Beruhigt euch - der Podcast für Eltern· Staffel 2· Folge 34

Bewegung statt Worte: Wenn dein Kind nicht mehr ansprechbar ist | #034

Dienstag, 28. April 2026 · 23 min

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Shownotes

Dein Kind sitzt vor den Hausaufgaben. Du redest, erklärst, motivierst, und mit jedem Wort wird es schwerer. In dieser Folge geht es um Bewegung als Werkzeug für solche Momente. Nicht als Sport oder Pflichtprogramm, sondern als Möglichkeit, dem Nervensystem deines Kindes beim Umschalten zu helfen, wenn Worte gerade nicht mehr ankommen. Marie und Thorsten sprechen über den Unterschied zwischen einem Wutanfall und einem echten Meltdown. Darüber, wann das Verhalten eures Kindes aus Anspannung kommt und nicht aus Trotz. Und über konkrete Werkzeuge: Wachkitzeln am Morgen, zehn Minuten toben vor den Hausaufgaben, das Tragen schwerer Dinge als Alternative zum Cardio. Eine Folge für Eltern die merken, dass mehr Druck und mehr Erklärungen oft nichts mehr ausrichten.
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Hallo und. Herzlich Willkommen zu beruhigt euch. Du kennst das vielleicht. Dein Kind sitzt vor den Hausaufgaben, du redest, erklärst und Motivierst und mit jedem Satz wird die Stimmung schlechter. Worte kommen nicht mehr an und das kann bis zum totalen Meltdown so weitergehen. Und um solche Momente geht es heute.

Marie und ich sprechen aber nicht über Zusammenbrüche, sondern über Bewegung, und das nicht als Sport oder Pflichtprogramm, sondern als Werkzeug für Eltern, deren Kinder manchmal innerlich feststecken. Wir reden darüber, warum die Sprache offline geht, wenn das Nervensystem überlastet ist. Was im Körper eines Kindes passiert, wenn es sich stattdessen kurz bewegt und was bei uns zu Hause funktioniert. 10 minuten toben, dann 10 minuten hausaufgaben, wachkitzeln am morgen um 07:32 Uhr für 5 Minuten im Wohnzimmer die Boxhandschuhe anziehen und noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache.

Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an unserer neuen Kimi Academy, damit soll es im August losgehen und wer sich schon mal informieren will, der findet alles unter der Adresse academy.kimi.com. Und wenn ihr Fragen oder Themen habt, schreibt uns gern auf Instagram unter Kimi dot Official oder per e Mail an beruhigteuch@kimi.com.

Und jetzt viel Spaß. Marie, Was meinst du eigentlich genau damit, dass Bewegung den emotionalen Zustand verändert? Na, der Körper und die Psyche sind nicht getrennt voneinander. Kinder denken und fühlen nicht nur mit ihrem Kopf, sondern mit ihrem ganzen Körper. Wenn ein Kind also innerlich festhängt, gestresst ist, überfordert ist oder du kennst das auch, wenn sie müde sind, ne und dann total blockieren oder hochfahren. Dann sieht man das fast immer auch körperlich. Also sie sacken zum Beispiel zusammen, oder der Kopf hängt runter die Schulter und hängt runter, das ganze Kind hängt durch, es windet sich oder wird zum Beispiel plötzlich hektisch oder bewegt sich schneller.

Also das alles haben wir sicher bei unseren Kindern schon mal beobachtet, und umgekehrt können wir auch über den Körper den inneren Zustand verändern, das heißt jetzt nicht, dass Bewegung jedes Problem löst. Wenn wir gerade Streit mit unserem Kind haben, dann. Aber wenn es um so typische festgefahrene Situationen geht, dann kann sie auf jeden Fall unseren Kindern helfen, Druck abzubauen und ihre innerliche Anspannung zu regulieren, also quasi aus dem Tunnel rauszukommen, wo sie manchmal feststecken und wieder handlungsfähig zu werden. Das ist für Eltern vor allem in diesen typischen Situationen wichtig, wo man sich manchmal fragt, kann mein Kind gerade nicht anders oder will es nicht

anders, also. Wenn ich das Gefühl hab, jetzt mit meinem Kind drüber zu reden, macht eigentlich alles gerade noch viel schlimmer, dann kann man sich halt die Frage stellen, brauch es jetzt gerade mehr Worte oder brauch es erstmal nen anderen Zustand und. Dabei diesen Zustand zu erreichen, wo unser Kind wieder ansprechbar ist.

