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Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über die Enhanced Games und darüber, warum sie im Sport so kontrovers diskutiert werden. Wir ordnen ein, wie dort Weltrekorde unter besonderen medizinischen und Trainingsprotokollen angestrebt werden und welche Rolle leistungssteigernde Mittel dabei spielen.
Im Gespräch mit Professor Bernd Beuscher diskutieren wir anschließend die Frage, ob die Enhanced Games den Sport beschädigen oder ob sie zumindest eine offenere und ehrlichere Darstellung von Leistungssteigerung liefern als der etablierte Leistungssport. Er argumentiert, dass der Sport ohnehin von Unschärfen, Regeln und moralischen Widersprüchen geprägt sei.
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Website Prof. Dr. Bernd Beuscher: evh-bochum.de/persoenliche-homepage-prof-dr-be…
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Das geht ja gar nicht, sagen alle, die zum ersten Mal von den Enhanced Games hören. Was genau geht da eigentlich nicht und wie kann es denn gehen? Im Bestzeit-Podcast mit Philipp Flieger und Ralf Scholt. Ja Philipp, wir sind heute in mehrerer Hinsicht in sehr anderen Gefilden unterwegs. Erstmal thematisch, das ist natürlich etwas, was uns auch off-record immer wieder zu leidenschaftlichen Diskussionen veranlasst hat. logischerweise.
Wir sind heute mit Professor Bernd Beuscher verabredet. Vielleicht jetzt auch nicht der ganz klassische Gast bei uns hier im Podcast, aber ich kann euch sagen, das wird spannend. Wenn ihr euch darauf einlasst, macht das mal, das ist wirklich cool. Und vielleicht auch mal ein paar andere Gesprächs- und Gedankenansätze in dem sportlichen Kontext.
Zweitens, Philipp macht gleich ein Announcement, das euch sehr überraschen wird. Und drittens, wir haben noch nie diese Aufnahmesituation gehabt. Also, dass einer von uns unterwegs ist, geschenkt. Dass einer auf dem anderen Kontinent ist, what are we talking about? Also ich bin ja immer noch in Kanada, das heißt bei mir ist es frühmorgen, kleiner Lifehack.
Ich bin schwer schockiert, wie viele Dinge man schon am frühen Morgen erledigen kann, wenn man um 5 Uhr aufsteht. Das ist schockierend. Und drittens, ja, diese Aufnahme ist die erste Aufnahme seit über 320 Aufnahmen, die aus dem fahrenden Auto stattfindet. Aber das ist irgendwie ja das natürliche Habitat von Philipp Liga.
Wie geht es dir? Was macht der A3? Ach, Ralf, ich... Ich weiß auch gar nicht, wie das klappt. Also wir haben es jetzt wirklich in sechs Jahren, Immer noch geschafft, dass wir in der Regel uns an zwei Mikrofonen an einem sich nicht bewegenden Ort sozusagen befunden haben, als wir die Aufnahme gemacht haben.
Aber ja, man wächst, glaube ich, mit seinen Herausforderungen und es zeigt ja auch, dass nach sechs Jahren immer mal wieder was Neues oder Unvorhergesehenes passieren kann. Es war ja so, dass sowohl bei dir jetzt, weil du eben in Kanada bist, als auch bei mir zuvor mit Peru, und jetzt wieder zurück und ganz viele Termine, dass ja irgendwie echt mit Jonglieren so eng wurde und so schwierig wurde, dass wir selber irgendwann nicht mehr durchgeblickt haben, was wir wann wie eigentlich aufnehmen wollten, mit Zeitverschiebung hin und her.
Und dann hätten wir fast wirklich, also gerade, dass wir noch mit Kai drüber gesprochen haben, sechs Jahre Bestzeit-Podcast und Mensch, also diese. Verlässlichkeit, die uns ja auch irgendwann so ein bisschen auszeichnet, das ist ja irgendwie total toll, der Helmers fast in der sechs Jahre und eine Folge geschafft ist zu versemmeln.
Deswegen ist es in dieser Woche eine bisschen andere Aufnahmesituation. Ich bin tatsächlich gerade im Auto auf dem Weg nach Frankfurt, weil ich da heute Abend ein cooles Event begleiten und moderieren darf mit Adidas im Frankfurter Laufshop. Und die hätten es die Woche sonst nicht hingekriegt, weil ich die Tage davor auch für diverse andere Geschichten und auch für Drehs unterwegs war.
Und dann Zeitverschiebung jetzt hier, bei mir ist es 17.30 Uhr, du hast gesagt, bei dir ist es sehr, sehr früh am Morgen, also die Woche war jetzt echt der Endgegner, deswegen haben wir gesagt, lass uns doch mal probieren, je nach der deutschen Netzabdeckung, ob wir es schaffen, hier noch zumindest unseren Vorlauf gemeinsam aufzunehmen und ich will jetzt nichts verschreien, wahrscheinlich sollte ich auf Holz klopfen, aber es sind in modernen Autos immer schwierig, noch Holz zu finden, ähm.
Bisher ist es echt okay, glaube ich, was die Qualität und die Netzverfügbarkeit betrifft. Aber alle Menschen aus deinem sozialen Umfeld haben auch die Warnlampen da jetzt schon an. Das heißt nämlich, dass du in Zukunft darüber nachdenkst, einen Großteil deiner Aufnahmen aus dem Auto zu machen. Ich mache das jetzt, wenn das gut hinhaut und qualitativ halbwegs verwertbar ist.
Ich glaube, dann werde ich sagen, du, ich bin mal wieder drei Stunden unterwegs. Können wir den Podcast auch da machen, wenn ich eh im Auto bin? Genau, das ist so smooth. Aber du weißt ja auch, dass die Netzabdeckung in deutschen Autobahngebieten oft äußerst zweifelhaft ist. Das ist einerseits richtig, Ralf, aber ich sage dir eins, wir nehmen das jetzt als Testballon und Felix, ich hoffe, du hörst, du hörst bestimmt sowieso jede unserer Podcast-Folgen, aber ich hoffe, du hörst genau jetzt mit.
Weil wenn ich es hier schaffe, zwischen Würzburg und Frankfurt mit dir einen Podcast aufzunehmen und wir haben hier keine Probleme mit dem Netz, dann fette Props, unbezahlte Werbung, noch unbezahlte Werbung an die Deutsche Telekom, die offensichtlich einen sehr guten Geschäftskontentarif dann hier mir verkauft haben.
Dann würde ich aber sagen, Felix, es wird höchste Eisenbahn, dass wir die Deutsche Telekom hier als Werbepartner einladen. Wenn sie schon immer mal Zoom-Aufnahmen im Auto machen wollten, unser Business-Paket. Das ist genau richtig. Sehr cool, sehr cool. Ja, du wolltest noch ein Announcement machen fürs Wochenende?
Ja, es ist jetzt wirklich, es ist lange, Es ist lange hinter den Kulissen verhandelt worden und ich hatte ja gewisse Schweigevereinbarungen zu unterzeichnen. Ich kann es jetzt aber öffentlich machen. Ich starte mit einem Comeback nicht im regulären Sport, sondern bei den Enhanced Games, weil die Kohle so groß ist, dass ich da nicht Nein sagen konnte.
Und sogar mit einem Trainingslager in Peru verbunden. Da hatten wir ja noch gar nicht drüber gesprochen. Oh ja, das war krass. Das war auch, muss ich sagen, wirklich eine, um von der klamaukigen Ankündigung auf eine tatsächlich sehr real sich anfühlende Erfahrung nochmal vielleicht kurz einen Rückgriff zu machen.
Und das war eine Höhe, in der ich mich noch nicht so befunden habe. Und vor allem ist das sehr, sehr trügerisch. Also da, wo wir waren, in der Region von Cusco und Akumayo mit Plan International, der Kinderrechtsorganisation, ist das natürlich sehr, sehr hohe Berge. Das nimmt man schon wahr, aber auch die Ebene, auf der man sich da schon befindet, und da gibt es auch dann recht flache, ja, halbwegs flache Hochebenen, da bist du halt schon über 3500, teilweise 3800 Meter Höhe, und wir hatten ja da, für diejenigen, die es vielleicht nicht auf Social Media verfolgt haben, auch mit der Adidas Foundation, die da einige Schulprojekte unterstützt und fördert, wo eben auch Sport ganz bewusst eingesetzt wird,
um die die Gemeinschaft der Kids zu stärken, um auch Vorurteile abzubauen, um das Selbstwertgefühl zu fördern und so weiter, haben wir viele verschiedene Sportprojekte besucht und natürlich auch mitgemacht. Ist ja klar, da haben wir uns nicht lange bitten lassen. Also Felix und ich waren ja natürlich sofort zusammen.
Aber es ging doch um Vorbildcharakter. Warum habt ihr dann Fußball gespielt? Das ist eine gute Frage. Die haben uns auch ganz schön nass gemacht, weil die sind ja recht gewesen. Plus, die hatten jetzt keine, zumindest merkbaren Einschränkungen, was Sporttreiben in der Höhe betrifft. Fußball war dabei, wir hatten natürlich so einen Staffellauf in Kurzvariante, aber auch Staffellauf quasi, Felix und ich durften gegen zwei Schulstaffeln antreten, die sich an eine Strecke, die wir ungefähr einen Kilometer lang aufgeteilt haben zu Fürth und da waren eben auch natürlich Mädels dabei und ich sage dir ohne Witz, vor allem die Mädels, leck o mio, also ich habe mir nach dem zweiten Wechsel gedacht, und das wird nichts mehr. Das ist echt so. Die natürlich immer im Vollsprint
ja direkt los, die 200, 250 Meter und ich sagte mal nach der Hälfte, nach 500 Metern liegt meine Zunge aber sowas von auf Boden. Ich glaube, Luft hat sich noch nie so trocken für mich angefühlt. Kein Milliliter Spucke mehr im Mund und 3700 tut schon richtig weh, muss ich sagen, wenn du da mal richtig Gas gibst.
Ich habe, glaube ich, vergessen, den Screen-Shot hochzuladen von meiner Auswertung, meiner Huawei-Huhr, wo drin stand, die schnellste Pace auf diesem Kilometer, also Höchstgeschwindigkeit war halt auch 2,59. Und ich muss sagen, 2,59 auf 3,750 fühlt sich nicht gut an. Das ist wirklich sehr ekelhaft. Ja, aber das war ja trotzdem, es sah trotzdem nach einer sehr spannenden Erfahrung aus.
Jetzt nicht nur, was Laufen in der Höhe angeht, das hatte ich tatsächlich auch mal in Ecuador, das war eine ähnliche Höhenlage. Das hat sich total geil angefühlt beim Schnelllaufen, aber bei mehr als einer Runde war das dann nicht mehr so lustig. Aber das ist ja trotzdem von dem Erlebnis, was es halt ausmacht, wenn man Kindern so ein Beispiel geben kann, sein kann, das ist schon was anderes als im Auto zu sitzen und von einem Highfly-Business-Termin zum nächsten.
Nee, wirklich. Das ist wirklich was, wo auch, haben wir mit einigen drüber gesprochen, auch Katharina Schmidt, beziehungsweise früher Katharina Althaus war ja mit dabei, als immer Geschirrsprungprofi. Es war, glaube ich, für alle, die da dabei waren, auch für die Mitarbeitenden von Internationalen, eine total beeindruckende und prägende, inspirierende Reise.
Ich glaube, da nehmen wir ganz viel mit für die nächste Zeit, wahrscheinlich sogar für immer. Ich glaube, ich werde diesen Trip nie vergessen. Ich war noch nie in Peru und man hat natürlich total viele nahe und persönliche Momente dann auch gehabt mit den Kids, wo du auch einmal mehr merkst, so Sport und Bewegung, das ist halt auch echt, weißt du, hier sind da irgendwie irgendwelche Europäer, die da hinkommen, die sehr groß sind, die nicht die Sprache sprechen, da könnte man jetzt erstmal als Kind vielleicht auch, weiß ich nicht so recht, aber so Sport und Bewegung, sei es ein Ball, sei es man macht mal so ein Wettrennen oder sowas und dieses Spielerische, du hast so schnell einfach eine Connection,
und das war total cool, es ist echt eigentlich fast schade, wir hatten ja immer gesagt, schade, dass wir nicht noch mehr Zeit hatten, dass wir wirklich vielleicht zwei Tage mal mit einer Schule verbracht hätten oder sowas, weil die Kids natürlich alle gefragt haben, wann wir wiederkommen und das war schon, das war sehr schön, gleichzeitig auch ein bisschen eine Erinnerung an Kenia, was natürlich geografisch eine ganz andere Ecke ist, aber.
