Nintendo beeinflusst sein. Kann ich verstehen. Vor meinem inneren Ohr habe ich stattdessen immer das Geräusch eines Bowlingballs gehört, der die Pins abräumt, was in Bezug zur Planetendefinition ganz gut passt. Von wegen Bahnfreiräumen.

Karl Urban Aber der war auch schön, oder?

Franziska Konitzer Ja, aber es stimmt. Das klingt tatsächlich so ein bisschen wie Super Mario-Sterne einsammeln.

Karl Urban Das stimmt, ja.

Franziska Konitzer Ich dachte es als jemand, der Super Mario Galaxy 2 komplett durchgespielt hat. Das ist der wenigen Spiele, die ich komplett durchgespielt habe. Es gab auch noch ein paar Vorschläge für Eselsbrücken, um sich die Reihenfolge der Planeten in unserem Sonnensystem zu merken. Mikos schreibt auf Spotify, eine mögliche Variation, meine Verwandten erklären mir jeden Sonntag.

Karl Urban Gender neutral, sehr gut.

Franziska Konitzer Dann hört es ja irgendwie nach Saturn auf.

Karl Urban Achso, das ist, glaube ich, ein Copy-and-Paste-Fehler. Unsere Nachthimmel. Unsere Nachthimmel.

Franziska Konitzer Unsere Nachthimmel. Also meine Verwandten erklären mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel. Das ist sehr schön. Und Markus schreibt als möglichen Merksatz, Mamas verrückte Erkenntnisse machen jeden Scheiß unfassbar nützlich.

Karl Urban Das gefällt mir total gut.

Franziska Konitzer Auch wenn es nicht ganz jugendfrei ist.

Karl Urban Nein, das ist genau perfekt jugendgeeignet. Fäkal geht immer. Das merken die sich sofort.

Franziska Konitzer Ich hab, ich hab, ich hab. Du kannst es ja mal an deinen eigenen Kindern austesten. Mal gucken, wie es dann läuft. So, und dann gibt es eine weitere Frage von Markus. Und er schreibt, ist angesichts all der Monde und Trojaner auf den Bahnen der Gas- und Eisriesen nicht das mit dem in Resonanz zwingen wichtiger, als die Bahn freigeräumt haben?

Franziska Konitzer Da geht es um die Definition, was ein Planet ist und Kriterium Nummer drei ist eben, er hat die Bahn freigeräumt. Markus fragt weiter, haben Venus und Merkur eigentlich Trojaner? Aber ist selbst diese Definition so wasserdicht? Denn einen kleinen Einfluss wird doch selbst Pluto bzw. Das Plutosystem mit all den Plutomonden auf die anderen Objekte des Kuipergürtels ausüben?

Franziska Konitzer Oder sollte man eher das gravitative Zentrum einer Bahn als Definition nehmen? Also zur Frage, ob Venus und Merkur eigentlich Trojaner haben, kann ich sagen, das habe ich nachgeschaut. Von Venus ist ein Trojaner bekannt, von Merkur weiß man es nicht. Da geht man, das wäre, die hätten einen schicken Namen, nämlich Vulkanoide, weil man früher.

Franziska Konitzer Bevor man die Bahn von Merkur so richtig erklären konnte, eben mit der allgemeinen Relativitätstheorie, ist man davon ausgegangen, dass es da vielleicht noch einen Planeten gibt, nämlich den Vulkan. So, hurra. Und deshalb denke ich, heißen diese hypothetischen Trojaner von Merkur Vulcanoide. Also, aber ja, Venus einer, Merkur weiß man nicht. Bei der Erde ist es übrigens auch so. Die Erde hat ja ein paar Trojaner, aber die sind auch nicht so stabil.

Franziska Konitzer Also die bleiben da nicht lange.

Karl Urban Aber ist es nicht auch total schwierig, die zu finden, gerade Richtung Merkur?

