Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 11

Fußball und Identität – Rainer Schütte über Gemeinschaft & Westfalen

Freitag, 28. November 2025 · 1 h 14

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Shownotes

Fußball und Identität

Identität zeigt sich oft dort, wo sie nicht erklärt werden muss. In Ritualen. In Wiederholungen. In Orten, die Menschen über Jahre miteinander verbinden. Fußball gehört zu diesen Orten. Als sozialer Raum, als Treffpunkt, als gemeinschaftliche Praxis.

Rainer Schütte

Rainer Schütte war viele Jahre Präsident von Arminia Bielefeld (bis 2025).
In dieser Funktion prägte er den Verein durch Kontinuität, Verlässlichkeit und eine langfristig angelegte Führungskultur.

Schütte begleitete Arminia Bielefeld durch sportlich wechselhafte Phasen, strukturelle Umbrüche und einen Generationenwechsel im Verein. Sein Verständnis von Verantwortung war dabei weniger auf kurzfristige Erfolge ausgerichtet als auf Stabilität, Haltung und die Rolle des Vereins als gesellschaftlicher Akteur in der Region.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Folge hat Rainer Schütte sein Präsidentenamt altersbedingt an die nächste Generation übergeben – ein Übergang, der dem Gespräch eine besondere Perspektive verleiht: den Blick zurück auf gelebte Verantwortung und nach vorn auf die Zukunft gemeinschaftlicher Strukturen.

SchücoArena, Bielefeld

Die SchücoArena – vielen noch als „die Alm“ bekannt – ist ein Ort kollektiver Erinnerung. Generationen haben hier erlebt, was Zugehörigkeit bedeuten kann: Nähe, Spannung, Hoffnung und Gemeinschaft über Jahrzehnte hinweg.

Fußball und Identität

Fußball erscheint in diesem Gespräch nicht als Wettbewerb, sondern als kultureller Raum.
Als Ort, an dem Gemeinschaft entsteht, Verantwortung sichtbar wird und regionale Identität gelebt wird.

Was hält Menschen über Jahrzehnte an einen Verein gebunden – auch in schwierigen Zeiten?
Wie entsteht ein „Wir“, das unabhängig von Erfolg oder Niederlage trägt?

Im Gespräch geht es um Verlässlichkeit, Übergänge zwischen Generationen und um die Rolle von Fußball als gesellschaftlicher Resonanzraum. Westfalen dient dabei als kultureller Rahmen – die Fragen reichen darüber hina

Warum dieses Thema jetzt?

Im Jubiläumsjahr 1250 Jahre Westfalen rücken Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit und regionaler Identität neu in den Blick.

Fußball zeigt, wie solche Bindungen im Alltag gelebt werden: pragmatisch, emotional, dauerhaft. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Fragmentierung wird deutlich, welche Rolle gemeinschaftliche Orte spielen können.

Zur Folge

Das Gespräch mit Rainer Schütte verbindet persönliche Wegmarken mit größeren gesellschaftlichen Linien. Fußball wird hier als Teil von Alltagskultur sichtbar – leise, wirkungsvoll und über den Sport hinaus.

Die Folge führt in die Geschichte Arminias, in persönliche Wegmarken und in Werte, die im Fußball oft leise wirken: Verlässlichkeit, Verantwortung, Gemeinschaft. Gleichzeitig öffnet sie einen Blick auf größere gesellschaftliche Fragen: Welche Rolle spielt Sport für Identität und Zusammenhalt? Wie entsteht Nähe, wenn Erfolge ausbleiben? Und warum bleibt Fußball ein Resonanzraum, der weit über das Spielfeld hinauswirkt.

Diese Episode ist Teil der Reihe Genau! Westfalen und der Zusammenarbeit LWL-Kulturstiftung x Die Leichtigkeit der Kunst.

Themen

Fußball und Identität · Gemeinschaft · Zugehörigkeit · Haltung · Regionale Kultur · Verantwortung · Westfalen · Verein und Alltag

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Letzte redaktionelle Überarbeitung: Januar 2026.

Spontane Aufnahme in der Schüco-Arena für den Podcast Die Leichtigkeit der Kunst

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Diese 30.000 Ostwestfalen da gesehen habe, die fröhlich waren, diese diese, Da standen Menschen nebeneinander, die sich nie gesehen haben, aber dieses anlässig des Anlasses eine Gemeinschaft gebildet haben im großen Berlin, aus dem kleinen Ostwestfalen kommt, das hat mich so tief beeindruckt, ist gesagt, Wenn du noch keinen Sinn bis jetzt hinter Fußball oder Arminia Bielefeld verstanden hättest, jetzt, wäre der Punkt, um verstanden zu haben. Ja, es schafft gemeinsamkeit, Gemeinschaft und zwar über Jahre und die Held Guten wie in schlechten Zeiten.

Hallo zusammen und herzlich willkommen zu meinem Podcast die Leichtigkeit der Kunst, bin Claudia Linzel und freue mich sehr, euch zu einer weiteren Folge der Reihe Genauwestfalen zu begrüßen. In Zusammenarbeit mit der LWL-Kulturstiftung und der LWL-Kulturabteilung entstanden, Im Jubiläumsjahr 1250 Jahre Westfalen geht es um Herkunft, Wandel und Zugehörigkeit, um das, was eine Region prägt und über sich hinauswei.

Diesmal führt uns der Weg in die SchücoArena. Vielen bis heute vertraut unter dem früheren Namen Alm. Ein Stadion, das längst mehr ist als ein Spielort. Ein kultureller Treffpunkt, an dem Menschen zusammenkommen, um zu hoffen, zu zweifeln, zu feiern. Orte wie dieser zeigen, wie stark Sportidentität stiften kann. Weit über den Wettkampf hinaus, Mein heutiger Gast Rainer Schütte ist seit seiner Jugend mit Arminia Bielefeld verbunden.

Mit 14 Jahren stand er zum ersten Mal auf der damaligen Alm. Seither ist er Fan, Förderer, Präsident, Mich interessiert, was diese Verbindung über Jahrzehnte trägt, warum Menschen einem Verein treu bleiben, auch wenn Erfolge ausbleiben, welche Rolle Gemeinschaft, Haltung und Vertrauen dabei spielen und was Fußball über Zusammenhalt in einer Gesellschaft erzählt, die immer individueller wird, lieber Rainer, wenn du an diesen ersten Tag in der SchücoArena denkst, den 14-jährigen Jungen zwischen Neugier, Aufregung und Stadiongeruch, Was hat dich da gepackt? Und warum hatte ich dieses Gefühl nie losgelassen? Schön, dass du da bist. Herzlichen Dank, sehr gerne.

Gepackt hat mich als erstes das Verbotensein. Ich durfte nämlich nicht aus meinem kleinen Dörfchen bei Bünde, zu allem fahren, war nicht gewünscht, zu Hause, aber meine Freunde haben mich mitgenommen und dieses Verbotensein war natürlich was Besonderes in dem Pubertierendes Alter und dann die Menschen hier erleben zu erleben, die Gemeinschaft war natürlich was ganz Tolles.

Und wenn man dann einmal in diesem Alter hier war, dann hat man die Verbindung, weil man feiert, man freut sich, Man hat Emotionen, miteinander und das ist etwas, was Fußball auch heute noch ausmacht und damals vor vielen, vielen Jahren genauso war. Bist du aufgeflogen? Ich bin das war war böse. Ich erinnere mich noch. Ne, meine Mutter sagte, und wenn du noch einmal da hingehst, da wird doch nur Bier getrunken du bist viel zu jung dazu. Und ab da wurde es dann etwas schwieriger hier hinzugehen, aber ich habe mich rausgeschlichen und bin trotzdem immer mal wieder hier hingefahren und irgendwann war's dann natürlich kein Problem mehr.

Bist du Präsident des Vereins. Herzlichen Glückwunsch. Erstmal dazu, blickst auf eine tolle Zeit hier. Du hast gerade bekannt gegeben, dass du zurücktreten wirst in vollem Vertrauen, in voller Freude auf das, was nachkommen wird, sowohl hier im Verein als auch privat. Wann hast du gedacht, ich möchte Mitglied in diesem Verein werden? Ich möchte diesen Verein prägen, ich möchte ihn gestalten. Also.

Die Gedanken sind mir relativ spät gekommen, erst vor einigen Jahren, weil ich habe den Verein zwar begleitet, wie viele, viele, viele andere tausend Menschen auch über ihr Leben zum Teil als Fan, als begeisterter Fan, der bei Auswärtsspielen war vor allem natürlich hier im Stadion war. Ich habe viele Jahre nicht in Bielefeld gelebt Aber habe den Verein immer begleitet. Äh Arminia gilt ja so ein bisschen als Fahrstuhlmannschaft und auch hier und da als Skandalverein.

Begann in den 70er Jahren ausgerechnet da als ich den Zugang zu Arminia gefunden habe, kam der sogenannte Bundesligaskandal und wir hier in Ostwestfalen, haben Menschen bestochen, So war es damals die Ostwestfalen. Die haben anderen Menschen Geld gegeben, um Fußballspiele zu manipulieren. Schon damals.

Und es waren sehr, sehr ordentliche Kaufleute, hochseriöse, Männer zu der Zeit ausschließlich Männer, die nur eins im Sinn hatten, wir wollen diesen Verein retten. Mhm. Dabei, ja, kriminelle Wege beschritten haben Im Nachhinein war es kriminell, damals haben es viele gemacht. Es gehörte sozusagen ein wenig zum Fußball dazu, offenbar zu der Zeit und diese hochseriösen Menschen, haben dann versucht Armenia am Leben zu halten, nämlich in der damaligen Bundesliga, die es noch gar nicht so viele Jahre gab oben zu erhalten und für die Stadt Bielefeld etwas zu tun. So nahe liegt es manchmal beieinander etwas Gutes tun zu wollen, aber auf dem falschen Weg als Teenager, du wirst von dem Skandal ja wahrscheinlich recht früh erfahren haben,

Was hat das mit dir gemacht? Auf der einen Seite hast du doch so ein toller Sport und meine Leuchtturmfiguren. Nee, das ist aber jetzt nicht so toll. Ja, ich konnte es damals nicht einordnen. Wir sind dann auch aus Bünde kommen nicht mehr hier hingefahren, weil, Die damalige Presse, die uns so zur Verfügung stand, war natürlich voll und es war befremdlich, aber letztendlich hat es an dem Spiel auf dem Platz wenig geändert und, der Hunger nach Gemeinsamkeit, Gemeinschaft und äh das Erleben der Emotionen ist geblieben. Ich konnte es aber in dem Alter natürlich nicht richtig einordnen. Bin ein wenig auf.

