Come Fly With Us· Folge 206

CFWU 206 - CFWU erzählt eine Fliegergeschichte

Donnerstag, 20. November 2025 · 1 h 49

MP3

Shownotes

05NOV25

Begrüßung

Fliegergeschichten Podcast

Wer ist Dominik

Wie zur Fliegerei gekommen!

Test Vorbereitung

ILST Lehrgänge (hs-bremen.de/studieren/studiengang/luftfahrtsy…)

Brüssels Airline

Brüssel Airport

Flugzeuge in BRU Airport (brusselsairlines.com/se/en/flying-with-us/the-…)

Red Devils

Tim & Struppi

Tommoremwow land

Die OPS in Brüssel

Jan 2018 nach Frankfurt

Louisville MD11 Crash 04NOV abends

Vergleich zu AA191 (en.wikipedia.org/wiki/American_Airlines_Flight…)

B747 HKG

Frage von Daniel: zum Startabbruch

Von Benjamin zu Flugplanung

Flugplanung mit FMS & EFB

Wing-Deicing bei einer B737 (youtube.com/watch?v=Rczi0TJ05YA)

Podcast Tipp Sternengeschichten (sternengeschichten.podigee.io)

Fliegergeschichten Podcast (linktr.ee/fliegergeschichten)

OTD 1915. Erster Katapult Start

OTD 1946 Vnukovo Unfälle (en.wikipedia.org/wiki/5_November_1946_Vnukovo_…)

Kleine Geschichte.

Alter von Triebwerken

Verabschiedung

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallo Leute, es geht wieder los, eine neue Folge KampfLive. Das Podcast startet heute. Heute ist der 5. November. Ich freue mich darauf. Eine tolle, spannende Folge mache ich. Und zwar mit jemandem, den ihr vielleicht ja schon viel gehört habt, aber vielleicht auch gar nicht. Ich unterhalte mich mit Dominik als nächstes.

Er sagt, er hat eigentlich gar nicht so viel Zeit, weil er gleich noch arbeiten muss. Aber ich dachte, so vier, fünf Stunden Podcast können wir schon hinkriegen. Hallo, guten Tag erstmal, Dominik. Wie geht es dir? Ja, schönen guten Morgen, Steffen. Nein, mir geht es wunderbar. Ja, ein bisschen Zeit habe ich, also bis der Flieger geht, zwölf Stunden.

Wenn wir die voll kriegen, dann wird es kritisch, aber das schaffen wir, glaube ich, nicht. So, Leute, ihr habt das schon bestimmt geahnt. Ich unterhalte mich mit einem Fliegerkollegen, der auch gar nicht zu Hause ist, weil der ist nämlich im Layover, wie ich mir halb sagen lassen, in Houston. Genau.

Ja, und er hat extra für mich die Klimaanlage ausgestellt, weil das anscheinend dort warm ist, was ich sehr neidisch irgendwie zur Notiz nehme. Und ich soll als allererstes mal ganz lieb grüßen von Harry. Harry ist nämlich ein kleiner Fanboy von dir. Und zwar, Dominik macht nämlich einen ganz tollen Podcast und zwar den Podcast Fliegergeschichten, auf dem mich auch Harry gestoßen hat sozusagen und den ich auch schon gehört habe.

Toll, ich sag mal so, flüssig erzählte Fliegergeschichten halt über Hintergrundinformationen, alles, was man so gerne hört. Und ich bin auch ein kleiner Fanboy geworden und ich dachte mir, den schnappe ich mir mal und dann unterhalten wir mal über das, was die Welt bewegt, mich vor allen Dingen bewegt und wie du zur Pflegerei gekommen bist, ist ja eigentlich meine Lieblingsfrage und jetzt lasse ich dich erstmal ausreden.

Tag Dominik, wie geht es dir? Ja, was soll ich dir erzählen? Also ich fliege Flugzeuge, Langstrecke offensichtlich, wenn ich in Houston bin, für diese große Fluggesellschaft. Und zur Fliegerei gekommen bin ich eigentlich auf sehr bescheidenen Wegen. Also ich bin nie geflogen, auch in meiner Kindheit.

Ich glaube, wir haben einen Portugal-Urlaub gemacht und einmal war ich auf dem Schüleraustausch. Der ging nach La Reunion, was natürlich ziemlich geil war. Aber sonst habe ich mit der Fliegerei nichts zu tun. Früher sind wir in Sauerland gefahren, weißt du, Maximal. Du fliegst wohin? Was war das? La Reunion bei Madagascar, die kleine französische Kolonie. Irgendwie hat unsere Schule einen Schüleraustausch damit gehabt.

Ja, okay. Respekt. War natürlich total geil. Ja. Sonst sind wir immer schön nach Texel, nach Holland gefahren. Das war auch immer cool. Ich muss mal gerade auch so ein bisschen deine Stimme, du hast ja diese tolle, tiefe Stimme, das bin ich ja ganz respektvoll. Aber ich muss dir mal gerade ganz eindurren, welcher Dialekt ist denn da so leicht mit dabei?

Das ist, also normalerweise komme ich aus dem Ruhrgebiet, ich bin Essener, habe aber fünf Jahre in Bremen, hat so ein bisschen dazu geführt, dass ich den norddeutschen Zungenschlag auch sehr schnell annehme. Gerade wenn ich das von dir dann so ein bisschen höre, rutsche ich manchmal ins etwas Nordische.

Das passiert mir aber furchtbar gerne. Das ist so ein Chamäleon, das ich mich anderen Leuten anpasse in der Sprache. Aber normalerweise sollte es so ein bisschen Ruhrgebietsdialekt durchschlagen. Okay, gut. Dann macht das ja mit Texel auch ein bisschen Sinn, weil es ist ja schon nicht ganz so weit weg, das Ganze.

Ja, genau. Die westfriesischen Inseln sind näher als die ostfriesischen für uns. Und ganz kurz, ich muss bei diesem Leorillon-Flug nachhaken. Seid ihr da über Paris geflogen? Wahrscheinlich, ne? Ja, genau. Damals war das so irgendwie, wir sind nach... Also, frag mich nicht, wie gesagt, ich hatte damals keine Ahnung von Fliegerei.

Ich weiß, wir sind nach Paris geflogen, sind mit dem Bus, haben wir den Flughafen gewechselt und dann hat uns die Air France da runter geflogen. Ja, ich glaube, weil dann habt ihr wahrscheinlich zwei Flüge oder irgendwas gemacht, separate Flüge, weil es hieß ja immer, dass wenn man praktisch den Flug einfach nur von Frankreich nach Le Rion bucht, dass es quasi als Inlandsflug gilt und damit relativ, ich sag mal in Anführungsstüdelchen, günstig ist.

Als wenn du sagen möchtest, ich möchte jetzt einen durchgebuchten Flug haben von, lass ich mal sagen, München nach Le Rion. Das ist deutlich teurer wohl, sagt man nur. Das ist sehr gut möglich. Wie gesagt, war jetzt damals nicht mein Hauptaugenmerk. Es hat aber grundsätzlich schon dafür gesorgt, dass ich den Job als Pilot, habe ich mir halt toll vorgestellt einfach damals, viel reisen und dann irgendwann sitzt du ja so als 15, 16-Jähriger vor so einer Zeitung und guckst da rein und da steht dann ja immer, das sind die bestbezahlten Jobs Deutschlands und da stehen da so Sachen wie Jurist und Mediziner und Pilot.

Und dann habe ich da reingeguckt und gesagt, ja, das ist ja interessant und habe mich mit den Berufsbildern so ein bisschen auseinandergesetzt, habe gesehen, Juristen und Mediziner, damit die viel verdienen, arbeiten ihre 100-Stunden-Woche die ersten Jahre. Habe ich so bei Pilot geguckt und dachte, ach, das klingt eigentlich angenehmer.

Also die Begeisterung für die Fliegerei, die kam dann später. Und jetzt, wo du in der Realität angekommen bist, ist das immer noch so? Also das Arbeitskensum ist ja ein bisschen anders dann doch, als man sich das so als kleiner Jung vorstellt, vor allem mit Familie zu Hause und der ganzen Abwesenheit.

Aber tauschen würde ich jetzt trotzdem nicht mehr. Also nicht mit dem Juristen und nicht mit dem Mediziner. Nee, nee, nee, ich auch nicht. Vor allem meine hypothetischen Patienten sowieso nicht. Oder Klienten oder ja. So, cool. Also mit anderen Worten, da hast du ein bisschen, hast du drüber nachgedacht, hast dich erstmal natürlich an die finanziellen Aspekte nur konzentriert, hast gar nicht gemerkt, wie viel Geld man dafür erstmal ausgeben muss, um da hinzukommen.

Ja, es war ja damals noch so, dass das die vorfinanzierte Ausbildung gab. Da hast du ja noch den schönen Vertrag abgeschlossen. Also das war im schönen Jahr 2008 habe ich damals angefangen mit kombiniertem Studium und Flugschule. Und 2010 ging es dann an die Flugschule. Für die Hörer ganz kurz nachfragen. Also du hast dich tatsächlich hier in Bremen damals, wie das dann noch hieß, direkt beworben.

Du hast nicht irgendwie vorher kleine Flugzeuge oder irgendwie angefangen oder irgendwas? Nein, überhaupt nicht. Ich habe wirklich nur den Weg über Bremen gegangen. Ich bin da völlig ahnungslos hin. Ich war sehr beeindruckt von den ganzen Kolleginnen und Kollegen, die tatsächlich schon Flugerfahrung hatten.

Es war immer geil mit denen also das war auch in Phoenix zum Beispiel in der Grundausbildung, ich hatte einen Kollegen in der Fluggruppe, der vom Segelfliegen kam der tausende Stunden hatte das war der Wahnsinn der hat sich da halt reingesetzt in die Karre und ist losgeflogen wir saßen da, ja, was muss ich jetzt tun?

Ja, ja, klar, logisch, logisch ja und auch was das Fliegen angeht, ich erwähne mal den, einen Lehrgangsfliegen von mir der später übrigens Ausbilder Jumbo und all sowas geworden ist, seinen ersten physischen, echten Flug hat er gemacht nach Phoenix. Also der saß vorher noch nie im Flugzeug. Also. Kann ich mir tatsächlich, also ich bin ja ein bisschen entfernt davon, aber halt nicht ganz weit. Ich hatte vorher im Prinzip ja genau sechs Flüge.

Ja. Portugal hinher, einmal Regenjahr hinher mit jeweils zwei Flügen. Ja, das war's. Ja, okay, gut. Wenn man natürlich so in der Schule ist, die Austauschprogramme nach, naja, ist egal. Ich muss da nochmal nachhaken. Nee. Es ist tatsächlich ein Gymnasium im Essener Norden. Also es ist keine Privatschule, keine reiche Schule.

Es gab Es gab einfach dieses eine Austauschprogramm und da haben sich halt ein paar Lehrer engagiert drum gekümmert, weil es halt innereuropäisch ist. Ich weiß nicht, ob es dann eben eine Erasmus-Förderung oder so, ob es das damals schon gab, aber es gab dieses Austauschprogramm. Das ist für zwei Wochen cool.

Das war auch überhaupt gar nicht so gemeint, weil ich meine, Essen hört sich nicht an wie Starnberg. Nee, ist es auch nicht. Wir haben den Baldeneysee, nicht den Starnbergersee. Das ist ein kleiner Unterschied. Ja, okay, gut, alles gut. So, cool. Also dann Bremen, den Einstellungstest alles gemacht, geschafft.

Hast du dich da irgendwie großartig darauf vorbereitet? Also irgendwie so, weißt du, gibt es da diese Vorbereitungskurse oder irgendwie sowas? Ich habe keinen Kurs gemacht. Damals hieß es, da gab es dann so Online-Vorbereitungen, konntest du ein bisschen machen. Da hast du dann auf der Website, konntest du so tun, als wärst du in dem Test und konntest ein paar Sachen machen.

Aber im Endeffekt zu tief reingegangen bin ich nicht. Ich weiß, dass es am 22. und 23. November 2007 war. Das war nämlich auch der Tag, an dem ich mein feierliches Gelöbnis hätte haben sollen, weil ich in der Zeit Grundwehrdienst geleistet habe. Und mein Zugführer war nicht begeistert, dass ich gesagt habe, hör mal, ich habe hier vor fünf Monaten, bevor ich hier angetreten bin, habe ich gesagt, ich habe an den Tagen Bewerbungsgespräch, ich werde da hingehen.

Ja, haben sie mir auch ermöglicht natürlich, aber ja, das war dann, also dann habe ich halt, Bei der Bundeswehr, also auf das erste Gespräch, konnte ich mich dann nicht groß vorbereiten, da hast du dann andere Sachen gerade in dem Moment zu tun. Okay, alles klar. Und dann Firmenqualifikation kam danach und...

Hast du denn noch beim Stufs in seiner kleinen Muffbude noch das Amtsgelöbnis feierlich nachgeholt oder sowas? Also wenn es Ihnen nicht verrät, nein, habe ich nicht. Ich weiß gar nicht, ob sie mich dann überhaupt zum Obergefreiten hätten befördern dürfen oder ob sie es irgendwo in der Akte verschlemmt haben. Achso, ist egal.

Ja, ja, okay, gut. Ich verrate das nicht. Das ist nicht eben. Wir erzählen das gar nicht. Okay, also ich habe es gar nicht. Ja, okay, geil. Ja, nee, cool. So, und dann, genau, Bremen, Bremen angefangen, da war ich glaube ich noch schon… Genau. Bremen, der ELST-Studiengang halt, also erstmal anderthalb Semester Maschinenbaustudium und dann an die Flugschule und dann hast du ja so einen etwas anderen Ablauf, aber im Grunde machst du dann das Gleiche wie jeder, der da an die Flugschule kam.

Genau, ich weiß genau, was es ist und alles, aber ich habe mich noch nie konkret mit jemandem so darüber unterhalten. Also das sind ja zwei Gänge. Du konntest halt den reinen NFF, Nachwuchsführer, wie immer man das damals genannt hatte, machen oder eine Kombination mit einem Studium. Das nennt sich, ich kenne einige Kinder, die hatten auch eine Nummerierung, glaube ich, im Lehrgang.

Und wie lief das ab? Kann man das noch machen? Weißt du das? Also man kann es noch machen, nicht mehr in Kooperation mit dieser Flugschule. Ich weiß, dass dieses Jahr hat der 31. LSD jetzt gerade angefangen in Bremen mit über 90 Studierenden. Das ist eine Hausnummer. Also wir waren damals etwas mehr als 40, glaube ich, und davon 24 von unserer Flugschule.

Und dann halt noch ein paar Kollegen von freien Flugschulen. Ein Helikopterkollege war dabei. Und später kam dann auch die Bundeswehr noch dazu, hat da Leute hingeschickt. Ja. Und dann der Studiengang, der läuft halt so ab. Früher war es ein Diplom-Studiengang, dazu kann ich nichts sagen. Bei uns war es schon ein Bachelor-Studiengang, du hast acht Semester, drei Semester Maschinenbau-Grundstudium im Endeffekt und ab dem vierten Semester bist du parallel an der Flugschule.

Da hast du drei Tage Flugschule, zwei Tage Studium. Und dauert dadurch die Flugschule länger? Ja, dauert die länger. Kann ich dir gar nicht richtig sagen. Wir hatten im Vertrag damals stehen 23 Monate und die hat die Flugschule sowieso nicht geschafft, weil da intern Verzögerungen im Betriebsablauf aufgetreten sind, wie das so oft vorkommt.

