Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 264

Jenny Brosinski, Ina Gerken & Adrian Schiess – im Dialog mit Helen Frankenthaler im Museum Reinhard Ernst | Podcast

Freitag, 14. November 2025 · 1 h 17

MP3

Shownotes

Jenny Brosinski, Ina Gerken & Adrian Schiess – im Dialog mit Helen Frankenthaler im Museum Reinhard Ernst | Ein Gespräch über Spontaneität, Reduktion, Zweifel und Vertrauen. Über das, was Malerei heute sein kann – wenn man sie lässt.

Im zweiten Teil der Doppelfolge aus dem Museum Reinhard Ernst treffen Jenny Brosinski (jennybrosinski.com), Ina Gerken (ina-gerken.com) und Adrian Schiess (schwarzwaelder.at/de/artists/adrian-schiess) auf die Werke von Helen Frankenthaler – eine Künstlerin, deren Werk Generationen geprägt hat – und weiter prägt.

Die Ausstellung Helen Frankenthaler moves zeigt Werke der US-amerikanischen Malerin im Zusammenspiel mit den drei zeitgenössischen Positionen: Jenny Brosinski (jennybrosinski.com), Ina Gerken (ina-gerken.com) und Adrian Schiess (schwarzwaelder.at/de/artists/adrian-schiess). Entstanden ist eine Begegnung auf Augenhöhe: zwischen Generationen, Gesten, Texturen und dem Mut zur Leerstelle.

In der Ausstellung „Helen Frankenthaler moves…“ im Museum Reinhard Ernst treffen vier Positionen aufeinander, die Farbe nicht als Oberfläche begreifen – sondern als Haltung. Die Werke der US-amerikanischen Malerin Helen Frankenthaler begegnen den zeitgenössischen Arbeiten von Jenny Brosinski, Ina Gerken und Adrian Schiess. Entstanden ist ein Dialog zwischen Generationen, Materialien und innerer Freiheit.

Im Zentrum dieser Folge stehen Fragen an die Kunst und das eigene Arbeiten: Wie entsteht Vertrauen in die Geste? Wann wird Struktur zur Ermöglichung? Und was bedeutet Durchlässigkeit – im Atelier, im Museum, im Denken?

Gemeinsam mit Lea Schäfer, Kuratorin der Ausstellung, sprechen wir über Helen Frankenthalers Werk, über Leichtigkeit und Widerstand, über Intuition, Raum und das, was zwischen Farben geschieht.

In der Ausstellung Helen Frankenthaler moves… treffen vier eigenständige Handschriften aufeinander – verbunden durch eine Offenheit im Umgang mit Farbe, Geste, Fläche und Material. Helen Frankenthaler, Jenny Brosinski, Ina Gerken und Adrian Schiess – vier Positionen, vier Temperamente, vereint in einer Ausstellung, die keinen Vergleich verlangt, sondern Vertrauen zulässt.

Durchlässigkeit wird hier zur Methode und Haltung: malerisch, institutionell, menschlich.Sie erlaubt Verbindung ohne Vereinheitlichung.Sie eröffnet Spielräume – für Intuition, für Differenz, für gemeinsames Fragen.

Im Mittelpunkt stehen Fragen, die sich nicht aufdrängen, aber Raum fordern:Was bedeutet Farbe im Hier und Jetzt? Und wie gelingt ein Dialog, der mehr ist als Gegenüberstellung?

Zur Folge

In dieser Episode sprechen die Künstler:innen Jenny Brosinski, Ina Gerken und Adrian Schiess über ihre Werke, ihre Prozesse und ihre Haltung zur Ausstellung.Was bedeutet es, mit Helen Frankenthaler in einen Dialog zu treten?Wie entsteht malerische Freiheit im Zusammenspiel mit Raum, Struktur und Geste?Was braucht es, um das Eigene zu behaupten – und dennoch Offenheit zu ermöglichen?

Gäste

Jenny Brosinski – Künstlerin (instagram.com/jenny_brosinski) spricht über Unfertigkeit, über das Arbeiten mit Lücken und darüber, wann ein Bild atmen kann.

Jenny Brosinski – Künstlerin (instagram.com/jenny_brosinski) beschreibt die Linie zwischen Kontrolle und Intuition – und warum Wiederholung Teil ihrer Methode ist.

Adrian Schiess – Künstler (schwarzwaelder.at/de/artists/adrian-schiess) erzählt von der Bedeutung von Farbe, von der Weigerung, zu erklären – und von der Energie, die aus Reibung entsteht.

Lea Schäfer – Kuratorin (instagram.com/le_schaef), Museum Reinhard Ernst

Gemeinsam entsteht ein Gespräch, das nicht die Ausstellung erklärt, sondern ihre Impulse weiterträgt.

Themen der Folge

– Wie Helen Frankenthaler den Begriff von Malerei erweitert hat· Durchlässigkeit als künstlerisches Prinzip· Haltung und Vertrauen im Werkprozess· Helen Frankenthaler im Spiegel der Gegenwart· Farbe, Fläche, Material als Ausdrucksmittel· Prozesse zwischen Intuition, Erfahrung und Dialog· Ausstellungspraxis im Museum Reinhard Ernst· Eigenständigkeit und Verbindung– Material, Licht und Reflexion als Teil des künstlerischen Prozesses– Über die eigene Spur im Kontext kunsthistorischer Linien– Zusammenarbeit zwischen Künstler:innen, Kuratorin und Museum

Warum diese Folge jetzt

Helen Frankenthaler moves… ist keine Hommage – sondern ein Weiterdenken. Die Ausstellung stellt Werke der Künstlerin in einen lebendigen Dialog mit Gegenwart.

Diese Folge macht hörbar, was dabei entstehen kann: Differenz, Verbindung, Zwischenräume.