Nicht intellektuell geprägt, sage ich mal, durchs Denken, ach wie unseriös ist das, sondern es war ein komisches Gefühl und darum sind wir damals nicht mehr so häufig hier nach Bielefeld bist ja dann auch weggezogen. Mhm. Station in München. Was hat dich hier an der Region festgehalten, obwohl du sechshundert, 700 Kilometer entfernt studiert und gearbeitet hast Es hat mich gar nichts festgehalten. Gar nichts.

Ja. Ich bin nach dem Abitur habe ich gesagt, ich komme nie wieder zurück nach Ostwestfalen. Es ist alles so langweilig hier und so bekannt und Bielefeld war für mich die Großstadt, die ich aber schon einige Jahre dann erleben durfte, als wir dann mobiler wurden. Aber damals und auch im Rückblick hat mich zunächst nichts gehalten, sondern ich war froh rauszukommen in die gefühlte weite Welt zu kommen. Bis zu den Alpen. Bis zu den Alpen nach München. Du, ist doch auch eine Alm. Guck mal. Ja, genau, da haben wir ja eine Verbindung. Mhm. Aber mich hat als junger Mensch damals hat mehr die Welt gereizt und gereizt rauszukommen. Diese Verbundenheit, die ich damals vom Kopf her so wahrgenommen habe, die merkt man erst später im Leben und die Attribute,

positiv, wie vielleicht auch kritisch, die man zu uns Menschen hier oder zu der Region hat. Bei mir zumindest kam die erst später dann in den Kopf und ins Herz gespült, als ich beurteilen konnte, was denn uns. Prägt hier in Ostwestfalen. Und sag mal, bist du da dann auch zu den Bayern Münchenern ins Stadion gegangen? Jein, ich bin mehr zu 860 München gegangen, weil das war auch Wie das manchmal so ist als der Kindheit, ein Verein, den ich mal erlebt hatte. Ich war mit meiner Mutter in München und wir wohnten in irgendeiner Pension in Giesing. Das war neben dem Fußballplatz von 1860 München und ich habe als, kleiner Dotz. Ich war vielleicht acht oder 9 Jahre alt, habe ich die Mannschaft beim Training gesehen und irgendwie,

durch die Einmalbegegnung ist eine Beziehung gekommen. Also als ich in München war, habe ich mir die sechziger Spiele gesehen, als die Bayernspiele, wobei die dann natürlich viel attraktiver wurde, da hatte ich ein Highlight, Kommilitonen von mir. Münchner und dazu noch Bayern-Fans haben gesagt so, mein lieber Rainer, jetzt gehst du mit ins Stadion, Arminia kommt jetzt zeigen wir dir mal, wie die Ostwestfalen verprügelt werden. Und dann waren wir im Stadion und das war ein, sagenhaftes Spiel, nämlich Armenia gewann im Olympiastadion gegen Bayern München Sepp Meyer, Franz Beckenbauer, Gerd Müller, vier zu null. Mhm. Das ist bis heute in unserem, der heute noch zum Teil existiert, kleinen Freundeskreis, legendär an und da konnte ich natürlich anschließend sagen, seht ihr, was der Teutoburger Wald,

die wahre Schlacht und der Aminos und wir mit unserer leisen, aber vorhandenen Kraft bewirken können gegen euch. Groß mäulern. Wie schön. Und sag mal, hast du dann typisch Ostwestfäliisch einfach nur geschaut und genossen? Also in der Hinsicht bin ich überhaupt nicht ostwestfälisch, wie unsere Fans hier im Stadion auch nicht ostwestfälisch sind, sondern da, bin ich sehr emotional und das lieben wir alle und wir Ostwestfalen können auch extrem emotional sein, wenn wir Gemeinschaft haben, wenn wir Freude haben, wenn es um etwas geht. Erkennst du Unterschiede im Fansein im Fangefühl zwischen den Arminen und den 186ern?

Zu den 60ern ist es glaube ich näher als zu den Bayern, die und das meine ich jetzt wirklich nicht despektierlich. Ich habe große Hochachtung vor dem, was in München über Bayern München entstanden ist. Die Bayern-Fans sind doch in der Breite der Fanbasis. Viel distanzierter, viel weiter weg. Es sind ja auch viel mehr Menschen, die Mitglieder und Fans sind.

Feiern permanent Erfolge und das macht auch etwas mit einer Gemeinschaft, man gewöhnt sich dran. Bei uns, bei Arminia Bielefeld über die Jahrzehnte. Fahrstuhlmannschaft werden wir ja bezeichnet, hat man Erfolge und viele Misserfolge. Und durch das Auf und Ab, glaube ich, kann man, den Fußball und die Gemeinschaft viel intensiver feiern, weil es nicht täglich da ist. Das haben wir zuletzt erlebt in Berlin vor einigen Monaten beim Pokalfinale wie die Ostwestfalen Bielefelder gefeiert haben, obwohl noch gar kein Spiel stattgefunden hat. Gefeiert haben trotz der Probleme, die es beim Einlass gegeben hat. Und in den letzten Wochen bin ich viel rumgekommen in Deutschland, viele wissen nicht, dass ich etwas mit Fußball zu tun habe, wenn ich dann sage Bielefeld sagen alle

Was seid ihr für coole Menschen da oben? Wir haben das beobachtet beim Pokalenspiel, erzählen sie mal oder erzählen mal etwas über die Ostwestfalen. Das ist ja unglaublich, was wir da gesehen haben. Wir dachten immer, nur die Rheinländer können feiern, aber ihr seid ja Firebiester und das hätten wir nicht erwartet und das friedvolle Miteinander hat viele Menschen beeindruckt. Also zurückkommen zur Frage ein Aminenfan zu sein ist etwas anderes sicherlich als Bayern München Fan zu sein.

Bist du ja über das Wellensein hinaus auch seit einigen Jahren Präsident. Was hat dich daran fasziniert? Präsident eines Vereins zu sein, der eben nicht so erfolgsverwöhnt ist, sondern, ein Fahrstuhlverein ist. Gereizt hat mich gar nichts, zunächst mal, weil es hatte ich nie vor, es war nie in meiner Planung ein Ehrenamt in exponierter Stellung bei Arminia Bielefeld wahrzunehmen. Die Nähe zu den hier im Tagesgeschäft tätigen, Armee nennen und Armeen ist durch das Bündnis Ostwestfalen entstanden, was Ende zwotausendsiebzehn, Anfang 2018 entstanden ist und in dem Bündnis war und bin ich Teil und habe, Die damalige Geschäftsführung, vor allem Markus Rejek und die Mitarbeitenden bei Arminia begleitet in einer sehr, sehr schwierigen Zeit,

zur Sanierung des Unternehmens. Da ich in meinem Leben viel Sanierung machen durfte oder gemacht habe, da lag das natürlich nahe und da habe ich die Gemeinschaft, der hier arbeitenden kennengelernt und habe, gesehen das sind tolle Menschen, die hier mit wenig Geld, aber viel Herzblut, Verstand diesen Verein über die Jahre am Leben gehalten haben. Da ist eine Gemeinschaft entstanden. Trotzdem hat mich das nicht motiviert zunächst Präsident zu werden, sondern ich war nah dran mit ein, zwei anderen aus unserem Kreis auch. Habe gesehen.

Es sind tolle Menschen aktiv, dann wurde ich gefragt durch meinen Vorgänger Hans-Jürgen Laufer, der lange, lange, lange Zeit äh Nachfolger gesucht hat für das Präsidium und nicht erfolgreich war. Wer tut sich so ein Ehrenamt an und na ja, wenn man dann die Menschen kennengelernt hat, irgendwann ist es dann so weit, dass man nicht mehr nein sagen kann Ich erinnere mich an einen Sonntagmorgen-Frühstück, was wir bei uns in der Familie immer sehr intensiv genießen, weil das ist Familienzeit. Da schaut mich meine Frau an so von der Seite und sagt, Eigentlich willst du's doch. Die mach's auch.

Und das war dann der letzte, der letzte Schub äh zu sagen, äh ich hatte mich einige Zeit gewehrt, weil ich, zu der Zeit relativ wenig freie Zeit hatte verfügbare Zeit und ich durch die Nähe wahrgenommen habe, wie zeitintensiv und wie. Ja insgesamt intensiv eine Tätigkeit im Präsidium ist, unabhängig ob als Präsident oder in den anderen Funktionen und hatte großen Respekt davor, aber dann habe ich irgendwann ja gesagt und dann war es soweit durch den, Seitenhieb, positiv gemeint von meiner Frau, die mich natürlich kennt. Manchmal muss man seine Poppenheime einfach mal bisschen anstupsen. Es gibt einen Punkt, den ich auch nicht verstehe. Du bist viel in Berlin, du hast deine Liebe zu München, du lebst in Bielefeld.

