
Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 8
Film ab! – Feminismus und Region im Film | Lotte Ruf
Freitag, 29. August 2025 · 54 min
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Shownotes
Lotte Ruf, Film ab! und die Leichtigkeit der Kunst x Genau! Westfalen!
Filme prägen Bilder von Orten, Menschen und Haltungen. Sie schaffen Narrative, die bleiben – leise oder laut, realistisch oder poetisch. Wenn eine Region beginnt, sich selbst zu erzählen, entstehen neue Perspektiven: jenseits von Klischees, vertrauten Genres und erwartbaren Zuschreibungen.
Diese Folge richtet den Blick auf Film als kulturelle Praxis. Es geht um regionale Erzählungen, um feministische Produktionsweisen und um die Frage, wie Herkunft, Haltung und Ästhetik zusammenwirken, wenn Geschichten für Kino, Fernsehen und Streaming entstehen.
Lotte Ruf
Produzentin, Grimme-Preisträgerin und Mitgründerin von Goldstoff Filme.
Im Gespräch wird deutlich, wie Film aus einer Region heraus entstehen kann – selbstbewusst, humorvoll und historisch fundiert.
Film & Identität
Film ist mehr als Unterhaltung. Er formt kollektive Vorstellungen davon, wie Orte aussehen, wie Menschen handeln und welche Geschichten erzählenswert sind. In dieser Folge erscheint Film als Medium, das Identität sichtbar macht – nicht durch Abbildung, sondern durch Auswahl, Tonfall und Perspektive.
Westfalen dient dabei als konkreter Ausgangspunkt. Nicht als festes Bild, sondern als offener Raum für Erzählungen zwischen Geschichte und Gegenwart.
Blicke, Wege, Prägungen
Lotte Ruf spricht über ihren Weg in die Filmproduktion, über frühe Einflüsse und über die Entscheidung, Geschichten aus der Region heraus zu entwickeln. Herkunft wird dabei nicht als Begrenzung verstanden, sondern als Ressource: für Stoffe, Figuren und Haltungen.
Deutlich wird eine Arbeitsweise, die auf Zusammenarbeit, Vertrauen und langfristige Entwicklung setzt. Filmproduktion erscheint hier als kollektiver Prozess – getragen von Haltung und Verantwortung.
Serien, Stoffe, Handschriften
Im Gespräch geht es um Serien wie Haus Kummerveldt und Die Baronesse. Beide Formate verbinden historische Stoffe mit zeitgenössischen Fragen und einer eigenständigen Bildsprache.
Filmische Erzählungen bewegen sich hier zwischen Märchen, Geschichte und Gegenwart. Burgen, Nebel und Landschaften werden nicht dekorativ eingesetzt, sondern als Teil der Narration. Regionale Motive erhalten Bedeutung durch Perspektive und Kontext.
Feministische Filmproduktion
Ein zentraler Aspekt des Gesprächs ist feministische Filmproduktion. Es geht um Arbeitsstrukturen, um Sichtbarkeit hinter der Kamera und um die Frage, wie Geschichten erzählt werden, wenn Machtverhältnisse reflektiert werden.
Feminismus erscheint hier nicht als Thema, sondern als Praxis: in Entscheidungsprozessen, in Stoffentwicklung und in der Zusammenarbeit mit Autor:innen, Regisseur:innen und Teams.
Regionale Bilder, globale Plattformen
Film entsteht heute in einem Spannungsfeld zwischen regionaler Verankerung und internationaler Auswertung. Streaming-Plattformen, Festivals und Preise verändern Produktionsbedingungen ebenso wie Sehgewohnheiten.
Lotte Ruf beschreibt, wie regionale Geschichten Anschlussfähigkeit gewinnen können, ohne ihre Eigenheit zu verlieren. Herkunft wird zur Stärke – nicht zur Folklore.
Warum Westfalen?
Westfalen fungiert in dieser Folge als Erzählraum, nicht als Marke. Die Region bietet Stoffe, Atmosphären und historische Tiefenschichten, die filmisch neu befragt werden können.
Die Frage, wie Regionen sich selbst erzählen, wird damit zu einer größeren gesellschaftlichen Frage: Wer spricht? Aus welcher Perspektive? Und mit welcher Verantwortung?
Themen dieser Folge
Filmproduktion · Regionale Erzählungen · Feminismus im Film · Serie · Herkunft · Identität · Westfalen
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Links & Credits
Goldstoff Filme (goldstoff-filme.de)
1250 Jahre Westfalen (lwl-kulturstiftung.de/1250-jahre-westfalen)
LWL-Kulturstiftung (lwl-kulturstiftung.de)
Hören
Website · Spotify (open.spotify.com/show/3bu58aRrqvrA0Q4b2ibZF5?s…) · Apple Podcasts · YouTube (youtube.com/results?search_query=die+leichtigk…)
Genau! Westfalen! ist eine Gesprächsreihe über Identität.Ausgangspunkt ist das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen, welches Anlass für eine größere Frage bietet:Was prägt Menschen, Regionen und Gemeinschaften?
Identität entsteht aus vielen Bereichen: aus Geschichte und Alltag, aus Arbeit, Sprache und Humor, aus Kultur, Sport, Ernährung, Musik, Film und Literatur. Die Reihe nähert sich diesen Prägungen über konkrete Erfahrungen und unterschiedliche Perspektiven – ruhig, beobachtend, offen.
Die Reihe „Genau! Westfalen!“ im Themenjahr 1250 Jahre Westfalen wurde gefördert von der LWL-Kulturstiftung und LWL-Kulturabteilung.
Diese Episode ist als persönliches Gespräch vor Ort entstanden.Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.
Zitat aus dem Podcast „Film ab! mit Lotte Ruf
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
CavenScouting macht so viel Spaß, weil es auch so eine ja eine Vielzahl und aber auch so abwechslungsreich ist. Man hat eben, Die Burg mit der tiefen Kräfte und den großen Mauern. Man hat aber eben auch ja das westfälische Versai, also es geht in alle Richtungen. Music. Zusammen und herzlich willkommen zu meinem Podcast Die Leichtigkeit der Kunst. Mein Name ist Claudia Linzel In Zusammenarbeit mit der LWL-Kulturstiftung rücken wir in diesem Podcast Spezial genau Westfalen, Geschichte, Kultur und Identität dieser besonderen Region ins Rampen, Im Jubiläumsjahr 1250 Jahre Westfalen feiern 44 geförderte Kulturprojekte die Vielfalt dieser Region.
Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, Filmen und vielen Gelegenheiten, Herkunft, Wandel und Zugehörigkeit neu zu entdecken, was prägt die Identität eines Ortes? Ist es das Bild, das wir uns machen oder das, was uns gemacht wird? Ein Blick durch das Schlüsselloch, fälischenburg eine Kameraeinstellung, die Vergangenheit ins Jetzt holt, oder ein Drehbuch, das Figuren erfindet, die vertraut und doch neu erscheinen, Film kann ein Fenster sein zu Geschichten, die sonst kaum erzählt werden. Zu Frauen, die auf Bogen wohnen und für Selbstbestimmung kämpfen.
Zunern und Tankfahrern zu Zwischenräumen, Lehrstellen, Widersprüchen, Humor und Haltung, in dieser Folge begegnen wir einer Produzentin, deren filmische Handschrift eng mit Westfalen verbunden ist, Die historische Stoffe in die Gegenwart überträgt und aus dem Münsterland ein filmisches Labor war, Fragen nach Herkunft, Sichtbarkeit, Verantwortung und Identität. Herzlich willkommen liebe Lotte Ruf, Co-Gründerin von Goldstofffilme, Mitgestalterin einer neuen, eigenwilligen Filmsprache aus Westfalen.
Wie schön, dass du heute mein Gast bist. Vielen Dank für die Einladung. Ja, ich freue mich so sehr darüber. Was es für dich ein gutes, westfälisches Drehbuch und was darf darin auf keinen Fall fli große Frage zum Einstieg direkt. Ja also bisher die letzten Projekte, die ich gemacht habe, spielen alle in Westfalen und sind auch alle dort gedreht und.
Da habe ich einfach gemerkt, dass diese Region so wahnsinnig viel zu bieten hat an zum einen tollen Kulissen, also, Wenn man ein Schloss sucht, da steht gefühlt ja alle fünfzig Meter eins und es ist wirklich Location-Scouting macht so viel Spaß, weil es auch so eine eher eine Vielzahl und aber auch so abwechslungsreich ist. Man hat eben die Burg mit der tiefen Kräfte und den großen Mauern. Man hat aber eben auch ja das westfälische Versai, also es geht in alle Richtungen und da hat man alle Möglichkeiten ähm und man hat aber eben auch ganz viel, lokale Historie, die ganz viele Geschichten noch verbirgt und wo man sich, man kann fast sagen, so ein bisschen bedienen kann und wo man sich sehr gut inspirieren lassen kann,
Genau wie wir das zum Beispiel bei Hauskummerfeld unserer Serie gemacht haben, eben die Hauptfigur, unter anderem von Annette von Droste-Hülshoff inspiriert ist, die ja eine große westfälische Persönlichkeit ist und, Die viele aber einfach nur ausm Deutschunterricht kennen und da einfach ja, sich sich so Geschichten holen und, sie ein bisschen ja auch abwandeln kann und halt mit dem Blick unserer jetzigen Zeit neu erzählen kann. Du bist 1996 in Düsseldorf geboren.