Dieses Wertschätzen, wo kommt man her, was haben wir hier, was wird auch gerne in Deutschland immer viel gejammert, über verschiedenste Dinge. Ich will gar nicht sagen, dass für uns alles gut ist, aber ich sage dir so, dort, wo wir warten. Das sind so Orte, da hören die asphaltierten Straßen auf. Also da bist du sehr lange oft unterwegs für vergleichsweise eher überschaubare Strecken, wenn ich jetzt hier auf der A3 langfahre.
Und da kommt man schon in echt entlegene Regionen. Das sieht da auch sehr, sehr anders aus alles. Und man kriegt ja dann auch persönliche Geschichten mit, wie die Kinder da leben. Wie vielleicht die berufliche Situation der Eltern ist, ob die Eltern überhaupt noch zusammen sind. Also oft auch so die Geschichte, Erdboden, nichts Gefließtes so.
Und da wird es kalt nachts. Ich sage dir hier an Pumakanschi auch, das ist an so einem See gelegen, da gab es, warum auch immer, ein relativ neu gebautes Gebäude, was da als Hotel fungiert. Das war, glaube ich, die ersten Gäste da drin waren. Es gab ein Bett, sagen wir es mal so, aber das war jetzt grundsätzlich mal nach einem halbwegs modernen Standard so gebaut, dass da vielleicht mal der Strom hier und da noch nicht gleich funktioniert hat, es sei mal dahingestellt.
Aber ich sag dir, da gibt es natürlich keine verbauten Heizungen. Und da ist es nachts, da ist es bitter kalt. Also, und dann hast du gedacht, wir haben aber zumindest ein festgemauertes, Gebäude, da sind Fenster drin. Du siehst ganz viele anderen Gebäude, die aus so Lehm-Siegeln gebaut sind, da ist kein Fenster drin.
Wo du denkst, so, ich hab nachts mit Jogginganzug und unter drei Decken da geschlafen und ich fand es noch kalt. Und da kriegst du mal einen ganz anderen Respekt und ein Feeling dafür, wie wahrscheinlich herausfordernd und auch hart so ein alltägliches Leben für Menschen ist, die da halt einfach immer leben.
Und das ist schon, das erdet auf jeden Fall nochmal extrem, muss ich sagen, so eine Woche. Ja, sehr cool. Deshalb, ich hatte das geahnt an den Bildern und an den Videos, die du gezeigt hattest, dass das halt ein Erlebnis ist, also in beiderlei Richtungen logischerweise. Und weil wir schon bei Vorbild und bei wo komme ich eigentlich her und wo ich hin will, sind wir vielleicht schon genau bei unserem größeren Thema heute, also Enhanced Games. Nochmal kurz das Abriss für euch.
Eine sportorientierte Veranstaltung, nenne ich es mal, die darauf abzielt, Weltrekorde zu brechen in bestimmten Disziplinen. Ich glaube, es ist jetzt im Wesentlichen leichtsätzlich Schwimmen, Gewicht heben. Das sind, glaube ich, die drei Sachen, aber das ist auch gar nicht wesentlich, sondern es geht darum, kann man überhaupt bei so einer Veranstaltung, die nicht zertifiziert ist, in den jeweiligen Regelkreisen der Verbände einen Weltrekord aufstellen oder nicht.
Das ist eine andere Frage. Worum geht es da eigentlich insgesamt? Es geht darum, dass versucht wird, die menschlichen Leistungsfähigkeit auszutesten, eben auch mit Mitteln, die im normalen Sport verboten sind, weil sie auf der Dopingliste stehen. Da gibt es ein medizinisches Protokoll, so wird es da genannt, und ein Trainingsprotokoll.
Ganz wesentlicher Hintergrund der Veranstaltung, das muss man wissen, ist die Vermarktung von Longevity-Produkten. Das heißt, da sind vor allen Dingen Peptid-Hormone, also Dinge, die im normalen wettkampfmäßigen Leistungssport nicht gestattet sind, sehr stark vermarktet als Hintergrund. Das ist der Hintergrund der ganzen Geschichte.
Zudem kommen die Organisatoren aus dem Tech-Kreis der amerikanischen libertären Szene, die Namen Christian Angermeyer, Peter Thiel und so weiter sind da sehr schnell genannt. Auch das spielt eine große Rolle bei der bisherigen medialen Aufbereitung, weil dann immer schon gleich mit den Namen ein Haken drüber geschlagen wird, nach dem Motto, kann ja nicht gut sein, kann ja nicht richtig sein. Aber es hat, Auch in der Sportszene für sehr heftige Reaktionen gesorgt, sehr ablehnende Reaktionen und vor allen Dingen auch sehr krasse Reflexe auf die Sportlerinnen und Sportler, die sich da committed haben.
Also die unterschreiben Verträge für relativ viel Geld im Kontext Leichtathetik und Schwimmen viel, viel Geld und mit einem entsprechenden Prämiensystem, das nicht nur an den Start, sondern nachher auch an mögliche Weltrekorde slash Bestzeiten orientiert ist. Da sind dann so die klassischen Sachen, eine Viertelmillion für Signing.
Eine Million für einen Weltrekord, klingt immer geil, ist wahrscheinlich für die Jungs, die im Hintergrund sind, Kleingeld, weil die in Billionen unterwegs sind und nicht mehr in 10.000 Dollar oder was auch immer eine Maßgröße sein könnte, der im Kontext des Wettkampfsportes sonst üblich wäre. Ja, also das ist was ganz anderes.
Und deine Reflexe, als wir immer wieder darüber gesprochen haben, Philipp, waren ja auch immer sehr krass ablehnend, weil du das halt als Beschädigung des Sportes, den du gemacht hast, den du verfolgt hast, auch der Idee Olympischen Spiele und so weiter verstanden hast. Warum? Ja, ich glaube, weil das natürlich ganz viel damit zu tun hat, wie man den Zugang zu Sport, glaube ich, vermittelt bekommen hat.
Also sprich, ich glaube, ich weiß, dass für mich mein Jugendtrainer, in dem Fall Harald Olbrich, eine sehr, sehr prägende Figur und Persönlichkeit war. Sowohl, was er uns jetzt rein übers Laufen vermittelt hat, aber natürlich auch wie... Wie ehrbar, sage ich jetzt mal, es klingt jetzt ein bisschen altbackenes Wort, aber ehrbarer Sport aussehen sollte.
Und das ist halt am Ende ja doch vergleichsweise, wenn man es beschönigt ausdrücken möchte, ist es ja relativ simpel. Das ist ja die Schöne, auch die Einfachheit an der Leiste, die teilweise laufen. Sowieso, du stellst dich an eine Startlinie. Das ist eine festgelegte Distanz ausgemacht. Mit dem Startschuss wird eine Uhr gestartet.
Und am Ende gibt es Platz 1, 2, 3 und auch 4, 5, 6. und es gibt halt eine gewisse Zeit. Und der Weg dahin, der sollte bestenfalls über, ja, finde ich, nach wie vor gute Tugenden gehen, Fleiß, Disziplin. Bis auch irgendwo sinnvoll und so eine gewisse Härte, die man vielleicht auch braucht, wenn man erfolgreich und ehrgeizig sein will.
Und so weit, sage ich jetzt mal, die schöne Theorie, die man vielleicht als Kind irgendwo oder als Heranwachsender, als Jugendlicher beigebracht bekommt. Das verschwimmt dann natürlich, glaube ich, relativ schnell, wenn man länger im Leistungssport dabei ist. Gar nicht unbedingt auf nationaler Ebene, da habe ich in meiner Karriere wenig Dopingfälle oder kaum, muss ich gestehen, würde mir jetzt aus dem Stichrauf gar keiner einfallen.
Weil ich sage mal, es gibt, man munkelt bei manchen Dingen, weiß man ja, dass das eine oder andere Karriereende vielleicht ein bisschen komisch angemutet hat, aber das ist nichts, was jetzt spruchreif ist. Ansonsten bin ich jetzt auf nationaler Ebene da nicht irgendwie groß geschädigt. Und ich war auch nie so erfolgreich, dass mir insofern was weggenommen wurde, dass du jetzt mal ein Podium verpasst, dass du international oder die Hymne nicht hören durftest.
Aber ich kann mich natürlich sehr, sehr gut in solche Szenarien logischerweise reinversetzen nach so vielen Jahren Leistungssport. Und natürlich hast du trotzdem Leute kennengelernt, mit denen du vielleicht auch schon in jungen Jahren, irgendwo auch in U-Wettbewerben, die man kannte, die später dann mit Epo oder irgendwas überführt wurden und dann hast du natürlich schon.
Du fühlst dich trotzdem da persönlich auch angegriffen, weil du denkst, ich versuche ja alles richtig zu machen, ich unterwerfe mich diesen Doping-Kontrollmechanismen. Da gibt es ganz viele Dinge, die noch nicht gut laufen oder nicht so laufen sollten, wie es idealerweise sein sollte. Auch der Vergleich, wie Nationen kontrolliert werden, ist sehr unterschiedlicher teilweise.
Aber ich glaube, dass man dann, als jemand, der versucht hat, da in seiner Karriere alles richtig zu machen und diesen Idealen zu folgen, sich natürlich verarscht vorkommt, wenn man von anderen mitbekommt, die versuchen, sich zusätzliche Vorteile zu verschaffen, indem sie unerlaubte Substanzen einnehmen.
Und ich glaube, daher kommt natürlich dann schon so eine sehr ablehnende Haltung. Plus... Dass Leistungssport auf so einem Level, wie ich es gemacht habe, jetzt nicht allumfassend gesund ist, das ist, glaube ich, was, was man dann schon irgendwann versteht und auch akzeptiert. Das ist vielleicht ein Preis, den man dann zahlt.
Da geht es aber primär vielleicht auch darum, dass man halt irgendwie orthopädisch vielleicht manche Dinge nicht mehr ganz so jungfräulich sind, wenn man dann mal noch ein bisschen älter wird. Aber ich fand es irgendwie trotzdem auch widersinnig, sozusagen Substanzen zu konsumieren. Je nachdem, manche haben das ja dann in Zusammenarbeit gemacht mit, ich sage mal, medizinisch-fachkundigen Personen oder auch Ärzten, aber manche haben das ja auch irgendwie gefühlt weltweit mäßig gemacht, weil du es im Internet relativ leicht bestellen kannst und dann halt einfach so, ja, learning by doing.
Das ist natürlich auch nochmal, finde ich, eine andere Ebene, wenn du dir mit chemischen Substanzen sozusagen vermeintlich natürlich einen Vorteil holst. Wir kennen auch alle die Geschichten, Ralf, wo dann irgendwie oftmals zu Fußnoten in Sportberichterstattung, in der Zeitung, in der Tageszeitung, weil irgendwie unter obskuren Umständen irgendwelche 35-jährigen belgischen Radprofis plötzlich tot im Hotelzimmer gefunden werden oder sowas.
Ja, weiß man natürlich alles nicht so, aber üblicherweise, wenn du fit bist und gesund bist, dann stirbt man nicht mit 35, vor allem nicht als Spitzensportler. Und da ist ja die Frage, diese Blüten, die das dann treibt, dieses höher, schneller, weiter, ohne jegliche Regulation, ohne jegliche Leitplanken.
Und junge Menschen lassen sich auch sehr leicht verführen und verleiten da irgendwo dann für den persönlichen Erfolg oder für Fame, für Geld, keine Ahnung. Da natürlich, glaube ich, eher vielleicht sogar noch verleiten. Konsequenzen nicht allumfassend zu durchdenken, glaube ich. Und deswegen finde ich, muss man manchmal die Leute auch ein bisschen vor sich selber schützen.
Und das ist ja auch dann trotzdem was, was viele Leute interessiert, verfolgen. Viele Fans und auch junge Menschen, junge Fans vielleicht. Und ich glaube, dass es da schon nicht verkehrt ist, wenn man halt sagt, naja, jetzt vielleicht nicht wildwestmäßig sich irgendwelche Chemikalien reinhauen, die dann auch dazu führen können, dass man halt ein etwas früheres Ableben hat, als das, was vielleicht sonst erwartbar ist.
Und ich glaube, gerade wenn man jetzt in der Rolle dann irgendwann ist, dass man selber Kinder hat und sich hinterfragt oder sich hinterfragt, natürlich, aber auch viele andere Dinge hinterfragt, was wünscht man sich für sein Kind? Wünscht man sich für sein Kind, dass es Leistungssport macht? Und wenn ja, wie sollte das aussehen?