Weil nicht genug Trainer vorhanden, Flugzeuge konnten nicht fliegen. Ja, also da gibt es ja immer mal Verzögerungen, aber im Prinzip. Also eigentlich soll die Flugschule dadurch grob ein halbes Jahr länger dauern, aber im Endeffekt hat sie wegen anderer Dinge länger gedauert. Okay, das heißt, du hast 23 Monate Flugschule plus die, was war das, hast du gesagt, drei Semester oder was war das? Ja.

Genau. Und dann bist du bei sieben Semestern und dann hast du quasi dein letztes Semester noch, um die Bachelorarbeit zu schreiben. Da bist du aber schon scheinfrei. Und du kriegst halt Scheine für die Theorieleistungen in der Schule, aber auch nur Bestanden, nicht Bestanden. Also das wird dann als Kredits irgendwie abgerechnet.

Nagel mich nicht darauf fest, wie es heute ist. Ja, ja, klar. Logisch, logisch. Die aktuellen Fragen, aber ja. Mich würde interessieren, wie lange es insgesamt gedauert hat dadurch. Normalerweise angesetzt waren vier Jahre, also genau acht Semester ab 2008. So, ich habe fürs Studium 10 gebraucht insgesamt, weil ich überhaupt keine Eile hatte.

Dadurch, dass sowieso abzusehen war, dass wir gerade nicht gebraucht werden am Markt und nicht eingestellt werden. Ähm, die Flugphase habe ich Januar 2013 abgeschlossen. Ja, und danach, äh, kam dann erstmal nicht viel. Dann hieß es 2014, ja, wir würden dich gerne einstellen bei einer Tochter. Und dann hieß es 2014, ja, wir wollen dich doch nicht einstellen.

Und dann gab es ein Lizenz-Type-Rating, hieß das damals, weil wir diese MPL-Lizenz gemacht haben. Das war damals, das musste man so ein bisschen mit Nachdruck sagen, hör mal, das habt ihr uns versprochen vertraglich, das müsst ihr uns noch geben. Und dann war es 2015, dann habe ich noch ein bisschen Theorieunterricht gegeben bei TFC Käufer in Essen, also falls irgendjemand aus dem eigenen Condor-Kurs, den ich unterrichtet habe, in Flugzeugzählen und Systeme zuhört.

Hallo. Okay, aber wie hast du dich ernährt die ganze Zeit, wenn ich mal so fragen darf, wovon? Ich habe immer gearbeitet, also ich habe, wie gesagt, Schulden habe ich ja nicht gemacht, aber, Wurde von meinen Eltern unterstützt in knapp unter BAföG-Höhe. Ja, okay. Da war ich, davon kannst du nicht so gut leben, aber habe dann halt immer einen Nebenjob gemacht.

Also ich habe über fünf Jahre bei Sixt gearbeitet und zwischendurch auch dann Vollzeit, als ich die Zeit hatte. Ich habe Finanzanlagen- und Versicherungsfachmann zwischendurch gelernt und als dieser gearbeitet. Und dann habe ich noch tausend kleine Nebenjobs gemacht. Ich habe im Stadion gearbeitet, auf Festivals, im Café, was man so macht.

Respekt. Wenn man gerade ein paar Monate Zeit hat. Ja, okay, gut, alles cool. Dann, du hast keine Schulden gemacht. Hat der IELTS, haben die nichts gekostet? Muss man da nicht irgendwie? Doch, also sobald du dann eingestellt wurdest, musstest du eben, das waren dann damals 40.000 Euro Schulungskosten ab Einstellung zurückzahlen.

Okay, gut. Und damit sind wir noch gut gefahren. Also es ist sehr kurz nach uns dann auf 60 und auf 70 angestiegen. Also, Du hast die Geschichten, glaube ich, schon gehört und inzwischen ist es ja auch so, dass ihre Zahlungsmodelle und alles sich auch ein bisschen geändert hat. Nee, vielleicht kann ich auch reingehen. Das sind alles keine guten Nachrichten, aber man sieht auch nicht, dass eventuell keine Leute finden, warum das wohl so ist.

Anscheinend, also ja, man weiß es nicht. Genau, vielleicht müssen sie einfach nochmal so einen Zeitungsartikel rausbringen, wo steht die bestbezahlten Jobs und sich auch daran halten. vielleicht. Das wäre, ja, die Zeitungen schreiben ja immer, wenn es wieder auf den Streik zugeht, die verdienen doch 300.000 alle.

Ja, frage mich auch. Wenn ich endlich mal das verdienen würde, was die Zeitung schreibt, das wäre toll. Ja, genau. Sag mal, wann warst du denn, also praktisch, wann fing dein erstes, die erste Type-Rating-Schulung, du hast gesagt, Du hast eine Lizenzschulung gemacht, die wurde ja noch finanziert, damit du deine Lizenz nicht verlierst, sozusagen.

Damit ich sie überhaupt erst mal kriege, ja. Ah, okay, gut. Also das war, MPL ist so ein ganz komisches Konstrukt. Frag mich auch bitte nicht mehr, wie es funktioniert. Ich bin froh, dass ich inzwischen ein Artipad in der Tasche habe, weil das damals wirklich so ein bisschen doof war. Aber es ist so, dass das erste Line-Training ist irgendwie auch noch Teil der Lizenz tatsächlich oder sowas, bevor du die bekommst.

Und ja, dann, also wo sie uns dann schon mal ein Type-Rating gegeben hatten, haben sie gesagt, okay, dann geht es jetzt bei den Töchtern los. Und bei mir war das, die Tochter war dann die in Belgien Ansässige. Und da ging es, also das Type Rating Ende 2014 mit damals noch Landetraining in Tarragona, das war geil, ne?

Ganz doof. Bei Barcelona, Reus, kennst du da die Ecke? Ich kenn den. Der Billigflughafen von Barcelona ist ja Reus. Ja, genau, ja. Und ja, da sind wir dann tatsächlich, also 2. bis 4. Januar 2015, du bist in Frankfurt, Dieselregen 2 Grad, packst die Freundin ein, also wir durften eine Person mitnehmen und kachelst dann mit dem ganzen Type-Rating-Kurs runter nach Reus, steigen alle aus und dann war ich auch noch mit meinem Kumpel im ersten Flugteam.

Dann haben wir da als Erste unsere sechs Runden an dem Tag gedreht, bevor wir ausgestiegen sind. Das ist halt absolut geil. Also das ganze Type Rating oder viele, viele Situationen in der Flugschule standen immer unter so einem Stern. Oh, hiernach geht es wieder nicht weiter. Oh, hiernach geht es wieder nicht weiter.

Aber so als Abschluss dieses Type-Ratings dann da zu sitzen und zu sagen, Alter, jetzt habe ich hier mal zwei Tage lang jeweils sechs Runden mit der Karre geflogen, mit einem echten Flugzeug, mit 40 Tonnen unterm Hintern, das ist dann... Hat Spaß gemacht, muss ich sagen. Und das war 3,20? Das waren 3,19er.

Ah, okay. Also dann noch die kleine Rakete oder den 3,20er, ne? Der ist doch noch ein bisschen sportlicher gefühlt, ne? Ja, also der war ja auch komplett leer dann. Da fliegt der sich halt wie ein Blatt in den. Ja, okay. Aber mega cool. Ich bin jetzt echt am überlegen, ich war auch zu einem Flugtraining in Reus, wie du sagtest. Ich weiß aber ehrlich gesagt gar nicht mehr, warum.

Also oder das muss irgendwas mit der Ausbildung, Ausbilderausbildung zu tun gehabt haben. Aber ich kann mich selber kaum erinnern. Na, auf jeden Fall war das tierisch stürmisch oder tierisch anstrengend. Und ich saß den ganzen Tag mit hinten in der Kiste weil ich dann irgendwann einfach nur reingesprungen und mit rotiert worden bin und ich war wirklich, also den ganzen Tag übertrieben, aber ich war vier Stunden in dieser Kiste drin, bin Kreise gedreht und es war extrem wackelig und extrem turbulent.

Nach, ich sag mal so, nach einer Stunde saßen alle, die nicht geflogen sind, saßen alle an den Fensterplätzen, haben rausgeguckt und Cola getrunken. Weil irgendwann die Tüten voll sind. Ja, genau, alle waren so langsam so, okay, jetzt langsam ist es auch lang. Ja, Platzrundenfliegen, wenn du nicht selber vorne drin sitzt, ist nicht das angenehmste, was man machen kann.

Ja, genau. So, und dann, ja, wie gesagt, dann ging es nicht weiter. Dann habe ich kurz bei TFC unterrichtet und dann hieß es, ihr könnt euch jetzt bei den Töchtern bewerben und dann ging es in Belgien los. Das ging relativ schnell. Im April saßen wir dann in Belgien mit, ich glaube, fünf Leuten waren wir in der ersten Gruppe tatsächlich nur von unserer Flugschule und haben bei den Belgiern dann fliegen gelernt und die erste Strecken-Erfahrung gesammelt.

Also ich habe hier mein altes Flugbuch, ich kann dir nachher mal ein Foto schicken, dann ging es am 18. Mai 2015, war dann der erste Draußenflug mit Passagieren, Brüssel, Barcelona und zurück. Ja, war das. Hat dann Spaß gemacht. Also Brussels Airlines, ich weiß nicht, ob du die groß kennst oder ob du mit denen geflogen bist.

Es war damals, die hatten noch alte Afros rumstehen und haben die outgefaced und zu einer 320-Flotte komplett umgebaut. Und ein bisschen 330 hatten die noch für Langstreckenverkehr, haben aber da relativ wenig gemacht. Eher dann Afrika, ein bisschen Indien und ganz wenig Amerika. Ja, ja, genau. Das ist ja, ist die Brussels Airline hervorgegangen aus der alten Sabena oder?

Das ist die alte Sabena, genau. Genau und ich weiß die alte Sabena hat an dem Tag, an dem sie Konkurs ging, haben die Besatzungen haben noch gestreikt für irgendwas, keine Ahnung, dass sie nicht Konkurs gehen oder so. Also die waren immer sehr streiktwürdig. Ja, das auch da. Also die ganze Geschichte mit Sabena, Konkurs und, da hat bestimmt auch irgendjemand von denen mal Bücher drüber geschrieben, dass also man munkelt, am Ende war noch Geld übrig, also Also sie hätte gar nicht Konkurs anmelden müssen oder so.

Und dann war aber natürlich der Drops gelutscht. Dann waren alle Verträge aufgelöst. Die waren auch dann, damals war es noch eine 50% Tochter oder 49% Tochter. Und die wurde dann, während wir da waren, komplett übernommen. Also ich sage mal so, die meisten dort waren froh, dass wir da waren. Wir waren im Endeffekt mit 20, 25 Leuten, Erste Offiziere und Offizierinnen da. Und ja.

Die meisten waren glücklich darüber. Es gab aber natürlich so ein, zwei Charaktere, die sich sagten, oh, das ist dieser Feind, der uns übernommen hat und mit dem wir nichts zu tun haben. Mit dem bist du dann auch sehr schnell nicht mehr geflogen. Oh, okay. Hat dann die Atmosphäre ein bisschen versaut im Cockpit.

Ja, okay, verstehe. Ich weiß, dass Sabena, ich weiß nicht, wie Brüssel's Irland jetzt ist, aber ich weiß, dass Sabena hatte traditionell ein sehr, sehr starkes Streckennetz runter nach Afrika. Da weiß ich, da waren die sehr verbreitet und ich finde, dem Brüssel-Flughafen sowieso spannend, weil ja aufgrund der EU-Zentrale sozusagen stehen da ja Flugzeuge rum von so, ich sag mal, die ganze Staats-Airline von aller möglichen Herren Länder.

Das sind denn auch teilweise so eine alte 727 100 oder irgendwas, die da noch an Gedackel kommt und da auf dem Flughafen rumsteht und so. Das ist schon teilweise echt spannend, was da herkommt, muss ich sagen. Ja, genau. Also was du auch öfters hattest, ist wirklich, dass da irgendwie eine Galaxy stand und mit einer amerikanischen 747 darunter kam, also ob das dann immer der Präsident war, ich glaube nicht, aber irgendwelche, hohen Staatsgäste hast du halt in Brüssel immer rumlaufen gehabt und das war schon nett und die Airline, das ist halt eine Kurzstrecken-Operation mit etwas mehr touristischem Einschlag als dann später, das heißt, die Streckenlängen sind ein bisschen länger, was sie halt cool hatten,

die haben immer so ein paar Special-Liveries, du hast ja in der letzten Folge von der Maus, oder in einer der letzten Folgen, wenn das ja gesendet wird, habe ich ja über den Mausflieger geredet. Den finde ich übrigens auch total geil. Diese Sendung, das war so in meinem, als ich Theorielehrer gemacht habe, habe ich die Sendung mal so ungefähr einen Stunde Ausschnitt aus dieser Sendung einfach mal laufen lassen.

Weil die ja wirklich, dann sieht man mal, ja, das ist deine Flugzeughülle, dieses anderthalb Millimeter Blech. Das ist die Flugzeughülle, die Druckkabine, die dafür sorgt, dass du nicht, Minus 50 Grad und sehr wenig Luft zum Atmen hast. Und dass diese Hülle sogar noch extra dünn gemacht wird an den Stellen, wo keine Verbindungen dran sind. Das ist schon sehr spannend.

Ja, genau. Nee, und die Brussels, die hat halt einige sehr coole Special Liverys damals gehabt. Also, und die haben so heute auch wieder oder noch teilweise, das war immer geil, wenn du damit irgendwo angekommen bist, also da gibt es den Red Devils Flieger zum Beispiel oder heute ist es, heute heißt der anders, heute haben sie den umlackiert, also die Nationalmannschaft der Männer ist bei denen, das sind die Roden Däuvel, die Red Devils halt und heute haben sie, glaube ich, die Frauennationalmannschaft auch mit drauf. Ich habe den Link geschickt.

Das habe ich dir geschickt. Die sehen ganz geil aus. Oder halt von dem Hergé, die Tintin Comics, also Tim und Struppi quasi. Da haben die einen wirklich angemalt wie dieses U-Boot mit dem die nach dem Schatz von Rackham suchen. Das Problem, was sie damals dann aufgebaut haben, war, sie hatten einen Lack gekauft, der mit den Docking Guidance Systems nicht zurecht kam.

Das heißt, sie haben das Radon dann nochmal umlackiert und dann, wenn du es genau hingeguckt hast, hast du gesehen, das ist in so einem leicht dunkleren Blau als der Rest des Fliegers. Also es sah dann ein bisschen scheiße aus, aber die Flieger sind geil. Oder der Tomorrowland-Flieger, wenn man auf diese Festivals steht.

Tomorrowland? Was ist das? Das ist ein Festival elektronischer Musik. Ich glaube, das ist das größte in Europa, das halt stattfindet. Und da fliegen die dann auch immer Partyflieger hin und dann fliegt ein 3.30er, fliegt dann mit DJ an Bord, Gäste dahin und so. Also wir machen ein paar coole Sachen. Ja, cool. Guck mal, sieh mal mal. Was für Dinge ich schon wieder nicht weiß hier. Das ist ja ein Skandal.

