BESTZEIT· Folge 341

#341 Voller Einsatz für Athletenrechte & eine Vision für Olympische Spiele in Deutschland - zu Gast: Leo Köpp

Freitag, 25. September 2026 · 2 h 00

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Shownotes

Er gehört vielleicht zu den unbekanntesten erfolgreichen deutschen Leichtathleten: der Geher Leo Köpp.
Neben seiner erfolgreichen Sportkarriere ist er außerdem Doktorand der Rechtswissenschaften und ein leidenschaftlicher Kämpfer für Athlet*innenrechte und Mitbestimmung. Er ist aktiv im Präsidium der Athletenvertretung "Athleten Deutschland e.V." und in der Athletenkommission des DOSB.
Ralf und Philipp sprechen mit ihm über seine Zeit als Leistungssportler in Berlin und seine Erfahrungen mit den Trainingsbedingungen vor Ort für Spitzensport. Es geht um die Frage, was es braucht, damit Athletinnen und Athleten im Sport wirklich gehört werden, um ihre Bedürfnisse adressieren zu können. Natürlich geht es auch um seinen Start bei den Europameisterschaften in Birmingham und die damit verbundene Enttäuschung, als er auf Medaillenkurs liegend disqualifiziert wurde.
Thematischer Schwerpunkt der Folge ist aber die bevorstehende Entscheidung über die ausrichtende Region/Stadt in Deutschland für eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Neben Berlin und München geht die Region Köln Rhein-Ruhr ins Rennen und am kommenden Wochenende kommt es hier zur Entscheidung. Leo schildert seine Vision für ein erfolgreiches Konzept von Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland und spricht über Hürden, Anspruch und was es in seinen Augen braucht für ein modernes Austragungskonzept in Deutschland.
(Die Folge wurde am 16.9.2026 aufgezeichnet, vor der Berlin-Wahl.)

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Ja, eine fantastische Woche liegt hinter uns und die nächste fantastische liegt vor uns. So viele Dinge, die schon wieder passiert sind, besprechen wir das eine oder andere. Im Bester-Podcast von Philipp Flieger und Ralf Scholdt. Ja, Philipp, wir waren ja mal schlau und haben uns mit Menschen schon ein bisschen, vorher getroffen. Unter anderem auch mit Leo Köpp. Ja, ganz spannendes Gespräch gleich. Könnt ihr euch schon wirklich drauf freuen. Da gibt es ein paar wirklich besondere Stellen, da kommen wir gleich noch zu.

Was du sicher ja auf dem Schirm hattest, dass Robert Fargen Weltmeister werden würde über die Meile. Also wir haben es natürlich auf dem Schirm gehabt. Ich habe es live geguckt und habe mal wieder einen Moment gehabt, wo ich nicht am Mikrofon, sondern im Wohnzimmer gestanden habe und ihn angefeuert habe.

Nützt zwar nichts, aber war trotzdem cool. Ich habe es leider nicht live gesehen. Ich war ja am Wochenende beim Tegernseelauf, bin mal wieder Halbmarathon einmal um den See gelaufen, habe das aber natürlich dann sehr schnell mitbekommen und ich habe mich sehr daran, also ich habe mich erstmal sehr für ihn gefreut, aber auch zurückerinnert gefühlt an durchaus ja auch den ein oder anderen kritischen Social-Media-Kommentar nach seinem EM-Abschneiden in Birmingham, weil er natürlich im Vorfeld offensiv kundgetan hat, dass er hier ist, um zu gewinnen.

Und das ist ihm ja in Teilen irgendwie negativ ausgelegt worden sozusagen. Er hat sicherlich nicht das Rennen gehabt, das er sich erhofft hatte, vielleicht auch einfach nicht den besten Tag erwischt und dann führt das natürlich vor allem in Deutschland ja immer ganz schnell dazu, dass Menschen. Die viel vorhaben, die sich auch was zutrauen, dafür dann abgestraft werden, wenn dann die Dinge eben vielleicht nicht so zusammenkommen.

Und ich finde aber, dass das genau das richtige Mindset ist, was Athletinnen und Athleten brauchen am Ende. Du musst ja davon überzeugt sein, das muss ja das Ziel sein und warum sollst du es dann nicht auch aussprechen, sonst brauchst du dich ja quasi nicht an die Startlinie stellen und er ist jetzt ja auch niemand, das muss man fairerweise ja vielleicht auch nochmal dazu sagen, der nicht dieses Profil hat, dass er das hätte gewinnen können.

Man muss ja einfach mal alleine, wir könnten über die letzten Jahre reden, aber alleine nur diese Saison anschauen, was ja da wieder auch in einer großartigen Konstanz immer wieder für Top-Zeiten gelaufen ist. Und trotzdem muss ich sagen, war für mich der Erfolg in vielerlei Hinsicht überraschend. Erstmal ist es eine Weltmeisterschaft, also Meile, Roadmile, Weltmeisterschaft ist ja dann nochmal, vielleicht waren es nicht alle Top-Top-Top-Namen der Welt da, das soll aber seine Leistung... Das war schon reichlich gut.

58 Starter, das ist ja alleine mein Punkt. Da sind nicht 12 Mann an der Linie, sondern 58. Richtig, also das soll seine Leistung auch in keinster Weise schmälern. Es ist der Modus, den finde ich nämlich auch interessant, dass dann wirklich 58 Leute fast schon so ein bisschen Cross, wie soll ich sagen, Track and Field Cross College mäßig, so weißt du, alle schießen da los mit Startschuss.

Das ist ja schon auch ein besonderer Renncharakter und da hat er sich durchgesetzt. Deswegen hat es mich gefreut, aber ich habe damit. Nicht unbedingt mehr gerechnet, weil ich mir nach Birmingham dachte, also ich weiß nicht unbedingt einer von diesen Miesepetern, der ihn da jetzt irgendwie, keine Ahnung, der ihm das nicht dazu getraut hätte, aber ich habe mir einfach gedacht, na gut, vielleicht, und das passiert ja, also ist ja, kann jedem ja passieren so, dass irgendwann einmal die Körner leer sind, und der hat ja die ganze Saison ein Ding nach dem anderen rausgehauen, und vielleicht habe ich mir dann gedacht, na gut, wer weiß, vielleicht war es dann zum Saisonhöhepunkt nicht mehr ganz die Power

da, wie es zu Beginn oder in der Hochphase der Saison der Fall war, und ist ja dann okay. Ich habe mich dann, wie soll ich sagen, ich habe es überrascht beobachtet, dass er sich aber dann da hinstellt bei dieser WM, und das führte dann dazu, dass man sich denkt, na gut, er muss ja dann nur überzeugt sein, dass da noch was zu machen ist sozusagen, sonst würde er sich das ja wohl nicht geben, wenn er der gleichen Meinung wäre, dass er vielleicht schon ein bisschen über dem Zenit ist und ja, großartig, also ich finde es auch, in der Abfolge jetzt nach Birmingham, was sicherlich für ihn auch ein Downer war, war ja auch glaube ich, sehr klar und hat das ja selber auch so gesagt.

Großartig, dass das jetzt so ein krasse Erfolg, bei denen man glaube ich jetzt auch nicht so antizipieren konnte. Plus 58 Mann, hast du schon gesagt, aber auch die Zeit ist glaube ich, was war das zweitenschnellste jemals gelaufene Roadmile Zeit ist ja auch jetzt einfach eine Wertigkeit. Es ist auch wertig, wenn du ein Sportrennen gewinnst, aber auch, ich finde es trotzdem in diesem Kontext gegen 58 oder gegen 57 andere Athleten sich durchzusetzen und das mit so einer Leistung. Chapeau.

Ja, das Geile an diesen Road Racing Championships ist ja tatsächlich, die starten praktisch wie bei einem großen Marathon, also auf zwei Straßenseiten und dann Kapelle. Und da ist ja kein Tempomacher logischerweise, ja. Aber das wird so gelaufen, als wäre es mit Tempomacher. Also vom ersten Schritt an Vollgas, da wird nicht taktiert. Weil du hast ja keine Orientierung.

Es geht halt nicht mit Runden, wo ja jeder genau weiß, okay, da setze ich vielleicht meinen Sport oder so. Sondern du hattest halt so. Einen ganz weiten Hufeisen-förmigen Kurs. Und da ging sofort die Post ab. Jared Noguse, der ist ja aus dem Team von Robert, aber ja auch ein absoluter Weltklasse-Mann.

Der ging nach vorne und der hatte sicher die Idee, okay, ich laufe das halt einfach so hart von vorne, dass mir keiner folgen kann. Und Robert ist dann die ganze Zeit hinterher und das hat die ganze Zeit wirklich, vielleicht ist es auch dieses Müh, weißt du, dass du ein ganz kleines Mühluft, an deine eigene Erwartungen lässt.

Und genau das hat ihn dann so total selbstbewusst laufen lassen und es war einfach toll. Also je weniger man vielleicht auch drauf guckt, umso einfacher ist es dann, wenn du so eine Klasse hast wie Robert. Das musst du ja erstmal haben, um da überhaupt mitlaufen zu können. Das ist ja klar. Was halt auch lustig war, Die typischen Fotos sind ja dann mit Fahne und so weiter. Er hatte keiner dabei. Ja.

Weil das Szenario nicht ganz eingeplant war. Leider keiner in der Nähe. Er war ja mit seiner Freundin und ein paar Freunden da unterwegs. Das ist ja total cool. Insgesamt großartige Veranstaltungen. Ich habe mich wahnsinnig geärgert. Am Samstag war das ja schon, das Rennen. Ich habe mich total geärgert, weil ich wollte da hin.

Weil meine Tochter lebt ja da, also meine ältere Tochter lebt ja da. Aber das war halt so absurd teuer, da nicht hinzufliegen, sondern zu übernachten. Und meine Tochter lebt leider in einer relativ überschaubar großen WG. Also das hätte so nicht funktioniert. Und es ist halt fantastisch, wie Kopenhagen das lebt. Es gab ja auch ein Massenrennen dabei.

45.000 Starter bei den Meilenläufen. fünf Kilometer am Samstag, am Sonntag dann einen Halbmarathon, da gibt es eine Lotterie, genauso wie in Berlin halt auch. Also schon ein mega geiles Event. Leute, wenn ihr zum Laufen nach Kopenhagen kommen könnt, macht das. Das ist einfach großer, großer Sport. Ja, und du warst am Tegernsee. Ihr habt auch großen Sport gemacht.

Ihr hattet auch schlechtes Wetter, ne? Es sah auch ganz nice aus. Ja, das war wirklich absolutes Bilderbuchwetter. Bilderbuch, Bergwetter, blauer Himmel, Sonne. Ich glaube, in der Sonne war es dann, also beim Laufen fand ich es auch so, doch auch überraschend warm. Ich glaube, das haben wir auch nicht alles so.

Du bist mit T-Shirt gelaufen, sag mal. Ja, ich bin ja. Split-Shaws-Zinglet habe ich mir so in Erinnerung. Eigentlich, wenn die Sonne raus ist, so ein nackter Oberkörper. Ich bin das ja jetzt ein bisschen, also ich bin das mit Kai zusammengelaufen und, genau, also für mich war das ein Wohlfühltempo, sag ich jetzt mal, für Kai glaube ich auch, also der ist jetzt da auch nicht mit dem Messer zwischen den Zähnen gelaufen, letztes Jahr tatsächlich ist er da drei Minuten schneller gelaufen auf dieser Strecke sogar und wir haben das als Genusslauf gemacht, weil er das ja für sich so ein bisschen als kleine Tradition fast hat, ich glaube er ist jetzt, weiß ich gar nicht mehr, was hat er gesagt, die letzten drei oder vier Jahre

da immer gelaufen, auch mit sehr unterschiedlichen Witterungsbedingungen, also wir hatten da, glaube ich, auch schon richtiges Regenwetter und so, dann ist das natürlich nicht so ganz so schön und ich bin selber das erste Mal jetzt wieder dort gelaufen nach acht Jahren. Damals war das Wetter, glaube ich, auch ganz gut, natürlich heute ein bisschen mit einer anderen, Herangehensweise, damals ja noch voll im Leistungssport und konnte damals einen Streckerekord aufstellen über diese Halbmarathonstrecke und ich habe irgendwie gar nicht damit Ich habe gerechnet, dass dieser Streckenrekord noch steht.

Aber als ich meine Startnummer abgeholt habe, hat mich da eine der Damen, die da geholfen hat, erkannt. Offensichtlich hat sie gefragt, ach ja, schön, dass ich mal wieder da bin und was ich mir so vorgenommen habe für morgen, ob ich da meinen Streckenrekord noch angreifen möchte. Ich habe gesagt, nee, die Zeiten sind leider vorbei.

Ich möchte das morgen mal einfach nur genießen, die Runde um den See. Und war aber echt überrascht, dass dieser Rekord noch steht. Das ist ja noch aus einer Prä-Carbon-Ära. Also da sind wir noch mit anderen schon gelaufen. Wie gesagt, 2018 ist schon ein bisschen her. Hat auch ein weiteres Jahr überstanden. Also mal gucken.

Ich muss aber auch sagen, als ich mit Kai diese Runde gelaufen bin, ich habe mich echt gefragt, wie ich auf dieser Strecke jemals eine 1.06 laufen konnte, ehrlich gesagt. Die ist nicht ohne. Also ich habe auf der ersten Streckenhälfte komplett irgendwie vergessen, dass es natürlich tendenziell erstmal runter geht.

Der Start ist ja, früher war er in Gmund jetzt beim gut kalten Brunnen, aber das ist noch einen Ticken quasi hinter Gmund. Da läufst du schon tendenziell erstmal runter, aber auch in den Ortschaften, die du passierst, ist es doch wellig. Also da gibt es auch in den Ortschaften immer mal wieder einen Anstieg, das ist gar nicht so einfach, da ein gleichmäßiges Tempo zu finden, und klar, auf der zweiten Hälfte, das weiß ich heute jetzt schon, damals muss ich sagen, ich habe mich gar nicht mit dieser Strecke beschäftigt, dachte ich mache das so, keine Ahnung, nach der Saisonpause laufe ich halt für Adidas da, ein Rennen war dann da auch mehr gefordert als erwartet, damals und.

Ich habe gedacht einfach, es ist eine Runde um den See, was kann da an Höhenmetern kommen? Also ist ja, wo soll da sein? Aber ab Bad Wiessee gibt es dann bis ins Ziel zwei echt richtig knackige Anstiege. Und der zweite ist auch, glaube ich, knapp über einen Kilometer lang, bis du dann im Ziel bist. Das ist richtig eklig. Also ich konnte das ja jetzt aus einer anderen Perspektive mal verfolgen und auch meine mit mir laufenden Leute drumherum.

Also das fordert die Leute richtig. Und da dachte ich mir auch, wie habe ich das damals gemacht eigentlich? Du bist da einfach drüber und hast das gar nicht so wahrgenommen. Ja, ich weiß es nicht. Wenn man schneller läuft, ist man ja auch schneller über so Punkte drüber. Das stimmt, ja, aber am Ende denke ich mir so, ja gut, knapp unter 1,7 ist ja dann trotzdem schneller als 3,10 im Schnitt.

Wahrscheinlich bin ich auf der ersten Hälfte ein bisschen rausgelaufen, weil das ist so steil. Und das zieht sich ja wirklich ewig. Da werde ich sicherlich nicht mit 3,10 hochgelaufen sein, vermute ich mal. Nee, krass, also wunderschön. Also Strecke ist cool, die Anfeuerung und so auch natürlich in den Ortschaften echt geil. und Tegernsee, viele waren vielleicht schon mal da, also nicht nur beim Lauf, vielleicht auch so zum Urlaub machen, ist natürlich eine ganz tolle Kulisse.

Ja, ich hatte dir eine kleine Aufgabe gegeben, dass du wenigstens so schnell bist wie die Straßenlaufweltmeisterin. 1,05 hast du nicht geschafft. Also come on. Du, sogar ein Arbeitskollege von meiner Tochter, der ist eine 1,05,50 gelaufen. Da habe ich auch gesagt, hallo, wieso arbeitet der? Was ist mit dem?

Also ich meine, tatsächlich ist ja die Welt auch im Halbmarathon ein bisschen verschoben. Der schnellste Däne war, glaube ich, in 1,0050 oder so. Ist auch krass, ja. Aber das ist schon krass. Ja, wir verschieben gleich auch ein bisschen die Perspektive hin zu vielleicht dem unbekanntsten deutschen Weltklasseathleten in der Leichtathletik.

Ja, das kann man sicher so sagen. Aber ihr werdet ihn gleich kennenlernen und das ist total spannend. Vorher wollen wir aber noch eine Meldung, die Ihnen, ich glaube, gestern oder vorgestern gekommen ist, noch mal kurz wertschätzen. Bei der nächsten Europameisterschaft wird es in der Leichtathletik zum ersten Mal Preisgelder geben.

Das ist ein weiterer Riesenschritt zu einer Professionalisierung des Sports. 30.000 für den Ersten. Die ersten Acht bekommen Preisgeld bis 1.000 Euro für den oder die Achte in allen Disziplinen. Insgesamt 3,5 Millionen Euro, nehme ich an. Bei Europa, ist ja klar, werden da ausgestüttet. Ein Riesenschritt vorwärts.

Schließt ja an das, was der Weltverband bei Olympia macht und in Los Angeles dann halt für die ersten drei machen wird. An die Ultimate Championships und so weiter. Also das ist schon echt, jetzt musst du langsam mal über ein Comeback nachdenken, mein Freund. Ja, leider war das eigene Talent dann doch nicht ganz ausreichend, dass ich mich um Podiumsplätze auf kontinentaler Ebene habe.

