
Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 2· Folge 32
#032 Kindliche Provokation: Warum deine Reaktion das Muster am Leben hält
Dienstag, 31. März 2026 · 23 min
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Shownotes
Abends, Küche, dein Kind sagt etwas, und du merkst: Gleich passiert es wieder. Der gleiche Streit, die gleiche Eskalation, das gleiche schlechte Gefühl danach. Viele Eltern versuchen es dann mit anderen Worten oder klareren Ansagen, aber das Muster bleibt.
In dieser Folge sprechen Thorsten und Marie darüber, warum Kinder mit ihrem Verhalten oft ein emotionales Ziel verfolgen, das mit dem eigentlichen Streitthema wenig zu tun hat. Aufmerksamkeit, Kontrolle, Zugehörigkeit: Wenn Eltern auf das Verhalten reagieren statt auf das Bedürfnis dahinter, halten sie den Kreislauf unbemerkt am Laufen. Marie erklärt, wie Unberechenbarkeit der Schlüssel sein kann und warum das Gegenteil von dem, was du normalerweise tust, oft mehr verändert als jede neue Erziehungsstrategie.
Mit konkreten Beispielen aus dem Familienalltag und einem ehrlichen Blick darauf, warum Kinder unsere Knöpfe so gut kennen. Eine Folge für alle, die diesen einen Streit nicht noch einmal führen wollen.
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Und vielen Dank an Krawuttke für unseren Titel-Song.
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Hallo und herzlich Willkommen zu, beruhigt euch. Kennst du diese Situation, die sich abspielen wie ein Film, den du schon 100 mal gesehen hast? Dein Kind provoziert, du reagierst, es eskaliert und am Ende stehst du da und denkst, das hatten wir doch gestern schon und vorgestern und letzte Woche. Viele Eltern glauben dann, sie bräuchten andere Worte oder strengere Konsequenzen.
Aber was, wenn das gar nicht der Hebel ist? Was, wenn dein Kind mit seinem Verhalten etwas ganz anderes verfolgt als das, worüber ihr gerade streitet? In dieser Folge sprechen Marie und ich darüber, welche emotionalen Ziele hinter dem Verhalten von Kindern stecken, warum unsere typischen Reaktionen diese Muster am Leben halten und wie du aus diesem Kreislauf aussteigen kannst, ohne härter oder lauter zu werden.
Und wenn du Fragen oder Themen hast, schreib uns auf Instagram. At Kalmi Punkt Official oder permailanberuhigteuch@kalmi.com. Und jetzt viel Spaß bei der Folge. Ich kenne das ja von mir, dass dieser kurze Moment, wo ich dann in solchen Situationen denke, er macht das doch mit Absicht und er weiß genau wo meine Knöpfe sitzen.
Und gleichzeitig weiß ich, dass das wahrscheinlich zu kurz gedacht ist. Was passiert denn da wirklich? Verhalten ist ja in der Regel zielgerichtet und dein Kind will dich nicht nerven, sondern ein Bedürfnis erfüllen. Davon kannst du ausgehen. Typische Ziele hinter dem Verhalten wenn Kinder eben viel Verhalten zeigen, ist zum Beispiel, dass sie unsere Aufmerksamkeit erlangen wollen oder dass sie Kontrolle suchen. Um dazu zu gehören, also um sich sicher zu fühlen und um das Gefühl zu haben, dazu zu gehören, nur um dir einige Beispiele zu nennen.
