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Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 2· Folge 29

#028 Das schwierige Kind – Raus aus dem Teufelskreis aus Kritik und Entmutigung

Dienstag, 3. März 2026 · 26 min

MP3

Shownotes

Abends auf dem Sofa, die Kinder schlafen endlich, und du fragst dich: Warum ist es mit diesem einen Kind so anstrengend? Warum dreht sich alles um Machtkämpfe, Provokationen und Diskussionen?
In dieser Folge sprechen Thorsten und Marie darüber, was passiert, wenn ein Kind in der Familie das Etikett „schwierig" bekommt. Warum dieses Verhalten kein Charakterproblem ist, sondern eine Reaktion auf etwas, das dem Kind fehlt. Und warum mehr Kritik den Kreislauf nicht durchbricht – sondern verschärft.
Am Beispiel einer typischen Geschwistersituation zeigen die beiden, wie Eltern Grenzen setzen können, ohne die Beziehung zu verlieren. Und warum kleine Schritte in Richtung Ermutigung oft mehr verändern als jede Standpauke.
Eine Folge für alle, die spüren: So wie es gerade läuft, kommen wir nicht weiter, und die bereit sind, den ersten Schritt anders zu machen.
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallo. Und herzlich Willkommen. Zu beruhigt. Euch, dem Podcast von kaimi.com es gibt Kinder, die in ihrer Familie irgendwann ein Etikett bekommen. Das schwierige Kind, das Kind, um das sich alles dreht, Machtkämpfe, Diskussionen und Tränen und Eltern, die Abends auf dem Sofa sitzen und sich fragen, warum ist es bei uns nur so anstrengend?

In dieser Folge schauen Marie und ich uns an, was hinter diesem Etikett steckt, warum Kinder schwieriges Verhalten nicht aus Boshaftigkeit zeigen, sondern weil ihnen etwas. Fehlt wir. Sprechen über den. Teufelskreis aus Kritik. Und Entmutigung. Und warum mehr schimpfen, das Problem nicht lösen wird, sondern. Verschärft.

Ihr bekommt ein Konkretes. Beispiel, was passiert. Wenn ein älteres Kind das neue Geschwisterkind haut und wie Eltern darauf reagieren können, ohne die Beziehung zu verlieren. Und wir reden über eine Idee, die einfach klingt, aber im Alltag viel verändert. Das Beziehungskonto wenn ich die. Folge hilft.

Empfehlt uns gerne weiter. Ihr findet uns auf Instagram unter calmy Dot Official und wenn ihr eine Frage habt oder ein Thema vorschlagen wollt, schreibt uns an. Beruhigt euch. At calmy.com. Viel Freude mit dieser Folge. Dazu gibt es ein Zitat von Alfred Adler, dem Begründer der Individualpsychologie.

Bevor ein Kind Schwierigkeiten macht, hat es welche. Marie kannst du das Zitat so bestätigen und erklären? Ja, absolut. Also wenn Kinder schwieriges Verhalten zeigen. Ich sag jetzt bewusst nicht, das Kind ist schwierig, sondern das Kind zeigt schwieriges Verhalten, dann ist das nie ein charakterproblem Kinder kommen nicht so zur Welt mit solchen Verhaltensweisen, sondern die sind mit der Zeit gelernt und. Und warum ein Kind so was lernt, das hat ganz verschiedene Gründe, aber meist passiert vorher irgendwas. Das können Veränderungen im Leben sein, Einschnitte, und dann reagiert das Kind auf eine bestimmte Art und Weise darauf und wird dann vielleicht auch für diese Reaktion kritisiert oder merkt dann halt irgendwie,

damit komme ich auch ans Ziel ne und so sammeln Kinder Erfahrungen, das können auch andere Gründe sein, wie halt die Geburt von Geschwistern oder Umzüge, oft ist es auch das Thema. Dass Eltern vielleicht überfordert sind, Eltern sind krank, haben wenig Kapazitäten für das Kind, machen selber Lebenskrisen durch oder es gibt Spannungen in der Beziehung zwischen den Eltern, zwischen Mama und Papa oder ungünstige Erziehungsstile, ne besonders ja so lissefair Erziehung fällt ja in dem Zusammenhang auch immer wieder oder autoritäre, sehr autoritäre Erziehung, solche Erziehungsstile können sich auch darauf auswirken, genauso wie Neurodivergenzen, die bei Kindern unerkannt bleiben.

