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Der ERCM Medizin Podcast

Osteopathie-Experte: Was moderne Osteopathie wirklich kann & warum die Ursache oft woanders liegt!

Montag, 17. August 2026 · 1 h 16

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Shownotes

Was ist Osteopathie eigentlich, wie läuft eine Behandlung ab und bei welchen Beschwerden kann sie hilfreich sein?

Im ERCM Medizin Podcast erklärt Sondre Horntvedt, Osteopath und Gründer von Lindebergs in München, wie osteopathische Untersuchungen und Behandlungen funktionieren, was Patienten von diesem ganzheitlichen manuellen Therapieansatz erwarten können – und wo die Grenzen der Methode liegen.

Themen in dieser Episode:
• Was ist Osteopathie? Grundlagen, Ablauf und Abgrenzung zu Physiotherapie, manueller Therapie und Chiropraktik.
• Was kann Osteopathie leisten? Typische Anwendungsgebiete und funktionelle Zusammenhänge verstehen.
• Blockaden, Faszien, Zirkulation: Wie Bewegungseinschränkungen entstehen, was beim Einrenken tatsächlich passiert – und warum die Vorbereitung des Gewebes entscheidend ist.
• Stress, Schmerz, Psyche: Warum eine biopsychosoziale Betrachtung wichtig ist – und die Osteopathie den Menschen immer ganzheitlich betrachtet.
• Körperhaltung, Beckenschiefstand, Nervus vagus: Was dahintersteckt und wann diese Themen für Patienten relevant sein können.
• Training als Therapiekonzept? Wie Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Belastbarkeit zusammenspielen – und wie sich das gezielt nutzen lässt.
• Den passenden Osteopathen finden: Alles zu Qualifikationen, Kostenerstattung und dem Netzwerk mit anderen Gesundheitsberufen.

Fazit von Sondre Horntvedt: Osteopathie ist kein Wundermittel und kein Ersatz für notwendige medizinische Versorgung. Je nach persönlicher Situation kann sie jedoch ein wertvoller ergänzender Therapiebaustein sein – am besten im Team: kombiniert mit schulmedizinischer Diagnostik und Therapie, einer ehrlichen Einschätzung der individuellen Beschwerden und gezielter Bewegung.

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Sondre Horntvedt:
Webseite: lindebergs.de

Über das ERCM:
Im Europäischen Radiochirurgie Centrum München (ERCM) setzen wir seit über 20 Jahren auf präzise Tumortherapien: hochmoderne Radiochirurgie und innovative Medizintechnologien zur gezielten und schonenden Behandlung verschiedener Tumoren – gutartige Neubildungen ebenso wie schwere Krebserkrankungen. Jahr für Jahr schenken uns mehr als 1.000 Patientinnen und Patienten ihr Vertrauen auf dem Weg zu einer individuell abgestimmten Therapie. Unser Ziel: Personalisierte, präzise und vor allem patientenzentrierte Behandlungen, die auf eine effektive und nebenwirkungsarme Therapie bei guter Lebensqualität fokussieren.

Chapters
• Intro
• Von Norwegen nach München: Der Weg zum integrativen Gesundheitszentrum
• Was ist Osteopathie wirklich? Abgrenzung zu Physiotherapie und Chiropraktik
• Der ganzheitliche Ansatz: Warum die Schulter nicht immer das Problem ist
• Medizinische Trainingstherapie: Warum Bewegung nach der Behandlung essentiell ist
• Einrenken erklärt: Was passiert wirklich beim Knacken?
• Die Psyche und der Rücken: Unterschätzte Zusammenhänge bei chronischen Schmerzen
• Psychoneuroimmunologie: Wenn Gedanken den Körper heilen
• Wie finde ich einen guten Osteopathen? Qualifikationen und Ausbildung
• Wie viele Sitzungen brauche ich? Realistische Erwartungen an Osteopathie
• 20 Minuten Training: Das Minimum-Programm für vielbeschäftigte Menschen
• High-Tech-Diagnostik: 3D-Scans und Bewegungsprofiling
• Netzwerkmedizin: Warum Zusammenarbeit in München entscheidend ist
• Nervus Vagus Therapie: Hype oder Heilung?
• Expansion und Zukunftsvision: Das Lindberg-Konzept skalieren
• Mythen-Check: Legende oder Wahrheit in der Osteopathie
• Beckenschiefstand: Ursache vieler Probleme oder überschätzt?
• Lebenslang lernen: Die Studenten-Mentalität eines erfahrenen Osteopathen
• Abschlussbotschaft: Probiert es aus!

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Was ist so der größte Irrtum, was die Leute so glauben bezüglich deiner Profession? Viele verbinden Osteopathie oft mit die sanfte Heilung, das Handauflegen. Die Osteopathie in der Ursprungsform ist viel medizinischer und hat einen großen Mehrwert in der Komplementärmedizin. Sondre Hornthwedt ist Osteopath und Gründer eines der größten integrativen Gesundheitszentren Münchens.

In dieser Folge sprechen wir darüber, warum moderne Osteopathie weit mehr ist als Einrenken und weshalb die eigentliche Ursache von Schmerzen oft ganz woanders liegt. Wenn jetzt einer noch nie in der Osteopathie war, kannst du kurz beschreiben, was machst du konkret mit deinen Händen? Wir betrachten ja immer den Mensch als Ganzes.

Das heißt, wir gehen nicht direkt auf die Schulter, wenn die Schulter symptomatisch Beschwerden hat, sondern wir gucken uns den gesamten Mensch an. Wir hatten ja im Vorfeld auch kurz über die Psyche gesprochen. Das ist wahrscheinlich auch generell ein deutlich unterschätzter Faktor. Das ist richtig. Was wir ja sehr, sehr häufig erleben, ist, dass, sagen wir, Bandscheibenprobleme, tiefgehende Rückenschmerzen häufig im Zusammenhang mit schwierigen Lebenssituationen wie Trennung, wie Verlust zusammenhängen.

Nicht immer, aber sehr häufig. Der eine Satz, den alle bezüglich Osteopathie mit nach Hause nehmen sollten, ist? Ich würde sagen... Sondre, du bist Norweger. Genau. Und bist Besitzer und führst eines der größten integrativen Gesundheitszentren in München, kann man ja sagen. Wenn wir jetzt mal so zum Einstieg sagen...

Für unsere Zuschauer, Zuhörer, die dich ein bisschen kennenlernen wollen, wer bist du und für was stehst du? Ich bin in Norwegen geboren, bin Norweger, bin dort aufgewachsen und bin mit 22 nach Berlin gegangen und 98 nach München gekommen. Und? Aber meine Leidenschaft ist Gott sei Dank mein Beruf. Ich habe das Privileg, dass ich das gefunden habe, was ich richtig gerne mache.

Und diese Kombination aus Zusammenarbeit mit vielen Menschen, viele tolle Kollegen und dann auch was Gutes zu tun, Menschen zu helfen, das ist einfach eine tolle Gelegenheit, die ich gerne mache. Absolut. Jetzt ist ja die Osteopathie einer der Bereiche, für die du ja maßgeblich stehst. Weil du ja aus Norwegen bist, hat ja Norwegen einen ganz anderen Stellenwert, glaube ich, als in Deutschland.

Ja. Vielleicht ganz kurz nur zu Beginn. Wie wirkt es auf dich, so ein bisschen diese Doppelstruktur, wenn man weiß, das ist in Norwegen ein deutlich vielleicht strukturierterer und anerkannterer medizinischer Beruf. Und hier hat man das Gefühl, ich zumindest, so im System, ist es noch nicht so richtig klar definiert und angekommen.

Wie ist da dein Empfinden zu? Ich glaube, Osteopathie in Deutschland hat eigentlich eine sehr lange Tradition. In Norwegen ist es wahrscheinlich neuer, aber es wurde in Norwegen vor einigen Jahren anerkannt als eine medizinische Profession. Das ist eine anerkannte Therapieart. In Europa war ja England, Großbritannien der erste Land, wo Osteopathie anerkannt wurde durch das Medical Act 93 in Großbritannien.

Und mittlerweile ist glaube ich 14, 15 europäische Länder ist Osteopathie als ein eigenständiger Beruf anerkannt. In Deutschland ist es ein bisschen durch dieses Heilpraktikergesetz schwieriger gewesen. Aber es gab einen Fall jetzt vor einigen Jahren, der geklärt hat, dass Osteopathie eine Heilbehandlung ist und muss ausgeübt werden, entweder vom Arzt oder vom Heilpraktiker.

Aber Deutschland hat eine lange Tradition der Osteopathie, hat sehr viele sehr, sehr, sehr berühmte und gute Osteopathen. Und das ist schon ein spannendes Land, Osteopathie sozusagen zu erfahren. In dem Zusammenhang, was würdest du sagen, ist so der größte Irrtum, was die Leute so glauben bezüglich deiner Profession?

Ich glaube, dass viele verbinden Osteopathie oft mit so der sanften Heilung, des Handauflegen oder der Kraniosakraltherapie, was vielleicht wissenschaftlich noch nicht so leicht ist, sozusagen zu belegen. Und… Ich glaube, die Osteopathie in der Ursprungsform ist viel komplementärer, viel medizinischer und hat einen großen Mehrwert in der Komplementärmedizin, unterstützend zu Orthopädie, Physiotherapie.

Was man zum Beispiel auch oft nicht weiß, ist, dass in der Osteopathie auch so wie ein Chiropraktiker auch eingerenkt wird und etwas fester behandelt wird. Wenn jetzt einer noch nie in der Osteopathie war, kannst du kurz beschreiben, was machst du konkret mit deinen Händen? Ich glaube, das Wichtigste ist, wir beginnen ja erstmal mit einer relativ ausführlichen ganzheitlichen Anamnese.

Das ist einfach der Einstieg, damit man weiß, wo im Körper und was und welche Systeme eventuell betroffen werden kann. Dann ist die erste Sitzung mit einer relativ ausführlichen Diagnostik. Das heißt, wir betrachten ja immer den Mensch als Ganzes. Das heißt, wir gehen nicht direkt auf die Schulter, wenn die Schulter symptomatisch ist.