Dabei kann Bewegung auf jeden Fall helfen. Also geht es um die Momente, wo die Kinder emotional feststecken und die Sprache quasi offline ist. Und beruhig dich und sprich mit mir gar nicht ankommen. Ja genau, wo du das Gefühl hast, dass eigentlich gar nichts mehr ankommt im Moment. Und egal was du tust, es wird immer schlimmer. Ne zum Beispiel so der Frust bei Hausaufgaben sind da so ein klassisches Beispiel.

Das bedeutet ja aber auch, dass die Kinder gar nicht verstehen müssen, warum sie sich jetzt bewegen sollen. Und? Es kommt ja sowieso nicht an. Ja, genau. Wobei es natürlich nicht schadet, ihnen das zu sagen. An der Stelle. Aber wichtig ist es, dass man da nicht ja quasi Angebote macht, sondern halt die Führung übernimmt und sagt, Komm, wir bewegen uns jetzt mal 5 Minuten. Also ist der wichtige Punkt, dass dahinter nicht Absicht oder trotz stecken.

Aber kannst du das noch mal genauer erklären? Ja genau, der Punkt ist total wichtig. Grundsätzlich ist natürlich jedes Verhalten irgendwie immer funktional. Aber nicht ausnahmslos. Jedes Ziel ist in dem Sinne zielgerichtet, dass ein Kind jetzt Aufmerksamkeit oder so anstrebt ne, sondern manchmal, wenn das Nervensystem einfach disreguliert ist und unsere Kinder einfach ungestellte Grundbedürfnisse haben, ne wie Müdigkeit oder Hunger, oder sei es auch einfach nur sie mussten den ganzen Tag in der Schule sitzen und still sitzen und die Anforderungen anderer erfüllen. Ne waren den ganzen Tag fremdgesteuert und jetzt sollen sie auch noch am Tisch sitzen und Hausaufgaben machen und. Dann ist das jetzt nicht primär

Müdigkeit, weil sie ne kurze Nacht hatten, aber der Tag war einfach anstrengend und sie sind müde und da mag jetzt jede weitere Anforderung wie eben die Seite Mathe, Hausaufgaben zum Beispiel auch einfach das System zum Kippen bringen. Also wir unterscheiden da genau zwischen Verhalten was. Zielgerichtet ist und verhalten, was aus innerer Anspannung, aus Überforderung, aus Angst, aus ungestellten Grundbedürfnissen entsteht. Das Problem ist da dann oft nicht der Wille des Kindes, sondern dass es überhaupt nicht weiß, wie es mit dieser Anspannung, mit diesem Frust, mit dieser. Müdigkeit mit diesen vielen Anforderungen, die der Alltag mit sich bringt, umgehen soll.

Und dafür braucht es Werkzeuge und nicht mehr Regeln und Konsequenzen, so das heißt, Eltern müssen sich da bewusst machen, nicht alles ist immer Widerstand, nicht alles ist immer Machtkampf, manchmal hängt unser Kind innerlich einfach fest und kann sich selber da überhaupt nicht aus der Situation rauswinden, also gerade bei Hausaufgaben sieht man das oft, das hab ich eben schon angesprochen, ne, den ganzen Tag stillsitzen in der Schule, den ganzen Tag machen, was der Lehrer sagt, was? Andere von ihm wollen, wann sie es wollen, kaum Möglichkeiten, mal auf die eigenen Bedürfnisse oder auch das eigene Energielevel Rücksicht zu nehmen. Sie mussten still sitzen, mussten sich den ganzen Tag anpassen, Reize filtern, Frust

runterschlucken, wenn Sachen nicht sofort funktioniert haben. Und dann ist zu Hause manchmal einfach gar keine Energie mehr übrig. Und dann bringt antreiben eben oft gar nichts, wo das Kind eigentlich innerlich schon total unter Druck steht. Und dann braucht es eben nicht noch mehr Druck von außen im Sinne von wenn du deine Hausaufgaben heute nicht schaffst, dann dieses oder jenes. Sondern eben Hilfe beim Umschalten, um überhaupt erst mal wieder in den körperlichen Zustand zu kommen. Ja, wo sie überhaupt wieder aufnahmefähig sind und sich dieser Aufgabe widmen können.