Oft auch dazu führen, dass sie sehr viel kritisiert werden oder auch besonders sensible Kinder ihre Eltern manchmal auch überfordern. Mit dieser mit diesen sensiblen Reaktionen. Und daraus entstehen dann Muster. Also 1 führt sozusagen zum anderen, ne, das Kind macht irgendetwas, merkt aha, das Verhalten funktioniert für mich oder die Eltern reagieren dann.

Mit sehr viel Kritik darauf. Das Kind wird immer mehr entmutigt und so bedingt dann 1 das andere und es setzt einen Kreislauf in Gang, den wir in diesem Podcast noch weiter erklären werden, aber das möchte ich schon mal vorwegnehmen, es ist in der Regel so, dass die Kinder auf etwas reagieren, was um sie herum passiert, auf ungünstige Art und Weise und dann für sich lernen, dieses Verhalten, das funktioniert aber für mich. Nicht um besonders gemocht zu werden von meinen Eltern, aber um mein Ziel zu erreichen, zum Beispiel wahrgenommen zu werden, gesehen zu werden, nicht übersehen zu werden, da gibt es ganz verschiedene Gründe.

Wie läuft denn das typischerweise ab? Wie fängt dieser Kreislauf an? Im Grunde sucht jedes Kind erst mal seinen Platz in der Familie. Ein Kind will grundsätzlich dazugehören, will ein Teil sein, will sich sicher fühlen, will gemocht werden und manchmal machen Kinder eben auch die Erfahrung. Dass ihr Verhalten einen bestimmten Zweck erfüllt, selbst wenn dieses Verhalten den Eltern missfällt. Der Klassiker zum Beispiel ist da das Thema negative Aufmerksamkeit also für ein Kind ist es halt besser, negative Aufmerksamkeit zu kriegen, als am Ende das Gefühl zu haben, übersehen zu werden oder gar keine Aufmerksamkeit zu kriegen, und das setzt eben, wie eben schon erwähnt, so eine Art Teufelskreis in Gang.

Die Eltern sind so gestresst von ihrem Kind und von diesem, ja dysfunktionalen Verhalten des Kindes. Dass sie am liebsten jede Minute, wenn es mal ruhig ist und wenn das Kind gerade keine Aufmerksamkeit fordert, am liebsten auch dem Kind aus dem Weg gehen, um endlich mal abzuspannen mal 5 Minuten Pause zu haben und so weiter aber das Kind wiederum lernt dann wieder OK, wenn ich nicht aktiv Aufmerksamkeit suche, dann werde ich überall gesehen, weil ich bekomme von meinen Eltern keine aktive Aufmerksamkeit und da merkt man schon das eine bedingt das andere, ne das Kind macht Dinge die fühlen sich für die Eltern anstrengend an, die Eltern versuchen sich dann in jeder möglichen Pause mal

zurückzuziehen und das Kind lernt dann. Wuff. Wenn ich nichts mache, dann kommt auch keiner auf mich zu. Dann werde ich übersehen und diese Muster, die bedingen sich eben gegenseitig und durchbrechen können das nur die Eltern, das kann ein Kind nicht, ein Kind reagiert sozusagen auf seine Umwelt, macht das was für das Kind zielführend ist. Deswegen liegt die Verantwortung und dieses sich bewusst machen darüber eben auch immer bei den Eltern so, das heißt üblicherweise passiert folgendes das Kind. Merkt irgendein Fehlverhalten funktioniert, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen und die Reaktion der Erwachsenen darauf ist halt Kritik.

