BESTZEIT· Folge 335

#335 Unsere Highlights & Aufreger & Insights der Leichtathletik-EM von Birmingham

Freitag, 21. August 2026 · 1 h 30

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Shownotes

Was war das noch für ein Finale der Leichtathletik-EM von Birmingham?! Gerade die letzten 3-4 Tage hatten es - nicht zuletzt aus deutscher Sicht - nochmal richtig in sich!
Philipp und Felix waren ab Freitag auch vor Ort und mittendrin im Geschehen, trafen viele bekannte Gesichter und waren begeistert von der Stimmung im Stadion am Freitag- und Samstagabend. Ein am Ende eher sehr zufälliges Treffen mit Ralf gab es auch noch beim Marathon-Streckencheck in luftiger Höhe.
Ralf und Philipp sprechen in der Folge über ihre persönlichen Highlights der EM, über große Aufreger-Themen, an denen man medial nicht vorbeikam, viele Insights von hinter den Kulissen und natürlich auch über den Marathon auf einer der vielleicht brutalsten Meisterschaftsstrecken überhaupt.

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Wie es Philipp Flieger geht, im Bestzeit-Podcast. Von uns, Philipp und mir. Moin. Moin, Ralf. Schön, dich zu sehen. Wie soll ich sagen? Wir hätten vielleicht doch, du hattest recht, vielleicht hätten wir schon eher den Rekord-Button heute drücken sollen, weil wir haben quasi... Wir sind seit einer halben Stunde schon dabei, Dinge zu verhandeln.

Richtig, wir haben Podcast vor dem Podcast gemacht, nur der erste Podcast ist nicht aufgezeichnet. Wir waren richtig gut die letzte halbe Stunde, oder? Sorry, dass das für die Nachwelt jetzt nicht erhalten ist, aber. Wir sind sehr schnell abgedriftet in Beobachtungen, Erlebnisse von Birmingham, und dergleichen und haben über viele Sachen schon gesprochen, diskutiert und manche Sachen auch gefeiert, muss man ja auch sagen.

Da gab es ja zumindest aus spitzensportlicher Sicht jede Menge Anlass für das deutsche Team. Drumherum muss ich aber auch sagen, weil das können wir aber gleich noch vertiefen, du bist natürlich sowieso die ganze Wettkampfwoche, aber auch im Vorfeld ja schon ein paar Tage eher da gewesen, wie du das in Birmingham und natürlich dann auch im Stadion erlebt hast, weil ich habe das ja, so die erste Hälfte, zwei Drittel natürlich nur aus der Ferne verfolgt, so wie wahrscheinlich die meisten, die hier auch zuhören, nämlich über das Fernsehen oder über den Livestream.

Da sah es ja manchmal jetzt stimmungstechnisch nicht ganz so aus, als ob Birmingham im Würgegriff, also im Positiv gemeint, der Leichtalettig ist, obwohl man ja die Briten eigentlich schon durchaus auch als Leichtalettig Nation, mindestens mal als Laufnation, glaube ich kennt und wahrnimmt, aber ich bin ja erst Freitag dort gewesen und muss sagen, Freitag, Samstag, war schon richtig geil im Stadion, also war fett, also es hat schon in meinen Ohren auch ein bisschen weh getan, ich erinnere mich zum Beispiel hier Freitag, 800 Meter Finale der Frauen, das war schon laut auch.

Also, was soll ich sagen? Das war für mich mit Abstand die größte Enttäuschung. Achso, du redest jetzt nicht über die Achtung, sondern insgesamt die Stimmungszuspruch. Ich rede über Zuspruch und Stimmung. Also, normalerweise, wenn du nach Großbritannien gehst mit einer Sportart, die in Großbritannien wirklich tief verwurzelt ist, die einen Haufen Protagonistinnen und Protagonisten haben, die ein sehr übersichtlich großes Stadion haben, Da passten halt maximal, ich glaube, 22.000 oder 23.000 Zuschauer rein, die extra für diese Veranstaltung noch eine Sondertribüne aufgebaut haben, die auch noch den Namen des Local Local Hero, Matthew Hudson Smith, trägt.

Und dann kriegst du es gerade mal hin, an zwei Abenden und nur an zwei Abenden das Ding auszuverkaufen, es tut mir leid, da komme ich nicht mit. Also das ist für mich, das war für mich eine unfassbare Enttäuschung, muss ich wirklich sagen. Hätte ich niemals gedacht. Hätte ich auch nicht gedacht. Es ist jetzt ja auch so, das wusste ich gar nicht irgendwie, man denkt ja immer so in Hauptstädten.

Ich hatte ja aber relativ viele Insights zur Veranstaltung und auch Veranstaltungsorganisationen bekommen, weil ich hatte es ja letzte Woche schon erwähnt, ich, bin mit Felix privat hingeflogen, aber wir hatten über Martin, liebe Grüße Martin, vielen Dank auch für die sehr tolle, wie soll ich sagen, das tolle Kümmern vor Ort.

Wir haben echt viele coole Behind-the-Scenes-Eindrücke dadurch erleben können, organisatorisch, Event-Präsentationen, wir waren eben auch im Callroom und so weiter auf der Bahn und das war total cool, das mal so erleben zu können. Aber durch den hatten wir natürlich auch viele Gespräche so ein bisschen.

Genau, ich glaube European Athletics war auch verwundert, sag ich jetzt mal so, dass das in der Anklang nicht so groß war. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Birmingham der Sitz ist von British Athletics. Jetzt, man denkt immer in Hauptstädten, ich dachte natürlich, klar, die sind in London. Man würde wahrscheinlich auch denken, der DLV sitzt in Berlin, ist natürlich beides nicht so. Und es ist ja nicht eine automatische Beziehung, so quasi da, wo der Verband sitzt, muss automatisch die Begeisterung groß sein.

Ich würde mal tippen, wenn wir Europameisterschaften in Darmstadt hätten, dann wäre es... Moment, Moment. Jetzt mal nicht hier Darmstadt blämen. Ich bin ganz sicher, wenn wir Europameisterschaften in Darmstadt hätten, Ja, und das würde in einem Stadion der Größenordnung sein, wäre ausverkauft. 100 Prozent. Ja, klar.

Ich glaube, also Birmingham ist übrigens auch, wenn ich jetzt nicht, ich habe glaube ich das mal gegoogelt, weil ich war in der Vergangenheit nicht super oft in UK, wenn dann irgendwie war es halt London für Termine, für Rennen, Europa Cup, 10,000 Meter Europa Cup früher. Birmingham müsste, glaube ich, die zweitgrößte Stadt sein. Und das finde ich schon komisch.

Also klar, man kann dann wieder noch drüber streiten, Erreichbarkeit, ist das aufwendig, da hinzukommen oder nicht? Ist es jetzt so convenient, wie nach Rom zu fliegen oder so? Wenn du jetzt von außerhalb kommst und nicht jetzt britischer Staatsbürger bist sozusagen, dann hast du theoretisch jetzt diese ETA-Geschichten.

Aber das sind ja alles keine richtigen Erklärungen, weil das ist jetzt in fünf Minuten gemacht. Es gibt Flüge. Ich habe von vielen gehört, man hatte dann doch auch ein paar bekannte Gesichter aus Deutschland getroffen an der Marathonstrecke Sonntagmorgen. Natürlich haben viele gesagt, boah ja, Erreichbarkeit war so eine Sache.

Oder halt crazy teuer die Flüge teilweise. Ich sage jetzt lieber nicht, was mein Flug gekostet hat. Ich hatte einen Direktflug von München. Das war sehr angenehm. Aber angenehm war der Preis jetzt nicht. Also dafür kannst du ja auch nach New York fliegen. Aber anyway, das sind alles nicht so die richtigen, glaube ich, Erklärungen. Manche sind nach London geflogen mit dem Zug dann dahin.

Du kommst schon hin, wenn du es willst. Deswegen die Frage für mich auch ein bisschen verwunderlich, sowohl warum es in Großbritannien nicht so richtig gezündet hat und von außerhalb, also ich muss sagen, aufgefallen ist mir, zumindest im Stadion, aber auch an der Marathonstrecke, es gab schon gewisse Nationen, die ultra stark vertreten waren, ihren brutalst im Stadion.

Klar, die haben jetzt auch nicht die weiteste Anreise, aber auch die müssen über ein Gewässer drüber und wahrscheinlich fliegen und wie auch immer. Die waren ultra viele da. Schweizer, holy shit, Props an die Schweiz, liebe Grüße. Von der Fankultur der Schweizer können wir Deutsche uns auch noch ein bisschen was abschauen, glaube ich.

Also ich finde es schon auch bemerkenswert, wie geschlossen die auftreten, also, mit Fanartikeln ausgestattet auch, so wie die, auch wie die Iren, ne, die Iren hast du immer erkannt, die hatten ihre grünen Shirts an, das ist jetzt in unserer deutschen Mentality, komischerweise im Fußball ja schon so, in der Leichtathletik ist es irgendwie nicht so, ich weiß nicht, was wir gerade, lieber DLV, gebt uns mal ein Update, Sven, vielleicht hört der Sven überall zu, liebe Grüße, was ist momentan im Merch-Store beim DLV?

DLV denn verfügbar überhaupt? Also ich weiß, dass es früher mal, zumindest für Altersklassenathleten, also Senioren-WMs, konntest du ja die Nicht-Bundesadler-Nationalmannschaft Sachen kaufen. Haben wir aktuell sowas, wir Deutschen so, haben wir da was, was du als Fan dir beim DLV kaufen kannst, um dich zu, auch rein optisch.

Zu verbrüdern, sozusagen in der deutschen Nationalmannschaft und dich als Fan erkenntlich zu machen, weil die Schweizer und wir haben auch ein paar ehemalige Schweizer Athletinnen, uns getroffen, wir haben uns mit einem Schweizer Athletenmanager getroffen, wir haben uns mit einem Trainer aus der Schweiz, mit dem ich früher auch in St.

Moritz war, getroffen, der da für die Nationalmannschaft im Einsatz war und ich muss echt sagen, was wir auch mitbekommen haben, auch kein, das ist gar nicht jetzt hier als Kritik oder als Front hier, wie man so neudeutsch sagt, an den DLV gemeint, aber was die Schweizer drumherum organisiert haben für Fans, Morning Community Runs von ihrer Hospitality da aus, von ihrem Hotel aus, also für die, für Fans so, wurde organisiert, dass man zusammen morgens noch laufen kann und so.

Dann irgendwie Cheering-Punkte, wo man sich gemeinsam treffen kann, um an der Marathonstrecke zum Beispiel verschiedene Punkte dann zusammen zu machen. Bei dem Zelt im Marathon-Nach-Zielbereich quasi, wo die Athleten wahrscheinlich ihre Sachen wieder bekommen, denke ich mal. Diese Treppen, wo dann Felix und ich waren, da haben wir dann noch zwei Schweizer Läuferinnen getroffen oder ehemalige Läuferinnen.

100? 150? I don't know. Also da war alles rot. Und das muss ich sagen, krass. Aber irgendwie, natürlich kennt man ein paar deutsche Leute und man wird auch mal angesprochen von Leuten, die einen erkennen. So, aber jetzt nicht in dieser ultrakrassen Geschlossenheit, also da muss ich auch mal sagen, vielleicht noch eine Möglichkeit für den DLV, das ist jetzt wirklich einfach nur als, Ansatz gedacht, da kann man glaube ich noch mehr machen und ich glaube die Leute würden es sogar dankbar annehmen, und in dem Fall aber auch Props an die Schweiz, aber warum es in Birmingham nicht so angenommen wurde, bin ich gespannt, ob ihr da in der Woche mehr erfahren habt klar, Thema Preise und so, es ist kein Schnapper, also wenn du da ein paar

Tage sein möchtest, vor allem Ticketpreise. Waren jetzt nicht Eugene-mäßig, da haben wir ja damals lang drüber gesprochen, aber ich sag mal so, wenn du sagst, du willst als Light-Tech-Fan nicht nur wie ich jetzt alleine hinfliegen, sondern du hast vielleicht schon Kinder, die ein bisschen größer sind, du fliegst da mit zwei Kindern rüber, mit deiner Partnerin, äh.

Und willst du zumindest mal nur eine halbe Woche mitmachen, dann kannst du auch Urlaub machen für länger irgendwo anders. Ja, aber für viel länger. Also wo fangen wir denn mal an? Wir fangen mal an mit den Fangruppen. Dass die Briten ihre eigenen Leute nicht ins Stadion gekriegt haben, das war für mich ja tatsächlich die größte Enttäuschung.

Weil normalerweise ist es so, wenn du eine WM, eine EM oder Olympia auf dem Kontinent hast, sind die Briten immer eine sehr, sehr starke Gruppe. Und das war egal, ob das jetzt in Tokio war oder Olympische Spiele in Südafrika oder whatever. Nicht Olympische Spiele in Südafrika, in Rio. Die waren halt einfach da. Und warum die jetzt diesmal nicht da waren, erklärt sich mir auch nicht so ohne weiteres. Weil ich meine, solche Reisen sind halt jetzt ja auch nicht preiswert. Sobald du dein Land verlässt, wird es ja teuer, ist ja klar.

