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Shownotes
Was war das wieder für ein Wahnsinns-Marathon-Sonntag in Berlin: Großes Drama, starke Leistungen und mitten drin: Anna Langerwisch! Sie pulverisierte beim BMW Berlin-Marathon in ihrem erst dritten Rennen über die 42,195km ihre persönliche Bestzeit auf :31h und kam als beste deutsche Läuferin ins Ziel. In der neuen Folge erzählt sie, wie sich dieser besondere Lauf angefühlt hat – von den Erwartungen vor dem Start bis zu den entscheidenden Momenten auf der Strecke.
Ralf und Philipp sprechen mir der Polizistin über ihre ungewöhnliche Karriere, den späten und eher zufälligen Einstieg ins Laufen, über Training, Renntaktik und den Umgang mit Druck: Wie bereitet man sich auf einen Marathon vor, und was geht einem durch den Kopf, wenn plötzlich alles zusammenkommt? Ein Gespräch über Ausdauer, Vertrauen in den eigenen Weg und einen starken Auftritt in der eigenen Stadt.
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Was war das schon wieder für ein Wochenende? Ja, okay, wir haben uns alle gefreut auf Berlin, ist ja klar. Für alle, die nicht da waren, ihr habt was verpasst. Wetter war cool. Die Stadt brennt dann halt auch irgendwie. Und das versuchen wir jetzt mal ein bisschen zu kanalisieren im Besser-Podcast von Philipp Flieger und Ralf Scholt. Oder lüge ich?
Nee Ich hab jedes Jahr aufs Neue, Ralf hab ich das Gefühl, die Event-Dichte schon vor dem eigentlichen Highlight am Sonntag die nimmt immer weiter zu du kannst irgendwann, du kannst gar nicht mehr alles erfassen und mitkriegen und von Pre-Events und Shakeout-Runs und alles was schon zu diesem, Highlight-Morgen hinführt und hinleitet, ist irre, die ganze Stadt.
Vibriert ich bin einen Tag später angekommen, als ich sonst nach Berlin komme, nämlich am Freitag erst und als ich da am Hauptbahnhof ausgestiegen bin, auch überall Leute, die ganz offensichtlich, das siehst du dann, Schuhen, die am Rucksack hingeknotet sind, also Laufschuhen oder am Outfit, dass die jetzt auch hier gerade angereist sind, eben für den Marathon und das ist einfach speziell.
Wir haben schon oft drüber gesprochen, klar, Morning Run in der Stadt oder im Speziellen rund um Tiergarten, da, triffst du natürlich auch jede Menge Leute und ich weiß nicht, ob das stimmt, haben jetzt keine offiziellen Zahlen, jetzt glaube ich zur Hand auf die Schnelle, aber ich habe auch ein bisschen das Gefühl, Das war ja, glaube ich, ein neuer Teilnehmerrecord und ich habe das Gefühl, es wird irgendwie doch nochmal internationaler, zumindest bei den Events, bei denen ich dann auch für Adidas teilweise war oder, auch teils bei mir im Hotel oder auf der Straße, also Menschen, die dann irgendwie in Sportklamotten unterwegs waren oder auch nach dem Rennen in, ganz offiziellem Berlin-Marathon-Merch unterwegs waren, also den kaufst du ja
nicht, wenn du den nicht mitgemacht hast, so, in aller Regel. Auch ganz viel englischsprachig unterwegs gewesen. Aber da wäre interessant, ob mich mein Eindruck irgendwie täuscht, aber nee, war alleine schon die Tage davor schon wieder richtig. Elektrisierend, so muss man sagen. Berlin-Marathon ist was, da fahre ich nach Hause, eigentlich bist du irgendwie platt, also weil du halt, vielleicht die eine oder andere Nacht ein bisschen kürzer war, man hört, meine Stimme ist langsam wieder hergestellt an einem Mittwoch, aber kürzere Nacht plus tagsüber, also durchgetaktet bis zum geht nicht mehr.
Und trotzdem habe ich das, dass ich die ganze Woche danach so ein, weiß ich nicht, mich so energetisch fühle. Ich nehme da irgendwie mal viel mit. Also ich war tatsächlich, was die Teilnehmerzahlen angeht und die Internationalität überrascht, aber andersrum, ehrlich gesagt. Ich habe zum ersten Mal zum Marathon jedenfalls relativ weit im Westen gewohnt, nämlich tatsächlich unmittelbar am Kudamm.
Eigentlich da, wo ich sonst eher fürs Isthaft, was ja ganz im Westen ist, im Stadion übernachten würde aber da habe ich noch nie so, zum Marathon das Wochenende verbracht was wirklich auffällig war und insofern kann ich das nachvollziehen was du sagst, ich bin am Donnerstagabend angekommen, relativ spät und selbst am Abend liefen noch Leute den Kudamm rauf und runter, also joggten und das waren alles Menschen, relativ offensichtlich, die nicht aus Deutschland waren.
Ziemlich viele japanisch konnotierte Menschen. Das ist ja auch eine sehr große Gemeinde, jedes Jahr wieder, weil der Berlin-Marathon einen extrem hohen Stellenwert in der japanischen Laufbubble hat. Nicht nur was die normalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer angeht, sondern auch bei der Elite. Das war bei den Männern, da waren sehr viele japanische Männer dabei, also Top-Kategorie-Männer dabei.
Aber ich habe dann irgendwann, ich weiß gar nicht mehr, wo das war, bei irgendeiner Veranstaltung, habe ich gehört, dass 11.000 Berlinerinnen und Berliner gestartet sind. Wow, das ist eine stolze Zahl. Das war für mich eine Zahl, die ich so viel niedriger geschätzt hätte. Ja, ich hätte gedacht, es sind vielleicht 15.000 Deutsche, aber es sind 11.000 Berlinerinnen und Berliner.
Das finde ich wahnsinnig viel. Also Berlin ist eine große Stadt, alles gut. Aber das ist trotzdem viel. Ja, das ist ja grob der gesamte Frankfurt-Marathon. Ja, die haben vielleicht 12.000, 13.000, aber müsst ihr euch mal überlegen, wie viele Menschen das halt auch in Relation zur Gesamtbevölkerung sind, das ist viel. Das ist richtig viel.
Und da war ich überrascht. Über die Internationalität weiß ich gar nicht. Ich hätte immer getippt, dass es 60, 70 Prozent sind, ehrlich gesagt. Internationale? Ja, ja. Ja, das habe ich vielleicht unterschätzt. Ich hätte gedacht, dass das vielleicht doch insgesamt eher so eine Fifty-Fifty-Nummer ist. Würde ich jetzt aber auf jeden Fall nicht mehr so sagen. Also wahrscheinlich die 60, 70 halte ich auf jeden Fall für realistisch.
Und ja, erstaunlich, dass also, ich glaube, oder ich habe es nicht offiziell gesehen, aber ich hatte jetzt zumindest nicht im Hinterkopf, dass schon mal über 56.000 Starterinnen und Starter an der Startlinie waren. Das ist natürlich auch interessant, dass das immer noch scheinbar ausbaufähig ist, Weil irgendwo denke ich mir ja dann trotzdem, die Strecke ist ja jetzt bis auf ganz wenige kleinere Änderungen ja nicht mehr, weißt du, also die Engstellen, die es hat, die gibt es ja, ne, die, wirst du irgendwann wahrscheinlich ja trotzdem nicht mehr weiter expandieren können.
Bin ich gespannt. Startwellen waren weiter auseinandergezogen. Die waren weiter auseinandergezogen, das stimmt, ja. Und was, glaube ich, auch eine gute Entscheidung war, ist, weil ich fand es am Sonntag trotzdem nicht heiß, aber es war wärmer, als ich erwartet hatte, weil ich Samstag früh eben auch einen Adidas-Shakeout-Run gemacht habe und da fand ich es perfekt. Klar, es war ein bisschen vor der Startzeit, es war so sieben, halb, acht.
Und da hatten wir acht Grad. Und das fand ich optimal, trotzdem blauer Himmel und so weiter. Ich glaube, am Start ... Und Sonntag waren es, glaube ich, zwölf, zumindest, wenn mein Handy halbwegs korrekt war. Und es ist dann doch relativ schnell geklettert. Nämlich, ich glaube schon, dass zur Zeit des, also Siegerinnen, Sieger im Ziel, werden wir schon, glaube ich, so bei 18, 19 Grad gewesen sein.
Was jetzt nicht heiß heiß ist aber damit darf ich nicht vergessen Startwellen weiter auseinander plus viele Menschen, die ja dann auch mal Zeiten über vier Stunden laufen, da kann man ja einfach mal mitrechnen, wann die ins Ziel kommen also, dann ist es halt doch auch wieder durchaus herausfordernd und ich fand schon auch, dass man das, was ich teilweise gesehen habe, die ersten 15 Kilometer bin ich ja auf der Strecke gelaufen mit der RTL Spendenstaffel und hab da dann diese Schalten gemacht, bin später mit dem Motorrad dann zu Kilometer 32 noch gefahren, wo ich dann, Kai Pflaumel und Felix getroffen habe für eine kurze Interviewsequenz.
Da hast du schon gesehen, da waren wir auch an einer, später mit dem Motorrad sind wir noch vorbeigefahren, an einer Stelle, wo nochmal der Verpflegungspunkt war. Also schon viele Leute, die dann auch gegangen sind oder um sich glaube ich einfach nochmal richtig entweder was über den Kopf oder trinken und macht Sinn, aber bin mal gespannt.
Noch früher wird dann schon irgendwann sehr früh. Aber das Wochenende ist halt... Ich fand es auch den richtigen Weg. Ja, total. Das ist ja jetzt auch alles noch im Bereich, wo das geht wunderbar. Ein Triathlon geht morgens um sechs los. Genau, ja, absolut. Das weiß ich jetzt nicht. Da müsste man jetzt im Zweifel...
Muss man da schwimmen morgens um sechs auch nicht? Ich ziehe zurück. Ich kann mal besser laufen. Ich möchte ein paar Shoutouts machen, bevor du gerne ein paar Einschätzungen, zu dem besonderen Ding, die in der leistungssportlichen Bubble passiert sind, machen kannst. Aber so ein paar Shoutouts. Erstens.
Herzlichen Lübbenwurz, Tim Nowak. War bei uns im Podcast. Zehn Kämpfer, ihr erinnert euch. Karriere beendet und dann gesagt, okay, let's go, ich laufe Marathon. Hat er geschafft. Super Ergebnis, 3 Stunden 30. Aber weißt du, wo ich den getroffen habe? Ich weiß nicht, ob ich das hier im Podcast erzählt hatte. Und da muss man sagen, Tim Nowak, ich schließe mich 100% an. Fettes Shoutout und Chapeau.
Denn der hat sich heimlich sehr speziell auf diesen Berlin-Marathon vorbereitet. Nämlich in einem österreichischen Trail-Rennen. Denn Tim ist auch die Infinite Trails gelaufen. 30 Kilometer mit knapp 2000 Höhenmeter. Als ich dort war, weil ich saß dann im Hotel und dachte mir so, hä, den Kollegen da drüben am anderen Tisch, der kommt mir total bekannt vor, der sieht doch irgendwie aus wie Tim Nowak, da bin ich mal rübergegangen und ich dachte, das ist Tim Nowak, Tim, was machst du denn hier, ja, ich laufe morgen mal meinen ersten Trail, meinen Trail mit, ich so, was für eine Strecke läufst du denn da, ja, die 30 Kilometer, ich so, ja gut, dann wird Berlin, also erstmal wirst du kürzer unterwegs sein, zeitlich und es wird ein paar weniger
Höhenmeter geben, also, ja, der ist voll im Ausdauergame angekommen und tatsächlich also 3 Stunden 30, meine Güte, Respekt. Absolut. Kleine Nebenbewerkung. Falls Frank Busemann zuhört, seine Bestzeit ist bisher 3,39. Ich weiß, dass ihn sowas triggert. Ein weiteres Shoutout geht an Rick Zabel. Auch der hat ein bisschen gelitten hinten raus.
Als Radprofi hat er Leiden in seinem Leben, glaube ich, durchdekliniert. War mit ganzer Family da. Muss wohl großer Moment für ihn gewesen sein, die an der Strecke zu treffen, hat auch angehalten und so weiter. Shoutout, super Ding. Hat einen sehr guten Pacemaker und Unterstützer gehabt, nämlich unseren Podcast-Gast Arne Griskowiak, der ihn da bestimmt unterwegs auch nochmal an den richtigen Momenten ins Gewissen geredet hat.
