Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 2· Folge 30

#030 Frustration bei Kindern – Warum Retten alles schlimmer macht

Dienstag, 17. März 2026 · 23 min

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Shownotes

Dein Kind sitzt an den Hausaufgaben und sagt: „Ich versteh das nicht." Oder es verliert beim Spieleabend und die Stimmung kippt komplett. In dir steigt sofort der Impuls, einzugreifen, zu erklären, zu retten, es wieder hinzubekommen.
In dieser Folge sprechen Marie und Thorsten darüber, warum Frust bei Kindern kein Problem ist, das sofort gelöst werden muss, sondern ein Moment, in dem innere Stärke wachsen kann. Und warum gerade unsere eigene Anspannung als Eltern dafür sorgen kann, dass aus einem Trainingsmoment ein Machtkampf wird.
Ihr hört, was hinter dem Impuls steckt, den Frust unserer Kinder zu beenden. Warum gut gemeintes Eingreifen langfristig Kompetenz und Selbstwert schwächen kann. Und wie Führung aussieht, die da ist, ohne zu retten, an vier konkreten Alltagsbeispielen: Hausaufgaben, Supermarkt, Bildschirmzeit und Spieleabend.
Eine Folge für alle, die spüren, dass der Frust ihres Kindes manchmal mehr mit ihnen selbst zu tun hat als mit der Aufgabe.
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Danke an Krawuttke für unseren supercoolen Titelsong!

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Hallo und herzlich willkommen zu, beruhigt euch, stell dir mal vor, dein Kind sitzt an den Hausaufgaben, es stockt, es stöhnt und dann sagt es, ich verstehe das nicht und in dir steigt sofort dieser Impuls auf, hinsetzen, erklären und retten oder beim Spieleabend dein Kind verliert und schmeißt die Figuren vom Brett und du denkst. Oh Gott, wie kriege ich das jetzt wieder hin? Genau um diese Momente geht es heute, um Frust bei Kindern und warum dieser Frust kein Problem ist, sondern ein trainingsmoment Marie und ich sprechen darüber, warum unsere eigene Anspannung aus einem Frustmoment schnell einen Machtkampf machen kann, warum gut gemeintes eingreifen unserem Kind langfristig Kompetenz und Selbstwert nimmt

und was es stattdessen braucht, Führung, die da ist, ohne zu retten. Wir gehen das an konkreten Alltagsbeispielen durch Hausaufgaben, Supermarkt, Bildschirmzeit und Spieleabend. Und wer sich noch tiefer mit dem Thema innerer Druck beschäftigen möchte, hört gern noch mal in Folge 25 rein, warum dein Stress Widerstand bei deinem Kind erzeugt, passt da sehr gut. Dazu folgt uns auch gerne auf Instagram unter Kimi Dot Official und wennihrthemenwünschehabtschreibtunsgerneanberuhigteuch@kimi.com. Marie, Warum sind genau diese Momente eigentlich eine tolle Trainingszeit für unsere Kinder?

Weil genau in diesen Momenten innere Stärke entsteht. Frust ist per se erstmal unangenehm, aber Frust ist nichts Schlechtes an sich, wenn Kinder etwas nicht sofort verstehen oder etwas nicht sofort bekommen oder wenn sie ein Spiel verlieren, dann erleben Sie erstmal Frust. Aber Frust bedeutet Entwicklung für unser Kind und das ist auch die Perspektive, aus der Eltern das sehen sollten.

Denn Kinder, die schlecht mit Frust umgehen können, haben häufig Eltern, die sich schwer tun, den Frust ihres Kindes auszuhalten. Sie sehen einfach Ihr Kind, sehen es leiden und aus Liebe bekommen sie dann eben das Bedürfnis, einzugreifen. Ich zähle mich selber übrigens auch, dazu kann ich an der Stelle sagen und du kannst das sicher bestätigen, also das ist einer meiner größten Themen heute noch, den Frust meines Kindes auszuhalten, etwas, woran ich persönlich noch arbeiten darf.

