
Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 2· Folge 27
#027 Zwischen Roblox und WhatsApp: Digitale Gefahren, die Eltern kennen sollten
Dienstag, 24. Februar 2026 · 33 min
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Shownotes
Dein Kind sitzt mit dem Tablet auf dem Sofa. Es spielt, chattet, schaut Videos. Du denkst: alles in Ordnung. Aber weißt du wirklich, was deinem Kind gerade online begegnet?
In dieser Folge sprechen wir mit Alena Mess, Sachverständige im Familienrecht und Expertin für digitalen Kinderschutz. Sie erklärt, welche Risiken Eltern am häufigsten unterschätzen – von Cyber-Mobbing und Fake-Nacktbildern über Chatfunktionen in Gaming-Apps bis hin zu Mediensucht. Und sie zeigt, warum das nicht nur ältere Kinder betrifft, sondern schon in der Grundschule beginnt.
Wir sprechen darüber, warum Kinder oft nicht zu ihren Eltern kommen, wenn etwas passiert ist – und welcher eine Satz dabei den Unterschied macht. Alena bringt außerdem einen konkreten Fahrplan mit: vom Mediennutzungsvertrag bis zur Frage, ab wann ein eigenes Smartphone sinnvoll ist.
Eine Folge für alle, die ihre Kinder nicht aus der digitalen Welt fernhalten wollen – sondern sie darin begleiten möchten.
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Hallo und herzlich Willkommen zu. Beruhigt euch, dem Podcast für Eltern von calmy.com. Stell dir vor, dein Kind sitzt abends auf dem Sofa, Tablet auf dem Schoß, spielt irgendein Spiel und du kochst nebenan. Alles ist ruhig, alles gut, denkst du. Aber was, wenn genau in diesem Moment jemand dein Kind in einen Chat anschreibt, jemand, den es gar nicht kennt?
In dieser Folge sprechen Marie und ich wieder mit Alena Mess. Alena ist Sachverständige im Familienrecht, Therapeutin und seit vielen Jahren im Bereich Kinderschutz im digitalen Raum unterwegs. Und sie sagt etwas, das viele Eltern erstmal schlucken lässt. Die meisten Eltern unterschätzen, was ihren Kindern online begegnet, nicht ein bisschen, sondern grundsätzlich. Wir sprechen darüber, welche Risiken es gibt von Cyber Mockey.
Wir sprechen darüber, welche Risiken es gibt, von Cybermobbing über Fake Nacktbilder bis hinzu Mediensucht. Wir schauen uns an, warum Kinder oft nicht zu ihren Eltern kommen, wenn da etwas passiert ist. Und Alena bringt einen super Vergleich mit, der es auf den Punkt bringt. Medien sind wie Fahrradfahren, kein Elternteil würde seinem Kind das Rad hinstellen und sagen, viel Spaß fahr los, wenn du uns auf Instagram noch nicht folgst.
Calmy Dot Official und wennduunsschreibenmoechtestdannanberuhigteuch@calmy.com und jetzt viel Spaß. Wir sprechen heute zum Thema Kinderschutz im digitalen Raum. Onlinerisiken erkennen heute noch mal mit Alena Mess. Wir haben neulich so ne Folge zum Thema Cybergreaming gemacht, Alena, Stell dich doch noch mal kurz vor. Ja, zuerst freue ich mich, dass ich noch mal hier sein darf. Ja, mein Name ist Alena Mess.
Ich bin Sachverständige im Familienrecht, das heißt, Kinderschutz ist auch da meine Herzensangelegenheit, da arbeite ich schwerpunktmäßig zum Thema Missbrauch und missbrauchsabbildung Ich bin Paar und Sexualtherapeutin mit einer eigenen Praxis hier in Hamburg, und vor allem bin ich im Bereich Kinderschutz seit vielen, vielen Jahren unterwegs und arbeite schwerpunktmäßig mit den Themen, Risiken und Gefahren in digitalen Netzwerken, mit Grundschulen, weiterführenden Schulen. Mit Eltern, Lehrern der Kinder und Jugendhilfe, um dort ein bisschen über die Gefahren aufzuklären. Alena, Wenn wir mal ganz konkret hinschauen, welche Formen von Gefährdung begegnen dir in deiner Arbeit im digitalen Raum am häufigsten bei Kindern und
Jugendlichen? Ja, das kommt ein bisschen aufs Alter an. Ich würde sagen, in der letzten Folge haben wir uns ja ausführlich über Cyber Grooming unterhalten, das ist etwas, was sowohl also es alle Altersgruppen betrifft. Dann haben wir das Thema Cybermobbing. Cybermobbing ist, sobald du dein Handy in der Hand hast. Also das beginnt in Grundschulen, wenn Kinder schon in Grundschulen ein Handy haben, ist passiert Mobbing, das heißt, das, was eigentlich auf dem Schulhof passiert, das verschiebt sich auf whatsapp oder auf andere Kanäle, je nachdem, wo die Kinder unterwegs sind, und das ist etwas, was sich wirklich was in den Grundschulen schon beginnt und sich wirklich auch in die weiterführenden. An den Schulen zieht und
Hochdramatisch ist. Da können wir gerne noch mal ein 2 Sätze drüber verlieren. Hast du da n konkretes Beispiel was da so passieren kann, damit Eltern, die sich sogar nichts jetzt darunter vorstellen können, da n Bild kriegen? Ja, von Hassnachrichten über Beleidigung, Bloßstellungen, das heißt, es werden Fotos angefertigt mit Hilfe von KI, die aussehen ne wie Memes in peinlichen Situationen, die dann verändert werden. Beschimpfungen online.