Natürlich, glaube ich, gibt es wenig Eltern, die jetzt hier sitzen würden und sagen, ist mir vollkommen egal, was mein Kind macht. Und wenn sie dann halt mit 25 oder 27 da irgendwelche gravierenden Konsequenzen davon trägt, das kratzen mich nicht, die sind dann erwachsen. Das glaube ich, ist ja nicht so.
Und deswegen halte ich das nicht für eine gute, ich halte das einfach nicht für eine gute Entwicklung. Das kann man natürlich sagen, okay, die Leute, die jetzt bei den Cards Games teilnehmen, das sind alles auch Erwachsene und die kriegen dafür sehr viel Geld und vielleicht ist das dann auch eine Art Schmerz das Geld oder wie auch immer.
Vielleicht fördert aber auch dieser finanzielle Anreiz. Eher die Verzweifelten, also ich weiß, wie ich meine, es ist ja auch so, vielleicht brauchen manche Leute sehr dringend dieses Geld und sind nicht alles nur die Überzeugungstäter, deswegen, ich glaube, es ist ein bisschen vielschichtig, aber ich habe so versucht, glaube ich, ein bisschen, zu umreißen, wie ich halt mit Sport groß wurde oder was mir auch mitgegeben wurde, wie ich Sport.
Ausüben soll, in Anführungszeichen, also klar, auf einer Bahn, im Stadion oder auch bei einem Marathon, da ist es vielleicht nicht ganz so, Aber eine gewisse Fähigkeit, auch mal Ellbogen zu zeigen, gehört wahrscheinlich im Spitzensport auch dazu. Aber halt auch nicht jetzt aktiv Leute betrügen. Und kann man jetzt wiederum sagen, wenn du in den Hearts Games bist, du betrügst ja niemanden. Das heißt, wir alle machen.
Das heißt, aus der ethisch-moralischen Sichtweise gibt es da jetzt keine Angriffsflächen dafür. Aber ich glaube halt trotzdem, dass... Dass auch Spitzensport, Leistungssport nicht nur ungesund sein muss. Also die Herausforderungen, die man ja bewältigen muss, wenn man an bestimmte Dinge herangeführt wird, die sind ja vielschichtig in unseren Gesellschaften.
Also ob du jetzt aufgefordert wirst, dein erstes Bier zu trinken, deine erste Zigarette zu rauchen oder andere Drogen zu konsumieren, das ist ja gesellschaftlich sehr viel tolerierter, als jetzt diese Auseinandersetzung um die Enhanced Games, ja, weil was mich überrascht hat, und da muss ich halt leider auch sagen, es ist halt keine besonders, wie soll ich sagen, tiefsinnige Befassung mit der Thematik, das einfach abzulehnen, ja, sondern es ist ja eine Frage, wie setze ich mich da erstmal mit auseinander und das ist ja, glaube ich, bei allen anderen sehr, sehr schädlichen Rauschmitteln auch so, ja, also, wenn wir mal jetzt Alkohol nehmen, das richtet halt massive Schäden bei jungen Menschen an, ja, massive Schäden, ist aber gesellschaftlich total akzeptiert.
Die Enhanced Games sind aus der Sportszene heraus brutal abgelehnt worden. Bis hin natürlich auch zu persönlichen Angriffen gegenüber den Leuten, die sich dafür entscheiden, aus welchem Grund die das tun, ist was anderes. Den Unterschied zu. MMA-Fights, zu Catchen, in großen Teilen auch zu Profi, Boxsport und so weiter, Den sehe ich erst mal nicht so direkt.
Ich glaube auch, dass zumindest in den letzten 20 Jahren sehr viele junge Menschen von Radsport zum Beispiel angefixt waren, auch wenn mutmaßlich die Durchdringung von Dopingpraktiken im Radsport, aber jetzt wollen wir ja nicht päpstlicher als der Papst sein, das ist ja im Laufsport keinesfalls anders, haben wir ja oft genug hier drüber gesprochen.
Da kann man ja auch als Eltern oder als junger Mensch mal auf die Idee kommen, okay, geht das überhaupt, was die da vorne machen, ohne Dopingmittel? Ja, weil die Beispiele ja zum Beispiel eben aus Kenia etc. pp. Ja zu zahlreich sind, als dass das so funktionieren würde. Das andere ist natürlich eine Showgeschichte, ein Marketing-Gag und so weiter und so weiter. Aber ich glaube, es lohnt sich darüber ein bisschen intensiver zu diskutieren.
Dafür haben wir Professor Bernd Beuscher ans Herz gelegt bekommen von seiner Tochter, der sich sehr lange mit sehr, wie soll ich sagen. Hintergründigen Fragen und Themen auseinandergesetzt hat, hat Psychologie, Philosophie und Religionspädagogik studiert, ist Professor für Religionspädagogik. Pädagogik und sehr intensiven Sport trennen, das erzählt er mir gleich, denn leider war Philipp bei diesem Gespräch nicht dabei.
Das hatte damit zu tun, dass wir es nicht geschafft haben, unsere Termine mit dem Jetlag, mit den Zeitverschiebungen und den unterschiedlichen Aufenthaltsorten an unterschiedlichen Stellen dieser Welt zu koordinieren. Aber das ist schon mal so, wenn man zwischen Peru, Vancouver und Deutschland unterwegs ist.
Ich bin jetzt nicht ganz sicher, ob du noch dabei bist, weil du, glaube ich, gerade durch den Tunnel gefahren bist. Ich bin noch dabei, auch wenn mein Bild sehr dunkel geworden ist. Ich bin aber noch hier, also hoch auf die deutsche Telefon. Wir haben es schlecht gemacht, Ralf, muss man sagen. Du bist ja quasi nach Kanada geflogen, während ich praktisch zeitgleich aus Peru nach Deutschland geflogen bin.
Also zeitzonentechnisch wäre das eigentlich relativ gut gewesen, wenn wir beide am anderen Ende der Welt gewesen wären. Das wäre sehr viel leichter gewesen, als dass wir dann genau in dem Moment der anstehenden Reise in die entgegensetzten Richtung wieder geflogen sind. Ja, also insofern kannst du dich jetzt auf das Gespräch freuen und ihr zu Hause natürlich auch alle, dass ich mit dem Bernd Beuscher geführt habe.
Aber ich bin sehr gespannt, was ihr zu Hause zu unseren Ansätzen, zu unseren Gedanken und so weiter sagt. Und ich bin natürlich auch gespannt, was du danach sagst, Philipp. Ich auch. Ja, erstmal herzlich willkommen bei uns im Bestzeit-Podcast. Ja, wir sind ja tatsächlich doch in der, wie soll ich sagen, Erregungsspirale durchaus verhaftet.
Das ist so ein bisschen natürlich der Profession bei mir geschuldet, dass man über eine nachrichtliche Befassung mit Sport halt sehr schnell auf so ein Reizreaktionsschema kommt. Aber sicher auch durch Social Media. Das ist ja so ein schnelles auf Dinge reagieren. Ich mache da entweder mein Herzchen drunter oder schreibe einen Kommentar oder errege mich über irgendwas. Das ist sehr schnell gegangen.
Nehmen Sie uns erst mal mit, was ist Ihr Blick auf Sport oder auf Leistungssport? Also ich kann mich jetzt nicht aktuell besonders durch sportliche Höchstleistungen hier für den Podcast qualifizieren. Klammer auf, wenn ich da ganz kurz eingreifen darf. Er hat mir natürlich gerade verraten, dass er vom Radfahren gekommen ist.
Ja, Klammer zu. Ja, ja, ja. Amateurradfahren auf meinem Oldtimerrad. Kein E-Bike. Das ist mir sehr, sehr wichtig. Ja, nee, also die hochaktiven Zeiten sind vorbei. Ich war in der Leichtathletik unterwegs. Ich habe Handball gespielt, auch im Verein. Und dann so in der Haupthöchstlebensphase war ich Kletterer, Eisklettern und Felsklettern.
Das war eine tolle Zeit, aber da ist es also jetzt sehr schön wieder eingepflegt und ruhig geworden und da bin ich relativ zivil unterwegs. Aber natürlich bin ich wachsamer Zeitgenosse und es ist meine Profession, die zeitgenössischen Existenzialien, die in der Luft hängen, die die Menschen mit Leidenschaft betreiben, die ein Stück mehr zu verstehen, als das ein Laie, ein Amateur, ein Nichtprofi macht.
Also so viel Berufsethos muss sein. Ja, und das ist so meine Welt gewesen. Und da freue ich mich, dass ich hier auch über Sport dann mal plaudern kann. Das gibt mir auch immer sehr viel, weil man sonst eben in seiner Blase bleibt, wie Sie auch gerade gesagt haben. Jeder hat so seine beruflichen Blasen.
Aber deswegen vielen Dank für die Einladung und bin gespannt, was mir jetzt hier auch noch wieder alles Neues einfällt. Es ist ein Austausch, der uns interessiert und der das Ganze dann auch spannend macht. Wir haben eine Menge in den letzten Jahren, in den sechs Jahren unserer Existenz hier über den Zustand von Leistungssport, über die Befassung von Verbänden mit Athleten, über die Existenz von Sportlerinnen und Sportlern in der medialen Welt, in der Kommerzwelt gesprochen.
Wenn Sie von außen auf den Leistungssport schauen, jetzt mal mit einem spezifischen Blick auf Leichtathletik laufen, wie erleben Sie das? Lass uns erst mal ein bisschen warmlaufen. Eigentlich ist es genau umgekehrt. Aber in meinem Kontext ist es eben so, man kann sich eben nicht erst warmlaufen, sondern wir müssten eigentlich mal eine Runde drehen.
Was ist Sport? Was ist der Kern von Sport? Also auch eben allgemein breiten, was ist die Sportidee? Was ist der Sportsgeist? Was ist der Sportsfreund, mein lieber Sportsfreund und so weiter? Also auf was wird angespielt? Und dann kriegen wir die Kurve, ich glaube, also das ist direkt von 0 auf 100 eine Runde drehen ohne Warming-up und das leichter wird es dann, wenn wir dann fragen, was ist hier im Leistungssport eigentlich los?
Was ist das mit den Verstärkern, Enhanced Games und so weiter und so fort? Also sozusagen erstmal eine philosophische, ich will das jetzt nicht zu hoch hängen, aber so ist die, das wird mir gerade klar, ja, also so muss die Performance sein. Ja. Ich mache mal eine Definition, meine Studenten und Studentinnen, die wollen immer Definitionen haben und sollen sie kriegen, ja, also ich sage mal.
Das ganze Leben ist ein Game, ein Enhanced Game, unter dem ständigen, drohenden Schatten ein Blame Game zu werden. Also das nicht so ganz frei und unbefangen, sondern wenn wir das Sport als Lebensgame-Metapher nehmen, dann haben wir direkt auch mit dabei diesen Schatten, der da immer droht. Blame Game, sich zu blamieren und so.
Und jetzt gibt es ja schon Thesen, wenn man sich jetzt darauf einlässt, was ist Sport als Phänomen, als existenzielles Phänomen, gibt es ja schon etablierte Thesen. Zum Beispiel, das Leben ist eine sexuell übertragbare Krankheit mit 100% tödlichem Ausgang. Kann man so sehen. Ist nicht mein Ansatz, nicht mein Ding.
Aber ist nichts gegen zu sagen. oder Live Fast Die Young, LFDY. Das ist eine, wie ich finde, sehr attraktive Modemarke. Ich bin auch stolzer Besitzer eines Trikots mit Nummer 13. Und ich kann es mir auch erlauben, das zu tragen. Ich gehe auf die 70 zu. Aber ich war schon mit 16 aus der Nummer raus, Kneifen zählt nicht.
Live fast, die young. Das als Lebensphilosophie, nein, danke. So, und ich würde mal so auf die Hürdenlaufstrecke gehen und sagen, das Leben ist ein Game. Und wenn man in die Gesellschaft guckt, dann sagen sogar die Kids heute spätestens mit acht Jahren, reden die sich mit Alter an, Alter, wie geht's und so.
Aber was Jogginghosen und Schuhwerk betrifft, sind wir ja alle im Sportmodus. Also die Gesellschaft ist ja, ich weiß nicht, man sieht manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, aber wie durchsportiviert vom Outfit her unsere Gesellschaft ist. Und da will ich erstmal einmal sagen, ehe wir dann jetzt in den kritischen Blick dann gehen und das belasten, dass alle Welt sportelt, auf jeden Fall in unserem Kulturkreis, ist doch erstmal großartig.