Aber das Problem ist nicht der Frust des Kindes. Das Problem ist oft unsere eigene Anspannung darin, also sprich wenn der Frust bei unserem Kind entsteht, dann werden wir innerlich unruhig, innerlich angespannt und bekommen eben das Bedürfnis, das für unser Kind lösen zu müssen. Wir wollen den Last von den Schultern unseres Kindes nehmen, wir wollen den Kummer von ihnen fernhalten, den sie gerade durchleben, und das eben aus Liebe.

Aber es ist nicht immer hilfreich, wie ich immer auch selber gelernt hab. Manche Eltern merken bei sich dann, wenn mein Kind anfängt zu quengeln, dann steigt bei mir der Druck. Genau, der Druck steigt bei uns. Das spüren nicht nur wir, das spüren vor allem auch unsere Kinder und wenn du innerlich schon wieder in diese Situation kommst, von wegen Oh Gott, jetzt geht das Gequenge los, es darf jetzt gleich nicht eskalieren, oder?

Wir haben jetzt keine Zeit dafür, oder warum versteht mein Kind das nicht? Ich hab es doch jetzt schon 100 mal gesagt und erklärt, dann reagierst du innerlich angespannt, also du willst eigentlich den Druck oder den Kummer von dem von deinem Kind wegnehmen, gerätst darüber selber aber in Anspannung, wenn das nicht funktioniert, also sprich du tust etwas, willst helfen und das Kind.

Ist aber weiter frustriert, Quengelt weiter, jammert weiter, leidet weiter ne, und das löst in dir diesen inneren Druck aus. Dazu haben wir ja auch schon ne Folge gemacht, kann man gerne noch mal reinhören, wenn man sich besonders für dieses Thema interessiert und auf diesen Druck bei uns reagieren unsere Kinder mit Gegendruck. Und zwar nicht gegen die Aufgabe oder gegen das, was sie gerade tun und was den Frust auslöst, sondern eben mit Gegendruck auf unser Gefühl.

Jetzt haben wir zwar gesagt, dieser Frust ist Trainingszeit, eine Trainingseinheit, aber in dem Moment fühlt sich das ja nicht wirklich nach Training an, sondern irgendwie nach Chaos und Widerstand und nach warum klappt das schon wieder nicht? Ja genau, aber hier passiert was ganz Wichtiges, wenn ein Kind frustriert ist. Zum Beispiel, weil es eine Aufgabe nicht sofort versteht, dann steht es an einem Punkt, an dem es etwas lernen könnte, und zwar ich halte das aus, ich bin kompetent genug, das alleine zu schaffen, ich probier es einfach weiter und geb nicht auf, solange bis es eben funktioniert, aber was oft passiert ist, ist, dass die Eltern in diesem Moment selbst unruhig werden und im

schlimmsten Fall auch anfangen, es ihrem Kind abzunehmen. Weil wir wollen, dass es funktioniert. Ja, genau, weil wir wollen, dass es funktioniert, weil wir, wie ich eben schon sagte, vielleicht uns schwer tun, unser Kind dann eben auch leidend oder unglücklich zu sehen, aus Liebe. Aber vielleicht sind es auch ganz einfache Gründe, wie dass wir einfach gerade Zeitdruck haben oder wie gesagt, Wir haben Angst. Wir sind vielleicht selber schon am Limit innerlich und haben Angst, dass es gleich wieder innerlich eskaliert. Wir wollen einfach, dass es jetzt klappt und dass unser Kind wieder zufrieden ist und lächelt und nicht mehr wütend oder traurig oder frustriert ist.

Und diese innere Anspannung, die wir daraus entwickeln, die verändert uns. Und jetzt passiert folgendes der Frust des Kindes ist ja, wie du eben schon gesagt hast, eigentlich n trainingsmoment, aber durch unsere innere Anspannung wird manchmal daraus ein Machtmoment, also nicht mehr das Kind lernt jetzt mit Frust umzugehen.

