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Shownotes
Sie gehört zu den erfolgreichsten Athleten der Olympischen Spiele, denn sie gewann Medaillen bei Sommer- und Winterspielen, jetzt hat sie ihre Karriere beendet: Alexandra Burghardt.
Die Bayerin war über viele Jahre in der absoluten deutschen Spitze, Teil der Nationalmannschaft und vertrat Deutschland regelmäßig bei den internationalen Großereignissen wie den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016, Tokio 2021 und Paris 2024, wo sie mit der 4x100m Staffel der Frauen auch Bronze gewann.
Ihre Wintersportkarriere startete Alex als Anschieben im Zweierbob im Team von Pilotin Mariama Jamanka im Weltcup 2021/22 und gewann mit ihr auch Silber bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking.
Vor wenigen Wochen gab sie nun ihr Karriereende bekannt und spricht mit Ralf und Philipp über ihre Beweggründe dafür, was sie sich beruflich für die Zukunft wünscht und ihre Freude an mehr sportlicher Flexibilität fürs Laufen und Rennradfahren. Außerdem engagiert sie sich sehr für eine mögliche Olympiabewerbung von München, erzählt von ihren eigenen Olympiaerfahrungen, was für sie die Magie ausmacht, warum sie sich Olympische Spiele in Deutschland wünscht und warum München dafür der perfekte Ausrichter wäre.
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Alex auf Instagram: instagram.com/lexbu
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Vom Sprint zum Radfahren, von der Mega-Veranstaltung zum Wald- und Wiesenlauf. Heute ist alles dabei im Best-Zeit-Podcast von Philipp Krieger und Ralf Schold. Ja, wo fangen wir an? Wir fangen an mit Sprint zum Radfahren. Unser Gast, Alex Burka, nicht nur eine olympische Legende, weil nur sehr wenige Menschen haben sowohl bei Winter- als auch bei Sommerspielen eine Medaille gewonnen. Sie hat das.
Sie ist jetzt nach ihrer Karriere in der Findungsphase. Also in einem sehr ähnlichen Bereich wie du immer noch, Philipp. Aber sie hat sehr konkrete Ideen, darüber sprechen wir gleich mit dir. Aber erstmal wollen wir mit euch auch unsere Wochenenden nachwirken lassen. Du warst mal wieder auf einer ganz kleinen Veranstaltung, Grassroot Level nennt man das in Englisch.
Aber ich kann euch jetzt schon sagen, er war total beseelt von einer Laufveranstaltung. Ich war total beseelt, es hat so gut getan das letzte Wochenende. Also ich glaube unsere Wochenenden hätten nicht unterschiedlicher sein können, Ralf. Also du bei den deutschen Leichtathletikmeisterschaften, quasi absoluter Spitzensport Deutschlands und ich bin sozusagen wirklich zurück zu den Wurzeln, des Vereinssports sozusagen und das ist eine Buchung, die ich bekommen habe, die auch schon über ein Jahr, ich habe in meinen E-Mails nachgeguckt, Ende.
Und 24 gab es die erste Anfrage jetzt für dieses Event im Juli, das ist auch krass, das ist für mich außergewöhnlich, also wenn ich sonst irgendwelche Event- oder auch Vortragsanfragen habe, dann ist das in aller Regel mit ein paar Monaten Vorlauf. Manchmal auch sehr, sehr kurzfristig. Und das fand ich damals schon irgendwie bemerkenswert, weil ich das so noch nicht hatte und muss aber sagen, ich verstehe das rückblickend auch, also wie viel Leidenschaft, Herzblut und aber auch Liebe zum Detail in dieses, ich sag mal, Event-Wochenende gesteckt wurde.
Ich war in Mönchs-Deggingen, in der Donau-Ries-Region am Südrand sozusagen. Das ist eine Preisfrage für dich, Erdkunde. Ich weiß nicht, wer handelt man Erdkunde wahrscheinlich aber nicht. Weißt du, was es damit auf sich hat? Da ist vor vielen Millionen Jahren ein Meteorit eingeschlagen und hat diesen Kraterrand quasi geschaffen. Und das ist quasi wie so einmal in diesem Donau-Ries drumherum. Ich erinnere mich nicht mehr ganz dran, ja.
Ich war nicht dabei. In einem bayerischen Schwaben sozusagen an der Grenze zu Baden-Württemberg. Eine sehr, sehr schöne Region. Da hat es mich auch noch nie hin verschlagen bislang, rein läuferisch. Und hatte ein total cooles Wochenende dort. Vielen Dank an dich, Joachim, der mich damals ja angefragt, eingeladen hat und bei euch sogar auch bei den Eltern am Ferienhof, am Bauernhof mit Ferienwohnung.
Wo ich dann untergebracht war. Das war total cool. Mönchsteggingen feierte nämlich 100 Jahre Vereinsjubiläum. Und da war ein ganz buntes Wochenende geplant, natürlich mit auch Party, mit Festzelt, aber auch vor allem mit ganz viel Sport. Auch nicht zuletzt dank dir, Joachim, der da natürlich auch viel Input mit reingegeben hat. Also jede Abteilung hat da so ein eigenes Sportprogramm auch schon am Samstag machen dürfen. Natürlich auch für die Kids.
Natürlich von Fußball, Volleyball, Tennis und so weiter und so fort. Auch natürlich Leichtathletik. Und das heißt, ich durfte da auch Samstag früh Kidstraining geben und das war total cool, weil mir das natürlich immer noch Spaß macht, meine Leidenschaft weitergeben zu dürfen, aber dann, wenn es natürlich Kids sind, die halt Feuer und Flamme sind, da sieht man sich selber noch manchmal so ganz klein.
Und die haben das aber auch richtig cool aufgenommen. Also wir waren da dann auf jeden Fall schon im Advanced-Bereich, was Lauf-Abbizien und Koordination betrifft. Und das ist ja auch schön, selbst wenn man mal eine neue Übung auspackt, die vielleicht nochmal einen Ticken anspruchsvoller ist, wie schnell Kinder durch Beobachten und Ausprobieren und Freude an Bewegung Sachen gleich lernen und umsetzen. Das hat halt natürlich auch richtig Laune gemacht.
Und ja, Samstagabend durfte ich in einem auch sehr besonderen Setting Teil eines Talks sein, zusammen mit Friedi Kühne, einem Highline, ich glaube nach wie vor auch Weltrekordhalter in manchen Disziplinen sozusagen. Weißt du, was das ist? Ich war davor nicht so im Game drin, Highline und Slackline und sowas.
Also Slackline kennen vielleicht die meisten eher noch. Highline ist, wenn quasi eine Slackline eben nicht knapp über dem Boden ist, sondern wie der Name sagt, sehr weit oben. Und der hat da teilweise, das habe ich jetzt auch durch die Filme, aber auch durch das Gespräch ja dann erstmal so richtig mitbekommen.
Also der macht so Sachen wie, das hat er damals auch nochmal ein Negativbeispiel gebracht, dass es nicht geklappt hat. Er hatte einen Weltrekordversuch geplant, gab mal in Norwegen, 2,8 Kilometer über einen Fjord auf so einer Highline zu balancieren. Da gab es Bilder von, ihr könnt euch vorstellen, wenn das natürlich in einer entsprechenden Höhe ist, was da auch für Windkräfte wirken, das Ding war ja so, also das war einfach so richtig schräg und darauf zu balancieren, also für kein Geld der Welt, das ist natürlich überwiegend gesichert, aber es gibt eine Unterkategorie, die nennt sich Free Solo, das heißt, das ist ungesichert.
Und da gab es einen Film und ich weiß noch, ich stand mit ihm hinten, wir hatten ein sehr cooles Setting, nämlich ein ehemaliges Schwimmbad, was innen das Becken quasi bestuhlt war und eine Bühne aufgebaut und wir waren dann quasi, das hatte ja trotzdem so ein bisschen so einen Theatercharakter, weil es ja ansteigend ist, hatten wir da eine sehr coole Bühne und wir standen ganz hinten, bevor wir auf die Bühne gerufen wurden und da hat er gesagt, oh je, jetzt kommt der Film, den hasst meine Mutter und die war auch anwesend.
Dann habe ich gedacht, wieso, um was geht es da? Dann hat er gesagt, schau einfach hin. Und das war in Kanada. Ist ja über einen Wasserfall balanciert, ich glaube 180 Meter meine ich war das. Und ich weiß nicht wie weit runter. Also man sollte nicht runterfallen, weil das, da brauchen wir nicht reden, also da gibt es keine Überlebenschance.
Ungesichert. Und ich dachte mir nur so, was geht in deinem Kopf vor? Ich habe die Frage gestellt in unserem Talk, obwohl ich gar nicht der Moderator war. Bevor du den ersten Fuß da drauf setzt. Ich gehe mal davon aus, du kannst das ja logischerweise, aber das ist halt eine irrsinnige Höhe und Wind, alles Mögliche.
Wenn du da einen Fehler machst, ist es halt vorbei. Und er hat aber gesagt, du machst natürlich logischerweise nichts, wo du dich nicht sicher fühlst und ganz viel mit Meditation im Vorfeld und so. Das war total spannend. Wenn ich dazu nur nochmal sagen darf, wenn du auf der A3 einen Fehler machst, ist es übrigens auch vorbei.
Ja, das stimmt natürlich. Im Alltag denkt man nur nicht so viel darüber nach, weil das natürlich, man sich, Und ich glaube. Was mich da so beschäftigt, ist, dass es ja eine unnötige, also weißt du, wie ich meine, unnötig ist, du begibst dich ja in diese Situation freiwillig, weil du jetzt sagst, ich bilde mir jetzt quasi ein, ich schaffe es, darüber zu balancieren. Autofahren ist natürlich auch eine freiwillige Entscheidung, aber manchmal auch notwendig, um irgendwo hinzukommen.
Und ich fand das total spannend und inspirierend, wie er da so an diese Herausforderung rangeht. Er ist dann übrigens nach dem Halbmarathon, der am Sonntagfrüher dann stattgefunden hat, hat er eben Nachmittagabend auch eine Show gemacht, und zwar über den Mönchstegginger Sportplatz, und zwar nicht quer, so wie ich das mir in meiner Laienhaftigkeit vorgestellt habe, sondern da waren zwei Riesenkräne.
Der eine am hinteren Rand, also hinter der Bahn wohlgemerkt, wo oben auch noch ein anderer Tartanplatz ist aufgebaut, der auf der anderen Seite hinter noch einem kleinen Waldstück, Und das waren, glaube ich, 300, 400 Meter Länge über den Sportplatz in 50 Meter Höhe, wo er dann auch nachmittags noch drüber balanciert ist, allerdings gesichert, aber trotzdem, für kein Geld der Welt wäre ich da auf dieses, und das Band, wo man sich so denkt, ich so dachte, das ist so, weißt du, so Fußbreit wenigstens, nee, nee, das war so zwei, drei Zentimeter.
Ja, Wahnsinn. Also könnt ihr mal gerne googeln, Friedrich Hühne, wirklich beeindrucken, was der schon so gemacht hat. Ich durfte Sonntagfrüh. Dann Teil von diesem ganzen Halbmarathon-Event sein und ich nehme es vorweg, es gab echt viele von euch, die mich nach dem Lauf angesprochen haben, weil sie den Lauf landschaftlich schön fanden, weil die ganzen Dörfer, durch die man gelaufen ist, so eine geile Stimmung da gemacht haben, da waren die ganzen Dörfer auf den Beinen.
Und weil es natürlich auch tip-top organisiert war, mit auch Eisbadmöglichkeiten danach, alles, was das Läuferherz begehrt hat, gab es viele, die gemeint haben, das war ja so cool. Und das war eine Erstlingsveranstaltung, die nur eigentlich organisiert wurde im Rahmen dieses Vereinsjubiläums. Aber weil jetzt so viele gefragt haben, glaube ich, gibt es Überlegungen, das vielleicht nächstes Jahr wiederzumachen, dann ohne 100-Jahr-Feier drumherum, weil das war, glaube ich, in Summe für diejenigen, die das alle in ihrer Freizeit, organisiert haben, schon mit viel schlaflosen Nächten auch verbunden, aber auch natürlich, glaube ich, eine Wertschätzung von dem, was ihr da gemacht habt.
Weil das eben bei allen da super gut angekommen ist. Ich bin den Halbmater nicht mitgelaufen, weil ich auch so nervig... Das war natürlich für euch zu Hause, das war natürlich meine erste Frage, was ist eigentlich gelaufen? Nee, das ist wirklich auch eine never-ending-Story, das heißt wahrscheinlich doch jetzt demnächst mal mehr Zeit auf dem Rad.
Ich habe seit drei, vier Wochen so ein nerviges Wadenproblem rechts, was aufgetreten ist, glaube ich, als ich in Münster laufen war, vor drei, vier Wochen am Kanal. Also langweiliger geht es nicht. Es ist flach gewesen. Es war nichts Besonderes. Es war so vier Zehn gelaufen und es war nur zehn Kilometer.
Also auch nicht super lang. Und bei Kilometer acht hat die rechte Wade angefangen, dass ich sie gemerkt habe, wo ich mir schon gedacht habe, hm, komisch. Und bei Kilometer neun war es so krampfig und zu, dass ich schon mal kurz stehen bleiben und dehnen musste. Und dann konnte ich mit Ach und Krach den Kilometer fertig laufen.
Dann denkt man sich natürlich heute als Freizeitsportler, ja komm. Was auch immer, vielleicht an dem Tag zu wenig getrunken, machst mal ein paar Tage Pause, geht schon wieder. Dann war ich wieder laufen, dann ist das halt relativ schnell zu einem ähnlichen, Kilometerbereich, acht, neun Kilometer wieder aufgetreten hier in Regensburg.
Da habe ich zwei Wochen Pause gemacht und war am vergangenen Montag laufen, weil ich mir dachte, ich will den Halbmarathon laufen. Für mich wäre es jetzt vollkommen wurscht gewesen, wie schnell ich den Lauf einfach mal wieder mitlaufen. Dann bin ich 13 Kilometer mit einem Freund gelaufen, der mich in Regensburg besucht hatte. Das war elf Kilometer, sehr cool.
Eigentlich zwölf, es waren dann knapp 13 Kilometer und am letzten Kilometer auch ähnliche Symptomatik. Nicht ganz schlecht, aber sodass ich gemerkt habe, irgendwas ist da. Und dann war aber vor allem die letzten Tage bis Sonntag nicht so cool. Ich konnte ja dann Samstag ein bisschen schon reinfühlen mit den Kids, wenn du dann irgendwie so ein bisschen Koordination und so machst und dann merkst du schon, irgendwas ist da.
Es ist jetzt nicht so, dass ich gar nicht auftreten kann, aber es ist auf jeden Fall so da, dass sich da was aufbaut, wo du dann merkst, es wird ja nicht besser, wenn du da jetzt einen Halbmachton draufläufst. Und ich erinnere mich an viele, die hier vielleicht schon lange dabei sind, werden sich da vielleicht auch dran erinnern, so bisschen ähnlich wie 2021.
Damals war es Winter. Ich habe es damals auf die Kälte geschoben, aber auch, wo ich hier bei einem Easy Run dann meine vielleicht auch nicht mehr ganz 100% realistischen Olympia-Ambitionen dann beerdigen musste und dann auf die Maria-Orte Eisenbahnbrücke hochgelaufen bin, bei einem Easy Run am Morgen und dann ist es mir da so reingestochen, nachdem ich drei, vier Tage eben mit der Symptomatik unterwegs war und dann war das am Ende ein Muskelbündelriss.
