BESTZEIT· Folge 340

#340 Das Leben genießen als Schlüssel für langfristigen Erfolg - zu Gast: Gesa Krause

Freitag, 18. September 2026 · 2 h 00

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Shownotes

Sie ist die Queen des deutschen Hindernislaufs und nach einer extrem erfolgreichen Saison 2026 einmal mehr zu Gast im BESTZEIT Podcast: Gesa Krause! Zum dritten Mal Europameisterin über 3.000m Hindernis, deutsche Meisterin sogar zum siebten Mal, gewann einmal mehr das Istaf in Berlin und lief Bestzeiten über 1.500m (4:04.28min), 3.000m (8:45.34min), 5km auf der Straße (15:22min) und im Halbmarathon (:59h).
Ralf & Philipp sprechen dann ausführlich mit Gesa über ihre Saison und die Zeit direkt nach den großen Meisterschaften. Sie beschreibt, dass sie nach einer sehr erfolgreichen Saison bewusst erst zu Hause geblieben ist, bevor sie in den Urlaub fährt, weil sie nach einem Höhepunkt oft erst einmal erschöpft und leer ist. Wir sprechen darüber, wie sich dieser mentale Blues anfühlt und wie wichtig es für sie geworden ist, dafür mehr Zeit einzuplanen.
Es geht außerdem um ihren Weg zwischen Bahn und Marathon. Die drei sprechen über ihren Marathonversuch in Valencia, darüber, warum es damals nicht wie erhofft lief, und wie sie daraus ihre weitere Planung für die nächsten Jahre abgeleitet hat. Sie erklärt, dass für sie weiterhin die 3000 Meter Hindernis im Mittelpunkt stehen und dass sie realistisch auf die nächsten Olympischen Spiele blickt.
Ein großes Thema ist auch ihr Training mit Wolfgang Heinig und die lange gemeinsame Zusammenarbeit. Sie sprechen darüber, wie sich das Verhältnis über fast 20 Jahre entwickelt hat, wie sie heute viel mehr mitredet, und wie wichtig Vertrauen, Kommunikation und gegenseitiger Respekt geworden sind. Gesa beschreibt auch, wie sie ihr Training zwischen Frankfurt, Dillenburg und ihren Trainingslagern organisiert.
Weil es eine wahre Mammutfolge geworden ist geht es auch noch ganz allgemein um die Sichtbarkeit der Leichtathletik und über neue Formate wie die Ultimate Championships. Das Trio spricht darüber wie viel Veränderung einer Sportart gut tut und was potentiell die DNA aushöhlt, darüber dass der Leichtathletik mehr Sichtbarkeit, sowie soziale Medien helfen und gute Übertragungen für die Zukunft wichtig bleiben.

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Ja leute aufregende tage und wochen nicht nur die welt dreht sich völlig überraschend ziemlich schnell weiter sondern auch die leichter tätig welt ist richtig in aufruhr, und wir haben natürlich heute mit gesa krause einen fantastischen gast wir haben uns sehr gefreut dass ihr uns zeit hat ihr werdet nachher noch hören warum das besonders ist, und wir haben mit ihr vor der Breaking News gesprochen, die wir heute bekommen haben.

Und darüber reden wir ausführlich, weil Philipp der Super-Experte ist für alle Leichtathletik-Weltmeisterschaftsorte der nächsten zwölf Jahre. Herzlich willkommen zum Bestzeit-Podcast. Ja, herzlich willkommen. Also das hatte ich in Sie erwartet. Das wäre, glaube ich, auch zu weit gegriffen. Aber natürlich haben wir mit Spannung.

Come on, come on. Wer kennt sich denn besser jetzt mit Nairobi und München aus? Ja, mit den nächsten, ja, ich wollte gerade sagen, mit den nächsten Jahren da vielleicht noch. Aber ich wollte gerade sagen, das waren jetzt die letzten, also darüber hinaus ist ja noch nichts vergeben. Das heißt, wir haben jetzt, lass mal kurz rechnen, 26, 27 ist Peking, 29 ist jetzt bekannt gegeben worden und dann 31.

Also, olympische Spiele sind irgendwie präsenter als die Leichtathletik-Austragungsorte, zumindest bei mir. Wenn du mich jetzt fragen würdest, wann war Eugene, dann müsste ich jetzt auch schon wieder rechnen. 22, kann ich dir helfen. Ich wollte gerade sagen, gefühlt noch gar nicht so lange her, aber irgendwie fühlt sich schon ganz weit weg an wieder.

Nee, ich freue mich natürlich, dass das jetzt bekannt gegeben wurde. Wir haben mit Gesa tatsächlich schon das Gespräch vor aufgezeichnet, denn die ist heute jetzt zu diesem Zeitpunkt, wo wir sprechen, hoffentlich schon mit ihrer Familie auf dem Weg in den Urlaub und wir sind sehr dankbar, dass sie sich die Zeit noch genommen hat für uns, kurz vor, Urlaubsbeginn, eigentlich so halb Off-Season irgendwie auch nicht, irgendwie viele Termine mit uns mal wieder zu sprechen.

Das kann, also kann ich euch jetzt schon sagen, wird sehr, sehr spannend, ganz vielschichtig und vielseitig, über was wir alles gesprochen haben. Aber wir haben natürlich auch mit ihr so ein bisschen einen Blick vorausgeworfen, logischerweise. Nicht nur, wie der eigene Karriereweg vielleicht weitergehen kann und was für Strecken der beinhaltet, sondern natürlich auch, was für sie noch potenzielle Highlights werden und große Ereignisse im eigenen Land. Ja, klar, das gehört natürlich dazu.

Ob das dann 29, 31 vielleicht der Fall sein kann, das wussten wir zu dem Zeitpunkt ja noch nicht und jetzt ist es ja, bekannt gegeben worden, kurz vor unserer Aufnahme hier, Ralf ich muss gestehen, ich wusste nicht, wer die Contender sind ich wusste natürlich, dass München, also den Hut in den Ring geworfen hat für 29 und 31 und es ist jetzt erstmal spektakulär, dass überhaupt einer der beiden Termine München ja dann auch zugesagt wurde Bis zum nächsten Mal.

Ich hatte aber nicht genau auf dem Schirm, wer alles sich darum beworben hat und ich sage ganz ehrlich, wie es ist, 29 Nairobi hatte ich jetzt wirklich so überhaupt gar nicht auf meinem Zettel stehen, also das wird auch, aber finde ich spannend. Also ich muss jetzt sagen, weil du gesagt hast, ich weiß ja bei den angekündigten oder vielleicht auch in den vergangenen Weltmeisterschaften bestimmt, wo die alle waren.

Ich muss jetzt gerade kurz mal in mich gehen, so eine gefühlte drei Sekunden, um zu sagen, ich glaube aber nie, ich lehne mich weit aus dem Fenster, es gab noch nie Weltmeisterschaften, also leichtsinnig Weltmeisterschaften auf dem afrikanischen Kontinent. Ich wüsste jetzt keine zumindest. Nein, tatsächlich nicht. Das ist ja auch tatsächlich die sportpolitische Dimension daran. Das ist halt da die Big News.

Es ist wahnsinnig clever von World Athletics und Sebastian Coe ist ja also schon ein Stratege, der ja, um das nochmal in den Rahmen zu setzen, der ist ja krass unterlegen bei der Wahl zum IOC-Präsidenten. Ja, und zwar Hardcore. Es hat sieben Stimmen für ihn gegeben und er hat letzte Woche gesagt, ja, die eine war von mir. Also es gab eigentlich nur sechs Stimmen für ihn, was halt wahnsinnig wenig ist, weil er sich selbst gewählt hatte.

Und jetzt vor der Vergabe der nächsten Olympischen Spiele schon das Zeichen zu setzen, dass die nächstgrößere Veranstaltung nach Olympischen Spielen, denn die Leichter-DGWM ist das, mit deutlich über 190 Teilnehmerländern, die dann zum ersten Mal in Afrika stattfinden zu lassen, ist natürlich ein wahnsinnig starkes politisches Signal.

Weil nicht vergessen, die IOC-Präsidentin Kirstie Coventry ist Afrikanerin. Und natürlich stand sie da immer oder steht sie immer noch ein bisschen unter Zugzwang, das halt auch dann einzulösen, durch eine so große Vergabe und da hat jetzt einfach die Leichterling mal wieder vorgezogen, die haben die, Preisgelder eingeführt bei Olympischen Spielen, die werden erweitert bei den nächsten Olympischen Spielen und jetzt machen die so einen Move, der und da musst du uns alle gleich nochmal mitnehmen Philipp, weil du das natürlich besser weißt als die allermeisten von uns.

Das eine ist ja, natürlich ist das ein Leichtathletik-Land. Ich glaube auch schon, dass das für Begeisterung sorgen kann in Kenia. Aber die müssen sich ja nicht einbilden, dass da eine Ticketstruktur möglich ist, wie bei den letzten Veranstaltungen. Dann ist das Stadion leer und das kann ja nicht der Ernst sein, dass man.

In einem Leichtathletik-Kernland Leichtathletik dann vor nicht vollen Tribünen austragen würde. Und anschließend dann München, Herz Europas, eine riesen Leichtathletik-Tradition, natürlich auch eine verschüttete Leichtathletik-Tradition, weil so lange hat ja jetzt in München nicht mehr viel stattfinden können, weil das Stadion entweder, nicht dauerhaft zur Verfügung stand oder wieder renoviert wurde und so.

Und ja, 2018 ist jetzt schon echt auch wieder ja acht Jahre her und in der Zeit hat jetzt nichts stattgefunden. Die Renovierung kommt jetzt, ganz sicher werden jetzt ja auch deutsche Meisterschaften vorher, also vor diesem Ereignis dann 2031, wieder im Olympiastadion stattfinden können in München. Was ja auch für die Leichtathletik an sich eine wahnsinnig coole Geschichte ist. Viele Athletinnen und Athleten werden ihre Karrieren jetzt daraufhin planen.

Ja, das wird sicher auch einen Sog erzeugen und, und, und. Da sind so viele Dinge, die da dranhängen. Das ist ein ganz fetter Move. Und ich glaube, man kann das jetzt noch gar nicht ermessen, was das für einen Drive halt auch bringt für so eine Sportart in dem Land, wo das stattfindet. Aber vielleicht erst mal zu 2029. Wir haben ja über viele Sachen auch mit Gesa nachher schon gesprochen. Könnt ihr euch echt drauf freuen.

Jetzt mal Nairobi. Ja, weil man denkt ja, okay, ist das schon eine große Stadt in Afrika. Aber ich habe überhaupt keine Vorstellung. Ich habe noch nicht mal eine optische Vorstellung. Skyscraper, ja, nein. Flughafen, I don't know. Straße, Menschen, keine Ahnung, Kriminalität, Wetter, Hitze. Ich habe so viele Fragen. Junge, du bist der Experte. Let's go.

Also ich würde mich jetzt nicht als Nairobi-Experte bezeichnen, aber natürlich war ich schon des Öfteren, in Kenia im Trainingslager und dann ist das ja auch klar, dass man über Nairobi einreist. Bei uns war es immer so, wir hatten natürlich, oder mein Vorteil war ja auch, dass ich mich an andere Leute wenden konnte, die da Erfahrung hatten, bevor ich das erste Mal dort hinkam.

Beispielsweise mein ehemaliger Leichterdig-Manager, der Rennmanager Christoph Kopp, dessen Freund, der Jean-Paul, der das Carry Review betreibt, also dieses Camp oder diese Anlage, wo ich ja auch immer dort im Trainingslager war, der ist Belgier. Da konnte man natürlich mit denen in Austausch gehen, hinsichtlich Reisemodalitäten etc.

Da war es immer relativ klar, dass sie gesagt haben. Du schaust dir nicht Nairobi an, weil du es gerade mal in Nairobi bist, sondern du fliegst hier her. Meistens bin ich dann über Frankfurt geflogen, also Frankfurt direkt vor Nairobi. Kommst du irgendwann abends an, 10, halb 11, 11 um die Zeit, je nachdem mit Immigration, wie schnell das geht. Also Immigration findet auch in einem, ich weiß nicht, ob es jetzt gebaut ist, aber damals war das immer noch so ein Zelt am Terminal angebaut.

Und es ist halt sehr, sehr anders, wie wir so Flughäfen hier und generell uns hier unsere Städte so vorstellen. Ja. Und dann haben wir immer übernachtet am Flughafen direkt in einem Hotel. Also wir haben dieses Flughafen-Areal, im weitesten Sinne, was ja auch dann so Security-mäßig sehr abgeschottet ist, nie verlassen.

Bis auf einmal. Einmal habe ich mir gedacht, Mensch, 200 Dollar für eine Nacht in so einer amerikanischen Kette. Ich weiß gar nicht mehr was. Das ist ein nettes Hotel, keine Frage. Aber ich penne ja da nur gefühlt sechs Stunden und dann fliege ich ja mit dem ersten Flieger meistens dann weiter nach Eldoret.

Da kann ich ja mal eine andere Unterkunft nehmen. und der hat mir Jean-Paul eine empfohlen und dann hat mich ein Taxifahrer da auch hingefahren, aber ja, sagen wir es mal so, es ist dann, also, es war jetzt auch nicht im Zentrum oder so und ich bin ja ins Taxi gestiegen und dann dort durch Betonsperren, Slalom durchgefahren und dann standen da auch irgendwelche Guards am Hoteleingang mit AK-47 und so.

Es ist schon, das Hotel war okay, es war very basic und sehr viel günstiger, aber es ist natürlich ein ganz anderer Vibe, glaube ich, wie man sich das sonst so vorstellt und deshalb, ja, bin ich sehr gespannt, es ist ja noch ein bisschen Zeit bis dahin, wie grundsätzlich dieses Sicherheitsthema bis dahin.

Sich vielleicht verändert, sage ich jetzt mal. Also es ist, glaube ich, jetzt nicht... Verändern musst du ja auch, ne? Natürlich, ne? Du wirst ja auch viele Gäste, ausländische Gäste dann im Land haben. Auch viele Gäste, logischerweise, die mitteleuropäische oder wie auch immer, die halt einfach eine helle Hautfarbe haben, wo du per se einfach mal rausstichst, das meine ich halt, wo du als Exotier auffällst.

Und da gab es auch Leute, die damals in der Botschaft gearbeitet haben, die eben auch uns gesagt haben, so, ja, ist jetzt nicht, also jetzt da groß in der Robi rumtingeln und so kann man einfach nicht empfehlen. Und bei Nacht gleich gar nicht. Also da gehen ja auch Locals jetzt nicht unbedingt raus, wenn du da jetzt vielleicht ein bisschen vermögenderen Background hast.

Von dem her bin ich ja sehr gespannt, wie die das bis dahin hinbekommen. Ich kann mir schon vorstellen, dass das mit sehr viel militärischer oder zumindest einfach bewaffneter Präsenz einhergeht. Ähnlich wie in, vielleicht in Rio, wo man ja auch sagen muss, da gab es auch ganz viele Sicherheitsbedenken vorhin und am Ende war ja Rio, die Olympischen Spiele super safe. Also ich habe gar nichts mitbekommen dort.

Nicht mal, dass da irgendwie Leute beklaut wurden oder so, aber natürlich hast du auch überall Soldaten mit Sturmgewehren rumstehen sehen. Ja, da gab es noch was anderes. In Rio ist ja sehr viel über organisierte Kriminalität im Hintergrund, in den VWL und so weiter. Es gab tatsächlich einen Deal mit den organisierten Kriminellen in Rio, dass man gesagt hat, Okay, Leute, wir lassen euch für eine bestimmte Zeit in Ruhe und ihr macht keine Überfälle auf ausländische Touristen oder Olympiateilnehmer in der Zeit.

Und es hat einen Schussvorfall gegeben und wirklich Kleinstkriminalität. Wir haben das deshalb ein bisschen genauer mitgekriegt, weil das ARD Olympiastudio, relativ nah an einer der größten Favelas in Rio dran war. Und da war halt der Talk, das war halt in einem Privathaus drin, das Olympiastudio. Und da redet man natürlich dann halt anders und die Menschen reden anders mit einem, als wenn man jetzt in einem, NBC ist, also in einem Broadcasting Center. Weil da sind halt ja im Wesentlichen ausländische Organisatoren, die das machen.

Aber da hast du halt Kontakt mit einem normalen Menschen. Und die haben gesagt, ja, das hat halt ein Deal gegeben, dass in der Zeit nichts passiert ist. Das war ja bei der Fußball-WM genauso, die ja nicht nur in Rio war, sondern ja auch in vielen anderen Städten. Also da wirst du in jeder europäischen Großstadt mehr beklaut und bedrängt als in der Zeit in Brasilien und in Rio. Aber da gab es halt eben diesen Deal.

Das kann ich überhaupt nicht beurteilen, wie die Struktur von potenziellen Gefahrensituationen Situationen in Kenia ist. Ich weiß nicht, du bist da ja tief drin in der Unterwelt in Kenia. Das muss ich auch gleich nochmal sagen, um hier keine Ängste zu schüren. Also wie gesagt, Nairobi habe ich viele Warnungen erhalten, dass man da jetzt nicht irgendwie sich so touristisch selbstständig machen soll, zu der Zeit, als ich damals da war.

Gleichwohl muss ich sagen, außerhalb von Nairobi habe ich mich immer ultrasicher gefühlt. Egal, ob das in Eldoret war oder im kenianischen Hochland. Da stichst du vielleicht noch ein bisschen mehr raus. In E10 vielleicht dann weniger, muss ich sagen, weil natürlich da dann auch viele, vor allem ja am Ende des Tages, vor allem Europäer, da ja auch ihr Trainingslager gemacht haben.

Also da gab es natürlich dann viele. Aber zum Beispiel in Eldoret, als ich damals ins Krankenhaus musste, weil ich ja dachte, ich habe mir meinen Fuß gebrochen. Naja, du steigst aus dem Auto aus, aus deinem Taxi. Da bist du natürlich in so einer, das ist ja dann trotzdem eine Großstadt, ich glaube die viertgrößte Stadt in Kenia.