Ausstellung, Termin und Ort

Helen Frankenthaler moves Jenny Brosinski, Ina Gerken, Adrian SchiessMuseum Reinhard Ernst, Wiesbaden (instagram.com/museumreinhardernst)26. Oktober 2025 – 22. Februar 2026

Sammlung Reinhard Ernst, Architektur: Fumihiko Maki

Weiterhören (instagram.com/inagerken)Teil 1: Podcastfolge mit Dr. Oliver Kornhoff & Lea Schäfer (dieleichtigkeitderkunst.de/museum-reinhard-ern…)

Weitere Episode mit Jenny Brosinski (dieleichtigkeitderkunst.de/someones-idea-is-go…)

Mehr zur Ausstellung im Blog Tagebuch zur Kunst (dieleichtigkeitderkunst.de/museum-reinhard-ern…)

Podcast hören:

Website · Spotify (open.spotify.com/episode/6eCyiY6BtorIwMk1cC4zn…) · Apple Podcasts (dieleichtigkeitderkunst.de/feed/mp3) · YouTube (youtube.com/@dieleichtigkeitderkunst)

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallo zusammen und herzlich willkommen zu meinem Podcast Die Leichtigkeit der Kunst. Ich bin Claudia Linzel und freue mich sehr, dass ihr heute wieder dabei seid, ihr Lieben, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ihr schon ganz gespannt auf diese Fortsetzung gewartet habt In der vorangegangenen Folge haben wir mit Doktor Oliver Kornhoff und Lea Schäfer über Hellenfrankentaler das Museum Reinhard Ernst sowie die Idee der aktuellen Ausstellung Helden Frankenthaler Moves gesprochen.

Heute geht es nun weiter mit den drei KünstlerInnen, die Frankenthalers Werk in einen lebendigen Dialog mit der Gegenwart bringen. Jenny Brosinski, Ina Gärten und Adrian Schers. Liebe Jenny, liebe Ina, wie schön, dass ihr hier seid. Ich freue mich so sehr mit euch über eure Arbeiten, über Haltung, über Mut, über Durchlässigkeit und über eure ganz eigenen Bezüge zu hellen Fragmentaler zu sprechen.

Liebe Jenny, mit dir durfte ich bereits ein sehr intensives und besonders berührendes Gespräch führen, das mir bis heute in liebevoller Erinnerung geblieben ist. Daher liebe Ina, möchte ich mit dir nun beginnen und mit der Frage, wie bist du eigentlich zur Kunst gekommen? Mein Onkel war Maler, auch Kunstlehrer, aber vor allem für mich, vor allem Künstler, Und in dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin bei meiner Familie, hängen ja vor allem auch Großformatige weitestgehend abstrakte Arbeiten, die mich einfach begleitet haben, seitdem ich denken kann und die mich irgendwie fasziniert haben und deswegen sind auch die ersten Arbeiten, die in der Akademie entstanden sind, waren schon auch abstrakt bei mir.

Also auch schon in der Schule habe ich abstrakte Arbeiten gemacht, wenn wir so freiere Aufgaben hatten. Ja, ich denke, der Zugang war über mein Onkel. Also ich meine einen Onkel, der Kunstlehrer ist künstlerisch schaffen tätig ist, ist das eine. Die Liebe zu den Werken, die an den Wänden hängt, ist das andere. Wann hast du für dich entschieden? Ich möchte das zu meinem Beruf machen. Ich möchte Künstlerin werden Ich habe das gar nicht so ganz aktiv entschieden. Habe ich das Gefühl, sondern das hat mir mein Unterbewusstsein irgendwann sehr stark signalisiert, als ich in der Abschlussphase meines 1. Studiums, wo ich eben auch auf Lehramt studiert habe.

Und quasi aufs Referendariat zugesteuert bin. Hab ich dann doch sehr stark gespürt dass das nicht der richtige Weg für mich ist und hab mich dann ja an verschiedenen Akademien in Deutschland nochmal beworben. Ich hab vorher in Mainz studiert und dann, War irgendwie klar, ich muss noch mal die Stadt oder möchte die Stadt noch mal wechseln und dann dort einfach nur noch freie Kunst quasi als Aufbaustudium oder als Zusatz noch machen?

Und dann bist du nach Düsseldorf gekommen vom Main an den Rhein. Ja da bin ich irgendwie dann so gelandet und habe mir ein bisschen schwer getan am Anfang, weil äh in Mainz war die Akademie ziemlich klein und alle kannten sich und alles war irgendwie total nett und in Düsseldorf war dann ja das Klima schon ein bisschen anders. Ich bin eben auch mitten in die Klasse reingekommen von Katharina Grosse und habe, kein Orientierungsbereich mehr dort gemacht, sondern war dann einfach ja irgendwie neu, aber auch schon älter und musst mich dann dort einfach noch mal neu zurechtfinden und ich war ein bisschen eingeschüchtert von dem das Gebäude, ist eben sehr groß und macht einen großen Eindruck. Ja und alle,

Alle, die dort studieren, die wollen einfach Künstlerinnen oder Künstler werden und das hat schon auch ein bisschen Druck erzeugt. Aber war natürlich auch ein guter Zug, eine Zugkraft irgendwie, Du bist ja nicht nur in diese Klasse, wie hast du gesagt, reingestolpert, neu, sondern du bist sogar Meisterschülerin von Katharina Grosse geworden. Was hast du im Besonderen von ihr gelernt? Ich meine gar nicht so sehr über die Technik, sondern eher über die Haltung.

Nee, es ist wirklich auch tatsächlich über die Haltung eher. Mhm. Was ich von mir gelernt habe. Also ich denke, dass ich schon relativ schüchtern, Da angekommen bin und ja, ich habe durch sie einfach gelernt, schon auch für mich einzustehen und klar zu sagen, was ich brauche und wie ich mir das vorstelle und auch hinter meine Arbeit zu stehen.