Wo ich bis heute mich frage, woher kam der denn? Also ich hätte es ja verstanden, wenn ich da irgendwas Verrücktes gemacht hätte. Ich glaube inzwischen, dass es vielleicht doch sinnvoll wäre, mal wieder zum Physio zu gehen, weil ich die Vermutung habe, wenn das immer wieder, das ist ja nicht permanent, es ist nicht blau, es ist nicht permanent ein hoher Tonus, aber es tritt unter Belastung dann mit zunehmender Dauer irgendwann auf, dass es so intensiv wird wie kurz vor einem Krampf, dass ich darüber denke, dass es irgendwas Statisches ist.
Also ich vermute, dass es irgendwie im Sprunggelenk, was ein bisschen fest oder blockiert ist, sodass du nicht in diese gesamten Bewegungsamplitude reinkommst oder sich irgendwie unterbewusst fehlbelastest, weil ansonsten habe ich jetzt keine rationale Erklärung. Es ist nicht so, dass ich ultrahohe Umfänge mache, es ist nicht so, dass ich irgendwelche krassen Intervalle ballere, sondern es ist so, ich laufe für mich ein normales Tempo irgendwo in der Regel zwischen 4.0 und 4.30 und jetzt auch nicht ultra lange.
Und dadurch, dass das immer wieder auftritt, hat das ein bisschen mein Wochenende gekostet. Sagen wir mal, für mich insofern ein bisschen beeinträchtigt, aber ich bin in Kitzlauf mitgelaufen und da muss ich auch nochmal sagen, das waren nur drei Kilometer. Jetzt will das sich schon mal im Kitzlauf angehen. Ja, aber das war geil, weil ich bin, das war glaube ich ein bisschen bunt gemischt vom Alter her, waren drei Kilometer Runde und ich bin mit der, Vorname kann man glaube ich sagen, mit der Leonie gelaufen.
Die glaube ich zwölf Jahre alt war. und wir haben das dann gemütlich zu Ende gemacht. Die hat auch ganz gut gefeitet und so. Das war aber auch eine echt knackige Strecke, muss ich sagen. Da gab es auch mal ein, zwei echt eklige Anstiege. Aber die hat mir erzählt, dass sie immer ganz gerne läuft und gerne mit ihrer Oma zusammenläuft. Und jetzt hat sie sich überlegt, sie läuft da mit.
Und ich glaube, sie ist noch nicht so oft bei solchen Sachen mitgelaufen. Das war total süß. Hat Spaß gemacht. Und genau, zwei, drei Kilometer beim Hauptlauf bin ich dann auch mitgelaufen. Wir haben die Cheering Sons besucht. Alle sind da gelaufen, haben uns bedankt für das ganze Engagement. Und das ist so für mich wieder gewesen, so ein Ding wie Back to the Roots, kleiner Verein, ganz viel Leidenschaft, alles natürlich irgendwie ehrenamtlich, aber auch viele Junge, mein Alter, Jungen, also Leute, die sich in diesem Verein einbringen, finde ich gut, ist total wichtig, weil ich glaube, das ist so diese Basis überhaupt von Sport in Deutschland, Vereine, kleine Vereine, die Sportangebote schaffen,
sodass Kids das auch ausprobieren können. Und ja, deswegen Chapeau, liebe Grüße nochmal nach Men's Degging, das war ein ganz cooles Wochenende, hat mir super viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass ihr nächstes Jahr diesen Halbmarathon wieder macht, falls ihr den macht, informiert uns frühzeitig, dann werden wir das hier gerne nochmal promoten.
Also meine Veranstaltung war ganz leicht anders, da hast du vollkommen recht. Wir reden ja gleich mit Alex. Über die Finals, weil das ja eigentlich das Finalswochenende in Hannover war, da war ich ja auch mal kurz. Da waren sie schon total happy über die Zahl der Zuschauer und den Andrang. Wie das genau war, erzähle ich gleich im Gespräch mit Alex.
Aber Wattenscheid war natürlich dann schon nochmal ein bisschen anders. Das ist jetzt ja nicht ein mega großes Stadion, wie wir das ja auch schon mal hatten bei deutschen Meisterschaften. Da passen halt so, wie sie jetzt verkauft haben, 14.000, 15.000 Leute rein und dann ist das ausverkauft. Ist ja super, das ist eine geile Stadion.
Aber ja, aber dann ist es halt auch knackig voll. Und das ist tatsächlich eine sehr, sehr, sehr coole Größe. Klar, wenn du ins Olympiastadion gehst in München oder in Berlin, dann ist das natürlich, sehr wenig. Und das würde nicht so eine Stimmung erzeugen, aber das hat da halt echt super funktioniert.
Und ich glaube, dass auch daran es gelegen hat, dass das insgesamt eine extrem stimmungsvolle Veranstaltung war. Aber auch natürlich das Wetter, das war halt am Samstag perfekt für die Kurzsprinter, für die Springer und so weiter. Am Sonntag hat es mal so ein bisschen gefisselt zwischendurch, aber natürlich jetzt auch nicht relevant für 400 Meter, 800 Meter, 1500 Meter. Ist das ja wurscht.
Das hat fantastisch funktioniert, muss ich echt sagen. Also ich freue mich jetzt auch total auf die Europameisterschaften. Wir hatten ja Freddy Ruppert letzte Woche bei uns und der hat halt die Serie fortgesetzt. Also die Leute, die vor einer Großvereinsteitung zu uns kommen, sind in der Regel dann wenige Tage später auch noch so beseelt und motiviert, dass sie rocken.
Das hat er gemacht. Da haben uns auch einige dazu geschrieben, dass wir uns das auch vielleicht patentieren lassen sollten, weil das jetzt schon häufiger vorgekommen ist, dass der Gast der DM-Woche später bei der DM ganz oben auf dem Treppchen steht. Also, falls ihr, wir nehmen Werbungen an jetzt, schon mal für nächstes Jahr.
Und es ist ja nicht so selbstverständlich gewesen, weil er ja die 5000 gewählt hat und da Florian Brems natürlich als sehr, sehr, sehr spurtstarker oder schlussspurtstarker Läufer da gegengehalten hat. Aber das war schon eine Demonstration, muss man echt sagen. Aber eben auch viele andere Läufe, die ja durch Menschen, die bei uns hier schon häufiger oder, mindestens einmal vorgekommen sind, also fangen an bei Gesa Krause, die natürlich ein tolles Rennen gemacht hat.
Ja, ich glaube, dass Lea Mayer nicht so begeistert war. Die hat einen Großteil des Tempos machen müssen, weil sie in die Position gebracht wurde von Gesa und von Olivia Gürth. Aber das war dennoch auch sehr stimmungsvoll. Karl Bebendorf, der hier schon bei uns war, der die 3000 Hindernisse am Samstag gewonnen hat, obwohl er sich nach einem Hindernis langgelegt hat.
Ja, auch ein besonderer Lauf logischerweise. Er hatte uns vorher gesagt, ja, ein bisschen Teil der Show möchte ich natürlich auch beitragen. So hat das, glaube ich, nicht vorgehabt, ehrlich gesagt. Kann ich auch nicht vorstellen. Dann natürlich auch Robert Farken, der sich ja inzwischen echt zu einem absoluten Weltklasse-Läufer weiterentwickelt hat, der sehr selbstbewusst das Ganze angegangen ist und das halt auch wirklich fantastisch gemacht hat.
800 Meter der Frauen Jana Becker und Smilla Kolbe das war halt auch so ein klassisches Duell und so ein Gast, Alex Burkhardt haben natürlich auch die Sprints sehr, sehr gut gefallen mit ein paar jungen, frischen Gesichtern, die da aufgetaucht sind. Also das hatte schon was. Aber klar, das war natürlich auch die Diskussion um das Verfahren, das gegen Owen Anser eröffnet wurde.
Nicht abgeben einer Dopingprobe und die Konsequenzen daraus ist jetzt gerade ein schwebendes Verfahren. Bin sehr gespannt, wie das weitergeht, weil er da eine Pflichtverletzung begangen hat, die relativ klar in den Regeln formuliert ist, er das aber nicht so auf dem Schirm hatte. Also ich habe das in einem Live-Interview auch gesagt, das ist halt so, wie wir alle nicht die AGB lesen.
Leider hast du da als Leistungssportler die Verpflichtung, die inzwischen 52 Seiten, die das umfasst, das Werk, das du dir zu Gemüte führen solltest, müsstest. Ja, aber ich meine, muss ich dir das sagen, du kriegst das irgendwann zugeschickt im Winter oder im Herbst, ja, musst das quittieren, liest du dann da jede Seite?
Vor allem, da ändert sich ja von Jahr zu Jahr, also du musst das jedes Jahr aufs Neue machen, wenn du Teil des Bundeskaders und Teil des Testpools bist und da wird sich auch, also ändert sich natürlich häufig was, habe ich das jedes Mal in Gänze und ich war glaube ich auch acht oder neun Jahre, Teil oder zehn wahrscheinlich sogar fast Teil dieser Testpools und damit auch der NADA oder von der NADA kontrolliert, muss ich sagen, hast du auch nicht mehr irgendwann jedes Jahr neu gelesen.
Du hast dann oft ein Update noch gekriegt per Mail, was sich grob inhaltlich ändert oder was für neue Stimulantien potenziell oder wie auch immer, wo man aufpassen muss. Aber ich habe jetzt mir auch dann nicht mehr jedes Mal diese 50 Seiten in Gänze reingezogen, muss ich fairerweise auch sagen. Das soll nichts entschuldigen, aber einfach, das muss ich euch so vorstellen.
Ja, also wenn du die AGB nicht gelesen hast, dann gilt die trotzdem, wenn du den Marken da drangesetzt hast, das ist leider so. Deshalb, das wird noch eine Diskussion werden, das ist ja gar keine Frage. Und dennoch hat er beide Sprintstrecken gewonnen, also das fand ich jetzt mental auch eine außergewöhnliche Leistung, sich da drauf zu fokussieren und dann da halt auch noch wirklich abzuliefern, das ist nicht ohne.
Wie das dann bei der EM wird, werden wir sehen, weil das wird natürlich auch international begleitet von den Medien, ist ja ganz klar, das wird da auch sicher, nochmal aggressiver begleitet, das kann ich mir schon vorstellen, ja, auch von den Konkurrenten, die da dann ja oft das auch nutzen, um eine psychologische Beeinflussung halt stattfinden zu lassen, also da bin ich sehr gespannt aber insgesamt, macht die Leichter, die gerade total Spaß.
Natürlich auch in einem europäischen Kontext etwas anders konnotiert als auf dem Weltstandard, weil da nicht so viele Nationen Medaillen machen können. Das ist ja natürlich anders. Wir reden ja gleich auch noch über die Europameisterschaften 2022. Da hatten wir sehr, sehr, sehr, sehr viel Erfolg. Das ist natürlich auch bei einer EM im eigenen Land, im eigenen Stadion mit der massiven Unterstützung der eigenen Zuschauer sicher nochmal beflügelnd.
Aber ich bin sehr gespannt, was das wird da in Birmingham. Kann ich mir jedenfalls gut vorstellen, dass da wieder so eine kleine Welle losgetreten wird. Das ist auf jeden Fall eine Chance, sich in Position zu bringen für die Sporthart. Ich kann eine Frage. Das stimmt. Und ihr zu Hause dürft uns auch gerne mal schreiben, wer von euch ja vielleicht sogar in Birmingham mit dabei sein wird, weil ich kann sagen, Felix, den hier ja auch alle kennen, der hatte letzte Woche noch eine sehr spontane Idee, vielleicht machen wir das auch noch, dass wir Ende August, Quatsch, Ende August, Mitte August, das Wochenende müsste, glaube ich, der 15.
Oder 16. rum sein, das letzte, das Wochenende des Marathons sozusagen, ob wir da nicht spontan noch hinfliegen. Ja, welcome zu so Marathon-Übertragung. Ich hätte an dem Wochenende nämlich frei und Felix auch und dann meinte er so, wir haben noch keine Tickets und nichts, aber wir könnten hinfliegen. Zum Marathon braucht man keine. Genau, genau. Und für Samstag könnten wir noch gucken, ob er da dann ob sich da noch was auftreiben lässt über Vitamin B oder Kontakt oder wie auch immer.
Ja, also das wird auf jeden Fall spannend. Wir übertragen das Ding komplett live, das ist ja klar. Aber ich freue mich schon ein bisschen drauf. Die nächsten Tage sind noch viel Vorbereitung dafür, weil natürlich auch sehr viele Menschen uns dann wieder begegnen werden. Auch die Marathon ist ja wieder insgesamt ja zehn nominiert.
Da bin ich sehr gespannt. Wir haben jetzt ja ein paar Wochen weniger davon gehört, weil die Marathonsaison ja bei uns mit dem Frühjahr schon abgeschlossen war. Das ist halt immer so eine besondere Situation. Weißt du selber, wenn dann plötzlich ein Sommermarathon auf der Agenda steht. Die nächsten Tage sicher nicht einfach, wenn du in Europa im Flachland unterwegs bist mit solchen Temperaturen.
Viele nutzen jetzt allerdings auch noch die Höhe. Aber selbst in St. Moritz sollen am Wochenende 25 Grad sein. Das ist natürlich da oben schon echt warm. So oft ist das dann nicht so. Aber da warten jetzt noch ein paar spannende Tage auf uns und dann freue ich mich total auf das nächste Großereignis. Und über Großereignis wollen wir auch mit Alex Burkhardt sprechen. Ja, Olympia ist das große Thema. München will sich ja bewerben.
Sie ist in der Bewerbungsmannschaft von München aktiv, wird uns gleich erzählen, was sie da vorhaben. Aber zunächst mal geht es auch darum, dass sie den Wechsel geschafft hat. Vom Sprint zum Radfahren. Du wirst es nicht glauben, weil sie am Wochenende bei einer sehr coolen Veranstaltung unterwegs war, dass noch nicht wie der normale Triathlet mit ein, zwei, drei Attacke gefahren ist, aber was ihr das Radfahren im Vergleich zum Sprinten bringt und wie ihr Leben, jetzt vorgestern und vielleicht in Zukunft aussieht, das besprechen wir jetzt mit Alex Burkhardt.
Ja, und da ist sie auch schon bei uns zu Gast am, ich würde sagen, nicht mehr frühen Morgen, aber trotzdem natürlich eine spannende Frage, wie der Morgen von Alexandra Burkhardt jetzt beginnt, wenn man nicht als allererstes womöglich direkt die Sporttasche in die Hand nimmt und zum Sportplatz geht, aber vielleicht ist sie ja trotzdem schon aktiv gewesen.
Erstmal herzlich willkommen, lieber Alex. Was stand bei dir heute vor 10 Uhr schon an? Servus Philipp, servus Ralf. Tatsächlich war der Morgen bisher genauso wie die letzten zehn Jahre. Okay, stark, stark. Also ich bin um ungefähr sieben aufgestanden, habe gefrühstückt, Kaffee gemacht, ein bisschen Haushalt und dann noch ein paar Sachen am Laptop, wo ich jetzt auch mit euch hier sitze.
Und normalerweise wäre ich wahrscheinlich jetzt genau auf dem Weg ins Training gewesen, das werde ich heute ein bisschen nach hinten verschieben. Genau. Weiß auch noch nicht genau, was ich heute mache. Hab keinen Trainingsplan aktuell. Gut, also wir haben ja schon gesagt, die Karriere ist beendet. Wir haben dich natürlich vermisst am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften, weil oft ja dann auch die verdienten Athletinnen und Athleten der vergangenen Jahre dort verabschiedet werden. Also das wird ja dann sicher irgendwann nochmal nachgeholt.