Da stichst du dann schon raus. Also das ist ja klar. Da kriegst du auch mal ein Feeling. Naja, wie es einfach ist, wie gesagt, nicht feindliche Atmosphäre, aber einfach aufgrund des Äußeren, wo du rausstehst, fühlt man sich einfach ein bisschen als Exot sozusagen, du wirst halt einfach anders beäugt und beobachtet, weil wie gesagt, null, null, dass ich mich da irgendwie unwohl oder unsicher gefühlt hätte, aber ich bin gespannt, wie sie es in Nairobi hinbekommen, ich glaube, das Thema Verkehr wird auch eine sehr, sehr große Herausforderung, weil das muss natürlich auch irgendwo, ja, dann gewährleistet sein, dass...

Gut, aber das haben wir ja praktisch in jeder groß veranstaltenden Stadt. Also das ist ein Riesenthema in Los Angeles, das nicht gelöst ist. Da wollten sie ja autofree sein. Never ever. Das ist übermorgen schon. Das ist natürlich auch ein Problem in Tokio gewesen. Das ist auch ein Problem in Rio gewesen.

Bei Tokio würde ich jetzt sagen, ist es natürlich trotzdem, also die japanische Kultur an sich gilt ja als sehr organisiert, diszipliniert, strukturiert. Aber die Stadt ist halt ein Monster. Ja, das stimmt. Ich sag mal, so Verkehr in Kenia, hier drückt das euphemistisch aus, da wirkt überhaupt nichts strukturiert.

Das ist so Freestyle einfach. Ja, die werden da schon eine Lösung finden, mit Sicherheit. Und auch dieses Gesamtprozedere Organisation eines Großereignisses in diesen Dimensionen, wo es ja dann auch nicht zuletzt auch aufgrund von Fernsehübertragung um sehr präzise Einhaltung von gewissen. Zeitplänen, Mechanismen etc. geht. Also ich bin sehr gespannt mit all dem, wie ich den Lifestyle dort erlebt habe. Ja, auch dann eher im ländlichen Raum, aber wie gesagt, eines der Beispiele, was ich immer gerne bringe, ist so...

Du kannst mit dem Physio da einen Termin ausmachen in deiner Mittagspause zwischen den zwei Trainingseinheiten, aber kann auch sein, dass er statt um 12 einfach um 1 kommt, weil hat er nicht auf die Uhr geguckt oder ist gerade erst aufgestanden oder so. Das ist halt so Canyon-Time, das ist halt sehr plus minus so.

Also das erwarten jetzt die guten Menschen in Leverkusen auch nicht anders, wenn ich einen Termin habe. Ich muss halt ja auch mal die A3 überwinden. Das ist auch gar keine böse Absicht dann oder so, das ist halt so deren Way of Life, also auch irgendwie sehr viel Stress reduzierter wahrscheinlich als vieles, was bei uns so ist, aber es ist einfach alles sehr viel so Pi mal Daumen, komm ich heute nicht, komm ich morgen so.

Und irgendwie kommen sie dann schon, stehen dann da und sagen, ja, ich bin noch da jetzt. Aber ja, ich bin gespannt. Ich würde mich freuen, wenn das alles cool wird und klappt und wäre sogar echt eine Überlegung für mich, da hinzufliegen, ehrlich, muss ich fairerweise sagen, weil ich ja generell eine hohe Affinität zu Kenia habe und, Ja, ich habe noch nie eine WM im Stadion geguckt, aber ich fände das, glaube ich, in Nairobi irgendwie schon spannend, wenn man dann im Vorfeld ja auch ein bisschen so die, die hoffentlich dann auch die Sicherheit hat, dass das dann am Ende alles gut und sicher funktioniert.

Ein Aspekt, der noch mit reinspielt, den hast du vorher schon angesprochen, wo ich sehr gespannt bin, wie das gemacht wird, ist natürlich das Thema Publikum. Ich glaube, also klar, wissen wir alle, die kenianische Lauftradition ist natürlich extrem ausgeprägt. Ich glaube aber, dass es sogar eine sehr allgemeine Sportbegeisterung gibt, so würde ich es ausdrücken.

Und ich würde mir, also ich kann mir gut vorstellen, dass auch, wie gesagt, ein Voll-Event, Leichtathletik, Weltmeisterschaft per se gut ankommt. Das Hauptproblem wird am Ende die Frage sein, was kostet das? Kosten die Tickets überhaupt was oder wie auch immer, weil naja, Durchschnittseinkommen kann man ja alle mal googeln in Kenia, da jeder Ticketpreis ist erstmal teuer und ich rede jetzt nicht von den Preisen, die wir aus Eugene oder sowas kennen, das wäre komplett utopisch, dann hast du da gefühlt wahrscheinlich 500 Leute im Stadion hocken, aber naja, selbst wenn es 10 Euro ist, was ja super günstig wäre, aber 10 Euro ist halt auch jetzt nicht für alle irgendwie so, dass die das mal kurz ausgeben können, so für eine Vormittagssession oder so.

Deswegen bin ich gespannt, wie das gemacht wird, aber wichtig oder ich glaube sinnvoll, auch für die Akzeptanz dieser Veranstaltung wäre natürlich schon, dass man es auch den Leuten vor Ort zugänglich macht. Und dann nochmal Thema Höhe. Freddy Ruppert hat schon eben gepostet, Er kauft sich ein Höhenzelt, sollte man rechtzeitig mit anfangen.

Das ist jetzt nicht super, super hoch, aber es ist 1600 hoch. Ich glaube, die Läufer merken es auf jeden Fall. Ja, die Läufer merken es auf jeden Fall. Tendenziell ist es natürlich schon so, dass halt dann auch der Luftwiderstand schon kleiner ist. Das heißt, alles, was so Sprint ist, ist tendenziell schneller.

Weil du hast ja tatsächlich ab 1000 Meter schon keine besten listenfähigen Zeiten mehr. Also ab 1.000 Meter Höhe, nochmal für alle, da gibt es über 1.000 Meter, sind die Zeiten nicht bestenlistenfähig, weil dann einfach andere Bedingungen sind. Letzte große Leichtdienstveranstaltung mit Höhe war natürlich die Olympischen Spiele in Mexiko, weil das ist schon Ewigkeiten her.

Das ist ja schon eine 500.000 Euro Frage. Die letzte große Leichtathletikveranstaltung mit Höhenlage in Afrika. Das ist noch, das ist eine 750.000 Euro Frage, die es nicht gibt. Hast du eine Idee? Es gab doch diese Afrika-Championships in Nairobi vor ein paar Jahren. Also Afrika-Championships, klar, die gibt es natürlich immer wieder, aber das ist ja keine globale Veranstaltung. Ach so, globale.

Globale Veranstaltung war der Weltcup, den es damals noch gab, der Leichtathleten, also mit den Erdteilmannschaften und den besten Nationen der Welt, in Kapstadt, ne Quatsch, in Johannesburg, in Johannesburg, 1998. Boah, okay. Da hat Damian Kalabes die 3.000 Hinnernes gewonnen, also im Nachgang der Europameisterschaft in Budapest.

Und da sind 1800 Meter Höhe, in Johannesburg, das hatte ich auch nicht auf dem Schirm, als ich das erste Mal da war, dass es so hoch ist. Aber das ist dann ungefähr vergleichbar gewesen. Das war tatsächlich die einzige globale, richtig große Veranstaltung, die in Afrika so mal stattgefunden hat. Also deshalb ist das dann auch was Besonderes. Man denkt sonst vielleicht eher noch so ein bisschen in...

Ich hätte sonst gesagt, also ohne, wie gesagt, ich war gar nicht so im Game, außer dass natürlich München sich für 29 und 31 beworben hat, wer da so als Mitbewerber noch im Rennen ist. Ich hätte mir gedacht für, wenn du sagst so weißt du, das erste Mal großes Ereignis, globales großes Ereignis Leichtathletik in.

In Afrika, wäre natürlich Südafrika so obvious gewesen wie damals mit der Fußball-WM, weil es im weitesten Sinne halt noch ein bisschen ja, wie sagt man strukturiert insgesamt da irgendwie organisiert alles scheint, oder ich hätte sonst auch an sowas gedacht wie Marokko, mit Rabatt oder sowas die haben ja dann auch diese Diamond League und Es ist ja da, glaube ich, auch sehr, natürlich, klar, autokratisch, glaube ich, auch regiert.

Es gibt ja noch einen König und sowas. Aber das ist ja oft auch das, wo ja der Trend hingeht. Nicht, dass ich das grundsätzlich gut heiße, aber wo ja internationale Großeignisse hinvergeben werden, weil man sich ja natürlich darauf verlassen kann, dass dann das im Sinne der Ausrichter funktioniert. Das ist jetzt ja nicht neu.

Wir können da auch Beispiel Russland mit Sochi nehmen. Wir können generell China nehmen. Oder also wo du dann natürlich auch vielleicht ein bisschen weniger mit Widerstand aus der Bevölkerung rechnen musst, die ja, das ist ja durchaus vollkommen legitim, wenn jemand ein Großseignis auch nicht gut findet und am besten finde ich sogar, aber wenn natürlich dann durch Argumente eine Bevölkerung überzeugt wird, dass es vielleicht doch.

Es wert ist, sowas sich zuzumuten und auch auszurichten so wie es jetzt eben in München auch ist. Also diese Diskussion gab es natürlich in München auch, weil da geht natürlich jetzt öffentliches Geld rein und gar nicht ohne. Klar, aber der generelle Rückhalt der Bevölkerung war ja da relativ hoch, muss man ja sagen.

Anders als in Hamburg leider, wo ja mit der Olympia-Bewerbung, jetzt wollen wir es nicht vermischen, WM und Olympia, aber trotzdem, wo in Hamburg ja zum wiederholten Male per Bürgerentscheid ja dagegen votiert wurde. Also da wird es ja in München noch was ganz anderes super cooles geben, nämlich kostenfreie Duschen in der Olympia-Schwimmhalle.

Okay, das habe ich noch gar nicht gehört. Achso, ich habe jetzt das Event verwechselt. Das wird es tatsächlich geben beim Marathon München am 11. Oktober. Das ist ja auch noch unser Thema. Also München ja zweierlei in der Diskussion. Also die Leichter der WM ist das eine. Aber tatsächlich gibt es beim Marathon München im Oktober die Möglichkeit, in der Olympia-Schwimmhalle zu duschen.

Und das ist ja auch ein sehr geschichtsträchtiges Gebäude, das Ganze. Also schon eine coole Nummer, die sie da aufgezogen haben. Eine Menge coole Sachen. Ihr habt das ja schon mitbekommen. Ihr werdet uns da auch treffen. Wenn es ganz doof läuft, werdet ihr mich auch überholen. Das ist wahrscheinlich. Philipp überholen, das ist unwahrscheinlich.

Ich möchte euch nicht mehr antreten, aber möglich und unwahrscheinlich. Und wenn ihr Bock habt, ihr könnt euch noch anmelden. Schaut auf die Seite. Es gibt da noch ein paar Optionen. Wir Staffel. Wenn ihr Bock habt, gegen uns anzutreten. Challenge accepted. Ich lege mich gerade aus dem Fenster, Hilfe.

Ja, also es gibt jetzt schon auf jeden Fall einen Teilnehmerrekord und wird ein wahres Lauf-Festival werden hier der Marathon München. Über 30.000 Teilnehmende gibt es nämlich schon, Halbmarathon und 10 Kilometer, die sind schon ausverkauft, aber Ralf hat schon gesagt, Marathon-Staffel, da gibt es noch Restplätze und für den Marathon könnt ihr euch auch noch anmelden.

Alle Informationen zur Veranstaltung und natürlich auch die Anmeldung gibt es unter www.marathonmünchen.org oder indem ihr einfach bei uns in die Show Notes reinschaut. So, jetzt nochmal die Frage, wie kriegen wir das jetzt hin? Mit Kriminalität, mit Verkehr, mit Tickets und so weiter. Weil jetzt müssen wir ja nicht so tun, als wäre das in Deutschland nicht ein Thema. Heute kam die Bilanz. 2,8 Milliarden Euro Schaden jedes Jahr durch Clan, Mafia und organisiertes Verbrechen.

Name it. München-Verkehr, auch ein Riesenthema logischerweise. Ja, öffentlicher Verkehr über die Staulage, liebe Münchner, da hören wir ja nur Legenden, aber das soll auch nicht so cool sein. Also da sind schon noch ein paar Themen, die noch bearbeitet werden müssen, logischerweise, aber unterm Strich ist das natürlich schon echt eine geile Geschichte, auch wenn das ja noch fünf Jahre sind.

Ja, also für München freue ich mich aber trotzdem echt sehr, weil, wie gesagt, haben wir ja schon öfters darüber gesprochen, auch mit Alex Burkhardt, ich habe als Zuschauer Wie gesagt, ich war nicht als Teilnehmer dabei, aber als Zuschauer habe ich diese European. Games, beziehungsweise auch die Europameisterschaften der Leichtathletik 2022, wirklich wahnsinnig genossen und ich empfand das als super gelungen, super stimmungsvoll, und habe mir da schon gedacht, Mensch, das wäre doch cool, wenn man da auch sogar vielleicht noch was Größeres machen kann.

Dass jetzt zumindest schon mal die WM, Leichtathletik WM 2031 wird, freut mich sehr und kann ja dann. Bestenfalls, so wünsche ich es mir natürlich, auch eine coole Möglichkeit sein, ja, Vorfreude schaffen auf potenziell olympische Spiele. Wann dann auch immer, 36, was war es, 40 oder 44 gibt es in der Wahlsoption.

Finde ich cool. Finde ich einfach cool. Und bevor wir jetzt zu Gesa kommen, und es wird wirklich schick, das kann ich euch sagen, schon mal der kleine Hinweis. Nächste Woche befassen wir uns dann noch mit der Olympia-Bewerbung rund um Berlin, bevor dann am letzten Septemberwochenende, am Wochenende des Berlin-Marathons, die Entscheidung fällt, wer sich aus Deutschland um die Olympischen Spiele bewerben soll.

Aber das ist dann nächste Woche und dann sagen wir jetzt erstmal sensationell, dass es geklappt hat und wir freuen uns sehr und wir hoffen auch, dass es euch sehr gefällt. Gesa Krause bei uns, mal wieder im Podcast. Ja, und da haben wir es geschafft, uns noch zu treffen, einmal mehr mit Gesa Krause, und zwar kurz vor dem Urlaubsstart.

Wir hatten in den letzten Wochen häufiger mal miteinander gesprochen, weil natürlich Ralf und ich sehr, sehr, sehr interessiert natürlich logischerweise deinen Werdegang in der Vergangenheit verfolgt haben. Die Saison noch mal mehr, glaube ich, und da geht es wahrscheinlich vielen leichterledigen Fans zu.

Insofern sind wir schon mal super happy, dass du dir heute für uns Zeit nimmst. Du bist nämlich auf dem Sprung in den Urlaub, hast nach deiner Saison zumindest, aber das kannst du auch gerne selber noch schildern, auch einiges an Events noch mitgenommen, roter Teppich inklusive die letzte Zeit, das, nennt man dann wahrscheinlich Ereignismaximierung und jetzt hoffentlich auch ein bisschen entspannte Zeit mal noch für Urlaub mit der Family. Wie geht's dir, Gisa?

Ja, hallo erstmal, vielen Dank, ich freue mich, dass es klappt und ja, ich bin dieses Jahr die Off-Season mal ein bisschen anders angegangen, weil normalerweise. War ich immer diejenige, die quasi gefühlt als erstes weg war und quasi letzter Wettkampf und dann irgendwie let's go in den Urlaub und ich weiß gar nicht genau, wieso Aber wir hatten uns dann irgendwann dazu entschieden, dass ich quasi erst mal ein bisschen zu Hause bin, weil das Ganze ja irgendwie so turbulent war.

Und deswegen ist der Urlaub so ein bisschen nach hinten gerückt, was jetzt eigentlich auch ganz gut war, dass man, ich sage mal, dieses Tief, was man nach einer Saison dann irgendwie auch zwangsläufig erlebt, dann quasi nicht im Urlaub hat. Und ja, auch, dass, sage ich mal, alle Aufgaben, die irgendwie liegen geblieben sind, dann jetzt erst mal erledigt werden konnten.

Das ist schon mal ganz spannend, dass du das sagst, weil so als ein gemeiner Zuschauer denkt man ja, die Gesa, die hatte doch eine sensationelle Saison, ein überragender Sommertitel. Wird von einer Party zur nächsten getragen, 97 Einladungen und du sagst genau das, was ja dann eintritt, dass dann dieser Blues kommt.

Er erklärt das nochmal, weil Philipp, du kennst das ja auch logischerweise. Also ich finde, man vergisst das jedes Jahr wieder, weil man sich irgendwie ja natürlich nicht mit diesen negativen Seiten von so einer belassenen Saison beschäftigt, sondern zwangsläufig nur mit den positiven. Und manchmal fällt es mir sogar schwer, darüber zu reden, weil die Leute eigentlich von einem erwarten, dass nach so einem Jahr man eigentlich nur noch strahlend durch die Gegend läuft.

Aber man verdrängt es, glaube ich, auch. Aber es ist schon so, dass ja, einfach irgendwann dann man dieses Gefühl erst mal merkt, wie erschöpft man eigentlich ist von so einem Jahr Vorbereitung, von so einem Jahr präsent zu sein, den ganzen Wettkämpfen. Und ich habe es dieses Jahr auch wieder gemerkt. Ich finde, es ist weniger geworden, seitdem ich Mama bin, weil man ja zwangsläufig in diese Mutterrolle dann wieder schlüpft und dann auch irgendwie abgelenkt ist und einfach irgendwie auch weiter funktionieren muss.

Aber ich hatte wirklich so ein paar Tage da, ich war so durch, ich hatte keine Lust zu nichts und ich habe mich auch darüber geärgert, dass ich nicht mit einem breiten Grinsen durch die Gegend laufe, weil ich würde mal sagen, bis auf einen Wettkampf, der bescheiden gelaufen ist, war meine Saison eigentlich bilderbuchartig und perfekt.

