
Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 2
#B002: Schule, Lernen & Neurodivergenz – Was eine Lehrerin rät
Donnerstag, 26. Februar 2026 · 42 min
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Shownotes
Das Matheheft liegt auf dem Tisch. Dein Kind starrt es an. Du starrst dein Kind an. Und irgendwann starrst du die Decke an – weil keiner weiß, wo man anfangen soll.
In dieser Bonusfolge sprechen Marie & Thorsten mit Emilia, einer Lehrerin aus Österreich, die seit zwölf Jahren unterrichtet und selbst Autismus und ADHS hat. Sie erzählt, warum Hausaufgaben oft nicht am Können scheitern, sondern an fehlender Orientierung. Warum Kinder selbst wählen dürfen, womit sie starten. Und wie drei einfache Schritte (Pause, Anker, Entscheidung) den Hausaufgaben-Abend verändern können.
Emilia teilt außerdem zwei Buchempfehlungen, die ihr als Mutter und Lehrerin geholfen haben. Und sie erklärt, warum Begleiten nicht dasselbe ist wie Übernehmen.
Eine Folge für alle, die abends am Küchentisch sitzen und sich fragen, ob es auch anders geht.
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Hallo und herzlich Willkommen zu. Beruhigt euch, dem Podcast für Eltern von kimi.com. Stell dir vor, dein Kind kommt aus der Schule, der Ranzen fliegt in die Ecke und dann liegt da dieses Mathe Heft und ihr sitzt dann zusammen am Tisch und keiner weiß so richtig wo man anfangen soll, dein Kind nicht und manchmal auch du nicht. Hausaufgaben oder Hausübungen, wie sie in Österreich heißen, sind für viele Familien ein tägliches Spannungsfeld. Besonders dann, wenn Kinder neurodivergent sind, also wenn ADHS oder Autismus mit im Spiel sind, dann wird aus einer halben Seite Mathe schnell ein abendfüllender Kraftakt für alle Beteiligten.
In dieser Bonusfolge sprechen wir mit Emilia, sie ist Lehrerin in Österreich, unterrichtet dort seit 12 Jahren an der Oberschule. Und sie ist selbst Neurodivergent mit einer Autismus und einer ADAS Diagnose. Das heißt, sie kennt beide Seiten, die Seite der Lehrerin, die 35 Kinder gleichzeitig erreichen will und die Seite der Mutter, die abends mit dem eigenen Kind vor den Hausaufgaben sitzt.
Emilia erzählt, warum Struktur nicht Kontrolle bedeutet, warum Kinder selbst entscheiden dürfen, womit sie anfangen und warum ein Kuscheltier auf dem Schreibtisch manchmal mehr bewirkt als jede Ermahnung. Ein kurzer Hinweis noch, diese Folge haben wir per Video Call aufgenommen, deshalb klingt der Ton etwas anders als gewohnt und weil das Thema sehr speziell ist, senden wir es als Bonusfolge für euch, aber wir finden genau solche Gespräche gehören hierher.
Folgt uns gern auf Instagram unter. Kimi Punkt Official oder schreibt. Uns an. Beruhigt euch at. Kimi.com und jetzt viel Spaß. Emilia, du Unterrichtest in Österreich und hast deinen Unterricht grundlegend umgestellt. Was machst du denn genau anders als andere Lehrkräfte? Im Prinzip eigentlich nicht viel anders, sondern ich hab mein Denken eher umgestellt.
Ich glaub das Unterrichten selbst ist relativ gleich geblieben. Aber mein Mindset und meine Herangehensweise haben sich natürlich auch mit meiner eigenen Neurodivergenz komplett verändert. Ich versuche, die Schüler und die Schülerinnen immer aus meiner eigenen Sicht zu sehen, aus meiner neurodivergenten Brille, wie man das so schön sagt und unter Neurodivergenten verstehe ich jetzt vor allem meine Autismus Diagnose und meine ADHS Diagnose. Und ich versuche meine Schritte, meinen Unterricht so zu strukturieren und auch so zu gestalten, dass ich selber mich nicht mehr verliere.
Ja, was ja auch häufig vorgekommen ist. Und vor allem, dass meine Schüler und Schülerinnen gut mitkommen können, das ist mir quasi das Wichtigste, was ich Ihnen noch mitgeben möchte. Dahingehend hat sich, glaube ich, mein Unterrichtsstil. Verändert. Und was genau machst du da anders als. Andere, das ist jetzt auch eine sehr gute Frage.
Anders als andere würde ich vielleicht sagen, dass ich meine Aufgaben und meine. Unterrichtsstunde an sich sehr strukturiert angehe. Wobei, wenn man meine Schülerinnen fragen würde, würden die alle antworten? Nö, also ich habe es noch mal gemacht, ich habe mal gefragt, nö, wir merken jetzt keinen Unterschied, aber genau das ist ja das Ziel, dass sie keinen Unterschied bemerken, sondern einfach nur von den Dennis jetzt profitieren.
Im Endeffekt habe ich immer einen kompletten Fahrplan für meinen Unterricht, wo Ausgeschlüsselt darin steht, was wir wann machen. Beziehungsweise ich mache es auch verbal, wenn ich weiß, in dieser Klasse ist jetzt niemand drinnen, der jetzt neurodivergent ist. Aber Struktur tut ihnen gut und mir ebenfalls, da mache ich jetzt nur verbal und ansonsten easy going wirklich ganz ordinär mit einem powerpoint Sheet und oder Word Sheet, wie auch immer und meinem Beamer und das war es mehr mache ich nicht, keine Zauberei und es kommt trotzdem alle besser mit.
Das, was du anders machst, orientiert sich ja. Zumindest an Universal Design for Learning habe ich gelesen. Das klingt ja jetzt erstmal ziemlich sperrig nach dem Fachbegriff und deine Übersetzung habe ich bei dir auf Instagram gelesen, ist, dass es Unterricht, der niemanden im Regen stehen lässt, darum geht's dir ja.