Wie man jetzt in dieser Situation mit dem Arsch geredet, heißt das. Wenn wir schon bei Tempomacher sind, Felix hat natürlich einen super Job mit Kai gemacht, der wir haben es vielleicht schon einen Tacken vorher gewusst, aber trotzdem war es ja eine vergleichsweise spontane Sache. Ja, und super cool, Kai. Vor allen Dingen, Mir hat das Video Treppe runtergehen an diesem Tag am allerbesten gefallen.
Also der ist wirklich Kai. Super fit. Also super fit. Sehr cool. Einfach mal Marathon laufen. Warum? Weil er es kann. Das ist ein bisschen unverschämt, aber es ist sehr cool. Dann, ich vergesse jetzt natürlich 23 Leute. Mark Tortell. Oh ja. Werner, der ja als Influencer unterwegs ist. Aber der Laufende dann doch ein bisschen ernst nimmt. 2,27, glaube ich.
17 Mal angehalten, 83 Videosequenzen gedreht. Ich habe ihn bei Kilometer 34,5 gesehen. Er machte noch einen super Eindruck. Und er hat eine komplette Bahnsaison hinter sich, über 1500 Meter. Ja, come on. Und dann noch so abzurocken und Spaß zu haben. Vor allem Spaß zu haben. Großer Sport. Dann natürlich Jan Frodeno.
Ersten Einzelmarathon seiner Karriere, klar, als dreifacher Ironman Weltmeister von Hawaii. Er war nervös. Er war wirklich angespannt. Er hatte ein Megaprogramm vorher. War die Woche vorher noch in den USA wegen eines Termins wieder zurück. Hatte auch die Tage davor noch wirklich eine Menge Dinge, die er klären musste.
Hat sich eine Woche vorher, vielleicht hat es der ein oder andere gesehen, noch so ein kleines Melanom am Auge wegnehmen lassen müssen, Verdacht auf Hautkrebs und solche Sachen. Das lässt einen ja nicht, Ganz unbeeindruckt, kam mit relativ wenig Schlaf dahin und so weiter. Wir waren gemeinsam auf einer Veranstaltung von Schneider Electric, die ja als neuer Sponsor eingestiegen sind beim Berlin Marathon, da hat er einen Vortrag gehalten, großartig, die Leute haben es geliebt.
Und der läuft dann mal eben eine 2,23, 33. Leute, das ist richtig schnell. Und auch den habe ich bei 34,5 gesehen, da war die Cheering Zone und mein Hotel. Der hatte so ein Dauergrinsen im Gesicht, auch wenn es sicher nicht nur einfach war, aber den hat das mal richtig geflasht. Und last but not least, du kennst sicher auch Rotrichter.
Nein? Die älteste Teilnehmerin gewesen, Ruth Richter. 88 Jahre jung. Hat begonnen mit ihrer Karriere nach zwei schweren Krebsoperationen. Ist eingestiegen ins Laufgame mit 72 Jahren. Hat erst beim SCC geholfen, Kleiderbeutel anzunehmen und wieder auszugeben. Und ist an diesem Wochenende... Mit 7 Stunden 40 und 36 Minuten ins Ziel gekommen.
Und was hat sie gesagt, hat sie danach zu Hause gemacht? Gesungen und getanzt. Liebe Ruth Richter, du bist die Inspiration. Ja. Brutal stark. Cool, ne? Ja. Das ist ja nun mal die Range, die hinter dem Leistungssport Irrsinn, sag ich mal. Und wir haben ja gleich mit Anna, die mega Überraschung aus dem spitzensportlichen Bereich, ja, was wirklich weniger auf dem Schirm hatten vielleicht, ja, du kanntest die sicher aus dem Marathon Berlin-Umfeld und so, aber viele ja nicht und dann natürlich auch eine unglaubliche Geschichte mit Tiges Langsäfer, das ist ja auch wahr.
Ja, es ist, also hat sich schon wieder vieles auch in Berlin überschlagen beim Marathon, also, Dinge, klar, es ging eigentlich schon irgendwie los im Vorfeld, muss man fast sagen, mit der Absage von Sebastian Sabe, das hat sicherlich ja, die Veranstalter sehr, sehr getroffen, trotzdem muss ich dann auch sagen, das Rennen der Männer war spannend und auch, ich muss sagen, die Zeit war ja trotzdem top, qualitativ absolut hochwertig, Siegzeit, da kannst du nichts sagen, dass jetzt da nicht der nächste sofort.
Parat steht, der dann jetzt hier irgendwie unter zwei Stunden rennt, das war ja auch jetzt in der Konstellation, glaube ich, nicht unbedingt zu erwarten, aber Gia Dola ist ja auch ein ehemaliger Sieger. Ich glaube, der hat vor drei oder vier Jahren schon mal gewonnen oder fünf Jahren vielleicht sogar, aber auf jeden Fall war der schon. Und hat ja einmal Elliot in seinen besten Zeiten herausgefordert.
Richtig, genau. Also das ist einer, der die Strecke sehr, sehr gut kennt und der daraus ja dann auch Kapital schlagen konnte und noch, glaube ich, muss ja für ihn auch eine neue Bestzeit gewesen sein. Und ja, jemand, der auch neue Bestzeit gelaufen ist, aber anders als sich das alle gewünscht haben, sie natürlich auch, das war, wie du schon gesagt hast, Tigist Aceffa, die ist eine extrem beeindruckende 2 Stunden 11.08 gelaufen, die zweitschnellste jemals gelaufene, drittschnellste jemals gelaufene Zeit einer Frau.
Aber das Bittere daran ist, ich meine ganz viele, wenn es hier schon verfolgt haben, dass die bis grob zwei Kilometer vorm Ziel auf Weltrekordkurs war. Und ich glaube so um die 20 Sekunden unterhalb des Weltrekordkurses, es sah eigentlich aus, als ob alles angerichtet wäre. Und ja, dann hat sie plötzlich Schmerzen gehabt, das war leicht zu erkennen.
Sie hat gehumpelt und konnte kaum noch auf das eine Bein treten und hat sich dann, ja man muss sagen, ins Ziel geschleppt. Zwei Minuten, glaube ich, verloren auf diesen zwei Kilometern und dann hat es eben nicht mehr zu einem Weltrekord gereicht, sondern nur in Anführungszeichen noch zu einer neuen persönlichen Bestzeit.
Und das besonders Tragische ist, also dass sie sich in irgendeiner Art und Weise wehgetan hat, das konnte man ja dann erahnen, sonst, wäre das ja nicht erklärbar, aber sie hat sich wohl die Achillessehne gerissen, so ist es jetzt ja publiziert worden oder herausgegeben worden und bestätigt worden. Ich kann mir das gar nicht mal vorstellen, wie man mit einer gerissenen Achillessehne nochmal zwei Kilometer hinten raus beim Marathon überhaupt schafft, sich fortzubewegen. Sie hat es geschafft.
Und ich muss sagen, das war, glaube ich, schon ein absoluter Gänsehautmoment. Auch die Situation im Ziel danach und wie Heile Gebrissalassi ja dann gleich zu ihr geeilt ist und sich dann auch um sie gekümmert hat. Das sind, glaube ich, auch Bilder, die um die Welt gegangen sind. Und der hat sich dann direkt seiner Landsfrau angenommen. Und ja, das war absolut dramatisch.
Deutsche Sicht, Frauen, ja, wissen glaube ich auch alle Bescheid. Es ist für Esther Pfeiffer alles andere als gelaufen, wie sie sich das erhofft hat. Das Rennen war leider relativ früh für sie vorbei, Kilometer 14 oder 15. Ich habe es, wie gesagt, ja nicht live gesehen. Ich habe es halt auf dem Ohr gehört.
Ähm, ja ein harter Schlag mit Sicherheit, also das haben sie ja dann auch, ähm, öffentlich ja dann, ähm, eingeräumt und gesagt naja, der Druck war sehr groß und, ähm dass sie da, doch sehr mental belastet war, dass sie sich auch auf den Marken, ähm, umgeschlagen ist und sie sich, ähm. Ja einfach, wie soll ich sagen, nicht in der Lage gefühlt hat das irgendwie abzurufen, wofür sie so trainiert hat ähm.
Eine andere Athletin, die es auch nicht an die Startlinie geschafft hat, war Laura Hottenroth. Also die war ja da, aber hat sich in der Nacht vor dem Wettkampf wohl auch hundeelend gefühlt, hat sich irgendwie einen Infekt reingezogen, der da in der Nacht rauskam. So unter den Gesichtspunkten muss man ja sagen, kluge, wenn auch sicherlich sehr schwere, aber kluge Entscheidungen einfach nicht zu starten unter solchen Voraussetzungen.
Das ist auch für Profiathletinnen und Athleten gefährlich einfach wirklich. Unter anderem kann durchaus lebensgefährlich sein. Und das ist natürlich jetzt. Unserem Gast in dieser Woche, was heißt zugute gekommen, das klingt jetzt sehr negativ. Natürlich, die wäre auch ein tolles Rennen gelaufen, wenn die anderen beiden, mit gefinisht hätten, wie auch immer das dann ausgesehen hätte.
Aber Anna Langerwisch ist für mich die Neuentdeckung sozusagen im deutschen Marathonlauf. Die ist mit 2,27 eine neue persönliche Bestzeit gelaufen, hat sich fünf Minuten verbessert. Es ist erst ihr dritter Marathon gewesen. Sie ist eine absolute Quereinsteigerin, da kommen wir später noch ausführlich dazu. Das war ein überragendes Rennen, das außerhalb ihres Betreuungs- und Trainings-Setups wahrscheinlich gar nicht viele Leute für möglich gehalten haben.
Ich hatte witzigerweise mit Timo Göhler an der Get-Together-Party am Freitag schon kurz gesprochen. Er meinte, die hat richtig was drauf, wirst du am Sonntag sehen. Hat er nicht so viel versprochen, ihr Coach, sondern die hat genau das eingelöst, was er ja insgeheim schon vermutet hatte. Und aus Sicht der Männer, deutschen Männer muss man sagen, da gab es jetzt keine neuen Bestleistungen, aber ich finde, das ist so ein bisschen untergegangen, ich finde grundlegend total solide Leistungen, also Hafton Welder war bester Deutscher, Aaron Bienenfeld war der zweitbeste Deutsche und Sebastian Händel war der drittbeste Deutsche, Hafton hatte eine 208er Zeit, die anderen beiden 209er Zeiten.
Ich weiß nicht, also ich hatte so kurz diesen Impuls zu denken so, wann sind wir davon abgekommen, Zeiten unter 2.10 gut zu finden. Also was ich meine, guck mal, gehen wir 10 Jahre zurück, da hätte man sich alle Finger danach abgeleckt, dass wir ein paar deutsche Männer haben, die Sub 2.10 laufen. Wir haben drei, zum Beispiel bei Sebastian Weiß, mit dem habe ich noch Abend gegessen am Sonntag, der hat jetzt ja wirklich auch keine leichte Phase hinter sich mit Verletzungen, mit schwierigen Vorbereitungen, der ist eine 2-0-9 gelaufen, hey, come on, super solide, also was wollen wir denn?
Bei Aaron, der hat ja auch dann ein paar Statements nochmal rausgegeben, dass er ja doch auch sich also so ein bisschen, wie sagt man es denn so, schwer tut, auch ja so ein bisschen mit Erwartungshaltung, die er aber auch an sich selber hat, so weil ich habe das damals in Hamburg schon gesagt, was wir kommentieren durften.
Ey, 2.08, der allererste Marathon ist super krass. Ich glaube, das ist das krasseste Debüt von einem deutschen Mann überhaupt, meiner Meinung nach. Ich kenne jetzt gerade niemanden, der so überhaupt debütiert hat. Und dass er natürlich motiviert rangeht und für eine Bestzeit trainiert, ist ja ganz logisch und die auch probiert.
Aber ich wäre weit entfernt davon zu sagen, dass ein 209 in seinem zweiten Marathon irgendwie ein Failure ist oder sowas. Das ist doch immer noch alles wunderbar, ist alles gut, alles stark. Aber das ist natürlich dann insgesamt, glaube ich, das deutsche Männerrennen ein bisschen hinten runtergefallen.
