Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 255

Das halbe Leben – Arbeit in Kunst und Geschichte im Museum unter Tage

Dienstag, 2. September 2025 · 1 h 29

MP3

Shownotes

Das halbe Leben – Formen der Arbeit in Kunst und Geschichte im Museum unter Tage in Bochum im Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst

Arbeit ist allgegenwärtig. Sie strukturiert Tage, Biografien und Gesellschaften – und bleibt doch in vielen ihrer Formen unsichtbar. Die Ausstellung Das halbe Leben. Formen der Arbeit in Kunst und Geschichte im Museum unter Tage in Bochum setzt genau hier an. Sie richtet den Blick auf Arbeit als körperliche Praxis, als soziale Ordnung, als historische Erzählung und als fortlaufenden Aushandlungsprozess.

Im Gespräch treffen kunsthistorische, kuratorische und gesellschaftliche Perspektiven aufeinander. Prof. Dr. Markus Heinzelmann, Dr. Soi Agelidis und Dr. Karl-Ludwig Elvers sprechen über die Frage, was Arbeit sichtbar macht – und was aus dem Blick gerät. Es geht um Tätigkeiten, die anerkannt werden, und um jene, die selbstverständlich erscheinen: Sorgearbeit, emotionale Arbeit, unsichtbare Routinen. Die Folge folgt dabei keinem Leistungsnarrativ, sondern öffnet einen Raum für Beobachtung, Differenzierung und historische Tiefenschärfe.

Das halbe Leben im Museum unter Tage

Die Ausstellung ist im Museum unter Tage angesiedelt – einem Ort, der selbst aus der Geschichte der Arbeit hervorgegangen ist. Unterhalb der Erde, fern von repräsentativen Museumsarchitekturen, entfaltet sich ein Ausstellungsparcours, der Arbeit nicht illustriert, sondern in ihren Ambivalenzen zeigt. Historische Objekte, künstlerische Positionen und dokumentarische Spuren stehen gleichberechtigt nebeneinander.

Das halbe Leben verweist dabei auf eine doppelte Realität: Arbeit als Lebensgrundlage – und Arbeit als das, was oft mehr Raum einnimmt, als sichtbar anerkannt wird. Die Ausstellung fragt nach den Grenzen zwischen Erwerbsarbeit, Fürsorge, künstlerischer Praxis und gesellschaftlicher Erwartung.

Arbeit, Körper, Geschichte

Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf der Verbindung von Arbeit und Körper. Historische Formen von Arbeit sind ebenso Thema wie zeitgenössische Bedingungen. Begriffe wie Erschöpfung, Reparatur, Wiederholung und Anpassung ziehen sich durch das Gespräch. Es geht um Arbeitsrealitäten, die Spuren hinterlassen – körperlich, psychisch, sozial.

Dabei werden auch globale Perspektiven berührt: etwa das Phänomen Karōshi, der Tod durch Überarbeitung, oder historische Rollenzuschreibungen, die bestimmte Formen von Arbeit abwerten oder romantisieren. Die Gesprächspartner ordnen diese Aspekte ein, ohne sie zu dramatisieren – als Teil einer langen Geschichte von Leistungsanforderung und gesellschaftlicher Normierung.

Künstlerische Positionen als Denkangebote

Die Ausstellung versammelt künstlerische Arbeiten, die Arbeit nicht erklären, sondern erfahrbar machen. Werke von Yeesookyung, Andreas Gursky, Moritz Riesenbeck und weiteren Künstler:innen eröffnen unterschiedliche Zugänge: von globalen Produktionsketten über repetitive Arbeitsabläufe bis hin zu Momenten der Störung und Unterbrechung.

Im Gespräch wird deutlich, wie Kunst hier als Denkraum fungiert. Nicht als Illustration sozialer Themen, sondern als Medium, das Zusammenhänge sichtbar macht, ohne sie zu schließen. Arbeit erscheint als Prozess – fragmentiert, widersprüchlich, historisch gewachsen.

Müßiggang, Unterbrechung, andere Zeitmodelle

Ein wiederkehrender Gedanke der Folge ist der Blick auf Gegenmodelle zur permanenten Produktivität. Müßiggang wird nicht als Verweigerung gelesen, sondern als produktive Unterbrechung. Als Möglichkeit, Zeit anders zu denken und Arbeit neu zu verorten.

Diese Perspektive verbindet historische Beispiele mit gegenwärtigen Debatten: über Überforderung, Selbstoptimierung und den Wunsch nach anderen Rhythmen. Das halbe Leben zeigt Arbeit damit nicht als abgeschlossene Kategorie, sondern als gesellschaftliches Feld in Bewegung.

Begleitprogramm und Diskurs

Die Ausstellung ist eingebettet in die Gesprächsreihe „S(ch)ichtwechsel – der SpardaTalk“, die das Thema Arbeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln weiterführt. Talks, Gespräche und Screenings erweitern den Ausstellungsraum in den öffentlichen Diskurs – als Einladung zur gemeinsamen Auseinandersetzung.

Themen dieser FolgeArbeit · Das halbe Leben · Museum unter Tage · Kunst und Geschichte · Sorgearbeit · Unsichtbare Arbeit · Karōshi · Müßiggang · Körper · Ökonomie

GästeProf. Dr. Markus HeinzelmannDr. Soi AgelidisDr. Karl-Ludwig Elvers

AusstellungDas halbe Leben. Formen der Arbeit in Kunst und GeschichteMuseum unter Tage, Bochum22. Mai – 26. Oktober 2025

Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West

Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.Die Stiftung engagiert sich für kulturelle Teilhabe, Bildung und soziale Verantwortung. Sie unterstützt Projekte, die künstlerische Entwicklung ermöglichen, Orientierung geben und gesellschaftliche Zusammenhänge stärken – langfristig, verlässlich und mit Blick auf nachhaltige Strukturen.

Weitere Gespräche aus der Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West:

Alle Folgen der Zusammenarbeit mit der Sparda-Stiftung (dieleichtigkeitderkunst.de/category/sparda-sti…)

Links & Credits

Museum unter Tage (situation-kunst.de/situation-kunst) · Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West (stiftung-sparda-west.de)

Hören

Der Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst ist auf allen gängigen Plattformen verfügbar:

︎ Kunstpodcast auf Spotify hören (open.spotify.com/show/3bu58aRrqvrA0Q4b2ibZF5?s…) – Die Leichtigkeit der Kunst auf Spotify hören

︎ Kunstpodcast bei Apple Podcasts (podcasts.apple.com/de/podcast/die-leichtigkeit…) – Die Leichtigkeit der Kunst auf Apple Podcasts hören

︎ Kunstpodcast auf YouTube (youtube.com/@dieleichtigkeitderkunst) – Die Leichtigkeit der Kunst auf YouTube hören

Weiterhören

Von „Das halbe Leben“ zu „New Talents Ruhr (dieleichtigkeitderkunst.de/new-talents-ruhr)“Eine weitere Perspektive auf Entwicklung und Begleitung eröffnet New Talents Ruhr (dieleichtigkeitderkunst.de/new-talents-ruhr) mit Blick auf Mentoring und künstlerische Wege.

Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden. Letzte redaktionelle Überarbeitung: Februar 2026.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Music. Und herzlich willkommen zu meinem Podcast Die Leichtigkeit der Kunst, Mein Name ist Claudia Linzel und ich freue mich sehr, euch heute unter Tage begrüßen zu dürfen. Was bedeutet Arbeit für euch? Ist die Pflicht oder Möglichkeit, Belastung oder Erfüllung? Ein Rhythmus, der euren Tag strukturiert oder eine Sehnsucht nach etwas anderem?

Ist sie vielleicht manchmal alles auf einmal? Aristoteles schrieb einst, Muse ist das Ziel der Arbeit, Doch was ist mit der Zeit dazwischen? Mit dem, was wir das halbe Leben nennen In der gleichnamigen Ausstellung im Museum unter Tage in Bochum wird Arbeit nicht als abstrakter Begriff verhandelt, sondern als etwas, das unsere Körper, unsere Geschichten und unsere Gesellschaft.

Seit tausenden von Jahren. Antike Münzen treffen auf digitale Fotografien, Werkzeuge textile Erinnerungen und überall stellt sich die Frage, was bleibt vom Produzieren, Reparieren, Konsumieren und wann beginnt die Muße? Kuratiert wurde die Ausstellung von einem vierköpfigen Team. Drei darf ich heute begrüßen, Dry Angelidis Doktor Karl Ludwig Elvers und Professor Doktor Markus Heinzelmann.

Ihre Erfahrungen, ihr feines, kuratorisches Gespür und ihr Interesse an gesellschaftlich relevanten Fragestellungen machen die drei, beziehungsweise die vier zu besonderen GesprächspartnerInnen. Ein herzlicher Dank geht auch an die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda Bank West, die die Realisation dieser Folge ermöglicht hat.

Liebe Zoe, starten wir doch mit dir. Wie bist du denn zu Kunst, Kultur und auch hier an dieses Haus gekommen? Ja, tatsächlich war der Wunsch Archäologie zu studieren, sehr früh da, nämlich im zarten Alter von zehn Jahren Und ich bin ja in Griechenland aufgewachsen und da ist die Antike ganz anders präsent als jetzt zum Beispiel in Deutschland oder, in in Westeuropa. Letztendlich war es tatsächlich der Geschichtsunterricht, aber auch das Interesse meiner Eltern und wir sind auf ausgraben, gefahren, vorzugsweise in der Mittagssonne, das konnte man in den 80ern noch. Faktor fünf. Genau, genau, ne. Ähm, Ja und er hat sich schon eine Liebe zur Antike zur Archäologie, insbesondere entwickelt, vor allen Dingen über die Kunst tatsächlich, interessanterweise,

erinnere ich mich an ein Bild in mein Geschichtsbuch mit einem Denkmal, worüber ich meine Desertationen geschrieben habe am Ende. Also das wiederholt sich irgendwie einiges letztendlich. Ja, dann habe ich aus der Zeit gekommen, waren beschlossen, eben in meiner zweiten Heimat zu studieren in Deutschland. Äh genau in Bonn, Da bin ich auch promoviert worden und ja, dann begann die große, Reise sozusagen. Also ich hatte Stationen in Istanbul in Dresden, in Berlin Athen und Freiburg und dann eben Bochum war die, die mich auch länger festhalten wird. Zum Glück Die Ruhruniversität bietet sehr schöne Möglichkeiten zu arbeiten und zu wirken. Sag mal Zoe, das klingt so schön. Hat der Name eine Bedeutung? Ja, bedeutet tatsächlich das Leben,

Ne, das ist ja bekannt über das Wort Zoo am ehesten. Das sind die Lebewesen, die, sowie heißt halt das Leben. Es ist ein griechischer Name. Genau. Mhm. Wo in Griechenland bist du aufgewachsen? Ich bin im Nordosten groß geworden in Trakien. Ist der Name meiner Heimatstadt. Und ja, da war ich eben bis zum Abitur mit knapp achtzehn. Lieber Karl und du?

Die Liebe zu den Münzen. Die Liebe zu den Münzen ist bei mir eigentlich relativ spät gekommen. Ich habe mich schon in meiner, Jugend immer für antike Geschichte interessiert, speziell für römische Geschichte. Ich bin ja Berliner, komme aus Berlin-Charlottenburg, habe dann in Berlin an der freien Universität Latein und Geschichte studiert.

Und bin nach meinem Staatsexamen dann nach München gegangen und die Kommission für alte Geschichte und Epigrafik des deutschen archäologischen Instituts und die beschäftigt sich nun Wissenschaftlich wie der Name sagt eben vor allen Dingen mit den Hilfswissenschaften, also besonders der Inschriftenkunde, damit habe ich mich damals auch beschäftigt, als ich dort gearbeitet habe. Es gab aber noch einen besonderen Schwerpunkt in der Münzkunde, auch einen sehr netten Kollegen, inzwischen verstorben, Hans Roland Baldus, bei dem ich einfach so ein bisschen.

Das Metier abgeguckt habe. Ich habe aber selbst keine, Eigentliche Ausbildung in der Numismatik erfahren. Ich bin also kein Fachnomismatiker, sondern ich bin ausgebildeter Althistoriker und habe auch in alter Geschichte promoviert und eben nicht in den Hilfswissenschaften, aber ich habe aus München eben einen, Faible für Hilfswissenschaften mitgebracht, also für Inschriftenkunde auch ein bisschen für Münzen. Ich bin dann, eher zufällig nach Bochum gekommen, weil sich dort eben äh eine freie Stelle aufgetan hat, genauso zufällig bin ich dann Betreuer der Münzsammlung geworden, und habe mich da eigentlich erst dann in dieses Thema auch dann wissenschaftlich eingearbeitet.