Franziska Konitzer Für Merkur hast du eigentlich keine Chance. Das ist viel zu nah an der Sonne. Ja, das ist viel zu nah an der Sonne dran, deshalb geht nicht. Aber zum eigentlichen Punkt, was nun also, ob das besser ist, die Definition mit in Resonanz zwingen oder wie auch immer als Bahn freiräumen. Also, der dritte Punkt, was wie ein Planet in unserem Sonnensystem definiert ist, lautet laut der Internationalen Astronomischen Union, has cleared the neighborhood around its orbit. Also was heißt das?

Franziska Konitzer Er hat, ein Planet hat die Nachbarschaft in der Nähe seiner Umlaufbahn aufgeräumt. Aber was heißt die Nachbarschaft aufgeräumt? Wir sagen ja meistens aber nur Bahnfreiräumen.

Karl Urban Bahnfrei Kartoffelbrei.

Franziska Konitzer Ja, das ist jetzt nicht definitiv festgelegt, was das eigentlich bedeutet. Also es heißt eigentlich so viel, Die Bahn freigeräumt haben, das heißt, dass ein Himmelskörper seine Bahn oder seine Nachbarschaft so aufgeräumt hat, weil seine Schwerkraft eben so dominant ist im Vergleich zu den anderen Himmelskörpern in der Nähe, dass es in dieser Bahn, in der Nachbarschaft keine anderen Himmelskörper gibt, die es in puncto Schwerkraft mit ihm aufnehmen könnten.

Franziska Konitzer Also es gibt auch keine anderen Körper vergleichbarer Größe in seiner Umgebung, außer eben seine natürlichen Satelliten, also seine Monde oder irgendwie sowas, oder die sonst wie unter seinem Einfluss stehen, der Schwerkraft. Aber es gibt da keine definitive Zahl oder was das heißt. Das kannst du dir auch so vorstellen, zum Beispiel bei Neptun, weil es gab, da würde ich auch noch gleich auf eine weitere Frage eingehen, weil das ganz gut passt, weil auch ein weiterer Hörer, Marc auf Spotify, hat dann geschrieben, warum ist dann eigentlich Neptun ein Planet, wenn Pluto seine Bahn kreuzt?

Karl Urban Da habe ich auch kurz gestoppt.

Franziska Konitzer Also heißt das dann, dass Neptun auch seine Bahn nicht freigeräumt hat? Nein, das heißt es nicht, weil Pluto ist sehr viel kleiner und auch sehr viel weniger massereich als Neptun. Also nur zum Vergleich, Neptun hat 17,5 Erdmassen, Pluto hat 0,0218 Erdmassen. Also Pluto kann es in puncto Größe und Masse überhaupt nicht mit Neptun aufnehmen.

Franziska Konitzer Und Neptun hat seine Bahn freigeräumt. Er ist von der Schwerkraft her der dominante Himmelskörper auf dieser Bahn und in diesem Bereich, in dieser Nachbarschaft. Während hingegen Pluto im Kuipergürtel oder da, wo er halt ist, auf seiner Bahn, Pluto ist nicht der dominante Himmelskörper von der Schwerkraft her im Vergleich zu seiner Nachbarschaft.

Franziska Konitzer Das ist vielleicht auch ein bisschen, nur weil er die Bahn kreuzt, das Neptun heißt nicht, dass dann Neptun kein Planet wäre, das kannst du dir ähnlich vorstellen. Denn ich meine, wie bei der Erde, da kreuzen ja auch zum Beispiel Kometen die Erdumlaufbahn. Da kommen ja unsere Sternschnuppen her. Das heißt aber nicht, dass die Erde kein Planet wäre.

Franziska Konitzer Aber es ist schon so, dass die Definition der Internationalen Astronomischen Union, die ist nicht... Also die ist jetzt nicht zahlenmäßig oder irgendwie durch irgendwelche Formeln ist das nicht festgelegt. So, genau. Kritiker oder Kritikerinnen könnten auch behaupten, böse Zungen, dass die Definition der Internationalen Astronomischen Union genau so ist, dass alle Planeten in unserem Sonnensystem Planeten bleiben, nur Pluto nicht. Okay.