Es geht nicht immer, wenn man über Themen streitet oder auch wenn du mit deinem Sohn Streitest jetzt als Beispiel um das Thema, worüber man gerade streitet, meistens steckt eben ein, wie ich eben schon genannt hab, anderes Ziel dahinter, deswegen hilft diese Diskussion um diese Sache auch nicht und du hast oft das Gefühl, dich mit Diskussionen dann im Kreis zu drehen. Eigentlich steckt immer ein emotionales Ziel dahinter und viele Eltern reagieren eben auf das, worum es in der Situation geht und nicht auf das emotionale Ziel. Und deswegen kommen sie auch nicht voran, wenn Eltern dann reagieren auf das Verhalten ihrer Kinder, dann reagieren sie eben genauso, dass sie dieses Ziel des Kindes bedienen, auch wenn Sie das Gefühl haben, sich
in der Diskussion gerade durchzusetzen und genau deswegen hat sich das. Verhalten im Grunde für das Kind dann an der Stelle gelohnt. Also wenn ich in so einem Moment reagiere und emotional werde und vielleicht lauter als nötig, dann hat mein Kind in dem Moment eigentlich das bekommen, was es wollte. Auch wenn sich das für alle schlecht anfühlt. Ja, ganz oft sogar.
Aber eben nicht bewusst. Also dein Kind plant das nicht strategisch voraus, sondern lernt eben dadurch, dass es in der Vergangenheit eben ein gewisses Ziel durch dieses Verhalten erreichen konnte. Also zum Beispiel, dass. Wenn dein Kind Aufmerksamkeit sucht und dich nervt mit irgendwas ne und nicht in Ruhe lässt und du wirst irgendwann laut und beschäftigst dich dann nur noch mit dem Kind, indem du meckerst und es zurecht weißt und immer wieder hingehst und nachguckst, ob es jetzt vielleicht keinen Blödsinn macht, weil du das vorher mitgekriegt hast und so weiter, dann ist das Ziel Aufmerksamkeit erreicht.
Das erntet zwar viel Kritik von dir, aber es steht gerade komplett in deinem Fokus, ne? Weil du mit ihm redest, wenn du meckerst oder weil du guckst, was es gerade macht, wenn es gerade wieder auf die Idee kommt, Blödsinn zu machen oder so. Und das heißt, es geht gar nicht um das, worüber das Kind mit uns streitet oder was es gerade macht, sondern es geht um unsere Aufmerksamkeit oder aber auch das Kind will, wie gesagt, Kontrolle, das passiert oft auch, wenn Kinder sich als wenig selbstwirksam erleben.
Und verwickeln die Eltern vielleicht in ne Diskussion und daraus entsteht dann irgendwann n Machtkampf, dann ist das Ziel auch erreicht. Ne, das heißt das Ziel des Kindes ist in dem Fall zum Beispiel gar nicht diese Diskussion zu gewinnen, sondern die Diskussion als solches zu führen und dich darin zu verwickeln, das heißt in dem Augenblick, wo du Einsteigst, ist das Ziel erreicht.
Das Kind denkt darüber aber nicht bewusst oder strategisch nach, aber es lernt eben über Erfahrungen. So bekomme ich, was ich brauche, wenn ich mich so verhalte. Kinder lernen solche Muster extrem schnell und sie wissen ganz genau, welche Knöpfe funktionieren, sie probieren das aus, du hast die Knöpfe eben angesprochen, ja, und wenn sie dann eben ne entsprechende Reaktion von dir kriegen, dann haben sie gelernt, aha, ich drücke diesen Knopf und dann kommt Reaktion XYZ und genauso funktioniert das und deswegen wiederholen sich solche Situationen auch immer wieder.
Und du hast oft das Gefühl, dieselbe Situation schon öfter erlebt zu haben oder um dieselben Sachen mit deinen Kindern zu diskutieren. Diese Situationen sind ja oft zermürbend für beide Seiten. Und was mich dabei am meisten beschäftigt ist, ich sehe diese Situation oft kommen und weiß, was gleich passiert und trotzdem ist man da wie auch Autopilot und der Kopf ist dann schneller. Und was braucht man denn, damit man dieses Muster verlassen kann?
Also erstmal muss man sich bewusst machen, dass diese Muster von der Vorhersehbarkeit leben. Also es passiert ja häufig, gerade in Situationen wie du auch angesprochen hast, die sich immer wieder wiederholen, das heißt, dein Kind hat gelernt, wenn ich das mache, dann passiert XYZ also. Eltern wissen auch, mein Kind ist so, dass es so und so reagiert.