Aber es bleibt eben nicht aus, dass so eine Anstrengung, die das mit sich bringt, auch die Spuren hinterlässt und dass man dann eben schon auch mal einfach leer ist. Also ich würde sagen, der Akku war einfach leer und es ist nicht nur der körperliche Akku, also so diese physische Performance, die irgendwie zerrt, sondern einfach vor allem auch dieses Mentale und damit habe ich eigentlich, glaube ich, mein Leben lang immer mehr zu kämpfen gehabt.

Da muss man ja vielleicht dazu sagen, also man spricht normalerweise nicht aktiv, sag ich jetzt mal, öffentlich über das Alter von Frauen, trotzdem müssen wir das jetzt kurz mal aufgreifen, weil, Gesa, du bist jetzt im August 33 geworden und wenn mich… 34, Philipp, 34. Oh shit, das sind 26, sorry, das sind ja sogar 34, habe ich dir das sogar noch jünger gemacht.

Das heißt für mich, wenn ich mich recht erinnere, es gibt ein Zitat von dir, auch bei deinem Ausrüste auf der Website, dass du mit 16 ja beschlossen hast, sozusagen diesen leistungssportlichen Pfad ja wirklich... Eigentlich ohne Kompromisse so zu gehen, das heißt, mehr als die Hälfte deines Lebens kennst du nur diesen Hochleistungssport, der deinen Alltag und dein ganzes Leben dominiert, und ich glaube schon, dass es ja Leute geben könnte, da würde ich mich sogar gar nicht mal frei machen, also um Gottes Willen, ich war nie lang nie so erfolgreich und auch nicht so lange in der Karriere, aber ich habe schon irgendwann so eine gewisse Müdigkeit gemerkt, bei dir hat man den Eindruck, das gibt es gar nicht, weil du hast ja wirklich geschafft, über Jahre so,

und das haben wir sogar, ich weiß gar nicht, Ralf, ich glaube nach Birmingham in der Folge auch nochmal drüber gesprochen, so unfassbar konstant zu sein, auf einem absoluten Top-Niveau, gleichzeitig auch dich ständiger weiterentwickelt. Und damit meine ich auch zum Beispiel letztes Jahr bewusst gesagt, ey, es ist für mich eine Entscheidung, ich möchte im Herbst oder im Winter mal versuchen, den ersten Marathon zu laufen, mit bekanntem Ausgang.

Trotzdem hast du das ja als Gesamtentwicklungsprojekt, sag ich jetzt mal, auch für dich so gesehen. Du hast das Ziel LA 28, das wären, glaube ich, deine. Fünften Olympischen Spiele. Kenne ich jetzt auch, muss ich sagen, jetzt nicht so viele Athletinnen oder Athleten, die, also wir reden jetzt nicht von Reiten oder so, nichts gegen Reiter, sorry.

Aber ich meine jetzt Leute, die so wirklich körperlich aktiv Sport betreiben, sage ich jetzt mal. Also das ist ja schon irgendwie outstanding. Irgendwie scheinst du nicht müde zu werden und bewahrst dir diesen Erfolgshunger. Und, und das finde ich ist auch nochmal ein ganz wichtiger Aspekt, den man hier nochmal hervorheben muss, Du bist Mama, du hast es gerade selber gesagt, also du hast nicht nur eine Tochter bekommen und bist in dieser Mutterrolle drin, sondern du hast für dich aber auch aktiv entschieden, ich will trotzdem zurück in diesen Leistungssport und das macht das Leben, glaube ich, im Allgemeinen jetzt nicht unbedingt nur einfacher.

Wie machst du das, also über so eine lange Zeit, also mehr als die Hälfte deines gelebten Lebens? Also generell habe ich mir, glaube ich, darüber auch die letzten Tage und Wochen irgendwie Gedanken gemacht, oder also die letzten zwei Wochen, die ich jetzt schon auf Season habe, weil, wie gesagt, man vergisst es, dass nach der Saison so eine Art...

Saison-Pausen-Blues oder wie man auch immer das nennen möchte, kommt und dass man einfach auch mal so, ja, nicht dieses Glücksgefühl, was, sage ich mal, diese Euphorie des Wettkampfs an sich irgendwie mitbringt, sondern dass man auch einfach mal fertig und leer ist und das sind die Phasen, die ja eigentlich keiner mitbekommt.

Und ich glaube nicht, dass ich die einzige Athletin oder der Athlet bin, der damit zu kämpfen hat, sondern das ist schon ein weit verbreitetes Phänomen, wo auch, würde ich sagen, viele darunter leiden und warum auch viele dann irgendwann sagen, ich kann und will das nicht mehr. Weil man hat halt über Monate lang so einen Fokus auf ein Ziel und das ist plötzlich einfach weg.

Und wenn es gut ausgeht, ist natürlich total toll. Also ich meine, ich bin auch mit einem riesigen Grinsen auf dem Gesicht durch Birmingham gelaufen und die Woche danach. Aber man wird auch sehr schnell, wenn ich jetzt an mein Rennen in Lausanne erinnere, was viele vielleicht auch gar nicht mitbekommen haben, dann aber wieder in die Realität zurückgebracht. Man schwimmt halt nicht immer nur oben auf der Welle.

Man hat dann eben auch Tage, wo man Mensch ist und es nicht so funktioniert. Und ich glaube, ganz wichtig ist, dass man sich damit auch bewusst auseinandersetzt, dass sowas dazu gehört, dass man ein Umfeld hat oder einen Mental Coach oder irgendwen. Trainerumfeld, mit dem man mal darüber sprechen kann, wie man sich fühlt.

Dass diese Gefühle auch ihre Relevanz haben und dass man halt auch lernt, mal abzuschalten. Und das ist, glaube ich, ein riesiger, schwieriger Aspekt, wo ich auch mir viele Jahre schwer getan habe, weil man hat so diesen An-Aus-Knopf. Ich bin Athlet und dann Saisonpause und dann war für mich, okay, zwei Wochen Saisonpause.

Man kann in diesen zwei Wochen gar nicht so richtig mental runterfahren, weil man dann denkt, jetzt verliere ich was und dann geht es wieder weiter. Und ein neues Jahr, ein neues Ziel. Und bei mir ist es, ich würde mal sagen, seit ein paar Jahren schon so. Dass es mir leichter fällt, ich sag mal, auch bewusst durchzuatmen und dann mit Zeit neue Ziele zu definieren.

Weil früher war das so, okay, ich bin Europameisterin geworden, nächstes Jahr ist eine WM, nächstes Jahr möchte ich das und das schaffen. Und das heißt nicht, dass ich keine Ziele für nächstes Jahr habe, aber es reicht auch, wenn die jetzt in den nächsten drei, vier, fünf Wochen wachsen in mir. Und wenn ich dann wieder anfange, nach ein paar Wochen so in den Flow zurückkomme und dann irgendwann wirkt das Ziel auch wieder greifbarer.

Jetzt gerade ist für mich eine Weltmeisterschaft in Peking im nächsten Jahr im September einfach so ultra weit weg, dass ich da gerade noch gar nicht dran denken möchte. Und das heißt nicht, dass ich nicht dabei sein möchte, nicht erfolgreich sein möchte und so weiter. Und ja, generell glaube ich, ist es einfach ein total unterschätztes Thema, dass, ja, ich sage mal so, dieses Leersein, dieser Akku ist leer, das wird immer nur auf das Körperliche bezogen.

Und ich habe irgendwie nach einer Woche gemerkt, mein Körper ist eigentlich wieder fit, aber mein Kopf, der hat einfach noch nicht die Energie, sich wieder auf neue Ziele zu fokussieren. Und ich bin froh, dass ich damit ein bisschen besser umgehe. Das ändert nichts daran, dass ich mich genauso leer fühle wie vielleicht früher, aber dass ich mich selbst nicht so unter Druck setze und sage, ich nehme mir einfach die Zeit.

Und ich hatte aber auch durchaus Jahre, wo mir das schwerer gefallen ist, wo ich nicht so einfach das wegstecken konnte und wo sich das schon auch sehr durchgezogen hat. Es hat ja unterschiedliche Verarbeitungen der Europameisterschaften gegeben. Also gestern habe ich nochmal darüber nachgedacht. Florian Brem hat ja da sehr überraschend ein grandioses Rennen gemacht, eine Medaille gewonnen, die er vielleicht erträumt hatte, aber sicher nicht so auf den Zettel geschrieben hatte, sondern eher so in seinem Kopf drin hatte.

Der hat dann gleich den Stecker gezogen und hat gesagt, okay, mehr geht nicht. So ein bisschen habe ich das Gefühl gehabt, dem war es auch klar, dass jedes Rennen danach so ein Abfall gewesen wäre, ja auch von der mentalen Befassung, dass er das nicht geschafft hat. Flo ist noch nicht so lange in diesem High-End-Business drin, hat aber, glaube ich, für sich da ja eine kluge Entscheidung getroffen offensichtlich, weil er gleich gesagt hat, wow, ich fahre jetzt mit Family und mit meiner Freundin usw.

Weil das ja alles anstehen musste. Das muss ja dann alles warten in der ganzen Vorbereitung vorher. Und vielleicht noch mehr bei jemandem, der noch nicht so lange in der Weltklasse drin ist und noch nicht so lange dieses Erregungspotenzial hat und damit umgehen kann. Und ich habe auch jetzt am Wochenende bei den Ultimate Championships in Budapest gedacht, okay, viele von den Europäern haben sich echt schwer getan.

Weil du merkst dann, die Leute brauchen einfach ein paar Wochen, um wieder so ein Erregungslevel zu erreichen, um eine Befassung zu haben im Kopf, nicht nur eine körperliche, auch eine mentale Frische zu haben. Und dann braucht man, glaube ich, ja nochmal so einen kleinen Mini-Aufbau, dass man sich nochmal runterfährt kurz und dann erst wieder reingeht.

Aber die Angebote, wenn man Europameisterin geworden ist, die sind ja auch da. Du hättest ja wahrscheinlich noch drei oder fünf andere Rennen machen können und jetzt noch weiterlaufen können. Plus. Interviews, Medientermine, Sponsorentermine, da waren ja auch ein paar schöne Sachen dabei, wie ich gesehen habe, die auch dann mal Spaß machen, wenn man mal was anderes anziehen kann als Sportlamotten und Turnschuhe.

Das muss man ja auch alles handeln für sich. Was hast du für dich rausgesucht dieses Jahr? Ja, also ich würde dir erstmal voll und ganz zustimmen zu der Thematik mit Flo. Und ich habe da auch drüber nachgedacht, wäre es nicht besser gewesen, dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Also das ist ja immer, man soll eine Party dann verlassen, wenn es am schönsten ist.

Oder wie gesagt, die Karriere beenden on a high note. Bei vielen, die hören da mit Olympia auf und dann sagen sie, warum jetzt? Jetzt ist doch die Zeit eines Lebens. Aber ja, also es hat mehrere Gründe. Also einerseits, wenn eine EM oder auch eine Weltmeisterschaft im August ist und man halt eigentlich die Saison noch weiterführen kann, dann ist man ja eben bei dieser Europameisterschaft auf dem Peak seiner Performance im besten Fall.

Und dann sagt man halt sich selbst auch oft, okay, diese Form möchte ich jetzt eigentlich auch noch nutzen, um irgendwie gute Rennen zu absolvieren. So, das ist halt ein Hauptgrund. Im Nachhinein muss ich auch sagen, also letztes Jahr Tokio war schon schön, dass da einfach Schluss war oder eben auch, ich habe ganz tolle Erinnerungen an Doha, wo eben auch Anfang Oktober die WM erst war.

Und wenn man dann einfach fertig ist und mit diesem Gefühl in die Saisonpause geht, da habe ich schon sehr positive Erinnerungen auch dran. Ändert nichts dran, dass dann vielleicht erst nach dem Urlaub dieses Tief kommt, wenn man im Anschluss fährt, dass man dann sich erstmal damit auseinandersetzt und vielleicht auch, gerade wenn der Aufbau schon wieder losgeht, dass man dann eigentlich denkt, so richtig ready bin ich noch nicht.

In meinem Fall war es einfach so, ich hatte schon das Ziel, meine Bestzeit dieses Jahr noch anzugreifen. Und ich habe mich so gut bei den Deutschen Meisterschaften gefühlt. Ich habe mich so gut bei der EM gefühlt, dass mein Wunsch, ich sage mal noch mal richtig schnell zu rennen, einfach da war. Und auch der Glaube daran, dass das geht. Und in Lausanne hatte ich, wie gesagt, eine Blockierung im ISG.

Und das hat sich dann so ein bisschen festgefahren. Und gleichzeitig kommt natürlich so ein bisschen dieser Blues schon, wo man halt diese absolute Euphorie und diese absolute Motivation, die ich für die EM hatte, war im Nachhinein dann eben auch nicht mehr so da, was halt ganz normal ist. Aber es hat eben mit diesem Rennen dann so nicht ganz hingehauen.

Und gleichzeitig, wie du auch schon angesprochen hast, geht es eben auch darum, dass man natürlich dann endlich mal mit dem Sport auch ein bisschen Geld verdienen kann. Also es ist auch, man muss der Tatsache ja auch mal ins Auge schauen. Also für einen EM-Titel an sich gibt es jetzt partout erstmal nichts.

Bei den Ultimate Championships waren ja auch ganz andere Preisgelder ausgeschrieben. Und dann ist es eben so, dass die Wettkämpfe, die dann eben danach kommen, ich sage mal noch ein bisschen was auf das eigene Konto einspielen. Plus auch so Wettkämpfe wie das Eastdorf oder auch das Flutlichtmeeting in Trier am Ende.

Das sind natürlich nochmal Rennen vor deutschem Publikum, wo ich halt auch sage, okay, jetzt kann ich eben mal vor den Menschen laufen, die mich das Jahr über unterstützen, was zurückgeben, das Ganze nochmal so auf so einer nationalen Bühne feiern. Und das war für mich schon eben auch ein Grund, dass ich da eben auch laufen wollte und auch gut laufen wollte.

Und das ist dann so, wo die Leidenschaftssport so ein bisschen in das Business auch mit übergeht. Also man hat eben Verpflichtungen, man hat eben auch eine gewisse Verantwortung, die das mit sich bringt und wo man dann halt abwägen muss. Und ich selbst habe auch schon eine Saison zeitiger abgebrochen, weil es nicht mehr ging, weil ich auch gemerkt habe, die Luft ist raus, ich kann nicht mehr.

Aber ich bin auch stolz, dass selbst wenn es jetzt schwierig war, ich diese Saison auch vernünftig zu Ende bringen konnte. Ich glaube, dieses kleine emotionale Tief wäre so oder so irgendwann mal gekommen, weil ich habe ja auch letztes Jahr gefühlt kaum Pause gemacht und eigentlich durchtrainiert und ich merke jetzt einfach, es reicht.

Und wenn ich das Ganze noch ein, zwei, drei Jahre weitermachen möchte auf einem hohen Niveau, dann brauche ich eben auch diese innere Motivation wieder dafür und auch dieses Gefühl, frei zu sein und mich wieder komplett darauf einlassen zu müssen. Und deswegen habe ich jetzt auch das erste Mal seit langem gesagt, meine Saisonpause, meine Off-Season wird ein bisschen länger.

Und wir konnten eben als Familie auch erst ein bisschen später in Urlaub fahren. Und das wird mit sich bringen, dass ich sicherlich auch ein bisschen Sport treiben werde. Das mache ich mittlerweile auch. Aber eben nicht mit diesem Zwang und diesem Druck, zwei, dreimal am Tag trainieren zu müssen und eine gewisse Anzahl an Kilometern zurückzulegen, sondern einfach fit zu bleiben.

Und weil ich aber auch nicht nur zu Hause rumsitzen wollte, jetzt die ersten zwei Wochen, habe ich mir halt kleine andere Aufgaben gesucht. Und manche sind schöner, manche sind weniger schön. Also es gab viele Kisten und ein ganzes Zimmer, wo alles nur reingestockt wurde bei uns zu Hause, die einfach mal sortiert werden mussten.

So diese bekannte Schublade, wo alles einfach reingeworfen wird, das ist bei uns ein ganzer Raum gewesen, in den man jetzt wieder reingehen kann. Das war eben ein Event in Berlin, wo ich gesagt habe, okay, heute habe ich einfach mal die Möglichkeit, ein Abendkleid anzuziehen und mal in diese andere Rolle zu schlüpfen, die ja nur einen kleinen Teil von unserem Sportler-Dasein einnimmt und eben auch, ich sag mal, die Freunde, die ich lange nicht getroffen habe, mit denen mal was zu machen.

Und gleichzeitig eben aber auch mal bewusst wahrzunehmen, dass man gerade nach diesem Hoch jetzt eben auch mal so einen Moment der Leere verspürt und, dem eben auch Raum zu geben, das vielleicht mal auszusprechen, aber mal eben ohne diesen Zeitdruck durchs Leben zu gehen, den ich ja oft habe. Und ja, auch für meine Tochter ein bisschen noch bewusster da zu sein, einfach auch, ja, ich war mit der im Freizeittag und dann einfach mal wirklich das nicht zu wissen, ich muss nach Hause kommen und danach nochmal trainieren, sondern der Tag war für sie, ihr gewidmet und es dauert dann so lange, wie es dauert.

Und das finde ich auch gerade ein sehr angenehmes Gefühl, dass man das Laufen mal hinten anstellen darf und dass das quasi nicht die oberste Prio in meiner Tagesplanung hat. Ja, das Spannende daran war ja auch, weil das manchmal ja so ein bisschen untergegangen ist in Birmingham nicht, weil die Distanz ja kurz war und nicht nur, deine Eltern, die ja sehr viel mit dir unterwegs sind in der Welt, was ja auch ganz schön ist, sondern ja alle dabei waren.