Was fasziniert dich so an den Münzen? Äh ich bin ja wie gesagt von der Ausbildung her Althistoriker und ich finde. Münzen als zeugnisse des erstens des alltäglichen Lebens, aber besonders as historische Dokumente sozusagen aus erster Hand zu einem Sprechen ausgesprochen faszinierend. Also wir haben ein wunderbares Porträt von Julius Caesar noch zu seinen Lebzeiten, das ist ein ganz, ganz, ganz grandioses Stück, wo also unmittelbar die, sozusagen die Vergangenheit einen anspricht und das finde ich schon schon sehr, sehr, sehr interessant, Und du lieber Markus, kommen wir in die Gegenwart. Auch du willkommen hier. Wie ist dein Weg? Zur zeitgenössischen Kunst. Ja, eigentlich bin ich ja als Bücherwurm aufgewachsen, dass äh ich bin in Frankfurt am Main, geboren und aufgewachsen.

Und war ja ein echter Bücherwurm. Ich habe alles gelesen, was irgendwie rumlag auf Zeitung, Bücher und so weiter. Und Frankfurt in der Zeit, in der ich aufgewachsen bin, das war die Stadt des Kulturdezernenten Hilma Hoffmann. Der man glaubt es gar nicht damals 1 Prozent des städtischen Haushaltes in Kultur stecken konnte zurück. Genau, das ist unfassbar und ich glaube auch nie wieder erreicht worden.

Das heißt, Kultur war überall ob Theater, ob in der freien Szene, in Parks, überall war Kultur und waren auch Ausstellungen und gerade vom Gegenwartskunst der Kunstverein war fantastisch. Aber eigentlich war meine Überlegung Germanistik zu studieren und als es dann daran ging, sich jetzt mal zu überlegen, was ich studiere und wie das Leben weitergehen soll. Dann habe ich mir gesagt, nein, ich möchte doch nicht einen Bereich studieren, wo ich immer über mein Buch sitz so gern ich das getan habe, aber das, was mich an der Kunst fasziniert hat, ist der, Der Aspekt, dass man miteinander, so wie wir das jetzt tun zum Beispiel, über Kunst redet Also wenn ich ins Museum gehe, dann gucke ich mir die Kunst an, aber ich gucke mir auch immer an, wie die Menschen miteinander über Kunst sprechen. Und das hat mich fasziniert, dieses Verbindende, was die Kunst leisten kann.

Und meine Ausbildung, die war relativ klassisch. Ich habe dann in Münster Kunstgeschichte studiert und promoviert und dann in Hannover habe ich den Voluntariat gemacht am Sprengelmuseum und dann war ich bei Siemens in München. Die haben damals eine fantastische, Kulturabteilung gehabt dann habe ich ein Museum geleitet und dann war irgendwann eine Stelle in Bochum ausgeschrieben, eine Professur für museale Praxis und da ich doch schon dann relativ viel museale Erfahrung hatte und hat mich das sehr stark angesprochen Was fasziniert dich an der Vermittlung von Museaner Praxis? Also das, was mich fasziniert, ist die Arbeit mit den Studierenden, dass ich wirklich sehe, dass ich mit denen zusammen,

Leben kann, also dass wir, Wie zum Beispiel bei dieser Ausstellung ganz praktisch darüber reden, wie entwickelt sich das? Wie macht man ein Konzept? Wie findet man Künstlerinnen, wie bringt man Exponate zueinander und was mir immer extrem wichtig ist zu gucken, wie stehe ich als Mensch, in einer Ausstellung. Also wie bin ich körperlich präsent in einer Ausstellung, wie sehe ich eine Ausstellung und äh das mit den Studierenden zu machen, da sind ja doch häufig neue Fragen und das macht unglaublich Spaß, solche Dinge gemeinsam zu entwickeln.

Jetzt treffen wir uns ja hier an eurem Arbeitsplatz, die Folge dreht sich rund ums Arbeiten, die Ausstellung dreht sich rund ums Arbeiten in all ihren Facetten. Was ist denn euer Begriff von Arbeit, Beruf? Wie würdet ihr den mit Leben füllen? Das ist die gretische Frage, ne? Ja ähm ja. Ich denke, das sind in unseren Fällen das sehr schwierig ist, auseinanderzuhalten.

Also ich habe mein Hobby sozusagen zum Beruf gemacht und da verschwimmen natürlich die Grenzen. Das ist eine Chancen eine Gefahr gleichzeitig, ne, dass man eben komplett in seiner Arbeit aufgeht, bis zur Selbstaufgabe, also da gibt es auch solche Phasen, wo man auch sehenden Auges zu viel macht, so wenig Zeit für andere Dinge einräumt Und gleichzeitig, das habe ich auch grade in den letzten Wochen und Monaten erlebt, dass man erschöpft ist, Und letztlich aber aus der Arbeit wieder Kraft schöpft, um weiterzuarbeiten. Das klingt ein bisschen.

Irritierend vielleicht. Oh, ich kann das sehr gut verstehen, aber das ist wirklich so. Ich möchte das jetzt nicht die nächsten Monate so machen. Wir sind froh, ein schönes Ergebnis zu haben und dann eben auch anderen Dinge im Leben mehr Raum bieten zu können. Ja, das ist eine Frage, die sich im Prinzip jeden Tag stellt, ne, wie viel, wie wenig, geht man die Arbeit an? Ja wir haben natürlich das Privileg, dass, wir natürlich unser Pflichtpensum erfüllen müssen, abarbeiten. In diesem Sinn, also das ist bei mir wahrscheinlich achtzig Prozent, aber dass ich doch über die restlichen 20Prozent in dem, was ich dann auch als meine Arbeit definiere, doch relativ frei verfügen kann und da tatsächlich, Meinen Interessen, die ich

mit der Sammlung, die ich betreue verbinde tatsächlich auch frei nachgehen kann und das ist eigentlich eine sehr, sehr schöne Erfahrung. Daraus ziehe ich dann auch, muss ich sagen, auch eine große persönliche Befriedigung. Das macht die sozusagen die restlichen 80 Prozent der Pflichterfüllung auch dann durchaus erträglich. Hm, also Arbeit ist ja etwas, mich deshalb interessiert, weil es Menschen miteinander verbindet. Also fast alle Menschen sind über das Thema der Arbeit miteinander verbunden, finde ich schon mal eine sehr schöne schöne Ausgangslage.

Etwas worüber wir reden können, worüber wir sprechen können, was uns verbindet und dann ist es natürlich ein ganz wichtiges Gestaltungselement für unser oder für mein Leben Ich bin evangelisch geprägt, da haben wir eine hohe Leistungsethik, das heißt, dass ich mich auch schon bis zum gewissen Teil über Arbeit definiere, über das Gelingen von Arbeit definiere und wenn das gelingt, bin ich zufrieden.

Weiß man denn, woher das Wort Arbeit oder Beruf kommt? Hat es eine ähnliche Bedeutung im Griechischen? Dann musste ich echt nachdenken, weil Neugriechische und Altgriechisch zum Teil unterschiedlich sind, Und im Altgriechischen geht es eher um das Werk also Ergon in Neugriechischen hat das Meer die Arbeitsperspektive, würde ich sagen. Also Racia ist ein Teilus ist der berufstätige und das kommt ja von Ergon von Werk.

Und das Zweite ist dazu, ja und das kommt sehr wahrscheinlich von der Sklaverei, fällt mir gerade auf. Interessant. Ist ja der, der Sklave im Altgriechischen. Ja, das tun sich neue Aspekte auf jetzt gerade. Bist jetzt aber das Podcast. Genau. Euer Arbeitgeber die Ruheuniversität Bochum. Wir haben die, die Ruhruniversität Bochum. Wir haben die Situation Kunst und wir haben das Museum unter Tage.

Also das ist eine sehr außergewöhnliche Situation, die wir hier haben und zwar. Der Gründungsdirektor des kunstgeschlichen Instituts der Ruhruniversität Bochum Max Imdal. Mit einem Freund zusammen, Alexander von Barswort, den dieser Park, in dem wir uns gerade befinden, gehört, sich überlegt, wir sollten mal eine Situation schaffen, in der Studierende vor dem Original sich die Kunstgeschichte erschließen können. Das war in den, 1980er Jahren, 1988 und die Überlegung war, Gebäude zu schaffen in den Kunstwerke.

Manchmal auch nur ein Kunstwerk etwa von Richard Serra, eine große Stahlplastik unterkommen und man dann tatsächlich gemeinsam vor dem Werk über Kunst diskutieren kann. Und das ist einfach immer weiter gewachsen und Pavillons gebaut neunzehnhundertachtundachtzig neunundachtzig Dann wurde eine Bibliothek gebaut und ein eher musealer Raum. Dann kam ein Museumsraum oder viel Zweckraum dazu und am Ende noch ein Museum, eben das Museum unter Tage, was richtig in die Erde eingegraben wurde und deshalb diesen Namen Museum unter Tage erhalten hat Und diese Situation ist zwar, in Gesprächen mit der Universität entwickelt worden, war aber lange noch im privaten Besitz und ist dann irgendwann der Universität übergeben worden. Und so haben wir die sehr außergewöhnliche Situation, dass wir hier 500 Quadratmeter

professionellen Museumsraum haben, der auf höchstem Niveau ausgestattet ist und indem wir gemeinsam mit den Studierenden Ausstellungen veranstalten können. Ist denn das Werk von Richard Sarah? Mitte der achtziger Jahre, der Ausgangspunkt der Sammlung? Nein, die Sammlungen, Deshalb auch der Plural Kunstsammlungen der Universität Bochum haben sich aus den Bemühungen eben von erwähnten Max Imdal gemeinsam mit dem klassischen Archäologie Bernhard Andre entwickelt. Die hatten beide die Idee, dass die Studierenden auch mit originalen Werken im Studium in Berührung kommen sollten und auch hinsichtlich der Praxis sich damit auseinandersetzen sollten.

Sie haben sich dafür eingesetzt, dass verschiedene private Sammlungen eben an die Universität gekommen sind Und das wird der Grundstock für das Campusmuseum wiederum der Ruhruniversität, also der zweite Standort, der hierfür relevant ist. Und dort haben sie gemeinsam eine einzigartige Zusammenstellung erzielt, also die Gegenüberstellung von moderner Kunst und antiken Objekten Und das ist auch ein bisschen das Leitmotiv letztendlich für unsere Ausstellung. Wir feiern ja und 50 Jahre Gründung des Campusmuseums Etwas eine außergewöhnliche Situation, dass das Ganze nicht auf dem Campus stattfindet, sondern eben hier im Museum unter Tage, aber die Gründe sind offensichtlich durch den Platz und die Ausstattung ist es ein fantastischer Ort, um so eine,

Jubiläumsausstellung auszuführen. Und wann kam die Numismatik hinzu? Die Numismatik kam auch schon unmittelbar im Gründungsprozess der Universität hinzu, nämlich ein Jahr nach dem Grundstock der Antikensammlung, weil auch eben der erste Odinarius Bernhard Andre neben der Antikenkunst auch in einer zweiten Branche, eine private Münzsammlung angekauft, hat eines Sammlers, die 1964 gestorben ist, also um Block 1966 erworben worden also lange vor der eigentlichen Gründung des Museums, zehn Jahre vorher und ist dann, Kurioserweise, obwohl Andrea ja Archäologe war, dann von ihm an die Historiker abgegeben worden in der gleichen Fakultät, weil, Andrehe der Meinung war, dass solche serillen Stücke wie Münzen, also sozusagen Massenware.

Doch eigentlich nicht in die Hände von Kunsthistorisch arbeitenden Archäologen gehört. Das hat dann tatsächlich dazu geführt, dass die Bündnissammlung Institutionell und vielleicht auch in ihrer Bedeutung immer eine Art Nischendasein geführt hat. Das ist jetzt vor Kurzem wieder beendet worden, aber eben 30 Jahre doch eine sehr, sehr strikte Trennung zwischen der Betreuung Der antiken Kunst und der antiken Münzen existiert hat, die eigentlich jetzt erst wie gesagt in der letzten Zeit aufgebrochen worden ist. Wenn wir jetzt hier auf das Gelände kommen, diesen wunderschönen Park, Fällt der Blick sofort auf eine Ruine, aus der ein zeitgenössisches Gebäude.