Wäre es doch für dich total leicht zu sagen, an dem jeweiligen Ort, an dem ich mich befinde, widme ich mich dem Fußball und dem dortigen Verein. Warum bleibt man einem Verein treu und, nicht nur dem Fußball. Was macht dieses typische, was ein Verein ausmacht so faszinierend, Dass sich niemals jemand von seinem Verein abwenden würde, selbst wenn die Spieler wechseln. Das verstehe ich nicht. Ich glaube, es sind die gemeinsamen Erlebnisse. Ich gehe ja auch ins Theater, um die Brücke zu bauen, obwohl das Ensemble, durchgewechselt wird alle zwei, drei Jahre immer wieder was Neues kommt, neue Stücke gespielt werden und ich gehe meistens ins Theater oder auch in die Ausstellung mit ähnlichen Begleitern wie schon vor fünf Jahren, nämlich entweder aus der Familie oder Freunden, die auch interessiert sind und man

tauscht sich dazu aus und man spricht da drüber und man geht vielleicht nach dem Theaterbesuch oder davor noch ein Weinchen trinken oder etwas essen. Man erlebt dort eine Gemeinschaft und spricht über das, was da war. Und kritisiert und krittelt rum. Beim Fußball ist es so ähnlich. Wir können das hier sehr schön am Siggi immer sehen, Da treffen sich über Generationen Menschen, die um das Fußballspiel herum eine Gemeinsamkeit haben, gemeinsame Erlebnisse Gemeinschaft erleben, wie ich immer zu sagen, Pflege, es macht so Freude, mal dumm rumzulabern gefühlt, aber es macht eben auch Freude, dann die die fußballbezogene Fachgespräche zu führen, ein Bierchen zu trinken oder die Bratwurst zu essen, man erlebt Gemeinschaft und es sind dann,

eher Freunde oder Bekannte, mit denen man, Bekannte, mit denen man sonst vielleicht nichts zu tun hat, aber seit Jahren trifft man sich bei diesem Verein anlässlich des Fußballspiels dann hat man auch noch die emotionalen Erlebnisse gemeinsam. Wenn man dann mal Glück hat und in Madrid ist und eine Karte bekommt und ein Spiel von Real Madrid besuchen kann oder äh Barcelona.

Dann ist das beeindruckend, weil diese Menschen Massen da sind und die Spanier dann natürlich auch ihre Rituale haben, aber. Man konsumiert dann mehr das Spiel und ist beeindruckt von all dem, was dort passiert, spielerisch wie drumherum, aber Es ist keine emotionale Bindung da. Die kommt dann erst wieder, wenn man zum gefühlt dann kleinen Stadtverein Arminia Bielefeld kommt und dann die bekannten Abläufe, die Menschen um sich herum hat. Es gibt es ist auch eine Art von, heimatliche Sicherheit, die man hat, Und das ist schön und das war beim anlässlich des Pokalendspiels in Berlin. Da, viel, viel, viel, viel, viel zu viele Menschen auf dem Alexanderplatz, die bei weitem in der Zahl nicht zugelassen waren.

Aber es gab natürlich keine Zähler und dann fuhren wir gegen Mittag dorthin nach einer anderen Veranstaltung mit Fabi Klos und Christoph Wortmann und ich, und dann kamen wir gar nicht mehr durch und gingen um den mussten um den gesamten Alexanderplatz herumlaufen, bis wir dann auf der Bühne waren. Und dann, sieht diese 30.000 Ostwestfalen da gesehen habe, die fröhlich waren, diese diese, Da standen Menschen nebeneinander, die sich nie gesehen haben, aber dieses anlässlich des Anlasses, eine Gemeinschaft gebildet haben, im großen Berlin.

Aus dem kleinen Ostwestfalen kommt, das hat mich so tief beeindruckt, ist gesagt, aber, Wenn du noch keinen Sinn bis jetzt hinter Fußball oder Arminia Bielefeld verstanden hättest, jetzt, wäre der Punkt, um verstanden zu haben. Ja, es schafft gemeinsamkeit, Gemeinschaft und zwar über Jahre und je hält den guten wie in schlechten Zeiten. Und ist das der Grund, warum für dich genau jetzt Zeit ist, den Staffelstab zu übergeben, obwohl deine Amtszeit ja eigentlich noch, ich glaube, zwei Jahre dauern würde Ach, das ist das ist ein für mich auch äh natürlich emotionales Thema. Ich hatte bereits im letzten Jahr vor das Amt niederzulegen beziehungsweise anders gesagt, nicht zur Wahl wieder anzutreten, weil da die

offiziellen äh Präsidiumswahlen waren vor einem Jahr hatten wir aber noch sehr große Herausforderungen, sowohl finanziell als auch sportlich wie strukturell und es gab noch viele, Aufgaben zu erledigen und Arminia Bielefeld hat, Immer, aber ganz besonders auch in den letzten Jahren von Vertrauen gelebt, Vertrauen, welches die Fans im Stadion, Mannschaft gegenübergebracht haben, was die stützenden.

Unternehmen im Bündnis Ostwestfalen in der Stadiongesellschaft. Wir sitzen hier in der SchücoArena. Die ist vor sechs Jahren, an eine Gruppe von Unternehmen verkauft worden, die damals bereit waren zur Entschuldung von Arminia beizutragen. Also diese Stadiongesellschaft wie auch die gleiche Gesellschaft hat das Leistungszentrum. In unserem Trainingszentrum gebaut für viele viele Millionen Euro.

Was wir seit 25 bis 30 Jahren auf der Agenda hatten und es nie geschafft haben, Diese Gruppen von Arminia Freunden und Freundinnen, Die haben so viel Vertrauen gegeben, dass wir unser Gebilde in der Geschäftsführung, in den Gremien stabil halten wollten und vor allem, ja, bin ich gebeten worden, mach bitte weiter als eines der Gesichter nach draußen, es wäre noch nicht gut, wenn wir eine Lücke schaffen, weil wir haben so viel Vertrauen bekommen, was wir noch rechtfertigen müssen In der Zwischenzeit dann kam der sportliche Erfolg, damals wussten wir noch nicht, ob wir aufsteigen können mit dem Aufstieg, dann mit dieser fantastisch emotionalen Reise mit dem Pokalspiel und wir konnten.

Weitermachen. Es ist der Erfolg auch wirtschaftlich damit gekommen, der sportliche Erfolg war da. Wir konnten damit dann strukturell viele Dinge. Packen und lostreten, sodass wir jetzt ein Jahr später in einer anderen Situation sind und was vor einem Jahr noch zu früh war, weil es eine unvollendete Zwischenetappe war, fühlt sich jetzt anders an. Außerdem, bin ich ein Verfechter davon, mit dem Satz zum Ausdruck gebracht, alles hat seine Zeit oder etwas boshafter gesagt, Wir haben zu viele alte weiße Männer in verantwortlichen Positionen. Manchmal tut es gut und ganz häufig sogar tut es gut zum rechten Zeitpunkt abzutreten wenn vor allem im Hintergrund.

Jüngere, gute Leute stehen und ich habe das Glück, aus meiner Wahrnehmung die richtigen Leute bereitstehen. Mein Nachfolger steht bereit, äh zwei Jahre sich in das Präsidium eingearbeitet, ein hervorragender Mensch mit Herz, mit Kopf und Aminenblut, der das Amt mindestens so gut ausfüllen kann wie ich, wenn nicht gar besser, Wir haben für die dann freiwerdende Position des Schatzmeisters eine hervorragende Dame gefunden, die dann Schatzmeisterin werden möchte, sofern sie gewählt wird, also alles ist angerichtet für eine sehr, sehr, sehr gute, Nachfolge und alles hat seine Zeit und ich bin einer der alten weißen Männer und darum ist es richtig, Platz zu machen für andere, auch wenn es schwer fällt. Du führst diesen Verein ja wie ein Familienmitglied.

Was möchtest du dieser Familie, Arminia, DSC mitgeben? Wir dürfen nicht unsere Identität verlassen. Wir müssen unsere Haltung und die Werte, für die wir stehen, weiter transparent machen, in den guten Zeiten vor allem ausbreiten und versuchen, alle Menschen, die um Arminia herum sind, damit zu belästigen und zu sagen, es ist nicht nur das Jubeln um ein Tor, was Armenia wertvoll macht in der Gemeinschaft, sondern auch gerade in der jetzigen Zeit, Haltung zu zeigen und weitere Menschen mitzunehmen Also, auf dem Weg der Begeisterung von jungen wie älteren Leuten mit dem Fußball, mit Hilfe des Fußballs, aber.

Haltung, Demokratieverständnis zu leben, zu verstehen, die Wertigkeit zu erkennen. Was hast du aus dieser Zeit hier, aus dieser aktiven Zeit hier gelernt und nimmst mit in die nächsten Jahre? Ei. Ich habe Demut gelernt, glaube ich, ähm gelernt, dass es in einem Verein, wo viele, viele, viele Menschen zusammenkommen immer wieder, aber nicht wie in einem Unternehmen.

Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat beieinander sind, dass es manchmal schwer ist, mit der Vielfalt von uns Menschen, wie ich immer zu sagen, Pflege mit dem Tiergarten des lieben Gottes zu jeder Zeit umzugehen. Es ist sehr different zu Unternehmungen, wo man jeden Tag drin ist. Man kann sprechen, man kann in die Augen schauen, man kann miteinander Konflikte austragen zum Guten und zu Lösungen kommen.

In einem Verein WAMIDIA Bielefeld, wo die Begleiter häufig weit weg sind, über die sozialen Medien, über die TikToks und Instas und was wir alles haben, Informationen auch Falsche Informationen getauscht und ausgetauscht werden, ist es schwierig, bei sich zu bleiben und auch gegen Widerstände bei seiner Identität und seiner Linie zu bleiben, aber es ist möglich, und, Dieses ist es trotzdem möglich, obwohl wir nicht wie in der kleinen Familie oder in der mittelständischen Unternehmung die Möglichkeit haben, jeden Tag uns miteinander auszutauschen, ist es auch in einem größeren Gebilde wie Arminia Bielefeld möglich, trotz der Einschränkungen des sich nicht in die Augen schauen können, trotzdem Menschen zu erreichen und mit einer gewissen Beharrlichkeit auf dem Weg zu bleiben.

Ferner habe ich gelernt, was mir am Anfang sehr, sehr schwer gefallen ist, weil ich trotz des Rats vieler in den sozialen Medien konsumierend unterwegs war, soll heißen, lesend unterwegs war. Oh, oh, oh. Habe ich viel gelesen und habe den Eindruck bekommen, boah. Wie viele Feinde gibt es da draußen? Mhm.