Beschwerden hat, sondern wir gucken uns den gesamten Mensch an im Stehen, im Sitzen, im Liegen. Wir gucken uns im Stehen nach Asymmetrien, nach Kompensationsverläufen, wir gucken nach Haltung, wie kompensiert der Körper die Schwerkraft und wie verteilt er die Last. Das ist ein wichtiger Teil der Erstuntersuchung.

Im Stehen, im Sitzen, im Liegen und dann anschließend finde ich ganz wichtig, den Patienten abzuholen und ausführlich zu erklären, was haben wir gefunden und was könnte der möglichste Auslöser für die aktuellen Beschwerden sein. Aber wahrscheinlich findest du da möglicherweise auch Sachen, kann ich mir vorstellen, die mit der Ursprungsidee oder dem Ursprungsproblem vielleicht gar nichts zu tun hat, richtig?

Ja, oft ist es so. Ich finde das Spannende mit Osteopathie ist im Prinzip, wenn man den Gründer Andrew Taylor Steele, was ja ein amerikanischer Arzt war, finde ich seine Grundprinzipien von damals, worauf die Osteopathie gebaut wurde. Und da gibt es viele Prinzipien, die man mit reinnehmen kann. Und zum Beispiel das eine, eine meiner Lieblingsprinzipien ist, the rule of the artery is supreme.

Das heißt in dem Kontext, dass wenn die Flüssigkeiten des Körpers, Lymphe, venöses Blut, arterielles Blut, Barrieren haben, verspannte Muskeln, Blockaden, dann kann das natürlich nicht wirken und dadurch entsteht natürlich Überzeitkrankheit. Wir definieren eigentlich Osteopathie selber als die Suche nach und die Beseitigung von Bewegungseinschränkungen.

Also mehr so ganzheitliches Konzept. Genau. Wir gucken uns zum Beispiel, wenn du kommen würdest mit Schulternackenbeschwerden. Oh Gott, du findest bestimmt ganz viel schreckliche Dinge. Ich traue mich nicht. Ja, da würden wir vielleicht einiges finden. Aber das Schöne ist, wir suchen nicht nach Krankheit.

Wir suchen eigentlich nur nach herabgesetzten Bewegungsmustern, Bewegungseinschränkungen und versuchen diese halt zu lösen, damit der Körperfunktion, Zirkulation und sowas auch wieder in Fluss kommt. Verstanden. Wir müssen jetzt nochmal so möglichst einfach die Abgrenzung klären, glaube ich, zu den unterschiedlichen Begriffen, damit es wirklich jedem klar ist.

Und wenn ich ganz ehrlich bin, auch mir ist es nicht so ganz klar. Also wir haben Osteopathie, wir haben manuelle Therapie, wir haben Physiotherapie und wir haben… Chiropraxis. Genau. Kannst du möglichst klar sagen, was ist eigentlich was und wie grenzt sich das voneinander ab? Auch wenn es, es muss ja Überlappungen geben, nehme ich mal an.

Genau. Kann ja gar nicht anders sein. Ich glaube, die stammen ja auch teilweise auch voneinander. Zum Beispiel die klassische Physiotherapie. Die meisten, sagen wir Historiker, meinen, das stammt aus Schweden durch den Schück-Gymnast, also der Krankengymnast. Dann ist ja die Osteopathie entwickelt worden von Andrew Taylor Still 1874, das geht ja sehr weit zurück.

Versus die Chiropraktik wurde ja entwickelt von dem Magnetist und Spiritualist Daniel D. Palmer. Das war Anfang so 1895er. Und es gibt sehr, sehr, sehr viele Parallelen in der Betrachtung und der Untersuchung. Vielleicht ist es so von der Vorgehensweise ein bisschen unterschiedlich, weil zum Beispiel der Beruf Physiotherapeut ist ja weisungsgebunden.

Das heißt, der Physiotherapeut stellt ja keine eigene Diagnose. Das heißt, das macht der Arzt und verschreibt mit einer Diagnose physiotherapeutische Leistungen. Was der Physiotherapeut dann macht mit der Diagnose, er untersucht natürlich und befindet der Region, der vom Arzt diagnostiziert wurde, zum Beispiel ein Schulter-Impingement-Syndrom, und guckt, welche Struktur dort schmerzauslösend ist und behandelt primär diese Struktur.

Der Osteopath ist ja in dem Sinne Heilbehandler und muss die Diagnose selber stellen und muss natürlich eine viel tiefer gehende Untersuchung dann halt vornehmen. Also der Osteopath ist jemand, der Patient im Vorfeld nicht zwangsläufig vorher beim Orthopäden war? Nein, oft ist es so, wir arbeiten sehr intensiv mit Orthopäden und Ärzten.

Ich finde, diese Zusammenarbeit macht sehr Sinn und macht auch sehr viel Spaß und ich glaube, davon profitiert ja auch der Patient, weil beides ist halt wichtig für eine gute anhaltende Genesung. So, der Physiotherapeut hat natürlich, und man muss dazu auch sagen, die Physiotherapie hat sich auch unfassbar entwickelt.

Wo ich meine Physiotherapie-Grundausbildung gemacht habe, in Berlin damals, 94 bis 97, war die wahrscheinlich im orthopädischen Bereich mehr manualtherapeutisch, manuell lastig. Ich glaube, die neuere Physiotherapeuten, die ausgebildet, da ist auch sehr viel Trainingskonzept mit drin, was ich sehr, sehr gut finde.

Und das wird natürlich mehr und mehr und mehr ein Bestandteil der Genesung, dass man das aktive und passive halt macht. Aber der Physiotherapeut ist natürlich Spezialist für sagen wir Akutverletzungen, Muskelverletzungen, postoperative, präoperative Vorbereitungen. Da ist sicherlich sagen wir das Hauptelement der Physiotherapie, wenn man über die Orthopädie spricht.

Der Osteopath ist vielleicht, wenn komplexere Ursachen, wenn unerklärbare Ursachen, wenn mehrere Regionen betroffen sind, dann geht man etwas tiefer und versucht diese Zusammenhänge zu verstehen und diese zu betrachten und dann zu behandeln. Und der Chiropraktiker? Der Chiropraktiker, im Grunde genommen ist es ja so, dass viele Osteopathen verwenden viele chiropraktische Griffe.

Man streitet sich natürlich immer, wo ist der Herkunft? Man sagt ja, zurück zur Hippokrates-Zeit gab es ja die sogenannten Bonesetters. Und es gab aber kein, sagen wir, Untersuchungskonzept und keine, sagen wir, es gab auch nicht viele Techniken. Und das sagt man, dass der Andrew Taylor Still im Prinzip gemacht habe, der hat Untersuchungsmethodiken.

für den ganzen Körper entwickelt und dementsprechend die Techniken halt erweitert. Von der Ursprung der Osteopathie wird, sagen wir, eingerenkt. Wir nennen das High Velocity, Low Amplitude Trusts. Und das ist ja einer der, sagen wir, wissenschaftlich vielleicht bewiesenste Effekte in der manuellen Medizin.

Und der Chiropraktiker macht genau dasselbe. Da ist es im Prinzip keinen großen Unterschied, wenn es zu dieser einen Technik kommt. Vielleicht hat der Osteopath grundsätzlich eine längere Behandlung. Das heißt, der Chiropraktiker kennt man ja oft, da reden wir über 20 Minuten wahrscheinlich so im Schnitt, versus viele Osteopathen arbeiten eher eine ganze Stunde.

Wir sagen in der Osteopathie gibt es 7, 8, 9 verschiedene Technikrichtungen. Der Werkzeugkasten ist relativ groß. Wir haben zum Beispiel METs, Muscle Energy Techniken, was auch eine Technik ist, um Gelenke zu korrigieren, aber über Anspannung, Entspannung von Muskeln. Wir haben wie gesagt High Velocity, Low Amplitude Trust.

Wir haben BLT, Balanced Ligament Tension. sagen wir, ein Problem zu lösen, je nachdem, was der Patient gerade braucht. Also was ein Chiropraktiker kann, kann ein Osteopath auch alles anwenden. Habe ich das richtig verstanden? Kann er auch. Jetzt muss man natürlich dazu sagen, wenn man über verschiedene Berufsgruppen spricht, muss man vorsichtig sein.

Ist klar. Nein, aber einfach so vom Basisverständnis, weil es gibt so viele Begriffe. Genau. Und ich finde die Zuordnung schwierig, auch wie wir ja gerade gesehen haben, weil es halt auch überlappt. Ja, das überlappt. Natürlich ist jeder von sich selber oder von seiner Überschrift am meisten begeistert und überzeugt.

Klar, ist man. Aber es gibt hervorragende Chiropraktiker, die seiner Berechtigung und sehr, sehr vielen Menschen helfen. Genauso wie Fischtherapeuten. Und in der Osteopathie gibt es Gute und Schlechte, so wie halt überall. Und es gibt sehr viele unterschiedliche Ansätze. Es gibt die Osteopathen, die verwenden sehr sanfte Techniken.

mit unfassbarem Erfolg. Und es gibt die, die etwas intensivere Techniken, wie das Manipulieren, auch mit gutem Erfolg. Ich glaube, es kommt ein bisschen auf die Person an, die diese Technik macht. Was liegt einem? Und wo spürt man selber, dass man Talent hat? Ich glaube, es gibt viele Wege nach oben.

Und dementsprechend muss man sehen, womit hat man selber mehr Erfolg? Vielleicht noch ein Begriff, medizinische Trainingstherapie. Wie grenzt die sich nochmal ab? Ich finde, das ist eine Sache, die mittlerweile, finde ich, ist eine absolute Must, weil wenn ich einen Patient, der ein relativ starkes Kompensationsmuster hat, dann hat er ja über Jahre durch diese herabgesetzte Beweglichkeit und Kompensation verliert der Körper ja Stabilität und Kraft.

Wenn ich so jemanden dann deblockiere und wieder, sagen wir, Beweglichkeit reinbringe, ist er plötzlich natürlich instabil. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass diese Blockaden und diese herabgesetzte Bewegung wieder blockiert und wieder, dass er ins alte Muster wieder fällt, ist relativ groß. Und da kommt die medizinische Trainingstherapie rein.