Rauswächst. Wir sehen links und rechts, schwarze Kuben. In den einen können wir hineinsteigen. Das ist das Museum unter Tage. Was hat es denn mit diesen drei Gebäudekomplexen auf sich? Arbeitet jeder von euch in einem? Das tun wir nicht. Ähm also bei mir kommt ein weiterer Ort hinzu. Die archäologischen Wissenschaften äh sind nämlich nicht mehr auf dem Campus der Universität, sondern in der Nähe des Bergbaumuseums.

Und dort befindet sich halt mein Büro und dort findet hauptsächlich meine Lehre statt und meine zweite Wirkungsstätte ist eben das Campusmuseum der Ruhruniversität. Die Gebäude hier haben eine andere Bewandtnis Das ist halt ein Ort für Gegenwartskunst hier in der Regel. Es gibt allerdings auch eine sogenannte afrikanische und eine sogenannte asiatische Sammlung, etwas problematische Begriffe, aber an sich haben wir hier sehr viel Gegenwartskunst, sowohl im Park, als auch dann in den Wechselausstellungen. Also das ist eben typische Universität. Man ist nicht an einem Ort, in einem Gebäude, an dem es stattfindet, sondern alles verstreut sich so über die und Universität ist überall. Ist es denn gewöhnlich, dass ihr drei beziehungsweise eher vier? Wir haben ja eigentlich auch noch Professor Doktor John Albers hier in der Reihe,

gewöhnlich, dass ihr vier so eng zusammenarbeitet. Punktuell schon, also wir kooperieren in der Universität in vielfacher Hinsicht, sowohl in Forschungs äh Projekten als auch in der Lehre. Und das wechselt aber immer nach eigenem Interesse, nach Schwerpunkten eben, Semester und so weiter, also interdisziplinäre Lehre ist gewöhnlich und gleichzeitig immer wieder neu, weil die Konstellation sich immer wieder anders ergeben.

Also das war jetzt unsere also für uns vier die erste gemeinsame Unternehmung. Also für mich ist das schon eine Premiere. Ich habe mit der Vorgängerin von einzelne Ausstellungen gemacht, die sich aber im Bereich der antiken Kunst und der antiken Münzprägung bewegt haben, man spricht eine gemeinsame Sprache, man kennt die Objekte, man hat einen gemeinsamen Gegenstand und für mich ist diese Erfahrung jetzt über zwei Jahre mit den beiden Kollegen, und Kolleginnen zusammenzuarbeiten, auch, mit moderner Kunst konfrontiert zu werden, tatsächlich neu. Also für mich ist das auch was Besonderes. Ich habe noch nicht mit Nomismatik und Archäologie zusammengearbeitet, aber wir kommen ja alle sozusagen aus dem Ausstellungsbereich, deshalb gibt es eine Nähe zueinander.

Und das Thema Arbeit hat uns dann zusammengeführt. Was habt ihr denn voneinander lernen können, aus euren jeweiligen Bereichen? Ja, das war schon spannend, dass wir also doch unterschiedliche Kulturen haben und wir haben ja dann auch unsere unterschiedlichen Studierenden mitgebracht und es gab schon immer wieder Diskussionen, zum Beispiel um die Frage, wie bestimmte Gruppen, wie People of Color zum Beispiel angesprochen werden, auch Fragen wie man mit der Frage des Genderns umgeht, wurden besprochen, auch die Herangehensweise fand ich sehr interessant als Kunsthistoriker lernt man Ikonographie.

Das heißt, was bedeutet das Zeichen, dass ich da sehe. Also wenn ich eine Frau sehe, die, rot und blau gekleidet ist, dann ist das in der christlichen Tradition in der Regel Maria Und das ist uns ganz am Anfang des Studiums eingebimst worden und in der Gegenwartskunst verliert sich das dann aber etwas.

In der Archäologie und auch in der Numusmatik kommt es dann aber natürlich wieder sehr stark zum Tragen, weil es da erstmal darum geht, herauszufinden hm was haben wir überhaupt für ein Objekt, was ist überhaupt dargestellt, in was für einem Kontext hat sich das bewegt? Das sind Fragen mit denen man sich in der Gegenwartskunst gar nicht mehr so sehr beschäftigt und das wäre sehr schön, wie sich das so abgerundet hat und man sich so an verschiedenen Ecken dann wieder die Hände geben kann.

Und wenn wir in die Antike abtauchen Im Prinzip ähnlich in umgekehrter Reihenfolge sozusagen, ne. Also die Diskussionen haben noch mal die Relevanz von Geschichte klargemacht, also dass die jeweiligen Themen in ihrem Kontext eine Bedeutung haben und wenn wir diese zeitlichen Kontexte verlassen. Werden Dinge, die eindeutig in dem einen Rahmen sind, äh werden plötzlich eben mehrdeutig, da war's immer wieder eine richtige Herausforderung, auch eine gemeinsame Sprache, also im wörtlichen Sinne eine gemeinsame Sprache zu finden, Das fand ich besonders spannend und was wir gar nicht so verantworten hatten, aber das war eine glückliche Fügung. Wir hatten, Studierenden mit sehr, sehr unterschiedlichen Hintergründen,

sehr unterschiedlichen eigenen Feldansichten und es war sehr, sehr konstruktiv, gemeinsam eben, Das Thema zu erarbeiten. Das ist ein ganz viele Aspekte noch, neu dazugekommen, akzeptuiert worden, durch die Beiträge der Studierenden. Aber es war tatsächlich schwierig, also besonders auch für mich, eine gemeinsame Sprache zu finden. Ich glaube, das war für uns alle nicht so ganz unproblematisch, weil wie Zoe gerade gesagt hat, ja wir eine eingespielte Methode haben an die Objekte ranzugehen, erstmal zu sehen, was, Ist das eigentlich? Was sehen wir? Während Kunsthistoriker eher schon interpretierend gleich sich dem Objekt nähern, wo wir dann erst mal gesagt haben, halt, stopp, wie kann man das eigentlich sagen?

Und zunächst einmal auch die ersten Textentwürfe ja total heterogen waren. Also die standen völlig, methodisch auch völlig unterschiedlichen Füßen und waren sehr, sehr schwer miteinander zu vereinbaren und das hat viel Arbeit gekostet, die sprachlich und sachlich aneinander anzunähern. Was wäre denn die Empfehlung? Es war bemerkenswert wie gut und schnell die Kritik umgesetzt wurde.

Das fand ich wirklich also Texte, wo ich in der ersten Version dachte, oh Da haben wir jetzt viel viel Arbeit vor uns. Mal schauen und schon die nächste Version war eindeutig dieselbe Person, wie das geschrieben hat. Das war eine Überarbeitung. Unterlagen selten dazwischen. Also die Studierenden waren auch sehr sehr empfänglich. Also sie haben sehr sensibel Kritik geäußert.

Und sehr konstruktiv die Kritik an ihre eigene Leistung aufgenommen und umgesetzt, Und ich glaube, das war grade weil wir so vielfältig waren, und wirklich stets mit großem Respekt immer gesprochen wurde, egal wie, unterschiedlich die Mahnungen waren, dass das eine sehr produktive Atmosphäre geschaffen hat Könnt ihr euch an eine besonders schöne Anekdote erinnern? Das sind so Kleinigkeiten eher, die einem auffallen. Da bemühe ich nochmal den historischen Kontext in der antiken Kunst werden grundsätzlich zwei Geschlechter dargestellt, So das ist eindeutig. Gerade in der Vasenmalerei des 6. Jahrhunderts in der schwarzfigurierten Technik. Es ist ganz klar.

Wenn die Hautfarbe weiß ist, ist es eine Frau oder ein Mädchen, wenn die Hautfarbe schwarz ist, ist es ein Mann oder ein Junge. Und die Archäologinnen haben das so vorgetragen und dann gingen Hände hoch, ja, kann man das denn so sagen und man würde vielleicht etwas eine Gender sensiblere Sprache benutzen, wir sind nein Es war eindeutig, ne? Und dann hat sich auch eine längere Diskussion auch um weitere Geschlechter entwickelt.

Und das war so ein wichtiger Moment, glaube ich, für das Verständnis gegenseitig, wie man überhaupt umgeht mit den Bildern, die wir anschauen und wir versuchen zu verbinden Was war denn der Hintergrund, dass ihr alle eure Bereiche miteinander verbinden wolltet und wie kam es zu dem Oberthema Arbeit? Oder ein halbes Leben Es gibt ja immer so Themen, die an einer Universität bearbeitet werden und wir gehören ja alle der Fakultät für Geschichtswissenschaften an und da gibt es einen Schwerpunkt schon seit 5 Jahren etwa.

Sechs Jahren der Arbeit heißt. Das heißt das Thema ist auch gerade bei uns in der Kunstgeschichte enorm wichtig und ist auch In der Kunstgeschichte schon eine Möglichkeit gewesen, die unterschiedlichen Professuren miteinander zu verbinden, also auch innerhalb eines Fachs. Muss ja auch in diesem Fall der Mittelalterhistoriker ja mal mit der Professorin für Kunstkritik sprechen über das Thema Arbeit, das ist ja ähnlich heterogen innerhalb der Fächer wie wie innerhalb unserer Institute oder Fachbereiche und Arbeit ist einfach ein Thema, was ja zu dem wir alle automatisch eine Meinung haben. Es gibt ja solche Themen also im letzten Jahr haben wir eine Ausstellung über das Glück gemacht und auch jeder Mensch, also auch unglückliche Menschen. Jeder hat sofort einen Zugang zu diesem Thema Glück

und genauso ist es bei der Arbeit. Das sprudeln sofort ganz viele Assoziationen und Erfahrungen, ja Können wir uns jetzt alle selber fragen, was gerade passiert bei diesem Thema schlechte Erinnerungen, gute Erinnerungen und vielleicht auch theoretische Herangehensweisen, also es ist enorm vielfältig und.

Hatten wir eben das Glück und das war ein ganz wichtiger Punkt für uns, dieses Thema auszusuchen, dass wir geschaut haben, zu welchem Thema gibt es denn viele Exponate in den Kunstsammlungen vor allem der Archäologie und der Münzkunde, sodass wir wir brauchen ja auch erstmal eine Grundlage über die wir uns verständigt haben und die auch so ein bisschen unser Denken strukturiert hat. Wo liegen die Schwerpunkte, und für mich dann wäre ich ja keine Werke mitbringe in der Gegenwartskunst, sondern wir haben sie ausgeliehen oder angefragt.

Sie sind produziert worden, wo sind denn Themen, wo die Gegenwartskunst auch die Dinge untereinander, also was beitragen kann und die Dinge untereinander ins Gespräch verwickeln kann. Das war auch ein Punkt der mich am Anfang extrem verunsichert hat, weil die Art und Weise, wie Markus eine Ausstellung angeht und dir, wie ich das angehe, völlig verschieden sind. Also wenn ich aus meinen Beständen eben eine Ausstellung mache, sehe ich.

Was habe ich denn da, ne, das könnte passieren, es könnte passieren. Ja, da gucken wir noch mal und dann habe ich erst mal Objekte und entwickle ein bisschen, ne, die Präzisierung des Themas und so weiter nach den Objekten. Und so haben wir eben angefangen. Karl hatte auch irgendwie einige Münzen zusammengestellt und in der Anfangszeit haben wir immer so präsentiert, schon Überlegungen angestellt und dann dachte ich ja wann wann Timmi, jetzt was sehen wir denn in der Moderne, in der zeitgenössischen Kunst, das hat mich total verunsichert und irgendwann, also immer wieder, hat man so nachgefragt, ne, wie schaut's denn aus? Ja, wir überlegen und wir haben Ideen.

Ja wann kommt denn was und dann war das so so ein ganz toller Moment, also mehrere Momente, als dann eben die Künstlerinnen ihre Werke aus der Zeitgenössischen Kunst kamen und das das passte alles so schön rein. Also wie gesagt mich ohne Diskurs, ohne Widerspruch, aber wo man sagte, okay, es ist es ist die die Verbindung nachvollziehbar oder zumindest eine Verbindung nachvollziehbar und vielfach haben sich dann viel mehr Verbindungen entwickelt im im Laufe der Zeit Die Ausstellung heißt das halbe Leben Formen der Arbeit in Kunst und Geschichte.