Ja, es war viel los, auf jeden Fall. Ja, das macht ja jetzt noch mehr Bock auf den Rest des Herbstes logischerweise, weil jetzt am Wochenende läuft Richard Ringer ja Halbmarathon in Köln. Oft läuft er das ja in der Marathonvorbereitung, sein Ziel ist ja Frankfurt. Dann aus dem Training raus bin ich sehr gespannt, freue ich mich schon total drauf.
Dann natürlich das Aufeinandertreffen der vermeintlich drei stärksten Deutschen in Frankfurt. Aber insgesamt hat natürlich Berlin schon jetzt auch wieder ein krasses Ding dahin gebombt also die Veranstaltung insgesamt, die weckt halt nach, hast du ja gesagt wir sind zwischendurch auch noch in München, da sind wir ja auch gespannt, wie sich das dann vor Ort für uns anfühlt, weil ich bin nur zum EM-Marathon in München gewesen, oder zu den beiden EM-Marathons, die da stattgefunden haben, deshalb freue ich mich da schon sehr drauf.
Aber du darfst jetzt noch ein bisschen die Anna lobhudeln, weil mit der durften wir heute reden und das ist schon cool genug. Das war cool genug, die hat nämlich einen sehr engen Zeitplan, kurz bevor es für sie dann in ihren wohlverdienten Urlaub geht. Anna Langerwisch, Teil des Marathon-Team Berlins, aber auch erst seit kurzem, nämlich seit Jahresbeginn ist sie im SCC und dann auch aufgenommen worden ins Marathon-Team Berlin, was ja auch von Adidas gesponsert und unterstützt wird.
Wir haben schon gesagt, absoluter Rookie, Quereinsteigerin, kometenhafter Aufstieg, wenn man mal guckt, was sie im Marathon gelaufen ist, in den Dreien, die sie bisher überhaupt gemacht hat. Auch auf anderen Strecken dieses Jahr überall Bestzeiten gelaufen, 10 Kilometer, Halbmarathon. Selber noch sehr, sehr jung eigentlich für Marathon. Und ich glaube, jemand, der mit, wie soll ich sagen, mit ihrem befreiten Wesen auch und ihrem, wirklich ansteckenden Optimismus eine Athletin für die Zukunft sein kann.
Und ich freue mich schon sehr auf das Gespräch mit ihr. und ihr euch hoffentlich auch. In diesem Sinne würde ich sagen, holen wir mal die Anna hier dazu. So Anna, wunderbar, dass du bei uns bist. Ich sage erst mal herzlichen Glückwunsch. Ja, vielen Dank auch für die Einladung und dass ich heute Gast bei euch sein darf. Ja, das ist uns eine totale Ehre.
Hat sich der Sturm schon gelegt oder wütet er noch um dich herum? Wie viel ist noch rot auf dem Handy? Es ist schon ein bisschen abgeflacht, aber natürlich ist das mediale Interesse aktuell sehr hoch und man springt eigentlich nur von einem Termin zum nächsten, was auch schön ist, aber super unerwartet.
Und deswegen, ja, auf einmal ploppt da so viel auf. Das ist total verrückt. Und dann kommen noch wir zwei und wollen hier auch noch reden. Möchtest du immer noch Profiläuferin sein? Ja, natürlich. Also es hat ja auch alles erst jetzt super frisch angefangen. Also ich stecke ja auch noch in den Kinderschuhen, was das betrifft.
Dementsprechend stehe ich, glaube ich, ganz am Anfang. Ja, also ich möchte mal vorwegnehmen, dass vermutlich vor dem 52. BMW Berlin Marathon selbst, ich würde mal sagen, Kenner der Szene jetzt nicht unbedingt deinen Namen ganz oben in ihrer Agenda hatten in Bezug auf beste deutsche Frau. Was einfach auch daran liegt und da kommen wir wahrscheinlich als erstes mit drauf zu sprechen dass deine Laufkarriere, in Summe also einfach überhaupt noch nicht lange besteht, weil du hast es ja in dem einen oder anderen Interview schon genannt, ich weiß nicht wer das von unseren Leuten, die hier alle zuhören schon vielleicht gelesen hat, du hast ja erst während der Pandemie überhaupt das Laufen für dich entdeckt,
da musst du mal erzählen wie kam das denn zustande, beziehungsweise was für einen Sport hast du vielleicht in jüngeren Jahren in noch jüngeren Jahren vorher mal gemacht? Ja, in meiner Jugend habe ich Fußball gespielt und da habe ich dann aber auch relativ schnell gemerkt, dass ich lieber ohne Ball laufe.
Also wahrscheinlich hat sich das da schon so ein bisschen abgezeichnet und als dann halt die Pandemie und auch mein Polizeistudium vor der Tür standen, wo ich ja auch wusste, dass ich da auf jeden Fall auch fit sein muss und auch ein Laufsemester habe. Ja, hat sich das dann irgendwie ergeben, weil man eh gerade kein Fußball spielen kann, nicht ins Fitnessstudio gehen kann.
Dann ist es natürlich einfach, sich die Laufschuhe zu schnappen und einfach rauszugehen. Und da bin ich dann am Ball geblieben, habe immer mehr Spaß daran gefunden, weil man ja auch super schnell irgendwie Erfolge erzielt. Also, dass man länger laufen kann, dass man schneller wird. Ja, genau, so hat sich das dann entwickelt über die Jahre.
Du bist also eine von diesen einen Millionen, die damals mit Laufen angefangen haben. Aber du bist eine, die nicht nur dran geblieben ist, sondern das halt ja auch jetzt dramatisch nach oben entwickelt hast, was deine Leistungsfähigkeit angeht. Wann hast du denn angefangen, dir mal Gedanken darüber zu machen, was genau du läufst und nicht nur, dass du draus gehst und läufst?
Ich glaube, der Punkt kam tatsächlich erst, als ich dann auch in den Verein eingetreten bin. Also ich bin letztes Jahr, ich glaube im Dezember oder November in den SCC dann auch erst eingetreten. Also ich habe vorher alles vereinslos gemacht, ohne Trainer, ohne Trainingsgruppe. Mir gar keine Gedanken darüber gemacht, was ich eigentlich trainiere, sondern ich war einfach nur super gerne, einfach eine Stunde laufen, so für mich, zum Ausgleich, zum Dienst.
Und dann, wenn man natürlich in ein professionelleres Umfeld auch kommt, dann im Verein und in der Trainingsgruppe, da fängt man dann auch mal an, sich Gedanken darüber zu machen, was man für Programme überhaupt machen kann, weil sowas wie Intervalltraining, das habe ich auch einfach nicht gemacht. Also ich dachte, warum soll ich mich denn alleine quälen? Mir reicht das Dauerlauftempo ja auch und das hat sich ja auch verbessert über die Zeit.
Wenn du eine Faible in der Leidenschaft fürs Laufen entwickelt hast, das haben wir auch jetzt natürlich aus der Ferne beobachtet, teils hatten wir auch Beispiele bei uns, im Podcast, die es auch so erzählt haben, also Laufen in der Pandemie entdeckt, dann irgendwann Pandemie überstanden, es gab ja dann auch wieder Lauf-Events, das ist ja das Schöne, auch natürlich nicht zuletzt auch hier beim BMW Berlin Marathon, dass da natürlich, dass das ein Riesen-Massen-Event ist.
Oftmals sind es ja aber kleinere Wettkämpfe, mit denen man vielleicht erstmal in Berührung kommt und eine Startnummer sich irgendwie anheftet. Weißt du noch, was dein erster Wettkampf war mit einer Nummer, wo du gesagt hast, und was hat dich dazu gebracht, das zu machen? Weil offensichtlich hast du ja schon gesagt, warst du ja erstmal happy mit, ich gehe raus, ich gehe laufen, ich nehme das als Ausgleich zum Polizeidienst.
Was hat dich dazu bewegt? Und was war es? Ja, ich war vorher wirklich gar keine Wettkampfläuferin. Ich dachte immer so, warum soll ich mir denn jetzt eine Startnummer holen? Ich kann ja auch so einfach laufen gehen. Auch die Distanzen von 10 Kilometer bis Halbmarathon, das hätte ich ja auch alles in meiner Freizeit so gemacht.
Aber tatsächlich hat mir dann ein Sportlehrer bei der Polizei dann irgendwann mal von den deutschen Polizeimeisterschaften Leichtathletik erzählt. Ich hatte mit Leichtathletik ja nie was am Hut, aber ich dachte so, okay, das ist ja eigentlich auch eine coole Erfahrung, kann man ja mal mitnehmen, vielleicht reicht es ja auch.
Und da hat sich dann der Kontakt zu unserer Fachwartinlaufen ergeben und die hat mir dann den Startplatz für den S25 in Berlin besorgt für die 10 Kilometer Distanz. Das war 2022 und da war ich dann das erste Mal sozusagen am Start mit einer Startnummer und auch das ist extrem gut aufgegangen. Also habe ich dann auch, aus dem Nichts eigentlich den ersten Platz gemacht und das war auch total verrückt.
Also wahrscheinlich war ja wirklich dieses Event auf die 21 und 25 Kilometer eher ausgelegt, was so die Profiläuferinnen und Läufer betrifft, aber, das war dann natürlich auch gleich erstmal so ein Motivationsboost, noch mehr dran zu bleiben. Da bist du ins Stadion reingelaufen. Habe ich das richtig in Erinnerung, dass du da noch mit einer langen Trainingshose gelaufen bist? Ja.
Ich glaube, es war noch über 20 Grad und ich dachte irgendwie, es wäre kalt, weil ich jetzt zum Start gefahren bin und da ist es immer noch ein bisschen frischer. Und dann ja, total verrückt. Also das würde ich heute im Leben nicht mehr machen. Und wenn minus 1 Grad sind, auch dann würde ich noch im Wettkampf im Kurs laufen.
Ja, aber das ist ja cool, dass du ja tatsächlich, also gut, wir reden jetzt natürlich von 2022, also das ist ja schon noch ein Stückchen Vergangenheit. Du hattest aber gar keine Idee, wie talentiert du bist, oder? Nee, absolut gar nicht. Und für mich hat sich das auch bis letztes Jahr eigentlich gar nicht abgezeichnet, weil bei allen anderen Wettkämpfen, außer jetzt vielleicht mal so Dorfläufen, wo man vielleicht mal eher eine Chance hatte, sich auch zu platzieren, war ich im soliden Mittelfeld.
Also auch bei den Polizeimeisterschaften, dann auf der Bahn, die 5000, Und da war ich nie irgendwie vorne mit dabei. Also deswegen, da ist dann letztes Jahr irgendwie der Knoten geplatzt beim Kaffee-Marathon. Das musst du ja auch nochmal vielleicht erzählen, weil ich glaube, das wissen ganz viele nicht.
Ich bin noch nicht sicher, ob das in der Fernsehübertragung rüberkam. Dass jetzt hier Berlin war dein, helfen wir mal kurz, dritter Marathon überhaupt, richtig? Ja, genau. Und Kassel war quasi, Kassel war Premiere, Debüt. Das ist, glaube ich, auch immer im Herbst, sprich letzter Herbst 2025. War das dann so, ich meine, darf man dein Alter sagen, das macht man jetzt bei Frauen üblicherweise nicht, aber einfach, damit die Leute vielleicht ein Feeling kriegen, weil du bist ja erst Mitte 20.
Also Mitte 20 ist ja auch für Marathon jetzt noch, klar, da hat sich auch alles ein bisschen früher verschoben, aber auch noch sehr jung. Und wenn du schon sagst, du hast davor das primär für dich gemacht, dann hast du gesagt, okay, cool, so mit einer Startnummer und vielleicht ein bisschen Bauchkribbeln, ist ja auch ganz cool, mal hier und da ein, zwei Events zu machen.
Was hat dich dann bewogen, dann direkt einen Marathon zu machen? Oder war da schon, hast du da für dich schon irgendwie Training strukturierter gemacht? Weil wir kennen viele Leute, die natürlich irgendwann mal sagen, Ralf vor allem auch, ja Marathon ist so ein Lifetime-to-do, das muss auf jeden Fall noch kommen.
Das ist jetzt aber vielleicht mit Anfang, Anfang, Mitte 20, jetzt muss das jetzt vielleicht noch nicht unbedingt theoretisch sein. Was hat dich dazu dann bewogen, jetzt will ich einen Marathon machen? Und war das auch dann noch so, dass du so, ich gehe jeden Tag mal eine Stunde laufen, am Wochenende vielleicht mal länger und dann gucken wir?