Nee, aber Achter muss ja nur werden. Gut, Achter, genau, für die 1.000 Euro wird sich ein Comeback natürlich auch schon lohnen. Ich glaube, meine beste Platzierung ever bei einer EM war, glaube ich, 15. Vielleicht bei der Cross-EM mal 13. Mal gucken. Also ich finde es ein cooles Signal und ein starkes Zeichen, dass der europäische Verband danach zieht.

Wir hatten ja an anderer Stelle schon mal erwähnt, dass der Leichter-League-Weltverband ja auch im Zuge für Olympische Spiele ja Preisgelder, den Leichtathletinnen und Leichtathleten, auslobt sozusagen, ganz in, wie soll ich sagen, Contrast zur olympischen Idee, die ja nach wie vor noch, wie soll ich sagen, versucht wird, das als edlen Amateursport zu verkaufen.

Ich finde das wichtig. Ich finde, dass das ein Schritt ist, nicht nur der Athleten, glaube ich, Anerkennung zu zollt, sondern wie du gesagt hast, das auch natürlich hilft, diesen Sport weiter zu professionalisieren. Es ist ganz klar, auf diesem Level, liebe Freunde, ist es so, dass die Leute, die da mit unterwegs sind, in aller Regel Profisportler sind und ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Und ich glaube, gerade für die Disziplinen, die jetzt vielleicht nicht ganz.

Medial so im Fokus stehen, wie es vielleicht laufen, Stichpunkt Marathon, da kannst du natürlich auch andere Möglichkeiten, Geld zu verdienen, auch durch Sponsoring und so. 100 Meter Sprint, you name it, die sehr im Fokus stehen, da kann man sicherlich mit Sponsoring auch viel machen, aber es gibt eben auch Disziplinen, die eben auch Teil des Leichte Lady Kanons sind, aber ja, Stichpunkt Wurfdisziplin, vielleicht auch sowas wie Dreisprung oder so das ist natürlich jetzt nicht so, bei vielen Sponsoren ganz oben auf der Agenda glaube ich und ich glaube, dass das, ein sehr gutes und sehr wichtiges Signal ist, dass dann entsprechende Leistungen auch finanziell honoriert werden, weil wie gesagt die müssen auch von irgendwas

leben und ich finde das großartig und das ist ein Wort, also man muss sich das ja mal zusammenrechnen du hast gerade schon gesagt, dreieinhalb Millionen Euro, die muss man dann auch erstmal generieren und haben, um die auszuschütten und das leichteste ist ja immer zu sagen, wir haben das Geld nicht, dann ist die Diskussion ja schon beendet, aber offensichtlich ist da ja ein Wille da gewesen, das so durchzusetzen und ich finde das großartig.

Und nicht vergessen, das ist dann halt die Olympiasaison. Also das ist auch ein besonderer Reiz, da zu starten, weil oft ist ja dann die Frage, gehe ich in einer Olympiasaison noch zu den Europameisterschaften hin? Aber das wird dann ein hoher Anreiz sein. Da wird ja dann Halbmarathon gelaufen. Musst du dich natürlich dann ein bisschen anders darstellen als am Tegernsee, um dann da eine Chance zu haben, mein Lieber. Da wird auch eine 62 hoch nirgendwo hinreichen.

Ja, das könnte eng werden. Also wir kennen den Kurs ja noch nicht, weil über den Kurs hatten wir in Birmingham dann auch gesprochen. Wahrscheinlich wirst du den einen oder anderen Höhenmeter da machen müssen. Ja, dann wollen wir einsteigen mit unserem Gespräch mit Leo Köpp, vielleicht einer der unbekannteren Weltklasseathleten in Deutschland.

Bei der EM in Birmingham war er ziemlich nah dran an der Medaille. Warum das nicht geklappt hat, wird er uns erzählen. Gehen ja insgesamt mit vielen Änderungen, wo tatsächlich die Geherinnen und Geher gar nicht so eingebunden sind. Auch dazu ein paar spannende Hintergründe von Leo Köpp. Und vor allen Dingen ist er sehr vorausschauend gewesen, denn wir haben das Gespräch mit ihm letzte Woche aufgezeichnet.

Und jetzt hat sich ja Berlin zurückgezogen aus der Bewerbung. Und Leo hatte vorher schon eine Idee, die vielleicht viel besser ist als eine Auswahl zwischen Berlin, München und Köln, Rhein-Ruhr. Aber dazu in seinem Gespräch. Viel Spaß. Ja, erstmal herzlich willkommen, Philipp, schön, dass du da bist.

Ja, und herzlich willkommen, Leo Köpp. Hi, wie geht's dir? Herzlichen Dank für die Einladung. Ich freue mich, dass ich hier sein darf. Ja, wir freuen uns, dass du dir die Zeit genommen hast, hier bei uns zu sein, denn wir haben so ein bisschen uns zur Aufgabe gemacht, also, unser Format jetzt auch für Themen zu öffnen, die, sag ich jetzt mal, unsere Sportbegeisterung und natürlich auch Begeisterung für sportliche Großereignisse in Deutschland haben.

Also sprich, sonst natürlich oft geht es um bei uns Athleten, um deren individueller Werdegang, die Herausforderung, die so eine Sportkarriere mit sich bringt. Gar nicht mal inzwischen mehr nur in der Leichtathletik, aber wir haben natürlich auch gesagt, das Thema Olympiabewerbung ist was, was wir auch schon, hier begleiten wollen und am besten natürlich mit Menschen darüber sprechen, die noch sportlich aktiv sind und die vielleicht auch einen Bezug haben zu der jeweiligen Region oder Stadt, warum sie das vielleicht gut finden würden, olympische Spiele im eigenen Land zu haben, ganz allgemein.

Aber was vielleicht auch für die eine oder die andere Region spricht und genau, nachdem wir die Bewerber. Wie soll ich sagen, ja, Köln, Rhein, Ruhr und München da schon mal hier thematisieren durften, freuen wir uns mit dir heute auch mal über Berlin zu sprechen, da muss man gleich vorweg sagen, also startest für die LG Nord Berlin, aber natürlich als gebürtiger Schwabe, der ich ja bin, ist mir natürlich nicht, entgangen in der Vorarbeit hier, dass du in Konstanz geboren bist und irgendwie deinen Weg nach Berlin gefunden hast. Das musst du uns aber selber erzählen.

Ja, also ich bin auch total dankbar für diesen Lebensverlauf. Ich habe meine Kindheit wirklich zwischen Stock und Stein in einem kleinen Dorf vor Konstanz verbringen dürfen. Wir haben einfach gespielt, bis draußen dunkel wurde und dann mussten wir zu Hause sein. Und dann durfte ich meine Teenager-Zeit, so die Jugend, in Berlin in der Großstadt verbringen, mit allen Möglichkeiten, die sich da auftun.

Und ja, sonst wäre ich wahrscheinlich auch nie zu meiner Disziplin gehen gekommen, denn dafür gab es in Konstanz gar keine Probetrainings. Ja, das ist ja das eine, wenn man in so einer Großstadt aufwächst. Wenn man dann im Sport sozialisiert wird, in der Großstadt ist das sicher auch was ganz anderes, wenn man eher aus der Fläche kommt in Deutschland.

Nimm uns mal mit, wie Leistungssport, wie Sport in Berlin funktioniert, da gibt es ja schon auch noch, Strukturunterschiede zwischen früheren Osten und Westen, zwischen Profisport und Amateursport, nimm uns mal mit in die Region Berlin, wie das für dich gewesen ist. Ja, also Berlin hat wie viele einfach auch politische Zeiten durchlebt und da ändern sich Schwerpunktsetzungen, sodass meine Disziplin in Berlin gerade gar nicht mehr angeboten wird.

Das war eine politische Entscheidung auf Landesebene, weshalb ich vor einem Jahr nach Frankfurt am Main gezogen bin und von dort rede ich jetzt auch mit euch. Das heißt, ich komme meiner ursprünglichen Heimat auch wieder ein Stück näher. Und deswegen bin ich vielleicht auch, ja, aber dazu kommen wir gleich, gar nicht der optimale Ansprechpartner für Berlin.

Aber auf jeden Fall habe ich eine große Dankbarkeit für den Leistungssport, der mir in Berlin ermöglicht wird. Es ist nach wie vor auch so, dass mein Verein, der SC Tegeler Forst und die Stadtgemeinschaft Elgin Nordberlin, meine sportliche Heimat sind durch und durch. Der Rückhalt da unter den Mitgliedern, aber auch den anderen AthletInnen und den TrainerInnen ist enorm. Das ist wirklich das, was mich auf jedem Schritt meines Weges immer beflügelt.

Und das besonders Schöne daran ist, dass ich da eben in der Jugend schon in dem Verein war. Ich war in der Trainingsgruppe Sprint, eher Sprung, auch ein bisschen dabei, sehr wenig Ausdauer bei Nadine Großkopf. Das ist auch die Trainerin von Marc Koch übrigens, mit dem ich da ein paar Jahre in der Trainingsgruppe war.

Also das ist meine sportliche Heimat, das ist Berlin und das ist auch cool, diese Vielfalt, die wir da in der Trainingsgruppe hatten, bevor wir uns dann alle spezialisiert haben und natürlich auch die Vielfalt dieser Stadt allgemein auf den Straßen und auf den Sportplätzen. Also über die sportlichen Möglichkeiten in Berlin, da müssen wir auf jeden Fall gleich nochmal sprechen.

Nicht so wie du, ganz und gar nicht wie du, aber auch zumindest zwei Jahre einem Berliner Verein ja noch angehören dürfen, bevor ich dann sozusagen die Karriere beendet habe. Rentner heißt das Wort. Sportrentner, ja, leider noch nicht privat hier, aber sagen wir mal Sportrentner. Aber natürlich kriegt man dann viele Themen mit, die so eine Metropole auch im Sport die Athletinnen und Athleten beschäftigen. Distanzen sind so ein Thema.

Zugang zu OSP, Betreuung etc. Also da kommen wir vielleicht noch drauf. Ja doch, da kann ich direkt was zu sagen. Das war eine große Herausforderung, als ich nach Berlin kam. Ich bin nicht auf eine Sportschule gegangen, denn ich hatte ja auch gerade meinen ganzen Freundeskreis gewechselt, als ich von Konstanz nach Berlin gezogen bin.

Das wollte ich nicht nochmal. Ich wollte nicht schon wieder meine ganzen sozialen Netzwerke neu aufbauen, auch wenn ich als Schüler definitiv nicht diese Terminologie verwendet habe. Und deshalb Da bin ich nicht auf eine Sportschule gegangen, auch wenn mein Trainer André Höhne immer wieder gesagt hat, dass das doch sinnvoll wäre.

Sportschule ist im Osten, richtig? Das ist Hohenschönhausen dort dann? Es gibt zwei in Berlin. Es gibt eine im ehemaligen Westberlin und eine im ehemaligen Ostberlin. Das ist die Pölschau im Westen und die SLZB im Osten im Sportforum. Und meine Trainingsgruppe, überhaupt der Stützpunkt Ausdauer des Landesverbandes, war im Osten angesiedelt. Und manche Disziplingruppen der Leichtathletik sind dann eher am besten vom Schwerpunkt her gewesen damals noch.

Das hat sich inzwischen auch in den letzten Jahren etwas verschoben. Und mein Trainer wollte eben, dass ich aufs SLZB komme, was ich nicht gemacht habe, weil ich eben meine FreundInnen nicht verlieren wollte. Und das heißt, ich bin dann immer von der Schule, die war eben keine Sportschule, also 16, 17 Uhr war dann Schluss, zum Training gefahren. Und das ist schon Stunde 10, Stunde 20 gewesen.

One way und dann auch wieder zurück, ungefähr so viel. Manchmal hatte man Glück, wenn die Bahnen perfekt kamen, habe ich es auch mal in unter 50 Minuten geschafft. Aber das sind so Berliner Dimensionen eben. Und das ist der Alltag von vielen SportlerInnen in Berlin, selbst bis in den Spitzenbereich. Und ich habe dann aber, als ich mit der Schule fertig war, doch eingesehen, was mein Trainer jahrelang gesagt hatte, dass einfach Regenerationszeit so enorm darunter leidet, wie ich meinen Alltag gestaltet habe.

Und bin ins Haus der AthletInnen gezogen, das dort zum Olympiastützpunkt gehört. Das ist auch in Hohenschönhausen, also an dem Oststützpunkt. Und da hatte ich dann einen Weg, der wirklich genau das Gegenteil war, von 150 bis 200 Metern zum Training. Und also wirklich neun Jahre lang tolle, tolle Trainingsbedingungen, was die Nähe zum Standort anging.

Das ist ja ein Punkt, wo man allerspätestens sehr viele Menschen aus anderen Sportarten kennenlernt, weil ich weiß ja, dass da eine Menge anderer. Sportarten zu Hause sind, die ihren Schwerpunkt in Berlin haben, weil das ist ja im deutschen Sport auch nicht so, dass in jeder Stadt alles gemacht wird, logischerweise.

Aber ich beschäftige mich ja im Winter auch mit Eisschnelllauf. Die wirst du alle kennen. Das heißt, da findet dann ein kultureller Austausch oder überhaupt ein Austausch. Über die Sportartengrenzen hinaus statt. Also ich bin ja schon immer fasziniert bis schockiert, wie wenig ihr Leichtathleten euch untereinander kennt. Also ich stelle oft genug bei Großveranstaltungen, Werfern den Marathonläufern oder umgekehrt vor, weil die sich in Teilen noch nie gesehen haben.

Spätestens, wenn man neu in die Nationalmannschaft reinkommt. Aber wenn man so sozialisiert ist, in einem Haus, wo sehr viele Menschen mit dem gleichen... Ziel, mit den gleichen Träumen, mit den gleichen Idealen zusammen sind, dann findet ja ein Austausch über die Sportarten hinaus statt, der anders ist, als wenn man zu Hause lebt oder sein eigenes Reich hat, seine eigene Wohnung hat.

Was ist da passiert? Wie war das? Nimm es mal mit. Das ist wirklich etwas, das ich vermisse. Diese Begegnung da im Haus der AthletInnen über die Sportarten und Disziplinen hinweg, im olympischen, im paralympischen, Sport, aber auch im nicht-olympischen Sport, also World Games Sportarten. Das war wirklich so eine Breite und dann auch von der Jugend bis ins absolute Erwachsenenalter.

Also Thomas ist nun wirklich einer der langjährigsten Nachbarn dort gewesen und auch ein paar sozusagen regionale, Begegnungen, zum Beispiel Timo Benetz, den ihr ja sicherlich hier aus dem Laufbereich auch kennt, war ganz lange dort mein Nachbar und wir haben immer uns mal verabreden wollen, um schwäbische Spätzle zu machen, jetzt wo wir beiden doch in Berlin wohnen.

Also es ist wirklich auf so vielen Ebenen eben Diversität dort im Haus der AthletInnen gewesen und trotzdem diese Gemeinsamkeit war dieser Leistungssportbezug. Das ist Fluch und Segen. Es ist Segen, weil es mir als AthletInnen-Sprecher jetzt enorm hilft mit diesem Hintergrund, mit diesen Kontakten und diesem Verständnis für den Alltag, aber auch die strukturellen Probleme der verschiedenen Sportarten.

Denn darüber haben wir nun mal geredet, dort in der Nachbarschaft, in dem Haus, in den Gemeinschaftsräumen, die übrigens sehr angenehm waren und mal mehr, mal weniger genutzt wurden. In diesen neun Jahren, die ich da war. Also ja, ich weiß noch, dass zum Beispiel Mifan morgens immer auf dem Tisch im Gemeinschaftsraum saß und uns allen einen guten Morgen gewünscht hat, mit der größten Freude, mit der man einen Tag beginnen konnte.

Und das ist eben nun mal in Bezug in den Bereich der Wassersportarten, der mir sonst total entgangen wäre. Andererseits ist es auch Fluch, denn ich habe ganz schön Heimweh nach Berlin. Aber ich bin auch gerne ausgezogen. Ich habe jetzt im Juni dann das Feld dort geräumt, weil ich gesagt habe, ich bin so viel in Frankfurt am Main, das Pendeln ist zu belasten, wieder Thema Regenerationszeit, und dann ist es auch einfach Teil der Professionalisierung, dass ich sage, die doppelte Haushaltsführung zehrt zu sehr an meinen Ressourcen, und andere AthletInnen dort, die jetzt auf einer Warteliste stehen oder vielleicht mit einem Kaderstatus strugglen, die sollen dann lieber dadurch, dass ich etwas Kapazitäten freigebe,

entlastet werden von dem Druck. Denn es ist schon sehr hart, das kriegt man auch dort im Haus der AthletInnen mit, wie sehr die soziale Absicherung von AthletInnen leidet, wenn der Kaderstatus auf dem Spiel steht. Weil wenn Leute eben in solchen Einrichtungen wohnen, davon nicht nur Geld abhängt oder so, sondern tatsächlich der Lebensmittelpunkt davon abhängt, ob man diesen Kaderstatus behält.

Das heißt, die müssten im Zweifel zurückziehen nach Eppingen oder anderen Orten irgendwo in Deutschland. Ja, absolut. Nimm uns dann nochmal eben mit, wie denn jetzt dein Alltag aussieht. Also du hast gesagt Frankfurt, weil das war schon ja ein durchaus in der Szene beachteter Move, dass plötzlich einige Geherinnen und Geher sich der Eintritt in Frankfurt angeschlossen haben.

Du nicht, weil du ja gerade schon von deiner. Vereinsverbindung, intensiven Bindung über die Tegeler Forst und die LG Nord in Berlin gesprochen hast. Aber andere haben das ja anders gemacht. Chris Linke zum Beispiel, der aber, wenn ich das richtig weiß, nicht seinen Lebensmittelpunkt nach Frankfurt verlegt hat. Also da musst du uns nochmal eben mitnehmen, wie das da jetzt abläuft in Frankfurt.