Natürlich, die hatten schon die Commonwealth Games in Glasgow in dem Jahr. Zwei so Veranstaltungen, relativ dicht aufeinander, mit, ich glaube, vier Wochen Abstand, da sind dann halt auch viele der Basisfans ein bisschen müde und du hast wahrscheinlich eben auch schon die Kohle da ausgegeben. Dann die Ticketpreise. Also das war die massive Kritik, die die britische Presse, BBC und so weiter an den Organisatoren hatte.

Die Ticketpreise waren absurd und viel zu hoch. Viel zu hoch vielleicht. Und zusätzlich, sie haben halt das gleiche System angewendet wie die FIFA auch. Und das ist halt einfach, also für die Leichter League, definitiv ein kompletter Irrweg. Dynamic Ticketing. Ah, das wusste ich gar nicht. Das haben die auch gemacht.

Ja, das heißt, du konntest halt im Vorfeld oft gar nicht die preiswerten Ticketkategorien anklicken. Und deshalb war ich ja so entsetzt, weil ich habe ja auch nach Tickets geguckt und Tickets gekauft im Vorfeld. Und da habe ich gedacht, was ist denn hier los? Da konntest du dann halt nur von 70 Pfund an aufwärts für eine Session. Leute, das sind 90 Euro.

Und das finde ich jetzt halt schon richtig knackig. Und das war nicht, übrigens, wenn ihr das denkt, das war nicht die Zielgerade. Nee. Das war nicht die Zielgerade. Ich glaube, Zielgerade bedeutet über 100 Pfund, oder? War ab 120 Pfund aufwärts. Ja, genau. Und du konntest halt auch teilweise wochenlang die preiswerten Kategorien, die dann halt auch Oberrang waren oder in der Kurve oder so weiter, Klammer auf, manchmal sieht man da ja sehr gut.

Also wenn man zum Beispiel in der Stabhochsprungkurve sitzt, das ist ja attraktiv. Oder wenn du in der Zielkurve sitzt, wo du gut Weitsprung gucken kannst, wo du Diskuswerfen gucken kannst, Sperrwerfen gucken kannst, die Zieleinläufe und so weiter und so weiter. Aber die Preise waren viel zu hoch. Ja, viel zu hoch. Dann musst du ja immer noch, wenn du von anderen Nationen kommst, du musst ja immer noch wohnen, hinkommen, essen.

Das ist nicht so teuer wie jetzt in... In London, wo es halt absurd teuer ist, aber es ist jetzt ja auch nicht preiswert. Also von daher muss ich sagen, die Ticketgestaltung war eine 6 minus. Das ist ganz klar. Aber nochmal, wir reden von 22.000 Zuschauern. Dann ist die Hütte voll. Und das erste Mal, wo Stimmung aufgekommen ist, deshalb nochmal hier Props an alle deutschen Fans, war beim Beginn des Mehrkampfes.

Da hast du plötzlich gemerkt, okay, jetzt geht es los. Dann waren halt die ganzen deutschen Fans da und da waren sehr, sehr viele vormittags schon da und die waren dann halt die Mehrkampftage komplett da. Das war dann halt am Wochenende ein bisschen weniger, weil du ganz klar gemerkt hast, die deutschen Fans waren massiv zu den Mehrkampftagen da.

Das waren vier Tage, da waren die einfach da. Und am Wochenende war es ja noch mal teurer. Da hast du dann halt gar nicht die preiswerten Kategorien gefecht, weil halt ja diese Session da mit dem 800-Meter-Rennen der Frauen, was in England massiv gehypt wurde, das war die einzige Session, die richtig ausverkauft war.

Und die anderen Sessions waren auch nicht ganz ausverkauft. Weil dann immer wieder Tickets dazu kamen. Da haben sie irgendwas von Resale erzählt. Ist klar, Leute. Ich verstehe schon, wie Dynamic Pricing geht. Das ist halt einfach eine Verarsche. Sie wollen halt maximalen Output aus den Ticketverkäufen rausholen, aber so schrägst du das Publikum ab. Das ist für Leichter-Dig der ganz falsche Weg. Weil was haben die gemacht?

Weißt du, was die gemacht haben? Die haben perfekte Werbung für die Bewerbung um die Weltmeisterschaften für München gemacht. Ja. Ja, weil die Nummer, also ich bin ganz sicher, dass es trotzdem an London gehen wird, weil das ein Abschiedsgeschenk für Sebastian Coe, dem Weltleichter-Dig-Präsidenten, werden wird.

Aber eigentlich haben die perfektes Marketing für München gemacht. Also auch die organisatorischen Pannen. Das ist ja gleich noch meine Hauptfrage an dich. Erstmal noch zu den Schweizern. Die Schweizer haben halt ein echtes Marketingprogramm rund um die EM gemacht mit ihren großen Sponsoring-Partnern.

Die haben halt mehrere Sponsoren, die sehr aktiv in der europäischen Leistung verankert sind. Ein Käsehersteller, Fremdenverkehrsverbände und so weiter. Und ich glaube, die hatten drei oder vier oder fünf unterschiedliche Sponsoren, die schon in der Leichtätigkeit drin sind, zusammengeschnallt und haben ein Schweizer Haus gemacht.

Und haben ein Schweizer Haus gemacht und das Schweizer Haus war anders als zuletzt die deutschen Häuser bei großen Veranstaltungen wie zum Beispiel Olympische Spiele, waren offen. Sie waren halt einfach offen. Ja, weil das deutsche Haus, Muss ich mich schon wieder darüber aufregen, wenn ich dran denke.

Ist egal. Jedenfalls, die waren offen. Da gab es jeden Tag Open für die Fans. Es gab Präsentationen mit den erfolgreichen Athletinnen und Athleten. Es gab vor der EM schon eine Gesamtpräsentation des Teams da. Da gehst du mal ganz anders rein. Die hatten ja, ich glaube, 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, also absolute Rekordmeldezahlen für die Schweiz.

Und die haben da richtig Alarm gemacht. Gut, das ist halt natürlich eine Frage, welche Sponsoren hast du, wie sind die halt verankert? Das ist übrigens ja nicht eine Frage des DLV, sondern der Deutschen Leichter-Ding-Marketing-Gesellschaft, die gibt es ja auch noch. Die ist zwar connected mit dem DLV, aber eigentlich eine eigene Organisation.

Also da müsste dieser Ansatz sein, dass man sagt, okay, wie wertig ist eine EEM und wir haben jetzt ja gesehen, dass die halt aufgrund der Folge, aufgrund der medialen Präsentation extrem wertig ist für die Deutsche Lassettelig. Nur mal als kleine Geschichte am Rande, weil das, glaube ich, nicht so publiziert worden ist.

Wir hatten am letzten Tag im Schnitt 5,6 Millionen Zuschauer am Sonntagabend. Das waren 27% Marktanteil. Das ist herausragend. Außer mit Fußball macht man das mit nichts in Deutschland, mit gar nichts. Und das Wertvollste daran, es waren über 30% Marktanteil in der jungen Zielgruppe. Das haben wir in der ARD nie. Außer mit Eurovision Song Contest.

Ja, ja, ist so. Also mit so herausragenden Dingen. Und das hatten wir die ganze Woche über. Also das war natürlich der Peak am Wochenende. Aber wir hatten ja auch in der Woche auch das ZDF. Wir hatten halt mehrfach über 4 Millionen am Abend. Und immer deutlich über 20%. Und immer nochmal mehr Junge. Und das mit den jungen Zuschauerinnen und Zuschauern war auch anders als vor 10 oder 15 Jahren. Da waren wir etwas älter im Zuschauerverhalten.

Und ich glaube, das hat ganz viel damit zu tun, dass die Leichtathletik eben, sehr stark auch in Social Media spielt. Also die Protagonisten, alle in Social Media unterwegs sind, auf die Zugänglichkeit, da halt eher über Social Media gesteuert wird. Das war sonst ja eher so in klassischen Medien angesiedelt. Stimmt, ja.

Und das ist halt jetzt einfach durch TikTok, durch natürlich Instagram ganz stark einfach anders. Aber auch, weil ihr da einen anderen Job macht, mit ihr meine ich der öffentlich-rechtliche Rutschfunk, was begleitend zu den Wettkämpfen, zu den Übertragungen da noch stattfindet an, nennen wir es Highlight Clips, an besonderen Momenten, die dann da auf Instagram, TikTok in Reel-Formaten gemacht werden. Ja, und YouTube übrigens auch.

Genau, ich kann gar nicht sagen, warum es mir dieses Mal so besonders aufgefallen ist. Ich weiß nicht, ob da mehr Effort nochmal reingelegt wurde, aber gerade auch im Vergleich zu den Vorjahren fand ich es dieses Mal, oder weil die Deutschen natürlich jetzt auch wieder sehr erfolgreich waren und man da viele Storys gut aufgreifen konnte, fand ich, muss ich auch sagen, fand ich herausragend, weil ich glaube, dass das der Weg ist, um diese Welten zu verknüpfen.

Also sprich, lineare Übertragung, klar, ihr habt auch immer ein Livestream-Angebot on demand gehabt, aber am Ende des Tages musst du gerade die jüngere Generation, glaube ich, dadurch abholen und dadurch für was begeistern, für ein Angebot, was ja schon immer existiert hat, wenn große Meisterschaften da waren in Form von einer Übertragung, aber du machst die neugierig.

Oder erreichst sie, glaube ich, auf diesem Weg und dann gucken die auch so eine ganze Session irgendwie an. Also das sind alles Punkte, die da sicher mit reinspielen. Aber das ist halt ja eine Qualität, die diese Sportart jetzt halt auch in Deutschland spielen muss. Also da muss jetzt so eine DLM, da müssen halt auch Veranstalter, schnallen, wo die Reise hingeht.

Wir haben jetzt ja am übernächsten Wochenende das Ist-Daf in Berlin, da bin ich sehr gespannt. Die müssen das halt alle kapieren, dass das ein Gesamtkunstwerk ist, dass man das jetzt spielen muss und das zum Beispiel eben auch, So eine Olympia-Bewerbung, wir sind ja jetzt Ende September da mit den Olympia-Bewerbungen der drei deutschen Bewerber unterwegs, die müssen das spielen.

Die müssen so ein Ding spielen, weil was ist denn ein größerer Beleg für olympische Sportarten als die vergangene Woche? Weil wir haben ja jetzt als ARD und ZDF nicht nur Leichtathletik übertragen, wir haben auch Schwimmen übertragen. Es war nicht so hoch, aber auch sehr gut eingeschaltet. Wir haben die WM in der rhythmischen Sportgymnastik, wir haben eine Reit-WM übertragen. Das ist ja alles sehr umfangreich noch zusätzlich übertragen worden im Ersten.

Und das lief alles sehr gut. Nicht in diesem herausragenden Maß wie Leichtathletik, aber da muss man eben jetzt als zukünftiger Veranstalter, auch als Stakeholder in der Sportart, da muss jetzt mal halt dann auch die Arbeit gemacht werden. Das geht gar nicht anders. Und wir hatten ja letzte Woche logischerweise schon über die herausragenden Ergebnisse, aber ja auch über den Silberlauf von Florian Brems gesprochen.

Und wir hatten ja jetzt dann darauf folgend noch ein paar Sachen, wo ja viele mit gerechnet haben, dass das so passieren wird, aber das muss ja auch alles erstmal so zünden. Wir hatten 3000 Meter Hindernis der Frau. Ja klar waren die Deutschen da favorisiert, also Olivia Gürt, Lea Mayer und Gesa Krause.

Aber du musst es ja dann trotzdem erstmal zu Ende bringen. Und es war ja dann wieder ein Drama-Rennen, so wie mit Gesa im vergangenen Jahr bei der WM. Diesmal Lea, die am letzten Hindernis stürzt und im Wasser liegt und das ganze Drama da hinten drauf. Können wir vielleicht gleich noch drei Worte zu sagen. Dann natürlich 3000 Hindernis der Männer. Das ist ein ähnliches Spiel.

Klar waren die topfavorisiert. Und Freddy Ruppert gewinnt, fantastisches Ding. Paul wird Dritter und ist total enttäuscht. Weil er... Ganz sicher war, dass er ganz vorne landen kann. Und dann kommt Marathon mit diesem speziellen Rennen und der späten Anreise von Samu und Amanal und dann gewinnt er das.

Das ist natürlich alles Märchen. Das musst du dann nutzen jetzt. Das müssen die jetzt richtig spielen. Amanal spielt es richtig, das habe ich schon gesehen. Der spielt es auf jeden Fall richtig. Das war auch richtig cool, das vor Ort zu verfolgen, zumal, ich übrigens auch gesehen habe, dass einige Deutsche ja auch dieses Angebot eines Community Runs in Anspruch genommen haben, also von den Organisatoren, als Event angeboten auf der Marathonstrecke, habe ich wirklich, da habe ich einige Deutsche getroffen, die aber das natürlich auch damit verbunden haben, den Marathon vor Ort zu verfolgen und das deutsche Team anzufeuern oder die deutschen Teams.