Wie bist du zum Film gekommen? Oh, ich bin sehr früh zum Filmen gekommen. Ich habe als Teenager angefangen, Kurzfilme zu drehen mit Freunden und habe damals im Jugendwettbewerb teilgenommen. Düsseldorf ist artig. Art großgeschrieben und habe dort innerhalb von etwas mehr als einem Jahr drei Kurzfilme machen dürfen, die dann eben auch, gezeigt wurden in einem kleinen Kino und auch ein Mentor an die Hand bekommen und Feedback bekommen und da bin ich wahnsinnig drin aufgegangen und war dann irgendwann sozusagen mehr mit Filme drehen als mit Schule gehen beschäftigt.
Und als dann so diese Phase kam, Abi und alle so, och Gott, was mache ich jetzt mit meinem Leben? War mir relativ klar, ich mache das einfach weiter. Und habe mich dann an verschiedenen Filmhochschulen beworben und habe dann meinen Bachelor in Dortmund in der Fachhochschule für Design. Gemacht, was tatsächlich für mich ein ziemlicher Glücksfall war, weil damals dachte ich noch, ich will Regie machen, ohne wirklich zu wissen, was es bedeutet, also, Ich war halt achtzehn, hatte grade Abitur und dachte, Filme machen ist doch easy, kannte aber so die ganze Struktur, wie ich so einen Film wirklich aufgebaut noch gar nicht.
Und genau, wird dann in nach Dortmund, wo ich wirklich Film studiert habe. Also, ist so eine Art Studiumgenerales des Filmes. Man muss durch alle Gewerke durch. Man macht einfach ganz, ganz viel. Man kriegt eine Routine im Drehen. Und man macht eben nicht nur Regie, man schreibt auch mal ein Drehbuch, man macht mal Sounddesign, man macht mal Kamera. Man kann wirklich bei jedem Projekt sagen, ich übernehme eine andere Position.
Und da habe ich dann erst die Produktion für mich entdeckt Also organisieren war schon immer eine Leidenschaft von mir und das irgendwie hatte ich da schon immer ein Händchen für und dann habe ich eben im Studium gemerkt so, ah, das ist hier ein eigenes Department. Und es verbindet meine Kreativität mit meinem Organisationstalent, Und das ist es, was ich machen will und habe dann mehrere Kurzfilme produziert im Studium und dann als Abschlussfilm die Pilotepisoden von Hauscommer fällt.
Gedreht. Als du dann Jugendliche warst, ich könnte mir vorstellen, dass Handy und Videoaufnahmen schon eine große Rolle gespielt haben. Glaubst du, dass durch diese frühe Berührung mit Handy und einem sehr einfachen Weg zu filmen, Deine Berührungsangst genommen wurde? Mhm. Vielleicht ein neuer Weg eröffnet wurde?
Ja, also tatsächlich die erste Kamera, die ich so wirklich mal in der Hand hatte, war wirklich so eine alte Fernsehkamera noch mit so einer Kassette und Magnetband. Die hatte ich damals aus der Filmwerkstatt Düsseldorf. Die war damals schon nicht mehr aktuell. So. Aber irgendwie hat mich gerade das fasziniert und dann habe ich aber eben auch schnell gemerkt, so ah es kommt auch überhaupt nicht auf die Technik an, es kommt nur darauf an, wie man sie eigentlich einsetzt.
Und die Filmwerkstatt Düsseldorf hat mich auch sehr geprägt in dieser Zeit und wir haben dort mit einem Team aus ja Jugendlichen haben wir auch einen Videowettbewerb einmal im Jahr veranstaltet, wo man 24 Stunden einen Kurzfilm drehen musste zu einem vorgegebenen Thema, Den haben wir zehn Jahre lang gemacht und das war eine sehr, sehr spannende Entwicklung, weil eben zwanzig dreizehn war das noch so ah, es gab ein paar Leute, die hatten halt so eine gute Spiegelreflexkamera und das hat man direkt gesehen und.
Dann fünf, sechs Jahre später gab's da halt den 1ten Film, der aufm iPhone gedreht wurde und eingereicht wurde und, Das hast du auf der Leine noch nicht gesehen. Ob das jetzt halt irgendwie der bisschen bessere Camcorder oder das iPhone war, Das kam aus Gleiche raus und dann hat man auch so gemerkt, in den letzten Jahren, dass eben auch durch Social Media und, Reels und TikToks, dass die Leute haben mehr Gefühl gekriegt für Schnitt, für Tempo, für Bildeinstellungen.
Und am Anfang war es wirklich, ich halte drauf und gucke, dass ich, Alles zeige, was im Bild ist und eine Bildsprache entwickeln und auch bewusst Dinge nicht zeigen und bewusst an Punkten rausschneiden, das hat total zugenommen, im Lauf dieser zehn Jahre und ich hab's mir so erklärt, dass es eben auch da liegt, dass man viel mehr Video konsumiert, als ja als ich noch zur Schule gegangen bin, so weil es eben einfach durch Social Media was ganz alltägliches gewonnen und es ist ja auch jeder kann ein Video schneiden auf seinem Handy. Also man sitzt nicht von einem Schnittprogramm mit 800 Fenstern und ist so, oh Gott, was mache ich denn jetzt? Sondern man kann es eben ganz einfach aufm Handy machen. Also es gibt,
eigentlich keine Barriere mehr zu sagen nee, ich kann keinen Film machen. Weil ein stinknormales Smartphone reicht aus, zumindest technisch, ja. Genau, dann kommt's auf die Kreativität an. Und was hat deine Kreativität schon damals als Jugendliche geprägt? Hattest du schon Geschichten im Kopf, die du unbedingt filmisch erzählen wolltest oder sind dir Situationen aufgefallen, wo du dachtest, so, da halte ich jetzt mal einen Finger drauf. Also es klingt jetzt vielleicht absurd, aber den allerersten Film, den ich mit 14 gedreht habe, der hat auch aufm Schloss gespielt. Bist du eine Prinzessin?
Ich habe die Räubertochter gespielt tatsächlich. Ich wollte nicht Prinzessin werden, aber ich wollte so einen Prinzessinnen-Film machen, und das hatte den großartigen Arbeitstitel Märchenfilm und war ein Märchen, was uns irgendwie selber ausgedacht haben. Und das war aber immer was, was mich so fasziniert hat, also so in eine andere Welt eintauchen, in eine andere Zeit eintauchen, auch gerne irgendwie, Aufwändig mit Kostüm und Requisiten und sozusagen der der Film in der Gegenwart war nie so richtig meins, sondern wirklich ja, seit ich 14 bin, Dachte ich so, nee, ich will was machen, was in einer anderen Welt spielt, Und ja inzwischen erkläre ich mir das auch so ein bisschen mit, ich habe mit der Jugend ganz viel immer diese Sonntagsmärchen in der ARD geguckt ähm das waren so die ersten Filme, die ich gesehen habe,
und fand das eben immer total toll und rückblickend, jetzt habe ich eine Produktionsfirma mit Fokus auf historischen Stoffen. Dass ich meinen allerersten Kurzfilm mit 14 auch aufm Schloss gedreht habe, Ist schon ein bisschen skurril, aber sehr schön. Ja, ich kann mich auch an diese Sonntagsfilme erinnern, die so eine wahnsinnig warme Atmosphäre transportiert haben und die einen förmlich eingesogen haben.
Deine Filme schaffen das auch, nicht mit Kitsch, sondern mit Pop und Punk. Ja genau, den Kitch wollte ich sehr schnell loswerden, aber dieses in eine andere Welt gezogen werden, finde ich, es kann für mich kein Medium so gut wie filmen. Und deshalb freut mich, das sehr zu hören, dass es geklappt hat. Deine Geschichten öffnen einen ganz neuen Blick auf die Historie.