Ja, also unsere Realitäten gestalten sich sehr unterschiedlich. Das liegt einerseits daran, dass wir unterschiedliche Phasen unseres Lebens haben. Also Chris ist ja so grob, über den Daumen gepeilt, ein Jahrzehnt älter und einfach in seinem Leben diesen Schritt auch weiter ein bisschen mehr, ich sag mal, verwurzelt. Deswegen kann ich auch gut verstehen, dass man dann nicht einfach mal eben so nach Frankfurt am Main zieht.

Bei mir ist es anders und auch die Motivation für den Umzug war andere. Es ist ja nicht so, dass mein Verein irgendwelche Steuerprobleme hatte oder so, sondern ich bin total glücklich in meinem Verein und war einfach nur, unzufrieden vom Stützpunkt-Training meines Landesverbandes, der eben gesagt hat, gehen gibt es bei uns nicht mehr.

Und dann habe ich gesagt, ich suche mir andere Lösungen, habe dann nach der Pandemie, als man wieder zusammen trainieren konnte und es einfach nicht angeboten wurde, gesagt, ich gehe in Trainingslager auf verschiedene Trainingsgruppen im internationalen Raum zu, habe das ein, zwei Jahre lang gemacht, sehr international trainiert.

Im Jahr von den Olympischen Spielen war ich nur in acht vollständigen Wochen des ganzen Jahres zu Hause und habe gemerkt, nach Olympia Wonderszeit auch immer dieses Jet-Setting, immer andere Gruppen, immer andere Orte morgens nicht wissen, wo ich eigentlich gerade aufwache, auf welchem Kontinent. Ich möchte ein bisschen mehr mich setteln und habe mich dann in ganz Deutschland eben umgeguckt, wo ich die Kombination aus professioneller Gehbetreuung für meine Disziplin und aber auch hervorragender, Zusammenarbeit für meine Doktorarbeit finde.

Und eine der Städte war eben Frankfurt am Main und da bin ich auch sehr glücklich angekommen und toll willkommen geheißen worden von der Trainingsgruppe und von der Lehrstuhlrunde. Dafür müssen wir noch mal kurz auf dein Studium zurückkommen, das du in Berlin absolviert hast mit einer kleinen Auslandsreise nach Berkeley.

Grob gesagt Rechtswissenschaften, aber das ist ja ein sehr, sehr weiter Bereich. Also was ist deine Spezialität? Wo geht es dr. Arbeitsmäßig hin? Also ich habe verschiedene Interessen, überwiegend im öffentlichen Bereich, aber im Bereich der IT-Regulierung auch Richtung Privatrecht und Strafrecht, weil das dann intersektional wird.

Meine Doktorarbeit schreibe ich aber über die Menschenrechtsanwendung im Digitalraum in speziellen Kollisionsfällen und deswegen war ich auch in Berkeley genau am richtigen Ort. Das passiert mir übrigens öfter, dass ich irgendwie entweder zufällig oder doch mit einer gewissen Intuition vorab zur richtigen Zeit im richtigen Ort lande.

Also ich war in Berkeley genau, als das neue Datenschutzrecht in Kraft trat, das in gewisser Weise die nächste Generation ist, die dann sozusagen die Fallstricke der DSGVO versucht auszubessern. Ich war genau zum Brexit in Leeds, hatte mich dort der britischen Nationalmannschaft im Gehen angeschlossen und ja, jetzt bin ich in Frankfurt, mal schauen, was passiert.

Berkeley ist ja aus mehrerlei Hinsicht spannend, also natürlich absolutes Top-Umfeld, universitär betrachtet, aber wie war das für dich dort mit Gehen, weil ich glaube, also hast du dort quasi als Teil des College-Teams irgendwie dich anschließen können oder musst du so komplett dein eigenes Ding machen, weil ich glaube Gehen ist jetzt so im College-Sport nicht so, etabliert, meine ich, oder? Ja.

Das stand nicht zur Debatte, weil ich meinen Master dort gemacht habe und deshalb nicht Undergrad war und das College-System hauptsächlich ein Undergraduate-Sportsystem ist. Auch da gibt es Durchbrechungen, aber das bedeutet, dass ich da auch gar nicht erst angefragt hatte und auch von der Uni jetzt kein Interesse bestand.

Ich habe aber sehr wohl das Leistungszentrum genutzt. Also ich habe dort die Bedingungen gesehen, die man in der dualen Karriere, wenn man es wirklich auf die Spitze treibt, gewährleisten kann. Also es war wirklich der Schreibtisch, ich würde sagen 2,50 Meter außerhalb der achten oder sechsten Bahn vom Leichteditigstadion.

Also noch mehr das auf die Spitze treiben von Regenerationszeit maximieren, Zeit sparen, geht nicht. Und auch die Ausstattung und die Möglichkeiten der Verpflegung in diesem Leistungszentrum. Ich war dort im International House, also auch einer tollen Begegnungsstätte, sind unfassbar. Und das fließt natürlich auch in meine sportpolitische Arbeit ein, dass ich diesen Vergleich mit dem US-System habe, an einer der Elite-Universitäten, die es dort eben gibt.

Also muss ich schon sagen, hat mich beeindruckt und ich versuche natürlich auch Dinge davon bei mir im Alltag zu inkorporieren, um jetzt auf die Frage von Ralf noch einzugehen in meinem Alltag. Hier versuche ich eben auch, diese Nähe zu nutzen, um möglichst zeiteffizient zu sein und auch trotz des vollen Alltags noch ein Stück Freizeit für mich rauszukloppen.

Ja, dann lass uns doch mal, nachdem wir jetzt ja wissen, dass du sehr breite Beurteilungsbasen hast für eine Bewertung, was wir jetzt machen mit unseren Olympia-Bewerbungen. Wir stehen ja kurz davor, dass die Entscheidung fällt in Baden-Baden am Sonntag des Berlin-Marathon. Ich weiß gar nicht, ob das irgendein Zufall ist oder irgendeine Setzung, keine Ahnung, aber das finde ich zumindest interessant von der Terminüberschneidung, die da besteht.

Du hast ja logischerweise zwei unterschiedliche Sichten, nämlich das eine ist, als Vorstandsmitglied von Athleten Deutschland, ihr habt euch, jetzt gerade zu einem Statement verabredet, wie ihr diese Olympia-Bewerbungen, die dann auf eine kumulieren, begleiten wollt. Das andere ist ja deine private Sicht darauf.

Nimm uns mal mit, wo die Reise aus Athletensicht gerade hingeht. Ja, das Schöne ist ja, wir haben es eben nicht nur als Präsidium von Athleten Deutschland beschlossen, sondern die AthletInnen, die da waren, haben das in ihrer Gesamtheit von sich aus mit einer Mehrheit verabschiedet. Sogar einstimmig.

Also das, finde ich, ist schon nochmal eine ganz andere Aussage und das erstreben wir auch, im DOSB, dass die AthletInnen-Vollversammlung im DOSB dazu eine von Grund auf offene Meinungsbildung führt, am 25.09. Am Tag vor der Entscheidung für den nationalen Bewerber. Und das, glaube ich, ist auch wichtig, dass wir als Athletinnen uns mal ein Bild davon machen. Denn wir sind ja die, die angesprochen werden.

Ey, was hältst du eigentlich davon? Du bist doch SportlerIn. Soll das jetzt hier bei uns stattfinden oder nicht? Und da war die Aussage der AthletInnen bei uns im Verein Athleten Deutschland e.V. Ganz eindeutig, ja, die sollen nach Deutschland kommen, die Spiele. Und wenn ich sage die Spiele, dann meine ich damit die Paralympischen und Olympischen Spiele. Das ist auch etwas, das in dieser Erklärung ganz, ganz zentral ist, diese Gleichstellung.

Und die brauchen wir auch, weil eine der zentralen Säulen, die den Leistungssport international und national legitimieren, ist die gesellschaftliche Inklusion. Und die verlieren wir, wenn wir das zu kurz schreiben. Also wenn du eingestiegen bist heute in die Folge mit Olympia zum ersten, Olympia zum zweiten, dann würde ich sagen, olympische und paralympische Spiele zum dritten.

Das ist mir ganz wichtig und das ist den AthletInnen ganz wichtig. Du hast schon recht, dass das in der Nennung wichtig ist. Für mich ist das immer zusammenhängend, aber das ist natürlich eine Bubble-Betrachtung, ist ja klar. Ich habe gerade mit Felix Streng da länger drüber gesprochen, der ja als Parasprinter in diesem Jahr eine ganz besondere Situation hatte, nämlich keine EM hatte, weil die einfach ausgefallen ist.

Stellt euch mal vor, eine Leichtathletik-EM würde einfach so ausfallen. Da wäre ein Riesenaufschrei. Ich wette, dass die allermeisten von euch da noch nie von gehört haben, dass die Paraleichtathleten in diesem Jahr keine EM hatten. Aber daran sieht man natürlich, wie wenig Gleichbetrachtung in der deutschen Öffentlichkeit und auch im deutschen Sport tatsächlich noch herrscht.

Felix ist in einer Trainingsgruppe in London, also in einer Multitrainingsgruppe in London. Da sieht das tatsächlich anders aus. Also wie zum Beispiel die Briten 2012, die Paralympics nach den Olympischen Spielen, die ja fantastisch waren, die Olympischen Spiele, zelebriert haben, war einzigartig und unglaublich.

Die hatten ebenfalls komplett ausverkaufte Wettkampfstätten und eine sehr spannende Werbekampagne dazu. Dazu können wir später vielleicht nochmal kommen. Wie ist denn jetzt Deine Haltung zu Berlin? Was machen wir mit Hauptstadt? Was machen wir mit den großen Distanzen Mit den Möglichkeiten Mit den Schwierigkeiten Was ist mit Berlin?

Und um vielleicht Leo das Leben ein bisschen einfacher zu machen Du kannst gerne aus zwei Perspektiven antworten Einmal aus der privaten Leo-Athletensicht Der Olympische Spiele auch selbst schon erleben durfte In Paris und diverse andere Internationale Großereignisse, Und natürlich aber auch aus der Sicht des.

Athletenvertreters, sportpolitischer Hintergrund etc. Also, weil vielleicht ist das ja nicht konkurrent. Ja klar, da haben wir tatsächlich einige, bei denen das auseinanderfällt. Also zum Beispiel Elena Semichin aus dem Präsidium von Athleten Deutschland und in der DOSB-Athletinnenkommission ist ja Botschafterin für die Berliner Bewerbung.

Eine der Aushängeschilder der Stadt, würde ich sagen, und auch eine exzellente, sportpolitische Bereicherung für die Gremien, in denen wir zusammengearbeitet haben. Und sie hat von der DOSB-Athletinnenkommission die Federführung für den gesamten Bereich der Bewerbung um olympische und paralympische Spiele erhalten.

Und da war es so, dass diese Trennung vom entsprechenden Ressort nicht anerkannt wurde. Die hatten zu viel Sorge, dass sie das für sich nicht trennen kann. Dabei hatte sie offensichtlich das Vertrauen, dass sie das schafft, von der demokratisch gewählten AthletInnenvertretung erhalten. Also das ist natürlich auch eben wieder so ein Punkt, an dem die Demokratisierung des Leistungssports noch hadert.

Es kann nicht sein, dass die Leute, bei denen wir uns vertreten lassen wollen, entscheiden, wer uns vertritt. Wir entscheiden selber, wer uns vertritt. Und ja, wir haben ihr zugetraut, dass sie das trennen kann. Ich kann das auch trennen. Für mich ganz persönlich kann ich sagen, die Terminkollision jetzt am 26.09.

Ist natürlich schon so ein klassisches Leistungssportding. Ich wäre so gerne beim Berlin-Marathon. Das ist ja eine Stimmung. Das werde ich vermissen. Und ja, das geht dann eben nicht beides. Gleichzeitig ist es so, ich habe sogar noch einen dritten Termin, ich komme extra aus dem Höhentrainingslager aus Levinjo nach Baden-Baden für die Sitzung und fahre dann wieder zurück, damit ich nicht länger als 24 Stunden aus der Höhe raus bin.

Also das ist Leistungssportleben so. Es sind eigentlich sogar mehr als zwei Termine immer gleichzeitig und man muss sich doch entscheiden. Und das ist hier ja auch so ein bisschen das Problem. Wir haben so viele gute Bewerbungen erhalten, Dass einfach eine Entscheidung trotzdem fallen muss, ist schon fast schade.

Und umso wichtiger ist eigentlich, dass egal welche der drei Gebietskörperschaften am Ende sich um die deutsche Austragung für olympische und paralympische Spiele bewirbt. Die Austragung selber dann ein Mehrwert und eine Beteiligung des ganzen Landes wird. Das habe ich jetzt schon erlebt, das darf ich auch sagen aus der Sicht, in der ich involviert war in den Prozess.

Also ich bin für die AthletInnenkommission in der Arbeitsgruppe Vision & Legacy gewesen, die also die Bewerbungskonzepte vorgelegt bekommen hat, um zu bewerten, ob dort die Kriterien. Der sportlichen Vision, sportlichen Nachhaltigkeit, ökologischen Nachhaltigkeit, sozialen Nachhaltigkeit und der Jugend ausreichend Berücksichtigung finden.

In dieser AG habe ich schon gemerkt, dass alle Konzepte noch diesen Schritt machen müssen, über sich hinaus zu denken und auf eine nationale Vision zu kommen. Also das ist aber auch okay, weil wir jetzt in diesem Prozess erst mal an dem Punkt sind, dass man sich eben durchsetzen muss. Ich kann ganz kurz unterbrechen, Leo, weil ich finde, das ist ein ganz zentraler Punkt. Also aus meiner Betrachtung ist das ein zentraler Punkt, auch der Außenwirkung, weil wir müssen ja immer ...

Irgendwann den Schritt ja gedanklich machen und der muss eigentlich davor passieren, nach außen, also in die entscheidende Phase hinein, da entscheidet das IOC darüber. Da ist es überhaupt nicht verstehbar, dass wir uns national auseinandersetzen mit drei Regionen. Also ich glaube schon, dass alle vorhaben, jetzt sozusagen diesen Schritt zu machen. Ja, aber warum machen wir nicht eine nationale Bewerbung und machen, x Sportarten dort und x Sportarten dort?

Es muss ja sowieso woanders gesegelt werden. Es wird nicht nur in Berlin oder nicht nur in München Fußball gespielt werden, noch andere Dinge, die ausgelagert werden müssen. Also Kanuslalom wird ja dann nicht in München stattfinden, sondern in Augsburg oder wo halt diese Optionen dazu bestehen. Da sind wir ja schon von der Denke her weit weg von diesen Regionen.

Warum machen wir überhaupt diesen Quatsch der Regionen, die sich jetzt gegenseitig. Also manchmal auch mit halbcoolen Optionen überlagern wollen? Ich mache mal ganz kurz Trenz dazu, weil hier ein Blau-Blaser direkt vor der Tür ist. Ich hoffe, jetzt ist es besser. Ja, also ich weiß nicht, ob ich es als Quatsch bezeichnen würde.

Es ist schon gut auch zu sehen, wer von den Bewerbenden gut auf unseren Input reagiert. Also die Arbeitsgemeinschaft hat zwar am Ende kein Stimmrecht, aber wir sind die, die die Anforderungen vorgelegt haben. Also wir sind auch als AthletInnschaft mit einem sehr ausgeklügelten Forderungspapier in die Verhandlung gegangen, weil ich gemerkt habe in Gesprächen unter AthletInnen, zum Beispiel die soziale Nachhaltigkeit und die ökologische Nachhaltigkeit, die sind uns einfach wichtig.

Gut, wir sind ja auch viele junge Menschen, aber das sind eben Dimensionen, die ich besonders stark in der Verhandlung einbringen wollte. Und was sehr auffällt ist, dass manche der drei Konzepte das stärker aufgegriffen haben und andere weniger. Insofern ist es schon hilfreich zu sehen, mit wem können wir eher diesen Schritt gehen, auf eine nationale Vision hin, wer kommt auch eher den Anforderungen und den.

Gedanken nach, die wir aus der Sportwelt heraus mitbringen und an die Gebietskörperschaften herantragen. Und das ist schon, glaube ich, ein wertvoller Punkt, einmal zu sehen, mit wem können wir diesen Weg besser gehen als mit anderen. Und ich glaube, dass ab dem 27.09. dann auch genau das passieren muss und passieren soll, was du jetzt sagst, dass wir uns als nationale Bewerbung verstehen.

Und das war ja auch im Fall von Hamburg schon relativ erstaunlich, wie schnell Leute gesagt haben, ja, Hamburg ist raus. Ja, okay, dann bin ich jetzt voll für den und den oder den und den. Ja, war erstaunlich, wie schnell das ging. Aber jedenfalls erwarte ich, dass das sozusagen der Trend ist, den wir auch als ganzes Deutschland dann gehen ab dem 27.

Das ist ja der Kern eurer Resolution halt auch der Athleten Deutschland gewesen zuletzt. Ja. Der Kern ist sogar ein bisschen ein anderer, muss ich sagen. Also der Kern, würde ich sagen, ist, dass wir in den Spielen eine Chance für AthletInnen sehen. Und klar, nebenbei schreiben wir auch, dass wir diese Chance sehen, egal ob es München, Köln, Rhein-Ruhr oder Berlin Plus wird, aber der Kern ist doch, dass wir dieses Leitmotiv des IOC Athletes First ins Zentrum stellen wollen.