Wir haben zum Thema Cybermobbing gehört, dass Bilder mit KI generiert werden, auch Nacktfotos von Mitschülern, die es dann gar nicht sind. Also es nennt sich dann Fake News, sozusagen, das heißt, gefakte Nacktbilder gehen in Umlauf, dadurch entsteht auch Mobbing. Dann entsteht Cybermobbing durch ursprünglich Sexting Bilder.
Das bedeutet, Jugendliche ab 14 dürfen ja in Deutschland Sex haben und dürfen auch in Deutschland sich Nacktbilder, wenn beide das wollen, hin und her schicken. Und wenn diese Beziehung dann irgendwann nicht mehr so stabil ist und die sich trennen, da laufen, ist die Gefahr relativ hoch, dass sich diese Bilder dann verbreiten, weil der Ex Freund oder die Ex Freundin das Nacktbild verbreitet.
Dadurch entsteht auch Cybermobbing, ne Bilder die zum Beispiel war ich jetzt in einer weiterführenden Schule, da hat ein Junge ein Mädchen bei einem Blowjob aufgenommen. Hat dieses Bild in dem Klassenchat geteilt. Natürlich haben wir da auch ne Straftat, ist ja ist klar, ja, also es ist verboten solche Bilder zu machen, Videos zu generieren und die in den Klassenchat zu stellen und die Kinder erleben das die Betroffenen dann wiederum auch als Cybermobbing, weil dadurch sich natürlich viele Schüler und Schülerinnen einschalten, das Bild wird verbreitet und so weiter und sofort, das heißt wir haben nicht nur die Verbreitung möglicherweise von Jugendpornografie.
Sondern für die Betroffenen auch das Thema Mobbing online. Und das ist eine wirklich, wirklich extrem große Gefahr. Dann haben wir das Risiko der Mediensucht, das heißt Kinder, die zu viel zu lange online sind und damit ruhig gestellt werden oder ja keine Medienzeiten haben, haben eine große Gefahr.
Dass sie eben diese Zeiten selber gar nicht mehr im Blick haben und zum Teil 4567 Stunden online sind, wenn es keine Eltern gibt, die Medienzeiten eingestellt haben und mit den Kindern über diese Dynamik ins Gespräch gehen. Sind das auch die Risiken, wo du sagen würdest, das sind die, die Eltern am meisten unterschätzen, oder ist da noch was an erster Stelle? Nee, ich würde schon sagen Cybergrooming, Sexting, Care e nudes, also die Fake Bilder und vor allem auch Cybermobbings. Es ist.
Alles unterschätzt also ich glaube, man kann gar nicht sagen, was ist das, was die Eltern am meisten unterschätzen, ich würde es noch größer fassen und sagen, die meisten Eltern unterschätzen. Was ihren Kindern online begegnet, und dazu gehören auch Gewaltvideos, sexvideos, Pornografie, also all das, was den Kindern online begegnet, wo wir eigentlich sagen, Pornos ist ab 18 ja, aber es gibt Videos und und Dokumentationen oder Fakes, die die Kinder mit 1112 13 sehen, Gewaltvideos, die irgendwie, auch wenn sie KI generiert sind, kann heute kein Mensch mehr unterscheiden, ob das KI generierte. Gewalt ist, oder ob das reale Gewalt ist. Missbrauchsabbildungen, die die Kinder sehen. Wir wissen nicht, ist es ne KI
generiertes missbrauchsabbildung oder sind es reale Missbrauchsabbildungen? Das heißt, das alleine zu unterscheiden, ist eine unfassbar große Gefahr, die Eltern komplett unterschätzen. Also ich glaube, dass diese gesamte Dynamik, die online auf Social Media passiert wird, grundsätzlich unterschätzt. Du hast ja eben das Thema Grundschule angesprochen, das betrifft ja auch dann später Jugendliche. Was würdest du denn sagen, worauf müssen Eltern von Grundschulkindern besonders achten und worauf Eltern von Jugendlichen, also wie verschieben sich da die Risiken mit der Zeit, die.