Ja, aber dafür machen wir es doch. Ja, genau, genau. Geil, genau, genau. Und wie lange warst du da? Bei Brussels war ich zwei Jahre, habe nebenbei noch einen Master gemacht oder ein MBA gemacht. Im Fernstudium. Sag mal, du hast auch den 36-Stunden-Tag erfunden, oder? Ja, damals ging das irgendwie. Also du bist halt, Brussels hat halt so eine Operation, du bist nicht, es ist nicht ganz so ein dichter Tag wie in der Aviation hier mit den ganzen Kurzstrecken Frankfurt-Berlin, Frankfurt-Stuttgart, ja, das hast du alles nicht.

Also die kürzesten Strecken sind so Brüssel-Paris oder Brüssel-London. Und im Ausnahmefall hast du die mal zweimal am Tag hin und her geflogen, also vier Legs und das war dann das Maximum. Okay. So, und auf längeren Legs hast du halt auch mal ein bisschen Zeit, in so ein Studienskript reinzugucken, wenn du dich ein bisschen an den Job gewöhnt hast und die Flughäfen kennst.

Nee, und dann, ja, dann habe ich meinen Wirtschaftsingenieur quasi noch gemacht. Und dann haben sie uns im April 2017, da war dann so abzusehen, dass eine andere Anstellung in Sichtweite ist, weil sich ein Tarifkonflikt am Lösen war. Und dann habe ich gesagt, okay, dann verlängere ich jetzt nicht den Vertrag bei der Brussels. Die hätten uns noch bis November behalten.

Das haben auch viele gemacht. Aber ich habe gesagt, nee, komm, dann guckst du jetzt noch einmal, was du mit diesem MBA in der freien Welt machen kannst. Und dann habe ich ein paar Monate in der IT bei einem Energieunternehmen gearbeitet. Ah, mutig. Aber auch lustig, muss man auch mal machen. Ja, ich habe halt gesagt, Fliegen mache ich jetzt wahrscheinlich mein ganzes Leben.

Da gehe ich von aus. Aber ich will zumindest wissen, dass ein Bürojob wirklich nicht das Wahre ist. Also, was heißt das? Du weißt, was ich meine. Dass ich das Fliegen doch lieber mache, als am Boden im Büro zu sitzen. Also, einmal nochmal die Realität kennenlernen, meinst du? Genau. Aber das vielleicht nochmal ganz kurz einen Bogen machen zu dieser ILST, zu diesen Lehrgängen.

Warum, also wofür sind die designt worden? Was ist der Hintergrund, dass man, ich meine, du bildest da Ingenieure aus, die am Ende aber nur dusselig Kutscher sind und im Flugzeug fliegen, könnte man sagen. Oder haben die eigentlich einen anderen Zweck? Also das ist grundsätzlich nicht ganz falsch, aber du hast ja viele Cockpit-Kolleginnen und Kollegen wahrscheinlich kennengelernt, die auch studiert haben.

Wir haben ja Maschinenbauer, Physiker, Juristen. Ich habe jetzt gerade einen, der hat während Corona Betriebspsychologie studiert hier. Und es ist hilfreich, also sowohl für die ganzen kleinen Nebenjobs, der war ja ewig technischer Pilotraum 320, der hat, glaube ich, im ILST studiert und es gibt da doch einige, die bei uns rumlaufen, die ILST studiert haben mit Nebenfunktionen, die zwischendurch nochmal am EFB-Projekt arbeiten, die in der IT irgendwas mitschmeißen, weil du beide Welten so ein bisschen kennst, eventuell auch mal ein Praktikum gemacht hast.

Ein Kollege hat in der Patentabteilung als Ingenieur, jetzt nicht bei einer Airlines, sondern in einer anderen Patentabteilung dann später gearbeitet in der Wartezeit. Das sind halt Erfahrungen, die ganz gut sind. Ob es wirklich sich rechnet oder nicht, ob es den Firmen was bringt, weiß ich nicht, aber den Leuten bringt es auf jeden Fall was.

Also ich fand es cool, dass es das Angebot gab. Ich würde es nicht anders machen heute, wenn ich die Wahl nochmal hätte. Von daher, ja, da kommt es halt in vieles rein. Ja, genau. Es gibt es ja aber auch umgekehrt, dass von diesen Studien Leute, ich sage mal, beim Flugzeugbau landen. Oder? Wäre theoretisch auch möglich, oder?

Das gibt es theoretisch auch, fällt mir jetzt kein persönliches Beispiel ein, wobei ein Kollege ist tatsächlich nicht zurückgekommen zur Fliegerei, sondern der ist dann bei der Solar Impulse zum Beispiel im Bodenteam mitgearbeitet. Kennst du die? Der Solarflieger, der einmal um die Welt geflogen ist?

Und da hat der halt im Bodenteam, saß der als Ingenieur und hat da mitgearbeitet und was der heute macht, Julian, ich weiß es nicht das musst du mir mal wieder erzählen, aber ähm, Ja, also da gibt es coole Karrieren. Ein Kollege hat seine Lizenz verloren, der ist in der IT jetzt ziemlich dick dabei. Du hast halt dein zweites Standbein dann im Endeffekt. Also es gibt da großartige, schon ganz coole Karrieren, die da rausfallen.

Ja, das meine ich damit. Also ich will das überhaupt nicht irgendwie anders als nutzlos oder irgendwie sowas anstellen, wenn die Leute da sowieso dann nur, wie ich ja gerne mal sage, Kutscher da sind. Das sage ich ja gar nicht selber, das sagen ja immer andere Leute, benennen das die Titeln das ja immer so.

Nee, aber das ist ganz klar, dass wenn du da andere Sachen machst und sagst, dass du nebenbei nur Bauingenieur bist, damit du weißt, wie du später deine eigene Hütte selber bauen kannst oder irgendwas, was banal ist. Aber ich gebe dir recht, in der Firma, bei uns, da gibt es ja immer wieder Referentenjobs, wie gesagt, technische Piloten, alles Mögliche, die sehr stark basieren auf solche Karrieren, die ganz anders angefangen haben und Leute, die irgendwas nebenbei machen und nebenbei halt aber auch Ahnung haben, wie das im Cockpit irgendwie ausgeht.

Also gut, also dann, das hat sich gelohnt, du hast zwei Monate noch in der IT gearbeitet sozusagen und dann bist du zur großen Mutter gewechselt, kann ich das so sagen? Dann ging es zur Mama im Januar 2018, genau. Ja, und dann ging es, seitdem ist die Zeit sehr schnell vergangen, also anderthalb Jahre Kurzstrecke.

Es gab damals ein finanzielles Incentive, auf die Langstrecke zu wechseln. Ich weiß nicht, ob du dich erinnerst. Nein. Und da ich einer der ersten, ja, also auf der Kurzstrecke hast du deutlich schlechter verdient eine Zeit lang. Das wurde jetzt mit dem letzten Tarifabschluss korrigiert, aber es gab da diesen Begriff B-Scale, nannte sich das und, Also bei dem Tarifabschluss, der ermöglicht hat, dass wir eingestellt wurden, wurde halt gesagt, ja, aber solange ich auf Kurzstrecke seid, verdient ihr erstmal nicht so viel.

Ach, okay. Da war es wirklich so, auf die Langstrecke zu wechseln, war sehr, sehr wichtig, sehr gut. Und sonst hätte ich vielleicht noch ein bisschen länger Kurzstrecke gemacht, aber im Endeffekt bin ich glücklich auf der Langstrecke. Ja, okay. Deswegen dann halt schon nach anderthalb Jahren direkt auf den 330, 340 gewechselt.

Ja, sehr schön. Okay, der hat ja auch ein tolles Schrecknetz. Also von Frankfurt aus ist das ja die ganze, kann man ja wirklich sagen, die ganze Welt, ne? Ja, genau. Also es wird jetzt gerade tendenziell weniger. Du kennst die Flieger ja von früher. Sie werden jetzt langsam, gehen sie in den Ruhestand, aber noch ist es angenehm und irgendwann in den nächsten zwei Jahren wird die Umschulung kommen und dann wird es vermutlich auf dem Dreamliner weitergehen und so Gott will und die FAA und der irgendwann kommt dann auf der 777X und dann haben wir wieder das größte Strecken jetzt in Frankfurt.

Ja, aber bis dahin sitzt du vielleicht hoffentlich auch nochmal woanders, oder? Nee, nee, nee, nee, nee, nee. Also meins auf dem linken Sitz? Ja, genau. Quasi mit vier Streifen? Nein, das passiert nicht. Nee, nee, da bin ich sehr weit von weg. Okay, und wie lange bist du denn jetzt? Ja, 2018, okay, das sind ja...

Sieben Jahre. Ja, sieben Jahre, gut. Und wenn ich so an Olli denke, wie lange der gebraucht hat, dann kann man sich das ja vielleicht dann so ausrechnen, ne? Also ja, also mein SFO ist schon deutlich länger dabei. Ich bin noch nicht mal SFO, ne? Also ich bin schneidiger Erster Offizier hier, junger Erster Offizier und, Also es ist, die Karriereoptionen sind hier eher, man sitzt ja auf dem rechten Sitz und lässt es sich gut gehen.

Ich meine, du wolltest ja von den Just Co-Pilots auch mitsprechen, glaube ich, mit Mischka und Moody. Hast du das schon gemacht oder kommt das noch? Nee, das habe ich schon gemacht, aber ab Minute 30 ist eine Spur abgeraucht. Genau, das heißt, wir werden diese Aufnahme nochmal nachholen oder zumindest die letzte halbe Stunde uns dann nochmal irgendwie anhören.

Die haben auch eine interessante Karriere in dem Sinne, weil sie halt auch so relativ spät angefangen haben, sozusagen. Genau, die haben halt spät, also die sind ja so alt wie ich und sind jetzt seit einem oder zwei Jahren im Prinzip erst auf der Liste und hinter denen ist gar keiner quasi. Ich habe ja das Glück, ich war so da der Erste und ich habe noch zumindest 900 Leute hinter mir, aber halt auch noch 4.400 vor mir und solange nichts nachrückt und du nicht wächst, wirst du nicht auf den linken Sitz rutschen.

Also für unsere Hörer, sozusagen Hörerinnen, das heißt dein, wenn du unbedingt, und das ist ja für viele Leute aber auch sehr wichtig, dass sie auf dem linken Sitz sitzen, also das ist auch so das Karriereziel, was über allen Dingen steht, so ein bisschen. Das ist Geschmackssache, ich will es ja gar nicht irgendwie bewerten.

Da wäre der Weg nur halt wieder raus aus der Mutter in irgendeinen der anderen Gruppestandteile oder irgendwie so. Und das wird ungern gemacht bei vielen, weil man da viel mit aufgibt sozusagen. Ja, also ich glaube, wir haben halt auch in den letzten Jahren gesehen, wie schnell so eine Tochter dann geschlossen wird, abgebaut wird und dann stehst du wieder da und musst dich wieder um deine Karriere sorgen und kümmern.

Ich habe auch zwei Kids jetzt zu Hause. Ich muss mich da nicht stressen. Ja, verstehe. Ich würde sehr gerne Kapitän werden, ich habe da, aber es ist mir nicht so wichtig, dass ich sage, dafür schmeiße ich jetzt mein Leben um und nehme halt dieses doch sehr große Risiko in Kauf, dass dann Standortwechsel, und was nicht sonst noch alles daran hängt.

Das wäre natürlich für mich geil, also Düsseldorf ist 10 Kilometer bis sie da bei der Autobahn da. Ich hatte für eine längere Zeit einen Nachbarn, der da jetzt dann ins Upgrade gegangen ist und der ist halt, der fährt maus dahin und ist nachmittags zu Hause und hat seinen zwei Lecks geflogen. Das ist halt, ist eine andere Fliegerei, aber familientauglicher.

Ja klar, logisch. Aber so mit zwei Kindern, der 36-Stunden-Tag ist ja zusammengeschrumpft? Ja, so auf eine. Okay. Also, du hast ja gesagt, ich habe einen kleinen Podcast, die Fliegergeschichten und daran arbeite ich in der Regel halt im Layover und mache hier die Aufnahmen, weil zu Hause, hätte ich die Zeit jetzt inzwischen vormittags, weil jetzt beide gut in der Kita etabliert sind, aber das, solange die klein sind, krabbeln, dann willst du ja in der Zeit, wo du zu Hause bist, auch so ein bisschen dann die Zeit mit denen genießen und die Frau auch mal entlasten, die ja sich sonst die 20 Tage, die du weg bist, um die kümmert.

Ja, genau, richtig. Alles gut. Okay, cool. Ja, sehr schön. Deswegen auch jetzt gerade in Houston und ja und, Wir haben jetzt so einen kleinen, wir haben trotzdem so einen kleinen Sendeplan. Meinen Standard-Sendeplan habe ich da so ein bisschen mal reingebracht. Ich dachte, ich könnte mit dir auch ein paar Fragen oder vielleicht auch ein paar andere Dinge irgendwie ganz kurz diskutieren.

Der ist jetzt nicht so großartig voll jetzt mit irgendwas, mit dem ich so mit einem anderen irgendwie, mit dem Standard-Team sozusagen so ein bisschen voll drucken würde, sondern mehr so normal, sag ich mal so. Aber nun ist heute Morgen oder also heute Morgen deutscher Zeit, gestern hier der Zeit in Houston.

Nee, genau. Wann ist es genau passiert? In Louisville. Es ist dann um fünf Ortszeit, also 17 Uhr Ortszeit bei denen, das heißt mitten in der Nacht in Deutschland. Genau, ist ein Unfall passiert, wo jetzt extrem viel rum spekuliert wird, weil dieser Unfall, der ist nämlich passiert am 4. November abends amerikanischer Zeit, genau in Louisville. MD-11 von UPS ist dort verunglückt, sehr dramatisch und ja, gruselige Bilder, Flammenmeer, Flugzeug ist nach dem Start kaum vom Boden weggekommen.

Man hat da schon gesehen, dass es schon während des Startlaufs Triebwerksprobleme gab, also mit Flammen, alles, was da so dramatisch dazugehört und es gibt die Videos davon, es gibt viele Spekulationen dazu. Wir erwähnen es jetzt mal, ich weiß nicht, können wir dazu irgendwas sagen? Ja. Ja, also du kannst wenig, ne?

Du siehst halt im Video, du siehst es vorher an der linken Fläche oder zumindest an der linken Engine. Wie auch immer es entstanden ist, du sagtest ja selber, es gibt jetzt das Gerücht, die Engine ist im Startlauf abgefallen. Das muss aber ja passiert sein nach der Startabbruchgeschwindigkeit, weil der Flieger versucht ja in die Luft zu kommen. Der versucht ja nicht den Start abzubrechen.

Ja, genau. Split-Second-Decision dann, also könnte es, also es gibt ja immer die Möglichkeit als Kapitän auch nach der Startabbruchgeschwindigkeit zu sagen, nein, aircraft not flyable oder uncontrollable, also ich kann den Flieger nicht sicher in die Luft bringen, ich breche trotzdem ab und knall dann nur mit 100 Knoten gegen eine Mauer anstatt mit 160.