Also sie ermahnen mehr, sie kommentieren vielleicht auch mehr, warum machst du so was immer und so weiter ne so diese typischen Kommentare die wir alles kennen, sie weisen das Kind ständig darauf hin, was eigentlich alles falsch läuft oder was es nicht richtig macht und die Kinder lernen durch Kritik nicht hey. In meinem Verhalten war jetzt vielleicht was nicht richtig, das sollte ich besser machen, sondern was bei dem Kind ankommt ist sowas wie mit dir stimmt was nicht, du nervst, du bist zu viel, deine Erwartungen sind zu viel, deine Suche nach Aufmerksamkeit ist zu viel und Kinder verinnerlichen dann Glaubenssätze wie ich bin falsch oder sogar ich kann es gar nicht richtig machen und wenn dieses

Gefühl sich festsetzt, dann entsteht in Kindern entmutigung. Und was macht diese? Entmutigung mit dem Kind. Ja, ein entmutigt das Kind, das versucht eben nicht mehr, Dinge richtig zu machen. Auf die positive Art und Weise, wie Eltern sich das Wünschen, sondern es versucht in der Welt, in der es lebt, irgendwie noch klarzukommen, und dafür entwickelt es Strategien, manchmal sucht es nach Aufmerksamkeit, manchmal geht es in macht, Kämpfe mit seinen Eltern, um das Gefühl zu haben, irgendwie noch Dinge unter Kontrolle zu haben in einer Welt, wo es gefühlt eigentlich gar nichts mehr unter Kontrolle hat, das kann Rückzug sein.

Und das kann zum Beispiel auch Aggression sein gegen die Eltern, gegen die Geschwister oder auch gegen sich selbst. Kinder handeln da nie grundlos ne, auch wenn das manchmal so wirkt, sondern es liegt eigentlich immer irgendein Zweck zugrunde, den sie mit ihrem Verhalten erreichen wollen. Und wenn ein Kind ständig provoziert oder wenn es Haut oder wenn es laut wirkt, dann dient dieses Verhalten eigentlich immer einem Zweck, also vielleicht so was wie.

Sie mich oder Vergesst mich nicht oder überseht mich nicht oder auch Gefühle wie ich komme hier zu kurz oder auch in Bezug auf Geschwister. Ich lasse mir meinen Platz nicht von meinem neuen Bruder, meiner neuen Schwester wegnehmen, das ist ja auch immer so ein Thema Geburt von Geschwistern was viele Kinder auch bewegt und in vielen Familien, die eigentlich bisher ganz harmonisch waren auf einmal zu Problemen führt, man muss halt sehen das Kind legt dieses Verhalten an den Tag, weil das Verhalten für das Kind funktioniert.

Leider funktioniert das dann nicht für die restliche Familie, aber für das Kind erfüllt es einen Zweck und deswegen macht das Kind das und da muss man eben tiefer reinsehen. Dann lass uns das Beispiel doch gleich mal konkretisieren. Das haben wir jetzt ja auch schon öfter gehabt. Eine Familie bekommt also hat vielleicht schon ein Kind bekommt n neues Baby. Und das ältere Kind wird aggressiv und haut. Vielleicht sogar das neue Geschwisterkind. Was passiert dann oft bei den Eltern? Ja, Eltern können ja auf verschiedene Art und Weise darauf reagieren.

Und wenn das eben so reagiert, wie wir gerade besprochen haben, ne, wenn wir in diesen Mustern bleiben, dann würde würden die Eltern darauf eventuell mit Kritik reagieren und sagen, du kannst deinen Bruder, deine Schwester doch nicht schlagen, die gehört doch dazu. Wie kannst du denn so was machen, das tut dem weh und. Reagieren da vielleicht auch relativ barsch und fordern dann mehr Verantwortung und sagen, du bist doch der große, du musst jetzt da auch eben auch zurückstecken oder musst dich zusammenreißen, ne und bei den Kindern kommt eben an deine Bedürfnisse, die du gerade hast und auch deine Not darin, vielleicht gerade mit der neuen Situation nicht klarzukommen, die wird übersehen, so, das

heißt, wenn wir nur mit Kritik darauf reagieren und das Kind dann eben dafür verurteilen. Weil es gerade ne den neuen Bruder, die neue Schwester vielleicht mit einem Klaps gehauen hat oder so und da ganz moralisch werden. Dann übersehen wir, was eigentlich dahinter steckt und das ist ja erst mal ein großer Verlust.