Und dann kann man halt einfach auch mal in Deutschland mal ein Pärchenabend machen und einfach mal sagen, so jetzt gehen wir einfach mal aus. Das hat ja auch mal was, weil das fällt ja auch in der Saison oft weg einfach. Ist ja klar. Die Zeit nimmt man sich auch selten, glaube ich, als Eltern, dass man sagt, man macht mal was ganz alleine. Und ich habe dann eben einen Abend bei meiner Mama gefragt, ob Loda mal bei ihr übernachten darf.

Und dann waren wir einfach mal essen und es tat auch gut. Also einfach mal rausgehen und ja, dann so auch mal zu Hause, Zeit mit den Freunden zu verbringen. Mal, wie gesagt, all die Dinge, die man sonst hinten anstellt, für die man oft keine Zeit hat, mal irgendwie denen ein bisschen Zeit und Raum zu geben, das tat auch gut.

Aber unabhängig davon ist die Vorfreude auf den Urlaub, auf dieses Mal rauskommen, auf nochmal ein bisschen mehr Sonnenschein. Ich bin einfach so ein Sommermensch. Also da freue ich mich schon wirklich sehr drauf, weil man den Sommer in Deutschland ja doch immer so ein bisschen verpasst, leider. Also ich habe das Gefühl nicht mehr so sehr wie früher.

Ich weiß nicht, im Marathon ist es wahrscheinlich auch ein bisschen anders, weil man ja vielleicht auch die Marathon so legen kann, Dass man im Sommer, wenn man dann irgendwie im Mai, Juni gelaufen ist, vielleicht auch mal ein bisschen da, dann mal zwei Wochen Zeit hat oder so. Aber bei mir ist ja Juni, Juli immer komplett mit Training voll und ja, dass ich dann gar nicht die Möglichkeit habe, mal irgendwie für ein paar Tage zu entfliehen oder das eben auch so zu genießen und wahrzunehmen wie der Rest der deutschen Bevölkerung.

Ja, total. Also das vergisst man dann ganz gerne, wenn man dann vielleicht schon mal irgendwie mehr Richtung Straße gewechselt ist. Klar ist da dann auch so, je nachdem, welchen Marathon man sich aussucht. Ja gut, wenn man in Berlin läuft, dann ist der Sommer auch vorbei. Genau. Also da ist es halt auch so, dass man irgendwie tatsächlich meistens sehr, sehr früh auch schon aufsteht, um eine Einheit zu machen, die ja nicht irgendwie bei 30 Grad stattfindet.

Aber nichtsdestotrotz, wenn es natürlich was Späteres ist, Ende Oktober, Anfang November oder Dezember mit Valencia etc., da kann man sich das natürlich ein bisschen freier vielleicht legen in der Leichtathletik oder im Stadion. In der Stadionleichtathletik ist man halt an den Zeitplan gebunden. Klar, okay, wenn du international auch bei einem, wie soll ich sagen, Meisterschaftshighlight teilnehmen möchtest, dann musst du das auch machen.

Aber ansonsten kann man sich das natürlich ein bisschen freier auswählen. Ich glaube, wir haben das letzte Mal gesprochen bei uns im Podcast mit dir. Das war kurz vor Valencia. War das nicht irgendwie Ende Oktober letzten Jahres? Ich meine so um den Dreh rum. Das kann gut sein, ja. Da war das ja, hast du selber auch schon angesprochen, so der Punkt, du hast eine Saison gemacht. Du bist eigentlich more or less direkt in die Marathonvorbereitung gestartet.

Wir wissen, dass Valencia dann nicht so gelaufen ist für dich, wie du dir das erhofft und gewünscht hast. Was wäre gewesen, also erstmal in Frage 1, ne genau, das war ja erstmal, da waren ja sicherlich Hintergedanken dabei, also mit diesem Versuch auch, nicht nur aus trainingsmethodischer Sicht, sondern bestimmt auch, klar, man hat gesagt, man läuft mal einen Marathon, dann guckt mal was ist.

Was wäre gewesen, du wärst den Marathon in Valencia so gelaufen, wie ihr euch das erhofft hättet? Und Frage Nummer zwei, weil das ist, glaube ich, auch interessant für viele Leute, die schon lange Leichtedig-Fans sind. Ich glaube, wenn man so, es ist inzwischen sehr viel im Umbruch. Auch zum Beispiel gibt es auch genügend Beispiele von Leuten, die schaffen, verschiedene Welten miteinander zu verbinden. Also Track und Marathon gab es früher auch ein paar Leute, die das relativ okay konnten.

Hier, Daniele Miucci, habe ich auch noch gesehen, ist immer noch aktiv, der Kollege von früher. Der war in Birmingham, habe ich an der Strecke gesehen, als ich da sonntags da war. Der ist auch noch älter als ich, glaube ich. Aber der hat damals auch schon geschafft, in Zürich, meine ich, EM, sehr, sehr gut zum Beispiel Bahnlaufen mit Marathonlaufen zu verbinden. Bei der gleichen Meisterschaft, wohlgemerkt. Ich glaube, er war Marathon-Europameister und 4.

Oder 5. über die 10.000 zuvor. Es gibt Leute, die verbinden inzwischen sehr gut diese Trail- und Berglaufwelt mit Marathon. Trotzdem, was es nicht so häufig gibt, ist Leute, die sagen, ich mache mal einen Abstecher zum Marathon. Hat jetzt aus welchen Gründen auch immer nicht so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat. Ich komme zurück auf die Bahn.

Ich werde dann 3000 Meter Hindernisseuropameisterin zum dritten Mal und ich laufe auch noch PBs auf 1500 Meter. Also ich kenne jetzt nicht so viele Leute, die dann noch 15 Meter PBs laufen. Mit 34 Jahren. Das möchte ich trotzdem auch nochmal dazu sagen. Also ich meine, wenn ich mit 34 noch geschafft hätte, 340 zu laufen oder so, ich hätte es auf jeden Fall genommen.

Aber genau, deswegen, was war so ein bisschen der Plan mit Marathon? Hättet ihr gesagt, ihr lauft Birmingham dann Marathon oder war das trotzdem als so Inselprojekt erst mal gedacht für Perspektive in der Zukunft? Olympische Spiele 2032 oder whatever, ich weiß es nicht genau. Und wie schafft ihr es dann, so da zurückzukommen? Gab es da vielleicht sogar auch irgendwelche Trainingsinhalte, wo du gemerkt hast, es hat mir auch für das, was jetzt dann diesen Sommer anstand, erstaunlicherweise sehr, sehr gut getan?

Also jetzt muss ich mich erst mal sortieren, dass ich das schön fundiert und sortiert beantworte. Also generell, glaube ich, so im Nachhinein betrachtet, bin ich erst mal froh, dass alles zu einem bestimmten Zweck passiert. Weil es war gut und deswegen glaube ich, ja, das ist jetzt eine Spinnerei, was wäre, wenn. Also im Vorfeld war mein Gedanke schon, dass...

Also ich sage jetzt mal so ganz grob, Sifan Hassan ist ein Marathon und eine 1500 und eine 5 innerhalb von 10 Tagen bei den Olympischen Spielen gelaufen. Und damals habe ich gesagt, okay, ich bin jetzt nicht Sifan Hassan, aber vielleicht schaffe ich das ja auch im Winter einen Marathon zu laufen und im Sommer auf der Bahn.

Das würde sich wahrscheinlich immer mit meinem Wunschmarathon, mit Berlin-Marathon oder irgendwo in Deutschland, wo ich vor deutschem Publikum laufen könnte, Hamburg, keine Ahnung, ausschließen. Wobei ich auch einen kurzen Moment hatte, wo ich dachte, boah, wenn ich gut in Valencia laufe vielleicht kann ich ja dann noch in Hamburg laufen und dann die Bahnsaison machen.

Und deswegen jetzt im Nachhinein betrachtet, man hat als Sportler im Kopf oft so Spinnereien, wo man denkt, man kann alles schaffen und wenn man der Sache dann mal realistisch ins Auge schaut, geht es vielleicht auch nicht. Wo es mich hingebracht hätte, Kann ich natürlich nicht wissen, aber ich glaube schon, wenn das gut gelaufen wäre, hätte ich der Plattform-Marathon auch eine zweite Chance noch gegeben und hätte gesagt, okay, ich mache das irgendwie, nebenbei weiter, um eben mir, sage ich mal, das so ein bisschen offen zu halten, wohin die nächsten Jahre gehen.

Da das eben nicht so gelaufen ist, wie ich mir das vorgestellt habe, habe ich eben auch meine Entscheidung getroffen, was meine Distanz für die Olympischen Spiele in zwei Jahren wird. Das war vorher, also vor Valencia, für mich eben noch nicht klar. Für mich stand fest, dass ich in Birmingham 3000 Meter Hindernis laufen werde.

Also das war für mich in Stein gemeiselt, aber eben, wo geht die Reise in zwei Jahren hin, eben noch nicht. Und aufgrund dessen, dass ich, sag ich mal, gemerkt habe, okay, so leicht geht es auch nicht, jetzt hier eine Zeit auf die Straße zu zaubern. Und ich habe ja jetzt nicht von zwei Stunden 25 beim Debüt gesprochen, sondern ich sage jetzt mal irgendwas plus minus zwei Stunden 28 war so das, wo ich gerne einsteigen wollte.

Aber da mir das ja nicht gelungen ist, habe ich auch gesagt, okay, realistischerweise ist meine Saison 2026 im September zu Ende. Dann gehe ich nochmal vier Wochen zur Bundeswehr und ich kann dann im November 26 mit der Vorbereitung für einen Marathon anfangen. Und das bedeutet, ich hätte bis zu den Olympischen Spielen, bis zu dem Quali-Zeitraum keine eineinhalb Jahre Zeit, Um auf eine Zeit um die 2 Stunden 22 zu kommen.

Was für die Quali, für das deutsche Team nötig wäre. Und das sind ja maximal drei Marathons, wo ich das dann erreichen kann. Und realistisch gesehen, und das kann ich jetzt nochmal unterstreichen nach der Saison 2026, ich bin immer noch schnell. Ich bin auf der Überdistanz im Halbmarathon eine Bestzeit gelaufen und über 1500 Meter.

Und ich habe die feste Überzeugung, dass ich das am richtigen Tag auf 3000 Meter Hindernis auch noch zusammenbringen kann. Wie schnell das dann am Ende wird, ob ich in der Lage bin, 8,50 zu laufen, daran glaube ich jetzt gerade noch nicht. Aber mein deutscher Rekord, meine Bestzeit, das ist eine Zeit, die ich als realistisch betrachte, die zu brechen.

Und wenn man um die neun Minuten laufen kann, dann hat man zumindest immer noch einen Shot irgendwie in die vorderen Platzierungen einzugreifen und, Klar, der Wunsch und realistisch gesehen muss man auch noch schneller laufen, aber das ist das, was ich mir zutraue. Und ich sage mal, Top 6 im Marathon erscheint mir auch sehr unrealistisch.

Aber bei meinen fünften Olympischen Spielen die Möglichkeit zu haben, vielleicht nochmal Top 6 zu werden über 3000 Meter Hindernis. Der Traum von mehr, der war immer da und der ist auch immer noch da. Aber das wäre für mich trotz allem eine großartige Leistung. Und das ist das, wo ich gesagt habe, mein gesunder Realismus sagt mir gerade, dass das die richtige Entscheidung ist. Und das zweite Herz in der Brust, das war natürlich frustriert, dass das nicht geklappt hat.

Das würde gerne mir selbst und auch dem Rest der Welt beweisen, dass ich auch einen Marathon von mir aus zwei Stunden 30 laufen kann. Aber das weiß ich und das werde ich auch irgendwann probieren. Und ja, wie auch immer, entweder laufe ich noch mal professionell, was ich eher glaube, statt einfach nur durchzujoggen, weil ich denke, das sollte ich schaffen.

Aber ja, diese Entscheidung ist quasi gefallen nach dem Valencia-Marathon. Und vorher war das so, okay, ich probiere das jetzt und dann schaue ich, wo die Richtung mich hinbringt. Aber das Ziel für mich war eben EM-Titel. Und das nächste große Ziel ist eben zu sagen, ich war fünfmal in Folge bei Olympischen Spielen, hoffentlich dann auch fünfmal im Finale.

Und ja, das wird jetzt eben die Strecke und die Zahl auf dem Papier, Wir sehen bei vielen anderen Athleten Anfang 30, die immer noch gute Leistungen bringen. Und deswegen, das hat mich vor ein paar Jahren vielleicht auch abgeschreckt, dass ich gesagt habe, okay, irgendwo ist meine Deadline. Und aktuell spüre ich diese Deadline aber auch nicht mehr. Und das Einzige.

Diese mentale Kapazität, die ist halt nicht mehr so groß bei einem älteren Athleten wie bei einem Athleten, der noch super jung ist. Also früher wollte ich jedes Rennen gewinnen. ob das jetzt eine Kreismeisterschaft oder eine Weltmeisterschaft ist, da war so dieser Ehrgeiz für alles da. Und ich habe das Gefühl, ich habe immer noch sehr viel Ehrgeiz, aber der ist halt nur noch dosiert möglich.

Und in den letzten Jahren musste ich einfach Strategien finden, wie ich mich auch immer wieder erhole, damit diese Motivation einfach dann da ist, wenn ich es brauche. Und wir haben ja eben gerade über Off-Season geredet und das, was man sich so gönnt. Und mittlerweile ist es bei mir halt auch so, dass ich mir auch so Auszeiten innerhalb der Saison, nehme, Das ist jetzt vielleicht kein Urlaub, aber das ist dann trotzdem mal ein Abend, wo ich mit Robert schön essen gehe, wo wir uns mal eine Flasche Wein aufmachen, mal ein Gläschen trinken, was ich früher mir alles komplett verboten habe, wo ich aber gesagt habe, das kann ich nicht mehr.

Ich kann nicht ein ganzes Jahr das Gefühl haben, ich habe keinen Anteil an diesem normalen Leben, was mich eben auch glücklich macht. Und deswegen, ich glaube, dosiert genießen ist trotzdem wichtig, dass man als glücklicher Mensch durch so eine Saison geht. Und das gibt mir auch mehr Kraft und Energie, weil ich nicht das Gefühl habe, ich verpasse irgendwie was oder ich bin nur Gesa, die Sportlerin.

Ich habe viele Facetten und die darf ich nicht das ganze Jahr verstecken und das ist so die Strategie, wo ich das Gefühl habe, dass ich damit gesünder, also auch mental gesünder durch meinen Sportleralltag gehe. Lass uns nochmal den einen oder anderen Punkt in dieser Saison beleuchten. Also ich bin jetzt von der Außenbetrachtung ganz sicher, dass dir diese Grundlagenausdauer, die er ja verstärkt logischerweise in den Mittelpunkt richten musstet, nochmal eine Basis verschafft hat auch für die Saison.

Dass eben auch diese Kopfbrechung, sich mit etwas anderem als wieder mit der Bahn sofort zu befassen, ja was ausmacht. Ja, da würde ich dir zustimmen. Ja, und dann haben wir ja so ein paar Punkte in der Saison. Die Bestzeit in dieser Saison, bis zu, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, in Eugene gelaufen.

Über 3.000 Hindernis. Über 3.000 Hindernis. Ja, genau. 9.07.50, glaube ich. Das war ja schon so, genau, das war dann die zweitschnellste Zeit deiner Karriere. Das war ja schon so ein Ding, wo ihr ja, Lea war ja auch in dem Rennen, ist da auch persönliche Bestzeit gelaufen, wo ihr ja versucht habt, sehr schnell zu laufen. Aber viele der Rennen sind so gelaufen in dieser Saison, wie das Rennen da.

Nämlich, dass die Afrikanerinnen vorne einfach sehr schnell losgelaufen sind. Ihr euch entschieden habt, okay, das ist zu schnell. Da können wir jetzt noch nicht direkt. Und dann wart ihr so alleine. Dieses Rennen hat x-mal stattgefunden in dieser Saison, vor allen Dingen in der Diamond League. Ob du jetzt hier dabei warst oder nicht, aber diese Form des Rennens hat so stattgefunden.

Und entweder gab es eine kleine Gruppe, so wie in Eugene, wo ihr Bestzeit gelaufen seid, oder, es gab so Einzelfiguren, ja, das war mal Lea, das war es mal du, das waren die Amerikanerinnen, ja, und ihr seid dann alle irgendwie so da rumgelaufen und da gab es keine zweite Tempogruppe, ja, was ja theoretisch denkbar wäre, aber unüblich ist ja bei den Bahnrennen.

Weil du ja gesagt hast, ich war eigentlich in der Lage, in dieser Saison schon schneller zu laufen, aber die Renncharakteristik hat das nie hergegeben in dem Sinne. Das ist ein Riesenproblem. Ich habe mich da auch mit anderen drüber unterhalten, dass es eben, es gibt selten eine Gruppe, die auf, ich sage mal, 6 Minuten 0, 6.01, 6.02 die 2000 Meter anlaufen.

Also der zweite Kilometer ist nie so das Problem. Der wird selbst von den Afrikanerinnen oft in 3-0 gelaufen, aber der erste dafür halt in 2-53 oder sowas. Und das ist halt das, was einem oft das Genick bricht. Und ich glaube, man müsste sich in den nächsten Jahren auch irgendwie zusammentun. Und da halt, ich sage mal, wenn wir zwei, drei Leute sind, deswegen ein konkurrenzbelebtes Geschäft. Vor ein paar Jahren war das Emma Coburn, Codney Frerichs, eben auch Marusha, meine Trainingskollegin, die sind immer alle sehr forscht mit angegangen.

Und das wäre jetzt eben auch was, was ich dieses Jahr mir auch dann vorgenommen hatte. Aber ich hatte auch dann eben nach der EM, das Rennen in Lausanne war gar nicht so schnell, muss man sagen. Da hatte ich gesagt, ich gehe vorne mit, bin ich auch. Aber da war es dann eben so, dass ich, wie gesagt, mit einem körperlichen Problem das Rennen dann nicht beenden konnte.