Du hattest aber eine super Ausrede, eigentlich eine Weltklasse-Ausrede, um das mal ganz klar zu sagen, weil du deine zweite Karriere oder eine weitere Karriere gestartet hast, weil zweite Karriere ist ja auch schon falsch. Leicht-Hitletik, Bob fahren, Leicht-Hitletik, also name it. Du warst bei Shades of Speed von Markus Burkhardt, initiiert vor ein paar Jahren, ehemaliger Grand-Tour-Fahrer, war unter anderem auch bei Bora Hans-Grohe.
Du bist da Rad gefahren. Wie war es denn? War das die erste große Veranstaltung, die du mitgemacht hast? Du bist ja mit deinem Mann schon auch häufiger auf anderen Veranstaltungen. Erstmal muss ich sagen, ich war tatsächlich eingeladen auch in Bochum dabei zu sein und verabschiedet zu werden, aber ich habe dem Markus einfach schon ein paar Wochen vorher zugesagt, und es gibt ja vielleicht auch die Hoffnung, dass nächstes Jahr die deutschen Meisterschaften im Süden irgendwo stattfinden könnten und da fühle ich mich natürlich ein bisschen mehr angesiedelt für eine Verabschiedung.
Deswegen musste ich da jetzt dieses Jahr passen, aber bin hoffentlich dann nächstes Jahr dabei und habe es natürlich auch verfolgt am Handy, am Livestream. Gerade natürlich auch die Sprints, war super, super spannend und auch sehr überraschend, muss ich sagen. Echt cool, coole Leistungen gewesen, hat mich sehr gefreut. Aber genau, ich war im Süden unterwegs, in Bergnähe, Bad Fallenbach heißt es, bei Rosenheim.
Und da hat der Markus, der ja auch schon eine Tour de France-Etappe gewonnen hat, hat mal das Shades of Speed veranstaltet und ich bin da mit einer Freundin mitgefahren. Und ich habe mich da hinreißen lassen, weil es quasi kein Wettkampf ist. Also es nennt sich No Race, All Taste. Und es gibt zwar einen Startschuss und auch eine Ziellinie, aber es gibt keine Zeitmessung, sondern man fährt einfach nur Fahrrad, hat kulinarische Stops auf dem Weg, lässt sich da verköstigen, macht wirklich lange Pause, trinkt noch einen Kaffee und ja, es war echt ein cooler Tag.
Wir haben viel gequatscht und richtig gute Zeit gehabt, auch wenn es zwischendrin ein bisschen geregnet hat und dann waren wir 117 Kilometer unterwegs. Wenige Höhenmeter, das ist das, wo ich aktuell noch drauf schaue, weil sonst habe ich keinen. Spaß, aber ich plane da jetzt keine zweite oder dritte Karriere, sondern aktuell mache ich wirklich einfach Sport, weil es mir Spaß macht und genieße das total, mich auszuprobieren, alles zu machen, was sonst auch nicht möglich war, weil man halt einfach super strukturiert trainiert hat.
Und jetzt mache ich alles so, wie ich Lust drauf habe und wenn ich mal keine Lust habe, dann mache ich auch gerne mal nichts und das auch mit einem sehr guten Gewissen aber wie gesagt, der Sport wird immer ein Teil in meinem Leben sein es ist schon sehr tief in meiner DNA verankert, wird auch langweilig ohne, Nimm uns mal mit, ein Abtrainieren ist ja tatsächlich auch so ein Thema wenn man so lange Leistungssport gemacht hat, bei solchen Menschen wie Philipp, die ja sehr stark Herz-Kreislauf-System beansprucht haben, ist das sicher medizinisch nicht nur unbedingt angesagt, sondern kann halt auch gefährlich werden, wenn man das nicht macht.
Herz hat halt ein entsprechendes Volumen gehabt und so weiter. Du bist ja jetzt als Sprinterin ein bisschen anders orientiert. Gab es dann halt mal einen Verbandsarzt, der dir gesagt hat, pass auf, das und das und das würde ich dir empfehlen oder ist man da dann wieder sich selbst überlassen? Also ich war ja jetzt das letzte Jahr auch nicht mehr im Kader, deswegen war ich da mehr oder weniger mir selbst überlassen, wobei ich natürlich auch Ansprechpartner gehabt hätte, die mir da sehr beratend bestimmt zur Seite gestanden hätten.
Aber für mich war von Anfang an klar, dass ich jetzt nicht die Karriere beende und dann nur noch auf der Couch rumliege. Im Gegenteil, ich habe mich eher gefreut, eben mal Rad zu fahren länger oder mal Joggen zu gehen oder halt mal andere Dinge zu machen. Also mir war das schon auch wichtig, dass ich was mache. Vor allem eben auch mit den körperlichen Rücken, Thematiken und so weiter. Also ich weiß schon, dass wenn ich nichts mache, dass es mir nicht gut geht. Auch Sehnen, Bänder, Muskeln.
Ich habe für mich herausgefunden, ich brauche auch Krafttraining. Das tut mir gut. Das tut mein Wehwehchen gut, der Abnutzung gut. Also Krafttraining, glaube ich, ist etwas, was ich mein Leben lang auch machen werde. Und deswegen war das bei mir nicht so relevant wie bei einem klassischen Ausdauerathleten, wo es dann, wie du sagst, wirklich auch gefährlich werden kann, wenn man dann von heute auf morgen nichts mehr macht, sondern bei mir geht es eher darum, meine Muskeln, die werden wahrscheinlich weniger werden, aber sie nur langsam weniger werden zu lassen.
Aber spannend ist hier ja auf jeden Fall mal diese sportliche Breite und Experimentierfreudigkeit, weil ich meine, du hast ein Radrennen am Wochenende gemacht, okay, selbst wenn es jetzt nicht da, wie gesagt, ganz so ernst mit Zeiten und so war, aber am Ende hast du dich jetzt da bei einem... Wahrscheinlich war Alex übrigens die Einzige, die nicht Vollgas gefahren ist nach dem Startschuss.
Auch das ist natürlich vielleicht denkbar. Hilf uns mal kurz, wie lange bist du denn da gefahren, Höhenmeter und so weiter, nur dass wir mal so ein Feeling kurz kriegen am Wochenende, was war da dein Rennen, deine Etappe? Also wir sind 117 Kilometer gefahren und 900 Höhenmeter. Aber es hat sich wirklich gut verteilt. Ich weiß jetzt gar nicht, wir haben wirklich teilweise eine Stunde Pause gemacht an der Fahrstation und gegessen.
Also keine Ahnung, am Schluss waren wir dann fünf Stunden unterwegs oder so, sechs Stunden. Ich weiß gar nicht. Okay, aber 117 Kilometer ihr Zuhause. Ich meine, wir haben ganz natürlich auch eine Triathlon-Gemeinde. Wir haben bestimmt auch ganz viele, die generell auch sich nicht als Triathleten definieren, aber auch trotzdem gerne Rad fahren.
Aber 117 Kilometer ist jetzt ja auch, das ist jetzt ja schon mal, ist schon ordentlich auf jeden Fall. Weil ich kenne jetzt nicht so viele Sprinter, Sprinterinnen. Fällt mir nicht, ich überlege schon die ganze Zeit, die jetzt so per se sagen, ja. Karriere vorbei, jetzt habe ich Bock auf Ausdauersport, Radfahren ist das eine noch, du hast aber gerade selber auch noch gesagt, du hättest auch mal Lust jetzt, oder auch die Gelegenheit, wenn du jetzt keinen Sprint-Trainingsplan mehr hast, auch mehr Joggen zu gehen.
Wer geht denn gerne joggen? Also ich überlege ja selbst bis 400, wo man das ja vielleicht mal noch in Ansätzen auch Teil eines Trainingsplans sein wird. Die laufen jetzt keine 15 Kilometer bestimmt, aber trotzdem, da kenne ich jetzt auch wenige, die dann sagen, boah, das war die eine, die hat mir ja am meisten Spaß gemacht. Leider durfte ich ja früher nicht mehr machen.
Also das ist ja interessant. Woher kommt das denn? Weil das ist ja für eine ehemalige Sprinter schon ungewöhnlich. Also ich glaube, das Interesse für diese Sportarten war bei mir immer schon da. Also Radsport im TV habe ich die letzten Jahre irgendwie lieben gelernt. Am Anfang habe ich, also wenn ich an vor zehn Jahren denke, dann habe ich das gar nicht verstanden, wie man sich irgendwie in einer Vier-Stunden-Etappe anschauen kann, was daran so besonders ist.
Aber wenn man dann sich ein bisschen reinfuchst und das Teamgefüge und die Taktiken dahinter ein bisschen durchblickt, dann finde ich es schon super, super spannend. Und eben auch durch meinen Mann war immer schon die Nähe zum Ausdauersport da. Ich bin auch so ein, zweimal im Jahr irgendeine Radtour gefahren, halt in der Offseason.
Und man muss auch sagen, Radfahren ist halt super dankbar. Also du hast ja nie diese permanente Belastung. Du fährst mal bergauf, ist mal härter. Dann fährst du aber auch mal wieder drei Minuten bergab und kannst rollen lassen. Kannst dich irgendwo in Windschatten hängen. Also du bist da ja selten auf Anschlag.
Und das finde ich eigentlich ganz cool so. Sehr gemütlich. Konnte aber jetzt auch nicht widerstehen, die letzten Wochen, den ein oder anderen Kommen mir zu holen in meiner Region. Aha, verstehe. Hier kommt eine Leistungssportlerin. Also ich habe gemerkt, auf der Geraden, so zwei Minuten Vollgas, das ist eine kleine Stärke von mir, glaube ich.
Aber alles andere. Und wie gesagt, sobald Höhenmeter im Spiel sind, bin ich raus. Dann fahre ich meine 9 kmh den Berg hoch. Und ja, Joggen, keine Ahnung. Ich finde manchmal das ganz cool für den Kopf. Also ich laufe super langsam. Sechser Schnitt oder so. Darf ich kurz einhaken? Das ist nicht zu langsam, weil natürlich haben wir hier häufig Gäste, die natürlich schnell laufen, das ist ja klar, ich habe aber witzigerweise erst gestern oder vorgestern eine Statistik gesehen auf Instagram, ich weiß nicht, wie aussagekräftig die ist, aber ich könnte mir vorstellen, dass das schon stimmt, wo auch nochmal drauf abgehoben wurde, quasi von dem, Veröffentlicher, der geschrieben hat, ja, nur weil ihr hier ständig lest auf
Instagram und Co., dass man 4 Minuten 4.30 irgendwie für einen normalen Dauerlauf macht, ist das nicht die Realität, sondern die Realität spielt sich jenseits von 6 Minuten für die große Mehrheit der Bevölkerung eigentlich ab. Insofern bist du da jetzt. Dann bin ich in der großen Mehrheit dabei, weil die sechs Minuten sind auch nicht immer ganz entspannt für mich.
Aber ich habe meinen Hund dabei und das macht mir eigentlich Spaß. Also ja, irgendwie Zeit mit dem Hund verbringen, ein bisschen Kopf abschalten, mal eine halbe Stunde. Also ich laufe da jetzt auch nicht lang und macht mir Spaß, tut mir gut. Man hat danach das Gefühl, man hat was geschafft und das kriegt man tatsächlich auch unter, wenn man irgendwie einen vollen Tag hat und sich abends irgendwie noch die Beine vertreten will.
Und ja, irgendwie so ist gerade mein sportlicher Alltag. Dann mal hier noch ein bisschen Pilates, dann noch ein bisschen Krafttraining und dann ist ja die Woche eh schon wieder rum. Also nur, damit wir noch mal kurz ein paar Analogien herstellen. Also die Zehnkämpfer sind ja etwas andere Menschen als andere Leichtathletinnen und Leichtathleten, weil wir da erstens Radfahrer haben.
Also Niklas Kau zum Beispiel fährt sehr gerne Rad. Manuel Eitel fährt sehr gerne Rad. Das ist auch nicht so supertypisch, weil Zehnkampfer ja doch mehrheitlich aus sprintdynamischen Dingen besteht. Tim Nowak, ja, hatten wir hier auch nach seinem Karriere. Der voll im Laufgame angekommen ist. Der voll im Laufgame ist. Das habe ich auch schon gesehen.
Der läuft Berlin-Marathon, genau. Also stellt sich nur die Frage, wann du da ankommst, muss nicht dieses Jahr sein. Das ist vielleicht ein bisschen knapp jetzt auch von der Vorbereitung. Aber gibt es so Sachen, wo du immer schon gesagt hast, okay, das würde ich wahnsinnig gerne mal machen, aber es geht halt nicht, weil du ja dann auch entsprechend eine Störung im Trainingsplan hast oder einfach ja Gefahrensportarten, ist ja immer so ein Ding.
Ich glaube, das steht auch in vielen Athletenverträgen drin, dass du die eben nicht machen darfst. Das sind komischerweise Sachen genannt, die vielleicht gar nicht so häufig sind in der Verletzungsanfälligkeit, weil das häufigste in der Verletzungsanfälligkeit ist logischerweise Fußball. Das ist aber, glaube ich, meistens nicht genannt, sondern so Pseudo, also quasi Risikosportarten. Also keine Ahnung, Skilaufen ist so oft dabei, Fallschirmspringen, Bungee-Jummy, sowas halt, aber erzähl mal, wie das bei dir war.
Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob ich das in meinen Verträgen so drin habe, vielleicht muss ich da nochmal genau nachlesen. Haben Sie die AGB nicht gelesen? Ich komme ja quasi aus Bergnä und da lernt man halt dann auch als Kind Skifahren und irgendwann war dann schon der Punkt, wo es dann hieß, hey, Alex, Skifahren ist einfach zu gefährlich, das kannst du jetzt nicht machen, weil wenn, Würdest du dich halt schon ärgern, wenn du dir da das Kreuzband reißt, weil das hat im Sprint gefühlt nie passiert und deswegen bin ich jetzt ja zwölf Jahre nicht Ski gefahren.
Das ist schon schade gewesen, muss ich sagen, aber andererseits ist es auch in Ordnung, weil es gehört halt einfach auch zu einer Professionalität im Leistungssport dazu. Auch Tennis, ich habe als Kind Tennis gespielt, das mache ich halt dann einmal, zweimal in der Offseason, weil unter der Woche bei 5, 6 Einheiten, mit leistungsorientiertem Training, da hast du dann nicht am Sonntag nochmal Bock, Belastung auf die Gelenke zu bringen, weil du sollst dich ja auch erholen auch wenn es vielleicht von der reinen Belastung jetzt gar nicht so konträr wäre zu dem, was man, also generell, je älter ich wurde desto mehr hat die eigentlich das Gefühl, dass sie da ich glaube, ich war da eh schon sehr locker aber ich glaube,
man könnte viel lockerer sein. Man denkt ja wirklich als Sprinter, wenn man sich einmal drei Minuten lang bewegt, dann ist die Form weg oder so. Ich glaube, dass es da noch ganz viel Potenzial gibt und dass es vielleicht sogar auch eine coole Möglichkeit ist, eine Grundlage aus der Art zu verbessern, wenn man in gewissen Phasen einmal die Woche 40 Kilometer Rad fährt.
Ich bin jetzt, weiß Gott, keine Sportwissenschaftlerin, aber rein subjektiv hatte ich nicht das Gefühl, dass mich das jetzt irgendwie... Ja, meine Leistung irgendwie einschränkt. Aber ich glaube, dass immer einfach, ja, weiß ich nicht, vielleicht ist man dann noch zu starre in diesen Systemen. Also ich habe das Gefühl, international, oder wenn ich mir so Rai Benjamin anschaut habe, der fährt gefühlt das ganze Jahr über Rad in L.A.