Und auch neben meiner Arbeit zu stehen und einfach frei dadrüber sprechen zu können, mit einem bestimmten Selbstbewusstsein. Und wenn ich dich jetzt fragen würde, sprich doch mal über deine Arbeit. Könntest du sie mir in ein paar Sätzen beschreiben? Ich kann entweder über den Prozess sprechen also da würde ich sagen, dass ich ja sehr intuitiv arbeite, ich habe keine Skizzen, keine Pläne, ich arbeite einfach drauf los und schaue eben, wo sich das Bild hinbewegt und das ist ein Prozess, der ziemlich viel Unsicherheit beinhaltet.

Dies gilt auszuhalten für mich und es gibt immer wieder, ja wirklich dann wechsel, wo die Arbeit sich in eine ganz andere Richtung entwickelt und das ist aber auch das Schöne daran, die Überraschung, die dann in der Arbeit und im Prozess liegt grad schon gesagt, dass du in der Düsseldorfer Akademie warst, du warst in Mainz und du warst auch in Amerika.

In einem ganz besonderen Studio. Ja, ich habe vor drei Jahren eine Residency in Maine gemacht. Die ging fast drei Monate. Head School of Painting and Sculpture, die ist in den USA sehr renommiert. In Deutschland ist die gar nicht so bekannt. Ja und das war eine eine supergute Erfahrung. Also der Campus war mitten in der Natur. Die Ateliers waren so verteilt in der Natur und die Ateliers waren eben benannt nach Künstlerinnen und Künstler, die dort zum Teil auch schon gelehrt hatten.

Und ich habe im Hellen Frankenthaler Studio gearbeitet, was sehr beliebt war. Das war nämlich ganz neu und war oben auf so einem Berg mit einer wunderschönen Aussicht und genau, da habe ich eben einen von den drei Plätzen in diesem Studio gehabt und habe mich dann daraufhin mehr mit ihrer Arbeit Wer zum ersten Mal wirklich intensiv mit ihrer Arbeit befasst, es gab dort auch eine Bibliothek mit vielen tollen Katalogen und inwieweit hat die Arbeit in diesen besonderen Studio deine Arbeit geprägt?

Es war ein sehr freies Arbeiten und das war das erste Mal, nach Corona auch, dass ich mit ganz vielen Leuten wieder zusammen war. Also es waren ja wir waren über 50 Künstlerinnen und Künstler und diese Gemeinschaft wieder zu haben war irgendwie sehr wichtig. Und ich kann mich erinnern, dass ich am Anfang immer sehr M-Sektor morgens ins Studio gegangen bin und habe gedacht, jetzt muss ich Arbeiten machen in Anführungszeichen oder will und irgendwann habe ich gedacht, Mensch, Da sind so viele tolle Leute, um dich, nutze auch die Möglichkeit, jetzt, die Menschen kennenzulernen und zu gucken, welche Verbindungen es da gibt und lustigerweise habe ich dann genauso viele Arbeiten gemacht, wie ich eigentlich mir vorgenommen hatte.

Aber ganz leicht, ganz ungezwungen. Ich habe dann war dann weniger streng mit meinen Atelierzeiten und habe dann gedacht, ach weißt du, heute gehe ich lieber an den See. Da gab's nämlich einen tollen See und dann habe ich manchmal spontan gedacht, ach ich jetzt will ich irgendwie aber doch noch mal ins Atelier gehen und dann sind auf einmal irgendwie tolle Sachen entstanden mit ganz viel Leichtigkeit und die es was was mich auch inthalers Arbeit angesprochen hat, die konnte ich dort irgendwie dann wiederfinden, ja auch unabhängig von der Beschäftigung mit ihrer Arbeit, sondern einfach durch den Kontext, der da gegeben war. Hat Durchlässigkeit was mit Loslassen zu tun, Durchlässigkeit würde ich für mich im ersten ja vor allem so beschreiben,

dass ich offen bin für alles, was mich umgibt, dass ich gewissermaßen im Schwamm bin, der vieles aufnimmt. Sei es Stimmungen, Verbindungen zu anderen Menschen, aber auch vielleicht zur Natur. Das ist für mich Durchlässigkeit, vor allem ja, die Offenheit erfordert natürlich ein gewisses Loslassen. Und ein gewisses Abgeben von Kontrolle. Wo siehst du die Parallelität zwischen deinen Werken und Hellen Franken Talers Werken? Ja, also wir sind abstrakte Malerin, Aber es gibt sehr unterschiedliche Arbeiten von äh Herrn Franken Parler in ihrem ganzen Werk und ich habe mir eben bewusst arbeiten ausgewählt von ihr.

Auch Referenzen zur realen Welt herstellen. Die eine Arbeit heißt Green Moon, die andere Arbeit heißt Cave Memory und ich selbst habe auch eine Arbeit in dieser Residency gemacht, Cave heißt. Und es gibt da drin eine Zeichnung, die sehr ähnlich ist zu der Zeichnung in der Arbeit von Herrn Frankenthaler. Ja, mir war das nicht bewusst, dass es diese Arbeit gibt von ihr und das war irgendwie.

Total schön, deine Verbindung zu ziehen und ich erlebe ihre Arbeiten oftmals, Also es gibt Arbeiten, die sich rein mit der Farbe an sich auseinandersetzen, aber es gibt eben auch Arbeiten, wo ich das Gefühl habe, dass die einzelnen Striche und Flecken, Und Setzung wie Charaktere sich verhalten. Das ist wie so eine Beseelung der Elemente gibt und dass es auch Etwas, was mich in meiner eigenen Arbeit fasziniert oder interessiert. Deine Arbeiten sind mehrschichtig aufgebaut. Was bedeutet für dich Mehrschichtigkeit im übertragenen Sinne? Zeit, eingelagerte Zeit, auch, Etwas verborgenes, Was ich trotzdem zeigen kann oder was mit in dem Bild wohnt, was vielleicht dann nicht mehr zu sehen, aber trotzdem zu spüren ist.