Das fand ich cool gemacht. Die Strecke brauchen wir jetzt glaube ich nicht, also haben wir ja schon ein bisschen drüber gesprochen, was heißt ein bisschen sehr ausführlich mit Kuno Hottenrott. Die Strecke war brutal. Bei dir seid ihr ja selbst gelaufen an dem letzten Freitag. Dankenswerterweise hast du uns darauf hingewiesen, dass wir sie falsch rumlaufen.

Wer uns auf Instagram folgt, wird es ja mitbekommen haben. Das war auch super random. Das wirkte vielleicht für manche so, als ob das gestaged ist. Aber ich wusste ja nicht, in welchem Hotel du bist. Oder wir wussten nicht, in welchem Hotel du bist. Felix hat sich morgens anhand des Streckenplans. Hat das selber in seiner App quasi ein GPX-File gebaut, hat das auf die Uhr geladen, wir wussten dann nur nicht genau, also er auf los...

Ihr hättet doch nur mich fragen müssen, das hab ich doch eine Woche vorher schon gemacht, müssen wir die alles doppelt machen. Und dann wussten wir aber glaube ich nicht, wie irgendwie beim Loslaufen, ob wir jetzt in die richtige, also wir sind einfach dann losgelaufen und dann plötzlich in einer Straße, wo auch Hotels waren, hören wir eine Stimme aus höheren Etagen und das war's dann du und dann hab ich gesagt, Ralf, Standest du den ganzen Morgen jetzt an diesem Fenster und hast beobachtet, was bei dir in der Straße los ist.

Aber du hast gesagt, du hörst immer, weil das Fenster gekippt ist, die Schritte quasi. Und bei manchen Schrittgeräuschen hast du dann immer mal aus dem Fenster geguckt. Also tatsächlich war es so, dass die Fenster konnte man nicht öffnen, sondern man konnte die nur so einen Spalt aufmachen, weil das so alte Backsteingebäude, alte Fabrikgebäude sind, wo halt dann entsprechend Hotels, Lofts, bla, reingebaut wurden.

Und es war ja eine relativ schmale Straße. An den Tagen vor dem Marathon war es natürlich schon so, dass immer mal wieder welche vorbeigekommen sind, die das Ding abgelaufen sind. Und morgens relativ früh ja noch, hörst du ja, wenn Leute joggen. Ich war ja auf und jedes Mal, wenn ich Leute joggen hörte, dann habe ich halt so versucht, durch das halb gekippte Fenster irgendwas unten auf der Straße zu erkennen.

Ja, weil ich weiß gar nicht, ob ihr Carbon-Schuhe anhatet, ich glaube nicht, aber man hört halt dieses Klapp, Klapp, Klapp hier trotzdem. Ich also da so runterdenke, die Vögel kenne ich. Und da habe ich ja da runtergebrüllt und ich habe mich ja erst gar nicht gesehen. Ich wusste ja gar nicht, wo es herkam. Felix hat sich immer so umgedreht. Hä, wer ruft da?

Und dann bin ich ja schnell runter und habe euch darauf hingewiesen, dass zwar Linksverkehr, aber ihr trotzdem falsch rumlauft. Ja, ja. So habe ich dann versucht, natürlich hin und wieder mal einen kleinen Blick zu werfen, was auf der Strecke abgeht. Ja, weil ich natürlich auch gedacht habe, okay, kommen jetzt hier die Deutschen nochmal vorbei, die waren natürlich alle, dann nochmal die Strecke gucken, klar, und fahren mit unterschiedlichen Emotionen zurück.

Aber es ist natürlich nochmal was ganz anderes, wenn du in Race-Pace und dann achtmal die Runde, das ist halt nochmal eine ganz andere Ausnummer logischerweise. Also wir sind ja auch ganz gemütlich gelaufen zum Start in den Tag. Wir haben auch während wir gelaufen sind, natürlich beobachtet, das siehst du an der, teilweise natürlich an der Nationalmannschaftskleidung oder teilweise an der Art und Weise, wie die Leute laufen, dass da natürlich auch ein paar schnellere Leute oder ehemalige Profis, wir haben übrigens Viktor Röthlin auch gesehen mit zwei, drei anderen Schweizern zusammen.

Viktor ist ja der Trainer von Matthias Geburts. Genau, die das auch abgelaufen sind noch am Samstagfrüh. Die Strecke ist ultra extrem gewesen, also wirklich, ich sage ultra extrem und, Ich habe nicht so viel Verständnis dafür, muss ich auch sagen, jetzt muss man ja auch mal ein bisschen Kritik äußern.

Also es sei denn, es kann natürlich sein, generell ist Birmingham keine flache Stadt, glaube ich so, es ist insgesamt eine hügelige Stadt und ich verstehe, man hat irgendwelche Needs, ich finde das Konzept inzwischen, da war ich ganz, ganz, ganz, ganz, ganz früher als Traditionalist der Leichtathletik auch nicht der ganz große Fan, ich fand es ganz, ganz früher, auch, bevor es für mich relevant war, bei großen Events zu starten, sondern nur als Fan, Ich fand es schon irgendwie cool, es hatte, fand ich schon auch Charme, eine große Runde und so richtig, Einlauf im Stadion, so Marathon-Tor hatte schon auch irgendwie Style so.

Aus verschiedenen Gründen hat sich das ja alles weiterentwickelt und das ist nicht immer schlecht. Im Gegenteil, ich denke heute, diese Runde mit 5 Kilometern, ich fand es als Zuschauer, jetzt der dort war, ich fand es geil eigentlich. Also ich fand es cool, dass du so nah dran warst und so viel auch dann wahrnehmen konntest.

Ob diese, und ich verstehe auch, dass man aus Event-Präsentationsgründen versucht, dann irgendwie einen coolen Start zielmäßig irgendwie mit ein bisschen Kulisse und so und möglichst zentral in der Stadt, dass es erreichbar ist. Alles fair. Aber diese Strecke, die war extrem brutal. Und ich kann dir sagen, ich nenne jetzt keine Namen, oder auch einen Namen kann man, glaube ich, nennen, weil er hat es, glaube ich, öffentlich gesagt, ich habe keinen Athleten gesehen oder Athletin, die diese Strecke gefeiert hat.

Also auch im Nachgang nicht. Es fanden alle, glaube ich, maximal brutal. Ich will jetzt nicht sagen Körperverletzung, aber. Jeder kann entscheiden, ob du da rennst oder nicht. Das ist ja klar. Du kannst das auf deinen Nationalmannschaftsstart ausschlagen. Außer du bist natürlich staatlich gefördert, dann musst du ja da sogar starten.

Und das ist ja nicht das letzte Rennen ihrer Karriere. Also die wollen ja vielleicht noch was laufen. Das heißt, ein späterer Herbstmarathon, alle deutschen Männer, also nicht alle deutschen, aber die besten drei deutschen Männer starten ja auch beim Frankfurt-Marathon, worauf ich auch schon sehr, sehr gespannt bin, das ist nicht viel Zeit, aber selbst wenn du in Valencia startest, guck mal, und Richie, angenockt, also, und der war sicherlich, so wie wir ihn kennen, perfekt und bestmöglich vorbereitet, aber diese Strecke mit 750 oder was Höhenmetern, bei dem, wie die es laufen und so und diese engen Kurven und all so.

Ich frage mich einfach nur, muss das sein? Also warum muss das so sein? Ich finde es auch geil, dass Meisterschaftsrennen, die müssen kein Rennkurs sein, die müssen nicht Valencia, Berlin sein, das haben wir oft genug in anderen Formen, aber so extrem, ich weiß nicht, ob es nicht auch anders gegangen wäre, also wie gesagt, ich stelle das jetzt einfach mal als offene Frage so in den Raum, vielleicht ist es aus irgendwelchen Gründen nicht anders gegangen, dass man es genauso machen musste, aber ich finde, man muss ja auch ein bisschen an die Athleten denken und ja, das ist ihr Job und die bereiten sich darauf vor, Aber das macht ja trotzdem auch mit so einem Körper was einfach.

Und das ist ein bisschen unnötig extrem gewesen, würde ich jetzt mal sagen. Also es gibt ja einen Punkt, der da noch diskutiert wurde, nämlich hätte Ammann nicht am Ende noch schneller laufen können, um diese 25 Sekunden in der Teamwertung noch rauszuholen. Wenn ihr euch das Rennen nochmal genau anguckt, auf dem letzten Downhill-Stück und auf dem letzten Steigungsstück und sie waren unmittelbar vorm Ziel und dieses Downhill-Stück, wer das nicht gesehen hat vor Ort, man erkennt es leider in den Kameraperspektiven nicht so, du bist da gelaufen.

Das ist richtig steil gewesen. Und wie fies das ist, am Ende von 40 Kilometern, einen wirklich steilen Part runter zu rennen in RacePace. Zum Glück werde ich niemals in diese Situation kommen, aus vielerlei Gründe. Und danach eine 90-Grad-Kurve und dann den gleichen Scheiß wieder hoch. Das ist halt schon richtig hardcore. Und Amman ist auf der letzten Steigungsstrecke wirklich im Arsch gewesen. Wenn ihr nochmal guckt, der schaut sich siebenmal um, weil er kam da kaum noch hoch.

Das war absolut Anschlag. Er hat auch gesagt, er war am Ende froh. Natürlich, und ich weiß, die Szenen, die manche, die das vielleicht jetzt kritisiert haben, im Blick haben, war dieses, er lässt die letzten 100 Meter, läuft jetzt nicht mit Vollstoff, sondern mit der Fahne ins Ziel und freut sich. Aber das waren keine 25 Sekunden. Das waren noch nicht mal 10.

Und er hat auch gesagt, er war am Ende sehr froh, dass er ins Ziel kam. Weil er hat natürlich, vom Timing glaube ich, war es perfekt, weil ich glaube ungefähr 30 war das ja so. Also ich war ja an der Strecke, ich habe es ja nicht die Übertragung gesehen, aber ich würde es mal einschätzen von mitrechnen.

Ungefähr um bei 30 hat er diese Attacke gesetzt, weil er kam dann den Berg uns entgegen ja und da war das erste Mal so, dass es so richtig an der Perlenschnur war, da war dann Richard an ihm dran, es war die erste Lücke da und in der zweiten Runde, also danach dann die nächste Runde, war ja diese riesen Lücke entstanden.

Ich glaube, das war psychologisch ein guter Zeitpunkt, diese Attacke zu setzen, weil du ja trotzdem wusstest, ich muss glaube ich ja noch zweimal oder dreimal, war es ja dann wahrscheinlich sogar noch. Auch dieses richtig langen und auch diesen steilen Berg an dieser Ecke da hochlaufen, das tut ja weh und ich stand achtmal an diesem, sowohl bei den Frauen als auch bei den Männer an diesem Berg, ich kann euch sagen, das sind alles top trainierte Athletinnen und Athleten, da sind manche hochgekrochen in der letzten Runde, also das meine ich gar nicht despektierlich, sondern einfach nur mal um.

So ein Feeling zu geben, dass die da alles auf dieser Strecke gelassen haben, so und dass die Beine irgendwann destroyed sind, du hast irgendwann keine Kraft mehr, deine Oberschenkel und deine ganze Gesäß und Stützmuskulatur ist zerschossen vom Runterrennen, so. Er hat auch gesagt, er war am Ende sehr, sehr froh, dass es nicht weitergegangen ist. Und dem sind hinten raus auch die Körner irgendwann ausgegangen.

Also er hat es perfekt getimt, es hat gereicht, es ist perfekt. Aber das war jetzt nicht so, dass er da die letzten drei Kilometer aus Jux und Tollerei irgendwie ein bisschen hat austrudeln lassen und dann Moonwalk über die Ziellinie irgendwas machen wollte, keine Ahnung. Also versteht ihr, das ist schon, da war auch, glaube ich, nicht mehr viel mehr im Tank.

Ich bin auch ganz sicher, dass noch viel mehr Leute aufgegeben hätten, wenn die Teamwertung nicht im Hintergrund gestanden hätte. Richard hat das ja gesagt. Richard ist schon auf Verschleiß gelaufen. Das muss man echt sagen. Weil die Probleme, die er hatte, ich hoffe, dass die sich alle wirklich super regenerieren und da nichts bleibt.

Auch Samu sagte das ja. Der hatte so Schmerzen in den Gelenken. Das war der härteste Marathon seines Lebens. Von den Richtungsänderungen und so. Er ist natürlich auch ein vergleichsweise etwas größerer Athlet im Vergleich zu den beiden anderen. Und das ist dann halt schon auch echt schwer. Und deshalb möchte ich auch nochmal herausstellen, die sind ja trotzdem alle noch vergleichsweise gute Zeiten gelaufen.

Besser als prognostiziert. Nochmal zu den Ladies. Super schade, dass Fabienne Königstein das da nicht zeigen konnte. Aber sie war ganz sicher auch Opfer dieser Strecke. Ja, ganz sicher. Ja, und dann nochmal ein riesen Shoutout an die deutschen Ladies, ja, sicher auch Laura, die da ja gezeigt hat, dass sie bergauf und berg runterlaufen kann, auch sie relativ nah an ihrer Leistungsfähigkeit, ja, die hat sie auch richtig gequält, richtig gequält, ja.