Sondern es baut sich im Grunde gerade Druck auf. Also geht es dann nicht mehr um Frust, sondern um macht. Ja, genau, das Kind war eigentlich mit der Aufgabe beschäftigt und war darüber frustriert, dass es nicht geklappt hat. Aber jetzt beschäftigt es sich plötzlich nicht mehr mit der Aufgabe und dem Frust darüber, sondern mit deinem Druck, und das ist eine Dynamik, die von außen so für Eltern gar nicht sichtbar ist.

Man denkt immer noch, es geht um die Sache und diskutiert darüber mit dem Kind, aber eigentlich ist. Der gegen die Gegenwehr vom Kind geht schon gar nicht mehr um die Sache, sondern um den inneren Druck, den Eltern dann entwickeln und viele Kinder, besonders willensstarke Kinder, die reagieren eben auf diesen Druck dann mit Gegendruck, nicht weil sie uns ärgern wollen, sondern weil ihr System einfach auf dieses gedrängt werden von uns mit Widerstand reagiert und jetzt wird auch klar, wie beides zusammenhängt, der ursprüngliche Trainingsmoment, also der Frust über die Aufgabe, der geht verloren, statt Frustrationstoleranz zu trainieren. Trainieren wir jetzt ungewollt Widerstandsdynamiken und das führt natürlich auch manchmal zu

Problemen in der Erziehung. Das heißt, der Frust ist gar nicht mehr das Problem, sondern unsere Reaktion darauf kann das Problem werden. Ja, ganz genau. Also wenn wir ruhig bleiben und führen, dann bleibt das n trainingsmoment wenn wir innerlich Druck machen, dann kann es auch schnell in nen Machtkampf kippen und hier schließt sich der Kreis. Also wir spüren Druck, wir greifen ein, das Kind. Erlebt weniger Kompetenz dadurch, dass wir ihm die Lösung abnehmen und fühlt sich auch in der Zukunft schneller überfordert, weil es eben diese Kompetenzen durch diesen fehlenden Trainingsmoment gar nicht entwickeln kann. Das heißt, beim nächsten Mal wird es noch schneller mit Frust reagieren und wir spüren wieder

den Druck. Und du merkst schon ne, da entsteht dann ein Kreislauf, wo sich alles gegenseitig bedingt und ja im Grunde die Spirale in Gang setzt. Was Eltern also wissen müssen, bevor sie das nächste Mal gleich reinspringen und retten es Rettung nimmt vielleicht für euch kurzfristig den Stress raus in dieser in diesem einen Moment, in dieser Minute, aber langfristig nimmt es eurem Kind eben Kompetenz weg. Und Kompetenz ist nun mal die Grundlage für Selbstwert. So, das heißt, das bedingt sich gegenseitig und setzt eben diese negative Spirale in Gang.

Deswegen ist dieses in diesem Frustmoment lassen, auch wenn es uns schwer fällt, halt super wichtig, damit unser Kind diese Kompetenzen selber entwickeln kann. OK, lass uns das noch mal an ein paar Beispielen aus dem Alltag durchgehen. Ein Klassiker, den. Viele Eltern kennen das Kind. Sitzt da bei den Schulaufgaben und sagt, Ich verstehe das nicht.

Wer kennt das nicht? Viele Eltern springen dann sofort an und wollen helfen und erklären und retten, also setzen sich vielleicht sogar daneben und daneben und übernehmen dann schrittweise Aufgaben, bis hinzu, dass sie ihm letzten Endes das Ergebnis auch noch vorgeben, aber wir müssen das eben unterscheiden, versteht unser Kind wirklich die Aufgabe nicht? Oder ist es gerade frustriert, weil es anstrengend ist, sich damit zu befassen?

Und weil es nicht sofort klappt, auf Anhieb ne, und dass sich weiter damit beschäftigen muss? Also wenn es wirklich ein Verständnisproblem ist, weil das Kind, das vielleicht in der Schule nicht richtig mitbekommen hat, dann hilft es natürlich, wenn wir es kurz einmal erklären, aber wenn es ein Frustproblem ist, dann ist halt wichtig, dass wir da nicht einspringen für unser Kind und unserem Kind das abnehmen, sondern eben die Führung übernehmen.