Wenn du jetzt aber Eltern erklären müsstest, die gerade verzweifelt mit ihren Kindern zu Hause an den Hausaufgaben. Sitzen und die vielleicht blockieren. Wie würdest du ihnen das erklären? Das erste Mal möchte ich gerne als Lehrerin den Eltern etwas mitgeben und ihnen sagen, wenn es nach mir ginge oder wenn es nach vielen anderen Kolleginnen ginge, gäbe es diese Höllenerzeugnisse wie Haushochübungen gar nicht mehr, weil die sind da ein ziemlicher Eingriff in das Privatleben der Schüler und Schülerinnen. Wenn man bedenkt, wie viele Stunden die Kinder in der Schule verbringen, mit Lernen, mit Funktionieren, mit Stillsitzen, mit mit Denken und mit mit Handeln. Und keine Ahnung, was da alles
dazu gehört, ist es eigentlich fast ne Frechheit meiner Meinung nach von den Schülern und Schülerinnen Ausübungen zu verlangen, die dann. Noch mehr Zeit in Anspruch nehmen und den Kindern vor allen jüngeren Kindern wertvolle Zeit auch stehlen, in der sie sich als Menschen, als Personen weiterentwickeln können. Also das einmal vorweg Liebe Eltern, ihr seid nicht alleine mit euren Gedanken und ich würde sagen, verbrennt sie, aber leider geht das nicht, weil viele nehmen das eben auch als Grundlage für die Bewertung, was ja noch schlimmer ist. Aber gut das ist ein anderes Thema, wie geht man damit um, nun statt.
Wenn man die Lehrperson nicht davon überzeugen kann oder mit ihr sprechen kann oder das denken halt eben fehlt das oder das Verständnis des Hausübungen wirklich kontraproduktiv für das eigene Kind sind, dann könnte man dahingehend. Sich hinsetzen und sich überlegen, OK, in Ordnung, wie kann ich meinem Kind jetzt diese Hausübung wirklich erleichtern, vor allem wie kann ich sie auch nie als Mutter, als Vater, als erziehungsberechtigte Person erleichtern, ohne dass ich einen Nervenzusammenbruch bekomme und meiner Meinung nach ist da wirklich der entscheidende Punkt, dass man die Aufgaben.
Dann selber herunterbricht, strukturiert und in kleinen Etappen denkt und vor allem dem Kind auch die Möglichkeit gibt zu zeigen, dass dass es die Aufgabe verstanden hat, den Stoff verstanden hat und ihm auch die Chance zu geben, es in dieser Variante kurz wiederzugeben oder oder zu zeigen, dass er es kann, wie es ihm am leichtesten fällt.
Ja, und das ist eben URL Universal Design for Learning. Da geht es nämlich eben darum, dass ein Schüler oder eine Schülerin aufgrund der eigenen Talente das heißt haben darf, zu zeigen, hey. Ich habe den niemals verstanden. Ich kann vielleicht jetzt, ich nehme jetzt ein Beispiel von mir, weil das fällt mir am leichtesten, ich kann jetzt zum Beispiel die Wortarten im Deutschunterricht nicht erklären, ich kann sie jetzt nicht aufschreiben, wie auch immer das gängige. Aber, Frau Professor, also wir sind Professoren in der Oberstufe, Frau Professor, ich kann ihnen einen Comic zeichnen darüber, und ich war mal Busch und gedacht, OK, ja, mach. Sicher, wieso nicht ne und der Schüler hat mir dann einen Comic gezeichnet, in dem die
Wortarten, die die Superhelden waren, die die Protagonisten und Protagonistinnen und auch antigonisten und so weiter und das war ein Comic, da hab ich mich eigentlich hingesetzt, also das war vom Feinsten erklärt also. Mit Lehman als Hauptdarsteller, der begleitet wurde vom Artikel, unterstützt zum Adjektiv. Und da gab es wirklich eine Geschichte, wie sie miteinander gekämpft haben, quasi gegen den gegen den bösen Bösen. Der böse Genitiv.
Ich finde den Kraus, wenn wir das nennen. Es war irgendein Satz der falsche Satz, aber der hat ihn irgendwie anders benannt, er hat ihm einen Namen gegeben, nennen wir ihn Karl, ist die Wurst. Und da ging es darum, wie kämpfen wir miteinander gegen diese Ungerechte. Und gegen diesen diesen fehlerbringenden Satz, der alle verwirrt und im Endeffekt, also das war, als ich den Comic dann wirklich auch bearbeitet habe mit meinen Schülerinnen, es ist so ein massiver Lerneffekt, weil die haben dann auf einmal verstanden, was die einzelnen Funktionen sind, und alle sind da gesessen. Jetzt haben wir es begriffen, jetzt kommen wir uns aus und ich denke mir super, ich habe ewig lang studiert, Didaktik, Methodik, weiß der Teufel und
dann kommt ein Schüler, macht einen Comic und meine Schüler kapieren es endlich. Wie cool ist das? Denn das heißt, es ist ja letzten Endes was draus entstanden, was auch allen geholfen hat. Richtig? Definitiv, weil jeder hat Talente in sich, die haben wir alle und Schule ist irgendwie. Keine Ahnung, sie hat das doch schon und ich hab gestern noch mit einer Kollegin darüber gesprochen.
Also ich glaub Maria Theresia meinte ja mal, es muss alles einheitlich sein und und wir halten daran fest. Also irgendjemand hat es auf jeden Fall gesagt, aber wer sagt denn, dass es noch immer so sein muss? Wir haben doch alle Talente, also eben ich, wir haben ja schon darüber kurz gesprochen, für mich ist das hier Premiere, dass ich mit euch einen Podcast Aufzeichne, mein Talent ist definitiv nicht in der Kamera. Also in die Kamera zu sprechen, aber ich tue es, wie das heißt. Manche nennt es halt woanders, manches ist das geschriebene Wort.
Wenn jetzt aber meine meine Lehrer und Lehrerinnen damals gesagt hätten, Evelia dein Schulerfolg, hängst davon ab, dass du jetzt in die Kamera sprichst, in der Postmahlzeit, also ich würde jetzt nicht hier sitzen, also dass es eben auch eben das odl Prinzip gibt, deinem Kind, wenn die Schule schon nicht deinem Kind die Chance gibt zu zeigen.
