
Sitzung 64 - Wir müssen dahin, wo es wehtut
Donnerstag, 15. Oktober 2026 · 38 min
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Shownotes
Marcel Bohnert war in zahlreichen Auslandseinsätzen und hat zuletzt Ukrainische Soldaten ausgebildet und trainiert. Jetzt sitzt er bei Louis Klamroth im ZDF auf einem Stuhl und um ihn herum sitzen 20 Militär-Gegner. Von nun an wird Bohnert mit Kritik, Anwürfen und Vorurteilen konfrontiert.
Warum es für Marcel trotzdem wichtig war, die Einladung in die Sitzung anzunehmen und warum dies auch ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung von gezielter Desinformation im Netz ist, erklärt Marcel Bohnert in dieser Sitzung im Sicherheitsrat.
Die ganze Folge gibt es in der ARD-Mediathek hier:
ardmediathek.de/video/hart-aber-fair-360/gegen…
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Timon Radicke: Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, herzlich willkommen im Sicherheitsrat. Dem Sicherheitsrat mit Peter Tauber.
Peter: Der bin ich.
Timon Radicke: Hallo, grüß dich Peter. Ich hoffe es geht dir gut.
Peter: Hallo Timon, mir geht's gut, ich sitze hier in Gelnhausen in meiner Leserhalle. Endlich.
Timon Radicke: In deiner Keminate.
Peter: Ja, du bist auch da, das ist gut. Wir haben heute einen Gast, aber bevor wir Marcel Brunner als unsere leading voice wieder begrüßen, müssen wir nochmal Danke sagen Timon.
Timon Radicke: Ja, wir müssen Danke sagen und zwar schalten wir das jetzt einmal vor. Wir werden hier häufig in den Kommentarspalten mal zu Recht und mal zu Unrecht kritisiert. Aber in jedem Fall lesen wir immer sehr viele Kommentare und dafür wollen wir an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich uns bedanken über das hohe User Engagement vor allen Dingen auch auf YouTube, mit Masse auf YouTube. Und das ist für uns immer sehr, sehr gewinnbringend. Deswegen werden wir in naher Zukunft auch mal wieder eine Reaction-Folge machen und uns eure Kommentare entsprechend zu Gemüte führen und uns auch Kommentare raussuchen, die wir dann, oder denen wir dann auch nochmal Rede und Antwort stellen möchten. Deswegen an dieser Stelle gleich zu Beginn einmal die Bitte, erstens ganz fleißig und wertschätzend weiter zu kommentieren, zweitens weiter zu sagen, dass es unseren Podcast gibt. Wir sind immer noch ein kleiner Nerd-Podcast. Und drittens auch immer nochmal ein Rating dazulassen in der Podcast- Cast App, eures Vertrauens oder ein Abo dazu lassen, wenn ihr uns bei YouTube folgt. So, das ist
Peter: Genau.
Timon Radicke: die erste Information. Die zweite Information, Peter, spiele ich zu dir rüber.
Peter: Genau. Ja, Timon. Ja, genau. Also ich will das aber auch nochmal unterstreichen. Wir machen diesen liebevollen kleinen Podcast, diesen Sicherheitsrat ja, weil wir hoffen, dass mit unseren Gästen wir alle etwas lernen können und wir freuen uns aber auch über eure Kommentare, weil wir dann vor allem auch mal was lernen. Und deswegen bitte weiter so fleißig kommentieren. Und besonders spannend ist das, wenn wir nicht nur Kommentare lesen, sondern wenn wir mit Menschen zusammen im Sicherheitsrat zusammensitzen in der sogenannten Vollversammlung. Dank der Konrad-Adenauer-Stiftung haben wir jetzt ja schon mehrere Live-Podcast-Folgen aufnehmen können. Und die nächste steht ins Haus mit Mario Vogt in der Gedenkstätte Point Alpha an der innerdeutschen Grenze. Werden wir zum nächsten Live-Podcast zur Vollversammlung. zusammenkommen und einladen und da könnt ihr wieder live dabei sein und wir wollen euch ganz herzlich einladen. Kommt vorbei, seid dabei, Point Alpha mit Mario Vogt. Und wie kommt man dahin, Timon?
Timon Radicke: Den Link zur Anmeldung findet ihr in den Show Notes.
Peter: So, aber jetzt, Krommelwirbel, Marcel Bonat ist wieder da. Marcel, geht's? Sehr schön, dass du da bist.
Marcel B.: Hi, ich grüße euch, freue mich mal wieder bei euch zu sein nach einer wilden Social-Media-Woche.
Peter: Du kannst, bevor wir reinstarten Timon, Marcel du bist wahrscheinlich auch von dem einen oder anderen vermisst worden als Leading Boys. Darfst uns verraten warum du eine ganze Weile nicht bei uns warst und dann schauen wir uns mal an was du da letzte Woche eigentlich angestellt hast.
Marcel B.: Ja, das können wir machen. Tatsächlich hat es in einer der Folgen, die wir mal zwischendrin gemacht haben, so ein schlechter Qualität, so ganz weit weg aus irgendeinem Gebäude. Ich war von April dieses Jahres bis August bei J5. Das ist der Chef der Planungsabteilung bei Eumarm UA, also der Europäischen Ausbildungsmission zur Ausbildung ukrainischer Soldaten. Und habe dort sozusagen mich damit befasst, wie wir das, was wir an den ukrainischen Frontlinien sehen. hier auf unserem Boden in Deutschland am besten in Ausbildung umsetzen und wie wir
Peter: Okay.
Marcel B.: den Ukrainierinnen und Ukrainern, die zu uns gesandt werden, das sind ja die 29.000, ein paar mehr sogar schon seit Beginn des Krieges, wie wir die am besten fit machen für das, was sie dort an den Frontdiener erwartet.
Peter: Auch das wird nochmal ein Thema werden, kann ich spoilern. Timon, aber jetzt Marcel, jetzt müssen wir uns mal anschauen. Du warst in der Tat in aller Munde, du warst in den Medien ganz groß und Timon, erzähl uns mal, wo haben wir den Marcel da eigentlich gesehen? Was war da los?
Timon Radicke: Also erstmal möchte ich hier zu Protokoll geben, dass unsere Liebling Voice Marcel Bonhart seit Tag 1 Mitglied im Sicherheitsrat jetzt auch von Mainstream Media erdeckt wurde und auf einmal bei Politico und sonst irgendwo auftaucht. Das ist nicht das... Ja... Ja... Ja...