So oder so würde ich erst mal daran gehen, das Kind die Aufgabe noch mal lesen zu lassen und dir zu erklären, was es daran verstanden hat, grundsätzlich anstatt gleich einzuspringen und die Lösung zu liefern. Ne, das heißt wir lassen die Verantwortung für die Lösung auch beim Kind und nehmen es ihm nicht ab, indem wir sagen lies noch mal die Aufgabe, was hast du verstanden, welchen Teil hast du vielleicht auch nicht verstanden, was denkst du denn?

Worauf es ankommen könnte, hinauslaufen könnte, anstatt uns da hinzusetzen und zu sagen, guck mal, das macht man so und dann machst du das und das und nehmen unserem Kind das ab, sich damit selber auseinandersetzen zu müssen, diese Aufgabe zu bewältigen. Also wenn ich unsere Kinder frage, was sie verstanden haben, dann sagen Sie grundsätzlich gar nicht. Aber was dann hilft ist, wenn ich dann selber so tue, als würde ich es nicht verstehen und und frag, ob sie mir das jetzt mal erklären können.

Ja, genau. Okay nächstes Beispiel, den kennen auch viele Eltern. Wir sind im Supermarkt der Klassiker, Ich will das haben, Schokolade, Süßigkeiten meistens oder bunte Comic Verpackung. Und das gibt es nicht. Natürlich nicht. Unverschämtheit. Ja, ich meine an diesem Beispiel sieht man ganz deutlich häufig die Enttäuschung des Kindes ohne Frage, wenn es dann anfängt sich auf den Supermarkt Fußboden zu werfen.

Und lauthals zu brüllen, bis die Eltern erröten. Nein, da sieht man oft, wie unwohl sich Eltern auch fühlen, wenn sich das in der Öffentlichkeit abspielt, ne, zu Hause vielleicht auch noch mal ne andere Situation und viele neigen dann dazu, lange zu erklären und dem Kind zu sagen, heute nicht weil und vielleicht noch mal 5 Gründe zu nennen oder darüber zu diskutieren, wann es das denn das nächste Mal gibt.

Oder geben am Ende sogar nach, um die Situation zu beruhigen. Also gerade öffentliche Situationen sind für viele Eltern ja auch schwierig, ne, weil sie Angst davor haben, von außen bewertet zu werden, vielleicht auch von Fremden angesprochen. Also das hat sicherlich auch jede Mutter und jeder Vater schon mal irgendwann erlebt, ich kann mich da auch gut dran erinnern, ne, wenn mein Kind als Baby ganz viel geschrien hat im Supermarkt, wie viele Kommentare da kamen, also es kommt ja auch nicht von ungefähr.

Aber in die Führung zu gehen, heißt hier im Grunde nichts anderes als zu sagen, Nein, heute nicht. Und dann kann man auch benennen, oder ja, um die Verbindung zu dem Kind herzustellen, zu sagen, ich sehe deine Enttäuschung, ich sehe, dass du traurig bist, aber es bleibt dabei und vielmehr ist in so einer Situation eigentlich gar nicht nötig.

So also dieses lange erklären, diskutieren, rechtfertigen, gibt ja auch immer wieder Ansätze, das in der Schleife zu halten, ne wenn dann. Kind gelernt hat. Wenn Mama da ganz klar sagt, Nein oder auch Papa ist ja egal. Nein heißt nein so, man kann ja trotzdem das Gefühl benennen und die Enttäuschung sehen und sein Kind darin wahrnehmen, das ist sogar ganz wichtig, ja, damit dein Kind sich verstanden fühlt.

Ein Nein von dir in dem Fall muss aber auch nicht lang und breit erklärt oder gerechtfertigt werden. Ne, das bedeutet einfach, ich habe das entschieden, du musst jetzt damit leben, ich sehe, dass du enttäuscht bist, ist auch in Ordnung enttäuscht zu sein, aber es bleibt dabei. Ja, das führt uns zum nächsten Beispiel, wo es ganz besonders wichtig ist, klar und konsequent zu bleiben.

