
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Schon als Kind hat er seinen Eltern gesagt: „Ich will mal Olympiasieger werden.“ Was viele vielleicht als Kindheitstraum haben ist bei ihm durchaus greifbar geworden, denn inzwischen ist er Europarekordhalter über 3.000m Hindernis und auf Platz 2 der aktuellen Weltrangliste mit seinen 7:57,80min und damit einer der besten Hindernisläufer dieser Zeit: Frederik Ruppert.
Hindernisse ist er schon immer gerne gelaufen, auch wenn er zwischenzeitlich auch mal einen fokussierten Abstecher auf die 800m unternommen hat. Inzwischen sind die Strecken auch länger als 3.000m Hindernis geworden und in einer ähnlichen Güteklasse angekommen. Neben der Fabelzeit unter 8 Minuten über die Hindernisse beim Diamond League Rennen in Rabbat, lief er dieses Jahr auch noch 12:57,61min im finnischen Turku und 27:24,53min über 10.000m im kalifornischen San Juan Capistrano.
Ralf & Philipp sprechen mit Freddy über seine Anfänge und die Leidenschaft fürs Laufen, die er schon immer innehatte. Über seinen Wechsel zu Isabelle Baumann als Trainerin und zur LAV Tübingen als Verein, seinen sehr individuellen Weg und das veränderte Training, das ihm als Ausdauertyp sehr zu Gute kommt und seine Leistungsentwicklung erklärt. Natürlich geht es auch um die Leichtathletik-DM am Wochenende, wo er über 5.000m starten wird und die anstehende EM in Birmingham.
Unser Partner der Folge:
Dagsmejan bietet Lösungen für einen besseren Schlaf, damit du voller Energie in den nächsten Tag starten kannst. Wir arbeiten ständig an der Entwicklung der weltweit bequemsten Nachtwäsche, die wissenschaftlich erwiesenermaßen deinen Schlafkomfort auf natürliche und nachhaltige Weise steigert.
Mit unserem Community-Code BEST15 spart ihr 15% auf eure Bestellung.
Link: dagsmejan.de/collections/stay-cool-men?utm_sou… (dagsmejan.de/collections/stay-cool-men)
Freddy auf Instagram: instagram.com/frederik_ruppert
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Endlich, endlich ist er bei uns und wird uns überraschendes, erhellendes und vielleicht verwunderliches erzählen über seine Karriere, über seine Entwicklung und über die letzten Wochen, Tage, Monaten und Jahre. Herzlich willkommen, Freddy Ruppert bei uns im Bestzeit-Podcast. Ach Philipp, schön, dass du da bist.
Ja, ich bin auch noch da. Ich schließe mich da nahtlos an. Freddy, ich kann ja schon mal sagen, wir hatten dich schon verständlicherweise schon häufiger mal auf dem Zettel, dann hat es aus verschiedenen Gründen nicht geklappt. Wir wollten natürlich auch immer, also wir sind ja, wir wollen ja natürlich auch immer, wie soll ich sagen, versuchen, gute Timings auszusuchen.
Es ist natürlich aufgrund deiner Vereins Zugehörigkeit natürlich klar, dass dann vielleicht der Auslaufen-Podcast auch manchmal ein Stück näher dran ist, deswegen haben wir gesagt, wir würden dich aber trotzdem natürlich gerne mal bei uns haben und haben jetzt einfach mal die deutschen Meisterschaften am Wochenende als Anlass genommen, trotzdem mit dir zu sprechen, nicht nur über deine herausragende Saison bisher und das, was jetzt diese Saison noch kommt, sondern vor allem auch, wie es bei dir überhaupt mal losgegangen ist und wir freuen uns sehr, dass du dir heute Zeit genommen hast.
Du bist noch in St. Moritz, haben wir gerade erfahren, morgen geht's dann für dich nach Deutschland. Du wirst am Wochenende bei den Deutschen natürlich starten, allerdings nicht über 3000 Meter Hindernis, sondern über 5.000 Meter. Ich denke, die meisten werden dich als 3.000 Meter Hindernisläufer abgespeichert haben, sage ich jetzt mal, die laufinteressierte Bevölkerung.
Allerdings mit einer 12,57, 5.000 Meter BB ist jetzt vielleicht schon die Frage so ein bisschen, also was siehst du dich selber? Und übrigens auch, das dürfte man auch nochmal vielleicht anmerken, falls es jemand nicht mitbekommen hat, du bist ja auch Anfang des Jahres im März nämlich schon eine 27,24 gelaufen. Da wird es jetzt langsam schwierig, so eine klare Trennlinie zu ziehen, was so deine Stärke, dein Schwerpunkt ist, oder?
Ja, hi erstmal, danke euch für die Einladung. Hast du schon ganz gut auf den Punkt gebracht eigentlich. Also ich denke schon, dass man sagen muss, dass die Hindernisleistung schon noch immer auf jeden Fall mit einem guten Abstand die stärkste ist, aber für Isabel und mich war es auf jeden Fall das Ziel für die Saison gewesen, die Differenz zu den Spezialisten gerade auf diesen längeren Strecken zu verkleinern und ich glaube, das ist uns gut gelungen und da werden wir auch weiterhin dranbleiben auf jeden Fall, weil ich denke, mit einem schnelleren Zubringerwert auf den Überdistanzen wird auch die Hinderniszeit wahrscheinlich noch besser werden und auch die Konkurrenzfähigkeit nochmal natürlich erhöht werden.
Einmal für euch zu Hause, warte mal ganz kurz für euch zu Hause, Isabel Baumann, deine Trainerin in Tübingen, dass ihr zu Hause einmal wisst, worüber wir und worüber Fredi redet. Genau, das habe ich natürlich jetzt schon als gegeben vorausgesetzt, aber das ist gut, dass du, Ralf, das nochmal eingeordnet hast.
Also du bist auch Teil dieser extrem erfolgreichen, ich würde vielleicht sogar sagen, der aktuell erfolgreichsten deutschen Lauftrainingsgruppe, wenn man mal alle zusammennimmt mit Sicherheit. Jetzt gleich mal zum Einstieg, vielleicht sogar ein bisschen eine ketzerische Frage, weil, wir sind jetzt ein bisschen andere Generationen, was unsere Karriere betrifft.
Also ich bin ja logischerweise schon lange raus, aber wir sind glaube ich zehn Jahre auseinander. Zu meiner Zeit damals, natürlich gab es auch einzelne Athleten, übrigens auch von Isabel Baumann trainiert, ich denke da zum Beispiel an Film und Giermeiß, es gab einen Steffen Uliczka. Die waren ja alle schon auch ganz gut zu der Zeit, ihr seid jetzt alle nochmal eine ganze Ecke besser, es ist so ein bisschen die Prime, würde ich sagen, des männlichen deutschen Hindernislaufs, die Frauen waren ja früher schon immer häufig ganz gut eigentlich.
Was hat dich denn damals bewogen, dich für die Hindernisse zu entscheiden? Weil jetzt kommt nämlich der ketzerische Aspekt. Ganz zu meiner Zeit früher, also das ist schon vor Jahrzehnten, da war das dann manchmal so, dass man die Hindernisläufer, manche, nicht alle, aber fast so ein bisschen belächelt hat.
So ein bisschen dieses, ja gut, dann laufen es halt Hindernisse, weil auf dem Rest der Strecken, da passt die Leistung ja nicht so. Und du bist ja genau das aktuell krasse Gegenbeispiel und natürlich Karl Bebendorf teilweise auch, dann auch eine super 15 Meter Zeit, du hast auch eine 3,38 stehen. Wir haben es schon gesagt, 12,57 auf 5, 27,24, du bist auf allen Strecken top und die sind auch alle irgendwie vergleichbar, sag ich jetzt mal, von der Wertigkeit.
Was hat dich damals bewogen, dich für Hindernisse zu entscheiden? Bevor du antwortest, ich möchte noch einen ganz kurzen psychologischen Einschub machen. Du siehst aus dieser Frage die tiefe, wie soll ich sagen? Die tiefe Idee von Philipp, eigentlich wäre ich ein guter Hindernisläufer gewesen, weil ich ja vielleicht auf der Flachstrecke nicht so gut bin, aber er ist halt leider technisch so unbegabt gewesen, dass das auch nicht in Frage kam.
Also blieb ich noch Marathon zu laufen. Ich hätte mir beide Beine gebrochen. Ich wusste schon, warum ich das nicht mache. Da wäre ich gar nicht in Frage gekommen. Hindernis, um Gottes Willen. Schon weil du nicht schwimmen kannst. Und schwimmen hätte ich auch nicht. Das wäre für mich auf jeden Fall nee, nee, das wäre für mich nicht sinnvoll gewesen, glaube ich.
Aber du hast schon so ein Stück weit recht, das ist, glaube ich, auch immer noch so ein bisschen so, dass man ein Stück weit belächelt wird, klar, dann wurden jetzt letztes Jahr auch das erste Mal so ein paar Stimmen lauter, die gesagt haben, ah ja, Richtung acht Minuten, das ist ja dann schon richtiges Laufen.
Spaßhalber, ne, aber das ist schon noch so ein bisschen so und genau deswegen wollte ich halt jetzt auch dieses Jahr, meine Zeiten auf diesen Flachstrecken noch so verbessern, damit die Leute mal sehen, Da steckt schon was dahinter, hinter der Leistungsfähigkeit, die Hindernisse so schnell zu laufen, da musst du auch gewisse Zubringerleistungen haben und wie du schon gesagt hast, ein Karl hat die vielleicht eher auf den Unterdistanzen, ich vielleicht eher auf den Überdistanzen, aber ich sag mal, geradeaus laufen können wir auch alle, so ist es nicht.
Ja, absolut. Und es ist halt so, die meisten Hindernisläufer können halt trotzdem noch recht passabel flachlaufen, aber nicht jeder Flachläufer kann passabel Hindernis laufen. Also da gehört schon was dazu. Koordination und natürlich hat auch nicht jeder den effizienten Schritt dafür. Aber um jetzt zum Anfang zurückzukommen, wie ich da hingekommen bin, das ist eigentlich sehr simpel erklärt.
Und zwar habe ich damals bei meinen ersten deutschen Jugendmeisterschaften schon Hindernisse gemacht, weil es halt nur ein Finale gab und keinen Vorlauf. Ich habe mir damals nicht zugetraut, zwei Läufe in zwei Tagen zu machen. Und dann fiel die Wahl relativ schnell auf die damals noch 2000 Meter Hindernisse.
Und tatsächlich habe ich ja dann auch in der U23 anfangs noch mal so eine Phase gehabt, wo ich viel 800 gelaufen bin. Kam dann, als ich in den letzten Jahren ... Also 803.000 sehe ich jetzt auch nicht direkt, den bekannten Zusammenhang, sage ich jetzt mal. Ich hatte mich damals noch nicht so ganz gefunden und noch nicht so ganz gecheckt, wo so meine körperlichen Stärken liegen.
Und dann kam auch bei mir, wie du auch gesagt hast, so ein bisschen dieses Denken, als ich 22 war, da hatten wir eine U23-Europameisterschaft. Hey, vielleicht probierst du es noch mal, weil, wenn man die Hindernisse eben kann, dann ist diese internationale Norm doch ein Stück weit einfacher als auf den Flachstrecken. Das muss man schon einfach sagen.
Und so kam das Ganze dann einfach wieder zurück. Okay, aber da vielleicht auch noch kurzer Einschub, weil du jetzt gerade das so nonchalant quasi so sagtest, naja, da dachte ich, vielleicht ist die Quali für eine U23 EM ein bisschen leichter als auf einer anderen Strecke von der Norm her. Du bist ja dann aber auch Europameister geworden. Ja, das stimmt.
Das war nicht nur, ich bin dabei. Genau. Ja, das stimmt, aber es war trotzdem auch damals ein Stück weit unerwartet. Also ich war damals vor meiner Bestzeit auch nur, sage ich mal, vier oder fünf Sekunden unter der Norm, die der Deutsche Verband vorgegeben hat. Aber es war halt damals dann ein taktisches Rennen und da kam mir das dann wiederum entgegen, dass ich halt die Jahre davor viel Mittelstrecke gemacht habe.
Und ja, so hat sich der Kreis wieder geschlossen und dann bin ich halt komplett Hindernisläufer geworden. Nehmen wir uns doch mal mit in so einen 3000 Meter Hindernislauf rein, weil ich glaube, wer das jetzt nicht aus purem Zufall irgendwie mal gemacht hat, hat gar keine Vorstellung, was da passiert.
Weil Runden laufen, das kann sich jeder vorstellen, glaube ich, hier bei uns. Aber dann stehen da so Hindernisse und das ist ja noch was ganz anderes als eine Hürde, weil eine Hürde kann tendenziell umfallen, Hindernisse fallen nicht um. Dann fängt plötzlich der Wassergraben an. Was macht das? Wie verhält man sich in so einem Pulk? Über so ein Hindernis laufen in einem Pulk ist ja was ganz anderes.
Ich weiß, wie man 110 Hürden läuft oder 400 Hürden läuft, aber da habe ich meine Bahn und meine Hürde und gut ist. Was macht das mit dir als Läufer? Wie sind die Brechungen beim Lauf selber? Weil das ist ja eben auch nicht 5000 Meter laufen. Ja, es ist schon schwieriger. Also erstmal, es gibt ja zum Beispiel auch Läufer, die nur mit einem Bein über die Hindernisse springen können.