Besonders auf die westfälische Historie? Was ist dir wichtig, wenn du dich mit einem Stoff auseinandersetzt? Also ich denke, das Wichtigste an einem Stoff sind immer die Figuren und den Figuren gerecht zu werden und, die was erzählen zu lassen und ja keine alten Rollenbilder zu reproduzieren oder Figuren zu schaffen, die für was kämpfen, die für was einstehen, die Werte haben, die aber auch nicht komplett perfekt sind. Also, Die dürfen auch Ecken und Kanten haben und auch mal Sachen machen und denkt so och ja, vielleicht nicht, ganz so geschickt gewesen, aber dass man seinen Figuren eigentlich auf Augenhöhe begegnet. Dass ich es so schön finde an euren Filmen ist, Die Mystik und die Landschaft, die transportiert wird,
allen Produktionen tauchen ja irgendwelche Nebellandschaften auf, Moorlandschaften es ist alles grün. Ja. War dir das wichtig oder ist das ein Zufall? Zum Beispiel das Fräulein haben wir im Zwillbucker Van gespielt und da spielt das Moor eben auch also in der Handlung eine sehr große Rolle und das ist äh auch sehr ja.
Typisch für Westfalen sozusagen und das war ein ganz toller Dreh die ganze Nacht. Und hatte eben auch dieses Mystische und man hat sich irgendwie so ganz anders gefühlt dort und das ist eben das, was man dann so merkt, wenn man halt Drehorte sucht. Man findet so schöne Orte, wo dann irgendwie Filmschafteln direkt den Reflex haben, oh, wir müssen hier was drehen, weil das sieht toll aus.
Ja, wir haben uns einige Moore da angeguckt in der Vorbereitung und das war echt ja auch nicht so eine leichte Wahl jetzt sozusagen. Ja und da das ein zwölfer Fan, das war wirklich sehr sehr schön und halt dieses genau mystische. Ich muss sagen, den Nebel haben wir gemacht. Der ist nicht echt. Ist jetzt vielleicht enttäuschend, aber man muss zur Verteidigung die Kamera sieht den Nebel nicht so stark für das menschliche Auge. Dann haben wir das noch selber eingenebelt. Wie findet ihr denn solche Orte? Ich könnte mir vorstellen, ich meine, wir leben ja jetzt nicht mehr im äh neun1ten, zwanzigsten Jahrhundert. Wir haben auch mal eine Autobahn und so. Ja, das ist auch immer eine Herausforderung. Also zum Beispiel Haus Rüschhaus
Da ist in der Nähe eine Autobahn. Das ist schwierig für Dreharbeiten. Das heißt, wir können dort eigentlich nur drinnen drehen. Weil sobald man das hört, ist die Illusion dahin oder wir müssen auch sehr oft dann am Dreh warten, bis ein Flugzeug weg und nicht bis es man's nicht mehr sieht, sondern es ein bisschen mehr hört. Und ich meine, da gibt's ja auch tausende Fotosammlungen von irgendwie, Game of Thrones, wo dann Leute doch eine normale Uhr anhaben oder irgendwo ein Flugzeug im Himmel und da sieht man auch, also das Publikum merkt es ja auch und das ist eben super super wichtig, da drauf zu achten.
Und ja, wenn wir zu Orte suchen, habe ich natürlich den großen Vorteil, also Markerei lebt im Münsterland und ist da eben auch sehr viel unterwegs und kennt eben auch sehr viel Schlösser. Und dann ja rufen wir den meist an und fragen, wann wir vorbeikommen dürfen und gucken uns das an und dann achtet man aber eben natürlich auch drauf so Ist zum Beispiel der Blick aus dem Fenster? Ist da direkt ein Strommast, eine Autobahn oder so da wird auch wahnsinnig viel im Nachhinein einfach wegretuschiert, weil's halt nicht anders geht oder auch gibt's, Umbauten, an den Schlössern, jetzt für den Haustieren haben wir uns auch wahnsinnig viele Schlösser angeschaut, drin gibt's eben manche, die sind von außen halt das perfekte Schloss und von innen sind sie aber halt einfach ein Museum mit weißen Wänden und man ist so,
Ja, also megaschöne Ausstellung, aber, Schade. Also es hält auch viel einfach aus. Deshalb war eben zum Beispiel das Freilichtmuseum in Detmold für uns so ein genialer Fund. Da gibt's halt so ein paar Hinweisschilder, aber die kann man raushalten und das war's. Aber es ist eine große Herausforderung. Welches Bild hast du von der westfälischen Region? Ich glaube, ich habe ein ein sehr schönes und vielleicht leicht romantisiertes Bild von der westfälischen Region, weil ich dort halt, hauptsächlich drehe und eben immer ja in so andere Welten abtauche, was ich einfach wahnsinnig gerne mache. Ja ich merke, es ist auch wie so ein, Es ist so ein Teil von mir, obwohl ich im Münsterland zum Beispiel nie gelebt habe, aber es ist so, ich bin dort so viel und bin dort irgendwie so verankert, ja, ich fühle mich da irgendwie zu Hause.
Bin total gerne da und genieße das dann immer sehr. Es hat ja auch so eine wahnsinnige Varianz eben von eben den Schlössern und Gärten zur Landwirtschaft zu, aber eben auch Ruhrpottbrüche fünf Jahre gewohnt habe und das Auf so kleinem Raum dann ja doch, finde ich immer total spannend und habe immer so das Gefühl, ich entdecke gerade ganz, ganz viel, wenn ich dort wie werden Stereotype, durch Film transportiert und wie gilt es die aufzubrechen? Ich glaube, Filme können schon sehr unser Weltbild oder auch unser Selbstbild prägen, weil man ja auch viel sozusagen nach nach Vorbildern sucht in Filmen, Und da merkt man eben auch, dass so Bilder, die öfter erzählt werden, sind einfach präsenter in den Köpfen und deshalb,
glaube ich, ist es da ganz, ganz wichtig, eben Geschichten zu erzählen, die's, Die noch nicht so oft gehört wurden und eben nicht immer die Prinzessin wurde gerettet, sondern die Prinzessin kämpft sich raus, dass man einfach ein anderes Narrativ verstärken kann und dass man damit eben. Ja, das Publikum auch prägt und irgendwie beeinflussen kann oder zum Denken anregen kann. Und Film ist ja eben auch ein Medium, was super breit gestreut werden kann, was von super vielen Leuten wahrgenommen wird und wo auch viele eben jetzt nicht so Berührungsängste haben wie irgendwie, ach ich gehe vielleicht nicht ins Museum, weil ich verstehe eh nichts von Kunst, sondern das Film ist ja sozusagen wahnsinnig,
leicht konsumierbar und dadurch sehe ich da eben auch eine große Verantwortung, weil es eben so ein breites Publikum hat. Da so so Anstöße zu geben und die Leute zum Nachdenken zu bringen, Der westfälische Blick auf die Geschichte. Wie hast du das wahrgenommen? Ja, also, Was uns immer eben sehr wichtig ist, ist dieses sehr lokal zu erzählen und dadurch auch sehr spezifisch und trotzdem hat man einen globalen Blick auf Themen, Und man kann eben sehr gut so durch diesen Mikrokosmos, was viel Größeres eigentlich erzählen, Und ich glaube, das schafft der Tatort irgendwie auch ganz gut. Ich immer manchmal ein bisschen kritisch, weil irgendwann dann merkt, dass es doch in Köln und Düsseldorf gedreht wurde äh und dann irgendwie der Prinzipalmarkt an den Düsseldorfer Medienhafen geschnitten wird und ich Unike,
Nee Leute, so nicht. Aber wir haben ja auch fünf Schlösser zu einem zusammengeschnitten, also da sind wir auch nicht ganz unschuldig. Sie waren nur zumindest alle im Münsterland, Ich finde, man man merkt das irgendwie auch, ob die Region, die erzählt wird, auch die ist, wo gedreht wurde und ja, das war auch, wenn wir zum Beispiel auf gedreht.
In der Bibliothek von Annette von Droste-Hülshoff und Markt sagt immer so schön, dass ihr Geist da auch eben so ein bisschen, mit dabei war und das finde ich irgendwie auch ein sehr, sehr schönes Bild, ohne dass ich jetzt irgendwie an Geister oder irgendwas glauben würde, aber so diesen direkten Bezug zu haben und ja, das ist einfach superwichtig An welchen Orten habt ihr noch gedreht? Also das, was man von außen auch als Hauskummerfeld sieht, das ist Haus Wellbergen in Ochtrup, Dann kann er die Bibliothek ist auf.
Dann haben wir auf Burg Vischering, damit schon drei Filme gedreht und auf Hauserunde haben wir gedreht und noch im Haus Rüschhaus, Und die Spökenkickerin das Fräulein haben wir auf Hausmark in Tecklenburg gedreht an wie vielen verschiedenen Orten habt ihr denn die unterschiedlichen Situationen zusammengestellt? Ja, also das Fenster, aus dem sie springt, das ist nur ein kleiner Spoiler am Ende der ersten Folge. Das ist das Rüschhaus.