Nee, es war tatsächlich gar nicht so, dass ich das auf meiner Agenda unbedingt hatte oder als Lifetime-Goal. Ich hatte und habe auch immer noch einen Riesenrespekt vor der Distanz, vor der Strecke und auch ein bisschen Angst natürlich, dass man es dann vielleicht doch nicht schafft und ich habe mich auch erst drei Wochen vor dem Event dann tatsächlich noch überzeugen lassen.
Natürlich war Anfang des Jahres, gab es auch schon mal so die Gespräche, weil es ja auch im Rahmen der Deutschen Polizeimeisterschaft eine Marathon war, ob ich denn mir vorstellen könnte, mitzukommen. Und da habe ich gesagt, okay, hey, wenn wir eine Mannschaft zusammenkriegen, dann würde ich es machen.
Das wäre dann der Punkt, dass ich sage, okay, ich würde es auf jeden Fall versuchen. Aber das ist dann nicht passiert. Und dann war für mich das Thema eigentlich erst mal abgehakt. Und dann habe ich mich dann drei Wochen vorher, weil ich habe dann aus dem Nichts auch so ein paar lange Läufe gemacht, so auf einmal eine 30 gezogen, auch bei krassen Temperaturen. Ich weiß gar nicht, aus welcher Motivation das auf einmal kam.
Das ist aber jetzt nochmal spannend, da nochmal ganz kurz nachzuhören in dich hinein. Was kickt dich denn an so langen Läufen? Ich weiß nicht, es ist total schwer zu beschreiben, aber irgendwie will man ja doch so ein bisschen immer an seine Grenzen auch mal ran und mal austesten, okay, was geht denn noch so locker flockig?
Ja, und währenddessen, oder als ich diesen Lauf gemacht habe, waren halt auch gerade die Vorbereitungswochen für den Marathon, also dass die anderen Polizistinnen und Polizisten, die dann da gelaufen sind, das hatten und die haben natürlich auch alle Strava und so gecheckt und haben dann das halt gesehen und da kam dann unsere Fachwarte nochmal auf mich zu und meinte so, hey, ist mein letzter Versuch jetzt dich zu überzeugen, wie sieht es aus, könntest du dir das vorstellen?
Und dann habe ich dann doch irgendwie zugesagt. Und für die letzten drei Wochen, was halt noch so möglich ist, versucht auch ein bisschen strukturiert zu trainieren, aber man kann es natürlich nicht mit einer vollwertigen Marathonvorbereitung irgendwie vergleichen. Und wie ist das dann für dich ausgegangen in Kassel? Ach, das war auch total überraschend.
Also ich bin dann als Zweite ins Ziel, also nicht nur von der Polizei aus, sondern vom gesamten Kassel-Marathon von den Frauen. Und das war dann auch total überwältigend. Weil das sind ja so Dinge, wenn man nicht so sehr in der Bubble steckt zu dem Zeitpunkt, dann kann man sich ja sowas auch gar nicht so ausmalen und sich höchstens erträumen.
Aber auch das habe ich nicht. Also ich habe wirklich versucht, das Ding nur durchzukriegen. und dass es dann gleich so gut läuft, das hätte ich niemals gedacht. Bist du, also hast du, was war der Plan? Hast du dann irgendwie einen Pacing-Plan für dich gehabt? Eine Zeit, die du irgendwie grob angepeilt hast, wo sie irgendwie mit irgendeiner Geschwindigkeit ja mal loslaufen.
Hast du dir im Vorfeld Gedanken gemacht, ich brauche Gels, ich brauche keine Gels, keine Ahnung, weil das sind ja Fragen, die viele bei ihrem ersten Marathon, auch die hier zuhören, grundlegend mal beschäftigen. Das wäre jetzt mal spannend zu hören, wie du da dann am Ende rangegangen bist, weil mit irgendeinem Gefühl muss man ja mal loslaufen und wenn man halt noch nie eingelaufen ist, ist das ja nicht so einfach einzuschätzen wahrscheinlich.
Ja, also ich hatte auch keinen Wettkampfplan. Ich bin einfach losgelaufen, habe geguckt. Also natürlich haben mir vorher Leute gesagt, okay, wir glauben, du kannst schon unter drei Stunden laufen, aber ich habe mir da jetzt nicht irgendwie die Pace vorher ausgerechnet, die ich halten muss, sondern ich bin oder habe versucht nach Gefühl anzulaufen.
Und gerade auch, weil du das Thema Verpflegung besprichst, da habe ich noch super viel falsch gemacht. Also ich habe mich so gut wie gar nicht verpflegt. Ich glaube, ich habe bei 35 dann mal so ein Gel, was mir auch halb ausgelaufen ist, sozusagen beim Aufreißen schon, dann mal versucht reinzukriegen.
Und es war auch nur eins der kleinen, also so richtig was gebracht haben wird es wahrscheinlich nicht. Aber ich war nach der Hälfte einfach so beflügelt davon, dass die erste Hälfte halt so gut lief. Und dass ich dann auch gleich so deutlich unter drei Stunden ins Ziel laufe, das war dann einfach total verrückt.
Und das hat dann schon einen Klick gemacht, dass du gesagt hast, okay, versuchen wir das vielleicht doch mal mit diesem etwas länger Laufen? Ja, es ist natürlich, wenn man irgendwie auch direkt so ein bisschen Erfolg verspürt, dass man da dann vielleicht sagt, okay, ich bleibe da dran, vielleicht liegt mir das.
Besser auch als andere Distanzen, wo man vielleicht ein bisschen zackiger los muss und ein bisschen schärfer rangeht. Auch wenn sich mittlerweile Marathon und meine Race Pace nicht mehr wie Rollen anfühlt, aber zu dem Zeitpunkt war es halt noch so, dass man halt einfach so ein bisschen entspannter los konnte und dann hat man sich eingegroovt.
So, dann hast du aber ja für 2026 einen Megaschritt gemacht. Und jetzt reden wir nochmal gar nicht erst von Berlin, sondern ja von deiner grundsätzlichen Herangehensweise. Das klingt ja fast wie eine professionelle Vorbereitung. Also es klingt nicht nur so, sondern es war ja offensichtlich auch schon sehr advanced.
Du hast einen Halbmarathon gemacht vorher, auch nicht irgendeinen, sondern bist halt in Hannover gelaufen. Das ist schon mal eine Hausnummer. Das weißt du ja vielleicht inzwischen, dass das eine Wertigkeit hat. Ja, dann hast du deinen zweiten Marathon gemacht, auch klug, in Prag, wobei, Philipp, Prag kenne ich nicht vom Streckenprofil her.
Also ich glaube immer Anfang Mai, das heißt manchmal ist es da auch schon recht warm, ich weiß gar nicht, wie es dieses Jahr war. Und von der Strecke her ist es, glaube ich, okay, da bin ich gespannt, was Anna sagt. Ich bin in Prag gelaufen, es ist okay, es ist, glaube ich, nicht Berlin und Valencia so, aber in der Vergangenheit haben die ja schon immer wieder Top-Leute gehabt.
Selbst ein Galen Rupp ist da schon mal gelaufen. Ich glaube, damals eher aus der Not heraus, weil späte Vorbereitungen und dann noch irgendwie ein Quali-Rennen machen müssen. Aber nee, das darfst du es gerne mal sagen. Ich bin in Prag bisher nur diesen 10 Kilometer Grand Prix gelaufen. Und der war jetzt nicht nur flach, muss ich sagen.
Ja, ich muss sagen, ich fand Prag auch echt anspruchsvoll. Also da geht es auch mal auf und ab. Und dann das Kopfsteinpflaster, das hat mir sehr zu schaffen gemacht. Ich glaube, wenn man die ganzen Strecken zusammennimmt vom Kopfsteinpflaster, waren es irgendwie sieben Kilometer in Summe und das ist dann schon echt hart, gerade mit der muskulären Ermüdung und es war auch relativ warm, also da war es dann auch wirklich notwendig, dass man sich mit Wasser überschüttet, um dann auch ein bisschen den Körper runter zu kühlen.
Also nicht ganz einfach. Aber du bist da schon relativ gut gelaufen für diejenigen zu Hause. Es war 2 Stunden 32, richtig? Ja, genau. 2 Stunden 32, also das ist ja schon, was war Kassel damals die Zeit? Ich glaube 2 Stunden 41 oder 42, irgendwas in dem Dreh. Also okay, nochmal für euch zu Hause, nur zur Einordnung, Progression, ja, ich mache einen Marathon, ich möchte mal einen Marathon laufen, ich lasse mich überreden, ich mache 1, 2 Long Runs vorher, 32, Kilometer A hat sich nicht so schlecht angefühlt, ich laufe mal so einen Marathon, ich möchte unter drei Stunden laufen, ich laufe einfach irgendwie los, oh, ich fühle mich gut bei Halbmarathon, es waren dann 19 Minuten unter drei Stunden, mit einem halben Gel bei Kilometer 35, das ist ja schon mal ziemlich solide,
würde ich sagen, als Einstand. Dann bei warmen Bedingungen und einer anspruchsvollen Strecke mit 7 Kilometer Kopfsteinpflaster direkt mal 9 Minuten pb gemacht, nämlich 2,32. Parallel kann man ja sagen, weil Ralf Hannover schon angesprochen hat, auch Halbmarathon ist jetzt nicht nichts. Also das hast du jetzt nicht erwähnt, aber du bist in 1,10 im Halbmarathon in Hannover gelaufen.
Da weiß ich gar nicht, was davor stand, aber wahrscheinlich auch ein größerer Schritt vermute ich fast mal. Und du bist auch im Sommer bei meinem insgeheimen, so geheim ist es gar nicht mehr, weil ich es hier im Podcast auch schon gesagt habe, eigentlich ist es insgeheim mein Lieblings-Berlin-Race bei der Adidas Runner City Night, bist du auch nochmal Bestzeit gelaufen.
Nämlich 32.17 Uhr. Da war wahrscheinlich schon erwartbar, sag ich jetzt mal, aufgrund dieser Entwicklung, dass du auf jeden Fall, zumindest auf Basis der Werte, aber du kannst gerne selber erzählen, wie deine konkrete Vorbereitung auf Berlin ausgesehen hat für den Marathon, die Werte ja schon mal in die richtige Richtung hingedeutet haben, sag ich jetzt mal.
Wie ist es, wenn man von Rennen zu Rennen einfach nur PBs rennt und zwar nicht nur irgendwie so ich komme noch aus einer Zeit, weißt du, ich habe mich manchmal gefreut, wenn ich 10 Sekunden PB gerannt bin irgendwo, bei dir sind ja gleich so Minutenschritte, kann man ja sagen, also. Das ist mir so von einem Dauerhigh wahrscheinlich, oder?
Ja, auf jeden Fall, man ist extrem beflügelt, aber es liegt natürlich auch einfach an der Professionalisierung einfach durch das strukturierte Training, was man ja dann auch hat und diese Stellschrauben, an denen man überall noch drehen kann. Aber ich versuche das auch immer realistisch einzuordnen. Und das ist jetzt das erste Jahr.
Da war es ja auch erwartbar teilweise auf Distanzen, wo man, oder die man vorher gar nicht so gerannt ist oder mal eine Zeit stehen hatte, dass man da auf Bestzeiten läuft, dass es jetzt so gut läuft, niemals erwartet. Ja, aber ich erwarte jetzt auch nicht, dass es jedes Mal passiert. Es ist unrealistisch.
Deswegen, aktuell bin ich sehr erfolgsverwöhnt, was mich super happy macht und mich freut. Und auch, dass das Training dann so gut fruchtet und mein Körper das scheinbar auch gut annimmt. Aber mir ist auch klar, dass es nicht ewig auch in diesen großen Sprüngen so weitergeht. Also da wird es dann vielleicht auch darauf hinauslaufen, dass es irgendwann nur noch Sekunden sind, die man sich verbessert.
Also wir haben ja schon oft über motorische Grundvoraussetzungen, über vielfältige Bewegungserfahrungen und so weiter gesprochen, dass man vielleicht auch nicht nur laufen geht, sondern vielleicht auch nochmal was anderes macht. Bist du schon ein bisschen stolz darauf, was man so als ehemalige Fußballerin, bei den Läufern bewegen kann und wie man die alle erschrecken kann?
