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Shownotes
Verliebt, verlobt – für immer verloren? Während Diana gerade ihr erstes Kind erwartet, bekommt ihr Mann Robin Cavendish eine Diagnose, die ihm nur noch ein paar Monate Lebenszeit prophezeit. Ein Albtraum! Sie versuchen aus Todesangst wieder Lebensmut zu machen, aber dafür brauchen sie die Hilfe von einem guten Freund und von Wissenschaft.
“Behind Science” gibt’s samstags – am Science-Samstag. Zwischendurch erreicht ihr uns per Mail und Instagram, und hier gibt's unsere Links (linktr.ee/behindscience), die gerade wichtig sind.
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Einen wunderschönen Sein-Samstag wünschen wir euch. Hallo. Hallöchen. Ich kann ja hier direkt mal von einem kleinen Abenteuer erzählen, was ich kürzlich erlebt habe. Du warst unterwegs. Ja, ich war auch mal unterwegs und zwar nur ganz kurz, aber an einem sehr spannenden Ort. Und zwar habe ich zwei Nächte mit Freundinnen in einem Baumhaus jetzt geschlafen, und das war richtig verrückt. Also das war wirklich ein kleines Haus, wo quasi in der Mitte so ein fetter Ahornbaum war.
Und ich, ja, ich wollte nicht daran denken, was mal wäre, wenn es gewittert. Ich glaube, dann möchte man da nicht sein. Aber ansonsten ein sehr schöner Ort. Also kann ich empfehlen. Guckt gerne mal in eurer Umgebung, ob man da irgendwie in einem Baumhaus übernachten kann. Das war ein Abenteuer. Hab bestimmt einen Blitzableiter, würde ich meinen.
Also kann ich mir sonst nicht vorstellen, oder? Nee? Ich glaube nicht. Das war so ein bisschen selbstgebaut. Das hatte immerhin obendrauf quasi wie noch so ein zweites kleines Haus, wo das Wasser aufgefangen wird. Ah, cool. Damit es da nicht reinregnet. Krass, aber du hast mehr... Erzähl nochmal. Ja, was ich auch halt zum Beispiel nicht bedacht hatte, dieser Baum, der wächst ja.
Ja, klar. Und der wächst auch in seinem Stammumfang. Das heißt, die müssen dieses Haus ständig anpassen. Ach, witzig. Von innen auch. Ja, klar. Ja, ich finde es auch witzig. Aber diese Besitzerin, die war so, ja, es ist immer auch ein ziemlicher Akt. Aber sie fand das auch irgendwie ein großes Abenteuer, glaube ich.
Spannend, ja, aber du hast mir ein Bild geschickt und also erstmal sah es wie aus einem Bilderbuch so ein Baumhaus, also wie man so ein Baumhaus als Kind malen würde und das sah riesig aus. Ja, da ist auch ein Bad drin gewesen. Gigantisch. Ich habe mir das viel kleiner vorgestellt. Boah, man konnte da zu viert drin übernachten, gut. Drin baden.
Drin baden in diesem Baum. Richtig schön. Also finde ich richtig toll, so ein kleines Mikroabenteuer. Ja, und halt dieser Baum wuchs da raus, aus dem Dach quasi, so sah es ja aus, diese riesige Krone. Ja, er hat im Baum geschlafen, das ist richtig toll. Im Baum, ja. Schöne Idee. Und das Allertollste fand ich war, also egal aus welcher Seite du natürlich rausguckst, siehst du direkt diesen Baum oder Felder oder irgendwas Grünes.
Aber am allerschönsten fand ich eigentlich die Luft an diesem Ort. Also du hast die Fenster aufgemacht und du hast direkt so Wiesen gerochen und dieses ganze Grün. Ich glaube, weil, also Bäume machen halt einfach gute Luft. Ja, ich liebe das an dir, dass du solche Sachen so wahrnimmst. Du nimmst auch ganz oft so machst du mich so darauf auf, ich sage, oh guck mal da ist gerade total schönes Licht da drüben, oh, das Licht war auch richtig krass das ist so richtig, ich finde das so schön, weil du so total den Radar hast für so schöne Momente, die anderen gar nicht so aufgefallen wären, die hätten so das Fenster aufgemacht und dann hätten sie irgendwie, weiß ich nicht, angefangen abzuspülen oder den Abwasch zu machen oder so und du nimmst Das war
so ein tiefen Atemzug. Das finde ich schön. Aber die, genau, das war wirklich, wo ich dachte, boah, diese Luft hier, das habe ich auch selten, dass ich das so empfinde. Ja, wahrscheinlich jetzt auch. Weil es wird jetzt kühler. Und es ist irgendwie so leicht feucht immer draußen jetzt schon, wenn man aufsteht. Und ach ja, also es ist mir auf jeden Fall schon aufgefallen.