Und in Zürich war dann wieder so dieses mit Handbremse angelaufen, weil ich erst mal dieses Rennen wieder für mich gut beenden wollte nach dieser Problematik und. Ja, man hat in so einem Jahresverlauf ja nur sechs, sieben Hindernisrennen und wenn dann schon drei Meisterschaftsrennen dabei sind, also mit EM und den Deutschen Meisterschaften, dann sind es eben nur drei bis vier und, das ist eben, da muss halt alles passen und das ist immer dieser Moment, wo man sagt, da gehört auch so ein bisschen Glück dazu Und das ist eben auch für nächstes Jahr, wo ich dann in der Saisongestaltung wieder ein bisschen mehr Handhabe habe, was ja dieses Jahr leider nicht möglich war aufgrund von Bundeswehr und dem Jahresverlauf und dem Aufbau.

Deswegen habe ich ja die ersten drei Hindernisrennen in der Diamond League auch verpasst und ich denke mal, da habe ich nächstes Jahr sicherlich wieder ein bisschen mehr Freiheit und das muss eben das Ziel sein, dass man die Möglichkeit hat, mal vorne mitzugehen oder eben auch den Mut hat oder vielleicht eben auch mit den anderen Läuferinnen, die, sage ich mal, ein neues Niveau erreicht haben.

Ich nehme jetzt mal die Amerikanerin, die jetzt am Ende auch 005 gelaufen ist oder auch Elise Dorner, dass man in so einem Rennen drin ist, wo man sich dann gegenseitig hilft und auch gegenseitig voneinander profitiert. Und ich glaube, wenn es einmal Klick macht, dann ist vielleicht auch dieses Eis gebrochen und dann hat man vielleicht auch mal den Mut, mit den Afrikanerinnen, in der Form auch mitzugehen.

Und ja, Eugene ist halt so ein Rennen gewesen, wo Lea und ich irgendwie komplett alleine waren. Erst ist sie dann vorne mit und irgendwann so, ich sage mal, tausend Meter vorm Schluss habe ich mich dann getraut. Es war aber auch das erste Rennen nach so langer Zeit, wo man dann auch gar nicht so genau weiß, wo man steht, wo ich dann eben auch erst mal schauen musste, was geht hier heute eigentlich und so.

Ja, wie gesagt, die Saisonplanung war jetzt nun mal so, aber ich hoffe natürlich inständig darauf, dass ich vielleicht im nächsten Jahr das ein oder andere Rennen habe, wo ich einfach sage, ich probiere es. Und wenn es halt nicht klappt, dann klappt es eben nicht. Und nochmal so eine ganz kleine Rückbefassung mit Marathon, weil viele haben ja gerätselt, als ihr geschrieben habt oder Wolfgang gesagt hat, unsere Trainingsgruppe hat drei Medaillen gewonnen, weil das ja nicht alle so auf dem Schirm haben.

Dass die Lili, also Liliana Windisch-Tod, die ungarische Marathonläuferin, da eine Medaille gewonnen hat. Die war ja auch schon in Frankfurt letztes Jahr ihr Debüt gelaufen und da sehr gut gelaufen. Das hat dir ja auch Zuversicht gegeben logischerweise, weil ich nehme ja mal an, dass sie unter. Einer ähnlichen Vorstellung, wie man Marathon angeht, trainiert.

Nimm uns mal mit, wie das ist, wenn man weiß, okay, da läuft jetzt ja logischerweise nicht nur das deutsche Team, ihr habt euch da ja alle logischerweise noch eingefunden und mit befassen, sondern da läuft dann halt meine Trainingspartnerin und wird auch noch eine Medaille. Ja, also Lili ist jetzt seit einem guten, ja, ein bisschen mehr als ein Jahr bei uns in der Trainingsgruppe.

Ich würde sagen eineinhalb und wir sehen uns natürlich meistens nur in den Trainingslagerphasen, und sie kommt natürlich, sie ist auch Hindernis gelaufen, um das aufzuklären. Ich würde mal sagen, so um die 9,30, 9,28, ist aber jemand, der die Langstricke liebt. Also je länger der Dauerlauf, desto besser, die geht darin total auf und das ist, würde ich sagen, ist so der Unterschied, den uns beide so ein bisschen ausmacht.

Ich mache die Langläufe und ich kann die auch sehr gut und ich kann die auch an einem hohen Niveau machen und wenn wir da irgendwie zu zweit sind, dann geht es auch ein bisschen einfacher. Aber da musste ich mich schon irgendwie mental durchbeißen, weil das ist jetzt nicht die Einheit, die mir die meiste Freude bereitet. Und sie ist halt jemand, sie läuft wie ein Uhrwerk. Also 15 mal 1000, gar kein Problem.

Die grinst danach immer noch und sagt, ist alles super. Bei Lilly geht immer alles super. Und deswegen war der Durchbruch für mich eigentlich, nur eine Frage der Zeit, weil ich glaube, das ist genau wie in allem anderen, dass man irgendwann mal so einen Punkt erreichen muss, wo es dann einfach rollt.

Und ich meine, das ist natürlich total erfreulich für Wolfgang und eben auch für uns alle, dass das dann eben bei der EM einfach passt. Ich würde jetzt nicht sagen, dort erwartet, weil das ja auch ein ultraschwerer Kurs war, aber sie läuft einfach eine Bestzeit auf dieser Strecke. Deswegen bin ich natürlich sehr gespannt, was sie so noch auf die Bahn oder auf die Straße zaubern kann.

Und es hat mir im letzten Jahr in der Marathon-Vorbereitung aber auch viel Mut gemacht, weil sie eben Einheiten abgespult hat. Und wir natürlich auch, gerade wenn es jetzt, sage ich mal so. Wenn wir miteinander trainieren, das Niveau ja jetzt nicht so unterschiedlich ist. Und das hat mir damals auch Mut gemacht, dass ich das eben auch kann.

Und auch wenn es dann jetzt eben nicht hingehauen hat, war ich mir schon sicher, dass ich die Möglichkeit habe, auch einen guten Marathon laufen zu können. Und ja, jetzt so im Hinblick auf das, was kommt, glaube ich, dass wir trotz allem voneinander profitieren können. Weil ich eben von diesen langen Einheiten, die ich letztes Jahr gemacht habe, das hat mir viel gebracht für den Sommer.

Und so haben wir auch früher häufiger trainiert. Also Wolfgang ist jemand, der grundsätzlich eher vom Umfang kommt und die Intensitäten werden dann erst so im Frühjahr, mit dazugenommen und deswegen glaube ich auch, dass das die Herangehensweise jetzt in diesem Jahr wieder für mich sein wird, auch wenn am Ende dann vielleicht kein Marathon auf meiner Agenda steht.

Einen halben werde ich auf jeden Fall laufen. Ich würde auch vielleicht gerne zwei laufen, weil ja dieses umfangreiche Training, das ist schon was, was mir einfach die Grundlage für die Saison gibt. Und da bin ich auch dann, wie gesagt, sehr dankbar, dass ich neben Olivia noch eine andere Athletin in der Trainingsgruppe habe, die eben, sag ich mal, dieses Längere so ein bisschen abdeckt und dass ich dann eben gerade in den Trainingsphasen nicht alleine bin.

Du hast es schon gesagt, Trainingsgruppe, viele in Trainingslagern zusammen. Wie oft trainierst du oder wie oft siehst du, Wolfgang und du, ihr kennt euch seit 20 Jahren wahrscheinlich. Also da ist natürlich viel, man muss jetzt wahrscheinlich bei jeder Einheit bei dir dabei stehen, aber du wohnst ja jetzt inzwischen auch in Dillenburg, da wo du ja ursprünglich auch herkommst. Das heißt, Frankfurt ist jetzt nicht ganz ums Eck.

Wie oft würdest du denn sagen, trainierst du mit deiner Trainingsgruppe, mit Olivia oder mit Wolfgang direkt vor Ort? Ist das, also das ist ja auch mit Aufwand verbunden für dich. Ja, es ist ein Aufwand. Die Entscheidung habe ich damals getroffen und ich bin auch immer noch dankbar, weil wir haben hier wirklich ein schönes Haus.

Wir wohnen in einer Kleinstadt, es ist Ruhe. Und gerade so dieser Rummel in meinem Leben ist schon schön, wenn man dann einfach, sage ich mal, da so ein bisschen mehr auch zu sich kommen kann. Ich trainiere relativ viel alleine, also das ist schon ein Fakt, aber ich bin das auch irgendwie gewohnt, weil gerade in den Jahren ab 2015 bis 2021 habe ich viel alleine trainiert.

Wir hatten dann immer mal wieder andere Athleten in der Trainingsgruppe, das heißt, die Trainingslager war ich dann nicht ganz alleine, aber so der Alltag, ich habe mich einfach daran gewöhnt. Und das heißt nicht, dass ich das... Vorziehe. Aber jetzt auch mittlerweile, wo ich Mama bin, braucht man halt auch grundsätzlich ein bisschen mehr Individualität.

Und dann ist es manchmal halt auch einfach einfacher, es dann zu machen, wenn es einem passt, als immer irgendwie von einer bestimmten Uhrzeit abhängig zu sein. Wenn wir nicht im Trainingslager sind und im normalen Trainingsprozess fahre ich in der Regel dreimal pro Woche nach Frankfurt. Das ist so, ich sag mal, zu den beiden Tempoeinheiten. Und letztes Jahr war es dann auch zu der zu dem Long Run, wo ich gesagt habe, okay, der fällt mir so schwer.

Wenn Wolfgang da ist, dann bin ich gerne in Frankfurt und dann bin ich halt so sechs Kilometer Runden gelaufen. Er hat mir immer meine Flasche gereicht. Und das war dann für den Kopf einfach so dieses, da ist jemand, der schaut darauf. Und auch wenn ich alleine laufen musste, habe ich das Gefühl, ich war nicht ganz alleine.

Genau, und jetzt, ich meine jetzt im Oktober, da ist quasi Antraining, das machen wir dann alle alleine. Wolfgang macht dann auch mal Urlaub. Und wir fahren jetzt im Jahr so drei bis fünf Mal ins Trainingslager, eher vier bis fünf Mal. Und davon mache ich eins alleine. Also ich fahre meistens in die USA noch einmal, das machen die anderen meistens nicht mit. Aber jetzt gerade so der Januar, da werden wir drei, vier Wochen zusammen sein.

Im März nochmal drei, vier Wochen. Das sind dann die Phasen, wo ich nicht alleine bin. Und jetzt, ich sage mal so der November, Dezember, da werde ich sicherlich mindestens zweimal pro Woche nach Frankfurt fahren und dann eben auch mit Olivia trainieren. Und Lilly hat auch vor, mal für eine Phase nach Frankfurt zu kommen.

Und dann schaue ich natürlich, dass ich eben für die Kerneinheiten da bin. Aber ich sage mal, alles, was easy ist, das mache ich zu Hause alleine. Weil jetzt irgendwie für zehn Kilometer nach Frankfurt zu fahren, dafür ist mir der Aufwand einfach zu groß. So schön sind die Autobahnen in Frankfurt ja auch nicht, dass man da ganz dringend sehr viel Zeit verbringen muss.

Das stimmt wirklich und es ist auch das Hinfahren stört mich eigentlich überhaupt nicht, aber das Zurückfahren. Also dass man nach dem Training dann wirklich, also meistens gehe ich noch zur Physiotherapie, das ist eben auch ein Grund, dass ich das dann eben damit verbinde. Aber wenn ich mir überlege, ich bin dann irgendwie um drei wieder zu Hause und dann hole ich die Kleine ab und gegen fünf macht man dann nochmal die zweite Einheit.

Ich bin nach so einem Tag dann einfach durch und das, finde ich, macht schon einen Riesenunterschied. Aber es war meine Entscheidung, hierher zu ziehen und es hat alles seine Vor- und Nachteile. Und ja, manchmal bin ich dann eben auch gerade im Vorbereitungstraining, ich sage mal so eine klassische Einheit, zwölfmal tausend Meter mit 60 bis 90 Sekunden Pause in Schwellen-Pace.

Ich habe ein tolles Laufband zu Hause. Ich halte mich an meine Pace und nehme danach Laktat. Und dann ist vielleicht der Moment, sich aufzuraffen, das, wo ich so ein bisschen am Prokrastinieren bin. Aber wenn man es dann gemacht hat, ist man danach fertig, kann duschen und hat halt Pause. Und da vertraut mir Wolfgang halt auch. Ich schicke dem unmittelbar danach die Zeiten, die ich gelaufen bin.

Das mache ich dann schon auch hier und da. Weil ich sage mal so, das ist halt einfaches Training, gerade im Winter. Also mit Vernunft in den richtigen Laktatbereichen das Training abarbeiten. Das klingt sehr doof, aber so ist es halt. Und auch wenn draußen laufen grundsätzlich schöner ist. Aber wenn es dann schüttet, dann fahre ich nicht nach Frankfurt, um dann da auf dem Laufband zu laufen.

Das würde jetzt nicht so richtig Sinn machen. Ja. Wir haben mindestens noch zwei wichtige Themen. Eigentlich haben wir 23 noch, aber das würde heute mal wieder in den Rahmen springen. Das eine ist, und das hast du jetzt an der einen oder anderen Stelle schon so im Nebensatz angesprochen, ist das Verhältnis mit Wolfgang Heinig, also mit deinem Trainer.

Er hat mir mit großem Stolz und auch mit wieder schon leichter Rührung in den Augen, du weißt, was ich meine, im Laufe der Saison erzählt, er sei jetzt 20 Jahre als Athletin und als Trainer unterwegs. Beschreib mal diese Entwicklung, weil das ist ja doch ein langer Zeitraum. Ja, also das ist wirklich ein langer, langer Zeitraum. Also ich habe da jetzt auch dran gedacht, weil ab 1.1.2008 hat er mir Trainingspläne geschrieben.

Und das ist dann ja jetzt quasi, wie gesagt, noch ein gutes Jahr bis dahin. Und ich würde sagen, dass ich mich als Athlet, aber eher auch als Mensch und Trainer sich in der Zeit verändert haben. Und wir hatten viele Höhen, wir hatten viele Tiefen. Also ich ging ihm bestimmt oft auf die Nerven und er mir auch.

Ja, keine Ahnung. Aber was ich einfach sagen muss, und das ist sicherlich was, was ich so in einem anderen Trainer noch nie gesehen habe, das Talent, Athleten zum Höhepunkt so fit zu bekommen, dass sie dann ihre beste Leistung abrufen. Und das hat er nicht nur mit mir gemacht, eigentlich unzählige Male geschafft, sondern eben auch, jetzt sieht man das an Lilly, man sieht es an Olivia, man sieht es auch an Marusha, die 2023 ihr bestes Sportjahr hatte. Das ist eine Slowenin, die auch bei uns in der Trainingsgruppe ist.

Und viele andere fallen mir da auch noch ein, die mittlerweile nicht mehr bei uns trainieren. Das ist ein Talent, was man, glaube ich, als Trainer auch besitzen muss, gerade wenn es darum geht, Medaillen gewinnen zu wollen. Und das ist was, das hat er perfektioniert. Und das Vertrauen in ihn und in sein Können ist, glaube ich, da auch von meiner Seite nochmal mehr geworden, einfach in den letzten Jahren, weil das habe ich in jungen Jahren einfach nicht verstanden.

Da guckt man viel mehr nach links und rechts und sagt, die trainieren das und die trainieren das. Und mittlerweile ist es eher so, dass ich ihn dann frage, was er davon hält und warum er glaubt, dass das andere machen. Und so ein ganz klassisches Beispiel haben wir noch nie gemacht, ist Doppelschwelle. Macht mittlerweile jeder.

Und klar, ist sicherlich eine gute Möglichkeit, aber er ist da auch ganz pragmatisch und sagt so, ja, Giza. Ich habe damit keine Erfahrung und ich glaube, so und so ist es besser und ich lasse dich nicht was trainieren, wovon ich nicht 100 Prozent überzeugt bin, dass das was bringt, dich besser macht oder wie auch immer.

Und das finde ich halt cool, dass er, ich sage mal, so selbstsicher ist, dass er nicht mit dem Trend geht, sondern dass er eine klare Vorstellung hat, was nötig ist und, Ja, das finde ich schon, da muss man, wie gesagt, sehr selbstsicher auch als Trainer durchs Leben gehen, dass man sich nicht von sämtlichen Studien.

Ich sage mal, beeindrucken lässt. Es gibt natürlich viel Wissenschaftliches und manches ist leider auch in Englisch, er spricht so ein bisschen Englisch, aber ich sage jetzt mal, ein wissenschaftliches Paper würde er nicht verstehen können. Aber er weiß, was er tut. Er hat sein Handwerk im Griff. Und das, glaube ich, ist ein Riesentalent.

Und dann habe ich mittlerweile gelernt, auch einfach mit ihm zu reden, zu diskutieren, zu kommunizieren. Und ich glaube, das macht auch viel aus. Weil wenn ich das Gefühl habe, ich kann gerade was nicht umsetzen oder körperlich ist gerade was nicht so auf der Höhe, dann bin ich da jemand, der den Mund aufmacht und sagt, so und so geht es mir gerade, und das passt nicht.

Und ich finde, diese Kommunikation ist super wichtig, weil als ich jung war, habe ich einfach nur das Training gemacht. Also da habe ich einfach stumpf das Training absolviert, was auf dem Plan war, habe das auch nicht immer hinterfragt oder habe nicht mal was gesagt, wenn irgendwie mal ein Tag bei mir irgendwas nicht gepasst hat und so.

Und es hat ja auch funktioniert, aber ich glaube, das ist schon was, was ich eben auch gelernt habe und ich würde es trotzdem behaupten, diese ersten Jahre, wo diese Distanz noch ein bisschen größer war, dass dieser Respekt, den ich. Damals hatte, weil, wie gesagt, so eher so dieser Lehrer war, der gesagt hat, du machst das und ich habe einfach nur ausgeführt, der ist trotzdem nicht weg, selbst wenn ich jetzt manchmal den Mund aufmache und sage, ich glaube, so und so wäre es besser, weil es heißt nicht, das, was du mir sagst, ist falsch, und ich will das und das machen, sondern versuche einfach, meine Position klarzumachen und es ist eher oft so eine Frage, meinst du nicht, es wäre besser, wenn wir das so und so machen?