Risiken sind natürlich die Eltern, die. Die Kinder werden ist in der Regel haben sie längere Medienzeiten, die werden ein Stück weit angepasst. Das erhöht das Risiko, insbesondere je länger und später Kinder online sind, erhöht sich das Risiko, weil Täter eben auch doch auch eben abends unterwegs sind und merken, da sind keine Eltern, die eben gut auf die Kinder achten. Bei Grundschulkindern haben wir natürlich, je früher ich mit Medien überhaupt in den Kontakt komme, desto normaler wird es auch, das heißt?
Wie ist das eigentlich mit realen Treffen von Freunden? Also treffe ich mich wirklich real noch mit Freunden gehe ich wirklich real noch zum Sport, verabrede ich mich noch oder passiert chatten, telefonieren, Fotos machen, Selfies schicken, eigentlich alles nur noch per Handy und dass, wenn das in der Grundschule anfängt, dann zieht sich das natürlich bis in die weiterführenden Schulen und Statistiken sagen ja auch, insbesondere seit Corona ist es so.
Dass Jugendliche viel mehr sich online treffen als offline. Und wenn ich damit schon in Grundschulen beginne, weil Eltern den Kindern Tablets und was auch immer zur Verfügung stellen, dann ebne ich natürlich irgendwie den Weg dafür, dass das ein Stück weit normal ist und dass man irgendwie schon anfängt, in den Grundschulen auf Gaming Portalen miteinander zu spielen, als sich persönlich zu treffen und draußen zu kicken.
Du hattest ja in der Folge zum Cybergrooming schon. Darüber gesprochen, welche Kinder besonders gefährdet sind und besonders anfällig, kannst du da so ne generelle Aussage treffen. Bei den restlichen Risiken, welche Familien da meistens bei dir in der Praxis auch landen. Eigentlich ist es tatsächlich durch die Bank weg, ehrlich gesagt also. Wir haben ja, ich hab ja hier auch Betroffene, wo die Eltern wirklich darauf achten, dass die Kinder nur 2 Stunden online sein dürfen, die sich weiß ich nicht, x mal überlegt haben, ob ihr Kind Snapchat haben darf, aber letztendlich reicht ein Täter, der es schafft, ein Kind zu manipulieren. Natürlich ist es so, dass das Risiko sich. Reduziert.
Je mehr Eltern wissen haben, je mehr Eltern sich mit diesem Wissen auseinandersetzen und je mehr Eltern dieses Wissen mit ihren Kindern teilen, es ist so n bisschen wie ich sag immer, wir müssen Medien so betrachten oder Medienkompetenz so betrachten wie Fahrradfahren. Kein Elternteil würde in einem Kind das Fahrrad hinstellen und sagen Tschüss, viel Spaß, fahr los. Ja, sondern die würden sagen, so, hier hast du einen Helm, jetzt lernen wir mal Fahrradfahren. Am Anfang halte ich dich noch am Sattel fest oder du hast Stützräder, wenn ich mir sicher bin, dass du fahren kannst, dann kannst du mal alleine bis zur Kurve fahren, aber nicht weiter, ich will dich nämlich noch sehen. So, dann prüfe ich, ob du einmal
alleine um Block fahren kannst. Ich muss checken, ob du weißt, bei einer roten Ampel bleibst du stehen und bei Grün darfst du gehen, dann kannst du auch alleine mal mit dem Fahrrad fahren und online ist es nichts anderes. Das heißt, Eltern, die das verpassen, das ist das höchste Risiko und das können die Akademiker sein, die kaum Zeit haben und verpassen mit ihren Kindern über diese Dynamiken zu sprechen. Das können aber auch, ich sag jetzt mal, sozial schwache Familien sein, die das Wissen vielleicht gar nicht haben, weil sie sich mit dem Thema auch noch gar nicht auseinandersetzen oder weil sie die deutsche Sprache nicht sprechen und gar nicht wissen, wo man sich hier in Deutschland überhaupt Informationen herholen.
