
Die Lage international mit Christian Mölling· Folge 302
Experte zu Iran-Krieg: Darum wird Trump keinen Angriff mehr wagen
Donnerstag, 30. April 2026 · 19 min
Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
US-Präsident Trump droht dem Iran erneut mit einem Militärschlag. Der Sicherheitsexperte Christian Mölling erklärt, warum es dazu wohl trotzdem nicht mehr kommen wird.
+++ Mit dem Code „LAGE“ bekommt ihr bei eurem ersten Wechsel 20€ Cashback unter wechselpilot.com/dielageinternational +++ Dieser Podcast wird vermarktet von Julep Media: sales@julep.de
Wir verarbeiten im Zusammenhang mit dem Angebot unserer Podcasts Daten. Wenn Sie der automatischen Übermittlung der Daten widersprechen wollen, melden Sie sich hier: datenschutz@julep.de
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Es ist Donnerstag, der 30. April 2026. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Die Lage International, einem Podcast des Stern. Mein Name ist Miriam Holstein, Chefreporterin Politik beim Stern und ich bin wie immer an dieser Stelle verbunden mit Christian Mölling, Senior Advisor beim Brüsseler Think Tank European Policy Center.
Ich grüße Sie, Herr Mölling. Hallo, guten Morgen, Frau Holstein. Herr Mölling, wir leben ja wirklich in verrückten Zeiten, in denen ein Schulbesuch des Kanzlers im Sauerland eine Krise in den transatlantischen Beziehungen auslösen kann. Merz ist am Montag in Marsberg gewesen am Carolus Magnus Gymnasium und hat da mit Schüler und Schülerinnen über den Iran-Krieg diskutiert und dabei auch das Vorgehen der USA sehr offen kritisiert.
Er sagte, diese seien ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen und dass er davon ausgeht, dass der deshalb noch länger dauern würde. Jetzt könnte man sagen, soweit so normal. Ein Schulbesuch, wo er sich mal etwas deutlicher geäußert hat. Verrückt ist ja, dass diese Äußerung dann in den USA Wellen geschlagen hat und Trump in seinem sozialen Netzwerk Too Social auch relativ hart zurückgeschlagen hat.
Er hat da gepostet, der deutsche Kanzler denke, es sei okay, dass der Iran Nuklearwaffen hat. Darum ging es gar nicht. Und dann macht er weiter, Merz hätte keine Ahnung, wovon er spricht und schreibt, kein Wunder, dass Deutschland gerade so schlecht performt, wirtschaftlich und auch sonst. Eigentlich hatte Merz ja es geschafft, ein relativ gutes Verhältnis zu ihm aufzubauen.
Ist es jetzt ernsthaft belastet oder ist es halt wieder mal einer dieser typischen Trump-Posts? Ja, ich glaube, es ist einer der typischen Trump-Posts, was in dem Kopf des Präsidenten abgeht. Das versuchen wir ja schon seit Jahr und Tag zu ergründen. Also ich glaube, man muss es vielleicht auf eine Ebene höher ziehen.
Der Kanzler hat das gesagt, was offensichtlich ist. Also dass es keine Strategie gibt bei den Amerikanern, dass sie sich völlig verzettelt haben in diesem Konflikt. Und natürlich sagt er das insofern aus gutem Grund, nicht nur weil es intellektuell richtig ist, sondern weil wir natürlich die Leidtragenden dieses Krieges sind, den die USA vom Zaun gebrochen haben, mit all den Problemen, die das mit sich bringt.
Und er kriegt die Antwort aus einer Welt, in der Fakten nicht mehr wahnsinnig viel oder eigentlich gar nichts mehr zählen, Zumindest nicht beim obersten, nämlich beim amerikanischen Präsidenten. Ich glaube, der amerikanische Präsident hat zurzeit so viel zu tun. Leute um sich drum herum anzufeinden, dass Merz jetzt keine Sonderstellung da drin, glaube ich, einnimmt.
Ich glaube, morgen ist der Nächste dann im Grunde genommen dran. Und auch der amerikanische Präsident sich das gemerkt hat, das weiß man, glaube ich, im Grunde genommen nicht. Also es zeigt, glaube ich, eher die Dünnhäutigkeit und das argumentative Niveau, auf dem man hier unterwegs ist. Aber man kann ja auch sagen, das kann ja auch positiven Effekt haben, Nämlich, dass er morgen wieder ganz kumpelhaft auch mit Merz in irgendeine Form von Austausch tritt, wenn es denn strategisch gerade sich anbietet, oder?