Gut, der läuft 400 Hürden, aber es ist ja auch noch eine Sprintdisziplin. Ja, vielleicht tut sich da ja noch was die nächsten zehn Jahre. Vielleicht möchte irgendwer, der hier zuhört, dazu mal ein bisschen forschen, weil ich glaube, da könnte man noch viel flexibler sein, was Training betrifft, viel kreativer sein.
Und das tut ja auch dem Kopf gut, wenn man mal eine Stunde irgendwo abschalten kann auf dem Rad und eine schöne Tour fährt. Mal davon abgesehen, dass man natürlich auch harte Intervalle machen kann. Das kann man auch machen, ja. Das ist ja auch ein Punkt, der weniger Impact hat. Das ist ja immer der Punkt, weil man sich nicht selber tragen muss.
Vielleicht noch eine letzte Frage zu diesem Übergang von Profisportlerin zu Bewegungssportlerin. Man hat ja auch die täglichen Kicks durch das Training nicht mehr? Also eher die psychologische Variante. Dieses Ziel, okay, da ist mein Wettkampf, da ist mein Saisonhöhepunkt, da ist mein großes Ziel. Wie ist das bei dir angekommen im Kopf?
Ganz gut eigentlich. Ich habe mich ja sehr lange auch auf diese Entscheidung vorbereitet. Es kam ja nicht über Nacht. Also es war ja wirklich ein Prozess, der über Monate geht. Und ehrlich gesagt, es hat zum ersten Mal auch schon begonnen nach Paris, wo ich mir einfach die Frage gestellt habe, wie lange will ich das jetzt noch machen?
Was könnte für die nächste Saison noch kommen? Oder was will ich noch erreichen? Mit fortschreitendem Alter stellt man sich halt auch die Fragen und wird auch manchmal eben von den Medien dazu befragt. Ja, und deswegen war das jetzt eigentlich ja wirklich ein langer, durchdachter Prozess, wo ich nicht das Gefühl hatte, dass ich irgendwie über Nacht einfach, eine schnelle Entscheidung getroffen habe und mich damit super schon arrangiert habe, bevor ich es eigentlich so richtig ausgesprochen habe.
Also ich habe für mich gemerkt, ich habe alles geschafft, was ich schaffen wollte. Ich hatte eine richtig geile Karriere. Ich hatte so viele coole Erlebnisse. Auch klar, einige Downs, aber die gehören einfach dazu. Und dieser Gesamtweg war für mich einfach so eine runde Sache, so eine coole Reise. Und am Ende muss man ja auch sagen, es ist ja doch jedes Jahr ein bisschen das Gleiche, also man ist immer in diesem Zirkus unterwegs, man bereist die Welt, was total cool ist, aber es ist natürlich mit 20 ein anderer, Spark als dann mit 30, weil man halt irgendwie das Meeting schon fünfmal besucht hat und es ist immer noch cool, aber es ist halt nicht mehr dieses.
Wow, jetzt bin ich hier zum ersten Mal und darf hier durch die Welt touren Vielen Dank. Das ist auch in Ordnung so. Also ich habe dann, als ich die Hallen-DM verfolgt habe, so richtig mich gefreut für die ganzen Jungen, die da irgendwie im Sprint nachkommen, die, Medaillen holen, PBs laufen und habe mir dann schon ein bisschen gefragt, sehe ich mich da eigentlich im Sommer noch gegen die Rennen oder finde ich es eigentlich ganz gut, dass da jetzt jemand nachkommt und dass da vielleicht auch so eine Art Wachablösung stattfindet.
Und da habe ich mir dann eigentlich schon die Frage so ein bisschen beantwortet, dass das Feuer einfach vielleicht auch nicht mehr so da ist, wie es mal war und dass ich wirklich alles in meiner Macht stehende getan habe, meine Potenziale auszuschöpfen. Ich habe mich dann ja nach Paris auch ganz bewusst der Staffel zurückgezogen und mich nochmal ein Jahr vollkommen auf meine 100 Meter konzentriert, jeden Stein nochmal umgedreht, wirklich ganz viel investiert, auch zeitlich. Ich war ganz oft auch in Dortmund trainieren.
Und es war eine gute Saison, aber es war jetzt auch keine herausragende Saison. Also es war, glaube ich, dann auf dem Papier die zweitschnellste Saison meiner Karriere. Aber ich hätte nicht mehr gewusst, was ich jetzt noch besser hätte machen können. Es war wirklich, ich habe richtig gut trainiert, alles investiert und dann irgendwie gemerkt, okay, ich glaube, es ist gut.
Also ich habe nichts mehr, was ich mir wünschen würde oder mir vorstellen könnte, noch besser zu machen. Und deswegen bin ich eigentlich super dankbar, dass ich so diese Entscheidung treffen konnte, weil es ja auch nicht allen vergönnt, dann gesund und selbstbestimmt, so eine Entscheidung zu treffen und so einen Abschnitt auch zu beenden.
Bisher fühle ich mich wirklich super fein damit. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich das sehr groß noch vermissen werde. Also ich liebe es jetzt am Fernseher zu sein, zuzuschauen, das zu verfolgen und freue mich für alle, die super schnell laufen, PBs rennen und vor allem für die ganzen Jungen, die nachkommen.
Also das ist für mich, ich glaube, wenn man junge Athleten fragt, wann denkt ihr, das ist natürlich für die total abstrakt, was wäre der richtige Moment, eine Karriere zu beenden, das ist das, was du erzählt hattest, das trifft es, glaube ich, ziemlich gut. Also wenn man aus einer eigenen Motivation raus entweder sagt, das ist natürlich in dem Fall total auch nachvollziehbar, wenn du sagst, ich habe alles probiert, ich habe eine super lange Karriere ja auch gehabt und man darf ja nicht vergessen, du warst ja schon sehr, sehr jung, auch schon sehr, sehr erfolgreich und dann auch ganz schnell in der deutschen Spitze und international dabei, Deutschland vertreten und so weiter.
Dann auch, für euch zu Hause, ihr wisst das schon, aber auch Abstecher in Wintersport, also Medaillengewinnerin bei Winterspielen und bei Sommerspielen und dann irgendwann das Gefühl hat, jetzt ist vielleicht wirklich alles ausgereizt, dann ist man, glaube ich, auch hat man so sein, was heißt Frieden geschlossen, nicht, dass man Frieden schließen muss, aber man denkt sich so, das passt jetzt auch dann einfach so.
Und deshalb, glaube ich, eben auch muss man das, und da bist du ja sehr reflektiert, hätte ich dich auch nicht anders eingeschätzt, dass du das dann über, Monate wahrscheinlich mit dir das schon so ausgemacht hast, dass man sagt, ja, es ist jetzt so der richtige Moment und man ist dann aber auch nicht nur dankbar für die eigene Karriere, sondern für den gesunden Körper, mit dem man da rausgehen darf noch.
Gibt es leider ja auch von unseren Kolleginnen und Kollegen auch immer andere Beispiele, wo sie gezwungen sind aufzuhören, aber danach dann vielleicht wirklich den Rest des Lebens manche Dinge nicht mehr so gut machen können. Deswegen ist das natürlich, glaube ich, schon Best-Case-Szenario. Die spannende Frage ist natürlich vielleicht, weil wir haben uns noch gesehen im, Wann haben wir uns gesehen? Im März haben wir uns kurz gesehen, nämlich in Madrid waren wir gemeinsam für ein Event von Huawei eingeladen.
Und da hast du ja auch schon erzählt, dass du zuvor ein bisschen jetzt bei dem Winterspiel noch warst, Malian Cortina und so. Also hast du für dich in diesem Prozess, der ja wohl überlegt war und so, schon gewusst, parallel, was du danach machst, was du danach machen willst, jetzt nicht sportlich bezogen, sondern auch natürlich irgendwie beruflich?
Also kann man ja sagen, oder ist ja kein Geheimnis, du warst ja Vollprofi. Also ich meine, hast von deinem Sport ja dann auch gelebt. War für dich schon so klar, du weißt genau, was du danach machen willst? Oder hast du da jetzt auch noch eine Findungsphase? also bei mir hat die Findungsphase fast zwei Jahre gedauert. Also ich meine, beziehungsweise oder ich bin auch immer noch mit.
Ich wollte gerade sagen, ich habe das gerade nicht mitbekommen, als du gesagt hast, ich bin jetzt XY. Nee, genau. Nein, also es ist so, ich glaube, es gibt Sachen, wo du glaube ich halt für dich spürst, das kann ich mir jetzt gerade nicht vorstellen so und weißt vielleicht auch noch nicht 100 Prozent, was du machen willst.
Bei mir gibt es eine Tendenz, wo ich hin will, bin ich aber auch noch nicht, aber das ist ja so eine Sache. Manche wissen ja aber vielleicht schon von vornherein, ich will, was weiß ich, ich gehe zu meinem Sponsor in die Firma und werde da, ich arbeite im Sportmarketing oder ich gehe zum, ich will Nachwuchstrainerin werden oder was auch immer, das sind ja alles total logische und auch häufig praktizierte.
Wege, die sich dann so ergeben. Wie ist es bei dir so? Gute Frage. Ich glaube, mir geht es da ein bisschen wie dir. Also ich habe auf jeden Fall während der Karriere nicht irgendwie den perfekten Plan B gehabt, weil ich irgendwie immer 100 Prozent beim Sport war und nebenbei mir da schon so ein zweites Standbein oder was heißt ein zweites Standbein?
Weil man ist ja dann im Laufe seiner Karriere, wenn es gut läuft, im besten Fall kann man sich ja auch so eine Art Marke aufbauen und ein paar Partnerschaften aufbauen, die sind ja im besten Fall dann auch nicht sofort weg, sondern wenn man das schön nachhaltig, langfristig aufbaut, dann kann man ja auch über die aktive Karriere hinaus, da durchaus mit Partnern weiterarbeiten.
Es ist ja dann oft so, dass man, wenn man nicht in der Sportfördergruppe ist, einfach in der Selbstständigkeit ist und sich so ein eigenes kleines Unternehmen mehr oder weniger geschaffen hat. Und ja, ich genieße eigentlich gerade sehr diese Selbstständigkeit. Also die kommt natürlich auch mit viel Freiheit, Flexibilität, aber auch mit großer Verantwortung und finanzieller Unsicherheit.
Aber das bin ich jetzt irgendwie schon so gewohnt, weil mein ganzes Leben so war und werde das, so wie es aussieht, erstmal so weitermachen mit mehreren kleinen Projekten. Also ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich mich jetzt wohlfühlen würde, 9-to-5 irgendwo am Schreibtisch zu sitzen, sondern aktuell habe ich so viele kreative Sachen im Kopf, so viele Dinge, die ich gerne machen würde.
Und da muss ich mir eher ein bisschen schauen, okay, meine Woche. Hat so und so viel Zeit. Wie teile ich diese Zeit am besten ein? Und da bin ich mir sehr sicher, dass sich das auch über die nächsten Jahre ständig verändern wird. Also ich suche auch gerade nicht so nach dieser Beständigkeit, Ständigkeit, sondern eher genieße diese Flexibilität und eben die Möglichkeiten, die sich ergeben.
Und ich finde es eigentlich gerade super spannend, auch mich auszuprobieren und verschiedene Sachen zu machen. Dann lass uns mal mindestens über zwei Optionen, die sich in den nächsten Jahren entwickeln können. Aber das hängt ja nicht an dir, also nicht kausal an dir, ob die sich entwickeln oder nicht entwickeln.
Das eine ist ja die Olympia-Bewerbung. Du bist ja Teil unserer kleinen Serie, dass wir gesagt haben, okay, wir schauen uns einfach mal die Regionen an, die sich Hoffnung machen, die sich Ambitionen gesetzt haben, die eine Idee präsentieren wollen, um Deutschland in einer Olympia-Bewerbung zu vertreten.
Du bist exzellent vernetzt, also mindestens in Süddeutschland, aber auch insgesamt. Wie ist es dazu gekommen, dass du gesagt hast, okay, das ist mein Ding, ich unterstütze euch da, ich gehe da als Botschafterin mit rein. Und versuche Menschen zu überzeugen, dass München oder die Bewerbungskonzepte von München der richtige Weg für Deutschland sind?
Also das Schöne ist ja, dass wir die Menschen mehr oder weniger schon überzeugt haben mit dem Votum, mit dem Bürgerentscheid in München, wo einfach über zwei Drittel dann ja doch für eine Bewerbung für die Olympischen Spiele gestimmt haben. Also das war ja schon die Hauptarbeit eigentlich, so ein bisschen diesen olympischen Spirit, zu verbreiten und den Leuten einfach zu zeigen, hey, das ist was Cooles, das ist das Größte und das tut uns allen gut, nicht nur uns Leistungssportlern, sondern eben auch der breiten Allgemeinheit, sogar vielleicht Menschen, die mit Sport nichts am Hut haben.
Und ich weiß eigentlich auch gar nicht, wie das so entstanden ist. Es ist halt, es ist einfach so gekommen. Irgendwie war es halt naheliegend, dass wenn es diese Möglichkeit gibt, dass man dann natürlich dahinter steht. Ich glaube, das wissen alle, die schon mal bei Olympia waren. Es ist das Größte und man kann das kaum beschreiben. Also das muss man wirklich erlebt haben, ob jetzt als Zuschauer oder als Teilnehmerin.
Es hat so einen Spirit, so eine Energie und das kann so was Krasses mit einer Stadt machen. Und ich glaube, diesen Bürgerentscheid hat schon eine Rolle gespielt, dass viele Münchnerinnen und Münchner auch die European Championships 2022 miterlebt haben. Das war ja am Anfang auch relativ skeptisch beäugt, ob man das hinkriegt, so viele Sportarten, alles in einer Stadt.
Und es hat sich dann innerhalb von Tagen zu einem, ich meine, ihr wisst es ja selber, ihr wart ja auch vor Ort, zu einem Sommermärchen entwickelt. Und ich weiß, also ich glaube, echt eines meiner augenöffnendsten Momente war dann, als ich nach der EM, nach diesem ganzen Trubel wieder auf der klassischen Gassirunde bei uns unterwegs war, und ich dann einen mehr oder weniger kettenrauchenden Schuss.
Hundebesitzer getroffen habe, den ich immer treffe und den ich auch sehr gerne mag. Und er hatte ein T-Shirt von den European Championships an, bei mir in Altötting. Da habe ich gesagt, hey cool, wie hast du jetzt das T-Shirt an? Er so, ja, ich war bei dir beim Goldlauf im Stadion und ich sagte, ehrlich, ich habe noch nie was Geileres in meinem Leben erlebt, habe ich mir gleich das T-Shirt gekauft.
Dann dachte ich mir, krass, wenn wir sogar solche Menschen, die eigentlich jetzt selber nicht groß sportlich sind oder nie sich Leichtathletik live angeschaut haben, damit erreichen und die mir dann sagen, das geilste Erlebnis, was sie jemals hatten, und das emotional so einen Impact bei denen hinterlassen hat, dann hat man, glaube ich, wirklich was richtig gemacht.
Und es war nur eine Europameisterschaft. Also hat sich angefühlt wie Mini-Olympia und ich glaube, da hat man halt zum ersten Mal so ein bisschen gemerkt, boah, cool, ich glaube, so ein kleines Olympia könnte man schaffen oder ein großes auch. Und so ein Multisport-Event wäre in München einfach perfekt beheimatet.