Kann. Kannst du Situationen beschreiben, in denen Kinder auch in gefährliche Situationen oder schwierige Lagen geraten können, ohne dass sie aktiv selber etwas falsches tun? Also ich sage immer alle Social Media Accounts oder Gaming Portale wo man chatten kann, also wo fremde Leute dein Kind anchatten können anschreiben können. Man kann ja die Chats auch ausstellen wo man sagen kann diese Chat Funktion stellen wir grundsätzlich aus. Weil die Chat Funktion ist ein unheimlich hohes Risiko. Schauen wir uns auch mal Roblox an. Roblox ist eine ist ein Gaming Portal, eine App die ja eigentlich mal freigegeben war ab 12. Ja, ein hohes Risiko hat, weil überall da, wo Kinder sind, sind Erwachsene und dort sind auch
Erwachsene, die es nicht gut mit den Kindern meinen. Und wenn ich chatfunktion habe und ein Täter kann dich anschreiben, da kann random dich anschreiben, weil du kannst deinen Eltern fünfmal versprechen, ich schreibe nur mit Leuten, die ich kenne. Chat Funktionen sind ein hohes Risiko dafür, dass sich doch ein Täter einschleicht und dann mit den Strategien, die wir auch beim in der Folge zum Cyber Grooming besprochen haben, doch auf diese Kinder einwirken kann.
Damit roblox sprich sowas tolles an, weil letzten Endes geht es ja da auch nicht nur um die Chat, sondern auch um die Inhalte, die Kinder da teilweise vorfinden. Ne, da haben Eltern ja überhaupt keinen Überblick mehr, was ihren Kindern da begegnet, also vielleicht auch Gewalt, oder? Rassistische Inhalte oder was weiß ich ne.
Also Rassismus ist natürlich auch weit verbreitet. Ne, dann haben wir Rollenbilder die je länger und online ich bin, ich kann mich gruppenzugehörig fühlen, ja wo ich sozusagen meine eigene Identität entwickeln kann, die ne vielleicht ist mir ein Stück weit sehe ich wie meine Eltern miteinander umgehen oder ich bin.
Von den Mädchen mal ganz doll enttäuscht worden und dann versuchen ne, kann ich mich mit einzelnen Gruppen radikalisieren und merke OK, da gibt es doch noch mehr als nur ich, die sich irgendwie nicht gesehen und gehört fühlen und schon passiert etwas wo wir sagen, da entsteht eine ja eine online Dynamik in Gruppen, in Gruppenchats und so weiter und roblox muss man sagen das ist wirklich wenn wir fragen eine der und unterschätztesten App ever weil Roblox hat pornografische.
Inhalte, rechtsradikale Inhalte, gewaltverherrlichende Inhalte und das wissen Eltern eben oft überhaupt nicht. Alena, ein Bereich, der viele Eltern vielleicht besonders verunsichert, ist der Bereich Sexualität im Netz, also mit einem Angesprochenen. Nacktbildern oder Fake News, sexuelle Ansprachen oder auch Erpressung?
Und wie entwickeln sich solche Situationen? Meist kannst du da so mal Schritt vor Schritt was so n Klassiker ist. Du meinst jetzt aus Täterseite wie die Täter funktionieren? Mhm ja, also es gibt die Täter, die auf Beziehungsebene unterwegs sind, das sind die, die dann Komplimente machen und das sind die, die versuchen.
Eine Beziehung, eine Freundschaft, eine Liebesbeziehung mit den Kindern einzugehen und sich sozusagen unentbehrlich für sie zu machen. Die hetzen auch gegen eigene Eltern oder gegen die Schule und schaffen so ein Wirrgefühl und eine Verbundenheit. Dann gibt es die Täter, die am Anfang so tun, als wären sie. Ja, eben Freunde.
Und dann verschärft sich der Ton aber relativ schnell. Da geht es dann eher um Erpressungen, also da wenn du jetzt das und das nicht machst, dann schick ich diese Fotos, die ich von dir habe, an den und den und den und dann musst du noch mehr Fotos machen oder diese KI generierten Fotos, über die wir bei Cyber Grooming gesprochen haben.
Die dann weiterverbreitet werden. Dann gibt es die Möglichkeit oder eine weitere Strategie ist über online Plattformen. Ich nenne jetzt mal FIFA beispielsweise. Wird angesprochen, wie du das nächste Level erreichen kannst, wie du die besseren Punkte erzielen kannst, dann wollen sich Täter online treffen, dann offline. Das heißt, sie vereinbaren sich dann zum gemeinsamen Zocken, um dann zu erklären, wie du jetzt diese Levels schneller, besser irgendwie erreichen kannst.
Die vermitteln dir das Gefühl, dass sie jemanden kennen, der Fußballprofi ist oder auf der Suche nach Talenten. Und wenn man sich jetzt mit denen offline treffen könnte, dann hast du noch ne größere Chance bekannt zu werden. Das heißt, manche Strategien sind so, dass sie online anfangen und dann auch offline enden.