Ja. Diese Entscheidung haben die nicht getroffen. Ja. Das ist aber auch eine Entscheidung, die, glaube ich, unheimlich schwer überhaupt zu treffen ist. Sondern sie haben den Start fortgeführt, hatten ja auch theoretisch zwei Triebwerke, hätten sie ja gehabt. Also irgendwas muss wirklich böse schief gelaufen sein, dass das nicht funktioniert hat.

Genau. Das ist ein Dreistrahler, das ist ein MD-11. Entschuldigung, habe ich jetzt nicht dabei gesagt. Ja, genau. So. Ja, ich weiß nicht. Also bist du die mal geflogen, die MD-11? Nein, nein, nein. Nein, ich bin da auch nicht mal mitgeflogen. Ich auch nicht, also bin auch kein Experte für die Karre. Ja, also die MD-11 hat generell, hat die ja so einen leichten negativen Ruf.

Also die DC-10, es ist ja der Nachfolger der DC-10. DC-10 war gebaut worden oder entwickelt worden Mitte der 70er. Dreimann-Cockpit noch mit Ingenieur. Da gab es am Anfang auch drei, nein nicht drei. Zwei, drei sozusagen dramatische Ereignisse, wo das dadurch, dass sie die Szene einen schlechten Ruf hatte, der aber dann praktisch, nachdem sie diese Anfangsereignisse auskorrigiert hat, einen hervorragenden Ruf hatte.

Also die Kollegen, die schwärmten immer von der D10 als solches, von der Cockpit zur Arbeit, dass sie super optimal dreimann technisch drauf abgearbeitet war. Also für dich so als Info, die Kollegen haben erzählt, du als FO im Falle eines Notfalls sozusagen, du wärst derjenige gewesen, du hättest den Flieger dann, du hättest dich nur um das Fliegen kümmern müssen.

Du bist geflogen, hast den Flieger auf Kurs, auf Höhe und alles gehalten, hast dich nur darum gekümmert, dass du irgendwo gegenfliegst und dass die Kiste fliegt, während der Alte und der FI gemeinsam das technische Problem Stück für Stück ganz entspannt abgerabelt haben. So war das Design nachher gedacht. Also das, dann wurde sie umgebaut auf Zweimann-Cockpit und dann gab es halt, haben sie sich auch in dem Sinne vergrößert und dann gab es halt so ein paar Stabilitätsschwierigkeiten in den Anflügen.

Es gab halt diverse Anflüge, wo es Bounce Landing gab und die Flieger dann also einen Landeunfall hatten. Und das war ein bisschen ungewöhnlich viel in der Statistik. In der Häufung, sodass denn die, ich weiß nicht, wer den als Passagierflieger nur betrieben hat. Swiss war mit dabei, ich finde, er war mit dabei und noch ein paar andere Gesellschaften, die haben sie.

Der hatte nur eine relativ, ich sage mal Anführungsstrichen, kurze Karriere als Passagierflieger und fliegt jetzt hauptsächlich Fracht, sozusagen. sagen. Genau, also ich habe gerade mal in die Statistik noch reingeguckt, weil mein, wir haben ja gestern Abend natürlich beim Burger noch kurz drüber geredet und der, Der Kollege sagte, dass sie fast ein Zehntel der Flotte verloren hätten insgesamt.

Das wäre ja quasi so Starfighter-Qualitäten. Statistik sagt, elf Halllosses. Also das wäre jetzt, wenn das einer ist, gestern der zwölfte von 200 ausgelieferten Fliegern. Also das ist schon eine harte Statistik. Also ist es, vor allem für Commercial Airlines, um dich mal auf die Spur zu bringen. Ich glaube, bei den Starfightern waren es 55 Prozent.

Ja, ja, da war es noch viel mehr. Aber da sitzen nicht so viele Menschen drin. Nee, genau, richtig. Also für die Militärluftfahrt gelten halt andere Regeln, aber für die Zivilluftfahrt ist das schon nicht so schön. Ja, genau. Also von diesen drei Hallosses war einer ganz bekannt, weil das war nämlich auch ein ähnlicher, da gibt es dramatische Bilder davon, ein ähnlicher Unfall in dem Sinne, ich weiß nicht, Das mag nichts, gar nichts damit zu tun haben, was wir gestern hier sozusagen, was da gestern passiert ist.

Aber das war, ich glaube, Olli hat das auch gesagt, der Flug American, wo steht das? American 191, bei dem eine DC-3 beim Start ein Triebwerk verloren hat, also richtig abgefallen ist in dem Sinne. Und das war, weil, also ich weiß nicht, ob das dieser Flug war, ob Olli darauf referiert. Da haben sie ein eigenes Verfahren entwickelt, um Triebwerke an- und abzubauen von der Tragfläche und zwar nicht in einem zweistufigen Verfahren, dass du zuerst das Triebwerk abbaust und dann den Pylon, an dem das Triebwerk dranhängt, sondern das Ganze gemeinsam, praktisch die einen Schritt dabei, Spaß sozusagen.

Und dabei gab es Aufhängungsschwierigkeiten, also Belastung, die einen so ein Bolzen stärker belastet hat, als es hätte sein müssen. Und deswegen gab es dann diesen Triebwerksverlust beim Start. Und das hat den Flieger auch ankontrollierbar gemacht, weil dann, lange Rede, kurzer Sinn, der eigentliche Triebwerksverlust, den hätten sie eigentlich überlebt, aber durch den Unfall wurden Hydraulik- und Luftdruckleitung beschädigt, sodass während des Startlaufs auf der einen Seite, wo das Triebwerk abgefallen ist, die Slads eingefahren sind.

Ja, dann kommst du nicht in Luft. Genau, und deswegen sieht man auch... Das war jetzt die DC3, ne? Das war die DC10. DC10, okay. DC10, genau. So, und das ist, also deswegen referiniere ich jetzt auf diesen Fall, weil das halt so, man denkt so, ist das ähnlich verlaufen oder irgendwie sowas. Muss gar nicht sein, kann irgendwas anderes sein. Hier gibt es so Spekulationen, dass das eine Triebwerk, keine Ahnung, wenn es ein Uncontained Engine Fire war, das ist auch so, wo das Triebwerk ja praktisch sich zerreißt oder irgendwas in der Art, dass es so viele Schrapnellstücke abgesendet hat, dass es das andere nebenan auch kaputt gemacht hat.

Wäre jetzt auch sehr Dings, aber solche Fälle gab es nicht. Aber es gibt Fälle, wo man das hätte nachher, es gab mal so einen Uncontained Engine Fair beim Triebwerks-Test. Und da sind Teile des einen Triebwerks in das andere rübergerauscht. Aua. Ja, okay. Ja, gut, theoretisch Dreistrahler. Das Hecktriebwerk, meinst du, jetzt könnt ihr dann einen mitkriegen, oder?

Nee, nicht das Hecktriebwerk, sondern das, ich weiß nicht, wir spekulieren ja nur. Also es kann schon das andere nebenan sein, weil wenn so eine Disk sich verabschiedet, so eine, von dem die Tripex-Schaufeln eingehängt sind, wenn die zerreißt, die fliegt hunderte Meter von weit und fliegt auch einmal quer durch den Fliegen da durch, drüber, zur anderen Seite, das schafft die.

Ah, ja, okay, ich verstehe. So, aber man sieht hier, man... Ich kenne die MD-11 nicht gut genug, ich weiß nicht, also wenn da ein Centertank oder so noch dazwischen ist, aber der klare am Contain, das kann die alles zerreißen oder nix. Ja, genau, richtig. Böse Lotterie. Ja, genau. Und wie gesagt, man hat da auf diesen Bildern sieht man auch ein Triebwerk, noch praktisch fast auf dem Flughafengelände sieht man ein Triebwerk rumliegen von dem Flieger.

Also da scheint wohl starker Hinweis zu sein, dass das passiert ist und ja, Ja, starke Verwüstung und dann sind die auch noch abgestürzt auf Fabrikgelände, wo die mit Brennstoffen hantiert haben. Also ist auch so die Geschichte. Also dass dann das Feuer am Boden schwer war zu löschen, weil alles, was am Boden befand, hat sich dann auch noch stark entzündet.

Und man sieht auf diesen ersten Videoaufnahmen, die es amerikanische Fernsehen rausgegeben hat, sieht man dann auch, wie die Feuerwehr versucht, Tanks zu löschen oder zu kühlen zumindest, weil die extrem dicht, also riesige Gastanks, sieht das praktisch aus, die auf dem Trümmer niedergegangen sind von dem Flieger.

Also wir beschreiben nur das, was wir sehen. Wissen tun wir gar nichts, kann man sagen. Nee, Wissen tun wir nichts. Das ist die Spekulation. Ja, genau. Aber das ist halt so, weil wir die Aufnahme machen am 5. November, muss man da ganz kurz darüber reden. Muss man, ja. Es geht nicht anders. Es geht nicht anders. Und diese Podcast-Aufnahme wird vielleicht auch erst in zwei Wochen rausgebracht, von meiner Planung her.

Bis dahin wissen wir bestimmt mehr. Bisschen mehr und vielleicht geben uns alle recht mittlerweile. Die haben gesagt, warum haben wir nicht die gleich am Anfang befragt? Die haben doch alles schon beschrieben. Ja, ich zweifle, also so gut bin ich in der Accident-Analyse, deswegen. Aber ja, schauen wir mal. Gab es eigentlich bei der, wir sind ja auch bei, CFW Follows Up, was ist denn mit der Cargo in Hongkong?

Haben wir da eigentlich was rausgefunden inzwischen, was die von der Bahn gebracht hat? Mit den Jumbo? Der Jumbo, der da nach Norden ins Wasser quasi gewollt ist. Da gab es auch noch keine offizielle Version, ne? Ich nicht. Ich habe jetzt aber auch kein Deep Dive da reingemacht. Aber ich habe auch nichts anderes gehört. Man könnte ja höchstens Aviation Herald nebenbei mal aufschlagen, ob es da irgendwie ein Update gibt.

Ich weiß nicht, es gab mittlerweile schöne Bilder, schöne Anführungsstrichen, also Bilder, wie man den Flieger aus dem Wasser gehoben hat. Also das sah so aus, als wenn er nochmal richtig seinen letzten Flug antritt. Aber was Neues ist da, glaube ich, nicht rausgekommen. Ich bin ja gerade bei Aviation Herald und der letzte Eintrag ist vom 20.

Oktober. Also da gab es keinen Update in dem Sinne. Naja gut, das wird CDR-Readout, also Cockpit Voice Recorder, wird da wahrscheinlich viel klären können. Und ja, schauen wir mal. Ne, genau. Rausfinden. Ne, da gibt es nichts Neues. Ja, ich habe, wie gesagt, einen kurzen Sendeplan nur gemacht. Es sei denn, du hättest jetzt noch spontan irgendwelche Gedanken, aber wir haben hier zwei Fragen.

Ne, habe ich, genau. Und die finde ich eigentlich gar nicht so schlecht, da kann man noch ein bisschen drüber plaudern. Ja, soll ich mal die erste vorlesen? Okay, gerne. Nee, mach ruhig gerne. Von Daniel stammte die Frage, moin Steffen, ich höre euch auch schon seit der ersten Folge, das tue ich übrigens nicht, ich kenne nicht alle, ich weiß nicht alles, was du schon besprochen hast.

Es sind über 200 Folgen, vergiss es, mach das nicht. Das ist schwierig nachzuhören. Also ich höre euch auch schon seit der ersten Folge und finde den Podcast wirklich top. Da wir jetzt schon mehrmals mit unserem Kind, Klammer auf, unter zwei Jahre, Klammer zu, geflogen sind, hätte ich eine Frage zum Startabbruch.

Ich hatte noch nie einen. Die kleinen Kinder müssen ja immer mit dem Loop-Belt angegurtet werden, was im Internet sehr umstritten ist. Trotzdem habe ich noch nie jemanden im Flugzeug gesehen, der ihn nicht nutzt, da alle Alternativen super aufwendig oder super teuer sind. Meine Fragen. Ist die Bremsung im Falle eines Startabbruchs nahe V1 so stark, dass man bzw.

Das Kind gegen den Vordersitz gedrückt wird? Und Frage 2. Kommt im Falle eines Startabbruchs eine Durchsage oder bleibt dazu zu wenig Zeit? Dann könnte man ja gegebenenfalls versuchen, das Kind irgendwie festzuhalten oder zu schützen. Danke und viele Grüße, Daniel. Jetzt habe ich jetzt mal eine Frage an dich.

Ja. Hast du denn schon mal einen Startabbruch erlebt? Nicht live. Im Simulator machen wir es ja tausendmal. Live habe ich es nicht erlebt. Du hast live einen erlebt. Was hast du als, welche Seite, welche Funktion? Passagier, Platz 35 oder irgendwas, Reihe, Ort Kennedy, Flugzeugtyp 707. Ich war zwölf Jahre alt.

Okay. Wurdest du gegen den Vordersitz gedrückt? Ähm, nein. Ich muss überlegen, wo saß ich? Ich hatte, glaube ich, tatsächlich so eine kleine Wand vor mir, die, ähm, ähm, also irgendwie so hinter so einem, wie so ein, hier so ein Galleyblock oder hinter so einem Toilettenblock oder irgendwie saß ich, ne, eine kleine Wand vor mir und ich kann mich erinnern, dass auf einmal wurde gebremst und ich rutschte im Sitz nach vorne und ich habe mich mit dem Fuß vorne abgelübt, Ein bisschen mit festgehalten, sozusagen, damit ich nicht so sehr in meinen Gurt da irgendwie reingedrückt wurde.

Ich empfand es aber jetzt nicht dramatisch oder irgendwas, dass ich irgendwas mehr irgendwie hätte machen müssen. Das war einfach so eine Reaktion, ne? Gab es irgendwie eine Speed oder so? Hast du das rausfinden können? Wahrscheinlich nicht mit zwölf Jahren, ne? Also war dir schon sehr weit die Startbahn runter oder war es noch im Low-Speed-Bereich?

Wir waren, glaube ich, relativ hoch. Ich kann mich auch nur auf die Ansagen irgendwie referieren, was damals gewesen ist. Soweit ich das Erinnerung habe, wie gesagt, zwölf Jahre, also Tacken her. Die Ansage war, wir hatten einen Vogelschlag und wir haben aus Vorsichtsgründen den Start abgebrochen. Wir sind zurückgerollt zum Gate, sind auch alle wieder ausgestiegen.

Es wurde das Frielberg untersucht. Es war alles wohl in Ordnung und wir sind zwei Stunden später wieder eingestiegen und losgeflogen. Fühlt man sich komisch, ne? Also das ist immer, ich höre das oft von Fluggästen, dass sie sagen, ja, wenn am Flieger schon irgendwas kaputt war und dann inspiziert wird und man dann einsteigen soll, weil alles wieder in Ordnung ist, da fühlt man sich komisch.

Ich fühle mich da nicht komisch. Ich weiß ja, was los ist. Ich fliege ja den Flieger, sonst würde ich den nicht annehmen, ne? Also ich fand das, wie gesagt, da war ich zwölf Jahre alt. Ich fand das irgendwie spannend, ey, und super, ne? Irgendwas, ne? Solche Gedanken habe ich noch gar nicht gemacht. Okay, gut. Genau, also du sagst, die Bremsung ist jetzt nicht so mega stark.