Da hast du einen extremen Nachteil, weil du einfach den Rhythmus immer wieder unterbrichst. Das ist bei mir Gott sei Dank nicht so. Ich muss nur beim Wassergraben darauf achten, dass ich mein starkes Bein erwische. Aber bei den Hürden oder Hindernissen ist es mir relativ Wurst. Es ist schon schwer, wenn du in einem Pulk läufst, weil je nachdem, wen du vor dir hast, ist jetzt auch überhaupt nicht irgendwie despektierlich gemeint.
Aber zum Beispiel jetzt die meisten Afrikaner verlieren extrem viel Geschwindigkeit vor dem Hindernis und dann ist es echt schwer, dass du denen halt nicht in den Rücken springst, wenn du dein Tempo beibehältst. Von daher ist es schon dann geschickt, je nachdem hinter wem man läuft, muss man so ein bisschen abpassen, ob man nicht ein bisschen Abstand zu dem Läufer vor dir lässt, zumindest vor den Hindernissen.
Und ja, wie gesagt, ich glaube, wichtig ist einfach, dass man so einen gewissen Rhythmus versucht beizubehalten. Der Schritt darf nicht zu eingefahren sein, weil sonst kommt diese Ermüdung schon sehr schnell. Okay, das heißt, es ist immer wieder auch ein Stück weit Tempo reduzieren, Hindernis abvisieren, gucken, dass man einen sauberen Weg findet, drüber zu kommen, dann wieder antreten oder versuchst du dann schon ein gleichmäßiges Ding zu behalten.
Wassergraben beschleunigen zum Wassergraben hin oder Tempo gleich halten, also nehmen wir uns da nochmal so ein bisschen mit, weil das sieht für mich oft aus wie ein Tempo-Wechsellauf oder ein verkapptes Fahrtspiel. Ja, also im Bestfall beschleunigst du eigentlich immer. Also beschleunigst du eigentlich im Bestfall immer in die Hindernisse rein, weil da kommst du schneller und besser drüber.
Aber wie gesagt, je nachdem wie die Sichtverhältnisse sind und wie viele Leute halt vor dir sind und eben langsamer werden, desto schwieriger ist es. Und gerade beim Wassergraben ist es halt auch oft so, es ist halt gar nicht mal so einfach, den zu treffen. Also du musst ja schon versuchen, den mit den Nägeln vorne zu treffen.
Der ist auch nicht so breit. Das heißt, da fangen dann schon viele an, so ein bisschen zu tippeln vor dem Wassergraben und Tempo zu verlieren. Und dann ist es eben so, dass du halt nicht nach vorne, sondern eher nach oben springst und dann verlierst du unheimlich viel Zeit. Deswegen sieht man auch immer schön vor dem Wassergraben eigentlich, da scheren alle so ein bisschen aus. Also da wird es total breit, weil jeder versucht, einen guten Blick auf den Balken zu bekommen.
Das ist spannend zu hören, weil ich hätte jetzt auch gedacht, oder anders gesagt, wenn ich jetzt aus meiner Erfahrung, sage, so wie man halt früher 5.000, 10.000 oder eigentlich alle anderen Strecken außer Hindernisse rennt, jetzt außerhalb von einem Meisterschaftsrennen, dann ist es natürlich im idealen Szenario natürlich so, dass man sich irgendwie nach 200 Metern spätestens irgendwie findet, es gibt irgendwie bestenfalls irgendwie Pacemaker bis Kilometer XY und es reiht sich ein, alle wollen schnell laufen und dann hast du ja irgendwie schon einen Rhythmus, normalerweise, wenn es perfekt läuft.
Und das klingt für mich ja aber so, so wie du es geschildert hast, weil eben dieser technische Aspekt ja so wichtig ist, dass das ja fast nie gegeben ist. Natürlich, okay, klar, wenn das Grundtempo hoch ist, okay, dann wird es sich automatisch ein bisschen auseinanderziehen. Aber trotzdem wird es sich ja bei den Hindernissen immer ein bisschen ballen vielleicht sogar.
Und dann, wie du gesagt hast, wenn natürlich jemand vor dir ist, der beispielsweise nicht beidbeinig ein Hindernis überqueren kann oder halt einfach technisch schlecht ist. Und hier auch nochmal von mir, auch nicht despektierlich gemeint, aber guckt euch Leichtathletik an. Internationale Rennen oder jetzt dann auch eine, weiß ich nicht, wieder eine gute EM, aber da gibt es natürlich vielleicht auch Leute, die stärker oder schwächer sind.
Es gibt auf jeden Fall Leute, wo genau das passiert, was du gut geschildert hast, dass die tatsächlich statt schneller zu werden, um effektiv über den Hintern zu kommen, eher, aus Verunsicherung oder was auch immer rausnehmen sozusagen und bremsen und das stelle ich mir total schwierig vor, weil dadurch ist es ja, also da müsste es ja fast ein Frontrunner sein, was ja sonst eigentlich jetzt nicht so effektiv ist, weil man ja bestenfalls doch den Windschatten gerne ein bisschen mitnimmt, solange es möglich ist.
Das klingt ja schon hardcore anstrengend, fast so ein bisschen wie so eine Art von Mini-Fahrtspiel, obwohl man ja schon bei einer Sub-8, für euch zu Hause, falls ihr gerade nicht so firm seid, im Kopf rechnen, also Europarekord von Freddy jetzt aus diesem Jahr ist 57. Das heißt, das ist 2,39er Tempo, mit Hindernissen.
Und das aber auch noch in einer Art von, naja, vielleicht nicht ganz so smooth durchgelaufen, ist ja so schon 2,40 flott, aber mit Hindernissen natürlich schon echt krass, ja. Trainiert man das irgendwie? Oder kann man wahrscheinlich gar nicht so richtig trainieren, weil wenn ihr wahrscheinlich Tempoläufe macht mit Hürden, dann rennst du ja in deinem Tempo und wirst jetzt nicht so viele Trainingspartner haben, die wahrscheinlich mit dir, also vielleicht mit dir Tempoläufe machen können, aber nicht auch noch über die Hürden drüber.
Ja, bei mir ist das Setup ja sowieso ein bisschen besonders. Ich mache ja quasi Remote-Training mit Isabel. Also ich wohne ja nach wie vor in der Nähe von Köln. Isabel ist ja in Tübingen. Aber wenn ich zum Beispiel mal runterfahre nach Tübingen, dann kriegen wir das schon oft so hin, dass sie mir jemanden dazu stellt, der zum Beispiel, also was wir dann häufig machen, ist, dass wir die Hürden zum Beispiel zwischen Bahn 1 und Bahn 2 stellen. Also dass so ein Teil der Innenbahn frei ist.
Und dann läuft zum Beispiel jemand, wenn ich 800er mache, läuft jemand vor mir flach 600er und ich muss halt immer für die Hürden rausgehen. Das ist natürlich für mich unglaublich hart, weil wir halt trotzdem Wettkampftempo gelaufen sind und kannst dir ja überlegen, wenn du in der Kurve rausgehst, dann treibt es dich auch ein bisschen nach außen.
Das war schon sehr hart, aber danach wusste ich auf jeden Fall auch, okay, ich werde in dem Bereich um acht Minuten wieder laufen. Ja, ja, ja, ja. Das ist natürlich eine gute Variante, um eben auch mal diese Unterbrechung oder diesen Wechsel so ein bisschen mit reinzubringen, statt dass man nur straight irgendwie die Race-Pace laufen kann in den Intervallen.
Und du kannst halt trotzdem auch mal jemandem hinterherlaufen und ein bisschen. Dich ausruhen, weil es macht schon doch einen Unterschied. Und ich muss auch nochmal sagen, du hast ja eben so ein bisschen den Vergleich gesagt zum Bahnlaufen mit den 5000. Das hat mir auch unfassbar viel Spaß gemacht, weil das Rennen war so unkompliziert, diese 5000.
Ich habe einfach den Kopf ausgeschaltet und bin einfach nur gelaufen. Und bei den Hindernissen ist es wirklich ein Stück weit so, du denkst eigentlich von Hindernis zu Hindernis. Also ich denke dann gar nicht, oh, jetzt noch drei Runden, sondern okay, jetzt gleich kommt wieder eins und gleich kommt wieder eins.
Konzentrier dich. Also du musst immer da sein. Ja, aber ist dann, das wäre jetzt, also das klingt ja für mich eher so, als ob. Naja, wie soll ich sagen, 3000 Hindernis nicht leichter ist vom Kopf, aber du bist ja immer. Du bist ja immer unter Strom und fokussiert, genau, während eine 5000, der manchmal lang sein kann, weil es halt stumpf ist, du rennst halt 12,5 Runden im Kreis und irgendwann nach so 2,5, 3 denkst du dir schon so.
Vielleicht so irgendwie, oh ja, langsam merke ich schon ein bisschen, aber es sind ja auch noch 5 Runden, shit ey, vielleicht, wie fühlt sich eigentlich der vor mir oder neben mir und so. Und bei den Hindernissen, also ich vergleiche das jetzt, wilder Vergleich, aber beim Marathon war es bei mir auch so.
Zum Beispiel, ich fand manchmal einen Halbmarathon laufen, ja okay, ist nicht vergleichbar mit dem Marathon, aber beim Halbmarathon trinke ich logischerweise nichts. Also ein Halbmarathon ist halt einfach, du rennst eine Stunde roundabout, das ist an sich jetzt simpel, aber da kann es natürlich schon manchmal sein, wenn du einen Kacktag hast. Oder Berlin ist so eine Strecke, da hast du oft Gegenwind auf der zweiten Hälfte und Kudamm ist halt nun mal eine fette Straße.
Wenn du da aus einer Gruppe rausfällst, dann wird das halt teilweise ab 15 Kilometer so, es wird lang, die sechs Kilometer, kann man mal sagen. Da hast du dann schon viel Zeit, dir darüber nachzudenken, warum du dir das gerade hier antust, so ungefähr, sag ich jetzt mal. Beim Marathon ist es natürlich so einfach aufgrund dieser Fueling-Geschichten und du ja trotzdem nur so 15 Minuten roundabout für 5 Kilometer brauchst.
So einen Kilometer vorher fängst du schon an, in deiner Gruppe immer so ein bisschen dich zu positionieren, damit du zu deinem Tisch gut hinkommst. Du nimmst die Flasche, du musst was trinken, irgendwann legst du die Flasche, schmeißt sie weg, das ist wieder ein Kilometer rum. Das ist, so stelle ich es mir ein bisschen vor, du bist ja immer irgendwie beschäftigt, immer auch in der Gruppe und so aufzupassen oder dich zu positionieren.
Also du würdest trotzdem sagen, die fünf sind dann für dich leichter gewesen zu laufen und nicht irgendwie so, dass du irgendwann denkst, oh oh, fünf Runden noch, Turku ist ja bestimmt trotzdem, also du bist wahrscheinlich noch nie auf so einem Tempo angelaufen, hast du da nicht bei... 3.000, 3.200, irgendwie gedacht, meine Fresse, ist aber schon noch weit.
Tatsächlich gar nicht. Also mir ging es eigentlich das ganze Rennen richtig gut. Ich war total verwundert, wie schnell wir waren, weil ich habe erst 600 Meter vor Ziel gesehen, was wir eigentlich gerade für eine Durchgangszeit haben. Deswegen kam halt da auch dann nochmal dieser Switch, weil eigentlich habe ich gesagt nach dem Rabattrennen, ich will einfach nur auf Position laufen.
Und dann habe ich halt 600 to go, habe ich gesehen, dass wir 11.30 durchgingen. Da wusste ich, okay, wir können hier Sub-13 laufen. Das Rennen war für mich eigentlich echt gut. Also ich konnte mich da richtig reinhängen und dann weiß ich nicht, ich habe tatsächlich über gar nichts nachgedacht. Also wie du sagst, man hat eigentlich viel Zeit zum Nachdenken, aber für mich ging es eigentlich nur darum, bleib jetzt da mit, dir geht es ja eigentlich ganz gut, du fühlst dich gut. Und ich habe eigentlich nur auf den Moment gewartet, dass es richtig schlimm wird und der kam irgendwie gar nicht.
Das ist bei den Hindernissen schon was anderes, Wenn es da hart wird, dann kann das auch richtig schnell gehen. Also bevor wir nochmal ganz zurückspulen zu deinen Anfängen und du uns vielleicht auch nochmal mitnimmst, was Hindernislauf in Rabatt bedeutet, wo du Europarekord gelaufen bist und wo die Reise weiter hingeht.
Wenn Philipp das gerade schon angesprochen hat, wie war denn dein Marathon-Exkurs? Also für euch zu Hause. Freddy ist im vergangenen Jahr... Das fehlt leider im Wikipedia-Eintrag hier. Ja, das steht da nicht drin. Freddy ist im vergangenen Herbst beim Frankfurt-Marathon gelaufen, Klammer auf, mitgelaufen, weil du eine spezielle Aufgabe hattest.
Aber wie war das, so der kleine Ausflug zur Straßenlaufszene? Ich fand es richtig cool, muss ich sagen. Ich muss dazu sagen, ich kam voll aus der Trainingspause und bin auch die Woche vorher krank gewesen. Also ich war wirklich echt unfit. Ich habe richtig Probleme gehabt, da Tempo zu machen auf 4 Minuten 10.
Also es war für mich tough. Aber es hat mir richtig Spaß gemacht. Also ich fand, es ist echt nochmal was anderes. Du hast halt überall Stimmung. Ich meine, jetzt sagt man ja über Frankfurt nicht mal, dass es so die krasseste Stimmung in Deutschland ist, aber ich fand es schon toll. Und habe da für mich auf jeden Fall auch schon daraus geschlossen, dass ich auf jeden Fall nächstes Jahr auch mal was auf der Straße machen möchte.