Der Klassiker, Die Bildschirmzeit, ist vorbei, Fernseher soll ausgemacht werden, Tablet aus Spielkonsole aus. Und viele Kinder fangen dann an zu diskutieren und wollen verhandeln. Das ist sicherlich ein Klassiker, den jeder schon mal erlebt hat, der Medien zu Hause hat und viele Eltern fangen an der Stelle dann auch an zu erklären oder zu sagen, ja gut, noch mal 5 Minuten oder bis du gespeichert hast oder fang vielleicht auch an zu drohen oder zu ermahnen die ganze Zeit.

Aber Führung wäre jetzt in dem Augenblick einfach zu sagen, die Zeit ist vorbei, das Gerät wird ausgeschaltet, du bist wütend, ich weiß, du willst gerne noch weiter spielen, das kann ich verstehen, aber es bleibt eben dabei, das Gerät wird ausgeschaltet, also mit jeder Ausnahme die man da macht oder jeder Unklarheit öffnet man sich ja selber Tür und Tor für die Zukunft um. In Verhandlungen mit seinem Kind darüber zu gehen, ne. Es ist wichtig da dass Eltern da ne klare Linie fahren und vor allem da auch kein schlechtes Gewissen entwickeln, wenn man vorher ne Bildschirmzeit vereinbart und die ist 30 Minuten und die 30 Minuten sind um, dann ist es völlig legitim in dem Augenblick zu entscheiden, dass jetzt ausgeschaltet wird.

Ne, das ist von vornherein für alle klar kommuniziert. Schwierig ist es immer dann, wenn der Rahmen nicht klar gesteckt ist. Ne, also wenn Bildschirmzeit so gehandhabt wird. Das Kind fragt, ob es das Tablet haben kann oder die playstation oder was auch immer und darf dann eben spielen bis die Eltern Stopp sagen und haben.

Es gibt da gar keine feste Routine für oder gar keinen klaren Rahmen, jeder der damit zu Hause Probleme hat. Mit diesem Thema Medien kann ich diesen klaren Rahmen nur empfehlen, weil das nimmt ja auch jede Grundlage für Diskussionen, wenn man sagt, wir haben 30 Minuten besprochen, jetzt sind die 30 Minuten um, wir machen aus.

Ist halt was anderes als wenn es ne wie ne willkürliche Entscheidung von Mama und Papa rüberkommt. Wann es jetzt das Tablet gibt und wann ausgemacht. Wird was passiert denn eigentlich in diesen Momenten, wenn Eltern immer wieder eingreifen, also erklären, retten und übernehmen? Dann passiert etwas, worüber viele Eltern erst mal sogar nicht nachdenken.

Das Kind lernt nicht nur weniger Frustrationstoleranz, es entwickelt, wie ich vorhin auch gesagt hab, vor allem auch weniger Kompetenzgefühl, denn wenn ein Kind immer wieder erlebt. Wenn es schwer wird, dann nimmt mir Mama das ab. Ja, und ich brauche eigentlich nur darauf warten, dass Mama kommt oder wenn es unangenehm wird, dann kommt Papa schon und rettet das für mich, dann fehlt mir irgendwann als Kind die Erfahrung, dass ich das auch alleine regeln kann, überhaupt ne, weil ich habe ja als einzige Lösungsstrategie gelernt, auf Mama oder Papa zu warten, also dieses Gefühl von das kann ich selbst, das fehlt dann und das führt langfristig irgendwann auch zu einer gewissen Hilflosigkeit des Kindes und. Weil es diese Kompetenzen ja gar

nicht erworben hat. Ich kann damit selber umgehen, ich kann das aushalten, auch wenn ich es jetzt voll blöd finde und es mich voll nervt, ich weiß, es geht vorbei, und zwar ohne dass einer von außen kommt und das für mich rettet. Das heißt, wir nehmen dann nicht nur den Frust weg, sondern wir nehmen auch das Erfolgserlebnis und die Kompetenz weg.