Und dann Nina Reuter, Katharina Saathorff und Tabea nochmal, ja, also die haben sich super verkauft da. Ich fand vor allem, also ich will jetzt gar nicht, es war insgesamt, die haben sich alle super durchgeschlagen, aber ich fand vor allem, muss ich sagen, Tabea... Und hat für mich insofern auch ein bisschen rausgestochen. Klar, Laura war die beste deutsche Athletin an dem Tag und hat ein Top-Ergebnis gemacht.

Ich glaube, Platz 15 oder so, glaube ich, oder 16 um den Dreh. Ja, 15 oder 16, ja. Also vollkommen gute Leistung. Aber wenn wir mal überlegen, Tabea, Meldeleistung und Meldeplatz zu Ergebnis, und auch im Verhältnis sozusagen Distanz zu ihrer PB, das war ein richtig starkes Rennen. Also das war ein richtig starkes Rennen. Ich glaube, sie ist 23.

Geworden. Ich glaube, gemeldet war sie über Platz 50. Die hat ein richtig kluges Rennen gemacht. Und ich fand auch, die hat bis zum Schluss, wenn man sie angesprochen hat, angefeuert hat, die hat sehr bei sich gewirkt. Die konnte selbst in der letzten, vorletzten Runde noch so ein kleines Lächeln abringen. Also war für mich richtig, richtige Top-Leistung. Ja, absolut.

Ja, das wird natürlich spannend jetzt für die nächsten Monate, weil tatsächlich ja ab dem kommenden Sonntag schon das Fenster offen ist für die Qualifikationsnormen für die WM im nächsten Jahr. Und zwar nicht nur beim Marathon, sondern für alle Disziplinen. Also auch das Istaf ist dann schon Quali-Option für die Weltmeisterschaften in Peking im nächsten Jahr.

So schnell geht das, ja, rein, bam, kommt schon gleich das Nächste. Sagen wir aber nochmal eine andere Frage. Am Samstagabend warst du doch noch im Stadion, oder? Ja. Wie bist denn du nach Hause gekommen? Weil da gab es ja einen Polizeieinsatz oder besser gesagt sogar einen Special Forces-Einsatz. Und das klang so ein bisschen harmlos. Es wurde ein Mann wegen Betrugs festgenommen.

Also das war ein bisschen anders, glaube ich, als das so klingt. Weil es gab einen massiven Polizeieinsatz, der dazu geführt hat, dass mehrere Stunden lang niemand aus diesem Stadion raus durfte, dass die Busse alle nicht fuhren, dass die Athletinnen und Athleten nicht aus dem Stadion rausgekommen sind.

Die haben teilweise zwei Stunden da gestanden. Und der Samstagabend war etwas kühler als alle anderen Tage. Weil vorher war es ja richtig warm abends. Und da war es nicht warm abends, da war vielleicht so 12, 13 Grad. Und da mussten dann halt auch noch ein paar Maßnahmen ergriffen werden, um die überhaupt mal mit Wasser zu versorgen und mal so ein bisschen wieder in eine Schutzzone zu bringen.

Wie bist denn du nach Hause gekommen? Also ich glaube auch, dass da, also, von dem, wie man gehört hat, wie sich das ja dann entwickelt hat, aus polizeilicher Sicht, was den Einsatz betrifft, sowohl was Mannstärke als auch, Ausrüstung mancher Beamter, also da ging, also wenn jemanden, der, keine Ahnung, gefälschte Tickets oder was auch immer, ich weiß nicht, was ich mir unter einem Betrugsding da, Szenario vorstellen soll.

Da brauchst du ja nicht hier mit Body und allem. Klinengewehr und Vollstattverkleidung. Die kannst du ja auch so festnehmen, mit einem normalen Beamten wahrscheinlich so, oder zwei Beamten wegen mir. Das klang für mich am Ende so ein bisschen vorgeschoben, um das nicht noch größer zu machen in den Medien, ohne dass ich jetzt weiß, was los ist.

Aber ich, diese massive Form des Polizeieinsatzes würde jetzt nicht, wäre für mich jetzt nicht unbedingt 100% nachvollziehbar bei so einem Betrugsszenario. Ich hatte Glück, also wir hatten ja noch geschrieben, ob wir noch ein Bier trinken oder irgendwie danach uns noch kurz treffen, aber klar, wir wussten ja beide, also du früh aufstehen.

Felix und ich sind ja auch relativ früh aufgestanden, weil wir dann ja auch, eben schon ausgecheckt haben und rechtzeitig ja dann an der Marathonstrecke sein wollten. Felix hat ja auch zwei Athletinnen, die er da betreut als Manager, nämlich Laura Hottenroth unter Beat Theemann, die wollte er auch nochmal kurz sehen vorm Start.

Also wir sind eben auch zeitlich los, insofern haben wir gesagt, komm, ja, macht glaube ich Sinn, dass wir jetzt auch unseren Weg zurück antreten und wir hatten am Ende einfach Glück, weil. Eben, wie schon gesagt, durch die Einladung von European Athletics und die VIP-Tickets, hatten wir die Möglichkeit, diesen VIP-Shuttle-Bus oder diese VIP-Shuttle-Busse zu nehmen zu den European Athletics-Hotels.

Da haben wir nicht gewohnt, aber das führte halt ins Stadtzentrum rein. Das war so ein Nebenplatz sozusagen. Und wir sind dann halt auch ganz entspannt dahinter geschlendert. Also gar nicht jetzt in Eile, dann waren ja alle, haben das Stadion verlassen und so. Und da stand ein Bus, Motor war schon an quasi, der war auch schon super voll.

Und dann sind wir da einfach eingestiegen und losgefahren. Und ich glaube, keine, fünf bis zehn Minuten später haben wir auf einmal gelesen, seid ihr noch da? Wie seid ihr denn losgekommen? Und dann dachte ich so, hä, wieso, was ist das? Hab gar nichts mitbekommen so. Und da waren wir dann quasi schon auf der Straße auf dem Weg.

Wir haben uns nur gewundert, weil wir beim Losfahren schon solche krassen Menschenmassen stehen sehen haben und auch alle Autos irgendwo, wo du vorbeigefahren bist, sind gestanden und ein-, zweimal haben wir Blaulicht gesehen. Aber da dachte ich nur, gut, das ist wahrscheinlich der normale Wahnsinn, weil man muss ja fairerweise sagen, dieses Alexander Stadium war jetzt auch nicht super gut zu erreichen.

Also da gab es ja durchaus auch mit Parken, konntest du glaube ich nicht direkt dort vor Ort und also. Ich dachte wahrscheinlich ist das der normale Wahnsinn, wenn man hier abends aus dem Stadion kommt und die Polizei muss jetzt irgendwie den Verkehr regeln, da hatte ich das noch nicht auf dem Schirm, das habe ich dann erst so richtig, realisiert, als wir fast schon wieder im Hotel waren.

Aber es ist komisch, dass man es nicht so richtig erfahren hat danach. Also es wurde so ein bisschen, das, was da an die Presse dann rausgegeben wurde, war so halbgar, würde ich mal sagen. Weil ja, Betrugs-Szenario, weiß ich nicht, ob man da so ein ganzes Stadion abriegeln muss. Nee, nee, nee. Also du hast ja schon gesagt, also die Vollbewaffnung, das war ja ein Sondereinsatzkommando.

Also das war jetzt nicht ein Straßenhändler, der festgenommen wurde. Meiner Ansicht nach war das organisierte Kriminalität. Weil sonst kommst du da nicht mit so einer Armada an und stoppst ein ganzes Stadion. Und das Stadion danach ist ja für zwei Stunden gestoppt worden. Auch Athleten mussten da bleiben, ne? Ja, ja, ja.

Auch für dich gab es keine Ausnahme. Ihr müsst euch mal vorstellen, da standen wirklich tausende Zuschauer auf einer Wiese und haben auf ihre Shuttlebusse gewartet, und zwar stundenlang. Und die kamen halt einfach nicht. Und die sind halt vor allen Dingen nicht informiert worden darüber. Und das ist ja das Allerschlimmste. Da bist du ja wahnsinnig.

Das hat jetzt alles auch nicht so richtig dazu beigetragen, dass die Organisatoren da mit Blumen überschüttet wurden. Apropos Organisatoren und Sachen, die mir aufgefallen sind, weil ich war ja nur diese zwei Abende im Stadion. Und vielleicht, ich will es nicht bashen, weil eigentlich, ich fand, wie gesagt, im Gesamten als Erlebnis für mich als Fan, als Zuschauer, fand ich die beiden Abende cool.

Also war natürlich auch Glück, ich fand auch Almgren, ey, ohne Witz. Ich hab, Felix, nimm es mir nicht übel, wir hatten davor so ein bisschen besprochen, auch mit Lukas, einem Schweizer Athletenmanager, wer auf wen setzt bei 10.000 Männern am Abend. Er hat natürlich auf Lobalu gesetzt, weil er sein Schützling auch ist.

Ich hatte gesagt, ich tippe auf Almgren und Felix hat dann, glaube ich, gesagt, er setzt auf Grissier, weil jeder wollte einen anderen haben und Grissier, ja, normalerweise auch im Sport und so, hat sich ja dann am Ende dann auch gegen Kripper bewahrheitet. Kripper hatten wir irgendwie gar nicht auf dem Schirm, ich weiß gar nicht warum, ich dachte irgendwie, ich hab die Liste nicht angeholt, dachte, da läuft vielleicht Marathon oder so, aber anyway, Dann war das ja so ein ultra slower Start, also ich glaube 3.18 oder so 3.19.

Da habe ich mir gedacht, hey, das hätte ich auch noch einen Kilometer mit geschafft, selbst in der jetzigen Verfassung. Und dann ist es glaube ich 6.05 bei 2000 durch, also schon merklich schneller geworden ja dann. Und dann war er vorne und da hatte Felix schon gesagt, das glaube ich nicht, dass das erfolgsversprechend ist, bei aller Stärke, die er natürlich hat, aber das wird dann irgendwie so ein Sit-and-Kick-Ding, also die werden ja dann irgendwie da dranbleiben und irgendwann, vielleicht fehlt ihm dann der Druck, dass er die abschütteln kann und so weiter und so fort.

Ey, was war das für eine Vorstellung Also, der hat die einfach Komplett aus den Schuhen gelaufen Also wirklich, ich fand's Outstanding, wenn man die Splits anschaut, die gab's ja häufiger Auf Social Media, ich würde mal sagen so Kilometer Äh. 4 bis 9 oder 3 bis 8, das war ja, glaube ich, so überschlagen, müsste das irgendwie so 13,10 oder sowas, glaube ich, um den Dreh gewesen sein.

Oder 13,15, weil da war ja auch ein 2,34er-Kilometer dabei und die anderen waren alle so 2,39, 2,40. Von vorne alleine, Alter, Respekt, ohne Scheiß. Das war für mich so eine krasse Leistung, die spiegelt diese Endzeit nur leider nicht so richtig wider, also die war trotzdem noch krass gut, aber weil die ersten zwei Kilometer so gejoggt waren, Dass ich sagen muss, ey, für mich eine der Leistungen, die ich da jetzt gesehen habe, klar, ich habe immer die Läuferbrille auf, aber ich fand das so unfassbar stark. Das merkt man jetzt nicht so, dass du die Läuferbrille auf hast.

Ich fand das so krass stark. Und das Geile ist sein Interview danach. Da habe ich auch auf Social Media einen Clip gesehen. Da wurde er zu seiner Rennstrategie befragt. Da hat er halt so auch richtig trocken. Er ist ja eher nicht so der emotionale Typ. Er hat gesagt so, ja, das ist eigentlich ganz einfach, seine Strategie. Er wollte zeigen, wer der beste 10.000 Meter Läufer ist und nicht der beste Kicker.

Na gut, aber das kann ja schief gehen, wenn man sich auf den Kick verlässt, logischerweise. Freundlicherweise hat der Kollege ja gestern announced, dass er im New York Marathon läuft. Das war nur die Vorbereitung für den New York Marathon. Das ist ja logischerweise schon länger in der Vorbereitung gewesen.

Aber Allen Graham New York Marathon, also die Strecke gibt es ja eigentlich nicht her. Aber der Europarekord, der wird sicher auch nochmal attackiert in den nächsten Monaten. Ist ja auch ein erklärtes Ziel von Amalapetros, logischerweise. Ist ja ganz klar, was sollen sie denn sonst machen? Natürlich soll der jetzt dann irgendwann mal fallen.

Der ist gut, aber jetzt auch nicht außerhalb der Reichweite von den Jungs. In dem Rennen, in dem 10.000er, gab es natürlich noch ein paar ziemlich geile Geschichten. Die sind leider in der Übertragung nicht so zur Geltung gekommen. Vielleicht hat es auch der ein oder andere nicht so auf dem Schirm gehabt.