Und das auf verschiedenen Ebenen. Ja, also ein Punkt, den ich oder der mich interessiert, wie du das betrachtest und ich glaube, das haben wir mehr oder weniger in ähnlicher Form auch unseren anderen beiden Gesprächs, in dem Fall, Gästen, also hier Carla Borger und Alex Burkhardt gestellt ist. Neben den Aspekten, die ich übrigens für sehr wichtig halte, also soziale Aspekte, ökologische Aspekte, ist glaube ich was, wo wir uns als, vielleicht auch als Deutschland, ich kann nicht genau sagen, wie sehr Paris darauf geachtet hat, weil mich das damals nicht so beschäftigt hat, sage ich jetzt mal, aber ich glaube, das ist was Wichtiges, wo man sich von auch in der Welt abgrenzen kann, vielleicht von manchen anderen Nationen, ich will jetzt hier niemanden

bashen so, aber denen das einfach nicht wichtig ist und ich glaube, dass das ein wichtiges Kriterium sein kann. Gleichwohl muss man ja glaube ich sich trotzdem vor Augen führen, gegen was für potenzielle andere Mitbewerber international man ins Rennen geht. Deswegen die Frage an dich und das wirst du wahrscheinlich aus deiner sportpolitischen Brille raus oder Position raus nicht beantworten können, weil du vielleicht dann eine gewisse Neutralität, behalten musst, aber als Athlet, sagen wir mal, wir sprechen jetzt hier in dem Fall jetzt, Frage an dich, Leo, als Sportler, der schon zum Beispiel in Paris war, der ja offensichtlich ein Faible für olympische Spiele hat.

Das hat ja irgendwie auch dein junges Leben so sehr geprägt mit diesem Leistungssport, dass das ja irgendwie eine Vision war. Jetzt haben wir die Möglichkeit vielleicht, als Deutschland, als Nation unseren Hut in den Ring zu werfen, das mal wieder zurückzuholen. Da sind ja ein paar Jährchen vergangen, seit das das letzte Mal hier stattgefunden hat.

Ganz losgelöst von all den wichtigen Aspekten, die, glaube ich, eine moderne Ausrichtung von Olympischen Spielen gut tut. Welche Region oder Stadt würdest du denn denken, hat die besten Aussichten? Aussichten, weißt du, da geht ja manchmal auch um den Glanz so, weißt du, du trittst dann gegen, was weiß ich, andere Metropolen dieser Welt an. Und nix gegen Köln, Rhein-Ruhr.

Carla hat das super gemacht hier und ich finde das Konzept auch geil, die dann sagen, wir nehmen eine ganze Region mit und wir haben euch alles da und so. Aber Köln-Rhein-Ruhr hat jetzt vielleicht nicht ganz so viel Sexappeal in dieser Beserbung. Ja, okay, sorry, sorry. Vielleicht nicht ganz so viel Sexappeal wie, weißt du, so München 72, schon mal Bäm oder Berlin. So dieses Berlin ist ja auch in der internationalen Welt so.

Hast du da für dich so ein Feeling, welche Stadt da vielleicht auch einfach vom Flair, du musst ja auch überzeugen, unabhängig von den ganz vielen wichtigen Punkten, die dann in der Ausrichtung hoffentlich berücksichtigt werden. Aber am Ende musst du erstmal den Zuschlag kriegen. Und ich könnte mir schon vorstellen, dass da auch natürlich am Ende so ein Klang eine Rolle spielt.

Wir Deutsche denken jetzt gerade nur so, wäre das beste Konzept so, glaube ich, so ein bisschen. Das ist auch wichtig in der Umsetzung, aber so weit sind wir ja noch lange gar nicht. Also wir müssen ja erstmal uns ja dann auch mit dem Bewerber, den wir uns dann auswählen, auch international durchsetzen können.

Das gefällt mir an der AthletInnen-Perspektive. Also wir sind teilweise ja so weit schon in der sportpolitischen Durchdringung des Themas und auch schon so lange damit befasst, oder aber auch einfach so emotional mit den Werten des olympischen und paralympischen Sports verbunden, dass wir diesen Schritt schon gegangen sind, zu fragen, was hat die beste Aussicht im internationalen Vergleich?

Und gesagt haben, die beste Aussicht im internationalen Vergleich hat eben eine deutsche Austragung. Weil uns wichtig ist Fairness, Menschenrechte, Good Governance und die Werte des Sports. Dazu gehört auch Sportintegrität mit dem ganzen Bereich Safe Sport. Und wir haben für uns als AthletInnen beschlossen, auf diese Bereiche können wir fast keinen Einfluss nehmen, wenn das auf einem anderen Kontinent oder weit weg ausgetragen wird.

Wir können aber Einfluss nehmen, wenn es in Deutschland ausgetragen wird und uns sind diese Sachen so wichtig. Die Olympischen und Paralympischen Spiele werden stattfinden, so oder so. Wenn sie stattfinden, dann wollen wir, dass diese Bereiche, Fairness, Menschenrechte, Good Governance, Werte des Sports berücksichtigt werden und zwar nicht nur am Rande, sondern im Zentrum stehen.

Ja und dann sagen wir, ist der beste Weg da für Deutschland. Um deine Frage nach dem Sex-Appear jetzt aber doch zu beantworten, und zwar ich als Athlet, muss ich sagen, in meiner Karriere hatte ich wirklich. Einen absoluten Glanzmoment in München 2022 bei den Europameisterschaften. Ich glaube, ich bin jetzt 18 mal, vielleicht schon 17, 19, irgendwie so 18 plus minus einmal in die deutsche Nationalmannschaft berufen worden und München 2022 sticht heraus. Ja, muss ich sagen.

Ich war letztes Jahr Bundestrainer der Studierenden in Bochum bei den World University Games in Rhein-Ruhr. Und das war ein wirkliches Fest. Also es war total cool zu sehen, dass Deutschland diese Sportgroßveranstaltungen kann. Die Universiade ist die zweitgrößte Multisportveranstaltung nach den Olympischen und Paralympischen Spielen.

Und dass wir das hingekriegt haben mit so viel Schwung und Energie, das war für mich auch bereichernd. Und auch da muss ich sagen, da hat schon noch was gefehlt. Da hat ein bisschen diese Zentralisierung gefehlt und so. Und ich habe jetzt das Konzept gelesen, und diesmal ist ja auch nicht nur Rhein-Ruhr, sondern auch noch Köln dazu.

Und sie adressieren das, sie lernen dazu. Also dieser Wille ist da, diese Bereitschaft zur Verbesserung, die ja auch den Leistungssport ausmacht, diesen unerbitterlichen Verbesserungsdrang, den du und ich die ganze Zeit haben. Und ja, dann zu guter Letzt ich als Berliner 16 Jahre lang da gewohnt, also ich muss sagen, der Sex-Appeal ist irgendwie bei allen drei Bewerbenden schon da, wenn man diesen Begriff mag, aber zu mir persönlich passt irgendwie diese Reihung nicht nach Carla und Alexandra, weil ich nun mal.

Ich fühle mich einfach überall zu Hause. Als Leistungssportler bin ich so viel unterwegs, auf allen Kontinenten, bis auf der Antarktis bisher. Die habe ich tatsächlich noch auf meiner Bucketlist. Ich hätte schon Lust mal irgendwann. Und auch in Deutschland. Meine Großeltern, einerseits aus dem Sudetenland, nach Thüringen geflohen, andererseits aus Kiel, dann nach Hamburg, dann aus Bremen, Fegesack.

Ich selber bin in Konstanz geboren. Und jetzt wohne ich in Frankfurt am Main. Also es ist wirklich bei mir die Frage eher, wo die Leute sind, wo die gute Stimmung ist und die Werte, mit denen ich mich identifizieren kann, als eine Frage der Region. Gut, dann machen wir mal ein bisschen Realpolitik. Arm, aber sexy war lange so ein Motto von Berlin.

Da stehen aber ja noch ein paar andere strukturelle Dinge im Raum bei Berlin. Das eine ist, dass sie kein Bevölkerungsvotum abgefragt haben, was ihnen auf die Füße fallen könnte im Nachhinein, also wenn die Entscheidungen in Richtung Berlin fiele. Das andere ist, wir nehmen heute vor der Wahl am von uns aus gesehen jetzt kommenden Sonntag auf, dass eine politische Andersorientierung in Berlin auch Konsequenzen haben kann auf die, Bewerbung, dass sie nämlich möglicherweise von einer anderen Mehrheit nicht oder weniger stark unterstützt würde aus der Politik in Berlin heraus, also aus der Regionalpolitik heraus.

Was natürlich ein immenses Risiko birgt für eine erfolgreiche Bewerbung. Auf der anderen Seite hat Berlin natürlich einen anderen Klang als Köln im internationalen Sport. Das ist ja gar keine Frage. Aber wir haben Olympische Spiele in Brisbane und in Atlanta gehabt und wir haben, auch Regionen gehabt, die zum Beispiel jetzt mit Cortina und Mailand, das war jetzt auch nicht nur alles sexy und die, Zerstreutheit dieser Veranstaltung war sicher auch ein Punkt, der viele beschäftigt hat.

Auf der anderen Seite ist es natürlich schon so, was machen wir, wenn Berlin das wird und dann kommen diese regionalen Geschichten da um die Ecke, die ja international niemand versteht. Also international ist diese Begegnung der Olympischen und Paralympischen Spiele für mich immer noch ein Friedensprojekt.

Keine Veranstaltung bewegt so viele Ressourcen, bewegt so viele Menschen, bewegt so viele Emotionen wie Paralympische und Olympische Spiele. Bis auf eine Ausnahme, eine einzige internationale Ausnahme bewegt noch mehr und das ist Krieg. Und deswegen muss ich sagen, je mehr ich mir die Weltlage und die politische Situation angucke, desto mehr bin ich überzeugt davon, wir brauchen dieses internationale Friedensprojekt, wir brauchen die Völkerverständigung jetzt mehr denn je und.

Das ist auch der Grund, warum wir den Sport fördern. Also warum stecken wir so viel Geld in Leistungssport, der ja nur bei einer ganz kleinen Gruppe an SpitzensportlerInnen ankommt, dieser Förderbetrag. Wenn er bei euch ankommt, ja. Ja, ich habe große Hoffnung, dass es zunehmend klappt und immer weniger in Gremien versackt, wo ich dann am Tisch auch noch rassistische Äußerungen höre, wie ich dran vorbeilaufe.

Also da schaudert es mir wirklich am Rücken. Da hätte ich jetzt ein paar Nachfragen, aber da wären wir bei einem anderen Thema. Ja, also es ist wirklich furchtbar, was in der Sportwelt immer noch abgeht, aber es erfüllt mich auch mit so viel Hoffnung, weil so ein großes Potenzial darin steckt, dass wir dieses Friedensprojekt sind. Und das ist der Grund, warum wir den Leistungssport fördern.

Nicht, weil er irgendwelche Produkte generiert. Und man könnte sagen, wegen des Entertainments, aber das finde ich auch nicht ehrlich. Der Entertainment-Faktor, der Würde von Hollywood oder so viel besser erfüllt wird. Wir gucken den Sport auch, weil er uns mitnimmt und begeistert, weil er uns unsere Menschlichkeit zeigt.

Er ist legitimiert davon, dass er uns alle auf den Boden der Tatsachen zurückholt, dass wir an die Biologie unseres menschlichen Daseins gebunden sind, alle Fehler machen und imperfekt sind und trotzdem unser Ding anstreben wollen. Und diese Message ist so wichtig und die verlieren wir, wenn der Sport exklusiv wird, wenn nicht mehr alle Menschen teilnehmen können, wenn die Inklusion von Menschen mit geringerem sozioökonomischem Staatvermögen oder mit, anderen religiösen Vorstellungen oder kulturellen Hintergründen, wenn die nicht mehr gleichermaßen mit mir an der Startlinie stehen können.

Und das ist der Grund, warum politische Bewegungen, die sich gegen dieses Momentum des Sports wenden, so eine Gefahr darstellen, aber mich auch herausfordern zu sagen, ja, jetzt erst recht, jetzt brauchen wir die Olympischen und Paralympischen Spieler erst recht. Also sollte in einer Stadt wie Berlin zum Beispiel, wo ich mir das nicht vorstellen kann.

Doch eine Strömung, die Oberhand gewinnen, die menschenfeindlich ist, dann muss ich sagen, jetzt müssen wir erst recht diese Spiele nach Berlin holen. Und sollte das in einer Stadt wie Köln oder München passieren, ganz genauso. Also das ist meine realpolitische Einschätzung. Wir brauchen diese Spiele nicht, obwohl sich politisch was ändern kann, sondern wir brauchen sie, weil sich politisch etwas ändern kann.

Ja, das ist ein spannender Ansatz. Ich bin wirklich total gespannt, wie das in Baden-Baden ausgeht, logischerweise, über die Dramaturgie und Hollywood. Da kommen wir gleich nochmal drauf zu sprechen, wenn wir vielleicht noch ein Wort über Birmingham und dein Rennen verlieren. Und dann schauen wir mal, ob die Inszenierung eines Films besser ist oder das reale Leben eines Leistungssportlers auf der Straße.

Da wollen wir dann nochmal schauen. Schon mal als kleiner Cliffhanger für euch zu Hause. Da haben wir noch was zu bieten in der Hinsicht. Ich würde aber noch mal gerne eine Sekunde bei Berlin bleiben, weil wir haben ja mit den anderen eben auch. Über die Optionen vor Ort gesprochen. Nimm uns mal eben aus der Sicht jemanden, der in Berlin gelebt hat.

So ein paar Sachen hast du ja logischerweise uns schon vermittelt aus dem Trainingsalltag. Nimm uns mal mit, wie die Optionen denn wären für Olympia in Berlin. Und wo man sagt, okay, das ist ja klar, also über Segeln und dergleichen müssen wir ja nicht reden, weil das einfach nicht in Berlin stattfinden kann.

Aber wo würdest du sagen, ja, wow, Berlin und wo eher, der nationale Approach, dass man sagt, okay, das ist vielleicht eine Option, um auch andere Regionen, Das muss ja nicht Köln oder München in exakt der Stadt sein, mitnehmen zu können. Der nationale Approach muss es immer sein. Egal, welche der drei Gebietskörperschaften sich am Ende international konkurrierend bewirbt, muss unsere Bewerbung eine deutsche Bewerbung sein.

Und natürlich kann man segeln in Berlin. Man kann auf dem Wannsee segeln, auf dem Tegeler See. Also es ist möglich. Und du hast vorhin auch schon gesagt, die Leute spielen hier und da Fußball bis aufs kleine Dorf. Und das ist auch der Fall und das muss auch so sein. Das reicht nicht, wenn bei Olympischen und Paralympischen Spielen nur die Leistungssportler in den Sport machen.

Wir müssen es schaffen, dass alle hier Sport machen und alle diese Begeisterung für sich auch übernehmen und Handlungsfähigkeit daraus schöpfen. Motivation, Freude, denn so entstehen Begegnungsräume. So wird der Sport zu einem gesellschaftlichen Momentum, das wir brauchen und nutzen, um einfach zusammenzukommen und sozusagen Berührungsängste abzubauen, aber auch Beziehungen, die schon da sind, zu vertiefen.

Verständnis füreinander aufzubauen, aber auch Verständnis für uns selber und unsere eigene Imperfektion. Ich glaube, das bringt uns manchmal so ein bisschen auf den Boden der Tatsachen zurück. Das heißt, was wir in den Verhandlungen im Namen der AthletInnen bisher immer gefordert haben, war, dass das Konzept jeweils auch das von Berlin, aber auch das von München und Köln-Rhein-Ruhr, vorsieht, dass die Leute, die zu den Olympischen und Paralympischen Spielen kommen.

Teilhaben können, und zwar aktiv. Es muss Möglichkeiten geben, Freiräume zu nutzen, die öffentlich zugänglich sind, möglichst kostenlos, auch für alle. Also es muss zum Beispiel Platz geben, mal einen Kinderwagen abzustellen. Das war ein großes Problem in einer engen Stadt wie Paris. Barrierefreiheit. Es gibt so viele Aspekte, die wir da eingebracht haben in die Verhandlungen, die uns wichtig sind, die auch jetzt von Athleten Deutschland verabschiedet wurden, die wichtig sind, und die dafür sorgen, dass der Sport nicht nur an der Wettkampfstätte der LeistungssportlerInnen stattfindet, sondern überall stattfindet und für alle.

Diesen Mehrwert, ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert generiert. Und Berlin ist eine Stadt, die das kann. Köln-Rhein-Ruhr ist eine Region, die das kann. Und München ist eine Stadt, die das kann. Aber ich lese aus den drei Konzepten im Bereich der Vision and Legacy schon Unterschiede heraus, wie ernst dieser Anspruch genommen wird.

Ja, das muss ich schon sagen. Ich darf nicht sagen, wo die Schwerpunkte sind. Und das möchte ich auch nicht, weil ich glaube, egal welcher von den drei Bewerbungsstätten es am Ende wird, das Potenzial, dass wir daraus eine nationale Bewegung machen, haben sie alle drei. Und der nächste Schritt muss sein, das zu entfalten.

Also da haben wir auf jeden Fall noch reichlich Nachholbedarf. Teilhabe, öffentlich, möglichst kostengünstig, im besten Fall kostenfreie Nutzung von Sportanlagen. Wie oft, Philipp, haben wir darüber gesprochen, dass man ja in der Regel noch nicht mal, jetzt mal aus Läufer- oder Leichtathletik-Sicht gesprochen, einen Sportplatz, der um die Ecke ist, nutzen kann, weil da ein Schloss davor ist und das ist 300 Tage im Jahr einfach zu.