Und dadurch, dass ich das auch erlebt habe, stand das für mich nicht zur Debatte, dass ich das nicht unterstützen würde. Und wie gesagt, die erste Hürde mit dem Bürgerentscheid ist ja geschafft. Und jetzt geht es eigentlich darum, die Sportfachverbände zu überzeugen. Ja, da kann man natürlich auch nur bedingt Einfluss nehmen oder man kann halt einfach nur mit den Vorteilen von den jeweiligen Städten werben.
Und ich glaube, was ganz wichtig ist, ist, dass man einfach nicht vergessen darf, dass es nicht nur um die coolste, schönste, beste deutsche Stadt geht, sondern am Ende um eine Stadt geht, die sich international durchsetzen wird. Und ich hoffe einfach, dass bei der Abstimmung die Abstimmenden das auch im Hinterkopf haben.
Dass es eigentlich eine viel weitreichendere Entscheidung ist, als nur, welche deutsche Stadt geht ins Rennen. Also wenn man so mal die Vergangenheit guckt, Rio, Tokio, Peking, Paris, London, das sind so die Städte, wo... Das ist kölnische, logische Fortsetzung. Olympische Spielestadt, genau. Und ich glaube, man darf das schon nicht unterschätzen, wie wichtig auch die Strahlkraft von einer Stadt ist, die sich da ins Rennen ergibt. Absolut, ja.
Schauen wir aber mal einmal ganz kurz auf. Eine andere Herangehensweise. Die European Championships in München haben gezeigt, dass es funktioniert. Ich bin ganz sicher, dass das jetzt in Rom nicht weniger funktionieren wird. Leichtathleten wieder ausgenommen, weil Birmingham, das ist ja immer so ein kleines Problem.
Das Problem ist oft, dass es kein gescheites Stadion gibt oder einfach die Leichtathletik, in sich eine so große Veranstaltung ist, dass das eine problematische Geschichte ist. Nächstes Jahr die Finals Stuttgart hat halt kein Leichtathletikstadion. So geht das schon mal los. European Championships in München haben grandios funktioniert.
Also mein Moment war gar nicht Leichtathletik, weil wir drei wussten ja, dass Leichtathletik geil ist. Wir müssen ja nicht katholisch gemacht werden. Also mein Moment war, als wir irgendwann hingegangen sind zum Stadion, und da lief noch Mountainbike und irgendwelche anderen Sachen. Und der ganze Olympiapark war einfach komplett voll mit Menschen.
Das war nicht an den ersten Tagen, weil du hast das ja schon richtig gesagt, der Münchner braucht ja gerne mal eine Idee, dass irgendwo was schön ist. Und da reicht nicht ein Plakat aufhängen, sondern es läuft ganz viel über Mundpropaganda. Da muss ich hin. Das ist ja auch dann die entscheidende Hürde, die ein Event überspringen muss, um aus der Sportbabel raus eine gesellschaftliche Relevanz zu haben.
Da musst du eben die Menschen, die Ketten rauchen, mit dem Hund umeinander laufen oder die kritisch sind, was man ja auch durchaus sein kann gegenüber Großveranstaltungen, Die musst du überzeugen. Nicht die, die sich sowieso jedes Leitzeit-Meeting anschauen. Das ist ja klar. Das war so ein Moment für mich.
In Hannover, jetzt gerade am Wochenende, die Finals, das hat auch unfassbar funktioniert. Da haben Menschen. Vor der Stabhochsprunganlage gestanden, die das noch nie gesehen hatten, aus der Nähe logischerweise. Und für die ist halt eine Höhe, wo alle in Deutschland sagen, okay, das war leider nichts.
5,40 Meter deutscher Meister, weil es halt so Gegenwind war, dass einfach nichts anderes möglich war. Aber die Zuschauer drumherum, der Platz musste gesperrt werden, weil nicht mehr Leute drauf passten. Das heißt, es hat alles in sich funktioniert. Wofür brauchen wir dann Olympia? Lass uns doch die Finals machen und die European Championships.
Also würde ich sagen, bin gespannt auf, was Alex gleich noch sagt, es ist glaube ich schon nochmal eine andere Dimension, nicht nur was die Größe, betrifft und so, sondern einfach, ich glaube auch der, wir hatten ja mit Carla auch ein bisschen drüber gesprochen, ich glaube alle, das ist ja das Schöne, dass wir dann auch oft hier Leute da haben, die sich für eine Region oder für ein Projekt einsetzen, die aber selber ja auch olympische Spiele mindestens einmal oder auch mehrfach schon erlebt haben.
Aber ich glaube, das ist für die Athleten, ich fange so an, für die Athletinnen und Athleten ist es halt, glaube ich, was super Spezielles. Ganz vielen ist es vielleicht, wenn überhaupt, einmal in ihrer Karriere vergönnt. Das heißt, du hast dein ganzes Leben darauf trainiert, wohlwissentlich, dass du auch alle vier Jahre nur diese Chance hast, dich dann da gegen die Besten deines Landes in deiner jeweiligen Sportartdisziplin, wie auch immer, durchsetzen musst. Also da muss auch ganz viel zusammenkommen und so.
Und deswegen ist einem, glaube ich, sehr, sehr bewusst, was für ein besonderer, bedeutsamer Wettkampf das ist. Dann kommt da die komplette Welt zusammen und da ja auch wirklich, also von den kleinsten Nationen, weil jede Nation irgendwie irgendein Sport hat, wo sie sich zumindest ein, zwei Athleten noch hinstellen können und dann gibt es natürlich trotzdem die ganz großen Nationen, die du dann allein auch in diesen Essenshallen.
Und so alle triffst und ich glaube, das macht es für die Sportler besonders und ich glaube, dass es bei Olympischen Spielen schwappt das irgendwo auch dann auf die Ausrichter, Stadt und auch diese ganzen Menschen, die da ja dann auch aus, nicht nur von dort, sondern ja auch von überall her, dahin pilgern, ebenso über.
Jetzt muss ich sagen, Rio ist jetzt ja schon ein paar Jahre her. Zehn Jahre, um genau zu sein. Ich habe es nicht geschafft, mich für Tokio zu qualifizieren. Ich war aber in Paris als Zuschauer, beziehungsweise auch für Eurosport. Das heißt, Tokio habe ich natürlich im Fernsehen verfolgt. Waren ganz andere Großvoraussetzungen natürlich irgendwie aufgrund der Pandemie und so. Da war es, glaube ich, schwer, dass da irgendwas überspringen kann groß.
Man konnte es im Fernsehen trotzdem verfolgen. Aber für die Region oder für die Stadt war es natürlich ein super Fiasko. Aber Paris, habe ich auch schon oft gesagt, fand ich, ich fand es ultra geil einfach. Und wie gesagt, ich war da als Zuschauer und als Fan sozusagen da und diese ganze Stadt hat so vibriert und ich habe mir Sachen angeguckt, die habe ich noch nie gesehen. Breakdance und sowas. Aber live halt da vor Ort, das war ultra geil, die Stimmung.
Und da gab es ja viele Sachen. Ich war beim Turmspringen, ich war beim Handballfinale, und ich fand alles ultra krass. Das hat mich total gecatcht. Und ich glaube schon, dass es diese besondere Magie des Events, was natürlich auch viel von den Sportlern getragen wird, einfach auf diese gesamte, Umgebung und Fans und so, dass das halt, glaube ich, überschwappt.
Und ich glaube, ich fand auch München, ich war ewig nicht mehr im Münchner Olympiastadion, weil da ja auch nicht so viele leichterliche Sachen stattfinden. Ich weiß, dass ich bei den. Europameisterschaften? Gott, wann waren die? 2002 oder 2002? 2002, genau. Also war ich dann 14 oder 15 mit meinen Eltern.
Und ich muss lügen, aber ich befürchte fast, dass das das letzte Mal war, dass ich bei einem Leichtathletik-Event im Stadion als Zuschauer war. Klar, München-Marathon, Zieleinlauf früher, aber das ist ja nicht das Gleiche wie jetzt, du hast da ein richtig großes Leichtathletik-Event. Und das hat mich auch wieder voll abgeholt. Also München-Olympiastadion, ganz Olympiapark, diese altehrwürdige, historische Kulisse und so.
Das ist ja schon da so. Das wirkt schon, finde ich, einfach von sich alleine. Jetzt darf ich gerne Alex sagen, wie sie die Erfahrung als Athletin von den Spielen haben. Ganz anders. Ja, wahrscheinlich. Nee, gar nicht. Also ich kann dir da nur zustimmen, Philipp. Ich hatte auch, also gerade im Vergleich mit Rio, wo du einfach gemerkt hast, das Land ist gesellschaftlich gar nicht auf dieses Event vorbereitet.
Die haben ganz andere Themen, ganz andere, Also die hatten da gar keinen Bezug dazu. Die, glaube ich, haben sich wirklich gedacht, was sollen wir jetzt hier noch mit so einem Event? Wir haben ganz andere Probleme. Da war zu der Zeit noch der Zika-Virus. Kriminalität, glaube ich, wurde immer mehr. Und dann kommt halt irgendwie das IOC und baut da ein olympisches Dorf ins Nirgendwo, ohne Infrastruktur, baut riesige Sportanlagen, die nicht nachhaltig nachgenutzt werden und verkümmern oder wieder rückgebaut werden zehn Jahre später.
Also Paris hat, glaube ich, schon voll gezeigt, wie man es machen kann, wenn es richtig, richtig cool ist. Und man macht es ja am Ende klar, also die Athleten sind die Hauptdarsteller, aber es ist ja eine Bewegung für eine ganze Gesellschaft. Also im besten Fall kann es ja gesellschaftlich und auch politisch eine krasse Dynamik entwickeln.
Egal, welche Stadt sich dann da jetzt durchsetzt und sich hoffentlich bewerben darf. Es ist eine so große Chance, dass man wirklich heute anpackt und alles umkrempelt. Also ich war gestern auf einer Veranstaltung, wo es auch eben um das Thema Olympia-Bewerbung ging. Und der BLSV-Präsident meinte, wir haben ein großes Problem.
Wir haben die fittesten Senioren und die unfittesten Kinder aktuell. Und man denkt halt immer in olympischen Zyklen und alle vier Jahre und so weiter, aber Olympia beginnt dann eben nicht mit dieser Eröffnungsfeier, sondern wenn man sich entscheidet als Staat, man möchte das haben und sich bewerben, dann beginnt es halt genau heute.
Man hat jetzt auch als Politik eben die Chance, dass man da was bewirkt und was verändert und Strukturen verändert. Ob das jetzt Sportförderung ist, Sportstättenbau, egal für dann am Ende die Leistungssportler oder eben für die breite Masse, einfach zu schaffen, dass sich Menschen mehr bewegen, dass Sport Teil ihrer DNA wird, dass es eben normal ist, rauszugehen, reinzugehen, dass man diese Freizeitflächen auch hat, wo man seinen Sport ausüben kann.
Das kommt ja alles mit so einer Riesenveranstaltung. Das kommt eben leider nicht durch die Finals. Ist trotzdem cool, voll geil, dass die ganze Stadt da dahinter ist. Das hat sicher einen Spirit, aber die langfristige Nachwirkung, glaube ich, die hat man wirklich nur, wenn man es richtig macht, mit Olympischen Spielen.
Das ist ja eben, wie du schon gesagt hast, Philipp, genau das, was man eben auch an München sieht, ist über 50 Jahre her und egal, ob man Sport macht oder einfach nur kulturell interessiert ist in München, man kommt an diesem Olympiapark nicht vorbei, ob man jetzt sich ein Konzert anschauen will, ob man aufs Tollbot-Festival geht oder eben ein Champions-League-Finale oder, irgendwelche anderen Fußballspiele, Veranstaltungen im Olympiapark besucht, Leichtathletik-EM und so weiter, vielleicht ja auch bald eine Leichtathletik-WM.
Die Menschen dort leben mit dieser Legacy sie von 72 und die zieht sich durch die ganze Stadt und. Das finde ich ist einfach magisch. Das ist total cool. Und wie cool wäre das, das auszubauen für die nächsten 50 Jahre? Und eben, das ist eh Wahnsinn, wie lange das gehalten hat. Aber man könnte es ja jetzt noch besser machen, noch größer machen, noch breiter machen, auch mit den ganzen neuen Sportarten.
Also das Konzept ist ja auch, diesen Olympiapark in München Richtung Süden, glaube ich, zu erweitern für eben diese modernen Sportarten und auch für mehr Breitensport. Und dazu kommt eben, gut, das passiert dann auch in allen anderen Standorten, aber Olympisches Dorf ist halt. Eine perfekte Möglichkeit, auch Wohnraum zu schaffen. Infrastruktur wird ausgebaut.
Ja, also ich sehe wirklich nur Vorteile. Klar kostet das alles Geld, aber das sind alles Dinge, die man sowieso braucht. Also es kann eh nicht so bleiben, wie es ist. Man braucht eine bessere Infrastruktur, man braucht mehr Wohnungen und man braucht auch die Möglichkeit, Sport zu machen, gesund zu sein und das so ein bisschen mehr in unserer DNA einfach zu verankern.
Also ich finde auch das Thema Schweinehund, das nervt mich so, wenn ich das manchmal höre. Sorry, dass ich da so bin, aber wie doof ist es, dass wir das Gefühl haben, beim Sport einen Schweinehund überwinden zu müssen. Es wäre doch total cool, wenn man vom Kindergarten an lernt, dass es ein Teil der Woche ist, dass es total Spaß macht, egal ob man dann am Ende eine Medaille holt oder nicht, sondern einfach sich zu bewegen, Spaß zu haben, Spiele zu spielen.
Dann, glaube ich, hätten wir auch ganz viele andere Probleme nicht. Stichwort Gesundheitssystem und so weiter. Oder weniger Probleme. Aber ich glaube schon, dass das eben was ist, was man wirklich nur mit so einem Riesenevent wie Olympia schaffen kann und dass da die Finals leider zu klein sind dafür.
Das ist ein Wochenende. Das kann ja eine Hinführung sein, logischerweise zu was auch immer, um ein Verständnis zu schaffen. Natürlich hat Olympia einen ganz anderen Vorlauf, das ist ja klar. Wir diskutieren natürlich immer sehr stark in Jetzt-Kosten. Also da wird halt sehr wenig diese lange Perspektive aufgemacht, dass ja entsprechende Investitionsmittel.
Eingesetzt werden müssen. Ja, plus Olympia nimmt nichts weg an anderen Stellen, weil ja viele Leute auch denken, okay, dann wird aber jetzt hier meine Schule nicht ausgebaut und mein Park nicht und da die Straße nicht gemacht. Das ist kein kausaler Zusammenhang. Fast eher umgekehrt, dass mittel- und langfristig bestimmte Dinge entstehen müssen, weil sie dann eben für die Olympischen Spiele notwendig sind.
Aber diese Kommunikation ist noch nicht gut genug, weil ich höre an jedem Standort genau diese Themen. Deshalb hat sich Hamburg dagegen entschieden weil sie halt gerade aktuell sehr viele solche Themen haben und das Reizreaktionsschema ist überhaupt nicht auf was ist eigentlich in 10 oder 15 Jahren angelegt, sondern, wir haben hier eine Baustelle, wir haben hier drei Großveranstaltungen das nervt, das will ich nicht und das ist das Jetzt-Gefühl und das ist nicht das Morgen- oder das Übermorgen-Gefühl das ist halt schwierig.