War nicht unser Abend. Wir haben das nur angeguckt. Also erstmal war das ja ein bisschen eine Revanche logischerweise für die 5000 Meter. Weil über 5000 ist ja Gressier ohne Medaille geblieben. Weil er an der falschen Stelle oder eben den harten Kick von Flo und von Jakob nicht mitgehen konnte. So, dann gab es ja noch ein paar Allianzen, die geschmiedet wurden.

Und da war ja Lobalo auch immer in the mix für 5000 und für 10.000. Der hat auch immer auf Sieg geritten. Der ist auch sehr mutig gelaufen. Nicht immer nur klug gelaufen. Weil der war zum Beispiel auch über 10.000 dann vollkommen alleine und ist da irgendwie hinter einem Rennen her, konnte den aber ja nie irgendwie halten und der ist ganz alleine einfach 10.000 Meter gelaufen auf der Bahn.

Was für eine irre Nummer. So und dann sind die ja dahinter, haben die ja Taktikspiele gemacht. Und das wurde ja schon vorher annonciert. Und zwar Taktikspiele mit Kripper und seinem Trainingspartner. Sein Trainingspartner ist ein äthiopischstämmiger Israeli der war überrundet. Und wenn du dich erinnerst, hatte das Ding ja ein vollkommen irres Szenario, das dann später nochmal in etwas ähnlicher Art und Weise auch beim Marathon aufgetaucht ist.

Und zwar ist ja der Kollege Ahlengren einmal an allen vorbei und hat ja selbst das große Feld hinter den Top 5 überrundet. Den letzten Kilometer ist dieses Feld aber mit Argengren gelaufen, weil Argengren da auch am Limit war. Das heißt, da sind die Platzierungen, weiß ich nicht, 7 bis 16 mit in den letzten Kilometer gelaufen, was schon crazy genug war.

Aber das lag halt daran, dass er sehr lange alleine sehr hohes Tempo gegangen ist. Und zwar bis ins Ziel. Die haben dann aus Anstand den am Ende nicht übersportet, Ja, weil du lässt den ja dann bitteschön auch seine Sieger gerade da, Zielgerade genießen. Ja, es wäre möglich gewesen, den zu überlaufen da wieder, aber das haben sie nicht gemacht.

Dahinter war halt auch dieser israelische Trainingspartner von Kripper überrundet, und hat sich dann vor Kripper als Tempomacher gesetzt. Ah. Ja, und mit Kripper zusammen war der Kollege Gressier. Und der hatte schon komplett den Hals. Weil einmal durchgezählt, er wäre wieder Vierter geworden. Das heißt, die beiden Trainingspartner machen eine Reise durchs Alexander Stadium.

Und er läuft da hinterher. Und er weiß, im Kick schlägt er mich, der Kripper. Und dann habe ich wieder keine Medaille. Was ist dann passiert? Man konnte es sehen, wenn man sich darauf konzentriert, aber sonst eher nicht. Auf der Gegengrade in der Schlussrunde macht der Trainingspartner von Kripper und Kripper selbst, laufen die zu zweit vor Gressier und machen Stehversuche.

Die waren close zu gehen. Ich bin sicher, dass die Gäher über Halbmarathon in Teilen schneller waren als die da. Man hat auch gesehen, dass das Hauptfeld ziemlich stark wieder aufgeschlossen hatte zu denen, obwohl die ja davor schon so weit relativ weit weg waren. Die sind halt ultra, ultra langsam gelaufen, weil sie Gressier nach vorne locken wollten, um den dann abzusporten.

Und der hat das nicht mitgemacht und die sind wirklich, Standjoggen haben die gemacht, die ganze Gegengrade runter. Und dann hat sich Christian nochmal drei Meter zurückfallen lassen, also wie so ein Steherrennen bei den Radfahrern. Und hat dann einen Vollsport angesetzt, auf der Gegengrade. Das war so ein Kicksport. Leute, schaut euch das Ding nochmal an, wenn man das überhaupt in den Kameras überall sehen kann.

Und dann wird es aber weit. Das waren halt dann irgendwie 260 Meter, die er dann spurten musste. Und er ist fast nicht hingekommen. Er war komplett blau. Aber er hat sich dann so gerade noch vor Kripper ins Ziel gerettet und ist dann tatsächlich Brüßenwiller hingewiesen geworden. Aber da waren so viele Dinge dahinter noch.

Und das war ja dann nochmal die Nummer bei Simon Boch mit der Verfolgergruppe. Weil Simon in der dritten oder vierten Runde ja plötzlich die gesamte Verfolgergruppe wieder an die Spitzengruppe rangeführt hat und Simon auch nochmal nach vorne gegangen ist. Also da war ja plötzlich auch irgendwie ein Bruch im Tempo drin oder die haben da alle plötzlich einen Wind gekriegt. Das kann ja nicht sein, weil das war ja nicht nur Simon, sondern das waren ja etliche andere beim Marathon.

Und dann war ja plötzlich wieder eine 15-köpfige Spitzengruppe. Also da waren schon auch in den Renngestaltungen ein paar sehr crazy Sachen drin. Ja, auf jeden Fall. Genau, der Gedanke, den ich fast verloren hatte vorhin, Samstagabend, da ist es mir besonders aufgefallen, vielleicht war es aber in den anderen Abenden, wo du im Stadion warst, der auch so, Ich fand es von der Event-Präsentation teilweise ein bisschen komisch, weil ich verstehe natürlich, in der Leichtathletik passiert vieles gleichzeitig, das ist mir schon klar, in einem Stadion.

Aber mir ist es aufgefallen, bei einigen Sprintsachen, zum Beispiel auch bei den Staffelsachen, die Athleten oder Athletinnen wurden reingeführt und die standen ultralange da. Und Samstag fand ich abends relativ kühl. Und da habe ich mich gefragt, warum? Also war das schlecht abgestimmt von der Stadion-Event-Präsentation mit, weil dann waren irgendwelche Interviews oder was dann beim Dreisprung und dann war das und dann war dies und dann, und dann wurden die aber erst dann vor, also die standen ja wahrscheinlich teilweise fast 10 Minuten da und konntest ja nicht mehr groß bewegen, da stehst du ja an der Linie da, an einem Startblock.

Und da ist mir, habe ich mich gefragt, warum hat man die nicht länger noch im Callroom dann gelassen oder so? Also das ist aber nicht nur einmal gewesen, das war bei zwei, drei Sachen, wo ich dachte, warum stehen die da jetzt so lang? Also ich glaube nicht, dass es Event-Presentation war. Ich bin ja unverdächtig, dass ich nicht die Event-Presentation das eine oder andere Mal kritisiere.

Und die wurden ja auch noch nicht im Fernsehen vorgestellt, logischerweise, weil du siehst ja mal mit der Kamera vorbei. Ich habe mir gedacht, das ist irgendwie unnötig. Also Event-Presentation kann ich tatsächlich relativ wenig zu sagen, weil die bei uns erfreulicherweise, was oft nicht der Fall ist, aber bei uns auf der Seite sehr stark reduziert war, damit das nicht in unsere Mikros so reinbellt. Mhm.

Das war super geregelt, auch von der Soundgestaltung her. Ich habe halt eine halbe Session in der Kurve gesessen, um halt auch mal da einen Eindruck zu kriegen, weil meine Family da war. Und da fand ich tatsächlich Event-Presentation ganz gut gemacht. Ja, der Punkt, den du ansprichst, hat aber nicht mit der Event-Presentation zu tun, sondern mit der Event-Organisation.

Oder, ja. Ja, das heißt, du hast ja festgelegte Ablaufzeiten für die einzelnen Events. Das heißt, du hast eine klare Startzeit, und zwar die wird auf die Minute festgelegt für, sagen wir mal, an dem Abend war ja, glaube ich, 200 Meter. Ja. Ja, und dabei ist mir das auch aufgefallen, bei 200 Meter. Die standen bestimmt zehn Minuten am Start. 200 Meter, ja, genau. Ja, ja, ja.

Und das ist ja eine Frage der Event-Organisation. Das heißt, wann werden die da hingeführt? Genau. Also die haben ja logischerweise immer noch eine kleine Option, sich warm zu machen. Aber der Ablauf bei so einer großen Veranstaltung geht folgendermaßen. Du bist im Callroom, also im letzten Callroom.

Der ist halt unterhalb der Tribüne oder neben der Tribüne. Dann hast du eine Warm-up-Zeit, wo du Startblock einstellen kannst, nochmal einen Sprint machen kannst oder bei den Hürdenlaufen dich über die Hürden im Stadion einlaufen kannst, dann musst du nochmal raus. Vor dem Finale. Weil die Einzelvorstellung ja durch diesen Eventbogen war.

Außer bei den Staffeln, ne? Ja, außer bei den Staffeln. Nee, bei den Staffeln gab es auch eine spezielle Geschichte. Aber das ist jetzt zu kompliziert. Jedenfalls musst du dann nochmal raus, um durch diesen beleuchteten Bogen da einzeln vorgestellt zu werden. Und dann musstest du an den Startblock gehen. Und dann durftest du eigentlich auch keine Steigerungen mehr, die gerade rauf oder durch die Kurve oder was auch immer machen.

Ich habe die nur noch auf der Stelle hüpfen sehen oder so. Von da an hast du da an der Startstelle gestanden und das war bei dem 200er, da habe ich auch auf die Uhr geguckt, die haben original 10 Minuten da gestanden. Das ist natürlich viel zu lang. Und da habe ich mir auch gedacht, gerade bei so Sprint-Sachen, warum? Dann macht dein Interview doch, also Stadion-Interview rede ich jetzt gerade. Aber das war nicht das Stadion- Interview, sondern das war der Ablauf lang. Die sind halt 10 Minuten vor ihrer geplanten Zeit dahin geführt worden.

Ja, aber das war dann immer so, irgendwas war da auch so Hintergrund laut. Also ich glaube, das ist ja schon irgendwas. Oder sie haben was erzählt als Stadion-Durchsage zu irgendeiner Leistung woanders. Aber das war ja auch was, wo ich mir denke, das kannst du doch auch, dann lass doch die erstmal laufen kurz.

Aber du kannst natürlich jetzt nicht einen Zeitplan machen. Und wir senden ja keine Werbung, aber es gibt natürlich auch etliche Stationen, die Werbung senden. Und dann machst du einen Zeitplan. Und die BBC hat natürlich, nehmen wir mal den 800er. 800 Meter der Frauen. Das war ja deren super, super, super Event.

Kelly Hodgkinson gegen Audrey Vero und Femke Bodersbo. Das war deren Hauptevent. Die ganze Woche über haben die nur auf dieses Ding. Da laufen natürlich vorher Vorlaufstücke, noch mal Interviews und so weiter. Das ist ja auch bei den Fernsehstationen durchgetaktet. Da können die ja nicht das Ding plötzlich drei Minuten eher abschießen. Das geht nicht.

Aber du könntest die Athleten später reinführen. Ja, viel später. Aber das ist eben der Unterschied zwischen einem Meeting, wo das halt eher, schnell und athletenzentrierter und solche Meisterschaften haben halt für mich auch völlig übertriebene formale Abläufe, die das Ganze halt einfach komplexer machen und komplizierter machen. Ist so.

Ich wollte noch mal ein Wort zu den Iren sagen, weil die Iren waren irre. Ja, also erstmal ist das natürlich ein bisschen leichter mit der Identifikation, die ziehen halt ein grünes T-Shirt an, das haben sie beim St. Patrick's Day und bei allem möglichen an, ja, und dann Fighting Irish und los, ja. Erstmal, das waren so viele, die waren wie immer natürlich unfassbar gut drauf, hatten natürlich auch ein paar Highlight-Abende, ja, Kate O'Connor, Siebenkampf, das war ihr ihr geplantes Gold, ja, die hatten nur eine Abführung, vier Medaillen und waren super, super happy damit.

Ja, dann Mark English, der Mann mit dem irischsten Namen aller Zeiten, gewinnt die 800. Da sind die Leute so steil gegangen. Das war absolut Wahnsinn. Dann noch eine Medaille über 1500 Meter bei den Männern. Auch total überraschend. Und Rashid Adeliki über 200 Silber gewonnen bei den Frauen. Die war übrigens mit Leo Neugebauer auf dem College in Texas und, Jedenfalls, die haben halt so eine brutal gute Stimmung verbreitet, die waren halt einfach geil.

Und ich habe viele deutsche Fans halt auch mit den Fußballtrikots gesehen, weil so ein richtiges Signature-T-Shirt der deutschen Nationalmannschaft, der Leichtathleten, gibt es eigentlich, das wird aber oft als Biene Meier diffamiert. Das ist halt nicht Gold sondern das ist halt gelb das ist halt so ganz krass gelb, Und ob jetzt, so ein mitteleuropäisch geprägter Mann mit Mitte 50 vielleicht nur spärlich gebräunt in Biedemeyer gelb rumlaufen möchte, sei mal dahingestellt.

Da trägt man vielleicht doch dann lieber. Der mutigste übrigens, der mutigste Fan von allen war übrigens wer? Der trug übrigens auch ein deutsches Nationalmannschafts-Trikot. Boah, keine Ahnung. Der niederländische Freund von Sophie Weißenberg. Ah, okay. Also der niederländische Freund von Sophie Weißenberg, auch ein Athlet, Sven Rosen, hat den gesamten Siebenkampf seiner Freundin, die er in den Niederlanden trainiert, mit einem deutschen Nationalmannschaftstrikot verfolgt.