Formen der Arbeit. Wenn ich jetzt an Münze denke, dann fällt mir nur eine Form ein. Welche und das ist tatsächlich gerade bei den bei den Münzen ein durchaus schwieriges Thema, was mich auch in der Vorbereitung durchaus beschäftigt hat, weil die eigentliche Darstellung von dem, was wir unter Arbeit, also Handarbeit, natürlich in der Antike verstehen, auf Münzen praktisch nicht vorkommt, Der wird schwer. Da wird es schwer und dann muss man ein bisschen sozusagen das das Thema versuchen zu erweitern. Man kommt dann sehr schnell in den Bereich der, der Arbeit am Mythos oder im Mythos, am Beispiel des Herkules, der gegen den näherischen Löwen kämpft, also eine der Arbeiten des Heros Herkules. Das liegt auch noch relativ nahe.

Und dann habe ich, bisschen schauen müssen und habe versucht, tatsächlich etwas weiterzudenken und habe dann überlegt, na ja, es gibt ja auch Arbeit anmünzen In verschiedenster Form und dann ein Stück herausgesucht, wo tatsächlich. Händisch eine Münze so bearbeitet worden ist, das kann man auch sehr gut sehen, nachvollziehen, dass dadurch in der Antike ihr Wert verdoppelt werden sollte.

Das figuriert bei uns in der Ausstellung unter dem Thema der Transformation, also eine Münze erhält einen neuen Wert die Münze selbst ist materiell völlig wertlos, auch auch in diesem Zustand. Auch in diesem Sinne kein Kunstobjekt, aber als Objekt der Transformation. Ausgesprochen spannend und gewinnt natürlich ihr Profil dann, wenn man sich mit dem historischen Kontext beschäftigt und fragt warum ist das passiert? Wer hat das gemacht? In welchem Zusammenhang steht das? Das kann man natürlich am Objekt so nicht zeigen. Das muss man dann im Katalog nachlesen. Aber das ist ein ausgesprochen spannendes Phänomen, was man dort an diesem eigentlich.

Materiell, belanglosen Stück sehr schön entwickeln kann und das fand ich tatsächlich sehr faszinierend. Seit wann spielen Münzen denn als Gegenwert zur Arbeit, zur Belohnung, eine Rolle. Ungefähr seit dem 7. Jahrhundert vor Christus. Sie sind entwickelt worden im westlichen Kleinasien. Gewöhnlich werden sie immer den Lüdern, also König Kräusus, der vielleicht dem einen oder anderen auch ein Begriff ist, zugeschrieben.

Bestanden damals noch aus einer Legierung von Gold und Silber. Dann haben die Griechen sie sehr schnell übernommen, Silbermünzen geprägt und diese Form der der Prägung ist dann auch im Grunde im gesamten Mittelmeer verbreitet worden. Es sind von den Römern übernommen worden und prägt dann im Grunde auch unser Geldsystem bis in die Neuzeit hinein. Wer hat denn entschieden, welches, Motiv auf eine Münze kommen. Das ist eine gute Frage bei den Griechen waren es in der Regel die prägenden Städte.

Ihre Symbole auf die Münzen gesetzt haben am bekanntesten ist die Göttin Athena für die Stadt Athen auf der Vorderseite und auf der Rückseite. Ihr Tier die Eule und dann auch der Olivenzweig, der die Göttin Athena auszeichnet als diejenige, die den Olivenbaum nach Artikel gebracht hat, andere Städte hatten andere Symbole.

Das ändert sich dann erst im Verlauf der weiteren Geschichte, im Helenismus als Monarchien entstehen. In Griechenland und dann auch die entsprechenden Könige anfangen, ihr eigenes Porträt zu prägen. Wie gesagt, das ist eine späte Entwicklung. Auch die Römer kannten in der Republik, noch keine Portraitmünzen. Diese entstehen tatsächlich erst mit und dann natürlich mit den ersten römischen Kaisern Augustus und seinen Nachfolgern. Na dann, dann lass uns doch mal in die Ausstellung eintauchen. Also ich geb's ja zu. Meistens wenn ich, eine Ausstellung besuche, habe ich einen recht langen Weg hinter mir. Und mein erster Gang ist die Hände waschen.

Hier ich steige hinab unter Tage und ich habe das Gefühl, Mir wird hinterher gepfiffen, vor allem eine wunderbare Art und Weise, aber das kann ja nicht sein. Was hat es denn damit aus sich? Wir haben mit dem portugiesischen Künstler Joa Penalva zusammengearbeitet, Und er hat schon vor sehr langer Zeit eine große Installation gemacht und zwar eine Mischung aus Film und Klang.

Bei uns hört man nur den Klang sieht man nicht den Film. Auf der Toilette. Auf der Toilette. Und der Film zeigt den großen Valenda, der große Valenda, war einer, der ganz, ganz großen Seiltänzer, der also ohne Absicherung. Über das Seil getanzt ist und es gibt eben einen Moment, der auch aufgezeichnet wurde, wo wir Länder schon in höherem Alter war und zwischen zwei Hochhäusern langgelaufen ist auf seinem Seil und dann runterstürzt.

Also in seinen Tod stürzt. Und das ist ein Bild, das du auch penal war ausgewählt hat, eine kleine Sequenz, wo dieser Künstler, ein großes Risiko bei seiner Arbeit eingeht und dabei zu Tode kommt. Wir sehen nicht, wie er zu Tode kommt, wir sehen nur, wie er stürzt. Und dann haben wir, das fand ich ein sehr sehr schönes Bild, also für das Thema Arbeit, weil es sowohl künstlerische Arbeit als auch andere Arbeit miteinander verbindet.

Auch so ein bisschen die Aussichtslosigkeit von Arbeit vielleicht verbindet und der hat diesem Bild etwas entgegengesetzt und zwar hat er über einen sehr sehr langen Zeitraum über eineinhalb Jahre Lisa Crediton, also ein Stück von Igor Strawinsky eingepfiffen. Und pfeift so gut wie wir alle, die wir hier am Tisch sitzen, also eher nicht so gut und es war also für ihn eine große Herausforderung und er musste viele Techniken ausprobieren, musste das auswendig lernen und hat es dann quasi Takt für Takt eingepfiffen, also ein unglaublich großes Werk, eine riesige Arbeit und am Ende hat er alle Takt zusammen montiert und das ist das, was wir sowohl auf der Damentoilette als auch auf der Herrentoilette hören, dieses Pfeifen von Strawinski Slesacreprenton.

Und ich finde es ein ganz tolles Bild für die künstlerische Arbeit, aber auch für die Arbeit allgemein. Ihr habt die Ausstellung in sechs Bereiche unterteilt. Konsumieren. Reparieren, produzieren, distribuieren, transformieren und Muße und Sport. Wir kommen in den ersten Raum rein. Und der Konsum steht im Vordergrund, Natürlich, ich muss arbeiten, um zu konsumieren. Doch was ist der eigentliche Gedanke hinter Konsumieren? Wir haben uns dazu entschieden, das Konsumieren an erster Stelle zu positionieren, Genau um den Denkprozess schon anzustoßen. Also was gehört zum Arbeiten dazu? Konsumieren ist etwas, was allen vertraut ist, konsumieren gehört zu den Merkmalen der modernen westlichen Gesellschaften.

Und man verliert häufig den Bezug zu den Menschen, die das produzieren, was wir wiederum konsumieren, Und das ist so der der erste Moment, wo wir hoffen, äh etwas zu irritieren, äh zum Nachdenken anzuregen. Und das geschieht auch durch den Inhalt, durch die Objekte, die wir gewählt haben die eben vielleicht so gewöhnliche Dinge wie äh Wasser konsumieren, was eben aber herangeschafft werden muss.

Zeigt, andererseits einen starken Fokus auch auf Serviceleistungen legt und das sind eben Dinge von den Darbetungen, von Schauspielern und Musikern da wir uns in der Antike befinden, bleibe ich bei der männlichen Form, aber eben auch äh zum Beispiel Sexarbeit, die in die Antike genau so, Gang und gäbe war wie äh in der Gegenwart und da können wir sehr schön eben auch Gegenüberstellungen machen zwischen, Zum Beispiel einer antiken Prostituierten, die sogenannten Etheren und dem Sexarbeiterinnen auf den Fotografien von äh Johanna TG Bayer, die eben auch in sehr bestimmten Bereich äh tätig sind. Also auch schon, eine Differenzierung innerhalb eines Tätigkeitfeldes wie die Sexarbeit kann anhand von nur wenigen Stücken

verdeutlicht werden. Was ist das Besondere an diesen Fotografien? Die Johanna Jackie Bayer ist Fotografin und Filmemacherin, sie ist Transfrau. Und hat eine Zeit lang in einer Bar in Berlin als Prostituierte gearbeitet eben in einer Transfrauenbar. Und irgendwann hat sie angefangen, ihre Kolleginnen dort zu fotografieren.

Das heißt, das ist sehr ungewöhnlich. Sie hat eine sehr große Nähe zu den Personen gehabt, die sie fotografiert hat, äh sehr große Vertrautheit und hat hunderte von Fotografien einen riesigen Fundus, an Fotografien über viele Jahre zusammengesammelt, und aus diesen Fotografien haben wir einen Ausschnitt ausgewählt, Und das, was ich sehr schön finde, ist, dass Johanna Jackie Bayer, sie ist Jahrgang neunzehnhundertfünfundfünfzig, Vor langer langer Zeit einmal an der Ruhruniversität in Bochum studiert hat. Sehr genau, da schließt sich der Kreis mit Studium, Arbeit und Berufung. Was ich an der Stelle schön finde, ich habe mir die Fotografien auch angeguckt, ist die, Fotografin zeigt eine unfassbare Wertschätzung für die Arbeiterinnen,

Es wird ganz fragil, ja genau, Verantwortung. Vertrauen spielt eine große Rolle. Also das sind schon Positionen, die mich sehr, sehr berührt haben. Wie wird das denn mit den Münzen dargestellt? Gibt es da auch Positionen? Also das wäre mir jetzt neu, also da kenne ich keine Beispiele dieser Form der Intimität.

Es gibt durchaus sehr, sehr individuelle. Frauenporträts in der Antike, das sind zunächst Darstellung von Göttin, die dann aber tatsächlich so individuell gestaltet sind, dass es tatsächlich Diskussionen darüber gibt ob es nicht menschliche Vorlagen gegeben hat, die für diese Frauenporträts Modell gestanden haben Da kenne ich den Diskussionsstand nicht, aber doch diese Frauenportraits sind tatsächlich wirklich so individuell ausgestaltet in ihrer Physiokonomie, auch in ihrem Schmuck, dass man tatsächlich auf die Idee kommt.

Dass dort reale Personen dahinterstehen können. Das ist ja auch ein ähm Sachverhalt, den wir für andere Medien der Darstellung auch kennen, also wo es überliefert ist, dass zum Beispiel diese ganz berühmte, frühne, Modell gestanden hat eben für Paxitel ist, also für seine Werke, Also dass man Modelle genommen hat, um Individuen tatsächlich einen Einfluss auf die Gestaltung von solchen Bildern hatten. Das kennen wir für die Antike. Insofern ist es durchaus gut welche Werke aus der Antike werden den Fotografien entgegengestellt Ja, das ist eben die etwas beschädigte äh Kühlex, also eine spezielle Form einer Trinkschale Die beißen Pursian benutzt wurde. Sie pursien Waren gelagert, Trinkgelage, die ausschließlich für Männer veranstaltet wurden und man hat sich dann noch Unterhaltung

eingekauft und das waren zum Teil Musiker, Musikerinnen, Frauen, also Bürgerinnen, ehrenhafte Frauen waren ausgeschlossen von diesen Veranstaltungen, aber es gab eben Hetheren, die eben nicht. Reine Sexarbeiterinnen waren, sondern die waren sehr gebildet die konnten verschiedene Künste, also die haben getanzt, die haben musiziert, die haben sich an den, Diskussionen beteiligt und waren quasi lagergefährtinnen der Männer bei diesen Veranstaltungen und wir sehen auf dieser, das ist ein Bild, das man sich vielleicht ein bisschen länger anschauen sollte. Zum einen eben den Mann und die Frau, beide Besitzern gekleidet, liegen auch vor einer Kleene auf so einem Liegesofa haben beide wiederum eine Kühlx in der Hand. Also wir haben das Bild im Bild, ne also der der Bildträger wird nochmal dargestellt.