Peter: Na jetzt erst stimmt ja nun nicht. Marcel hatte schon in der Vergangenheit das eine oder andere Mal eine größere Aufmerksamkeit erfahren.
Marcel B.: Auch das ja. Gewollt oder ungewollt.
Peter: Manche sagen so, manche so.
Timon Radicke: Nichtsdestotrotz der Vorläufige Höhepunkt war dann letzte Woche bei Hard-Aware-Fair 360°. Marcel, kannst du uns Format dieses TV-Auftritts vielleicht einmal erklären?
Marcel B.: Ja, das kann ich euch schon mal beschreiben. Also ich fange vielleicht ganz kurz anekdotisch an. Ich wurde angerufen ein paar Tage vorher und wurde gefragt, ob ich da Interesse habe und hatte das schon mal beiläufig irgendwie wahrgenommen. so richtig eine Hard Aber Fair ist natürlich eine Marke. Aber Hard Aber Fair 360 war mir jetzt nicht so richtig bewusst, auch wenn ich dort schon mal Robert Habeck irgendwie hatte sitzen sehen und hat mich dann natürlich informiert, informieren lassen. ist ein Format, in dem man sich in die Mitte setzt zwischen 20 vielleicht 25 Menschen. die völlig andere Auffassung sind als man selbst. Und dann wird man durch die in die Mangel genommen, es mal so auszudrücken. Also in diesem Falle natürlich das Thema Bundeswehr, alles was da drum rankt, Wehrpflicht und der Krieg in der Ukraine, wie wir den unterstützen, die Verteidigungsausgaben und so weiter und so weiter. Und es ist so, dass diese Menschen von einem Zufallsgenerator ausgewählt einem dann gegenüber sitzen. beginnen mit einer Frage oder einer These und man dann irgendwie darauf reagiert. Und die Menschen drum rum haben dann die Möglichkeit, durch einen Buzzer-Mechanismus das abzubrechen. Also, können vorsichtig einen Buzzer drücken. Also, entweder, wenn sie meinen, das wird ihnen hier zu viel, oder man kommt da nicht weiter, die Diskussion hat sich verhakt. Oder, wenn sie der Meinung sind, sie müssten jetzt selber sich da mal hinsetzen und mit dem entsprechenden Protagonisten sprechen. Und immer wenn über 50 Prozent derjenigen, die da sitzen, diesen Buzzer gedrückt hatten, also über zehn oder zehn, weil einer ist ja schon drin, Dann wurde gewechselt und dann jemand Neues da reingekommen. das ist, ich sag mal so, als jemand da in der Mitte saß, das ist echt eine gute Taktung und auch eine ziemlich gute Spannbreite der Themen.
Timon Radicke: Gibt das denn eigentlich die Möglichkeit, Themen dann trotzdem in der Breite zu behandeln oder ist das, wir leben ja im Social Media Zeitalter oder ist es da nicht auch so, dass die ersten Buzzern nach 10 Sekunden, wenn sie schon jemanden wahrnehmen, der eigentlich nicht mehr mit ihrem Weltbild übereinzubringen ist?
Marcel B.: Ja, die Sache ist, ich glaube, ich kriege es nicht mehr ganz zusammen, ich glaube, es ist eine Zusatzregel eingeführt worden, weil genau das immer die Schwierigkeit war, dass wenn ich antworte, dass man mich mindestens anderthalb Minuten lang sprechen lassen muss und dann erst die Buzzer aktiviert werden, sodass man zumindest, man wird nie einen richtigen Deep Dive in ein Thema haben, aber damit man zumindest ein bisschen reinkommt, ein paar wichtige Message droppt und ich meine, es besteht ja theoretisch zumindest auch gut die Möglichkeit, dass jemand das Gefühl hat, Man ist hier sehr gut unterwegs oder da gibt es eine spannende Diskussion und dann diesen Buzzer eben
Timon Radicke: Mmh.
Marcel B.: nicht drückt. Am Ende ist es aber so, ich habe mich so bisschen empathisch versucht, in die Menschen zu versetzen, die drum rum sitzen, dass vermutlich jeder irgendwann mal die Möglichkeit haben möchte, da reinzukommen. das ist dann eben nur dann die Möglichkeit, wenn derjenige, dort gerade sitzt, eben nicht mehr da sitzt und dann drückt man vielleicht etwas früher den Buzzer. Mein Gefühl war, dass das relativ schnell ging. dass man gerade, wenn man so bisschen eine Diskussion gestreift hat. dass man kaum die Möglichkeit hatte, wirklichen Dialog zu kommen, sondern dass es dann relativ schnell durch den Buzzer abgebrochen wurde. Und wie du gerade schon angedeutet hast, können wir vielleicht gleich darüber sprechen. Das hat, glaube ich, schon was mit unserer neuen Medienwelt zu tun, in der wir gerade sind.
Peter: Deswegen frage ich mich ja, ist das wirklich auf einen echten Dialog ausgelegt oder ist es nicht doch mehr Arena? Ich habe
Marcel B.: Ja, das ist ...
Peter: ehrlich gesagt, hat sowas der Marcelista de Cladiator, der wartet jetzt
Timon Radicke: Ja.
Peter: und kämpft da seine Kämpfe, am Ende kriegt er das Holzschwert ja oder nein und dann darf er lebend die Arena verlassen. ich finde natürlich Zuspitzungen und Debatten auch immer spannend und die muss es vielleicht auch geben, aber Ist das wirklich ein Format, auf Erkenntnisgewinn ausgelegt ist? soll es nicht, Timon hat es mir angedeutet, das ist in verschiedenen Bubbles, wie man so schön sagt, rezipiert worden. Ist das nicht eigentlich nur so, dass jeder sich die Schnipsel dann raussucht, die ihn in seiner eigenen Haltung bestätigen? Also wir kommen ja sicherlich auch nochmal auf die Ausschnitte, die viral gegangen sind oder die weiterverbreitet wurden. Aber ich habe ehrlich gesagt so ein ganz grundsätzliches Problem mit diesen Formaten, weil wir davon eigentlich ja schon auf Social Media genug haben und wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk das jetzt versucht noch nachzubauen. Was war denn dein Motiv? Also du scheust ja keine Auseinandersetzung. Du bist ein meinungsstarker Mensch. Das ist auch gut, warst du schon immer. Dafür hast du auch schon immer meinen Respekt gehabt. Was reizt dich daran oder warum hast du gesagt, ja da bin ich auf jeden Fall dabei oder
Marcel B.: Ja.