Gegen den Verein, gegen handelnde Personen und natürlich trotz meines Alters und meiner Erfahrung auch gegen mich. Am Anfang bin ich cool damit umgegangen gefühlt, aber irgendwann merkte ich, boah das macht schon was mit dir Und ich musste lernen, zum Glück habe ich's dann, glaube ich, gelernt, dass ich weiß, dass das, was an Lautstärke.

In geschriebener Form, teilweise gesprochener Form drüberkommt, ist nicht unbedingt das, was die Menge meint, was die Mehrheit meint und, Ist ja auch ein bisschen ein Zeichen unserer Zeit, dass wir immer glauben, dass die lauten, die mal gerade jetzt etwas herausschreien und mit heftigen Worten rausbringen, ja, die Wahrheit vertreten.

Das ist eben nicht so, das nehme ich als Lehre mit, lasse dich und lasse uns nicht irritieren von den vielen lauten Gegenpoligen, man muss kritisch damit sein, ja, ist etwas dran, aber nicht glauben dass das die Mehrheit ist und Gleiches haben wir in unserer Gesellschaft, in der Politik. Wer äußert sich laut, wer tritt sehr stramm auf mit Meinung und jetzt bitte, Andere Haltung gemeint mit Haltung und klar zu machen, das ist nicht unbedingt das, was die Gemeinschaft glaubt oder wofür die Gemeinschaft steht, das habe ich sicherlich in den letzten Jahren äh schmerzhaft gelernt, aber mit einem positiven Ende gelernt, nämlich dass irritiert mich nicht mehr so sehr wie am Anfang. Du hast gerade schon das

Bündnis Ostwestfalen angesprochen. Die Möllergroup gehört dazu. Oetker gehört dazu, um nur ein paar wenige zu nennen. Sicherlich Unternehmen, die geprägt sind durch Bodenständigkeit, aber auch vorausschauend, gesundes Agieren. Ich habe nicht verstanden, warum Unternehmen, der für ihre Region, für ihre Mitarbeitenden da sind, die nicht einfach so mal etwas riskieren. Einen Verein unterstützen, der so viele auf und absagt, der, sowohl in der Liga auf und Absatt, als auch in der finanziellen Situation. Woher kommt das Gefühl oder die Sicherheit, dass diese starken Unternehmen.

Diesen Verein unterstützen möchten. Zunächst mal, es hat immer Unternehmen in Bielefeld und um Bielefeld herumgegeben, die den Verein unterstützt haben Manchmal sichtbar, weil sie auf dem Trikot waren oder Banden Werbung gemacht haben oder andere werbewirksamen Unterstützungen getätigt haben, die natürlich alle mit Geld verbunden sind. Es hatte aber immer viele Unterstützer gegeben, die leise im Hintergrund agiert haben und Arminia, immer mal gerettet haben oder in der Not etwas getan haben, Verbindungen geschaffen haben und dafür gesorgt haben, dass Arminia überleben konnte. Das hat aber auch dazu geführt, durch die Unsicherheiten, die es in Fußballgeschäft nun mal gibt durch ja Pfostenschüsse, Fehlentscheidungen oder auch falsche Spielereinkäufe, die passieren, dass dieses Auf und Ab

passiert ist. Man geht hoch, man geht runter, dann etabliert man sich über eine bestimmte Zeit und Erfolg macht hungrig, zum Glück und im Fußball ist es häufig damit verbunden, auch bei Arminia war das eine Zeit lang so, dass man Geld investiert in Fußballerbeine, dann hofft irgendwann, ich bleibe immer oben. Wir haben diese diesen tollen Erfolg. Und obwohl man viel Geld investiert, steigt man trotzdem ab.

Und dann beginnt eine Art chaotische Situation, weil man hat viel Geld investiert, aber die Kassen sind leer und dann kämpft man wieder ums Überleben, obwohl Unternehmen. Auch die Fans, die Zuschauer viel Geld investiert haben und da kommt eine Riesenenttäuschung und es entsteht der Eindruck, dass Fußball unseriös ist.

Es muss ich sagen, ganz häufig haben wir in der Vergangenheit in der Welt, nicht nur in Deutschland, auch erlebt, dass Fußballvereine nicht seriös geführt werden. Es ist ein publikumswirksames, Ich nenne es jetzt mal Falschgeschäft. Es sind Events. Man steht im Fokus. Der Verein steht im Fokus, aber auch Menschen stehen im Fokus und das zieht häufig auch Menschen an, die gerne im Licht stehen.

Wie in anderen Bereichen auch, aber im Fußball ist es durchaus ausgeprägt und wenn dann nicht die richtige Substanz da ist. In den Gremien der Vereine oder auch in den äh stützenden Bereichen von außen, dann nimmt es manchmal Fahrt auf in die falsche Richtung. Auch bei uns in Bielefeld, bei Arminia, über die Jahrzehnte gab's viele, und viele Enttäuschungen dann für, Sponsoren oder Unterstützer, die gesagt haben, ja, so haben wir uns das aber nicht vorgestellt. Wir hatten die sehr schwierige Zeit in den Zweitausenderjahren, als Arminia immer in der Bundesliga gespielt hat. Dann wurde hier die Osttribüne gebaut. Es, sind wahnsinnige Kosten entstanden. Arminia war plötzlich, weil man Geld in Fußballerbeine investiert hat und Infrastruktur.

Sehr, sehr, sehr hoch verschuldet und über den normalen Einnahmen, Ausgaben, Prozess, war es unmöglich, die Schulden zu tilgen, selbst wenn Gewinne übrig blieben, weil man muss ja auch in die Zukunft weiter investieren und da entsteht natürlich der Eindruck, da sind ja nur Leute am Werk, die können keine Kaufleute sein und andererseits, auch nicht im Fußball leben, wenn sie solch solch vielen Fehlentscheidungen treffen, dann kam der glückliche Umstand in den 2tausend11er, zwölfer, 31er Jahren, dass man Unterstützer hatte. Vorneweg muss man den Gerhard Weber der immer wieder dafür gesorgt hat, dass Armenia.

Nicht in die Insolvenz ging und doch die Lizenzierung für die Bundesliga oder zweite oder 3. Bundesliga bekommen hat, mit anderen Worten Geld eingeschossen hat, muss die gesamte Arminia Familie bis heute dankbar sein, aber neben, dem exponierten Gerhard Weber gab es auch viele andere, die aber nicht genannt werden wollten und nicht in der Öffentlichkeit sich sehen wollten. Was ist aber dadurch passiert? Dadurch ist passiert, dass viele Unternehmen, viele Unternehmer, viele Freunde von Arminia bisschen auf Distanz gegangen sind und gesagt haben, ja, wir lieben den Verein, aber den zu unterstützen.

Wir wissen nicht, wie mit dem Geld umgegangen wird, weil wir haben so viel Erfahrung bei Armenia, dass es trotz Unterstützung es nie dauerhaft gefühlt, seriös weiterging. Das war dann, dann kam die fast Insolvenz in zwotausendsiebzehn, als dann der Glücksfall kam, dass Markus Rejek den Mut hatte zu sagen, Leute kommt, wenn wir etwas, gestalten wollen, dann müssen wir uns einmal durchsanieren und so ist das Bündnis Ostwestfalen entstanden. So kamen wir dazu und ich habe dann in der Zeit, Mit meinen Kollegen viele Gespräche geführt mit Unternehmern in Bielefeld und drumherum.

Viele waren voll des Lobes und haben gesagt, ja toll, dass ihr das macht. Wir schätzen dich, wir schätzen euch, aber. Ehrlich gesagt, wir glauben nicht dran, dass ausgerechnet ihr das dann hinkriegt, nicht in diesem Modus des Fußballs zu verfallen. Einmal zu sanieren und dann wieder zurückzufallen in den alten Modus. So jetzt brauchen wir Geld, müssen Fußballerbeine investieren, dann geht's wieder bergab und das Geld ist verbrannt. Zum Glück aus heutiger Sicht sind alle, die aktiv waren, die hier im Tagesgeschäft arbeitenden, das Bündnis Ostwestfalen wie die Gremien, haben es geschafft, Armenia trotz der Herausforderungen, Coronaabstiege, die wir hatten, Arminia auf so solide Beine zu stellen, dass wir jetzt hoffentlich nach einigen Jahren den Beweis angetreten sind. Es geht im Fußball auch anders,

haben wir viel Glück gehabt, aber auch viel harte Arbeit ist dabei geleistet worden, um das zu erreichen. Wir feiern in diesem Jahr 1250 Jahre, Westfalen. Ihr habt in diesem Jahr 120 Jahre, Armenia gefeiert, wobei das gar nicht so stimmt. Seit 120 Jahren wird offiziell Fußball in Bielefeld gespielt seit neunzehnhundertfünf. Magst du mich ein bisschen in die Geschichte des Fußballs in, glaube, ich kann sogar sagen, Ostwestfalen einführen. Wann fing es an? Warum fing es an? Und welche Rolle spielte Sport vorher?

Ich muss für mich auch ein bisschen damit beschäftigen, war sehr überrascht, dass in dieser Zeit neunzehnhundertzehn, 1915 oder noch davor, Fußball so gut wie gar keine Rolle gespielt hat. Fußball kam aus England, die Engländer haben den gefühlt den Fußball erfunden. Ich weiß gar nicht, ob's wirklich der Fall ist. Einige brachten diese Sportart aus England nach Deutschland und bei uns in den historischen Dokumenten steht, dass die Bielefelder Gesellschaft mit fußball gefremdelt hat Es gab äh nicht nur die Armenia, die gegründet wurde, drumherum gab's noch zwei andere Fußball, Vereine, die genauso klein waren und die Anfänger ähnlich schwierig gestalten mussten, wie damals Arminia. Es hat sich einfach eine kleine Gruppe von jungen Männern aufgetan und haben gesagt

Jetzt spielen wir Fußball. Das begann am Kesselbrink. Und ich fand das so süß. Irgendwo habe ich die diesen Herten keinen Bock auf tanzen. Genau, weil das war so der Sport der Gesellschaft. Mhm. Und man war in den Herren und dann geht man zum Tanzen und zum Singen und das waren die, Beschäftigungen dann in der Freizeit. Es war ja alles sehr.