Dass gar keine Kräfte hat. Also da ist sie wirklich nur anderthalb Meter ausgesprungen. Ich bin auch mal rausgesprungen an dem Drehtag und die Kräfte, in der sie dann landet, ist die von Burg Vischering, also, fast eine Autostunde liegst du dazwischen. Ja, also raus Kummerfeld haben wir glaube ich erst drei verschiedenen Schlössern zusammengeschnitten und dann eben noch das, Zum Beispiel der Friedhof, der von der Story world her auch auf dem Gelände des Hauses wäre, der ist dann wieder auf Hausrunde.
Also das kommt auch noch so dazu und dann haben wir zum Beispiel auch das Äußere von Burg Fischering und das Innere von zu allem so verschmolzen. Und bei einer haben wir das äußere von zusammen mit dem Inneren von Haus Mark genommen. Also da waren wir dann auch ein bisschen flexibel, war ja ein anderer Film. Ja also Burg Vischering haben wir jetzt auch letztes Jahr wieder gedreht, unseren aktuellen Kurzfilm Die Baronesse der jetzt im August auch Open-Air-Screening auf hatte, Also da sind wir wirklich äh super gerne. Da drehen wir ganz viel. Worum geht's, ne? Es die Neuinterpretation des Märchens der weißen Dame. So eine Spukgeschichte, die ist Anfangs dachten wir sie, es gibt sie auf Schlossrede, aber es gibt sie auf fast jedem westfälischen Schloss, tatsächlich. Von eben einer weißen Dame, die um Mitternacht, die,
Die Treppen des Glockentums schrubbt, weil sie durch ihre Schönheit zwei Brüder so um den Verstand gebracht haben soll, dass sie einander bekämpfen. Und aus heutiger Perspektive klingt das alles nicht so nach einem schönen Märchen und dann haben wir uns gedacht, wir erzählen das mal aus der Sicht der Barones, sie wahrscheinlich nicht mit ihrer Schönheit die Herren betört hat, sondern dass sie wahrscheinlich eher bedrängt wurde und gegen ihren Willen verheiratet wurde und, erzählen diese Geschichte neu und wollen eben ja der weißen Dame auch eine Stimme geben und eine Kraft, aus diesem patriarchalen Strukturen auszubrechen. Haus Kummerfeld, den Plott gibt's besser du wieder. Ja, gerne. Also es geht um Luise von Kummerfeld, eine junge Adlige, die im Münsterland mit ihrem Vater auf einem,
ja, etwas abgelegenen Wasserschloss lebt und dort in der Bibliothek liest und schreibt, wie sie möchte und ihr Vater stirbt sehr plötzlich und ihr kleiner Bruder wird ihr Vormund, und möchte sie einfach nur schnell verheiraten, loswerden und ja unterstützt ihre Schreiberei, wie ihr es nennt, überhaupt nicht, Und sie hat aber eben den Traum. Sie hat ihren Debütroman fertig geschrieben. Sie möchte veröffentlichen, Und ja, da beginnt eben ein Geschwisterkampf, der auch alte Wunden wieder aufreißt und eben, ja der der Kampf gegen die patriarchale Struktur der Zeit ist.
Und wie's ausgeht, muss man in der Atemmediathek dann gucken. Ich kann's nur empfehlen. Besonders spannend finde ich auch Wie mit Demütigung umgegangen wird. Na ja, Veit kommt grade von der Offiziersschule, also Gewalt ist da, glaube ich, Tagesordnung, Und ja, für Luise ist es anfangs auch nur ein Spiel. Der kleine Bruder ist wieder da, als Kinder auch immer Manöver gemacht und sie nimmt ihn eben auch nicht ganz ernst. Das ist halt der kleine Bruder. Und das stellt Fight natürlich mit einer Ohrfeige komplett klar, wie er die Sache sieht und das ist, Ja, er ist das Familienoberhaupt ist unabhängig davon.
Eben als Kinder die Dynamik war. Der Name Haus Kummer fällte es auch schon großartig. Wie ist es zu dem Namen gekommen? Da müssten wir jetzt eigentlich den Regisseur fragen, Marc Lay, mein Geschäftspartner, mit dem ich die Goldschaufilme zusammen gegründet habe. Denn er hatte die Grundidee zur Hauskummerfeld und es damals auch eben mit äh ich glaube schnell essen Drehbuchfassung und eben auch diesen Namen schon zu mir gekommen und es gab öfter durch externe oder Sender oder so, Die Frage, ob man den Titel ändert und es war immer ganz klar, auf gar keinen Fall, weil das ja, da steckt irgendwie alles drin. Also das kommt ja auch nicht irgendwo her. Ja und das klingt aber eben auch so nach einem westfälischen Adelstitel, also passt da sehr gut rein und ja, der Kummer ist leider Programm. Mhm. Eine Figur taucht immer in deinen Film auf, der korrekte Diener. Ja.
Auch in der Barone wird es der inkorrekte Diener, aber es ist derselbe Schauspieler. Mhm. Ja, das ist eigentlich eine Nebenrolle aus Hoß Kummerfeld mit Cameo-Auftritt in der Spökenkirchen und inzwischen, ja gefeiert hat TikTok Influencer? Ja, 50tausend Follower habe ich gesehen auf Instagram. Genau und auf TikTok sind es hundert150tausend. Ähm und das ist so eine Geschichte, sowas kann man nicht planen. Also ich werde immer wieder gefragt, wie wir das gemacht haben, Und als Team haben wir uns geeinigt, auf die Antwort, wir wissen es nicht. Aber es funktioniert. Dazu muss man sagen, Fabian Nolte spielt den Hausdiener Hermann Josef in Hauscommerfeld.
Und ich glaube, halt mit 15 angefangen mit YouTube, hat mehrere YouTube-Formate erfolgreich moderiert und auch eben mitgestaltet, auch für Funk und, Er war eben so ein bisschen zu einem Schauspieler, aber auch so unsere Social Media Beratung und eben immer auch mehr eben in die Entstehungsgeschichte auch eingebunden.
Und schon am Set wurde immer ganz viel zusätzlicher Content mit dem Hausdiener gedreht. Daran merkt man auch so ein bisschen, wie lang dieses Projekthaus Kummerfeld schon geht. Wir haben angefangen mit YouTube, Vlogs, wo er dann so, in so fünf bis zehn Minuten so ein bisschen, Geschichtsunterricht gibt und eben ja das sozusagen Gesehene der Folgen so ein bisschen einordnet, zum Beispiel eben, was heißt das denn, wenn Fight auf der Militärschule war?
Wie war der Militarismus damals, wie ist das aufgebaut? Oder was heißt es, wenn jetzt Doktor Büchner als bürgerlicher auf einmal für Fräulein von Kummerfeld eine adlige schwärmt, so, Das noch mal so ein bisschen einzuordnen, aber halt in so einem YouTube-Stil, aber als Hausdiener, Bis wir das dann so veröffentlicht hatten, war YouTube gar nicht mehr so relevant. Dann sind wir auf Instagram gegangen, haben da auch schon während des Drehs eben ganz viel Content gemacht und als wir dann den Release in der Atemmediathek hatten, mehr so eine Art Hock-Idee, doch mal so ein paar Clips von diesem Hausdiener auf TikTok zu stellen. Das muss man sagen, niemand von uns hatte vorher TikTok. Also wir wussten nicht, was wir tun und ich habe extra einen Screenshot davon gemacht, weil ich habe diese Nachricht von Fabian gefunden.
Irgendwie geschrieben hat, ich werfe das mal dem TikTok-Algorithmus vor und sonst können wir das in zwei Wochen ja wieder löschen. Das war die Einstellung dazu und wir hatten wirklich, ich glaube, innerhalb von einem Monat 30.000 Follower oder so und die Leute waren total begeistert. Und große Frage eben immer, ist das wirklich ein Diener? Ist das ein Schauspieler, große Diskussion in den Kommentaren und ja, irgendwie fanden die Leute es so faszinierend halt auf diese, Das alles ist auch aufm Handy gedreht worden, hochkant, aber halt eben am Set, also toll ausgestattet und man hat das Gefühl, die Leute werden auch wieder richtig so in diese Zeit gezogen und dann, Gesagt, okay, wir wollen mehr davon machen und wir merken, es kommt gut an und haben jetzt.
Ich glaube schon drei Drehblöcke nur für TikTok gemacht. Genau jetzt im Mai den letzten wurden auch von AWA Kulturstiftung für gefördert, haben einen ganz tollen Drehort gefunden im LWL Freilichtmuseum in Detmold, weil wir vorher eben Hammel immer an unseren Filmsets man ist auch so ein bisschen eingeschränkt das normale Filmset ist halt zwei Wände sehen perfekt aus, der Rest steht voll mit Technik. Man kann sich nicht so frei bewegen in den Räumen, ohne halt klarzumachen, es ist eben nur ein Schauspieler im Kostüm.