Peter: hat man dich überreden müssen, hast du ein geheimes Lock-Angebot bekommen,
Marcel B.: Naja, das ist...
Peter: wirst du jetzt Oberst oder hat das Ministerium dir dafür
Marcel B.: Hahaha, ja.
Timon Radicke: Hehehehehe
Peter: dir irgendwas versprochen?
Marcel B.: Also die Sache ist, dass es ganz gut ist, dass du es ansprichst. Als ich diesen Anruf bekommen habe, ist es nicht so, dass ich geschrien habe, jawohl, mache ich. Sondern ich habe mir das erst mal angehört und habe dann denjenigen, die mich anrufen, gesagt, okay, pass auf, habe ich erst mal alles verstanden, ich muss mir ein bisschen informieren, muss eine Nacht drüber schlafen. 50-50. Weil ich schon gedacht habe, also auch schon im ersten Impuls, das ist ganz schön heftig, Nummer. Und ich habe jetzt, meine, das kann ich ja hier sagen, dieses Format läuft seit anderthalb Jahren. In diesen anderthalb Jahren wurden dort fünf Menschen reingepackt. Außer mir saßen da Ricarda Lang, Robert Habeck, Tim Krupalla und Karl Lauterbach. Und ich habe schon am Telefon gefragt, meine, Sie wissen schon, mit wem Sie hier telefonieren. Ich bin irgendwie Oberstleutnant. Wer ist hier kein General oder bin ich jetzt nicht der Pressesprecher der Bundeswehr? Und dann haben die schon gesagt, es geht schon Sie, wir wollen Sie da. Und jetzt ist aber was Interessantes passiert. habe sozusagen das aufgelegt und habe diese Information, ich sag mal, an fünf, sechs Freunde von mir weitergesandt, habe gesagt, hier, schau mal. Heftige Nummer, muss ich mir überlegen. Und alle haben unisono in kürzester Zeit mir zurückgeschrieben, pass auf, wenn einer dann, du, macht das unbedingt. Und das hat mich so echt, hat mich ein bisschen baff gemacht, weil das war jetzt nicht so das Bild, was ich nach diesem Telefonat hatte. Und hab dann denen kurzfristig gesagt, pass auf, gehen Sie mal auf 90 10. Ich schlaf trotzdem noch mal drüber, suchen Sie nebenbei weiter. Aber wenn ich diese Rückmeldung kriege, das gibt mir dann schon noch mal einen Impuls, das vielleicht zu machen. Und dann noch zwei wichtige Dinge. Zum einen ist es so, dass ich sitze ja hier bei euch im Zivil. Das hat eben auch den Grund, dass jedem klar ist, ich repräsentiere jetzt hier nicht eins zu eins die Bundeswehr, sondern im Zweifelsfalle habe ich hier eine persönliche Meinung, die ich auch abseits einer offiziellen Ministeriumsmeinung hier mal weitergeben kann. Und ich habe dann natürlich, wie ich es immer mache, über meine Dienststelle das nach oben melden lassen und da kam eine Weile nicht zurück. Ich habe informell ein, zwei Leute, die in der Linie sitzen, gefragt, gibt es da noch einen Daumen hoch? wie läuft das jetzt? Und die haben gesagt, pass auf, es ist noch nicht ganz klar, aber der Daumen hoch wird kommen. Aber es sieht so aus, als möchte man von höchster Stelle dort, dass du in Uniform hingehst. Und ich gesagt, Respekt hätte ich jetzt nicht erwartet. Das bedeutet nämlich auf der einen Seite, dass jemand dort mit für mich ins Risiko geht, in gewisser Weise. Die wissen ja am Ende nicht genau, was ich dort erzähle und wer mich dort mit welchen Fragen maltrittiert. Und auf der anderen Seite hat das die Last, ich so ein bisschen auf der Schulter hatte, natürlich noch bisschen erhöht. Denn
Timon Radicke: Hm.
Marcel B.: jemand, der für mich die Hand mit ins Feuer legt, an höchster Stelle im Ministerium, der wird im Zweifelsfall auch bisschen mit runtergerissen, wenn es dann wirklich schief gegangen wäre, was ich jetzt in der Breite nicht denke. Das ist alles schon relativ gut gelaufen, aber es war ein Riesengut.
Peter: Aber da hast du ja
Timon Radicke: Tschüss!
Peter: auch Erfahrung mit, wenn ich da einmal kurz einhaken darf, mit Rückmeldungen oder in schwierigen kommunikativen Lagen dann eine Rückendeckung oder ein Feedback zu bekommen. Hast du denn danach ein Feedback bekommen oder ist ein Haken dran und weitermachen mit Dienst?
Marcel B.: Na also, das fand ich schon spannend. Ich habe zwei sehr hohe Generale, die ich jetzt hier nicht nenne, die mich sonst jetzt nach Mediendingen nicht angerufen haben, die haben mich angerufen und haben mir zum einen, ich sage mal, mehr oder weniger gratuliert dafür, dass ich dort so gut bestanden habe. Zum anderen haben die sich nach meinem persönlichen Empfinden oder nach meinem persönlichen Befinden erkundigt. Und das fand ich erst mal sehr kameradschaftlich. Das ist ja auch nicht unbedingt notwendig. Aber ich habe den und das finde ich dann doch irgendwie irgendwie spannend. Ich bin rausgegangen mit guter Laune und bin dann hier schlafen gegangen und es war es mehr oder weniger. Also natürlich bewegen einen dann noch ein paar Dinge und die Dinge, die dort gefragt und besprochen werden, die wirken natürlich nach, auch bis heute. Aber in keiner Weise habe ich mir gedacht, obwohl ich jetzt besonders hart angegangen oder sonst irgendwas, weil ich das gewohnt bin. Also der bei Social Media sich ins Feld begibt oder auch irgendwelche Diskussionen, ich scheut Peter und das hast du gesagt, das mache ich nicht, das macht ihr auch nicht, sondern der auch dahingeht, wo es weh tut, der ist, was diese Argumente angeht und auch die Härte, mit der einem dort gegenübergetreten. wird gewohnt. das war für diese beiden Generale wohl doch schon beim Schauen dieser Aufzeichnungen etwas überraschend, dass ich da teilweise wirklich sehr hart angegangen wurde. ich sage mal, und da, in der Regel war es respektvoll und auch würdig, nenne ich es mal. Aber hier und da habe ich schon bisschen Verachtung gespürt auf der Gegenseite. Und da gab es die Rückmeldung über einen offiziellen Pressestrang. meiner Ebene habe ich gehört, Daumen hoch, eine Pressemitteilung oder eine Information des Ministers zugespielt bekommen. wo so ein kleiner Absatz drin war, dass es alles gut gelaufen ist, sind in der Breite alle zuviel.