In einer zunehmend auf schnelle Schlagzeilen, auf Social Media, auf Reizreaktionsschema ausgerichteten Gesellschaft und auch auf Diskussionen. Ja, weil wie nachhaltig ist eine Idee von einem, wie soll ich sagen, beseelenden Sport-Event. Weil nach Olympia, also nach Olympia in Paris, haben ja sehr viele gesellschaftliche Kräfte gesagt, wow, das kann was.
Jetzt sind wir irgendwo mit der versuchten Olympia-Bewerbung zumindest dabei, noch ein Stück davon zu retten. Aber in ganz vielen anderen Bereichen streiten sich die Verbände wie vorher um irgendeinen Kleinkram und die Funktionäre um ihre Posten und so weiter. Da ist relativ wenig von so einer Aufbruchstimmung, die man dann mal transferiert, zu sehen und hören.
Und das andere, wir brauchen schon auch ein bisschen Kreativität. Da reicht nicht nur politische Durchsetzungsfähigkeit. Und das, was Paris ja ausgezeichnet hat, war halt eine extrem hohe Kreativität und sehr kluge Konzepte. Wo nehmen wir die her? Die hast du in der Tasche. Jetzt habe ich die. Nee, die habe ich nicht in der Tasche. Nee, nicht du, Alex.
Ich habe sie auch nicht erfunden, aber ich finde schon, dass dieses Münchner-Konzept sehr, sehr kreativ ist und sehr, sehr bevölkerungsnah. Also, Philipp, du warst in Paris, aber ich kann mir München 1 zu 1 vorstellen wie Paris, nur vielleicht noch ein bisschen besser. Ja, also ich glaube, dass das Rüstzeug dafür schon da wäre.
Ich glaube, was ein wichtiger Aspekt ist, den hast du vorher mal genannt, Alex, ich glaube, dass man aus Entscheidersicht in Bezug auf Vergabe, innerdeutsch, muss man schon überlegen, gegen wen trittst du potenziell an und, hält das, was dein Konzept beinhaltet, aber auch das, was die Stadt ausstrahlt, so würde ich es jetzt mal sagen, im internationalen Vergleich stand, dass du vielleicht den Zuschlag bekommst.
Ich glaube, das ist schon was, wo auch diese, weil es halt anschaulich ist, wo du halt sagen kannst, 72 München, das ist noch so und so und so und so, ist das ja sogar noch gut erhalten. Das kann eine Blaupause sein, jetzt 50, 60 Jahre später, 60 Jahre sind wir wahrscheinlich schon eher, diesen Spirit wieder aufzugreifen, diese Legacy.
Und wir haben schon mal gezeigt, klar, damals auch mit tragischen Ereignissen drumherum, aber grundsätzlich, dass das so möglich ist und eine sehr würdige, Ausrichterstadt einfach so. Ich glaube, also das ist schon ein großer Vorteil von München. Könnte man natürlich jetzt beispielsweise Berlin, haben wir noch nicht drüber gesprochen hier, könnte man auch sagen, da gab es schon mal Spiele, allerdings natürlich auch anderes Setting damals und noch länger her.
Ja, ich glaube, dass diese, ich habe lange drüber nachgedacht, weil mich das ein bisschen auch geärgert hat, bin ich ganz ehrlich, mit Hamburg. Ich bin nicht mal Hamburger, aber als jemand, der natürlich aus dem Sport kommt und ich habe, glaube ich, hier im Podcast auch schon häufiger auch zum Ausdruck gebracht, dass ich überhaupt kein großer Freund vom IOC so bin oder wie da manche Dinge praktiziert und umgesetzt werden.
Aber das muss man, glaube ich, am Ende, klar, es ist die Katze im Sack, das eine geht nicht ohne das andere, aber ich glaube, man muss natürlich trennen, was willst du damit potenziell erreichen. Für Sportlerinnen und Sportler, die du dann zu Gast hast bei dir, aber auch, haben wir auch schon wirklich drüber gesprochen, vielleicht gesellschaftliche Impulse setzen, Anstöße setzen, vielleicht auch so diesen Spirit schaffen, dass Kids irgendwie Sport wieder geil finden.
Da haben wir heute auch wirklich eine breite Sportpalette mit neuen, modernen Sportarten, die dazukommen. Investitionen, das möchte ich auch nochmal sagen. Ich glaube, das sind Investitionen, die dann gemacht werden, wenn man diesen Zuschlag bekommt, die aber nicht zwingend gemacht werden. Also es ist nicht dieses, man nimmt jemandem was weg, sondern es wird mehr Geld ausgegeben, was davor einfach nicht eingestellt wird, weil es dafür keine Notwendigkeit gibt.
Und wenn man natürlich sich so das größte Sportergebnis der Welt sichert, dann hast du natürlich auch den Druck, dementsprechend zu investieren und was zu bauen. Stichpunkt olympisches Dorf, später Wohnraum nachnutzbar, Infrastrukturthemen, die man voranbringt. Das passiert oder das passiert halt nicht. Und deswegen, ich sehe das ähnlich wie Alex, wenn wir jetzt mal diese IOC-Thematik, das generell, die natürlich hier keine Steuern zahlen und so weiter und so fort.
Das ist eine Sache und das andere ist ja, was du selber dir und auch dann deiner Region, deiner Stadt schaffen kannst sozusagen und ich glaube, dass da München natürlich sehr, sehr gute Anlagen hat, sehr, sehr gute Karten hat, und in Hamburg hat mich das sehr geärgert, weil es ja auch nicht das erste Mal ist, dass da ein Bürgerentscheid scheitert.
Das hat ja schon eine Tradition leider und wir kennen ja genügend Leute, du ja auch Ralf, die da aus dem Sport kommen und sehr leidenschaftlich dafür kämpfen und sich einsetzen und das auch überhaupt nicht verstehen können, diese Neinsage-Mentalität irgendwie. Hauptsache man hat es halt abgelehnt so ungefähr.
Das ist tragisch, weil Hamburg natürlich theoretisch auch eine supergeile Stadt ist, also muss man ja sagen, denen würde ich das grundlegend auch natürlich zutrauen. Aber das ist ja vielleicht auch ein entscheidender Vorteil für München, dass du das Thema hier halt gar nicht hast. Ja, bei den Winterspielbewerbungen damals war das so.
Aber jetzt hier eine Zweidrittelmehrheit ist ja schon mal ein Wort. Also das ist ja jetzt schon gewollt, obwohl es noch nicht mal irgendwas zum Anfassen gibt sozusagen. Und deshalb würde ich jetzt mal sagen, ist das natürlich schon eine sehr, sehr gute Grundvoraussetzung. Auch wenn ich das nicht entscheiden darf. Ja, ich sehe das auch so.
Also ich gebe dem Ralf da schon recht, dass da diese Stimmung manchmal schon so ist wie ja, weil dann fehlt es ja woanders und wir brauchen doch erstmal hier Geld und die Brücke ist marode und so. Aber ich habe auch das Gefühl, dass man in München oder um München rum einen ganz guten Weg gefunden hat, das so zu verknüpfen, dass eben diese Dynamik das alles dann anschiebt.
Zumindest sagt der Bürgerentscheid das. Und wie gesagt, es ist alles da, es ist diese gesellschaftliche Akzeptanz, es ist eben auch die wirtschaftliche Unterstützung, das ist ja auch super wichtig, dass diese Region dann einfach ein bisschen einen Aufschwung kriegt, dass da starke finanzielle Partner im Hintergrund sind, die sagen, hey, wir haben da auch Bock drauf, für uns ist das eine riesen Chance für diese Region und ich glaube jetzt auch so aus der Athletensicht, München ist super kompakt, also ich glaube, ich habe die Zahlen nicht ganz im Kopf, aber es sind glaube ich 92 Prozent der Sportstätten, die in einem 16 Kilometer Radius in München und um München stattfinden würden.
Das ist schon ein Wort, also du fährst nicht weit, also auch für Zuschauerinnen und Zuschauer super natürlich, du müsstest natürlich den öffentlichen Nahverkehr, perfekt ausbauen, damit es da eben dann auch keine Themen gibt. Du würdest ja jetzt sagen, wir fahren mit dem Rad hin. Ich würde mit dem Rad hinfahren. Ihr werdet mich dann auch in 10 oder 14 Jahren, wann auch immer, da mit dem Rad hinfahren sehen.
Nee, Spaß beiseite. Aber das ist ja schon mal super wichtig. Auch jetzt aus der Athletenbrille, wenn du im Dorf bist, möchtest du ja nicht zum Trainingsstadion zwei Stunden im Bus sitzen. Wenn du Vorlauf, Zwischenlauf, Endlauf hast, möchtest du auch kurze Wege haben, dass du halt einfach viele Wege ins Stadion, dass du da irgendwie Zeit sparst.
Eben diese Kompaktheit, dann, was auch, glaube ich, ziemlich cool ist und sehr ungewöhnlich ist, ist, dass München plant, das Olympische Dorf für fast alle Athletinnen und Athleten zu machen. Also selbst Fußball würde ins Olympische Dorf integriert werden. Das hat man ja eigentlich nie. Der Fußball ist ja immer so ein bisschen, gehört er überhaupt zu Olympia?
Also ehrlich zu sein, kriege ich den nie mit bei Olympia und er ist ja auch irgendwie dann nicht so wertgeschätzt. Ich glaube, das wäre schon ein gutes Zeichen, das so mit einzugliedern in diese Olympische Idee. Und eben jetzt auch wieder der Vergleich zu Paris, temporäre Anlagen zu bauen, irgendwie Volleyball am Königsplatz, Beachvolleyball, also das hatten wir ja bei der EM schon.
Die Stadt so mit einzubinden mit den historischen Sachen, also das hat für mich absolute Parallelen zu Paris und das ist glaube ich schon das, was in Paris die Menschen super begeistert hat, dass irgendwie zwischen den großen Sehenswürdigkeiten dann auf einmal ein Wettkampf stattgefunden hat. Das macht schon was mit der Atmosphäre und dass man den Sport auch zu den Menschen bringt, ähnlich wie bei den Finals, wenn dann der Stabhochsprung irgendwo an einem Domplatz oder ich weiß gar nicht, wo die jetzt genau waren, der Stabhochsprung. Opernplatz war das ja. Opernplatz, genau.
Das ist natürlich einfach ganz, ganz entscheidend, dass du die Hürde für die Menschen da auch sehr gering hältst und wenn du das halt siehst, dann vielleicht noch ein Ticket holst oder irgendwie von draußen vielleicht sogar noch reinschauen kannst. Das ist ja das, was Olympia dann oder auch Olympia und Paralympics sein sollen.
Dass man den Sport irgendwie auch zu den Menschen bringt und nicht nur sagt, okay, das Stadion hat jetzt 70.000 Plätze und alle anderen müssen draußen warten. Und das kann man ja super machen, gerade mit diesen ganzen modernen, neuen Sportarten, die dann neu olympisch sind, wahrscheinlich zu der Zeit.
Wir haben ja durchaus ein gestörtes Verhältnis zu solchen Veranstaltungen wie IOC oder jetzt halt auch FIFA in der Art und Weise, wie die eher undemokratische Tendenzen verstärken, und sich so verhalten, wie wir nicht verstehen als Menschen, die in einem demokratischen Staat aufgewachsen sind, weil entweder Partikularinteressen verfolgt werden oder einfach.
Kommerzialisierung und letztlich auch Geldverdienen für eine kleine Funktionärssekte komplett im Vordergrund steht und eine große Idee dadurch Schaden nimmt. Es gibt ja zwei grundsätzliche Optionen, damit umzugehen. Man kann sagen, okay, wir lehnen das ab. Wir wollen das nicht. Wir wollen nicht, dass das IOC oder die FIFA in Deutschland solche Veranstaltungen macht.
Da kann man eine Menge Gründe für anführen. Mit der Steuerbefreiung, das ist halt sicher ein Punkt. Auflagen, die gemacht werden und so weiter und so weiter. Was viele nicht auf dem Schirm haben, ist, dass es vom IOC auch eine sehr große Summe gibt für die Veranstalter, also für die Ausrichtung der Spiele.
Ich meine, Paris hätte irgendwas wie siebeneinhalb Milliarden Euro bekommen, um die Spiele auszurichten. Das ist natürlich nicht alles gewesen vom Etat, weil die Etatsum durch Gebäude, natürlich auch Logistik, Transport, Sicherheit ein zunehmender Kostenfaktor geworden ist. Das haben wir aber für die nicht auf dem Schirm, dass da eben auch Geld von, der Organisation in die Ausrichterstatt fließt.
Also wir können sagen, wir lehnen es ab. Aber wenn wir das machen, wird es nicht dazu kommen, dass mehr demokratische Tendenzen, dass mehr Ideen, die wir in der freien westlichen Welt verfolgen, in diesen Institutionen üblich werden. Wir können auch die FIFA ablehnen und wir können sagen, okay, macht, was ihr wollt, aber lasst uns damit alleine. Dann dürfen wir aber daran nicht teilnehmen.
Weil dann unterstützen wir genau diese Punkte. Und das ist bei Olympia nicht unähnlich. Wenn du sagst, okay, wir lassen das jetzt nur noch in totalitären Systemen oder in Autokratien stattfinden, dann unterstützt man die ja damit auch indirekt. Also entweder macht man sich dann ehrlich und sagt, okay, wir wollen nicht mehr an Olympischen Spielen teilnehmen und dann wäre eine Option zu sagen, okay, dann machen wir halt Europameisterschaften groß.
Die funktionieren auch, weil das Motiv, Menschen zu Sport zu bringen, da eine Kommunikationsplattform zu schaffen, sicher auch Vorbildcharakter und so weiter, das funktioniert, du hast das selber beschrieben, sehr gegenständlich, das funktioniert da genauso. Der andere Weg ist eben, dass man sich einmischt und dass man sagt, okay, wir wollen es anders.
Das war aus meiner Sicht der eigentliche Gewinn von Paris, weil die es halt fantastisch gemacht haben und der olympischen Idee einen ganz anderen Anstrich gegeben haben. Weil das eben nicht damit einherging, noch mehr Autoplatz zu schaffen, sondern weniger Autoplatz zu schaffen. Mehr Platz für Fußgänger, mehr Platz für Fahrradfahrer. Das ist halt eine Mischung gewesen aus sehr klugen Menschen in der Stadt Paris mit der damaligen Oberbürgermeisterin, die eben auch gesagt hat, okay, wir wollen Paris lebenswerter machen und das ist ein großer Baustein dafür, plus natürlich sehr, sehr kluge und offensichtlich ja kommunikativ sehr begabte Menschen in der Organisation.
Weil sonst wäre das nicht zustande gekommen. Die Menschen in Paris sind mindestens so kritisch wie in Köln, München oder in Berlin. Ich würde sogar eher sagen mehr. Aber die haben das hingekriegt. Und das ist vielleicht die wirklich große Stärke. Das ist etwas, was eine Seele in so eine abstrakte, fremde, übermächtig wirkende Institution geben kann.
Was habt ihr von euren Olympischen Spielen da aus diesen Veranstaltungsorten, wo ihr wart, mitgenommen? Es waren sehr spezielle Bedingungen, weil Brasilien, du warst nicht lange da, Philipp. Ich war nicht lange da, ich war drei Tage da. Tokio war sehr speziell, Winterspiele sind sicher nochmal anders, fast ein bisschen intimer als Sommerspiele.
Ich gebe dir dazu 100 Prozent recht, Ralf. Ich sehe das ganz genauso. Ich sehe aber auch, dass es eben die Möglichkeit gibt, das als Chance zu nutzen. Und klar hat das IOC viele Vorgaben und ich bin da auch ganz verfüllen, kann man immer auch alles gut kritisch betrachten und sollte man auch. Aber man hat ja auch die kreative Freiheit dann als Stadt München oder die halt jetzt diese Bewerbung da verantworten.