Dass er es kann, wie er es kann, oder sie. Dann gib du deinem Kind die Möglichkeit, lass uns zeichnen, ja lass sie irgendwo singen oder oder lass sie etwas konstruieren, lass sie etwas bauen, es gibt ja ganz viele andere Dinge. Das war ein guter Hinweis. Wir hatten übrigens auch gerade unsere Tochter hat ihre Hausaufgaben gesungen neulich also die, die Matheaufgaben gesungen, das hat ihr total Spaß gemacht.
Ja, das hat ihr einfach Spaß an der Sache. Dann bereitet einfach, dass sie die Aufgaben und Zahlen singen. Und kann. Ja, und das ist das Geheimnis. Im Prinzip also und und nichts anderes versuche ich auch meinen Kolleginnen und Kollegen mitzugeben. Es kommt dann halt auch immer dieser dieser Einwurf von wegen, ja, am Ende müssen wir doch alle einheitliche Überprüfungen schreiben, eine Matura bei uns, schriftliche Reife und Diplomprüfung in Deutschland, das ist halt das Abi oder wie auch immer man das alles nennt, so geläufig bin ich halt nicht miteinander Systemen, und dann sage ich immer, ja, klar, logisch, aber das lernen, der Weg dahin.
Er darf doch individuell sein. Also wenn wir schon diese ganzen standardisierten Formen haben, warum darf dann wenigstens nicht der Weg dahin individuell sein? Und da haben wir schon eine Handhabe. Du hast mal geschrieben, dass viele Konflikte rund um das Lernen entstehen. Nicht weil Kinder nichts können, sondern weil sie einfach nicht wissen, wie sie anfangen sollen. Das werden viele Eltern sofort unterschreiben, die abends mit ihren Kindern am Küchentisch sitzen und die einfach aufs. Heft starren und ja, es nicht schaffen, das mit Inhalten zu füllen, einfach weil es ihnen schwerfällt, da den Einstieg zu schaffen.
Wie bist du zu dieser Erkenntnis gekommen und was können Eltern beim Lernen mit ihren Kindern anders machen, um ihnen diesen Einstieg und dieses anfangen überhaupt mit der Aufgabe zu erleichtern? Ich habe mich bei diesem Aspekt natürlich sehr stark auch an mich erinnert als Kind. Ich komme aus einer Familie, in der solche Geschichten, solche Sachen. Die Neurodivergenz und so weiter einfach keinen Platz gefunden haben.
Das ist einfach so. Gab es damals nicht. Ja, ist ja heute noch teilweise so eine Stimme und damals war es halt noch ein bisschen verstärkter um auf den Punkt zurückzukommen, wie wie bin ich zu der Kenntnis gekommen, ja größter als auch durch meine eigenen Kinder. Ich habe ja selber Kinder, meine älteste ist jetzt schon 18 und ich kann mich gut daran erinnern.
Wir sind teilweise Stunden vor diesem Heft gesessen und dann kam eine Hausübung, vor allem Mathematik oder solche Scherze, alles, was mit Zahlen zu tun hat, ist für mich eh schon ein bisschen und dann sitzen wir da und keiner weiß so genau, wo sollen wir beginnen und dann wurde ich nervös, weil ich bin ja Lehrerin, es geht ja nicht, dass mein eigenes Kind versorgt, ja, wie schaut denn das aus, das war ja damals noch mein Nonchat und. Und als ich dann sag, ich weiß ja nicht, wo ich beginnen soll, Mama, ich darf es einfach nicht und dann sag ich beginnen beim Anfang.
Ja, wo ist denn der Anfang, ich steh hier da bei A oder bei 1 oder bei bei Kreis Stern, wie auch immer, sagt ja, aber da ist ja nichts, da steht nur mach das und jenes, aber da steht nicht wie ich beginnen soll, soll ich jetzt beginnen mit der Rechnung, soll ich jetzt die Überschrift was soll ich genau machen, da hab ich gedacht Kind ihr habt das doch in der Schule gelernt und nach und nach bin ich dann irgendwie drauf.
Gekommen. Oh nee, die haben das in der Schule eben nicht gelernt, die wissen nicht, wie man an der Hausübung beginnt, wo ist der Staat, beginne ich, indem ich, das sind ganz banale Sachen, die für uns Erwachsenen ja total klar sind, ich schreibe vielleicht ein Datum rein, damit ich Orientierung habe, ich schreibe eine Überschrift rein, ja klar, wir sind erwachsen, wir haben schon unsere Mechanismen, wir haben die Lebenserfahrung, um zu wissen, wie man Sachen strukturiert, aber sagt das meinem kleinen Kind?
Das hat keine Ahnung, ne und dann setzen die dich da hin und schmieren irgendwas ins Heft, gehen dann in die Schule. Total verunsichert habe ich das jetzt richtig gemacht und dann kommt die Aussage nee falsch und im Endeffekt hat es eigentlich daran ist es daran gescheitert, dass man nicht wirklich wusste, wie gehe ich vor, wo ist A und so endet z.
Und wie ich als Mutter da quasi eingreifen kann, ist, dass ich hingehe und sage, bevor ich überhaupt mit den Hausübungen überhaupt beginne. Das ist überhaupt das wichtigste, lass das Kind kurz Kind sein, sei es eine halbe Stunde, was auch immer, herumhüpfen, spielen irgendwas, bevor man sich nach der Schule direkt hinsetzt und wieder Schule macht, lass das Kind kurz Kind sein, bitte.