Wichtig scheint mir ja auch zu sein zu unterscheiden zwischen einem Wutanfall und einem richtigen Zusammenbruch, so n Madedown n Wutanfall ist ja schon immer zielgerichtet, wenn auch nicht bewusst für unseren Madedown. Ja, das Kind in einen Zustand versetzt, wo es einfach gar nicht mehr rational handeln kann.

Ja, genau das streikt im Grunde das gesamte Nervensystem ne und das Kind ist überhaupt nicht mehr erreichbar, sondern total im Tunnel. Wenn unser Kind total überfordert ist, helfen oft nicht noch mehr Erklärungen, sondern Bewegung. Wie würdest du Eltern erklären, warum das so gut funktionieren kann?

Ja, weil Bewegung auf jeden Fall Stress abbaut und das Kind aus seinem Kopfmäßigen Tunnel rausholt. Ne? Also zum Beispiel 1 unserer Kinder. Das tut sich nach der Schule wahnsinnig schwer damit, mit mit den Hausaufgaben anzufangen, und das interessante ist, dass unser Kind den Stoff eigentlich kann, also die Aufgaben an einem guten Tag zu erledigen, auch alleine zu erledigen sind überhaupt kein Problem, das heißt, es liegt nicht an Verständnis, Themen oder daran, dass jetzt der Stoff zu schwer ist oder es da irgendwie hinterher hängt, sondern. Sondern das ist wieso ne innerliche Blockade? Weil es um ja im Grunde noch mehr Anforderungen am Ende von einem langen Tag geht, ne n langer Tag voll mit Anpassung im Grunde und ja, Kinder geraten

dann schnell in so n Zustand von ich muss das jetzt schaffen und das ist so ein riesiger Berg, ich kann das nicht, ich will hier raus, alles fühlt sich schwer an, also wahrscheinlich würde unser Kind wenn es sich richtig mitteilen könnte, in dem Augenblick genauso was sagen, so das ist das was innerlich quasi abläuft. Und wenn man dann oder wenn das Kind dann sitzen bleibt, dann gerät das innere System immer mehr unter Spannung. Man sieht also nicht mehr die einzelne Aufgabe oder das Kind sieht nicht mehr die einzelne Aufgabe und damit anzufangen, sondern es sieht im Grunde diesen ganzen riesigen Berg an Hausaufgaben und denkt sich, boah, ich hab doch schon den ganzen Tag hier Gas gegeben und

jetzt auch das noch ne, wie wie soll ich das schaffen und dann wird das auf einmal für das Kind gefühlt so n Berg den das gar nicht mehr bewältigen kann innerlich. So, und er hilft natürlich nicht, wenn wir ihm dann sagen, was alles liegen bleibt und wieviel es morgen dann noch zusätzlich hat. Wenn es jetzt nicht anfängt, sondern da müssen wir erst mal helfen, diese Anspannung loszuwerden und das geht, indem sich der Körper am besten kurz bewegt, denn wenn er sich bewegt, dann passiert in unserem Kind was anderes, dann kommt der Körper in Aktivität und dieser Stress, indem er es feststeckt, der kann sich dann entladen und diese Anspannung, die verteilt sich und das Kind kommt aus diesem mentalen Festhängen raus, und genau darum geht es.

Das Kind aus diesem Zustand, dieses mentalen Festhängens rauszukriegen. Die Aufgabe wird dadurch zwar nicht kleiner und auch der per Hausaufgaben wird dadurch nicht weniger, aber wir kommen eben Weg von diesem, du musst das jetzt alles fertig machen, hinzu, wir arbeiten jetzt ein paar Minuten konzentriert und wir machen das dann eben immer im Wechsel, wir stellen dann wirklich einen Timer.

Der dann sagt, wir arbeiten jetzt 10 Minuten ganz konzentriert, ganz fokussiert. Und wenn diese 10 Minuten vorbei sind, dann machen wir 10 Minuten bewegungspause. Ach so, das hab ich noch vergessen zu erwähnen, wir starten natürlich erstmal mit der Bewegung ne um quasi mit einem frischen Kopf in die Aufgaben reinzukommen, das heißt wir toben erstmal 10 Minuten rum, dazu haben wir zum Beispiel haben wir zu Hause so ne Klimmzugstange wo sich unser Kind total gerne ranhängt und Klimmzüge macht.