Und sonst nur mit einer entsprechenden Genehmigung durch den, der da ortsansässig ist, aber wenn du von woanders kommst oder noch gar keinen Zugang zu einem Verein hast. Weil das ist ja, die Schwelle muss ja möglichst klein sein. Das heißt, wenn ich auf einen Sportplatz draufgehen kann und einfach da laufen kann, ist das natürlich was vollkommen anderes, als wenn ich mich erst mit einem Platzwart auseinandersetzen muss und so weiter und so weiter.

Mein bester Freund lebt in Berlin und das ist halt in Mitte, also relativ nah. An der Leichthörig-Anlage am Momsen-Stadion. Da gibt es einen Nebenplatz, der ist einfach offen. Da kann ich draufgehen und meine Runden drehen. Das ist da in Teilen so voll, weil ihr Irren euch alle auf einen Berlin-Marathon oder ähnlichen Irrsinn vorbereitet.

Aber da erlebe ich ja diese komplette Niederschwelligkeit. Ich gehe da hin und erstens, ich weiß, dass da Menschen sind. Nicht zu unterschätzen. sozialer Aspekt. Ich weiß, dass da Menschen sind, ich weiß, dass da Leute sind, die genauso besteuert sind wie ich, weil ich 27 Runden auf der Bahn drehen will, tock, tock, tock, ja, aber egal, da treffe ich ja zu jeder, Tages- und Nachtzeit treffe ich da Menschen, die irgendwie ähnlich ticken.

Das ist für mich ein entscheidender und zentraler Punkt, dass wir solche Orte überall viel mehr schaffen müssen. Ja, das sehe ich auch so. Wenn ich da meinen Irrsinn getrieben habe in Berlin, dann konnte ich auch einfach auf den Platz oder in die Halle oder in den Kraftraum vom Olympiastützpunkt, das war schon wirklich cool.

Du bist natürlich Karler-Mitglied, dass du ein ganz klein bisschen, da hast du eine etwas andere Zugangskarte. Darauf wollte ich gerade hinaus. Das hat sich jetzt geändert mit der Sportstätten-Nutzungsverordnung des Landes Berlin. Die ist relativ neu, jetzt auch schon über ein Jahr alt. Aber genau, da war es dann auf einmal so, dass auch aus Haftungsgründen des Landes, die ja sozusagen die Liegenschaften haben, ohne TrainerInnenaufsicht auch die Leute im Kader nicht mehr auf den Platz konnten.

Das heißt, mir wurde nicht mehr zugetraut, eine ganz normale 400 Meter Runde zu drehen. Und ich habe aber nun mal vom Land keine TrainerInnenbetreuung mehr zur Verfügung gestellt bekommen. Das war ja der Grund, warum ich nach Frankfurt am Main bin. Und zugespitzt hatte sich das Ganze dann tatsächlich im ersten Quartal des letzten Jahres, als ich mehrfach im Training unterbrochen wurde, weil Platzwart oder sogar ein Vertreter der Senatsverwaltung sich mir in den Weg gestellt haben.

Das war dann so schlimm, dass ich, ich hatte 200er, als es das dritte Mal passiert ist, standen sie wirklich tatsächlich im Weg und nicht nur an der Seite. Die standen auf Bahn 1 und 2, sogar mit irgendeinem Werkzeug in der Hand und ich habe 200er gemacht in einem Tempo von 36 Sekunden. Also ich gehe mit 20 kmh auf die Zoo auf der Innenbahn und sie stehen im Weg, und realisieren nicht, wie groß die Verletzungsgefahr für mich und für sie ist.

Also auch für die, wenn ich mit 20 kmh in die Reihen gehe. Und mit gestrecktem Bein kann ich nicht so gut austrudeln und bremsen wie im Laufen. Also ich habe im Gehen einfach diesen Schwung. Und da habe ich gesagt, so kann ich einfach nicht mehr weiterarbeiten. Habe schon die dritte Nachfrist dann dem Landesverband gesetzt zur Lösung der Situation.

Da hat sich nichts bewegt und habe dann Berlin verlassen müssen, weil selbst für den Leistungssport der Zutritt zu den Sportstätten nicht mehr gewährleistet war. Und das ist ja eben... Auch so ein Aspekt, der Berlin besonders macht. Berlin kann einerseits total coole Sachen machen, die total zugänglich sind und so.

Wir erinnern uns an die Special World Games. Das war ein irres Fest. Erinnert ihr euch an einem Alexanderplatz rumlaufen? Wart ihr da am Alex? Nein, nicht da, aber ich bin ja noch Funktionär in einem Schwimmverein und zwei Jungs von mir sind da geschwommen. Das ist irre, oder? Also wenn du jetzt sagst, von Irrsinn treiben, da haben wirklich alle mitmachen können.

Und sozusagen, wir haben zusammen diesen Sport gemacht und die, die nicht Sport gemacht haben, die waren bei uns in der Autogrammstunde oder wir haben. So Glücksräder gehabt oder so, es war wirklich ein Fest war es und total zugänglich, kein Eintritt und keine Barrieren, es war alles gut, also nee, nicht alles, aber es war vieles gut zugänglich.

Also diese Ambition war da und die Bevölkerung hatte auch Bock drauf. Dieses Potenzial der Begeisterungsfähigkeit ist eine enorme Stärke, die wir natürlich überall hinholen müssen, egal wo die Olympischen und Paralympischen Spiele dann ausgetragen werden. Weil du das eben so gesagt hast, Paris wird ja gemeinhin so als auch Initiale für eine Wiedergeburt der olympischen Idee deutlich über das Treiben in den Sportstätten hinaus verstanden, zumindest, in der europäischen Sichtweise.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass Sichtweisen in Asien, in Afrika und in Südamerika vollkommen anders sind auf Leistungssport und auf das, was wir insgesamt auch in den Ländern treiben. Das muss man immer sehen. Wir dürfen nicht nur diese eurozentristische Sicht immer haben. Aber was würdest du sagen, ist das, was man aus Paris mitnehmen kann und was man vielleicht auch weiterentwickeln kann?

Weil wir reden ja jetzt nicht mehr über 2024, sondern wir reden dann über 2036, 2040 oder 2044. Da dürfen wir uns ja auch durchaus mal entwickeln als Sport. Ja, ich glaube Paris ist das perfekte Beispiel dafür, wie ich diese drei Bewerbungen in Deutschland gerade sehe. Und zwar müssen alle, die sich um eine Austragung bewerben, mit ihren eigenen Herausforderungen und auch ihren eigenen Stärken umgehen.

Und das heißt, die gleiche Bewerbung kann kommend aus der Stadt Berlin total schlimm sein und kommend aus der Stadt München total überzeugend. Und umgekehrt auch, wenn ich das Konzept von München nehme und versuche, mich damit aus Berlin heraus zu bewerben, total zum Scheitern verurteilt, das funktioniert gar nicht.

Paris ist eben für mich mit dieser großen Chance versehen gewesen, die Legacy von Tokio zu verbessern, die Geisterspiele. Das waren ja nun die beiden Olympischen Spiele, bei denen ich war. Und da muss ich sagen, war natürlich, was Stimmung angeht, Paris eine Explosion. Aber der Vergleichswert Tokio mitten in der Pandemie 2021 ist natürlich auch denkbar niedrig gewesen.

Trotzdem muss ich sagen, Paris hatte schon auch ohne diesen Vergleichswert krasse Stimmung. Also ich erinnere mich, dass ich aus dem Olympischen Dorf spaziert bin und das war dann nach meinem Wettkampf, da bin ich zur IOC-Tagung rüber und da war ein, Junge aus Malta auf der Straße, der da mit seinem Vater saß und total begeistert auf mich zugerannt kam, weil er gesehen hat, dass ich eben, in der Nationalmannschaftseinkleidung unterwegs bin und er wollte unbedingt mit mir diesen Malta-Pin tauschen.

Und das war für ihn das Highlight überhaupt. Ich habe da noch ein Foto mit ihm gemacht und so. Und normalerweise tausche ich eben Pins mit anderen AthletInnen. Aber bei ihm steckte so eine Begeisterung dahinter für diese internationale Begegnung, die die Olympischen Spiele da ausgemacht haben. Und dann die Paralympischen Spiele hinterher ja auch.

Dass ich das wirklich als den wertvollsten Pin aus der gesamten Tauschaktion Paris für mich mitgenommen habe. Also Paris hat das geschafft, weil sie eben diese Chance hatten, sich aus dem Schatten von den Geisterspielen zu erheben. Aber Paris hat es nicht nur deshalb geschafft. Die haben es auch so einfach geschafft, die Stimmung auf die Straße zu bringen.

Wie war es denn in Rio, Philipp? Ja, also genau, ich habe Rio leider nicht viel erlebt, weil ich ja quasi als Marathonläufer am allerletzten Tag der Spielbahnwettkampf hatte und wir nicht so früh anreisen durften. Das heißt, ich habe nur drei Tage vor Ort verbracht. Wir haben ab und an hier aber schon darüber gesprochen, dass Rio natürlich aufgrund der auch da besonderen Gegebenheiten, andere Herausforderungen in diesem Land, aber irgendwo politischer Wille.

Braun trinket jetzt mal Spiele auch auf dem südamerikanischen Kontinent. Wenig Verständnis, warum viel Geld, glaube ich, in teure Sportstätten ohne wirklich durchdachte Nachnutzungskonzepte versenkt wurde, muss man ja so sagen, ganz viel mit Korruption, was ja jetzt auch nachträglich zutage getreten ist, haben, glaube ich, schon dafür gesorgt, dass die Spiele nicht wirklich verfangen konnten in der Bevölkerung.

Also ich glaube, Da gab es wenig Sportereignisse, vielleicht Beachvolleyball oder so, aber die auch ausverkauft waren, weil teilweise nicht leistbar für die lokale Bevölkerung und teilweise auch nicht. Das Verständnis dafür, warum das jetzt so ein gigantisches Sportereignis hier stattfinden muss. Marathon war natürlich free und zwar glaube ich erstmalig oder zumindest nee, stimmt gar nicht, erstmalig, London war auch ein Rundkurs, glaube ich, London Olympische Spiele Marathon war auch ein Rundkurs, aber das wurde eben in Rio auch gemacht, also sprich, man läuft aus dem Sambodromo auf eine 10-Kilometer-Runde läuft dreimal die 10 Kilometer, läuft wieder zurück, klar, kostet keinen Eintritt, da an der Strecke zu sein, du hast sehr viel Athleten

sehen können, auch durch diese Brücken, über diese großen Straßen, da war die Stimmung geil also ich fand die super an der Marathon-Strecke, verstehe aber natürlich auch die, besonderen Herausforderungen, warum das jetzt vielleicht nicht unbedingt so eine Gesamtbegeisterung in diesem Land dafür geschaffen, also einfach auch schaffbar war, glaube ich so.

In Paris war ich auch vor Ort für Adidas, beziehungsweise aber auch für Eurosport, für Marathon kommentieren und war da eben auch einige Tage, ich war nicht die ganzen Spiele, da war einige Tage vor Ort und muss auch sagen, das hat mich voll abgeholt. Also das hat mich, das hat mich, also einfach auch nicht mehr als Athlet, sondern als, ich sag mal, Beobachter, als Fan dort zu sein.

Ich habe mir auch Sachen angeguckt, die ich davor noch nie gesehen habe, aber halt live so, Breakdance-Finale habe ich mir angeguckt. Ich war im Aquatic Center, habe mir Turmspring-Finale angeguckt. Fand ich alles geil und es war Handball-Finale. Es war übelst geil. genau wie du gesagt hast, die Stimmung bei den sportlichen Wettkämpfen, aber in der gesamten Stadt.

Diese ganze Stadt hat das so gelebt in diesen Wochen und das war für mich schon so ein bisschen auch eine Blaupause. Übrigens auch habe ich im Podcast hier auch schon oft genug gesagt, wahrscheinlich werde ich demnächst auch noch Botschafter für München. Ralf weiß genau, was ich meine. Also ich habe auch zum Beispiel diese European Games, übrigens auch aus der Fan-Perspektive, ich war damals, habe mich damals nicht qualifiziert, aber ich war oft genug im Leichterleg-Stadion.

Ich habe das in der Stadt gesehen, ich habe gesehen, wie die Mountainbike-Rennen im Olympiapark waren. Ich fand das geil, wie sehr das auch von der Stadt, von der Bevölkerung angenommen wurde und dieser Spirit überall spürbar war. Das sind für mich zwei absolute Blaupausen, wie für mich ein sportliches Großereignis, bestenfalls olympische Spiele zu sein haben, wenn man es sich denn schnitzen könnte.

So soll das sein. Und auch dieser Austausch der Besucher untereinander, nicht nur der Athleten, das ist, Nicht immer so, aber in der Regel ja schon so, dass Athleten untereinander leicht in einen Austausch kommen. Ich kenne wenige Sportler, die ein Mindset haben, das jetzt irgendwie so, wie soll ich sagen, abschottend ist. Also alleine dadurch, dass ich ja so viele Trainingslager international schon gemacht habe, auch Kenia und so, dann sind da ja ganz viele andere europäische Nationen.

Also das ist ja immer so eine, dieses Völkerverbindende ist bei Athleten, finde ich, immer irgendwie schon gegeben oder häufig gegeben. Und Volunteers. Aber jetzt auch unter den Zuschauern, unter der Bevölkerung. Und das ist was, wenn man das schafft, dann hat man, glaube ich, viel erreicht. Also mir gefällt das, was du auch sagst zur Blaupause. Ich glaube, unsere Disziplingruppen sind auch ein super Beispiel, was man alles gut und richtig machen kann. Also das mit der Runde beim Marathon, dass man als Fan mal wirklich was mitbekommt, dass es frei zugänglich ist, einfach auf der Straße, kommt vorbei.

Und das ist ja bei uns im Gehen sogar noch auf die Spitze getrieben, weil wir eine noch kleinere Runde haben unter 20, teilweise sogar 40. Früher 50 Mal vorbeigekommen sind mitunter. Also da kriegt man als Fan richtig was mit vom Wettkampf. Alles kostenlos, einfach vorbeikommen. Das ist schon cool. Also wenn wir jetzt von Blaupausen sprechen, diese Stimmung, die du beschreibst, da kann ich voll relaten.

Ich möchte nochmal eine kleine Gegenrede halten zu der Betrachtung von Rio. Ich habe ja jetzt aus einer anderen Perspektive schon noch zweieinhalb Olympische Spiele mehr vor Ort erleben dürfen. Um genau zu sein 15. Da war Rio sicher im Mittelfeld. Und nicht irgendwo weiter unten. Weil in der medialen Bewertung ist es leider so, dass alles, was nicht in Deutschland stattfindet, erst mal als Chaos beschrieben wird.

Da werden halt immer die negativen Elemente sehr stark nach vorne geschrieben. Die Olympischen Spiele in Athen haben zum Beispiel aus der Wahrnehmung der Agenturberichterstattung nicht stattgefunden, weil es so chaotisch war, dass es ja gar nicht hätte stattfinden können. Also noch wenige Tage vorher war vollkommen klar, das kann nicht stattfinden.

Das waren vollkommen okaye olympische Spiele. Die haben zum Beispiel einen Moment, wo man natürlich darüber nachdenken muss, wie beherrsche ich Verkehr an der Olympia-Ausrichtungsregion. Das ist ja eine Region. Das ist ein Punkt. Da gab es eine Olympic Lane, das war überhaupt kein Problem. Natürlich gibt es Einschränkungen für die Menschen, die dort leben, dann in der Stadt. Das ist in jeder Stadt so, wo ein großes Ereignis stattfindet.

Wenn im nächsten Jahr der Grand Depart der Tour de France in London stattfindet, dann wird es da Einschränkungen geben. Wenn es ein Straßenrennen während der European Championships gibt oder einen Marathon lauft, dann gibt es da Einschränkungen. Das ist so. Aber in Rio war das sicher in vielen Teilen problematisch.

Vor allen Dingen mit den weißen Elefanten, die da ja immer noch stehen. Also die Sportstätten, die einfach keine Nachnutzung haben oder die einfach gar nicht so gedacht worden sind, dass sie entsprechend nachgenutzt oder wieder abgebaut werden können. Aber die grundsätzliche Annahme der Spiele in der Bevölkerung war schon etwas anders, weil es gibt ja eine sehr klare Trennung, was die ökonomischen Bedingungen in der Bevölkerung angeht.

Es ist halt ein sehr großes Land mit sehr vielen Menschen, 180 Millionen Einwohner. Da gibt es natürlich auch eine Oberklasse, die sich das gegönnt haben und geleistet haben und das auch konnten. Das ist jetzt nicht für den normalen Carioca, der in der Region Rio lebt, darstellbar gewesen. Die sind dann halt eher zu den Dingen hingegangen, die ohne Eintritt stattgefunden haben.

Und da ist natürlich immer die Frage, wie weit sind die da als Sportart geerdet? Also Laufen spielt in Brasilien halt auch eine relativ große Rolle. Hallenhandball spielt eine Rolle, aber keine besonders große Rolle. Also das sind halt so Dinge, die man natürlich sehen muss. Aber das Runtersprechen von Rio, was tatsächlich auch hier in der Nachbetrachtung sehr stark stattgefunden hat, das teile ich nicht.

Weil das hat natürlich viele kritische Punkte in der Stadt, wo dann halt solche Dinge stehen bleiben und nicht genutzt werden. Das hat aber eben auch damit zu tun, dass der olympische Kanon der Sportarten halt sehr groß ist. Das heißt, wenn ich halt hingehe in ein Land, das halt eine eingeschränkte Kultur hat, was Sport angeht, dann kaufe ich dieses Element mit.