Ja, und ich habe das ja nicht immer. Ich glaube, du hast ja mehr Natur um dich. Du kannst auch so in deinem Alltag in den Garten gehen. Aber ich kam quasi mitten aus der Kölner Innenstadt in dieses Baumhaus. Und dann war das so, oh mein Gott, was für die Luft. Deine Lungen so, was ist hier los? Ja, hallo. Wo ist der Reifenlöderbrief, den ich sonst einatmere hier?
Du musst gar nicht husten, ja. Ja, das war krass. Also selten so bewusst geatmet. Und das war ja, ich meine, es gibt ja auch so Atemübungen, die man so machen kann. Das mache ich jetzt nicht so oft, aber da habe ich es so ganz bewusst gemacht irgendwie. Witzig. Sobald wir darüber sprechen, habe ich das Bedürfnis, so ganz tief mal einzuatmen.
Ich finde, man atmet ja auch selten irgendwie so bewusst ein. Können wir gerne mal machen jetzt, wenn du willst. Ja, können wir alle mal. Schön, das ist so ein schönes Gefühl. finde ich. Und das ist ja auch wirklich so, manchmal hat man so einen angespannten Tag und abends sitzt man da und bemerkt so, ich habe nicht einmal heute bewusst eingeatmet und dann macht man das und, der Stress lässt schon ein bisschen nach.
Also man kann wirklich sagen und damit gute Brücke zu unserer Folge, frei atmen zu können, ist ein Geschenk und funktioniert ja normalerweise ganz automatisch. Unser Körper macht so 12 bis 18 Atemzüge pro Minute, wusste ich jetzt so konkret vor der Recherche dieser Folge auch noch nicht und hört erst damit auf. Von alleine.
Genau, zum Glück. Stell mal vor, musst du das noch steuern. Und hört erst damit auf, wenn unser gesamtes System ausgeschaltet ist, aber manchmal muss eben auch das Atmen unterstützt werden und dabei kann eine Erfindung, über die wir heute sprechen, lebensverändernd sein. Wir sprechen heute über Robin Cavendish und die Erfindung des ersten mobilen Beatmungsstuhls.
Behind Science. Geschichten aus der Wissenschaft. Mit Marie Eickhoff und Luisa Pfeifenschneider. Ja und dass wir auf diese Folge gekommen sind, das haben wir wieder euch zu verdanken, denn wir haben einen Tipp von Petra bekommen, die hat uns geschrieben und da freuen wir uns ja immer ganz besonders, wenn wir sehen, oh, E-Mail-Postfach, da war wieder eine Themenidee von euch.
Es ist einfach schön. Ihr seid neugierig und macht uns dann mit neugierig. Also es ist richtig ansteckend und hat dieses Mal auch wieder gut geklappt mit dem Anstecken. Ja, total. Ich finde das auch so cool und auch auf was für Leute ihr dann manchmal stoßt, von denen wir noch nie mitbekommen haben. Also das ist ein richtiges Geschenk. Macht gerne weiter damit.
Petra hat also geschrieben, hallo Marie, hallo Luisa. Ich habe heute in dem Film Solange ich atme das erste Mal von Carvendish Chair gehört, den Robin Carvendish mit seinem Freund Edward Hall entwickelt hat. Eine sehr berührende Wissenschaftsgeschichte über eine bahnbrechende Entwicklung. Vielleicht wollt ihr mal darüber berichten. Ich bin großer Fan von eurem Podcast. Macht weiter so.