Und da liegen noch Schuhe vor der Kleene, also nichts würde jetzt ohne Vorwissen darauf hinweisen, dass das Ganze auf sexuelle Handlungen hinausgeht. Aber wir haben immer das Potenzial bei Symposien, wenn Frauen anwesend sind Das sind definitiv entweder Sklaven, die nur Wein reichen oder eben heteren, die gegebenenfalls eben auch für sexuelle Handlungen zur Verfügung stehen und dafür bezahlt werden. Du sprachst grad schon das Wort reparieren an, der zweite Bereich reparieren, Warum spielt denn das bei der Arbeit eine solch wichtige Rolle? Also Reparieren ist ein ganz ganz großes Thema in der Ausstellung, aber auch gerade in der Gesellschaft.

Also es wird ja sehr viel über das Reparieren gesprochen und es äh schwingt dabei auch immer mit, Das ist auch um gesellschaftliche Reparaturen geht. Also wenn man zum Beispiel Repair Cafes einrichtet oder sowas, dann geht es ja nicht nur darum, etwas zu reparieren, sondern auch etwas für die Gesellschaft.

Zu tun und das ist etwas, was uns sehr fasziniert hat, diese Verbindung vom Reparieren zur Gesellschaft, aber wenn ich etwas repariere, dann bringe ich ihm diese Wertschätzung entgegen, dann bringe ich der Arbeit, die ursprünglich einmal geleistet wurde, um ein Objekt zu erschaffen, der bringe ich Wertschätzung entgegen, die ehre ich auf diese Weise und das hat mich zum Beispiel in der Archäologie sehr fasziniert als Kunsthistoriker dort äh diese Reparatur, anzutreffen diese Wertschätzung zu sehen, zu wissen, dass ein Objekt in der Antike nicht nur zerbrochen ist, das ist ja das, was wir uns häufig vorstellen. Also das Ausgraben, man man gräbt ja Scherben aus selten, ganze Gefäße, dass die also in der Antike schon repariert wurden und ihnen da schon diese Wertschätzung entgegengebracht wurden

Das sind Spuren, die man zum Teil wirklich sofort sieht, also äh an dem einen Trinkgefäß ist ein riesiger Batzen-Blei auf dem Boden zu sehen. Das versiegelt eben ein Loch im selben. Ansonsten sind das ganz feine Bohrungen, die für die Anbringung von Klammern benutzt wurden und für die ganz, ganz Aufmerksamen unter uns.

Gibt es eben gerade bei dem Skyphos, also dem höheren Gefäß, was da zu sehen ist, sind zwei Reparaturlöcher an den Falten der Figur, die du dargestellt bist, zu sehen. Das heißt, dass die Klammer über die Falten quasi gelegt wurde und so war sie quasi unsichtbar. Es bedeutet nicht, dass man alles nur so unsichtbar gemacht hat, also, Es gibt andere Bereiche, wo das geradezu brutal wirkt, aber man hat das in Kauf genommen, um das Gefäß weiterbenutzen zu können. Also das finde ich besonders faszinierend und, Man kann sich so ein bisschen in die Einstellung der Menschen versetzen. Ne, also nicht einfach okay, ist kaputt, werfen wir weg sondern man bemüht sich sehr intensiv darum, das Wate zu benutzen. Also der Sinn des Objekts bleibt gleich. Das vermuten wir. Nur können wir das auch nicht mit Sicherheit sagen. Also eine Trinkschale wird halt

zum Trinken von Wein verwendet Inwiefern die reparierte Schale zum Trinken verwendet wurde oder doch nicht eher an die Wand gehängt oder ins Regal gestellt, nur um sich das anzugucken. Ne, weil da ist keine Ahnung, vom Großvater gewesen ist oder weil das von weit weggebracht wurde und das können wir nicht nachvollziehen. Also wir können verschiedene Szenarien zeichnen aber, Mit Sicherheit können wir das nicht sagen. Anders als in der Gegenwart. In der Gegenwart wissen wir, in der Regel, was mit den Dingen passiert ist und äh wir haben zum Thema Reparieren.

Fantastische große Vasen von Jesuk Jung, einer südkoreanischen Künstlerin ausgewählt. Sechs große Vasen. Und Jesuk Jung hat etwas gemacht. Sie wertschätzt sozusagen die Arbeit koreanischer Keramikmeisterinnen, die also wirklich fantastische Keramik schaffen mit Figuren drauf, lebendige Szenen, aber offenbar waren die nicht immer 100 Prozent einverstanden mit ihren Schöpfungen und alle die Schöpfung, mit denen sie nicht wirklich einverstanden waren, haben sie verworfen. Das heißt ganz bildlich gesprochen auf den Boden geworfen, so dass sie in Stücke zersprungen sind, in Scherben zersprungen sind und Jesuk Jung hat diese Scherben erhalten und hat daraus neue Gefäße also wirklich fantastische Kreationen. Wir haben jetzt

so richtige Plateaus auf den Drachen, Löwen, Schweine, Hühner rumlaufen und das ist natürlich schon eine Form des Reparierens. Über die Wiederherstellung hinausgeht, da passiert schon mehr, also genauso, wie in dem antiken Objekt, das durch die Klammer schon verändert wurde, also im Grunde umgebaut wurde, haben wir hier natürlich so einen vollständigen Umbau von einem Objekt, das jung gemacht hat und auch da können wir natürlich, gesellschaftliche Bezüge herstellen, dass wir sagen, dass Beziehungen oder gesellschaftliche Missstände, Probleme auch in der Kommunikation lassen sich womöglich reparieren.

Und wir schauen uns jetzt sozusagen verschiedene Lösungen in der Vergangenheit und Gegenwart an, wie das gelungen ist Ja und die Spuren des Zerstörens macht sie ganz bewusst sichtbar. Sie formt etwas, Neues, etwas Eigenständiges. Ich habe das Gefühl, es dient gar nicht mehr als Vase, sondern eine neue Identität. Eine neue Identität und die Bruchstellen, die sie mit dickem Kleber zusammengefügt hat, die einzelnen Scherben, da sind die Bruchstellen mit Blattgold belegt worden.

Wir kennen das so ein bisschen aus der japanischen Kinzuge Tradition, aber da geht es eher darum, ein Gefäß wieder herzustellen und dann die Kostbarkeit zu beweisen, indem man die Klebestellen betont und hier ist es aber so expressiv, dass sie wirklich schon ein eigenes Leben oder eine eigene, Ausdruckskraft annehmen. Ihnen gegenüber gestellt ist eine wunderschöne Textilarbeit, ein Wandteppich, eine Art Killed auch aus verschiedenen Fragmenten zusammengestellt Das ist eine hier eine Steppdecke killt, Steppdecke ist, musste ich jetzt auch lernen, ist ungefähr das Gleiche. Ist eine Arbeit von, ein US-amerikanischer Künstler, People of Color.

Da etwas Faszinierendes tut. Er bezieht sich auf die Geschichte in den USA auf eine Fluchthilfegeschichte und zwar hat sich Ende des 19. Jahrhunderts die sogenannte Underground Rail Road als Fluchthilfeorganisation für Sklaven gebildet es geht der Mythos, man weiß nicht, ob es richtig ist, aber der der Mythos lebt, dass an den Zugstrecken solche Decken aus den Fenstern von Gebäuden gehängt wurden, um fliegenden Sklaven, einen Hinweis zu geben, zum Beispiel dieses Haus ist sicher, in diesem Haus wird dir geholfen. Also es waren sozusagen Zeichen, die, an die Flüchtenden gegeben wurden, um ihnen die Flucht zu erleichtern oder überhaupt erst zu ermöglichen.

Und der Sanford Biggers, der hat neuere Kills genommen, hat aber auch ältere, antike, also antik nach US-amerikanischen Verständnis, dass es nicht unsere Antike, zusammengebaut und hat da sozusagen eine neue Städte Decke geschaffen und zeigt, wie sozusagen Vergangenheit und Zukunft auf diese Art und Weise ineinandergreifen und stößt uns natürlich an, darüber nachzudenken, ja wie wie wir unsere Gegenwart mit Zeichen.

Beleben, was die Zeichenaussagen und natürlich auch die Frage zu stellen, in welcher Situation People of color heute in den USA leben. Also insofern eine sehr, schöne, wildgewaltige, aber auch sehr subtile Arbeit. Welche Frage sollte sich das Publikum, die Betrachtenden hier stellen? Vielleicht weniger fragen, sondern eher neue Vernetzungen im eigenen Denken, also die Reflexion darüber.

Wie Arbeit, Konsum reparieren auch die anderen Themen zueinander stehen und, betrifft, gegebenenfalls sowohl das eigene Tun als jemand, der Arbeit leistet als auch als Konsument, Konsumentin Und einer unserer Leitgedanken ist ja eben Wertschätzung und das betrifft sowohl, Objekte, Güter als auch eben Menschen und ihr Tun, Und ich hoffe, dass wir das gut positionieren, gerade in diesem ersten Raum. Also was Mir bei dieser Ausstellung wirklich gut gefällt, ist wie die unterschiedlichen Positionen miteinander sprechen und manchmal gelingt das, also ich nutze jetzt ein Bild, so denke ich halt, dass diese Räume vibrieren. Also es sind gar nicht mal die Eindeutigen aussagen. Es ist niemand wird angepredigt. Und trotzdem sprechen die Positionen untereinander, wirklich über alle Fächergrenzen hinweg und man kriegt so ein Gefühl für die,

Brüchigkeit, Aber auch für die Schönheit der Arbeit. Es ist eben es ist nicht eindeutig. Und ich glaube dadurch, dass unterschiedliche Positionen und Medien im Gespräch miteinander sind, sieht man von den Dingen. Unmittelbaren Zugang hat und auch sofort eine Meinung hat sieht man nochmal vielfältiger als wenn man sie isoliert sehen würde Wenn wir in den nächsten Raum gehen, produzieren, dann fällt der Blick sofort und unmittelbar auf eine ganz außergewöhnliche Arbeit von, Günther Uecker. Ich habe Sie noch nie in meinem Leben gesehen, und bin so angetan von der Sandmühle. Ja. Ja, das ist, Kippies müsste man sagen, der Grundsammlungen und wir sind äh Alexia Pooth sehr dankbar, Kuratorin für die moderne und zeitgenössische Kunst, dass wir diese Arbeit hier zeigen können

weil es eben so ein wichtiges Schlüsselstück und es hat eine wahnsinnige Präsenz und die Art und Weise wie sie im Campusmuseum gezeigt wird, ist ganz anders als hier und in beiden Fällen ist das einfach so sehr da. Und ich glaube, die große Faszination, die diese Arbeit übt, liegt an an diesem beständigen, ne, also die kreisförmigen Bewegungen der Seile über den Sand die, immer gleich zu sein scheinen und gleichzeitig permanent das Bild verändern, also die Zeichnung auf dem Sand verändert sich mit jedem Streifen der Seile darüber und das kann man.

Unterschiedlicher Weise lesen, also das eine kann ein Gefühl sein des Vergeblichen ne, also immer wieder und immer wieder. Das ist ne, genau, der Sisyphus oder aber eben, dass mit einer stetigen Arbeit, mit einer stetigen Bemühung eben die Dinge sich verändern, dass sich die Dinge formen lassen, Und das sind so einige der mögliche Assoziationen, die man haben kann und gerade hinsichtlich des Themas Arbeit. Es ist das, aber es ist doch auch das Brückenstück zwischen der Antike und der Gegenwart.