Ich würde ganz gern dazu noch was sagen, weil ich erinnere mich, als ich meine Arbeit in dem Kontext, ja, der mir auch in dieser Ausstellung, in dieser Jetzt-Ausstellung damals sehr bewusst geworden ist, das war ja dann auch zum ersten Mal in einem Museum oder in Museen, dass ich so ein bisschen unzufrieden war mit meiner Arbeit, weil ich eben andere Arbeiten von KünstlerInnen im Vergleich gesehen habe, die eine große Unmittelbarkeit hatten, die sofort, man hat den Raum betreten und die sind direkt haben einen so angesprungen irgendwie und man hat das gleich als gesamtes so.

Erfassen und erleben können und bei mir habe ich dann gemerkt, man hat die Arbeit manchmal nicht direkt, Kann die nicht direkt erfassen, sondern man muss sich ein bisschen Zeit nehmen und man muss sich einsehen und man muss vielleicht die Ordnung, selbst herstellen, Betrachterinnen und mittlerweile sehe ich das aber als Qualität und jetzt grade in unserer jetzigen Ausstellung mit äh.

Habe ich ja auch den Raum, der so ein bisschen am niedrigsten und am intimsten vielleicht auch ein bisschen gedämpfteres Licht hat bekommen und ich fand ihn aber sehr passend, weil der lädt eben dazu ein, näher heranzutreten, ein bisschen, ja länger zu schauen genau, welche Fragen stellst du dir beim Arbeiten, wenn du im Prozess bist, in der Intuition? Das ist ein bisschen schwer zu beantworten für mich, weil mein Kopf da entweder manchmal auf Reisen geht oder.

Äh das ist mir gar nicht so ganz bewusst, weil ich schon versuche, mich einfach auf das Jetzt was vor mir ist zu konzentrieren und auf den Prozess zu konzentrieren und zu reagieren. Die Gedanken, die mir dabei durch den Kopf gehen, sind schon manchmal, es fühlt sich irgendwie Geht's dämlich anders zu machen oder das macht jetzt bestimmt gar keinen Sinn oder so was. Also schon so Bewertungen, die dann Da auftauchen, die ich dann aber bewusst so übergehe und denke, nee, ich mache das aber jetzt trotzdem, weil das ist mein Impuls. Das sind dann eher solche Zwiegespräche im Kopf, dieser kontrollierende Teil, Der gerne was planen möchte, den nächsten Schritt planen möchte und dann gibt's so aber den intuitiven Teil der

nicht spricht, sondern der macht und der macht was anderes, Ja, deswegen sind die Gedanken schon einfach sehr nah an dem Prozess. Wie beginnt ein Werk für dich? Auf jeden Fall ohne Angst, eher voller Vorfreude. So eine neue Möglichkeit zu haben, einen neuen Start zu haben. Alles noch mal von vorne neu machen zu können, und wie gesagt, einfach planlos, intuitiv. Wann fühlt sich denn ein Werk für dich abgeschlossen an? Wenn nichts mehr hinzuzufügen ist und jetzt liebe Jenny, ich freue mich so sehr, dass wir uns hier in Wiesbaden begegnen, um über deine aktuelle Ausstellung hier im Reinhard Ernst Museum zu sprechen.

Wichtig, als du das erste Mal erfahren hast, dass du Teil dieser Ausstellung wirst. Mhm, also ich weiß gar nicht, ob ich davon sprechen kann, dass mir was wichtig war im ersten Moment. Ich habe einfach einen total netten Brief bekommen von der Leitung und der hat mich schon. Ja, da konnte ich fast gar nicht nein sagen. Also er war so unfassbar nett geschrieben und er ist wirklich auch sehr detailliert auf meine Position eingegangen worden. Also es war überhaupt nicht oberflächlich und das ist natürlich schon, Dass man sich als Künstler da wirklich so in Arm genommen fühlt, ein Stückchen vielleicht und auch ein bisschen Gebauch pinselt und Dann halt noch zu wissen, dass es mit so einer tollen Position wie der von Herrn Frankenthaler zusammengeht. Da war,

einerseits Aufregung, glaube ich, dabei, andererseits auch ein bisschen sowas wie Ehre natürlich. Ich selber bin Fan ja doch vielleicht ein Fan von ihrer von ihrer Arbeit in einer gewissen Form auch und. Gleichzeitig habe ich aber auch so ein bisschen ja vielleicht eine Angst, würde ich jetzt nicht sagen, aber es sind schon große Schuhe, die einem da hingestellt werden. Dann überlegt man sich natürlich auch, okay, wenn das jetzt nach hinten losgeht.

Dann ist das ein bisschen unangenehm. Also es war so gemischte Gefühle, würde ich sagen, so von euphorisch, glücklich, ja erfreut und ja aber auch ein bisschen so verunsichert vielleicht, also dass man einfach so einmal alles durchlaufen ist bevor man dann so gesagt hat, ja nee, aber das muss ich machen. Das geht ja gar nicht anders, weil wie oft kriegt man so ein tolles Angebot Mhm. Also dass man überhaupt in so ein Depot gehen darf, dass man die Arbeiten aus der Nähe betrachten darf, dass man sich, Arbeiten aussuchen darf und die in Kontext stellt mit der eigenen Arbeit. Das ist einfach es ist wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Ich glaube, das passiert nicht so oft im Leben, das abzusagen, wäre ich doof gewesen. Also von daher hatte ich keine große Chance, das irgendwie.

Anders anzugehen als mich drüber zu freuen. Ich bin so ein typischer Zweifler, auch wenn da immer irgendwie noch so was mitschwingt das war irgendwie schon klar. Was macht die Arbeit aus, dass zu ihrem Fan wirst und als du dann durch das Depot gegangen bist, inwiefern wurdest du noch mehr bestätigst oder ob es vielleicht sogar noch auf mehr Überraschungen gestoßen? Na ja der Witz bei mir ist halt tatsächlich, ich habe sie relativ spät kennengelernt, mich aus dem Studium und bin von einem Kommilitonen auf sie aufmerksam gemacht worden.