Diese enge Zusammenarbeit zwischen einem Physiotherapeut, einem Chiropraktiker oder einem Osteopath mit medizinisches Training ist heutzutage eigentlich mehr oder weniger Standard und es muss auch sein für einen nachhaltigen Erfolg. Muss Hand in Hand gehen. Kann man gar nicht mehr isoliert sehen. dann muss natürlich direkt anschließend auch diese Muskeln aktiviert werden, damit der Körper in der Lage ist, natürlich wieder in seine ursprüngliche Funktion zu kommen.

Das ist einfach eine Sache, wo wir bei uns sehen, da profitieren die Patienten sehr, sehr davon. Und da ist natürlich das Ziel, dass man dem Patienten hilft dann mit Übungsanleitungen, sodass man irgendwann ins Eigenregie dann diese Sachen weitermachen kann. Wie hast du vorhin einrenken gesagt? Ich kann mir vorstellen, dass wahrscheinlich einige kommen von deinem Patienten und sagen, Soundcell renkt mich mal bitte wieder richtig ein.

Dann sagt man ja so dahin. Genau. Was antwortest du so jemandem? Also grundsätzlich ist es so, ich finde es gibt selten ein Quick-Fix. Meistens ist es so, dass wenn man eine Blockade hat, dann ist es im Prinzip etwas, was sich schleichend einbahnt, weil man im Körper Kompensationen haben soll. Am liebsten untersuche ich das gerne und versuche diese Verbindungen zu finden.

Und dann ist es so, einfach schnell einrenken kann man machen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eigentlich, wenn ich relativ intensiv Faszien, Muskeln, Gewebe vorher bearbeite und das relativ intensiv mache, dann kann ich dann einrenken mit sehr, sehr wenig Kraft. Also das ist eine ganz sanfte, leichte Manipulation, was viel, viel, viel angenehmer ist für den Patienten.

Also nicht hin und einmal was du siehst, sondern macht ja Sinn, wenn man erstmal alles irgendwo gelockert und entspannt hat. Genau. Dann habe ich natürlich weniger Widerstand. Und eine Manipulation soll nicht unangenehm sein. Das soll eher was Angenehmes, Befreiendes sein. Und wenn man die richtig macht mit der richtigen Einstellung, dann ist es eine ganz sanfte, kleine Bewegung.

Und nicht mit Wucht. Das ist natürlich auch eher eine Belastung für Kapsel und Gewebe. Ich finde diese Vorbereitung, so eine osteopathische Behandlung wird grundsätzlich mit sehr viel Weichteiltechniken, sehr viele, man nennt es GOT, General Osteopathic Treatment, wo man viel mobilisiert, das Gewebe vorbereitet, den Fluss im Gewebe aktiviert und dann am Ende ist dann halt der Impuls, der das dann halt korrigiert.

Das macht absolut Sinn. Wir hatten ja im Vorfeld auch kurz über die Psyche gesprochen. Das ist natürlich auch ein ganz großer, wahrscheinlich auch generell deutlich unterschätzter Faktor. Wir haben darüber gesprochen, dass gerade bei Rückenschmerzen die Psyche… Oft die führende Ursache ist natürlich, wenn ich jetzt einen MRT mache bei zehn Leuten, dann habe ich eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass ich an der Wirbelsäule bei fünf irgendwas finde, was möglicherweise für die Rückenschmerzen verantwortlich ist, aber vielleicht auch nicht.

Genau. Kein Mensch. Oder die wenigsten, würde ich sagen, untersuchen ja auch zusätzlich dann psychische Faktoren. Ganz wichtiger Punkt. Wie ist denn das bei euch? Hast du da Psychologen, mit denen du zusammenarbeitest? Oder wie wird der Aspekt da bei dir integriert? Also das ist richtig. Was wir ja sehr, sehr häufig erleben, ist, dass Bandscheibenprobleme, tiefgehende Rückenschmerzen häufig im Zusammenhang mit schwierigen Lebenssituationen wie Trennung, wie Verlust zusammenhängen.

Nicht immer, aber sehr, sehr häufig. Ich muss ehrlich sagen, wir haben ein großes Netzwerk an Fachärzten und Spezialisten, mit denen wir arbeiten. Da bin ich sehr dankbar davor. Bis jetzt war das so, dass die meisten Patienten dann halt dem selber bewusst ist und dann halt in psychologische Behandlung.

Aber wir haben Psychologen und Coaches, mit denen wir arbeiten und dann halt auch empfehlen. Kann es im Extremfall so sein, dass du jemanden siehst und vielleicht so untersuchst und dann schon relativ früh sagst, ich glaube, dein Problem liegt irgendwo anders? Ja, kommt schon vor. Ist das schwer zu kommunizieren?

Ja, da muss man vorsichtig sein. Da muss man vorteilig sein und heutzutage ist ja dieser Begriff Coach oft leichter zu nutzen. Und ich glaube, das ist auch so ein Prozess im Laufe der Behandlung. Das Privileg, was wir ja haben, wir verbringen ja viel Zeit mit Patienten. Meine Behandlungen sind ungefähr eine Stunde.

Und somit lernt man sie ja gut kennenlernen und somit kann man sie ja langsam hier eintasten und dann versuchen, den Patienten zu beraten und zu helfen. Das ist ein Faktor, den will man ja als Patient nicht unbedingt gerne hören. Und da wird natürlich dann ganz schnell so kolportiert, naja, wird wieder alles nur auf die Psyche.

Ich sehe jetzt schon die Kommentare bei uns rum, aber das ist ja nicht... als negativ gemeint. Das ist nur ein weiterer Untersuchungs- oder Faktor, den man analysieren sollte, wenn man die Sachen ganzheitlich betrachtet. Sehe ich genauso. Ich finde, in dieser Kreis, dieser holistische Kreis, ist eine Psychologie ganz, ganz, ganz, ganz wichtig.

Und viele Unternehmer, die haben ja auch mittlerweile Gesprächspartner, wo die auch sagen wir in Form von Coaches da betreut werden. Das sieht man häufig als Fall. Also wir versuchen natürlich, in der Regel ist es ja so, dass wenn ein Patient wirklich ein Problem hat, dann ist die Psyche eine Art, aber wir finden ja auch sehr viele medizinische Sachen, an denen wir arbeiten und versuchen das dann zu kombinieren und den Kunden bewusst zu machen.

Ich unterhalte mich da relativ viel mit meinem Freund Jens Korsen, den kennst du wahrscheinlich auch, der ist ja… Eine meiner Lieblingsautoren, aber ich kenne ihn leider nicht. Ja, war ja auch schon bei uns im Podcast. Er ist ein absolut faszinierender Mensch. Ja, Wahnsinn. Und er ist ja kognitiver Verhaltenstherapeut und eben auch Coach für viele, viele berühmte Leute in Deutschland.

Und der erzählt natürlich da auch immer ... Sehr, sehr interessante Dinge aus seinem Alltag und da ist mir das auch nochmal so besonders bewusst geworden, wie wichtig die Psychologie und teilweise auch spirituelle Themen sind, wobei ich jetzt natürlich eigentlich hardcore schulmedizinisch geprägt bin.

Also vor ein paar Jahren hätte ich da vielleicht noch nicht so drauf reagiert, aber je länger man in dem Bereich tätig ist, desto mehr sieht man, dass das auf jeden Fall Faktoren sind, wo ich unbedingt drauf bin. Das finde ich auch einen wahnsinnig spannenden Bereich. Ich bin auch eher… Schulmedizinisch gerichtet, aber ich finde, man sagt ja oft, das, was vor zehn Jahren als Esoterik gesehen wurde, ist heute mittlerweile Wissenschaft.

Ich finde, da gibt es so viele wichtige Aspekte mit Körper, Geist, Seele, Gedankengut, wie man sich im Prinzip von Einstellung, und da finde ich ja, Korsten mit seinem Selbstentwickler ist sehr, sehr, sehr wichtig, ist ein spannendes Thema. Ja, auch bei uns hier im Radiokirurgiezentrum mittlerweile, man merkt ja, wenn die Leute nicht wirklich hinter der Therapie stehen, sondern wenn sie skeptisch sind, wenn die sagen, ah, das sind mit den Strahlen, das ist mir eher unsympathisch und ich bin eigentlich nur da, weil irgendwie mein Mann hat mich geschickt oder der Nachbar hat mir das empfunden, aber man merkt den Leuten dann an, relativ schnell, Das geht ja sicherlich auch so, irgendwie wollen sie gar nicht da sein und sie lehnen das eher ab und dann sage ich immer, ich will sie noch nicht behandeln.

Sie sind vom Kopf her noch nicht so weit, weil das gehört auch dazu. Natürlich können wir den Tumor ausschalten, aber wenn man nicht dran glaubt und wenn man nicht dahinter steht, dann wird man nicht glücklich. Man hat genug Zeit in den meisten Fällen, das zu durchdenken und sich zu überlegen. Und wenn ich dann sage, okay, alle meine Fragen nach außen und nach innen sind beantwortet und ich bin jetzt fein mit der Situation, dann passt es.

Aber gegen so innere Widerstände in eine Behandlung zu gehen, nach dem Motto Augen zu und nur durch, ist meistens keine gute Idee. Das ist Zwang irgendwie. Ja, genau. Ich sehe es genauso. Da finde ich zum Beispiel einen der Mitgründer der Osteopathie, John Martel Littlejohn, der hat vor 130 Jahren gesagt, dass positive Gedanken und negative Gedanken, also negative Gedanken führen dazu, dass Krankheiten, die in uns alle gedeihen, den Ursprung hat und sich auslöst versus positive Gedanken verhindert den Ausbruch von Krankheiten, die in uns ist.

Und das ist ja vor 130 Jahren gewesen. Und da sieht man ja heutzutage auch, viele Wissenschaftler meinen ja, dass im Prinzip positive Gedanken führen zur Produktion von gewissen Proteinen, die wiederum dann halt gewisse Hormone ausschütten, ob das Glück oder Stresshormone ist und das bewirkt auf unser Immunsystem so Ich finde diese Gedanken sehr, sehr spannend.

Absolut. Ich glaube, das Gedankengut ist ja auch ein Muskel. Das muss trainiert werden. Wir wissen, dass wir den Biceps aufbauen müssen. Dann kostet es Zeit und Energie. Aber der Gedankenmuskel, der muss genauso trainiert werden. Und eigentlich ist es ja mein Lieblingsthema gewesen, was du ansprichst, also die Psychoneuroimmunologie.