Also nicht alles findet nur im Online Bereich statt, sondern es bahnt sich online an und am Ende kann es dann auch zu einem Hands on delicte offline kommen. Was machen solche Erfahrungen emotional mit Kindern? Also jetzt, egal ob online oder offline. Ja, also in meiner Erfahrung, das ist es wirklich ne dieses Schuldschaben und Angstdynamik, die ist immer entscheidend und hängt ganz ganz groß wieso ne dunkle Wolke über? Diesen Kindern, über den Eltern, über das gesamte Familiensystem. Und langfristig kann es eben wirklich zu Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Essstörungen, Suizidgedanken.
Rückzug bis hinzu Depressionen führen also es gibt Fälle, da haben Kinder solche Dynamiken erlebt, und die landen dann irgendwann in Kliniken, trotz Beratungsstelle, trotz Eltern, die gesagt haben, erstmal, wir glauben dir und du bist nicht schuld und wir kriegen das gemeinsam hin. Weil ne dieses einmal im Netz immer im Netz Dynamik einfach wirklich nicht zu unterschätzen ist.
Ich hatte einen Fall in der in der Schule, da sind Fake Nacktbilder eines Mädchens, die war 13 Jahre erstellt worden sind in der ganzen Schule verteilt worden, also über whatsapp und andere Social Media Accounts und dieses Kind hat dann die Schule gewechselt. Ist auf eine andere Schule gegangen, der Junge nicht, der musste nur die Klasse wechseln, aber das Mädchen muss es, es hat dann wirklich diese Schule gewechselt und was soll ich sagen, diese ganzen Bilder waren schon in dieser Schule, bevor das Mädchen überhaupt den ersten Tag da gewesen ist, weil der eine kennt den und der nächste kennt wieder den und dann werden diese Bilder möglicherweise wirklich von A nach B nach C verbreitet und da kommen wir
nicht mehr los. Und dann haben wir das, die Angst eben auch. Wer entdeckt unsere Nacktbilder in diesen in dem Internet, die gehen ja nie wieder weg, das heißt, selbst wenn der Täter angenommen, Eltern sind zur Polizei gegangen, haben ne Anzeige erstellt, der Täter ist gefasst worden, kursieren ja diese Bilder trotzdem noch im Netz 10 Jahre 20 Jahre die Kriegen kriegt man ja nicht mehr raus, die sind ja da. Und wenn sie dann auch noch im Darknet als Tauschbörse genutzt werden, ja, dann dienen sie auch noch der sexuellen Selbstbefriedigung von anderen Männern. Und wenn das Eltern verstanden haben und wenn das Kinder verstanden haben, dann entstehen eben diese Belastungen, die ich gerade benannt habe.
Jetzt gibt es ja auch die Situation, dass Opfer manchmal ne gewisse Loyalität mit Tätern entwickeln. Wie wie erklärst du diese Dynamik? Na ja, in erster Linie wollen sie das nicht wahrhaben, dass sie ausgenutzt worden sind, dass es jemand. Geschafft hat sie zu manipulieren. Das heißt, ich müsste ja Einsicht haben darüber, dass das passiert ist. Und ich schütze mich selbst.
Das ist eine Art Selbstschutz, der Glaube daran, dass der Täter es gut mit mir gemeint hat, schützt mich ja auch davor, vor diesen ganzen Dynamiken, die ich euch gerade aufgezählt habe, ja so und erst wenn das bröckelt, dann haben wir es eben mit Scham, Schuld, Angst, Dynamiken und so weiter zu tun, das heißt das Aufrechterhalten. Ist für Kinder auch enorm wichtig, weil sie wollen ja auch diesen Freund, diese Beziehung nicht verlieren. Das heißt, das Vielleicht ist es der einzige, angenommen sie sind Opfer von Mobbing in der Schule, sind Einzelgänger, haben kaum Freunde und was würde das für die bedeuten, wenn es diesen Freund auf einmal nicht mehr gibt, dann sind sie nämlich wieder allein und davor haben
sie große Angst. Das heißt, das ist ein Grund, warum sie das eher aufrechterhalten als zu sagen. Sagen, da fühlt sich etwas komisch, blöd oder merkwürdig an und es ist immer das wenn wir kurz einmal einen Schlenker zu den Eltern machen, den ein wichtigster, ein wichtiger Punkt ist, dass Eltern den Kindern immer sagen sollten, online, wenn sich etwas doof, eklig, komisch oder blöd anfühlt, hört auf euer Bauchgefühl, nehmt euer Bauchgefühl Ernst, liebe Kinder und hört da drauf. Das ist n ganz ganz wichtiger Punkt, damit sowas vielleicht das Risiko ein bisschen minimiert. Du hast eben den Vergleich mit dem Fahrradfahren und dem Straßenverkehr gebracht.