Das IOC sagt ihnen ja nicht, wo sie was bauen sollen genau. Also klar muss es am Schluss passen, aber wo sie jetzt, was sie für Ideen haben für den bestehenden Olympiapark oder wo das Olympische Dorf hin soll mit dann irgendwie 10.000 Wohnungen oder so, das können die ja super eigenständig entscheiden.
Und so wie es für die Stadt dann auch 50 Jahre hoffentlich nach den Spielen noch irgendwie nachhaltig funktioniert, sinnvoll ist. München macht übrigens oder hat geplant, eine Olympic Lane in der S-Bahn zu machen. Also auch eher den Schritt wie Paris von weniger Auto, sondern mehr Massentransport. Auch da kann ich dir nur 100 Prozent zustimmen, dass mir das wirklich in Paris gemerkt hat, dass es ja für die Stadt ist, also für die Leute dort und nicht, wie in Rio, da war nichts für die Leute dort.
Also dieses Olympische Dorf, ich würde das gerne mal sehen. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass da jemand wohnt. Das war ja noch gar nicht fertig, als wir da eingezogen sind. Wir hatten im Wohnzimmer nicht mal ein Fenster drin, überall war noch der Baustaub. Und in dieser Region von dem Olympischen Dorf, da gab es keinen Supermarkt, keine Bushaltestelle. Also ich weiß gar nicht, wie Leute dann danach da hinkommen und da sich eine Lebensrealität aufbauen sollen, weil da gibt es nichts oder gab es nichts.
Also ich wäre sehr überrascht, wenn da wirklich jetzt jemand gerade wohnen würde, aber vielleicht muss man das mal recherchieren. Ich bin schon dabei, ja. Ja, sehr gut. Und eben in Paris, glaube ich, oder auch in Tokio, Also ich fand Tokio, klar, es waren die Umstände mit Corona super schwierig, aber es war, finde ich, perfekt gelöst, sodass alle gesundheitlich sehr sicher waren.
Also man musste dann halt alle diese Dinge einhalten, um auch zu garantieren, dass wir an unseren Wettkämpfen teilnehmen können, dass halt da nicht die große Pandemie dann im Olympischen Dorf ausbricht. Und ich hatte sogar selbst das Gefühl, dass dieser Funke trotzdem auch auf die Bevölkerung übergesprungen ist, obwohl man da ja kaum Kontakt hatte.
Also wenn wir mit dem Bus ins Olympische Dorf reingefahren sind und davor irgendwie kurz im Stau standen, da waren Leute am Gehweg mit Olympiaschildern und haben uns da zugejubelt. Und also die waren klar nicht in dem Ausmaß, wie es dann in Paris war, aber da war durchaus Begeisterung zu spüren. Und dass das dann halt dieser Worst-Case-Fall ist, dass keine Zuschauer rein dürfen, ist natürlich super schade, weil die eben diese ganze, das, was man sich alles wünscht von so einem Event, dann nicht so erleben konnten.
Aber wie gesagt, Paris, glaube ich, wirklich kann man sich sehr viele, sehr gute Dinge abschauen. Und es ist ja auch, man kann ja auch durchaus das ja mal anerkennen. Ich weiß, im Sport gibt es natürlich solche und solche Charaktere. Manche tun sich da eher schwer, andere Leistungen abfeiern zu können.
Und dann gibt es aber auch andere, denen es ja auch mal Respekt abnötigt, wenn jemand anderes was gut macht. Und ich finde, das kann man ja durchaus mal sagen, dass das, was wir zumindestens, du ja auch als Athletin vielleicht, aber was ich ja auch als Zuschauer mitbekommen habe, dass man das ja wirklich auch gut finden kann, wie es umgesetzt wurde und gelöst wurde.
Und das kann ja ein Ansporn und Inspiration zugleich sein, dass man dem eben, was ebenbürtiges oder vielleicht auch noch ein intensiveres Erlebnis ja vielleicht auch in Deutschland, in München schaffen kann. Ich fand. Auch, dass, wie gesagt, in Rio durfte ich ja nur drei Tage vorher anreisen und Marathon ist ja oft der letzte Tag der Spiele. Das heißt, bei mir beschränkt sich da vieles auf, klar, Olympisches Dorf war im Arsch der Welt.
Ich glaube, ich war einmal bei Nadias Hospitality und das hat ewig gedauert, da irgendwie reinzufahren. Und ansonsten muss ich sagen, war das, glaube ich, eine der ersten, nee, stimmt, London war auch schon so, London war auch schon ein Rundkurs bei den Olympischen Spielen und nicht eine große Runde.
Und das war in Rio auch so, was ich aber gar nicht als negativ empfunden habe, sondern dadurch war natürlich die Stimmung bei uns noch sehr dicht, klar, okay, keine Ticketpreise, kannst an die Marathonstrecke einfach so kommen, und dann hast du halt drei Runden mit zehn Kilometer gehabt, plus hin und zurück zum Sambodromo, dadurch war da sehr geballt und das war eine große Straße, da konntest du auch mit Brücken auf die andere Seite rüber, also du hast echt immer eine sehr, sehr gute Stimmung gehabt.
Mehrheitlich würde ich sagen, ich meine, ich war im Rennen, bist du ja nicht immer ganz so zurechnungsfähig zu jedem Kilometer, aber mehrheitlich waren es trotzdem Leute, die von weit her gereist sind. Also von mir auch natürlich Family-Angehörige und so ging es wahrscheinlich ganz vielen anderen auch.
Es war jetzt nicht die große, wie soll ich sagen, also dass da jetzt ganz viele Locals sich den Marathon angeguckt haben, aber aus den bekannten und von Alex schon benannten Gründen, ich glaube, das war einfach schwer bis unmöglich zu vermitteln, warum man sich das antut. So ein fettes Mega-Event dort auszurichten mit wenig bis wahrscheinlich gar keinen Nachnutzungskonzepten und wahnsinnig viel Geld, was da verbrannt wurde, wo.
Sonst ganz andere gesellschaftliche Probleme, Armutsthematiken bestehen. Das ist, glaube ich, einfach, muss man sagen, kolossal gescheitert, da irgendwie einen Rückhalt irgendwie auch zu bekommen. Das war, glaube ich, so ein bisschen ein, IOC-Traum zu sagen, jo, wir hatten Südamerika halt noch nie Spiele, das vielleicht am besten geeignete Land könnte vielleicht Brasilien dafür sein und dann hat man das halt da durchgepeitscht.
Rückblickend gab es ja da auch eine Menge Korruptionsaffären noch, einige Leute sind ja auch in den Knast gewandert, also vieles nicht ganz überraschend, aber genau, das ist vielleicht dann eher eines der Beispiele, ja, wie jetzt nicht das so 100% gut gelungen ist, was die Umsetzung betrifft. Das ist eigentlich gleich ein guter Punkt, weil wie steht ihr denn?
Afrika hatte ja auch noch keine olympischen Spiele. Ich glaube, Indien ist auch ganz heiß auf olympische Spiele. Der Nahe Osten, glaube ich, hätte gerne mal Olympische Spiele. Wie steht ihr dazu? Könnt ihr euch das vorstellen, dass es in so einer Region möglich ist, dass es da die Unterstützung gibt oder das Interesse für so ein Event?
Also bei Afrika habe ich tatsächlich während der Weltmeisterschaften schon gedacht, das könnte eine, also während der Fußball-WM in Südafrika, das ist jetzt auch schon eine Weile her, hatte ich aber tatsächlich gedacht, das könnte in die Richtung sich entwickeln. Im Moment wäre ich da sehr skeptisch, weil ich nicht das Gefühl habe, dass eine gesellschaftliche Entwicklung da so stabil ist und so vorangetrieben wurde, dass Olympische Spiele, die ein so langes, dann eben auch sehr insgesamt ein herausforderndes Planungsprojekt sind, dort wirklich eine Chance haben.
Also ich könnte es mir fast eher in Nordafrika vorstellen. Als es in Südafrika. Da sehe ich das gerade nicht, dass sich da Südafrika so entwickelt, dass das politisch stabil genug ist, um sowas umzusetzen. Aber Ralf, welches Land in Nordafrika, weil ich habe da auch gerade als Alex die Frage gestellt darüber nachgedacht, für mich wäre auch aus den gleichen Gründen wie bei dir erstmal Südafrika in den Sinn gekommen, weil die natürlich schon mal ein anderweitiges Großvereignis, durchaus erfolgreicher umgesetzt haben mit der Fußball-Weltmeisterschaft.
Das ist aber wirklich schon länger her. Und das wäre für mich erstmal die einzige Option, glaube ich, gewesen. Aber auch da gibt es immer noch ganz viele, gesellschaftliche, soziale Probleme und so weiter. Und Nordafrika ist mir jetzt kein Land eingefallen, wo ich jetzt gedacht hätte, da wäre es wahnsinnig besser, glaube ich. Also entweder von der Sicherheitssituation oder von den Organisationsfähigkeiten, nenne ich es jetzt mal.
Also, weiß ich nicht, Ägypten hätte ich jetzt nicht das beste Bauchgefühl so irgendwie. Libyen ist ja nach wie vor noch irgendwie so halber Bürgerkrieg. Tunesien weiß ich jetzt auch nicht so richtig. Marokko? Also ich glaube, wenn dann eher in Marokko. Ich sehe da bei denen in den Ländern gerade keine Initiative in die Richtung.
Aber Kirsten Carpentry ist halt Afrikanerin. Was man zum Beispiel als Staat, hier haben wir das nicht so auf dem Schirm, aber sicher nicht unterschätzen sollte, ist Ruanda. Das ist halt eine sehr stabile Gesellschaft, die sehr modern orientiert ist. Übrigens quasi CO2-neutral, weil die da sehr kluge Entscheidungen getroffen haben, schon seit längerer Zeit.
Also das sind so Punkte, irgendwann wird da der Druck in Richtung der afrikanischen IOC-Präsidentin relativ groß werden, dass sie sagen, okay, aber ich glaube, das wird mehr sein müssen als nur eine nationale Anstrengung, sondern tatsächlich eine internationale Anstrengung. Sonst sehe ich das schon auch skeptisch, weil eine Menge andere Dinge da sich, ja auch eine Rolle spielen.
Logistik, internationale Erreichbarkeit und so weiter und so weiter. Gerade war ja ein viel kleineres Event, aber in Botswana die World Relays der Leichtathleten. Das war eine super tolle Veranstaltung. Aber da sind tatsächlich auch etliche Nationen nicht hin aus Angst vor Infektionen. Die haben dann gedacht, okay, fahre ich da jetzt im Frühjahr, einer Saison hin, Mit der Option, dass ich dann vielleicht danach mit einem Virus nach Hause komme.
Ja, also das haben dann schon relativ viele Leute nicht gemacht. Bei Indien, Alex, bin ich ganz, ganz sicher, das habe ich in der Folge mit Karl ja auch schon gesagt, bin ich ganz, ganz sicher, dass die 2036 die Spiele bekommen werden. Das ist halt so ein großes Land mit einer so großen wirtschaftlichen Power, trotz der krassen gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den Armen und Reichen, die werden das durchsetzen.
Weil die politisch international so gut im IOC vernetzt sind, Klammer auf, das sind wir übrigens gerade gar nicht. Also als Deutschland sind wir ganz schlecht politisch im IOC vernetzt und auch in den großen Sportverbänden nicht besonders gut. Das ist der Hauptpunkt, der vor einer möglichen deutschen Bewerbung noch steht.
Da halt viel besser vernetzt zu sein, das ist im Moment ganz schlecht. Also bis 36 wäre ich auch fein damit. Ich finde, das kommt eh zu früh für eine deutsche Bewerbung. Aber ja, ich sehe das auch. Einerseits klar, das ist ein super aufstrebendes, Sportland. Also ich glaube, da findet ja gefühlt jeden Tag irgendwo ein Marathon statt.
Aber ich weiß nicht, war das in der letzten Hajo Seppelt-Doku, wo auch die Schattenseiten des Sports beleuchtet wurden? Also ich glaube, da gibt es noch richtig, richtig viel Arbeit und präventive Maßnahmen zu leisten, um da wirklich aufzuklären, was es macht. Also wir haben ja immer über die Zahl der Dopingfälle in Kenia gesprochen.
Also im Vergleich zur Zahl der Athletinnen und Athleten insgesamt sind die führend. Die absolute Zahl ist Indien klar vorne. Also das ist halt so durchdrungen von einer Dopingkultur, der Leistungssport, das ist halt schon relativ krass. Dann die Frage, ob die Möglichkeit für olympische Spiele das verbessert oder sogar noch extremer macht.
Kann in beide Richtungen gehen natürlich, gar keine Frage. Ja, also nahe Osten sehe ich gar nicht. Also. Auf unbestimmte Zeit. Ich will gar kein Datum dahinter setzen. Einfach aufgrund der politischen Situation. Das ist ja so eine unfassbar instabile Region. Das ist unmöglich, da irgendwie sicherheitstechnisch eine Garantie zu schaffen, dass du da irgendwie drei, vier Wochen olympische Spiele machen kannst.
Absolut utopisch sehe ich in 60 Jahren nicht. Die FIFA macht es, weil die noch weniger sich für irgendwas interessiert. 2030 werden die Weltmeisterschaften in Saudi-Arabien stattfinden. Das wird funktionieren, das kann ich jetzt schon sagen, weil das natürlich in einem so autokratischen Staat noch einfacher ist, Sicherheitsdinge zu kontrollieren.
Ja, noch einfacher rein-raus zu kontrollieren. Da gibt es ja kein Aufbegehren in der Bevölkerung oder was auch immer. Ja, sondern da wird es halt einfach ein. Sehr großes FIFA-Turnier geben und direkt danach werden die die Finger heben und sagen, okay, jetzt wollen wir auch Olympia. Das ist vollkommen klar. Ich würde da aber noch einwenden, also aufgrund der, natürlich autoritär oder autoritären Staatsführungen mag das sein, dass die natürlich auch mit, ja natürlich ihr Land auch durch repressive Maßnahmen extrem im Griff, das ist schon klar. Ich mache mir da auch gar nicht mal unbedingt, Also doch, schon auch. Ich glaube, 100 Prozent, also wenn da irgendwie jemand natürlich, da gibt es ja doch auch in der Region eine Menge Leute,
die sich da ja radikalisiert haben. Ich glaube, es wird trotzdem schwer, was 100 Prozent zu verhindern. Aber das andere Thema ist ja vielmehr auch, was außerstaatlich aktuell ja los ist. Also zumindest jetzt, das mag sein, dass jetzt vielleicht wieder beruhigt, aber schau mal Iran an aktuell. Iran mit USA, die haben die ganze Region in so einen absoluten Sicherheitschaos gestürzt.
Du hast jetzt gefühlt, jetzt haben sie gerade wieder mal seit paar Tagen wieder eine Waffenpause, dann scheitert wieder der nächste Deal, dann fliegen wieder Raketen oder Drohnen, also das kannst du ja nicht verhindern als Saudi-Arabien und da siehst du ja auch, dass sowohl Saudi-Arabien, alle Bündnispartner von den USA, auch Katar, Doha etc., also dass die ja ständig auch mit reingezogen werden sozusagen und ich glaube, das lässt sich im Zweifelsfall halt von extern nicht, also das konnte ja Saudi-Arabien auch die letzten Wochen und Monate nicht verhindern sozusagen und deswegen.