Dann habe ich sie aber wirklich intensiver angeschaut, weil er Parallelen gesät hat zu meiner Arbeit und das fand ich wieder so interessant, das dann auch ausm öffentlichen Bereich eine Parallele anscheinend entdeckt wurde, wo ich dachte, okay, dann ist das kein Zufall mehr und ich habe tatsächlich vorher eher mit männlicheren Positionen dieser Jahrgänge mich beschäftigt gehabt und bin, relativ spät dort eingetaucht und dann hatte ich hier die Möglichkeit noch mal eine ganz andere Tiefe einzutauchen. Also durch dieses Depot, durch diese, Auswahl der Arbeiten, überhaupt diese Nähe zu haben zu diesem Werk, die man ja auch im Museum immer nur in einer kleinen Auswahl sehen kann, wenn man eine Ausstellung anschaut. Und hier hatte ich einfach diesen riesigen Fundus, diese wahnsinnig

Große Sammlung von Herrn Ernst, Und das war das war einfach das war krass, also das zu sehen als Künstlerkünstlerin. Es ist sowieso viel spannender für uns, ein Ateliers zu gehen oder in ein Depot. Das ist für uns tausendmal besser als irgendwie Museum, weil im Museum ist natürlich alles schön und besonders dargestellt und.

Im Depot, das ist halt einfach diese kleine Juwelenkammer, diese ganz geheime Ort, in dem auch wirklich nicht jeder rein darf und das ist so was ganz Besonderes, in diesen klimatisierten Räumen, wo dann wirklich die. Großen Panzertüren sind und das ist das ist einfach ein Erlebnis, das hat man nicht so oft. Und wenn man das darf bei Museen in diese, Heiligtümer reinzugehen überhaupt, ist das schon eine ganz besondere Sache und ich glaube, das macht's noch mal spannender eigentlich. Also, Da wird einem das noch mal richtig bewusst, was das auch für Schätze sind, die man sich da angucken darf aus nächster Nähe. Und hast du dann, als du ein Werk herausgezogen hast. Ich kann das so gut nachvollziehen. Ich liebe Depot. Äh rausgezogen, hast gedacht.

Möchte ich gerne in den Dialog treten, da möchte ich gerne was zu machen. Klar, also uns wurde wirklich sehr, sehr viel gezeigt und vorgestellt so und wir durften wirklich, sehr viel Zeit dort verbringen und uns darüber unterhalten und, Spannende ist ja auch da, sieht man da mal die Rückseiten der Bilder, ne? Und wenn man dann so man selber hat das ja auch mal, es gibt eine fordernde Rückseite und das ist so spannend zu sehen, wenn man bei den anderen Künstlern hinter die Fassade gucken darf. Und das sind einfach so Momente, die sind ganz rar und ich selber habe mich aber sehr schnell entscheiden können für die Werke, die ich, mir gedacht habe, weil ich in den absolut direkten Dialog treten wollte und diese Offenheit in meinen Arbeiten mit der Offenheit ein Hellens Arbeiten aufnehmen wollte, einfach weil ich's,

schwierig finde. Sich davon trotzdem eigenständig abzusetzen, aber ich fand's eben auch grade dadurch wieder spannend. Mhm. Und das war so meine Aufgabe, die ich mir so stellen wollte und deshalb war das ziemlich schnell, Klar, in welchem Zeitalter ich mich da bei ihr auch bewegen würde und ich habe mir trotzdem natürlich alle anderen Arbeiten angeguckt und waren auch einmal so hin und her gerissen oder vielleicht doch das, weil es sind einfach großartige Schätze, die man angucken kann und dann gab's eben so ganz kleine Zeichnungen und.

Eben auch mit farbigen Aspekten und die hat mich so berührt und ich habe da gleich eine Verbindung zu einer größeren Arbeit, die ich bei mir im Studio hatte, gesehen und dachte cool, also die würde ich super gerne im Dialog miteinander zeigen und dann war schon so ein Puzzlestück für die Ausstellung für mich gesetzt und dann ging's nur noch darum, Das ja zu erweitern, ne? Im Dialog noch mal in der konzentrierten Arbeit arbeiten, zu ergänzen für die Ausstellung. So hat sich das dann entwickelt. Also mein Part in dieser Ausstellung ist, dass ich, arbeiten.

Der vergangenen sieben, acht Jahre kombiniere. Also man kann so eine so eine Entwicklung meiner Arbeit auch sehen und natürlich neue Arbeiten, die noch mal für den Dialog. Dass Nummer drei neue Arbeiten, die auch noch dazukommen und das fand ich für mich auch spannend. Das heißt, man hat mir den Raum gegeben, mein Gesamtwerk auch in einem bestimmten Überblick zu zeigen und die Entwicklung und halt noch mal direkt in den Dialog zu gehen und auch dazu zu arbeiten. Das fand ich auch toll. Also einfach diesen Raum, Den man nicht nur als Raum im Museum gegeben bekommt, sondern eben auch für die eigene Arbeit, für die Entwicklung, für gedankliche Ansätze, die man gern mitgeben möchte in so einer Ausstellung und da haben wir,

ja einfach eine total tolle Plattform bekommen. Wie ging es dir denn, als du durch das Depot gegangen bist und teilweise das erste Mal auf die Werke getroffen bist? Ja, es war natürlich sehr schön und aufregend und hat sich sehr exklusiv angefühlt, auch paar andere Arbeiten von anderen Künstlerinnen noch zu entdecken.