Kein Marathon, so viel kann ich schon sagen, das ist auf jeden Fall zu lang. Aber ja, so einen halben könnte ich mir schon gut vorstellen. Gut, du hast ja über 10.000 auch eine Basis angedeutet. Wenn wir da jetzt mal so konservativ hochrechnen, dann wird auch ein Halbmarathon ganz okay sein. Nochmal zur vollständigen Geschichte. Du hast ja da für deine liebste Tempo gemacht und die hat dich dann mehr gefordert, als du gedacht hast.
Und für Sie war das Debüt, habe ich das richtig in Erinnerung? Ne, das war tatsächlich der zweite, die ist einmal vorher in Bonn gelaufen. Da war sie drei Stunden drei gelaufen und da hat sie gesagt, das kann ich so nicht auf mir sitzen lassen. Ich brauche auf jeden Fall eine Zwei vorne. Ja, und dann haben wir nochmal einen richtig guten Block gemacht und dann ist sie, glaube ich, 257 tief dann in Frankfurt gelaufen. Aber ich hatte auf jeden Fall mehr Muskelkater als sie.
Du bist, bis wohin bist du mitgelaufen? Bis 30, 35? Ja, so 35, 36 in dem Bereich. Also da hast du schon, mir ging es, ja. Da hast du schon eine sehr gute Idee, wo die Reise hingeht, also so insgesamt, also auch von der Strecke und von dem, was es bedeutet, Marathon zu laufen. Also mir ging es während des Laufens eigentlich voll gut und dann bin ich rausgegangen und wollte mir eine lange Hose drüberziehen und dann, als ich so in die Knie ging, merkte ich, ach du Scheiße, meine Oberschenkel, da tat mir wirklich Stellen weh, das habe ich so auf der Bahn noch nicht gespürt, da sind es dann doch meistens die Waden, aber, bei so einer langen Belastung, da merkt man schon die muskuläre Ermüdung nochmal anders.
Das ist ja meistens auch, denke ich mal, der limitierende Faktor beim Marathon. Ja, total. Also Halbmarathon potenziell nächstes Jahr wäre ich natürlich auch sehr gespannt, weil ich gehe natürlich mal davon aus, so kenne ich das von früher auch noch aus den Zeiten, ihr seid da sicherlich auch regelmäßig in Tübingen ja auch für, eine Leistungsdiagnostik und ich muss ja davon ausgehen, wenn jemand 27, 24 rennt, dann wird da auch, die VL3 in einem recht interessanten Bereich sein.
Also da würde ich dir auf jeden Fall, sowohl was die Unterdistanz für einen Halbmarathon betrifft, aber auch wahrscheinlich was die grundsätzlich, wie soll ich sagen, Ausdauerleistungsfähigkeit würde ich dir schon mal tippen, da könnte auf jeden Fall ein spannender Halbmarathon werden. Bevor wir vielleicht in die Anfänge wechseln, ein Ding trotzdem nochmal, einfach weil ich es auch zeitlich interessant fand, ich habe natürlich auch im Vorfeld in der Vorbereitung auf das Gespräch, gucken wir immer natürlich bei World Athletics rein, Ralf wusste natürlich vom Marathon, weil es in Frankfurt war, den du ja quasi nicht, also einen großen Teil eines Marathons gelaufen bist, aber der natürlich nicht erfasst ist, was aber erfasst ist, ist,
und jetzt halte ich fest, ich weiß nicht, ob du weißt, worauf ich hinaus möchte, 60 Meter Hürden 2022. Was war da los? Nee, das stimmt nicht. Das ist ein Fehler. Was ist mit World Athletics los? Da verlässt man sich einmal hier auf die offizielle Statistik. Hier steht, du bist 60 Meter Hürden gelaufen. Im Februar in Hannover. Was war da los?
Das stimmt nicht. Also keine Ahnung. Das ist ein Fehler im System. Nee, wirklich nicht. Also da war ich nicht. Also das wäre auf jeden Fall mal eine Herausforderung. Also diese ganzen anderen Sachen. 100, 200, 400 und so. Das stimmt. Das bin ich alles gelaufen. Aber 60 Meter In der Höhden bin ich nie gelaufen.
Okay, okay. Ich dachte schon, ich kann ja auch, ob deine Wette verloren war oder keine Ahnung. Aber auch die Zeit fand ich dann auch interessant. Also deswegen dachte ich, das muss ich auf jeden Fall hier nochmal zur Sprache bringen, was da der Hintergrund so ist. Gut, dann schauen wir mal auf die Anfänge. Dann schauen wir mal auf deine Anfänge.
Also du stammst ja eigentlich aus dem weiten Rheinland zwischen Köln und Aachen. Geboren bist du, glaube ich, in Aachen, wenn ich das richtig erinnere. Erster Verein DJK Herzogenrath und dann SC Mühl. Und soweit ich das gesehen habe beim Vorbeifahren mit dem Fahrrad, eine schöne kleine Leichtathletikanlage da in Mühl.
Mit einer vier Rundbahn-Tartan-Anlage oder was habt ihr da? Also eigentlich, du hast wahrscheinlich einen Schlüssel und kannst da hingehen, wann du willst. Nämlich alle. Ja, also nicht mehr. Also jetzt mittlerweile bin ich da eigentlich gar nicht mehr, aber früher war ich natürlich sehr häufig da. Tatsächlich haben wir dort einen Platz gehabt, den quasi nur wir zur Verfügung hatten. Das war ein ganz, ganz kleiner, auf den möchtest du wahrscheinlich hinaus.
Vier Rundbahnen. Die Bahn ist auch, glaube ich, nur 319 Meter lang gewesen. Weil es nicht mehr Platz hatte. Aber tatsächlich haben die dort vor drei oder vier Jahren auch eine komplett neue Anlage in Wassenberg bekommen. Mit sechs Rundbahnen. Da waren auch schon deutsche Langstreckenmeisterschaften. Mit einer Tribüne, mit Kraftraum unten drin.
Also die Bedingungen sind schon wirklich top da. Auch eine Halle mit einem 60 Meter Laufschlauch mit Tatern drin. Das hat man, glaube ich, nicht häufig bei so kleinen Vereinen. Das muss man schon sagen. Aber für mich ist es jetzt eher so, wenn ich trainiere, trainiere ich viel bei mir in Frechen oder ich gehe halt nach Leverkusen und mache dort was mit den Jungs.
Ja, gut, da gibt es ja genug Verrückte, mit denen man sich dann ein bisschen betteln kann. Allein trainieren ist schon auch langweilig oder machst du es hin und wieder mal ganz gerne? Für mich ist es immer gut, wenn ich Anschluss haben kann, wenn ich ihn brauche und ansonsten mein Ding so machen kann. Also ich muss sagen, ich bin es sehr gewohnt, viel alleine zu machen, von daher finde ich es auch nicht schlimm.
Aber ich finde es auch dann immer mal wieder gut, Anschluss suchen zu können und dann mit Leuten gemeinsam was zu machen. Das muss ich schon sagen. Und da ist die Konstellation mit den Leverkusener Jungs, mit Johnny Dahlke, Max Norris, echt super. Und zum Beispiel den Max, der kommt auch aus Aachen, den kenne ich schon, keine Ahnung, 20 Jahre.
Das ist schon auch was Besonderes. Und die Standardfrage lautet natürlich, also ich kenne das Revier ja vom Fahrradfahren. Wie sind deine Fahrradqualitäten? weil das spielt ja in der Tübinger Laufszene durchaus auch die eine oder andere Rolle. Ich würde jetzt weder sagen herausragend gut noch mega schlecht.
Also ich würde sagen, ich kann ganz okay Rad fahren. Also genießt du es auch oder machst du es gerne oder ist es jetzt eher so, dass es mal im Trainingsplan drin steht sozusagen? Also ich habe es nie im Trainingsplan, ich habe immer nur Laufen. Im Sommer, also ich liebe Rennradfahren, wenn es richtig heiß ist.
Das finde ich wirklich geil, weil du hast einfach diesen Fahrtwind, das hast du beim Laufen nicht, da gehst du kaputt, wenn es heiß ist. Was ich total verabscheue ist Rolle fahren, das finde ich ganz schlimm da kriegen mich keine 10 Pferde zu. Also dann hoffen wir, dass das auch weiter so bleibt weil das würdest du ja dann auch so nur machen sollen müssen wenn es eine längerwierige Verletzung gäbe ansonsten kann ich nur empfehlen von Wassenberg aus losfahren, dann auf die holländische Seite rüber gibt es fantastischen Radweg durch den Wald, am Fluss entlang sensationelles Radrevier Ohne viel Höhenmeter, also ganz, ganz großer Sport.
Aber so als Läuferhochburg ist die Region ja eher nicht so super bekannt. Wie war das so mit Vorbildern, wie war das so mit der Gruppe, wie ist da die Leidenschaft entstanden? Boah, schwierige Frage. Vorbilder? Weiß nicht, vielleicht hatte man da als Kind mal so jemanden, der regional ganz gut war, aber da war ich dann auch relativ schnell dran, sage ich jetzt mal so.
Für mich war eigentlich immer die Motivation, weil ich halt einfach selber schon früh sehr gut war. Also ich bin damals zur Leistung gekommen, weil ich entdeckt worden bin, weil ich mal einen Volkslauf gelaufen bin und da schon sehr gut war und wollte anfangs gar nicht. Dann hat mein Papa mich so ein bisschen dazu gebracht, mal zum Probetraining zu gehen.
Und dann war es halt so, dass ich, ich habe mit neun angefangen, habe fünf Jahre lang nie irgendeinen Lauf verloren. Und so bleibt man natürlich irgendwie schon halt dabei. Also Erfolg, das ist ja auch das, was jetzt heute, wer der Erfolg nicht da, wird es auch jetzt keinen Spaß machen. Von daher, das war eigentlich so meistens das, was mich getrieben hat.
Ich muss auch sagen, als Kind, ich habe immer lieber Fußball gespielt. Das war immer so meine Liebe. Aber da war ich halt nicht so gut drin. Und diese Resonanz, die man sich dann da auch selber holt, diese Bestätigung und vor allem auch die Bestätigung jetzt in Form von Zeiten für harte Arbeit und dass man für sich selber verantwortlich ist, das finde ich schon sehr cool.
Und für dich war, oder ab wann, ich frage so rum, ab wann war denn für dich klar, es gibt ja natürlich auch welche, die sagen, von klein auf mein großer Traum ist mal diesen Sport professionell, hauptberuflich mäßig ausüben zu dürfen. War das für dich auch so, dass du, wenn du schon so früh so gut warst, hast du da schon irgendwie diesen Traum gehabt, auf jeden Fall olympische Spiele und ich will Profi werden und ich will die Welt bereisen, natürlich auch in Trainingslagern etc. War das schon so früh bei dir da?
Ja, das ist ganz witzig eigentlich, dass du das fragst, weil ich habe wahrscheinlich wie viele Kinder, als ich dann früher immer bei uns die kleine 5-Kilometer-Runde gelaufen bin, immer zu meinem Papa, der mit dem Fahrrad dabei war, gesagt, ich will mal Olympiasieger werden. Das habe ich natürlich dann irgendwann mal wieder beiseite gelegt, aber ich würde sagen, jetzt kommt es dann langsam auch wieder so ein Stück weit zurück. Ja, ja, mega.
Das heißt, du musst jetzt häufiger wieder mit deinem Vater Runden drehen, ja? Das machen wir tatsächlich immer noch sehr häufig. Das machen wir immer noch sehr häufig. Also mittlerweile schafft er es nicht mehr mit einem normalen Fahrrad, da muss schon das E-Bike her, aber das machen wir relativ regelmäßig, ja.
Ja, das klingt doch einfach nach einer sehr schönen Geschichte, die ja durchaus auch eine Rundung noch kriegen kann. Wenn wir vom Olympischer Sieger sprechen, dann sprechen wir von dem Mann, der zumindest in bestimmten Teilen der Welt den 3000 Meter Hinderniswettbewerb dominiert. El Bakali heißt der, ein wirklich außergewöhnlicher Athlet, sehr großer Athlet, der sicher noch ein bisschen anders, nämlich leichter mit den Hindernissen klarkommt als andere, der aber auch abliefert, wenn es zählt und der ist eben in Marokko zu Hause, Rabatt ist das große Meeting, da ist dann alles auf diesem 3000 Meter Hindernislauf zugeschnitten, die Fans sind deshalb da, das Stadion ist voll, die himmeln den an, der muss da gewinnen.
Ja klar, trotzdem machen die ja jetzt da nicht ein gebautes Rennen, also ein Kirmesrennen für ihn, sondern da ist eben Diamond League und da ist halt richtig Alarm. Und du hast ihn in diesem Jahr nah an der Niederlage gehabt. Nimm uns mal mit, wie Hindernislaufend da ist und was so ein Rennen mit dir macht und mit einem als Hindernisläufer macht.
Ja, Rabat ist natürlich immer die Hochburg, sage ich mal, für die Diamond League. Man weiß genau, dass das Rennen schnell wird, weil das hat Elba Kali selber auch schon häufig gesagt, für ihn ist Rabat wie Olympische Spiele. Also das ist, neben dem internationalen Highlight, ist das das Ding, wo der Mann 100% fit dastehen muss.
Und das ist einfach unfassbar cool, weil man weiß genau, man kriegt ein schnelles Rennen. Alle Leute gehen dahin, um einfach halt ihre Zeit auf die Bahn zu brettern, so gut es nur geht. Also da wird nicht taktiert oder sonst was, sondern da geht es los und direkt halt Visier runter und Abfahrt. Und das ist schon sehr cool und klar, die Stimmung ist natürlich auch atemberaubend.