Auch das kann sein. Kann sein, dass die beiden telefonieren oder vielleicht auch gar nicht telefonieren. Und Trump sagt trotzdem, wir sind die besten Kumpels, wir haben gerade miteinander gesprochen, weil er mit jemandem anders gesprochen hat und dachte, es wäre Merz gewesen. Alles das passiert ja in den letzten Wochen immer mal wieder.
Man kann auch die Ukraine und Iran miteinander vertauschen. Alles das ist mit diesem Präsidenten möglich. Also von daher stellt man sich natürlich irgendwann die Frage, was kommt denn eigentlich noch an belastbarer Information aus den USA, worauf es sich lohnt zu reagieren, weil es dann auch morgen noch Bestand hat oder übermorgen noch Bestand hat?
Oder muss man im Grunde genommen... Ich weiß gar nicht, auf was man eigentlich warten soll. Aber Belastbarkeit ist nicht da. Von daher ist es auch keine, vielleicht ist es eine Krise, aber die ist auch nicht durch März jetzt ausgelöst worden. Also diese Krise haben wir im Grunde genommen schon länger, spätestens seitdem dieser Präsident eigentlich wieder da ist.
Dann lassen Sie uns doch mal auf den Konflikt selbst schauen. Es ist seit neun Wochen Krieg mit dem Iran. In der Nacht, in der kommenden Nacht, zu Freitag oder zu Samstag, Je nach Zählweise endet in den USA eine, ich sage jetzt mal zumindest formell wichtige Frist, nämlich die 60-Tage-Frist, in der ein amerikanischer Präsident ohne Zustimmung des Kongresses Kampfhandlungen anordnen dürfte.
Vom iranischen Regime kommen wechselhafte Signale. Der Marine-Chef hat den USA gedroht. Der Vize-Außenminister hat bei einer Konferenz angedeutet, dass der Iran wieder Verhandlungen aufnehmen könnte, wollen würde eventuell. Sie hatten ja keine Delegation nach Pakistan geschickt. Trump hat seinerseits auch wieder auf Two Social eine martialische Fotomontage gerade von sich gepostet und dem Iran direkt gedroht.
Auch das ist jetzt keine wahnsinnige Überraschung mit dem Zusatz No more Mr. Nice Guy. Sie müssten da jetzt endlich wieder an den Verhandlungstisch zurückkommen und prompt ist der Ölpreis natürlich weiter angestiegen. Gleichzeitig kam die Nachricht, dass die USA-Plan den größten Flugzeugträger der US-Marine, die USS Gerald Ford, wieder abzuziehen.
Lange Rede, kurzer Sinn, welches Szenario halten Sie für die kommenden Tage, Wochen am wahrscheinlichsten? Also, ich glaube, wir haben hier zwei sehr interessante Effekte, die wir eigentlich im Rahmen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine auch irgendwo gesehen haben. Nämlich, dass sich Rhetorik, die nicht unterlegt wird oder unterlegt werden kann mit militärischen oder politischen Handlungen, immer weiter und weiter abnutzt.
Und der amerikanische Präsident mit jedem Bild, das er postet, dem nichts folgt, also einer brachialen Rhetorik, dem aber nichts Brachiales folgt, da sinkt im Grunde genommen die Abschreckungs- oder die Erzwingungsfähigkeit, die mit solchen Bildern einhergibt. Also offensichtlich wird der Iran sagen, okay, naja, also beim letzten Mal ist jetzt nichts passiert, Warum sollte denn jetzt beim nächsten Mal irgendwas passieren?
Das heißt, die Iraner spielen eigentlich einen diplomatischen Abnutzungskrieg und die Amerikaner verlieren ihre de facto Abschreckungskraft immer weiter. Weil ja mittlerweile auch Zahlen kursieren, die man jetzt nicht eins zu eins nehmen muss. Aber was sozusagen die Tiefe des amerikanischen Militärarsenals angeht mit Lenkflugkörpern und all den Dingen, die sie bräuchten.