Franziska Konitzer Dann gab es noch eine Frage oder eine Anmerkung zur Frage, wie viele Planeten gibt es in unserem Sonnensystem, hat André geschrieben auf der Webseite, dass es einen Vortrag von Michael Büker gab, den man sich auch online anschauen kann. Und da sind dann auch die anderen Planeten, inzwischen Zwergplaneten, mit erwähnt werden. Und das können wir ja verlinken, den Vortrag, sehr gerne.

Franziska Konitzer Und dann noch ein Kommentar von Rainer Pfaff. Er schreibt, kleiner Kommentar am Rande, eine Exzentrizität von 1 ist kein Strich, sondern eine Parabel. Da hast du vollkommen recht, Rainer, vielen lieben Dank. Exzentrizitäten größer als 1 gibt es auch. Das sind dann Hyperbeln und Hyperbeln sind die Bahnen der interstellaren Besucher in unserem Sonnensystem, mit denen du dich ja auskennen müsstest, Karl.

Karl Urban Umuamua.

Franziska Konitzer Umuamua. Also dessen Bahn war dann wohl eine Hyperbel, ne?

Karl Urban Genau.

Franziska Konitzer Ciao Kakao, geht dann wieder. So, und Jauser schreibt auf Spotify, ich bin Wissenschaftsphilosophin und habe auch viel Wissenschaftsgeschichte gemacht. Zur Wissenschaftlichkeit des Sammelns gibt es Literatur, auch Einordnungen, wie das Ganze als unmännlich gesehen wurde. Stichwort Stamp Collection. Auch zur emotionalen Reaktion, wenn sich Dinge verändern.

Franziska Konitzer Weil wir hatten in der Folge über Einordnungen und Sammeln gesprochen und ich denke, ich hatte die Geschichte erzählt von einem meiner Physikprofessoren, der in seiner fachlichen Arroganz andere Fachbereiche der Wissenschaften ganz gerne als Briefmarkensammelei abgehakt hatte. Und deshalb daher an Jauser, danke für den Hinweis, das finde ich spannend und wenn du magst, könntest du uns ja verraten, welche Literatur denn zum Beispiel, das würde mich interessieren und das sage ich als jemand, die beim Gedanken, an irgendeine Art von Sammlung Herzrasen bekommt, weil ich definitiv keine Sammlerin bin, ich werde immer nervös, so.

Karl Urban Ja, ich bin mit Jauser im Gespräch, also eventuell wird sich da mal was ergeben.

Franziska Konitzer Das fände ich interessant und Und das war dann das Feedback zu meiner Geschichte für Kein Herz für Pluto.

Karl Urban Als Planet?

Franziska Konitzer Aber ich ja doch ein Herz für Pluto habe. Ich möchte das nochmal klarstellen. Ich disse hier keine Zwergplaneten.

Karl Urban Nein.

Franziska Konitzer Pluto-Fans.

Karl Urban Nichts läge uns fern.

Franziska Konitzer Plüschplaneten oder sonst irgendwie was. Genau.

Karl Urban Man darf auch weiterhin mit Pluto kuscheln. Auf jeden Fall.

Franziska Konitzer Oh.

Karl Urban Ja.

Franziska Konitzer Entschuldigung.

Karl Urban Feedback. Also wir machen es ja eigentlich chronologisch, aber ich springe jetzt nochmal ganz weit zurück. Ich habe das deshalb eher ans Ende jetzt gestellt. Ich habe nämlich eine E-Mail von Elke bekommen und Elke hat mir geschrieben, dass sie eine Folge gehört hat vor kurzem, die ich vor langer Zeit gemacht habe, also gemessen an unserer gemeinsamen Zeit in diesem Podcast vor langer Zeit.

Karl Urban Wir haben diese Folge auch zusammen gemacht oder ich habe sie dir erzählt. Da ging es um die dänische Seismologin und Entdeckerin des festen inneren Erdkerns, Inge Lehmann.

Franziska Konitzer Das war eine wunderbare Geschichte.