Danach gibt es ein Reset und dann kann man fragen okay gut zuerst. Womit möchtest du beginnen? Das ist das Zentrale nicht, jetzt machen wir Mathe und das Kind, ich will aber nicht und doch, das muss sein nee, frag das Kind direkt wo beginnen wir, wo möchtest du beginnen und lass das Kind entscheiden, auch wenn es eine Hausübung ist, die vielleicht erst in 3 Tagen ist und die andere muss erst muss morgens schon abgegeben egal lass das Kind mit dem beginnen somit es Freude hat aber und danach kann man sich ja auch steigern mit Pausen dazwischen und dann einmal starten und fragen was würdest du jetzt machen, wenn ich jetzt nicht da wäre, wie würdest du jetzt beginnen wenn ich nicht neben
dir sitzen würde und dann mal hören was dich Kind sagt manchmal kommt es vielleicht doch Blödsinn ja ich würde jetzt plastilin spielen und würde jetzt ein Bild darzeichnen und dann immer wieder zurück okay und somit beginnen wir jetzt wenn wir uns die Hausübung anschauen. Und wenn das Kind wirklich keine Orientierung hat, was ja durchaus passieren kann, wenn man müde ist und über überladen oder wie auch immer das von dem Kind auch einfach sagt, du schau mal, wir beginnen jetzt so. Ich habe mir jetzt ein Heft angeschaut, wir schreiben jetzt einmal das Datum hin und keine Ahnung, dritte Hausübung und dann beginnen wir mit dieser Aufgabe, also als Elternteil auch ein bisschen die Verantwortung, dann, wenn man möchte, übernehmen bei den
Hausübungen. Und sagen, jetzt beginnen wir bei dieser Aufgabe, ihr werdet sehen, das bewirkt Wunder. Ja, weil, aha, ich muss das machen, okay dann mache ich das jetzt, es fällt einem dann auch definitiv leichter. Emilia, du bist ja Lehrerin in der Oberstufe und diese Prinzipien, wie du deinen Unterricht gestaltest, die klingen ja aber ziemlich universell.
Gibt es außerdem, was du jetzt schon erzählt hast, Dinge aus deinem Unterricht, die. Die für Eltern zu Hause auch funktionieren könnten. Im. Prinzip ist es so. Ich wechsle meine Aufgabenstellungen regelmäßig ab, es gibt Aufgaben und Formate, die müssen einfach erledigt werden, weil sie kurz vor einer Klausur sind und und. Die Schüler und Schülerinnen einfach eine Orientierung brauchen, das sind alle festen Formate, die müssen wir üben, auch die, aber innerhalb dieser festen Formate werden diese Aufgebröselt, das bedeutet, ich habe zum Beispiel, nehmen wir mal die Zusammenfassung, dass ich ein Oberstufenthema in Deutsch, zu dem wir auch eine Schularbeit schreiben müssen und was eben auch Abi, Matura in der
Mann ist, also eine Textsorte, die definitiv zur Matura kommt jetzt. Gehe ich hin und sage Pass auf eine Aufgabenstellung. Du hast such dir aus, womit du beginnen möchtest. Entweder du liest den Text Übersichtsmäßig oder du liest ihn komplett und machst dir bereits Stichworte oder du liest ihn Absatz für Absatz und fasst jeweils den Absatz mit einem Satz zusammen.
Diese Wahlmöglichkeiten haben Sie innerhalb dieser festen Strukturen, wir bleiben natürlich beim Text, weil weil er Ausgangslage ist, eben für die Textsorte. Das ist das eine, das ist diese Feste, diese feste Format, also dieses feste Format, das ich mit ihnen einfach einlügen muss, weil das vorgegeben ist. Wenn ich aber jetzt nicht unbedingt für eine. Schularbeit oder für eine Überprüfung mit ihnen arbeite, sondern wir bewegen uns vorsichtig dorthin. Ich meine natürlich, im Prinzip ist es immer Learning for the Test und für die nächste Etappe, aber manchmal habe ich einfach mehr Zeit und kann offener arbeiten, dann bekommen sie eben auch Arbeitsblätter mit unterschiedlichen unterschiedlichen Formaten,
Aufgabenstellungen, in denen sie innerhalb dessen auch wählen dürfen. Was Sie gerne machen möchten. Also ich habe zum Beispiel auch autistisch, also Schüler mit Autismus oder Schülerinnen, vor allem die weiblichen, da ist es ganz besonders, dass man darauf achten muss, wie diese mit den Dingen umgehen, weil da merkt man den Eltern einfach anders mit den Overload, und da bin ich überhaupt sehr sensibel mit meinem Unterricht. Und da gebe ich Ihnen halt eben die Wahlmöglichkeit. Möchten Sie zum Beispiel, weil sie eben lieber präsentieren, eben dieser Schülerin mit Autismus präsentiert, sehr gerne möchtest du eine powerpoint Präsentation vorbereiten oder möchtest du zu diesem Thema etwas malen, etwas zeichnen und damit meine ich nicht wie wir
holen jetzt die Wachsmalkeiten, die im Kindergarten und malen sind die Blüte, sondern da entstehen wirklich Kunstwerke und da habe ich ja auch 23 Schülerinnen, die dann wirklich Dinge zeichnen und und anhand von den Bildern und den Inneren. Halt wiedergeben, oder? Ich habe auch ganz häufig in meinem Spanischunterricht die Möglichkeit, Dialoge aufzunehmen, eben nicht im im Unterricht selbst direkt zu spielen, sondern diese wirklich auch vorzubereiten, aufzunehmen und diese dann abzuspielen. Im Endeffekt behandeln aber all diese 3 Aufgabentypen dasselbe Thema.
Ja, und am Ende kommen verschiedene Produkte heraus. Aber der Lernweg, das Gelernte ist im Prinzip dasselbe. Die Schüler und Schülerinnen können nach diesen, nach dieser Unterrichtsstunde den Lernstoff oder sollten den Lernstoff wiedergeben können, der Weg dahin ist aber individuell. Das heißt, diese Struktur, die du dann Vorgibst, von der du am Anfang gesprochen hast, die regelt quasi den Inhalt.
Aber wie diese Kinder dann den Inhalt bearbeiten und wie Sie ans Ziel kommen, an das Lernziel, was quasi in der Struktur festgeschrieben ist, da gibt es dann verschiedene Wege und da gehst du ganz individuell auf die Schüler ein, sodass sie ihre eigenen Wege finden können, die für sie am besten funktionieren. Kann man das so zusammenfassen?