Also wie die Psyche und das Gehirn und das Immunsystem zusammenarbeiten. Sehr spannend. Ursprünglich wollte ich eigentlich Psychoneuroimmunologe werden. Ja, toll. Ich weiß nicht, ob ich das noch nie erzählt habe. Ja, toll. Weil ich auch von der Idee total fasziniert bin. Du bist ja nie so spät, gell?

Ja, das Problem ist aber nur, das ist halt dann wirklich oft reine Wissenschaft. Ja, ja. Und... das hat mir zu lang gedauert, bis du zu Ergebnissen kommst. Und wenn man mal ehrlich ist, da ist schon jetzt einiges gefunden worden, aber die letzten 20 Jahre auch nicht allzu viel. Und dafür bin ich dann zu nervös.

Also ich musste eben Ergebnisse sehen. Und wäre jetzt keiner, der sich jetzt da so jahrelang im Labor auffällt und dann kleinste Gewebsveränderung oder so misst. Aber intellektuell interessant. Super spannendes Feld. Finde ich, ist es... Beste überhaupt innerhalb der Medizin. Aber man sieht auch daran, wie komplex das menschliche System ist.

Definitiv, ja. Wenn man sieht, wie wenig da in den letzten Jahren oder Jahrzehnten überhaupt rausgefunden wurde. Es gibt immer noch so viele Sachen, die man überhaupt nicht versteht. Man würde ja denken, jetzt bei uns 2026 mit KI und so, wir wissen schon alles. Je mehr wir wissen, desto mehr wissen wir, was wir nicht wissen.

Ja, genau so ist es. Das sehe ich genauso auch. muss man ja vielleicht erschreckenderweise oder nüchternerweise feststellen. Ja. Aber jetzt in dem Zusammenhang, ich meine, man kann ja in Deutschland relativ einfach, glaube ich, sich Osteopath nennen, richtig? Ja, der Titel ist in dem nicht geschützt.

Das machen ein paar Kurse. Genau. Wie für unsere Zuschauer, Zuhörer, Wie finde ich denn jetzt einen richtig guten Osteopathen? Gibt es irgendwas, wo du sagen würdest, da sollten die Leute darauf achten? Ich würde grob sagen, eine vierjährige Vollzeitausbildung oder eine fünfjährige Teilzeitausbildung ist ein Minimum.

Ich glaube, das würde ich als Voraussetzung für den Zuschauer setzen. Es gibt ja Verbände, zum Beispiel Verband Osteopathie Deutschland, die haben eine Postleitzahlliste, wo man halt reingehen kann und nach Postleitzahlen nach Osteopathen. Da ist natürlich eine große, große, große Liste mit qualifizierten Osteopathen.

Sind die in der Liste dann alle, haben die alle so eine Ausbildung gehabt? Das heißt, um dort, sagen wir, Mitglied zu werden, muss man eine anerkannte Ausbildung haben. Viele von diesen sind Ärzte, andere sind Heilpraktiker, andere sind Physiotherapeuten mit dann halt einer osteopathischen Zusatzausbildung.

Aber die sind alle qualifiziert. So das ist natürlich eine gute Ausgangslage. Unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Beschwerden brauchen unterschiedliche Ansätze. Dann ist es natürlich auch so eine persönliche. Komme ich mit den Therapeuten, ist es für mich der Richtige? Da gibt es natürlich, wenn ich in dieser Liste gehe, dann kann es sein, dass ich zehn finde und vielleicht zwei davon passt für mich.

Da gibt es natürlich leider, genauso wie beim Ärzten, eine Garantie, dass es halt der Richtige, der für mich den richtigen Ansatz ist. Eher würde ich sagen über Empfehlungen von Ärzten oder von Freundschaftsbereichen, wo man sagt, hast du da jemanden guten. Und ich glaube grundsätzlich gilt ja der Regel, wer heilt hat Recht und es gibt wie gesagt da sehr unterschiedliche Ansätze, die alle die Berechtigung haben.

Ist dann möglicherweise auch individuell. Der eine ist mehr so im Ansatz aufgeschlossen, der andere sagt, dem sein Prinzip spricht mich eher an. Das muss man ausprobieren. Genau. Und wie gesagt, jetzt ist es ja so, dass der T-Clear in dem Sinne nicht geschützt ist. Aber wenn man zum Beispiel über die Kassensysteme geht, dann ist natürlich, sagen wir, wenn man privat versichert ist, dann wird es ja übernommen, wenn ein Arzt oder ein Heilpraktiker das ausübt.

Und da ist es oft so, dass die Versicherungen auch Qualifikationsnachweise und die prüfen dann, ob der Osteopath eine fünfjährige anerkannte Ausbildung hat. Somit weiß man mindestens, dass man abgesichert ist. Und ein gesetzlich Versicherter, da ist es ja so, dass Ich glaube, es gibt in Deutschland 160 gesetzliche Krankenkassen.

Ich glaube, etwa 130 davon erstatten ja mindestens einen Teil. Wenn ein Arzt eine Empfehlung ausschreibt auf ein Privatrezept, also es geht ja nicht vom Budget vom Arzt, dann erstattet die Kasse mindestens einen Teil. Was ist das so ungefähr? Leider relativ, da reden wir über 30 bis 60 Euro pro Behandlung.

Und das sind in der Regel drei bis sechs Behandlungen. Das ist nicht zu viel. Und eine osteopathische Behandlung liegt, je nachdem wo man ist, denke ich, zwischen 100 und 160 Euro. Je nachdem, welches Bundesland und welche Region. Also muss ich schon einiges selber zahlen, aber natürlich sind 30, 40, 50 Euro natürlich auch einfach zu wenig.

Ist auch klar. Und dann ist es so, da muss man auch fairerweise sagen, Osteopathie ist natürlich nicht die Lösung für alles. Das heißt, wir können sehr, sehr vieles. Aber wie gesagt, ein Quick-Fix in ein, zwei Behandlungen ist wünschenswert. Aber das ist natürlich oft so, dass... Wenn man seit zehn Jahren durch Lebensstil und durch, sagen wir, Kompensationen halt irgendwie jetzt einen Ausbruch und ein Problem hat, dann ist es nicht in drei Sitzungen halt getan.

Dann dauert es ein bisschen länger. Was würdest du sagen, wie viele Sitzungen brauche ich mindestens, um nachhaltige Effekte zu spüren? Und gleichzeitig, was ist so die Maximalzahl? Weil ich kann mir vorstellen, dass bei einigen sich einfach auch dann vielleicht nichts tut. Ja. Und dann bin ich vielleicht auch auf dem falschen Weg.

Ja, genau. Also was brauche ich mindestens und was brauche ich maximal? Ich finde, ein seriöser Osteopath sagt, ich muss Ergebnisse erzielen. Und ich finde so eine Pima-Down-Regel, in vier bis sechs Sitzungen muss ich was tun. Je nach Komplexität kann das 10% Effekt oder es kann 80, 90, 100% Effekt sein.

Aber ich muss irgendwas merken. Man muss irgendwas merken und das innerhalb von vier bis sechs Sitzungen. Wenn das ein relativ, sagen wir, gesunder Mensch mit wenig Probleme, dann kann das sein, dass vier bis sechs Sitzungen halt reichen. Wenn es ein komplexerer, chronifizierter Fall ist, dann ist es oft so, dass sich zehn, eher 15 Sitzungen brauchen, allein um die Chronifizierung zu durchbrechen, bis das Gewebe eigentlich Änderung zulässt.

Und dann kommt natürlich diese Geschichte, wir machen halt eine manuelle Behandlung. Und ohne die Mithilfe des Patientens wird es halt nicht nachhaltig. Das heißt, Lebensstiländerung, gezieltes Training, da gibt es halt viele Aspekte. Ernährung, was auch absolut in Verantwortung der Patient ist, dann halt parallel.

mitzumachen. Und auch Training weiter, ne? Definitiv. Es reicht nicht, mich einmal bei dir sozusagen behandeln zu lassen und einrenken zu lassen und sagen, geht's alles gut? Genau. Ich muss natürlich dann konstant dranbleiben. Genau, so ist es. Jetzt haben wir natürlich ganz viele Leute, viele von deinen Also Patienten sind natürlich, die sind sehr busy, die haben wenig Zeit, die sind praktisch permanent auch unterwegs.

Hast du für die sowas wie so ein Mini-Programm, wo du dann sagst, okay, ich verstehe, dass du nicht jeden Tag zwei Stunden trainieren kannst, aber... Viertelstunde, 20 Minuten morgens müssen sein, sonst wirst du nicht glücklich. Ich finde, dass Training immer eine Stunde ist, finde ich überschätzt. Ich finde, 20 Minuten macht Wunder.

Das Wichtige ist die Consistency, also die Regelmäßigkeit, dass man dranbleibt. Wenn man dreimal die Woche intensiv 20 Minuten trainiert, dann ist es ein unfassbarer Effekt. auch 10 Minuten gezielte Übungen kann auch Wunder werden. Mikrozirkulation, Steigerung, etc. Genau. Und kriegen die Leute dann von dir, kriegen die sowas an die Hand?

Ja. Das muss ja auch individuell sein letztendlich. Das ist ja bei jedem anders. Genau. Also bei uns ist es so, dass das Training beginnt immer mit einer sogenannten Bewegungsprofiling oder einer Einstiegsdiagnostik. Also basierend auf das, was wir Osteopathen finden an Kompensationsmuster, an Haltungsdefizite, fängt dann der Trainer an und macht verschiedene diagnostische Untersuchungen, testen Beweglichkeit, testen muskuläre Asymmetrien, testen Kraft.

Wie wird das überprüft? Wie sagst du Profiling? Ja, wir nennen das halt Profiling, weil wie ein Kriminal, der wirklich in die Tiefe geht. Macht ihr da Fotos oder wird das mit Video analysiert? Wir haben einen klassischen Einstiegs-Bewegungs-Profiling, das ist Bewegungstests. Und dann ergänzen wir das mit sehr viel Hightech-Diagnostik.