Timon Radicke: Im Netz gab es ein paar Highlights davon, wir wollen ja auch nochmal ein bisschen über die Inhalte reden. Es gab ein paar Highlights davon, die auf verschiedenen Bubbles dann auch gespielt wurden. Vor allen Dingen in der Bundeswehr-Affinenbubble ging es dann vor allen Dingen zwei Reels, einmal einer jungen Frau, die dich sehr scharf kritisiert hat und den Staat als denjenigen deklariert hat, der Menschen verheizt. Da haben sich mir ehrlicherweise schon Nackenhaare aufgestellt, wie bei manchen von denen. Und ein junger Mann, der im Grunde deswegen viral ging, weil er dir den Handschlag verweigert hat. Da ging es dann fast weniger den Inhalt als diesen Handschlag. Ich will gar nicht so sehr auf diese einzelnen Wortmeldungen eingehen, was mich interessiert, vor allen Dingen, was Nimmst du aus diesen Gesprächen mit über die Perzeption nicht nur deiner Person, sondern auch der Bundeswehr, aktuellen geopolitischen Lage bei dieser Zielgruppe? Und wer
Marcel B.: Hmm.
Timon Radicke: ist aus deiner Perspektive überhaupt die Zielgruppe gewesen für dieses Format?
Marcel B.: Okay, ist, da müsste ich sehr lange antworten, ich versuch's mal knapp zu halten. Also die Zielgruppe ist ein jungeres Publikum, ja. Das wird zwar einmal im Linearen TV bei WDR irgendwann ausgestrahlt, aber es geht primär YouTube und die Mediathek. Und bevor ich sozusagen da nochmal ganz konkret drauf komme, ich hab mich natürlich vorher währenddessen aber auch vor allem danach gefragt, was genau dieses Format eigentlich soll und... Wenn du dich mit diesem Format beschäftigst, merkst du, das ist nicht das Erste seiner Art. Es gibt Vorbilder im amerikanischen Raum, Jubilee Surrounded, gibt hier Unbubbled, The Bridge und so weiter. sind Formate, die sind auf dem Weg nach vorn. Bei YouTube ist dieses Video hochgeladen worden. Es ist jetzt schon die 1,5 Millionen Mal geklickt binnen einer Woche. Das ist also wirklich enorm, was das für eine Durchschlagkraft hat. Und die Kommentare sind dort ausgeschaltet. Das hat mich ein bisschen überrascht. Aber auch in der Beschäftigung mit diesem Format ist mir das aufgegangen. Es geht im Grunde darum und deswegen auch diese kurzen Gesprächszeiten Clipframing, so heißt das, oder Clipping. Man versucht, kurze virale Videos aus diesem großen Format rauszuziehen und mit denen online in Debatten zu gehen. Und das funktioniert ziemlich gut. Ja, da gibt es Videos, kurze Clips, die sind Millionenmal geklickt mittlerweile. Und das siehst du bei TikTok, bei den Reels bei Instagram, bei den YouTube Shorts. Und dieses Format ist genau darauf angelegt. Du verlängerst im Grunde die kurz angerissene Debatte, die du dort in dieser Sendung führst, verlagerst du in die sozialen Medien. Und das kann man, Peter, es kann befremdlich sein. Andererseits, sage ich, die schaffen es, nicht nur Menschen zusammenzubringen, die normalerweise gar nicht miteinander sprechen würden, weitgehend respektvoll in der Regel ja auch, sondern die nutzen die die die Aufmerksamkeit spannen und die Sehgewohnheiten des Publikums und schneiden ihr Format darauf zu. Also die Komplizenschaft sozusagen, derer die Medien konsumieren, die kann man hier nicht abstreiten. deswegen sind auch Videos viral gegangen. meine, diesen Handschlag, den würde ich auch nicht überbewerten. ist, glaube ich, die Debatte ist ganz schön außer Kontrolle in Teilen. Das ist natürlich respektlos und da gibt es welche, die haben gesagt, der hat Angst seit Covid und so. sage ich, nee, ich glaube schon, dass es genauso gemeint war, wie es sich anfühlt. Aber die Memes, die da entstehen, ist natürlich enorm. Da gibt es ja mittlerweile, ich gebe, oder ET will nicht meine Hand haben und ich weiß nicht, wer noch alles, irgendeinen Dinosaurier aus Jurassic Park und so. Also ich in diesem Handschlagmodus sozusagen, ich finde immer wieder Bilder, die von der Community erstellt werden. Ich denke, so Wahnsinn, wie kreativ man sein kann. Aber die erzeugen eben virale Effekte. Und darum geht es. Und am Ende sprengen sie Bubbles, die eben bei Social Media entstehen, weil der Algorithmus dich in deine schmale Welt sich hineinführt. Die werden mit diesem Programm im Grunde gesprengt, weil Menschen anfangen, miteinander zu diskutieren. Die ansonsten in ihren eigenen Bubbles leben und jetzt krachen die aufeinander. Das ist nicht immer schön. Also da geht es ja auch heiß her und anonym. Social Media Warfare, da sind wir beim Thema. Da tobt ein digitaler Krieg und hier in diesem Feld mindestens mal eine digitale Empörungswelle. Aber es gibt auch gute Gespräche, die ich da sehe oder teilweise auch selbst, wo Menschen sagen, Mensch, das das erste Mal verstanden und war mir gar nicht so klar. Aber natürlich ein riesen Haufen Desinformationen dazwischen und auf Bundeswehrverachtung.