Also, mag sein, dass ich das sein, das ist ja noch ein paar Jahre hin bis 2030, aber sowas, das hat im Februar keiner gedacht, dass wir jetzt wieder an dem Punkt sind, so. Weißt du, wie ich meine? Das ist ja auch so ohne Not vom Zaun gebrochen worden. Und da steckst du jetzt immer noch in dieser Spirale. Aber auch da, Philipp, so denken große Sportverbände eher nicht.
Ja, das ist gut. Weil die denken, das wird schon. Und die Zeithorizonte sind halt auch anders. Also, wenn wir an 40 oder 44 denken, das ist halt noch sehr, sehr, sehr weit weg. Ja, was wissen wir, was nächstes Jahr ist, was in fünf Jahren ist. Die Planungshorizonte sind aber bis 2040 oder 2044. Das ist mir schon klar, das Problem ist ja nur gerade, weil das ja gefühlt ist, alle paar Jahre wieder ausgebrochen ist aufs Neue.
Oder hier Iran, Israel, Gaza-Streifen, Libanon, das ist ja alles ein Pulverfass, sage ich jetzt mal. Also gerade, weil das ja in der Vergangenheit immer wieder alle paar Jahre aufploppt, aufkloppt, hast du ja aus meiner Sicht ja gar keine Planungssicherheit, dass das dann funktioniert. Auch wenn das erst 2044 wäre, kannst du ja nicht wissen, wenn 2043 wieder, weißt du, du hast ja gar keine Sicherheitsgarantien.
So denken große Verbände nicht. Weil wer hätte vor fünf Jahren gedacht, dass eine Entwicklung in den USA so radikal in einer Geschwindigkeit vonstatten gehen würde. Also ich nicht, von uns wahrscheinlich niemand. Aber wenn du so denkst, also wenn du immer in dieser Negation denkst, dann wirst du gar keine Planung in so einem Zeithorizont durchführen.
Also ich glaube, dass da andere Dinge eine Rolle spielen. Natürlich ist das jetzt in der aktuellen Diskussion, aber für 2040 oder 2044 kann das schon vollkommen irrelevant sein und ganz andere Dinge eine Rolle spielen. Ich finde sogar, dass genau das auch die Antwort ein bisschen auf diese zwei Optionen-Frage von Ralf am Anfang ist.
Sagt man, das ist alles scheiße und man boykottiert das? Und damit, glaube ich, erreicht man maximal, dass es nur noch solche Austragungsorte gibt. Der Olympische Spirit, um den es ja eigentlich ursprünglich mal gegangen ist und auch gehen sollte, dass man wirklich ein friedliches Sportfest feiert an einem Ort, wo es gewünscht ist und eine gute Zeit hat.
Und mit allen Menschen aus aller Welt, also das kann man sich dann, glaube ich, relativ bald abschminken. Und deswegen finde ich es fast schon eine Verantwortung, dass man einen Gegenvorschlag bringt und dass man sich als Standort, der das möchte und deren Konzept hat, bewirbt. Also ich würde immer so entscheiden. Und wenn dann die nächsten 15 Jahre trotzdem so einen Standort wie München oder alle anderen das nicht bekommen, dann hat man ja auch seine Antwort, dass es vielleicht nicht mehr gewollt wird.
Aber dann hat das Konzept Olympische Spiele vielleicht auch keinen Platz mehr in unserer Welt, was sehr, sehr schade wäre. Aber wer weiß, wo sich das dann alles hin entwickelt. Aber ich glaube, allein deswegen muss man das schon probieren und sich dafür engagieren und den Entwurf bringen. Und dann hast du ja noch die zweite Option, weil ich habe ja gesagt, ich hätte mindestens zwei Optionen für dich. Also, dass du Präsidentin des Organisationskomitees werden könntest. In München ist das eine.
Die Option kenne ich noch gar nicht. Ja, aber irgendwer muss es machen. Irgendwer muss es machen. Ja, hört sich ganz gut an eigentlich. Wäre ich schon dabei. Und dann, das hast du ja im Nebensatz schon gesagt, haben wir ja am Wochenende auch schon das Plakat gesehen bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Wattenscheid und auch gezeigt, im Fernsehen, weil das ja tatsächlich eine Sache ist, die, glaube ich, in der breiteren Öffentlichkeit vollkommen unbekannt ist, dass sich München um die Leichtathletik-Weltmeisterschaften bewerben will.
Da sind die beiden Ausgaben 29 oder 31 als Optionen. Auch da ist es nicht so, dass es eine sehr, sehr lange Schlange gäbe von Städten. Und Nationen, die sich da bewerben wollen. Das wäre natürlich ein erster wichtiger Schritt, wo man eine Menge Dinge zeigen kann, weil ja auch die Frage, was ist eigentlich euer Olympiastadion, dann beantwortet werden muss.
Weil das ist ja dann nachher dieselbe Dimension. Ob du eine Weltmeisterschaft in der Leichtathletik hast oder olympische Spiele mit einem Olympiastadion, das ist dieselbe Dimension. Total. Das wird ja gerade renoviert, das München-Olympiastadion und wird auch fertig werden, bis diese potenziellen Weltmeisterschaften stattfinden könnten.
Also, dass man sich, glaube ich, aktuell schon mit ganz vielen WM's, E-M's in allen möglichen Sportarten da ein bisschen in Stellung bringt, ist ja kein Geheimnis. Ich glaube, jedes Jahr gibt es irgendwie mindestens zwei riesige Highlights auf welt- oder europäischer Ebene in München in verschiedensten Sportarten.
Ich glaube, das gibt es sonst so, zumindest... In Europa wüsste ich jetzt nicht, welche andere Stadt da so viele Großveranstaltungen austrägt, sportliche. Aber das wäre natürlich ein wichtiger Schritt. Ich glaube, 29 wird ja dann auch international entschieden, oder? Bin ich da falsch? Genau, also das wäre auch vom Timing her perfekt.
Ich weiß aber, dass es für manche Leichtathletinnen und Leichtathleten vom Timing her nicht ganz perfekt ist. Also ich glaube, es würde vielen die Entscheidung eines möglichen Karriereendes leichter machen, wenn das 31 wäre und nicht 29. Aber das ist zum Glück nicht mehr mein Problem. Ich finde es richtig cool, wenn die WM nach München kommen würde. Also ich unterstütze das natürlich auch voll und ganz.
Und würde mich sehr freuen, dann eben auch das Olympiastadion in einem neuen Gewand oder in einem potenziell olympischen Gewand schon sehen zu können. Wobei, das werden wir ja sowieso sehen. Die Renovierung ist ja schon im Progress. Das andere. Bayern heißt das ja, hat ja einen Ministerpräsidenten, der sehr selbstbewusst ist. Man könnte jetzt aus Kölner Sicht betrachtet auch relativ breitbeinig durch die Welt gehen.
Hast du das Gefühl, du hast mit den Menschen ja dort sehr viel zu tun, hast du das Gefühl, dass denen klar ist, wo die Entscheidung fällt und wie die Entscheidung fällt für Olympische Spiele dann tatsächlich? Also jetzt erstmal in Deutschland ist ja, kennen wir den Weg ja, da wird halt Ende September in Baden-Baden, werden die Fachverbände und der Deutsche Olympische Sportbund werden das entscheiden.
Dass da die deutsche Politik eine Rolle spielen wird, ist ja kein Geheimnis, ist ja auch klar. Ja, leider haben wir jetzt schon wieder durch die Umstrukturierung in der aktuellen Bundesregierung ein Vakuum ausgerechnet beim Spitzensport, weil die derzeit verantwortliche Staatsministerin, Frau Schenderlein, ins Gesundheitsministerium wechselt und da noch keine Nachfolge getroffen ist.
Es gibt mehrere Menschen, die jetzt schon in die Diskussion gebracht worden sind, aber es entsteht jetzt erstmal aktuell ein Vakuum. Und es kann sein, dass das bis zu dieser Entscheidung in Baden-Baden noch nicht gelöst ist. Was für ein Wahnsinn. Also wir haben im Moment niemanden, der für den Sport auf Bundesebene, auf Bundesregierungsebene sich verantwortlich zeichnet.
Das ist ein Riesenfehler. In der Diskussion stehen Nadine Kessler, frühere Fußball-Nationalspielerin, die alle großen Turniere im Frauenfußball bei der UEFA verantwortet und sie hat sich in der. Jetzt fehlt mir leider der Vorname, Frau Rink-Wagner, Silke Rink-Wagner, also ehemalige Sperrwerferin, die in Barcelona Silber gewonnen hat und, die im eher breitensportorientierten Landesverband in Sachsen unterwegs ist.
Das hört sich alles erstmal besser an, als nichts zu haben, aber jetzt erstmal in dieser Phase nichts zu haben, ist das eine. Meine Frage war aber ja, ist den Handelnden in München klar, wohin die Reise geht, dass man sich nämlich international positionieren muss und es nicht reicht, in Deutschland erfolgreich zu sein?
Ich glaube schon. Also ich glaube schon, dass denen bewusst ist, dass die Arbeit nach diesem Entscheid in Baden-Waden eigentlich erst so richtig losgeht. Im besten Fall. Mir war tatsächlich nicht bewusst, dass Frau Schenderlein Wernemer in dieser Position jetzt ist. Ich weiß gar nicht, seit wann das der Fall ist.
Seit dem Wochenende. Ah, Wahnsinn, okay. Was ich cool finde, ist, dass das hätte man oder ich zumindest persönlich nicht gedacht, dass es da schon so eine Art Schulterschluss die es gibt, politisch in München. Also junger grüner Bürgermeister und Markus Söder, glaube ich, hätte man vor einigen Jahren auch nicht so gesehen. Für unmütlich gehalten.
Nicht vor einigen Jahren, vorgestern noch. Ich war jetzt ja doch schon auf den ein oder anderen Veranstaltungen, wo auch beide vor Ort waren. Also entweder sie können richtig gut schauspielern. Jeder mal von aus, ja. Es ist wirklich, also die ziehen da echt an einem Strang. Ich finde die sogar richtig witzig zusammen.
Weiß nicht, ob ihr vielleicht auch diesen Imagefilm schon gesehen habt, wo die beiden in einem Ruderboot sitzen. Also tatsächlich hätte man vor ein paar Jahren oder vorgestern gedacht, es ist irgendwie Nockerbergs Satire. Aber das, finde ich, merkt man schon, auch in diesem Ganzen. Es sind ja viele verschiedene Stränge. Es ist einerseits die Stadt München, dann das Innenministerium, die dann irgendwie es ist manchmal auch ein bisschen, schwierig zu sehen, wer macht jetzt da gerade was. Aber was man sehen kann, ist, dass wirklich alle das gleiche Ziel haben und.
Einig sind, dass sie das wollen und dass sie da alles machen wollen. Und das ist, finde ich, schon mal der erste richtige Schritt. Wie gesagt, die eigentliche Arbeit würde dann losgehen, wenn man den Zuschlag kriegt. Aber ich glaube, dessen sind sich die Verantwortlichen bewusst, so wie ich das jetzt wahrgenommen habe. Aber wie gesagt, es ist rein meine persönliche Einschätzung.
Ja, aber du bist ja viel näher dran als die allermeisten, die hier zuhören. Zumindest war ich auf den einen oder anderen Veranstaltungen, wo dieses Gefühl gut vermittelt wurde, finde ich. Also sind da schon sehr viele Menschen sehr intensiv und begeistert dabei. Ja, also du hast so viele Optionen, die mir jetzt schon einfallen, um in Zukunft einen Six-to-Seven-Job auszufüllen.
Also ich fürchte, wenn du dich da irgendwo kommittest, dann ist das nicht Nine-to-Five. Dann wird das deutlich mehr. Würde aber durchaus deinem Naturell ja als Leistungssportlerin nahe kommen, ein Ziel zu erreichen. Mit Beharrlichkeit, Energie, Ideen und sicher auch Resilienz, weil auch da wird es Rückschläge geben, wie im normalen Leben.
Also Olympia nach München zu holen, wäre tatsächlich ein sehr, sehr cooles Ziel. Und ja, mal schauen, was so passiert. Du bist ja jetzt schon eine herausragende Person der Sportgeschichte durch deine beiden Medaillen, sowohl bei Sommer- als auch Winterspielen. Da sind ja nur sehr, sehr wenige Athletinnen bisher vergönnt gewesen, das zu schaffen.
Wenn du dann noch in so einen organisatorischen Rahmen von Olympischen Spielen eingreifen könntest, dann hast du ein Alleinstellungsmerkmal. Glaube ich auch. Aber ich bin auch ganz sicher, dass in den nächsten Tagen, also wenn wir veröffentlicht haben, sich jemand meldet und sagt, pass auf Alex, wir gucken uns das nochmal an.
Mit dem Radtraining für Sprinterinnen. Ja, also ich fände das mega cool. Also ich weiß zwar nicht, wie meine ehemaligen Staffelkolleginnen, ich glaube, die haben alle nicht so richtig Bock auf Radfahren, aber es kommen ja auch Junge nach, die kann man ja dann frühzeitig fangen und brainwaschen, dass sie das gut finden.
Genau, genau, genau. Ja, großartig. Alex, vielen lieben Dank dir für deine Zeit und natürlich deine Offenheit. Wir werden sehr interessiert deinen weiteren Weg verfolgen. Ich bin auch relativ sicher, dass wir dich sehr, sehr gerne auch als Orga- oder OK-Präsidentin hier wieder begrüßen dürfen, hoffentlich dann.
Das wäre für uns eine Freude. Wir hätten einen kurzen Draht ja dann auch, wenn wir mal Insider-Infos brauchen, das wäre auch immer gut für uns. Nee, Karten. Karten, ja. Da seid ihr schon drei Schritte voraus, aber ich halte mich auf dem Laufenden. Genau, das wird auch spannend. Aber so eine leichter WM ist ja der Zwischenstep, ist ja der nächste Step. Das stimmt.
Wir hatten ja hier auch Andreas Bechmann, Frankfurt versucht ja da die Hallen Europameisterschaften nach Frankfurt zu holen. Also das, verstehst du, das sind ja Menschen, die mit einer Idee, mit Leidenschaft, mit sicher auch Know-how und Erfahrung daran gehen, weil sie selber Teil waren, und jetzt sagen, come on, lass uns was angreifen, lass uns was versuchen, lass uns positiv in Zukunft gehen und sagen, nee, wir wollen uns einbringen, wir wollen uns einmischen, wir wollen mitmachen, wir wollen gestalten.
Und das ist ja schon auch cool zu sehen. Absolut. Das finde ich auch. In diesem Sinne, wir werden natürlich mal wieder dein Insta hier verlinken. Folgt der Alex gerne, dann seid ihr up to date, nicht nur was ihre Rennrad-Karriere, Laufkarriere oder weitere berufliche Karriere betrifft. Und euch zu Hause wünschen wir mal einen guten Start ins letzte Juli-Wochenende, beziehungsweise August-Wochenende.
Wenn die Folge rauskommt, ist es ja quasi der 31. Aber ich weiß, einige von euch werden sicherlich wieder in Berlin unterwegs sein. City Night, Adidas Render City Night ist am Samstag. Da schon mal viel Spaß. Falls ihr gerade schon in der Vorbereitung seid auf euren Herbstmarathon, steht zeitig auf. Es ist heiß.
Und denkt an eure Hydration in diesem Sinne. Passt auf euch auf. Und dann finden wir uns wieder nächste Woche in alter Frische. Macht's gut, ihr Lieben. Ciao, ciao. Ciao.