Wenn ich dann noch zusätzlich ökonomische Bedingungen habe, die halt einfach schwieriger sind, dann kaufe ich diese Bedingungen mit als olympische Bewegung. Und jetzt ist ja die Frage, ob das jetzt als Gesamtbetrachtung einer olympischen Bewegung, die eine globale Bewegung ist, dann akzeptabel ist oder nicht akzeptabel ist.

Weil letztlich ist es nur die Frage, bleibt das an den jeweiligen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern hängen oder nicht. Als Erinnerung, für die Olympischen Spiele 1976 in Montreal bezahlen heute immer noch die kanadischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Jetzt noch, weil die Defizite, die damals angehäuft worden sind, so gigantisch waren, dass sie noch nicht abgelöst sind.

Also das mal als eine etwas andere Betrachtung dazu. Das sind jetzt sicher nicht die Spiele, wo man sagt, oh wow, ja, das ist eine Blaupause für bestimmte Sachen. Weil natürlich dieses Verlagern von Dingen mehr auf die Straße, mehr ins Zentrum der Stadt, raus aus klassischen Sportstätten, da ist ja Paris sehr mutige Schritte gegangen.

Also ich fand zum Beispiel das Rumgeschipper auf der Seine, das klang vorher super für die Eröffnungsfeier. Die tatsächliche Umsetzung war nicht so geil, weil diese Boote einfach viel zu unterschiedlich waren. Und man hat einfach die Menschen, sprich die Athletinnen und Athleten, nicht mehr gesehen da drauf.

Das fand ich im Nachhinein echt Blödsinn. Die hatten natürlich auch ein bisschen Pech, dass es halt durchgeregnet hat dabei. Aber das muss man ja beides denken. Aber ansonsten waren da natürlich eine Menge Sachen dabei, wo man sagen kann, Jo, das kann man so angehen. Das waren aber auch Dinge, die zum Beispiel bei den European Championships in München schon stattgefunden haben.

Klettern mitten in der Stadt. Beachvolleyball ist halt so ein Ding, was man immer nimmt. Das war aber 2012 in London schon in der Horse Guards Parade, wo man richtig Spaß haben konnte, wenn man da war. Ja, Radrennen war in London 2012 auch mega, mega Marathon war eine Runde in 2012, mitten. Durch die Touristenattraktionen durch.

Also das ist ja nicht alles neu gewesen in Paris, aber die haben es halt sehr gut und mit einem Flair und einem Charme angereichert. Das ist ja auch so ein Ding. Ich muss einer Veranstaltung ja mehr geben als Zahlen, Daten, Fakten. Ich muss dem einen Charme und einen Reiz und eine Aura verpassen. Das macht ja letztlich dann eine Veranstaltung emotional nachhaltig.

Ich meine, das ist ja auch normal, dass man immer dazulernt. Hannover 2026 dieses Jahr hat es ja auch im Grunde versucht, in die Stadt zu holen und damit die Menschen ranzukriegen und die Emotionen und so. Also es ist schon so, dass wir immer Learnings mitnehmen und auch wenn jetzt Rio vielleicht nicht die Blaupause ist, glaube ich, können wir viel daraus lernen, sehr viel sogar.

Also eine Sache, die wir definitiv mitnehmen müssen, wenn du jetzt sagst, die Berichterstattung hat das alles etwas schlechter dargestellt, als du es eingeschätzt hast, ist, dass wir uns vorher klar machen müssen, woran der Erfolg einer Austragung bemessen wird. Dann haben wir einen Maßstab, an dem wir es auch später wieder zur Rechenschaft ziehen können.

Und das ist, finde ich, eine ganz zentrale Sache. Wir müssen vorher, von Beginn an, vor der Bewerbung, unsere Ziele definieren, und gucken, wie wir die systematisch fördern und dann hinterher irgendwie nachvollziehbar prüfen. Vorbildwirkungen, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Teilhabe, Impulse für den Breiten- und Leistungssport, das passiert nicht automatisch.

Das müssen wir uns vorher als Ziel setzen und das ist dann auch das, woran der Erfolg einer deutschen Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele und auch der Austragung dann hinterher gemessen wird. Und aus Athletinensicht muss ich auch sagen, wir müssen uns vorher darüber klar sein, dass er eben nicht allein an deutschen Medaillen gemessen wird.

So funktioniert es nicht. Das ist auch den Internationalen übrigens völlig egal, wie viele Medaillen Deutschland bekommt. Das interessiert das EOC gar nicht. Wenn das unsere Zielsetzung ist, dann brauchen wir uns beim EOC gar nicht erst bewerben. Wir müssen andere Ziele finden, mit denen wir unsere Bewerbung stärken und an denen wir nachher die Austragung messen.

Ja klar, natürlich politisch unterwegs, aber auch ein Stück weit sachlicher als manche ihnen zutrauen. Ich hatte jetzt erst am Montag eine ziemlich umfangreiche Sitzung, mit der IOC Legal Policy Working Group und dem Europarat und man merkt, auch wenn es so politisch hochbrisante Themen sind, steckt enorm viel sachliche Auseinandersetzung darin, weil da eben auch Leute sind, die sich einfach auskennen mit dem Thema und wollen, dass wir jetzt eine sachgerechte Lösung finden.

Da ging es zwar um eine völlig andere Policy, nicht um Austragung von Olympischen und Paralympischen Spielen. Aber ich will damit sagen, wir können mit guten Argumenten überzeugen. Es ist nicht alles immer nur Personalpolitik. Aber wir müssen uns diese Argumente eben auch zurechtlegen. Und das reicht nicht hinterher. Wir müssen uns vorher sagen, was wir eigentlich wollen.

Ja, ist ja ein Leistungssportansatz. Ich muss ja ein Ziel definieren. Und das Ziel nehme ich dann nachher ab. Also das ist jetzt in unserer Bubble, klingt das so selbstverständlich. Oft ist das leider in vielen Bereichen nicht ganz so. Leo, wollen wir noch auf Drama kommen? Ja, komm, wir machen das noch ein bisschen jetzt. Ich zeige euch jetzt mal, ihr Lieben zu Hause, dass man nicht Hollywood braucht, um ein bisschen Drama zu haben.

Du meinst, weil Birmingham so ein Fall war, wo ich mir ein Ziel gesteckt hatte und es nicht erreicht habe? Ja, aber da gab es ja durchaus auch externe Faktoren, die in deiner Sportart immanent sind. Aber lass mich den Rahmen etwas weiter spannen. Leo war in den vergangenen Austragungen von Welt- und Europameisterschaften schon nah dran an der Weltspitze oder mittendrin in der Weltspitze, weil Top-Ten-Platzierungen sind, glaube ich, mittendrin in der Weltspitze.

Aber natürlich ist eine Zielsetzung dann schon auch mal in Richtung Podium ausgerichtet. Warum würde man das sonst machen, was ihr jetzt gerade so ahnt, was in den letzten Jahren bei Leo in seinem Leben und in seinem leistungssportlichen Leben abgelaufen ist, wenn man sich selbst so einschätzt, wenn man selbst die Potenziale erkennt und hat?

Dann gab es in diesem Jahr eine kleine Veranstaltung. Ich glaube, über das Land haben wir gerade schon mal gesprochen, wo du bei der Team-WM, etwas, was hier überhaupt nicht wahrgenommen worden ist in Deutschland, Also auf globalem Maßstab Vierter geworden, bist bei einem sehr schwierigen Rennen, kannst du gleich noch zusagen, was daran schwierig war.

Und bist mit entsprechenden Ambitionen nach Birmingham gefahren. In Birmingham zum ersten Mal neue Wettkampfformate, die leider nicht mit den Geherinnen und Gehern so sachgerecht vordiskutiert worden sind in den Entscheidungsprozessen, wie man sich das vielleicht vorstellen könnte. Und warst sehr, sehr gut unterwegs. Ich war morgens an der Strecke, habe das dann immer an einem Punkt der Strecke natürlich nur verfolgen können, und plötzlich warst du nicht mehr da.

Und ich habe gedacht, verpflegst, der muss doch längst da sein. Wo bleibt der denn? Und plötzlich war er raus, auf Platz zwei liegend in der Halbmarathon-Konkurrenz. Und da fängt das Drama an. So, jetzt mal aus deiner Sicht. Aus meiner Sicht war das genauso plötzlich wie für dich. Ich wusste auch überhaupt nicht, wie mir geschah. Also damit habe ich nun wirklich gar nicht gerechnet.

Das kam aus heiterem Himmel. Der Wettkampf endete damit, dass ich vier Disqualifikationsanträge vom Schiedsgericht bekommen habe, weil ich eine zu lange Flugphase hätte in meinem Schritt. Das ist eben eine der Regeln, die man im Gehen einhalten muss, dass man sich nah am Boden hält. Und die vier habe ich alle so schnell auf einmal bekommen, dass ich ohne Vorwarnung im Grunde rausgeflogen bin.

Das kam für mich genauso plötzlich wie für dich. Ja, aber wie, also muss ich sagen, ich habe das natürlich verfolgt, dass diese Disqualifikation stattgefunden hat. Ich habe nicht mitbekommen, also ich kenne das ja noch so aus dieser Ära, man kriegt so eine Karte dann irgendwann gezeigt, und dann weiß man, man ist jetzt irgendwie verwarnt und dann bei drei oder vier, ich weiß gar nicht genau, bei drei wird man normalerweise dann disqualifiziert, oder?

Also die Regel war früher drei, jetzt sind es seit vielen Jahren schon vier, und nach drei kriegt man eine Zeitstrafe. Und da ich aber die vierte gleichzeitig mit der dritten bekommen habe, wurde die Zeitstrafe gar nicht erst erteilt, sondern direkt das Qualifikation. Aber du hast schon recht. Und man kriegt vorher in der Regel Verwarnungen, das sind diese gelben Kellen.

Die bekommt man direkt auf der Strecke gezeigt von den Gehrichtenden. Aber dafür muss natürlich auch eine Kommunikation zwischen Athlet und Gehrichtenden möglich sein. Die haben aber einfach aus sportpolitischer Sicht irgendwie seit vielen Jahren den Bedarf, das Gehen irgendwie zu reformieren, da viele Sachen auch rumprobiert.

Kein großer Fan von bin, muss ich sagen. Jetzt haben sie gerade am Freitag eine große Sitzung gehabt, ob das Gehen nicht ganz abgeschafft wird und aus dem olympischen Bereich gestrichen. Also da sind sie kurz davor, die Entscheidung soll bald fallen, deswegen lobbyieren wir da, weil Gehen eben die einzige technische Ausdauerdisziplin, der Leichtathletik ist. da würde wirklich was verloren gehen.

Aber um zurück zum Thema zu kommen, sie haben als ein neues Format, um das Gehen irgendwie attraktiver zu machen, alle gleichzeitig starten lassen. Das heißt, Halbmarathon-Männer, Halbmarathon-Frauen, Marathon-Männer und Marathon-Frauen, auf einer Strecke, die an manchen Stücken wirklich nur eine normale Straße war und dorthin und Rückrichtung nebeneinander hatte, und noch die Getränkeausgabe, wo es also nochmal enger wird, weil Leute eben.

Nicht so ganz sich in der Breite verteilen. Das bedeutet, es war einfach so unübersichtlich und chaotisch. Ich habe die Gerichtenden sehr selten gesehen und die mich anscheinend auch nicht. Ich habe einmal bei Kilometer 4 eine gelbe Verwarnung bekommen, habe dann auch gecheckt, ob da ein roter Antrag draus wurde oder ob ich ordentlich reagiert habe.

Am Board konnte ich nicht so richtig sehen, wo die roten Anträge angezeigt werden, weil das zwei Meter Absatz der Strecke in zwei Meter Höhe in einer unglaublich kleinen Schriftgröße stand, weil ja alle 120 AthletInnen auf das Board passen müssen. Und das war außerdem auch noch ganz ungünstig hinter dem Startbogen vom Marathon angebracht. Das heißt, man konnte auch nicht langfristig vorher schon mal hochgucken.

Ja, und auch in dem Tempo, in dem wir dann im Marathon unterwegs sind. Ich konnte es nicht sehen. Das macht aber nichts. Dafür haben alle Nationen eben Wachen an Bord platziert, die dann die Information durchgeben, dass da was. So, und zu diesem Zeitpunkt stand die Deutsche Wache auch tatsächlich noch an Bord und hat nicht durchgegeben, dass da was Rotes war. Ich hatte auch nichts gesehen.

Und das heißt, ich wusste, ich habe eigentlich auf diesen gelben Antrag, diese gelbe Verwarnung bei Kilometer 4 gut reagiert gehabt. Meine Technik war sauber. Die gehrichtende Person dachte sich, ja, okay, das ist alles im Rahmen. Das heißt, ich wusste, ja, okay, ich habe gut reagiert, mache ich weiter so.

Ich habe mich auch sehr locker gefühlt, alles tipptopp. Dann ist was sehr Spannendes passiert. Ich habe gemerkt, wir bummeln hier so ein bisschen. Also klar, wir waren schnell, wir waren unter 4.05 unterwegs, aber für so ein Spitzenrennen eben doch noch entspannt. Ich habe mich auch super gefühlt, tatsächlich sogar deutlich entspannter.

Als bei der WM im April, wo ich dann Vierter wurde. Also ich war wirklich noch gechillt unterwegs und dachte mir, wahrscheinlich kommt der Angriff relativ plötzlich und wahrscheinlich kommt er noch vor der Hälfte. Darum habe ich meine geplante Verpflegung auch vorgezogen. Eigentlich war vorgesehen, dass ich ein Gehl bei 9 Kilometern nehme.

Ich hatte aber der Verpflegung dann unseren deutschen Team zugerufen. Ich hätte es gern schon einen Kilometer früher. Habe es also bei 8 Kilometer bekommen, weil ich irgendwie damit gerechnet habe, hier kommt ein Angriff. Das ist so ein bisschen die Wettkampferfahrung aus all den Jahren dann. Es war auch richtig, 600 Meter später kam der Angriff. Und das haben die Spanier ganz gut gemacht.

Da haben sich Diego und Alvaro vor die Gruppe gesetzt und so ein bisschen blockiert, und versteckt, dass im Grunde Paul McGrath sich vorbeigeschmuggelt hatte. Und der hat dann davor wegziehen wollen. Und die beiden haben so ein bisschen abgeblockt die Gruppe, ohne jetzt Leuten im Weg zu sein, aber einfach auch, um allen irgendwie so den Eindruck zu vermitteln, den holen wir schon später wieder ein.

Wie sich eben so eine Verfolgergruppe herausbildet, wenn eine Person ausbricht. Ich hatte das aber realisiert und bin bei Paul McGrath dann mitgezogen. Das war schon ein relativ hohes Tempo, aber jetzt nicht so, dass ich voll ins Laktat geschossen bin. Und tatsächlich hat der Rest der Gruppe auch die Verfolgung nicht aufgenommen.

Also die spanische Taktik ist mit Ausnahme von mir eigentlich gut aufgegangen. Und so kam es dann, dass ich nach zwei Runden in diesem Tempo eben zwischen Paul McGrath und Francesco Fortunato bei der Verfolgergruppe war. Und er wurde ja nachher dann auch Zweiter und Paul wurde Erster, weil ich, der in der Mitte war, rausgeflogen war.

Ja, und in dieser ganzen Beschleunigung von Paul McGrath habe ich noch keine Verwarnung bekommen, auch im Wettkampfprotokoll nicht, sondern dann, als ich Paul habe ziehen lassen. Und das ist ein bisschen verwunderlich vielleicht von außen, aber es macht eigentlich Sinn, weil ich dann ja nun mal ganz allein im Fokus des Gehgerichts bin, ist ja klar.

Und auch der Vergleichsmaßstab ein anderer ist, weil um mich herum bewegen sich ja jetzt Leute in ganz anderem Tempo und mit ganz anderen Flugphasen. Also wenn die ihren Marathon da gehen, dann sind die eben, also die hinteren Frauen sind über zwei Minuten langsamer pro Kilometer als ich vorne im Halbmarathon der Männer.

Und das ist auch ganz normal und auch völlig verständlich, aber dann sind eben auch unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe im Gehgericht üblich. Und dann kam eben noch dazu, ich habe die Gehrichtenden nicht gesehen und irgendwo hat mal jemand mir eine Gelbe gezeigt, auf die ich auch reagiert habe mit dem Nicken, weil ich es wahrgenommen habe.

Und dann habe ich aber eben in dieser Runde auch noch zwei weitere Gelbe bekommen, wovon die eine mir wohl hinterhergerufen wurde oder so. Ich habe irgendwie von hinten meinen Namen gehört. Das ist aber natürlich nicht, wie es laufen soll. Eigentlich sollen die mir das deutlich sichtbar zeigen. Ja, und so habe ich ohne Verwarnung dann auf einmal vier Rote gehabt.

Von denen mir auch die Wache an Bord nichts gesagt hatte. die das deutsche Team da positioniert hatte. Einen G-Trainer hatten wir auch nicht dabei im deutschen Team, der jetzt leistungssportliche Erfahrungen mitbringt und Feedback geben kann. Aber wir sind eben eine technische Ausdauerdisziplin, Und, ne, wie bei Merlin Hummel, wenn irgendwie ein, zwei, drei Versuche nicht sitzen, dann, ne, er kriegt halt Feedback, dass er die Drehung anders einleiten soll und dann im vierten sitzt es und er haut richtig einen raus.

Das ist bei uns in der technischen Disziplin gehen eben auch so. Wir brauchen das Feedback von den Disziplinen-FachtrainerInnen und davon war niemand da. Aber ja, und ich hätte gerne Feedback gehabt, denn ich habe mich noch so locker gefühlt, sowohl überhaupt nicht ausbelastet, dass ich das Feedback auch hätte umsetzen können.