Also Ehe, da ist wirklich was passiert, was gut ist, finde ich auf jeden Fall. Da hat sich was getan, wenn ich an meine Eltern denke, Gott hab sie selig, aber es ist einfach. Eine andere Welt, es ist mehr als nur im Horizont, sondern Sport ist, ist sozusagen zu einem Grundelement geworden, über das man sich versteht und erlebt.
Darf ich da noch kurz einhacken? Ja, weil das mit dem Kulturkreis ist schon auch spannend. Also unsere Eltern waren ja noch in der, sagen wir mal, anderen zeitlichen Befassung mit dem Lebenserwerb. Da war insgesamt halt einfach weniger Zeit, sich die Zeit zu nehmen, um selber aktiv zu sein, Sport zu treiben. Das war ein bisschen anders.
Ich habe das jetzt gerade, weil ich jetzt gerade ja noch in Kanada bin und hier sehr viele asiatischstämmige Menschen sind, heute Morgen noch wieder gesehen, dass ein Bewegungsansatz in den Kulturen viel stärker verankert ist als bei uns. Also ich sehe hier viele Menschen, die einfach frühmorgens, relativ frühmorgens, in einem Park stehen und so einfache Gymnastikübungen machen, so ganz einfache Abläufe machen oder spazieren gehen, also ein bisschen forciertes Spazierengehen bis hin natürlich dann zu Jogging und dem, was wir jetzt so als Alltagssport in unseren Gesellschaften ja auch erleben.
Aber das ist ein qualitativer Unterschied zu dem, was in den westlichen Nationen üblich ist und, weil Sie das eben gesagt haben. Wenn bei uns, wenn ich mich jetzt als, oder wir beiden uns als ältere Menschen in den Stadtpark stellen und das machen würden, dann würden wir eine andere Aufmerksamkeit erregen, als dass Menschen im asiatischen Kontext machen, weil da ist das vorkommend normal.
Bei uns ist das eher nicht so üblich. Das ist schon ein großer Unterschied in der kulturellen Herangehensweise, aber das darf man, glaube ich, nicht vergessen in der Bewertung halt auch, wenn wir nachher über Leistungssport sprechen, weil Sport wird anders wahrgenommen in unterschiedlichen Kulturkreisen.
Ja, also der Sportsgeist, die Beobachtung, die Sie machen, habe ich auch vor 20, 30 Jahren schon in Chinatown gemacht, in New York oder so. Aber da bin ich ganz guter Dinge. Also hier ist eher so der ehrgeizige Leistungssportgedanke bei den Amateuren, also wie wir aufschlagen, wie wir unterwegs sind, wie wir joggen, wie wir Kraftsport betreiben, ist noch ein bisschen jugendlich frisch verbissen.
Ich bin aber ganz guter Dinge, dass das hier auf einem guten Weg ist, weil auch hier sieht man bei uns in Duisburg im Kampark, Qigong-Gruppen und so weiter, also das Yoga auf dem Stand-Up-Paddel hier bei uns an der Regatta-Bahn in der Ruderstrecke schon gesehen. Also das kommt, glaube ich, auch. Aber das stimmt.
Also da sind noch die Atmosphären noch unterschiedlich. Trotzdem würde ich auch unsere westliche Welt sagen, Gott sei Dank, hier hat sich was getan. Wir sind auf einem guten Weg. Also wir sind nicht nur noch Sesselpupser und faule Säcke. Also da tut sich was. Worauf ich aber hinaus will, ist, dass die Idee, und das kann ich nicht genug beurteilen im Blick auf asiatische Kulturen, die auch eine andere Weisheitstradition haben, da will ich nämlich darauf hinaus.
Dass die Idee von Sport, Also nicht über den Kopf, sondern als erlebtes, entdecktes Element, was einen trägt, dass die Philosophie, die dahinter steckt, die stimmt und trägt und die ist auch hier bei den Menschen angekommen, ob sie es nun in Begriffe packen können oder nicht. Beim Sport als Lebensmetapher geht es darum, sein Element zu finden, also ob ich im Wasser, im Team, Wettkampf, in der Kletterwand mit Gravitation, also man muss sein Element finden, man muss sein Tempo finden.
Wahnsinnig zentrale Lebensmetapher, sein Maß. Das sind ja mönchische Regeln. Und eben auch dann nicht last not least, sondern währenddessen die ganze Zeit seine Grenzen ausloten. So, und da würde ich jetzt den Strich machen als These. So gehe ich an das Phänomen, auch als Theologe, als praktischer Theologe, an das Phänomen Sport ran.
Und natürlich kann man auch Sport machen, aber, Weil es, so ging es glaube ich bei uns los mit Trimm dich fit, Fitnessfade hieß das damals, also weil es fit macht. War übrigens im Kontext der Olympia-Bewerbung damals in München. Ah ja, also natürlich ist Fitness, Gesundheit ein Aspekt, aber das Wesen von Sport ist ja nicht die Gesundheit und die Fitness. Also das ist jetzt sehr relevant für das Enhanced-Thema.
Sex ist sicherlich auch gesund, aber Sex macht man ja nicht, weil es gesund ist. Das gibt ja nichts Abtörneres, finde ich, als den Gedanken, sondern aus Leidenschaft. Also es ist eine Leidenschaft und Sport ist womöglich gesund, wobei ich da sehe, dass wir Westler viel zu ehrgeizend zu verbissen sind, also dass man sich beim Kraftsport, ich bin auch so ein Typ, ich mache es dann immer zu stark, ich mache es zu viel, habe da eine Zerrung, ich mache die Bergtour zu doll und schade mir da.
Aber da geht noch was, da sind wir auf einem guten Lernweg, aber also unterm Strich macht man es, weil es eine Obsession ist und das ist ein anthropologisches Phänomen, ein Existenzial, wo man drangehen muss, wenn man das Phänomen der Drogen und des Dopings und so weiter knacken will, das ist meine Meinung.
Also für mich unterscheiden wir, glaube ich, auch noch zwischen, ich bemesse dem Sport eine funktionale Dimension bei. Also ich möchte gesund werden, ich möchte fit werden. Weniger, ich möchte in Gesellschaft sein, weil das ist, glaube ich, eher eine Rahmenbedingung. Das ist vielleicht nicht die initiale Motivlage, um das zu machen.
Und das andere ist, ich möchte besser werden. Also das Leistungsstreben. Jetzt sind wir wieder so ein bisschen in den westlichen Gedankenströmen. Da ist es ja relativ stark verankert, dass man besser werden will. Dann ist man schnell bei wettkampforientiertem Sport. Mich fasziniert das schon auch immer, wie viele Menschen sich, so übers Jahr betrachtet, zu Läufen anmelden, also sich eine Startnummer besorgen, Startgeld bezahlen, um sich zu messen.
Und ich sage ja immer, okay, ich kann mich ja da hinstellen und mich messen, aber was messe ich denn da genau? Ich werde ja keinen Lauf mehr gewinnen und ich werde jetzt auch nicht Weltmeister, auch in meiner Altersklasse werde ich nicht Weltmeister, aber trotzdem stelle ich mich da mit einer Startnummer hin, um mich zu messen.
Also ich kann mich ja dann logischerweise nur noch mit mir selber messen, weil ein anderes Kriterium ist einfach nicht da. Oder ich sage, okay, ich möchte hier unter die ersten 500 kommen. Und das ist für mich spannend, dass so viele Menschen diesem Motiv anheimfallen und einen Reiz daraus entwickeln, sich zu messen.
Ja, aber das ist genau das, spricht für meine These, sich ausloten, seine Grenzen ausloten. Das ist eine Möglichkeit der Selbstvermessung, ja. Und mit dem Vergleichen, wenn man in unserem Alter dann da raus ist. Bleibt trotzdem die Leidenschaft, die Kategorie für unsere Spezies, sich messen zu müssen.
Also das Messen bleibt unabhängig von Handicaps oder von Alter, von dem Leistungsgrad, den man bringen kann. Und ich will noch zwei, bevor wir dann wirklich uns auf dieses Enhanced-Thema, das hat es nämlich in sich einlassen, zwei Punkte muss ich noch loswerden. Also meine theologische Expertise, ja, in aller Kürze, die darf ja jetzt hier nicht untergehen.
Und das wäre jetzt hier eine gute Gelegenheit. Also nicht erschrecken, der Apostel Paulus, der ist unterwegs mit seiner Mission und ist bei den Marathonis, bei den Griechen, die den Marathon erfunden haben, in Korinth. Und dann hat er jetzt die Zielgruppe und er formuliert, explizit spricht er von einem Stadion, also als Metapher, als Gleichnis.
Wie läuft es hier, was läuft hier eigentlich im Leben? Und dann sagt Paulus, ja, wir sind alle im Stadion und da ist ein Race, da ist ein Rennen. Also explizit, ja, auf Griechisch. Und dann kommt bei ihm der Spruch, nur einer kann gewinnen. Das erste Korinther 13, glaube ich, oder sowas. So, mit den Marathon gebildeten Griechen, die diesen Sport erfunden haben, war das genial.
Und ich glaube auch hier im Podcast, weil da sehr viele Profi-Marathonis dabei sind, könnte man da jetzt weiter einsteigen. Aber ich lege eben jetzt hier gemäß meiner theologischen Expertise noch einen drauf. Also das ist gut, das wäre eine Spur für Spezialisten. Aber für das breite Sportpublikum und die Sportamateure und auch für mich würde ich strapazieren das Bild vom Hiking, also Wandern als Lebensmetapher.
Und da gibt es ein sehr schönes Liedvers von einem berühmten, großartigen Liederdichter Gerhard Testegen. Der geht so, ein Tag, der sagt es dem anderen, mein Leben ist ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du Schöne, mein Herz an dich gewöhne. Mein Heim ist nicht von dieser Zeit. Also Leben als Wandern.
Und dazu muss man wissen, dass in der Theologie Ewigkeit keine Zeitkategorie ist. Das ist jetzt wichtig für den Bestzeit-Podcast. Sondern eine Qualitätskategorie. Also es ist eine Qualitätskategorie. Also Gerd Testegen sagt hier, was läuft, wie läuft es hier? Ja, das ist eine Wanderung, eine große Wanderung.
Und jetzt sind wir angekommen bei dem, was auch Sie eben gesagt haben. Die sehnt, die ertastet, die erprobt, die ist auf der Suche nach einer Qualität. So, und dann setze ich zur Landung an mit meiner theologischen Expertise und in dem Sinne kann man, ohne das jetzt als Gag, als billigen, anschleimerischen Gag zu machen, sondern theologisch, seriös, wissenschaftlich, kann man die These vertreten, die Jesus-Traditionen erzählen von einem Trainer, von einem Coach, von einem sehr harten Coach mit einer Zwölfermannschaft, also Elf mit Reservemensch, der ein öffentliches Training gemacht hat.
Und was wird trainiert, gelingendes Leben. Also diese Geschichte ist nicht irgendwie modernistisch anbiedernd, sondern die hält, die trägt. Und ich finde es ganz schön, weil man ist aus dieser ganzen Moralkacke raus. Das ist alles ein Riesenmissverständnis, ist jetzt nicht unser Thema. Oder vielleicht holt es uns eigentlich auch noch ein bei Enhanced Games.
Kann sehr gut sein. Ja, ja, ja. Aber hier ist sozusagen ein existenzielles Bild. Wir sind jetzt beim Thema. Also ich hatte mir ja gewünscht, lass uns erst eine Runde drehen zu Sport als existenzielles Phänomen. Und das bringt das hier, ohne religiös übergriffig zu sein, glaube ich, sehr schön auf den Punkt.
Wandern, gerne auch sehr sportliches Wandern als öffentliches Training, als Lebensmetapher, ja. Ich würde noch gerne eine kleine Wollte machen, bevor wir uns mit dem großen Überschriftenthema befassen, weil ich das ganz spannend finde mit dem Klettern und dem Wandern am Berg im letzten Sinne. Das ist ja ganz sicher eine sehr harte körperliche Anstrengung.
Wird aber ja im Alltagsgebrauch nicht so sehr als Sport definiert und ist, glaube ich, auch für den Ausführenden was anderes, weil es ist eben nicht das sich Messen, sondern es ist eher sich Erfahren. Jedenfalls so ist meine Erfahrung dazu, weil es geht weniger darum. Auf meine Herzfrequenz zu schauen, auf meine Zeit zu schauen, auf ein Ziel zu schauen.