Ja, kann man also rudimentär definitiv. Also es ist ja auch so, dass ich immer sage, eine gute Struktur ersetzt Differenzierung nicht, Punkt ja. Ich muss aber dennoch differenzieren. Ich muss dennoch als Lehrperson auf die einzelnen einfach irgendwie eingehen können. Natürlich fällt das schwer, es ist verdammt hart, also ich habe in meiner eigenen Klasse 35 Schülerinnen sitzen und alle sind unterschiedlich, ich habe verschiedene Diagnosen, ich habe verschiedene Typen von Schülern und Schülerinnen, verschiedene Sprachkenntnisse, also die Klasse ist komplett heterogen, wenn ich da jetzt wirklich auf jeden einzelnen eingehen müsste, und zwar so wie er es umgeht.
Unbedingt braucht ich glaube, dann bräuchte ich eine Woche nur für für für die Klasse nonstop. Ja, ich würde schon was ich sagen möchte, das funktioniert nicht, aber ich kann versuchen möglichst viele dahingehend abzuholen und unterschiedlich auch immer abzuholen, dass nicht immer nur eine Lerngruppe quasi von meinem Unterricht profitiert, sondern vielleicht auch mehrere das mitnehmen können.
Also ja, die Struktur am Anfang gibt eine Orientierung. Aber danach wird definitiv auch differenziert und das bedeutet für mich ja gerade heute in Zeiten der KI keinen großartigen Mehraufwand, diese Aufgaben zu differenzieren. Ja, ich, ich hoffe es ja trotzdem zu sagen, OK, das ist meine Struktur und wie kann ich das jetzt Aufdröseln, welche Zugänge kann ich anbieten, im Prinzip muss ich mich ja nur hinsetzen und überlegen und denken, ich bin ja studierte lehrperson, ich ich habe mein Fach gelernt, Mehraufwand, dass ich mich hinsetzen. Und denke ja, kann sein.
Aber wenn man als Lehrperson selbst diesen Schritt scheitert, dann stelle ich mir halt persönlich die Frage und da gehe ich sehr hart ins Gericht mit meinen Kolleginnen, die so denken. Ist der Beruf wirklich der Richtige für dich? Es ist nicht auch so, dass man letzten Endes auch Zeit spart, also sowohl jetzt in der Schule als Lehrkraft als auch zu Hause bei den Hausaufgaben.
Also zahlt sich diese Zeit, die man in die. Vorbereitung steckt nicht hinterher. Auch aus. Ja, definitiv. Also ich habe meinen Unterricht, also ich muss sozusagen, ich unterrichte seit 12 Jahren jetzt mittlerweile, und ich habe am Anfang Stunden, Stunden verbracht, um eine einzelne. Unterricht schon vorzubereiten, bis ich Material besucht habe, bis ich Videos gefunden habe, bis ich irgendwas zusammengestellt habe. Meine Ausgabenstellungen natürlich, es gibt irrsinnig viel fertig, zigtausende von Büchern und Materialien, aber die sind selten wirklich auf deine Situation zugeschnitten. Im Endeffekt musst du ja sowieso deinen Unterricht planen, mittlerweile bin ich aber so weit, dass ich mich hinsetze. Ich öffne meine Datenbank, also
ich arbeite mit onenote und Paperless Life in pro Kombination, ohne dem wäre mein Leben glaube ich verloren. Ich öffne meine Datenbank und ich sehe meine fertigen Materialien und nehme einfach das, was ich brauche, ich muss ja nicht jedes Mal in jedem Schuljahr in jedem Jahrgang, der sich wiederholt, die Welt neu erfinden, ich kann ja die Sachen, die ich schon erstellt habe, hernehmen und anpassen.
Unternommen haben alle, was da schon. Und genauso ist es auch zu Hause. Wenn ich jetzt als Mutter jetzt zum Beispiel ein festes System etabliere mit meinen Kindern und sage, du Pass auf, wir kommen von der Schule nach Hause, dann ist eine halbe Stunde Spielzeit oder wie auch immer, ich gehe jetzt auf das Grundschulniveau runter, aber ich glaube, das ist, glaube ich in dieser Zeit oder in diesem dieser Altersstufe eher bedeutend.
Also ich habe dann eine halbe Stunde Spielzeit freies Spiel. Du darfst machen, was du möchtest. Vielleicht nicht unbedingt medienzeit, also Fernsehen vielleicht nicht unbedingt, aber Musik hören zum Beispiel, egal was du gut zu machen hast. Versuch nur die Bilder, weil das hat etwas mit der Neuropsychologie, aber das wird dir jetzt den Rahmen bringen, nicht das erklären, also dass man nicht unbedingt. Videos schaut oder oder Fernsehen oder vielleicht anders spielt, sich bewegt, einfach einmal runterkommt, wirklich Kind ist.
Vielleicht isst man auch einmal dazwischen, was ja, das machen ja eh wahrscheinlich alle, aber ich erwähne es trotzdem, weil es oft vergessen wird im im, im Alltag. Ja, ich vergesse ja auch das Essen, das ist ganz normal. Und dann wirklich sagt OK, jetzt ist die halbe Stunde vorbei, jetzt setzen wir uns hin und wir räumen einmal den Platz so zurecht, damit wir eine Lernaufgabenumgebung schaffen.
Es heißt ja, wenn irgendein Kuscheltier oder irgendetwas als fester Lernbegleiter immer dabei ist. Es sind Anker. Wir sind fast der Anker und wenn jetzt dieses Kuscheltier auf dem Tisch steht, dann bedeutet das, jetzt beginnt die Hausübungszeit oder wenn diese Trinkflasche diese bestimmte oder was auch immer es geht, um Anker, um Orientierung. Jetzt ist das auf dem Tisch, jetzt beginnt die Hausübungszeit und dann auch damit die erste Frage, womit möchtest du beginnen, wenn man diese Schritte, diese 3 Schritte also wirklich.
Freizeit, Entlastung fürs Gehirn, Bewegung vielleicht optimal, Anker Wurst. Ob jetzt Duft, Anker, ob jetzt Kuscheltier, ob jetzt Wurst, egal wie er beim Anker, dass sich immer wieder wiederholt und gleich bleibt und dann die Frage, womit möchtest du beginnen man. Zweifelt häufig als Elternteil oder als erwachsene Person daran, dass Kinder in dem Alter schon entscheiden können.