Ich bin immer sehr gespannt auf die nächste Folge. Ja, wir auch in diesem Fall. Wirklich, also was da schon stand mit berührende Geschichte, das ist ja genau unser Ding, also das wird ja, klingt schon vielversprechend. Und eine Entwicklung, wo so zwei Freunde beteiligt sind, das finde ich auch sehr schön. Also das finde ich schon mal alles top Voraussetzungen für eine gute Wissenschaftsgeschichte.
Und wir haben uns jetzt natürlich auch erstmal angeguckt, dieser Film, solange ich atme, was ist das eigentlich für ein Film? Ist ja immer spannend, wenn es darüber auch so Verfilmungen gibt über solche Geschichten. Und man kann den sogar komplett auf YouTube gucken. Ist jetzt natürlich ein Tipp, den ihr nicht von uns habt.
Aber wenn ihr wollt, könnt ihr euch da den ganzen Film mal angucken. Ja, vielleicht sonst auch auf der Plattform eures Vertrauens, wo ihr ein bisschen Geld dafür bezahlt. Jedenfalls ist der Film ein Drama basierend auf der biografischen Geschichte von eben Robin, um den es heute bei uns geht. Und besonders spannend erzählt wird die Geschichte von Jonathan Cavendish.
Der ist nicht nur Produzent von Bridget Jones, sondern, ihr habt es euch vielleicht schon gedacht. Ganz anderes Genre. Ja, auch der Sohn von Robin, richtig cool. Also der Film wurde von seinem eigenen Sohn produziert und das merkt man auch in diesem Film, denn es ist einfach eine Hommage an das, was die Eltern von Jonathan da geschaffen haben, aber auch ertragen mussten.
Und eine Hommage auch an die Liebe zwischen diesen beiden Menschen, also den Eltern von Jonathan und ihrem Mut irgendwie immer weiterzumachen. Also auf jeden Fall eine Geschichte mit sehr viel Gänsehautfaktor. Und Jonathan erzählt die gesamte Geschichte natürlich nicht besonders distanziert. Ich meine, er war mittendrin dabei. Ja.
Ja, sagt aber auch trotzdem viel aus, wenn jemand so beeindruckt von einer Geschichte ist, dass er darüber einen Film macht und ja, dass dieser Film auch dann am Ende irgendwie so, aufwendig produziert wird, zeigt auch, dass die Geschichte irgendwie was hergibt und ja, das tut sie auf jeden Fall, sonst würden wir auch hier nicht darüber sprechen.
Und wenn man so beeindruckt ist von seinen eigenen Eltern, dass man sich denkt, das möchte ich jetzt verfilmen. Ja, ja, ja. Ich kenne so einige Eltern von Freunden, die haben so eine total schöne Liebesgeschichte oder so, also eine Kennenlerngeschichte. Da denke ich auch manchmal so, ach, das könnte man auch genau so verfilmen.
Aber wie schön, wenn man sowas in der eigenen Familie hat, ne? Also dass man das Gefühl hat, boah. Manchmal ist das Leben doch so ein kleines Märchen irgendwie. Voll und dieser Film startet auch erstmal wie so ein Liebesfilm und wie so ein Märchen, aber wird sich dann noch zu einem ziemlichen Drama entwickeln.
Wir werden euch jetzt gleich erzählen, warum diese Geschichte so beeindruckend ist. Wir denken uns jetzt erstmal an den Anfang des 20. Jahrhunderts, denn Robin wird 1930 in Middleton in England geboren. Nach dem College ist er für mehrere Jahre in der Army. Das wurde auch so ein bisschen familiär vorgegeben. Er arbeitet sich hoch bis zum Käpt'n.
Aber dann schwenkt er noch mal um, ist ja jetzt gut ausgebildet und steigt ein als Händler in so eine Tee-Handelsfirma. Thompson Smithet heißt die. Also er baut diese Firma jetzt mit auf und die Firma handelt mit Tee aus Kenia. Also da merkt man schon ein bisschen natürlich Zeit des Kolonialismus. Da wird jetzt, also er als Engländer versucht jetzt den Tee aus Kenia nach England zu bringen. Genau.
Ja, und er wird damit ein erfolgreicher Geschäftsmann und pendelt regelmäßig zwischen Kenia und England hin und her. Und nach einem Cricket-Spiel, es sind auch so viele Klischees hier, irgendwie so England-Klischees, die Teefabrik und dann hier Cricket-Spiel, wo er eine Frau sieht. Jetzt beginnt der Kitsch.