Also wir sind immer dort das letzte Event gewesen und das Stadion, dieses Jahr war es leider nicht ganz so voll wie letztes Jahr, aber trotzdem ist es sehr laut und die Marokkaner haben auch so eine bestimmte Art anzufeuern. Ich kann es gar nicht nah machen, einfach so Rufe, relativ monoton, aber immer wiederkehrend und das nimmst du wahr im Rennen und es pusht.
Also es ist einfach so und klar, für mich die letzten zwei Jahre war es jetzt so, dass ich immer auf den letzten Metern nochmal rangeflogen bin. Das ist natürlich ein super cooles Gefühl und auch diese Spannung da zu haben. Also ich bin immer sehr gerne da und würde mich auch freuen, nächstes Jahr hoffentlich wieder da sein zu können.
Wirst du dann da jetzt auch als so ein Gegenspieler von Elba Kali erkannt oder ist dann ein anderes Umgehen mit dir als Athlet? Ja, sagen wir mal so, also ich habe schon so ein paar Mal gesagt bekommen, okay, könnte schwer werden mit nächstem Jahr. Also ich glaube, es ist schon, es ist schon, nein, also wirklich, man lacht da jetzt drüber.
Ich habe auch anfangs gelacht, aber es kam dann doch das ein oder andere Mal zu viel. Also ich glaube, man möchte schon wirklich nicht riskieren, dass es da irgendwie anders läuft, auch wenn ich sagen muss, jetzt auch dieses Jahr war Elba Kali da, einfach nicht zu schlagen, aber man weiß natürlich nicht, wo es hingeht.
Auf der Straße kann ich dir gar nicht so genau sagen, weil wir gehen da gar nicht so viel raus. Meistens, für mich ist es immer so, ich mache eine relativ kurze Anreise, ich reise einen Tag vorher an, dann mache ich da noch meinen Shakeout und dann bleibe ich eigentlich im Hotel und dann fahre ich nur zum Wettkampf wieder raus.
Deswegen so viel Kontakt mit den Menschen dort habe ich gar nicht. Aber doch, ich glaube, mittlerweile kennt man mich dort schon. Also gerade jetzt nach zwei Jahren dort mit guter Leistung in dem Rennen, was für die Menschen dort wahrscheinlich am bedeutsamsten ist, denke ich schon, ja. Ich habe jetzt auch nicht den geringsten Wiedererkennungswert, sage ich mal.
Ja, in Nordafrika nicht unbedingt. Eben. Na, aber es ist, also ich finde, vor dem Hintergrund muss man vielleicht schon mal sagen, ich erinnere mich auch noch an eine andere Ära, die eher so mit meiner Zeit als Bahnläufer noch zusammengefallen ist, also ich finde gerade 3000 Meter Hindernis. Und ist eher vielleicht eine Strecke auch, wo eben diese ganzen anderen Skills, wo wir schon gesprochen hatten, beispielsweise Leichtathletische Grundausbildung, wie kannst du dir Rennen einteilen, wie gut bist du technisch am Wasser graben und so weiter und so fort, einfach ein großes Gewicht auch haben, um erfolgreich zu sein.
Und ich habe schon, natürlich gibt es auch eine kenianische Tradition, wo es Eras gab, wo die sehr, sehr gut natürlich da waren, aber ich finde trotzdem, mindestens mal im Männerbereich, ich muss es kurz mal überlegen, bei den Frauen, ja, wahrscheinlich ähnlich, aber trotzdem mindestens mal im Männerbereich, würde ich sagen, ist 3000 Meter Hindernis schon eine Strecke, wo du, glaube ich, auch als Mitteleuropäer oder als Amerikaner oder so, auf jeden Fall international vorne mitlaufen kannst.
Also ich rede jetzt nicht nur von Europa, sondern auch von Weltmeisterschaften, olympischen Spiele. Erinnerungen, die ich jetzt meinte, war zum Beispiel die Ära rund um Evan Jagger beispielsweise, der ja auch nach langer Zeit gleich mal wieder ein nicht in Afrika geborener Läufer war, der da aber auch auf Top-Nimo in der Welt um Medaillen mitgelaufen ist.
Ist das für dich du bist natürlich jetzt für einen Läufer nicht alt oder so, also ich meine mit 29 bist du in der Prime, würde ich mal sagen und wenn man gesund ist, kann man glaube ich heute eine viel längere Karriere auch haben, wenn man das denn möchte, als früher wahrscheinlich, siehst du dich perspektivisch langfristig als Hindernisläufer also oder anders gefragt vielleicht als Vorgriff, was würdest du als deine stärkste Zeit einschätzen, jetzt momentan Hindernis 5000 und die 10 Ja, auf jeden Fall die Hindernisse.
Also vielleicht für die euch zu Hause noch mal kurz vor Augen führen, Hindernis 7,57, 12,57 für 5.000 und die 27,24 eben über die Zehn. Also für mich auf jeden Fall die Hindernisse. Also ich glaube, das ist auch am nächsten dran an meinem maximalen Vermögen. Also ich glaube, rückblickend eine 5. Also ich glaube, wenn wir die schneller angelaufen wären, wäre ich auch in dem Rennen schneller gelaufen.
Und ich glaube auch auf einer 10. Ich glaube, das ist fast die schwächste Zeit von den dreien. Deswegen auch das werde ich sicherlich nochmal angehen, aber ich glaube nicht mehr auf der Bahn. Ich weiß nicht, bist du damals 10 auch auf der Bahn gelaufen? Ab und an, aber es war jetzt nie die große Leidenschaft, muss ich sagen.
Also 25 Runden auf der Bahn fand ich jetzt schon zäh, muss ich sagen. Also da war das Herz auf jeden Fall sehr viel mehr an fünf gehangen. Das fand ich jetzt zum Beispiel gar nicht so tough. Also mit den Runden, das ging eigentlich gut, aber ich habe solche Schmerzen gehabt. Also zwei Wochen lang war an Belastung gar, ja, also komplett zu.
Da war an Belastung gar nicht zu denken. Und deswegen, ich glaube, zehn werde ich wahrscheinlich nur noch auf der Straße machen. Da sind wir ja heutzutage mit dem Schuhwerk schon so weit, dass man da echt viel von dem Impact halt wegnehmen kann. Das stimmt. Also nee, um darauf zurückzukennen, ich glaube schon, die Hindernisse sind, also ich meine, das zeigt ja auch die Einordnung, sage ich mal, in den Top-Listen, dass die schon wahrscheinlich die stärkste Zeit ist von den dreien.
Aber ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, da bei allen nochmal hoffentlich nochmal nachlegen zu können. Ich glaube, bei den Hindernissen wird es am schwersten. Kann mir auf jeden Fall auch vorstellen, noch mal häufiger, vor allem auch die 5 zu laufen. Also nur mal zur Einordnung, weil du das eben gesagt hast, mit unterschiedlichen Skills und so, ja.
Also die Tradition der Olympiasieger aus Europa ist schon ein bisschen älter. Der letzte Olympiasieger aus Europa, hast du eine Idee, Freddy? Ja, bestimmt dann, aber wie könnte es sein? Ne, Patriz Eke war Weltmeister, oder? Der war Weltmeister, ja. 83, Okay, ich helfe euch, weil ihr wart da noch nicht geboren. Okay.
1980 in Moskau, Bronislav Malinowski war der letzte europäische Olympiasieger. Danach. Kenianische Olympiasieger ohne Ende, bis El Baikali. Und El Baikali hat die letzten beiden Olympischen Spiele gewonnen. Und davor nur Kenianer, Philipp, du hattest das gesagt, das war deren Pflicht, Goldmedaille im Prinzip.
Das war immer, alles andere ist nice to have, 3.000 Hindernisse ist Pflicht. Deshalb hatten die auch dann so eine echte Krise, weil als Elba Kali dann kam, da ist halt Benjamin Keegan Dritter gewesen und das war für die ein Desaster, in Tokio, ein absolutes Desaster, waren die glaube ich auch insgesamt in der Bilanz nicht ganz so gut.
Und dann hat er den wiederholt, den Olympiasieg. Also das ist schon für die kenianische Vorherrschaft da entscheidend gewesen. Und mal ganz kurz aus deutscher Sicht, es gab Frank Baumgartl, der hat 76 für die DDR Bronze gewonnen. Ansonsten sieht das noch relativ ausbaubar aus, sagen wir es mal so. Ja, also was das angeht, ich sag mal gerade auch mit der kenianischen Dominanz, da würde ich auf jeden Fall sagen, die ist gebrochen.
Also wir haben zwar jetzt gerade auch wieder zwei top-kenianische Hintern ins Läufer, aber wie gesagt, wir haben Sufjan Elbakali, der nach wie vor in seiner Prime unterwegs ist, zweitschnellste Zeit seiner Karriere gelaufen dieses Jahr. Dann bin ich dabei, der jetzt unter acht Minuten gelaufen ist. Wir haben auch einen Karl, mit dem man immer rechnen muss, gerade wenn es nicht ganz so schnell am Anfang ist. Wir haben immer noch einen George Beamich, der Weltmeister geworden ist, der in komplett taktischen Rennen auch immer da ist.
Also da würde ich auf jeden Fall sagen, kenianische Dominanz, das ist nicht mehr. Also auf gar keinen Fall. Und man sieht ihr Lesen. Ich habe noch vergessen. Und wir haben Lametscha Girma, der E-Tokia ist und Weltrekordhalter ist. Der Silber gewonnen hat bei den letzten Olympischen Spielen. Nee, der ist gestürzt.
Bei den in Tokio hat er Silber gewonnen. Das war das Brechen der kenianischen Vormachtstellung. Lametscha Girma ist gestürzt, übrigens da ziemlich schlimm gestürzt und hat immer noch Probleme mit dem Gleichgewichtssinn nach diesem Sturz. Er ist ja so ganz doof auf den Hinterkopf gefallen. Da hoffen wir, dass er wiederkommt. Was ihr zu Hause nicht seht bei den letzten Äußerungen von Freddy, das Funkeln in den Augen, das jetzt vielleicht nochmal ein Stück stärker geworden ist, als er darüber berichtet hat, wer gerade da die großen Karten spielt bei 3000 Meter Hindernis weltweit.
Philipp hat das ja schon kurz angedeutet. Das fällt ja jetzt gleichzeitig zusammen mit einem absoluten Deutschen hoch, Weil, Karl Beben war fast schon angesprochen, der hat eine Medaille gewonnen bei den letzten Europameisterschaften, hat jetzt ein Diamond League Meeting gewonnen, wo ja glaube ich auch nicht so viele mit gerechnet haben.
Auch die Art und Weise war großartig. Wir hatten Niki Buchholz als WM-Teilnehmer ja noch zusätzlich im Finale bei den letzten Weltmeisterschaften. Ja, wir haben Felton Schneider noch dahinter, der ja auch in dem EM-Finale mit euch war und so weiter und so weiter. Also, was passiert da gerade? Ist das ein Zufall oder glaubst du, dass da schon der eine den anderen pusht, ihr ja auch gegenseitig euch pusht, ihr macht ja, du jetzt ja gerade aktuell auch in St. Moritz ja auch gemeinsam Trainingslager, ne?
Also auf jeden Fall, also dieser Push-Effekt ist auf jeden Fall da, ich glaube, das hat man auch dieses Jahr krass gespürt, also letztes Jahr habe ich ja so ein bisschen die Saison eröffnet und es hat so ein Stück weit alle gepusht und dieses Jahr war es zum Beispiel Mo, Mo Abdillahi mit seinen Diamond League Rennen da in China, das war natürlich auch krass, ne, für die Deutschen, für uns dann zu sehen, ey, auf einmal ist auch jemand auf der Flachstrecke da, der halt so ein Ding gewinnt und das spielt definitiv eine Rolle, aber ich glaube, der größte Aspekt ist ganz einfach, dass wir halt ein großes Umdenken hatten, was Trainingssteuerung und Belastungssteuerung angeht.
Ich glaube, mittlerweile ist man so viel schlauer geworden, dass man. Nicht mehr häufig in diese komplett laktaziden Bereiche reingeht und sich abschießt und einfach so ein Stück weit Verletzungsprophylaxe halt dadurch auch betreibt. Also ich glaube, mittlerweile hat so ein Umdenken stattgefunden, dass man eher auf die Umfänge geht und die Intensitäten ein bisschen reduziert und dadurch sind die Leute weniger verletzt und können eine ganz andere Kontinuität im Training an den Tag legen.
Und ich glaube, das hat extrem dazu beigetragen, dass jetzt alle ihre Zeiten verbessern. Und klar, wie gesagt, der Push-Effekt, was du noch nicht gesagt hast, ist, wir haben auch wieder einen Haufen Leute, die jetzt wieder im 820er-Bereich unterwegs sind. Das hat uns jetzt jahrelang gefehlt und auch das wird jetzt wieder gefüllt.
Und das ist unglaublich cool zu sehen, dass wir da jetzt so eine Breite haben. Weil, wie gesagt, andere Länder, wie zum Beispiel die Franzosen, die haben das schon lange, Aber auch in Deutschland hat man jetzt immer mal wieder jemanden, der auch mal in einem C-Meeting irgendwo ist oder in einem B-Meeting.
Und das ist unglaublich wichtig, auch für die jungen Leute, die da echt eine große Lücke halt zu schließen haben zu uns nach vorne, dass man da immer mal eine Orientierung hat. Nehmen wir uns nochmal mit bei der Trainingssteuerung. Das war spannend. Genau, das ist sehr, sehr spannend. Karl war ja im letzten Jahr bei uns, der hat das auch schon angedeutet, dass sehr viel an der Schwelle gelaufen wird.