Ja, ich bin extrem stolz. Also früher haben sie alle noch gesagt, dass ich verrückt bin, dass ich so viel laufen gehe und auch dann vorm Dienst laufen gehe und nach dem Dienst und zwischen und wie viel man das dann eigentlich doch nebenbei lebt. Aber jetzt sind natürlich alle so, ja, deine Arbeit hat sich ausgezahlt und das ist, glaube ich, was, worauf man echt stolz sein kann und auch zeigen kann, dass Consistency einfach key ist.
Du hast sehr oft betont, dass du bei der Polizei bist und dass die, haben wir jetzt ja auch schon von dir erfahren, dass die ja deinen Weg praktisch auch gepusht haben. Nimm uns alle mal mit, wie viel du jetzt tatsächlich noch arbeiten musst und was das halt ausmacht, für dich bei der Polizei zu sein.
Also aktuell bin ich seit 1.3. auch 100% freigestellt. Also ich kann mich wirklich komplett auf Training und Regeneration und allem, was dazugehört, fokussieren, wofür ich auch sehr, sehr dankbar bin, weil das ist absolut privilegiert. Gerade auch, wenn man betrachtet, wie es in anderen Bundesländern gehandhabt wird.
Ich bin noch ein bisschen traurig, nicht mehr im Dienst zu sein, aber ich weiß ja, dass es auch ein Leben nach der Karriere gibt. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Dementsprechend, ich freue mich einfach auf alles, was gerade kommt. Aber das ist, das wollte ich gerade nämlich auch ansprechen, das ist ein spannender Punkt, dass ja du praktisch, also die Entscheidung zur Polizei zu gehen war ja eine intrinsische, du hast für dich gesagt, ich möchte Polizistin werden, entgegen viele, wie soll ich sagen, ehemaligen Kollegen von mir, die ich von früher her kenne, wo die Entscheidung daraus entstanden ist, dass man schon immer Leistungssportler war, einen gewissen Erfolg hatte und sich weiter professionalisieren wollte.
Für dich ist es jetzt ja eher ein Zufallskonstrukt sozusagen, du wolltest eigentlich erst Polizistin werden, hast ja schon gesagt, du hast dann ein Studium auch gemacht, das heißt, du bist wahrscheinlich Kommissarin oder sowas, wenn du studiert hast, nehme ich mal an. Und jetzt parallel auch natürlich durch Menschen bei der Polizei, die irgendwo gesagt haben, mach doch mal und probier doch mal das und so, die dich ja quasi, ja, gefördert haben, auch solche Dinge auszuprobieren, überhaupt erst in diese Position gekommen.
Das ist ja ganz spannend. Das heißt, was hat dich denn bewogen, Polizistin zu werden? Manchmal ist ja die ganze Familie auch, das ist ja auch nicht so selten, dass man da Vorbild hat, denen man da nacheifert sozusagen. Ja, also es war nie jetzt so, dass es ein Kindheitstraum war, aber natürlich stellt man sich ja irgendwann mal die Frage, okay, was mache ich denn im Leben? Und wenn man dann Ausbildungsmessen etc.
Besucht, dann bin ich irgendwie doch immer wieder beim Stand der Polizei gelandet und, da war das Interesse natürlich groß und die Behörde bietet so viel, also man kann ja so viele verschiedene Sachen machen, also sei es Polizeitaucher zu werden oder zu irgendwelchen Spezialeinheiten zu gehen. Man muss ja nicht nur Sachbearbeiter in Anführungszeichen sein.
Oder ich war zuletzt beim Kriminaldauerdienst und da war ich auch super glücklich. Andererseits habe ich auch eine Stelle im LKA besetzt und da war ich auch super happy und habe auch die Arbeit super gerne gemacht. Also man kann da echt so aufgehen. Deswegen aber, wie du schon sagst, ich bin da voll spontan in diesen Profisport jetzt reingerutscht und ich bin so dankbar, das jetzt alles erleben zu dürfen.
Und auch, dass ich diesen mentalen Druck irgendwie dann nicht habe, weil ich weiß, okay, wenn es vielleicht mit dem Sport irgendwann doch nicht mehr so läuft oder es kann ja immer immer sein, dass ich dann in dem Beruf zurückgehe, für den ich mich in erster Linie entschieden habe. Und das ist dann, glaube ich, auch super viel wert, weil ich dann einfach losgelöster bin.
Wenn man Polizistin ist, dann muss schon irgendwas Besonderes sein, dass man seinen Dienst in St. Moritz absolviert. Als Läuferin funktioniert das. Da habe ich auch schon Bilder gesehen. Das hast du schon verstanden, dass man da hingehen kann im Sommer und dass es da ganz schick sein kann. Ja, das war eine extrem coole Erfahrung, da im Trainingslager zu sein.
Was die da auch alles an Möglichkeiten bieten, von Gym über Track, super Laufstrecken, dann super viele Persönlichkeiten, die man ja auch so aus der Bubble kennenlernt und die man trainieren sieht. Das ist ein super magischer Ort. Und man kann sich da gar nicht satt sehen an dieser Schönheit der Natur.
Wenn jetzt quasi bei dir so ein erfolgreicher, also ein Ausnahmetag passiert, einerseits weil du deine Bestzeit nochmal pulverisiert hast, dann auch noch das Momentum nutzt, beste Deutsche wirst beim Berlin-Marathon. Ich weiß nicht, wie viel hast du an der Strecke mitbekommen während des Rennens, dass du in Führung liegst sozusagen, also deine Zeiten wirst du sicherlich ja irgendwie auf dem Schirm gehabt haben wahrscheinlich hast du das Auto irgendwann vor dir gehabt, also hat das Auto, das Führungsfahrzeug auf dich gewartet dann irgendwann, weil dann hättest du natürlich, okay dann wäre es jetzt nicht so überraschend, dass du dann erst auch im Ziel bist oder hat das dir an der Strecke jemand,
zugerufen weil, das würde mich auch interessieren, was geht dir da durch den Kopf du läufst durchs Brandenburger Tor, siehst hier die blauen Teppich vor dir Du hattest ja wahrscheinlich auch nicht so viel Ahnung, einfach mangels Erfahrung oder Vorerfahrung, was dann passiert, sobald du dieses Zielband reißt.
Dann stehen da erstmal 57 Fotografen, die Fotos machen. Dann kommt wahrscheinlich, ich weiß gar nicht, wer es bei dir war, weil ich saß auf dem Motorrad, hab's leider nicht live sehen können. Kam wahrscheinlich Marc Milde oder Philipp oder irgendjemand, kam mit dem Handtuch, was er um die Schultern gelegt hat oder keine Ahnung.
Und dann wirst du wahrscheinlich da direkt gleich schon zum Interview rübergeschleift. Das ist ja so, das passiert ja alles so viel so auf einmal. Also nimm uns da vielleicht mal ein bisschen mit, wie du das erlebt hast. Ja, du hast es eigentlich schon ganz gut zusammengefasst. Das Auto hat tatsächlich irgendwann auf der Strecke gewartet und ist vor uns gefahren.
Aber ich hätte das erst mal gar nicht so realisiert. Also ich habe nicht vorher irgendwie mitbekommen, dass Leute ausgestiegen sind und ich dann auf einmal Erste Deutsche bin. Und ich hätte das, glaube ich, auch sehr viel später, erst im Rennverlauf, verstanden. Also es hat mich halt mein Pacemaker so an der Seite mal angetippt und war so, ey, guck mal, du bist Erste Deutsche.
Und da war ich völlig überwältigt erst mal. Und ich war, okay, was ist hier eigentlich gerade passiert? Aber andererseits, ich habe natürlich versucht, mich weiter auf unseren Wettkampfplan zu fokussieren und dass ich mein Rennen für mich laufe und, unserem Ziel sozusagen hinterherjage, was wir uns vorher irgendwie gesteckt haben.
Ja, war auf jeden Fall dann eine verrückte Erfahrung, dass da auf einmal so ein Auto vor einem herfährt und man immer genau die Splits hat und die projizierte Zielzeit. Und ja, das hätte ich so auch gar nicht gedacht. Aber es setzt natürlich auch so ein bisschen unter Druck, wenn man die ganze Zeit diese Zeit sieht, wie man ins Ziel laufen könnte, wenn man es denn halten würde. Ja, ja.
Und dann geht sie immer weiter hoch, weil die muskuläre Ermüdung natürlich irgendwann eintritt und man es nicht ganz halten kann. Wer war denn eigentlich der Tempomacher? Weil der hat es ja offensichtlich noch ein bisschen eher gewusst, was passiert, wenn du erste Frau wirst. Ja, ich hatte tatsächlich drei Tempomacher an meiner Seite, aber das war ein Kollege von der Polizei Niedersachsen. Das war der Tammo Oldig.
Der hat mich dann angetippt und mir das so gesagt. Ja, ein erfahrener Marathonläufer, der auch schon in Berlin gelaufen ist, oder? Ich weiß gar nicht, ob er schon mal Berlin gelaufen ist, aber er ist auf jeden Fall schon ein paar Marathons, glaube ich, mehr als ich, aber auch nicht allzu erfahren. Er ist auch 2-1er-Baujahr, also auch noch relativ jung.
Sag mal, bist du eigentlich so im normalen Leben ein mutiger Mensch, würdest du das sagen? Ich würde sagen, kommt drauf an. Also, Ja, kann ich so gar nicht, jetzt müsstest du spätifizieren. Bist du risikoaffin? Bist du risikoaffin? Naja, ist ja schon, weil das ist ja schon, Gott sei Dank, es ist ja überhaupt keine Charakterisierung in dem Sinne, sondern das ist ja aber bei Sportlern interessant.
Es gibt ja solche und solche Typen. Beide, verschiedene Typen können erfolgreich sein. Also auch jemand, der eher bedacht ist, versucht Rennen entsprechend zu lesen. Es gibt aber auch Leute, die, naja, wie gesagt, risikoaffin sind, die sich vielleicht auch in Situationen stürzen, die man ihnen nicht zutraut.
Also rein von deiner, sportlichen Vita bislang würde ich dich jetzt schon eher mal als, mutig slash risikoaffin einschätzen, weil du dir ja offensichtlich sehr viele Sachen zugetraut hast, wo du vorher ja gar nicht wusstest, jetzt mag Berlin ein bisschen anders sein, weil du natürlich da auch ein bisschen andere Betreuung und andere Erfahrungswerte vorher hattest.
Aber alleine Kassel oder so, das ist ja schon, springst gerne ins kalte Wasser, scheinbar. Es sei denn, wir charakterisieren dich jetzt hier falsch sozusagen von außen mit unserer Küchenpsychologie. Ja gut, also wenn ihr das so definiert, dann würde ich auch sagen ja, dann schon. Aber wenn es jetzt so um Bungee-Jumping oder sowas in die Richtung gehen würde, da wäre ich dann raus.
Das muss dann nicht unbedingt sein oder aus dem Flugzeug springen. Wir reden ja nicht von verrückt, sondern wir reden ja von mutig. Weil Leistungssport hat ja an vielen Stellen mit Mut zu tun. Sich zu entscheiden, rauszugehen, zu laufen, sich zu entscheiden, eine Startnummer anzuziehen, sich zu entscheiden, sein Leben anders zu gestalten und den Polizeidienst zu lassen, also seinen Job sein zu lassen.
Klammer auf, du hast die Rückfalloption also das ist jetzt nicht so ein großes Risiko dennoch, sich zu entscheiden einen Marathon zu laufen sich zu entscheiden, beim größten deutschen Marathon, so loszurennen, wie du das gemacht hast. Hast du die Zwischenzeiten schon gesehen? Ich habe sie schon gesehen.
Ja, doch, na klar, habe ich die auch schon gesehen. Und da kam auch schon das ein oder andere Feedback zu. War auch ein bisschen anders als geplant. Wir wollten es halt wirklich eigentlich konstant laufen, dass es dann doch so viel zügiger ist. Am Anfang stand natürlich nicht im Wettkampfplan, aber vielleicht hat es mir den nötigen Puffer hinten rausgegeben.