Also die Mühle an sich ist ja schon ein Bild dafür, wie man sozusagen Kraft entwickelt, um etwas herzustellen. Es geht ja ums Produzieren also bei Mühle denken wir natürlich sofort hier in Deutschland immer an so Wassermühlen. Nein, ich habe an die gedacht. Du hast geschrotet. Also es ist natürlich ein Mittel, um die Wasserkraft zu machen für in diesem Fall das Malen womöglich von Mehl, also nicht Roten, sondern Mehl malen und das ist ja so ein Motor auch der Entwicklung, ein, Motor sich einen Wohlstand zu schaffen und zu erhalten und dann ist es aber eben doch relativ sinnlos, wenn das immer ewig sich im Kreis dreht, weil einerseits ist es ein Werk wenn wir an eine Wassermühle denken und dann ist es aber natürlich auch ein Bild, wenn es so aufm Boden liegt und mehrere Meter Durchmesser hat von Arbeit, aber auch

Von mühsam und stumpf Sinn und Vergeblichkeit. Also es bringt so ganz viele Dinge miteinander zusammen. Wer hat euch denn beim Aufbau geholfen? Beim Aufbau war der Assistent von Günther Oecker da und sein Sohn Jakob, denn die Arbeit, die musste ja abgebaut werden in den Kunstsammlungen und musste dann im Museum unter Tage wieder aufgebaut werden.

Und bei der Gelegenheit wurde der Sand mal ausgetauscht. Das sind unglaubliche Mengen an Sand. Auf diesen wenige Zentimeter hohen Boden dann Sandboden da liegen. Also allein das war schon ein Kraftakt den Sand aus einer bestimmten Kiesgrube, die wir mit der Familie. Haben oder Sandgrube aus der Nähe von Düsseldorf dann nach Bochum geschafft haben, um auch den richtigen Sand zu haben. Es war schon ein Abenteuer. Vier Meter im Durchmesser sind das doch locker, oder?

Das sind viele hundert Kilo Sand und das glaubt man gar nicht, wenn man die Arbeit sieht, weil so ganz filigran und dünn ist, dann haben sie das installiert und so einen Sand, den man angeliefert bekommt, der ist ja feucht und dann ist der so leicht nachgesackt in dem Moment, in dem er durchgetrocknet ist, also auch das muss man berücksichtigen, dass man das rechtzeitig vor einer Eröffnung installiert, weil die Arbeit sich womöglich noch verändert. Und ich kann mir vorstellen, dass die Restaurator innen der anderen Arbeiten Alarm schlagen, Das wäre leicht was mit der Feuchtigkeit im Raum zu tun hat. Das ist ja klimatisiert der Raum und dieses Klima des Sandes ist ja langsam. Ist ja nicht so, dass da an einem Moment ganz viel Feuchtigkeit freigesetzt wird, sondern dass sich das so langsam ab

gegeben wird. Das schafft die Klimaanlage schon. Und es sieht so großartig aus, die textile Arbeit von. Kannst du vielleicht noch zwei, drei Sätze zu ihrer Arbeit sagen? Ja, das ist eine sehr, sehr schöne Arbeit, die Zoe hat das schon angesprochen, auch insofern mit archäologischen Objekten in dieser Ausstellung korrespondiert, weil wir.

Auf diesem Bild, also ein Textilbild auf Holz, auch mit Öl, weil wir auf diesem Bild sehen, was passiert und zwar sehen wir die Künstlerin, wie sie ein Bild herstellt aus Textilien und Holz. Und genau das ist ja das Objekt, was wir auch sehen. Also die gehört der Volksgruppe der Sinti und Roma an und hat mit ihren Schwestern, so heißt das Bild auch Sisters, stellt sie Textilien her, mit denen sie offenbar ein Gebäude belegen will. Das zeigte und dabei handelt es sich um ein Museumsdorf in Polen, wo sie leben und dieses Museumsdorf, da haben sie mal Gebäude versammelt, unter anderem auch aus einem alten Dorf, in dem äh sind die und Roma gelebt haben, Und das sah aber so ein bisschen sehr trostlos und leblos aus und deshalb sind die vier zu einem Projekt dahin gekommen und haben die Dächer und auch die Wände mit Stoff

Und das sieht man dort, wie sie eben ja das Nähen und auf Leinen aufhängen und waschen und zuschneiden. Und ein es ist natürlich ein Asp der sehr wichtig ist für diese Ausstellung ist die Zusammenarbeit, also hier wirklich auch diesem Bild der Geschwisterlichkeit zusammengefasst, zusammenarbeit, dieser Rhythmus, der sich bei einer Zusammenarbeit entwickelt.

Alle Hände ineinander greifen, ein gewisses Verständnis füreinander vorherrscht, also das Zusammenarbeit eben nicht nur eine Sache ist, mit der man ein Produkt herstellt, sondern eben auch eine Kulturtechnik ist, in der man kommuniziert, mit der man kommuniziert und seine Fähigkeiten einbringt, um dann am Ende.

Das Leben zu gestalten. Wie wird produzieren denn in der Antike dargestellt? Wir haben gerade in Diesem Raum sehr schöne Verbindungen eben zur zeitgenössischen Kunst und äh zur Antike. Wir haben gerade ja über die Textilarbeit von gesprochen. Und für die Antike steht hier unter anderem eine, Eine ist eine Büchse. Das Wort kommt tatsächlich auch von dem antiken griechischen Wort wahrscheinlich völlig anders geschrieben. Ja, geringfügig. Und Buchsbaum übrigens auch.

Aber das führt zu weit Wir haben diese Büchse, die besteht aus äh Keramik und diese wurden verwendet, vor allen Dingen von Frauen, um Kosmetik, Schmuck und und Bändern und Ähnliches aufzubewahren und entsprechend war auch die Dekoration auf die Welt der Frauen ausgerichtet, Man hat in der Antike sehr stark unterschieden. Die Frauen waren vor allen Dingen in den Innenräumen tätig und äh die Männer eher draußen. Und äh hier haben wir die Darstellung von mehreren Frauen, die mit der Wollverarbeitung beschäftigt sind.

Die volle Fuhre im Haushalt verarbeitet. Hm, sowohl die Fäden wurden im Haushalt äh hergestellt, als auch dann die Stoffe wurden dort gewägt Und äh wir haben eben auf der Püxis die Darstellung verschiedener Frauen, die sich mit Wolle befassen. Direkt daneben wiederum hängen zwei Webgewichte an solchen Fäden.

Das soll veranschaulichen, dass eben in. Ambiente auch das Weben der Stoffe stattgefunden hat. Die Webgewichte selbst sind auch unterschiedlich gestaltet, Es war ein ganz spannender Moment äh als wir die Ausstellung aufgebaut haben und die Webgewichte aufhängen wollten, dass wir festgestellt haben, dass unsere Vorstellung ganz falsch war. Wir wollten das eigentlich an so einem Faden hängen, Und dann hängt das aber überhaupt nicht im Gleichgewicht. Man braucht zwei Fäden von beiden Richtungen und das erschließt sich dann irgendwann, dass mir die Kette eines Stoffes und das ist ja klar, dass man eben zwei Reihen braucht, um zu weben.

Wir sind handwerklich nicht ganz so bewandert wie eben unsere antiken Vorfahren und mussten das dann in diesem Prozess ein bisschen erkennen, wie das zu funktionieren hat. Also nochmal ein spannender Aspekt der Arbeit. Dann kommen wir in den dritten Raum, der sich der Distribution widmet. Distribution, da denke ich sofort an Münzen und wie die Münzen von einer Region in die nächsten getragen werden und ich glaube, das ist auch der Raum, wo du, lieber Karl, deinen großen Auftritt erhältst.

Na ja, also das das Objekt tatsächlich mich bei diesem Thema am meisten fasziniert ist, zunächst einmal gar keine Münze, sondern ein spät antikes Gewicht, etwa aus dem fünften, 6. Jahrhundert nach Christus, aus dem östlichen Mittelmeerraum ein ganz profaner Gegenstand, relativ großes Stück, dass aber dadurch sozusagen eine neue Bedeutung erlangt, dass eben auf seiner relativ großen Bildfläche, zwei Kaiser dargestellt werden, zwei Kaiser zu Pferde, die einen Löwen erlegen fragt man sich, was das eigentlich soll und wenn man den Löwen eben, symbolisch deutet nicht als Tier, sondern als Verkörperung, Bösen, also der Feinde, der Kaiser, aber auch der Feinde des christlichen Glaubens dann bekommt natürlich die Bilddarstellung einen völlig neuen Charakter, aber das Spannende,

Für mich dabei ist auch das das ganze Stück einen neuen Charakter bekommt, der eigentlich weit dieses ganz profane Gewicht, Marktgewicht, das zum Abwiegen von Gegenständen aufm Wochenmarkt, wahrscheinlich in Konstantinopel gebraucht würde, völlig über steigt also eigentlich transzendiert schon fast und und eigentlich diesen Gegenstand zu einem gleichsam sakralen Gegenstand macht und das ist das, was mich tatsächlich an diesem Stück wahnsinnig fasziniert und was auch die besondere Bedeutung dieses Stückes eigentlich tatsächlich ausmacht.

Die anderen Stücke, die dort gezeigt werden, sind schon der erwähnte römische Sisterz, der durch, Nachbearbeitung aufgewertet worden ist. Das ist ein Spezifikum des 3. Jahrhunderts nach Christus, in einem bestimmten Situation im Westen des Römischen Reiches, wo die Bronzeprägung etwas in Unordnung geraten ist und man eben händisch versucht hat, sozusagen einen Mehrwert zu erzeugen Und die äh dritte Objektgruppe geht in der Chronologie noch mal zurück und dabei handelt es sich um kleine Silbermünzen aus Tarent, die eben, eine der Arbeiten des Heraclests zeigen nämlich den Kampf im mit dem nimeischen Löwen. Diese Objekte sind wahrscheinlich alle bis auf die möglicherweise griechischen Münzen allen wahrscheinlich nicht weit zirkuliert. Also hier wird man nicht von

Reichweite, Verbreitung sprechen können. Und warum spielt die Distribution für die Münze so eine große Rolle? Weil natürlich die Münze als Objekt des Handelns und als Gegenwert für gekaufte Waren eine ganz ganz wichtige und ganz ganz zentrale Rolle spielt. In der Antike eine durchaus hochentwickelte Geldwirtschaft. Die Naturalwirtschaft ist in der Antike nie ausgestorben und immer noch weiterverwendet.

Aber Geld spielt als Tauschobjekt für Alltagsgegenstände, für Vieh, aber auch als Objekt der, Thesauierung, also, Sparens, wenn man so will, eine ganz, ganz wichtige Rolle. Der letzte Aspekt ist eigentlich in der Ausstellung nicht repräsentiert, weil uns da das Material fehlt, also vor allen Dingen höherwertige Münzen, speziell Goldmünzen, wurden nicht so sehr zum Bezahlen verwendet, sondern eigentlich, Dafür fast wie heute der Krügerrand, Werte sozusagen beiseite zu legen und für schlechte Zeiten aufzuheben oder sie wurden als Geschenke verwendet, die etwa der Kaiser an verdiente Offiziere und Beamte vergeben hat, also nicht so sehr Zahlungsmittel, sondern eben als Objekt des, tatsächlich des Täsaurierens. In dem Raum geht es sowohl um die Distribution als auch um die Transformation und wir werden vom Bereich Produktion schon durch eine wunderbare Werkreihe

In diesem neuen Raum reingeführt. Die Werkreihe zeigt Fotografien von Arbeitssituationen, sehr detailliert. Das ist eine ein Ausschnitt aus einer Serie, die Michael Schmidt ein berühmter deutscher Fotograf in den Jahren 2006 bis 10 aufgenommen hat. Wir zeigen jetzt 15 schwarz-weiß Fotografien aus dieser Serie. Tatsächlich umfasst sie hundertsiebenundsiebzig Bilder, also weitaus umfangreicher. Wir haben versucht den repräsentativen Querschnitt daraus zu entwickeln. Die Serie heißt Lebensmittel.

Und ich erinnere mich noch an die Entstehungszeit, dass Michael Schmidt auf keinen Fall wollte, dass man das ins. Englische übersetzt, also Food, sondern Lebensmittel, also Mittel, für unser Leben oder mit denen wir leben, die unser Leben ausmachen und um diese Serie zu fotografieren, ist er mit seiner damaligen Assistentin Laura Bihlau mehrere Jahre durch Europa gereist, also zum Beispiel nach Norwegen und hat dort Fischfarben, fotografiert. Er ist in Stelle. In der Regel wissen wir nicht, wo die Bilder aufgenommen worden sind.