Und eigentlich nur, so wie du das auch gesagt hast, nur selten wirklich in den Spitzenlaktatbereich reingegangen wird. Du hast allerdings eben 800 Meter mit Hürden angedeutet. Das klang eher nach Race-Tempo oder sogar ein bisschen schneller. Ja, nimm uns mal mit in die Aufteilung und sicher auch, wo so eine Wintergeschichte dann herkommt.
Ja, also bei mir ist es mit Sicherheit vielleicht sogar nochmal ein bisschen besonderer, weil ich bin extrem guter Schwellenresponder. Also ich funktioniere unglaublich gut mit diesen Ausdauerreizen. Deswegen machen wir im Winter eigentlich fast nur Schwelle. Also dann haben wir meistens alternieren wir in den Wochen zwischen zwei und drei Belastungstagen.
Also wir haben zum Beispiel die Woche 1, wo ich Mittwoch einen Doppelschwellentag mache und Samstag einen Doppelschwellentag mache und dann ist die Woche darauf Dienstag ein Doppelschwellentag, Donnerstag nur eine Belastung und Samstag dann nochmal doppelt. Das heißt, wir haben einen Wechsel zwischen 4 und 5 Belastungen immer.
Jetzt im Sommer ist es dann natürlich schon häufiger so, dass wir auch in diese Race Paces reingehen weil man muss es schon so ein Stück weit den Körper wieder daran gewöhnen dieses Tempo auch zu laufen, wenn ich halt jetzt Schwelle laufe, also wie gesagt ich habe wirklich eine sehr gute Schwelle und ich laufe dann weiß ich nicht, 66er Runden, das reicht halt nicht um mein Hindernistempo zu simulieren dann auch mit 5 Springen dazwischen deswegen, ich glaube das ist einfach eine Periodisierung, die sich auch verkürzt hat.
Also im Winter machen alle viel und auch lange Grundlage und im Sommer wird dann auf einen kurzen Zeitraum geballt, viel Qualität gemacht und ich glaube, das macht echt einen großen Unterschied. Ja, das ist wirklich ja super spannend zu sehen. Also du hast ja angefangen, hast du gesagt, im November mit einer Schwelle von 4,10, die konntest du 35 Kilometer laufen und dann bist du rausgegangen, weil deine Frau schneller war als du.
Ja, so viel haben wir verstanden. Aber wo liegt denn bei dir die Schwelle, wenn du anfängst? Nein, ist ja Quatsch, ist ja Quatsch. Wo liegt denn die Schwelle und wie entwickelt ihr die über den Bildern? Das ist ja eine krasse Entwicklung von 4,10 auf 2,45 in ein paar Monaten. Da würde ich auch gerne wissen, wie das geht. Da fang ich auch noch mal an.
Da kann ich auch nichts zu sagen. Nein, aber es ist schon so, wenn ich jetzt zum Beispiel aus einer Trainingspause komme, dann fang ich schon eher mit 3.15 an. 3? Wirklich? Ja. Okay, krass. Das ist ja auch eine heftige Entwicklung dann trotz alledem, muss man sagen. Ja, und dann geht es relativ schnell in Richtung 3 Minuten eigentlich. Ja.
Und wenn ich richtig im Training bin, dann ab so Dezember laufe ich eigentlich, egal welche Streckenlänge, nichts mehr über 3 Minuten Pace. Das ist aber das Workout dann, also das sind die Belastungseinheiten, um das nochmal klar zu sagen. Ja genau, also so ein klassischer Schwellentag ist bei mir eigentlich, also ich gehe immer morgens auf ein Laufband, ich habe ein Laufband im Keller, da mache ich dann zum Beispiel, ich sage jetzt mal dreimal acht Minuten mit zwei Minuten Trabpause.
Mein Laufband ist glaube ich nicht komplett gut geeicht, ich stelle das so auf 3,05 und da habe ich meistens zwei Millimol. Das ist schon brutal gut, ja. Aber das kommt wahrscheinlich nicht hin, weil wenn ich das draußen machen würde, wäre ich definitiv schneller. Ich mache dann sonst zum Beispiel, wenn ich jetzt 10 mal 1000 mache, was wir auch oft gemacht haben, dann bin ich jetzt häufig dann wirklich 2,45 gelaufen, hatte so 90 Sekunden Pause, aber stehend und dann komme ich halt wirklich so bei 3 Millimol raus am Ende. Das ist gut.
Und dann Und die langsamen Einheiten, also das, was dann drumherum an Kilometern zustande kommt, was ist da eine Range? Ich würde sagen zwischen 4 Minuten und 4 Minuten 15 Tempo. Und ja, ich laufe nie kürzer als 8 Kilometer. Das ist so der klassische Doppel eigentlich. Also wenn dann nachmittags der zweite Dauerlauf ist, dann 8 oder 10.
Und wenn es ein Doppeltag ist, dann meistens vormittags 12 oder 15. Und Long Run sind bei mir schon relativ lang. Also mache ich meistens so eine 25, kann mal 22 oder 28 sein. Ja, wie gesagt, ich trainiere schon eher wie ein Langstreckler. Ja, absolut. Ich mache dann im Sommer mal ein paar Hürden, aber für mich ist es schon so, dass das halt am besten funktioniert.
Was sind das in der, also wahrscheinlich im Sommer natürlich ein bisschen weniger, in der Wettkampfphase, Wochenkilometer, wie sieht das dann so aus? Weil, naja, wenn du eine 28, sagen wir mal, im Frühjahr, Winter oder wie auch immer, mit einbaust und die anderen Tage dann so zwischen ... Ja, 25, 25 Kilometer pro Tag, da kommst du schon auf deine 160 Kilometer vielleicht fast, oder?
Ja, ja, ja. Also ich hatte eigentlich im Winter, ich würde sagen, von Januar bis März hatte ich eigentlich jede Woche so 160 bis 165. Ich würde sagen, im Mittel eher so Richtung 165, weil da kann auch mal eine 170er dabei sein, wenn richtig viel drin ist. Und jetzt im Sommer, also tatsächlich hier in St. Moritz habe ich jetzt auch, die erste Woche war auch 170 und die zweite 160.
Aber das wird halt jetzt nochmal ein bisschen runtergefahren. Wie gesagt, für uns ist halt der Fokus voll Birmingham, also die EM. Und da werden wir jetzt natürlich schon nochmal ein bisschen rausnehmen vorher. Ja, du deutest das ja schon so leicht an. Ganz geschmeidig, wie die Saison eigentlich sein sollte, ist sie leider nicht verlaufen.
Also du hattest ja einen super Doppel da mit dem Rennen in Rabatt, wo du Europarekord gelaufen bist über die Hindernisse. Und dann relativ kurz anschließend, fünf Tage, anschließend in Turku dann die 5000 Meter, das war der Flow, da warst du einfach komplett im Flow drin. Dann bist du leider ein bisschen krank geworden und das war jetzt eine kleine Brechung in deiner Saison.
Habt ihr das Beste draus gemacht? Wir hatten am letzten Montag ja schon eine kurze, DLV-Pressekonferenz, da hast du schon angedeutet, Ah, okay, bei den Hürden-Einheiten, also bei den technischen Einheiten waren mehr Abstriche, deshalb jetzt vielleicht auch die Entscheidung 5000 zu laufen bei den deutschen Meisterschaften.
Wo stehst du so im Anlauf an die großen Aufgaben, also vor allen Dingen natürlich dann EM? Ja, also so spezifisch kann ich es gerade schwer einschätzen, weil ich muss sagen, ich bin so oft auch nicht hier in der Höhe in St. Moritz. Das heißt, es fällt mir schon schwer, das so ein bisschen einzuordnen, wie das Training jetzt gerade läuft. Aber ich würde von meinem subjektiven Empfinden würde ich schon sagen, dass ich gerade wieder sehr fit bin.
Der Hintergrund, dass ich halt die Hindernisse nicht mache, ist halt wirklich, dass ich einfach, seit den Rennen keinmal mehr Hürden gemacht habe, also da fühle ich mich gerade einfach noch nicht so sicher mit und ich glaube, im langfristigen Aufbau für die Europameisterschaften wäre das jetzt auch Quatsch gewesen, das jetzt irgendwie zu übereilen.
Und eine 5 ist für mich ja ausdauermäßig eigentlich der gleiche Reiz und ich glaube, das wären auch oder würden zwei sehr ähnliche Rennen werden, also ob ich es jetzt gegen Flo oder gegen Karl laufe. Das ist schon ein sehr, sehr ähnlicher Reiz, glaube ich. Und ja, ich hoffe einfach, dass jetzt, wenn ich wieder zu Hause bin, dass ich dann auch wieder komplett die alte Stärke zurückfinde und nochmal richtig gute zwei, drei Trainingswochen habe vor Birmingham.
Und dann, glaube ich, wird das auch richtig gut werden. Also ich habe da schon ein gutes Gefühl. Ich glaube, ich bin da gerade wirklich ruhig. Ich glaube nicht, dass ich jetzt viel falsch gemacht habe und ich habe auch nicht so viel Training insgesamt verpasst durch diese Krankheitsmisere. Es waren wirklich im Endeffekt nur vier, fünf Tage, Aber ich konnte halt nicht mit der gleichen Qualität direkt weiter trainieren wie vorher, weil die war schon sehr hoch, muss ich sagen, vor den Rennen.
Und da musste ich jetzt erstmal mich wieder so ein bisschen reinfinden. Also wir haben kurz vorher noch philosophiert, weißt du, sonst, gab es ja mal bei dem einen oder anderen herausragenden Athlet oder bei der herausragenden Athletin, dass sie dann gesagt haben, okay, dann laufen wir da vielleicht nicht 3.000 oder nicht 5.000, sondern hol uns den Titel über 1.500 ab oder in deinem Fall über 5.000.
Das ist aber leider so einfach nicht die Rechnung, weil so hast du vielleicht jetzt nicht mit Felton Schneider, mit Niki Buchholz und Karl Webendorf zu tun über 3000 Hindernis, sondern mit Flo Bremm, der ja mit dir in Tokio gelaufen ist, über 5000, also einfach wird da gar nichts. Nee, also auf gar keinen Fall. Ich glaube, wie gesagt, ich schätze die beiden Rennen sehr ähnlich schwer ein.
Deswegen ist es für mich jetzt auch eigentlich kein Abstrich, die fünf zu machen. Ich glaube, vom Reiz her ist es fast identisch. Es ist einfach nur für mich, glaube ich, jetzt gut, jetzt nicht ins kalte Wasser geschmissen zu werden. Und vielleicht, ich weiß es wirklich nicht, aber vielleicht mit einem irgendwie, schlechten Gefühl aus einem Hindernisrennen zu gehen. Das will ich auf gar keinen Fall. Das will ich schon ernst vorbereiten. Und ich will definitiv mental voll da sein, wenn es dann in Birmingham da um den Titel geht.
Also nehmen wir mal den direkten Vergleich. Also in Rabatt war das ganze Ding ja auf die drei Hindernis ausgerichtet. Stadion war voll. Stimmungsblock war parat. Ah ne, Stimmungsblock ist in Wattenscheid jetzt. Also der ganze Tag ist auf das Highlight 5000 Meter als letzter Wettbewerb am Samstagabend.
Ja, Primetime, Leute, kommt vorbei, schaltet ein, sportschau.de, alles live am Samstag, ja, machen wir. Stimmungsblock wird voll sein, weil dein Vereins- und Trainingspartner Max Dorwitt da Vollalarm gemacht hat. Bloß es wird das letzte Rennen von Max in seiner Karriere als Profiläufer. Da schwingen ja dann auch noch so ein paar emotionale Aspekte mit und ich bin ganz sicher, dass aus dem Stimmungsblock vorher keiner nach Hause gehen darf, wenn ich das richtig weiß.
Ja, besser ist es. Das wäre schon gerechtfertigt. Also jetzt losgelöst von irgendeiner sportlichen Leistung, das muss man schon einfach anerkennen, dass Max einfach super viel für den Sport tut und auch da echt ein wichtiger Player ist, auf dieser Ebene und ich glaube, den Respekt und die Ehre, die müssen wir ihm da erweisen und, sehr schade, dass das jetzt so schon endet, aber ich hoffe einfach, dass es ein Spektakel wird und auch sich nochmal mit einer guten Leistung belohnen kann.
Das hoffen wir auf jeden Fall auch. Ich glaube, er hätte sich die letzte Saison, glaube ich, sicherlich anders gewünscht und vorgestellt. Das ist natürlich jetzt unglücklich gelaufen, aber umso schöner, wenn er dann hoffentlich bei einer DM in Wattenscheid-Lorheide-Stadion. Und das war, glaube ich, mit die erste, und das ist ja jetzt auch nochmal ein ganz anderes Stadion, als ich damals das erste Mal gelaufen bin.
Aber ich weiß noch, das erste Mal eine dreimal tausend Meter, ich weiß gar nicht, was das war, U18, U20, DM, war ich mal da. Und das fand ich schon damals ein sehr, ja, wie soll ich sagen, Leichtathletik, historisches Stadion, zumindest für uns hier in Deutschland. Das wünsche ich ihm auf jeden Fall auch.
Nach der DM ist vor der EM die zwei, drei Wochen, du sagtest es schon, da wirst du dich zu Hause weiter vorbereiten. Oder geht es dann für dich noch mal in irgendeine Art von, wie nennt man das heutzutage in Neudeutsch, noch mal so eine Art Pre-Camp oder wirst du da vor allem zu Hause den Feinstift noch mal machen?