Ich denke, das ist etwas, was viele Eltern nachvollziehen können. Gibt es denn so etwas? Also du sagtest ja auch, es gibt verschiedene Quellen im Internet, wo man sich informieren kann, mir die ganze Zeit elternblog, clicksafe oder Kindersicherheit genau, aber gibt es so ne Art? Strategischen Fahrplan, an dem Eltern sich orientieren können, wie sie so Schritt für Schritt vorgehen können oder muss. Sind das noch alles Informationen, die man sich zusammensuchen muss im Internet?
Meinst du, wenn etwas passiert ist oder wenn präventiv ja, also bei Grundschulkindern, das hatte ich vorhin in dem anderen Podcast auch schon gesagt, da empfehle ich den Mediennutzungsvertrag, das ist wirklich zum Einstieg das Allerbeste, weil A. Werden Eltern auch gefordert, ihre Elternrolle ernst zu nehmen?
Es geht ja hier um Kinderschutz, das bedeutet nicht nur die Kinder sind dafür verantwortlich, sich gut im Onlineraum zu verhalten, sondern auch Eltern. Und bei dem Mediennutzungsvertrag wird ganz klar geklärt, ich als Eltern trage die Verantwortung, meinen Kindern einen Kinderschutzfilter einzurichten.
Ich als Elternteil bin dafür verantwortlich, Medienzeiten einzurichten und dieser Nutzungsvertrag, den kann man individualisieren, der geht für Gaming Plattformen, fürs Handy, fürs Tablet und so weiter den kann man speichern und je besser dein Kind sich auskennt, desto lockerer kann man den Mediennutzungsvertrag halten und wenn etwas passiert ist.
Ist beispielsweise, dann kann man den Mediennutzungsvertrag eben auch wieder strenger halten. Das Gute ist, er ist transparent, ist keine Willkür, weder für das Kind noch für die Eltern, weil davor haben ja die Kinder am meisten Angst, dass so willkürliche Entscheidungen getroffen werden und dieser ist sehr transparent, also da bin ich ein großer Fan von. Noch weiter davor kann man zum Beispiel, wenn man jetzt so 1.2. Klasse hat.
Internet ABC ist n super Möglichkeit über ne Website zu gucken, wo ist das Wissen des Kindes eigentlich schon und welches wissen hab ich als Elternteil? Das heißt, Medienkompetenz bedeutet ja nicht, wir verbieten alles, sondern es geht darum, Kindern früh genug irgendwie Kompetenz auf diese Medien vorzubereiten.
Ab welchem Alter würdest du Eltern empfehlen, dass sie vielleicht. Diese Folge mal mit Ihren Kindern gemeinsam ab anhören. Also ich glaube, gemeinsam anhören wäre so ne Folge ab fünfte Klasse glaube ich realistisch, aber mit den Kindern gemeinsam sich da auf dieses Thema vorzubereiten, das kann man im Grundschulalter und muss man auch im Grundschulalter, das gilt übrigens auch für Schulen, ne, also Schulen die erst in der fünften Klasse mit Medienkompetenz anfangen und da ist ja die Frage, was bedeutet Medienkompetenz, das bedeutet ja nicht nur, ich weiß wo ich n Computer an und ausschalte und wie ne Excel Tabelle funktioniert.
Funktioniert und wie ich ein Profil erstelle, sondern Medienkompetenz bedeutet eben auch, wie kann ich mir Hilfe holen, wie kann ich jemanden blockieren, wie kann ich jemanden melden, das sind ja auch alles schutzfaktoren, die Eltern wissen müssen, also wenn Eltern eine App mit ihrem Kind installieren, sollten Sie gleichzeitig sagen, und wenn dir hier etwas passiert, hier ist ein Meldebutton, hier ist ein Button für blockieren, du darfst aus jedem Chat aussteigen.
Offline sagen wir immer, wir sollen niemanden ghosten, sondern wir klären unsere Dynamiken online. Sag ich bitte nicht. Also wenn mein Bauchgefühl mir wirklich sagt, hier stimmt etwas nicht oder hier finden Beleidigungen statt, dann darf ich blockieren und melden und löschen, ohne dass ich hier in große Diskussionen einsteigen muss. Aber Eltern müssen wissen, wo sind diese Buttons und wie funktioniert das eigentlich, damit ich das diesen Kindern schon früh erklären kann.
Das Thema eigenes Smartphone ist in dem Zusammenhang ja auch ein heiß diskutiertes Thema. Was würdest du denn sagen, ab welchem Alter sind Kinder überhaupt in der Lage das so umzusetzen, was in dem Vertrag steht und sollten dann eben auch Zugriff zu einem eigenen Smartphone haben und was ist definitiv zu jung? Also ich unterscheide zwischen einem eigenen Smartphone und Social Media Accounts, das.