Manchmal kann man erkennen, dann sieht man eine Beschriftung, also zum Beispiel ein. Junger Mann, der Verpackungsmaterial bearbeitet und sortiert und da steht dann Stadtgarten drauf, da können wir jetzt ganz stark annehmen, dass es in Deutschland, Österreich oder Schweiz aufgenommen worden ist, aber häufig sehen wir dir nicht, wo die Bilder entstanden sind und es ist häufig eine industrielle Produktion von Lebensmitteln, die von, Vielen Menschen ausgeübt wird, die wir häufig nur an der Rückansicht sehen. Also er führt uns so ein bisschen vor, wie in Europa, mit welcher Lieblosigkeit muss man sagen, Lebensmittel hergestellt und dann eben auch verteilt werden.

Also wir sind, und Verteilung des Tribution und das ist eine sehr sehr eindrückliche Serie, weil wir Einzelbilder haben, aber dann auch manchmal Paare von Bildern, also zum Beispiel eine Kuh, die er offenbar in einem Stall aufgenommen hat. Da sehen wir einmal den Euter, der industriell von Bedeutung ist und dann sehen wir die Kuh, wie sie uns so anglotzt, das sind natürlich extrem.

Eindringliche Bilder, die auch bei uns ja starken Eindruck hinterlassen und mit diesem riesen Projekt eher eben sozusagen hinter Kulissen der Produktion von Lebensmitteln geschaut hat in dieser Zeit. Und wir schauen direkt auf ein fantastisches Werk von Andreas Gursky Das Schöne ist, dass für eine gewisse Zeit lang bevor Andreas Gursky nach Düsseldorf an die Kunstakademie gewechselt ist, Michael Schmidt sein Lehrer war, also Da hängen Lehrer und Schüler sozusagen zusammen und auch wenn Michael Schmidt ein sehr bedeutender Fotograf war, ist Andreas wahrscheinlich der bekanntere geworden, ein riesiges Bild, mehrere Meter hoch, dass eine schwarzkaue aus Hamm zeigt, das heißt in einem Bergwerk.

Kommen die Arbeiterinnen und äh kommen mit ihrer Alltagskleidung an, hängen sie auf, ziehen sie in so eine Art Käfig unter die Decke, damit sie da auch geschützt sind und dann laufen sie ein paar Meter weiter und dann Körbe runter mit ihrer Arbeitskleidung Das ist die sogenannte Schwarzkaue und das ist einfach ein sehr sehr eindrucksvolles Bild, wenn man diese Körbe mit dieser Arbeitskleidung unter der Decke hängen sieht.

Das Interessante an dem Bild ist, dass Andreas Gurs geht da eine Form von Arbeit im Moment ihres Verschwindens aufgenommen hat, denn 20008 ist das Bild entstanden, in einem Bergwerk in Hamm, das heißt, das war genau der Moment, zwei Jahre später war es dann geschlossen, wo diese Arbeit verschwunden ist und es ist ja ein sehr dunkles Bild, Schwarzgaue und so ganz gespen Tisch sieht man im unteren Teil des Bildes dann eine Reihe von Personen, wie sie sich das bewegen, aber man sieht sie wirklich erst auf den dritten Blick und ist eine Verdichtung einer Arbeitssituation.

Die Menschen sind schon fast weg und diese Arbeit, die dort erledigt wird, die wird dann vielleicht in China oder an anderen Orten dieser Welt erledigt oder gar nicht mehr erledigt. Transformation. Ein großer Transformationsprozess, der natürlich im Ruhrgebiet besonders stark und besonders intensiv ist und die ganze Lebenswelt der Menschen komplett verändert hat Ein Werk springt auch sofort ins Auge, gar nicht so sehr durch die Größe.

Vielleicht durch die Zweiteiligkeit, aber auch weil dieses Werk von einem Zwillingspärchen alle Medien alle Zeiten eint, die vier bespielt. Wir haben Christine und Irene Hohenbüchler eingeladen an dieser Ausstellung teilzunehmen und äh das ist erst einmal spannend, weil Christine und Elene Hohenbüchler Zwillingsschwestern sind. Sie sind also wirklich in sehr, sehr kurzem Abstand zueinander geboren und wenn sie arbeiten, dann arbeiten sie seitdem sie arbeiten auch zusammen. Also sie arbeiten.

Für sich. Aber immer zusammen. Allein das ist natürlich schon eine extrem interessante Arbeitsform und Irene, mit der wir sehr eng zusammengearbeitet haben, ist an der Kunstakademie Münster und hat dort einen Lehrstuhl für kooperative Strategien, also für Zusammenarbeit. Und das Schöne ist, dass sie einfach ihre Studierenden mitgebracht hat und dann, ein Display, sagen wir mal ein ähZweigestelle entworfen hat, denen sie Dinge zeigen kann. Das heißt, das ist sehr typisch für die beiden. Wir haben nicht nur einen Autor von diesem Werk, sondern wir haben, und Irene Hohenbüchler, aber auch ganz viele Studierende und alle zusammen sind wir dann in die Kunstsammlung gegangen und haben dort noch nach Objekt

gesucht, die mit dem Thema des Transformierens zu tun haben und aus den archäologischen Sammlungen kommen und Da ist eine unfassbar interessante Mischung entstanden Ja, es werden nämlich äh Werke von jungen Künstlerinnen aus der Klasse ihren Hohenbüchler gezeigt. Das sind eher Kleinformatige Objekte in den verschiedensten Materialien und Techniken.

Und die sind eben gegenübergestellt. Einigen antiken Objekten aus den Grundsammlungen. Und da entsteht ein recht offener Dialog zwischen den beiden, Displays zwischen einzelnen Objekten aus derzeit knissischen Kunst und aus der Antike, Und das Thema Transformation wird in vielerlei Hinsicht aufgegriffen. Es geht hier um die Transformation von Lebewesen, von Menschen wie von Tieren. Es geht aber auch um die Transformation von Wahrnehmung und wie die Wahrnehmung sich verändert, sobald die Zusammenstellungen anders sind Ein Beispiel, wir haben äh eine Arbeit, die Nachformung eines ausgetrockneten Frosches.

Dieser Frosch wurde bei einer Aufräumaktion des AStA gefunden hinter einer Couch und wurde dann dann aufgehoben und als Faszinosum erstmal betrachtet. Das haben wir in einem der Gespräche mit den KünstlerInnen auch im Original gesehen, faszinierendes Objekt Und das hat eben der Künstler in Bronzeguss nachgeahmt, etwas vergrößert. Das hat mir ganz filigrane Form.

Obwohl das jetzt massiv ist durch das Material Bronze. Es ist aufgestellt auf einer Scheibe von verkohltem Holz, Und da verschieben sich eben die Zeitlichkeiten. Das Holz wurde transformiert zu Kohle. Der Frosch hat, Die Lebensabschnitte durch Schritten ist dann verstorben, ausgetrocknet, wurde dann eben in Bronze wieder geschaffen und wird präsentiert Das ist für sich schon ne mit sich im Dialog sozusagen und dann gibt Gibt es eine Korrespondenz, könnte man sagen, auf einer antiken Lampe, römische Lampe, aus Ton, auf der eben ein Frosch dargestellt ist, der in der vertrauten Form ne, aber es ist erkennbar, dass es die gleiche Spezies ist und dann kann man sich halt seine Gedanken machen oder wir haben.

Einen Bronzeschlüssel, den die Künstlerin eben auch abgeformt hat, ein 3D-Druck ist, das zu sehen. Dann gibt es, In der Installation einem, ich nenne das Spiegelung, sie hat eine, Archäologisch korrekt, dokumentarische Zeichnungen angefertigt von diesem Bronzeschlüssel mit allen Parametern, die dazugehören, Und auf dem anderen Display ist ein Antiker auch römischer Schlüssel mit einem Wolfskopf als Zierde.

Was sind die Dinge, die man recht schnell irgendwie in Zusammenhang bringt, aber das ist ein äh im wahrsten Sinne eine offene Arbeit, die eben sehr unterschiedliche Assoziationen erlaubt und und fordert eigentlich. Und das ist auch der Grund, warum wir bewusst darauf verzichtet haben, die an dicken Objekte zu äh beschriften. Also entweder weiß man, was das ist oder halt nicht Aber es geht ja eben um den ästhetischen Wert, um die Wahrnehmung, um die Assoziationen, die sich entwickeln. Jetzt verzeihen wir mal die Frage, da ist ein Figürchen rede jetzt nicht von meiner Assoziation. Die scheint ja ihr Röckchen anzuheben. Ja, das ist so. Das das irritiert und die Erklärung irritiert dann wahrscheinlich noch mal. Ja, da muss ich ein bisschen ausholen, aber das gibt eben einen springenden Punkt.

In der Antike erzählte man eben von der Göttin Meta, das ist hier die Göttin des Ackerbaus und sie war untröstlich im Trauer, weil ihre Tochter per se völlig verschwunden war, Was sie nicht wusste, dass eben ihr Bruder Hares sie entführt hatte und zur Frau nehmen wollte, aber Demeter wusstet nicht über den Verbleib äh ihrer Tochter und war todtraurig, ließ eben die Natur verderben.

Und das ist der Name dieser Figur, hat den Einfall gehabt äh in dem Versuch, die Göttin zum Lächeln zu bringen, hat sich vor sie gestellt und hat ihren Rock hochgehoben. Ähm das ist ein eigener Humor vielleicht, der der nicht für jeden nachvollziehbar ist, aber wie so häufig in solchen antiken Geschichten hat es ja auch eine Bewandtnis Denn Ackerbau wird ja mit Fruchtbarkeit auch die Fruchtbarkeit von Menschen in Verbindung gesetzt und damit ist eben das weibliche Geschlecht, was ihm Baubrillen blößt hat, hat auch eine inhaltliche Komponente, die irgendwie passend ist.

Klingt jetzt sehr intellektuell, aber man hat plausible Muster häufig gesucht in diesen Mythenbildungen. Ja, aber das irritiert auf dem ersten, vielleicht auch aufm zweiten Blick. Wenn wir dann in den letzten Raum kommen, widmen wir uns, Und dem Sport. Der Blick geht unmittelbar auf eine sehr, sehr große Arbeit, bestehend aus acht.

Schlafsäcke, Körper ummantelnden Textilien was ist das denn genau? Es macht unheimlich viel Krach. Dabei handelt's sich um Rettungstragen, also tragen die wirklich bei schweren Verletzungen, auch bei Kriegshandlungen, bei Verletzungen eingesetzt werden. Die sind auch schon gebraucht. Das heißt, man sieht tatsächlich Spuren auf den Materialien.

Blut zum Beispiel, aber auch andere Spuren sieht man dort. Und der Künstler Moritz Riesenbeck, der hat solche gebrauchten Rettungsmatratzen erworben. Die funktionieren so und deshalb machen sie auch Krach. Die sind so mit Styroporkügelchen gefüllt und man legt den Patienten rein und dann schaltet man eine Vakuumpumpe an und dann zack saugt das Vakuum natürlich die ganze Luft daraus. Die Struktur wird fest und man kann die Menschen, die zum Beispiel möglichst nicht bewegt werden dürfen, vielleicht mit mit äh Wirbelsäulenverletzungen oder so, ähm die kann man dann transportieren muße gleich Sport, gleich Mord? Genau, das ist äh so das Ende unserer Ausstellung. Na ja, die Arbeit heißt Karoshi und Karoshi ist der japanische Ausdruck für

Tod durch Arbeit. Also es bezeichnet das, was passiert, wenn wir zu viel arbeiten und vielleicht im wahrsten Sinne des Wortes am Schreibtisch tot umfallen. Dafür haben die Japaner dieses wunderbare Wort Karoshi gefunden und Moritz Riesenbeck hatte sozusagen mit der Idee der Rettung schon verbunden. Aber auch der Verletzung und das Schöne war, dass diese acht Rettungsmatratzen ja auch mit konkreten Figuren gefüllt sind. Das sind zum Beispiel, Das bin ich und da sind noch viele andere, die bei der Installation mit dabei waren. Wir sind da abgeformt, wir sind sozusagen gerettet worden. Ja, es ist tatsächlich so ein bildlicher Abschluss für diese Ausstellung und, Er ist aber nicht zynisch gemeint, sondern er fragt natürlich schon danach, wenn wir sagen, Arbeit ist das halbe Leben, das.