Blödsinn, Sie können und Sie dürfen Sie können sagen, ich möchte das. Natürlich wird vielleicht erst ein paar Male kommen, ich weiß mich ja, man kennt, also ich weiß nicht was ich will, ich will nicht, ich hab keine Lust, lass mich spielen, was auch immer, aber dann kommt man halt wieder zurück und sagt du was? Warum?
Ich möchte so was anfangen und man bleibt bei der Frage, man wird nicht laut, man wird nicht streng, man belohnt nicht ganz wichtig, da bin ich auch sehr kritisch. Wie gesagt ich habe immer die Neurodivergenzbrille auf, ja das kann bei neurotypischen Kindern anders funktionieren, aber bei mir ist es die Neurodivergenzbrille Belohnung sehe ich sehr kritisch, weil das ist eine Aufgabe die das Kind erledigen muss. Punkt.
Ja, deswegen würde ich da jetzt nicht unbedingt mit Belohnungen locken, weil dann erwartet sich das vielleicht auch in der Schule. Ich habe jetzt meine Aufgabe erledigt, wieso bekomme ich keine Belohnung und das soll nicht so quasi verankert sein, dass es danach eine Belohnung gibt. Natürlich kann man dann sagen, du nach den Hausübungen gehen wir dann auf den Spielplatz, aber nicht als Belohnung, sondern als logischer Schritt, wir können nicht rausgehen. Solange wir diese Sachen nicht erledigt haben, aber wenn wir das erledigt haben, können wir gerne hinausgehen. So kann man es durchaus verpacken, es ist aber keine Belohnung, sondern es ist quasi der logische Schritt, dass sich daraus ergibt.
Jetzt brauchen Kinder, wie du gerade erwähnt hast, mit Neurodivergenz ja erst mal 4 Struktur von außen, um in dieses Tun reinzukommen. Was können deine Eltern langfristig machen, um nicht ewig die Struktur von außen zu halten, weil das Ziel ist ja nicht. Dass das Kind 25 ist und sein Studium absolviert hat, die äußere Struktur zu halten, sondern dem Kind zu helfen, irgendwann selbstständig zu werden und das selber abzubilden, was am Anfang vielleicht gerade aufgrund der Neurodivergenz schwerfällt. Ja, das ist ein wahnsinnig wichtiger Punkt. Da habe ich tatsächlich erst diese Woche habe ich tatsächlich darüber eine eine fachliche Diskussion geführt, weil ich werde natürlich wegen meinem,
meinem Denken oder wegen meinem Handeln natürlich auch kritisiert, also nicht alle Beweihräuchern nicht, sondern kritisieren. Weil ein Punkt aus und neben Oh, ich kann das nicht auf alle schauen, es geht ja nicht, es kostet so viel Zeit, ist eben dieser Punkt einer derjenigen, die häufig genannt werden. Man kann ja nicht das Kind oder dann später den Erwachsenen immer begleiten und ihm zur Struktur helfen, und da sage ich immer, das ist auch nicht notwendig, warum Struktur geht irgendwann in Routine über und alles, was wir routiniert machen, alles, was wir uns.
Quasi automatisch passiert machen wir auch, ohne dass wir großartig daran erinnert werden müssen. Ich nehme ganz gerne als Beispiel das Autofahren am Anfang, wenn wir das Auto schon gelernt haben, also ich kann mich an mich erinnern, als ich das Auto fahren gelernt habe, bin ich halt in diesem Fahrzeug gesessen und habe alles ganz genau. Gespürt und ganz genau beobachtet und ganz genau bewegt und gedrückt.
Ja, hab in den ersten Gang geschalten, dann Kupplung, zweiter Gang hören auf dem Motor überdreht er eh nicht, dann in den Dritten ihr wisst was ich euch sagen möchte, später irgendwann einmal beziehungsweise heute nach keine Ahnung wie vielen Jahren Führerschein setze ich mich ins Auto und es passiert automatisch ich muss nicht mehr daran denken warum weil es so Routine geworden ist.
Ich beachte meine Umgebung. Ich bin ein sicherer Pfarrer oder eine sicherere Fahrerin geworden, weil das alles zu Routine geworden ist. Und genau dazu hilft oder verhilft eben die Struktur. Es geht dann irgendwann in Routinen über, irgendwann einmal denke ich nicht darüber nach, ja, irgendwann einmal brauche ich meine Kärtchen nicht, also für meine Kinder so Kärtchen, wo sie dann auch umklappen könnten oder mit Bildchen, was ist zuerst zu machen, irgendwann brauchen sie es nicht und ich kann diese Bildchen und Kärtchen richtig. Reduzieren?
Ich kann sagen, OK gut, in der Früh funktioniert sie stehen, aufziehen sich die Socken an als erstes ja, also man muss wirklich auch die kleinen Schritte bedenken, Sie ziehen sich die Socken an, das funktioniert perfekt, ich kann diesen Punkt schon streichen, den muss ich nicht mehr strukturieren, das ist schon drinnen.
Und genauso funktioniert das auch mit der Schule. Wenn ich eine gewisse Struktur habe, eine gewisse Routine und das Ganze vielleicht noch mit Ritualen kombiniere. Ja, bei mir ist alles, jeder Schritt ist Ritualisiert, sei es verbal oder nonverbal. Da muss ich irgendwann einmal nicht mehr reden. Also ich habe vor kurzem zu meinem Kollegen auch gesagt, ich habe keine Disziplinprobleme in meinen Klassen, nie habe ich nicht, warum nicht, ich habe es ritualisiert, man hört mich nicht rein, meine gut, ab und zu schon ne, aber das ist so selten und da muss wirklich etwas Gravierendes passiert sein oder sie müssten in Gefahr sein.