Ja, genau. Wir nehmen das Erfolgserlebnis weg, die Kompetenz und vor allem. Dadurch am Ende auch den Selbstwert, denn Selbstwert entsteht nicht dadurch, dass wir alles abgenommen bekommen und es immer alles im Smooth läuft und wir nie irgendwo anecken und nie irgendwo Frust erleben, sondern dadurch, dass ich eine Situation bewältigen konnte, dass ich gesehen hab, OK, ich hatte vielleicht Angst davor oder ich hab es als schwierig empfunden, aber ich hab es geschafft. Wenn wir also aus unserer Anspannung heraus immer wieder retten, nehmen wir unserem Kind ungewollt genau diese Erfahrung weg.

OK, das nächste Beispiel, was viele Eltern kennen. Das war aber ein Wunsch eines Vaters, der uns geschrieben hat, das Kind verliert beim Spielen oder es droht zu verlieren und die Stimmung kippt komplett, schmeißt die Figuren um und sagt, das Spiel ist unfair. Das ist ungerecht. Und die Regeln sind doof. Ja, das sowieso.

Die müssen dann auch ganz dringend geändert werden, schlagartig und im Moment. Also hier greifen viele Eltern ein, um das Spiel zu retten, oder sie lassen ihr Kind sogar gewinnen, ne, gerade bei kleineren Kindern lassen wir sie dann ständig gewinnen, aber verlieren ist eigentlich einer der wichtigsten Trainingsmomente, die wir ihnen da mitnehmen, also Führung. Heißt in dem Fall ne, wenn wir in die Führung gehen wollen und unser Kind eben in Führung begleiten wollen statt das ihm abzunehmen.

Du bist wütend, weil du verloren hast, aber das Spiel geht weiter, wenn es sabotiert wird, spielen wir nicht weiter, dann brechen wir das Spiel ab so das heißt wir kündigen die Konsequenz an. Wir benennen aber auch das Gefühl, ja, also wir nehmen das Kind in seinem Gefühl wahr und sagen, ich seh, dass du wütend bist.

Ich seh, dass dich das nervt, aber das Spiel ist so und wir ändern dafür nicht die Regeln. Und wenn du jetzt eben beginnst, unfair zu spielen, ne, weil du jetzt das so hin drehen möchtest, dass du verlierst, dann werden wir das Spiel beenden, also für alle gelten die gleichen Regeln und egal wer gewinnt oder verliert, jeder muss es so aushalten ne egal ob jetzt Mutter, Vater, Bruder, Schwester spielt keine Rolle.

So, und das eben nicht moralisch, nicht beschämend, sondern einfach ganz neutral benennen und dann genauso machen auch nicht, ja verurteilen oder drauf rumreiten. So jetzt Ärger dich doch nicht schon wieder oder du bist so n Spielverderber oder so ne. Also wenn jemand ohnehin schon gerade innerlich frustriert ist, so wütend ist, traurig ist und wir sagen ihm dann eben auch noch ja so wie du gerade bist, ist auch noch falsch. So, damit retten wir es ja nicht, ne, also jemanden dann zu sagen, dass er n Spielverderber ist oder so damit ja machen wir es ja emotional nicht besser, wir wollen es nicht retten, wir wollen aber jemanden auch nicht runterziehen ne, sondern einfach den klaren Rahmen abstecken.

Dabei sein, das Gefühl benennen, sagen, ja, ist doof, wenn man verliert, aber jeder verliert irgendwann mal und wir müssen auch lernen, damit umzugehen. Wichtig ist halt, dass wir die Verantwortung wirklich beim Kind lassen und sie ihm nicht abgeben und Verantwortung an das Kind zurückgeben bedeutet, ich nehme dir nicht ab, was du selber tragen kannst.

Natürlich müssen wir immer gucken, wie alt ist unser Kind, kann es das schon, ja oder verlangen wir da gerade etwas von unserem Kind, wofür wozu es? In seinem Alter einfach selber noch gar nicht in der Lage ist oder aufgrund notorischer Fähigkeiten natürlich, so lange müssen wir unterstützen, aber n guter Grundsatz, den ich irgendwann mal übrigens in einem jasbajul Buch gelesen habe. Es nimm deinem Kind nichts ab, was es selber kann und das also, wenn Eltern das berücksichtigen, dann machen sie schon viel richtig.