Ja, klar, ich will oben ankommen, logisch. Ich muss aber auch wieder runter. Sondern da passieren andere Dinge. Und das sind andere Dinge, die ich suche als im klassischen Sport. Was haben Sie da gefunden und gesucht beim Klettern? Ja, ich würde das, also Klettern, Wandern. Beim Wandern können wir diskutieren gleich.
Aber Klettern ist ja ein Sport. Also das wissen Sie besser als ich. Ob Indoor oder Outdoor, das ist schon, also um mal vorzugreifen, eine Klettererin oder ein Kletterer, der wohldosiert Drogen gedopt, eine Erstbegehung free solo macht, der geht mir an meinem Kletterarsch vorbei. Das interessiert mich überhaupt gar nicht.
Aber ich habe hier so einen halben Bücherschrank mit Biografien und Erzählungen und Dokus, die großen Kletterer, die dann in Patagonien sich drei Wochen in die Hose scheißen und in so einem kleinen Leichtzelt hocken und auf Wetter warten und darauf warten, dass innerlich... Dass der Moment ist, und dann gehen die die Strecke, und dann sind die tausendmal schon im Kopf gegangen.
So diese Geschichten, das ist Sport. Also Extremsport, at its best. Und der Gedanke an Droge, die Versuchung ist natürlich ständig immer da, aber allein der Gedanke an Droge oder Hormone, also an Aufputsch, in diesem Sinne Enhanced-Geschichten, Geschichten, lässt, das alles platzen. Daran wird das sehr schön deutlich. Und das ist nicht, weil man irgendwie konservativ.
Das ist nicht aus moralischen Gründen eben überhaupt nicht, sondern man macht die Natur der Sache kaputt. Da macht es keinen Spaß mehr. Also das ist das Ding, was im Mannschaftssport oder so dann sich noch mehr vermischen lässt. Da kommen wir sicher gleich noch drauf. Aber beim Wandern, das war ja mein Ding, lass uns das doch mal so stehen lassen.
Das ist sicherlich ein Übergangsbereich. Ich denke, man hat da auch noch nicht so drüber nachgedacht. Das ist vielleicht ein anderer Maßstab, zum Beispiel im Vergleich zum Marathon. Aber es ist schon verwandt. Also das Pilgern ist kein Sport. Aber man kann wandern auch als also es ist eine Übergangsphase mit.
Gleichen Kategorien, nur in einem anderen Maßstab, würde ich sagen. Auch beim Pilgern kommt man an seine Grenzen. Auch da muss man sein Maß finden. Gut, das Element ist das Gelände. Das ist da nicht so spannend. Aber ich denke, manches, so würde ich das mal provisorisch formulieren, mancher Extremleistungssport, Könnte gut mal, vielleicht machen das auch sogar Profis, ein bisschen Pilgern vertragen.
Das tut dem gut. Also mental auch. Also so in die Richtung. Also es ist kein Feind, kein Gegensatz, sondern die kommen aus einer Familie. Also es gibt durchaus Leistungssportlerinnen oder Leistungssportler, die das in ihrer Saisonpause nutzen, um einen anderen Erlebnishorizont zu schaffen, der wichtig ist, um in ihrem Alltag des Optimierens der eigenen Leistung nicht unterzugehen.
So habe ich das immer das Gefühl. Malaika Mihambo ist da so ein Beispiel, die sehr gerne solche Sachen in der Off-Season macht, um einfach rauszukommen aus ihrem Streben nach dem nächsten Zentimeter. der es dann irgendwie vorwärts geht. Weil das da nicht so eine Rolle spielt oder keine Rolle spielt. Wenn ich jetzt Wettkampfsport betrachte, dann habe ich es ja immer mit einer Regelhaftigkeit zu tun.
Das heißt, da ist nicht mehr das freie Spiel der körperlichen Leistungsfähigkeit gefragt, sondern da geht es darum, in einem sehr reglementierten Rahmen mich auszuprobieren. Das ist ja vollkommen egal, ob das jetzt ein Lauf ist, der sehr viele Regeln hat. Man macht sich das vielleicht nicht so klar, das ist aber so, bis hin heute ja zu seitenlangen Einlassungen, welche Schuhe ich benutzen darf und welche ich nicht benutzen darf.
Jedes Spiel hat seine Regeln, jeder Wettkampf hat seine Regeln und diese Regeln sind der Rahmen, der mir gesetzt ist, um Sport zu treiben im Wettkampfkontext. Das ist meiner Ansicht nach gleich wichtig, weil ich den Eindruck habe, dass die Sportwelt in diesem Fall, also die Wettkampfsportwelt, einem unglaublichen Trick anheimgefallen ist.
Und die sind da total darauf reingefallen und haben unglaublich darauf reagiert. Und das interessiert mich gleich wirklich, warum das so ist. Weil das, was die Enhanced Games versprechen, ist ja ein Sich-Entfernen von dieser Regelhaftigkeit. Sie definieren die Grenzen dieser Regelhaftigkeit neu. Und aus meiner Sicht ist der Wettkampfsport, der etablierte Sport, der organisierte Sport, wie es dann in Deutsch so schön heißt, also alles, was mit Verbänden, Vereinen, aber auch sehr viele Einzelsportler, die sind da einer unglaublichen Falle ins Messer gelaufen.
Die Falle lautet... Wir zerstören eure Weltrekorde mit gedopten Sportlern. Meine These, das geht gar nicht, weil Weltrekord in jeder einzelnen Disziplin definiert sich über die Regelhaftigkeit. Das heißt, wenn ich diese Regelhaftigkeit auflöse, an welchen Stellen auch immer, ist die Vergleichbarkeit weg.
Das heißt, es kann dann nicht mehr Weltrekord sein. Ja, weil wenn ich, nehmen wir mal jetzt weg von einer Leistungssteigerung durch externe Mittel, wenn ich den Berg schnell runterrenne, dann kann ich schneller laufen, als wenn ich auf einer geraden Ebene laufe. Also wenn ich diese Regelhaftigkeit auflöse, dass meine Strecke nicht eben zu sein hat, sondern ich mit einem Gefälle laufen kann, dann ist diese Regelhaftigkeit weg.
Wenn ich so viel Rückenwind haben kann, wie ich gerade irgendwo erleben kann, dann ist die Regel weg, dass ein 100 Meter Weltrekord nur gilt, bis zwei Meter pro Sekunde Rückenwind. Alles darüber hinaus ist eben kein Weltrekord. Es sind schon Menschen schneller gelaufen als Usain Bolt, aber eben nicht mit bis zu zwei Meter Rückenwind pro Sekunde. Also worauf ich hinaus will.
Durch das Erregungspotenzial, das dieses Wir-gehen-jetzt-hier-als-Gedopte-an-den-Staat-mit-sich-bringt, ist der etablierte Sport da in eine unglaubliche Falle reingelaufen und kommt gar nicht mehr raus. Ja klar Also Sie sagen das schon so als Fakt aber ist das denn schon, offiziell ich denke das ist eben jetzt hier mal so ein Medienknaller und ein großer Aufreger und ist ja auch nicht schlecht, wir sprechen da jetzt drüber und so weiter.
Und vielleicht ohne Social Media ja, das ist jetzt müßig, ich rede nicht von den besseren Zeiten, sondern einfach faktisch, wenn es diesen Katalysator nicht gäbe, dann wäre es wahrscheinlich gar nicht so hoch gekocht. Ist egal, es ist, wie es ist. Aber ich bin der Meinung, ich habe nicht eine besonders hohe Meinung von unserer Spezies, was die Vernunft angeht, das ist alles Thema.
Aber so doof sind wir da doch nicht. Also weil Sie haben ja schon direkt jetzt hier mal eine Logik aufgemacht und das muss sich dann erst bewähren und umsprechen, aber das kann unter Umständen hier doch relativ lange dauern und vor allen Dingen Opfer bringen, auch in anderen Generationen noch. Also es kann richtig Schäden geben und was verderben.
Also es ist nicht ohne Schäden. Sonst würde man ja sagen, ja, lernt mal, macht eure Erfahrungen. Ja, also mich hat das ehrlich gesagt gewundert, weil wir sind ja nun in diesem Gesamtkontext von Social Media, von Öffentlichkeit, die anders hergestellt wird als vor 30 oder 40 Jahren, wo es erst mal einer Zeitungsschlagzeile vielleicht bedurft hat oder einer großen Werbekampagne oder oder.
Oder entsprechender Vorbilder, ja, da können wir ja auch noch sicher zu kommen. Der Punkt ist, es ist eine These aufgestellt worden und es gab sofort das Reizreaktionsschema, geht nicht, menschenverachtend, Vorbildfunktion wird eingerissen und, und, und. Also viele der Tugenden, die der Leistungssport für sich reklamiert, wurden grundsätzlich in Frage gestellt, statt erstmal zu gucken, was passiert denn da eigentlich. Super.
Ja, und das finde ich schwierig. Ja, sehe ich genauso. Also ich habe mir dann angeguckt hier im Vorfeld mal, um das hochzubooten, was man sonst so nur nebenbei mitnimmt, Enhanced Games an Artikeln und sowas. Da war auch in Zeitungen, die ich jetzt nicht selbstverständlich schon abonniert habe und in allen.
Also die Reaktion, als das auch aufkam, die Diskussion, fand ich verblüffend schwach. Also so reflexartig und sehr, sehr seltsam. Also eines der meisten, fast immer konnten sich die Journalisten nicht verkneifen, in den Schlagzeilen zu schreiben. Ja, also der Sohn von Trump ist dafür und die Tech-Bros, das kam.
Also das ist doch oberpeinlich. Ja, also das stand aber überall. Als erstes kann man nur sagen, ja, liebe Vegetarier, ja, Pech gehabt, Hitler war Vegetarier. Ja, also das ist eine No-Go, das ist gar keine Argumentation. Und dann an zweiter Stelle kam ganz oft so anklingend, ja, da ist Geld, Geld, Money, Money, Money und das ist Big Business. Ja, bitte.
Und die Olympiade ist ein mit Kuchenspenden finanzierter Kindergarten oder was? Also ist doch wohl auch nicht wahr. Und interessant wird es dann eben bei dem Stichwort Werte. Und da sind Sie ja auch gerade gewesen. Auch da nicht klug, aber die Fairness und Sauberkeit, die Worte fielen dann ganz oft. So, und da würde ich dann nochmal, das ist keine Gegenposition zu dem, was Sie sagen, sondern nochmal jetzt flankieren, einen Schritt existenzieller phänomenologisch rangehen, so ticke ich eben. und.
Da würde ich erstmal sagen, zum Stichwort fair, also ich würde die Spannung jetzt nochmal aufmachen. Enhanced Games, Argument Werte. Der saubere Sport, der faire Sport wird hier versaut. Das Leben ist nicht fair, würde ich erstmal sagen. Also fair, das ist Vorsicht, mal langsam. Und zum sauberen Sport Sport, habe ich schon gesagt, eben gesunder Sex, sauberer Sex, sauberer Sport.
Also diese Reinigkeitsfantasien sind auch in der Geschichte immer sehr, sehr, sehr heikel gewesen. Also wo so Säuberungen, Säuberungsmetaphern kamen, das ist nie gut ausgegangen. Also bei dem Sport wird geschwitzt und da wird gestunken. Und worauf ich hinaus will ist, damit bin ich bei meinem philosophischen, phänomenologischen Ansatz, wir werden die Unschärfe nicht los, weder moralisch noch messtechnisch.
Das ist meine These. Wenn wir lebendigen Sport wollen, menschlichen Sport, also als Existenzial unserer Spezies, dann werden wir umgehen müssen mit messtechnischen Umschärfen, da sind wir beim Videobeweis und so weiter, und mit... Ethischen Unschärfen. Also ich werde nie vergessen, ich habe Sportabitur gemacht.
Bei uns war damals Bildung für all die Leute, die jetzt hier aus der Bildungslandschaft zuhören, war immer schon Experimentierfeld. Ich meine aber, früher wären die Experimente etwas besser gewesen. Auf jeden Fall gab es bei uns am Gymnasium Sportzweig. Und dann konnte man als Leistungskurs Sport und so weiter wählen.
Und dann werde ich nie vergessen, Gruß an meinen geliebten Sportlehrer Krause. Da war Schwimmen dran. Und Schwimmen war nicht mein Element. Also da waren so Krecks, so Wasserballer und so, ich war da 16, 17 Jahre alt. Und dann wurde Startsprung geübt. Und ich sehe mich noch, wie der kleine dicke Bernier auf dem Startblock steht und springen und austauchen.