Aber ich hatte eben weder Feedback vom Trainer noch vom Kampfgericht, weil die Kommunikationspfade nicht geklappt haben. Also da ahnt ihr zu Hause, wie technisch gehen tatsächlich ist. Weil man denkt ja, okay, die gehen halt einfach da so nachher und dann kann einer irgendwie besser und der andere kann schlechter und der besser kann, der gewinnt dann.

Das ist eben nicht so, weil diese technischen Aspekte da einfach eine große Rolle spielen. Und nochmal aus Sicht des Betrachters, nämlich von mir, an der Strecke. Das ist ja nochmal was ganz anderes, als wenn man das im Fernsehen sieht. Es war natürlich ein unfassbares Gewusel, weil du hast es angesprochen, wenn vier Wettbewerbe zeitgleich auf einer Strecke stattfinden, ihr müsst euch das so vorstellen wie ein Stadtmarathon auf einer 10-Kilometer-Runde.

Wenn alle durcheinander rennen, weil die Unterschiede in den Geschwindigkeiten so immens sind, also erstmal in den Klassen selber, plus dann Männer, Frauen, es sind halt einfach gigantische Unterschiede. Du hast das eben beziffert mit den zwei Minuten pro Kilometer, was ja absurd viel ist. Und dann natürlich auch Geschwindigkeitsunterschiede immens aussehen.

Eins hast du noch nicht benannt. Es war ja gleichzeitig auch noch eine wellige Strecke mit Downhill-Parts und 180-Grad-Kurven nach einer Downhill-Passage, was ja auch einfach was macht mit Geschwindigkeiten, mit Flugphasen etc. Das ist halt der einfachen Punkt. Ja, also wenn ich dann halt diesen 180 Grad Turn da, ich weiß gar nicht, an diesem untersten Streckenabschnitt hatte, da passiert ja runter etwas mit der Gehtechnik und dann rauf natürlich auch, weil du ja wieder von einer deutlichen Reduktion der Geschwindigkeit wieder beschleunigst.

Also da muss ich halt ja auch... Appellieren daran, dass die internationalen Kampfrichterinnen und Richter das vernünftig bewerten. Das ist ja eine uralte Diskussion. Und das ist ja sicher auch ein Punkt, der dazu führt, dass diese Overhead-Diskussionen stattfinden. Nämlich, sollen wir diese komplizierte Nummer noch weiterhin im Programm lassen oder nicht?

Weil mit vielen Veränderungen, Veränderungen der Verwarnungen, der Disqualifikationsanträge, der Etablierung von Zeitstrafen etc. Sind ja immer noch solche Punkte, wo ich ein Geschmäckle habe, dass da nicht doch die Nationalität von, den Kampfrichtern eine Rolle spielt oder aber ein Internationales Standing von den Athletinnen und Athleten, also nämlich dein Standing im internationalen Top-Bereich, noch ein anderes ist als das von anderen.

Ich erinnere mich grob, dass ihr diese Diskussion schon in Brasilia hattet. Nehmen wir uns nochmal mit, wie da die Diskussion war, weil da habt ihr auch diskutiert, ob es an der einen oder anderen Stelle klug gewesen wäre, einen mutigeren Weg zu wählen als noch nicht so etablierter Athlet in der Weltklasse.

Ja, also dir wird aufgefallen sein, dass ich in dem gesamten Gespräch nicht bewertet habe, ob ich der Entscheidung des Kampfgerichts zustimme, dass ich zu viel Flugphase hatte. Ja, weil ich akzeptiere die Entscheidung des Kampfgerichts, ob ich ihr zustimme oder nicht. Das muss ich auch, weil das meine Disziplin erfordert.

Also sonst macht mein Sport auch keinen Spaß, wenn alle anfangen zu hinterfragen und im Großen und Ganzen sind die Einschätzungen der Gehrichtenden auch wirklich gut. Also das ist so ein bisschen wie im Turnen, wenn man kompletter, Laie ist, dann sieht man Nuancen nicht so, aber für alle, die wirklich drinstecken in der Sportart, sind das evidente Unterschiede, die dann auch Bewertungen in die eine oder andere Richtung rechtfertigen.

Und das ist im Gehen auch so. Also Leute, die wirklich Ahnung vom leistungssportlichen Gehen haben, das durch und durch gemacht haben, jahrelang, die sehen diese Nuancen sofort und das ist also auch gut. Aber es ist eben was anderes, ob man es sieht oder sozusagen in der Selbstwahrnehmung, ohne es zu sehen, spüren muss. Also mir hilft dieses Feedback, das brauche ich und das brauche ich eben umso mehr, wenn die Strecke wellig ist, denn wenn wir bergab gehen, bewegt sich der Boden ja von mir weg.

Dann muss ich umso härter daran arbeiten, Bodenkontakt herzustellen. Und ich brauche es auch eben, wenn ich drei Tage vorher krank im Bett lag und keinen einzigen Schritt vor die Tür gesetzt habe, weil dann bin ich einfach nicht in meiner Technik. Also das ist im Weitsprung ja auch so, die wollen vorher eine Anlaufkontrolle machen, um das Brett zu treffen.

Und das ist eine ganz herausfordernde Wettkampfsituation, wenn man vorher drei Tage nur im Bett lag. Ich war einfach nur froh, dass ich starten konnte, dass ich die Freigabe vom Ärzt-Innen-Team bekommen hatte, dass ich überhaupt starten darf. Ich war dann an dem Morgen tatsächlich topfit, bin aufgewacht und dachte mir, wie kann es sein, dass ich jetzt genau pünktlich gesund bin?

Das war auch ein Teil der Motivation, die ich an dem Tag hatte, dass ich wirklich dachte, das bin ich für ein glücklicher Junge. So viel Glück muss man erst mal haben. Ja, und in Brasilia ist es eben auch so, manchmal muss man, egal ob man zustimmt oder nicht, taktisch danach entscheiden, welches Feedback man von den Kampfrichtenden bekommt.

Und wenn die eben kritisch drauf gucken, weil ich zum allerersten Mal in den Top 5 der Welt zu sehen bin und die anderen alle schon große Namen haben, dann ist das was, das ich in meine Wettkampftaktischen Entscheidungen einbeziehen muss. Und so habe ich in Brasilia, obwohl ich eigentlich noch das Potenzial gehabt hätte für einen richtig starken Endspurt, auf den Endspurt verzichtet und eben nur, in Anführungszeichen nur, den vierten Platz der Welt verteidigt, anstatt den dritten noch mit anzugreifen, der jetzt auch nicht, so viel, also es war schon weit vor mir, aber mit einem richtig harten Endspurt, zwei, drei Kilometer vor Schluss, definitiv noch zumindest in Sichtweite gewesen wäre.

Und es war aber auch rückblickend eben die richtige Entscheidung und das muss ich nochmal betonen, es war die richtige Entscheidung, weil ich die Bewertung des Gehgerichts so akzeptieren muss, wie sie fällt. Aber in Brasilia war der Austausch mit André, also André Höne, deinem Trainer, dann auch unterwegs oder war das auch eine Entscheidung, die du für dich getroffen hast?

In Brasilia war eben der Vorteil, ich habe Kommunikation vom G-Gericht erhalten. In Brasilia war der allererste Wettkampf, den wir jetzt gemacht haben, auf diesem hohen internationalen Niveau, ohne einen richtigen G-Trainer am Rand. Und das mache ich meinem Bundestrainer überhaupt nicht zum Vorwurf. Also ich meine, wer einen Marathon-Trainer einsetzt als Disziplin-Fachtrainer für eine technische Disziplin, also ich kann dem Marathon-Trainer das ja nicht zum Vorwurf machen und das mache ich auch wirklich nicht.

Es war eben der erste Wettkampf, den wir gemacht haben ohne einen Disziplin-Fachtrainer vor Ort und Birmingham war der zweite. Und beim ersten Mal ging es noch gut, weil sozusagen ersatzweise dieser Feedbackmechanismus des Kampfgerichts so grob gereicht hat, wobei ich allerdings glaube, auch dort hätte ich es nicht so weit kommen lassen müssen, wenn ein G-Trainer vor Ort gewesen wäre, der mir eben Inweise geben kann.

Also das ist auch sozusagen ein Learning. Wir hatten es ja vorhin schon davon, Lehren zu ziehen. Eine große Lehre, die ich ziehe, ist eben, dieses Feedback ist wichtig für mich, wenn ich an meine Grenzen gehen möchte im Wettkampf. Und wenn ich noch so ausgeruht bin und noch so erholt, ich brauche einfach auch den Hinweis, das und das zu korrigieren. Und zwar am besten, bevor es so weit kommt, dass das Kampfgericht mir diesen Hinweis geben muss.

So funktioniert unsere Disziplin und das finde ich auch gut. Denn wir haben bei uns in der Leichtathletik, Also früher hieß es immer noch 49 Medaillenentscheidung, das hat sich jetzt ein bisschen immer verschoben mit Paris und so weiter, aber wir haben so viele Disziplinen und alle fordern doch ganz spezifische Qualitäten den AthletInnen ab.

Deswegen liebe ich die Leichtathletik so. Alles, was man ohne Fortbewegungsgeräte an Land machen kann, versuchen wir irgendwie abzudecken. Und diese Kombination aus Ausdauer und technischer Konzentration, die verlangt eben nur das Gehen ab. Das ist also wirklich schon ein einzigartiges Anforderungsprofil, was auch rechtfertigt, dass wir eine technische Ausdauerdisziplin in der Leichtathletik haben und brauchen.

Und das ist auch der Grund, warum ich im Gehen noch viel erfolgreicher bin, als ich im Laufen wahrscheinlich je hätte werden können. Ich kann mich eben unter maximaler Anstrengung, Belastung, Nervosität und auch Erschöpfung trotzdem noch 100% konzentrieren. Das war ein sehr gutes Plädoyer fürs Gehen, würde ich sagen, das nehmen wir so, also ich würde es auch als Verlust empfinden, ich finde es generell, vielleicht bin ich da sehr, ich würde nicht sagen, dass ich als Mensch nicht progressiv bin, aber ich bin bei Sportarten, im Speziellen natürlich bei der Leichtathletik, mit der ich ja auch von Kindesbeinern aufgewachsen bin, bin ich Traditionalist und ich muss auch sagen, ja, ich stehe jetzt nicht irgendwelchen Trends entgegen, dass man irgendwelche

Mixstaffeln und solche Sachen macht, das wegen mir, okay, alles cool, aber ich finde so richtig so Disziplinen, zu erwägen, zu streichen, würde ich als Verlust empfinden. Ich bin auch nicht der große Fan von den Reformen im Gehen, muss ich sagen. Ralf, da hatten wir auch schon mal drüber gesprochen. Ich weiß nicht, was man damit bezwecken möchte. Halbmarathon, wie ein Halbmarathon.

Zu was führt das denn? Am Ende führt das doch dazu, dass dann nur diese Zeiten teilweise verglichen werden von Läufern und Gehern, was natürlich also Hanebüchen ja ist, aber so denkt der auch dann ein Sportfan, der nicht so deep drin ist und dann so, ja warum geht man dann so überhaupt? Und das ist genau der Punkt, dass dann dieser technische Aspekt verloren geht.

Warum hat man nicht dieses 20 und 50 oder so? Weißt du, also das hat doch irgendwo, einfach, das hat ja gepasst auch so und dieses Reform, ich bin, dann hat man die 35 gehabt, die gibt es jetzt ja schon wieder, glaube ich, nicht mehr. Das macht einen Disziplinbereich und eine Tradition dieser Disziplin kaputt, meiner Meinung nach und es ist kein Mehrwert. Also das macht es nur, das ist Verschlimmbessern für mich.

Ich glaube, es ist auch kein Mehrwert. Ja, also weil alle, die wirklich Marathon und Halbmarathon laufen, rechnen ja sowieso auch in Kilometerzeiten. Und die hätten wir aus dem Gehen ja auch mitteilen können. Ja, okay, der Kilometer in Birmingham, der war halt in 3,40. Und dann bin ich halt in die 3,50, 3,55er und solche Sachen.

Und das versteht jede Person, die Marathon, Halbmarathon läuft sofort. Dafür muss ich nicht die Wettkampfdistanz von 20 auf Halbmarathon erhöhen. Das macht natürlich für die Wettkampfstrategie bei uns gar keinen Unterschied. Der eine Kilometer mehr ist nun wirklich nichts, was das Rennen verändert. Aber im Marathon Bereich im Gegensatz zur 50 und im Gegensatz zur 35 macht es schon einen großen Unterschied.

Und ich muss sagen, ich habe die 50 geliebt zu gucken. Also einfach als Fan. Ich war ein großer Fan, weil die Leute hinten raus gestorben sind. Du hast wirklich gesehen, wie Menschen hier an ihre Grenze gehen. Wie wir im Leistungssport sehen, wir kämpfen mit den Grenzen, die uns die biologische Voraussetzung des Menschseins bietet.

Das ist doch die Sportlichkeit und auch die Menschlichkeit, die der Sport uns als Gesellschaft vermittelt. Und das Das ist was, was man im 50-Kilometer-Gehen wirklich schwarz auf weiß quittiert bekommen hat. Und das ist im Marathon und im 35-Kilometer-Gehen eben nicht so. Und ich muss auch sagen, ich trauere der 20 ein bisschen hinterher, weil wir da eben diese langen Vergleichswerte hatten.

Also da kann ich mich wirklich mit Generationen an Gehern vor mir messen und natürlich auch mit den GeherInnen. Also es ist ganz klar, wir hatten einen einzigen Weltrekordhalter in Deutschland, Axel Noack, in meiner Disziplin über 20 Kilometer gehen. Das ist doch mal ein Ziel, wo ich hinarbeiten will. Und auch mein eigener Trainer hatte eine 1-20-0-0 stehen.

Und als ich jetzt dieses Jahr zum ersten Mal, allerdings nur als Durchgangszeit auf dem Halbmarathon, diese Zeit unterboten habe, war das für mich echt ein krasser Moment. Weil das heißt, er hat es als ehemaliger Leistungssportler und jetzt Trainer geschafft, einen Athleten auszubilden, der noch erfolgreicher ist, als er damals war.

Das ist eigentlich aus meiner Sicht noch ein größerer Erfolg für ihn als für mich. Das muss man als Trainer erstmal schaffen. Und das wissen wir, weil das die Durchgangszeit vom Halbmarathon eben dann war, auf den letzten 20 Kilometern in Podobradi. Aber das ist eben nicht schwarz auf weiß zu Papier. Und deswegen ist es schade, dass wir das nicht mehr haben, weil es damit bei uns auch nicht mehr diese Klasse der Geher gibt, die unter 1,20 gehen. Das ist im Grunde wie der 90 Meter Club im Sperrwurf.

Das ist schade, wenn das abgeschafft wird. Ich bin stolz, dass ich dazu gehört, dass ich das schaffe, aber offiziell ist es nicht. Also wir haben das klare Plädoyer verstanden an den Deutschen Leichtathletikverband, dass man einen leichtathletik erfahrenen Trainer oder eine erfahrene Trainerin dabei haben muss.

Also erstmal haben muss, wäre ganz schön. Also da muss ich wirklich sagen, bin ich sofort auf offene Ohren gestoßen. Ja, aber ich habe schon auch die Zusagen bisher, dass wirklich der Wille da ist, hier technische Fachdisziplin-TrainerInnen mitzunehmen, weil auch das Potenzial gesehen wird, dass wir damit erreichen können.

Also ich war ja nun wirklich auf Medaillenkurs und sowohl mein Bundestrainer als auch der Sportdirektor haben sofort zugehört mit offenen Ohren. Und bei beiden merke ich auch diese Wertschätzung für die konstruktive Kritik, die ich immer wieder anbringe. Ich bin zwar nicht AthletInnen-Sprecher im DLV, sondern im DOSB und eben auf Bundesebene bei Athleten Deutschland, aber ich kritisiere ja schon auch.

Aber die wissen, ich kritisiere auf einer sachlichen Ebene. Ich würde das nicht persönlich machen. Mir ist egal, welche Person das da war, die dann jetzt fehlte, sondern mir geht es um die Sache. Und das merken die beiden. Und sie wissen auch, ich kritisiere, weil ich die Leichtathletik so liebe und nicht, obwohl ich sie liebe.

Dein betreuender Bundestrainer Alex Fromm war am Abend fix und fertig und hatte den Marathon erst noch vor sich am nächsten Tag. Das kann ich. Weil der natürlich, ich meine, das war natürlich auch dieser Parallelität, der ja unterschiedlichen Distanzen geschuldet, logischerweise. Aber auch, weil das natürlich Stress gemacht hat auf euch alle, dass das eben so war, wie es war.

Und dein Leistungssportdirektor Jörg Bügner war völlig überraschend. Und auch, was auch nicht immer so war bei G-Entscheidungen am frühen Morgen, ja, war ebenfalls an der Strecke, weil ich beide nicht nur gesehen, sondern auch gesprochen habe. Und der hat ja die Panik in der normalen Betreuung von euch ja auch schon miterlebt und miterleben müssen. Ich glaube, das hilft manchmal, wenn man so eine Unmittelbarkeit hat.

Da musst du nicht Schulter zucken, sondern ich sage mal, das hilft ganz sicher. Ja, ist schon bestätigendes Kopfnicken auch dabei gewesen an einem Schulterzucken. Wenn ich das selber erlebe und dann auch noch verantwortlich erlebe oder mitverantwortlich erlebe, Es ist natürlich ein Unterschied, als wenn ich etwas auf einem Fernsehschirm sehe, der das einfach ja anders wiedergibt. Das ist einfach so.