Bei Social Media Accounts lege ich wirklich, es gibt so Diskussionen zwischen 14 und 16, ja wo man wo ich sage, da drunter bitte auf gar keinen Fall. Aktuell tendiere ich wirklich eher in Richtung 16, weil ich weiß, was alles online passiert und weil ich weiß, dass mit Hilfe von KI wir diese ganzen Dinge gar nicht stoppen können und wir sind ja auch bei Fake News und und Fake news.
Also nicht nur die Nacktbilder, sondern auch, was Nachrichten beinhaltet. Wie soll ein Kind das mit 1213 verstehen, das sehen wir ja, als Erwachsene können wir die Unterschiede kaum festmachen, Smartphone an sich ja, also ich finde weiterführende Schule macht Sinn, ich weiß nicht warum jemand in der Grundschule ein Smartphone braucht.
Also das ist halt wirklich so ne Sache. Ich bin n totaler Fan von Smartphonefreien Schulen im Allgemeinen, da geht der Trend in Anführungsstrichen ja Gott sei Dank hin, wir versuchen Initiativen aufzubauen, die wirklich in den Schulen gehen und die Schulen aufklären. Also ich würde sagen Handy ab fünfte Klasse und Social Media ab 16 und in den Grundschulen hab ich nichts dagegen, wenn Eltern Kindern einen ne Möglichkeit geben über n Laptop oder über NI pad mal konkret was zu gucken oder über die Anton App was für die Schule zu machen oder dieses Internet ABC zu machen, darum geht es gar nicht, aber es ist schon wichtig auch diese ganzen Medienzeiten und Altersfreigaben im Blick zu behalten. Und der letzte Punkt, da möchte
ich noch mal n Appell senden, weil ich jetzt hier schon die Chance hab liebe Eltern an alle die das hören bitte stellt auch nicht Fotos von euren Kindern ins Internet, denn die Kinder checken, wenn ihr Fotos postet und überall in der Welt verschickt, warum sollen sie es auf einmal nicht dürfen? Kinder verstehen nicht warum das für euch in Ordnung ist und für sie selber nicht. Und ich habe in der letzten Folge ziemlich deutlich gemacht, was es bedeutet und was heutzutage mit Kinderbildern alles passieren kann.
Dass Kinderfotos nicht ins Netz gehören, auf gar keinen Fall, weder in einem Schneeanzug, schon gar nicht in der Windel, überhaupt nicht in irgendwelchen Badesituationen. Wir können heutzutage diese Kinder nicht mehr schützen, das heißt, Wir sind Vorbild und. Und auch in unserem Bereich, wie wir mit unseren Smartphones umgehen.
Und wenn wir keine Smartphone freie Zeiten haben und Kinder Eltern erleben, die beim Essen schon ein Smartphone in der Hand haben, die Morgens beim Aufstehen das Smartphone in der Hand haben, die an der Kasse stehen und das Smartphone in der Hand haben. Dann bin ich ein schlechtes Vorbild und es führt eher dazu, dass Kinder in Grundschulen mehr Affinitäten zu diesen Medienkonsum ausbilden, als sie es eigentlich müssten. Welche Gespräche sollten Eltern denn früh führen, damit Kinder später wissen, ich darf jederzeit zu dir kommen, egal was passiert ist?
Darum geht es hier eigentlich. Ich halte das tatsächlich eher n bisschen wie wie das, wie die offline Themen oder wie das reale Leben ist. Ja also da versuchen versuchen Eltern hoffentlich ihren Kindern zu sagen, egal wenn du geärgert wirst oder wenn du ne schlechte Note geschrieben hast oder wenn es dir nicht gut geht, ich bin für dich da und ich hör dir zu und wir finden gemeinsam eine Lösung und online ist es nichts anderes. Egal was dir da passiert aber.
Hör auf dein Bauchgefühl und wenn du sorgen, Nöte, Probleme, Bauchschmerzen, was auch immer hast, du darfst mit uns sprechen. Wir sind da online offline, egal um welche Themen es sich dreht, hier ist deine offene Tür und wir gemeinsam finden Lösungen, Ideen und so weiter denn. Ich sag mal so ne, viele Kinder haben Angst eher vor verboten, dass sie Handys und Accounts oder Gaming Portale nicht mehr nutzen dürfen und das ist ein hohes Risiko, dass sie die Eltern nicht ansprechen und das wollen wir verhindern.