Wir haben aber auch so zum Beispiel hobbyhorse Hürden im Garten aufgestellt und die Kinder lieben das total. Über diese hobbyhorse Hürden dann im Kreis zu rennen und dabei fangen zu spielen oder auch im Trampolin haben wir ne, da gibt es jetzt verschiedene Möglichkeiten was man machen kann. Bei uns sieht es eben so aus, da kann ja jeder kreativ werden, so was im Rahmen seiner Möglichkeiten ist. Aber wir starten dann eben erstmal mit diesen Minuten Bewegung und dann geht es nicht darum. Die ganze Seite der Aufgaben fertig zu kriegen, sondern wirklich nur 10 Minuten fokussiert zu arbeiten und für das Kind ist es die totale Entlastung, weil es halt weiß. OK, ich mach jetzt 10 Minuten

was und egal ob ich es verstehe oder nicht, egal ob ich die Seite dann fertig hab oder nicht, danach ist es vorbei und wir benutzen dafür so n Timer wo man sehen kann wie die Zeit runterläuft mit so einer bunten Scheibe wo das Kind also wirklich sehen kann, so viele Minuten sind jetzt noch übrig und sieht wie die Zeit abläuft. So, und das funktioniert ganz wunderbar, weil bevor sich dieser innere Druck so aufstauen kann, von wegen, jetzt sitze ich hier schon 10 Minuten und der Berg ist immer noch riesig, kommt das Kind quasi mental aus dem Tunnel raus und weiß, ich mach jetzt 10 Minuten und egal was ich dann schaffe, dann ist es erst mal vorbei, so, und dann kann es diesen Stress wieder abbauen und loslassen.

In dem dann erst mal 10 Minuten getobt wird. Und dann gibt es halt die nächsten 10 Minuten und das machen wir so dreimal im Wechsel und in einer halben Stunde sind für n Kind im Grundschulalter ja zumindest die Tageshausaufgaben dann meistens geschafft, wenn wir diese 30 Minuten fokussiertes arbeiten dann auch haben.

Dazu möchte ich mal sagen, Fokussiertes arbeiten setzen wir Eltern ja oft mit Stillsitzen am Tisch gleich. Das ist natürlich, wenn man was schreiben muss. In der Natur der Sache, das geht jetzt nicht, wenn man sich bewegt. Aber es spricht ja überhaupt nichts dagegen, andere Dinge wie das Einmaleins auswendig lernen, auch während der Bewegung zu üben, beim Trampolinspringen oder? Beim Galoppieren.

Natürlich. Was sind denn typische Situationen in den Eltern statt auf antreiben, die wir auf Aktivierung setzen sollten? Also woran merke ich, mein Kind braucht jetzt nicht mehr Druck, wer braucht das schon, sondern erst mal Bewegung. Typische Momente sind dafür Momente, wo du merkst, dein Kind kommt überhaupt nicht in Gang.

Also zum Beispiel morgens, wenn es super müde ist, ne, dann musst du natürlich jetzt nicht gleich über Hürden rennen, aber was wir manchmal gerne machen, ist erst mal so ein bisschen wachkitzeln das lieben unsere Kinder total. Und dann sind sie vor allem auch schon mal raus aus dieser Müdigkeit. Die Fragen auch mittlerweile richtig danach. Ja, wachkitzeln wachkitzeln, weil sie dann selber viel mehr Schwung haben und viel leichter in Gang kommen, als wenn wir sie jetzt zum fünften Mal dran erinnern, dass der Wecker gerade geklingelt hat und sie doch zu spät zur Schule kommen, wenn sie jetzt nicht sofort aufstehen, ne, also erstmal wachkitzeln körperlich aktivieren.