Sehr reduziert in der öffentlichen Performance, wie man sich darstellt. Es unterlag sehr strengen Regeln, um nicht also aushitziger oder komischer Typ gesehen zu werden, aber diese kleine Gruppe von Leuten hatte dann heute würde man sagen Bock drauf, etwas anderes zu machen, haben dann die Informationen eingeholt, wie geht das, Und dann kam der erste Spieltag und man hatte keine Trikots, keine Fußballschuhe und einer dieser Gruppe war ein Holländer, der hier in der Gegend sesshaft geworden ist und kannte einen Verein in Holland und hat von denen dann orangefarbene Trikots besorgt. So, dass das Ursprungstrikot der ersten Arminen, so ist es überliefert, ein orangenes Trikot war. Deswegen übrigens wird hin und wieder in einem Sondertrikot gespielt, was die Farbe Orange hat, weil das ist.

Ursprung von Arminia Bielefeld. Das habe ich mich nämlich auch schon gefragt. Interessant. Eigentlich sind die Farben doch schwarz, blau und weiß. Woher kommt das Orange? Also gelöst. Genau, aus Holland. Aus Holland und Schwarz-Blau-Weiß ist entstanden, aus vielen Gründen. Weiß es nicht, warum es schwarz-weiß-blau und relativ bald waren's die Vereinsfarben, war da drum geschaut, welche Farben gibt es wo und welche sind, gesellschaftsfähig, welche sind nicht anstößig. Mhm. Darauf musste man ja damals sehr, sehr achten, dass man nicht mit, einer anderen Vereinigung, einer anderen Richtung in Konflikt geriet. Rot war kommunistisch, geprägt damals heute würde man das anders nennen, äh war schwierig hier und da Armenia war nicht der Arbeiterverein,

sondern er kam aus der Mitte der Gesellschaft. Und die schwarz-weiß-blauen Farben, was jetzt aber hinter jeder einzelnen Farbe steht, kann ich nichts sagen habe ich auch nirgendwo gelesen. Und der Name Arminia war ja nicht immer da. Nein, aber der kam natürlich durch unseren Hintergrund hier Ostwestfalen. Die.

Nicht Herr Oberer, sondern das Gegenteil, also die, die Haltung haben, die Rückgrat haben und die kämpfen können. Damals hießen ja viele Vereine Eintracht, oder vorwärts. Also Namen, die eine Anlehnung fanden an, gewisse Haltung oder Prägungen, die man haben wollte. Und hier war es eben das Thema der, Einheit, wir kämpfen gemeinsam, wie wir es von unseren kämpfenden Ostwestfalen oder die gab's ja damals noch nicht hier gelernt haben am Teutoburger Wald. Die Alm.

Mhm. Es ist jetzt nicht so ganz typisch für den Teuteburger Wald eine Alm zu haben Woher kommt denn der Name? Gibt's da Überlieferungen? Es gibt verschiedene Überlieferungen, die die, glaube ich, die akzeptierteste ist, ist folgende. Die Alm hier war ein Acker, gehörte zum Betrieb Bauern Lohmann. Darum heißt auch das Maskottchen von Arminia Bielefeld Lohmann ein Stier mit den Hörnern und es liegt ja hier am Teutoburger Wald etwas erhöht und es war eine grüne Wiese. Na heute würde man eher sagen, ein Acker, wo auch hier und da ein ein grüner Halm rausschaute, und da das dann hier eine grüne Fläche war, schon umbaut von einigen Wohnhäusern, sah es so aus, als wenn man, auf eine Alm gehen würde. So ist

Der eine Teil der Überlieferung, wie es zu diesem Namen kam, es gab nicht so viel Bebauung, es war schon Bebauung da, dann kam dieser grüne Fleck und das sah aus wie eine Alm in den Bergen und. Es gibt auch andere Geschichten, aber das ist die, die am wahrscheinlichsten ist und am tragfähigsten ist. Du hast gerade dann gesagt, auch damals war es schon umgeben von dem ein oder anderen Wohnhaus.

Ich glaube, wenn man heute ein Stadion planen würde, würde es nicht an dieser Stelle sein. Wir sind umgeben von nicht nur ein paar Wohnhäusern, sehr zentral am Bahnhof, ungefähr ein Kilometer entfernt. Aber hier findet auch viel Privatleben statt. Makeln oder Besonderheit. In der Zwischenzeit würde ich zu 1hundert Prozent sagen, äh Besonderheit und Dankbarkeit dafür, dass wir das Stadion heute mitten in der Stadt haben. Ich habe natürlich viele Stadien gesehen in Deutschland, aber auch woanders und diese tollen, Arenen stehen meistens irgendwo vor der Stadt, haben modernste Infrastruktur sind durchaus erreichbar über S-Bahnen oder andere Anbindungen.

In der Zwischenzeit, in den letzten Jahren, aber unser Stadion, unsere SchücoArena, so lieben gelernt aus verschiedenen Gründen. A hat es eine, große Nähe zu allen Menschen drumherum. Es fängt an hier beim Siggi, wo vor dem Spiel sich, viele Fans treffen und sich mischen mit anderen im Sommer vor allem mit anderen Besuchern im Oetker Park. Der Bahnhof ist um die Ecke, wir haben eine Straßenbahn.

U-Bahn Alte Station direkt vor dem Stadion. Wir haben also von der Erreichbarkeit fantastische Voraussetzungen. Es ist alles ein bisschen bodenständiger, nicht so hypermodern nicht glatt gebügelt, aber das macht den Charme aus. Für die Nachbarn ist es hierunter eine große Herausforderung, weil wir Menschen uns, leider häufig sehr wenig rücksichtsvoll verhalten und an Spieltagen vor allem auch Abendspielen ist das schon hier und da herausfordernd mit dem öffentlichen Wasserlassen und anderen Dingen, wo die Flaschen weggeschmissen werden. Wir versuchen, Zusammen mit der Fanszene immer wieder zu appellieren, äh das zu ändern, aber trotzdem, es ist besonders, es ist ganz toll, auch die nicht optimalen Verhältnisse, die wir hier haben, in verschiedenen Bereichen

Er haben Tradition und sind auch Teil unserer Gene, sage ich mal und es ist nicht so schlimm, dass wir nicht perfekt sind. Es passt zu uns. Ich habe mich auch gefragt, ob grade diese Nähe und diese Lage in einem Wohngebiet, Innenstadtlage, kann man ja fast sagen, ob das dazu beiträgt, dass man sich einem Verein so verbunden fühlt. Ich habe das Gefühl, dass man hier mit Leichtigkeit.

Anschluss finden kann mit Leichtigkeit das Stadion besichten kann. Es sind nicht wirklich Barrieren da, die ich in anderen Stadien wahrgenommen habe. Hat es auch etwas mit dieser Lage zu tun, mit dieser gewachsenen Struktur? Ganz bestimmt, weil äh Stadion ist offen, der Trainingsplatz vor dem Stadion wird genutzt von den umliegenden Schulen die Schüler morgens, mittags, laufend durch das Gelände bei uns an der Geschäftsstelle vorbei zur Schule und gehen erst dann, wenn sie von der Schule kommen, auf die Straße mit ihren Rädern und sind hier im geschützten Raum. Es gibt keine Berührungsängste, die natürlich ist die Spielfläche gesperrt, natürlich sind verschiedene Ringe gesperrt, aber das Stadionareal ist offen.

Die Uni in der Nachbarschaft und wir haben viele Zugereiste, junge Menschen, die die SchücoArena von der Uni sehen und hier dran vorbeifahren, weil der Radweg, aus der Innenstadt zur Uni an unserer Alm an der SchücoArena vorbeiführt und so wird automatisch eine Beziehung aufgebaut Ich glaube, es macht was mit uns Menschen hier drumherum, die hier wohnen. Es gehört dazu und es ist Teil von uns.

Also schön. Arminia Bielefeld, davor ist ja noch ein DSC gesetzt, ein deutscher Sportclub Sport nur Fußball oder verbindet sich noch eine andere Sportart dahinter. Arminia steht für Fußball, klar, das ist unser Aushängeschild und. Das Leben dreht sich, Klammer auf, Leider, Klammer zu, so nenne ich das immer häufig nur, um unsere erste Herrenmannschaft, also um die Profis.

Alle schauen auf die Profis, dass unser Motor, das schafft uns Verbindung zu ganz vielen Menschen auch außerhalb der zentralen Lage hier in der Stadt. Dadurch werden wir bundesweit publik Komma, aber. Wir haben ganz viele andere Sportarten, wir haben als gleiche Sportart den Damenfußball, der bei Arminia schon 50 Jahre Tradition hat, 50 Jahre sehr außergewöhnlich für einen Herren-Fußballverein. Schon damals haben, Frauen sich aufgerafft und gesagt, egal was man uns nachsagt, wir spielen Fußball, aber ist eine ganz tolle Geschichte, könnte man stundenlang drüber reden. Ich habe neulich die Damen der ersten Stunde getroffen und die Trainer, das ist unfassbar, was damals was es für Sprüche gab und was um den Damenfußball herum passiert ist. Aber neben Fußball haben wir vor allem das Thema Rollstuhlsport, wo wir, ich glaube, in der Zwischenzeit mehr als hundertzwanzig

Mitglieder haben. Ist ein Riesenmagnet, für die Region und über die Region hinaus, weil da im Ehrenamt hochprofessionell gearbeitet wird, um jungen wie älteren Menschen eine Heimat zu bieten und Sportmöglichkeiten zu geben, wobei sowieso das Thema Inklusion, Umgang, Menschen mit Beeinträchtigung bei uns eine sehr, sehr große Rolle spielt. Daneben haben wir Sportarten wie Eiskunstlauf.