Deswegen geht es nicht darum, Dinge komplett zu verbieten, also altersgerecht natürlich und altersangemessen. Also Zwölfjähriger hat natürlich kein Instagram Account, bitte ja, aber eine fünfzehnjährige Sechzehnjährige dann eben vielleicht schon und da geht es nicht darum boah, du hast jetzt n Nacktbild verschickt und jetzt haben wir hier n riesiges Problem und jetzt irgendwie lösche ich deinen kompletten Instagram Account und du darfst kein Handy mehr haben sondern eher die Frage. Wie ist es dazu gekommen?
Was ist passiert? Also erstmal zu sagen, Schuld hat immer der Täter, das ist ganz klar und dann zu sagen, was hat dich dazu bewegt, was hat dich gehindert mit uns darüber zu sprechen, was brauchst du von uns, dass du dich, dass wir dich gemeinsam, dass wir gemeinsam sprechen, dass es dir online besser geht, dass du das Gefühl hast, mehr auf dein Bauchgefühl zu hören, also es hat sehr viel mit Wertschätzung zu tun, mit Kommunikation zu tun. Und damit zu tun, überhaupt hinzusehen, anzusprechen und Veränderung wahrzunehmen und den Mut zu haben, auch sein Kind ja fragen zu stellen und nicht einfach alles hinzunehmen. Also neugierig sein, statt Schuld zu verteilen. Absolut.
Würdest du denn sagen, dass das der größte Hinderungsgrund ist, dass Kinder auf ihre Eltern zukommen, wenn was passiert ist? Dass sie Angst haben vor nimmt mir das Handy weg oder löscht meinen Account. Ja, also das ist ein Grund. Der andere Grund ist Schuldzuweisung. Also Eltern geben Kindern die Schuld, dieses Nacktbild vielleicht verschickt zu haben oder als Mobbingopfer beispielsweise, warum hast du dich nicht gewehrt?
Warum hast du uns nicht früher gesagt? Das ist übrigens einer der wichtigsten Sätze, die ich gerne Eltern mitgeben würde. Warum? Fragen sind immer ungünstig, also die Frage, warum hast du uns nicht früher davon erzählt oder warum bist du nicht früher dazu zu uns gekommen streichen, sondern eher zu fragen, was hat dich daran gehindert. Uns oder mich früher da abzuholen, weil der Hinderungsgrund, der kann denn sein. Erpressungen, Nötigung, Schuld, Scham, Angst, was auch immer das ist der Hinderungsgrund, wenn ich die warum Frage stelle, dann gebe ich dem Kind eine Mitschuld, wenn du früher zu mir gekommen wärst, dann wäre dir das nicht passiert und das ist tatsächlich der worst case, weil
dann geht die Tür zu den Gesprächen zu. Und Kinder merken, Eltern sind gar keine Hilfe, weil jetzt muss ich mich auch noch hier selber verteidigen und da finden wir gar keine Gesprächsbasis. Ja, damit sind wir auch schon am Ende dieser Folge angelangt. Ne wirklich spannende Folge muss ich sagen, eine Sache noch zum Abschluss, wir haben viele hilfreiche Infos und Tipps und Tricks heute von dir erhalten, aber wenn. Wenn die Eltern eine Sache nur mitnehmen könnten, was wäre für dich das Wichtigste, was du hier besonders hervorheben möchtest? Informiert euch, informiert euch über die Risiken und Gefahren, informiert euch über Medienkompetenzen, fangt früh an, eure Kinder vorzubereiten,
öffnet die Türen, seid Ansprechpartner und holt euch alle Informationen, die ihr als Eltern braucht, um euch sicher zu sein. Und ich hatte es im Netz. Diesen Podcast gesagt ob das Bücher sind, ob das Podcasts sind, ob das Elternblogs sind, es gibt diverse Möglichkeiten, sich Informationen zu holen und das müssen Eltern tun.
Wir können nicht sagen, die Onlinewelt geht uns nichts an, ich habe von tik tok noch nie was gehört, weiß ich nicht was mein Kind da macht Fortnite keine Ahnung, ich sage immer spielen sie mit Ihrem Kind eine runde Fortnite, damit sie wissen was passiert. Holen Sie sich n tik tok Account, um zu checken, was passiert.
Bei Tik tok gehen Sie mit ihrem Kind gemeinsam durch die Anton App und gucken Sie, was das bedeutet. Das ist eigentlich das, was das Risiko vielleicht minimieren kann. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast für dieses Thema. Wir wissen, dass es kein leicht ist, aber genau deshalb ist es so wichtig, hinzuschauen.
Und wenn du gerade denkst, diese Folge sollten mehr Eltern hören, Teil Sie gern oder lass uns eine Bewertung da, wo immer du uns hörst. Das hilft uns, noch mehr Familien zu erreichen bis nächsten Dienstag und Bye bye. Ich will das Leben, dann Reiß die Arme hoch und zeigst der ganzen Welt, ich fühl. Mich halt so.