Wir machen zum Beispiel einen 3D-Scan vom Körper, wo wir natürlich mit Bioimpedanzmessungen und Scanhaltungsdefizite, da sieht man wirklich sehr genau, um wie viel Millimeter oder Zentimeter der Kopf nach vorne steht, die Schultern nach vorne. Man sieht Umfangmessungen und alleine aus dem Bild erkennt man sehr viel.

Dann machen wir eine etwas mehr avanzierte Bioimpedanzmessung, wo wir Mikrosirkulationen und relativ viele andere Sachen sehen. Dann machen wir eine Range-of-Motion-Testung. Das heißt, mit Geräten können wir relativ schnell die Beweglichkeit in Grad in jedem Gelenk im ganzen Körper messen und grafisch darstellen.

Dann haben wir Sauerstoffaufnahme, so eine V-Otomax-Messung. Dann machen wir Kraftmessungen. Wir haben drei, vier Systeme, wo wir Maximalkraft und Kraftverhältnisse im Körper sehen. von Argonisten, Antagonisten. Und somit haben wir eine gute Basis. Klingt ja sehr umfassend. Ja, das ist schon unspannend.

Es macht dann halt viel mehr Spaß, weil man dann viel gezielter wirklich, sagen wir, aus schlechten Mustern, denn sagen wir, Grundstabilität dann wiederherstellen kann. Was ja die Voraussetzung ist dann halt für ein gesundes, nachhaltiges Haltetraining. Wir versuchen eigentlich ... von Grund die Basis wiederherzustellen, sodass es einfach eine gesunde Basis für Leistungssport, für Sport oder für Fußballspiel mit den Enkelkindern ist, sodass man da einfach präventiv auch vorgehen kann.

Du hast ja viele Leistungssportler, glaube ich, auch bei dir oder auch sogar Profisportler in der Praxis. Ja, haben wir immer wieder. Wir haben keinen Hauptfokus darauf. Die großen Vereine haben natürlich ihre eigenen Beteiligungen. Aber trotzdem, soviel ich weiß, habt ihr ja da auch Leute aus dem Hochleistungssport.

Genau. Wie arbeitet ihr denn mit denen im Vergleich zum, sagen wir mal, haltungsgeschwächten, gestressten Manager aus Bogenhausen? Das heißt, fangen wir mit den Manager an. Da versuchen wir natürlich erstmal durch Diagnostik und Analyse einfach eine Status Quo. Da kombinieren wir natürlich, sagen wir, Beweglichkeit, Kraftanalysen, Haltungsanalysen, auch mit Laboranalysen, mit Mikrobiomen, mit Blut, um zu sehen einfach, Gibt es Entzündungsprozesse im Körper?

Wie ist es mit der Ernährung? Inwiefern steht es in Relation zu den Beschwerden, die er hat? Und versuchen dann halt den zu beraten und zu helfen, vom Lebensstiländerung bis hin zu regelmäßiger Beweglichkeit, um dann halt seine persönliche Bestform wieder zu erreichen. Das ist im Prinzip so der klassische Manager.

Bei Sportlern ist es ja mehr, sagen wir, Zustand nach einem operativen Eingriff oder einer Akutverletzung. Da geht es mehr um ihn so schnell wie möglich wieder leistungsfit zu machen für seinen nächsten Wettkampf oder für das Spielen wieder. Genau. Jetzt was so ein bisschen Modewort ist und da interessiert mich, ist es wirklich nur Modewort oder ist es auch vielleicht was Messbares, wenn Leute zu euch kommen, sagen die doch bestimmt, das ist ja auch so ein bisschen ein Begriff aus der Osteopathie, ich resette meinen Körper.

Ja. I reset my body. Ja, genau. Das heißt ja erstmal eigentlich nichts. Nein. Oder wie schätzt du, was ist, wenn so einer kommt und sagt, ich will gerestettet werden? Ja, genau. Nimmst du das ernst oder sagst du, wir müssen gleich auf einem ganz anderen Level hier starten? Ja, also ich finde, wir alle haben ja durch unterschiedliche Lebensumstände natürlich gewisse Lasten.

was auf unsere Gesundheit natürlich negativ einwirken. Und ich finde schon, dass so eine Art Reset, wo man sagt, okay, wo stehe ich gerade und wo will ich hin, um dann zu sagen, und ich glaube gerade das Verständnis für, wie steht so mein Körper für den Patienten, ist eine ganz, ganz, ganz wichtige Ausgangslage.

Und ich finde den Patienten durch, sagen wir, harte Fakten, das mal auf dem Papier zu bringen und zu zeigen, ja. wie sieht es bei dir gerade aus und was ist die Lösung? Womit fangen wir an? Und vor allen Dingen auch aufzuklären, was muss der Patient selber tun? Wo muss er im Prinzip sagen, im Leben Änderungen und Kompromisse eingehen, um dann halt auf den Level zu kommen, was er gesundheitlich sich wünscht?

Ich kann mir vorstellen, dass du... viele Patienten auch siehst, die schon die eine oder andere Vorerfahrung gemacht haben. Die sagen, ich war bei dem Experten, ich war beim Orthopäden und ich war ... beim Hausarzt und ich war bei einem Physiotherapeuten, habe alles nichts gebracht. Ja, genau. Ich habe immer noch dieselben Schmerzen wie immer.

Keiner konnte mir helfen. Das sind meine Lieblingspatienten. Das ist ja oft eine Herausforderung. Auf der einen Seite will man ja nicht gern irgendwie alles schlechtreden, was vielleicht die Kollegen so gemacht haben. Ja, definitiv. Auf der anderen Seite siehst du vielleicht auch dann relativ schnell, Dinge, die bisher nicht gesehen wurden?

Oder ist das so in der Praxis? Wie gehst du damit um? Ich glaube, das ist schwierig. Ich glaube, wenn man sich Zeit nehmen darf und wirklich dann... Also ich finde solche Herausforderungen immer wahnsinnig spannend. Und das ist eigentlich meine Lieblingspatientin, weil... Und das triggert so ein bisschen so diesen innere Lust zu sagen, ich will diesem Mensch helfen, weil derjenige leidet, hat einen langen Weg hinter sich.

Und dann zu versuchen, mit, sagen wir, den Prinzipien von den Ansätzen, die wir haben, über die Analyse zu sehen, was könnte man anders machen. Wenn man sieht, das und das und das hat Kollegin vielleicht bis jetzt versucht, ohne viel Erfolg. dann muss es ja vielleicht einen anderen Weg gehen. Und ich finde, da ist dieses ganzheitliche Denken einfach sehr, sehr, sehr wichtig.

Ich finde, die Haltung zum Beispiel ist so ein unterschätztes medizinisches Diagnostiktool, weil wie man die Schwerkraft sozusagen absorbiert im Körper, hat Effekte auf intrathorakale, intraabdominale Druckverhältnisse, was wiederum Effekte hat auf respiratorische, zirkulatorische Systeme, was dann halt wiederum gewisse Muskeln und Gelenke überlastet.

Und wenn man das mit rein betrachtet und dann die ganzheitliche Untersuchung und so sagt, okay, ich finde hier die Verbindungen und dann versuchen einfach, dem Patienten was Gutes zu tun. Einfach eine angenehme, gute Behandlung. Und wenn man dann Erfolg hat und das schafft, das ist natürlich hoch inspirierend.

Dafür lebt man ja und dafür macht man ja gerne den Beruf. Das ist natürlich ... 100% richtig. Das Problem ist nur, im System selber ja schwer zu finden. Aber gerade dieses Ganzheitliche wird ja nicht unbedingt gefördert. Ich soll ja immer zu einem Arzt gehen, ich soll dann zu einem allgemeinen oder praktischen Arzt gehen erstmal und dann werde ich zu einem Spezialisten überwiesen.

Aber der Spezialist, mittlerweile ist die Medizin natürlich so groß, dass der Spezialist in den allermeisten Fällen logischerweise aus seinem Spezialthema die Sachen angeht. Genau. Aber eigentlich muss sowas immer ein bisschen ein Team-Approach sein. Das sehe ich genauso. Und ich finde, das ist gerade spannend.

Nur, wo kriege ich dieses Team? Ich meine, es gibt doch, jetzt kennen wir beide hier seit 20, 30 Jahren, auch die Münchner Medizin. Die Münchner Medizin ist ja im ambulanten Bereich top class. Es gibt ja bei uns also ... Die besten Ärzte der Welt. Alles und jeden, gerade auch im ambulanten Bereich, ja.

Nur einmal weiß ich nicht so direkt unbedingt, wer es ist, wie ich hinkomme. Aber auch die arbeiten nicht unbedingt alle zusammen. Findest du das nicht schwierig? Ich finde es schade. Ich finde es schade, weil ich glaube, da könnte man so viel mehr von anderen profitieren. Ich glaube, jeder ist so beschäftigt mit seinem eigenen Thema.

Ich finde, wir sind auf jeden Fall sozusagen gesegnet, dass wir in München leben mit wirklich so vielen Spezialisten und so vielen Top-Ärzten. Und ich glaube auch, genau wie du vorher gesagt hast, die Medizin ist so groß geworden, dass man kann nicht alles. Man kann nicht in alles Spezialist sein. Und ich finde genau, wenn man natürlich sich findet und weiß, wenn ich einen Patient habe mit einem Problem, da braucht es einen Spezialisten, dass man den dahin referieren kann.

Du hast ja auch deine Abgrenzung natürlich. Du hast ja sicherlich auch, wo du sagst, okay, jetzt sind wir hier mit der Physiotherapie, Osteopathie irgendwo am Limit. Jetzt braucht es nochmal Bildgebung. Vielleicht braucht es dann doch einen operativen Eingriff. Genau, ganz wichtig. Oder eine fortschrittliche medizinische, medikamentöse Therapie.

Das ist ja auch immer eine Abgrenzung. Das heißt, ihr braucht natürlich dann auch... möglichst gutes Netzwerk, was wir natürlich beide mit der Zeit haben. Genau. Das ist ja auch was, was mir zumindest auch bei uns großen Spaß macht. Im Sinne der Patienten, dass wir halt unsere Patienten, sagen wir mal, in ein, zwei Tagen.

Genau. Und das bei euch wahrscheinlich ähnlich zu einem Top Spezialisten bringen können. Ja. Was normalerweise so mit länger Wartezeiten und so sehr, sehr schwer ist. Genau. Das heißt, wenn man im Netzwerk agieren kann ist man da unheimlich schlagkräftig. Es ist ja auch, ich habe gerade einen Artikel gelesen, in den USA gibt es jetzt einen richtigen Begriff schon für, ich weiß nicht, ob du das kennst, White Glove Medicine.