Aber das weiß man halt vorher nie. Oder auch im Nachhinein weiß ich das ja nicht, was dann dabei rausgekommen wäre. Helft mir mal kurz mit den Splits, weil, wie gesagt, da... Warte mal, ich möchte gerne noch einen Splitten-Schritt machen, weil ich habe die Splits alle und ich möchte zu jedem 5-Kilometer-Abschnitt von Anna wissen, wie es ihr gegangen ist. Leute, das ist wirklich spannend.
Sie lacht jetzt gerade, das müsst ihr sehen. Sie lacht aber mit einem sehr erwartungsfrohen Lachen. Nur mal kurz vor dem Peng weil das war ja auch alles neu Philipp kennt das ja, alter Hase aber auch der war immer nervös davor, wie ging es dir? Aber mir hält sich die Nervosität eigentlich voll in Grenzen also ich stehe an der Startlinie und wenn dann die Musik angeht zum Countdown, dann vielleicht mal so ein bisschen Herzklopfen, aber sonst habe ich bis jetzt zumindest noch nicht so mit Nervosität zu kämpfen und, Weil ja auch diese gesamte Situation da, du stehst erst einmal im Elitefeld, das ist jetzt Pragmarathon in allen Ehren. Das ist nicht der Pragmarathon. Das ist Masters, Major.
Come on, das ist Rock'n'Roll da. Ja, auf jeden Fall. Ja, ich glaube, ich zerdenke das halt nicht so. Und es waren so viele neue Eindrücke, das kann ich auch gar nicht so schnell alles verarbeiten. Also wie du schon sagst, das erste Mal aus dem Elitefeld starten und mit einem, was dazugehört, vorher im Hotel schlafen und zum Start gebracht zu werden.
Und diese ganzen Privilegien, die man dann irgendwie hat, wenn man aus dem Elite-Bereich starten darf, da war fast gar keine Kapazität für Nervosität. So, und dann, liebe Leute zu Hause, wir schauen uns mal ganz kurz den Race-Plan von Anna an, der ja offensichtlich anders war. Also ihr wolltet entspannt anlaufen.
Angelaufen ist Anna mit einem Schnitt von 3,22 Uhr, das ist ganz grob hochgerechnet eine Marathon-Endzeit etwa von 2 Stunden 22 Uhr. Das kann ja nicht dein Ziel gewesen sein, ne? Nee, tatsächlich nicht. Ja, das ist der Siegessäuleneffekt. Du stehst da, die Musik läuft, dann wie immer Berlin oder fast immer Blue Sky, Sonnenlicht, das sich da oben funkelt, da hast du halt Bock loszulaufen.
Ja, extrem. Also der erste Kilometer war, glaube ich, in 3.12. Da habe ich auch nur auf die Uhr geguckt und ich war so, ups, das bin ich in Ölnöten damals gelaufen und da musste ich nur 10 laufen. Vielleicht machen wir jetzt mal ein bisschen Piano. Stark. Deshalb meine ich das mit mutig, weil du hast ja dann logischerweise sofort das Ding auf der Uhr, also nach einem Kilometer.
Und da bustest du ja, okay, jetzt sind wir ein bisschen zu schnell losgerannt. Aber offensichtlich ging es dir ja nicht schlecht. Nee, also da ist wahrscheinlich dann auch noch so das Adrenalin, was dann nochmal kickt. Und wir haben uns dann auch ganz gut eingependelt irgendwann. dann. Aber na klar, wenn man irgendwie die Möglichkeit hat, es auch rollen zu lassen, wenn es sich gerade noch gut anfühlt, dann nutzen wir das auch gerne.
Eingependelt hieß, die nächsten 15 Kilometer waren in einem Schnitt von 3,28, 3,29. Das, ihr Lieben zu Hause, ist roundabout etwas unter 2,25 als Zielzeit. Da wolltest du hin? Ja, wir haben so mit 3,30 geliebäugelt und wenn wir halt das Glück haben, dass wir mal Rückenwind oder so ein bisschen bergab, wenn man das in Berlin so sagen kann, dass es sowas gibt, dass wir es dann halt rollen lassen und dann ist es auch nicht schlimm, wenn es mal ein, zwei Sekunden unter 3.30 ist, aber so war schon der Plan, ja.
Wo standen Freunde, Bekannte, Cheergroups? Über die gesamte Strecke hinweg. Also es gab, glaube ich, keine Durststrecke oder einen Abschnitt, wo mal keine Zuschauer standen. Und dann waren Family und Friends über die gesamte Strecke hinweg auch mal an einigen Punkten verteilt. Und die haben dann auch die Punkte nochmal gewechselt, damit sie mich mehrmals sehen und ich sie mehrmals sehen kann.
Und das war wirklich so ein überragendes Gefühl, wenn man weiß, okay, gleich kommen wieder Freunde, Familie und man kann sich auf die freuen und die freuen sich auch und das war wirklich alles ganz, ganz toll. Von Halbmarathon bis Kilometer 30 bist du dann in den 33er-Schnitt gelaufen. Das ist so ein Tag über dem Gesamtschnitt, den du dann nachher hattest.
Wie ging es dir da? Ja, da hat die muskuläre Ermüdung auf jeden Fall auch schon seine Wirkung entfaltet und ich habe mir auch unter den Füßen Blasen gelaufen und das ist dann natürlich auch immer noch so eine Sache, wenn man sich da kurz darauf konzentriert, dass es dann doch ganz schön wehtut, und man weiß ja auch, man hat noch so viel vor sich und ich glaube, das war dann auch die Passage, wo wir Gegenwind hatten und da haben wir dann halt auch bewusst ein bisschen rausgenommen, einfach um nochmal ein bisschen Kräfte zu sammeln, um dann wieder rollen zu lassen, wenn es geht.
Die letzten zehn Kilometer waren noch einen Tag langsamer, 3,36, 3,37. Nehmen wir uns mal mit, wie so die letzten zehn Kilometer dann sind. Das ist ja dann halt auch der Teil, das war die ganze Zeit dann gegen Wind. Also komplett Kudamm runter durch den Potsdamer Platz, das war alles Ostwind. Also jetzt, es war kein starker Wind, aber es war schon windig.
Ja, genau, es war schon irgendwie spürbar und das sind dann einfach auch die letzten harten Kilometer. Auch wenn ich mir das immer versuche, irgendwie schön zu reden. Okay, es sind nur noch zehnmal einen Kilometer oder zwölfmal einen Kilometer. Das ist ja eigentlich in Anführungszeichen nichts, wenn man sonst ein Training so überlegt. Aber es ist natürlich was ganz anderes, wenn man schon so viele Kilometer in den Beinen hat.
Aber da wurde ich dann auch gut von meinen Tempomachern motiviert. Und die haben mir dann auch gesagt, okay, hey, es sind jetzt die letzten schweren Kilometer. Und auch bei Kilometer 39 ist es der letzte und danach am Rückenwind. Und dann kommt man ja auch aufs Brandenburger Tor zu und dann siegt wieder die Euphorie, dass man es gleich geschafft hat und die Crowd wird nochmal lauter und ja, genau.
Dann ging es einfach nur noch Richtung Ziel in die Arme von meinem Trainer, der mir dann das Handtuch umgelegt hat, weil wir das Thema ja auch vorhin hatten. Trainer darfst du gerne nennen, weil dem habe ich nämlich gestern auch noch geschrieben. Genau, das ist Timo Göhler. Den werden hier auch bestimmt einige noch kennen, denn der war früher selber auch ein sehr guter Läufer und kommt.
Auch aus meiner schwäbischen Heimat. Ich bin ja gerade hier bei meinen Eltern zu Besuch in Sindelfingen und soweit ich weiß. Jetzt wird wahrscheinlich Timo mich korrigieren, wenn er die Folge hört. Also er ist lange für Tübingen gestartet. Ich mutmaße einfach mal, dass er aus Tübingen oder dem direkten Umland dort kommt. Aber genau, wir kennen uns auch schon ewig.
Schon, ja, back in the day. Was ich vorhin sagen wollte, weil ich kannte die Splits nicht. Wie gesagt, ich war in anderer Funktion ja irgendwie eingebettet in die Fernsehübertragung. Das heißt, ich habe nur so fragmentiert immer wieder auf dem Ohr mitgekriegt, was halt kommentiert wird. Leider nicht so viel von dir gehört.
Kann man vielleicht zukünftig nochmal drüber nachdenken, ob man... Das nochmal ein bisschen, noch ein bisschen präsenter macht, vielleicht was die deutschen Top-Leute und Frauen auch betrifft, aber, was ich auf jeden Fall gesehen habe, weil es auch in meinem Insta-Feed dann des häufigeren seit Sonntag ja zu sehen war, ist, wie du gefinisht hast und da muss ich jetzt mal sagen, mit all dem, was ich jetzt gerade gelernt und erfahren habe von dir, wie du dich dann doch gefühlt hast, also du hast ja gesagt, du warst 21, wir sind ein bisschen zu schnell los, aber gut gefühlt, dann ab 21 habe ich doch ein bisschen muskulär langsam gemerkt, oh ja, schon da, dann blasen, und so, das ist ja alles nicht geil, das ist ja wirklich,
könnt ihr euch zu Hause bestimmt auch gut relaten, das möchtest ihr nicht haben beim Marathon und 20 Kilometer oder 21 nochmal ist ja schon noch ein Stück Weg. Das hat man dir 0,0 angesehen bei deinem Zieleinlauf. Und ich hab das Gefühl, das sah also für mich rein optisch von der Motorik sah das so flüssig aus, das sah aus, als ob du gerade einen Dauerlauf gemacht hast. Wie kommt das?
Ich hab mich einfach nur noch gefreut, dass ich es gleich geschafft habe. Das war nicht verbissend, du saßt im Gesicht total, die Mimik war so locker und auch nicht irgendwie 0,0 verkrampft aus. In meinen Gedanken hatte ich aber nur oh Gott, bitte Oberschenkel, haltet noch durch, platzt nicht gleich. Das hat man dir überhaupt nicht angesehen auf jeden Fall.
Da hat dann die Freude einfach nur noch gesiebt und als ich dann noch gehört habe, dass Hammer von Calcio Arcandela, was ich mir gewünscht hatte oder wünschen durfte zum Zielerlauf, tatsächlich auch gespielt wurde, da war es dann komplett vorbei. Das war dann richtig, richtig cool. Und generell Musik beschlügelt mich einfach auch beim Laufen.
Also ich würde sonst auch immer gerne mit Musik laufen, tatsächlich. Ist in Meditefeld nicht erlaubt. Ich weiß. Leider. Aber es ist inzwischen, ich weiß, das Thema hatten wir auch schon mal, aus der Zeit, aus der ich noch komme, war das offiziell. Natürlich gab es genügend Leute, die mit Musik gelaufen sind, aber eigentlich war das früher tatsächlich auch für alle Amateure verboten, was hauptsächlich Sicherheitsaspekte hatte, dass man halt irgendwie seine Umgebung noch mitbekommt.
Aber jetzt durch die Weiterentwicklung der Kopfhörer sozusagen mit diesem Open-Ear-Mechanismen ist das ja, glaube ich, inzwischen zumindest im Amateurbereich erlaubt. Wenn ich mich recht erinnere, warst du trotz aller Erschöpfung dann aber doch in der Lage, nochmal gleich eine kleine Ehrenrunde sozusagen, eine Ehrengerade nochmal auch zurückzulegen. Das sah auch jetzt nicht sonderlich angestrengt aus, muss ich sagen.
Ja, da hat wahrscheinlich wirklich auch Adrenalin und Euphorie noch gekickt. Gekickt und ja, man hatte, also das war ja auch eine neue Sache, das macht man ja sonst auch nicht oder darf man sonst vielleicht auch nicht machen, ich weiß nicht. Aber es war auch einfach ein unbeschreiblicher Moment, also da haben dann alle muskulären Wehwehchen auch mal kurz sich hinten angestellt.
So, und was ist dann passiert? Siegerehrung abends natürlich, ja. Bei der Party, ich war ja leider nicht da, Philipp war ja da. Mal auf die Bühne und so, das ist ja auch schon eine spezielle Nummer, ne? Also das ist natürlich dann Bubble-Bubble, ja, also die intensive Bubble. Ja, ähm. Erzähl mal, wie es weiterging danach.
Jetzt nach der Party meinst du? Ja, ne, insgesamt. Ach so, äh. Also Pressekonferenz mutmaßlich auch dann im Hotel, oder? Davor 37 Interviews oder vielleicht auch danach noch, weiß ich nicht. Ja, genau, nach dem Zieleinlauf war es eigentlich so, okay, Ehrenrunde und dann brauchen wir nicht mal hier und da für Interviews und tatsächlich, nachdem ich dann im Hotel angekommen bin, ging es auch zur Pressekonferenz und auch das war alles super neu.