Und jetzt in Detmold hatten wir halt einfach komplett eingerichtete Häuser, in denen wir uns frei bewegen konnten. Und hatten auch mal eine Außenkulisse, also eben komplettes Fachwerk Dorf, wo er eben die Dorfstraße lang kommen kann und da hat er eben auch so ein bisschen Einblick in. Ja in die westfälische Geschichte gegeben oder was gerade sehr erfolgreich ist, ähm so ein paar Clips auch mit Luise von Kummerfeld gemacht, wo Hermann Josef platt spricht und Luise übersetzt ist, Und die laufen super. Also die haben alle irgendwie über 100.000 Klicks und das ist total lustig, dann auch so die Kommentare zu lesen, dann gibt's auch Leute, die eben das Freilichtmuseum wiedererkennen oder dann, die Aussprache des Platz korrigieren und es kommt total gut an und es macht auch total viel Spaß das zu drehen.
Dann haben wir noch im Junkerhaus gedreht, was ja auch auch ist. Und wurden auch total mit offenen Armen begrüßt. Also wir durften dann auch mal eben über die Absperrung klettern und da eben dann diesen komplett blitzblank in Uniformhaus, die er halt in dieses Junkerhaus stellen. Auch einfach ein Bild für die Götter. Das ist auch auf jeden Fall ein Ausflugstipp von uns, kann ich ja sagen in Lemgo ist das, ne? Genau. Genau. Ja, also das ist auch man Auch in so eine andere Welt ab. Es ist ja spezielle Welt, aber es ist total faszinierend. Und direkt überlegt, ob wir da noch irgendwie so ein Schauermärchen oder so was drehen könnten.
Das ist dann immer so, man ist unterwegs und direkt hat man drei Ideen, was man dann noch alles drehen könnte. Ja, ich wollte gerade fragen, ist das nicht der Ort der Inspiration? Also auch auf Schloss Detmold haben wir auch gedreht, das war auch ganz, ganz toll. Da wurde uns auch super viel Vertrauen einfach entgegengebracht. Da war so, ja, wenn was im Weg ist, räumt's halt weg und räumt's halt bitte nach wieder dahin.
Und das war auch wahnsinnig pompös und es sieht einfach wunderschön auch alles aus. Ich hätte auch das Fräulein und die Spökenkickerin. So fasziniert. Vielleicht kannst du mal ganz kurz erklären, was eine Spökenkickerin ist oder ist es eigentlich ein Spökenkicker? Da hast du schon den treffenden Punkt gefunden, aber der Der Spükenkicker ist ein ja kein Fabelwesen. Es ist ein, Ein alter Mann eigentlich, der in die Zukunft sehen kann, ein weiser Mann, der aus westfälischen Sagen bekannt ist, dass er eben, einem sagen kann, was wird passieren, was wird dir geschehen, und eben auch oft sozusagen um Rat gebeten wurden und unsere Autorin Charlotte Kraft hat die Spükenkickerin daraus gemacht, eine junge, gutaussehende Frau, die auch in die Zukunft sehen kann und auf einmal.
Aber nicht mehr um Rat gebeten, sondern auf einmal wird ihr Hexerei vorgeworfen und man ist, oh Gott, das kann doch gar nicht sein. Und was erzählt die denn? Und es wird ihr nicht getraut. Und einfach sozusagen nur dadurch, dass das Geschlecht getauscht wurde. Und da hat sie eine Kurzgeschichte zugeschrieben und das fand ich einfach so einen spannenden Grundansatz und ich habe die Geschichte gelesen und, Marc meinte zu mir so, daraus sollten wir einen Film machen, Gesagt, getan quasi, hat ein bisschen gedauert, aber äh hat geklappt und dadurch haben wir diese Geschichte verfilmt und halt auch da diese, Diese Rollenbilder noch mal aufgebrochen und auch die Hauptfigur des Films ist eigentlich gar nicht die Spökenkikon, sondern das adlige Fräulein, das ist eine Liebesbeziehung zu Spökenkickerin hat.
Heimlich, so köstlich unterm Reifrock. Genau, unterm Reifrock, denn die Hauptaufgabe eines Freundes ist natürlich gut auszusehen. Sie wird jeden Morgen von drei Hausmädchen in ellenlanger Prozedur eingekleidet in einen Reifrock gepackt, der irgendwie, ich glaube, vier Meter Durchmesser hat, also sie kommt eigentlich alleine durch keine Tür mehr und sie ist komplett eingeschränkt in ihrer Bewegungsmöglichkeit, natürlich mit Korsett und zehn Schichten und trotzdem kämpft sie sich daraus und behauptet sich eben gegenüber den Männern der Geschichte und dieser Strukturen.
Das grob die Geschichte. Man kann den Film gerade in der ARD Mediathek gucken. Vielleicht kann ich kurz die Anekdote meiner Tochter erzählen, die sagt, oh nee, Mama, jetzt nicht so was. Und im nächsten Moment war sie gefesselt und meinte, schalt bloß nicht ab. Das spannt. Hast du eine Erklärung für dieses Phänomen Historienfilm in die Gegenwart übersetzen? Ja also ein ganz klares Phänomen ist natürlich Eskapismus. Also es ist eben auf den ersten Blick holte ich quasi nichts weiter weg vom Hier und Jetzt, wie eben, Ein Historienfilm, also was uns eben auch total wichtig ist, ist nicht, Den, ich sage mal, verstaubten Historieschinken, alles Mittelachse, alles ganz pompös zu erzählen und irgendwie.
Ja, die Geschichten, die man schon kennt, sondern halt das jetzt auch dort wiederzuspiegeln und, Da muss man auch sagen, man Geschäftspartner und der Regisseur, von Horst Kummerfeld, Markerei hat Geschichte studiert und was er immer sagen darf mit bringt es eigentlich sehr gut auf den Punkt, ist eben man kann Geschichte immer nur aus seiner jetzigen Perspektive erzählen. Also man kann, Geschichte nicht ohne den Einfluss der Jetzt-Zeit wiedergeben.
Und es gibt so Sachen Leute, die das versuchen, aber wir versuchen es bewusst nicht, sondern wollen eben auch das mit reinbringen und das, übt halt dann auch wieder so eine Faszination aus, weil das eben zum einen diese eskapistische Versuchung ist, aber es ist eben auch, Ah ich kann mich darin wiedersehen. Ich finde Dinge, die ich kenne. Ich habe Anknüpfungspunkte.
Und das kann eben ja bei Haus Kummerfeld passieren durch halt die Hauptfigur, die sich durch patriarchale Strukturen kämpft und. Ja einen Weg geht, den eben auch viele junge Frauen meiner Generation nur zu gut, leider immer noch kennen, aber es kann eben auch der Hausdiener sein, der halt, sein Handy vor sich hinstellt und sich dabei filmt, wie er irgendwie silber poliert und irgendwie dabei jammert, wie anstrengend die Herrschaft ist und.
Man fühlt sich irgendwie daran erinnert, wie ja, ich habe hier meinen Job, den ich irgendwie nicht so toll mag, aber ich gehe halt auf Social Media, um irgendwie, was anderes zu sehen und es ist natürlich super nah dran, also er spricht ja direkt in die Kamera und es ist eben das Verhalten, wie man es von InfluencerInnen kennt.
Aber halt aus einer anderen Zeit und das fasziniert die Leute. Die Filme, von denen du jetzt erzählt hast, wie kommt es zu den Geschichten? Wie findest du die? Also bei der und war es wirklich so, dass wir diese Kurzgeschichte gelesen haben von Charlotte Kraft, die als Regionsschreiberin im Münsterland war, zusammen mit der regionalen Kulturpolitik, und dort mehrere Kurzgeschichten geschrieben hat und ich habe sie kennengelernt auf einer Location-Tour über die Schlösser, wo wir Haus Kummerfeld gedreht haben. Da war sie irgendwie mit dabei und wir sind zu uns ins Gespräch gekommen und hat sie eben das erzählt, Habe ich die Geschichte gelesen und dann war es aber eben auch, wenn man langer Prozess von,
Es gibt diese Kurzgeschichte und wir brauchen im Drehbuch. Das Drehbuch hat auf sie geschrieben und was da aber ein ganz, ganz toller Prozess war, wir da schon unsere Kostümbildnerin Emily Schumann mit in den Prozess geholt haben. Und diese ganzes sie wird eingekleidet. Sie trägt diese Krenoline. Das kam alles von Emily, eine Originalgeschichte, wofür ging's, glaube ich, einfach, dass sie frisiert wird, dass ihr, also es wird schon so herausgeputzt, aber ging irgendwie mit dem Haare kämmen und eben nicht diese diese Krinoline, die halt zu der Zeit auch so aufkam.