Timon Radicke: Für
Peter: dann ja doch eher wieder durch den Social Media Warfare, wie wir es auch schon mal diskutiert haben, eigentlich ja dann wieder nicht verhältnismäßig im Sinne von Meinung der Bevölkerung. Denn auch wenn viele junge Menschen fragen mit diesem Wehrdienst und auch vielleicht einer Wehrpflicht, weiß ich alles irgendwie nicht. Ein Teil ist sehr viel reflektierter in dieser Frage und worauf auch in unserem letzten Sicherheitsrat in der Vollversammlung Farah Kingreen hingewiesen hat. Es wird auch überbewertet, wie intensiv sich junge Leute damit beschäftigen. Viele denken darüber nach, aber solange sie nicht unmittelbar betroffen sind, geht es auch wieder an ihnen vorbei. Es wird ja natürlich trotzdem durch das Framing ... Den Punkt nehme ich gerne mit. Okay, kann man damit nicht doch auch ein sperriges Thema wieder Menschen zugänglich machen? Es triggert halt doch wieder auf beiden Seiten eine bestimmte Bubble. Einerseits die, die die Bundeswehr nicht mögen. Und dann natürlich die, die sich in irgendeiner Form als Teil davon fühlen. Und das prallt ja schon aufeinander oder läuft nebenher. Jetzt hat Timon schon so zwei Beispiele genannt. Jetzt hast du da aber auch einen Einsatzkameraden oder Veteranen getroffen. Das ist ja sozusagen Treffen unter nicht Gleichgesinnten. Ihr habt vielleicht in einigen Fragen unterschiedliche Positionen, aber das war ja sicherlich dann da auch nochmal was Besonderes. Glaubst du, dass das
Marcel B.: Bis bald!
Peter: dann auch rüberkommt, bei Außenstehenden, dass sie das verstehen, wenn ihr zwei da redet?
Marcel B.: Also es ist tatsächlich, ja, das ist auch einer der Clips, ich weiß jetzt nicht, ob er wirklich viral gegangen ist, aber das ist einer der Clips, die im Netz unterwegs sind und die auch heftig konvertiert werden. Man muss dazu sagen, auch mal Robert Müller, das ist ja einer der sehr bekannten Einsatzveteranen, verwundet 2002 schon in Afghanistan als ganz zu Beginn und auch psychisch verwundet dann in der Folge, dass der und ich da aufeinander getroffen sind. Das haben viele auch aus der Veteranen-Community sehr kritisch bereugt. Und ich habe mich danach natürlich mit ihm dann unterhalten. Das ist einzige Mensch, ich davor oder danach jemals gesehen oder wahrgenommen habe. Natürlich sieht man jetzt hier und da jemanden auch bei Social Media damit diskutieren, aber er ist der einzige. Und natürlich verstehe ich mich nach wie vor gut mit dem. Zu seiner Verteidigung muss man sagen, dem war sehr, lange nicht bewusst, wer dort in der Mitte sitzt. Also auch der war ein bisschen waff. Ich weiß jetzt nicht ganz genau, wie viel vorher das erfahren hat, ob es ein paar Stunden oder ein paar Tage waren. Aber der ist dann auch von Ausgang, dass er gegen jemand anderen diskutiert. Und dennoch ist es natürlich so, dass wir im Grunde natürlich, wir haben dort unter Veterankultur, mit Verwundetenabzeichen und ähnliches kurz gesprochen, dass er dort ein bisschen Druck Richtung Bundeswehr erzeugen möchte, zu sagen, hier, ihr bereitet euch da auf irgendwas an der Ostflanke vor, das ist alles richtig so. Ja, also ich glaube, die sicherheitspolitische Ansicht, das ist notwendig, Teil der auch. Aber er mahnt eben und sagt, pass auf, vergesst nicht die Verwundeten, die dort möglicherweise die es dort möglicherweise geben wird. Weder psychisch noch physisch plant das bitte mit. Und auch wenn es in der Zeit nicht so rüber kam, ich weiß, dass es natürlich im Sanitätsdienst sowohl physisch als auch psychisch mitgeplant wird und im besten Falle dann auch juristisch die entsprechende Versorgung dann auch unmittelbar sichergestellt.
Timon Radicke: Jetzt würde mich mal interessieren, du hast gerade über die Kommentarspalten gesprochen. Wir haben auch schon über Bots gesprochen und über organisierte Kommentare, die Social Media Warfare. Inwiefern? Also zwei Fragen. Die erste Frage, Marcel, ist vor allen Dingen, inwiefern ist eine sachliche Diskussion, wenn man die Bubbles sprengt, überhaupt möglich? Und die zweite Frage ist, wie lange hat es gedauert, bis du gemerkt hast, dass auch gegebenen Russische, pro-russische Desinformation voll auf diese Beiträge geht. Also inwiefern vielleicht die Metafrage, die dann auch ein bisschen in Richtung Peter geht, weil ich weiß Peter möchte ja vor allen Dingen immer gerne auf der Metaebene diskutieren, inwiefern macht sich öffentlich-rechtlicher Rundfunk im Sinne der Informationen gegebenenfalls hier sogar zum Steigbügel halt dafür russische Desinformation.
Marcel B.: Naja, sage mal, ich hatte den ersten kleinen Impuls, hatte ich bereits in der Sendung, dass mir dort Menschen gegenüber sitzen, die... Ich behaupte jetzt auch nicht, dass alles, was ich sozusagen erfahre, dienstlich, auch aus geheimen Bereichen, dass das jetzt zu 100 Prozent die Wahrheit, in Anführungsstrichen, ist. Aber ich hatte dort schon das Gefühl, dass einige der Dinge, die mir dort entgegengeschlagen sind, irgendwie so seltsam beeinflusst sind. Staatsfern, im Zweifelsfall auch nicht. Ich sage mal so am Rande dessen, wo man in der Verfassung noch sagt, also unsere Regierung funktioniert und so. das kann man viel kritisieren, aber da habe ich uns das erste Mal gedacht, ok, krasse Meinungen. Es gibt ja auch, es saßen ja auch Menschen gegenüber, die aktiv sind im Schulsteig gegen Wehrpflicht. Ich habe da vorher mich kurz informiert, da wusste ich auch im Grunde dort die Unterwanderung durch extremistische Gruppen oder die Gefahr zu sagen, sozusagen die dort besteht, mir mal ein bisschen angeschaut. Ja, da waren verschiedene Verfassungsschutze aus Ländern und das passiert in der ganzen Breite. Also diese grundsätzliche legitimen Diskussionen und auch Demonstrationen, die werden immer wieder von unten sozusagen
Peter: Ich
Marcel B.: mit seltsamen Narrativen hart an der Grenze dessen, wo man sagen könnte, ist hier noch eine Meinung oder es ist schon Desinformation, werden die gespickt und unterfüttert. Und bei Social Media, ehrlicherweise, viele Accounts unterwegs. seltsamen Namen und irgendwelchen Katzenbildern im Profil, die dann irgendwas streuen. Aber hierbei zumindest bei dem, ich sehe, in meiner Bubble, ist es doch in größerer Breite so, dass hier Menschen diskutieren, die halbwegs versuchen, irgendwie noch einander zu verstehen. Also es gibt auch viel Shit, wie immer. Aber ich habe das, was
Timon Radicke: Mmh.