Ich habe so ein klein bisschen nachgeforscht, keine Primärquelle gefunden, aber angeblich steht wohl im 320 Maintenance Manual, dass die Autobreak beim Take-off-Abbruch auf 10 Meter pro Sekunde pro Sekunde, also im Prinzip 1G, zielt. Also du würdest mit genau deinem Körpergewicht nach vorne in den Gurt gedrückt.

Das kommt natürlich überraschend in dem Moment. Oder was meinst du? Ja, das ist ja, was bedeutet das für, ich bin mir nicht sicher, ob du wirklich ein Geh schaffst. Nur durch Bremsung. Weil du das Gewicht, was du auf die Bremsen schaffst, die Reibungskraft, alles was das aufnehmen kann, dass da wirklich ein Geh dabei rauskommt.

Das kann ich mir irgendwie, ja, die Aim dafür, aber schaffst du das auch? Ich weiß, dass ein Flugzeug besser abbremsen kann als ein Flugzeug. Das ist reine Physik jetzt. Ich frage jetzt den Ingenieur. Ja, ich würde sagen, wenn die Autobahn darauf abzielt, dann wird das Flugzeug wahrscheinlich auch so ausgelegt sein, dass sie das auf trockener Bahn schafft.

Ja. Also, weil das kriegst du hin, irgendwie mit Reifen, mit deinem tollen, ja, wie heißt es denn? Ich weiß noch. Ja, Antiskitz-System und so. Also, ich kann mir schon vorstellen, dass es da hinkommt. Und die Bremsung ist aber eben auch so ausgelegt, dass es beim Startabbruch in der Regel keine Verletzten gibt.

Also, dass da niemand voll mit dem Kopf in eine Metallstange knallt, jetzt mal doof gesagt, sondern dass man das halten kann. Und wie sich das jetzt auf ein Kleinkind unter zwei Jahren auswirkt, das ist ja das Problem. Der Kopf ist deutlich schwerer im Vergleich zum Körper, gut im Ausgleich hat es stärkere Nackenmuskeln, spätestens wenn es auf dem Bauch liegt und den Kopf auch heben kann.

Kann ich dir nicht sagen, habe ich aber zumindest auch noch nicht gehört, dass da Verletzungen aufgetreten sind. Egal ob mit Loop-Belt oder ohne Loop-Belt. Loop-Belt ist ja so eine europäische Sache. In Kanada bin ich mal mit meinem Blüten geflogen und da haben wir nachgefragt und die sagten, der kriegt keinen Gurt, den haltet ihr fest. Okay.

Also ich muss mal ganz kurz, ob das Bremsen noch zurückkommen. Ich habe mir sagen lassen, dass ein Flugzeug nicht stärker abbremsen kann als ein Auto. Im Gegenteil, dass es sogar noch weniger stark abbremst. Es hat zwar Schubumkehr, aber so doll bringt die auch nicht was. Und ein Flugzeug hat das Problem, dass es noch Auftriebsflächen hat.

Das heißt, es kann nicht die ganze, es hat zwar Spoiler, aber so ein bisschen Auftrieb erzeugt es immer noch, sodass es am Anfang nicht das ganze Gewicht runterbringt kann auf die Reifen und dadurch die Verzügungskräfte nicht so übertragen kann wie ein Auto sozusagen. Weil ein Auto auch noch vom aerodynamischen Sein, also ich rede jetzt nicht vom Formel-1-Wagen, da kann er sogar die Wand hoch und an der Decke fahren von seinen Abtriebskräften, die er erzeugt. Ja, ist ja wahr.

Aber ein Auto ist ja noch so ein bisschen so designt, dass es vielleicht auch durch Verhältnisse ein bisschen Anpressdruck hinkriegt, also sportliche Wagen zumindest. Ein Auto kannst du stärker bremsen als ein Flugzeug. Also wurde mir immer so erzählt. Bitte, wir behaupten das mal im Internet und irgendeiner wird uns widersprechen. Ja, genau, richtig.

Kann ich mir gut vorstellen, weil eben die Flieger sind ja darauf ausgelegt, dass in dem Beckengurt sollen die Leute einen Startabbruch überleben und, Dafür ist es halt gebaut. Und deswegen bauen wir Startbahnen, die mindestens zwei Kilometer lang sind in der Länge. Ja. Oder vier. Oder was auch immer wir gerade bauen. Ja.

Er hat mit dem Loopbelt... Zweite... Ja, erzähl, warte. Entschuldigung. Nee, mit dem Loopbelt. Ja, ne, mach den Loopbelt. Ich wollte jetzt die zweite Frage nehmen, aber nehm erst die Loopbelt. Ja, Loopbelt, ich glaube, dass die Amerikaner den nicht nehmen, ist auch so, das ist wieder so ein Haftungstrallala-Ding irgendwas, wenn du mich fragst. Also diese Loot-Belt, er hat ja gesagt, die haben einen schlechten Ruf.

Haben sie auch, weil sie halt, du hast dein Kind als Knautschzone vor dir und es kann sich auch nicht wegbewegen oder irgendwas, aber es kann auch nicht durch die Luft irgendwo hingeschleudert werden. Das ist der andere Vorteil irgendwie von der Seite her. Oder auch im Falle von Turbulenz, dass es nicht an die Decke geschleudert wird und irgendwas.

Deswegen sollst du dein Kind auch an dich schnallen, wenn du Turbulenz hast in dem Sinne. Dass die Amerikaner oder Kanadier es nicht benutzen, Das hat, glaube ich, weniger Gründe, dass sie unsicher sind, sondern auch so dieses ganze Kleingedruckte, was im Transportationsvertrag da irgendwie mit drin steht.

Durchaus möglich. Also habe ich mich jetzt nicht tief reingefuchst. Ich weiß halt, wir verwenden ihn in Europa und die Amis verwenden ihn nicht. Aber es scheint zu funktionieren. Beide Systeme laufen parallel, ohne dass ich eins durchsetze. Das spricht immer dafür. Keins ist wirklich extrem viel besser.

Ja, okay. Du und den zweiten Teil der Frage, der wolltest du doch... Genau, das war ja, kommt im Fall des Startabbruchs eine Durchsage oder bleibt dazu zu wenig Zeit? Ganz klar, da kommt keine Durchsage. Also wir reden hier ja vom Startlauf, der vielleicht mal 20, 25 Sekunden dauert und du willst dann innerhalb von Bruchteilen von Sekunden eventuell während des Beschleunigens den Start abbrechen.

Da kommt keine Durchsage. Da haben wir andere Sachen zu tun im Cockpit. Ja, genau. Das merkt man auch daran, dass wenn du, musst du mal die Zeit stoppen, wenn du einen richtig schweren Flieger hast, der lange braucht, denn du bist schon eher 40 Sekunden auf der Bahn. Wobei natürlich die V1 schon nach, wie du schon sagst, nach 25 Minuten oder irgendwas erreicht wird.

Danach geht es sowieso nur noch geradeaus und in die Luft nicht mehr, damit kein Startup mehr erfolgen in der Art. Ich finde, da sind aber noch so andere Sachen drin, die man beantworten kann. Und zwar, er hat doch geschrieben, trotzdem habe ich noch nie jemanden im Flugzeug gesehen, der ihn nicht nutzt, da alle Alternativen super aufwendig oder super teuer sind. Was macht er denn damit?

Ja, du kannst ja einen Kindersitz mitschleppen. Es gibt ja zertifizierte Kindersitze für Flugzeuge. Es ist halt, wie er sagt, es ist aufwendig, teuer und wie oft brauchst du das Ding. Und dann hast du ein Kind und also es ist ja so ein unter zweijähriges Kind, ich weiß noch, der kuschelt ganz gerne. Den dann im Flieger in unvertrauter Umgebung, dann musst du den im Kindersitz anschnallen und dann dauert es ja noch Minuten und Minuten, dann rollst du erstmal vom Gate los, dann rollst du zur Startbahn und der soll die ganze Zeit in dem Sitz ruhig hocken am besten, ohne den ganzen Flieger zusammen zu schreien, ähm ja, ist auch ein bisschen spannend, ab zwei Jahren müssen sie ja sowieso auf ihrem Sitz sitzen das ist auch immer eine Freude ja.

Mit dem zertifizierten Kindersitz, ich glaube, da hat sich ja auch schon vor längerer Zeit was geändert. Früher war das, gebe ich dir recht, das waren spezielle zertifizierte Kindersitze und die waren wirklich teuer. Aber ich glaube, mittlerweile kannst du, sobald er irgendeinen besonderen Sticker drauf hat, dass ich bin zugelassen für, keine Ahnung, Auto und irgendwas, kannst du den, da muss ein so ein Sticker drauf sein von der International Auto Association oder irgendwas, kannst du diesen Sitz auch im Flugzeug mitverwenden und benutzen.

Also es muss kein super teurer Auto. Kindersitz sein, aber was teuer ist, du brauchst natürlich einen Platz. Du brauchst einen Platz und du musst diesen Kindersitz halt mitschleppen. Also du musst ihn zum Flughafen schleppen, das heißt, da ist Platz, den du also gut, vielleicht fährst du ja mit dem Auto zum Flughafen.

Du musst ihn am Ziel, also wenn du wirklich in der idealen Welt ist, dann natürlich ein Kindersitz, den du dann mit dem Auto zum Flughafen fährst und im Flieger verwenden kannst und dann nachher am Ziel in deinen Mietwagen packst und dann ist alles gut. Aber nicht jeder Urlaub läuft ja so ab, nicht jeder Flug läuft so ab.

Aber es wäre theoretisch unmöglich. Du musst halt, manchmal ist es so, da hatten die Leute, ich kenne es ja von der Kurzstrecke, die ich so geflogen bin, da hatten die Leute ihren Sitz mit, ihren Autositz mit und wenn sie einen Platz neben sich frei hatten, dann wurde das irgendwie arrangiert, dann haben sie das Kind da reingesetzt.

Gut, wenn kein Platz frei war, dann hatten sie das Kind halt auf dem Schoß sozusagen. sagen. Oder wie gesagt, du buchst halt extra einen Platz für dich mit, für dein Kind. Und ich frage mich, warum nicht? Ich meine, die Leute buchen Plätze für ihr Cello, um das mitzunehmen, in der Kabine. Es ist natürlich aber, es kostet alles Geld. Urlaub mit Kindern ist teuer.

Ja, so ist es. Genau. Also ja, es gibt, ich gucke halt mal so nebenbei noch ein Buch. Es gibt halt dann so eine Kennzeichnung, mehr als diese Kennzeichnung überprüfen, macht die allein dann auch nicht. Die guckt da drauf und sagt. Alles klar. Alles andere machst du. So eine durchschnittliche Flugbegleiterin oder Flugbegleiter fragst, der möglicherweise selber auch Kinder hat, der sagt, ist mir scheißegal.

Jeder Sitz ist besser, wenn du da in dem Sitz angeschnallt bist, als der sogenannte Loop-Belt. Und da, glaube ich, gibt dir jeder recht, wenn du das machen kannst. Ja, grundsätzlich, also sicherheitstechnisch auf jeden Fall, aber auch mit den Loophels und auch mit auf dem Schoß verletzen ja sich nicht alle naselang Kleinkinder.

Ja, ja, das ist klar, genau. Im Unfallfall, ja, okay, gut, haben wir auch, glaube ich, das Thema. Genau, genau. Nee, nee, nee, ich wollte noch eine Sache machen. Ich glaube, er geht... Eine hast du noch. Ja, und zwar ein paar... Ich finde das tolle hier bei so einem Podcast. Da kannst du ja jede Frage, die kannst du ja aufbröseln in unendliche kleine Fäden und weiter aufschnückeln und sich daraus Gedanken denken.

Er redet ja hier von seinem, von dem Fall hier nur davon, dass, von dem Startabbruch. Aber wofür ist dieser eigentliche Gurt auch da? Ich meine, der ist ja nicht nur für den Startabbruch da. Der wäre auch natürlich für eine Notlandung, für eine Außenlandung da. Also was auch immer so passieren kann, ja.

Turbulenz habe ich schon erwähnt. Und gerade für Turbulenz, dann ist das Kind, also wie du schon sagst, dieser Faktor, das Kind neigt zum Kuscheln, es ist bei mir angelehnt. Ich halte es in der Turbulenz, es ist bei mir und es ist trotzdem aber angeschnallt. So dass ich, selbst wenn es mal wirklich stark hoch und runter geht, dass das Kind mir nicht abhaut sozusagen. Also das ist schon, also von der Seite her.

Dass nicht gegen die Decke haut oder sonst was, ja. Genau, deswegen sollte man erwähnen, dass das diese, der Anstaltzeit ist ja nicht nur für den Startabbruch, sondern das ist für alles andere, was da auch so im Flug auftreten kann und wofür diese Gurte halt da sind. Die Sitze selber sind mittlerweile auf wie viel G zugelassen, weißt du das?

Früher waren es glaube ich 9 G, sind es jetzt mittlerweile irgendwie 12 oder irgendwie sowas? Die Flugzeugsitze? Ja. Ja, da gab es ja gerade Probleme in der Zulassung von neuen Business- und First-Class-Sitzen mit der FAA. Es ist gesteigert worden. Es gibt halt auch durchaus das Argument, dass das Beschleunigungskräfte sind, die der Mensch in dem Sitz nicht aushält, aber wenigstens ist der Sitz noch fest in der Verankerung.

Also, die sind der Sitzheld. Ja, genau, der Sitzheld. Genau. Haben wir alles, wollen wir zur nächsten Frage weiter reiten, sozusagen? Ja. Soll ich die diesmal vorlesen? Weil ich finde, die geht so... Lies die mal vor. Ja, die geht so toll in deine Richtung, finde ich. Weil da bist du, glaube ich, ja, da bist du hoffentlich mehr dran.

Und zwar folgendes. Benjamin fragt. Hallo. Ich habe euren Podcast gefunden und direkt geliebt. Oh Gott. Jetzt lese ich mal ein eigenes Logik. Also vielen Dank, Benjamin. Das freut mich. Ich mache es ja auch gerne. Deswegen treibe ich ja so viel Herzblut so lange das schon. Also, ihr seid authentisch, lebensnah und besprecht jede Folge interessante Themen.

Vielen Dank für eure tolle Arbeit. Gern geschehen nur für euch. Alles fürs Chor, sage ich immer so. Bleibt so, wie ihr seid. Nun zu meiner Frage. Ich fliege, in Anführungsstrichen, sagt er, nur im Simulator am PC. Aber auch hier ergeben sich mitunter Situationen, die einem zu denken geben. Es begab sich auf einem SIM-Flug von Kamtschatka nach Japan, das in Flugfläche 380 im Airliner ein Gegenwind direkt von vorn mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 Knoten auftrat.

Man fliegt also mit einer angezeigten Indicated Airspeed von 420 und hat eine Groundspeed von ca. 280 Knoten. Natürlich kann man jetzt die Höhe wechseln. In meinem Fall nicht höher fliegen, weil das Flugzeug war eine CRJ 700. In meinem Fall waren aber auch in niedriger Höhe Icing Condition, was ja auch auf die Performance geht.

Hat man nicht genügend Fuel dabei, kann der Flugzeug ziemlich schnell vorbei sein. Oder fliegt man dann noch viel niedriger und nimmt eine Diversion im Kauf. Wie verhält man sich, also nochmal die Szene so zusammenfassen. Er fliegt da längs, hat eine Indicated Airspeed, hat er nicht. Er hat eine True Airspeed, würde ich sagen.