Genau und er verliebt sich Hals über Kopf, wie sollte es anders sein, in diese Frau und diese Frau heißt Diana Blacker. Es ist wirklich Liebe auf den ersten Blick, die beiden heiraten 1957 in England und erwarten bald ein Kind. Aber dann ist ihr Ende mit Kitsch und ja alles rosa rot und zwar bekommt Robin eine wirklich schreckliche Diagnose.
Ja, nur ein Jahr nach der Hochzeit, Robin ist da gerade 28 Jahre alt. Es passieren nämlich so ein paar Dinge, die sind irgendwie untypisch für ihn. Also das fällt ihm dann schon auf. Er spielt zum Beispiel Tennis und stolpert und fällt hin, einfach so komisch. Dann wird er nachts wach, weil sein Arm irgendwie so sehr wehtut.
Und dann passiert sogar, dass er plötzlich komplett das Gefühl in seinen Gliedmaßen verliert. Und da bricht jetzt natürlich eine kleine Panik aus. Also wenn einem das passiert, klar können wir uns alle reinfühlen. Das möchte man abklären lassen. Und er kann dann in ein Krankenhaus nach Nairobi. Also er ist zu dem Zeitpunkt nämlich auch in Kenia gewesen.
Und dort bekommt er jetzt die Diagnose, die sein Leben verändern wird. Ja, und die Diagnose lautet, er hat sich mit dem Virus Polio infiziert. Polio ist damals vor allem eine Kinderkrankheit, also weil eben vor allem Kinder sich damit anstecken und deshalb wird es umgangssprachlich auch Kinderlähmung genannt.
Und wir hatten da auch schon mal eine Folge drüber mit Dorothy Horsman, die an einer Impfung zu dieser Kinderlähmung gearbeitet hat. Und in der Folge haben wir auch ausführlicher beschrieben, wie viele Schrecken diese Krankheit verbreitet hat. Also da waren die Straßen wie leer gefegt. In den Sommern, wo dieses Polio grassiert hat, sind die Leute einfach nicht mehr rausgegangen. Also ähnlich wie mit Corona.
Ja, weil sie so Angst hatten, sich anzustecken. Ja, dass die Folgen tatsächlich, fast noch ein bisschen gravierender waren. Weil auch die Heilungschancen noch viel, viel schlechter waren, denn dieses Virus lähmt die Muskeln und so kann es passieren, dass der gesamte Atmungsapparat gelähmt wird, also dass man, nicht mehr atmen kann. Betroffene einfach aufhören zu atmen, weil die Muskeln gelähmt werden.
Davon abgesehen, arme Beine und so weiter können nicht mehr bewegt werden. Das heißt, man liegt einfach und im schlimmsten Fall, wie gesagt, hört die Atmung auf. Und deshalb ist es eben so eine tödliche Krankheit, vor allem für Kinder. Und das Einzige, was hilft, ist die sogenannte eiserne Lunge. Und das ist ein Beatmungsgerät. Da ist man bis zum Hals eingeschlossen und über Unterdruck wird man dann beatmet.
Also wirklich extrem beklemmende Vorstellungen und auch für die Angehörigen nicht schön mit anzugucken. Also eigentlich ist es ein bisschen, wir haben da schon in der Folge mit Dorothy Horsman so ein bisschen, ja uns das versucht vorzustellen, ein bisschen wie so ein Sarg, in dem man liegt, wo halt der Kopf rausguckt.
Eigentlich ist der Körper tot und der Kopf und der Geist sind halt irgendwie noch da. Also eigentlich die schlimmste Vorstellung, wie so lebendig begraben zu sein. Und dann halt Kinder. Ja, ganz gruselig. Und irgendwann, also das ging halt dann auch so weit, dass so viele Menschen Polio hatten, also sich damit infiziert hatten, dass es auch gar nicht genug von diesen eisernen Lungen gab.
Und deswegen hat Dorothy eben dann auch parallel versucht, da einen Impfstoff zu entwickeln, was ja dann auch geklappt hat. Und das ist auch der Grund, warum Polio heute eben nicht mehr so ein Thema ist. Wir sind einfach alle dagegen geimpft. Aber ja, das war damals noch eine ganz andere Situation und, gar keine schöne Vorstellung jetzt gedanklich, aber Robin betrifft das jetzt eben, er ist nämlich selber ab dem Hals gelähmt und die Ärzte sagen damals, okay, es sieht jetzt wirklich gar nicht gut aus, wir geben dir noch ein paar Monate und vor allem musst du hier an ein Beatmungsgerät.