Die wir dann aussehen durften und das war schon ein super, Superschöner Tag, ja. Jetzt gehst du ja sehr, sehr mutig, was schon ein bisschen radikal und rough mit deinen Leinwänden um. Hast du durch einen Frankentaler noch etwas in ein neues herausgefunden, vielleicht eine neue Technik, dich noch mal neu ausprobieren können? Ja, also ich habe in der einen Arbeit underwings tatsächlich die Schüttung mit in mein Repertoire aufgenommen und das war wirklich auch so ein, Kleiner, aufregender Moment für mich, weil ich natürlich gerade okay, da gehe ich jetzt wirklich nah ran. Also es gibt ja eh schon Ähnlichkeiten, da da wir uns mit dieser Lehre befasst mit den Zwischenstellen, den Freiräumen oder Negativformen, wie man's auch nennen möchte. Da sind wir ja eh schon in einem Kontext unterwegs mit der

waren mit dem auf dem Boden arbeiten. Also da haben wir eh schon Überschneidungen und dann habe ich gedacht, okay, ich schütte mal was. Mal gucken, wie das Mit meinen Gesten zusammengeht und es war tatsächlich ein sehr aufregender Moment für mich auch im Studio, weil ich natürlich dachte, okay, das könnte, auch nach hinten losgehen, aber dann muss ich's ja nicht zeigen, so dann wird das halt und ja aber das ist halt toll, man man gibt sich dadurch halt auch wieder ein neues Feld also diese ich glaube das Experiment, Und das Risiko zu gehen ist etwas nahe dran. Es ist manchmal auch gar nicht so doof, Wenn man dadurch wieder was Eigenes entstehen lässt. Also für mich ist der Moment ganz wichtig, dass ich immer,

Mit allem, was ich mache, eine Referenz haben darf in meiner Arbeit und auch sollte vielleicht. Und ich muss vor allen Dingen auch kunstgeschichtlich wissen, wo ich Dinge einordne in meinem Werk und gleichzeitig ist es immer wichtig, dass eine eigene Handschrift entsteht und eine eigene. Aussage dadurch kommt, also dass ich diesen Kontext oder diesen Dialog der Kunstgeschichte mit meiner Position erweitern kann. Das ist immer das, was ich mir wünsche für mein Werk, Und wenn das möglich ist auf der Grundlage von Arbeiten an einer hellen Frankenthaler, dass ich sozusagen mit irgendeinen Dialog trete oder etwas in Frage stelle oder, zur Diskussionsstelle, was passiert, wenn ich jetzt eine Schüttung zu meinen Gesten gebe, solange es eine Anlehnung ist, aber was Eigenständiges entsteht, ist das für mich komplett,

in Ordnung und das ist glaube ich auch das, was es ausmacht in der Kunst. Niemand kann das Rad neu erfinden. Aber der Unterschied zwischen einer Kopie und zwischen einem Original besteht immer darin, dass es eine Erweiterung gibt und dass man wirklich etwas Eigenständiges daraus schafft. Wir leben ja grade in in einer Zeit, in der wir uns ganz viel mit Leerstellen auseinandersetzen.

Worten zufolge finde ich das sehr sehr schön, hier eine Brücke zu schlagen in deinen Werken sehen wir viele Leerstellen in Hellen Frankentalers. Werken sehen wir viele Leerstellen, Bedeutet, diese Leerstelle für dich? Ich glaube, dass eine Leerstelle auch immer eine Kraft hat, also dass nicht nur das, was ich male, ist das, was ich sage, sondern auch das, was ich nicht male, ist das, was ich sage. Ich meine, kann man jetzt sagen, die Gedanken sind frei, Jetzt mal ganz aufm anderen, aber in all diesen, Aussagen steckt ganz viel Wahrheit für mich drin und ganz viel, was wir als menschliche Wesen transportieren, was wir auch politisch grade vielleicht mit uns nehmen. Ich würde mich jetzt überhaupt nicht als politische Künstlerin betrachten oder wird immer

ob das immer vehement abgestritten aber ich kann nicht unpolitisch sein, Das ist halt eben auch unsere Zeit prägt auch mich und uns alle und diese Freistellen sind vielleicht auch ein Sinnbild für das, was nicht breitgetreten wird für das, wo Raum ist für den Gedanken, für das, was ich vielleicht auch nicht sage, aber trotzdem, für das ich auch stehe und dieser Negativraum hat auch eine Bestimmtheit und auch eine Konsequenz für das Bild und das ist auch In allem, was uns bewegt, auch in allem, was wir mit uns tragen oder auch, was wir vielleicht manchmal uns nicht trauen zu sagen, auch in diesen angespannten politischen Zeiten.

Ist das alles Teil einer Haltung. Müssen wir uns schon bewusst sein. Also wir haben alle eine Stimme, in welcher Form wir sie nutzen wollen, sollten wir sie aber nutzen. Was war euer erster Gedanke? Als ihr von der Idee erfahren habt, gemeinsam hier in dieser Konstellation auszustellen. Ja, wir kannten's Tatsächlich noch nicht persönlich. Mhm. Sondern über das soziale Netzwerk. Hm aber man kennt sie tatsächlich. Also man schreibt immer mal ein zweimal und da hat man natürlich dann noch mal ein gleichen Anlass uns nochmal zu schreiben und da wird sie dann auch gleich mal fröhlich ausgetauscht. Das war, glaube ich, so der Beginn aber, Wir schätzen unsere Arbeit ja, begleiten uns seit ein paar Jahren schon nebeneinander her, aber hatten eben vorher noch nicht die Möglichkeiten miteinander auszustellen und trotzdem ist es natürlich interessant, wenn man dann, wenn eine Auswahl getroffen wird für KünstlerInnen,

Welche wurde getroffen und wie kommt das zusammen? Und da wir in dem Kontext noch nie miteinander gearbeitet hatten, war's für uns natürlich auch aufregend und neu. Auf jeden Fall die Arbeit von ATN kannte ich gar nicht. Bis dahin, das war dann auch noch mal interessant zu sehen, Und ansonsten habe ich mich auch gefreut. Jenny dann mal persönlich kennenzulernen. Ihr habt ja sicherlich alle drei einen unterschiedlichen Blick auf Helm-Fränkentaler.