Überrascht viele übrigens spielend auf hohem Niveau in den obersten Ligen Deutschlands Tischfußball genau das Gleiche, spielend auf sehr hohem Niveau, also Sportarten, die einem nicht gleich einfallen. Darüber hinaus die vielen Jugendmannschaften, die wir hier haben, die. Da sind, aber nicht zu sehr im Fokus stehen, ist prägt Arminia sehr im Vereinsleben. Weißt du was ich ganz besonders finde? Dass ihr nicht nur die.

Prestige würdigen Momente in den Fokus nimmt, sondern dass ihr euch durchaus auch den dunklen Seiten des Vereins widmet. Ich spiele an auf die Zeit zwischen 30 und 5undvierzig. Diese Zeit 30 bis, fünfundvierzig. Die Mitglieder haben sich sehr regimetreu gezeigt, was unternehmt ihr, um diese Zeit aufzuarbeiten? Als ich das gelesen habe, war das für mich sehr überraschend, wie, Ein Fußballverein der damaligen Zeit ohne dass ein Druck bestand äh sich zu einem Naziverein umgewidmet hat. Ich wusste das vorher nicht, habe mich damit nicht beschäftigt und hier ist vor einigen Jahren eine Kultur der Aufarbeitung entstanden. Da haben sich einige Menschen drum gekümmert und zu sehen, wie 1933 hier die Vereinsforderin,

ohne, muss ich noch mal betonen, ohne dass es den bereits von der NSDAP und den Nazis gab, äh sich, judenfrei zu machen, wurde das hier begonnen, ohne Druck. Wir sprechen heute sehr viel dadrüber. Wir laden Jugendliche ein, unsere Jugendmannschaften, um darüber zu reden. Wir veranstalten eine sogenannte Spurensuche, um dem auf die Spur zu kommen, was damals hier los war und damit auch das Gefühl dafür zu bekommen.

Dass das so schnell wiederkommen kann, wenn wir nicht aufpassen darum ist es so wichtig, dass wir uns mit der Vergangenheit unseres Vereins beschäftigen, mit den Menschen, die damals agiert haben und fragen, warum, warum kann man so im Voraus eilenden Gehorsam sich zu einem NSDAP-Verein umwidmen und ungeliebte Menschen rausdrücken, bevor die Not bestand und das macht einerseits demütig, andererseits fordert es aber auch auf, uns alle fordert es auf, achtsam zu sein und dafür zu sorgen, dass diese Geschichte bekannt wird und wir sie vor allem auch jungen Menschen, nahebringen. Das könnte ich mir ja vorstellen, dass unter den Menschen, die herausgedrückt worden sind, bestimmt auch Förderer und Unterstützer des Vereins waren. Man

diese noch einmal ehren oder sichtbar machen? Das tun wir, das haben wir gemacht, das bekannteste Beispiel ist Julius Hesse, das war der zweite Präsident von Arminia der Gründung. Ein jüdischer Kaufmann, schon damals war Geld immer knapp und der hat damals Arminia See gestützt aufgrund seiner Kaufmannschaft war ihm das offenbar möglich, war wahrscheinlich der erste Retter von Arminia in der langen Historie.

Und dieser Julius Hesse ist dann mit seiner Familie irgendwann ins KZ verbannt worden, sein Laden wurde verschleudert und ist dann auch tatsächlich im KZ verstorben. Wir haben daraufhin vor einigen Jahren hier den Julius Hesse Platz direkt zwischen Süd und West Tribüne aufgebaut. Ein, kleines Denkmal gebaut, was wir an Spieltagen bewaschen, bewachen gemeint im Sinne von dass es nicht zum Ablageort für Müll wird, aber auch mit Ansprechpartnern dort, bestückt, die Menschen ins Gespräch kommen, um während der Spieltage über Julius Hesse und diese Themen zu sprechen. Mittlerweile recht bekannt, zumindest in Fankreisen und die Fans selber, das Fanprojekt, was nicht zu Arminia gehört, sondern ein Sozialprojekt ist, organisiert jedes Jahr Fahrten,

zu den Vernichtungslagern, abwechselnd in diesem Jahr war es Theresienstadt, und versucht, Fans und junge Menschen, aber auch ältere mitzubekommen, um unsere Geschichte nicht nur Armenia, sondern die andere damit, verbundene Geschichte aufzuarbeiten und jungen Menschen näher zu bringen. Also über dieses Vehikel Menschen, die man für Armenia gearbeitet haben, durchaus auch ein exponierter Position, später vernichtet worden, versuchen wir über kritische Betrachtung unserer eigenen Geschichte, nicht nur Haltung zu zeigen, sondern auch Menschen zu erreichen, die sich sonst mit den Themen nicht beschäftigen. Haltung finde ich ein interessantes Stichwort.

Ein Fußballverein in der Dimension, wie es die Arminia ist, steht sicherlich unter einem hohen gesellschaftlichen Erwartungsdruck. Die Gelder müssen stimmen, die Spieler müssen stimmen. Die Liga muss stimmen. Wie kann man unter all diesen Druck Haltung wahren? Ja, das ist kein einfaches Unterfangen, weil die Erwartungshaltung der meisten Menschen ist, die uns begleiten, spielt Fußball, bringt Erfolge und lasst uns feiern.

Das ist so die Erste Erwartungshaltung, viele viele andere kutieren das und begleiten das auch, was wir sonst zu tun. Die Haltung, die wir haben oder anders gesagt, die Wahrnehmung unserer gesellschaftlichen Verantwortung fällt leicht, in guten Zeiten, dafür die Zeit aufzubringen, das Geld aufzubringen und die Mitarbeitenden dazu zu motivieren, etwas zu tun in dieser Richtung und die vielen Ehrenamtlichen, die tätig sind.

Wenn es einem vor einem sportlich schlecht geht, aber auch wirtschaftlich schlecht geht, Ist es nicht so einfach, den vielen Begleitern von Armee klarzumachen, das ist genauso wichtig wie das Erzielen von sportlichen Ergebnissen. Das war jetzt gerade in den letzten Jahren ein großer Kraftakt dabei zu bleiben und, viele Menschen bei uns, auch ich bin sehr dafür angefeindet worden, dass wir versucht haben, unsere gesellschaftliche Verantwortung, und Haltung weiter wahrzunehmen und auch zu zeigen. Und in den, der schwierigen Zeit nach dem Abstieg aus der zweiten Liga in die dritte Liga wo der Untergang drohte und viele viele Menschen sehr enttäuscht waren war es dann besonders schwer, eigentlich nicht schwer, weil wir alle dazu gestanden sind und und auch weiter stehen wollten, aber es war manchmal schwer, das auszuhalten,

was dann von außen an Beschimpfungen und Druck gab, die simpelste war immer, kümmert euch nicht um Politik, sondern spielt Fußball. Dabei geht's ja nicht um Politik. Das wird dann immer ein bisschen verwechselt. Das eine ist Politik, das andere ist Wahrnehmung gemeinschaftlicher Interessen, gesellschaftlicher Verantwortung hat nichts mit Parteipolitik oder Ähnlichem zu tun, sondern eher etwas mit Demokratie, Demokratie, Verständnis und Menschenfreundlichkeit.

Dass in diesen Zeiten durchgehalten zu haben, darauf sind wir stolz, darauf sind wir in den Gremien äh stolz nicht auf uns, sondern vor allem hier auf die Geschäftsführung und die Mitarbeitenden, die es, aus sich heraus auch weitergemacht haben. Und gesagt haben, das dürfen wir nicht aufgeben, Wenn wir jetzt eins tun, uns nur auf den Profifußball fokussieren und nicht unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen, dann geht ein großer Teil unserer eigenen Identität unserer DNA verloren und die irgendwann wieder glaubhaft aufzubauen ist sehr, sehr schwierig. Also lasst uns da bitte den Arminia-Weg weitergehen und da muss ich sagen, habe ich jetzt im Nachhinein Bus nicht mehr so schwer fällt, wo wir wirtschaftlich gut strukturiert sind, sportlich angemessen Erfolg haben, ist es.

Beeindruckend für mich in der Rückschau, das geschafft zu haben, nicht durch mich, sondern wirklich durch die hier Beschäftigten und durch die Geschäftsführer und die Abteilungsleitenden, Damen, die Herren, die das durchgehalten haben, trotz der Anfeindung. Demut, Dankbarkeit. Was bedeutet Demut und Dankbarkeit für dich, indem du hier so einen großen Verein führst?

Demut würde uns allen ganz gut tun manchmal. Im Fußball ist das manchmal schwer, weil er laut Publikumswirksam et cetera ist, aber Demut vor Menschen, Demut vor den Gegnern, respekt vor den Gegnern zu haben, spürt man manchmal im Fußball nicht, weil da mit vielen Begriffen gearbeitet wird auf dem Feld, aber vor allem auch neben dem Feld, die eigentlich nicht so schön sind. Es gibt andere Sportarten, wo Demut, Gemeinsamkeit, mehr gelebt wird, obwohl die Sportarten viel rauer sind als Fußball. Da gibt's den Rugby als herausragendes Beispiel, Handball ist es ähnlich. Im Fußball wird manchmal Aggressivität auch anderen Menschen gegenüber mit, kulturverwechselt. Das ist unsere Fußballkultur oder so und da muss man aufpassen. Wir versuchen viele Fußballvereine übrigens versuchen dem entgegen zu treten und

in den Austausch und die Kommunikation zu gehen. Ich möchte betonen, häufig. Sind's nicht die sogenannten Hardcore-Fans, die Ultras oder Ähnliches, wo gefackelt und ähnliche Dinge passieren. Es ist genauso in anderen Bereichen oder vielleicht sogar, Teilweise erleben wir schlimmer auf den Sitzplätzen, wo Dinge zum Fußballspiel gehören, scheinbar gehören, die da nicht hingehören und da versuchen wir bei Armenia viel zu tun um Damit umzugehen. Du hast eben von der DNA von der Identität gesprochen. Kannst du mir die noch konkreter beschreiben? Zu unserer Identität gehört einerseits, dass wir nahbar sein wollen.