Gibt einem den Eindruck, dass die Amerikaner sich irgendwann entscheiden müssen, ob sie nochmal Iran machen. Und damit aber viele andere Obliegenheiten, die sie mit anderen Allianzen haben, ist ja nicht nur die NATO, sondern auch die Frage von Taiwan, Südkorea. Die Frage ist, können sie eigentlich ihre Verpflichtungen da noch aufrechterhalten?
Und das ist, glaube ich, eine Zwickmühle, in die man sich hier rein manövriert hat. Alles entgegen all der Ankündigungen amerikanischer Präsidenten der letzten Jahre, dass man eben keine zwei Kriege mehr kämpfen können will. Jetzt hat man sich in die Situation gebracht, dass man einen halbwegs großen Krieg kämpft und sich auf eine zweite Möglichkeit aber eigentlich immer noch vorbereiten müsste. Und das kann man offensichtlich nicht mehr.
Sie meinen jetzt auf den Konflikt um Taiwan oder auf welche zweite größte? Es ist relativ egal. Es gibt sozusagen eine Möglichkeit von Taiwan, es gibt eine Möglichkeit von Südkorea, es gibt das NATO-Szenario, alles das sind Dinge, wo die Amerikaner die Ressourcen, die sie haben, an einem zweiten Ort zum Einsatz bringen müssten.
Und die Tiefe sozusagen des militärischen Arsenals der Amerikaner reicht möglicherweise eben nicht mehr aus, um das zu machen. Und das sehen gerade alle, sowohl die Verbündeten als auch die Gegner der USA oder der jeweiligen Länder. Und die ziehen daraus ihre Schlüsse und damit wird Konflikt wahrscheinlicher.
So, da lasse ich Sie jetzt aber nicht so davon kommen, wenn Sie wetten müssten, Der Blick, da müssen Sie doch nochmal Ihre Glaskugel, auch wenn Sie es nicht so gerne, wenn Sie wetten müssten. Glauben Sie, Trump hat nochmal eine richtige Militäroffensive und versucht tatsächlich hier Energieeinrichtungen zu zerstören, wie er es ja mehrfach an die Energieinfrastruktur, wie er es mehrfach angekündigt hat im Iran.
Oder glauben Sie, dieses Trump always chickens out wird zum Tragen kommen und er wird versuchen, den geordneten Rückzug anzutreten. Ja, also ich hole gerne meine Glaskugel raus. Sie ist ja vor allem im Saarland sehr beliebt. Also ich glaube, dass er keine große Militäraktion mehr machen wird. Kann sein, dass man ein oder zwei größere Schläge hier und da, also eine kleinere Zahl von Schlägen nochmal versucht.
Aber ich glaube, dass man mittlerweile so festgefahren ist, dass man tatsächlich sich das nicht mehr traut und wie Sie gesagt haben, he chickens out. Also da jetzt nochmal auch die Planung zusammenzukriegen und zu sagen, wir kriegen nochmal was hin, Nicht mal mehr die militärischen Ziele, sondern die Iraner an den Verhandlungstisch so zurückbombt, dass sie bereit sind, Kompromisse zu machen, die auf der Linie der Amerikaner liegen.
Das ist, glaube ich, schrittweise eigentlich durch, weil die Iraner gezeigt haben, dass sie eben das lange Spiel spielen und Trump im Grunde genommen verhungern lassen vor der Straße von Hormuz. Ja, der Nachteil einer sehr impulsiven Politik am Ende des Tages. Aber lassen Sie uns zum anderen Kriegsschauplatz noch wechseln, zur Ukraine.
Da haben es am Wochenende erstmals die Ukraine geschafft, mit Drohnen die Uralregion zu erreichen, also ukrainischen und russischen Berichten zufolge und dort Ölindustrieanlagen anzugreifen. Dazu mussten diese ja rund 1800 Kilometer über russisches Staatsgebiet fliegen. Das ist ein Novum. Könnte das ein bedeutsamer strategischer Vorteil für die Ukraine werden?
Und warum hat da die Luftraumüberwachung Russlands nicht funktioniert? Ja, also ein strategischer Vorteil wird es nicht sofort. Es ist mehr als ein Nadelstich, das muss man schon sagen. Also die Ukrainer haben ja in den letzten Wochen und Monaten quasi seit Beginn des Angriffs der USA auf den Iran angefangen.