Karl Urban Astrogeo 48, genau. Also das war so ein bisschen eine biografische Geschichte. Das Paper, wo diese Entdeckung bekannt gegeben wurde oder wo sie das veröffentlicht hat, ist von 1936. Sie war als eine Frau in einer Zeit unterwegs, wo die Wissenschaft wirklich noch sehr, sehr männlich dominiert war. Und darum ging es auch in dieser Folge.

Karl Urban Genau, und ich habe ja in der Folge auch erzählt, dass ich so meine liebe Not hatte, etwas über ihr Leben zu recherchieren, weshalb ich mir auch ein nur auf Dänisch erschienendes Buch, nämlich einen historischen Roman, quasi KI übersetzt habe, übersetzt haben lassen habe und auch noch mit der Autorin gesprochen hatte, dann aber zusätzlich dieses Buches, einer Dänen.

Karl Urban Und Elke schreibt mir nun Folgendes. Danke für die Folge. Von ihr hatte ich noch nichts gehört, Also von Inge Lehmann. Und ich kann mich auch nicht entsinnen, dass sie oder ihre Entdeckung im Studium angesprochen wurde. Also offensichtlich hat Elke auch Geowissenschaften studiert oder etwas Verwandtes.

Karl Urban Auch immer noch scheint es keine Übersetzung des Buches von Lotte Andersen zu geben. Ich habe deswegen an den Verlag geschrieben und um Hilfe für englische oder deutsche Übersetzung gebeten und das hat Eckel getan und sogar eine Antwort bekommen und die Antwort lautet sinngemäß, es ist weder eine deutsche noch eine englischsprachige Übersetzung zum Roman über Inge Lehmann in Planung.

Karl Urban Das ist schade und ich bin eigentlich kein großer Freund von Netzaktivismus, aber wenn ihr wie Elke und ich und mutmaßlich auch du Franzi, große Freunde der Seismologin Inge Lehmann seid, dann schreibt doch auch mal dem Verlag, denn vielleicht müssen sie das einfach noch ein bisschen öfter hören. Also zur Sicherheit, ich packe euch mal den Link zu diesem Buch auf der Verlagswebseite in die Shownotes.

Karl Urban Ihr könnt ja darüber nachdenken, ob das vielleicht eine Idee wäre. Ihr müsst ja nicht sagen, wo ihr das gehört habt. Ihr könnt natürlich auch sagen, dass ein sehr einflussreicher, unter anderem geologischer Podcast dieses Buch sehr lobend erwähnt hat. Das könnt ihr natürlich machen. Sehr gut. Ja, willst du den letzten Block mal anfangen?

Franziska Konitzer Ja, zum Schluss haben wir noch ein bisschen allgemeines Feedback, also jetzt nicht auf eine spezifische Folge bezogen und das wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten. Zum Beispiel schreibt Stefanie auf der Website, auf unserer Website astrogeo.de zum Thema Mädchen-Podcast. Ich bin auch eine Frau und habe schon jede Folge mindestens zweimal gehört.

Franziska Konitzer Es ist einfach super interessant. Vielen lieben Dank, liebe Stefanie. Und Elisa schreibt auf Mastodon, euer Podcast ist großartig und hat mich dazu animiert, mich wieder an der Uni als Gastführerin für Astrophysik einzuschreiben. Ihr bringt das aber deutlich verständlicher rüber. Das freut uns natürlich sehr.

Franziska Konitzer Und ja, mega. Viel Spaß bei der Astrophysik an der Uni, liebe Elisa. Finde ich toll.

Karl Urban Dazu passend eine andere Mail von einer Hörerin, die fast gleichzeitig kam, von Ellen. Sie schreibt nämlich, euer Podcast hat mir den Mut gegeben, nebenberuflich ein Geologiestudium aufzunehmen.

Franziska Konitzer Das finde ich so cool. Das finde ich mega.

Karl Urban Das motiviert uns ungemein, wenn ihr uns solche Dinge schreibt, wirklich.

Franziska Konitzer Tatsächlich, vor allen Dingen motiviert es mich, ich überlege auch schon die ganze Zeit, dass ich echt gerne irgendwie wieder was anderes studieren würde.

Karl Urban Vielleicht Chemie oder Biologie oder sowas.