Bodenständig sein wollen und nicht wie im Fußball gerade äh in den letzten Jahren häufig wahrgenommen, nur Geld getrieben sind Wir versuchen eben eine Gemeinschaft aufzubauen äh das gehört zur Identität, dass wir Verbindungen schaffen zu Menschen um uns herum. Zu Menschen gehören da natürlich die Unternehmen.

Dazu gehören die politischen Parteien, dazu gehört alles, was das Leben so bewegt. Die Identität ist eben geprägt von Menschen, die gemeinschaftlich etwas erleben mögen, aber auch etwas tun wollen, tun wollen für die Gesellschaft, für uns Menschen, die sich für Fußball interessieren, und zur Identität gehört unter anderem, ich erwähnte es glaube ich eben schon, dass wir uns um Menschen mit Einschränkungen kümmern sind wir hier in Bielefeld besonders gefordert. Wir haben sozusagen die Pole Position, weil wir haben die von Anstalten. Bete genannt, wir haben das Johanniswerk, es sind die zwei großen Sozial, Einrichtungen in Deutschland, in Europa. Ich glaube, größere gibt es gar nicht. Wir haben in Bielefeld jeden Tag,

Mit Herausforderungen zu tun. Wir sehen Menschen, die Herausforderungen haben und darum müssen wir uns auch um diese Menschen kümmern und etwas. Ein Wohlfühl-Aspekten geben, sofern wir dazu beitragen können, Darum gehört zu unserer Identität, dass wir uns immer um diese Menschen auch kümmern, nahbar sind, die Mannschaft, ich ganz junge Spieler, immer wieder wir sagen immer nach Bethel gehen, wir haben dort die größte.

Fangruppe von Arminia Bielefeld ist die neue Schmiede in Betel, das ist herausragend, das ist fantastisch und wenn wir dort sind, Mitarbeitende, aber auch Spieler aus den Profimannschaften oder anderen Bereichen und das miterleben. Das schafft auch Gemeinschaft. Das schafft auch Gemeinsamkeit mit Menschen, die nicht so privilegiert sind wie wir hier in diesem häufig in diesem Verein. Dein Amt ist ehrenamtlich. Ja. Ehrenamt spielt hier generell auch eine sehr große Rolle, nicht wahr? Ehrenamt spricht bei Arminia eine sehr große Rolle. Wir könnten keinen Spieltag der Profis hier durchführen ohne Ehrenamtler, die ehrenamtlich tätig sind. Ich nehme das Thema von gerade noch mal auf in der Behindertenbetreuung, beispielsweise arbeiten nur ehrenamtlich Tätige, die,

Bei uns zwischen 600 und 800 Plätze im Stadion sind reserviert für Menschen mit Beeinträchtigung und deren Begleitern und die müssen organisiert werden, die müssen geführt werden. Wir machen sehbehinderten Reportage bei jedem Spiel außergewöhnlich bei jedem Spiel auswärts wie Heimspiel. Dazu braucht man Equipment. Dazu braucht man Menschen, die da mitfahren zu den Auswärtsspielen und das, ehrenamtlich machen wie in der Stadionorganisation et cetera. Also ohne Ehrenamt geht gar nichts.

Viel, viel wichtiger ist aber in diesem Zusammenhang auch darüber zu sprechen, dass die ganz vielen Amateurvereine, die wir haben, die ja anzahlmäßig viel viel größer sind als Arminia Bielefeld, wenn man sie addiert, dass die. Zu 99 Prozent vom Ehrenamt leben. Wir haben ja noch Einnahmen hier, TV-Einnahmen, hohe Mitgliedseinnahmen über unsere jetzt mittlerweile nahezu 30.000 Mitglieder und Die kleineren Vereine, bei denen hervorragende Arbeit abgeliefert wird, nicht nur sportlich, sondern auch im Umgang mit jungen Menschen, die leben nur vom Ehrenamt und das ist sehr beeindruckend, fällt aber häufig in der öffentlichen Wahrnehmung gar nicht auf und Diesen Ehrenamtlern, die dann nicht so sehr vielleicht im Fokus stehen wie bei Arminia Bielefeld, wo hin und wieder mal ein wenig Glanz abfällt,

Den muss man wirklich ausdrücklich danken, weil sie viel für die Gesellschaft tut. Nicht auffällig, auch so ein Stichwort. Neben diesem Podcast Spezial genau Westfalen moderiere ich ja auch, den Podcast die Leichtigkeit der Kunst. Und da habe ich mich gefragt, wo könnte denn eigentlich eine Schnittmenge zwischen Kunst und Sport, Kunst und Fußball sein.

Da ist mir eins aufgefallen, die Emotion. Wie betrachtest du das? Das ist so. Wir erreichen Menschen, ganz häufig am leichtesten am ehesten über Emotionen und die Kunst kann emotionalisieren. Häufig kommt die Emotion so wie ich komme gerade aus Berlin wieder, aus meiner aus meiner Zweitstadt sozusagen, wo ich viel in der Kunstszene unterwegs war und noch ein wenig bin. Kunst lebt häufig von Provokationen und über Provokation, Emotionen kommt die Emotionalisierung rein und die Kunst hat's da ein bisschen schwerer, weil mir fällt grad kein besseres Wort ein, die Bubble, in der wir uns dann bewegen, in der bildenden Kunst, in der darstellenden Kunst ist ein bisschen kleiner, ist häufig mit fachkundigen Menschen, die rohes Interesse haben, besetzt in so einem im im Fußball sind alle natürlich die

die zur Bubble gehören, die jeden Tag Fußball schauen, aber auch viele andere. Die Emotionen im Stadion zu erleben, mit Alkohol und ohne Alkohol, mit Geschrei und Feuer und Fangesängen ist etwas anderes als die, konzentrierte Emotionen im Theater, äh wo ich zwei Stunden oder Manchmal in Bayreuth länger sitze und dann oder in der in der Kunstausstellung in der Kunsthalle Bielefeld oder in anderen Bereichen.

Es geht leiser zu. Man muss sich fangen lassen und es ist ja ist auch Emotion aber dies schwerer zu triggern, glaube ich. Da hat die Kunst etwas schwerer als so was, Ich darf das in ein populistisches wie Fußball. Ich habe auch überlegt, ob eine Gemeinsamkeit die Freiheit sein könnte. Im Sport, im Fußball ist es vielleicht so eine, physische Freiheit, wenn ich auf Sportveranstaltungen bin, sehe ich, wie die Menschen in Bewegung sind und sich sie schreien und feuern an und werden sehr, Also ich glaube auch, der ruhigste Mensch wird laut und und und hat Spaß mit anzufeuern während in der Kunst eher so eine vielleicht psychische Freiheit angesprochen wird Ich glaube, eine Faszination Fußball ist tatsächlich die Freiheit, manchmal leider übertrieben. Ich kann mich benehmen, wie ich will, wenn ich im Fußballstadion bin. Äh so ein Mensch wie ich eigentlich bezeichne ich nicht mich als eher

gesetzt, bodenständig, seriös, aber wenn die Emotionen mit mir durchgehen, dann haben's die Nachbarn schwer auf den Plätzen, wo ich stehe mal erleben. Ja aber so geht's vielen Menschen. Man kann sich ausleben in einer bestimmten Art und Weise im geschützten Raum der vielen anderen lauten Menschen ich glaube, der Unterschied zur Kunst ist, wenn die Zuschauer im Theater sich ausleben würden, wär's ein bisschen schwieriger, aber die Künstler können es. Mhm. Und tun es ja auch, der Maler, der mit seinem Bild.

Bewusst provozieren möchte, um Gedanken freizusetzen und dann daraus folgend dann vielleicht Handlungen zu provozieren, so ist es auf der Bühne häufig, da wird die Freiheit gelebt Und auch ein wenig in der Hoffnung, wenn ich das so aus meinen Gesprächen wahrnehme, dass der eine oder andere Gedanken äh dann auf uns im Publikum überspringt Beim Fußball ist hohe Konzentration bei den Spielern, da ist null Freiheit, weil da ist alles sehr, sehr, sehr geordnet, der der erfolgreich sein soll, taktisch geprägt und alle trainieren, teilweise KI gestützt, Abläufe et cetera. Es ist viel weniger frei, als man glaubt Aber das Drumherum ist frei und lebt und genießt die Freiheit des Tuns, des Handelns und so weiter. Ich glaube, in der Kunst ist es genau umgekehrt.

So wie ich es zumindest jetzt interpretieren würde bei deiner Frage. Das finde ich einen tollen Gedanken und ich springe auch gern noch mal auf den Punkt KI gestützt. Fußball ist ja ein Stück weit auch im Wandel. Die Schiedsrichter, ich will nicht sagen werden ersetzt, aber die Video, Wie sagt man das denn? Video? VAR, Video Assistant Referries, die hat Videoassistent, danke schön. Die spielen eine immer größere Rolle. Wie wandelt sich der Fußball gerade?

Betrachte nur ich das so? Äh der Fußball selber wird sich gar nicht so sehr wandeln, weil es geht immer um das Toreschießen, um Erfolg haben, aber der Weg dahin ist sehr, sehr, sehr geprägt von vielen Veränderungen. Die Digitalisierung, die Möglichkeiten der Wahrnehmung der Welt haben ermöglicht, dass man im Grunde im Fußball jeden Spieler der Welt kennen kann, ohne gereist zu sein, weil Fußballspiele in den, In Anführungsstrichen bitte gesetz wichtigen Ländern wird immer übertragen. Es liegen Daten vor, die Spieler laufen mit.

Datenermittlungsbrust, Bändern rum, jeder Laufweg, jede Geschwindigkeit wird festgehalten von einem Spieler in Wales, genauso wie von einem Spieler in der 3 Liga in Sandhausen. Nee, ist nicht mehr tatsächlich egal, aber Ingolstadt oder irgendein anderer Club Das ist in Ungarn verfügbar und in Italien und in Brasilien und in Argentinien soll heißen, Fußball äh hat eine Transparenz bekommen.