Ich bleibe zu Hause. Also ich glaube, das ist für mich auch sehr entscheidend noch mal. Ich habe das vor den anderen Rennen auch gemacht in Rabat. Also ich glaube, ich bin jemand, der sich sehr, sehr gut zu Hause vorbereiten kann. Ich bin noch gar nicht so sicher, ob ich wie gesagt so eine direkte Höhe überhaupt brauche.
Also ich glaube, diese Camps als langfristiger Aufbau ist das, glaube ich, immer super. Ich glaube, ich zerre da sehr lange von, aber nicht unbedingt so direkt. Und deswegen ich glaube, das wird mir sehr gut tun in meinem gewohnten Umfeld. Ich kann immer gut performen, wenn ich mich wohl fühle und das tue ich zu Hause ungemein. Ich bin immer gerne dort.
Hinzu kommt aber auch noch, dass wir halt diese blöde Situation hatten, dass die unsere Vorläufe im April oder im Mai halt verschoben haben. Ursprünglich war geplant gewesen, dass wir Samstagvormittags die Vorläufe haben und Sonntagabends, das Finale ist. Jetzt haben sie die Vorläufe auf Donnerstag terminiert.
Das heißt, wenn ich Mittwoch anreisen würde, dann wäre es schon relativ tough mit Sonntag aus der Höhe. Und da habe ich auf jeden Fall auch zu Isabel direkt gesagt, das mache ich nicht, ich bleibe zu Hause, das kriegen wir auch so hin. Und ich glaube, es machen fast alle Hindernisläufer so. Das ist ja tatsächlich auch echt ein bisschen ungewöhnlich, so ein Zwei-Tages-Rhythmus dazwischen.
Das ist schon so. Und nochmal für euch zu Hause, man hat ja unterschiedliche Herangehensweisen, wenn man aus der Höhe kommt, entweder kurz vorher, so wie Freddy das angedeutet hat, oder dann eben neun Tage vorher. Das macht dann aber ja keinen Sinn mehr im Vergleich zu den deutschen Meisterschaften, weil dann ist der sinnhafte Weg in die Höhe da einfach nicht mehr da.
Also was soll das dann noch für einen Effekt haben, wenn du nach fünf, sechs Tagen in der Höhe bist? Hat dann eher keinen. Außerdem unterschätzt mir nicht die Anstiege in Mühl und Wassenberg. Die sind klein und fies und heftig und von oben hat man einen tollen Blick auf die Gegend. Also kann ich nur empfehlen, wenn man laufen will.
Ich bin ja wohnhaft in Kerpen, da ist alles flach. Das ist allerdings wahr. Da kannst du höchstens noch ein bisschen Kart fahren gehen. Ja, das immer wieder gerne. Ah, okay. Geschwindigkeitsfreak oder wie? Ja, also habe ich nichts gegen auf jeden Fall, ja. Also ich bin gerne dort in der Karthalle, die ist schon echt cool.
Ja, das sind ja noch die Reste, ich weiß gar nicht, ob es denen noch gehört, von Michael Schumacher und seiner Family, die das da irgendwann mal ist ja die Heimat von Michael Schumacher da installiert haben. Also ist, glaube ich, auch die einzige Attraktion in Kerpen. Jetzt mache ich mich ganz dolle unbeliebt in Kerpen, ja.
Ja, so richtig viel haben wir nicht, das stimmt. Aber was wir noch haben, was wir noch haben ist, das ist wirklich cool, gerade für Leute, die so Sportklamotten shoppen wollen, wir haben einen Clearance-Store von Nike. Also wirklich nicht Outlet, sondern nochmal günstiger. Also da kann man schon wirklich mal einen guten Schnapper machen.
Ansonsten ist jetzt nicht so viel Außergewöhnliches da, das muss ich schon zugeben. So, dann nimm uns nochmal mit, was so eine EM in deiner Wahrnehmung bedeutet, was eine EM für deine Karriere bedeutet. Wir hatten jetzt ja sehr intensive letzte Jahre mit EM Olympia in einem Jahr, mit Weltmeisterschaften, die natürlich dann auch in Tokio sehr weit weg waren.
Die Olympischen Spiele leuchten ja schon so ein bisschen am Horizont 2028. Nächstes Jahr ist wieder eine EM, wieder in Asien, in Peking. Was ist dann so eine EM in Großbritannien, wo Laufen ja auch relativ hoch gehandelt wird? Die ist extrem wichtig, also was soll ich jetzt, was soll ich sagen, also ich glaube, ich habe jetzt mehrfach gezeigt, dass ich ein guter Mann bin für schnelle Zeiten, sage ich mal, aber ich habe halt noch nichts mit nach Hause gebracht, noch keine Medaille von irgendwo, außer damals in der U23 und, es wird jetzt Zeit, sich halt damit zu beschäftigen und dass das halt, die wichtigsten Dinge des Jahres sind und für mich war auf jeden Fall auch im Vorfeld die EM das, worauf ich hintrainiert habe, das war jetzt ein bisschen
ungünstig mit diesem Trainingsausfall und dieser Krankheit, aber die ist für mich vom Stellenwert. Also wenn du mich gefragt hättest, lieber unter 8 Minuten oder Goldmedaille in Birmingham, hätte ich auf jeden Fall die Medaille genommen. Weil das ist auch im Endeffekt das, woran du gemessen wirst. Klar, ich stehe jetzt mit einer 7,57 vielleicht in den Geschichtsbüchern, aber in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit ist so eine Medaille immer mehr wert.
Und die Chancen muss man einfach nutzen, wenn man sie kriegen kann. Also das finde ich jetzt spannend, weil 8 Minuten ist ja ein Barrier. Du hast jetzt nicht nur in An- und Abführung einen Rekord aufgestellt und einen Europa-Rekord aufgestellt, sondern du hast acht Minuten gebrochen. Das ist schon noch was anderes.
Wir hatten mit Gesa Krause jetzt auch schon gesprochen im Vorfeld. Für sie ist die neun Minuten schon noch was wert. Okay, sie hat vielleicht auch die ein oder andere Medaille schon gewonnen in ihrer Karriere. Richtig, das ist halt einmal Uno-Reverse. Sie ist genau in einer anderen Position. Nein, also ich meinte jetzt auch nicht, dass das eine jetzt irgendwie weniger wert ist oder so, aber für mich selber, ich hätte auf jeden Fall die Medaille, glaube ich, genommen.
Also wenn es Europameister oder unter acht wäre. Glaube ich, hätte ich den Europameister genommen, weil das bleibt einfach für immer, das kann dir keiner wegnehmen. Unter acht Minuten auch, aber das gerät vielleicht schneller in Vergessenheit, wenn in fünf Jahren mal drei Europäer drunter gelaufen sind, sage ich jetzt mal. Du stehst immer als Erster da.
Das stimmt, aber irgendwann fragt auch keiner mehr, wer war der Erste. Ja, weiß ich nicht, weiß ich nicht. Roger Bannister-Mile ist forever, der ist der Erste, der unter vier Minuten gelaufen ist. Aber das ist halt auch wieder eine Meile und kein Hindernislauf. Ja, okay. Das verstehe ich schon. Ich glaube, die Titel, die Titel, die bleiben irgendwie mit dem Namen ein bisschen mehr verknüpft, warum auch immer, aber es ist, glaube ich, greifbarer, vielleicht auch für Leute außerhalb der Szenen ist das irgendwie greifbarer so. Das ist halt Europameister, Weltmeister etc.
Die Zeiten, die können wir natürlich wahnsinnig gut einordnen und während du das so erzählt hast, habe ich auch echt überlegt so, jetzt bin ich nicht in der Situation, dass ich es entscheiden müsste, aber ich denke mir so, boah, das ist aber echt eine taffe Entscheidung. Europameister ist sicherlich geil, andererseits 7,57 erste Mal unter 8, Europarekord aktuell, ist natürlich auch schon fett.
Ich bin froh, dass ich die Entscheidung nicht treffen muss. Und umkehrschluss, du kannst es auch nicht treffen. Du kannst höchstens zu dieser Leistung noch den Europameistertitel hinzufügen. Das wäre, glaube ich, eh die Win-Win-Situation sozusagen, die wir alle am liebsten sehen würden. Aber ja, wahrscheinlich bleiben die Titel eher hängen. Das glaube ich doch auch.
Das heißt, du würdest sagen, du bist auch eher der Typ ... Also Championship-Racer, ne? Also du bist, oder bist du so, weil offensichtlich kannst du das andere ja auch sehr gut, ne? Wir haben es in Rabatt und in Turku gesehen, beides gemachte Rennen in Anführungszeichen, also Meetings halt, wo es um schnelle Zeiten geht, die dir ja offensichtlich auch liegen.
Aber du würdest im Zweifelsfall so Meisterschaftsrennen schon eher fühlen, so turniermäßiger Wettbewerb. Ich mag diese Rennen schon, aber ich mag es jetzt zum Beispiel nicht, wenn es wie letztes Jahr in Tokio ist, wenn es so unfassbar langsam ist. Also wir sind ja wirklich, wir sind ja glaube ich sechs Minuten bei 2000 durchgegangen.
Das ist dann schon, also ich muss ja jetzt, ich meine gut, die Leute kennen mich, mittlerweile kennt man glaube ich auch meine Stärken. Für mich ist es schon eher gut, wenn es so ein mittelhohes Tempo ist, weil es für mich meistens viel entspannter ist als für alle anderen. Ja, ja. Also zu Deutsch, ihr würdet auch über Teamwork nachdenken bei den Europawissenschaften oder ist dann doch jede eigene Karte? Ja.
Das glaube ich jetzt eher nicht. Also ich glaube, dafür sind jetzt, glaube ich, bei Karl und mir die Stärken zu verschieden. Also ich glaube, da profitiert der eine eher vom anderen als der andere. Und ich glaube für den Niki zum Beispiel, also ich gehe mal davon aus, dass Niki der dritte Mann sein wird, für den ist natürlich auch entscheidend, sich da nochmal in den Vordergrund zu spielen.
Und ich glaube auch, dass er eine super Position machen kann und für ihn natürlich, nochmal wichtig, auch auf sich aufmerksam zu machen, weil der natürlich nach wie vor dieses Problem hat mit Sponsoren und Ausrüstern und sonst was, was ja keiner verstehen kann, aber es ist halt leider nun mal da, von daher, ich glaube nicht, dass sich da jetzt irgendwer für irgendwen aufopfern wird.
Ich glaube, so oder so welches Szenario wir erleben werden, ich glaube, dass wir mit zwei deutschen Medaillen nach Hause fahren werden und ja, wie das Rennen dann sein wird, werden wir sehen. Leider gibt es, glaube ich, keinen Briten, der da irgendwie auch nur halbwegs mittoben könnte, weil das macht natürlich schon nochmal was aus.
Das wird ja bei den Frauen so sein. Da ist halt eine junge Britin jetzt gerade europäische Bestzeit gelaufen und dann kommen halt Gesa und Lea Maier und so. Das ist schon cool. Auf jeden Fall. Also wir haben schon auch einen, der ganz gut ist, aber der ist jetzt bei einer PB so bei 8,16. Also kann ich mir jetzt nicht vorstellen, dass der jetzt da im Kampf um den Titel irgendwie mit eingreifen kann.
Aber ja, ich hoffe einfach, dass die Leute Bock auf Hindernislauf haben. Vielleicht kriegen wir es ja auch hin, da irgendwie ein bisschen Hype aufzubauen. Keine Ahnung. Letzter Abend, da wird die Stimmung schon irgendwie geil sein. Also ich gehe mal fest davon aus, es wird ein cooles Ding werden. Völlig überraschend machen wir auch das live für euch im Ersten.
Und ich kann versprechen, wir werden einen kleinen Fokus auf die drei Hindernisse der Männer legen. Das könnte schon durchaus passieren. Ja, komisch, ne? Aber um nochmal auf Gesa zu kommen, das ist ja auch eine spezielle Karriere. Die ist ja logischerweise definiert über 3000 Meter Hindernis. Hat den Ausflug auf die Straße gemacht.
Versucht auch in Richtung Marathon. War, wie sie jetzt nochmal gesagt hat, schon für sie echt ein Downer, dass sie das nicht geschafft hat, das auch in der Zeit, die sie sich vorgenommen hat, zu absolvieren. Aber so eine Karriere, wie schaust du auf so eine Karriere, die ja sehr, sehr lang ist. Sie war immer, wenn sie angetreten ist, in Welt- oder Olympischen Finalen. Das ist schon auch echt crazy.
Ja, es ist extrem beeindruckend. Also wie gesagt, diese Konstanz über diese lange Dauer an Jahren ist schon echt beeindruckend. Und auch nochmal dieses Comeback nach Schwangerschaft. Also darf man ja auch nicht vergessen. Das ist schon, also da kann man nur den Hut vorziehen. Das ist einfach so. Ich kann mir das persönlich so, ich weiß jetzt auch nicht, ob da jetzt physiologisch so ein Riesenunterschied ist, aber ich als Mann kann mir das irgendwie gar nicht vorstellen, so 15 Jahre lang auf diesem Niveau das zu betreiben.
Von daher finde ich extrem krass und beeindruckend. Also und ich glaube auch dieses Jahr, Boah, also ich glaube, auch da bei den Frauen können wir auch zwei Medaillen holen. Ich bin wirklich gespannt, wie das ausgehen wird. Es ist insgesamt eine interessante Entwicklung, die die deutsche Leichtathletik genommen hat.