Habe ich da auch gelernt von Emily, warum das so war, weil damals die, Die Kleidung der Männer wurde quasi immer einheitlicher. Man konnte den Stand nicht mehr genau an der Kleidung des Mannes ablesen, Also musste man es an der Kleidung der Dame, die begleitet ablesen und die Rechnung ist ganz einfach, je größer die Grenoline, desto reicher der Mann, Dadurch gibt's auch so viele Doppeltüren in Schlössern, weil man muss mit so einem vier Meter Ding natürlich da auch durchkommen können. Die Herren brauchen nur eine Tür, die haben ja den schneidigen Anzug an, Aber die Damen wurden quasi immer opulenter, ausgestattet, je reicher der Ehemann dazu war Ah das wusste ich auch nicht. Und was es eben auch aus dieser Zeit gibt, sind wahnsinnig viele Karikaturen über Crenolin. Also quasi, was man alles auch unter so einer Kriminelle verstecken kann von eben,
Schwarzhandel mit Schinken und Wein und Schinken drunter versteckt? Es sind Karikaturen. Ob es wirklich passiert ist, ist jetzt mal dahingestellt. Ähm aber da kam diese Idee, dass die Spökenkickerin und das Fräulein sich unter der zu zweit verstecken können und das ist ja im Prinzip ein Zelt ist. Und ganz viel so Karikaturen gefunden, die wirklich einfach großartig sind oder Frauen, die eben, Gepustet werden, weil sie beim Wind halt so viel Luftwiderstand bieten durch dieses große Kleid, das sie davongepustet werden. Zeigt auch was über die Eigenständigkeit und Abhängigkeit. Total.
Aus diesen schreit quasi das damalige gesellschaftliche Bild einem entgegen und, Das fanden wir halt auch total spannend und dann kam eben diese Idee, das zu machen mit sie wird eingekleidet, auch ganz wichtig, sie kleidet sich natürlich nicht selber an. Zum einen sich nicht schickte, aber weil es ist auch gar nicht möglich bei so viel Schichten und eben dieser riesigen Krinoline und auch dann, Hat sie auch so alte Fotografien gefunden, weil sie wirklich quasi Stäbe gibt, an denen das Kleid hochgehalten wird, damit es von oben über die also es ist wirklich bizarr.
Und ja, das ist dann eben sehr sehr in den Film mit eingeflossen und ja, eine total schöne, Zusammenarbeit der Gewerke, was ich das immer sehr wichtig finde, das ist Film kommt eben nicht. Nur von der Regie oder nur der Produktion, sondern es ist eben ein Zusammenspiel aus ganz, ganz vielen Kreativen. Ich habe mich natürlich auch gefreut, dass die Hauptdarstellerinnen immer lesend, also gebildet dargestellt worden sind. Im Adel, da Man schon was auf die Bildung auch der Frauen und soll aber natürlich auch so ein bisschen zeigen, dass diese Frauen in ihrem gesellschaftlichen Stand schon privilegiert sind.
Aber eben dadurch, dass ihr eine Frau sind, wieder nicht so privilegiert, also, Lesen ja, schreiben nein. Also quasi aufnehmen, aber nicht selber. Ich fand einen Satz ganz bezeichnend von der Gouvernante. Was hat ein Mann davon, wenn die Frau schreibt? Dieses Spiel von Frau zu Frau. Heute sprechen wir über Empowerment. Fragt sich natürlich auch an wie vielen Stellen man so empowert wird.
Ja. Ja, das ist Fräulein Racket, die Hausdame von gefällt die eben sehr auch so für Zucht und Ordnung steht und mehr durchgreift als der Baron selber. Also Fräulein Racket sagt, das wird, Zeit, das Fräulein zu verheiraten und wo aber auch ganz klar ist, Fräulein sitzt die ganze Zeit mit am Tisch, also, Was wird über sie hinweg wortwörtlich geredet und sie ist nicht Teil des Gesprächs. Also es ist fast einfach die Situation, von Luise von wie so ein Panzer, der so drüberrollt und alles platt macht, ne? Ja. Panzer spielt in deinem weiteren Filmischen, leben auch eine Rolle. Genau, mein Abschlussfilm another German Tankstory.
In dem ein Panzer eine nicht unwichtige Rolle spielt. Wie kommst du denn an einen Panzer? Das ist so eine Geschichte, wo ich dann mir dann immer denke, dafür liebe ich meinen Job, weil das sind so Rechercheaufgaben. Die hat man, glaube ich, in anderen Berufen nicht. Bei Hausfeld muss ich zum Beispiel recherchieren, wo man sich ein Schwein und Hühner ausleihen kann, Weiß ich jetzt und bei meinem Abschlussfilm war dann die Frage, wo kriegen wir einen Panzer her und es war einfacher als gedacht, denn es gibt in Brandenburg die Panzer Fun Fahrschule.
Das ist kein Scherz, das kann man googeln, da kann man für Geld Panzer fahren. Die sind alle entmilitarisiert, aber fahren noch. Und da kann man dann mit verschiedenen Panzermodellen kreuz und quer fahren. Es wird auch beworben als ein Männerspielplatz. Alles ein bisschen fragwürdiges Konzept, aber auf jeden Fall haben die so ziemlich jedes Panzermodell, was man sich so vorstellen kann, und die verleihen dir eben auch hin und wieder an Filme. Also wir waren jetzt auch nicht die Ersten, die da mit der Idee ankamen. Ja und die haben gesagt, Können wir machen, wo muss der denn hin? Ja, dann habe ich ein Tieflade organisiert.
Und haben wir dann diesen Panzer dort abholen lassen und zum Drehort gebracht. Das hättest du damals als 18-jährige auch nicht gedacht, dass du mal einen Panzer organisierst, oder? Nee, das hätte ich auch ein Jahr vor diesem Projekt auch nicht gedacht. Ja, aber es es hat funktioniert und war für mich auch das erste Mal, dass ich so einen Militärgerät in real life aus der Nähe gesehen habe. Es gibt auch eine Szene, wo er fährt, also auch angemacht und das war auch, Das war eine ganz besondere Stimmung im Set. Es war auch ein Nachtdreh und dann steht eben so, ja, ein bisschen spooky beleuchtet, dieser Panzer mitten aufm Dorfplatz.
Und dann geht der an und dieses Geräusch geht dir wirklich durch Mark und Bein und dir wird komplett anders und du hast einfach gemerkt, wieso Dieser Panzer ging an und alle anderen Geräusche wurden wie so runtergepegelt und es war wirklich, die Konzentration konntest du greifen und alle waren so shit. Hm.
Ja, war sehr, sehr anders und das, obwohl's ja eigentlich eine Komödie ist, der Film. Worum geht's denn darin? Es geht um ein kleines Dorf irgendwo in Deutschland, wo eine Hollywood-Kur hinkommt, um ein Historienfilm zu drehen. Also für mich natürlich auch so ein bisschen. Sozusagen noch mal ein Blick auf auf meine eigene Arbeit und diese Hollywoodcrew stellt halt dieses Dorf komplett auf den Kopf, und das macht ganz ganz viel eben mit den Dorfbohrern. Die einen haben jetzt die großen Hoffnungen, dass jetzt eben Geld und Ruhm kommen. Die anderen denken so, oh, was soll das denn? Geht einfach nur wieder weg, lasst uns in Ruhe.
Es holt natürlich auch total viel eben der eigenen Geschichte, der eigenen Vergangenheit wieder hoch, wenn jetzt eben auf einmal, Lauter Komparsen in Nazi-Uniformen halt durchs Dorf rennen, weil sie halt schnell zum Set müssen, Und sich vielleicht gar nicht bewusst sind, was haben sie denn da gerade an, das aber eben mit den älteren Leuten im Dorf natürlich ganz, ganz viel macht, wenn sie auf einmal wieder junge Männer in diesen Uniformen sehen.
Und ja, es ist so. Sehr auch sehr skurriler Film und so sehr sehr schwarzhumorig und ist aber auch eben für uns in der Filmbranche auch noch mal so ein, Ja, was machen wir eigentlich mit dem, was unser Berufsalltag ist, was ja für die meisten Leute außerhalb der Filmbranche noch so eine komplette Faszination hat, Und für uns ja aber eben, Da kommt eine Routine rein und dass man aber natürlich auch da eine sehr große Verantwortung hat, zum einen mit dem, was man produziert, aber auch wie man es produziert und dass man, Die Orte, wo man hinkommt und ich kenne das ja von mir selber auch. Also, Wenn wir da jetzt auf einem der Schlösser drehen, wir stellen da auch einmal alles auf den Kopf, kommen damit acht Sprintern an, die dann irgendwie.