Marcel B.: ich sonst erlebe, dass jetzt in ganzer Breite irgendwelche anti-Ukraine-Bots da draufspringen, habe ich jetzt noch gar nicht so richtig wahrgenommen. Die sind da auch unterwegs,
Timon Radicke: Mhm.
Marcel B.: aber... Bei vielen sehe ich, dass da doch diskutiert wird und man versucht irgendwie mit Argumenten auch länger dann einander besser verstehen zu
Peter: Also du würdest sagen, dieses bewusste Missverstehen, was wir sonst ganz oft haben, ist nicht so ausgeprägt. Du denkst eher schon, dass vielleicht doch der eine oder andere sagt, na komm, da tu ich mir meine Sichtweise an, die nicht zwingend meiner entspricht, vielleicht lerne ich was.
Marcel B.: Also es ist Teil des Ganzen. Ich überblick das natürlich quantitativ gar nicht, weil das enorm viel ist und ich ja auch jetzt keine technischen Auswertetools haben, sondern da immer sozusagen unter den Postings, wo ich getaggt werde oder wo Menschen irgendwie so Videoschnipsel posten und kommentieren, dann so unterwegs bin und das so durchswipe. Ich glaube schon, also ich glaube schon, dass man es geschafft hat, erstaunlich viele Menschen, die sonst gar nicht in unserer Bundeswehrbubble sind oder ein bisschen darüber hinaus, in der Sicherheitspolitikbubble, dass man die hier doch dazu bekommen hat, sich pro Bundeswehr oder pro Einsatzkräfte einzulassen. Ich habe auch öfter gelesen, so etwas wie, also ich bin zwar kein Bundeswehr-Fan, aber man muss ja doch sagen das und
Timon Radicke: Mmh.
Marcel B.: so weiter. Da war ich schon eher positiv überrascht. Ich kriege natürlich auch, wenn ich in meinem Mail-Account Bundeswehr-Org aufmache, wirklich aus der ganzen Bundeswehr vor allem. Diese Bubble hatte ich gar nicht so richtig auf dem Schirm, als ich vorher drüber nachgedacht habe, wer sich das anschaut, wer da wie reagieren könnte. Aus der Bundeswehr selbst ganz, ganz viele positive Rückmeldungen. Also von Mannschaftssoldaten
Peter: Mhm.
Marcel B.: über Spieße bis hin zu Kommandeuren, die mir sagen, hier war eine super Repräsentation und mich reprovozieren lassen und so weiter. Das fand ich schon echt positiv. Also ich glaube, insgesamt ist das alles positiver, als ich es erwartet hätte. Und ich bin ja sonst im Bereich Desinformationen ziemlich unterwegs im Sinne
Timon Radicke: Mmh.
Marcel B.: von, dass ich versuche wahrzunehmen, was da online passiert. Und das habe ich jetzt hier in ganzen Breite, in der hohen Intensität noch gar nicht so wahrgenommen, abgesehen davon, dass ich bei Russia One natürlich gelandet bin, also ich sage mal beim russischen ARD und da russlandweit im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Da hat mir jemand Link geschickt
Timon Radicke: Mit welchem Tenor?
Marcel B.: und Screenshot. Die haben, ich habe einen Kameraden, der der Russe spricht in der Bundeswehr, der hat das mir übersetzt und im Grunde haben die eins zu eins einen Ausschnitt genommen aus dieser Sendung und haben ex act das übersetzt, was ich gesagt habe. war aber wohl gerade eine Stelle, wo ich eben sage, also Russland verhält sich uns gegenüber bereits aggressiv. Und die haben sie in einen größeren Bericht eingespielt, wo unter anderem auch so ein Döner zu sehen war in so einem Bundeswehr. Das ist so eine Werbeaktion gerade, man Arbeitgebermarke wahrscheinlich, dass man so Dönerverpackungen Bundeswehr labelt. Und da haben sie so einen gatschigen Döner, der sich so ausgebreitet hat über diese Bundeswehr Werbung, haben sie dann irgendwie auch mit. Also den Rest, kann es mir nicht, ich schicke euch das später gerne mal. Ich würde es jetzt nicht unbedingt in die Show Notes packen, damit wir das nicht noch weiter viral kriegen. Ich habe
Timon Radicke: Ja.
Marcel B.: dazu einen Link und schicke euch den rüber. Es ist auf jeden Fall offensichtlich auch von der Seite etwas wahrgenommen, was die Narrative der Gegenseite, nennen wir es mal so, eher gefährdet. Und die versuchen das für sich so bisschen.
Timon Radicke: Ja. Medien staatspolitisch, Peter, wie ist deine Perspektive darauf? Muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk so was machen vielleicht sogar oder sollte er so was vielleicht nicht machen? Wie bewertest du das?