Stark. Leute, könnt ihr euch das vorstellen? Der ist natürlich auch angeätzt worden von seinen niederländischen Kolleginnen und Kollegen, logischerweise. Ich bin nicht ganz, also ich hoffe für ihn, dass die Bilder nicht im niederländischen Fernsehen gelaufen sind, weil das ja natürlich immer unsere eigenen Kameras waren, die ihn dann gezeigt haben.

Aber der hat das Ganze durchgezogen. Der lief auch an dem Abend dann noch, also nicht, weil sie ins Stadion ein Trikot anziehen und dann wieder ausziehen, sondern der lief auch abends mit Tapfer nach Hause. Und in Birmingham war es jetzt ungefährlich, ja, aber das ist Mammut, Leute, ja, das ist Liebe, das musst du erstmal machen. Ja, das ist Völkerverständigung, ja.

Ja, das kann aber auch ganz doof nach hinten losgehen. Der hat die Heldenplakette gekriegt, auf jeden Fall, an dem Wochenende. So, müssen wir noch zu Freddy sprechen und zu Karl. Habe ich leider nicht live sehen können, weil ich da auf dem Rückflug gerade war. Aber ich habe mir natürlich die Recaps angeschaut.

Ich glaube, vom ... Wie soll ich sagen, vom Erwartbaren, und ich sehe das, wie gesagt, auch gar nicht kritisch. Wir hatten ja überlegt, ob wir noch zu der Lea-Meyer-Sache noch was sagen. Ich verstehe bei Karl, ich kann seine Frustration verstehen, weil er ein sehr ehrgeiziger Typ ist, und das musst du als Athlet ja auch auf so einem Level sicherlich sein.

Wenn man mich vorher gefragt hätte, was für mich ein Traum-Szenario wäre, hätte ich gesagt, zwei Medaillen von drei Athleten im Finale, also deutschen Athleten im Finale. Und Freddy einfach aufgrund seiner Vorleistungen in der Saison, und damit meine ich jetzt nicht nur auf dem Papier, schnelle Zeiten, sondern auch, ich nehme jetzt als Beispiel, die DM.

Ja, es war 5000, es war nicht Hindernis, aber auch da gezeigt, dass er in einem kurzen Sport auch sich durchsetzen kann. Jetzt muss man ja sagen, den, den er da besiegen konnte bei den deutschen Meisterschaften, der ist Vize-Europameister dann geworden über 5000 und hat auch eine 12, weiß nicht, 56 stehen mit Flo Bremen. Also das ist ja schon was, was zeigt, der war sehr, sehr fit.

Von dem her habe ich ihm das auf jeden Fall zugetraut dass er da auch Gold holen kann, Hindernisse wissen wir, kann immer viel passieren und Karl Bebendorf habe ich auf jeden Fall auch eine Medaille zugetraut, ich hätte mich das dann auf die Farbe nicht festlegen wollen. Finde es aber auch okay, wenn er sagt, er ist jetzt damit nicht glücklich also das zeigt ihm nur, dass er höhere Ambitionen noch hat, hat hoffentlich auch noch viele Jahre vor sich, ich denke auch, dass der Wechsel letztes Jahr trainingsgruppentechnisch, ausrüstertechnisch sicher offensichtlich auch ausgezahlt hat für ihn.

Zumindest hat es ihn ja nicht schlechter gemacht, ganz im Gegenteil. Finde ich okay. Ich finde es interessant, dadurch, dass er das, glaube ich, hauptsächlich, ich habe natürlich, wie gesagt, ich habe die Übertragung nicht gesehen. Ich weiß nicht, hat er im ZDF, nee, Quatsch, das war ja bei euch, Sonntagabend war ja bei euch, hat er da im Interview bei Klaus und Frank Busemann da auch das so schon direkt gesagt, dass er sehr enttäuscht ist? Ja.

Aber hat er anscheinend weniger Wellen geschlagen als bei der Lea Mayer? Ja, weil man bei Lea Meier sehr selektiv zugehört hat. Ja. Ja, das ist halt... Stand er alleine bei Klaus? Also nochmal kurzes Insight. Ja, also von den 31 Minuten, die wir vor dieser Aufnahme schon gesprochen haben, haben wir 27,5 Minuten über Athletinnenreaktionen gesprochen. Ja, also.

Philipp sieht es kritisch. Ich bin absolut Team Race Rage. Ja. Ja, absolut. Du hast nichts anders gemacht in den letzten Monaten, als sich auf dieses Rennen fokussiert. Du hast deine Vorstellung, du hast eine Idee aus dem Training, was du kannst und was du nicht kannst. Und ich nehme noch mal einen Dritten dazu.

Aber der Reihe nach. Lea Mayer. Hört die ganze Zeit das Rennen an, ist in einer sehr guten Position, fliegt über das letzte Hindernis, landet im Wassergraben, wird Vierte. Dass sie überhaupt noch Vierte wird, ist schon mal das eine. Das andere, wenn man genau sich ihr gesamtes Statement anhört, dann sind da eine Menge Dinge drin, die sehr selbstkritisch sind.

Ich war nicht gut genug, ich habe den Fehler gemacht, hat nicht gereicht, die anderen sind besser geraced und so weiter und so weiter. Natürlich sind wir in einer Zeit, wo Social Media mäßig alles komplett verkürzt wird, nur Teile genommen werden, Vorurteile damit vermischt werden und so weiter und so weiter.

Ist es klug oder nicht klug, sich da hinzustellen? Wisst ihr was, Leute? Mir ist es 20 mal lieber. Leute sind richtig angepisst und super ehrlich und klar raus, als irgendein Rumgeschwafel. Ist das cool oder ist das nicht cool, ist nicht der Punkt. Ich bin so bei denen. Ich bin ganz sicher, Lea hatte 300.000 Laktat, aber noch mehr Adrenalin.

Alleine schon durch den Sturz auch. Alleine durch den Sturz, das war ein richtig harter Aufschlag. So kurz vorm Ziel. Das ist aber das, was die Leute nicht verstehen. Ich sehe es gar nicht nur kritisch. Wir hatten ja vorher darüber gesprochen, vielleicht um das nochmal kurz einzuordnen. Ich glaube, sie hat sich mit dem Interview keinen Gefallen getan, weil es so aufgenommen wurde, wie es aufgenommen wurde. Und wir leben in einer Zeit der sozialen Medien.

Aber das ist eine Umkehr. Das stimmt, das stimmt. Aber deswegen, ich glaube manchmal als Athlet, Und deswegen, ich nehme sie da auch sogar eher ein bisschen in Schutz. Ich verstehe, ich kann das total verstehen, wie dieses Interview zustande kam und per se ist mir das auch lieber als diese glatt gebügelten 0815-Antworten, die du oft im Fußballbereich hast. Das ist langweilig, da kannst du die Interviews auch irgendwie so gefühlt gleich lassen, weil es kommt ja auch nichts so rüber so.

Und ich glaube, dass ein Sport, wie die Leichtathletik auf jeden Fall Typen braucht, die diesen Sport leben und lieben und dafür dann auch alles geben. Und dann ist es ja klar, dass dann auch das, was mit dir macht. Und im Speziellen bei ihr, die eben dann nicht nur nicht gewonnen hat, sondern sie hat auch keine Medaille gewonnen, sie ist gestürzt.

Und da kommt ganz viel zusammen. Adrenalin, Emotion, Frust, alles. Dann, Freunde, ich hatte die Möglichkeit mit, ich kenne das von früher, ich kenne das auch aus Helsinki noch. Da gab es aber damals noch nicht so eine lange Mixzone, die danach noch kam, weil ein großer Kritikpunkt war ja auch immer von den Leuten, die halt keine Ahnung haben, sorry, aber es gibt so viele Leute, die zu Hause hocken auf ihrem scheiß Sofa und da meinen, sie müssen irgendeine Rotze reinposten, so von wegen abgehoben.

Das kommt ja aus tiefstem Herzen, weil sie hat ja zweimal in Interviews unabhängig voneinander das gleiche gesagt. Da muss ich, sorry, sagen, sodass ich so deutlich werde, ihr Trottel, wenn man keine Ahnung hat, Fresse halten. Du kommst von da unten an, fünf Minuten nachdem du ins Ziel gekommen bist, gehst in dieses Interview-Ding rein, ja, und es sprudelt einfach aus dir raus.

Okay, war das in allen Belangen klug, ich versuche es nochmal, war das in allen Belangen klug, ich glaube, sie hat sich damit vielfach keinen Gefallen getan, weil sie danach bestimmt sehr viel Stress hatte, das wieder gerade zu rücken, das brauchst du nicht unbedingt noch dazu. Kamen manche Sachen missverständlich vielleicht auch rüber, 100 Prozent, glaube ich auch.

Aber man müsste den Wortlaut nochmal im Detail eben anhören, das haben die wenigsten gemacht, sondern die haben nur das Geklippte auf Social Media verfolgt und dann hat sich das verselbstständigt und jedes Kack-Outlet, was irgendwo meint sich journalistisch zu betätigen, hat auch nur diese Sachen aufgegriffen und dann hat sich das ja verselbstständigt.

Das zweite Interview, von dem viele gesprochen haben. Das Kacke-Outlet, das ist vielleicht ein bisschen hart formuliert, ist die Deutsche Presseagentur, DPA. Die sind nach dem Rennen genauso vorgegangen. Die haben halt Teile aus diesen Aussagen genommen, die hochgezogen. Und wozu hat das am Ende geführt?

Dass der herausragende, einzigartige und wirklich fantastische Europameistertitel von Gesa Krause nicht ausreichend gewürdigt wurde. Weil da müssen wir ja mal die ganze Karriere sehen und wo sie war und ja, wir haben hier drüber gesprochen, Marathonversuch und so weiter und so weiter. Das ist dadurch medial und auch Social Media in den Hintergrund gerückt. Das kann ja nicht sein.

Ja, und so wichtig, das ist nämlich wichtig zu sagen, weil es gibt, die wenigsten Menschen, die da sich eine Meinung erlauben und öffentlich irgendeinen Müll schreiben, haben sich in ihrem Leben, ich will jetzt nicht sagen, dass es keine High-Performer sind oder Low-Performer oder was auch immer, in irgendeiner vergleichbaren Situation befunden sind.

Leistungstechnisch, Erschöpfungstechnisch, emotional vermutlich so. Deswegen finde ich es bemerkenswert, dass Leute dann auf ihrem Sofa da hocken und dann irgend so einen Müll da schreiben. Und das zweite Interview, auf das sich ja so viele bezogen haben, nein, das ist ja das tiefste Innere von ihr, weil sie hat sich ja in zwei Interviews unabhängig von das gesagt, die Mixed Zone ist fünf Minuten nach dem ZDF oder generell Fernseh-Live-Interview.

Natürlich sagst du fünf Minuten später nichts anderes, als wäre das, was du fünf Minuten vorher gesagt hast. Alles andere wäre ja sehr komisch. Also warum solltest du fünf Minuten später was ganz anderes sagen? Wenn überhaupt, reflektierst du das mit ein bisschen Abstand irgendwann in Ruhe alleine auf deinem Hotelzimmer oder weil enge Menschen mit dir darüber sprechen und dir vielleicht auch nochmal sagen, wie das vielleicht rüberkam oder vielleicht auch aufgenommen wurde.

Und das soll auch nochmal klarstellen, also ich kann, was ich damit sagen will, ist, ich kann verstehen, wie dieses Interview zustande kam und ich finde, man muss Menschen auch so ein bisschen schützen, man muss nicht alles abfeiern. Ich finde die Aussage, ich bin die beste Hindernisläuferin Europas, fand ich auch nicht angebracht in dem Moment, weil sie ist es halt aktuell nicht, das muss man leider auch sagen.

Ist das ihre Ambition bis LA 28? Voll cool, also ist super. Kann sie das vielleicht bis dahin werden? Who knows, ja, maybe. Ich möchte auch nochmal deutlich sagen, weil mit Gesa bin ich natürlich auch gut und alles, die hat einmal mehr, muss man sagen, und ich sage das wirklich aus voller Überzeugung, ist für mich eine der beeindruckendsten Athletinnen in der deutschen Leichtathletik über die Gesamtheit ihrer Karriere, was Performance betrifft, was Abliefern betrifft, weil die hat schon früh auf höchstem Level, auch in den U-Bereichen, schon Top-Leistungen abgeliefert, hat eine ultralange Karriere.

Ich glaube, L.A. wären ihre fünften Olympischen Spiele, wenn mich mal enttäuscht. Die 27. Olympischen Spiele. Ja, genau. Drittes Mal Europameisterin geworden. You name it. Also, Mutter geworden. Auch das muss man vielleicht nochmal dazu sagen. Danach zurückgekommen, ja. Haben auch andere schon geschafft. Aber trotzdem, man muss es in der Gesamtheit so sehen. Ist zurückgekommen, auch nach Rückschlägen. Letztes Jahr, ne. Wir haben auch Tokio hier kurz angerissen.