Und ich erlebe mich, ich springe, tauche ein und ich erlebe mich, wie meine Beine so machen. Und da höre ich, ich bin ja so einen halben Meter unter Wasser, da höre ich vom Beckenrand leerer Krause, Bäuscher, willst du mich verarschen? Das werde ich in meinem Leben nie vergessen. Ja, ich, edler Knabe, der so fair ist und sportsfreund ist.
Also das Faul, Macht die Qualität aus von Sport. Das will ich jetzt hochhalten. Also ich in diesem Gespräch werde nie rutschen in ein Moralisieren, weil es dumm ist, weil es der Sache nicht entspricht. Das heißt nicht, dass ich anarchisch spreche. Jetzt sind wir beim Enhanced-Thema. Was will er denn jetzt sagen? Ist alles egal oder so?
Nee, das kann nicht sein, weil Sie haben ja eben den Punkt schon gemacht in die andere Richtung. Aber ich will doch zeigen, und das waren die Reaktionen, die ich gelesen habe, die ich gescannt habe in den Artikeln dazu, relativ dumm. Also nicht besonders schlau, sondern moralisierend, reinigungs-sauber und einen platten Fairness-Begliff.
Also wir müssen dealen mit Messunschärfe und mit faulmoralischer Unschärfe. Mein Ansatz oder meine Frage ist noch, ist das nicht sogar der ehrlichere Leistungssport? Weil wir alle machen uns doch bitte schön keinen Gedanken darüber, dass wir es im Hochleistungssport mit einem sauberen Sport zu tun haben, mit einem fairen Sport zu tun haben.
Viel zu viele Beispiele, die wir alle kennen und vielleicht ich mit einem relativ jahrelangen Betrachten und einer sehr großen Palette an Betrachtung noch mehr, bin da vollkommen desillusioniert, dass ich daran glauben würde, dass irgendeine Hochleistungsveranstaltung sauber wäre im Sinne der Leistungssteigerung.
Heißt, ist das nicht viel klarer und auch fairer, sowohl für die Teilnehmenden als auch fürs Publikum zu sagen, passt auf Leute, bei uns gibt es medizinische Protokolle. Und diese Protokolle erlauben bestimmte leistungssteigernde Dinge, Klammer auf, so ist es übrigens im normalen Sport ja auch. Es sind ja bestimmte Dinge erlaubt und bestimmte Dinge sind eben nicht erlaubt.
Das heißt, die Grenze, was erlaubt ist und was nicht erlaubt, ist einfach an einer anderen Stelle gesetzt. Aber es ist ein sehr offenes Protokoll, das halt den jeweiligen Teilnehmenden bei den Enhanced Games auferlegt wird und eine klare Kommunikation. Wir wollen die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit ertasten.
Das will jeder Leistungssport, jeder Hochleistungssport. Aber in dem Leistungssport, den ich weitestgehend erlebe bei Olympischen Spielen, bei Weltmeisterschaften etc., passiert es eben nicht offen und ehrlich, sondern im Dunkeln, unfair und hinten rum. Und diejenigen, die einen Großteil der Medaillen, Preisgelder etc.
Einheimsen, sind aus meiner Sicht. In einem Bereich unterwegs, der nicht sauber ist, in der Regelhaftigkeit des organisierten Sports. Also ist das nicht klarer und offener? Ist das nicht die bessere Herangehensweise für einen Hochleistungssport? Ja, also für meine Auffassung werden Sie immer besser in Ihrem Wording, in Ihrer Formulierung.
Sie haben aufgeschlagen mit ehrlicher, ist das nicht ehrlicher? Was richtig ist, ich finde es auch ehrlicher. Es ist eine moralische Kategorie. Jetzt arbeiten Sie sich weiter und sagen klarer. Ich würde sagen, es ist nicht nur ehrlicher, es ist realistischer, es ist nüchterner, es ist lebensnäher. Ich komme nochmal, nicht erschrecken, mit den Jesus-Traditionen.
Also nehmen wir Jesus als Coach mit so einer Drittliga-Truppe, der öffentliches Training hat im Blick auf gelegenes Leben. So, jetzt muss man wissen, jetzt kommt Jesus. Praktisch-theologisch relevante Expertise. Jetzt muss man Ahnung haben vom Leben. Wir sind beim Thema Drogen, Doping und so weiter. Man muss Ahnung haben vom Leben, wenn man mit so einem Anspruch auftritt.
Und ja, jetzt kracht es. Wenn man Ahnung haben soll vom Leben, dann muss man die Todsünden kennen. So, jetzt schlagen natürlich alle die Hände im Kopf zusammen, womit kommt der denn jetzt? Es geht eben nicht um Moral, sondern es geht darum dass Neid, Habgier einfach so sind sieben Stück Zorn. Hochmut, Trägheit dass das, Existenziale ja sind die zu unserer Spezies gehören also ich bin beim Faktencheck beim Nüchternheitscheck und dann nutzt nichts wenn wir sagen ja ich will auch gar nicht hochmütig sein oder ich will nicht competition mäßig neidisch sein oder sowas wir ticken so Aber wir Menschen ticken so.
Also es gehört zum, als These muss man das zulassen bei der Bestandsaufnahme beim Befund. So, und deswegen gibt es Regeln. Ich habe eben gesagt, wenn Sport eine Kultur ist, um mit Leidenschaften, jetzt haben wir die Todsünden sogar explizit genannt, die zu kultivieren, damit umzugehen mit Begeisterung, wenn man dafür Arenen baut und öffentliche Plätze macht, wo das kultiviert werden kann.
Wir waren ja bei den Drogen, beim Doping und so weiter. Also dann ist das einfach die ehrlichere und die realistischere, die nüchterne Einschätzung des Menschen. Der Punkt, auf den ich hinaus will, ist der, da waren Sie eben mit dem Regelwerk. Meine Auffassung ist, dass es ohne Regeln nicht geht, aber dass über Regeln auch die Not der Unschärfe nicht ausgemerzt werden kann.
Also jemand, der sagt, lass uns den Sport säubern und reinigen von dem Ganzen und Schafen, sowohl im moralischen als auch im messtechnischen, killt den Sport. Der ist nicht clever, der ist nicht smart. Also machen wir mal einfach bei den messtechnischen Sachen, die ich als nicht mehr praktizierender auf dem Feld, aber ich sehe das ja selbst beim Fernsehgucken.
Also wir haben den Videobeweis beim Tor. Wir nehmen die Zeiten bis auf die tausendste Sekunde. Das finde ich jetzt mal spannende Gedankenspiele. Es ist technisch doch möglich, in fünf, sieben, acht Jahren, wahrscheinlich schon schneller jetzt, ein ganzes Feld mit Kameras KI-mäßig zu scannen. Und jetzt die Gesichter zu scannen, den Atem und den Schweiß zu scannen und den Spieler zu warnen, du wirst gleich einen Foul machen.
Im Auto funktioniert es ja schon. Also in New York gibt es, die sind schon vor 20 Jahren, standen da keine Parken-Verboten-Schilder, sondern da steht drauf, don't even think of parking here. Und es funktioniert, scheiße, das funktioniert, das ist analog. Aber es klappt. Also denk noch nicht mal daran, Drogen zu nehmen, weil du wirst überführt werden. Ja, denk nicht dran.
Also wenn das technisch, wer weiß, was da noch alles möglich sein wird. Und das wird dann als Assistenz verkauft. Bei Autos ja oder eben auch beim Schiedsrichterassistenz oder sowas heißt das ja. Und man muss sich das jetzt gut überlegen, bei dem Videobeweis beim Tor gibt es die Stimmen ja auch schon von den Fans.
Ihr macht unseren Sport kaputt. Und das ist schon klug. Das ist nicht doof. Man muss jetzt nur sich überlegen, runterkommen, mal raustreten und philosophieren und überlegen. Und da ist meine These, über Regeln, Regeln sind unabdinglich, weil sonst geht es drunter und drüber. Aber mit Regeln kriegt man es nicht eingehegt.
Nicht alleine mit Regeln. Man kriegt den Sport nicht, man kriegt, Die Bedingtheit, also man kriegt die Todsünde, man kriegt den Leid, man kriegt das Schlechte, ethisch Schlechte und das messtechnisch Schlechte, das Unscharfe nicht raus durchmessen. Ich weiß gar nicht, wie die Kollegen klarkommen beim Skifahren oder wo auch immer die mit den Tausendsten dann auf den zweiten oder dritten Platz kommen.
Also wie man sowas psychisch verarbeitet. Ist ja Quantenphysik. Also auch das ist... ist ja immer eine Frage der Messgröße und des tatsächlichen Abstandes, der dann dadurch entsteht. Bei einer Geschwindigkeit von 130 kmh ist eine Tausendstel ja schon ein Zentimetermaß, das relevant sein kann. Ist das sichtbar in der Geschwindigkeit? Für unser menschliches Auge nein.
Für eine hochauslösende Kamera ja. Aber das sind ja genau die Fragen. Gaukel ich da nicht was vor. Und ich werfe dem organisierten, dem etablierten Sport vor, dass sie uns was vorgauen können. Nämlich eine faire, eine regelhafte, eine gleiche Umgebung des Sporttreibens, des Leistungssporttreibens. Und das ist eine Lüge. Aus meiner Sicht ist das eine Lüge.
Weil sie sind ja eben nicht in der Lage zu garantieren, dass alle Teilnehmer an einem Marathonlauf bei Weltmeisterschaften gleich kontrolliert worden sind. Und sie sind ja noch nicht mal, da gab es ja zuletzt auch die Diskussion, in der Lage zu sagen, okay, die Schuhe, die der da anhat oder die die anhat, sind jetzt für alle zugänglich. Da gibt es eine gewisse Regel.
Selbst das wird nicht eingehalten, weil sie es gar nicht einhalten können. Also ich sehe da halt das Bestreben, eine Scheinwelt aufrecht zu erhalten, um Vielen Dank. Die positiven Attribute, die dem Sport zugemessen werden, nämlich eben fair zu sein, ein gleicher, edler Wettstreit von Menschen untereinander, das ist doch alles Kindergeburtstagslüge.
Ja. Und da bin ich eher dabei, dass man sagt, okay, lass uns doch ehrlich sein. Die sieben Todsünden, die sind in unserem Kopf drin. Ja, das heißt, ich will da vor dem sein. Und niemand wird Olympiasieger in einer Individualsportart, der nicht in sich selbst drin hat, ich will den da besiegen. Der will nicht in erster Linie mit einem gemeinsam nach einem fröhlichen Marathonlauf zeitgleich über die Ziellinie laufen, das ist nicht der Sinn.
Sondern der will sich ins Ziel schmeißen, so wie wir es bei den Weltmeisterschaften zuletzt erlebt haben. Und dann ist man eben wie Armand Al-Petros Vize-Weltmeister oder Zweiter bei den Weltmeisterschaften und nicht gemeinsam mit seinem Konkurrenten Weltmeister. Das ist halt immer nennen. Aber dieser Argumentationsansatz finde ich großartig, weil der sportlich ist.
Das ist eben stimmig. Das heißt aber, er ist nicht... Er ist nach Regeln, er ist sportlich, er ist diskursiv, würde man jetzt wissenschaftlich etabliert sagen. Und er ist nicht totschlägerisch, er schlägt nicht tot. Das wird aber ein Problem sein, mit dem wir, wir Guten uns wappnen müssen, weil es gibt ein Pro-Argument für Enhanced Games in diesem Sinne, der jetzt hier in den Medien und überall zur Debatte steht, gibt ja noch, also Enhanced Games könnte man ja auch noch in ganz anderen Sachen durchdeklinieren.
Ich nehme immer mit großem Erstaunen zum Beispiel Hobbyhorsing zur Kenntnis, also wirklich Phänomene, die unter Sport laufen, die mit Wettkämpfen laufen, wo junge Menschen da mit dem Stecken fährt. Also das lässt mich dann auch ins Grübeln kommen, Klammer zu. Es gibt ein Pro-Argument für dieses Enhanced.
Wo ich nicht gegen, leider nicht sportlich gegen, kann ich Totschlagen versuchen, aber das will ich nicht. Ich will sportlich bleiben. Das ist, die Sportler und Sportlerinnen haben das Recht, mit ihrem Körper zu tun, was sie wollen. Und da hat man mich. Also mit Argument, da will ich nicht, da werde ich nicht gegen argumentieren, weil ich, wie ich eben gesagt habe, sage, der Staat...