Wenn ich das und das mache und gleich eskaliert das wieder so. Das Problem ist, jeder bleibt dabei in seiner Rolle. Ne das Kind verhält sich auf eine bestimmte Art und Weise wie es das eben gelernt hat und die Eltern reagieren darauf in einer typischen Art und Weise und dadurch bedingt sich eben dieses Muster. Dabei ist es auch völlig egal, ob wir jetzt einfach andere Worte wählen, die wir unserem Kind entgegenbringen. Wenn wir eben uns genauso verhalten, also sprich zum Beispiel wieder auf die Diskussion einsteigen, egal was wir dabei sagen, dann ist das Ziel erreicht und das bringt Eltern auch oft an den Punkt.
Ich habe doch schon verschiedene Sachen ausprobiert, also ich habe heute das eine zu meinem Kind gesagt und morgen dann eben was anderes zu meinem Kind gesagt in derselben Situation und nichts hat funktioniert, aber was sie übersehen ist, dass der gemeinsame Nenner in beiden Situationen war, sie sind beide Male drauf eingestiegen und haben sich auf die Diskussion eingelassen und. Und deswegen macht es für das Kind eben Sinn, dieses Muster am Leben zu erhalten.
Aber wie kommen wir in diesem Fall nun dazu, dass sich etwas verändert? Veränderung passiert nicht, indem wir strenger werden, mehr kontrollieren, noch härter werden, mehr Machtkämpfe führen oder mehr Druck auf unsere Kinder ausüben, sondern durch Unvorhersehbarkeit das Muster, was wir unterbewusst am Laufen halten, das darf eben nicht mehr bedient werden. Wenn du also anders reagierst, dann bricht dieses Muster zusammen.
Das Kind verliert seine Strategie und es entsteht einfach eine neue Chance, mit dieser Situation neu umzugehen. Das heißt, Eltern müssen einfach anders auf die Situation reagieren, wenn eine typische Handlung von dem Kind kommt, die sie provoziert, als das Kind das erwarten. Würde wenn du sagst anders reagieren.
Wie kann man so was auf den Alltag von Eltern übertragen? Wir haben ja gleich noch ein paar Praxisbeispiele. Aber ich glaube, viele Eltern wissen, dass sie was ändern wollen. Aber in dem Moment fehlt Ihnen die Alternative. Kannst du da generell was zu dem Muster sagen? Ja, man kann einfach versuchen, das Gegenteil von dem zu machen. Zum Beispiel, was man bisher gemacht hat. Ne einfach mal das komplette Gegenteil, das ist etwas, womit das Kind nicht rechnen wird.
Also wenn du normalerweise laut wirst und dich aufregst, bleibst du dieses mal halt mehr leise. Wenn du normalerweise richtig viel erklärst und in die Diskussion gehst, dann erklärst du eben dieses Mal nicht, sondern machst einfach n Statement. Wenn du normalerweise hart gegenüber deinem Kind wirst, könntest du auch mal weicher werden und nachfragen. Also letzten Endes geht es ja darum, das Gegenteil zu tun, um dieses festgefahrene Muster, was sich immer weiter gegenseitig bedingt.