True Airspeed müsste das sein. Ja, genau. Von 420 Knoten. Also er fliegt durch die Luft mit 420 Knoten, hat eine Groundspeed von 280 Knoten. Also da hat er genau die 160 Knoten Gegenwind sozusagen. Und jetzt fragt er sich, wie komme ich damit auf einmal zurecht? Höher kann er nicht fliegen, auch wenn oben weniger Wind wäre, kann er in der Richtung nicht ausweichen. und runterfliegen kann er auch nicht so gut, weil er dann in den Wolken fliegen würde, in Icing Condition.

Und dann muss man halt Geräte anschalten, also sprich, wahrscheinlich Engine-NTIs und all das. Und das reduziert auch seine Performance, ich glaube, ein bisschen langsamer. Ich bin mir nicht so genau sicher, was da bei diesem Flugzeug so passiert. Oder noch niedriger, also ganz raus aus dem Wind, aber dafür sehr niedrig.

Aber dann muss der Fuel Flow. Genau. So, und jetzt, wie verhält man sich in so einem Fall im echten Flugzeug? Tritt man den Flug gar nicht an, weil die Planung die Wettergegebenheit kennt? Im SIM gibt es zwar Planungstools, die das Wetter eigentlich berücksichtigen, aber anscheinend klappt das nicht immer.

Gibt es vielleicht Procedures, wenn man so in eine Lage gerät? Vielen Dank für Ihre Mühe und immer Happy Landings, Benjamin. Ja, und jetzt habe ich hier jemanden, der noch aktiv sowas längst, also nicht unbedingt über Kamtschatka. Kamtschatka ist, glaube ich, sowieso berühmt für, das ist ja nördlich von Japan, da ganz viele Turbulenzen sind da immer gerne mal oder irgendwas oder irgendwie sehr viele Winde auf jeden Fall.

Und was machst du denn nun, Herr Kollege? Was mache ich nun? Also ich fange mal mit dem Teil an. Tritt man den Flug gar nicht an, weil die Planung die Wettergegebenheiten kennt. Im Endeffekt geht es da so ein bisschen erstmal in die Richtung. Also erstmal würdest du sagen, Flugplanung läuft ja und dann schlägst du deinen Contingency-Fuel drauf und das deckt eigentlich alles, was an unvorhergesehenen Wetterereignissen da ist, ab.

Also wenn du stärkeren Gegenwind hast, also sagen wir mal, wenn er jetzt hier wirklich 160 Knoten Gegenwind hat, dann müssen ja schon irgendwie 120 vorhergesagt sein, sonst stimmt was mit der Wettervorhersage nicht. Was ist denn Contingency Fuel? Entschuldigung, dass Sie nachhaken. Contingency Fuel ist, wir haben unser Trip, also wir bauen ja unser Fuel so auf, dass wir erstmal rechnen, was brauchen wir, um zum Ziel zu kommen.

Das ist das Trip Fuel und dann kommt noch unser Fuel zum Alternate und unser Final Reserve Fuel da drauf. Und das Contingency Fuel, das wird aufs Trip Fuel aufgeschlagen, kann unterschiedliche Werte annehmen. Einfach, also im einfachsten Fall sind das 5% zum Beispiel. Genau. Die sollen halt genau das abdecken, wenn du um ein Gewitter drum herum fliegen musst, wenn der Wind stärker ist als vermutet, wenn du eine Höhe nicht kriegst, dafür ist das Contingency Fuel gedacht erstmal.

Gibt es noch verschiedene Fälle, das kann man auch auf 3% reduzieren oder manchmal machst du da 20 Minuten draus, das hängt so ein bisschen vom Flug ab. So, jetzt sagen wir mal, das tritt alles plötzlich auf und alles ist nicht vorhergesehen und es ist halt so. Und dann im Endeffekt auch eine CRJ 700 hat glaube ich ein FMS drin.

Dann guckst du da rein, was das sagt und rechne es ein bisschen und guckst vielleicht mal in die Bücher. Und im Endeffekt, wenn du mit zu wenig Sprit am Ziel ankämpfst, dann divertest du. So einfach ist es. Ich habe mal jetzt, also unsere 340er, 330er, Anti-Eis ist bei uns jetzt nicht so der Schlucker.

Wir sind bei 1% mehr Verbrauch, wenn wir Engine-Anti-Eis anschalten, wenn wir Wing-Anti-Eis dauerhaft anhaben, etwa 6%. Das wäre natürlich, also ist natürlich jetzt auch unrealistisch zu sagen, okay, hier sind 160 Knoten, 3000 Fuß tiefer, ist gar kein Gegenwind. Aber da kann man dann so ein bisschen mit rechnen, so ein bisschen hin und her rechnen, was wäre jetzt die bessere Variante.

Im Endeffekt hat man natürlich Kamchatka Japan, je nachdem was das Ziel ist, das Problem... Wenn man jetzt nach Sapporo wollte oder so, da ist jetzt viel Wasser dazwischen. Ja. Also geile Ausweichwann, da müsstest du im Prinzip umdrehen und sagen, okay, ich tanke mehr und versuche den Flug nochmal anzutreten.

Also grundsätzlich würde ich sagen, die Planung, dass sie auf einmal einen Wind feststellt von 160 Knoten, der vorher in der Planung so gar nicht aufgetreten ist. Oder sei das, wie du sagst, dass der Wind auch nur 50 Knoten auf einmal stärker ist, als der Gegenwind war. Das passiert eigentlich nicht.

Ich glaube nicht, dass ich das finde. Ich weiß, dass ich schon noch vor 20 Jahren in unseren Infos, die wir so kennen, die auf den gelben Seiten bedruckt waren früher, dass da ein Fall beschrieben wurde, in Australien einer, der ist losgeflogen wollte in Richtung, ich glaube Richtung, weiter Richtung Europa oder irgendwas.

Und die mussten tatsächlich, haben sie nach sechs Stunden Flugzeit, wir hätten zwölf fliegen sollen, festgestellt, das geht nicht. Die Planung, also der hat ein falsches Wetterplanungstool benutzt für diesen Flug, sodass der Fuel null hinkam. Das war 20 Jahre her sozusagen der Fall. Oder noch länger irgendwie. Also dass da, ich sage ja nicht, dass es nicht passieren könnte, aber schon sehr, sehr ungewöhnlich.

Und ich glaube auch, die Planung würde grundsätzlich vermeiden, solche Windfelder mit 160 Knoten, die gibt es nicht häufig, aber sie gibt es. Die sind aber nur sehr klein. Also wenn du da wahrscheinlich eine Route nehmen würdest, die 200 Meilen südlicher oder nördlicher nimmt, bist du da eigentlich schon aus dem Gröbsten wieder raus, sozusagen.

Ja, gut, wobei ich da, ne, also Katschatka, Japan, ist halt westlich von dir, ja, also, Also es ist ja, du fliegst von Russland nach Japan, also wahrscheinlich darfst du in den russischen Luftraum einfliegen. Aber das Problem haben wir ja im Moment mit unserer Ostasien-Operation, dass wir jeden Sommer diesen Subtropenjet da liegen haben, dass der Rückweg teilweise über Anchorage, über Alaska zu fliegen sinnvoller ist als die weitaus kürzere Route im Südenland, weil er halt der Subtropenjet ist.

Das sind halt diese genau so 140, 160 Knoten, die dir vier Stunden lang gegen die Nase blasen. Aber das weiß halt die Flugplanung auch. Also das ist halt da drin. Und wir haben ein paar Auffanglinien, die auch verhindern würden. Also selbst wenn die Flugplanung jetzt, sagen wir mal, es würde sogar noch aus der Flugplanung ein Flugplan rausfallen, wo der Wind fehlt, wo der einfach nicht mit eingerechnet ist.

Dann ist es so, dass wir ja unser FMS trotzdem mit den Winden füttern und dann am Boden sehen oh, unser FMS kommt aber auf einen ganz anderen FMS, Arrival Fuel, also der sagt, wir verbrauchen viel mehr unterwegs. Da stimmt irgendwas nicht, da forschen wir nochmal nach. Ja, und ich weiß auch, noch in der letzten Zeit, als ich noch geflogen bin, wurde in unserem Flightback, wie es so schön nennt, also in unserer ganzen Database, also unsere Karten etc., alles, was wir in unserem Schlepptop sogar mitschleppen, ein Tool installiert, mit dem man, wo ein sehr genaues Windprofil sogar noch unterwegs abgedatet werden, ich weiß nicht, konnte es unterwegs abgedatet werden?

Ja, kann es jetzt auf jeden Fall. Ja, genau. Also wo dann so Faktoren reinkommen, wie nicht nur, wenn ich jetzt, der Wind ist, auch nur in 4000 Fuß hat er die und die Stärke und er würde das Tool relativ genau ausrechnen können. Okay, ich fliege zwar 4000 Fuß niedriger, habe dadurch den höheren Fuel Flow, also den höheren Spritverbrauch, weil niedriger meistens mehr, aber da fehlen mir 20 Minuten, und Gegenwind, das nullt sich auf oder bringt sogar noch was.

Und dann konnte man selber dann überlegen, mache ich das? Ja, nein, weil wenn man tiefer runter geht, besteht immer die Gefahr, ich kann nicht wieder hoch, weil jemand anders da ist und all solche diese kleinen kleinen Dinger. Dann hat man doch zu wenig Sprit. Ja, genau, irgendwie sowas. Aber ich kann mich erinnern.

Aber das ist inzwischen echt gut. Also am Anfang war das ja so ein bisschen kinky und hat da dann dich hoch und runter und hoch und runter geschickt und du hättest die Controller wahnsinnig gemacht, wenn du angefangen hättest, dem zu folgen. Aber das ist inzwischen ja ein wirklich eine richtig gute IT-Lösung geworden.

Aber geht es immer nicht noch hoch und runter? Der macht das schon, aber viel sanfter, mit viel geringeren Ausschlägen. Da liegt ja quasi so ein Tiefpassfilter drüber, dass das über längere Zeiträume nur macht. Und nicht, weil du jetzt 50 Kilo Spritz sparst, gehst du einmal von 3,80 auf 2,50 runter, fliegst da 200 Meilen und dann gehst du wieder hoch.

Ja, okay, gut. Ja, das war so am Anfang. Das war, da haben wir nur um den Kopf geschuldet. Und da haben wir gesagt, du hast noch eine. Aber ich kann mich erinnern, dass wir uns das einmal, das war die Strecke von China zurück, noch über Russland, Ging jetzt noch. Und da war wenig los auf der Welle, alles. Und unter uns flogen 3,40 und wir flogen 3,80 und haben dann tatsächlich, sind dann, haben das Touren geguckt und hat uns vorgeschlagen, wirklich für drei Stunden oder anderthalb Stunden runterzugehen, wieder auf 300 oder irgendwas, weil das würde über die Strecke dann so und so viel sparen.

Und wir haben es tatsächlich gemacht und haben dann tatsächlich den 3,50er, der vor uns war, noch unterholt. Und gut, wir flogen sowieso einen Tacken schneller als er, aber wiederum in 300 flogen wir auch nicht mehr so schnell als er, weil wir dann natürlich dann da langsamer flogen. Und haben den trotzdem unterholt und sind wieder aufgestiegen und haben den praktisch, das hat tatsächlich funktioniert.

Das war echt, wir waren selber ganz erstaunt. Wir haben gesagt, komm, wir probieren es mal aus. Total geil, genau. Man muss es einfach so ein bisschen ausprobieren, sich da rantesten, gucken, wann vertraut man dem Tool und wann nicht, wie bei allem. Aber ich finde es auch, der 346er, der hat da auch, Da habe ich ja echt gute Erfahrungen mit gemacht, weil der, also der hat ja eine, also da sind wir jetzt wieder in der Flugzeugkonstruktion fast zu tief drin, aber der 340-600 hat eine Fläche, die unheimlich höhenunabhängig ist quasi.

Und das heißt, wenn normalerweise ist da eine ideale Flughöhe, sagen wir mal, Flugfläche 360 und der, verzeiht es dir ganz gut, auch wenn du 4000, 6000 Fuß tiefer fliegst und wenn da dann der Wind besser ist, dann kommt er damit sehr gut zurecht und dann, springt dieses Tool halt schneller an. Bei heutigen Flächen, also so eine 350 Fläche zum Beispiel, also die vom Airbus A350, die ist so optimiert, dass der sehr genau seine Höhe halten möchte.

Weil der sonst sehr schnell sehr viel mehr verbraucht, relativ gesehen. Und der würde das Tool halt nicht empfehlen, runterzugehen in der Regel. Also das ist schon sehr durchdacht, sehr flugzeugabhängig oder flugzeugtypenabhängig. Da kann man schon viel mitmachen. Ja, also wie gesagt. Aber grundsätzlich, Frage haben wir auf jeden Fall beantwortet.

Nur das war das im Auge behalten. Also dann trotzdem, du weißt ja, man kann so eine Frage ganz leicht aufbröseln, da ist immer noch ein bisschen dran, ja, und sagt, er fliegt hier in Floca N380, so, und er konnte nicht runtergehen, weil da unten Vereisungsbedingungen waren. Wann fang, wann würdest du denn sagen, fangen denn für uns Airliner in Kamtschatka, also im Norden, wo es kalt ist, die erste, also wirklich so Entdingungen an, wo ich sage, hier habe ich ein Problem mit Eisingen?

So aus dem Bauch. Also ich habe ja die ganzen Sibirien-Gedönse, das habe ich ja nie geflogen. Also ich kann mit deiner Schnee- und Eiserfahrung überhaupt nicht mithalten. Für uns ist es grundsätzlich ja so, wenn wir Feuchtigkeit in der Luft haben unter 10 Grad Celsius, dann schalten wir das Engine-Anti-Eis an.

Und wenn wir Eisansatz sehen können, dann schalten wir das Wing-Anti-Eis an. Plus die Flieger haben inzwischen eigene Warnsysteme, je nach Flugzeug, dass der dir auch sagt, ich merke, hier ist Eis, schalten wir bitte an. Ja um. Ja, aber dass du im Reiseflug permanent in der Höhe Icing-Probleme hast oder in drei, also ich weiß ja nicht, was er dann da für eine Höhe anspricht, ob das dann in 300 oder 280 sein soll, habe ich jetzt noch nicht erlebt.

Nee, darauf will ich hinaus. Also die Wahrscheinlichkeit, dass er, selbst wenn er im Flugfläche 200 da längst fliegt und eine Temperatur hat, die höher ist als minus 10, halte ich für unwahrscheinlich, sozusagen. Ja, genau. Also Engine-NTIs, ja, aber wie gesagt, das ist vom Spritverbrauch her nicht ganz zu vernachlässigen, aber fast.

Und dass du Wing-NTIs im Reiseflug brauchst, ich habe es noch nicht gehabt. Nee, nee, nee. Und vor allen Dingen ist ja auch so, ich weiß nicht, wie da jetzt die Procedure war. Also auf dem 380, da gab es eine beheizte Slads. Mehr hat er nicht. Ja, genau. So, und das war auch nur, um dahinter den im Falle eines Dual-Hydraulik-Failers, elektrisch angetriebenen sozusagen Spoiler zu schützen oder damit der noch den Flieger kontrollieren kann oder sowas. Davor war dann ein beheiztes Slad sozusagen.