Wo seht ihr eine Ergänzung eurer Arbeit im Dialog zu Helmfrankenthaler? Also ich habe eben grad, als du die Frage gestellt hast, so spontan darüber nachgedacht, dass der Adrian zum Beispiel einer anderen Dekade als wir entspringt und der ganz anders über das Thema denkt, Und auch einen ganz anderen Zugang zur Malerei hat als wir. Was ich natürlich auch in unserer Materialien äußert und dadurch hat er eine ganz andere Auswahl, an Bildern getroffen. Das fand ich sehr spannend auch schon zu sehen. Also wer welche Bilder auswählt und da, Oh Hauptsache keiner möchte die nehmen, die ich gerne nehmen möchte, weil wir haben ein PDF vorab bekommen. Mhm. Und dann habe ich gedacht, ah prima, das passiert gar nicht. Das war lustig zu sehen. Also die Auswahl, die für uns als Künstler getroffen wurde.

Und die Auswahl, die die Künstler selber getroffen haben aufgrund ihres Werks, war schon ziemlich, eindeutig. Also da ist man sich wenig ins Gehege gekommen, hatte ich das Gefühl. Also ich weiß nicht, ob's bei Adrian und dir zu Streit gekommen, habe gesehen auch nicht. Also dementsprechend habe ich das Gefühl gehabt, dass die Vorauswahl schon so gut getroffen wurde, dass wir, instinktiv.

Etwas zu unserem Werk passendes ausgesucht haben und es unter uns auch gar keinen gar keine Reibung gab. Also so habe ich das zumindest empfunden. Beim Durchgehen der Arbeiten habe ich auf jeden Fall auch, Immer mal Arbeiten entdeckt, wo ich dann an Jenny denken musste und gedacht habe das wird wird gut passen. Stimmt, das ging mir auch so. Das hatten wir auch im Depot. Da hatten wir so bestimmte Dialoge. Dann ist wir durften ja auch zusammen im Depot sein. Das war auch spannend. Da haben wir uns dann ja auch kennengelernt an dem Tag und das fand ich auch interessant zu sehen, wie der eine auch an den anderen gedacht hat bei bestimmten Arbeiten. Das war wirklich ein ganz schöner Moment auch. Wie gehst du mit Durchlässigkeit sowohl auf der Leinwand als auch in der eigenen Haltung um? Ja ich

glaube, das kann man schwer trennen, also wir alle sind ja von Fragen oder, Eindrücken unserer Umwelt geprägt oder wir gehen mit offenen Augen durch die Welt, wir haben Emotionen, wir sind Dinge, ob's politisch ist oder gesellschaftlich, oder eben auch künstlerisch und das vermengt sich und das will ja irgendwohin. Das heißt, ich kann ja nicht sagen, so, ich mache die Ateliertür zu.

Und dann bin ich emotional jetzt ein ganz anderer Mensch und es passiert was ganz anderes. Ich trage ja immer etwas von dem, was ich an Erfahrung in mir trage, da mit rein. Ich stelle immer, eine Frage zu dem Kontext, dass wo befinden wir uns gerade? Was sind grad zeitpolitische Themen? Wie verhalte ich mich dazu? Welche Fragen sind offen und ich bin, halt nur ein Künstler. Ich kann nicht die großen Antworten geben, aber ich kann mich diesen Fragen aussetzen und ich kann damit umgehen.

Und vielleicht eben auch Fragen stellen, die andere auch berühren, also dass ich dann über diesen Umweg dieses Mediums, das nicht Wort enthält, dann dadurch mit anderen in Dialog trete, also mit dem Betrachter, der vielleicht ähnliche Fragen hat oder diese diese Unbestimmtheit vielleicht, dann betrachten auch sehen kann oder zulassen kann und dazu eine Haltung entwickelt. Wo empfindet ihr durchlässig?

Miteinander. Also ich habe ja auch erst hier Adrian bisschen kennenlernen dürfen. Das war also zeitversetzt zu Ina und das würde ich sagen, da gibt's auf jeden Fall zum Thema Tageslicht bei uns Überschneidungen und auch Durchlässigkeiten im wahrsten Sinne des Wortes. Also es gibt bestimmte Thematiken, da sind wir auf künstlerischer Ebene miteinander schon auch verwogen.

Also die Art, wie wir Dinge betrachten oder wodurch, was ich auch sehr spannend fand, als wir ihn dann nachher zu dritt miteinander saßen, da kam's eben auch, dass wir sehr viel über die Materialität gesprochen haben, also wo wir Überschneidungen, Materialität auch haben und Durchlässigkeiten sozusagen.

Das war mir vorher auch nicht ganz so bewusst, weil ich doch seine Arbeiten oder auch Inas arbeiten als sehr anders zu meinen empfunden habe und auch mich Ich glaube, ich habe auch sogar Lea mal gefragt, wie kam's denn zu der Auswahl so? Also weil's schon auch. Es gibt Überschneidungen mit hellen und es gibt Zusammenhänge, aber doch wieder sehr klare Abgrenzung, Und da habe ich mich natürlich auch gefragt, wie trifft man so eine Auswahl und wie wird das gefühlt oder wie wie kommt man dahin und das habe ich tatsächlich Stück für Stück in diesem ganzen Arbeitsprozess so ein bisschen mehr erfahren und lernen können und die Arbeit meiner Kolleginnen auch, noch mal im ganz anderen Licht gesehen dadurch. Das fand ich sehr spannend. Also auch aus deren eigener Sicht, die mir dann noch dazu gegeben wurde und eben auch,

Wie wir dann nachher miteinander. Umgegangen sind, als die Ausstellung immer näher rückte. Ja, ich würde auch sagen, auf persönlicher Ebene gab's auch eine Durchlässigkeit in der Hinsicht, dass, wir sehr schnell sehr offen miteinander umgegangen sind und viel miteinander geteilt haben. Ich glaube, wir waren auch alle ja irgendwie aufgeregt jetzt auch bei der Eröffnung und ich glaube, dass wir schon auch gewohnt sind eben mit ein bisschen eher hinter den Kulissen zu sein. Also wir machen, unsere Bilder oder unsere Arbeiten im Atelier und dann geben wir die Arbeiten raus und dann treten wir für gewöhnlich so ein bisschen in den Hintergrund. Das war dann natürlich gestern Abend ein bisschen anders.