Russische Ölinfrastruktur systematisch zu zerstören, damit sie eben die Möglichkeit, sich zu refinanzieren aus einem höheren Ölpreis, dass sie diese Möglichkeit nicht so gut nutzen können. Und das ist offensichtlich sehr erfolgreich. Das ist sozusagen erstmal der ökonomische Teil der Kriegführung, der da drin steckt. Und bemerkenswert ist in der Tat, dass die Tatsache, dass die Ukrainer es hinkriegen, ihre Drohnen immer weiter fliegen zu lassen.
Also ich bin jetzt mal offensichtlich in der Lage, die Komponenten zu skalieren. Man muss ja immer sozusagen auch den Treibstoff mitführen, also das ist Strom. Das ist schon bemerkenswert, dass sie das hinkriegen. Und man hat natürlich zuvor oder parallel dazu die russische Flugabwehr, wo immer es ging, im Grunde genommen aus dem Weg geräumt, sodass man jetzt relativ gute, freie Bahn hat, solche Sachen zu machen und damit tendenziell ein großer Teil des russischen Staatsgebietes natürlich ungeschützt ist.
Es war sowieso nie möglich für Russland, das gesamte Staatsgebiet zu schützen, das war auch nie der Anspruch. Aber eben man schafft es tatsächlich auch nicht, die kritische Infrastruktur, die Russland hat, zu schützen. Und das ist nicht nur ein, sozusagen das Verwundbarkeitselement, was da drin ist, deckt sich ja überhaupt nicht mit der sozusagen paternalistischen Fürsorge, die Putin für sich in Anspruch nimmt und reduziert eben immer weiter und weiter dann auch die Kriegsführungsfähigkeit Russlands.
Das ist ja fast so ein David-gegen-Goliath-Element. Russland so riesig und dann aber auch letztendlich dadurch so behäbig und diesen solchen Angriffen dann eventuell schutzlos ausgeliefert, weil, wie Sie sagen, es ja nicht überall Soldaten und Verteidigung aufrechterhalten kann auf diesem riesigen Staatsgebiet.
Ja, ich glaube, dass das Bild David gegen Goliath tatsächlich gar nicht so richtig funktioniert. Es ist ein Einschlag und ein Starker. Wir sehen im Grunde genommen hier, ich glaube, das ist eher so der Punkt, wir sehen einen Scheinriesen. Also wir haben es hier im Grunde eher mit Michael Ende und Jim Knopf zu tun.
Wo je näher man... Die mehr ein Tutor. Genau, Herr Tutor, wobei der ja ein sympathischer Mensch ist. Und das kann man von Putin nicht sagen. Aber je näher man ihm kommt, umso kleiner wird er im Grunde genommen. Und das ist, glaube ich, das, wo man sieht, dass die alten Zuschreibungen von Supermacht also weder für die Russen zutreffen, noch eben für die Amerikaner.
Auch das gehört eigentlich eher zu dem Bild dazu, dass sich diese Welt massiv wandelt und die, die mal mächtig gewesen sind oder denen man viel Macht sozusagen zugeschrieben hat, dass die, wenn sie getestet werden, im Grunde genommen nicht in sich zusammenfallen. Das macht Russland jetzt nicht zu einem Nicht-Gegner.
Aber man sieht, dass... Ich würde mal sagen, die kochen militärisch auch noch mit Wasser. Dann steht in Moskau ja ein großer Termin bevor, eigentlich der wichtigste Propagandatermin des Jahres. Am 9. Mai die große eigentlich Militärparade zur Erinnerung an den Sieg über Nazi-Deutschland. Jetzt gibt es Gerüchte, dass der eventuell ganz abgesagt wird.
Also was relativ sicher ist, dass wohl nicht mehr Militärtechnik da präsentiert werden soll. Das wird von russischer Seite aus begründet mit der Sorge vor, wie man sagt, terroristischen Bedrohungen, also ukrainischen Angriffen. Was steckt da dahinter? Naja, also wir sehen ja schon, dass offensichtlich der russische Sicherheitsapparat sehr besorgt ist, dass es zu Unruhen kommen könnte.