Der Rest, der war einfach unempfindlich aufgrund seiner dicken Fläche für Wing-NDIs. Auf A3-7 haben wir das Wing-NDIs, benutzt, immer nur zum De-Icing hauptsächlich, nicht zum permanent Anlassen. Du hast rausgeguckt, hast gesehen, wie das Eis sich bildet. Ich kann da immer noch mal das alte Video raussuchen, werde ich mal noch mal gucken, verlinke ich jetzt mal im Plan.

Da siehst du, wie das Eis sich bildet und du hast gewartet, bis es dran ist und dann hast du den Knopf gedrückt und dann wurden die Flächen beheizt und dann ist es weggegangen. Ja, genau. Aber das ist... Ja, so ist es ja in der Regel auch. Du bist auch meistens nicht lange in der... Also meistens ist es ja ein Sinkflugproblem.

Klar, ich bin auch schon in Kasachstan mit Wing and the Ice gelandet, im Schneesturm und sonst wo, aber... Ja, im Flug. Ja. Du kommst eigentlich, wie du sagst, halt ein, zwei Minütchen und dann bist du aus der Suppe raus und dann fliehst du weiter. Von der Seite würde ich sagen, Benjamin, ich glaube, also im echten Leben wärst du 10.000 Fuß runtergegangen und hättest du keine Probleme gehabt mit De-Icing.

Also, oder Anti-Icing. Wäre einfach nicht, hätte ich nicht betroffen, sozusagen. Hm, okay. Cool. Sehr, sehr schön. Ich hoffe, wir haben die Frage beantwortet. Hast du noch Kraft? Ich habe auf jeden Fall noch Kraft. Wenn ich in den Sendeplan gucke, steht da jetzt on this day, soll ich einmal ganz kurz die schamlose Eigenwerbung kurz vorher machen?

Ja, mach. Ich weiß nicht welche, aber hau rein. Ja, für den Fliegergeschichten-Podcast. Also ganz kurz nur die Beschreibung meines Podcasts und ich muss auch immer Werbung für einen anderen machen, der mich da drauf gebracht hat. Es gibt die Sternengeschichten, ein Astronomie-Podcast vom großartigen Florian Freisteller. Kennst du den?

Ja, kenn ich. Der ist so hervorragend und also der hat über 400 Folgen, der ist ein Wissenschaftskommunikator vor dem Herrn und der sagt halt immer, er nimmt sich so ein Format, er hat so 10 bis 15, 20 Minuten maximal und erzählt halt irgendeine Geschichte aus der Astronomie, das kann über Sterne, Physik kann auch sein, dass er was über einen bestimmten Astronomen, eine Astronomin erzählt oder über die Geschichte von irgendwas.

Und das habe ich damals gesucht, ob es das auch für die Fliegerei gibt und das habe ich nicht gefunden und dann habe ich gesagt, das mache ich selber. Also es ist jetzt zweieinhalb Jahre her, bei mir sind es jetzt etwas über 40 Folgen. Am Anfang habe ich alle zwei Wochen gemacht, jetzt mache ich es alle so einmal im Monat, aber auch etwas unregelmäßig dieses Jahr, weil ich sehr viel Freizeit mir genommen habe, um mit der Familie mal ein bisschen wegzufahren.

Aber ja, das ist das Grundkonzept. Es sind Geschichten aus dem Layover dabei, es sind Geschichten direkt aus der Fliegerei, über bestimmte Flugzeuge, über Unfälle oder andere tragische oder auch schöne Ereignisse. Also Rettung in letzter Sekunde, alles, was so spannend ist. Gibt es einfach unendlich viele Geschichten. Also Themen werden mir nicht ausgehen.

Es ist immer nur das Problem, die Zeit zu finden, das zusammenzuschreiben. Aber das freut mich auf jeden Fall, dass er euch gefällt. Ich fand das total toll, dass der Harry sagte, das ist so ein bisschen wie der Peter Lustig. Oh, ehrlich? Da muss ich erst mal wieder ein paar Löwenzahnfolgen gucken, dass ich mal wieder weiß, wie das eigentlich war.

Ja, ja. Nee, der ist auch vor allem schön, das ist ja richtig eine abgeschlossene Geschichte, die du da erzählst. Also das ist ja so mit wie man Buch schreibt, mit Klimax und alles, also herrlich. Hört euch sehr gerne. Also auch mein Kompliment. Das könnt ihr nicht hinkriegen. Ich würde mich vorher in das Kleingedruckte zerfasern und wieder über die kleinen Spinnwebchen reden.

Das passiert, ja. Ja, das passiert. Dann haut mir meine Frau auf die Finger und sagt, nee, das ist zu technisch, das musst du normal machen. Ach, hört sie das Probe dann? Nee, manchmal, also gerade bei bestimmten Folgen schicke ich ihr das halt vorher. Lies mal drüber, ist das verständlich, ist das zu lang, ist das zu kompliziert, das sind so.

Ja, ja, okay, das ist gut. Korrektiv ist immer gut, sozusagen. Ja, sehr cool. Ja, auf jeden Fall. Und du kommst jetzt drauf wegen On This Day, dass du dir auch, hast du irgendwas? Ja, weil wir jetzt gerade so zwischen zwei Kategorien sind. Ah, okay, ich dachte. Deswegen dachte ich, passt das jetzt vielleicht ganz gut, weil dann ist natürlich der On This Day, da sind ja quasi kleine Geschichten, die du da wieder ausgegraben hast.

Ja, genau. Und zwar, gut, machen wir mal die Geschichte on the stay. Das ist so eine Rubrik, die ich halt reingebracht habe, weil das ist halt so. Der Tag hat, es gibt mehr als das Jahr, nee, nochmal ganz langsam. Das Jahr hat 365 Tage und wahrscheinlich gibt es in jedem Tag, seitdem es die Fliegerei gibt, könnte man zu jeder Minute des Tages eine passende Geschichte erzählen.

Und deswegen habe ich mir gedacht, machen wir mal eine kleine Rubrik on this day. Und da sind auch einfach so ein paar Sachen dabei, wie zum Beispiel habe ich den rausgelesen aus einer Marine History Channel, dass an einem 5. November 1915, also da war die Fliegerei wirklich nicht alt, hat man schon den ersten erfolgreichen Katapultstart von einem Flugzeugträger.

Nicht für ein Flugzeug gemacht, und zwar war das noch so diese Flying Boats, also Flugzeuge mit Schwimmern sozusagen, und der ist von den, Armed Cruiser North Carolina ist der, praktisch wurde der gestartet von einem Katapult, also diese Idee von, Mutterschiffe in dem Sinne, also das Mutterschiff sozusagen, ein richtiges Schiff zu benutzen, um Flugzeuge zu sagen, wurde da das erste Mal in die Tat umgesetzt, das fand ich ganz interessant.

Das ist krass, ne? Also wir reden ja hier, also 1915, das ist ja, da haben die Rides ja gerade ihre schöpferische Pause quasi noch fast gehabt, bevor die wieder richtig dann durchgestartet sind. Ja, vor allen Dingen. Oder nee, da waren sie glaube ich gerade da raus, aber da sind wir ja wirklich gerade in den Anfängen, dass man mal so überlegt, ja, wofür kann man das jetzt eigentlich benutzen, den Quatsch?

Mit der Fliegeweih. Und da sieht man natürlich auch, 1914 ist der erste Weltkrieg gestartet. Da sieht man auch genau, welche die treibende Kraft war. Also da war natürlich Geld ohne Ende für solche Sachen wurden da ausgegeben. Flugzeuge als Waffe. Ja, so ist das. Ja, so und dann eine andere Geschichte, die fand ich irgendwie auch spannend.

Auch an einem 5. November 1946, also kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mittlerweile, sind an dem Moskauer Flughafen Vukunov drei Flugunfälle passiert. An dem Tag an dem Flughafen und alle mit praktisch dem gleichen Flugzeugtyp, kann man sagen. Und alle aus den gleichen Bedingungen. Also wenn man jetzt nach James Reason das Modell nehmen würde, welches, welcher Grund für diese Abstürze waren, war das alles dasselbe Loch im Käse, nämlich Sprit.

Spritmangel, besser gesagt, was da den Unfall verursacht hat. Durchliest ja, da gibt es eine eigene Wiki-Seite, die sich damit beschäftigt. Da steht dann zum Beispiel drin, dass, also das sind, Dabei gewesen ist, ich habe gesagt, dreimal derselbe Flugzeugtyp, die haben zwar unterschiedliche Bezeichnungen und zwar einmal hier eine LI-2, zweimal eine LI-2, ein Turkmenian LI-2 und eine litauische LI-2 und eine aus Moskau, eine C-47.

Das sind aber alles ein DC-3, sozusagen. Diese Lisinov LE-2-Flugzeug war ein Lizenzbau, ein russischer von der DC-3. Da wurden, ich habe das nochmal nachgeguckt, da wurden je nach Quelle 6157 oder 4937 Stück gebaut. Wo sind denn diese 1000 Stück dazwischen hingekommen? Man weiß es nicht. Ja, das ist spannend.

Ja, genau. Und also die Unfälle, ich will ja gar nicht so Detail drauf nehmen, aber also die einen haben wirklich Pech gehabt. Also die eine, der eine Flieger wurde aufgrund schlechter Wetterbedingungen, war der Start schon um zwei Tage verschoben. Ich rede nicht von zwei Stunden, sondern ich rede um zwei Tage verschoben.

Und als sie dann endlich in Bukunov ankam, war das Wetter so schlecht und so lange Wartezeit und sie konnten nicht landen, dass sie dann auch dann am Ende in Spritmangel sozusagen, ja, abgestürzt sind oder neben der Bahn gelandet sind und ich habe mir jetzt nicht die Details der einzelnen Unfälle irgendwie angeschaut, aber drei Stück an einem Tag ist natürlich irgendwie schon sehr, Ja, sehr markant. Also im Hintergrund, alle haben das schlechte Wetter in Moskau nicht richtig auf dem Zeiger gehabt, haben Bodenbüro gehabt, weil sie versuchten, dort zu landen und keine Alternativen hatten, weil sie zu viel Sprit schon rausgeflogen haben.

Das ist übrigens was, es hat ja einen gewissen Schatten in die heutige Zeit. Schlechtes Wetter in Russland, erwartest du das, wenn du da hinfliegst? Also bei uns, die haben ja den, also die ganzen ehemaligen Sowjetstaaten haben ja die Angewohnheit, es ist immer schlechtes Wetter in der Vorhersage drin.

Das stimmt, ja. Und deswegen gibt es für die quasi so eine kleine extra Fußnote im Handbuch, dass du mit einem bestimmten Extra-Fuel dahin fliegen kannst, ohne dich an andere Alternate-Regeln zu halten in dem Moment. Wir reden ja von einer Stunde oder zwei, das ist schon eine große Menge, die du mitschleppst.

Es ist eine große Menge, ja, aber im Endeffekt bist du total überrascht, wenn du auf einmal in Moskau ankommst und da ist wirklich schlechtes Wetter. Also mich hat das einmal getroffen, da war wirklich absolutes Sauwetter da. Den Extra-Fuel haben wir rausgeballert ohne Ende. Wir sind eine Dreiviertelstunde, haben die Russen uns da in Warteschleifen geschickt und du weißt auch überhaupt nicht, was passiert.

Also die Warteschleife geht da quer um die Stadt rum und einmal in den Süden und einmal in den Norden, bis sie uns dann wirklich mal haben anfliegen lassen. Also ist jetzt natürlich, wir reden hier von 80 Jahre später fast, aber das Grundproblem gibt es durchaus und würde ich auch heute, also wir hatten tatsächlich zu jedem Zeitpunkt den Sprit, um zu einem guten Alternate zu kommen, wo das Wetter in Ordnung war.

Aber damals ganz andere Möglichkeiten, die die gar nicht hatten. Dann mal eben rausfinden, wie ist denn jetzt das Wetter da, da und da und können wir irgendwo anders landen ohne Nebel. Ist vielleicht 1946 auch noch nicht ganz so einfach gewesen. Ja, also hier hatten die wahrscheinlich auch, ich lese gerade alles nochmal so quer hier gerade, hatten alle, die waren, viele Flieger in der Warteschleife, die hatten keine Radarführung, das wurde alles ja noch so mit Uhrzeit gestoppt, so nacheinander durfte dann jeder landen und die waren zwei Stunden in der Warteschleife und haben dann irgendwann doch, ja, haben dann eine Landung probiert und tja, vorgrund des schlechten Wetters nicht möglich und ich glaube, das mit dem Wetter in Moskau ist auch so, Also weil die,

da war da so, ist auch so eine andere legale Struktur, was die Wettervorhersage ist. Und zwar sind die Flug, also habe ich mir immer sagen lassen, ich weiß nicht, ob das stimmt, sind die Wetterstationen, die sind sozusagen persönlich, Meteorologen persönlich für die Wettervorhersage verantwortlich. Ich habe es mal gehört, ich habe es nie wirklich verifizieren können.

Aber ich bin auch sehr schlecht darin, russische Quellen zu lesen. Ich kann kein Russisch. Das wäre vielleicht mal ein Thema, wo man dann mal Recherche treiben muss, wie das so ist. Aber deswegen hattest du da oft ein Wetter drin. Das kommen wir ja auch hin zu dieser, das Wetter ist gut, Kavok, das sind wirklich so absurde Wetterberichte, die gibt es da.

Dass du da liest und auch selber die Wetterkarte anguckst und du weißt, bei diesem Flughafen ist das Wetter toll. Und trotzdem steht in der Versage drin, Tempo, drei Kilometer Sicht, Gewitter. Und du denkst so, hä, wo soll denn das da herkommen? Da hat der Lotse, der Wettermensch da reingeschrieben, damit er dann sagt, also wenn es denn auftritt, so das hat natürlich für dich als Konsequenz, du musst dich natürlich, du hast, das löst Regeln bei einem aus, sozusagen.

Wenn der Flughafen auf einmal unterhalb des Minimums ist, dass du denn dafür tanken sollst. Oder wenn der als Alternate dienen soll, dass du den da nicht verwenden kannst. Und deswegen sind dann diese Spritmengen, irgendwann haben sie eingeführt, da nimmst du halt eine Stunde oder zwei mit und das heißt natürlich, er bittet natürlich nicht die Crew während des Fluges sich permanent zu überzeugen, dass dieser Plan trotzdem aufgeht.

So ist es nicht. Aber damit man den überhaupt durchführen kann. Da muss man sich halt beschäftigen. Und dafür gibt es eben diese Fußnote, dass du halt sagen kannst, nee, da ist wirklich kein Wetter. Also das ist, ich kann da hinfliegen. Ja, genau. Und es bringt niemanden in Gefahr. Ja, ja. Also, ja. So. Ja, so ist es. Ja, so ist es, genau. Und jetzt nähern wir uns doch so langsam doch mal das kleine Ende ja meines Plans.

Und ich habe ja die Rubrik Kleine Geschichte. Und ich lasse hier, schreibe die immer so rein und hoffe, dass denen da was, einfällt, mit dem ich mich unterhalte, Und ich habe da nichts reingeschrieben und ich sehe jetzt da was drin. Das heißt, dir ist was eingefallen? Kann das sein? Eine kleine Geschichte? Genau.