Aber auch so diese Situation, wo ich halt merke, wie das Beispiel Hausaufgaben, was wir gerade hatten. Mein Kind fährt immer weiter hoch, also egal was du machst, es läuft darauf zu zu eskalieren und du hast das Gefühl, dein Kind verliert selber gerade so komplett die Kontrolle. Das sind natürlich auch ganz klassische Situationen, oder wenn du merkst, dein Kind hängt durch, zum Beispiel nach einem langen Schultag und hat Schwierigkeiten, einfach mit Dingen zu starten, also mit Sachen anzufangen, weil es einfach auch müde ist vom Tag. Oder auch, wenn ja es eine bestimmte Aufgabe erledigen soll.

Und du merkst, es wird hektisch, es wird gereizt, genervt, frustriert, Tränen fließen, das Kind wird ja traurig oder irgendwie gestresst und verschließt sich innerlich. Also all das sind Momente, wo man auf jeden Fall merken kann, ja so, das Kind startet nicht, es hängt körperlich durch, es driftet ab, es wird sehr schnell.

Gereizt und emotional? Ja, das sind so klassische Situationen, wo wir auf jeden Fall über Bewegung erstmal versuchen können, unser Kind zu aktivieren. Also es lohnt sich immer, die Frage sich selbst zu stellen, also nicht dem Kind, sondern sich selbst. Ist das jetzt gerade Unwille bei meinem Kind oder ist es vielleicht körperlich und nervlich gerade in einem Zustand, in dem es einfach nicht starten kann und braucht, also erstmal ein bisschen Aktivierung und egal wie es ist?

Man kann es ja auf jeden Fall erst mal ausprobieren. Spätestens dann weiß man, ob das Kind Aktivierung gebraucht hat oder nicht. Also gerade morgens ist es ja total sichtbar, wenn Kinder noch durchhängen, ja zwischendurch mitten in einem langen Tag ist es vielleicht nicht immer ganz so klar, aber da hilft dann einfach ausprobieren und da wie gesagt, es ist völlig egal wie das aussieht, egal ob es wachkitzeln ist oder einfach 5 Minuten toben und sich gegenseitig durchs Haus jagen, durchs Wohnzimmer hüpfen.

Gegen Kissen, Boxen, Seilspringen rennen also, da gibt es ja jetzt 1000 Möglichkeiten, das muss, wie gesagt, nicht das Trampolin oder die Klimmzugstange sein, wichtig ist halt nicht, dass ihr ja deshalb jetzt 3 Stunden früher aufsteht, sondern einfach euch 5 Minuten nehmt, die hat morgens morgens jeder, ja, oder man merkt auch nicht, wenn man jetzt 5 Minuten früher aufsteht so um. Diese 5 Minuten für die Aktivierung zu nutzen, das reicht oft schon aus, um in einen anderen Zustand zu kommen. Das müssen keine 30 oder 60 Minuten sein. Und Eltern müssen da eigentlich auch gar nicht so richtig kreativ werden, weil die Kinder, die haben schon eigene Ideen. Ich oute mich jetzt mal, denn ich muss seit Monaten schon jeden morgen in eine Rolle

schlüpfen und spiele den Hund und spring. Spring in das Bett meines Sohnes und muss ihn als Hund wecken. Also ich bin fini Papa fini heißt der Hund ne und Fini Papa muss dann ihn aufwecken und er findet das wahnsinnig lustig und das dauert nur ne Minute. Ich komme mir natürlich total bescheuert dabei vor, aber es funktioniert.

Er ist dann wach. Er ist dann wach, er steht, aufzieht sich an und dann treffen wir uns jeden morgen um 07:32 Uhr in der Kampfarena und ziehen uns Boxhandschuhe an und. Und kämpfen, allerdings natürlich ohne uns weh zu tun oder richtig zuzuschlagen, sondern einfach, um uns n bisschen zu bewegen. Und das dauert auch nur 23 Minuten, dann ist die Runde vorbei und alle sind glücklich und zufrieden. Aber jetzt könnte man ja sagen, schön und gut, aber Eltern sollen doch führen, Grenzen setzen und Verantwortung zurückgeben, wie passt das zusammen? Ja, das passt total gut zusammen, denn Bewegung ersetzt der Führung nicht, sondern im Gegenteil, Führung ist ja wirklich mein Kind auch wahrzunehmen. Und jetzt nicht in den

Machtkampf zu geraten, wenn mein Kind bei irgendwas nicht mitmacht und sagt, Oh, jetzt blockiert das jetzt, setz ich mich aber durch, hier mit aller Härte, sondern Führung bedeutet ja, ich nehm mein Kind wahr in einem Moment, wo es selber vielleicht noch gar nicht in der Lage ist, sich wahrzunehmen und seine eigenen Bedürfnisse und helfe ihm eben dabei, in einen anderen Zustand zu kommen, indem ich ihm Werkzeuge an die Hand gebe, ne, und diese Werkzeuge sind eben ein, komm, wir rennen jetzt zusammen, wir toben jetzt zusammen, oder?