Das heißt dann allgemein in Russland immer Terrorismus. Dass jetzt der Grund ist, das abzusagen, weiß ich nicht. Ich glaube, man kann daraus natürlich einen Spin machen und sagen, die Russen sind eben nicht mal mehr in der Lage, ihre Hauptstadt zu sichern. Oder nur unter massiven Aufwand, also Abschaltung des Internets, was dann eben dazu führt, dass gerade die Klientel, die für Putin wichtig ist, nämlich die Moskowiten und die Leute, die in zwei, drei anderen Ballungszentren leben, dass die anfangen, ihm schrittweise von der Fahne zu gehen, weil der alte Vertrag, der Kreml kümmert sich um die Politik und die Leute kümmern sich um sich selber, dass der schrittweise aufgelöst wird. Der russische Staat kann nicht mehr liefern.
Und das ist natürlich eine gefährliche, also für den Kreml, glaube ich, eine gefährliche Situation, wo man, habe ich den Eindruck, auch nicht so richtig weiß, wie man dem Herr werden soll. Wenn man jetzt sogar Angst hat, eine Militärparade durchzuführen, wo ja eigentlich man denkt, das Militär wäre auf seiner Seite.
Dann ist das schon, also muss einem das Stirnrunzeln geben. Ich würde zum Schluss gerne eine Leserfrage aufgreifen, die uns erreicht hat. Eine sehr interessante Frage von Dr. Heinz de Mohl. Er schreibt, was ist eigentlich mit den Mittelstreckenraketen, die die USA bei uns ausstellen? Oder wollte, sind die kein Thema mehr.
Und der Punkt ist ja, dass es vereinbart war, dass ab 2026 erstmals wieder weitreichende konventionelle Waffen in Deutschland stationiert werden. Also temporär unter anderem Tomahawk-Marschlugkörper, SM-6-Raketen und Hyperschallwaffen. Tatsächlich hat man da jetzt nicht mehr viel davon gehört. Was ist da der aktuelle Stand?
Also ich finde die Frage sehr gut, weil das rutscht natürlich sozusagen bei der Aktualitätsgetriebenheit runter. Ich habe keine definitive Antwort dazu. Ich will einen zusätzlichen Punkt dazu bringen, als man das verabschiedet hat. War man sich der Unterstützung der USA insofern auch noch sicher, dass man glaubte, dass die Entscheidung über den Einsatz dieser Waffen auch gesichert getroffen werden könnte.
Und das ist ja letztendlich der Schlüssel bei der ganzen Geschichte. Also irgendjemand muss den Knopf drücken zum Abfeuern dieser Raketen, sei es zur Abwehr oder aber auch zum Angriff. Und da muss man mittlerweile ein Fragezeichen dahinter machen, ob ein amerikanischer Präsident bereit und in der Lage ist, den Schutz der NATO in Europa tatsächlich zu gewährleisten und man muss ja immer dazu gehen, hier geht es ja nicht darum, nur auf den Knopf zu drücken, sondern man schießt dann gegen jemand anderes.
Und ist der amerikanische Präsident, und ich glaube, darauf muss man es reduzieren, Ist der amerikanische Präsident bereit, sich mit Russland anzulegen? Oder ist das nicht? Also who chickens out first ist, glaube ich, die Frage. Also Putin oder Trump? Ja. Darüber haben wir eine Unsicherheit. Und wenn Sie dann jetzt nochmal die Militärstrategie Deutschlands nehmen, die wir letzte Woche besprochen haben, dann sehen Sie ja, dass da im Grunde genommen eine nationale Dimension drin ist.
Ich will nicht sagen, weil man sich auf die Amerikaner nicht verlassen kann, aber weil man sagt, wir müssen diese Entscheidung alleine treffen können. Da können wir uns nicht von den Amerikanern abhängig machen auf Dauer. Vielen Dank erstmal an Herrn Demoll für diese interessante Frage und vielen Dank auch an Sie, Herr Mölling, für die Einschätzung.
Das war die Lage für heute. Nächste Woche am 7. Mai hören Sie hier wieder meinen Kollegen Steffen Gassl im Gespräch mit Christian Mölling. Kommen Sie gut durch die Woche oder vor allem gut durch den 1. Mai. Genießen Sie den 1. Mai. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.