Ne ich hab muss Mama und Papa jetzt teilen, meine Position die immer sicher war ist auf einmal unsicher, ich weiß gar nicht mehr wo ich hier drankomme ich hab das Gefühl Mama und Papa gucken jetzt nur noch auf das neue Baby und ich hab Angst davor jetzt unwichtig zu werden weniger geliebt zu werden, übersehen zu. Zu werden.

Und diese Angst, die nehmen wir ja nicht weg, indem wir eben sagen, ne, was das für eine schlechte Art und Weise ist, jetzt so mit Bruder und Schwester umzugehen und die zu hauen und so weiter sondern ja das Kind was nur Kritik empfängt in dem Augenblick, das fühlt sich ja noch mehr übersehen. Ne und noch unwichtiger, weil jetzt hab ich nicht nur meinen Platz verloren durch mein neues Geschwisterkind, sondern jetzt werde ich auch noch kritisiert und bleib damit trotzdem alleine, das heißt ich fühl mich noch.

Weniger wertvoll, noch weniger Dazugehörig, noch weniger wichtig und wird dann eben dadurch auch nicht dazu führen, dass ich als Kind dieses Verhalten einstelle, weil auf meinen Frust oder auch meine Ängste, die ich mit der Situation habe, ist ja keiner eingegangen. Die Eltern haben natürlich auch eigene Ängste, die wollen oder müssen ja sogar das jüngere, jüngere Kind beschützen.

Wie können Sie es denn besser machen? Also natürlich muss man eine Grenze ziehen, wenn so was vorkommt, dass ein Kind das andere Haut, gerade wenn es um kleine Babys. Es geht die ja nun sich überhaupt nicht selber wehren können, aber man kann das ja auf verschiedene Arten tun. So und der beste Weg daran zu gehen ist eben nicht die Beziehung zu vergessen, wenn man eine Grenze setzt, also zum Beispiel dann eben auch den Zweck des Kindes oder auch die Bedürfnisse des Kindes zu sehen oder eben den Zweck, den es mit diesem Verhalten erreichen will, in dem Fall ja, zum Beispiel ist das ja Unsicherheit, ne was passiert mit meinem Platz in der Familie, lieben Mama und Papa mich noch genauso. Und auf so was kann man ja

eingehen. Das heißt, wenn das Kind jetzt sein Geschwister Haut, kann man sagen, das ist gerade alles nicht leicht für dich oder kann das sein, dass du Angst hast, zu kurz zu kommen? Also das kann man auch bewusst mal als Frage formulieren, weil man will ja nicht jemandem einfach Gefühle zuschreiben, ne, sondern man möchte ja der Sache auf den Grund gehen und eben auch dafür sorgen, dass das Kind, was sich eben gerade falsch verhalten hat, sich trotzdem gesehen und wahrgenommen fühlt und mit ihm in Verbindung bleiben und die nicht abreißen lassen.

Deswegen, wenn man so was sagt, wie es gerade nicht leicht für dich, hast du vielleicht Angst, dass du jetzt zu kurz kommst? Ne, dann baut man ja Verbindung auf und vor allem das Wichtigste ist, das Kind fühlt sich gesehen und nicht damit allein gelassen. Man kann darüber in Dialog gehen, ne trotzdem.

Das besteht jetzt immer aus 2 Teilen. Das eine ist, das Kind zu sehen, das zweite ist aber trotzdem auch die klare Grenze zu ziehen, und das macht man nicht, indem man jemanden sagt, wie falsch er ist, sondern indem man eben das Verhalten von der Person trennt, indem wir eben nicht sagen, ja, du bist böse oder ne, du bist falsch oder so, sondern indem wir eben sagen, in unserer Familie wird trotzdem niemand gehauen, also das kann man ja kombinieren, ne, es ist gerade nicht leicht für dich. Ich sehe, das ist auch gar nicht so einfach, wenn du deine Mutter, dein Vater auf einmal teilen musst. Trotzdem darf in dieser Familie niemand den anderen hauen. Und wenn es noch mal passiert, hat das Konsequenz XYZ, das kann man sich ja überlegen, was man