Oder wenn wir mal eine Abschlusseinheit vor einem Wettkampf machen, wir haben die jetzt neulich zwei Tage davor gemacht und ich hatte das Gefühl, für mein Feeling war das nicht das Richtige. Ich habe gesagt, entweder drei Tage davor oder am Tag davor, aber so zwei Tage davor ist einfach, da fehlt mir das gewisse Etwas.

Und das ist was, was ich früher nie gesagt hätte, sondern ich hätte es einfach gemacht. Und mittlerweile, das ist ja keine Kritik an seinem Wissen, sondern das ist dann so ein bisschen dieses Feeling, was man als Athlet eben auch braucht. Und ich würde sagen, das macht es schon aus, auch die Kommunikation, aber eben auch das Vertrauen über die Zeit und die Jahre.

Und Wolfgang weiß eben auch, dass wenn er mir was aufschreibt, dass ich das eben auch mache oder mit ihm darüber spreche und dass er sich da eben auf mich verlassen kann. Und deswegen ist es mittlerweile schon auch so, dass ich mal ein Trainingslager auch alleine absolviere, weil er nicht immer mit dabei sein kann.

Oder weil ich auch in einer Einheit dann mal sage, okay, es macht heute keinen Sinn und dann rufe ich vielleicht heulend an und sage, ja. Ich musste nach allem aufhören. Und das geht heute einfach nicht. Und dann, ja, oder ich rufe vorher an. Ich sage, heute ist noch nicht der richtige Tag. Und wir müssen es um zwei Tage verschieben. Und das respektiert er. Und.

Da hat er das Vertrauen in mich. Und ich glaube, das ist schon auch wichtig, dass das so klappt. Also du hast ja auch... Du hast ja von einem sehr gesunden Trainer-Athletinnen-Verhältnis. Ich sehe das genauso. Ich glaube, man muss sich... Ich meine, ihr seid jetzt fast 20 Jahre zusammen in dieser Form als Gespann, was Outstanding ist.

Ich kenne jetzt nicht aus der deutschen Leitathletik so viele Beispiele, wo das ja über so einen langen Zeitraum auch funktioniert. Das heißt nicht, dass es nicht mal auch unterschiedliche Ansichten oder auch Höhen und Tiefen geben darf. Das ist ja irgendwie Teil des Businesses, aber dass es dann auch so lange Leute miteinander aushalten, so würde ich es fast bezeichnen. Wir hatten auch schwierige Zeiten, würde ich mal so sagen.

Naja, vielleicht nochmal so ganz kurz zurückgespult, weil natürlich schaut man dann immer, was macht eigentlich der Trainer und so. Also ich meine, du warst ja auch noch ein anderer Mensch logischerweise, weil du warst noch ein junger Mensch, der mit sehr großen Augen durch die Welt gelaufen ist und Bock hattest, möglichst viele Länder in dieser Welt zu sehen.

Dass da ein Trainer nicht sagt, ja, hurra, Gesa, fliegt doch noch fünfmal irgendwo hin. Was ist eigentlich mit Training, ist ja auch nachvollziehbar. Ihr habt euch ja ganz sicher, hast du ja Wolfgang Heinrich gesiezt am Anfang. Also auch das ist ja irgendwann ein Punkt. Es gibt ja auch Athletinnen und Athleten und Trainerbeziehungen, wo immer diese Sie-Distanz geblieben ist.

Das gibt es ja auch. Also er war schon sehr einflussreich, auch in seinen Vorstellungen. Das ist ja auch immer noch. Also es gibt so ein ganz banales Beispiel, das kann ich gut erzählen. Ich bin mit 15, mit 16 von zu Hause ausgezogen und im Teenageralter hat meine Mutter mir immer eingetrichtert, ich soll bitte ein Unterhemd anziehen und nicht so leicht begleitet zur Schule laufen, weil Nieren und was auch immer.

Und ich habe gesagt, Mama, lass mich in Ruhe, das ist uncool, keine Ahnung. Und dann bin ich nach Frankfurt ins Internat gezogen. Und bei uns gab es erzieherische Maßnahmen. Wer nicht mit einem Unterhemd oder T-Shirt in der Hose oder einer Mütze bei unter 10 Grad. Oder auch ein ganz krasses Beispiel sind diese Füßlinge, diese Socken, wo die Achillessehnen frei sind.

Da wurde Geld in die Gruppenkasse gezahlt. Und es gab einen riesigen Anschiss. Und das war, meine Mutter hat dann gesagt, auf einmal hat sie ein Unterhemd angezogen und hohe Socken und ist nicht irgendwie mit, was weiß ich, kurzen Hosen rumgelaufen, weil das halt irgendwie cool war. Und das war halt bei ihm, da gab es wirklich einen Anschiss, den wollte man einfach nicht haben.

Und dann hat man das halt irgendwie gemacht. Die Gruppenkasse wollte man auch nicht zahlen, weil in dem Alter sitzt das Geld dann auch nicht so locker. Und ich habe erst viele Jahre später verstanden, dass es gar nicht darum geht, dass er uns irgendwie jetzt so maßregeln will, weil ... In der Form, dass es um Coolness ging, sondern es ging einfach darum, er hat immer gesagt, ich investiere in euch meine Zeit, damit ihr besser werdet und ich habe einfach keine Lust, dass ihr, ich sage mal, bauchfrei zum Training kommt und dann auf einmal mir sagt, ihr habt eine Erkältung oder die Achillessehne schmerzt, weil bei minus drei Grad ihr der Meinung wart, Füßlinge sind cooler, als sollten die irgendwie bis über die Ferse gehen.

Und ja, das sind so Sachen, ich mache das mittlerweile nicht, weil ich irgendwem imponieren will, sondern weil ich sehr selbstreflektiert entscheide, was ist gut für mich und was ist nicht gut für mich. Und mit 16 Jahren habe ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht, sondern da war, wer ist hier gerade in Frankfurt auf dem Platz und wer könnte von mir denken, dass die Gesa super uncool aussieht. Also das war in diesem Teenager-Horizont für mich viel wichtiger.

Und das sind so Dinge, wo ich wirklich von erzieherischen Maßnahmen sprechen würde, was er uns jungen Athleten irgendwie antrainiert hat. Oder Mittagspause zu machen. Wir waren im Trainingslager und es hieß, ihr macht jetzt Mittagsschlaf oder so. Und wir haben irgendwie einen Film geguckt und es gab einen Anschiss, weil wir nicht geschlafen haben. Und ich habe gesagt, warum muss ich mir mit 17 Jahren erzählen, dass ich irgendwie schlafen soll?

Aber es geht einfach darum, sich die nötige Ruhe zwischen den Trainingseinheiten zu gönnen, um dann wieder fit zu sein. Und das sind natürlich Dinge, die lasse ich mir heutzutage nicht mehr sagen, weil ich ja auch, ich meine, ich verdiene damit mein Geld mit dem Sport und ich habe diesen eigenen Anspruch, an mich gut zu sein.

Und ich glaube, ich habe aber ihm auch bewiesen, dass ich dann, wenn es darauf ankommt, gut bin, meiner Leistung abrufen kann und dass ich nicht mit irgendwelchen Begrüßen, in leichtsinnigen Tätigkeiten meine Karriere irgendwie aufs Spiel setze. Das weiß er, aber in jungen Jahren waren das halt so diese strengen.

Dinge, die Wolfgang eben von uns verlangt hat. Und es gibt ja auch noch so, also Rolf-Dieter Poschmann hat immer gesagt, der Sklaventreiber zu Wolfgang Hain. Und das ist so, nach außen hin wirkt er immer sehr hart. Und es ist halt, ja, manchmal... Seine Art der Fürsorge vielleicht auch, oder? Ich würde sagen, das ist seine Art der Fürsorge.

Und am Ende, also ich muss trotzdem sagen, jedes Mal, wenn ich in den Callroom gehe, sagt er zu mir, geh, komm gesund zurück. Also es ist nicht so, dass der Sport um jeden Preis, sondern das Gesundsein, dass Familie über allem steht, all das sind Dinge, die. Ihm auch am Herzen liegen. Und ich meine, manchmal, wie gesagt, wir hatten trotzdem unsere Phasen, er ist jetzt 75 und ich bin 34, dass da die Weltanschauung manchmal anders ist, dass er mir erklärt hat, wir haben das früher so und so gemacht und ich dann manchmal sage, wir leben aber in einer anderen Zeit.

Ich glaube, das ist ganz normal. Also jeder, der mit seinen Großeltern diskutiert, da stößt man einfach auf unterschiedliche Weltanschauungen. Und das macht es auch manchmal einfach schwer. Oder halt die Notwendigkeit von Social Media, das war mit ihm auch ein schwieriges Thema. Aber wenn man, wie gesagt, wer noch eigene Großeltern hat, der versteht eben auch oder teilweise Eltern, dass die mit diesem neumodischen Kram, würde ich mal sagen, nicht so klarkommen.

Und ich glaube, das ist halt, ich finde immer, wenn man darüber kommuniziert und ja, alles, also versucht, da irgendwie beide Seiten zu verstehen, dann... Dann kann man da schon auch eine gute Lösung finden. Aber es war nicht immer einfach. Also das würde ich schon auch sagen. Oder Kindererziehung ist auch ein Thema. Also Kindererziehung war zu seinen Zeiten auch anders, als das vielleicht heute der Fall ist.

Und ich bin ja immer jemand, ich versuche alle Seiten irgendwie zu verstehen und mache mir darüber dann ein Bild. Und das waren auch am Anfang, da habe ich mir auch das eine oder andere angehört, wo ich dann dachte, okay, ja, ich mache das aber anders. Und da muss man sich dann auch lang hangeln. Und ja, das ist, glaube ich, okay. Und das braucht manchmal Zeit.

Aber er ist tief im Herzen ein absolut guter Mensch, ein hochtalentierter Trainer. Und ich habe so viele positive Seiten von ihm kennenlernen dürfen, dass ich halt auch sagen muss, viele, die vorschnell urteilen, würde ich sagen, kennen ihn nicht wirklich. Ihr habt so viel gelacht und so viel geweint gemeinsam. Das sind ja die Ebenen, die dann am Ende wirklich zählen. Und alles andere sind Dinge, mit denen man handeln muss. Das ist nun mal so in Beziehungen zwischen Menschen. Ist ja ganz klar.

Ja, genau. Und also das war für mich natürlich auch rührend zu sehen, wie sehr er sich gefreut hat, weil ich natürlich auch weiß, wie viel Arbeit. Auch für ihn dort reinfließt. Und das ist nun mal auch sein Leben. Und das ist so, er ist damit aufgewachsen und groß geworden. Und das macht ihn als Mensch aus. Und ich glaube, ohne das Trainer-Dasein wäre Wolfgang nicht so, wie er ist.

Und deswegen, ich glaube, das gehört zu ihm einfach. Und ja, das ist dann umso schöner, wenn es eben klappt. Weil da gibt es nicht ganz so viele Momente, wo das dann wirklich auch alles auf den Punkt funktioniert. Also da muss man vielleicht auch noch sagen, wenn ich das richtig im Kopf habe, weil da war ich selber noch nicht in Birmingham vor Ort, aber ich habe das verfolgt.

Er war nicht im Stadion. Nee, das war nie im Stadion, Philipp. Ist das immer? Nee, aber früher war er schon im Stadion gesessen. Ich erinnere mich auch noch an irgendwelche Interviews ARDZF, wo er im Stadion gesessen ist. Das ist vor einigen Jahren gewesen. Aber jetzt nicht mehr, genau, weil mit zunehmendem Alter, Blutdruck, ich weiß nicht, oder einfach die, also ab wann hat das begonnen?

Weil ich glaube, früher war er schon noch im Stadion, wenn mich nicht alles täuscht. Also ich bin der Meinung, dass er in Peking war auf jeden Fall im Stadion, weil da bin ich nämlich die Ehrenrunde gelaufen und da gibt es auch noch Bilder, wo ich ihn umarme oder eben auch in, ich bin mir in Doha nicht ganz so sicher, da meine ich saß ja auch im Stadion, ehrlich gesagt, wenn ich mich recht entsinne, fing das einmal an, wo die Callroom-Zeit und der Transfer ins Stadion einfach so nicht mehr geklappt hat und er hätte quasi rennen müssen um das, zu schaffen und dann hat er gesagt, ich gucke das hier ganz in Ruhe auf dem Stream und da sehe ich mehr.

Also man muss ja auch ganz ehrlich sagen, je nachdem, wo man im Stadion sitzt, sieht man, wenn es eine gute Fernsehübertragung ist und vielleicht ein Splitscreen gibt, dann den kompletten Lauf. Ist jetzt ja in der Diamond League schwer. Da hat man das Gefühl, man sieht einen Start, 10 Sekunden aus dem Brennen. Wahnsinn. Das ist furchtbar.

Ja, so also das ist halt schon was, das glaube ich, so hat das angefangen. Und ich glaube mittlerweile ist ja auch so, Er ist sehr nervös und darf das nicht an uns... Aber macht es das besser auf dem Aufwärmplatz, an einem Screen? Also ich meine, das fände ich fast noch, also ich würde dann denken so...

Ah, weiß ich nicht. Das ist ja auch dann unentspannt irgendwie. Da denke ich mir so, ich würde dann glaube ich trotzdem wieder im Stadion sitzen. Ja, ich weiß es nicht genau. Ich habe mit ihm darüber auch gar nicht so gesprochen, weil ich da viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt bin. Also ich bin einfach froh, dass seine Nervosität nicht auf mich überspringt, sodass er das in sich halten kann. und dass ich muss am Ende irgendwie mein Ding machen.

Und ja, also es hat jetzt für mich ja scheinbar von der Leistung her keinen Unterschied gemacht, auch wenn es natürlich sehr schön ist, auch dieser Moment, den ich dann eben mit Robert und mit meiner Tochter hatte, zu wissen, dass jemand da ist. Also das macht schon einen Unterschied, ob man halt für sich selbst erfolgreich ist oder ob man eben auch jemanden hat, mit dem man das feiern kann, der aus tiefstem Herzen das einem gönnt.

Das weiß ich, dass es bei meinem Trainer auch so ist, aber das war natürlich ein sehr, sehr schöner Moment zu wissen, dass meine Familie da war und dann, auch oben in den Rängen dann mein Papa und Roberts Eltern. Das ist schon schön, weil man weiß, da ist jemand und ja, Genau, also, aber ja, ich habe ihn auch gar nicht gefragt, weil für mich ist es einfach okay.

Also wenn er sagt, er will dann für sich auf dem Warmerplatz sein, dann tut es jetzt mir keinen Abruf, weil ich weiß, er ist genauso dabei, ob jetzt halt präsent im Stadion oder nicht. Es ist übrigens nicht so selten, wie das jetzt vielleicht klingen mag. Es gibt eine ganze Reihe Trainer, die wirklich da draußen bleiben.

Sei es, dass sie mehrere Athletinnen und Athleten haben in unterschiedlichen Disziplinen. Und sei es, dass sie genau diesen Weg, Einlaufstadion ist ja nicht immer direkt neben dem Hauptstadion, den Weg nicht machen wollen, weil sie befürchten, okay, ich komme nicht rechtzeitig und bin dann vielleicht erst im Stadion und der erste Kilometer ist schon gelaufen.

Weil man irgendwo Treppen rauf muss, vielleicht einen Aufzug nehmen muss. Von einem Ordner aufgehalten wird, name it. Und dann haben die ja auch keinen Platz. Das Stadion ist voll, dann stehen die irgendwo in der dritten Reihe hinten. Das braucht man dann ja irgendwie vielleicht auch nicht. Also er ist nicht alleine auf dem Einlaufplatz.

Ich kann mich nicht erinnern, wo das anfing. Aber einmal war es wirklich so, da mussten wir dann mit Bussen. In Budapest war es ja noch so. Ja, da war ich ja nicht. Da warst du nicht mehr. Aber in London war er auch auf dem Einlaufplatz. Ja, genau. Also es gab einfach Orte, wo das einfach schwierig war.

Oder es gab für die Athleten einen Transfer, aber für die Trainer nicht. Und dann sagt er, so gut bin ich nicht zu Fuß und das ist mir zu stressig. Und wie gesagt, ich war nie in der Situation. und ich war dieses Jahr in Paris beim Diamond League zum Zuschauen eingeladen und ich habe da auch festgestellt, also ich bin viel lieber, in diesem Prozess, dass ich dann unten laufe, als auf der Tribüne zu stehen.

Ich gucke ja in Leichtathletik im Fernsehen, aber, Dann dieses Gefühl, da nur zuschauen zu dürfen, das gefällt mir ehrlich gesagt nicht so. Das ist auch, finde ich, ein gutes Zeichen für den Aspekt, dass ich noch ein paar Kläfte bin. Wo wir schon dabei sind, das wäre jetzt noch auf jeden Fall, mein weiteres wichtiges Thema.

Ultimate Championships haben gerade angefangen. Du hattest schon ganz kurz gesagt. Die Preisgelder sind natürlich jetzt auf einem anderen Niveau bei dieser Veranstaltung. Was ich jetzt ein bisschen schade fand, dass in einigen Disziplinengruppen, die vielleicht nicht das erlebt haben, was sie, sich von selber versprochen haben, aber vor allen Dingen die Athletinnen und Athleten, die einfach von den Disziplinen nicht jetzt involviert waren in die Ultimate Championships, dann so eine generelle Kritik angefangen haben.

Weil unter dem Strich ist es ja erstmal ein Versuch, in drei Tagen ein Event zu kreieren und man kann nicht ein gesamtes WM-Programm in eine Drei-Tages-Veranstaltung reinzwängen. Das wird dann keine vernünftige Fernsehübertragung. Wir haben ja schon in einem, neuntägigen WM-Programm Probleme, die Parallelität der Ereignisse, also zum Beispiel ein 3000 Meter Hindernislauf, da sind ja dann noch drei technische Wettbewerbe.