Ist zurückgekommen. Hat sich in die Geschichtsbüchern verewigt. Hat ein perfektes Rennen executed. Und Shoutout to Gesa auch, muss man mal sagen. Ich finde es jedes Mal, also ich bin unverdächtig, dass jemals Hindernislaufen mir nahe kam, auch weil ich mir Angst hatte, dass ich mir immer die Beine verknote oder Beine breche.

Deshalb umso beeindruckender für mich zu sehen, was für eine krasse Technikerin sie ist. Sie ist taktisch schlau, natürlich ist sie auch, wie soll ich sagen, eine starke Läuferin, sonst kannst du dich da auch nicht durchsetzen. Aber was für mich noch am meisten heraussticht, ist ihre überragende Hindernistechnik.

Und für mich ist die die beste Technikerin, also Hindernisläuferin. Und das siehst du an jedem fucking Hindernis. Da, wo die anderen Leute schlecht drüber kommen, okay drüber kommen, kommt sie perfekt drüber und macht gefühlt anderthalb bis zwei Schritte gut in jeder Hindernisüberquerung. Und das hat man auch beim Wassergraben gesehen.

Also Lea, meines Erachtens nach, wollte auch beim Wassergraben ohne Aufsetzen drüber, also ohne drauf in Balken steigen. Kann dir manchmal einen Vorteil bringen, dass du dann einen Schritt besser oder schneller über dem Hindernis drüber bist, was ja dann 150 vor Schluss auch entscheidend sein kann unter Umständen.

Zu der Zeit war sie aber schon hinter Alice Finot und Gesa an Platz 3, vielleicht auch dann ein Versuch eben nochmal da dann aufzuschließen und das ist nicht gelungen, sie ist da sicherlich dann auch mit Risiko rein, das passiert, ja, das ist natürlich dann trotzdem in der Situation scheiße für sie. Gesa wiederum im Gegensatz, weil da nehme ich jetzt einfach mal nicht den Vergleich zu Lea, die gestutzt ist, sondern zu Alice Finot.

Für mich hat sie da das Rennen entschieden. Weil die sind more or less Gesa ein bisschen vor Jan's Hindernis hingekommen an den Wassergraben, aber sie, ich sag mal, gefühlt eigentlich noch Schulter an Schulter. Das war ja noch nicht entscheidend. Sie ist einmal mehr perfekt über den Wassergraben und sie schafft es einfach, diesen Schwung über Hindernis, über den Wassergraben mitzunehmen.

Und da war sie dann zwei Schritte vorne. Und das hat sie dann auch konsequent executed, auch im letzten Hindernis. Da hatte ich gar keine Zweifel mehr, dass da noch irgendwas ist. Das macht sie perfekt. Am letzten Hindernis hatte sie tatsächlich mal so ganz kurz. Weil auch Gesa hat ja all diese Erlebnisse gehabt, die Lea jetzt hatte.

Sie ist bei einer WM über eine andere drüber gestürzt, die gestürzt war. Da hatte sie sicher Ambitionen, das Rennen zu gewinnen, bei einer WM das Rennen zu gewinnen. Dann ist sie im vergangenen Jahr gegen ein Hindernis gelaufen, nämlich auf der Geraden, nicht zu Ende des Rennens, sondern relativ am Beginn des Rennens und hat sich eine Rippe gebrochen in Oslo damals. Stimmt, ja.

Dann im WM-Finale am letzten Wassergraben gestürzt, eben auch genauso in der Pfütze gelegen wie Lea jetzt, sich aufgerappelt, siebte geworden. Und schaut euch das nochmal an, die letzte Runde, weil das ist in so vielerlei Hinsicht dann wirklich aufschlussreich. Am letzten Hindernis nimmt sie nochmal 13 Mal Maß.

Und so Trippel, Trippel, Trippel, Trippel und hat auch ein ganz bisschen rückwärts nach dem Motto, jetzt hier nicht, jetzt hier bitte nicht. Und da war zum Beispiel Freddy ja auch in der Geschwindigkeit und in der Notwendigkeit, da schneller drüber zu laufen, nochmal anders in der Herangehensweise, ein bisschen radikaler. Der ist einfach sehr hoch drüber gesprungen.

Und Gesa versucht das wirklich genauestens zu tarieren, damit eben nicht am Ende, das ist ja auch so, du musst halt Rennen, Rennen, Rennen, aber eine unglaublich hohe Konzentration haben. Das macht halt hinterher ins Laufen aus. So, dann wollte ich noch auf den zweiten zu sprechen kommen. Owe Fischer-Breiholz. Ja, auch gut. Zum ersten Mal im Schatten von Carsten Warholm und Emilia Jekum eine Möglichkeit, eine Medaille zu gewinnen.

Ganz hohe Ansprüche an sich selber. So, was passiert dem? Der macht einen Fehler. Und er sagt das halt auch so. Ich habe mich selber so enttäuscht. Er macht einen Fehler, hat einen falschen Rhythmus zur ersten Hürde. Bei der ersten Hürde schon, glaube ich. Bei der ersten Hürde. Da war es halt auch windig an dem Abend. An der ersten Hürde ist er mit dem falschen Schwungbein vorne.

Das heißt, ihr müsst euch das so vorstellen, als würdet ihr schnell essen und ihr müsst aber mit der falschen Hand essen. Da würden euch halt alle möglichen Sachen aus dem Mund fallen oder gar nicht erst in den Mund reinkriegen. Der kann schon mit dem falschen Bein, das sagen dann halt die Hürdenläufer, mit dem falschen Bein über die Hürde laufen, aber natürlich nicht so geschmeidig und nicht so ökonomisch.

Das heißt, er läuft praktisch das gesamte Rennen mit dem falschen Bein zu den Hürden hin. Wird trotzdem noch eine sehr gute Zeit abliefern, aber er steht da, ist super kritisch mit sich selbst, fast selbstzerstörerisch kritisch. Und so ähnlich war das ja bei Karl auch, der sich selbst ja komplett runtergesprochen hat, weil er das Rennen nicht so zu Ende bringen konnte, wie er sich das vorgestellt hat und wie er sicher ist, dass er es in sich hatte.

Also ich finde so Leute super ehrlich und im Prinzip sind das genau die Menschen, aus denen letztlich Winner geschnitzt sind. Weil wenn du diesen Anspruch nicht hast, dann klar muss man aufpassen, dass man sich nicht zu sehr runterspricht und in den Keller begibt. Man muss es halt auch schaffen, dann am nächsten Tag wieder aufzustehen und zu sagen, so, wann ist das nächste Rennen, wann ist das nächste große Ding?

Ab jetzt voller Fokus darauf und sich nicht in ein Loch reinredet. Aber nochmal, das waren drei unfassbar ehrliche Interviews. Ich bin bei dir, das ist jetzt nicht immer schlau, aber das ist halt die Außensicht. Das ist die strategische Sicht. Das kann man nachher mit seinem Team oder mit seinem Manager oder wem auch immer nachbearbeiten.

Und sagen, wie wollen wir da in Zukunft mit umgehen. Keine Sicherheit, dass du nicht in deiner Rage dann trotzdem wieder dahin kommst, und alles durch die Gegend schmeißen willst. Aber die haben uns in ihre Seele reingucken lassen. Und das ist eigentlich ein Privileg für alle, die das machen durften.

Und da vielleicht auch noch ganz kurz zwei andere Gedanken. Bei dem einen bin ich auch schon interessiert, was du dazu sagst, aus journalistischer Sicht. Ein Gedanke noch zu der Hindernis-Frauensache im deutschen Team. Ich kenne das Binnenverhältnis zwischen Lea und Gesa nicht, wie die sonst so sind. Also außer, dass sie offensichtlich Konkurrentin sind, aber sonst weiß ich jetzt nicht.

Ich fand es sehr gut, wie Gesa darauf reagiert hat und ich glaube eben auch, dass sie sich da natürlich selber sehr gut reinversetzen kann, eben solche Situationen nennen, ja deswegen fand ich es sehr souverän wie sie damit umgegangen ist, hat das jetzt nicht noch größer gemacht oder da irgendwie, ja, keine Ahnung, vielleicht haben die auch untereinander gesprochen, entweder im Hotel oder geschrieben oder wie auch immer, auf jeden Fall insgesamt die Art und Weise, wie sie damit umgegangen ist, fand ich bemerkenswert Und zweiter Punkt, es gab auch in den Kommentarspalten immer wieder, Aussagen von irgendwelchen Namenlosen, so sinngemäß, ja, warum, das ist ja, aber voll die schlechten Moderatoren oder Moderatorinnen,

in dem Fall war es ja Maral, dass sie die Leute da so ins offene Messer laufen lassen, dann muss man auch mal die Athleten schützen und dann wegschalten. Mein Eindruck dazu ist. Du kannst das ja nicht erwarten. Also erst mal, ich glaube, aber das kannst du gleich sagen, aus meiner Ding ist es nicht die Aufgabe der Journalisten sozusagen.

Ihr seid ja nicht PR-Menschen oder der Verbände und der Athleten. Ihr habt schon natürlich eine gewisse Verantwortung. Wir reden jetzt nicht von Bild-Zeitung, dass du mit Absicht versuchst, Leute schlecht aussehen zu lassen oder dumm hinzustellen. Das steht ja vollkommen außer Frage. Aber die Frage, glaube ich, die Maral gestellt hatte, wo es dann so losging, war ja nicht irgendwie so Rage-Batey angelegt, dass du willst, dass die Person explodiert. Sondern es war, glaube ich, so hingemäß, wie war das so, was ist passiert?

Wie ist das passiert? Sie hat eine ganz offene Frage gestellt. Genau, genau. Sie hat eine ganz offene Frage gestellt. Und wie willst du damit? Du kannst ja der Person nicht das Mikro wegziehen und die jetzt abwürgen. Das ist ja auch hardcore unseriös. Du weißt ja nicht, was die Antwort sein wird. Und dann hat sich das so entwickelt.

Also ich bin gespannt, was du sagst. Also erstmal der Gesamtrahmen. Das ist, glaube ich, sehr wichtig, auch im Kontext des Bashings, was ja in anderer Form gegen Klaus und Frank Busemann stattgefunden hat. Wir sind nicht die PR-Abteilung des Deutschen Leichtingverbandes. Wir sind auch nicht die PR-Abteilung einzelner Athletinnen und Athleten.

Das muss man halt wirklich verstehen. Wir sind journalistische Begleiter. Dass das oft natürlich. Verschwimmt in der Außenwahrnehmung, verstehe ich. Aber unter dem Strich sind wir immer noch journalistische Begleiter. Und da darf es auch mal eine kritische Frage geben. Und ich bin schon der Meinung, dass Interviewer und Interviewerinnen schon auch, eine Verpflichtung haben, bestimmte Situationen nicht auszunutzen.

Das heißt, wenn ich sehe oder merke, dass jemand in einer Extremsituation ist, dann muss ich mich da vielleicht etwas sensibler rantasten als bei einem Interview, wenn jemand lachend auf mich zukommt. Ja aber den vorwurf würde ich jetzt niemandem der handelnden da machen. Und ich bin sehr, sehr zurückgehalten mit Bashing von Kolleginnen und Kollegen.

Aber mal dazu, weil ich die Szene sehr genau beobachtet habe, das war ja ein ZDF-Abend und ich habe gedacht, okay, was macht sie jetzt? Ja, also Lea Mayer. Sie ging vom Zieldurchlauf straightest, ohne mit der Wimper zu zucken, in die Mixed Zone. Da musste eine kleine Treppe rauf, ja, direkt oben hin und hat zu Marei gesagt, los jetzt.

Weil sie offensichtlich da auch raus wollte und das Ding hinter sich bringen wollte. Und Maral stellt eine offene Frage. Lea, wie geht es dir jetzt? Also sinngemäß, ich weiß nicht ganz genau den Worten, aber das war auf jeden Fall eine offene W-Frage. Also wirklich, sie lässt ihr Raum. Und sie sagt, scheiße, wie sonst. Und dann hat sie das entspannt. Ja.

Bei Owe Fischer-Breiholz, der hat sich ja auch da komplett runtergesprochen, sich selbst komplett runtergesprochen. Da hat Klaus dann in der zweiten Frage gesagt, ich glaube, sie sind jetzt hier, sehr hart zu sich selbst. Bringt er seine eigene Meinung rein und stellt dann die nächste Frage und auch bei Karl war das auch so, da hat Klaus den ja auch interviewt, da hat er auch gesagt, jetzt sind sie aber sehr kritisch zu sich selbst und dann haben die sich nochmal bestärkt in der, negativen Betrachtung oder in der Beurteilung des Rennens respektive ihrer eigenen Leistung ich glaube, dass das alles faire, Ansatzpunkte sind, eine offene Frage zu stellen.

Und nochmal, wenn man da hochgeht, ich hätte jetzt an der Stelle von Lea auch Verständnis dafür gehabt, dass sie sagt, Leute, ich brauche jetzt erst nochmal 10 Minuten. Ich muss jetzt hier erst einmal durchgehen, ich komme nachher nochmal wieder. Hätte ich hundertprozentig verständnisvoll gehabt. Und muss man, glaube ich, auch Verständnis dafür haben, weil es sind Extremsituationen.