Ja. Da gibt es Agenturen, da muss man sehr, sehr viel Geld zahlen, um Mitglied zu werden und die Agenturen haben dann sozusagen Spezialisten-Netzwerke. Und ich rufe dann an und dann bekomme ich halt eine Garantie innerhalb von 48 Stunden bei dem und dem Spezialisten für mein Thema unterzukommen. Das ist natürlich toll.

Das ist toll. Gut, die USA hat andere Preise als wir. Ich glaube, sowas gibt es jetzt bei uns in Deutschland in der Art noch nicht, obwohl es ansatzweise vielleicht auch sinnvoll wäre oder viele Leute da einen großen Bedarf sehen. Ja, ja. Multimillionär, dem sein Hauptziel ist, gesund zu werden. Und wenn ich aber jetzt kein Netzwerk in der Medizin habe, ist es unheimlich schwer, mit allem Geld der Welt an die richtige Stelle zu kommen.

Dafür brauche ich eigentlich gar kein Geld. Ich brauche nur das Wissen. Genau. Das Problem ist natürlich, wenn du dich in so ein Netzwerk reinzahlen kannst, heißt das natürlich nicht, dass du qualitativ der Beste bist. Das wäre der Kritikpunkt, dann müsste man natürlich vorher mal genau analysieren, wer macht denn da wirklich alles mit.

Genau, genau. Und ich finde, das ist ja das, was sagen wir, wir beide haben über viele Jahre, dann hört man ja sehr viel Feedback vom Patienten. Und man weiß, wer ist für was gut. Und ich glaube, es ist wichtig, dass man ein Netzwerk mit mehreren Spezialisten, wir arbeiten ja mit sehr, sehr vielen Orthopäden zusammen, wir arbeiten mit Internisten zusammen, wir arbeiten mit Radiologen, Zahnärzten, Gynäkologen, Urologen.

Und das ist einfach, das macht sehr viel Spaß, wenn man da wirklich für den Patienten als Team wirklich den Vor allem auch beidseits. Das heißt, man weiß genau, wenn der Kollege mich anruft, dann hat es Hand und Fuß und dann sehe ich seinen Patienten entweder heute noch oder spätestens morgen. Und weil man ist ja selber auch als Mediziner diese langen Wartezeiten und diese bürokratischen Hürden satt.

Die sind natürlich von außen systembedingt teilweise auch gewünscht, muss man ja leider sagen. Aber wenn man da so interaktiv tätig sein kann, dann ist das für alle Beteiligten eine unheimlich schöne Sache. Ja, und das inspiriert ja auch. Ich finde gerade so dieses, neulich kam ein Kollege zu mir und hat gesagt, du, ich habe jetzt diesen Patienten und ich habe so richtig, richtig Bock, dem zu helfen, aber da brauche ich dich.

ich brauche deine Hilfe. Und lass uns mal richtig denen helfen und schnell irgendwie fit. Und das inspiriert und motiviert. Und dieses, sagen wir, gegenseitiges Austausch sowohl der Patienten über mehrere Disziplinen zusammen, das ist einfach sehr bereichernd und macht Spaß. Absolut. Also du sagst jetzt noch mal, Der sehr, sehr eingeschränkt ist, dreimal 20 Minuten die Woche.

Ja, da kannst du schon viel erreichen. Genau. Was sollen die eher machen? Machen die mehr so Stretching-Sachen? Machen die einfache Bewegungsübungen? Oder sollen die richtig auch Krafttraining machen, besonders vielleicht für ihre schwächeren Bereiche? Ich bin so ein bisschen ein Fan davon, wo man sagt, also ich glaube, Beweglichkeit kommt vor Kraft.

Wenn man so ein bisschen wie wir Osteopathie betrachten, finde ich, kann man da Parallel- und Übertragungen auf die Trainingstherapie. Wenn man sagt, Beweglichkeit kommt vor Kraft, die Suche und die Beseitigung von Bewegungseinschränkungen. Das ist ja wiederum die Voraussetzung dafür, dass der Muskel gut funktionieren kann und zirkuliert und durchblutet wird und dadurch sich aufbauen kann.

Ich finde, wenn man sehr eingeschränkt und sehr wenig Bewegung hat, ist sicherlich das Wichtigste erst mal so eine gewisse Art von Gelenkigkeit aufzubauen. wieder zu bekommen. Und da ist viel, sagen wir, Fasschenarbeit, wo man mit verschiedenen Fasschenbällen rollen, wo man verschiedene Stretching-Übungen macht.

Das ist sicherlich immer so ein bisschen als Einstieg und gut zu machen und das wiederum dann kombinieren mit Stabilitätsübungen und Kraftübungen. Gut, wenn ich natürlich dann starke Verspannungen oder Blockaden habe und wenn ich dann auf die Blockade schiebe, mein hartes Muskeltraining draufsetze, dann ist es logisch, dass das nicht wirklich produktiv ist.

Und auch Verletzungsgefahr ist natürlich dadurch hoch. Deswegen ist es so, oft ist es ja schon so, dass wenn man Krafttraining betreibt, ist natürlich die Zirkulation dadurch aktiviert und das tut gut. Aber es kann auch in die andere Richtung gehen, wenn das Gelenk oder die Strukturen dafür noch nicht, sagen wir, frei und vorbereitet ist, dann geht es schnell halt in die andere Richtung.

Ich glaube schon, es ist sehr, sehr, sehr wichtig, wieder die Beweglichkeit in den Strukturen herzustellen und dann daraufhin Stabilität und Kraft aufzubauen. Was ja jetzt auch gerade in der letzten Zeit so ein bisschen durch Social Media immer wieder kursiert, ist so Nervus-Vagus-Therapie. Ja, genau.

Da wissen die meisten ja auch gar nicht so richtig, was mit anzufangen, aber es ist schon fast so ein Modewort. Ist das was, wo ihr auch mit betraut seid bei euch im Zentrum oder? Ja, das heißt, der Funktion der Nervus vagus ist natürlich vielfaltig in dem ganzen Verdauungsprozess. Und deswegen ist es ein wichtiger Muskel, ein wichtiger Nerv und dementsprechend kann der auch behandelt werden.

Wenn man aus der osteopathischen Ansätze geht, geht er ja von vorab in die Nucleare hinten hier raus und geht ja parallel um die Speiseröhre. innerviert ja große Teile. Ich finde das als eigene Therapieform persönlich ein bisschen übertrieben, aber Nervus vagus ist ja eine Nerve, wo man relativ großen Input durch verschiedene osteopathische Techniken haben kann.

Also den stimuliert ihr sozusagen? Ja, wir stimulieren den in dem, dass wir im Prinzip sagen, wir die Strukturen oben, erste, zweite Halswirbelsäule behandelt, korrigieren und den Verlauf der Nerv. Das ist ein sehr, sehr wichtiger Nerv, den wir absolut mit betrachten. Aber dass der Nervus vagus immer die Ursache ist für alles, das sehe ich sehr skeptisch.

Es gibt doch auch diese Stimulatoren, Nervus Vagus Stimulatoren. Ja, diese Atlas-Therapien. Wo ich mir so einen kleinen Stimulator hinten draufklebe. Genau. Was soll der eigentlich, ich habe noch nicht ganz kapiert, was der eigentlich machen soll. Weil der Nerv ist ja nicht... unterstimuliert, sozusagen.

Nehmen ist ja nicht, es gibt ja diese neue Device, das ist richtig. Das ist wahrscheinlich mehr einfach, um so ein bisschen so eine Ruhe zu finden und runterzukommen und so ein bisschen, sagen wir, weg von Stress und Ich glaube, das ist eher der... Also quasi auch ein bisschen psychologische Faktoren, was ja nicht unbedingt schlecht ist.

Genau, genau. Wie du gesagt hast, wer hält denn recht am Ende des Tages? Genau, genau. Meine Frau hat gerade dieses Gerät getestet und sie hat gemeint, das war angenehm, aber das war nicht so, dass es einen großen Effekt hatte. Aber finde ich, also ausprobieren und sehen, ob es mir gut tut und wenn ja, dann auf jeden Fall weitermachen.

Also wenn du jetzt morgen, du bist ja sehr erfolgreich mit deinem Zentrum, wenn du jetzt sagst, jetzt gibt es Lindebergs auch in Hamburg, in Zürich und natürlich in Oslo. Ja, genau. Ist ja klar. Was würdest du sagen, jetzt mal mit so einem unternehmerischen Gedankengang nochmal, was wäre da so der schwierigste Punkt für dich, das zu realisieren?

Ich glaube, dass um sowas zu machen, muss glaube ich der Basis stimmen. Und der Basis ist für mich, es ist natürlich, sagen wir, schwierig heutzutage gutes Personal zu finden. Physiotherapeuten sind Mangelware, gute Osteopathen zu finden, gute Trainer zu finden. Also ich glaube, man braucht ein Modell, wo man ein sehr attraktiver Arbeitgeber ist.

Und ich glaube, um das zu werden, gibt es halt sehr, sehr viele Sachen. Wir arbeiten zum Beispiel gerade in die Entwicklung für eine eigene Software, was nicht nur klassisch Abrechnung, Terminierung, aber auch eine viel intensivere und bessere und tiefere medizinische Betreuung der Kunden sich mit befasst.

Dann glaube ich, dass man sehr gute Schulungskonzepte braucht. Wir haben zum Beispiel ein eigenes Akademie, wo wir eigentlich die gefragtesten Dozenten weltweit zu uns holen regelmäßig. Wir haben so acht bis zehn Wochen Fortbildungen im Jahr, sodass unsere Mitarbeiter von diesen Therapeuten, Trainer, Ärzte lernen können.

Wir bauen auch ein intensiveres Onboarding und versuchen, sagen wir, die qualifizierte Therapeuten besser zu machen, indem wir denen auch viel, viel, viel schulen. Und ich glaube, wenn so ein Konzept in der Basis steht, dann kann man sicherlich erweitern mit weiteren Filialen. Ich finde auch das sehr, sehr spannend, auch Mitarbeiter mit auf diese Reise zu nehmen und denen vielleicht eine Zukunftsperspektive anzubieten mit Partnerschaften in anderen Filialen.