Das ist ja auch was, was man, wenn man nicht auf der Bubble kommt, vielleicht sich auch sonst gar nicht so anguckt und deswegen hatte ich da auch noch nicht so die Ahnung von, was da jetzt eigentlich passiert, was für Fragen gestellt werden und all das, genau. Und dann ging es abends auf die Afterrace-Party und wie Ralf auch schon gesagt hat, so eine kleine Siegerehrung und dann hieß es für mich eigentlich nur noch so ein bisschen Muskel lockern, ein bisschen Updancen.
Das macht man ja dann in der Vorbereitung für den Marathon wahrscheinlich auch ein bisschen weniger, dass man mal feiern geht und stellt sowas dann zurück und das hat mich dann schon sehr glücklich gemacht, das dann mal wieder machen zu können, so völlig losgelöst mit allen anderen. Zu feiern und ja, dann ist eigentlich auch schon die ganze Medienwelt, auf mich eingeprasselt, also Anfragen zu Interviews, auch am nächsten Morgen dann zum Tagesspiegel und, genau, ich realisiere das alles noch gar nicht und ich muss das, glaube ich, auch alles erst mal verarbeiten und.
Du hast aber in weiser Voraussicht schon mal einen Urlaub gebucht, das ist ja schon mal sehr, sehr, sehr klug gewesen. Ja und ich habe ihn auch extra nach dem Marathon gelegt, nicht so wie vor Prag, wo ich dann auch nochmal für zwölf Tage nach Amerika abgehauen bin, was das Training da ja auch erschwert hat, also ich habe schon versucht, das alles mit Voraussicht zu planen, aber irgendwie passt der Urlaub jetzt gerade doch nicht so gut rein.
Du warst zu schnell, du warst zu erfolgreich, dass du alle wahrscheinlich Medienanfragen und Termine jetzt noch in der Zwischenzeit vor deinem Urlaub unterbringen kannst. Also kannst du wahrscheinlich für den nächsten Marathon, zumindest wenn er in Deutschland ist, wer weiß, was das im Frühjahr vielleicht sein kann.
Wahrscheinlich musst du fast eine Woche oder zumindest bis Freitag oder Wochenende zumindest einplanen. Du bist, haben wir jetzt ja schon ausführlich drüber gesprochen, immer noch, kann man wahrscheinlich immer noch dich als Rookie bezeichnen, Obwohl deine Leistungen natürlich schon richtig stark sind, aber relativ neu noch im Geschäft.
Wie ist das jetzt, spätestens nach dem Wochenende, vielleicht war es ja aber davor auch schon der Fall, wie viele Manager haben die ihre Visitenkarten in die Hand gedrückt im Hotel, dass sie dich jetzt zukünftig gern betreuen würden oder hast du da schon jemanden, der Dinge für dich verhandelt? Ja, wir haben schon von Anfang an eigentlich versucht, das professionell aufzustellen.
Deswegen nicht, dass erst der große Erfolg eintritt und man dann auf die Suche gehen muss, sondern eigentlich, seitdem ich freigestellt bin, habe ich da jemanden an meiner Hand, der das alles so ein bisschen managt, das ordnet, kontrolliert, wie auch immer, mich da berät. Also dementsprechend, da sind wir ganz gut aufgestellt.
Dann sind da natürlich jetzt die Fragen natürlich gekommen. Was jetzt als nächstes? Wo geht es hin? Was ist mit Olympia? Ich würde erst mal sagen, mal langsam. Ja, also ich würde auch sagen, ich stehe halt gerade ganz am Anfang. Und auch was die nächste Saison betrifft, das haben wir alles noch nicht so, geplant, sondern wir wollten erst mal abwarten, wie läuft es in Berlin, um dann zu gucken, okay, was machen wir vielleicht nächstes Jahr?
Was steht vielleicht noch am Ende des Jahres an? Ziel ist ja auch, mich langfristig irgendwie zu entwickeln. Deswegen, wir stehen am Anfang der Entwicklung und es ist alles part of the process. Ich lasse es einfach mal so auf mich zukommen. Gibt es irgendwie so Dinge, wo du von außen betrachtet immer gedacht hast, ach, das könnte ich mir, wenn ich Läuferin wäre, schon durchaus mal vorstellen?
Also irgendeine Bucketlist an Läufen oder auch an Herausforderungen. Keine Ahnung, es gibt ja auch Trail-Herausforderungen oder eine Bahn oder keine Ahnung. Da habe ich mir tatsächlich auch noch gar nicht so Gedanken gemacht, weil das alles ja auch noch so neu ist. Also das war früher nie ein Thema. Aber ja, ich glaube, das kommt dann einfach so jetzt mit der Zeit, dass man sich dann auch mal überlegt, hey, wo könnte es hingehen?
Und wenn du gesagt hast, okay, du hast vor dem Berlin-Marathon schon gedacht, okay, jetzt machen wir es mal richtig. Das heißt auch so mit Umstellung der Lebensgewohnheiten, du hast gesagt, vielleicht nicht jeden Samstag feiern gehen, Umstellung von Ernährung, Umstellung von Schlafgewohnheiten. Wie viel hast du da schon verändert in deinem Leben oder bist du schon auch, bewusst den Weg gegangen, nicht alles umzukrempeln, um ein ganz neues Leben zu starten?
Also, ich muss sagen, ich konnte auch vorher gar nicht so viel feiern gehen und ich bin jetzt auch generell, seitdem ich laufe, nicht feiern gewesen in dem Sinne. Ich hatte ja vorher Schichtdienst, also da musste ich mich dann so gesehen danach richten, wie halt mein Schichtplan ist, was auch Schlaf und so betrifft.
Und davor hatte ich eigentlich schon immer einen relativ geregelten Rhythmus, also ich würde es ja damals normale Schlafenszeit betiteln, also dass man recht früh aufwacht und dann auch gegen 23 Uhr aller spätestens irgendwie auch wieder ins Bett geht. Deswegen da muss ich dann gar nicht so viel umstellen, weil das einfach mein Biorhythmus ist und das passt ganz gut mit den Trainingseinheiten und vom Gesamten war es dann eigentlich, ganz normal wieder das Leben, nur dass man nicht mehr zur Arbeit gehen muss.
Aber da muss man ja auch einen Tag füllen. Ja, das ist richtig. Also ich hätte auch den Moment, dass wenn man das Hobby zum Beruf macht, dann hat man auf einmal kein Hobby mehr. Weil man ja sonst war halt immer nur der Sport Ausgleich und Hobby zugleich. Das hat sich dann, damit war der Tag dann auch einfach voll, wenn man halt schon acht bis zwölf Stunden auf der Arbeit war.
Und jetzt hat man natürlich sehr viel mehr Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern. Natürlich wäre es dann sowas wie Freunde treffen, aber die Freunde arbeiten. Stimmt. Das ist dann halt auch wieder ein Problem, wenn man morgens trainiert und abends trainiert und dann hat man halt den Mittagzeit. Aber wer hat da schon Zeit als normaler Arbeitnehmer, sage ich mal.
Genau, da bin ich auch ein bisschen in der Findungsphase, aber ansonsten füllt man den Tag natürlich auch irgendwie dann mit Kochen, Backen, kreativ sein, irgendwie sowas in die Richtung. Aber ja, ich habe das auch schon gemerkt. Das sind ja so Punkte, die macht man sich nicht so klar, dass so ein Tag als Profi tatsächlich anders aussieht.
Philipp, du hast ja auch erst Studium gehabt und dann ist man plötzlich Marathon-Profi, wo man sowieso ein bisschen auf sich alleine ist, also mehr alleine ist, als wenn man Track-Leisteleut macht. Ja schon, also ich verstehe heute mehr denn je, dass das Sinn und Unsinn sozusagen von Profitrainingsgruppen, das ist in Deutschland ja immer noch nicht, glaube ich, ganz so ausgeprägt, wir haben Marathon-Team Berlin, wobei ihr da jetzt doch, ihr seid mit den Schönen, ihr seid jetzt zumindest drei in Berlin, genau, Christina und Sebastian sind jetzt nicht direkt vor Ort, Aber wenn ich jetzt das vergleiche mit den amerikanischen Trainingsgruppen oder mit ON, muss man ja sagen, die ein Europateam, ein US-Team haben,
das ist natürlich schon, glaube ich, nicht nur sinnvoll und hilfreich in... Nicht Trainingszwecken, sondern auch das Drumherum, weil das sind halt alles Leute, die irgendwie den gleichen Lebensinhalt haben und genau wie Anna schon gesagt hat, das, was du gerade jetzt leben darfst oder was ich früher gemacht habe, ist halt so abseits jeglicher Norm, also normale Menschen arbeiten halt oder haben irgendwas anderes zu tun so, und du hast im Prinzip die Aufgabe zweimal am Tag zu trainieren und vielleicht dann auch jeden zweiten, dritten Tag mal zum Physio und keine Ahnung so.
Also man muss, glaube ich, sich irgendwas finden, was einem parallel dazu Spaß macht oder einanderweitig kreativ, mental, was auch immer fordert, weil sonst Profisport für mich zumindest. Relativ schnell stumpf wurde. Ich habe mir das auch mit 16 damals, ich wollte ja immer irgendwie so ein Kind als Traum Olympische Spiele, das war ja auch nicht super realistisch in dem Alter, aber so habe ich das immer mir erhofft, dass ich das mal zum Beruf machen kann.
Wenn es dann soweit ist das sehr viel Tag so und wenn du dann, sonst nur diesen Sport hast, dann hinterfragt man manchmal auch schnell jede Einheit oder jedes Gefühl oder so deswegen mir tat es gut, dass ich dann angefangen habe andere Dinge nebenher noch zu machen, die natürlich immer hinten angestellt waren, was den Sport, den Leistungssport betrifft, aber ich fand es auch wichtig irgendwie eine Art von anderweitigem Ausgleich zu haben, vor allem wenn man vorhat das länger zu machen, und ich verstehe jetzt wie gesagt schon, dass es mit diesen Trainingsgruppen auch außerhalb der Synergieeffekte, die du durch, das Training zusammen hast, dass du dich zusammen zu einem Training triffst, dass du dich gegenseitig unterstützen kannst,
dass du dann halt auch in der freien Zeit was miteinander zum Teil eben auch unternehmen kannst oder zumindest Leute hast in deinem Umfeld, die das halt nachvollziehen können, weil es halt, wie gesagt, es ist halt kein Mainstream-Leben, sondern es ist in vielerlei Hinsicht sehr, sehr extrem, in vielerlei Hinsicht auch sehr, sehr privilegiert. Man hat ...
Also man hat eine kurze Phase seines Lebens, wo man sich. Dieser Zeit voll hingeben kann und ganz viele tolle Erfahrungen machen darf, hoffentlich mit tollen Rennen und auch die Welt bereisen und das ist erstmal ganz cool, aber, es ist interessant, dass du das jetzt auch schon quasi für dich erkannt hast, schon nach einem halben Jahr sozusagen, deswegen ja, ich glaube, das ist schon cool, wenn man da sich irgendwas sucht, was einen nebenher auch noch ein bisschen beschäftigt. Ja, auf jeden Fall.
Man hat ja früher den Sport zum Ausgleich genutzt und jetzt braucht man irgendwie einen Ausgleich zum Sport. Genau. Dass man da auch wieder auf andere Gedanken kommt und nicht nur noch in dieser Sport-Bubble sozusagen ist, sondern auch nochmal den Weitblick hat und sich auch mit Menschen umgibt, die vielleicht gar nichts damit zu tun haben, dass man auch wieder zu anderen Gesprächen kommt. Also ist auch super wertvoll.
Ja, ich glaube einfach so ein guter Mischmasch ist da ganz fair. Hast du eine Bucketlist, was Lauf, ich sag jetzt mal, doch, nennen wir es mal, typische Laufdestinationen sind, also die man halt aus Social Media kennt, die man von den Top-Leuten kennt. Moritz hast du offensichtlich schon abgehakt, fand ich früher auch gerade im Sommer echt ultra schön, also das fand ich auch schon echt ein Highlight.