Was machen wir denn damit? Und die haben ja auch logischerweise jede einzelne Athletin und jeder einzelne Athlet dort seine Berechtigung. Aber das ist die Parallelität. Das ist das Reizvolle an der Leichtathletik, gleichzeitig das Schwierige. Weil im Stadion, dieser, siehst du noch viel weniger. Weil plötzlich jubeln die da hinten und du denkst, was ist denn da jetzt passiert?

Dann ist aber der Moment schon vorbei, weil du einfach nicht hingeguckt hast, weil du gerade zum 3000 Meter hinter bist oder zum 200 Meter Lauf runtergeschaut hast. Und das finde ich jetzt ein bisschen schade in meinem ersten Reflektieren des Wochenendes. Aber nochmal so aus Beobachtersicht, Philipp und Giza, würde mich sehr interessieren, weil ich habe mich natürlich da berufsmäßig versucht mit zu befassen, drei Tage lang.

Also ich finde, es ist ein wichtiger Schritt weiter. Es ist doch noch sicher nicht das endgültige Format. Da gehören noch eine Menge Diskussionen dazu und Anpassungen. Aber ich bin sehr gespannt, was ihr dazu sagt. Also ich finde es ja auch spannend, das mal aus der Perspektive von jemandem, der, sage ich mal, in dieser Reporter-Situation ist, zu hören, weil, also ich sehe ja ganz oft nur die Läufe und dann ärgere ich mich halt einfach, das hatte ich ja eben schon mal angesprochen, dass man einen Start, dann irgendwie eine Sequenz aus dem Rennen und den Zieleinlauf sieht und eigentlich gar nicht weiß, was jetzt ist.

Und ich finde es auch super schade, dass so selten mit Splitscreens gearbeitet wird oder auch man kann eigentlich einen Weitsprung gar nicht so nachvollziehen, wenn so komplett random mal ein Sprung eingezeigt wird. Also es wäre viel besser, wenn man sagt, okay, man zeigt jetzt die wichtigsten Sprünge hintereinander aufgezeichnet, damit man diesen Wettkampf so ein bisschen nachvollziehen kann.

Also das ist so das, wenn es jetzt um diese reine Übertragungssache geht, aber ich habe mir auch nie Gedanken darüber gemacht, über den Aspekt, dass ihr das von der Menge an Inhalten gar nicht hinbekommt, alle Disziplinen in drei Tagen abzubilden. Das macht für mich Sinn, wenn jetzt, wo du mir das sagst, aber das ist ja der Aspekt, über den mache ich mir als Sportler gar nicht so häufig die Gedanken.

Ich fand es schade, dass man eben jetzt nicht alle Disziplinen gemacht hat. Und vielleicht sagt man, macht vielleicht noch einen Tag irgendwie dran und jetzt die Letzten, die jetzt gefehlt haben, dann eben auch da noch zu integrieren, weil ich nicht verstanden habe, wie man die Auswahl getroffen hat, weil.

In einem Diamond League Finale schafft man auch innerhalb von zwei Tagen alles irgendwie, ich sag mal, abzuarbeiten. Mein Einwand ist, alles irgendwie. Ja, genau. Das erkläre ich aber gleich. Meiner Ansicht nach ist das mehr, ist weniger. Aber dazu... Oder man sagt halt, man macht es 50-50, dass man halt sagt, das eine ja so, das andere ja so. Oder halt in Zwei-Jahres-Abschnitten, dass es halt...

Es ist halt unter dem Aspekt, für mich stand fest, dieses Jahr habe ich keine Ultimate Championships. Es gibt kein 3000 Meter Hindernis. Mein Highlight der Saison wird die EM. Wäre es wahrscheinlich auch so geworden. Aber ich hätte, wenn ich jetzt gewusst hätte, ich habe dort eine Startmöglichkeit, hätte ich sicherlich meine Wettkampfauswahl am Ende überdacht.

Wäre vielleicht ein oder zwei Rennen noch gelaufen, hätte mich dann aber auf dieses zweite Highlight konzentriert, weil es natürlich auch lukrativ ist, muss man einfach ganz ehrlich sagen. Vor allem, wenn nur acht oder zwölf ins Finale kommen, dann hat man ja die Möglichkeit, da irgendwie auch weit vorne zu landen und gegebenenfalls.

Ich finde es trotzdem schöner, wenn zwei Athleten pro Nation starten. Das muss ich eben auch sagen, weil gerade bei uns im Lauf macht es natürlich schon einen Unterschied, ob man jetzt fünf Kenianer in einem Rennen hat oder eben nur zwei. Das muss man auch einfach so sagen. Das Format ist sicherlich grundsätzlich ganz gut, aber es ist noch nicht fertig gedacht.

Und das ist jetzt was, wo ich sage, für mich hat der Stellenwert der EM, ist gerade für mich emotional schon höher, weil das einfach ein etabliertes Event ist, was seit vielen Jahren Tradition hat, wo ich eben auch den Anreiz habe, gut zu sein. Ein guter Punkt, glaube ich, weil das ist total interessant, wie du darüber denkst, obwohl ich jetzt ja schon ein bisschen länger aus der Leistungssportwelt und der Stadionleichtathletik raus bin und das jetzt heute ja eher als Fan beobachte, hatten wir letzte Woche, als wir über die Ultimate Championships gesprochen haben, habe ich ja ein bisschen ketzerisch gesagt, braucht das überhaupt so.

Also ich meine, ich komme noch aus dieser Welt, eine EM hat für mich eine extrem hohe Wertigkeit, eine WM, klar, habe ich nie teilgenommen, Olympische Spiele habe ich einmal erleben dürfen. Das sind so Säulen einfach, die, wie soll ich sagen, die in der Gesellschaft, aber unter uns Sportlern ja auch irgendwie einfach einen Wert haben, den man gut einschätzen kann.

Und ich habe es ein bisschen mit Fußball verglichen, wo ich manchmal so ein bisschen den Eindruck habe, es werden so künstliche Events herbeigeschafft, so für was braucht es das denn so, ne, so Konfettcup im Fußball oder so, wo du denkst so, es juckt doch eh keinen so, ne, also ich meine, Ultimate Championships, der Gedanke dahinter, wir hatten ja dann schon ein bisschen drüber diskutiert, Ralf und ich.

Verstehe ich so, ne, in einem Jahr, wo es eben keine WM gibt, aber was ist denn der Mehrwert? Und deswegen wäre das für eine Frage an dich, also jemand, der da potenziell logischerweise auch am Start wäre. Ist es dann am Ende eigentlich nur die Kohle, um die es da geht? Das meinte ich jetzt gar nicht despektierlich, sondern das ist ja ein valider Punkt. Ich meine, da geht es um wirklich viel Geld. Ich glaube, der Sieger, Siegerin pro Event kriegt 150.000 oder sowas, glaube ich, in den jeweiligen Disziplinen und plus ist es gestaffelt bis Platz 8 oder so.

Also ich glaube, jeder kriegt auf jeden Fall noch Geld da. Und wenn man da natürlich entsprechend gut ist, dann ist das ein sehr, sehr guter Payday, keine Frage. Aber unabhängig davon... Du hast es ja schon ein bisschen so beantwortet eigentlich, dass du gesagt hast, ein EM-Titel, das überstrahlt ja irgendwie alles. Klar ist auch der Dritte und so, das ist ja auch dann historisch und so weiter.

Aber hätte es für dich, gesetzt im Fall, du hättest da starten können. Hat das einen sportlichen Wert für dich? Weil für mich ist es ein reines Kunstprodukt, ehrlich gesagt. Es ist so, es ist ein Marketing-Ding, was halt der Weltverband sich jetzt so ausgedacht hat. Also der Ultimate Champion, niemand weiß nächstes Jahr, wer das, also weißt du, für mich ist das nicht greifbar irgendwie.

Also ich finde jetzt zum Beispiel als Beispiel, bevor ich dir das beantworte, dass man die Marathons oder die Halbmarathons jetzt auch ausgliedert aus den Weltmeisterschaften und damit eine künstliche WM für Straßenlauf kreiert, muss ich auch sagen, gefällt mir auch nicht. Natürlich ist es für einen Marathonläufer super schwer, bei Bedingungen in Tokio, Peking oder wo auch immer die Weltmeisterschaften stattfinden, einen Marathon zu laufen, das weiß ich.

Aber das Event für mich hat für mich Tradition und hat für mich Anerkennung. Und wenn du es mir jetzt so ganz ehrlich stellst, und ich meine, ich war ja nicht involviert, bin nicht gelaufen, habe kein Geld verdient oder wie auch immer. Also was hätte mich jetzt daran gereizt, muss ich ganz ehrlich sagen, der finanzielle Vorteil.

Wenn ich Ultimate Champion gewesen wäre, hätte ich nicht behauptet, ich wäre Weltmeisterin geworden. Und das ist das, was ich sagen muss. Also es ist natürlich crazy, weil mich haben Leute gefragt, Gesa, was hast du denn jetzt für ein Preisgeld bekommen bei der EM? Und das reine Preisgeld sind 0 Euro. Also es ist einfach so.

Und das muss man halt schon in Relation setzen, wenn du dann so ein Event hast. Was ist denn? Das, was dich reizt, also da wäre natürlich zu wissen, okay, ich habe hier die Möglichkeit, für die Menge an Sport und Training und was der Invest ist, auch mal einen großen Outcome zu haben. Aber wenn es jetzt rein darum geht, Ultimate Championships sind am Ende nichts anderes als eine Weltmeisterschaft der Weltranglisten Ersten.

Wenn ich jetzt dort laufen würde, könnte ich dann sagen, ich bin Weltmeister geworden. Für mich nein, weil dafür gibt es eine EM, eine WM und Olympia. Das sind so diese traditionsreichen Meisterschaften, die für mich persönlichen emotionalen Wert haben. Und ich glaube, wenn ich dort Dritte geworden wäre, hätte ich das nicht höher gewertet als meine EM-Titel, meine WM-Bronze in Doha. Das hat für mich einen.

Enorm emotionalen Wert. Und ja, das muss ich einfach so sagen. Aber die Welt dreht sich halt auch weiter. Und ich glaube, man probiert einfach aus. Man möchte die Leichtathletik attraktiver haben für die Gesellschaft. Das ist auch so ein bisschen aussterbende Sportart, würde ich es jetzt noch nicht nennen, aber es wird teilweise schon weniger und man versucht natürlich, wie kann man für den Zuschauer die Leichtathletik spannend halten.

Und das sind halt einfach Versuche, auch für die Athleten. Wie kann man Athleten weiter am Ball behalten? Also so. Und das sind alles, glaube ich, Aspekte, die dort halt greifen, wo man sich halt probiert. Aber also meine Antwort habe ich jetzt damit gegeben. Rein emotional hat für mich EMWM und auch Olympia einfach einen ganz anderen Stellenwert als jetzt so eine Meisterschaft.

Es wird auch weniger darum gesprochen. Klar, Diamond League Sieger zu sein ist auch cool, aber die Diamond League wird bis auf wenige Ausnahmen nicht im Fernsehen übertragen. Die Resonanz nach der EM war so unfassbar hoch. Und wenn ich nicht gepostet hätte, dass ich in Lausanne nicht ins Ziel gekommen bin, hätte das keiner mitbekommen.

Außer die paar Nerds, die halt leichterledig schauen. Und das ist halt aber auch ein Grund, warum ich weiß, okay, das sind die Wettkämpfe, da muss die Leistung stimmen. Und das ist einfach was, wo ich sage, klar, EM steht über allem, aber Deutsche Meisterschaften. ISDAF, ich habe so ein paar Rennen im Jahr, wo ich weiß, okay, da will ich gut sein.

Und das war auch für mich, ich würde sagen, das sind jetzt die drei Rennen auf der Bahn gewesen. Also Deutsche Meisterschaften, ISDAF und die EM, Die habe ich alle drei gewonnen. Das war für mich wichtig. Und das heißt nicht, dass das andere nicht wichtig ist. Es ist eine Mischung aus wahrscheinlich persönlicher Präferenz von dir und aber auch, was medial, glaube ich, verfolgbar ist in Deutschland, muss man ja sagen. Das waren natürlich die Dinger, die du halt in Deutschland auch gucken konntest und auch geguckt wurden.

Vielleicht da eine Frage an euch beide, einmal aus sportjournalistischer Sicht und einmal aus Athletensicht, weil du gerade gesagt hast, Leichtathletik vielleicht, doch irgendwie sterbende Sport hat, würde ich jetzt auch nur nicht so weit gehen. Aber natürlich, das Problem ist Sichtbarkeit. Deswegen wahrscheinlich auch der Versuch, so ein Ding zu kreieren wie diese Ultimate Championships.

Für mich jetzt vielleicht noch nicht der Weg, wo ich sage, fühle ich so krass, weil ich glaube für Sportler, wie gesagt, ohne diesen monetären Anreiz, es ist halt ein Titel ohne Wert so irgendwie. Das würdest du auch nicht in deine Bio wahrscheinlich groß reinschreiben oder so. Und das weiß ich von Ralf natürlich. Erstaunlich ist, und das ist jetzt über viele Jahre schon, aber am Beispiel von Birmingham auch, die Einschaltquoten, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Leichtathletik-GM sind outstanding.

Immer noch outstanding in dieser Woche. Du hast gesagt, Ralf, das kann man mit Fußball vergleichen, also richtigen Fußball-Highlights. Das wird immer noch geguckt und ein ganz wichtiger Trend. Leichtathletik-Zuschauende werden wieder jünger. Das hast du auch gesagt in Birmingham hier im Podcast. Sie werden jünger. Ich muss sagen, ich habe als ein Aspekt vielleicht, der da mit reinspielt, für mich als Feststellungsbeobachter, Instagram, TikTok etc., ich fand, es gab sehr viel mehr Social Media Content von ARD, ZDF, also Sportschau und ZDF Sportstudio, zu und ich rede jetzt nicht nur von, kontroversen in Interviews so, ich meine jetzt auch drumherum, Highlight Clips, 15 Sekunden Reels.

Von irgendwelchen Erfolgen oder interessanten Begebenheiten. Und ich glaube, dass du damit eine viel jüngere Zielgruppe erreichst, die sich da vor mir mit Leichtathletik vielleicht gar nicht so befasst haben und die dann gesagt haben, oh, was ist das eigentlich da gerade, was da so abgeht? Ich gucke das mal.

Für mich eine Option. Das ist einfach auch, glaube ich, sehr viel mehr von den übertragenen Sendern auf Social Media und natürlich auch von den Athleten und Athletinnen. Logischerweise, ihr seid ja da auch sehr stark involviert, dass das jünger wird, das Publikum. Und wir reden ja von mehreren Millionen.

Erstaunlich ist, das haben wir auch gerade gesagt, Diamond League ist ja nicht im Free-TV sichtbar, richtig, also Ralf, ihr macht, glaube ich, Zusammenfassungen, wenn ich es recht weiß, überwiegend. Ne, manche das machen auch live. Aber live stream und nicht lineares Fernsehen. Ich weiß, man ist on demand, ist ja eigentlich groß und wird größer, aber gleichzeitig ist, glaube ich, der Hauptreschieb, dass es halt einfach live läuft, so eine EM oder eine WM oder Olympische Spiele im Fernsehen ja auch.

Und was ich damit eigentlich sagen will, ist, Um Leichter-DD attraktiver zu machen, vermeintlich attraktiver, oder dieses Sterben oder was auch immer aufzuhalten, was denkst du, Gesa, als Sportlerin und was denkst du, Ralf, als jahrelanger ARD-Sportreporter, der Leichter-DD in- und auswendig kennt, ist es der Weg, künstliche neue Events zu kreieren, sprich Ultimate Championships, you name it.

Oder geht's um Sichtbarmachen von Bestandsevents, da würde ich jetzt eine Diamond League auch nur bedingt dazu zählen, ich komme aus einer Zeit, da hieß das noch Golden League, jetzt heißt es halt Diamond League, Ob das jetzt das aufgewertet hat oder nicht, ich sei jetzt mal dahingestellt, ob es immer besser ist, Dinge größer und mehr zu machen, da können wir auch im Marathon über Majors reden und sowas, halte ich auch nicht für den Weg.

Es gibt aus guten Gründen vier Grand Slams und ich glaube, wir brauchen keine acht Grand Slams im Tennis. Deswegen könntest du die Majors sehen, die jetzt erweitert werden im Marathon-Bereich. Du kannst jetzt die Diamond League sehen, wo du jetzt 37 chinesische Meetings hast, die auch niemand juckt, um ehrlich zu sein.

Was würdet ihr sagen aus den zwei unterschiedlichen Perspektiven, was wären denn gute Impulse, um vielleicht noch attraktiver zu machen? Also ich fange mal an. Ich bin ehrlich überrascht, dass ihr beiden, die ihr schon sehr, sehr lange im Social-Media-Game drin seid und ja im digitalen Lebensbereich schon sehr lange habt, wie krass ihr unterschätzt, was gerade abgeht in der Leichtathletik.

Da bin ich ehrlich überrascht, weil die Befassung auf den digitalen Plattformen ist in den letzten zweieinhalb Jahren in Deutschland, extrem gewachsen. Damit einhergehend, das was du Philipp schon gesagt hast, worüber wir ja schon diskutiert hatten hier, eine deutliche Verjüngung des Publikums. Eine deutliche Verjüngung des Publikums. Das heißt, da findet gerade ein, fortschreitender Wandel statt, der die Sportart medial und in der Aufmerksamkeit und in der Wahrnehmbarkeit sichert für die nächsten Jahre.

Weil Sportarten, die das nicht liefern können, werden in Zukunft Probleme haben. Sowohl was Sponsoren angeht, was Fernsehzeiten angeht, was Begehrlichkeiten angeht etc. Auch an Persönlichkeiten. Das ist ja extrem wichtig, dass man Persönlichkeiten hat, dass man Dinge hat, an denen man sich reiben kann als Zuschauer, als Miterlebender.