Franziska Konitzer Nee, Bio war ich, nee, Mathe irgendwie fände ich nochmal gut. Also eigentlich würde ich auch nochmal Physik studieren gehen, aber das habe ich ja nun schon. Aber Mathe fände ich irgendwie spannend. Aber ja, ich habe, ja, aber von daher, es fixt mich an. Die Vernunft sagt nein, aber das Herz sagt ja. Endlich wieder Kurvendiskussion. Genau.

Franziska Konitzer Auf jeden Fall finden wir beide, glaube ich, großartig. Elisa schreibt weiter, Das ist dann eine Anregung für dich, lieber Karl. Trotzdem würde ich sehr gerne mal wieder etwas Geologisches von der Erde hören. Rohstoffe in der Tiefsee beziehungsweise Meeresbodenbergbau vielleicht, falls das in eure Themengebiete fällt.

Karl Urban Definitiv.

Franziska Konitzer Ja, viel Spaß. Ich bin raus. Aber ich bin, ich bin, ich bin gespannte Zuhörerin. Und du, der du immer diese Kommentare zusammenfasst, schreibt, dass mehrere Menschen bemerken positiv, dass ich Magic spiele. Und es gibt auch Angebote, mal zu spielen und ein Versprechen, ohne dir dabei mansplainerweise irgendwelche Tipps zu geben.

Franziska Konitzer Und da sage ich, welches Format denn? Weil ich spiele zur Zeit Standard, weil ich für Commander zu ungeduldig bin. Und früher habe ich auch Popper gespielt, aber es nervt mich.

Karl Urban Also ich höre nur böhmische Däufer gerade.

Franziska Konitzer Weil Glyndhawk nicht mehr gut ist und diese depperte Writhing Chrysalis mir auf den Keks geht.

Karl Urban Franzi, du bist im falschen Podcast. Standard.

Franziska Konitzer Oh, ich bin definitiv im richtigen Podcast, aber wie gesagt, wenn jemand Standard spielt, Ähm... Hurra. Ich habe sogar endlich geschafft, mir ein Deck and Paper zu bestellen. Und das ist auch komplett und wartet darauf, Menschen zu ärgern. So, und zum Schluss gibt es noch, hat André geschrieben aus Spotify, ich finde es auch mega unprofessionell in einem Wissenschaftspodcast, was es wohl sein soll, der hat unqualifizierte Zwischenrufe zu jedem Konzept.

Franziska Konitzer Hin oder her, hört es euch einfach mal selber aus Sicht eurer Hörer an, sonst wirklich sehr interessant. Ich weiß nicht, auf welche Zwischenrufe oder Folge sich André bezogen hat.

Karl Urban Das weiß ich auch nicht so genau, wobei es war auf Spotify, das könnten wir nachschauen, aber der, das ist ja ein allgemeiner Kommentar. Ich bin eigentlich auch kein Freund davon, irgendwelche kritischen Kommentare zu kommentieren, aber diesen finde ich schon interessant, weil er fängt ja an mit auch, also ich finde es auch, das ist sein erster Satz, naja.

Franziska Konitzer Gut, das kann ich ja verstehen, aber allgemein ist es so, das erinnert mich ein bisschen an Feedback, was Martina und ich damals, früher bei UNODA zum Quadrat bekommen haben. Da war das Konzept ja naja, eher schon ähnlich, also ein bisschen anders als bei Astrogeo natürlich, auch von den Themen her sowieso, aber wir haben uns ja auch unterhalten und Und da gab es halt auch, naja, Zwischenrufe oder wir haben uns auch mal unterbrochen oder irgendwie sowas.

Franziska Konitzer Und da wurde uns dann auch manchmal wieder gespiegelt, dass so Zwischenkommentare doch gerade in einem Wissenschaftspodcast unprofessionell sei. Und ich verstehe nach wie vor das Problem nicht ganz so dieser Menschen, weil ich mir denke, nur weil es ein Podcast über Wissenschaft ist, heißt es ja nicht, dass wir irgendwie, dass ich mich jetzt mit Krawatte vor meinen Laptop setze und in NachrichtensprecherInnen-Manier das Ganze runterbete, also ...