In Abläufen, in Taktiken, in Spielerverhalten, typische Spielerverhalten, das ist aufgezeichnet, das ist im Netz verfügbar und man kann die Spieler der gegnerischen Mannschaft, Hat man Transparent, wie eben gesagt, in Laufgeschwindigkeiten in Laufwegen, Darauf kann man sich einstellen, also sehr geprägt von analytischem Arbeiten und dann natürlich in der Umsetzung, wie geht man damit um daraus dann neue Konzepte zu entwickeln, die aber auch zunächst mal analytisch und dann äh ausgeprägt sind und das wird dann geübt auf dem Platz. Also das hat sich in den letzten ich würde jetzt mal sagen, zehn Jahren und ganz dramatisch in den letzten drei, vier Jahren verändert und viele äh Vereine in in Deutschland zumindest äh sind da sehr, sehr, sehr akribisch am Arbeiten.

Darum ist es auch so schwer, wenn so alte Männer wie ich im Stadion sitzen und dann Fußball gucken mit unserem Wissen, Fußball schauen, wie wir das vor 20, 30 Jahren gelernt haben, wie trainiert wird, wie die Spieler laufen, dass es vollkommen anders geworden, viel komplizierter geworden bis hin zu dem Punkt, Ich bringe meine Analogie, Navigationssystem im Auto führt dazu oder im Handy, dass wir uns in jeder Stadt der Welt zurechtfinden, Ich gebe ein Restaurant ein, ein Museum und ich kann in Peking sein, in München oder in Bielefeld, ich finde es ohne Lost zu sein.

Wenn es aber ausfällt und ich eine Falkatlas wieder in die Hand nehme, Behaupte ich mal, ich kann den noch lesen und finde mein Ziel ist nicht eingetragen und und vielleicht das Museum nicht, das Kleine, aber Philips sind lost, die finden es nicht mehr und so ähnlich ist es auch bei Schiedsrichtern Die Schiedsrichter, die auf dem Platz sind bei diesem wahnsinnig schnell gewordenen Sport, wo man in Bruchteil von Sekunden Entscheidungen treffen muss, war bis vor kurzer Zeit noch die Handlungsnotwendigkeit da. Ich muss jetzt entscheiden.

Und die Entscheidung ist endgültig. Jetzt gibt es den, Video Assistant Refery, die Videoassistenten und der Schiedsrichter hat zumindest den oberen beiden Ligen die Sicherheit, meine Entscheidung ist nicht endgültig. Sie kann korrigiert werden. Also treffe ich jetzt eine Entscheidung und wenn sie falsch ist, ist sie nicht zu Lasten.

Benachteiligten Vereins, weil es kann korrigiert werden. Also es macht etwas mit den Menschen, die dann damit umzugehen haben. Sie sind dann anders in ihren Entscheidungsabläufen, vielleicht auch nicht mehr so konsequent kann sein. Also es verändert sich und es wird sich noch mehr verändern in der Zukunft durch die Möglichkeiten, die heute gegeben sind. Es wirkt, als würde alles etwas absehbarer werden.

Ich glaube nicht, dass es absehbarer wird, weil jeder überlegt sich ja eine neue Taktik. Früher ich mag dieses Wort nicht, aber aber früher wurden ja auch Dinge trainiert. Man kannte die gegnerische Mannschaft. Es war nicht so variabel. Man wusste immer, der Spieler A oder B der äh wusste man auch über die Jahre oder die Spiele, der läuft immer rechts, läuft immer zur Eckfahne und macht das und man stellte sich drauf ein, das war nur ein bisschen, gefühlt bodenständiger. Heute sind die Informationen, die zurückgespiegelt werden, schneller da. Früher brauchte man mehr Berater. Es gab eine äh bei den sehr erfolgreichen Vereinen, die hatten vieles Kauz die dann durch die Republik fuhren und sich Spieler angeschaut haben und es mit Hand notiert haben. Heute braucht man nicht mehr 10 Scouts Bayern München.

Nach Großbritannien fahren, nach Italien oder Spanien, sondern sie kriegen's geliefert ohne persönlich mit Scouts vor Ort zu sein, Es macht diese Art der Arbeit schneller und kostengünstiger, aber so riesig ist der Unterschied, es die Geschwindigkeit ist nur da der verfügbaren Daten und sie sind, viel objektiver als wenn sie von Menschen gescannt aus dem Stadion zurückgespielt werden. Wie fühlst du für dich das Wort Leichtigkeit?

Ui. Das Strahlen hätte ich jetzt gerne fotografiert. Ja, weiß ich nicht, ob das ein Strahlen ist. Das ist eher eine persönliche Betroffenheit, würde ich das mal nennen, mit Leichtigkeit tue ich mich schwer. Mhm. Das ist etwas, womit ich mich mein ganzes Leben lang schwer getan haben. Leichtigkeit deswegen liebe ich ja vielleicht auch Arminia Bielefeld und das, was man im Stadion erlebt, da erlebt man nämlich häufig Leichtigkeit, wenn der Erfolg da ist und man kann mit Leichtigkeit, bestimmte Dinge wahrnehmen, Leichtigkeit, ich weiß gar nicht, ob das.

Vielleicht ist das sogar eine Generationsfrage. Meine Lehre waren auch fast nur männlich aus der Nazizeit, haben eine entsprechende, Erziehungsmethode gehabt, also mit Leichtigkeit war zunächst nicht zu viel gegeben und auch das Thema, wenn man in der Kleinstadt oder sogar wie ich dann auf dem Dorf bei der Kleinstadt aufwächst hat man sich in bestimmter Art und Weise zu benehmen, damit man nicht auffällt. Das ist in der der kleinen Community, ist es noch auffälliger als in der Großen?

Damals Großstadt Bielefeld und da war wenig mit Leichtigkeit häufig Zielstrebigkeit etwas erreichen müssen und wollen, Man muss funktionieren und das hat irgendwo hat letztendlich auch zu einem. Ich das so sagen darf zu einem gewissen Erfolg geführt, nämlich zu dem, was ich dann mit Hilfe meiner Familie geworden bin. Aber da war wenig Leichtigkeit. Ich versuche das immer an meinen Kindern zu übermitteln oder, früher zu übermitteln, nehmt die Dinge nicht so Bock ernst, wie ich das gemacht habe. Nehmt's ein bisschen leichter und genießt mal zwischendurch kleine Erfolge und denkt nicht gleich wieder an die nächste äh Geschichte. Insofern Leichtigkeit, ist gerade ein Attribut, was auf mich wenig zugetroffen hat im Rückblick. Und wenn du in die Zukunft schaust, möglicherweise wird ein bisschen mehr Zeit nun da sein.

Worauf freust du dich? Was möchtest du genießen können? Ich sage immer trotz der fehlenden Leichtigkeit vielleicht, die in meinem Leben hier und da mir gut getan hätte, weil dann eine Art von Verbissenheit nicht gekommen wäre, die ich hin und wieder hatte und keine schöne, Attitüde ist, bin ich trotzdem ein vom Glück verfolgter weil so viele Dinge so gut trotz vieler Nackenschläge immer wieder sich positiv gestaltet haben. Deswegen sage ich immer, ich bin ein vom Glück Verfolgter und schaue mit einer gewissen Freude nach vorne, habe zum Beispiel mit dieser Zahl 69 oder im nächsten Jahr siebzig, Die bereitet mir überhaupt keine Kopfschmerzen, sondern was mir Kopfschmerzen zufügt, ist dann, ja, was kannst du eigentlich noch bewegen für dich selber,

im Sinne von bucket list abarbeiten oder einige Dinge tun und was kannst du vielleicht sonst noch bewegen, was dir Freude bereitet und andere nicht wehtut? Nämlich in der engsten Familie oder so insofern ist das vielleicht auch eine Art von Leichtigkeit dann oder nee Leichtigkeit vielleicht nicht, aber Gelassenheit, mit der ich nach vorne schaue und trotzdem noch.

Bewegen möchte. Bewegen muss ja manchmal auch ein bisschen wehtun, damit es danach weitergeht. Das habe ich im Sport gelernt. So ist das und ich als passionierter Rennradfahrer. Mhm. Der ich war und jetzt auch wieder werde, weiß genau die, Schmerzen, die dir der Berg zufügt, wenn du hochfährst. Ja. Äh die werden belohnt, wenn du runterfährst, aber wenn du dich mit dem Auto auf den Alpenpass hochbringen lässt und nur runterfährst, dann ist es keine Freude, sondern nur Geschwindigkeit. Kennst du den Spruch? Der Weg zum Himmel führt durch die Hölle, und der Weg in die Hölle führt durch den Himmel.

Ich fahre eine alte Holländerin und ich weiß genau, wovon so springt. Genau. Lieber Rainer, ich bedanke mich ganz, ganz herzlich hier für dieses Gespräch weit über den Fußball hinaus, in dem es viel um Empathie, um Haltung, um Vertrauen. Ich würde sagen, um Emotionen geht. Danke. Ich sage danke, habe mir, Freude bereitet und auch überraschende Gedanken vielleicht neu in den Kopf gebracht. Vielen Dank. Dankeschön, danke.

Vielen Dank, dass ihr bei dieser besonderen Folge von Die Leichtigkeit der, Genau Westfalen dabei war, Podcastreihe entsteht im Rahmen des Förderschwerpunkts 1250 Jahre Westfalen, der LWL-Kulturstif, Kooperation mit der LWL-Kulturabteilung und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Ein großes Dankeschön an die LWL-Kulturstiftung, die dieses Projekt möglich macht, Ihr möchtet mehr über das Jubiläum 1250 Jahre Westfalen erfahren? Dann schaut doch mal vorbei unter, WWW Punkt 1250 Jahre Westfalen Punkt DE oder folgt der LWL-Kulturstiftung, auf Instagram unter.

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