Da arbeiten wir so ein bisschen daran, dass wir das irgendwann mal realisieren. Ist das was, was am Horizont so ein bisschen spielt? Doch, doch, doch. Ich bin einfach, ich bin leidenschaftlicher Unternehmer. Also ich lese viel, höre viel und mir macht der Part auch sehr, sehr, sehr viel Spaß. Gerade diese Vielfalt an tollen, jungen Menschen, die richtig Interesse haben, besser zu werden und sich zu entwickeln.

Und wenn man die alle irgendwann mal verlieren würde, weil die irgendwann selbstständig was machen wollen, wäre es ja schade, nicht mit denen halt was zu machen. Das ist so ein bisschen mein Traum und Idee, dass wir sagen, wir bauen ein Konzept, wo ein Therapeut zu uns so eine Karriereperspektive haben und dann in eine Filiale Partner werden kann.

Aber das ist halt Zukunftsperspektive. Das ist aktuell nicht spruchreif, aber das wäre ein sehr schöner Gedanke. Es ist gedanklich interessant. Wir hatten auch hier bei uns immer wieder Leute, die gewisse Filialen teilweise national oder auch international mit uns machen wollen. Am Ende des Tages hat es aber nie funktioniert, weil, und da geht es dir wahrscheinlich ähnlich, wenn man einen hohen Perfektionsanspruch an seiner Arbeit hat und jetzt bei uns in der Radiochirurgie bei diesen Tumorbehandlungen, wo wir quasi alles auf Submillimeter Genauigkeit planen, wo jeder Schritt entscheidend ist.

Die Bildgebung muss perfekt sein, die Physikplanung muss perfekt sein, die Kompetenz der Ärzte in der Indikationsstellung muss sehr, sehr gut sein. So was... woanders nochmal so aufzubauen oder auch remote zu steuern, ist sehr, sehr schwer. Sehe ich genauso. Und wenn du dann deinen Namen dafür hergibst, bei dir auch, und dann jemand in Oslo macht es aber dann halt doch nicht so, weil du kannst es nicht wirklich überprüfen.

Der Unterschied, ob es einen Raum weiter ist in München oder ob es halt ein paar tausend Kilometer entfernt ist. Genau. Dann fühlt man sich da nicht gut bei. Genau, das sehe ich vollkommen wie du. Deswegen glaube ich, ist es wichtig, dass wenn man sowas macht, dass der Zeitpunkt der richtige ist und dass man im Prinzip Schulungskonzepte haben, wo derjenige, der so eine Filiale macht, das wirklich von scratch lernt und versteht.

Es muss ein sehr gutes System sein, eine Struktur sein und die muss dann umgesetzt werden. Was ist in der Medizin? anspruchsvoll ist. Das ist halt nun mal jetzt nicht irgendwie ein McDonalds-Franchise, wo ich sage, die Burger schmecken überall gleich, weil ich habe da meine Rezeptur. Das ist halt deutlich komplexer.

Ja, ist es. Muss man sagen. Und die ganze Therapiekonzepte muss ja dann auch in so eine Art, sagen wir, Standard auch umgesetzt. Das ist ja im Prinzip oft das Problem in verschiedenen Praxen, dass es Also so, jeder macht so sein eigenes Ding. Das heißt, wenn man zu dem Therapeut geht versus zu dem Therapeut geht, arbeiten die völlig unterschiedlich.

Und in so einem Konzept, genau. Und das wäre natürlich dann wichtig in so einem Konzept, dass man einen gewissen Standard entwickelt auf einem hohen Niveau. Absolut. Ich möchte nur ein paar kurze Aussagen testen. Das klingt für dich vielleicht trivial, aber das sind Sachen, die so im Internet kursieren.

Wir haben so eine kleine Sammlung gemacht. Ja, spannend. Und da möchte ich von dir gerne nur ganz kurz hören, also Legende oder Wahrheit quasi. Erste Aussage, wenn es knackt, wurde etwas eingeringt. Wahrheit. Gut, warum? Ja, weil wenn was knackt, dann ist ja, man weiß ja, dass wenn zwei Gelenkparte auseinandergezogen werden, entsteht im Gelenk ein Vakuum.

Und dieser Vakuum führt dazu, dass keine Bläschen mit Carbondioxid, also Luft, sich zusammenbündeln in eine Blase und durch diesen letzten Impuls, dann platzt die Blase. Also wie im Prinzip mit den Händen. Wie das. So wenn zwei Gelenkflächen schnell und gezielt auseinandergeführt werden, kommt dieses kleine Knacksgeräusch und das ist das, was beim Einrenken halt passiert.

Und das kann der Patient, der eine knackt die Finger regelmäßig, der andere macht seinen Nacken und dann ist halt… Aber das heißt nicht unbedingt, dass es halt eine Blockade war, dass da halt irgendwas subluxiert oder falsch stand, sondern das kann man immer wieder auslösen. Und dann dauert es immer ein bisschen, einige Minuten oder bis wiederum man das im gleichen Gelenk wieder machen kann.

Mhm. Mein Becken ist schief, das ist die Ursache vieler meiner Probleme. Legende oder Wahrheit? Da muss ich eine Mischung dazwischen. Das kann die Wahrheit sein, aber das kann auch eine Legende sein. Ich glaube, der Körper ist ein sehr gut kompensatorisches System und manchmal kompensiert er wunderbar.

Und das ist nicht die Ursache aller Probleme. Aber das kann die Ursache von verschiedenen Problemen, weil dadurch wissen wir sehr gezielt, dass Agonisten, Antagonisten, also Gegenspiele von Muskeln dementsprechend das fixieren und kompensieren. Und das führt vielleicht zu Bewegungseinschränkungen in benachbarte Strukturen und Regionen.

Das sehe ich im Alltag sehr, sehr, sehr häufig in Verbindung mit Problemen in der Hüfte, Problemen im Knie, sogar Fuß und auch weiter hoch in der Wirbelsäule. Ist ja klar, wenn Sie sich das vorstellen, da hängt die ganze Statik ja dann irgendwo dran. Genau, genau. Und wenn man vom Beckenschiefstellung spricht, dann reden wir ja über marginale Schiefstellungen.

Wir haben ja, wenn man so will, im Beckenring die drei Gelenke, das Schambein vorne und hinten die beide Iliosakralgelenke. Und wir wissen ja, dass beim Gehen bewegt sich ja das Sakrum, das Kreuzbein in so eine Torsionsbewegung abwechselnd. Das übt ein bisschen eine Bewegung in das Iliosakralgelenk, was die Beckenschaufeln dadurch in gegengesetzte Richtungen, das nach vorne und nach hinten sich bewegt und dadurch ist auch im Schambein vorne Bewegung.

Das führt eigentlich physiologisch normal zu einer leichten Beinlängendifferenz bei jedem Schritt. Das ist ja physiologisch. Aber wenn im Prinzip das iliöse Kralgelenk oder das Schambein vorne fixiert wird durch eine blöde Ausfallbewegung oder einen Sturz, dann verhakt sich diese Bewegung. Und das ist eine Sache, wo ich sage, würde ich grundsätzlich immer möglichst korrigieren, weil daraus können halt andere potenzielle Probleme entstehen.

Es ist den meisten sicher auch nicht klar, dass es im Becken auch solche Bewegungsareale gibt. Die meisten würden wahrscheinlich denken, Becken ist so, das kann vielleicht nach vorne oder nach hinten kippen, aber auch im Becken selber gibt es, wie du sagst, Bewegungen. Das ist natürlich sehr interessant.

Ja, und ich meine, was da gerade passiert, also ein kleiner Beispiel, wenn im Prinzip das Becken halt schief steht, dann gibt es zum Beispiel eine kleine Muskel, Obtorator internus, der halt, So oft sehen wir natürlich massive Rotationseinschränkungen in der Hüfte aufgrund von einem Zirkulationsdefizit und Spannung dieser Muskeln, was irgendwann vielleicht Jahrzehnte später die Hüftarthrose ausgelöst hat.

oder Hüftschmerzen und da kann man osteopathisch sehr, sehr erfolgreich das auflösen und dann wiederum die Circulation wieder optimieren. Beckenschiefstand ist schon, sagen wir mal, ein sehr zentrales und sehr gutes Thema, weil man da so effektiv das auch lösen kann und helfen kann. Sehr interessant.

Letzte Frage. Osteopathie kann vieles heilen, wenn die Schulmedizin am Ende ist? Oh, das finde ich schwierig. Ich finde ja, die Schulmedizin hat ja einen unfassbaren Spektrum und machen. Ich glaube, bei komplexeren Problemen ist es ja so, dass vielleicht lokal an einem Ort die Schulmedizin vielleicht nicht funktioniert.

richtig an der Ursache arbeitet. So fokussiert? So fokussiert vielleicht, genau. Und dementsprechend kann der Osteopath dann vielleicht über umgebende Strukturen wieder, sagen wir, Beweglichkeit, Zirkulation und das Ganze wiederherstellen, was wieder das System soll. Ich würde eher sagen, eine gute Zusammenarbeit ist unabdinglich, wenn man ein leichtes Thema, zum Beispiel ein Schulterproblem, ist es so dass ich sehe die Schulter außer es ist traumatisch selten als die Ursache eines Problems.

Oft ist es so, dass wenn zum Beispiel Haltungsmuster schlecht ist, ist natürlich faszielle muskuläre Zug und Spannung einseitig auf der Schulter oder wenn in der Brustwirbel, in den oberen Rippen, in der Halswirbel massive Einschränkungen ist, stört es hier diese Thoracic Inlet, wo die ganze Zirkulation, Gefäße, Nerven halt verlaufen.

Und dann ist a die Versorgung der Schulter verschlechtert und die fasielle muskuläre Spannung wirkt auf der Schulter über eine sehr, sehr lange Zeit. Und das führt dann irgendwann zu einem Impingement-Syndrom, Schleibhäutelentzündung oder degenerative Änderung von Sehnen. Und das ist ja so, wenn man das lokal an der Szene oder der Schleimbeutel alleine behandelt, ist es wahrscheinlich nicht ausreichend.