Ist dafür da, die Wettkampfkommission, die großen Sportkomitees sind dafür da, ein Regelwerk zu machen, was dafür sorgt, dass es nicht drunter und drüber geht. Aber er kann diese Regelwerke, diese Institutionen, nehmen wir jetzt mal auch den Staat, kann nicht die Menschen vor sich selbst schützen. Das kann ja noch nicht mal Gott.
Also das ist der Punkt. Und ich lebe in diesem Dunstkreis, weil wir leben hier direkt in der Nachbarschaft vom Wedau-Stadion und selbst bei Drittligaspielen, leider, leider, leider ist es eben jetzt hier meistens Drittligaspiel, was hier an Polizeiaufgebot aufgefahren wird an Sonn- und Feiertagen, das hat was zu tun mit Enhanced.
Also man sollte dann die Leute, die jetzt da so locker vom Hocker unsportlich Argumentation in eine konservative, veraltete Ecke drängen wollen. Müssen dazu auch dann mal was sagen. Wir haben ja schon so genug zu tun mit den Dämonen, den Leidenschaften der Fans und so weiter, dass wir so schon ein Drittligaspiel kaum, ja ist jetzt übertrieben, aber oft Schwierigkeit haben, das einigermaßen geschützt zustande zu kriegen.
Was, wenn man jetzt freigibt im Sinne von Enhanced Games? Ja, das machen die Enhanced Games ja nicht. Das ist ja auch etwas, was oft unterstellt wird in der Argumentation nach dem Motto, da treten Monster gegeneinander an, wo soll das hinführen etc. Da können wir ja gleich nochmal über den Vorbildcharakter kommen, den das natürlich haben kann.
Auf der anderen Seite sage ich auch, okay, Wenn wir uns so mit Phänomenen auseinandersetzen wollen, dass wir grobschlechtigste Argumente zusammenzimmern und sagen, das ist alles schlecht und verbietet das sofort und auf gar keinen Fall dahin gucken, gleichzeitig heroisieren wir in jeder denkbaren medialen Gestaltung Gewalt, Mord und Totschlag.
Drogenmissbrauch, name it. Ja, davon leben gute Rap-Videos, davon leben gute Serien, gute Filme, was auch immer. Und dann sagen wir aber zu einer Organisation, die uns aus anderen Motiven offenbar nicht gefällt, weil sie stört, also ein Störgeräusch hervorruft, sagen wir dann, nee, lieber nicht machen, absagen, weil, und dann kommen ja diese Totschlag-Argumente.
Das ist ein ganz schlechtes Beispiel für die Kinder und da werden sich die Leute ja totspritzen und so weiter. Das ist gar nicht der Punkt, aber das ist eine andere Ebene. Ob das jetzt tatsächlich so ist oder nicht ist, da geht es um den Vorbildcharakter. Sondern wir müssen uns doch damit auseinandersetzen was da passiert und da passieren halt diese dinge ja erstmal vordergründig nicht ja weil ich erinnere mich noch an eine zeit da war rudern ja sehr erfolgreich in deutschland und da sind die da sind die vertreter des ruhr vierers ja der in duisburg auch auf der regattabahn gefahren ist ja die sind da hingegangen und haben gesagt okay wir.
Machen halt öffentlich, wie Drogen, wie Doping wirken kann auf junge Körper. Weil es passiert sowieso, ja, es wird sowieso Nikotin genommen und andere Drogen genommen und Alkohol genommen. Also mache ich lieber eine Aufklärung, die realistisch ist und sage, pass auf, wenn du schon Anabolika nimmst, dann dort und dort und nicht dort, weil es dann wirklich gefährlich wird.
Also eine Aufklärung und die sind damals zerrissen worden. Nach dem Motto, ihr liefert eine Anleitung zum Drogenmissbrauch, zum Dopingmissbrauch und so weiter. Und das ist natürlich bei Enhanced Games ähnlich, weil ja die Protokolle, unter denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dort starten, die sind öffentlich.
Und die kann man auf den Seiten ja nachlesen. Also was nehmen die und in welcher Phase des Trainings nehmen die die? Also dieser Vorbildcharakter, der entsteht schon. Aber was ist es jetzt? Aufklärung oder Verwaltung? Vorbild zum Missbrauch. Das ist halt eine schwierige Frage. Ja, das ist ja in der Drogenarbeit das Thema.
Also bin ich Profi, bin ich Experte, kann ich zu sagen. Also die Hauptklientel meiner Studierenden sind ja soziale Arbeit, Masterstudenten, Drogenberatung. Und da ist eins klar, also da müssen die noch nicht mal ein Praktikum gemacht haben. Spätestens dann kommt der Knall, dass die Idee mit der Aufklärung und das ist ja klar, Das versteht ja jedes Kind.
Das ist ja auch nicht falsch. Macht man ja. Aber die Idee auf Zigarettenpackungen, diese drastische Abschreckung oder sowas, das funktioniert nicht, weil Drogen, weil die Leidenschaften, weil die sieben Todsünden, weil die Unschärfe unserer Spezies in diesem moralethischen Bereich, weil die sich nicht moralisch heilen lässt, sondern die Moral, da bleibe ich mir treu in der Argumentation, Und jede Krankenschwester, jeder Sozialarbeiter wird das bestätigen.
Jede Erzieherin. Die Moral, die Regeln sind wichtig, um das Gröbste einzudämmen, um einen Rahmen zu geben. Aber die Problematik, an die kommt man mit Moral nicht dran. Deswegen finde ich den Begriff Vorbild, würde ich vorsichtig sein. Natürlich, also das gibt es. Ich sage nicht dagegen. Das ist auch eine Psychodynamik, die funktioniert. Aber sie kann nicht die Lösung sein.
Wir haben ja Vorbilder. Es ist ja nicht so, als hätten wir gerne guten Vorbilder. Daran mangelt es nicht. An zu wenig Vorbilder oder so. So, der Punkt ist der, dass, was sie mit Ehrlichkeit, was ich mit Nüchternheit bezeichnet habe, ähm. Ich sage ein Beispiel. Also meine These, ich sage es mal raus, meine These ist, das ist aber wirklich noch eine Hypothese, es könnte folgende Dynamik im Gange sein.
Und ich rede nicht einer Entschuldigung hier, das Wort, sondern einer Plausibilität womöglich. Wir haben, umso strenger Sie mit moralischem Regelwerk an Unheil, nenne ich das jetzt mal, gehen, also an Verwerfungen, an Obsessionen, umso mehr ist das Öl ins Feuer gießen. Also es ist kontraproduktiv. Sie müssen bei der Drogensucht, wenn, das kann man sowieso nicht viel machen, aber wenn man jetzt ansetzt, muss es eine paradoxe Intervention sein.
Es muss sympathisch sein. So und ich sage ein Beispiel, es gibt ein sehr schönes historisches, eine rote Karte Sie werden das kennen, 65. Fußballer Willi Lippens in einem Drittligaspiel, Herne gegen Rot-Weiß-Essen die berühmteste rote Karte, die ich kenne da hat der Schiedsrichter den Willi Lippens den alle Willi Entelippens genannt haben, jetzt bin ich bei dem, worauf ich hinaus will, also der hatte O-Beine, war bekannt als Willi Entelippens, der hat er verwarnt und zwar mit den Worten Herr Lippens, ich verwarne Ihnen, Und da hat der Willi gesagt, Herr Schiedsrichter, ich danke Sie.
Und da war der so angepisst, da hat er denen die rote Karte gezeigt und den wegen Unsportlichkeit vor den Platz gestellt. So, das war 65. 65, Drittligaspiel hier, Rot-Weiß-Essen gegen Herne. Eine andere Zeit, was ich damit sagen will, ist, da war noch Spielraum, eine Toleranz. Im Regelwerk hier relativ humorlos der Schiedsrichter.
Die Frage ist, ob wir heute vielleicht wieder anfangen müssen, Sportsfreunde duzen sich ja, aber ob wir wieder anfangen müssen, uns zu siezen oder so, in die Richtung im Regelwerk was zu tun, was heutzutage mit den Schiedsrichtern passiert. Und zwar bei den Baby-Hockeyspielern, bei den Baby-Kids-Fußballern, beim Nachwuchssport. Die Eltern, die an der Seitenlinie stehen, was die rufen.
Ich bin hier am Sextorenplatz, wenn ich meine Radrunde drehe sonntags, dann stoppe ich da oft und kann mir da Live-Eindrücke sammeln. Ist unglaublich. Meine These ist, es könnte sein, also Hypothese, dass die Enhanced Games auf so fruchtbaren Boden fallen, so hoch gingen und nicht so als eine Idee, verrückte Idee oder wie auch wie neben anderen kommt, dass der fruchtbare Boden daherkommt, weil zurzeit ein anderer Extremsport alle anderen Tätigkeiten überlagert und das ist der Moral-Extremsport.
Also das Hypermoralisieren als Gottesersatz oder was weiß ich, ist jetzt nicht unser Thema, aber man will es ja geregelt kriegen über rigide Moral. Idee ist kapiert, es klappt so nicht. Haben wir jetzt ein paar Mal schon die Runde gedreht. Aber ich empfinde, ich habe jetzt kein Plädoyer gehalten für die guten alten Zeiten, wo man nach Frauen an die Wäsche gehen konnte.
Ja, Gott bewahre. Sondern ich bin unterwegs hier im Gespräch und überlege, was ist denn hier eigentlich los, dass so eine wirklich eigentlich blöde Idee, wenn man, wie Sie direkt am Anfang schon argumentiert haben. Wenn man an die Idee von Sport und an die Vergleichbarkeit und an den Spaß denkt, dass die so einschlagen kann und so lange debattiert werden kann.
Ja, das ist eben, weil dahinter Marketing-Experten stehen, die ihr Marketing-Berg perfekt verstehen und es geschafft haben, eine Wirkung weltweit, eine Wirkung zu erzielen, die ja über klassisches Marketing nie erzielt werden könnte. Das hat mit ihrem sonstigen Hintergrund zu tun, der Menschen, die da agieren.
Und das ist auch einer meiner wesentlichen Punkte. Es gibt so viele... Wie soll ich sagen, Sonderarten der pseudosportlichen Betätigung, also nehmen wir Wrestling oder Stockcar-Rennen oder, oder, oder. Also wirklich ausreichend andere Betätigungsfelder im sportlichen Gesamtkontext, die jetzt aus meiner Sicht kein Stück besser sind oder moralisch wertvoller oder was auch immer.
Ja, sie sind mir jetzt, also mir persönlich egal, ja, das heißt aber nicht, dass sie ja trotzdem einen sehr, sehr hohen Reiz ausüben für sehr viele Menschen, ja, sagen wir mal gerade Wrestling oder Martial Arts oder Ultimate Fighting oder, ja, da sind wir ja auch in Bereichen, da müssen wir ja jetzt nicht mit Moral um die Ecke kommen, das ist ja totaler Quatsch.
Und das ist ein Punkt, der sicher valide ist. Das kann einen sehr hohen Reiz auslösen, weil eben auf der anderen Seite so stark moralisiert wird. Und deshalb fand ich bisher die Auseinandersetzung mit den Enhanced Games so platt und so reflexartig erwartbar, dass ich wirklich überrascht war, dass im organisierten Sport dann nicht anders mit umgegangen wird, nämlich viel gelassener.
Ja, super Stichwort. Bis so eine Idee, auch nur ansatzweise aus dem reinen Event heraus auch nur ansatzweise so eine Wirkung erzielen kann, wie eine olympische Idee oder oder, davon sind wir noch sehr, sehr, sehr, sehr weit entfernt. Und da wird ja jetzt unverhohlen auch ganz klar ausgestellt, worum es geht.
Es geht nämlich darum, Longevity-Produkte entsprechend zu vermarkten, also da gibt es ja dann halt auf der Seite den Shop, da kann ich mir dann die Produkte da anschauen oder mir die bestellen oder was auch immer. Also es ist letztlich eine Vermarktungsidee mit einer genialen Marketingstrategie. Weil sowohl die mediale Befassung als auch die Auseinandersetzung im Sport komplett darauf steig gegangen ist, Mit natürlich auch einem Backlash für die Sportlerinnen und Sportler, die sich dafür entschieden haben.