Und das jetzt, obwohl er ja kurz vorher noch der glücklichste Mann der Welt war, also er war ja eigentlich gerade frisch verliebt, er war verheiratet, es war klar, er wird jetzt bald Papa, also Diana war ja gerade schwanger, und jetzt hängt er da an den Maschinen, er braucht einen Luftröhrenschnitt, und muss ab da immer künstlich beatmet werden.
Also er hatte so einen Schlauch, der dann so aus seiner Luftröhre führte und also er ist völlig am Ende. Er hat eigentlich gar keinen Lebensmut mehr. Er muss jetzt immer im Krankenhaus liegen an diesen Maschinen und das macht ihn ziemlich fertig. Ja. Also man kann sich ohnehin schon vorstellen, dass einen das fertig macht.
Bei ihm stelle ich mir irgendwie auch vor, dass er einfach, er stand ja so völlig im Leben und war auch, glaube ich, so ein aktiver Mensch und das ist ja so eine Bremse. Also stell dir das doch mal vor, du bekommst diese Diagnose. Also eigentlich hat er ja nur irgendwie hier mal ein Kribbeln, da tat mal was weh und zack war er schon gelähmt und das Leben war eigentlich vorbei. Also ja, eigentlich das Schlimmste, was passieren kann.
Und Diana hält aber zu ihm, sie besucht ihn jeden Tag, weicht ihm nicht von der Seite und beobachtet. Für sie auch schlimm. Ja, voll. Beobachtet aber halt auch, wie es ihm immer schlechter geht psychisch. Sie hat ihn dann auch schnell von Kenia nach England in die Heimat verlegen lassen. Und da werden Menschen mit Polio nach der Akutphase so auf bestimmte, so entsprechende Stationen verlegt, verwahrt könnte man fast sagen, wo sie dann langzeit beatmet werden.
Also es ist halt so eine komische Situation, weil eigentlich können diese Menschen einfach nicht mehr am Leben teilnehmen, aber sie leben ja noch und ehe man da jetzt dann sagt, okay wir... Wir schalten jetzt hier die Maschinen ab oder so, das macht man natürlich nicht. Die Menschen selbst können es nicht mehr machen.
Wobei Robin darüber nachgedacht hat. Ja, ich glaube, er war wahrscheinlich nicht der Einzige, der darüber nachgedacht hat, aber es hätte ja jemand anderes für ihn tun müssen und das ist ja ethisch so schwierig. Also Robin ist total zermürbt, er findet das wirklich schrecklich und schlägt eben dann auch Diana, wie du schon gesagt hast, vor die Maschinen abzuschalten, weil er eben auch sagt, ich will nicht, dass du so einen Ehemann hast wie mich, der hier die ganze Zeit liegt.
Ich will, dass du lebst und dass du rausgehen kannst und mit deinem Mann in den Urlaub fahren kannst und ein Leben führen kannst, der deinen Sohn auch mit aufzieht und so weiter. Und das kann er halt nicht. Ja, aber sie spricht ihm immer wieder Mut zu und bleibt an seiner Seite. Ja, und das lag ja natürlich auch an dieser krassen Diagnose, die er bekommen hatte, dass es jetzt nur noch ein paar Monate geht.
Aber es wird sich jetzt alles ein bisschen schon noch länger ziehen. Also wir kommen jetzt an den Punkt, dass er jetzt schon ein Jahr lang im Krankenhaus liegt. Und ja, die beiden sprechen sich gegenseitig so, glaube ich, ab und zu Mut zu oder jeden Tag natürlich. Und entscheiden dann irgendwann, Diana entscheidet das auch vor allem, okay, wir wagen das jetzt. Ich nehme dich jetzt mit nach Hause.
Und die Ärzte sind natürlich komplett entsetzt und sagen, was, das ist ja super gefährlich. Also dann kann ja einfach nicht mehr so gewährleistet werden, dass diese Beatmung die ganze Zeit durchgeht. Sicher läuft, aber den beiden ist einfach wichtig, dass egal was jetzt passiert, dass sie wenigstens als Familie zusammen sind.