Ne, also wenn dein Kind grundsätzlich schon vom Alter her von der Motorik her in der Lage ist etwas zu tun, nimm es ihm nicht ab, lass es das selber machen, es stärkt den Selbstwert deines Kindes. Also im Grunde immer dabei bleiben. Ich löse es nicht für mein Kind, ich rette mein Kind nicht vor Enttäuschung, aber wenn es enttäuscht ist, dann bin ich da, dann begleite ich das ja, ich mach es nicht wieder gut so, ich löse es auch dann immer noch nicht, aber ich nehme es in den Arm und ich ermutige es, es weiter zu versuchen, es weiterzumachen, auch wenn es nicht auf Anhieb klappt, ohne es ihm abzunehmen.

Und das zeigt meinem Kind auch mein Zutrauen in seine Fähigkeiten, wenn ich sie ihm abnehme, sage ich ihm ja auch indirekt, ich trau dir nicht zu, dass du es alleine kannst, wenn ich sage, ich weiß, dass du es alleine kannst und das ermutige dazu. Ja Hans, ich bin überzeugt, dass du das schaffen kannst. Deswegen nehme ich es dir nicht ab. Dann vermittele ich meinem Kind ja auch meinen Glauben in seine Fähigkeiten, ne, und das kann auch sehr beflügelnd sein. Viele Eltern denken ja, Sie schützen den Selbstwert des Kindes, wenn sie Fehlschläge von ihm fernhalten. Das kann dann ja nicht stimmen.

Nein, das stimmt auch nicht, weil letzten Endes Selbstwert nicht dadurch entsteht, dass alles leicht ist. Er entsteht durch. Ich hab das geschafft, ich hab das ausgehalten, ich hab das hinter mich gebracht, und wenn wir immer eingreifen, dann erlebt unser Kind. Unsere Hilfe am Ende nicht als seine eigene Stärke, sondern letzten Endes ja auch ein Stück weit als Abhängigkeit von uns.

Also sollten Eltern der Versuchung, den Frust zu beenden, am besten widerstehen. Ja, absolut. Wenn sie resiliente Kinder haben wollen, die gut mit Frust umgehen können, dann würde ich mir das als Mutter oder Vater definitiv vornehmen. Also unsere Aufgabe ist nicht, den Frust unserer Kinder zu verhindern.

Frust ist etwas total normales und. Und etwas, was unsere Kinder durchleben müssen. Und auch wenn es sich erstmal schlecht anfühlt, für manche Eltern zu sagen, ich kann doch mein Kind da jetzt nicht leiden, damit alleine lassen, es gibt ja dann auch noch irgendwas zwischen damit alleine lassen und es unserem Kind abnehmen, ne, und das ist eben das, was ich angesprochen hab dieses Entführung gehen liebevoll begleiten, das zu benennen, zu sagen, Mensch du ärgerst dich ja richtig ne, aber es zu unserem Kind trotzdem nicht abzunehmen und.

Das ist der ja so die Goldene Mitte, ne, der schmale Grat dazwischen, wo man halt sagen kann, ich bin da, ich lass mein Kind nicht alleine, aber ich nehm es ihm eben nicht ab. Also natürlich, wenn unser Kind frustriert ist, sollen wir es darin nicht ignorieren. Ja und so tun, als wäre das nicht da und das alles völlig ausblenden, deswegen ist ja das Benennen des Gefühles auch so wichtig, aber wichtig ist eben auch wie gesagt die Lösung unserem Kind nicht abzunehmen, damit unser Kind die Erfahrung machen kann, das selbst zu lösen. Und das war's wieder für heute.

Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, gerade bei einem Thema, das so nah am eigenen Erleben ist. Wenn euch diese Folge geholfen hat, lasst gerne eine Bewertung da oder teilt sie mit jemanden, dem sie auch gut tun könnte und wenn ihr den Podcast noch nicht abonniert habt, jetzt wäre ein guter Moment bis nächste Woche und bye bye.

Bye Bye. Dann Reiß die Arme hoch und Zeigs der ganzen Welt. Ich fühle. Mich halt so.

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