Klar, es gibt noch Kenia, es gibt Sestriere, es gibt Boulder, es gibt Font-Romeu, im französisch-spanischen Grenzgebiet, es gibt Sierra Nevada in Spanien auf über 2.000, 2.500 Meter Höhe, Boulder hast du schon gesagt, es gibt Flagstaff in den USA und, und, und, und. Es gibt so viele legendary Trainingsdestinationen. Hast du da für dich so eine Bucketlist, wo du sagst, das muss ich mal gesehen haben, da würde ich auch gerne mal einen Trainingslager machen?
Also eine Bucketlist nicht, aber ich würde auf jeden Fall mir voll gerne Marquina angucken und auch generell noch höher gehen, um zu gucken, was der Körper dann vielleicht dazu sagt, weil in St. Moritz hatte ich jetzt nicht so das Gefühl, dass ich einen Höhen-Effekt habe. Also nicht, dass es nichts bewirkt hat, sondern dass ich nichts davon gespürt habe.
Manche haben ja dann eine erhöhte Ruhe, Herzfrequenz, das hatte ich gar nicht. Oder dass die ein bisschen schwer atmiger sind, die Läufe ein bisschen schwerer fallen und das war halt gar nicht der Fall und deswegen würde ich auch immer gerne gucken, was dann noch in der Höhe passieren kann, wenn man noch höher geht.
Das ist aber erst mal schon sehr spannend. Sind das die Responder oder die Non-Responder, die so reagieren? Das weiß ich jetzt gar nicht ganz genau. Das ist ja die Non-Responder. Dass du das gar nicht gespürt hast, das ist schon ungewöhnlich, weil... Ja gut, es ist jetzt nicht zweieinhalb oder dreitausend Meter hoch, klar, aber eigentlich hat man schon eine leichte Erhöhung, ja.
Nein, ich glaube, also ich glaube, Höhentraining im Allgemeinen, glaube ich, ist, also ich glaube, meine nicht hundertprozentig wissenschaftliche Meinung dazu aus meiner Erfahrung ist, ich glaube, Höhentraining hat zwei Effekte, ähm. Je nach Ort vielleicht auch, also es gibt Leute, die eben auf Höhentraining sehr gut reagieren, also sprich, die dieses Gefühl auch haben, wenn sie aus einem längeren Höhentrainingslageraufhalt kommen, dass du sagst, boah, ich fühle mich jetzt aber so krass, als ob ich hier fliegen könnte.
Das sind aber auch meistens die Leute, die sich in der Höhe auch richtig beschissen fühlen, muss man sagen. Die da wirklich große, die keinen Spaß haben da. Also die dann scheiße schlafen, bei denen die Easy Runs schon total sich bescheiden anfühlen und so weiter. Die haben dann oft so einen Effekt oder das Gefühl, dass sie das jetzt sehr mitnehmen und spüren und merken.
Aber für mich ist das jetzt, das mag jetzt vielleicht die rein wissenschaftliche, Begründung sein vom Höhentraining. als du dann mehr rote Blutkörperchen hast. Ich bin aber voll überzeugt, also Kenia 100%, St. Moritz fand ich auch. Sestriere habe ich jetzt nicht so viele andere Athleten getroffen, mit denen ich mich hätte voll austauschen können oder einfach, wie ich das bei denen beobachten kann.
Aber wie gesagt, St. Moritz im schönen Sommer, im Juli, im August und Kenia im Winter, November bis März oder so, das ist einfach so magisch, so schön. Du triffst so viele andere super krass motivierte Menschen, die Tag ein, Tag aus daran arbeiten, die beste läuferische Version ihrer selbst zu sein. Also für mich ist das Thema Höhentraining auch so ein mentaler Aspekt, der da reinspielt, der natürlich nicht messbar ist.
Aber du begibst dich an einen schönen Ort, wo du mit ganz viel Gleichgesinnten, irgendwo deiner Leidenschaft nachgehst. Und ich fand, selbst wenn es Leute gibt, und das ist ja ein Unterschied, manche reagieren mehr und manche weniger drauf, Aber ich glaube, grundsätzlich. Tut das einfach sehr, sehr gut, dass man da auch vielleicht mal etwas abgeschiedener irgendwo in den Bergen sich da drei, vier Wochen einfach nur aufs Wesentliche konzentriert und drumherum vielleicht auch mal Zeit hat, die Landschaft zu genießen.
So, jetzt kommt noch die Standardfrage. Ab wann Triathlon? Ich muss leider auch zugeben, ich kann nicht so gut schwimmen. I feel you. I feel you. Da müsste ich technisch noch sehr viel aufarbeiten. Ist das nicht Pflicht bei der Polizei? Ja, tatsächlich. Aber da kam es nicht auf die Technik an, sondern nur gut durchkommen. Okay.
Polizeiprüfung muss man doch schwimmen, oder nicht? Ja, man muss Kleiderschwimmen machen und retten. Aber das habe ich auch hingekriegt. Also es ist nicht, dass ich untergegeben würde. Nee, dann kriegst du auch einen Triathlon. Bei Kleider retten und schwimmen, da kriegt Philipp schon Panikattacken. Du bist schon ganz eng hier. Ich fühl mich kurz vorher trinken, ey.
Okay, Triathlon ist noch nicht in Planung. Ist aktuell noch nicht in Planung, aber wer weiß, vielleicht kommt zumindest das Fahrradfahren als Alternativtraining irgendwann mal dazu. Das ist auf jeden Fall eine Idee und da wir ja gelernt haben, dass deine Vorlaufzeiten bis zu erstaunlichen Erfolgen recht kurz sind, würde ich sagen, Triathleten, passt auf.
Anna ist nur eine Entscheidung davon entfernt, dass sie schon da rocken wird. Ja, sehr cool. Was ein bisschen schade ist an Berlin, das war dein erstes Mal Berlin und es wird nie wieder ein erstes Mal Berlin geben. Also du hast auf einer relativ hohen Ebene Berlin kennengelernt. Und das ist schon groß. Das ist dir ja wahrscheinlich so in den wenigen reflektierenden Momenten, die dir geblieben sind, mit dem ganzen Wahnsinn hier schon auch klar, hoffe ich.
Ja, auf jeden Fall. Also auch in meiner Heimatstadt sozusagen laufen zu dürfen, das war eh schon mal total krass. Und dann auch gleich noch das erste Mal als Elite, also was soll da jetzt noch kommen? Also einfach total magisch und ich glaube, man ist jetzt auch so sehr verwöhnt, dass man so von der Stimmung getragen wird. Das hat man ja leider auch nicht bei so vielen Leuten, dass das so heftig besucht ist einfach. Also, einfach krass. Was anderes fällt mir dazu gar nicht mehr ein.
Also sagen wir mal so, jetzt am Wochenende ist Köln, das ist jetzt auch nicht dafür bekannt, dass es da besonders viele Stellen gibt, wo es leise ist. Frankfurt ist von der Charakteristik der Strecke ein bisschen anders. Ich bin ja nur einmal in New York gewesen, aber zum Übertragen, natürlich nicht zum Laufen, so ein Unsinn.
Philipp, du hast es auch gesehen, da geht es auch schon, ich glaube, da ist es sogar noch crazier, weil es lauter ist, weil einfach mehr Menschen da sind und es halt anders da in den Schluchten. Also es gibt schon so ein paar Veranstaltungen, wo du noch nicht warst, wo das auch abgeht, das ist schon so.
Ja, das glaube ich auch gerne. Ich wollte es damit auch gar nicht sagen, dass es nicht anders gibt, aber man kennt es ja vielleicht, wenn man vorher so Dorfläufe oder so gemacht hat, dass es halt auch anders sein kann und umso schöner war es jetzt halt, dass alles am Sonntag zusammengekommen ist. in Berlin zusammengekommen ist.
Also, ich sag mal so, mit der noch sehr jungen, aber auch schon sehr erfolgreichen Karriere, die du ja für dich jetzt hier gestartet hast, hast du noch ganz viele, hoffe ich, ganz viele tolle erste neue Marathons. Mir fallen da viele ein, die, glaube ich, sehr stimmungsvoll sein können und dann hoffentlich auch zu neuen Bestzeiten oder Topplatzierungen führen werden.
Und ja, ich würde sagen, solange man es. Genießen kann, so diese Welle des Erfolgs auf jeden Fall machen und zwar bewusst machen, das ist eine kleine Sache, die ich vielleicht an meiner Karriere rückblickend ein bisschen, bereue, dass man die Erfolge zu wenig reflektiert genossen hat, weil man natürlich als Leistungssportler immer bestrebt ist, noch mehr aus sich rauszuholen und dann nimmt man das so oft dann irgendwann so als selbst, wissentlich, dass es nicht immer so sein wird, nimmt man das trotzdem manchmal so einfach zur Kenntnis, okay, jetzt habe ich es geschafft, aber jetzt kann ich ja das nächste Mal hoffentlich dann das und das laufen oder den Erfolg holen, deswegen, das ist was, glaube ich, was wertvoll ist, zu versuchen, sich das nochmal vor
Augen zu führen, das heißt ja nicht, dass es nicht weitergehen kann, aber dass man das auch wirklich in dem ganzen, Wahnsinn einer Marathon-Vorbereitung, da könnt ihr euch zu Hause ja auch vielleicht ein bisschen wiederfinden, also ich meine, die, Erlebniswelten auf so einem Weg zum Marathon, die könnt ihr euch bestimmt auch gut reinversetzen, das ist ja auch nicht immer alles nur easy und nicht einmal alles nur super und wenn man das dann irgendwo mal, über eine Ziellinie bringt, bestenfalls dann auch mit einer tollen Zeit, dann darf man da zurecht auf jeden Fall auch stolz sein.
Das bist du hoffentlich, aber ich glaube schon. Und wann geht es in Urlaub? Also jetzt haben wir heute, wir sind, was weiß ich, ich bin schon so durcheinander von den ganzen Terminen. Heute ist Mittwoch. Genau, Mittwoch. Und ich habe so viele Ortswechsel, ich weiß schon gar nicht mehr. Mittwoch, anyway, genau, Urlaub schon, sind die Koffer schon gepackt, geht es morgen los? Oder wann geht es für dich in den Urlaub?
Ja genau, es geht morgen los und die Koffer sind so halb gepackt, also man schmeißt so ein bisschen immer mal was rein, wenn gerade Luft ist und ich hoffe, ich kriege das heute Abend alles noch gedeitelt und dann, geht es morgen mal ab und Kopf ausmachen, Füße hochlegen, genießen. Wohlverdient. Ja, Hör mal, Anna, dann sagen wir vor allen Dingen herzlichen Dank für deine Zeit. Es ist nicht selbstverständlich, sondern wir fühlen uns maximal geehrt, dass du dir in dem kleinen Orkan um dich herum dieses Zeitfenster genommen hast und ich hoffe, ihr zu Hause auch.
Wir machen einfach mal dein Insta-Profil bei uns in die Shownotes, mal gucken, was daraus wird. Wünschen dir erstmal einen ganz tollen Urlaub und alles, was danach kommt, sehen und hören wir dann. Erhol dich, hab Spaß und wahrscheinlich nimmst du die Laufschuhe doch mit. Na, auf jeden Fall. Ich gehe doch nicht ohne Außenwahl.
Also ohne kann man doch dann auch nicht. Es wird dann vielleicht ein strukturiertes Training, aber ein Dauerlauf geht immer. Sehr gut. Ja, ihr Lieben, da habt ihr es gehört. Also im Urlaub Laufschuhe nicht vergessen, auch wenn es kurz nach dem Marathon ist. Es kann nicht schaden, man weiß nie, ob sich nicht doch mal eine Gelegenheit für einen schönen Lauf, vielleicht auch am Strand oder wo auch immer, ergibt.
In diesem Sinne, wir freuen uns auf alle weiteren Straßenlauf-Highlights, die jetzt ja Schlag auf Schlag hier anstehen. Wenn ihr am Wochenende am Start seid, beispielsweise in Köln, dann drücken wir euch natürlich hier schon mal die Daumen. Und ansonsten, falls ihr noch mitten in eurer Vorbereitung auf ein Highlight steht, auch dann drücken wir euch die Daumen und hoffen, ihr kommt da gut durch.
In diesem Sinne, passt auf euch auf und dann hören wir uns nächste Woche hoffentlich wieder in alter Frische. Macht's gut, ihr Lieben. Ciao, ciao.