Zu durchbrechen, damit sich es nicht weiter hochschaukelt. Also um es kurz zu fassen, ganz bewusst nicht das tun, was dein Kind typischerweise von dir erwarten würde. Also als Beispiel zum Beispiel dein Kind provoziert dich und du bleibst einfach mal richtig ruhig und entspannt und gelassen, anstatt halt emotional zu reagieren oder auf diese Provokation einzusteigen. Man könnte das einfach zum Beispiel Weglächeln und sagen, du bist wohl nicht gut drauf heute. Ja, und einfach weggehen anstatt zu sagen, so redest du nicht mit mir oder dein Kind will dich in den Machtkampf verwickeln und fängt an mit dir auf biegen und brechen zu diskutieren, dann kannst du sagen, ich hab dich gehört, aber meine Entscheidung ist, dass ich nicht mit dir
diskutiere und das kannst du mit einem freundlichen Lächeln sagen, anstatt auf die Diskussion einzusteigen oder dein Kind will Aufmerksamkeit. Dann gibst du sie garantiert nicht in dem Augenblick, wo dein Kind mit dir streitet, sondern ja, ignorierst das, sondern eben später bewusst. Wenn sich dein Kind gerade ruhig verhält und dann schenkst du ihm besonders viel Beachtung und gehst auf es zu, in einem Moment, wo es diese Aufmerksamkeit eben nicht verlangt hat von dir, damit dein Kind eben nicht diesen Schluss hat. Ich fordere Aufmerksamkeit, ich kriege Aufmerksamkeit, sondern weiß, ich kriege Aufmerksamkeit, auch wenn ich sie nicht forder. Oder eben dein Kind kriegt den totalen emotionalen Zusammenbruch und eskaliert und
du bleibst einfach ruhig und stabil. Das Verhalten deines Kindes darf eben dein Verhalten am Ende nicht verändern, ich denke das ist der wichtigste Satz, den man daraus mitnehmen kann und das ist auch der Wendepunkt, der dann zu Hause wirklich was verändert. Du musst akzeptieren, dass du das Verhalten deines Kindes nicht direkt beeinflussen kannst.
Wann immer du das versuchst, wirst du garantiert im Machtkampf enden und ihr werdet euch im Kreis drehen. Und das ist ein Fakt, den kannst du einfach akzeptieren wie er ist, weil du kannst nicht jemanden dazu zwingen, sich genauso zu verhalten wie du das möchtest. Also klar, wenn du genug Druck machst, wird das vielleicht irgendwann funktionieren, aber dann sicher auf die Kosten der seelischen Gesundheit des Kindes oder auf Kosten eurer Beziehung und das kann ja kein Ziel von Eltern sein.
So, aber du kannst eben beeinflussen, wie du damit umgehst, was dein Kind tut. Also du kannst deine Reaktion beeinflussen und wie du darauf reagierst, wie dein Kind sich verhält und genau da kannst du auch ansetzen, um wirklich was zu verändern. Also es braucht einen Erwachsenen, der diesen Kreislauf unterbricht und das klingt ja in der Theorie auch einleuchtend.
Aber diese Momente haben ja für viele auch ne große emotionale Wucht, wenn das Kind was sagt, was? Einen trifft und dann spürt man das ja auch im ganzen Körper, bevor man überhaupt nachdenken kann. Wie gewinnt man in so einer Situation den notwendigen Abstand? Ja, Selbstregulation ist nicht immer einfach, erst recht, wenn es einen emotional trifft und auch wirklich einen Nerv trifft. Aber letzten Endes ist die Selbstregulation der Eltern wirklich der Schlüssel für die Regulation der Kinder am Ende und solche Verhaltensweisen eben auch langfristig. Zu beenden.
Also wenn du darauf emotional reagierst, dann bist du Teil des Musters und es hilft, sich da einfach bewusst zu machen. Mein Kind sagt jetzt nicht blöde Mama zu mir, weil es mich wirklich blöd findet und sich ne andere Mama wünscht, sondern mein Kind sagt das, weil das vielleicht verärgert ist und oder Aufmerksamkeit möchte, möchte, dass ich mich mit ihm beschäftige, was auch immer jetzt da zugrunde liegt.
Ja, oder ist vielleicht verärgert, weil es sich von mir ungerecht behandelt fühlt und möchte sich jetzt an mir rächen. Wie auch immer, aber wenn man versteht, dass das Kind nicht wirklich denkt, ich bin ne blöde Mama, sondern damit eben etwas anderes ausdrücken will, ja ein Ziel was es erreichen will, eine Emotion was es fühlt und uns das gelingt, das zu erfassen, also mein Kind ist gerade verärgert, frustriert, statt mein Kind mag mich nicht. Dann bekommen wir da ne ganz andere Sichtweise drauf. Also wenn du diese beiden Sätze vergleichst, Thorsten, Mein Kind mag mich nicht oder mein Kind ist frustriert, ich mein was von beiden, fühlt sich für dich persönlich an und was kannst du gut wegstecken, na?