Peter: Also ich bin grundsätzlich keiner dieser pauschalen Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, dass es da bisweilen mal eine Schieflage gab und gibt, also diese Da bin ich aber vielleicht auch parteipolitisch irgendwie so geprägt. In Hessen hat man jahrelang vom Rotfunk, vom hessischen Rotfunk statt vom Rotfunk gesprochen. Und ist aber interessant, wenn man mit Soziessprich sagt, ihr werdet da ja immer bevorzugt. Und die AfD hat nochmal einen ganz anderen Blick auf den öffentlich-rechtlichen Rotfunk. Also ich glaube schon, dass die darüber nachdenken müssen, neue Formate und neue Transportwege von Medien, Inhalten auszuprobieren. Gleichwohl ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk so üppig ausgestattet, dass das aus sich herausgehen muss. Also dieser Ruf nach mehr Geld, all diese Dinge zu tun, das sehe ich nicht. Ich kann nicht beurteilen, ob diese Formate funktionieren. Ich finde es aber unterm Strich dann doch wieder gut, dass man das probiert und sich traut, ob sie dafür die richtigen Leute haben in den Redaktionen und ob das jetzt so ein geeignetes Format ist. Das ist Geschmackssache. Ich würde schon aber sagen, dass so Formate eher eine Berechtigung haben als teure Sport-Events, dort einzukommen.
Timon Radicke: Mir geht es vor allen Dingen eher die Frage, wenn wir kritisieren, dass Dinge einfach in den sozialen Medien durch die Verkürzung leben und wir eigentlich alles versuchen, die ersten drei Sekunden zu bringen, das Doom-Scrolling zu beenden, muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht den Anspruch haben, hier anzusetzen und genau das zu verhindern? Tiefer gehende Informationen auch zu vermitteln, auch sozialen Social Media verträglich?
Marcel B.: Also im besten Falle hat das ja nicht nur den Effekt in diese Richtung. Also ich schneide aus dem großen 45 Minuten Auftritt kleine Schnipsel raus, schmeiß die online, sondern im besten Falle hat das den umgekehrten Effekt, dass Menschen, einen kurzen Clip online sehen, sich denken, okay, da hör ich mir gerne mal die ganze Geschichte an und gehe sozusagen auf YouTube oder die Mediathek und schau mir das an. Das habe ich öfter in Diskussionen Menschen auch geschrieben oder wem auch immer. Mag auch mein Wort gewesen sein, aber der denke ich schon, dass das Menschen waren. Wir haben gesagt, ich habe keine Zeit, alles ausführlich zu erklären. Schau dir doch bitte einmal diese Sendung an. Und danach
Timon Radicke: Ja, ja.
Marcel B.: taggeleite irgendwie und dann gucke ich mal, dass ich Zeit habe, darauf zu reagieren.
Timon Radicke: Ja.
Marcel B.: sie drangen sich, die Gesamtinformation zu...
Timon Radicke: Wir haben es ja nicht anders. Wir machen es ja mit unserem Podcast auch so, dass wir aus jeder Folge meistens ein Reel rausklippen. du kennst das ja, Marcel, dann gibt es die Kommentare darunter, wo man deutlich merkt, die haben sich dem Podcast nicht angehört. Und dann verweist man darauf und sagt, bevor du jetzt hier so einen Quatsch schreibst, dann hörst du heute einfach mal an. Und nichtsdestotrotz, ich weiß nicht, ich bin da ehrlicherweise zielgespalten. Ich hab das ja hauptberuflich auch
Peter: Und
Timon Radicke: immer die Herausforderung, der einen Seite Inhalte zu transportieren, ... auf der anderen Seite sie so zielgruppengerecht aufzubereiten, ... dass sie bei TikTok in 30, 45 Sekunden passen oder so was. Und das ist tatsächlich, wie sagt man so schön, ... das ist die Quadratur des Kreises manchmal.
Peter: Ich finde das aber ganz gut, wir mal jetzt anhand dieses sehr konkreten Beispiels, wir haben ja noch gar nicht so sehr über die Inhalte und Fragen mit denen du konfrontiert worden bist geredet und ich finde ehrlich gesagt, müssen wir auch gar nicht, die Leute sollen sich, wenn sie es noch nicht gesehen haben, einfach anschauen,
Timon Radicke: Ja, unbedingt.
Peter: dass wir mal über solche
Marcel B.: Aber die YouTube-Sync und die Show-Notes, so ist es.
Peter: Mechanismen reden, weil das ist ja am Ende auch Also ich finde es gut, dass du hingegangen bist,
Timon Radicke: Ja.
Peter: so gesehen. Oder ich hätte es natürlich auch gut gefunden, wenn da Christian Freuding gesessen hätte oder ein André Bodemann mit einer entsprechenden Vorbereitung. Also das können die ja alle, es sind ja kluge Männer. Also das finde ich schon auf jeden Fall gut, sich dann aus solchen Formaten zu stellen und nicht zu sagen, überlassen wir irgendwie dann den Kujats dieser Welt.
Timon Radicke: Ja, voll.
Peter: die
Marcel B.: Ja, ja.
Peter: dann da irgendwelches wirres Zeug verbreiten. Dann lieber mal eine Antwort gegeben, die nicht so geschliffen ist, aber dann eben trotzdem sozusagen in der Grundrichtung klar. Also das finde ich schon gut.
Marcel B.: Ich man macht bisschen Schule, das Uniformen. Das war für viele Menschen offensichtlich überraschend. ich hatte ja lange den Plan, also lange, wie gesagt, die Anfrage kam nicht über Monate vorher, sondern es war relativ kurzfristig. Mein Grundplan war eben dort, in Zivil hinzugehen. Das hätte aber eine ganz andere Wirkung gehabt. Weil Menschen,
Timon Radicke: Ja, total.
Marcel B.: wenn ich in Zivil spreche, dann doch irgendwie nicht den Soldaten sehen. Na klar denken ein paar, ich habe das auch in der Sendung gehört, sie dürfen das ja jetzt nicht sagen oder sie müssen das jetzt sagen. Und habe nee, nee, ist nicht so. Ich spreche als Staatsbürgerin Uniformen. Und das war die Weisungen, ich aus dem Ministerium erhalten habe. Sie gehen dorthin als Staatsbehördenuniform. Also es ist ja unsere Führungskultur in Reinform. Und alles, was ich da vertreten habe, hätte ich mit oder ohne Uniformen genauso gesagt. Aber der Effekt nach draußen und Timon, wie du hast ja gerade zugestimmt, der ist halt schon ein anderer, weil das dort dann doch irgendwie noch außergewöhnlich ist, dass sich ein Soldat in Uniform in solchen Formaten stellt. Aber es mag ja sein, dass das jetzt durchaus Schule macht. Und ich nehme auch an, dass diese Sendungen, also ich glaube schon, ich habe mir auch Karl Lauterbach und Ricarda Lang, die sind jetzt mich herum veröffentlicht worden, kurz mal angeschaut. Die hauen schon richtig durch. Also das schlägt ordentlich durch und geht davon aus, dass diese Formate in Zukunft noch intensiver bedient werden, auch vom ÖR.