Alle über diese kleine Brücke, über die Kräfte müssen und eine Woche später sind wir wieder weg und, Alles ist, wie's vorher war und das macht natürlich ganz viel mit den Orten, ganz viel mit den Menschen dort, und ja, das war für mich eben auch eine total spannende Erfahrung, weil wir nämlich bei diesem Dreh auch genau das gemacht haben, worüber der Film ist. Wir sind ja auch in die kleinen Dörfer gekommen und das hat mich auch sehr viel zum Nachdenken angeregt. Inwieweit hat das dein Blick verändert? Hm, es hat mir das alles noch mal bewusster gemacht, wie wie absurd mein Beruf eigentlich ist und für mich wirkt er eben relativ normal, weil eben auch mein Umfeld sehr viel in der Filmbranche arbeitet und eben ja Beruf ist ja für jeden einfach Alltag und da nochmal gespiegelt zu kriegen so ach eigentlich ist es ein sehr,
Sehr aufregender Beruf und sehr abwechslungsreicher und auch habe ich noch gemerkt, wie also grade ich in der Produktion bin ja immer sozusagen mit der, normalen Welt in Anführungsstrichen am meisten sozusagen in Kontakt von eben allen Filmschaffenden. Es erfordert manchmal auch sehr viel Diplomatie und auch sehr viel, Man muss immer für beide Seiten sehr viel Verständnis haben und immer so sich reinversetzen in eben die Crew, die gerade komplett in dieser Parallelwelt steckt, Und dann eben ja die Motivgeberinnen oder wen's eben noch so gibt, die halt in ihrem Alltag und in der wirklichen Welt sozusagen stecken.
Und da eben beide Perspektiven einnehmen und so ein bisschen vermitteln und das ist so eine große Aufgabe und das ist mir da glaube ich auch nochmal. Noch mal bewusst geworden, dass da eben auch sehr viel schiefgehen kann, Und es kommt auch nicht selten vor, dass man eben auch Drehorte anfragt und die sagen, nee, wir hatten schon mal einen Filmdreh nie wieder und man auch merkt, so, ah, ganz viele, um jetzt das Bild wieder zu benutzen, rollen da immer mit dem Panzer durch und gehen wieder und hinter ihnen halt die Sintflut.
Und dass man da aber eben einfach dass man respektvoll mit diesen Orten, die einem halt zur Verfügung gestellt werden, um jetzt was Neues zu schaffen, Da muss man wahnsinnig respektvoll sein und das ja auch als das, was es, außerhalb des eigenen Films sehen, auch nachhaltig, total. Also wenn ich mir die Geschichten angucke, die du verfilmst ja oder dich produziere, es sind ja nie nur meine Geschichten, sondern ich entwickle dir immer, Im Team, also zusammen mit der Regie, die noch mit Drehbuchautorautorin dabei und das ist eben immer eine eine Zusammenarbeit und die immer aus mehreren Seiten Einflüsse bekommt.
Ich würde nie sagen, mein Film, meine Serie, sondern immer von wir oder von uns. Ja, das in den Interviews, die man so über dich findet, merkt man diese respektvolle Haltung sowohl dem Ort als auch dem Team gegenüber. Danke schön. Sag mal als Produzentin ist man doch auch für die Kosten verantwortlich. Die haben dann finanziert das ganze Projekt und guckt das alles im Budget bleibt. Das ist ein sehr großer Part davon. Was wünscht du dir von der Filmlandschaft zur Förderung solcher Projekte wie?
Tim Euring. Also Historien Film ist schon, sehr spezieller Fokus, auch gerade für eine Produktionsfirma zu sagen, wir machen nur das, weil es ist schon das teuerste und aufwändigste, was man machen kann. Und es gibt eben auch viele Fernsehsender, wenn man da sagt, ich habe einen Historienstoff, die schlagen die Hände überm Kopf zusammen und sagen, nee, machen wir nicht, ist zu teuer.
Und jetzt haben wir mit Haus Kummerfeld gezeigt, es muss nicht superteuer sein, würde behaupten, wir kriegen das mit dem Budget eines Tatorts auch hin, aber was eben auch ein ganz großer Aspekt ist, gerade in der Filmbranche wird eben, wie gesagt, eiseither Nachwuchs. Ihr könnt das ja auch super günstig machen.
Und das einzige Vehikel, was man eigentlich hat, ist die Gagen zu drücken und das ist etwas, was ich nicht machen möchte und wo man eben wirklich oft diskutieren muss, dass eben auch junge Teams, einfach eine faire Gage verdient haben und für ihre Arbeit entlohnt werden müssen. Also Drehtage sind unfassbar lang und anstrengend. Also, normaler Drehtag sind zehn Stunden, ein realistischer Drehtag sind eher mal so zwölf Stunden und dann muss man noch eben nach Hause fahren und drehen ist super, super aufwendig und super intensiv und es bleibt wenig Zeit und Platz für was anderes.
Und dann irgendwie zu hören so, ja aber, Habt ja auch Spaß daran, was ihr macht. Muss ja nicht so viel Geld geben. Das tut dann schon manchmal weh. Wir haben's jetzt bisher immer hingekriegt, dass wir das einigermaßen gut finanziert bekommen haben. Aber so in der Filmbranche merkt man natürlich, es gibt nicht so viel Vertrauen in den Nachwuchs, sondern da setzen viele eben auf eine sichere Sache und da gehört Historien Film jetzt eben nicht zu, Aber da sind wir dran, dass wir das trotzdem weitermachen und entwickeln auch eben ganz viele Stoffe in auch wirklich verschiedenen Epochen, ja und da einfach faire Arbeitsbedingungen schaffen zu können, ist mir eben super, super wichtig, Und ich war noch nicht in der Situation, aber ich glaube, ich würde eher bei einem Projekt sagen, ist es zu prekär aufgestellt. Wir machen's nicht,
als es irgendwie unter schlechten Umständen zu machen Ich habe ein Interview von dir gehört, ein Podcast, in dem du dich auch ganz stark für die Vereinbarkeit von Job im Film und Familie einsetzt. Ja, ich habe meine Abschlussarbeit zur Vereinbarkeit von Firmen und Familie geschrieben und bin tatsächlich, Durchaus Kummer fällt da auch drauf gekommen und auch durch die.
Weil wir bei beiden Dreharbeiten hatten wir schwangere Darstellerinnen, stillende Darstellerinnen, Babys am Set. Also es war war schon sehr viel Familie einfach so da und wir haben das so ich sage mal so nebenbei gemanagt, dass das irgendwie klappt, dass, Väter mitkommen können und aufpassen, dass es Pausen gibt zum Abpumpen oder zum Stillen, Ich habe gelernt, man braucht immer eine Kühlkette für Muttermilch und in Zwillbrucker Venn müssten wir eine Kühlkette für Muttermilch herstellen, auch eine Herausforderung, auf die mich niemand vorbereitet hat. Aber wir haben's irgendwie alles hingekriegt und dann wurde mir von den Schauspielerinnen gespiegelt, wie besonders das ist und ich war total so, ja wir haben euch halt ein bisschen du hast das Hotelzimmer gebucht, damit da noch ein Kinderbett und der begleitende Vater mit reinpasst oder,
Wir haben halt da eine Kühlbox gekauft und die dann halt, im Auto über die Steckdose und dann ins Hotel gebracht, damit die Muttermilch kalt ist und so. Und kleine Sachen, wie ich fand, die aber eben in der Wahrnehmung ganz also gab super viel Dankbarkeit dafür und da habe ich gemerkt, Ah, das ist nicht so normal, dass man das macht. Und scheinbar ist es bei anderen Produktionen so, ja, ist ja nicht mein Problemmäßig.
Alter, ich muss das grad auf mich wahr sein. Und dann dachte ich aber auch so, ja okay, aber das ist zum Beispiel mit der Kühlkette, das wusste ich aber einfach nicht. Und dann dachte ich so, ah, vielleicht muss man einfach mal so alles aufschreiben, worauf man so achten muss, wenn man Kinder am Set hat und damit meine ich eben nicht Kinder vor der Kamera, sondern Kinder von Crewmitgliedern, Und auch nicht nur die der Hauptdarstellerinnen, sondern von allen und da habe ich so ein bisschen angefangen und dann habe ich gemerkt, dass es, Viel größeres Thema ist, als ich so dachte und eine Kommilitonin von mir, die auch Produktion in Babelsberg studiert hat, hat während des Studiums auch ein Kind bekommen und hat
Zeige euch mit mir sozusagen angefangen zu überlegen, ob sie darüber ihren Abschluss machen will und dann war ich so, ja dann lass uns das auch zusammen machen und wir haben ganz viele Leute interviewt aus verschiedenen Gewerken, eben mit Kind in der Filmbranche tätig sind und was die Herausforderungen sind und haben einen Leitfaden erstellt.