Dass mein Kind mich nicht mag, kann ich nicht so gut wegstecken. Genau. Aber wenn du weißt, dein Kind ist verärgert, dann nimmst du es nicht persönlich, sondern würdest ihm wahrscheinlich eher Unterstützung anbieten. Und genau von dieser. Perspektive aus müssen wir es auch sehen. Wir können von unseren Kindern nicht erwarten, wie wir das von unserem Partner oder anderen Erwachsenen können, dass sie die Tragweite ihrer Worte da begreifen, ja, sondern für sie ist es halt Mittel zum Zweck, um ein Ziel zu erreichen.
Das bedeutet nicht, und das betone ich auch immer wieder, dass wir uns das gefallen lassen sollen oder müssen, wir können da auch ne klare Grenze setzen. Und sagen, wenn du so mit mir sprichst, dann fühle ich mich verletzt, denn unsere Familie nennen wir uns nicht blöd und kannst auch Konsequenzen ankündigen. Trotz alledem sollte man immer sehen, auch was steckt dahinter. Und das Kind eben darin auch sehen und wahrnehmen. Kinder lernen eben sehr, sehr schnell, ich hab Einfluss auf dich, wenn du auf diese gewisse Art und Weise reagierst. Und je mehr du das durch deine Reaktion bestätigst, umso schneller lernen Kinder ja auch, dass das funktioniert. Das heißt auch, umso weniger du drauf reagierst, von Anfang an nicht, ja umso mehr Zündstoff
nimmt das sofort raus mit solche Muster überhaupt zu entwickeln und damit anzufangen. Also Kinder werden deine Reaktionen immer nutzen, wenn du an irgendeiner Stelle triggerbar bist. Deswegen kennen Kinder ja auch immer sehr genau deine Knöpfe. Ne, das ist halt so, deshalb bewusst langsamer werden, weniger reden, ruhiger Ton, klare Haltung und mal das komplette Gegenteil von dem machen, was man normalerweise machen würden, einfach mit dieser inneren Haltung, egal was mein Kind jetzt macht.
Ich reg mich nicht drüber auf und ich bleib bei mir und stabil. Ich finde das Interessante daran ist, dass es für Eltern glaub ich, oft so unlogisch klingt. Ne, weil deine Eltern denken oft ja, das Kind weiß doch, dass ich wütend werde, es muss doch aufhören, wenn ich jetzt sauer werde, aber du hast diesen Kreislauf ja ganz gut erklärt, lass uns doch mal dieses Beispiel gleich n bisschen vertiefen, ne, du bist eine blöde Mama, das kennen ja viele.
Viele Kinder versehen das noch mit Adjektiven. Die nennen wir jetzt hier nicht, bleiben bei der einfachen Variante du bist eine blöde Mama, sonst müssten wir das hier zensieren. Was wäre denn da so das typische Muster und wie bricht man da aus und warum funktioniert das? Ja, Eltern fühlen sich natürlich getroffen und reagieren erst mal emotional. Und dann kommen halt Sätze.