Und zu Hause muss er aber jetzt natürlich trotzdem beatmet werden und damit er vielleicht nicht den ganzen Tag im Bett liegen muss, so wie das jetzt war, weil das hat ihn ja so fertig gemacht, hat Robin eine Idee und die entwickelt er zusammen mit seinem besten Freund. Genau, mit seinem besten Freund, der heißt Edward Hall und er ist Wissenschaftler in Oxford und Ingenieur, also eine gute Kombi für eine.
Erfindung und zusammen entwickeln die beiden jetzt den ersten Rollstuhl mit mobilem Beatmungsgerät und nennen ihn den Cavendish Chair, und ja, es sieht aus wirklich wie ein bequemer Sessel, den man auch so nach hinten stellen kann, zum drin liegen, aber er hat eben Rollen und das Beatmungsgerät ist mit dabei.
Jetzt sagen wir aus heutiger Sicht, ja wow, okay, so neu ist es jetzt nicht, aber das war wirklich richtig, richtig neu. Also damals, man muss sich das echt vorstellen, die Leute haben einfach nur im Bett gelegen an diesen Beatmungsgeräten und konnten sich gar nicht bewegen. Die konnten auch gar nicht mal irgendwie rausgehen oder geschweige denn auf Ausflüge.
Und diese recht naheliegende Idee, einen fahrbaren Stuhl zu entwickeln oder Sessel, wo dann das Beatmungsgerät mit dabei ist, verändert sein Leben komplett. Robin kann sich wieder bewegen, er kann miterleben, wie sein Sohn aufwächst, er schöpft darüber wieder völlig neue Energie und ... Was noch viel krasser ist, er ruht sich quasi nicht darauf aus und sagt, so jetzt habe ich hier irgendwie ein gemütliches, schönes Leben.
Er beschließt, ich möchte das auch anderen ermöglichen. Und daraus entsteht jetzt eine Idee, die ja, die noch viel, viel größer wird, als dieser Sessel, den er da entwickelt. Ja, also er beschließt jetzt mit Edward zusammen, eigentlich, das ist natürlich ziemlich teuer, diese Entwicklung, aber eigentlich wäre es toll, wenn noch mehr Menschen diese Chance bekommen und deswegen fangen sie an, Spenden zu sammeln und auch die Regierung so ein bisschen zu bearbeiten, dass sie unterstützt werden bei der Herstellung der Rollstühle.
Und das wird jetzt eigentlich Robins Lebensaufgabe. Also nicht nur sein Leben wird wieder schöner, sondern er möchte den Lebensmut, den er jetzt wieder hat, auch teilen. Und deswegen setzt er sich auch einfach für die Rechte von Menschen ein, die eingeschränkt sind wie er. Also er gibt denen einfach in verschiedenen Kontexten, eine Stimme und unterstützt eben die Entwicklung von diesen Rollstühlen.
Ja, richtig toll. Ich finde das ja irgendwie immer genial, wenn Leute aus so einem Unglück so Kraft schöpfen. Wir hatten ja hier zum Beispiel auch das Beispiel, wo die Eltern, deren Sohn bei einem Autounfall gestorben ist, sich dafür eingesetzt haben, dass dann eine weltweite Notrufnummer einfach ins Leben gerufen wird.
Also ich glaube, das ist so die beste Möglichkeit, mit so einem Unglück umzugehen. Also ich merke das selber manchmal an mir. Ich bin manchmal in Situationen und denke, hier müsste man mal was ändern. Und dann bin ich. Paar Stunden später nicht mehr in dieser Situation und denke überhaupt nicht mehr darüber nach. Also eigentlich sehr egoistisch.
Ich reg mich dann irgendwie darüber auf und verändere aber eigentlich nichts daran. Oder jetzt auch natürlich durch irgendwie ein Kind ist man nochmal mit anderen Dingen konfrontiert. Weiß ich nicht. Hebammenmangel oder sowas. Dann denke ich, da muss man jetzt irgendwie mal was machen. Und ja gut, dann hatte ich halt eine Hebamme gefunden und dann bin ich so, okay. Ja, oder dein Kind wird halt älter, dann hast du neue Themen, die irgendwie die dran sind. Ja, kein Kindergartenplatz oder so.