da selber als angemessen empfindet und dann macht man das eben das nächste Mal auch genauso, aber ohne Aufregung, ohne eigene Wut, ohne moralische Keule, sondern einfach klar ankündigen, in unserer Familie wird niemand gehauen. Sollte das noch mal vorkommen, dann weiß ich nicht, musst du eine Stunde Auszeit in deinem Zimmer nehmen und kannst erst mal nicht bei dem Baby bleiben, bis du dich beruhigt hast.

Zum Beispiel. Ja, kann man Medienverbot nehmen, da gibt es jetzt verschiedenste Möglichkeiten, da kann man überlegen, was bei einem selber am besten funktioniert. Ja, aber zu sagen, wenn du das Kind haust, musst du zum Beispiel für ne Stunde ist vielleicht für den Anfang sehr lang, kommt auf das Alter des Kindes an, aber musst du ne halbe Stunde mal den Raum verlassen damit sich alle beruhigen können.

So wäre ja ne Möglichkeit um da eben ne klare Grenze zu ziehen. Also noch mal zusammengefasst, ne in Verbindung bleiben, das Kind auch in seiner Not sehen und wahrnehmen, dann trotzdem ne liebevolle klare Grenze setzen, in der wir nicht die Person verurteilen, das Kind verurteilen, sondern ausschließlich das Verhalten ne ich kann jemanden mögen und trotzdem sagen dein Verhalten gefällt mir nicht oder will ich hier nicht. Viele Eltern glauben ja trotzdem. Wenn sie nicht ständig.

Korrigieren, dass ihr Kind dann nichts lernt. Stimmt das so? Jetzt kommt es drauf an, was du mit korrigieren meinst, denn korrigieren würde ich nicht mit kritisieren gleichsetzen. Also ja, natürlich braucht das Kind ne Hilfestellung um richtiges Verhalten zu lernen in Form von Grenzen, ne persönlichen Grenzen, grenzen in der Umwelt. Ne Regeln in der Schule und so weiter und sofort. Ja das definitiv Grenzen sind super wichtig und würde man immer alles so komplett laufen lassen, würde sich das sicher in die falsche Richtung entwickeln.

Das heißt aber nicht das Kind zu kritisieren ne also ne Grenze zu setzen ist dann eben nicht Kritik auszuüben und dem Kind ständig zu sagen. Was es alles falsch macht, das sind noch so Relikte. Ich denke, viele von uns haben das selber in der Kindheit erlebt, ne, das war eben der Umgang damit, die eigenen Eltern haben das so vorgelebt, aber zu gewissen Zeiten hat man sich da sicherlich auch noch nicht so viele Gedanken drüber gemacht wie heute über gewaltfreie Kommunikation, gewaltfreie Erziehung, es gab ja auch Zeiten, da war es mal normal, einem Kind auf den Hintern zu hauen, hätte es natürlich nie sein dürfen, klar ne, aber wenn man n paar Generationen zurückdenkt, da wissen wir ja

noch, dass die Lehrer noch. Stock in der Hand in der Schule standen so ungefähr. An dieser Stelle herzliche Grüße an meine Schwester, die noch n Schlüsselbund an den Kopf geworfen bekommen hat, weil sie aus dem Fenster geguckt hat. Na ja, genau das meine ich. Ne, also da haben wir ja über Generationen Sachen mitgekriegt, die können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen. Und natürlich muss man dem Kind irgendwo ne Richtung vorgeben, aber das funktioniert eben nicht, indem man ihm ständig erklärt, was es alles falsch macht, was es alles lassen soll. Ne, also nicht immer den Fokus auf das Negative legt, sondern das Kind halt eher unterstützt über Alternativen nachzudenken. Also was kann ich denn

stattdessen machen, wenn ich nächstes mal in so einer Situation bin, Ihnen also Werkzeuge mit an die Hand geben, es ermutigen auch es anders zu machen, daran zu glauben, auch selber, dass das Kind das anders machen kann, nur. Noch mal als Ergänzung das mit dem Schlüsselbund war die Klassenlehrerin meiner Schwester, das waren meine Eltern so aber. Ja, das Thema Ermutigung ist ja sehr, sehr wichtig. Wir haben darüber ja auch schon mal ne Folge gemacht. Erklär doch mal kurz oder geh noch mal drauf ein, wie das funktioniert.