Du hast es gesagt, niemand, der nicht schon mal in einer ähnlichen Situation war, kann sich das vorstellen. Da stehen plötzlich Scheinwerfer, Kameras, Menschen vor dir, die du vielleicht zweimal im Jahr siehst. Dann darf man nicht vergessen, also das ist das Setting, der Wettkampf, also nochmal ein ganzes Jahr vorbereitet, geopfert, geblutet, scheiß Start in die Saison bei Lea gehabt mit Verletzungen und was weiß ich was allem noch.

Öffentliches Scheitern, auch so ein Aspekt, den viele glaube ich nicht so sehen. Also du scheiterst ja, öffentlicher kann man ja nicht scheitern, weißt du wie ich meine? Nicht, dass jetzt vierter Platz schlecht ist, Aber das war ja nicht die Ambition, das hat sie auch deutlich gemacht im Interview, was sie vorhatte oder was so ihr Ziel war.

Das sind ja alle Sachen, das kommt ja ja da alles zusammen. Also wenn man in der Situation ist, dass man einen dritten Platz bei Karl, einen fünften Platz bei Owe Fischer-Breiholz und einen vierten Platz bei Lea Meier für sich selbst als scheitern definiert. Also da würde ich jetzt nochmal ganz kurz sagen, hey Leute, das ist Europa, das ist ganz schön groß.

Und da wird gleichzeitig ernst genommen, das ist die Europameisterschaft gewesen. Ihr habt trotzdem eine großartige Leistung da jeweils abgeliefert. Und nochmal, ich bin komplett Team Herz auf die Hand und sagen, was man denkt. Ob das jetzt immer klug ist oder nicht klug ist, wer bitteschön, außer man selber, außer sein eigenes Umfeld, alle anderen, wer hat denn die Berechtigung darüber zu urteilen?

Das, sehe ich einfach nicht. Und deshalb, nee, das ... Wir reden ja jetzt noch drüber. Ja, aber es war auch, die Zeitungen waren alle voll. Das war Donnerstagabend, glaube ich, oder? Freitag bin ich geflogen. Und ich habe Freitag auf dem Weg zum Flughafen und am Flughafen gefühlt in meinem Instagram-Feed, aber auch wenn du einfach mal nur auf, eine Leichtathletik-Tag so und so viel eingegeben hast, Es war nur dieses Thema überall.

Ja, aber das liegt daran, dass dann eben genau in den Agenturen eben dieses Thema rausgestellt wird, verkürzt und mit Auslassung von den Nebentönen und den komplexen Tönen. Ja, nach dem Motto, sie attackiert Gesa, sie gönnt ihr die Medaille nicht oder was auch immer. Das ist in keinem einzigen Satz dort gefallen, im Gegenteil.

Im Gegenteil. Aber ja, schwierig. Und nochmal zu dem Binnenverhältnis. Zwei kleine Beobachtungen. Als ich am ersten Tag zum Stadion kam, begegnen mir vier Läuferinnen, die gemeinsam joggen und fröhlich dabei quasseln. Lisa Merkel, Olivia Gürt, Gesa Krause und Lea Mayer. Du weißt das selber natürlich ist man da im Team halt auch zusammen, wenn man jetzt gar nicht miteinander kann geht man dann zwei Tage vor seinem ersten Rennen gemeinsam joggen, würde ich nicht nehmen würdest du nicht machen wenn ich mit der Person sonst nicht klarkomme, würde ich das nicht machen, ich bin auch weit davon entfernt, dass sie sich alle in den Armen liegen müssen ist doch Quatsch Die racen gegeneinander.

Die sind auch ganz unterschiedliche Menschen. Die sind in unterschiedlichen Lebenswelten, in unterschiedlichen Lebensphasen, unterschiedliche Generationen halt auch ein bisschen. Die müssen sich doch nicht in den Armen liegen. Das deutsche Team war groß genug, dass sie nicht in dieser Konstellation hätten gemeinsam joggen gehen müssen. Haben sie aber gemacht.

Und haben sich übrigens auch darüber ausgetauscht, wie sie den Vorlauf angehen. Wo Lea und Gesa gemeinsam in dem Vorlauf drin waren ja also, Da muss man nichts reinlesen. Die sind sich nicht jetzt Spinnefeind oder was auch immer. Aber auch nochmal, Riesenprops an Gesa. Wie soll ich das sagen? Das ist halt eine Persönlichkeit, die das handelt, die das Weltklasse handelt, so eine Nummer. Ja.

Das kommt sicher mit Erfahrung und so weiter, aber das musst du auch schon in dir haben. Du musst eine Persönlichkeit haben, die sagt, okay, weil Gesa hätte das Ding eskalieren lassen können oder groß machen können, nachdem das in den Schlagzeilen so zugespitzt worden ist. Ja, hat sie aber nicht. Weil es nicht ihre Art ist, mit Dingen in ihrem Leben umzugehen.

Deshalb freue ich mich schon auf die nächsten Rennen. Gesa am Wochenende am Start in Lausanne. Ja, heute. Heute Abend. Für alle, die es Freitag hören. heute Abend in Lausanne. Geht direkt, falls es schon Samstag sein sollte, geht direkt auf sportshow.de, da ist das Rennen drin. Wenn es nicht ausgefallen ist, was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, weil die Wettervorhersage war so ein bisschen so-so für Lausanne.

Aber eigentlich läuferfreundlich. Und ich glaube auch, dass beide beim Ist-Tough in der nächsten Woche laufen. Da wird dann nochmal 2000 Hindernis gelaufen. Also GESA auf jeden Fall leer, bin ich nicht hundertprozentig sicher, ob die da startet. Aber GESA auf jeden Fall und Yolanda Calabiz läuft da auch nochmal 2000 Hindernis.

Die ja sich leider nicht qualifizieren konnte. Also das wird auf jeden Fall nochmal spannend. Ja, es bleibt spannend. Es bleibt einfach spannend. Haben wir noch was vergessen, was wir unbedingt sagen müssten? Ja, Florian Weber. Julian, Julian, Julian, Julian Weber, Julian Weber. Achso, ich wollte sagen, Florian Weber kenne ich auch, aber da haben wir jetzt nicht klar, wo wir noch hinaus wollen.

Nee, Florian Weber, schönen Gruß, falls du zuhörst. Wir haben uns natürlich auch getroffen, der einen Teil der Event-Präsentation gemacht hat, da war der für die EAA respektive für den World Athletics im Bereich Event-Präsentation-Arbeit. Nee, nee, sondern Julian Weber. Julian Weber, was für ein großer Moment.

Für mich einer der Momente dieser Titelkämpfe. Total. Auch da, Leute, nochmal ganz kurz. Der hatte wirklich Stress, überhaupt fit zu werden zu diesen Titelkämpfen. Hat dann einmal geworfen in Lausanne vorher. Hat bei den deutschen Meisterschaften okay geworfen. Und kam nach Birmingham und war sicher nicht 100 pro.

Sicher nicht 100 pro. Dann kommt Nicktum. Alle die Hand heben, die ihn vorher schon kannten. oder die überhaupt wissen, von wem ich jetzt rede. Jünger Werfer aus Stuttgart, der den Wettkampf seines Lebens da macht. Und vor dem letzten Wurf, noch führt. Der führt also völlig überraschend die Konkurrenz an.

Vor so Weltklassewerfern wie Vatlec, schon Weltmeister gewesen in der Tscheche, und natürlich Julian auch. Und dann, und das ist das Geile an Sperrwerfen, und das vermittelt sich über den Fernseher überhaupt nicht, aber im Stadion ist das halt für mich deshalb auch eine der spektakulären Disziplinen.

Dann wirft der Julian halt und wirft halt einfach durchs ganze Stadion. Das sieht so krass aus. Das ist so unfassbar. Ja, und das entwickelt sich ja auch so in der Zuschauerreaktion. Da war zum Beispiel Event-Presentation, die haben ja gesagt, so jetzt letzter Versuch und so weiter. Julian Weber, können wir nach mir nicht ausbrechen.

Weil ja jeder wusste, okay, das ist der Favorit, der hat schon sehr, sehr weit geworfen. Und dann läuft er halt ganz links im Stadion an der Bande an. Und dann steigt ja dieser Speer so gleitend in den Himmel. Und dann denkst du, ach du Scheiße, der kommt ja gar nicht mehr runter. Und ach du Scheiße, da hinten stehen Kameramänner ja, die standen viel zu nah am Feld übrigens, ja, viel zu nah am Feld, ey und du denkst, okay, das Ding kommt nicht mehr runter und dann der Raw im Stadion der baut sich so auf, so.

Ja, das ist so geil. Und dann landet das Ding bei 90,40 Meter. Das ist so weit weg. Wenn der den loswirft, also wenn der den richtig trifft, dann sieht der nur einen Punkt. Du siehst den Speer gar nicht. Und trotzdem merkt er ja, dass der geglückt ist. Weil der dann halt fliegt und du siehst den nicht und der geht ab und so weiter.

Aber du erkennst ja kaum, wo der landet. Weil 90 Meter zu 85 Meter abzutaxieren, also das ist für mich immer wieder faszinierend. Und wenn du da sitzt und das Ding da einmal durchs ganze Stadion fliegt, ist einfach grandios, grandios. Ja, das war überragend. Das war krass. Also wir saßen Samstagabend oben auf der Haupttribüne auch, also relativ weit oben.

Dadurch hast du diese geile Draufsicht eigentlich, gerade fürs Speerwerfen. Das heißt aber, wenn die Links quasi im Anlauf sind, ist das für uns ja gefühlt schon super weit weg, also wir saßen mittig relativ, also nach rechts von uns waren dann nur noch die Kameras und ihr saßt ja dann quasi, beziehungsweise an dem Samstag war es ja nicht, da war der ZDF, glaube ich, ne? Ja, genau.

Und dann fliegt dieser Speer ja quasi an dir vorbei, aber auch noch fast bis ans Ende vom Rasen so weiter und denkst du, was? Das war, und natürlich auch im Letzten noch, es wäre ja auch ein krasser Wurf gewesen, wenn es nicht der Letzte wäre, aber auch aufgrund der Dramaturgie war das schon echt heftig.

Wobei man ja auch sagen muss, Julian ist ja nicht mal schlecht in den Wettkampf gestartet. Ich glaube, er war ja nach den ersten Versuchen ja noch führender eigentlich mit den was was 83 irgendwas so erstmal, bevor er dann abgelöst wurde, aber ja, heftig. Ja, und der ist übrigens morgen Abend zusammen mit der völlig überraschenden Silbermedaillengewinnerin bei den Frauen mit der Julia Ulbricht im Sportstudio.

Also Julia und Julian sind dann im Sportstudio. Auch eine wunderbare Geschichte. Ja, auch sie hat eine wunderbare Geschichte. Total überraschend, da hat sie Silber gewonnen. Also das waren schon große Europameisterschaften. Ja, wir brauchen mehr davon. Ich weiß gar nicht... Ob jetzt Peking nächstes Jahr so schön wird, weil das ist dann WM und so weiter, ja.

Aber, ne, weil Leichter League so geil ist, könnt ihr das natürlich noch ein bisschen bei uns gucken. Wir machen die Diamond League Meetings alle noch als Zusammenfassung. Wir machen, das ist tough auf jeden Fall noch. Und wir übertragen auch die Ultimate Championship. Ja, wenn ihr noch nicht wisst, was das ist, schaut mal bei World Athletics vorbei. Und da passt es richtig.

Ja, ein dreitägiges Defilé der absoluten Topstars der Leichter League in nicht allen Disziplinen, sondern in ausgewählten Disziplinen. Aus deutscher Sicht auf jeden Fall dabei. Emil Adjekum, Malai Kamihambo, Robert Faken. Die sind, glaube ich, im Moment schon klar. Aber schaut mal rein, wir übertragen das. Wir machen Freitag und Samstag, das ZDF macht es Sonntag. Also auf jeden Fall Mitte September ist das.

Und dann geht es auch schon auf die Marathon-Saison zu. Ja, Leute. Mit großen Schritten. Mit großen Schritten, ja. In die Richtung bewegen wir uns in den nächsten Wochen, ja. Wir haben ausnahmsweise mal ein paar Dinge in Planung, ja. Könnt ihr euch drauf freuen, wir freuen uns auf jeden Fall schon drauf.

Jetzt haben wir 90 Minuten gequatset, plus die halbe Stunde, die wir vorher schon gequatset haben. Wir reden schon den ganzen Morgen heute. Ich freue mich auf alles, was kommt. Ich fand es schön, dass wir hier nochmal ein bisschen Erinnerungen an Birmingham schwelgen konnten und ja, wünsche euch hiermit sozusagen einen guten Start in euer Wochenende.

Geht raus, lauft, genießt das Leben und dann hören wir uns nächste Woche wieder in alter Frische. Bis dahin, ihr Lieben, macht's gut. Ciao, ciao.

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