Natürlich so nicht mehr. Das ist eine Redewendung, die aus älterer Zeit stammt, als man tatsächlich vielleicht, abends den Bleistift zur Seite gelegt hat und dann Freizeit hatte. Aber heute ist das ja so, äh dass die Arbeit das ganze Leben, also auch um dreiundzwanzig Uhr am Abend oder in der Nacht gucken wir doch trotzdem nochmal auf unser Handy, ob da irgendwas angekommen ist und das ist sicher nicht gesund Und das sind natürlich Themen, die sich hier an dieser Stelle nochmal spiegeln und so, Die Problematik dieser Ausstellung vielleicht auch zusammenfassen. Du hast ganz am Anfang gesagt, arbeiten bedeutet für dich auch Verbindung und da stimme ich dir voll und ganz zu. Für mich bedeutet Arbeit, Beruf, Berufung, Verbindung und

Besonders freue ich mich über die Verbindung zu der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda Bank West, die ja diesen Podcast unterstützt, aber auch die Ausstellung maßgeblich unterstützt mit einem tollen Programm. Dass wir noch ein bisschen reden können. Gerne würde ich aber auch wissen, was ist denn für euch diese besondere Verbindung zu der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda Bank West Ich habe mit der Stiftung schon mehrfach zusammenarbeiten dürfen, also das erste Projekt, was wir gemeinsam gemacht haben, ist 15 Jahre her. Das ist wirklich schon eine lange Zeit. Das war noch in ganz anderen Zusammenhängen, nämlich in Leverkusen im Museum Mosb wo du nämlich Direktor warst. Du hast es nämlich eben nicht gesagt und ich habe vergessen nachzufragen wofür ich zwölf Jahre lang direkt und da war die Stiftung ein

fantastischer Kooperationspartner, weil Ursula Wisborn und Vera Puuss und Rock Rumpholz mit echter Neugier an diese Themen rangehen und normalerweise gucken Stiftung nur, passt es, passt es nicht, wie viel Geld haben wir und hier bewegen wir uns wirklich in einer Zusammenarbeit mit Person, die neugierig sind, die einen unterstützen, die.

Ins Gespräch gehen, die sich auch mal selber Dinge einfallen lassen. Also das macht schon wirklich viel Spaß und hier diese Arbeit in Bochum, in Bochum gibt es auch die Sparda. Als Niederlassung da haben sie uns schon vor drei Jahren einmal unterstützt, bei einer anderen Ausstellung, die durchaus kompliziert war. Also sie fordern auch anstrengende Themen sind nicht nur die Wohlfühlthemen, die die Stiftung unterstützt und insofern fand ich sehr toll, als die Stiftung signalisiert hat, ja, auch dieses Thema interessiert uns und wir werden die Ausstellung maßgeblich unterstützen.

Welchen Sichtwechsel fordern sie denn jetzt? Also wir haben mit der Sparda eine Reihe entwickelt, den sogenannten Sparda-Talk, der sich Sichtwechsel oder Schichtwechsel nennt und dort haben wir Vorträge aus dem Bereich der Archäologie Aber wir haben auch zum Beispiel Gespräche mit KünstlerInnen, der Moritz Riesenbeck, der die Tragen gemacht hat. Der legt auch Musik auf. Das wird so eine Mischung, also ist schon ein ungewöhnliches Format, das wird so eine Mischung sein aus DJing, Talk Vortrag, die er macht Johanna Jackie Bayer wird hier über die Mädchen aus der Royal Bar, das heißt die äh Transfrauen, die in der Royal Bar gearbeitet haben als Prostituierte sprechen, dort auch einen Film zeigen über die. Und das ist natürlich schon mutig, wenn man als Unterstützer eine Ausstellung,

auch in solche Themen einsteigt, die vielleicht nicht nur wohlfühlig sind, sondern durchaus auch mutig sind. Ja, den Prozess, den wir. In gewisser Art und Weise abschließen und dann doch nicht, also in der Ausstellungseröffnung ist gleichzeitig das Ende eines Prozesses und der Beginn eines neuen. Ja, könnte man.

Tatsächlich als einen Schichtwechsel auch bezeichnen. Also jetzt gehen wir wirklich an die Öffentlichkeit, jetzt können wir das, was wir erarbeitet haben, mit unseren Kooperationspartnerinnen, mit den Studierenden endlich zeigen und zu teilen. Das tun wir ja natürlich zum einen durch die Ausstellung selbst, auch durch den Hinweis auf unsere anderen Standorte. Das Campusmuseum äh vorneweg Und wir bieten auch äh verschiedene Möglichkeiten in der Laufzeit der Ausstellung, um anzuknüpfen.

Wir haben, schönes Rahmenprogramm gestaltet, beziehungsweise die Hauptverantwortung lang äh bei unserem Volontär. Philipp Paul Wendt Und wir haben sowohl besondere Akzente auf die zeitgenössische Kunst als auch einige Einblicke in äh die Antike gesetzt, und freuen uns, wenn möglichst viele Bochumerinnen und, andere Besucherinnen der Stadt äh das Programm wahrnehmen werden. Mutig passt ja zu Mut, dem Museum untertage.

Sag mal so zum Schluss des Podcasts. Was verbindet ihr mit Leichtigkeit in der Kunst? Also ich verbinde eigentlich im Augenblick genau das, Gegenteil damit, weil ich besonders durch die für mich neue Beschäftigung mit der Genese, moderner Kunst und Kunstproduktion gelernt habe, wie unglaublich aufwendig, Und kompliziert diese Produktionsprozess eigentlich ist. Also das beste Beispiel sind die Lokomotiven von Manuel Graf.

Mit völlig verschiedenen Techniken arbeiten, KI, manuelle Herstellung, 3D-Druck und so weiter und so weiter. Aber auch dass diese Fotocollage von ist ja ein hochartifiziertes Projekt beziehungsweise Objekt und mich hat eigentlich dann gar nicht mehr so der Gegenstand als Endprodukt fasziniert, sondern die Entstehungsprozess bis es dazu kommt, den man erst lernt, indem man sich damit auseinandersetzt und dem man als in Anführungsstrichen normaler Besucher, wie man so durch eine Ausstellung geht ja gar nicht in dieser Tiefe wahrnehmen kann und das fand ich tatsächlich sehr, sehr beeindruckend. Und selbst wenn die Objekte dann am Ende so leicht aussehen, sind sie eigentlich hochkompliziert entstanden und

Dieser Spannungsprozess hat mich tatsächlich sehr fasziniert. Äh Leichtigkeit, also für mich, ich habe immer Bilder im Kopf und für mich schwebt diese Ausstellung. Stimmt, sie vibriert vibriert oder sie schwebt, das ist auf jeden Fall nichts Statisches, nichts, was fest irgendwie im Raum steht, sondern wir haben auch ganz tolle, Displays, die so dünne Beinchen haben, sodass sie eben nicht ganz fest, also optisch, nicht ganz fest im Raum stehen, sondern, Wirklich so ein bisschen fliegen durch den Raum. Das ist für mich die Leichtigkeit der Kunst, wenn die alle so da sich versammeln im Raum und miteinander anfangen zu sprechen. Na, ich sehe die Leichtigkeit in der Art und Weise, wie.

Das Zusammenspiel der Objekte, egal woher sie kommen, von wann sie sind. Sie sprechen einen an, und klar wird nicht jede Besucherin, jeder Besucher, alle Assoziationen, die wir verarbeitet haben, haben, verstehen. Aber meines Erachtens spricht die Ausstellung wirklich eine sehr breites Spektrum an Menschen, es ist sehr unmittelbar und ihre Ästhetik ist meines Erachtens eben auch wie Markus das auch beschrieben hat, hat eben auch was Leichtes und ich glaube, uns ist es ganz gut gelungen, dass akademische so ein bisschen.

In den Hintergrund treten zu lassen, was in der Entstehung tatsächlich wie Ivial angesprochen hat, äh doch sehr, sehr äh präsent war. Jetzt haben wir ja 3000 Jahre Arbeit und Kunst, Kunsthandwerk, Darstellung durch die Kunst betrachtet. Wenn wir jetzt mal überlegen, die Arbeit als funktionale Leistung wegzustreichen und sie als kulturellen, sozialen und emotionalen Raum betrachten würden.

Das wäre dann Euer Ergebnis aus dieser Ausstellung aus dieser Betrachtung? Ich glaube, dass das Menschliche, das einfach zutiefst menschliche Menschen wollen was tun, Das ist nicht in unserer Natur ständig zu ruhen und wenn man eben Arbeit von den wirtschaftlichen Faktoren ablöst, ist es eben ein Bedürfnis, was Kraft kostet, aber auch Kraft schafft Und wenn das noch verbunden ist mit der Wertschätzung, die wir auch immer wieder thematisieren, dann ist es absolut grundlegend elementar für Für alle. Ja, ich würde sagen, mit Arbeit gestalten wir unsere Umwelt und das ist natürlich auch ein kreativer Prozess, also häufig sieht man Arbeit ja passiv an, ich muss dahin gehen, ich muss dies tun, ich muss Geld verdienen

Aber tatsächlich ist es so, wenn wir einen Schritt zurückgehen und gucken, dass wir mit Arbeit wirklich unsere Umwelt neu gestalten und äh haben wir die Freiheit, wie wir das tun Und ja, das ist so mein Fazit für diese Ausstellung. Also was ich eigentlich sehr schön finde, ist, dass die Ausstellung keine politische Botschaft vor sich herträgt. Wir haben durchaus sehr sehr sozialkritische Arbeiten.

Aber die Ausstellung vermeidet es trotz ihres Themas, dass man ja in diese Richtung äh leicht interpretieren könnte, gerade hier im Ruhrgebiet eigentlich dieses Thema sozusagen sozialkritisch zu vereinnahmen und dann mit einer ganz plakativen Botschaft am Ende nach Hause zu gehen. Und das hat mich eigentlich in der Vorbereitung und auch nachher in der fertigen Präsentation besonders angesprochen, dass wir, Diese Gefahr der Banalisierung eigentlich oder der des Verbreitens von plakativen Aussagen, wir sind ja eine Maloche-Gegend und wir definieren uns über Arbeit und vor allen Dingen körperliche Arbeit, schwere Arbeit, Dass wir eigentlich diesen diesen leichten Weg nicht gegangen sind, sondern doch im guten Sinne heterogenes Angebot an die Besucher machen,

Durchaus auch Sozialkritik in der Ausstellung zu finden an vielen verschiedenen Stellen aber dass nicht als Hauptbotschaft einfach mitnehmen. Was zieht ihr aus der Arbeit mit der Kunst? Ich glaube, dass äh Markus das vorhin irgendwo erwähnt hat, das ist genau das, was ich gerade nicht zum Ausdruck bringen kann.

Also das sind einfach Nuancen im Denken, im Betrachten, Im Umgang mit Objekten mit Menschen, die sich verschoben haben. Und daher kann ich nichts benennen, sondern nur so sehr, sehr vage umschreiben. Ja von der Kunst erwarte ich auch immer, dass sie, mir irgendetwas sagt, was ich vorher noch nicht wusste oder ein Bild für etwas finde, dass ich selber vorher noch nicht vor Augen hatte. Insofern ist es also immer eine Überraschung, was passiert und das ist natürlich auch die Freude und ich habe noch einmal sehr großen Respekt vor dem produzierenden Künstler gelernt.

Und ich habe sehr großen Respekt vor euch, eurer wunderbaren Ausstellung, die ich euch liebe Hörende von Herzen nur empfehlen kann. Reist nach Bochum, reist in das Museum Untertage und ja lasst euch genauso, wie ich es bin, berühren, Von den gezeigten Werken von der Aussage, die dahinter steckt, habt Freude dabei, und euch möchte ich meine Freude zum Ausdruck bringen, dass ihr euch so viel Zeit genommen habt, um mit mir ausführlich über die Ausstellung zu sprechen, über eure Beweggründe und, Ja, dass wir jetzt hier so ein schönes Gespräch, zusammen erarbeitet haben. Vielen Dank. Danke.

Das war's für heute. Die nächste Folge erscheint in einer Woche und um sie nicht zu verpassen, folge der die Leichtigkeit der Kunst gerne auf deiner, Wenn dir diese Folge gefallen hat und dir auch die weiteren Episoden zusagen, dann hinterlasse doch gerne fünf Sternchen sowie eine wohlgesonnene Bewert, freue mich auch über Empfehlungen, Fragen, Kritik und natürlich auch weitere Themenvorschläge oder Gesprächspartnerinnen, Dazu kannst du gerne die Social Media Kanäle von die Leichtigkeit der.

Music.

0:00 / 0:00