Und ich möchte Sie aus dieser Gefahr herausholen. Das ist so ein Schreier. Wie hält das aus, das passiert schon, aber du hörst mich nicht disziplinieren, mittags, als einmal heiser oder keine Ahnung, das geht es bei mir nicht, ich stelle mich an einen bestimmten.in der Klasse, das mache ich seit Jahren und ich hebe die Hand, mehr tue ich nicht. Und jetzt hast du die Gleise und die ist trotzdem laut. Jetzt warte nicht mit den Fingern, mehr tu ich nicht, das ist meine ganze Disziplinierung und das ganze funktioniert aber zu Hause auch.
Ich glaube, was ich an der Stelle gerne noch mal für Eltern auch ergänzen würde, ist, dass es einen Unterschied gibt zwischen ich gebe Struktur vor und ich nehme meinem Kind die Aufgabe ab und dass man das vielleicht noch mal betont an der Stelle, das klar zu trennen, also dem Kind eine Struktur vorzugeben, heißt nicht, ich sitze dann da und kümmere mich um jede Aufgabe mit und erkläre es meinem Kind noch mal um.
Um 5 Ecken und gebt dann vielleicht noch die Antwort vor oder liest die Aufgabe vor, damit das Kind das nicht selber tun kann. Kannst du da noch mal sagen, worauf Eltern achten müssen, wenn sie ihrem Kind damit Struktur unterstützen wollen, wo da auch die Grenze verläuft, wo es dann zu viel wird, weil man will ja dem Kind nicht die Verantwortung für seine Aufgaben abnehmen am Ende, sondern ja im Grunde nur das Covern was fehlt und zwar wie bastele ich mir selber eine Struktur um darin gut zurechtzukommen.
Na also, wo ist, wo ist da die Grenze, wo Eltern vielleicht nicht mehr reingehen sollten, um eben nicht zu sehr ihrem Kind die Verantwortung für die eigenen Hausaufgaben auch abzunehmen? Ja, das ist ein wahnsinnig wichtiger Punkt und ich sehe das tatsächlich so, dass wir auch hier wieder differenzieren müssen nach dem Alter.
Ich sage mal, ein jüngeres Kind braucht vielleicht ein bisschen mehr die Unterstützung der Eltern, und da ist es noch in Ordnung. Also mit jünger meine ich jetzt Kita Alter. Also da beginnt es ja schon mit dem Strukturieren, mit dem Alter, mit den Routinen. Je älter es wird, umso mehr dürfen wir es Eltern auch lernen, loszulassen, und ich glaube, das ist wirklich ein sehr großes Thema für uns Eltern, also auch für mich heute noch das Loslassen, das lernen zu sagen, mein Kind kann das, er schafft es. Und ich glaube, da dürfen sich die Eltern vor allem selbst an der Nase nehmen und auch auch ich halte noch, das ist so. Wo ich aber klar die Grenze ziehen würde, ist, dass ich sage, Pass auf, ich lebe dir
diese Strukturen vor, ich, ich zeige dir das, wir arbeiten das aus, wir können das auch üblich machen, je nachdem wie alt, eben wie alt das Kind ist, mit Bildern, mit Magnettaufeln, wo man vielleicht auch Zetteln runter, da gibt es ja zig verschiedene Möglichkeiten, so kann man ja. Sich anschauen, wie man den Tag strukturieren kann und wir oder wir halten uns nicht versuchen, sondern wir halten uns an dieser Struktur und wir schauen, wie weit wir kommen, das ist quasi meine Aufgabe als Elternteil, und wenn ich jetzt die hausübungen Strukturiere mit meinen Kindern, würde ich einfach sagen, so, wir haben jetzt unseren Ablauf, wir spielen, wir essen, wir trinken, was auch immer, und dann kommt
unser Anker und dann beginnen wir danach. Greife ich nicht mehr ein? Ich sage nicht, endlich etwas übersehen, sondern was ich schon so mache, ist, dass ich dann frage, schau mal, hast du vielleicht etwas übersehen? Könnte es sein, dass du jetzt etwas nicht bedacht hast? Also in die Richtung, dass ich Rückfrage und das ist ja auch in Ordnung, was ich aber nicht mache, ist die Lösung anzubieten, bei Dauer orientiere ich mich schon noch ein bisschen nach diesem Prinzip, ich helfe dir, es selbst zu machen, Stichwort sorry, aber ich mache es sehr wohl darauf aufmerksam und das werde ich auch machen. Dass mein Kind von mir aus bei der Matura hockt und sich auf daneben hockt.
Und dann sag ich, hast du vielleicht etwas vergessen, wenn das mach ich bei meinen Schülerinnen auch. Ja, also wer sagt, dass wir unsere Kinder oder die uns die jüngere Generation komplett auf sich alleine? Stehen also sag ich das ein bisschen, wir müssen sie ja nicht im Regen stehen lassen, wir können ja trotzdem hingehen, uns mit richtigen Fragen sie dahingehend bewegen, noch einmal zu überdenken. Ich freu mich jedes Mal, wenn irgendjemand mir Rückfragen stellt oder auch Kritik übt und sagt, Emilia, bist du dir sicher, dass das funktioniert, weil dann beginnt das reflektieren.
Dann beginnt sie zu überlegen. Aber wenn ich jetzt das Elternteil sage oder den Vorwurf bekomme von den Lehrpersonen, ja sie helfen Ihrem Kind so sehr, bullshit, sorry für den Ausdruck, aber ich bin ja da, um ein Kind zu begleiten und begleiten darf ich übernehmen, darf ich nicht, ich sage spätestens dann, wenn ich dem Kind den Bleistift aus der Hand Reise und in meiner schiersten Schrift anfange, Buchstaben zu malen, dann ist die Grenze definitiv überschritten.
Aber davor Stütze ist kein Kritikpunkt. Ich habe noch eine Nachfrage zu dem Praxistransfer. Du hast ja vorhin ein bisschen darüber gesprochen, wie du den Unterricht vorbereitest. Nun haben Eltern natürlich nicht die Zeit, jetzt die Hausaufgaben, Hausaufgaben vorzubereiten, die werden ja meist auch überrascht damit, dass die Kinder aus der Schule kommen.