Der auch adressiert ist an Produzentinnen, die ja eben die Arbeitsumstände definieren beim Film, was sie tun können und eben auch nochmal sozusagen, was ist bei Babys, was ist bei Kleinkindern, was ist bei Schulkindern nochmal so Was es bei Schwangeren sozusagen, was ist deine Aufgabe? Hier sind Lösungsvorschläge, Und den durften wir zusammen mit Fodus of Germany, dem Verband der Independent-Produzentinnen in Deutschland dürfen wir den veröffentlichen.
Also den kann man sich jetzt kostenfrei runterladen, damit möglichst viele Leute das auch umsetzen und wir entwickeln den im Verband auch weiter. Also da kommt hoffentlich bald, eine zweite Fassung, um da eben diese Branche Familien vereinbarer zu machen, weil, Man immer öfter hört, dass Leute halt sich entscheiden, bleibe ich in der Filmbranche oder gründe ich eine Familie?
Und das halt ganz viel in die Branche verlassen, weil sie sagen, wie soll das gehen? Und ich finde, diese Frage sollte man sich nicht stellen müssen. Toll. Hast du noch mehr Themen, wo du mal zu deinen Produzentinnen Blick hinwenden möchtest? Mhm. In meiner Bachelorarbeit 2020 habe ich über äh nachhaltiges produzieren, also, ökologischen Sinne nachhaltig geschrieben, Da es Gott sei Dank sehr, sehr viel passiert in den letzten fünf Jahren, also es gibt jetzt ökologische Mindeststandards für Filmdrehs an Green Consultants, die das eben beobachten sozusagen. Also da ist wahnsinnig viel passiert.
Ja, jetzt bin ich eben grad voll in dem der Vereinbarkeitsthema drin, aber ich glaube, da wird sich auf jeden Fall noch mehr finden an Dingen, die man auf jeden Fall, Fall ändern muss und ja die Finanzierung von so Projekten ist auf jeden Fall auch ein ganz großes Thema. Weil das einfach mit einer wahnsinnigen Unsicherheit für alle Beteiligten verbunden ist, weil ja also auch Crewmitglieder quasi ja sich immer von Projekt zu Projekt hangeln.
Und dann manchmal eben auch nicht wissen, ah wie lange muss ich denn jetzt mit dem verdienten Geld klarkommen, wann kommt denn der nächste Dreh? Also es wird oft gesagt, dass man ja so viel Geld beim Filmen verdient, Aber man muss es eigentlich sehen, als ich arbeite ein halbes Jahr und muss davon ein Jahr leben können, weil man eben nicht garantiert immer Arbeit hatte, sondern, weil es halt von Projekt zu Projekt abhängig ist und manche Projekte, Werden eben auch wahnsinnig kurzfristig finanziert. Also da weiß man im Januar nicht, dass man im Sommer dreht und ist auch für uns Produktionsfirmen natürlich super aufwendig und riskant und eben für die Crewmitglieder auch und.
Da halt auch irgendwie so eine Stabilität reinbringen zu können oder eben auch zu sagen Stoffentwicklung muss auch sich finanziell lohnen und, nicht sozusagen sein, ja, das ist die die Vorarbeit, damit man dann halt drehen kann, weil die meisten Drehbücher werden leider nicht verfilmt, sondern kommen nie zustande.
Das ist nicht ein Privileg ist, ein Drehbuch schreiben zu können, sondern, einfach einen Job. Es ist auch interessant, weil wenn es ein Privileg ist, ist die Frage, welche Geschichten werden erzählt und aus welcher Perspektive? Ja, total. Also das ist oder war auch glaube ich lange so, dass einfach nur eben bestimmte Schichten in Filmen gezeigt wurden, weil eben, Drehbücher aus diesen Schichten heraus entstanden sind, weil es eben ein Job ist, wo man erstmal wahnsinnig viel umsonst arbeitet.
Und das muss man sich leisten können. Hören wir schon über die unterschiedlichen Burgen und auch über das Freilichtmuseum gesprochen. Ich glaube, im Textilmuseum Bocholt habt ihr auch ja. Finde ich ja so als äh wahnsinnig erprobte Tourismusexpertin fragen würde, gibt es. Ach so eine Butterfahrt, so eine Busfahrt?
Entlang der Goldstofffilmroute oder noch nicht tatsächlich. Wir hatten mal eine mit dem Filmservice Münsterland zusammen. Glaube sogar zweimal, einmal im Rahmen vom Filmfest Münster, äh wo dann aber noch andere Drehorte, also nicht nur unsere gezeigt, sondern auch unsere. Genau, sie wird noch nicht regelmäßig angeboten.
Aber vielleicht, wenn die Stadt Münster da was machen will oder so, können wir ja mal drüber reden. Projektsicherung. Genau. Was bedeutet für dich Leichtigkeit im Film? Ja, Leichtigkeit kommt für mich immer sehr aus dem Team. Wenn ich so das Gefühl habe so. Wir arbeiten hier alle zusammen und wir haben eine gemeinsame Vision und wir tun grad alle was, um das möglich zu machen. Da merke ich immer, dass mir das zum einen so ein so ein Druck von den Schultern nimmt und das ist mir auch so, Dafür mache ich das. Das ist das, was ich machen möchte und wenn das funktioniert, das ist immer so ein Moment, wo ich so aufatme und, denke so, oh toll. Ja und dann der nächste Moment ist eben, wenn man wenn man den Film dem Publikum zeigt und merkt, wie er ankommt und,
dass er funktioniert bisher immer und wie so die Reaktionen sind und dann auch so die Gespräche danach und auch manchmal total faszinierend, was Leuten auffällt Wo wir vielleicht vorher gar nicht so sehr drüber nachgedacht haben. Also das sind für mich immer so die zwei entscheidendsten Momente für ein Projekt. Leider eigentlich noch der, wo's so die allererste Idee gibt.
Dann der vom ersten Drehtag und dann der vom ersten Screening sind so die drei großen Punkte und wenn das halt funktioniert, dann ist das immer so. So eine Erleichterung. Es ist so toll. Wie viel Zeit liegt manchmal dazwischen? Uff, sehr unterschiedlich. Bei uns war's, glaube ich, am so ist am krassesten. Da ist die allererste Idee von 2tausendsiebzehn.
Und der Release in der Atemmediathek war dann zwanzig dreiundzwanzig. Jetzt mische den Kurzfilm, den wir letztes Jahr gedreht haben. Da haben wir, so ein Jahr vor Drehbeginn die erste Idee und dann ein Jahr vorproduziert und finanziert und jetzt im August die Premiere, also so ein Dreivierteljahr von Drehschluss bis fertiger Film.
Das ein schnelles Projekt so zur Einordnung. Ja und es ist sehr schwer zu sagen, wo man langen Atem teilweise. Ja, auf jeden Fall. Also man macht natürlich kein Projekt Vollzeit. Man hat immer mehrere gleichzeitig und es gibt so dieses Bild aus dem Zirkus, wenn man die Teller auf den Stäben dreht. Man darf sozusagen nie einen Stab vergessen. Man muss sie alle regelmäßig anstoßen, Und alle so im Gleichgewicht halten und das ist eigentlich auch eben eine große Aufgabe in der Produktion, kein Projekt zu vergessen, sondern alle in regelmäßigen Abständen.
Bisschen weiterzubringen. Und was wünscht sich die Jongleurin vom Publikum? Eine Offenheit für neue Stoffe und ja auch eine gewisse Neugierde auf Geschichten und nicht so sehr an Genre denken und sagen so, Ah, ich will jetzt eine Livestory. Ich will jetzt einen Krimi, sondern da so ein bisschen, dass so diese Felder sich auch so verbinden oder verschwimmen, und sich einfach mal so drauf einzulassen und nicht.
Eine Erwartung direkt zu haben, was werde ich denn sehen, sondern offen zu sein. Punk und Pop im Historie-Film. Genau. Liebe Lotte, vielen, vielen Dank, dass du uns hier so intensiv, in die Welt der Produktion von Filmen eingeführt hast, in deine Biografie, in deine Ansicht, vor allem auch in deine Haltung, die ich, noch mehr schätze, als ich sowieso schon getan habe, du Arme, du kriegst ja ein Kompliment, eine warme Dusche nach der anderen Folge. Ich habe die Zeit mit dir so sehr genossen und freue mich richtig, dass wir uns kennengelernt haben. Danke schön.
Ja, vielen, vielen Dank. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank ihr bei dieser besonderen Folge von Die Leichtigkeit der Kunst genau Westfalen dabei war, Reihe entsteht im Rahmen des Förderschwerpunkts 1250 Jahre Westfalen, der LWL-Kulturstift, Kooperation mit der LWL-Kulturabteilung und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, ein großes Dankeschön an die LWL-Kulturstiftung, die dieses Projekt möglich macht, Ihr möchtet mehr über das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen erfahren? Dann schaut doch mal vorbei unter WWW, 1250 Jahre Westfalen Punkt DE oder folgt der LWL-Kulturstiftung auf Instagram unter at RWL.
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