Ich möchte aber auch sagen, dass die grundsätzliche Austragung von G-Wettbewerben in so einem Setting wie in Birmingham, also mitten in der Stadt, funktioniert hat. Weil es war ja viel, viel mehr Leute da, als ich gedacht habe, ehrlicherweise. Weil es war schon relativ früh am Morgen. Es war jetzt auch nicht der schönste und der wärmste Tag in Birmingham.

Ja, aber die Menschen waren da. Natürlich waren da viele Fans aus den europäischen G-Nationen. Aber das ist ja geschenkt. Die Menschen müssen ja da sein. Sie waren da und es war stimmungsmäßig toll. Warum in Gottes Namen, die auf die Idee gekommen sind, an einem Vormittag in der Stadt, wo ja nur in anderen Abführungen G-Wettbewerbe stattgefunden haben, die dann parallel, gleichzeitig, das habe ich nicht verstanden, aber das haben sie wahrscheinlich im Nachhinein selbst nicht mehr verstanden.

Das ist ja auch der Punkt, den Philipp vorhin so ein bisschen zur Marathonstrecke hatte. Das macht einfach Stimmung, dass es einfach da ist und man einfach vorbeikommt. Und manche Leute kommen spontan, weil sie dran vorbeilaufen und andere planen es Jahre im Voraus gefühlt. Aber so oder so, da kommt richtig was zusammen an Sportbegeisterung und Leidenschaft.

Und das überträgt sich auch auf die AthletInnen, oder? Ja, 100 Prozent. Also das macht natürlich noch mehr Spaß. Und diese Nähe, also Begeisterung ja, aber auch diese Nähe zu den Fans. Ich meine, beim Gehen, wollte ich gerade sagen, gibt es wahrscheinlich auch solche und solche Wettkämpfe. Es ist vielleicht nicht bei allen auch wichtigen Wettkämpfen so, dass die Leute da irgendwie in Dreierreihen irgendwo stehen, kann ich mir vorstellen.

Oder korrigiere mich. Ich weiß nicht, ob ihr eine krasse Fanbase habt, dass bei großen und wichtigen Wettkämpfen das immer die dann mitpilgern. Aber ich finde schon... Es ist schon unterschiedlich. Also vielleicht steht ja nicht so im Fokus der Öffentlichkeit. Es gibt schon Gea-Hochburgen, wo wirklich was los ist.

Ich erinnere mich an die Zeiten, wo die Polen vielleicht noch erfolgreicher waren als jetzt. Das waren Happenings. Ich glaube, Irland ist auch recht begeistert, habe ich mal mitbekommen. Zumindest gab es mal früher ein Track-Meeting, wo ich war. Ich weiß nicht, ob es Cork oder Dublin war, wo ich 3000 Meter gelaufen bin.

Und da haben die aber auch so im normalen Programm G-Wettbewerbe gehabt und das war aber, da sind die Iren auch ausgerastet. Also das war dann irgendwie halt 3000 Meter gehen irgendwie auch oder sowas. Aber wo ich dann dachte, wow krass, was geht denn hier ab? Habe ich jetzt so in Deutschland bei einem großen Meeting, ist es noch nicht so oft gehabt, aber...

Bei Erfurt & Door hatten wir die 3000 auch. Ja, ja, geil, genau, stimmt, stimmt, ja, genau. Also es gibt schon Nationen sicherlich, die da eine gewisse Tradition haben und eine hohe Begeisterung dafür, aber das ist wahrscheinlich jetzt nicht immer so und dementsprechend finde ich es natürlich cool, wenn es dann gelingt, ein internationales Großereignis so zu organisieren, dass gehen.

Ich sage jetzt mal einen gleichwertigen, wie nennen wir es das jetzt, Platz haben oder eine Strecke haben, die halt irgendwo zentral liegt, wo Menschen auch Bock haben, da hinzukommen, das anzuschauen. In Paris habe ich sogar einen Tinnitus bekommen davon. Ja genau, in Birmingham gut gelungen sein. Ich weiß nicht, ob die Strecke, wie du das empfunden hast als Gehr, ich habe jetzt von Marathon-Kollegen von früher und mit einigen haben wir auch gesprochen, unter anderem auch mit Amanal Petros hier im Podcast nach seinem EM-Titel, da habe ich jetzt wenig positive Worte vernommen.

Also die G-Strecke war anspruchsvoll, die war aber völlig in Ordnung. Also die hatte ein bisschen viele 180-Grad-Turns, die kann man sich ja anders machen, aber das habt ihr sonst ja auch. Aber die war schon herausfordernd, also das fand ich jetzt nicht unmöglich. Dagegen war die Marathon-Strecke ein ganz anderes Kaliber. Ja, das haben schon viele echt fast ein bisschen als Frechheit bezeichnet, weil die auch gesagt haben, also ich meine, das ist ja kein Vorteil, das macht das Rennen auch nicht irgendwie spannender, sondern es zerstört uns einfach mehr.

Also du bist einfach viel mehr am Arsch danach und musst viel länger regenerieren, bevor du dich irgendwie wieder auf das nächste sportliche Ziel konzentrieren kannst und wir wissen ja sowohl von Amanal, aber auch von Richard Ringer und Samuel Vitt, wie die noch einen Frankfurt-Marathon laufen wollen Ende Oktober, wo jetzt ja eh schon nicht wahnsinnig viel Zeit ist, aber und Richard haben wir ja gesehen im Ziel, wie der aussah, also ich glaube, diese Strecke war jetzt schon.

Grenzwertig. Ich weiß nicht, ob man Strecken so hart designen muss oder ob es einfach in Birmingham keine anderen Möglichkeiten gab. Das kann natürlich vielleicht auch sein. Ich weiß auch nicht, ob das wirklich Teil der Designentscheidung war, ob man nicht erst einfach eine Strecke gelegt hat und dann geguckt hat, ah, wir prüfen mal das Profil, ob es irgendwie noch erträglich ist.

Und das ist natürlich der falsche Ansatz. Eigentlich müsste man von vornherein sowas schon mitdenken. Und wie macht man das, indem man mit den Leuten redet? Das ist das Doppelte vom New York Marathon ungefähr und die gilt ja schon als nicht einfach zu laufen sozusagen mit den ganzen Brücken. Da denkt man ja aber, dass in der Planung ja auch hoffentlich Leute sitzen, die eigentlich da eine Erfahrung drin haben und sowas. Auf jeden Fall erstaunlich in einer Laufnation wie Großbritannien, weil das ist ja jetzt nicht so, dass das da nicht irgendwie geerdet wäre.

Leo, ich meine, was eben fehlt, sind die AthletInnen, die müssten da mit drin sitzen, weil die haben wirklich Ahnung davon, dass die von Anfang an da mit drin sitzen. Das bringt uns ja auch zu unserem Thema zurück. Wir wollten heute über Olympische, Paralympische Spiele in Deutschland reden, wir brauchen einen Rat der AthletInnen und zusätzlich in allen maßgeblichen Entscheidungsgremien eine olympische und paralympische AthletInnenvertretung, weil wir diese Expertise haben und keiner von uns hätte so eine Strecke approved.

Also das ist, weil die Expertise, die sitzt ja bei uns, also aber wir werden nicht gefragt und deswegen müssen wir immer wieder aufstehen und von uns aus uns proaktiv sozusagen andienen und sagen, hier, wir wollen da was beitragen, wir haben auch was zu sagen, was den Outcome krass verbessert, und manchmal werden wir dann, obwohl wir so proaktiv auf die Leute, zugehen, trotzdem noch abgewiesen und da, glaube ich, steckt schon viel Verbesserungspotenzial, das wir unbedingt, nutzbar machen müssen.

Sag mal, ich habe da gerade so eine Idee, manchmal kommen mir so komische Ideen, habt ihr eigentlich schon deutsche Meisterschaften mit einer Ausschreibung für nächstes Jahr? Im Gehen nicht. Es ist ziemlich kompliziert wieder mit der Bahnmeisterschaft. Ja, macht dir keine Gedanken. Es gibt ja noch kein Austrauenswort für die Stadionleichter-Dedik. Gibt es auch noch nicht.

Ja, aber da wären wir ja auch gerne dabei. Also ich würde auch im normalen Leichter-Dedik-Programm gerne mal meine 10.000 gehen. Aber, vielleicht könnte ich einen Kontakt machen und du dienst euch mal an. Immer. Die Finals finden in Stuttgart statt. Es werden ja leichter Disziplinen dorthin ausgelagert werden aus der normalen, Wettkampffolge der Stadionleichter so wie in diesem Jahr auch.

Wir waren ja in Wattenscheid, aber Stabhochsprüngen war in Hannover, wo das ja sehr, sehr gut funktioniert hat. Also, es geht wohl eine Tendenz in Richtung Kugelstoßen auf dem Schlossplatz. Was ja ein bisschen Sinn machen würde, weil viele der Stoßerinnen und Stoßer. In Stuttgart selber oder in Stuttgart oder Sindelfingen angesiedelt sind, entsprechende Bubbles da sind, Öffentlichkeit und so weiter und so weiter. Das macht Sinn.

Aber einen G-Wettbewerb kann ich mir da auch sehr gut vorstellen. Das wäre nice. Ja, also ich finde, der Maus hat es immer besprechen, auch vom Zeitpunkt im Terminkalender her. Das ist, glaube ich, immer eine ganz große Herausforderung, die Teil der Verhandlungen ist. Aber wenn gar niemand erst mit uns redet, dann wird es natürlich schwierig.

Und wenn wir einbezogen werden, dann manchmal nur über drei Ecken und dann wird das falsch weitergetragen oder so. Ich biete mich gerne an dafür. Meine Zuständigkeit liegt aber wirklich nicht, allein in der AthletInnenvertretung von Gehen, auch nicht nur in der von Leichtathletik, sondern eben Sportartübergreifen.

An einer Stelle kann man ja auch mal ganz egoistisch für seine Disziplinengruppe, ein Gespräch führen. Unverbindlich. Ich hoffe, das ist nicht egoistisch. Ich finde es vollkommen in Ordnung. Sorry, man muss doch als Leistungssportler. Das immanente Recht haben, für sich und seine Bubble und für seine Disziplin, Dinge einzufordern und gerade zu stehen.

100 Prozent. Das ist aber leider eben nicht so. Also ich finde, das sollte so sein, aber zum Beispiel während der Olympischen und Paralympischen Spiele gibt es ja diese Sperrfrist, wo wir gar nichts einfordern dürfen. Also die Rule 40 und auch die Rule 50 der Olympischen Karte haben ein paar Absätze, wo wir als AthletInnen-Kommissionen, auch im internationalen Raum übrigens, immer wieder sagen, hier besteht Verbesserungsbedarf, wir müssen da wieder ran, wir müssen da wieder ran und, immer wieder bewegt sich was und immer wieder bewegt sich auch nichts.

Das ist eben politischer Struggle, aber es ist eben keinesfalls so, dass wir einfach dieses Recht, etwas einzufordern, haben, von dem du sprichst. Ich war gerade erst neulich in der Sitzung vom DOSB Menschenrechtsbeirat und da wurde mir, als ich wieder die Meinungsfreiheit für AthletInnen eingefordert habe, an den Kopf geworfen, die meisten, die was sagen wollen, hätten doch eh nicht genug Reichweite, als dass es sich lohnt.

Und da muss ich also sagen, wenn wir anfangen, die Meinungsfreiheit von der Followerzahl abhängig zu machen, da läuft richtig was schief. Das ist so ein Fehlverständnis von Äußerungsfreiheit. Das Bild, das die haben von Athleten, ja. Das kam jetzt nicht aus dem DOSB-Menschenrechtsbeirat, muss ich sagen, aber das war eben in dieser Sitzung. Und das sind so Dinge, die wir dann an den Kopf geworfen bekommen, wenn wir eben einfordern, das Recht etwas zu sagen. Ja, krass.

Leo, wir haben jetzt noch gar nicht über die leichterlichen Weltmeisterschaften 2031 gesprochen, ist aber auch nicht so schlimm, weil wir haben über 90 Minuten sehr spannend mit dir gesprochen, von wichtigen Fragen im sportpolitischen Bereich über Athletinnen und Athletenvertretungen, die auf dem Weg ist, aber noch ein Stück Weges vor sich hat, wie du jetzt gerade ja nochmal klar gemacht hast, von speziellen Begegnungen im Leben und im Trainingsalltag eines Geers bis zu der, hochdramatischen Wettkampfgestaltung und der Wettkampffolge, die eine EM in Birmingham haben konnte.

Herzlichen Dank für deine Zeit und für deine spannenden Einlassungen. Es hat total Spaß gemacht und ich freue mich auf den Weg, den die Olympia-Bewerbung gehen wird, wohin auch immer sie dann geht, um wieder in dem schlechten Wortwitz zu bleiben, der euch Gea ja immer begleitet. Herzlichen Dank, Leon.

Herzlichen Dank für die Einladung. Ich hoffe, dass es nicht nur uns hier ein bisschen Spaß gemacht hat, sondern auch allen, die zuhören. Und wenn euch da was irgendwie besonders wichtig erscheint und ihr seid Athlet, Athletin, dann wendet euch doch bitte an uns. Also könnt mir auch direkt schreiben bei Athleten Deutschland e.V.

Ihr könnt auch einfach dem Verein schreiben. Ich freue mich auf jeden Fall über Rückmeldung zu unserem Gespräch hier, damit wir auch wissen, wir drei haben das nicht nur für uns gemacht, sondern für alle, die zuhören. Ja, vielen Dank dir, Leo. Wir blicken jetzt voller Vorfreude voraus auf Berlin, auf die Hauptstadt, auf den BMW Berlin Marathon und alle Pre- und Post-Race-Events drumherum.

Ich werde ab Freitag vor Ort sein und habe schon einen recht vollen Terminkalender, muss ich sagen. Ralf, du wirst ja auch schon da sein, ich glaube sogar einen Tag eher schon. Ich komme auf jeden Fall Donnerstagabend, aber spät erst. Um den Unbillen der, Deutschen Bahn zu entgehen. Das wäre für mich natürlich echt ein Downer, wenn das dann Freitag irgendwie…, Nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle, aber ich bin ja so, wie soll ich sagen, notorisch positiv denken, deswegen irgendwie wird das alles hoffentlich klappen, sodass ich am Freitag, wie geplant, das noch machen kann, was ich vorhabe.

Samstag, klar, ist natürlich, habe ich einige Events mit Adidas, ich habe eine Probe natürlich mit RTL für die Übertragung am Sonntag und ich bin schon ganz gespannt, Wetter. Ich bin ja jetzt immer noch in dem, also ich bin nicht mehr so, dass ich jetzt logischerweise, gerade damit rechnen muss, an der Startlinie zu stehen, sondern aus einer anderen Perspektive das verfolgen und begleiten darf, aber man guckt natürlich trotzdem jetzt schon irgendwie Mitte der Woche immer wieder aufs Wetter und ich finde, es sieht ja noch alles sehr, sehr gut aus.

Also ich habe mir das DDR schon wieder rausgeholt und rechne eigentlich damit, dass ich das spätestens morgen wieder drauf machen muss. Also im Westen ist es auf jeden Fall sehr, sehr schön vorhergesagt. Aber ich habe auch gesehen, für Berlin soll es wirklich gut sein. Hoffentlich nicht so warm, genau wie im letzten Jahr. Aber es gibt ja eine Änderung.

Das haben vielleicht manche schon mitbekommen, manche nicht. Ich habe es tatsächlich erst in der Besprechung mit dem RTL-Team vor zwei Tagen mitbekommen, was die Startzeit. Genau, Startzeit. Dreiviertelstunde nach vorne gelegt, glaube ich. Ich glaube, 8.30 Uhr ist es jetzt. Was insgesamt, glaube ich, eine gute Entscheidung war auf Basis der Erfahrungen in den letzten Jahren, wo es ja doch häufiger mal einfach warm war.

Und da geht es jetzt nicht nur um den spitzensportlichen Aspekt, wo das natürlich leistungsmindernd ist. Und ich glaube, es ist natürlich auch hinten raus. Da gab es ja gerade auch letztes Jahr, glaube ich, war es letztes Jahr wieder oder vorletztes Jahr, wo es doch einige Rettungseinsätze gab. In den letzten beiden Jahren.

Beide Jahre, glaube ich, sogar genau. Und deswegen ist das, glaube ich, eine smarte Entscheidung für alle, die da auf der Strecke sein werden. Und ne, also ich bin schon voller Vorfreude und es ist so, egal ob man in Berlin startet oder in anderer Funktion vor Ort ist, man hat immer so ein bisschen dieses, das Kribbeln ist schon so ein bisschen da, ich freue mich schon wieder drauf.

Ja, absolut. Ich werde am Sonntag relativ schnell nach dem Lauf dann wieder, weiterziehen müssen, weil ich noch arbeiten muss. Aber ich habe ja am Samstag eine relativ große Veranstaltung mit Schneider, die ja als einer der großen Sponsoren in Berlin eingestiegen sind. Schneider, Schneider, wird der ein oder andere denken, die sind im Energiebusiness unterwegs, die auch schon lange Sponsor vom Paris-Marathon sind.

Also Schneider Electric, Paris Marathon heißt der ja. Also das wird ganz spannend. Da treffe ich auch Jan Frodeno. Da bin ich sehr gespannt und freue mich drauf. Und ja, dann freuen wir uns auf, viele Menschen, die wir von euch in Berlin potenziell sehen. Sagt immer Hallo. Wir sagen, wann immer es geht, Hallo zurück, ist ja klar.

Und dann hören wir uns nächste Woche. Da soll es noch besser das Wetter werden. Und da werden wir wieder zueinander finden. Bis dahin, schönes Wochenende. Ciao, ciao.

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