Wieso redest du nicht mit mir? Oder sie schimpfen dann oder bestrafen ihr Kind ja und sagen, das muss jetzt folgen haben und Konsequenzen. Und wobei es in dem Fall ja dann auch eher ne Strafe ist als ne Konsequenz ne, wenn man das dann so aus der Situation und aus der emotionalen Verletztheit heraus macht. Das Kind wird aber in der Regel nicht mit Einsicht reagieren, wenn man es dann anschimpft und sagt, so redest du nicht mit mir und wird dann nicht sagen, Oh ja tut mir leid da. Bin ich wohl nicht richtig in mich gegangen, dass ich dich jetzt verletzt habe und deine Gefühle, sondern in der Regel wird es noch lauter werden und geht in den Widerstand. Also das heißt es folgt Eskalation, vielleicht auch Machtkampf, je nachdem wie die
Muster so sind. Wenn du dieses Muster brechen willst, dann musst du erstens aufhören dich zu verteidigen oder zurück schimpfen, denn all das, selbst wenn es total richtig ist was du sagst bedient dieses Muster. Das heißt, du kannst nur raus, indem du ruhig bleibst, auch wenn es schwer ist und eben das Kind Wahrnimmst in dem, was gerade passiert. Also wenn mich mein Kind blöde Mama nennt, dann kann ich davon ausgehen, dass mein Kind gerade echt sauer ist oder wütend oder enttäuscht und genau das kann ich auch benennen und sagen, du bist richtig wütend, gerade irgendwas gefällt dir gar nicht, du darfst mich nicht blöde Mama nennen, denn das verletzt meine Gefühle und in unserer Familie
reden wir nicht so miteinander, aber wenn du wütend bist und und über etwas sprechen möchtest, ich hör dir gern zu, wenn du mir sagen möchtest, was gerade los ist. Und das ist eben wichtig, ja, dass wir darauf eingehen und es steht so im Widerspruch zu dem, was viele Erwachsene ja auch gelernt haben, sagen, wenn mich jemand blöd nennt, dann kann ich ja nicht mit Verständnis darauf reagieren und sagen, Hey, was ist denn los, hab ich dich vielleicht nicht richtig gesehen? Ja, viele von uns haben soeben auch anders gelernt. Deswegen ist es auch n Stück weit völlig normal. Aber genau das ist das, was Kinder in dem Augenblick brauchen, dass ihre Wut gesehen wird, dass ihre Gefühle nen Namen bekommen und dass sie
gefasste Erwachsene haben, die eben nicht reaktiv sind, sondern in der Führung bleiben und sagen, auch wenn du jetzt mal n Fehltritt gemacht hast, bleib ich trotzdem in meiner Haltung und hol eben nicht zum Gegenschlag aus, halte keine Moralpredigt. Nehme es nicht persönlich und bin nicht persönlich beleidigt, sondern halt meine Stimme ruhig.
Sehe oder nehme wahr als Erwachsener, dass mein Kind gerade ne Not hat auch so was auszusprechen und gerade von seinen Gefühlen überwältigt ist. Das macht es nicht OK, ich muss es auch nicht akzeptieren, deswegen auch klar ne Grenze setzen, aber es trotzdem eben sehen als das was es ist. Also n Ausdruck. Der Wut meines Kindes.
Wenn jemand uns jetzt hier zuhört und denkt, ja, das kenne ich und ich bin einfach müde und erschöpft davon, und das schon seit Jahren oder Jahrzehnten. Oder eigentlich seit der Geburt? Genau also was, was wäre so ein erster Schritt, der sich für Eltern machbar anfühlt? Man könnte sich vornehmen, nächstes mal, wenn so eine Situation auftritt, wir reagieren ja ganz oft im Affekt, ja und selber impulsiv dann, wenn uns irgendwann die Hutschnur platzt.
Da könnten wir uns vornehmen. Wir gehen erstmal bewusst raus aus der Situation, wir nehmen uns vor, einfach gar nicht zu reagieren, erstmal abzuwarten. Also auch das ist ja das Muster durchbrechen, ich steige nicht drauf ein, sondern ich nehme mich erstmal zurück, sammel mich, wenn es sein muss, verlasse ich den Raum, wenn es möglich ist.
Ist ja auch nicht immer möglich, atme erstmal durch und überlege mir dann in Ruhe, was ich mache, also viele. Von uns neigen ja auch dazu, sofort darauf einzusteigen und sofort zu reagieren, wenn man Schwierigkeiten hat, da seine Impulse zu kontrollieren oder auch emotional wird, dann ist es auf jeden Fall hilfreich, im ersten Schritt erstmal zu versuchen, sich selber da rauszunehmen und sich ne Pause zu verschaffen, erstmal nicht zu reagieren, ruhig zu bleiben und dann in Ruhe nachdenken, was wäre eigentlich der nächste richtige Schritt. Also du könntest dich auch in die Rolle von so einem Beobachter versetzen.