Ohne irgendwas zu sagen, ich kann mein Kind ja auch einfach kitzeln oder so ne oder anfangen mit ihm los zu toben. Also das hat weder was mit Grenzensätzen zu tun oder mit Härte oder mit Autorität, sondern Führung heißt ja im Grunde auch wahrnehmen, was braucht mein Kind jetzt und ihm helfen seine eigene Energie da in die richtigen Bahnen zu lenken und wenn ich eben wahrnehme mein Kind hängt total durch und ist schlapp und brauch jetzt erst mal wieder n bisschen Schwung. Dann ist genau das eben oft sehr klare Führung, das wahrzunehmen bei meinem Kind und ihm genau das zu geben, was es gerade braucht.

Und dadurch lernt ja auch mein Kind aha, wenn es mir so geht, dann kann ich mich über Bewegung auch in einen anderen Zustand bringen, bis die das irgendwann mal alleine umsetzen, da kann natürlich lange Zeit vergehen, ja, das ist ja auch ein Learning für unsere Kinder, aha, ich kann mich aus einem schlappen Zustand rausholen und besser fühlen, wenn ich so was mache.

Ja, und Werkzeuge geben ist ja nicht dasselbe wie Verantwortung abnehmen. Und auch wichtig ist, dass die Anforderungen ja nicht gesenkt werden. Aber dadurch, dass die Kinder mitgestalten können, haben sie auch Kontrolle über einen Teil des Prozesses, und das ist ja letzten Endes Führung, ne die Grenze steht, die Kinder müssen pünktlich in die Schule, sind sie dann auch, aber ich gebe Ihnen halt Werkzeuge an die Hand, mit denen sie es selber schaffen können. Und das selber schaffen ist n guter Punkt. Also ich hatte jetzt auch schon das Erlebnis, dass unser Kind dann eben selber sich an die Hausaufgaben gesetzt hat. Und dann gemerkt hat, Puh, macht heute nicht so viel Spaß wie sonst und dann selbst den Timer

geholt hat und gesagt hat, so, jetzt machen wir erst mal 10 Minuten Bewegung. Ich musste dann natürlich mitmachen, ne, das ist dann kommt man nicht drumherum, aber ich sehe es positiv, so habe ich jeden Tag auch noch ein bisschen zusätzliche Bewegung zwischendurch, es schadet mir persönlich jetzt auch nicht. Du galoppierst ja auch ganz.

Hübsch ja, und springen über die Hindernisse. Ne so. Wobei ich sagen muss, unser Kind macht das weitaus besser als ich. Aber genau so hab ich wenigstens auch noch meine paar Minuten Bewegung zwischendurch. Aber ich finde es eben toll zu sehen ne, dass unser Kind dann halt selber merkt, ah, das hat für mich die anderen Male besser funktioniert mit dem Timer, da hatte ich mehr Spaß und dann selber auf die Idee kommt das genauso umzusetzen, das ist ja das Ziel und da sieht man ja ne.

Das nennt man dann Eigenverantwortung. Ich nehme wahr, was ich gerade brauche, um das gut zu erledigen, hat in dem Fall wunderbar funktioniert. Also im Kern geht es darum zu sagen, ich sehe, dass es schwer ist. Ich traue dir aber zu, dass du es schaffst. Und hier ist dein Werkzeug dafür. Kannst du den Eltern zum Schluss noch mal ganz praktisch sagen? Was könnten sie ab heute ausprobieren, wenn Sie merken, dass ihr Kind festhängt?