Da muss doch mal jemand was machen. Aber bei Robin ist es so stehen geblieben, glaube ich. Ja, genau. Er war ja quasi gefangen in dieser einen Situation. Okay, ja, das stimmt. Das kann natürlich auch sein. Er war da dauerhaft mit konfrontiert, aber er hätte jetzt trotzdem ja auch sagen können, okay, ich habe jetzt für mich das Leben erleichtert.
Stimmt. Super. Aber er geht eben darüber hinaus und setzt sich halt dafür ein, dass auch andere davon profitieren können, was er sich da ausgedacht hat. Und dafür wird er 1957 sogar von der Queen höchstpersönlich ausgezeichnet. Aber ihm bedeutet es eigentlich viel mehr als so eine Auszeichnung, dass er zum Beispiel zwei Jahre später ein Haus, an der Küste in England eröffnen kann, das ein Ferienhaus für Menschen mit Behinderung ist, wo eben auch viele Menschen sind, die dasselbe Schicksal, erlebt haben wie er, die nämlich an Polio erkrankt sind.
Und auch dieser Beatmungsrollstuhl entwickelt sich immer weiter. Später gibt es welche, über die man zum Beispiel auch einen Anruf annehmen kann, den Fernseher anmachen kann oder die Heizung verstellen kann. Und das sind alles so Dinge, die wir so zack, zack im Alltag machen. Uns ist kalt, okay, drehen wir die Heizung hoch, wir wollen jemanden anrufen, dann nehmen wir halt das Telefon. Aber vorher brauchte jemand für diese ganzen Schritte, also der sich nicht selbst irgendwie dahin bewegen konnte, halt immer Hilfe.
Und das bringt ja so viel Selbstständigkeit zurück. Also ja, aus diesem Rollstuhl ist eigentlich so ein bisschen so ein…. Eine Selbstständigkeitsmaschine geworden. Und ja, das ist eben ganz toll, dass er da seine Kraft aufwendet, das auch für andere zu ermöglichen. Vor allem die Idee, hast du eben schon gesagt, ist ja jetzt gar nicht, also kommt einem gar nicht vor wie die krasse Revolution.
Es hat einfach am Anfang, glaube ich, vor allem auch Mut erfordert, das mal auszuprobieren. Und natürlich Mut, wo es potenziell darum geht, dass du dein Leben abschalten kannst, wenn zum Beispiel, also bei ihm hatten alle Angst, weil er ja eben diesen Beatmungsschlauch auch dann hatte, diesen Luftschlauch, dass, keine Ahnung, wenn, da ein Hund vorbeiflitzt oder so, wenn die draußen unterwegs sind, dass dieser Schlauch abgerissen wird.
Oder, keine Ahnung, dass der Strom irgendwie ausfällt oder also, dass irgendwas passiert, dass dieses mobile System halt zusammenbricht, auch wenn man es vielleicht nicht mit Absicht gemacht hätte, aber er riskiert das. Und er wird auf so einer Medizinerkonferenz auch mal dazu gefragt, warum er das gemacht hat.
Und da hat er gesagt, ich habe das Risiko akzeptiert, dass ich sterben könnte, weil ich nicht nur überleben will, ich will leben. Ja, richtig toll. Ja, das ist eben so dieses, was wir auch am Anfang besprochen haben, also wenn man in dieser eisernen Lunge lag, ja, du hast die Leute am Überleben gehalten, aber war das jetzt noch irgendwie ein Leben?
Also wann ist so ein Leben vielleicht, wann muss man dann auch sagen, okay, das ist jetzt irgendwie auch vorbei oder so, aber das ist natürlich…, Die größte Frage der Medizin, weil du ja natürlich auch vielleicht nie weißt, wird vielleicht nochmal etwas gefunden, was dann der Person wieder ermöglicht, selbstständig zu atmen.
Ja, das lief ja auch alles parallel, die Forschung da. Ja, also ganz, ganz schwierige Themen, die damit einhergehen. Er hat es halt selbst in die Hand genommen und ja, mit seinem Überlebenswillen, seinem Lebenswillen, muss man aber eigentlich sagen, eben diese Erfindung gemacht. Und halt auch an andere weitergegeben.