Ja, der jetzt erstmal wieso n Außenstehender diese Situation beobachtet aus der Helikopter Perspektive anstatt halt sofort zu reagieren. Beobachte dein Kind, beobachte was passiert, du musst nicht darauf einsteigen, also auch dein Kind kann dich nicht zwingen mit egal was es gerade sagt, dich sofort auf diese Diskussion einzulassen in die Rechtfertigung zu gehen, zu drohen, zu meckern was weiß ich was das kann dich theoretisch auch niemand dazu zwingen überhaupt erstmal also etwas zu sagen, also gönn dir diese Pause. Sammel dich, beobachte die Reaktion, wird er zum neugierigen Beobachter.
Anstatt das persönlich zu nehmen. Und dann wähle einen Moment, wo du bewusst anders reagierst. Also machst nicht von dem abhängig, was dein Kind tut, sondern sammel dich und wenn du so weit bist und die passende Reaktion parat hast, und dafür kannst du dir auch mal 5 Minuten Zeit nehmen, dann reagierst du. Wichtig ist, es wird sich für dich erst mal komisch oder ungewohnt anfühlen, vor allem nicht gleich drauf einzusteigen. Aber dein Kind wird diese Reaktion von dir nicht erwarten. Es wird erst mal das Muster durchbrechen, aber natürlich kannst du davon ausgehen, dass dein Kind auch das wieder weiter testen wird, ne, wenn es sozusagen ein Ziel verfolgt. Da musst du auch nicht davon ausgehen, dass es sofort sein Verhalten einstellt.
So, trotz alledem. Bleibe darin, ruhig zu bleiben, anders zu reagieren als sonst. Denn das Ziel ist es ja im Grunde erstmal, wenn wir gerade alle in großer Aufregung sind, macht es keinen Sinn, Gespräche zu führen, die etwas klären. Ziel ist ja erstmal, uns alle runterzufahren, um dann in Ruhe. Später über die Situation miteinander zu sprechen, so aber auch, wenn dein Kind dich testet, dann bleib einfach bei deinem Ziel und dein Ziel ist nicht Gehorsam deines Kindes oder Kontrolle über die Situation, sondern dein Ziel ist ab jetzt Selbstregulation, ich explodiere nicht, ich bleibe ruhig, ich durchbreche das Muster, ich halte Verbindung zu meinem Kind und das bringt mit der Zeit auch echte Entwicklung,
auch wenn. Das nicht die Zauberformel ist, dass dein Kind sofort aufhören wird, dich zu provozieren. Es wird langfristig einfach Veränderungen bringen, wenn du aus diesen Mustern aussteigst. Ja, was du gerade so beschreibst, das hab ich auch in der einen oder anderen Stelle in meinem Kurs behandelt. Da geht es ja auch oft um Familien, wo die Impulskontrolle noch im Trainingslager ist und da kann ich nur jedem empfehlen, überlegt, also macht jetzt Pause und überlegt euch vorher. Welche Situationen eskalieren immer wieder und was ist eure Alternative?
Was ist euer Notfallplan und das nicht in dem Moment zu improvisieren, sondern einen Plan zu haben und dem folgt ihr dann in dem Moment, das macht es dann einfacher, wenn euch das schwer fällt. Ja, das ist n guter und wichtiger Punkt. Meistens sind es ja immer wiederkehrende Situationen, die uns besonders viele Probleme bereiten und da ist vielleicht auch wichtig, nicht alles sofort auf einmal. Ändern zu wollen, sondern sich wirklich Situation für Situation vorzunehmen, sind es am meisten die Hausaufgaben, die drücken. Oder ist es am meisten das Thema Beleidigung oder was weiß ich? Also sucht euch Situationen wo ihr immer wieder solche Situationen mit euren Kindern habt und versucht sie einzeln zu lösen, Stück für Stück statt
alle auf einmal. Und das war es wieder für heute. Danke, dass du dabei warst. Wenn dich diese Folge zum Nachdenken gebracht hat, freuen wir uns über eine Bewertung bei Spotify oder Apple Podcast, oder? Bye, Bye oder wo auch immer Road Service, das hilft uns nämlich mehr Eltern zu erreichen. Aber in solchen Kreisläufen feststellen bis nächste Woche und Bye bye bye.