Ich bemühe nochmal die Zeit von mir, als es vielleicht vor 10, 15 Jahren oder noch ein bisschen mehr, ich noch irgendwie in Stadien unterwegs war. Da haben die Läufe jetzt nicht unbedingt insgesamt so die, ich sag jetzt mal aus Erfolgsbilanzsicht. Den besten Ruf sozusagen gehabt, sondern da war so quasi doch vielleicht manchmal die Meinung hinter vorgehaltener Hand naja, gut, die sind halt jetzt auch dabei, das hat sich ja doch in vielerlei Hinsicht krass verändert, ihr habt es gerade gesagt 3000 Meter Hindernis der Frauen gut, das war vielleicht schon länger, auch nicht zuletzt durch Gesa schon immer so, dass die natürlich ja schon sehr der erfolgreich war, jetzt Männer, aber auch wirklich sehr stark besetzt, Marathon-Männer, Marathon-Frauen,
sind wir inzwischen mit wirklich Top-Leuten unterwegs, kontinental, aber neben dem war Amarna letztes Jahr, ich meine, auch global Vize-Weltmeister geworden, Robert Farkin, natürlich auch einer, der da jetzt gerade in den Diamond League-Rennen, über 15 Meter eine Meile, wirklich top dabei ist, genau, ja, also was würdest du sagen, gibt es eine Erklärung dafür, warum diese Entwicklung im Laufbereich.
So gekommen ist. Geflugbremd darf ich natürlich auch nicht vergessen. Es gibt wahrscheinlich noch einige, aber das ist ja wirklich in vielen Bereichen extrem stark geworden. Und außer ich habe irgendwas verpasst als Außenstehender. Ich will jetzt auch nicht zu sehr hier irgendwie DLV oder irgendwie staatliche Sportförderung fronten so, aber, Ich glaube, es gab jetzt keinen Masterplan von außen, dass irgendjemand sich jetzt vor 15 Jahren mal hingehockt hat und gesagt hat, Mensch du, also da haben wir wirklich Defizite, jetzt müssen wir mal richtig viel Millionen in die Hand nehmen und die Leute richtig krass scouten und dann in 15 Jahren, so, Oregon Project-Style, sind wir mal wieder zurück in der Weltspitze, das gab es ja nicht.
Die Millionen gab es aber sicher nur Ideen, nicht Euro. Vielleicht waren es Ideen, ja, aber ich glaube, die sind nicht angekommen da, wo sie hätten ankommen sollen im Zweifelsfall. Also zumindest ist das mehr entgangen erscheinbar. Kann auch sein, dass es den Plan gab, aber der wurde auch nicht umgesetzt.
Ich glaube, das ist schon so individualisiert. Also ich glaube, alle sind echt professionell geworden, also würde ich sagen. Und ich glaube, wenn ich jetzt zum Beispiel den Mo auch als Beispiel nehme. Mo hat ja super früh schon sein Riesentalent angedeutet. Ich glaube, der hatte dann auch echt so eine Phase, wo er erst mal sich selber finden musste und so diese Balance finden musste.
Aber ich glaube, das, was er jetzt gerade einfach zeigt, ist einfach Resultat aus jahrelangem harten Training und einfach Kontinuität dran zu bleiben. Und ich meine, jetzt hier bei einem Flo-Brem bin ich ja jetzt gerade nah dran. Wir sind ja in einem Apartment zusammen. Die trainiert einfach ähnlich wie ich.
Also nicht jetzt irgendwie kopiermäßig, sondern die Systeme sind sehr ähnlich. Es ist ja auch kein Geheimnis mehr, zum Beispiel diese Trainingsmethoden von Jakob Ingebrigtsen, diese norwegische Methode, es ist ja öffentlich einsehbar und jeder kann so ein Stück weit daran sein Training so ein bisschen anpassen.
Die meisten Europäer arbeiten mit Laktatwerten. Und ich glaube, wie gesagt, das ist der Grund, warum es gerade so boomt. Warum die Leute besser werden. Ich glaube, das Talent hat es in Deutschland immer gegeben. Ich glaube, es hat einfach dann halt gescheitert, es umzusetzen. Und ich glaube, gerade nimmt jeder so ein bisschen sein Glück selber in die Hand, probiert ein bisschen rum und...
Scheinbar mit Erfolg. Ich meine, man muss dazu sagen, die meisten von uns sind jetzt auch schon ein bisschen älter und haben schon ein paar Jahre wahrscheinlich auch verschossen mit Experimentieren. Aber jetzt mittlerweile, glaube ich, ist man auch in einem Stand, wo wir wissen, was funktioniert. Und ich glaube natürlich auch mit so einem IAT oder so im Hintergrund, die dann auch halt sich die Daten einholen.
Die können das natürlich dann auch jüngeren Sportlern empfehlen. Ja, ich glaube, wie gesagt, dass das einfach der Grund ist. Wirklich, also ich kann es mir sonst, klar, Schuhwerk ist besser als früher, auf jeden Fall. Das gilt aber ja für alle anderen auch. Das kann ja nicht den Unterschied machen. Genau, und das frage ich mich zum Beispiel, wenn ich jetzt speziell auf den Hindernislauf gehe, gerade da, wo Karl Niklas und ich jetzt so eine Entwicklung machen, oder sagen wir mal speziell Karl und ich, zeitlich dieses Jahr, die anderen Europäer kommen trotzdem nicht nach.
Also klar, in der Welt passiert es trotzdem, aber in Europa halt nicht. Da klingelt es sich trotzdem zwischen 18 und 8,15 ein. Und warum das jetzt so ist, kann ich auch nicht sagen. Vielleicht ist es wirklich die inländische Konkurrenz. Das ist wichtig, dass du das sagst. Es ist sicherlich so, im Straßenlauf noch mehr als auf der Bahn, aber sicherlich auch durch die Spikes auf der Bahn und vielleicht auch andere Recovery-Möglichkeiten, die man heute noch konsequenter macht.
Und dass du heute noch das, was weiß ich, vor den Rennen des Morten, wie heißt das, Zeug dir noch reinballerst, was es früher nicht gegeben hat, laktatmäßig. Das mag alles sein. Aber das sind ja alles nur Gründe, warum alle besser werden müssten. Und alle werden auch besser. Trotzdem sind die Deutschen... Deutschen besserer geworden, sozusagen im Vergleich zu anderen im Verhältnis nur betrachtet, weil wenn du guckst, ich, wenn es früher mal gut gelaufen ist, dann war ich so irgendwie 13er oder 15er so bei einer EM oder sowas, ja, über 5 oder bei auch Cross-Langstrecke, Cross-EM oder sowas, so, kann man natürlich sagen, es gibt Leute, die sind viel talentierter als ich, das mag auch alles sein, trotzdem muss man ja sagen, inzwischen ist es ja nicht
nur ein Einzelner, wie jetzt vielleicht Freddy, sondern wir haben ja viele gute Beispiele, wie gesagt, Männer und Frauen, wo du dich auf einmal wieder in verschiedenen Disziplinen auch, also Laufdisziplinen, da wirklich weit nach vorne entwickelt hast. Das ist ja irgendwie schon ... Ich bin ja auch der Meinung, was du gesagt hast, dass die Talente immer da waren, aber es muss ja irgendwas wirklich sehr gut gemacht werden, ganz offensichtlich und man würde jetzt wahrscheinlich von außen denken, da gibt es den großen Masterplan oder den großen Austausch, weil es ja irgendwie unlogisch klingt, dass alle individuell so viel besser arbeiten, aber vielleicht ist es ja einfach so oder es ist einfach die.
Oder der Austausch untereinander ist offener vielleicht auch, als es früher war und man hat nicht nur für sich so trainiert, das kann natürlich auch sein. Das denke ich auf jeden Fall schon, aber wie gesagt, Konkurrenz belebt halt schon auch das Geschäft und wenn wir uns dann so da, ich sag jetzt mal rein theoretisch, über 5000 Meter, wir sind ja jetzt drei Leute, die unter 13 Minuten gelaufen sind, das hat es noch nie gegeben, wir sind bei den Hindernissen mit 7,57, 8,05 und 8,15 oder 8,14, was Niki gelaufen ist, hat es auch nie gegeben, also, du musst einfach besser werden, wenn du international laufen willst, musst du einfach besser werden und ich glaube, das führt schon dazu, dass man auch aufhört, an Grenzen zu denken. Und das muss man,
sonst kann man die nicht sprengen. Also was ja spannend ist an den Beispielen, die wir genannt haben, es sind ja tatsächlich individuelle Lösungen dahinter. Also Robert Farkin ist in die USA gegangen, um den wirklichen Schritt in Richtung absoluter Weltklasse zu gehen. Mo ist einen ganz eigenen Weg mit seinem Vater gegangen, macht sehr viel ja auch individuell.
In Font-Romeu, also jetzt nicht so, also gar kein Verbandsweg, ja, überhaupt gar kein Verbandsweg. Die Jungs von Franconia haben sicher eine Insellösung für sich geschaffen, die sich sehr stark austauschen. Florian Brem, hast du gesagt, kommt ja aus einem Hintergrund, wo er viel Krafttraining gemacht hat.
Das hatte natürlich auch mit seinen Dispositionen zu tun. Aber das ist ja etwas, was andere so nicht gemacht haben. Es gibt Leute wie zum Beispiel Richard Ringer, der viel Rad fährt. Andere machen das nicht. Lea Meier ist in die USA gegangen. Gesa hat ihr sehr eigenes Umfeld. Nimm uns mal mit, was Tübingen und dieser Schritt in Richtung Tübingen für dich bedeutet hat, weil das ist ja offensichtlich deine individuelle Lösung.
Und wo der vielleicht herkam, weil du ja quasi nicht dort hingezogen bist. Das ist ja auch nochmal spannend. Das hast du vorher, glaube ich, in einem Nebensatz ja gesagt, dass du ja deine Base immer noch bei dir quasi in der Region hast, aber trotzdem ja offensichtlich Isabel für dich als Trainerin, auserkoren hast sozusagen. sagen.
Genau, also ja, für mich war halt, ich hatte ein unfassbar schlechtes Jahr 2023, also wirklich ganz, ganz schlecht, krankheitsbedingt auch, aber nach dem Jahr habe ich einfach gemerkt, ich muss, ich muss was ändern, also sowohl für mich, als auch um, ich hatte ja damals auch schon eine Sportförderstelle bei der Bundeswehr und ich wusste auch, ich muss jetzt dem Verband was signalisieren, dass ich bereit bin, nochmal den Schritt jetzt zu gehen und was zu verändern und habe mich dann viel damit beschäftigt, was ich machen kann, und Und bin dann zu dem Entschluss gekommen, einfach, tatsächlich kannte ich Isabel nur durch Einsätze mit der Nationalmannschaft.
Also wir haben noch nie viel miteinander geredet vorher oder sonst was. Hab mir dann von, ich glaube es war Max oder es war Hanna Klein, hab ich mir die Handynummer geben lassen, hab einfach Isabel angerufen und hab sie gefragt, ob sie mir helfen kann. Also das kam wirklich komplett von mir alleine. Hab ihr dann auch erklärt, wie ich mir das vorstelle und wie das nur für mich funktioniert.
Ich war zu dem Zeitpunkt schon verheiratet. Meine Frau ist gebunden an das Land Nordrhein-Westfalen und für mich war auch klar, ich möchte auf keinen Fall wieder alleine irgendwo leben, das ging überhaupt nicht. Und ja, dann hat Isabel mir anfangs auch ganz viele Alternativlösungen aufgezeigt, ich glaube, sie war erst gar nicht so begeistert, hat dann aber irgendwann, als ich ihr klar zu verstehen gegeben habe, du, ich würde schon das gerne mit dir machen, hat sie dann auch gesagt, okay, wir probieren das.
Und dann habe ich eigentlich relativ schnell auch schon Erfolge gespürt im Training. Es war komplett anders, also viel, viel mehr auf Umfänge ausgelegt und wie gesagt auch auf Reduktion von Qualität und wie gesagt halt mehr Quantität. Und das habe ich sofort gespürt. Ich wurde eigentlich in der Jugend immer abgetan als sehr fragiler Athlet, der schnell irgendwie Wehwehchen bekommt.
Und seitdem ich bei Isabel bin, habe ich nichts an meinem Körper gehabt, also außer Atemkrankheiten oder so, habe ich nichts gehabt, keine Reizungen, keine Verletzungen, nichts und das war, glaube ich, ein sehr besonderer und wichtiger Schritt, ich glaube, sonst würde ich hier jetzt nicht mehr so sitzen als Sportler und es war unglaublich wichtig, dass ich das da gemacht habe und auch bin ich heute noch dankbar für, dass Isabel, sich da bereit erklärt hat, das zu machen, obwohl sie mich selber gar nicht kannte und auch meiner Frau dankbar fühlt, die mich so ein bisschen dazu gedrängt hat und gesagt hat, du machst das jetzt, weil.
Man kennt es vielleicht, wenn man in so einem Umfeld ist, was man gewohnt ist, dann ist man vielleicht auch ein bisschen gemütlich und sagt sich, ist doch okay. Aber es war genau richtig in dem Moment, es war nicht zu spät, ich war noch relativ jung und, wie gesagt, bin jetzt seit knapp drei Jahren bei Isabel und ich glaube, ich habe hoffentlich auch noch einige Jahre vor mir, weil ich eben noch nicht so lange in so einem professionellen Trainingssetup trainieren.