Ja und er hat lange überlebt, viel länger als ihm vorher prophezeit wurde. Er wird 64 Jahre alt, überlebt sogar einige seiner Ärzte und gilt als einer der ältesten Polio-Überlebenden überhaupt. Und ich könnte mir auch vorstellen, dass das halt auch daran liegt, dass er auch so für seine Psyche, seine psychische Gesundheit gesorgt hat.
Also er konnte wieder rausgehen, er war in Kreise seiner Liebsten irgendwie, er konnte irgendwie was Gutes erschaffen, er hat irgendwie seine Signatur so in der Welt hinterlassen und so. Und das ist ja, also wenn du den ganzen Tag irgendeine Wand anstarrst oder meinetwegen auch den ganzen Tag Fernsehen guckst oder Bücher liest, das ist ja nicht vergleichbar. Ja, ja.
Guck mal, das wie ich im Baumhaus, er konnte dann auch, er konnte zwar nicht selbstständig atmen, aber er hatte wenigstens wieder frische Luft um sich. Ja, ja. Und konnte das schöne Licht wieder sehen. Ja, das ist so wichtig. Also auch daran kann man halt irgendwie erkranken dann noch zusätzlich. Und das hat er sich quasi selbstständig mit seinen eigenen Ideen wieder aufgebaut.
Ja, und für seinen Sohn ging es ja dann auch erfolgreich weiter. Also Jonathan ist eben Filmproduzent geworden und es gibt auch Fotos von dieser Filmpremiere, von diesem Solange Du Atmest Film. Die sind schon von 2017, aber da sieht man Jonathan auch dann zusammen mit seiner Mutter Diana. Also da könnt ihr mal nach suchen, wenn euch interessiert, wie die aussehen.
Ja und auch diesen Kevin de Cher gibt es tatsächlich noch, er hat auch in der Pflege wirklich viel verändert, könnt ihr euch mal angucken, verlinken wir euch nochmal. Sieht inzwischen aus wie so ein…. Kino-Sessel, oder? Ja, genau. Ja, schon. Kannst du dann halt so die, also so dicke Polster, dann kannst du so die Füße auch hochstellen.
Und dann hat er eben Rollen, sodass man ihn bewegen kann. Aber jetzt natürlich schon komfortabler als bei Robin wahrscheinlich damals. Genau, das war so ein bisschen Marke-Eigenbau, muss man sagen. Ja, genau. Und jetzt ist das natürlich halt in Massen produziert und damit dann halt auf alle Bedürfnisse ausgerichtet.
Ja, eine Geschichte, die echt viel Hoffnung machen kann, finde ich. Ja, guck mal, wie Wissenschaft so Lebensfreude bringen kann. Richtig schön. Wenn euch noch andere Beispiele einfallen, wo Wissenschaft auch so Lebensfreude zurückgebracht hat oder auch, ja, wo so aus einer Notsituation eine Idee entstanden ist, die am Ende dann.
Ja, Dinge verändert hat für Menschen, dann schreibt uns sehr, sehr gerne. Wir freuen uns wirklich immer über eure Vorschläge, freuen uns aber auch über andere Anregungen, die ihr irgendwie so habt oder natürlich Sterne, die ihr uns geben könnt, zum Beispiel bei Spotify oder Bewertungen. Da freuen wir uns wirklich sehr. Ich weiß gar nicht, was wir da als nächsten Meilenstein nochmal erreichen müssen.
Die 700, ne? Die haben wir noch nicht, ne? Warte, ich gucke mal eben. Also wir sehen ja auf jeden Fall, dass noch längst nicht alle von euch da Sterne hinterlassen haben. Ja. Ja, die 700, die wäre mal ein guter Meinungschein. Ja, Wahnsinn. Also schon mal viel, vielen Dank für die 600. Ich weiß jetzt gar nicht, wie viele es sind, die das schon gemacht haben. 45. 645, das schaffen wir doch bestimmt nicht. Das schaffen wir.
Das schaffen wir. Und dann atmet mal tief ein und aus und kommt gut ins Wochenende, in die nächste Woche. Wir hören uns in zwei Wochen wieder. Bis dahin, macht euch schön und tschüss. Tschüss.