Peter: Wahrscheinlich wird es noch andere Formate geben. Wie ist das denn jetzt bei dir? Jetzt bist du wieder für, also ich glaube dich kennen relativ viele Menschen, auch in der Bundeswehr bist du ja ein Name. Jetzt bist du bei ganz vielen anderen auf den Schirm dadurch. Hast du jetzt schon Folgeanfragen?
Marcel B.: Mhm.
Peter: Gibt es weitere Pressewünsche?
Marcel B.: Ja.
Peter: Was machst du jetzt, wenn jetzt auf einmal alle sagen, also der Bonat, kann irgendwie Bundeswehr erklären? Das sieht auch noch ganz schmuck aus in seiner Uniform, den laden wir jetzt mal ein.
Marcel B.: Ich war im März bei Lanz und war jetzt in dieser Sendung bei Louis Klamrod. Damit habe ich zwei dicke Punkte gesetzt. Das reicht für mich auch erst mal. Ich habe das auch mit einem der Generale, dem ich angerufen habe, besprochen. Ich habe gesagt, Herr General, kenne das. werden daraus folgend viele Medienanfragen kommen. Aber ich bin weder der Pressesprecher der Bundeswehr noch Also ich habe ja auch noch irgendwie einen anderen Job, den ich irgendwie auch noch erfüllen muss. Und ich mache noch eine Studie nebendran und so weiter, mit dem ich meine Freizeit ganz gut fülle. Deshalb habe ich mir zumindest vorgenommen, dass das jetzt das einzige Format ist, das wir jetzt gerade machen, in dem ich öffentlich darüber spreche, wie ich diese Sendung wahrgenommen habe und dass ich bei Folgeanfragen zusehe, dass ich die entweder weit, weit ins nächste Jahr packe. Oder dass ich einfach umleite und sage, ich bin ja der einzige Soldat, es gibt noch ganz viele andere, hier sprechen können, hören Sie sich gerne andere
Timon Radicke: Ja.
Marcel B.: Meinungen an. Weil ich auch schon glaube, dass ich mit dem YouTube-Ding, das kann für sich stehen. Das wird noch eine Weile nachwirken. Und da muss ich jetzt nicht unmittelbar nachlegen und mich da total reinverstricken und dann sozusagen heiklos dort jetzt durch die Medien wandern. Nichtsdestotrotz, und das ist so bisschen mein Anliegen, würde es mich natürlich freuen, wenn irgendwann in Zukunft mal jemand innerhalb der Bundeswehr sagt, pass auf, wir brauchen ... Wir Menschen, im Marketing
Timon Radicke: Aja.
Marcel B.: sind und so weiter, sondern wir brauchen Menschen, die die negativen Seiten von Social Media, vielleicht in Operationszentrale Social Media oder so, betreuen. Wenn ich da teil des Ganzen Stradt kommen, Peter, du sprichst immer mal wieder darüber, dass wir das in der Bundeswehr auf anderen Ebenen brauchen. Da würde ich zusehen, dass ich mich reinversetzen lasse. dann vielleicht gibt es ja mal so eine Art Obersreißner in der Bundeswehr oder so. Da in dem Umfeld tätig zu sein, fände ich schon. Klassik wichtig und das wäre eben auch ein Counter gegen dieses Social Media Warfare, denen wir ausgeliefert sind.
Timon Radicke: Also ich darf mal zwei Sachen kurz festhalten, Peter, bevor du dann gleich den Abbinder machen darfst. Erstens, frei nach Oliver Kahn, Eier. Wir brauchen Eier, nämlich bei denjenigen, die bereit sind, sich auch unbequem Formaten zu stellen. Und zweitens, der Sicherheitsrat hat Marcel Brunard natürlich immer exklusiv.
Peter: Exklusiv!
Timon Radicke: So nämlich. So.
Peter: Schluss würde ich gerne diesen Punkt von dir noch mal verstärken Marcel. Obersreißner als Stichwort. Ich glaube wir haben genug Männer und Frauen in der Bundeswehr, die das können wie Obersreißner. Wir nutzen das nicht, weil wir bisher wahrscheinlich da eine andere Haltung haben. Ich glaube aber, dass wir in Zeiten leben, wo gerade so eine Haltung, eine Klarheit, ein Angebot sich zu orientieren. Es heißt ja nicht, dass alle dem folgen müssen. Aber es wünschen sich ganz viele so eine klare Haltung und Sprache
Timon Radicke: Ja.
Peter: des deutschen Militärs. Auch im Sinne von wir sind da, wir dienen Deutschland und wir werden alles tun, Freiheit und Frieden für die Deutschen zu verteidigen und das auch habituell auszudrücken. Durch Sprache, durch auftreten und da haben wir, glaube
Timon Radicke: So wichtig.
Peter: ich, definitiv als Bundeswehr noch Luft nach oben und Ich wir uns da Fesseln auf, die wir gar nicht brauchen, weil sich ganz viele Menschen in unserem Land eher so eine klares Auftreten mit einer sehr dezidierten Haltung auch wünschen. Ich finde, hast das, wenn ich mir das erlauben darf, super gut gemacht. Ich sehe auch andere, die das gut können. Und wenn das zunimmt, dann, glaube ich, haben wir eine ganz wichtige Säule, die wir mitbedienen. Neben mehr Geld für die Streitkräfte, mehr Ausrüstung, mehr Menschen, mehr Ausbildung. müssen wir am Auftreten und in der Sprache, in der Klarheit besser werden. So, das waren meine Pluspunkte, Timon. Jetzt... ja.
Timon Radicke: Das ist es.
Peter: Das müssen Soldaten ja sowieso.
Timon Radicke: müssen dahingehen, wo es weh tut. Und damit haben wir den Titel der Folge in einem der letzten Sätze. Ganz herzlichen Dank. Das war der Sicherheitsrat für heute. Vielen Dank Marcel, dass du da warst. Peter, schön, dass du auch mal wieder ausgiebig mitgewirkt hast. Und in diesem Sinne ist die Sitzung geschlossen.