Also wenn n Kind immer nur Kritik zu hören kriegt, dann sendet das ja auch nicht gerade aus. Ich glaube, dass du es selber anders machen kannst, ne und? Manchmal beflügeln wir auch Kinder regelrecht dazu, es anders zu machen, indem wir eben ihnen zutrauen, dass sie es auch anders machen können. Das heißt, wenn unsere Erwartung schon immer ist und unser Kind kriegt das sowieso nicht hin, das anders zu reagieren, ja, wie soll unser Kind, das da an sich glauben oder anders erwarten, so, das heißt, die Zeit, wo alles aufgebracht ist, wo Situationen, die emotional sind, gerade passieren, sind natürlich nicht die Zeiten, etwas zu klären, das haben wir auch schon oft besprochen.

Aber in ruhigen Zeiten könnten wir mit unserem Kind darüber sprechen, wie ich Rene schon gerade gesagt hab. Was könntest du denn nächstes mal, wenn du dich so fühlst? Stattdessen tun, zum Beispiel zu mir kommen und sagen, Mama, ich brauch gerade ne Umarmung, ne, statt die Kleine den kleinen Bruder, die kleine Schwester zu hauen, aber noch viel wichtiger ist ist, dass wir als Eltern auch den Fokus auf das positive Verhalten des Kindes legen und da rede ich nicht nur eben von.

Gelungenem Verhalten, sondern auch von der Bemühung, ne. Also wenn zum Beispiel ein Kind dann das nächste Mal nur meckert und mosert, statt seinen kleinen neuen Bruder zu hauen, dann könnte man auch das schon positiv hervorheben, obwohl es immer noch Gemecker ist. Aber man könnte sagen, ich find das super, dass du diesmal das beherzigt hast und jetzt nicht gehauen hast. Ne, lass uns doch mal gucken, was wir nächstes mal. Machen können ja, aber das auch mal diese Bemühungen zu sehen. Hey, diesmal hast du dich zurückgehalten, auch wenn es vielleicht immer noch nicht ideal gelaufen ist. Das sendet dem Kind aus in diesen ganz kleinen Schritten. Hey, ich kann auch was richtig machen, ich kann eben nicht nur alles falsch machen und werde

nur dann gesehen, wenn ich was falsch mache und kriege nur das zu hören, sondern man sieht eben auch meine Bemühungen. Damit das nicht falsch verstanden wird. Das geht nicht darum, alles durchzuwinken oder gutzuheißen, was das Kind macht. Ne, man soll jetzt nicht ohne Ende loben, für jeden Quatsch, darum geht es nicht, aber was ich meine ist eben wirklich diese ganz kleinen Anstrengungen zu sehen. Wir nehmen es immer als selbstverständlich, wenn etwas gut funktioniert, ne wenn das Kind sich so verhält wie wir uns das Wünschen zum Beispiel es lässt uns mal 10 Minuten in Ruhe arbeiten, wenn wir das brauchen oder so, dann sehen wir das so als gegeben hin.

Aber sobald das einen einmal stört in dieser Zeit, dann kommt die Kritik. Ne so, das heißt wenn man überlegt wie oft kritisiere ich eigentlich mein Kind und wie oft hebe ich eigentlich das gelungene Verhalten hervor, wenn da jeder mal so auf sich achtet, dann merkt man schnell, oh ich bin viel schneller darin, meinem Kind das mitzuteilen, wenn etwas nicht funktioniert, als wenn etwas gut funktioniert, so und da so n bisschen den Fokus zu verschieben.