Hast du da einen Tipp, wie? Eltern da vorgehen können. Man kann ja jetzt nicht einfach alles abfotografieren und jet GPT sagen strukturier mir das mal bitte, ich sehe das, also was hast du da für Tipps für die für die Praxis? Das ist eine sehr gute Frage. Also ich muss ehrlich gestehen, das war ein Thema, das mir auch sehr stark Kopfzerbrechen bereitet hat und was eben auch meine Einstellung zu hausübungen grundlegend verändert hat. Als mein eigenes Kind in die Schule kam und mit Hausübungen nach Hause kam, habe ich mir dann gedacht, okay gut wozu, wozu diese Hausübungen?
Aber gut, das ist ein anderes Thema, wenn ich darf, würde ich gerne an dieser Stelle 2 Bücher empfehlen, es ist unbezahlte Werbung, die haben mir nämlich wirklich geholfen, meinen Kindern zu helfen und das ist zum einen dieses Buch hier von Stefanie Ritzler und Fabian Grolimund. Erfolgreich lernen mit ADHS und ADS da gibt es so viele Beispiele, Praxisbeispiele eben speziell auf das neurodivergente Gehirn. Ausgerichtet, die mir wirklich wahnsinnig geholfen haben, auch als Elternteil nicht zu verzweifeln, sondern meinen Kindern auch irgendwie Methoden an die Hand zu geben, wie sie selber lernen müssen.
Und das zweite, das zweite Buch, das mir ungemein geholfen hat und ich es leider viel zu spät entdeckt habe. Aber ich nutze es noch immer für meine individuelle Lernbegleitung, auch in der Schule, das ist von Caroline von Sound Angels oder von Stange, sag ich immer. Das die hat auch ein sie totales Buch geschrieben.
Alles ist schwer, bevor es leicht ist. Und also das Buch ist Goldschwert also es gibt jetzt zig Ratgeber zum Thema lernen, lernen, strukturieren Aufgaben und ich habe glaube ich fast alle gelesen, die es so gibt im deutschsprachigen Raum. Also ich bin schnellleserin. Ich hab wirklich alle inhaliert und diese 2 Bücher sind meiner Meinung nach die besten Bücher, die es einfach zu diesem Thema gibt und auch die Caroline von Stange.
Also ich zeig das ganz kurz in die kuschelt Caroline von Stange mal wieder in die Kamera, sie zeigt zum Beispiel hier auf dem Bild, ich hoffe das sieht man halt jetzt, dass das Kind in der Badewanne. Fing er am Badewannenrand, während es badet, mit seinem Badewannenstift die ganzen Formeln da, die es lernen musste, aufgeschrieben hat, weil es gesagt hat, ich kann am besten in der Badewanne lernen und die Mutter hat es dann aufgegriffen und hat gesagt, gut passt, dann lernen wir in der Badewanne, hat sie so einen Stift bezahlt, gibt es beim DM für 1,2 9€ was ich Facebook kurzem gekauft habe und hat die ganzen Formeln am Badewannenrand hingeschrieben. Und somit auch das Lernen ermöglicht, zu Hause in einem Träumtext, in dem sich das Kind
wohlfühlt. Und das ist eben dieser Transfer, also eigentlich der Punkt, den ich erwähnen möchte, der Transfer wie passiert das, ich habe keine Zeit manchmal diese diese Badewannen auszufüllen, es geht doch nicht, ich bin vielleicht berufstätig, alleinerziehend, mein Energielevel oder Selbstlado die da gehen wurscht, zig Gründe ja und man kann es nicht und das ist vollkommen legitim und okay zu sagen, ich kann dieses. Diesen Aufwand nicht betreiben.
Was kann ich denn stattdessen machen? Und da sag ich wieder, baut feste Routinen ein und es müssen nicht immer 3 sein, es reicht auch eine feste Routine. Ich hab diese diese 3 Routinen genannt, weil sie bei mir einfach. Am meisten gebracht haben, aber es reicht doch, wenn du eine Routine einbaust.
Wenn du selbst als Mutter müde Kopf bist. Du kommst von der Arbeit oder oder hat nicht einfach einen Stress oder wurscht oder du hast einfach keinen Bock Gott, das ist legitim, dass du dann einfach sagst, okay, ich brauche jetzt diese Pause und dass du dir diese Pause bewusst nimmst. Und wenn du dann mit deinem Kind an den Hausaufgaben dran sitzt, überlege dir, was würde dir jetzt helfen, damit du.
Dein Kind am besten durch diese Situation begleiten kannst. Und es wird auch da gegeben, wo nicht geht, wo sich das Kind auf die Erde haut und und du vielleicht auch. Ja liebe Mama, da haust du dich vielleicht daneben hin, habe ich auch schon gemacht und strampelst mit es darf sein, das sind Menschen, wir fühlen ja, und das ist so, wir haben mehr als nur Hunger und Durst als Gefühle und wenn wir das das Empfinden, dürfen wir auch manchmal sagen, nee, heute nicht. Heute nicht.
Und man sollte Idealzustand als der Lehrperson auch transparent erklären können und sagen, Hey, liebe Lehrerinnen, Liebe Lehrer, Wir haben es heute nicht geschafft, es ging einfach nicht, aber wir werden es beim nächsten Mal besser machen, auch das ist legitim, den Druck rausnehmen, die Welt geht nicht unter, wenn da mal die Hausübung nicht gemacht wurde, Kommunikation ist der Schlüssel. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast für diese Folge. Und falls du gerade selbst jeden Abend am Küchentisch sitzt und dich fragst, ob das.
Alles so richtig läuft. Du bist nicht alleine mit, schon gar nicht hier, wenn dir die Folge geholfen hat, freuen wir uns über eine Bewertung oder das hilft uns noch mehr, wenn dir die Folge geholfen hat, freuen wir uns über einen Wert. Wenn dir die Folge geholfen hat, freuen wir uns über eine Bewertung. Das hilft uns, noch mehr Eltern zu erreichen bis nächsten Dienstag bye bye.
Bye, bye dann. Reiß die Arme hoch und zeig der ganzen Welt. Ich fühle mich heiß so.