Ja, das klingt ja total spannend, weil viele haben ja die Vorstellung, okay, ihr trefft euch jeden Tag in dieser Trainingsgruppe und dann hat man so die romantische Vorstellung, ihr pusht euch jeden Tag, im täglichen Austausch und so weiter. Das gibt es ja in Tübingen. Isabel hat uns ja davon auch schon häufiger erzählt, dass das dann halt auch gerne mal angereichert wird mit Leuten aus dem universitären Umfeld, die denken, sie könnten auch schnell einen Dauerlauf mitmachen, aber dann feststellen, dass sie doch ganz schön viel schneller lauft.
Wie viel ist das, dieses Erleben der Trainingsgruppe und dann doch wieder sich auf die Dinge zu Hause zu fokussieren? Ja, ich bin ja gar nicht oft da, wie gesagt. Also ich bin vielleicht ein oder zweimal im Jahr für eine Woche unten. Also es ist wirklich nicht häufig. Also wie Urlaub? Ja, jein. Also wenn ich hingehe für diese Erbelaufwoche, dann würde ich sagen ja, weil da ist die Bahnsaison vorbei.
Aber das andere Mal ist meistens kurz vor dem ersten Wettkampf. Da ist dann doch schon ein bisschen angespanntere Stimmung. Aber ich muss auch dazu sagen, ich glaube, dieses Setup funktioniert auch nur, wenn man wirklich sehr gewissenhaft ist und wirklich sich auch daran hält, was der Trainer einem vorschreibt. Ich glaube, wenn ich das nicht tun würde, dann würde es nicht funktionieren.
Und für uns ist das mittlerweile super unkompliziert. Wir kennen uns sehr gut. Sie weiß genau, was für mich gut ist und was nicht gut ist. Und wir haben das relativ schnell eigentlich so einen Weg gefunden. Also ist auch nicht so, dass wir jetzt täglich telefonieren. Ich würde sagen, so alle zwei Wochen vielleicht. Und ansonsten schicke ich ihr eigentlich immer von meinen Trainings halt die Werte rüber, Laktat und Zeiten.
Und dann kommt mal, hast du gut gemacht? oder pass mal darauf auf. Und das war es dann auch. Und das ist für mich super, super angenehm, weil ich habe halt trotzdem meine Freiheiten zu Hause. Ich bin auch nicht so krass an feste Trainingszeiten gebunden, was ich auch sehr genieße. Und trotzdem ist es halt super professionell und ich habe immer ein gutes Feedback.
Ja, also wie gesagt, ich bin sehr zufrieden damit. Ich würde es auch jetzt nicht ändern. Also ich würde auch nicht jetzt nach Tübingen ziehen. Ich glaube, das ist super, so wie es ist. Ja. Und wie machst du so Betreuung mit, Und vielleicht, keine Ahnung, so Kraft, Stabi-Sachen, Physio, Osteopathie, bla bla bla.
Bist du dann in Leverkusen beim OSP oder wie ist das für dich? Hast du eine eigene Lösung bei dir zu Hause? Ich bin in Köln am Olympiastützpunkt und da gehe ich einmal die Woche zu so einem angeleiteten Stabi-Krafttraining hin. Das ist auch gut so, weil da muss ich sagen, ich bin echt faul, was das angeht. Ich würde das zu Hause niemals machen, wenn da keiner sagen würde, mach jetzt das, mach jetzt das.
Und dann fahre ich direkt danach in Köln noch zur Physio und mein anderer Physio, der wohnt tatsächlich da, wo ich früher halt trainiert habe, in der Umgebung Wassenbeck-Miel. Da fahre ich auch noch einmal die Woche hin, weil ich bin einfach ein Freund davon, immer bei den gleichen Therapeuten zu sein. Ja, macht Sinn.
Ich gehe, glaube ich, jetzt seit 13 Jahren dahin. Mittlerweile ist es ein guter Freund von mir und das ist einfach auch sehr wertvoll. Also ich baue sehr auf gewohnte Muster, hört man vielleicht schon ein bisschen aus. Ja, absolut. Du hast irgendwann mal gesagt, das, was ich mache, ist total langweilig.
Das haben dann viele Leute auch falsch verstanden. Es geht ja darum, dass man eine Kontinuität in sein Training einbaut und Kontinuität ist ein extrem wichtiger Baustein in der Gestaltung von Leistung. Ja, ich glaube, das ist eine meiner großen Stärken. Ich glaube, es hat jetzt auch Josh Kürt tatsächlich kürzlich nach seinem Meilenrekord gesagt, er ist nicht der Typ, der die krassesten Workouts macht, aber er ist der, der immer dasteht und ich glaube, das zeichnet mich so ein Stück weit auch aus.
Also in den letzten drei Trainingsjahren habe ich, wenn es hochkommt, jedes Jahr vielleicht eine Woche verpasst und sonst halt immer durchtrainiert und das ist halt super wichtig und ich lasse auch kein Training ausfallen, ohne guten Grund. Deswegen, ja, gehe ich komplett mit. Ja, wobei das 1200 Meter Workout, das ja natürlich Social Media mäßig auch sehr schön ausgespielt hat in der Anbahnung des Weltrekordes.
Also sagen wir mal das Gesamtsetup, ja? Das Ding hat er ja avisiert im Frühjahr, also das ist schon eine Weile her, Monate vorher, hat er gesagt, okay, da, Diamond League London, Meile, deshalb ist das völlig überraschend auch ein bisschen weiter hinten ins Programm gerutscht, da will ich Weltrekord laufen.
Also erstmal, der Weltrekord stand von Hisham El-Girush, kleine Ewigkeit, ein ganz außergewöhnlicher Läufer und der hatte halt auch noch einen ganz speziellen Tag, deshalb war dieser Weltrekord sehr wertig. Da zu sagen, okay, den will ich brechen, klingt erstmal ein bisschen, okay, jetzt kommt der Schaumschläger, der Showman, ja, aber dann so ein Workout zu machen.
Als Brite, in der britischen Tradition der Meile, darf ich das nochmal konkretisieren, Josh Kerr ist Schotte. Der seit sehr langer Zeit in New Mexico lebt, weil er als 16-Jähriger meinte, er müsste ganz dringend alle Colleges anschreiben in den USA, weil er ganz dringend da trainieren müsste und nur New Mexico hat ihm geantwortet, dann ist er da hingegangen, und da in Albuquerque hat er ja auch dieses Workout gemacht, mit seinem Trainingspartner, der ja auch Pace gemacht hat für ihn in London.
Das ist aber leichte Höhe sogar. Das zu machen. So ein Workout zu posten vorher, hat ja auch eine gewisse, es ist nicht unriskant, weil dann alle sagen, okay, Big Mouth strikes again. Aber dann das so abzuliefern und das Stadion komplett auseinanderzureißen, ist schon nicht so schlecht. Wobei mir auch gut gefallen hat, wie Robert da hinterhergelaufen ist.
100%. Das war schon krass. Hat er richtig gut gemacht. Aber auch um auf Josh Körler zurückzukommen, der wusste genau, was er drauf hat. Also ganz sicher. Also wenn du so eine 1200 im Training machst und der wird mit Sicherheit auch noch andere Sachen gemacht haben, der wusste genau, dass er das machen kann, sonst hätte er sich da glaube ich auch nicht so hingestellt und in den PKs vorher auch noch gesagt, dass er das schaffen kann.
Ja, also der wird es gewusst haben, da bin ich mir ganz sicher, aber ja, das war natürlich eine mega Gelegenheit für den Robert und das hat er extrem gut umgesetzt. Ich weiß, dass er auch so was ähnliches gemacht hat wie Josh als Abschlusstraining und er war auch nicht so viel... Aber das hat er nicht gepostet.
Nee, aber ich wusste hier schon, ich habe schon, wir sind tatsächlich an dem gleichen Tag runtergefahren zum Training nach Chiavenna und ich habe schon zu den anderen gesagt, das wird krass heute, ich habe das im Gefühl. Und ja, genau so war es. Ja, das muss man machen vorher, das ist so. So, jetzt ist ja für euch zu Hause Freitagmorgen, Samstagabend ist der Lauf. Was muss noch passieren vor so einem Lauf?
Was machst du an Routinen vor einem doch ja wichtigen Lauf, weil Deutsche Meisterschaften ist auch ein Titel für die Visitenkarte. Boah, was habe ich da für Routinen? Eigentlich gar nicht so viel, muss ich ganz ehrlich sagen. Für mich ist es ein bisschen komisch, weil eine deutsche Meisterschaft eigentlich immer mit einer Reise auch verbunden ist. Das macht das Ganze halt ein bisschen besonderer.
Bochum-Wattenscheid ist für mich zu Hause jetzt 70 Minuten. Das heißt, ich bin auf jeden Fall zu Hause. Das hat dann so ein bisschen Charakter von einem normalen Sportfest. Aber das werde ich schon irgendwie hinkriegen, mich da mental halt in diese Position zu bringen und mich um der Wichtigkeit bewusst zu sein, dieses Rennens da.
Ich glaube, es ist jetzt einfach wichtig, jetzt nochmal hoffentlich morgen gut nach Hause zu kommen. Das ist ja auch echt eine gute Strecke, ungefähr neun Stunden. Ich wollte gerade sagen, du fährst mit dem Auto wahrscheinlich, oder? Genau, ich fahre mit dem Auto und dann halt mal gut zu Hause zu schlafen, weil ich muss sagen, in der Höhe, ich weiß nicht, wie das bei dir damals war, Philipp, aber ich schlafe schon nicht so gut in der Höhe.
Ich habe schon eher so einen leichten Schlaf und deswegen, das wird, glaube ich, so ein bisschen noch entscheidend werden jetzt und dann, ja, glaube ich, wird es schon gut werden. Mit mehr Sauerstoff wieder unten im gewohnten Umfeld. Ich wollte gerade sagen, du wirst schon merken, besser schlafen und energised und so. Ja.
Damit haben viele Leute Probleme in der Höhe, dass man nicht so gut schlafen kann. Also bei den Skifahrern ist es eher das Problem mit dem Après-Ski einen Tag vorher, weil die Herzfrequenz dann stark erhöht ist nach den 16. Da kann man vielleicht auch besser. Das muss das Problem sein, vielleicht gerade.
Frag mich in einem Monat nochmal. Wie war das bei dir, Philipp? Hattest du auch Stress mit Schlafen in der Höhe? In den ersten Tagen, also ich fand in St. Moritz kurioserweise weniger, aber so Sestriere oder Kenia, Sestriere ist, ja auch 2000 Meter und Kenia natürlich 2,4, da hatte ich so in den ersten vier, fünf Tagen das schon auch ab und an, weil das ich einfach nicht wirklich.
Erholsam geschlafen habe. Und wenn man dann so ein bisschen, das gibt ja Leute, die sowas tracken mit Uhr, mit was auch immer für einem Wearable, gibt es ja alles mögliche. Wenn du da deinen Schlaf analysierst, dann merkt man schon auch, dass natürlich einfach auch die Ruheherzfrequenz in der Höhe natürlich höher ist.
Und das natürlich schon auch einen Einfluss drauf hat. Und ich weiß nicht, wie oft bist du im Jahr in der Höhe? Bist du sehr regelmäßig? Du bist eher ganz zu Hause, aber bist du zweimal, dreimal? Ich würde sagen so mittel zweimal. Also dieses Jahr war ich in Flagstaff gewesen im März und halt jetzt hier.
Aber es ist ja schon eine einigermaßen Regelhaftigkeit. Also eigentlich den Körper kennt das ja dann quasi schon. Auf jeden Fall. Aber trotzdem ist es immer wieder am Anfang auf jeden Fall schwer. Und ich bin auch jemand, der sich eher schwer tut in der Höhe. Auch trainingsmäßig. Also ich hoffe, dass ich dann auch einen besseren Effekt habe. Aber in der Höhe selber ist für mich schon tough, muss ich sagen.
Ja, da darf man ja auch nicht übertreiben in der Höhe. Das ist ja die weitere große Kunst. Auf gar keinen Fall. Im Dauerlauf geht es sogar. Also da bin ich auch vom Puls her gar nicht so krass erhöht. Aber gerade so bei Schwellensachen, da muss ich schon echt gut ein paar Sekunden drauf rechnen. Ja, so ist das. Dann wünschen wir dir erstmal eine geschmeidige Rückreise, logischerweise.
Wünschen dir zwei fantastische schlafreiche Nächte zu Hause im eigenen Kopfkissen, das ist sowieso das allerbeste. Und dann freuen wir uns schon total auf den 5000er am Samstagabend Primetime, wie gesagt sportschau.de, alles live oder über die ARD Mediathek und, ein Top-Anlauf in Richtung Europameisterschaften Freddy, vielen Dank, dass du bei uns warst und wir haben ja länger nach dem idealen Termin gesucht und sind total happy, dass du heute bei uns warst. Vielen Dank.
Ja, danke euch. Ich glaube auch. Das war doch jetzt ganz cool. Das ist ein gutes Premium auf die zwei Dinge, die noch anstehen. Deswegen, also, hab mich auf jeden Fall gefreut. War sehr cool mit euch. Ja, danke dir auch von meiner Seite für deine Zeit. Wir werden in den Shownotes natürlich auch dein Instagram-Profil verlinken.
Also folgt Freddy da gerne. Da kriegt ihr natürlich alle Einblicke auch von seinen Rennen und natürlich auch aus dem Training. Und genau, ich schließe mich, Ralf, an. Dir viel Erfolg für Wattenscheid und natürlich auch für Birmingham euch zu Hause ein schönes Wochenende mit hoffentlich auch ein bisschen sportlicher Aktivität, aber auch noch genügend Zeit, um leichterledig zu gucken und dann hören wir uns wieder nächste Woche in alter Frische. Macht's gut, ihr Lieben. Ciao, ciao.