Die haben ja durchaus nicht ganz unähnliche Biografien, nämlich Weltklasse-Sportler, die aber eher gegen Ende ihrer Karriere unterwegs waren, aber noch ein sehr hohes Leistungspotenzial haben, weil sie ja in die Nähe von Top-Leistungen im anderen Regelsystem kommen wollen. Und die sagen dann, und da finde ich, haben sie auch einen Punkt, okay, in der olympischen Idee wird unglaublich viel Geld verdient, unglaublich viel Geld verdient, aber bei den Sportlerinnen und Sportlern kommt davon relativ wenig an.
Und hier habe ich ja einen Profizirkus, das ist nicht unähnlich wie Profiboxen oder Catchen oder Ultimate Fighting oder Name it, wo ich einen Vertrag bekomme, der sich jetzt erstmal für so olympische Kernsportarten wie Schwimmen oder Leichterdig oder Turnen oder Judo absurd hochliest. Da kriegt man mal dann 250.000 als Grundsumme.
Darüber lacht jeder Golfer. Und da entsteht dann genau dieses Neidpotenzial. Aber grundsätzlich sage ich doch, lass sie doch das machen. Also mich persönlich stört es nicht. Und bis daraus eine wirklich große Idee wird, sind wir noch sehr, sehr weit entfernt. Wir können natürlich über... Über die Vorbildrisiken diskutieren. Also was macht das, wenn ich jungen Menschen erkläre, okay, du kannst vielleicht mal so schnell laufen, schwimmen oder so viel Gewicht bewegen, wirst es aber vermutlich nur machen, wenn du diese oder jene Drogen nimmst.
Nur das ist ja fast, wie soll ich sagen, das ist ja fast naiv, lächerlich, im Kontext zu den Alltagsherausforderungen, die Jugendliche oder junge Menschen im Sinne von Begegnung mit Alkohol, mit viel schwereren Drogen usw. Zu bestehen haben in ihrer Erwachsenwerdung. Aber da ist der Punkt, selbstkritisch zu werden.
Also Herr Scholz, Sie haben eben in höchsten Tönen mit meiner ganzen Sympathie das Marketing gelobt. Sie haben gesagt, die haben geniales Marketing usw. Jetzt bitte ich Sie, ja und jetzt wie denn? Also wir müssen auch auf den Markt. Man kann nicht aus dem Markt raus. Absolut. Ja, und ich denke, was ich mir so angucke, auch aus, ich weiß, wovon ich rede, ich bin ja auch in einem Verein tätig, also die Kirchen, da ist viel Geld und viel Expertise.
Die ganze Sportwelt, da spielt Geld eine große Rolle und es ist auch viel Expertise. Aber wenn ich die Kampagnen sehe, die haben alle so wirklich, ja, ich meine es, ich verstehe das jetzt als konstruktive Kritik, die sind alle so bieder, naiv, Worte, die wir im Gespräch hatten, die ein paar Mal kamen.
Die Analyse, die den Marketingaktionen zugrunde liegt, ist nicht gut, ist nicht klug, ist nicht tief genug. Und sie leidet daran, dass sie sauber sein will. Und da haben wir wieder diese Hypermoral. Um der Moral willen müssen wir, da waren wir vor ein paar Minuten gewesen, einen Faktencheck machen und sagen, wie tickt denn der Mensch?
Und der Mensch ist unscharf. Wir können nicht scharf messen. Wir werden nie scharf messen. Und in dem Moment, wo wir scharf messen können, wird es keinen Spaß mehr machen. Und in dem Moment, wo faul keine Option mehr ist, laufen keine Menschen mehr übers Feld. Oder es ist eben ein KI-überwachtes Ding, was sofort jede Spiellust erstickt.
Also die Kampagnen müssen besser werden. Das Marketing muss besser werden. Das will ich damit sagen. Und da geht noch richtig was. Stichwort Gelassenheit. Der Teufel hat schon immer ein besseres Marketing gemacht. Nein, nein, nein. Das wird ab heute anders. Also genau so. Bitte nicht. Wir sind uns ja einig, aber nein, so würde ich jetzt nie hier die These raushauen.
Nein, nein, nein, wir machen das besser. Das geht besser. Ja, also ich kann mir auch vorstellen, dass man sich darüber aber ernsthaft Gedanken machen muss und nicht das andere vom Tisch wischen, weil das bringt uns gar nicht weiter. Ja, aber ich weiß das von Kirchens eben, man geht gar nicht da dran an die Abgründigkeit, an den Dreck.
Und das ist schlecht, die Menschen sind eben nicht doof. Das spüren die, das riechen die, ja und dann meint man es gut und dann kommt diese Bigotterie. Also ich meine, sie müssen unbedingt mal eine Folge machen mit der Thematik Sport und Smartheit und Cleverness und Intelligenz. Nicht nur im EQ-Sinne, vielleicht wäre das auch mal interessant, aber im Sinne von Mutterwitz und von Street-Credibility.
Naja, also Spielintelligenz würde ich jetzt auch nicht mit einer. Herkömmlichen Intelligenzkategorie messen wollen. Ja, also sie haben sofort den Begriff bereit als Profi, Spielintelligenz. Den hatte ich jetzt gar nicht zur Verfügung. Ich weiß aber, ich glaube nicht nur, ich weiß, da ist richtig was zu holen.
Da ist Musik drin in diesem Begriff, in dieser Welt. Also weil auch im Competition, auch im Wettkampfssinne die Entscheidung nicht nur im strategischen Zusammenhängen, sondern in den Personen, in den Sportlerpersönlichkeiten, also um es kurz zu machen, Intelligenz des Spieles. Rückzukoppeln mit dem Phänomensport und mit dem Regelwerk und mit der Versuchung, Drogen, Hormone und so weiter Enhanced Games zu machen.
Also die Kampagne könnte lauten, ich bin noch nicht doof. Ja. Ich bin Sportler. Bin ich blöd. Zurück und ein bisschen weg von den großen Dingen, also den Enhanced Games und den Olympischen Spielen, hin zu der täglichen Vorstellung der Selbstoptimierung. Weil da ja relativ viel dahinter steht, Klammer auf, das sind ja genau die Menschen und die Kunden, die die Freunde von den Enhanced Games ansprechen wollen.
Nämlich die, die sagen, okay, Longevity, so lange wie möglich sehr aktiv leben können. Ich nehme X oder Y, dann bin ich leistungsfähiger etc. Aus Ihrer Sicht, hat sich das verändert oder ist das etwas, wo wir schneller ins Messer laufen von Heilsversprechen, dass man denkt, okay, jetzt bestelle ich mir dies oder jenes und dann geht es halt deutlich besser.
Also die Bestellwege sind ein bisschen kürzer, aber ich meine, das Einlassen mit falschen Versprechungen, das kommt mir als Idee relativ alt vor. Ja, ich kann mich da nicht drüber wundern. Also es ist jetzt inszeniert. Gott ist ja tot. Und es gibt ja kein Schicksal mehr. Also dass einem Grenzen gesetzt sind und mein Ausgang, mein Eingang von woanders.
Es gibt kein von woanders mehr. Und das merken wir jetzt langsam. Das ist jetzt kein, wie soll ich mich jetzt da schützen? Ich will nicht auf eine platte Frömmigkeit hinaus, sondern einfach auf, wir reflektieren ja jetzt hier. Und das Weltbild ist anders geworden, das Weltgefühl ist anders geworden. Alles muss man selber machen, Identität, Kontinuität, Fitness, alles muss man selber machen.
Das ist sehr, sehr stressig, wenn man sein eigener Papst, sein eigener Gott und der seiner Kinder und seiner Ehe und seiner Familie sein muss. So, und dann auch da wieder sind natürlich Kräfte am Start, die dann reinschießen in diesen Stress. Und zum Beispiel das Vokabular Selbstwirksamkeit ist einfach lächerlich.
Ja, es ist der alte Münchhausen-Witz. Also es macht einfach keinen Sinn. Wirksamkeit gibt es nur sozial. Und wenn es eine imaginäre, wenn der liebe Gott nicht alles mehr sieht, dann sieht es eben ein imaginärer Coach. Coach, look at me, den ich verinnerlicht habe. Oder der Star, dessen Fan ich bin oder so.
Irgendwelche imaginären Instanzen. Aber es gibt Wirksamkeit nur bei unserer Spezies in Beziehungsdynamiken. So, an dem Wort Selbstwirksamkeit kann man das schön deutlich machen, was für absurde Figuren sich da eingebürgert haben. Die werden auch wieder vergehen. das weiß ich, ein Blick in die Geschichte zeigt, aber es kann 20, 30, 40 Jahre dauern.
Also Selbstoptimierung... Ewig leben, länger leben, gesund leben, also diese ganze Welt, Riesengeschäft, klar. Aber es gibt eben andere Frames, Stichwort Gelassenheit. Ich gucke jetzt, wie kann ich es machen, dass es keinen frömmenden Geschmack kriegt, sondern dass es darüber kommt, dass es einfach smart ist.
Ich bin nicht Herr meines Lebens. Ist eine Logik. War früher Mainstream-Logik, ob reflektiert oder nicht, ist ja damit noch überhaupt nicht gesagt. Aber dieser Frame ist nicht doof. Und er ist voll kompetibel mit dem Frame, du bist Meister deiner selbst, du musst Meister deiner selbst sein. Da würde ich mal in den Wettbewerb gehen, wer weiterkommt im Marathon und wer denn besser läuft.
Also da, so würde ich ansetzen, da ist in der Tat, das seht ja jeder, richtig viel Unruhe in die Bude gekommen. Ist ja auch nicht schlecht, kriegen wir den Arsch mal wieder hoch. Es ist zurzeit sehr, sehr unangenehm, weil alles an einem selber hängt. Ja, das stimmt schon, ja. Spannend, sehr spannend. Also ein Plädoyer für, wir müssen uns auf die Niederung betrachten, des Menschseins viel mehr einlassen. Ja, super.
Ja, also demütiger, bescheidener, aber nicht kleinlauter und verhuschter. Bloß nicht. Und wir müssen die Konfrontation suchen. Wir müssen sicher auch die Diskussion suchen. Weil wenn wir es den Marketingstrategen aus der Tech-Community überlassen, dann kommt das dabei raus, was wir vielleicht nicht so geil finden.
Das ist mal meine These. Ja, ich kenne ihn nicht. Ich wünschte mir gute Marketing-Kollegen, woher auch immer. Also da geht richtig was. Aus dem Markt ist Enhanced, ist Droge. Wir sind im Markt, hat uns keiner gefragt. Ja, und wir sind hier reingeworfen in diese Welt, wir müssen mitspielen bei dem Game und kneifen gilt nicht. Ja, das ist das.
Die Young, nee, nee, hier Verantwortung übernehmen und das tun wir jetzt gerade. Ich möchte nicht, dass der Geschmack bleibt, Big Business und Marketingstrategien sind vom Bösen. Eben nicht. Im Gegenteil. Ja, im Gegenteil. Aber sie müssen cleverer werden, klüger werden, sportlicher werden. Sehr schönes Schlusswort. Ich würde mich sehr freuen, liebe Leute zu Hause, wenn ihr uns eure Gedanken dazu zukommen lasst, weil ich glaube, das ist wichtig und das ist, glaube ich, auch gerade in unserer Bubble, wo viele solche Gedanken in alle möglichen Richtungen dahin schweben, wo ich aber auch andere Tendenzen wahrnehme, nämlich wirklich entweder runterfahren und sich vielleicht auch ein bisschen entkoppeln von bestimmten Selbstoptimierungsfantasien.
Also ich nehme da schon unterschiedliche Dinge wahr, aber wie laut. Argumente da gehört werden oder nicht gehört werden, lasst uns diskutieren, lasst uns meinetwegen sehr gerne streiten, bin ich jederzeit dabei und ich bin sehr gespannt, was eure Gedanken dazu sind und freue mich sehr darüber und freue mich vor allen Dingen, lieber Herr Beuscher, dass wir fast eine Stunde 20 mit diesem Thema hier verbracht haben, dafür sind wir da und ich bin sehr aufgeschlossen, dass wir uns dem anderen Thema hier in dem Podcast sicher auch noch zuwenden können. Vielen Dank schon mal. Ich bin in Flo gekommen.
Das ist überhaupt, mehr kann man gar nicht erwarten. Ja, vielen Dank für das Gespräch. Das ist wahr, das ist wahr. Ja, vielen Dank. Wir hören uns nächste Woche wieder, ihr Lieben. Ich freue mich auf eure Rückmeldungen. Und dann geht raus, macht was auch immer. Geht wandern oder versucht eine neue Bestzeit aufzustellen, wie ihr es mögt. Bis dann, ciao, ciao.