Wenn man dann halt die Haltung verbessert, die ganzen umliegenden Strukturen wie Faszien, Muskeln, Gelenke deblockiert, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es einen anhaltenden Effekt und eine Verbesserung größer. Und da ist der Arzt, glaube ich, und der Osteopath gemeinsam gefragt, wo man vielleicht der Arzt eher in der Akutphase den Schmerz nimmt.

Weil den Schmerz kann ich ja aus dem Osteopath nicht wegsaubern in einer Sitzung. Da braucht es vielleicht eine Spritze oder ein Medikament, damit der Patient einigermaßen im Alltag funktionieren kann, während ich dann halt vielleicht parallel an die benachbarten Strukturen arbeiten darf. Wie ist es denn in der Realität?

Da wird es ja oft so sein, ich gehe vielleicht zum Orthopäden, ohne jetzt, nicht mal ansatzweise schlecht über Orthopäden reden zu wollen, aber in der Praxis ist es oft so, ich mache dann MRT, dann mache ich ein Bild, dann sage ich, okay, da habe ich Veränderungen im Schultergelenk, mache mal eine Spritze und dann gucke mal in zwei Wochen noch eine und dann ist es vielleicht so.

Aber es scheint ja so, auch wenn ich dich jetzt da so richtig verstehe, dass da oft ... der Anschluss und der erweiterte Blick möglicherweise fehlt. Ja, in dem Fall ja. In dem Fall ist es schon so. Also die Spritze lindert natürlich, sagen wir, den Schmerz. Und vielleicht durch verschiedene Prozesse kann vielleicht auch ein Heilungsmechanismus angeregt werden.

In der Regel in so einem Fall ist es oft so, dass das alleine nicht anhaltend das Problem lösen wird. Da ist natürlich das Ganze etwas komplexer oder auch nicht in Form von, dass man da gute Möglichkeiten hat, das muskulär, fasziell durch eine manuelle Behandlung wirklich dauerhaft zu lösen. Ganz wichtiger Punkt.

Genau. Wenn du jetzt so mal kurz über deine gesamte Erfahrung und Laufbahn blickst, Gab es irgendwo einen Patient oder eine medizinische Situation, die sich bei dir so ein bisschen eingebrannt hat, wo du sagst, das war für mich so richtig erhellend und hat mich vielleicht auch ein bisschen in meinem Weg vielleicht bestärkt oder verändert?

Gab es irgendwie so einen Highlight-Moment? Gott sei Dank ist es so, dass ich viele solche Momente habe. Also erstens muss ich sagen, ich fühle mich relativ privilegiert, weil ich eine ganze Stunde mit meinen Patienten verbringen darf und das immer wieder. Ich lerne ja Menschen oft auf einem ganz anderen Weg kennen.

Und aus allen Facetten des Lebens finde ich es sehr, sehr inspirierend, Zeit zu verbringen mit unterschiedlichen Menschen. Das ist das eine, was so eigentlich in meinem Alltag inspirierend ist. Dann ist es so, dass ich sicherlich Patienten habe, wo ich gesehen habe über die Entwicklung, dass ich die jetzt vielleicht besser helfen können als früher und ich habe viele so Aha-Erlebnisse, wo ich Menschen in zwei, drei Sitzungen sehr, sehr, sehr gut helfen konnte.

Das ist immer sehr dankbar. Dann habe ich Fälle gehabt, wo ich aufgeben musste und musste die weiterschicken zu anderen Professionen. Aber ich habe jetzt nicht so einen Fall vor Augen, wo ich sage, das war eine Game Changer. Das habe ich nicht. Aber wenn du das so beschreibst, kommt mir gerade so, du bist natürlich auch im Bereich, wo Erfahrung nicht zu bezahlen ist.

Ja. Also du wirst ja in deinem Beruf, denke ich mal, auch eigentlich immer besser. Und ich kann mir gut vorstellen, dass das, wie du jetzt behandelst und therapierst und von vor 20 Jahren, bestimmt ein großer Unterschied ist. Ja, doch. Ich glaube, zwei Aspekte. Ich glaube, man ist als Mensch reifer. Ich glaube, man kann dadurch den Kunden und den Patienten mehr inspirieren und auf viele Aspekte sozusagen helfen.

Sicherer in seinem Tun. Genau, glaube ich auch. Und fachlich ist es natürlich so, dass ich… natürlich meinen Ansatz habe und den perfektioniert habe und kann natürlich und bin treu meiner Ansätze, sodass ich glaube, ich mache wenige Sachen, aber die mache ich gut versus in meiner früheren Karriere habe ich natürlich sehr viel experimentiert und sehr viele verschiedene Sachen ausprobiert.

Und das habe ich ja über die Jahre so ein bisschen perfektioniert. Man ist ja da auch theoretisch geprägt und arbeitet noch vielleicht nach irgendwelchen Guidelines oder so, man merkt dann aber mit zunehmender Tätigkeit, dass einfach auch Lebenserfahrung oder Patientenerfahrung und Austausch mal mindestens genauso viel wert ist und auch ein großer Erkenntnisgewinn.

Definitiv. Und ich meine, in meinem Beruf ist es ja so, man lernt nie aus. Also ich nehme ja selber immer Teil auf unsere Fortbildungen und gehe auch gern auf Fortbildungen und ich finde, man ist immer ein Student in seinem Beruf ein Leben lang und man lernt immer dazu und das finde ich wahnsinnig inspirierend.

Und man kann natürlich dadurch irgendwie andere Ansätze. Und ich meine, man probiert ja auch trotzdem noch immer wieder was Neues aus. Und das ist dann faszinierend, wenn man im Prinzip aus viel Erfahrung dann halt neue Sachen ausprobieren und sehen, wow, das hat echt geholfen. Ich glaube, wenn ich das so sagen darf, du hast genau die richtige Mentalität.

Mir geht es genauso. die Japaner haben da einen Begriff für. Ich habe es jetzt gerade nicht parat. Shenzong-Mentality oder so. Ich kann es nicht, es ist falsch. Ich weiß es nicht mehr genau. Ja, das hat eine Perfumierung. Ja, genau. Aber so im Sinne von, also ich bin ... eigentlich immer nur am Anfang.

Und ich empfinde das auch oft ganz so, wobei jetzt auch schon das Ganze eine ganze Weile macht, aber es gibt so viel Neues und so viel, wo man sich drum kümmern darf, sollte, muss. Ja, ja. dass man eigentlich immer am Anfang wieder steht und sich da immer wieder ein bisschen mehr neu erfinden muss. Ja und ich glaube auch, sagen wir, der heutige Alltag mit Social Medias und Reels und all das, was man halt mitkriegt, ich glaube, wir werden ja auch dadurch gezwungen, weil unsere Patienten und Kunden sind aufgeklärter, die wissen mehr, die haben über mehrere Sachen gehört und sind neugierig und stellen Fragen und das ist halt das Schöne.

Das heißt, wir Therapeuten oder Ärzte müssen im Prinzip da auch mit sich entwickeln und immer wieder neue Themen. Ich beschäftige mich momentan so ein bisschen in den Anfangsphasen von sehr viel was personalisierte Labormedizin und das, was ich sehr spannend finde. Aber da bin ich halt am Anfang und es ist halt eine ganz neue Welt.

Was du vorher gesagt hast mit klinischer Psychoneuroimmunologie, ist auch ein unfassbar spannendes Thema. Da wird es nie langweilig. Da wird es nie langweilig, absolut. Also mit den Laborwerten, das ist im Prinzip ein eigenes Podcast-Thema, ist natürlich... Auch ein Riesenthema, was den meisten auch nicht bewusst ist, dass diese Laborwerte, die man da so auf seinem Zettel liegt, das sind grobe Richtwerte, aber ja in den seltensten Fällen die Idealwerte.

Genau. Und die werden ja dann auch über die Zeit, müssen ja auch immer wieder angepasst werden, weil man merkt, die Werte, die man vielleicht vor 10, 20 Jahren zugrunde gelegt hat, eigentlich überholt sind und gar nicht mehr stimmen. Das haben wir in dem... Lipid-Podcast mit der Frau Dr. Lechner ja auch diskutiert, dass gerade die Grenzen zum Beispiel für den Lipidstoffwechsel, dass das in Deutschland nach wie vor viel zu hoch angesetzt.

Da gibt es viele Länder, wo schon deutlich niedriger Werte verlangt werden. Aber da gibt es in allen Bereichen, kann man quasi lang drüber reden und das ist sehr, sehr interessant. Ja, es ist ein spannendes Thema. Jetzt kommen wir langsam zum Schluss. Am Ende bitten wir immer unseren Gast, einen Abschlusssatz zu vervollständigen.

Ja. Und dein Abschlusssatz wäre meine eine Botschaft für unsere Zuschauer, Zuhörer. Der eine Satz, den alle... aus meiner Sicht bezüglich Osteopathie mit nach Hause nehmen sollte, ist? Das Erste, was mir ausfällt, probiert es aus. Es ist eine spannende Erfahrung, wo man vielleicht ein bisschen mehr von die Zusammenhänge im Körper versteht und die Ursache für eventuelle Probleme.

Ich glaube, Osteopathie ist einfach eine spannende Erfahrung, die ich jedem ans Herz geben kann und versuche über Freunde und Netzwerk einen guten Empfehlen zu bekommen und teste das halt aus. Vielen Dank. Also ich muss sagen, ich fand es außerordentlich interessant. Ich habe, wie bei den meisten Podcasts, wieder viel gelernt, auch den übergreifenden Blick der Osteopathie, auch was Osteopathie überhaupt ist.

Ich finde es auch ganz toll, wie emotional und lebhaft das ist. du das nicht nur schilderst, sondern auch lebst und darstellst. Das spürt man, finde ich, mit jedem Satz. Und das ist auch sicherlich ein Grund für deinen und euer Zentrumserfolg. Weil nur dann, wenn man das, wie du es vorhin auch gesagt hast, wenn man es wirklich...

und das Thema so liebt, dann kann man auch das mit so einer Begeisterung machen und dann auch letztlich so gut machen. Also das war, finde ich, sehr, sehr schön zu sehen und zu hören. Vielen Dank, Sandro Hauwig. Vielen herzlichen Dank. War für mich auch eine große Ehre. Danke.

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