Auf was funktioniert denn eigentlich gut? Wo hat mein Kind das vielleicht noch nicht perfekt geschafft, aber es hat sich Mühe gegeben, es hat es versucht so, das ist auch Ermutigung, nicht immer nur den Fokus auf das fertige Ergebnis zu legen, ja, jetzt hat es schon alles perfekt geklappt, sondern allein einen du hast es versucht diesmal anders zu machen, du hast dich bemüht, dass es diesmal anders läuft, ne, du schaffst das so daran zu glauben und das wahrzunehmen dem Kind auch bewusst zu machen, Hey du kannst es auch.

Positiv machen und du kannst was richtig machen und du kannst auch Dinge auf positive Art und Weise beeinflussen und verändern. Das ist total viel wert und oft wenn wir über diese ne als schwierig gelabelten Kinder ne, also Kinder mit vielleicht ja ein ein geübtem Fehlverhalten sprechen. Dann sprechen wir ganz, ganz oft über Kritik. Aber gerade diese Kinder, die schon so entmutigt sind, dass sie eigentlich denken, sie können überhaupt nichts mehr richtig machen und brauchen dieses Verhalten, um überhaupt ja ihren Platz in der Familie zu finden und wahrgenommen und gesehen zu werden, gerade denen fehlt das oft wirklich an dieser engen Verbindung zu ihren Eltern und diesem Gefühl, dass die Eltern ihnen mitgeben, du kannst

das, ich glaub an dich, du schaffst das, ne, das. Das ist genau das, was wir uns gewünscht haben und so weiter. Das geht in die richtige Richtung. Und wenn Eltern wirklich etwas verändern wollen, also wenn Eltern wirklich auch unter dem Verhalten der Kinder leiden und sagen, wir können nicht mehr, wir wollen etwas anders machen, dann wird es sich niemals dadurch auflösen, dass man dem Kind immer noch erzählt, was es falsch macht, sondern es geht darum, Verbindung wiederherzustellen, Kooperation dadurch überhaupt erst wieder möglich zu machen, aufeinander zuzugehen. Dann noch mal zurück zum Anfang.

Meistens entstehen diese Verhaltensweisen ja dadurch, dass das Kind stark entmutigt ist und sich in seinem Platz in dieser Familie eben auf andere Art und Weise nicht sicher fühlt, also das Gefühl zu haben, wenn ich dieses Verhalten nicht zeige, dann ist mein Platz hier in dieser Familie gefährdet, so, und das kann man vor allem auflösen über positive Verstärkung, über Ermutigung. Und über Beziehung, auch wenn es schwerfällt, in diesem ganzen Stress.

Und da muss man noch mal ne Lanze für die Eltern brechen. Ja, der bei denen ja die Nerven blank liegen, die wahrscheinlich auch oft am Ende ihrer Kräfte angekommen sind, auch wenn es schwerfällt in diesem täglichen Chaos da was Positives zu sehen, genau das ist der Weg raus. Aus diesem Chaos und genau deswegen lohnt es sich auch. Mir fällt dazu noch ein Bild ein, das hab ich gerade heute in einem Video aufgenommen zu meinem Onlinekurs, der jetzt bald fertig ist.

Zur Begleitung von Kindern mit ADHS. Russell Barkley, ein bekannter Forscher im Bereich ADHS, der hat dann n ganz interessantes Bild für und zwar hat er gesagt, so ne Beziehung musst du dir vorstellen wie n. Konto und Dinge wie Ermutigung die Zahlen auf das Konto ein und Dinge wie Kritik, negative Kritik, die Bucht auf dem Konto ab und wichtig ist einfach zu wissen, dass eine Kritik nicht so ein großes Problem ist. Solange das Konto ein Guthaben aufweist, also diese Balance zu halten ist sehr, sehr wichtig und gerade bei neurodivergenten Kindern wissen wir ja, da gibt es aktuelle Forschung ja auch zu.

Die Zahl haben viele vielleicht auch schon gelesen. Ein Kind mit ADAS bekommt bis zum 10. Lebensjahr bis zu 20000 mal mehr negatives Feedback als neurotypische Kinder, das ist ne unglaublich hohe Zahl, das ist jetzt wichtig zu wissen für alle Kinder, nicht nur für die von neurodivergenten Kindern, für die anderen zählt das ja auch, Eltern haben ja da immer ne Wahl wie sie sich.