Franziska Konitzer Nur weil es Zwischenrufe gibt oder das Gespräch lockerflockig ist, heißt es ja nicht, dass wir zwei das nicht ernst nehmen.

Karl Urban Genau, ja. Und davon abgesehen, machen wir diesen Podcast unter anderem deshalb, weil er uns auf diese Art, wie wir ihn machen, Spaß macht. Und ich glaube, das mögen auch viele hören. Und wenn es unter euch welche gibt, die das nicht so gern hören, dann müsst ihr möglicherweise andere Podcasts anhören, weil da hätten wir auch überhaupt kein Problem mit.

Franziska Konitzer Ne, das kann ich auch verstehen. Und manchmal ist es ja auch einfach so, wenn, wenn, wenn man wenn man einen Podcast, den oder die Host nicht, einfach nicht hören mag oder nicht so gut damit klarkommt oder mit der Art, ist es halt einfach so. Das habe ich ja selber auch. Ich höre auch manchmal in Podcasts rein, wo ich vom Themengebiet denke, boah, das ist eigentlich genau mein Ding und dann ist aber die, die Art einfach, einfach nicht meins und das liegt nicht daran, dass ich die Hosts, persönlich doof finde, sage ich jetzt mal, oder, oder irgendwie so, sondern das ist halt einfach nicht mein Ding. Das ist auch voll okay. Also, genau.

Karl Urban Und davon abgesehen finde ich auch, dass unsere Zwischenrufe, die ja Teil des Konzeptes sind, also das haben wir abgesprochen, die haben einen didaktischen Zweck tatsächlich. Ja, also wenn einfach nur einer von uns seine Geschichte eine Dreiviertelstunde erzählen würde oder anderthalb Stunden erzählen würde, je nach Folge.

Franziska Konitzer Ander Dreiviertel, lieber Karl.

Karl Urban Wäre das, ja, ja, wäre, ja, das ist ja noch das Quiz dabei und so, aber auf jeden Fall wäre das dann ja schon deutlich ermüdender. Weil man einfach nur einer Person, also man kennt das aus der Uni, also da ist das so und ich glaube, ist auch so ein bisschen dieser Duktus, den André vielleicht erwartet bei einem wissenschaftlichen Thema, aber erstens sind wir nicht in der Uni und zweitens, ja, denken wir uns da durchaus was dabei, wie wir es machen und natürlich ist es eine Frage der Dosierung und wie viel zwischenkommentiert wird, aber das machen wir halt aus dem Bauch, so wie wir es machen.

Franziska Konitzer Eben.

Karl Urban Eben.

Franziska Konitzer Dann hätten wir es für heute, oder?

Karl Urban Dann hätten wir es.

Franziska Konitzer Dann hätten wir es. Und wie immer zum Schluss beim Astrogeo Plänkel bedanken wir uns an dieser Stelle. Und zwar ganz besonders bei allen, die uns finanziell unterstützen. Und Karl hat eine schöne Liste mit Namen, die er jetzt vorliest.

Karl Urban Ja, großen Dank gehen diese Woche an unsere neuen UnterstützerInnen. Und zwar Sintas. Doppelpunkt. Dirk, Christoph, Dominik, Tobias, Elke, Christine, Till, Christian, Michael, Stefanie, Nedim und Christoph.

Franziska Konitzer Und wir bedanken uns bei euch ausnahmslos allen. Vielen, vielen, vielen lieben Dank.

Karl Urban Vielen Dank und dann war es das mit der Ausgabe 109 von Astrogeo, einem Astrogeo-Plinkel. Schickt uns gerne weiter mehr Feedback, es darf auch kritisch sein auf allen Kanälen, dann kommt es hier rein.

Franziska Konitzer Aber freundlich muss es sein.

Karl Urban Aber freundlich muss es sein, genau. Und bis dahin sagen wir Tschüss, macht's gut.

Franziska Konitzer Ad Astra.

Karl Urban Und Glück auf. Bis zum nächsten Mal.

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