Also ich erzähle ein bisschen was über unsere Triebwerke einfach mal. Ich habe gestern noch einen erlebt, den musste ich dir vorher noch zeigen quasi, weil eigentlich wollte ich was ganz anderes erzählen, aber der ist mir so hängen geblieben. Guckt ihr mal das Bild an, was ich da eingestellt habe. Fällt dir irgendwas auf? Also es ist offensichtlich 1,330, den wir gestern nach Houston geflogen haben.

Flugzeit zu dem Zeitpunkt kann ich nicht ganz lesen, aber dürften 10 Stunden 30 sein. Okay. Siehst du irgendeine Unregelmäßigkeit auf dem Bild? Ich sehe, dass die, ihr seid, das sieht so aus, als wenn ihr irgendwie im Sinkflug seid, würde ich sagen, weil Tripex IPA sind unter 1, also ihr seid irgendwie im Leerlauf, ihr versucht zu sinken, die Speedbrake ist ausgefahren, also wollt ihr noch ein bisschen schneller sinken, Trim-Trank Transfer ist vorwärts, also ihr seid im Landanflug, schätze ich mal, Trim-Trank wird nach vorne jetzt gepumpt, um besser hinzukriegen.

Ihr seid schon relativ niedrig, würde ich sagen. Temperatur minus 6. Also, ich bin noch weiter am liegen. Ich versuche, ich strecke jetzt die Zeit. Du versuchst, ja, ja. Du schießt alles aus. Was normal ist, genau. Also bisher nichts Ungewöhnliches. Oh ja, genau, um mir Zeit dazu. Was ist die Anzeige CLB, der da oben drin steht? Achso, das ist Max Kleinpower, oder?

Ja, genau. Guck mal aufs untere Display. Das ist interessant. Da, wo die blauen Bälle sind, das ist CLB, Kleinpower heißt das, oder? Das ist Kleinpower, ja. Ah, ja, gut, gut, alles klar. So, dann gucke ich mal auf das untere. Landing Elevation, 50 Fuß, Ultimate, Weichen, Crossmate. Ihr habt es muckelig warm im Cockpit, sehe ich.

Wir haben es muckelig warm im Cockpit. Genau. Nein, die oberste Zahl ist die entscheidende. Da steht nämlich Fuel Used. Ja, und es stimmt die Addition nicht oder sowas, links, rechts? Du meinst der Unterschied, dass der eine Tonne mehr hatte als der andere oder was? Also das linke Triebwerk hat mehr gebraucht in 10,5 Stunden Flug als das rechte.

Das hätte mir eigentlich gleich auffallen sollen. Asche über mein Haupt. Das ist, ja, ach du, also man sieht es natürlich noch einfacher, wenn oben der Fuelflow-Wert auch noch anders ist, aber genau, also es gab auch tatsächlich einen kleinen Eintrag in der Maintenance-Liste dazu, die wir immer bekommen.

Da hieß es, ja, das kann so bis zu 4% mehr verbrauchen. Es waren dann aber tatsächlich Prozent. Hängt einfach damit zusammen, unsere Triebwerke hängen nicht dauerhaft unter demselben Flieger, sondern in dem Fall ist das linke Triebwerk halt das etwas ältere und hat 25.000 Stunden mehr auf dem Buckel als das rechte gehabt.

Alter Schwede. Leider können wir das nicht immer nachvollziehen. Beim 330 zum Beispiel ist es bei uns so, dass wenn du dann im FMS dir einmal den Engine Report ziehst und die Engine Hours ausliest, also normalerweise der Flieger dokumentiert ja alles und der dokumentiert halt auch, wie viele Stunden ist ein Flieger unter Wing, eine Engine unter Wing.

Das wird bei denen immer zurückgesetzt. Also ich habe tatsächlich mir diesen Report gezogen, da steht bei beiden Triebwerken die gleiche Laufleistung, aber der linke war halt einmal mehr schon in der Wartung und general überholt worden und hat halt 25.000 Stunden mehr. Ja, und verbraucht dann bei der gleichen Leistung mehr. Das fand ich schon, habe ich so noch nicht gesehen.

Deswegen dachte ich, das bringe ich heute direkt mal mit, weil es jetzt gerade gestern passiert ist. Hast du es mal so extrem gehabt? Hast du schon mal solche Unterschiede da? Nein, ich hatte schon Triebwerke, die ebenfalls, wo ein Eintracht war in der Hill, dass wir uns nicht wundern wollen und deswegen frage ich auch nach, wie das bei euch war, dass das, in dem Fall war es glaube ich das 1er, wesentlich langsamer reagiert als das 2er Triebwerk, weil das andere war, zwar immer an demselben Flugzeug gewesen, aber der Unterschied zwischen den beiden Triebwerken war in der Betriebszeit auch so schlanke 15 Jahre.

So. Das andere war wirklich 15 Jahre länger dran. Das heißt, wenn du, also gerade bei Take-off-Power oder beim Gas geben, wenn du da rangegeben hast, hat das andere, sie müssen ja 8 oder 9 Sekunden haben von idle auf Volllast, aber das andere hat diese 9 Sekunden auch wirklich gebraucht und wenn das andere nach 6 Sekunden, oder sieben Sekunden schon da war, sozusagen.

Also das war ein deutlicher Unterschied. Hört sich jetzt wenig an zwei Sekunden, aber für uns Flieger, wir merken das ganz deutlich. Und da war der Eintracht drin. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie der Spritverbrauch war. Also habt ihr einen Unterschied gemerkt in einem Beschleunigungsverhalten in dem HP-Pack?

Also Beschleunigungsverhalten war ziemlich gleich, wobei wir da ja auch wirklich nur einmal groß drauf gucken und das ist ja beim Take-off. Und das hatten wir, wir hatten bei, tatsächlich bei meinem ersten Arbeitgeber hatten wir einen Flieger, der hatte eine Intermix Engine Operations, also zwei ganz leicht unterschiedliche Triebwerke und die hatten auch diese sehr unterschiedliche Beschleunigungsverhalten.

Da stand dann halt immer drin, achte wirklich drauf, du setzt 50% Power, du wartest bis beide Triebwerke, die stabil haben und dann gibst du Take-off-Power, weil vorher, wenn du wirklich durchschieben würdest, einfach auf Take-off-Power, dann läuft das eine Triebwerk halb zwei, zweieinhalb Sekunden nach und in der Zeit hast du rechts vollen Schub anliegen und links noch nicht und das macht den Flieger halt auf der Bahn total unstabil. Das willst du nicht nennen.

Ja, genau, richtig. Genau. Ja, aber das fand ich spannend, dass halt die gewöhnliche Abnutzung, die Laufzeit, dass das so einen Unterschied machen kann, Spritverbrauch. Wird alles mit eingerechnet, hat alles super funktioniert, aber fand ich einfach mal interessant. Worüber ich eigentlich jetzt... Und zwar, ich wollte einfach nur für unsere Hörergrind erzählen, dass wir in unserem Operational Flugplan, der wird ja der Flugplan von A nach B erstellt, da ist die ganze Spritrechnung dran und, der basiert auf einem Das Modell eines A330 zum Beispiel irgendwas und daneben steht immer eine Prozentzahl und die ist nicht 100%, sondern ist dann auf den speziellen Flugzeugtyp geeicht, weil da wird in der

Statistik geguckt, okay, das ist der normale 330er, aber die Julia Kilo oder die Alpha Juliet oder wie immer auch die Kennung ist, die verbraucht nicht 100%, sondern die macht 104% oder macht 99%, ist besser sogar. Irgendwie sowas habe ich auch schon erlebt. Und das war wahrscheinlich bei dem Flieger dann damit berücksichtigt, was du meinst, dass ihr einen OFP hatte.

Genau, das ist da mit drin. Also ich kann dir gerade die Zahl nicht sagen, ich habe den OFP gerade nicht in der Hand, aber das ist ja immer irgendwas 104 Prozent, je nachdem, was da. Irgendeine Zahl steht da halt häufig. Genau, richtig, ja. Cool. Spannend. Genau. Das, was ich aber eigentlich... Hast du eine Ahnung, wie lange ein Flugzeugtriebwerk überhaupt hält?

Habt ihr da schon mal drüber geredet, schon mal Gedanken drüber gemacht? Wir haben es immer mal so angesprochen. Ich habe immer diesen Teil, diesen gesagt da mit den 15 Jahre alten Triebwerken sozusagen. Habe ich mal so erwähnt, auch warum so ein Triebwerk so teuer ist, weil die Materialien dementsprechend... Und dafür hält es aber auch so lange.

Also wenn man einen Automotor so bauen würde, oder dann würden die wesentlich länger halten. Aber da willst du mir bestimmt was jetzt erzählen, oder nicht? Genau, das ist ein paar Wochen her. Da haben wir halt, also auch da wieder, wir hatten schon einen Hill-Eintracht und da hieß es, das Vierer Triebwerk verbraucht ein bisschen mehr Öl. Da weißt du schon, okay, könnte ein bisschen älter sein.

Dann sind wir im Steigflug gewesen und der hat die ganze Zeit an der inneren Welle, also es waren 340, 340, 300, CFM 56 Triebwerk. die innere Welle die ganze Zeit so eine leichte Vibration angezeigt. So ganz kurz unter der Schwelle, wo es dann anfängt zu blinken und dir zu sagen, du müsstest jetzt den Schub ein bisschen reduzieren, weil das nicht gut ist fürs Triebwerk.

Auch da habe ich mir dann mal den Engine Report gezogen. Und normalerweise sind die Zahlen halt, was weiß ich, 11, 12, 13, 30.000 Stunden vielleicht auch mal. Und da haben wir ein Triebwerk erwischt, das hat eine Laufleistung gehabt in dem Moment, 92.120 Stunden. Das hat mich, also wenn du überlegst, unsere Airframes, wenn du so einen neuen Langstreckenflieger kaufst, dann kriegst du erstmal 40.000 Stunden auf den und das kannst du dann mit viel, viel Aufwand und Inspektionen, kannst du das verlängern.

Inzwischen sind unsere älteren Flieger, glaube ich, bei 110.000. Aber 90.000 Stunden für einen Motor fand ich total krass. Und da ist mir nochmal bewusst geworden, wie geil diese CFM56 Triebwerke eigentlich sind. Weil wir lästern ja immer so ein bisschen darüber. Naja, die sind so klein und nicht so leistungsstark.

Du hast ja noch den alten 340 geflogen mit den C2 Triebwerken. Man sagte, der hebt nur ab, weil sich die Erde unter ihm wegkrümmt. Aber die halten unendlich lange gemessen an dem, was sie leisten. Ich habe versucht, das mal zu vergleichen mit einem Auto- oder LKW-Motor. Du fährst 60 kmh, 90.000 Stunden, da wärst du bei 5,4 Millionen Kilometer.

Das ist so gerade der absolute Weltrekord im Guinness-Buch der Rekorde, was so ein Volvo-Motor ein einziger Mal geschafft hat. Und so ein Ding hängt bei uns einfach unter dem Flieger und ist im ganz normalen Serieneinsatz und macht auch keine Probleme der ist einfach da und läuft und läuft und läuft und ich fand es geil also war ich, Hat mich wieder schwer beeindruckt, was die Dinger können.

Wobei wahrscheinlich, wenn du dich jetzt mit der Wartung unterhältst, wäre natürlich die Frage, was ist von dem Original-Triebwerk, als das erste Mal dran gebaut war, noch da? Weil ich glaube, im Zuge der, also wie so ein Flugzeug ja auch mit seinen 90.000 Flugstunden ja schon bestimmt schon 2D-Checks, also diese großen Checks, wo ja das Ding ja komplett auseinandergenommen wird, hinter sich hat, wird das Ding auch schon mehrfach auseinandergenommen worden sein und wieder zusammengebaut worden sein. So ist es nicht.

Da wird meine Disk getauscht, da wird meine Schaufel getauscht. Die ganzen Beschichtungen werden immer wieder erneuert. Aber selbst das auf dem Langstreckenflieger, also ich glaube, so 40.000 Stunden unter Wing sind so die Rekorde. Und so ein Standardwert ist, glaube ich, 25.000 wirklich, dass sie dann einmal in die Generalüberholung gehen und auch wirklich gebadet werden und entrostet und was dann nicht alles gemacht wird.

Da bin ich jetzt wieder der falsche Ansprechpartner, weil ich fliege die Dinger ja nur durch die Gegend. Mich kann man dann einfach mit großen Zahlen beeindrucken. Nee, ist schon wirklich beeindruckend. Ich weiß, dass natürlich, was häufiger getauscht wird oder irgendwann doch getauscht werden, sind halt die in dem heißen Turbinteil, die Turbinen schaufeln, wie die im Abkaststrahl sind.

Weil die sind dann doch langsam irgendwann zu mit, Verbrennungsrückständen und irgendwas und die müssen dann sauber gemacht werden und kontrolliert werden und irgendwas. Also das, und wenn Stichwort einfach getauscht ging. Auch wieder nicht die neue, sondern überholte Bestandteile. Das ist schon spannend. Ja, cool. Nee, schöne Geschichte zum Ende. Irgendwie sowas.

Ja. Meinst du, Machen wir den Sack zu? Ich lese hier irgendwie eine Stunde 40 vielleicht oder irgendwas haben wir geplaudert. Ist doch schon ganz lang, ne? Ja, das reicht fürs Erste. Reicht fürs Erste, genau, cool. Wunderbar. Ich würde dann sozusagen jetzt im Anschluss gleich die übliche Verabschiedung machen und würde wie immer hinten am Ende des Podcasts reinschreiben, gebt nicht nur uns 5 Sternchen, den CFU-Podcast und natürlich auch die Fliegergeschichten 5 Sternchen bei iTunes, damit man andere Leute, besser finden. Das lohnt sich, kann ich nur sagen.

Im Abspann sind die üblichen Adressen, wo man über 1000 Kanäle den Kampf live-assort erreichen kann unter seinem Team. Aber wo könnte man dich denn erreichen? Tatsächlich am besten, also meine E-Mail ist im Podcast angegeben, das ist die info at fliegergeschichten.de und ansonsten habe ich noch einen Instagram-Account, der at fliegergeschichten heißt und Und ja, ich schicke dir gleich gerne auch die Links, aber allzu aktiv auf Social Media bin ich nicht, weil, ja.

Ja, da hast du ja noch was zu tun. Du machst ja, nimm mal wahrscheinlich irgendwie so ein Ingenieurstudium oder irgendwas, was du machst, keine Ahnung. Was man so macht in seiner Freizeit. Was man so macht, genau. Okay, cool. Dominik, ich bedanke mich ganz herzlich für deine Zeit. Ja, ich mich auch. Hat sehr viel Spaß gemacht.

Genau. Noch einmal ganz kurzer Hinweis, wie spät ist es jetzt bei dir? Bei mir ist es jetzt 5 Uhr, also jetzt fängt das Standardprogramm an, einmal kurz ins Fitnessstudio und dann zum Frühstück. Genau, und dann nochmal vorschlafen für die Reise zurück sozusagen. Genau so ist es. Genau, okay, dann wünsche ich dir eine gute Heimreise. Tables und Happy Landings sozusagen.

Ja, genau, das von mir auch und auch an alle da draußen. Ja, damit beende ich immer meine Podcast sowieso mit dem guten Wunsch Happy Landings. Ja, okay, cool. Danke, tschüss, tschau, tschau, danke dir für die Zeit.

0:00 / 0:00