Verhalten allerdings. Richtig also, wenn Eltern wirklich etwas verändern wollen, ja, dann müssen Sie sich bewusst machen, wenn sie ihre Kinder dauerhaft kritisieren und das Guthabenkonto, dass du eben benannt hast, eben dadurch ins Minus rutscht, irgendwann, dann verschärfen sie das Muster so, das heißt, Eltern, deswegen ist es ja für viele Familien auch so ausweglos, ja, weil Eltern denken, OK, ich muss dann noch mehr von dem tun. Um damit es bei meinem Kind endlich mal ankommt und geben eigentlich immer mehr rein von dem was eh nicht funktioniert ne und wünschen sich dann eben, dass das was verändert wird, es nicht tun, sondern im Gegenteil, der Grund warum vieles so ist ist genau das, dass immer mehr

von dem Reingegeben wird was nicht funktioniert, nämlich Kritik. Ne je mehr ein Kind kritisiert wird, desto mehr wird es entmutigt und umso mehr verschärft sich dieses Muster, diese Dynamik, die in der Familie stattfindet. Denn Bedürfnisse des Kindes, ja Bedürfnisse, die das Kind tief in sich drin hat und die diesem Verhalten des Kindes zugrunde liegen, die Verschwinden nicht dadurch, dass ich meinem Kind sage, was es alles falsch macht oder dass es schlecht ist oder sich schlecht verhält.

Und das ist auch der Grund, warum in in vielen Familien, wo die Kinder sich auffällig verhalten, sich dieses Verhalten mit der Zeit auch immer weiter zuspitzt. Ne, es bedingt sich gegenseitig. Solange diese festgefahrenen Muster so ablaufen, innerhalb der Familie, werden sich auch die Kinder nicht ändern. Die Eltern müssen bei sich selbst anfangen, dieses Muster zu durchbrechen, das werden garantiert nicht die Kinder tun und das geht eben nur, indem man zum einen versteht, welcher Zweck liegt dem Verhalten meines Kindes zugrunde, wie kann ich das anders bedienen, ja im Grunde, wie kann ich. Meinem Kind das geben, was ihm fehlt, ohne dass es dieses Verhalten zeigen muss.

Wie kann ich das auf positive Art und Weise machen und das Kind dann eben ganz viel in dieser positiven Verhaltensweise bestärken und ermutigen. Wer sich damit schwer tut und sagt, ich weiß oft gar nicht, welches Zweck dem zugrunde liegt, ich würde es gerne sehen, aber ich tu mich damit schwer, ich mein, wir alle kommen ohne Gebrauchsanweisung für Kinder auf die Welt, ne und gerade wenn man.

Vielleicht auch vorher nicht immer in der Tiefe wie n Pädagoge oder so sein Leben lang mit Kindern zu tun hatte. Woher soll man das alles wissen, wer in so einem Fall Hilfe braucht, kann sich natürlich auch gerne jederzeit an uns wenden und uns ne e Mail schreiben an beruhigteuchzusammengeschriebenberuhigteuch@kalmi.com und kann familiencoaching bei uns buchen, dann gucken wir uns das gemeinsam an, die Möglichkeit besteht auch. Das war es wieder.

Für heute. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, für euch und für eure Kinder. Wenn ihr das Gefühl habt, ihr steckt. Gerade in genauso einem Muster fest. Bei Kimi gibt es Onlinekurse und Familiencoachings. Die euch dabei. Begleiten herauszufinden. Schaut mal auf kimi.com. Vorbei oder schreibt.

Uns an beruhigteuch@kimi.com und wenn euch die Folge geholfen hat, lasst uns gerne eine Bewertung da oder teilt sie mit jemanden, der sie gerade brauchen könnte bis nächsten Dienstag und bye bye. Bye Bye. Liebst du das Leben, dann Reiß die Arme hoch und Scheiß der ganzen Welt. Ich fühle mich als.

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