Würde ich aber nur in Teilen den Sportarten selber zuschreiben. Ich finde, es wird besser in der Präsentation auf digitalen oder Social Media Kanälen von Weltverband, EAA, etc. Aber ich finde massiv für mich als User, als Fan, ich finde das, was ihr macht inzwischen auf den digitalen Kanälen in Social Media, Sportschau, ZF Sportview, das ist für mich sehr viel wahrnehmbarer geworden.

Vor allem jetzt in Birmingham, da ist es mir wirklich krass aufgefallen. Da ist es mir auch extrem aufgefallen. Es ist so viel gewesen auf Insta, TikTok mit Reels und Highlights Sachen und ich fand das einen richtig geilen Job. Sorry, bei mir ist hier ein Bild umgefallen. Ich wünschte gerne, euch sagen zu können, ja, geil, haben wir.

Da ist eine große Strategie dahinter. Hoffentlich schon, oder? Also, ich sehe jeden Tag so viele Dinge, wo ich gerne schreien möchte. Wo wir Chancen liegen lassen, wo wir Dinge nicht spielen, weil es eben leider in unseren Systemen nicht ganz einfach ist, weil wir sehr komplexe Systeme sind, weil wir ein sehr großes System sind.

Und es da nicht so eine klare Strategie leider gibt, unterschiedliche Stellen, unterschiedliche Dinge, teilweise Paralleldinge. Gesa, du weißt das. Auf der einen Seite kommt der HR immer wieder zu dir, auf der anderen Seite der SWR, weil du ja im Verein in Trier bist. Alleine die Dinge schon, da möchte ich ganz laut schreien und das setzt sich, in die ganzen digitalen Ausspielwege fort.

Weil wir diese Rechte ja alle haben und das alles bedienen können. Das können wir übrigens das ganze Jahr über, machen wir aber nicht. Also da ist noch ein unfassbares Potenzial, was nicht genutzt wird. Das gilt natürlich auch für viele andere Bereiche. Das gilt für den Deutschen Verband, das gilt natürlich auch für den Weltverband, das gilt für Managements, das gilt für einzelne Athletinnen und Athleten.

Also da ist noch eine Menge, aber das ist halt ja auch so ein großes Füllhorn. Wo geht die Reise hin? Das muss man da ja auch nochmal im Blick behalten. Auf der anderen Seite, wir übertragen ja seit zwei Jahren die Diamond League zusammen mit SportyrupTV und wir als ARD und ZDF haben fünf Meetings pro Jahr, die wir live übertragen können.

Das ist so noch nicht angekommen in der Öffentlichkeit. Da ist noch deutlich Potenzial drin, obwohl diese Dinge sehr erfolgreich laufen. Das muss man halt auch sagen, die laufen sehr erfolgreich, auch in der Nachverwertung. Und du hast gesagt, okay, Lausanne hat ja keiner mitgekriegt. Es gab eine Zusammenfassung sowohl bei uns als auch beim ZDF.

Die laufen sehr, sehr gut. Aber das ist diese Resonanz, die man selbst gespiegelt bekommt. Mein Handy ist explodiert nach dieser EM. Okay, man kann jetzt auch nicht einen banalen Wettkampf mit einem EM-Titel gleichsetzen. Das muss man einfach so sagen. Aber man hat trotzdem oft das Gefühl, man findet nur zweimal im Jahr statt.

Also wirklich einmal die deutschen Meisterschaften und einmal die Europameisterschaften. Und alles andere ist wirklich sehr, sehr abgeflacht, außer du wächst komplett über dich hinaus. Also so dieses... Ja, deutscher Rekord zu laufen oder sowas bei irgendwo, das würde wahrscheinlich schon auch ein bisschen eine Lobby bekommen. Aber ich kriege das ja auch einfach mit durch die Menschen, die ich, sage ich mal, in meinem Alltag treffe.

Und wenn du die im Februar fragst, dann sagen die so, ja, machst du überhaupt noch was? Oder trainierst du eigentlich? Und was steht denn dieses Jahr an? Und wenn ich jetzt dieses Jahr nicht gut, also es haben mich so viele Menschen schon abgeschrieben, aber das finde ich dann trotzdem manchmal einfach krass.

Und wenn man jetzt, Fußball ist immer ein schlechtes Beispiel, aber oder auch Tennis oder Formel 1 oder all diese Sportarten, die finden halt in regelmäßigen Abständen statt und sind dann halt auch groß. Und wir haben das wirklich eigentlich nur so einmal im Jahr enorm und alles andere ist so ein bisschen abgeflachter.

Und ich weiß auch nicht, wie man es besser machen kann, aber ich wünschte mir halt trotzdem, es gäbe noch den einen oder anderen Wettkampf mit ein bisschen mehr Präsenz. Und wenn du mir sagst, das ist schon mehr geworden, dann bin ich da ja als Athlet froh, weil ich meine, ihr habt fünf Diamond Leaks übertragen, ich habe dieses Jahr drei gemacht.

Es gibt ja aber 14, das heißt, die Chance, dass das am Wachsen ist und dass uns das halt auch noch mehr Präsenz als Athleten geben kann, ist ja auch der Anspruch zu sagen, okay, ich muss da dabei sein, ich muss da gut sein, weil, das einem ja natürlich auch in die eigenen Karten spielt. Und das sind natürlich auch bei der Auswahl meiner Wettkämpfe, wo ich sage, okay, einmal die Präsenz vor Ort, also es gibt ja auch lokale Wettkämpfe, die irgendwie wichtig sind und dann eben, die mediale Präsenz, weil das sind ja alles Dinge, die uns irgendwie auch, ich sag mal, helfen, als Sportler dann irgendwie auch davon zu profitieren.

Und mich persönlich motiviert das halt auch. Also das ist so eine gewisse Motivation, die das mit sich bringt und eben auch die Sichtbarkeit generell. Ich hatte trotzdem, und das ohne das jetzt irgendwie, wir hatten zu meinen, oft das Gefühl, dass so das Interesse am Laufsport ist extrem groß, aber auch von jungen Leuten noch leichter ledig zu machen, das, Habe ich immer häufiger das Gefühl, dass es nicht mehr so präsent ist, als es war, als ich jung war.

Dass dieses Social Media viel größer ist, das gab es ja damals alles gar nicht. Also das muss man ja jetzt auch sagen, das sind die letzten fünf, sechs Jahre ist Social Media enorm groß geworden. Und da muss man jetzt auch sagen, bei der EM, das hat unwahrscheinlich einem auch, ich sage mal, die Möglichkeit gegeben, das für die Wahrnehmung.

Und das ist halt auch cool, weil man halt am Ende sagt, okay, ich investiere so viel und es ist auch schön trotzdem, dass es einfach wahrgenommen wird von außen. Also die Zahlen im analogen Fernsehen haben sich eher nach oben entwickelt als nach unten entwickelt. Was sich ja ein bisschen anders ist, ist halt, die Leute lesen keine Zeitungen mehr.

Und das ist ein Unterschied, halt auch in natürlich unterschiedlichen Altersgruppen unterschiedlich. Meine Töchter kriegen Leichtathletik jetzt nicht unbedingt dadurch, dass sie halt stundenlang das gucken, Ja, auch wenn ich es kommentiere, nicht, sondern weil die Clips ihnen zugespielt werden. Ja. Und dann ist das Interesse aber wieder da, weil das koppelt ja wieder rück. Genau.

Und noch einmal zu Ultimate Championships. Ihr müsst halt auch mal eine Perspektive des Weltverbandes sehen. Das ist halt eine globale Sportart, die extrem verbreitet ist. Keine andere Sportart hat über 70 Nationen, die Medaillen gewinnen bei Weltmeisterschaften. Keine andere. Und die anderen Athleten in Asien und in Südamerika und in den USA oder in Kanada, die haben natürlich nicht so eine Wertigkeit mit ihrer regionalen Meisterschaft, wie wir in Europa mit den Europameisterschaften.

Weil wir eben als Sportgruppe Europa, das sind halt sehr viele Millionen Menschen, die da zusammenkommen und deshalb hat das eine andere Wertigkeit, weil Leichtathletik ja tradiert durchaus aus Europa ja gewachsen ist. Das haben die anderen nicht. Deshalb waren die Amerikaner und ja auch in Teilen die Afrikaner ja auch so auf dieses Wochenende geshaped, weil die hatten halt das andere Highlight in dieser Saison nicht.

Also das muss man eben als Entwicklung auch sehen. Der Weltverband muss ja eine globale Entwicklung seiner Sportart haben. Dass es da natürlich dann Brechungen gibt und Parallelitäten gibt. Die EM im Olympia-Jahr ist ja auch so ein Punkt. Das ist ja auch schwierig zu handeln. Was machst du da? Setzst du da einen Peak oder setzt du da keinen Peak?

Das muss man ja alles machen. Und jetzt hat das zum ersten Mal stattgefunden. Brauche ich das? Das kann man jetzt noch gar nicht sagen. Weil die Golden League und die Diamond League, die hat auch irgendwann angefangen. Ich kenne die Leichtathletik aus einer Zeit, wo es das beides nicht gab. Und das, was in der Diamond League jetzt zum Beispiel gerade erzählt wird über.

Den Schirm, das finde ich viel schlechter als das, was sie in der Ultimate Championship gemacht haben. Ich fand es gut, muss ich sagen. Also die Ultimate Championships als Event an sich, das fand ich gut. Mehr kann ich ja auch nicht behaupten. Es war präsent, die Übertragung war gut. Auch wieder dieses, was über Social Media ausgespielt wurde, macht die Diamond League meiner Meinung nach sehr schlecht.

Weil ich meine, die haben, glaube ich, alle Rechte und da kommt wenig an. Außer jemand ist halt über diese ganzen Sub-Sportseiten, die dann halt irgendwelche Rekorde zeigen. Und so, das fand ich jetzt auch viel, viel besser. Und auch diese Art, die Athleten zu präsentieren, war natürlich hip und jung. Und das wollen auch vor allem die jungen Menschen eben sehen.

Und das ist das, was, glaube ich, gerade bei der jungen Generation enorm gut ankommt. Und ich meine, was man auch sagen muss, Leichtathletik in Europa hat immer noch mal, finde ich, noch einen ganz anderen Flair als alles, was ich jetzt in anderen Ländern so mitbekommen habe, weil dieses Drumherum und dieses ganze Event und dass eine ganze Stadt lebt, das finde ich noch mal viel, enormer, wenn das irgendwie so ein Event in Europa stattfindet, das muss man einfach.

So sagen und ja. Ja, also ich hoffe natürlich, dass es weiter solche Events gibt, aber dass halt jetzt sowas etabliert ist, wie ich das vorhin gesagt habe, wie eine EM, WM, Olympia einen anderen Stellenwert hat, das kann man ja auch nicht vergleichen mit was, was jetzt komplett neu, wenn das jetzt zehn Jahre hintereinander stattfindet und dann weiß man halt, okay, das ist so ein cooles Event, dann wird das sicherlich von der Wertigkeit auch wachsen.

Aber letztes Jahr hatten wir ja diese Wettkampfserie in den USA, die dann irgendwie nach zwei Meetings geplatzt ist. Das war ja eine ähnliche Sache. Man probiert sich halt aktuell aus. Und die Leichtathletik und die Welt ist halt im Wandel. Früher wurde das Mini-Internationale in Koblenz im Fernsehen übertragen.

Das war ein riesiges Meeting. Da habe ich dann irgendwann mal was gesehen von früher, wo da irgendwie Sepp Co. gelaufen ist oder so, wo ich dachte so, Ja, das hätte ich niemals gedacht. Ich bin da einmal gelaufen. Es war gar nicht so groß, als ich noch jung war. Und die Welt dreht sich weiter. Die Dinge ändern sich. Manches überlebt, manches überlebt nicht.

Es wäre wünschenswert, wenn man noch das ein oder andere Event mehr hätte, wo man sich als Sportler, sage ich mal, so ein bisschen mehr präsentieren kann, wo man vielleicht auch so ein bisschen davon profitiert. Das wäre natürlich toll, aber gleichzeitig habe ich eben über die ganzen Jahre auch gelernt, man kann halt nicht auf jeder Hochzeit tanzen.

Das bringt die Sportart halt auch mit sich, dass man irgendwie ein Highlight im Jahr hat. Da muss man stehen und dass es halt nicht wöchentlich wiedererkehrend ist. Und das ist halt ein Fluch und ein Segen zugleich, gerade für die, wo die neben sich stehen an dem Tag, wo es nicht läuft, wo man verletzt ist, wo man nicht starten kann.

Da fällt halt gefühlt ein Jahr Arbeit ins Wasser. Und das Gleiche hatte ich auch schon. Ich meine, 2017 habe ich mir auch Großes ausgemalt. Dann liegt man auf einmal auf der Nase und dann trainiert man wieder ein Jahr. Aber das ist halt Teil des Sports. Und das macht es aber auch so schön, wenn es dann eben funktioniert.

Ja, also ich bin ganz sicher, dass Elemente aus den All- und Championships auch in die nächsten Weltmeisterschaften übernommen werden. Zum Zeitpunkt, wo wir hier übrigens veröffentlichen, ist schon die Entscheidung über die Austragung der Weltmeisterschaften 2029 und 2031 gefallen. Wann ist da das Datum?

Und es kann sein, dass es München eines dieser beiden Events bekommt. Also da können wir dann nochmal ganz anders diskutieren. Das ist sehr gut möglich. Die Entscheidung fällt am Dienstag. Wir nehmen ja heute am Montag auf, also aus unserer Perspektive jetzt am Dienstag wird diese Entscheidung gefällt.

Das würde noch mal was verändern. Wenn du dann noch mal Weltmeisterschaften in München hast, überlegt Philipp jetzt gerade, was er da machen könnte. Ob er doch noch mal auf die Bahn zurückgeht oder den Marathon laufen muss. Ich habe mich damit schon beschäftigt, ja. Das ist schon sehr, sehr verrückt, ja. Da bin ich gerade so ein bisschen aufgeregt innerlich. Da kommt dieser Wettkampfkribbel.

Ja, ich meine, das wäre natürlich das I-Tüpfelchen, um den Kreis zu schließen. Das muss man einfach sagen. Ich habe auch das Gespräch schon öfter gehabt, auch einfach aus Interesse, wie die Spekulationen sind, wer es bekommen kann. Ich sage mal, 31 wäre für mich schon schwierig, muss man ganz realistisch sagen.

Moment mal, warte, was haben wir vorher gesagt? Du bist gerade mal kürzlich erst 34 geworden. In drei Jahren, da hast du noch zehn Jahre Marathon-Karriere vor dir. Ja, aber man will doch den Marathon ausgliedern. Das ist ja das. Ja, das stimmt, ja. Ich muss ganz ehrlich sagen, das wäre für mich eine Motivation gewesen, zu sagen, okay, ich mache Olympia.

Im Rahmen der regulären Meisterschaften, wie man es kennt. Genau, ich laufe die Hindernisse 2028 und widme mich dann dem Marathon und habe 31 in Deutschland im Optimalfall. Eine andere Strecke. Aber dadurch, dass man ja, glaube ich, 29 das letzte Mal den Marathon bei einer WM integriert haben möchte und danach gibt es quasi separate Weltmeisterschaften im Marathon, würde bedeuten, dass, der Marathon nicht dabei wäre.

Und dann noch bis 2031 3000 Meter Hindernis zu laufen, Da wäre ich dann 39, das ist schon, ja, ich sehe das als sehr unrealistisch. Aber ja, das ist alles Spekulation. Ich bin sehr gespannt. Es wäre wünschenswert für Deutschland. Ich meine, ich saß 2009 im Publikum in Berlin bei der WM. Das war schon ein absolut krasses Highlight und für mich als junger Mensch auch ultra motivierend, da mal stehen zu dürfen.

Und das ist halt, wie gesagt, das Leichtathletik in Europa, habe ich ja eben schon angesprochen, ist absolut cool. Und gerade in Deutschland, die Leute lieben das. Das sieht man an so Wettkämpfen wie deutschen Meisterschaften, Eastdorf und da wäre natürlich eine WM. Das wäre nochmal ein Hammer. Und deswegen bin ich sehr gespannt, wie es ausgeht und dann unabhängig von meiner sportlichen Karriere und meinen Zukunftsplänen wäre es, glaube ich, für Deutschland total toll.

Dann machen wir da mal einen Punkt und freuen uns auf alles, was kommt. Wir wünschen dir jetzt erstmal einen wunderbaren Urlaub, einen unstressigen letzten Bundeswehrlehrgang. Dankeschön. Ja, der muss sein. Das ist auch okay. Ich habe mich am Anfang viele Jahre, bin ich da irgendwie drum rumgekommen.

Jetzt muss ich das mal zu Ende bringen und jetzt im Herbst ist zumindest, glaube ich, der richtige Zeitpunkt im Frühjahr. Das hat mich schon unter Druck gesetzt vor Saisonstart. Aber ja, jetzt erstmal durchatmen und dann geht es weiter. Das klingt doch gut. Dann wünschen wir dir und deiner Family erstmal einen schönen Urlaub, einen entspannten Bundeswehrlehrgang und dann einen hoffentlich sehr smoothen Einstieg wieder ins Wintertraining. Dankeschön.

Liebe Grüße natürlich an Wolfgang und die Trainingsgruppe und genau, ihr dürft Gesa natürlich auch bei ihren weiteren läuferischen Abenteuern folgen, also wahrscheinlich, ich würde mal sagen, 90% tun das wahrscheinlich eh schon, aber wir verlinken es auf jeden Fall nochmal in den Shownotes, dein Insta-Account.

Ja, in diesem Sinne, viel Spaß beim Koffer packen und wir zu Hause. Wissen noch nicht, wann die Folge eigentlich rauskommt. Stimmt, ich weiß gar nicht, wie ich es abmoderieren soll, Ralf, weil wir noch ein bisschen jonglieren müssen. Entweder kommt es in der Berlin-Marathon-Woche oder wir machen es die Woche schon.

Das sehen wir dann noch. In diesem Sinne bleibt sportlich, passt auf euch auf und wir hören uns wieder in Alter Frisch. Macht's gut, ihr Lieben. Ciao, ciao.

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