Ja klar. Also als erstes beobachtet euer Kind körperlich, wie sitzt es steht es, hängt es gerade, da hängt es total durch, friert es vielleicht ein, wird es hektisch, fängt es an zu motzen, obwohl es eigentlich ja mitmachen will, also sprich es beißt sich durch die Aufgabe durch, aber. Steigert sich trotzdem immer mehr rein und fährt immer mehr hoch, was Eltern auch überdenken können ist, wo sind denn typische Momente so im Alltag, wo so was vorkommt, also wie zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen haben wir ja schon genannt, dieses Wachkitzeln zum Beispiel ne oder morgens erst mal n Wettrennen machen oder vom Schlafzimmer in die Küche mit dem Seilspringen oder so gibt es ja viele Möglichkeiten, ne, also gibt es diese Momente wie

morgens nach dem Aufstehen mehrfach am Tag, vielleicht direkt nach der Schule und da könnt ihr ja auch. Wunderbare Rituale draus machen, wo ihr euch gemeinsam bewegen könnt. Wie gesagt, ich begrüße das sehr so, es motiviert mich auch immer mich n bisschen zu bewegen zwischendurch und dann ja gerade so bei Themen wie Hausaufgaben, wo die Kinder wirklich lange still sitzen und sich lange konzentrieren müssen und ja auch n Haufen Anforderung quasi auf sie einwirken, da macht das auf jeden Fall mal Sinn über solche Lösungen nachzudenken, wenn ihr merkt, dass euer Kind sich schwer tut, wenn nicht, dann ist es natürlich alles wunderbar.

Ne, aber macht das gerne alles gemeinsam, weil es ist auch n toller Moment gemeinsam Quality Time zu verbringen. Wir haben ja auch schon oft über dieses Thema Kindern Aufmerksamkeit schenken gesprochen, ne ungeteilte Aufmerksamkeit muss nicht lange sein, paar Minuten zwischendurch und gerade so dieses Thema Hausaufgaben, da kann man so viel schönes miteinander verbinden, wenn man das so macht ne weil erstens wie gesagt Bewegung zwischendurch ist für jeden Menschen gesund. Nicht nur für unsere Kinder, aber auch diese 10 Minuten Bewegung kann man ja gemeinsam verbringen und darüber eben auch bewusst Quality Timefest eingeplant mit seinem Kind genießen.

Dass mein Kind weiß, aha, diese 10 Minuten zwischen den Hausaufgaben sind Mama, Papa, wer auch immer wirklich mit ungeteilter Aufmerksamkeit ohne Handy in der Hand, ohne Ablenkung dann wirklich für mich da, das heißt es wird auch noch zu einer festen Routine gemeinsam Zeit zu verbringen. Was meint ihr wie gerne die Kinder dann Hausaufgaben machen?

Wenn das gut funktioniert und sie halt merken, dass sie eure Aufmerksamkeit da haben und ihr gemeinsam Spaß haben könnt in dieser Zeit also der Kern, den ich mir wünsche, den heute alle mitnehmen, ist, dass wir unsere Kinder nicht immer nur mit Worten unterstützen können, indem wir ihnen sagen, was sie tun sollen, und unsere Erfahrung mit Ihnen teilen, sondern manchmal wirklich die beste Unterstützung durch ganz einfache Werkzeuge kommt. Wie kommt, wir machen das jetzt so, und da die Führung und übernehmen und den Plan vorgeben. Und dann eben über die Bewegung erst mal versuchen, diesen emotionalen Zustand zu verändern. Und wenn sich dieser Zustand erst mal verändert und Stress abgebaut ist, dann wird auch das

Verhalten unserer Kinder oft viel leichter und das fällt uns wiederum ja auch leichter, damit dann umzugehen. Noch als Ergänzung. Es muss ja nicht immer Cardio sein, nicht jeder hat den Platz und den Garten zum Rennen rüber oder springen über Hindernisse. Was auch sehr gut funktioniert, ist das Tragen von schweren Dingen, also natürlich orthopädisch altersgerecht vertretbar.

Ne, jetzt keine 50 Kilo Hanteln in die Hand drücken, aber so was wie Löcher graben, Sofa verschieben oder n Wäschekorb hochtragen, das funktioniert auch ganz gut. Schön, dass ihr heute wieder dabei wart, wenn euch die Folge gedient hat, freuen wir uns über eine positive Bewertung auf Spotify oder Apple Podcast oder auch bei beiden.

Das hilft auch anderen Eltern, uns zu finden bis nächste Woche und Bye bye. Bye Bye. Welt Ich fühle mich heiß aus.

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