Und ähm das hat uns irgendwie auch glaube ich verbunden so ein ähnliches Gefühl dazu zu haben und vielleicht ja es war irgendwie angenehm sich so dann, zu verbinden. Die Ausstellung heißt Helden Frankenthaler Moves. Was bedeutet Bewegung für euch? Bin eher in der emotionalen Bewegung als in der körperlichen Bewegung. Also klar, In meiner Arbeit bewege ich mich auch körperlich durch die großen Formate, deshalb habe ich mich auch da angesprochen gefühlt.

Aber das Move ist für mich eher so ein Sinnbild dafür, dass Helen-Frankenthaler in die Neuzeit sich bewegt und uns bewegt und wir bewegen was zurück, also so ein bisschen in die Richtung habe ich mich da, aufgehoben gefühlt. Also das wohl sie, was bei uns bewegt, als wir auch rückwirkend auf ihre Arbeit was zurückgeben können und das ist finde ich ein total schöner Moment, der mit dieser Ausstellung auch gut geglückt ist. Also Moves in dem Zusammenhang würde ich vielleicht auch so als was bewegt mich emotional vielleicht auch sehen und.

Ja, die Arbeit von Herrn Frankenthaler, ja hat mich berührt und bewegt. Vielleicht würde ich so am ehesten in den Zusammenhang setzen. Auch noch mal in der Weiterentwicklung deines Werkes, also nach der Beschäftigung mit ihrer Arbeit habe ich auch angefangen aufm Boden wieder mehr zu malen. Das habe ich lange nicht gemacht.

Und eine bestimmte Fluidität der Farbe zuzulassen, die eben auch ein Loslassen von Kontrolle bedeutet und ein Eigenleben der Farbe ermöglicht, Genau, ich glaube, es geht vor allem um den Punkt, die Farbe mehr machen zu lassen und weniger selbst zu wollen und einzugreifen. Meine Arbeit ist sehr unterschiedlich, würde ich sagen. Es gibt Arbeiten, die sind ziemlich schwer und an denen habe ich lange gearbeitet und die haben viele Schichten und die tragen so eine vielleicht eine Schwere auch mit sich. Es gibt aber auch Arbeiten, die sind Die entstehen sehr schnell und die sind ganz leicht. Was ich bei Arbeit, ja entdeckt habe und auch sehr geschätzt habe, ist die Leichtigkeit und ja auch eine Freude, die da drin steckt.

Die sich nicht verstecken braucht. Also ich fand das sehr erfrischend, diese Leichtigkeit da zu sehen und die auch wieder mehr dann in meiner Arbeit vielleicht bewusst da reinzuholen. Das finde ich natürlich besonders interessant. Was bedeutet Leichtigkeit Da würde ich noch mal diesen Punkt heranziehen, Kontrolle loslassen, Vertrauen haben in die Arbeit, in den Prozess die Farbe machen zu lassen auch, Genau. Ja, Leichtigkeit ist ja eher sowieso mein Thema, deshalb war für mich die andere Seite ein bisschen spannender, also die Komplexität von Inas Arbeit fand ich interessant zu sehen im Kontrast zu meinen, also diese.

Schichtungen von Linien, von Flächen, von also dieses viele Übereinander, was ich für mich in meinem Werk sauschwer ertrage, also das kann ich ja nicht leiden, aber ich find's bei anderen toll. Und dann diese Nähe wieder zu haben und diesen Kontrast zu sehen zu meiner eigenen Arbeit und auch vielleicht ein bisschen mehr zu verstehen, was ich an dem einen schätze und an dem anderen aber brauche für mich, war auch spannend und auch im Bezug auf Adrians Arbeit, dass da eben so diese ganz klare Vorgabe ist, dieser Bodenplatte und so dieser fast schon entdrückte Umgang.

Diese Fotografie der Geste, und dann diese Überlagerung mit diesen Lackschichten, aber dass da halt noch mal so andere Impulse, also vom Außen aufgenommen werden, während wir sehr aus dem Inn Agieren, also unmittelbar auf die Leinwand und er genau bewusst diese Zwischenschicht einschiebt, dieses gemachten, Und projizierten und dann doch den Raum wieder einnehmen, damit der Reflexion. Das fand ich sehr spannend. Also diese unterschiedlichen Ansätze und trotzdem hat es, Eine Durchlässigkeit und diese Sensitivität auch, also die ich dann bei uns allen auch gemerkt habe, wo ich auch Ina recht geben muss, dass wir sehr schnell untereinander eine Ebene gefunden haben, obwohl wir uns gar nicht kannten, dass man nicht versucht hat

irgendwie eine Person darzustellen vor der anderen Person, sondern das ist wirklich ein sehr liebevoller und 1 zu 1 Umgang war, wo ich sagen kann, man hatte nicht das Gefühl, man muss, Was wegkaschieren, damit man toller dasteht. Also wir drei sind glaube ich vom Temperament, würde ich sagen, Vielleicht auch wie Ina sagte so ein bisschen die, die auch bewusst gerne im Atelier arbeiten und dann für zwei, drei Events im Jahr nach vorne gezerrt werden und das dann auch machen und auch können, Aber das nicht also wir sind jetzt nicht die die Bühnenanbeter, Die ist sicherlich auch gibt unter den Künstlern, aber da sind wir einfach anders gestrickt und da würde ich uns dreien als Naturell wirklich eine andere Ebene,

Unterstellen wollen und aber eben auch eine sehr. Reichhaltige und auch also wie ich das erlebt habe, also das sind einfach sehr, sehr reiche Menschen, die ich kennenlernen durfte, die jetzt, einfach mit mir was geteilt haben für diesen Moment, was ich sehr bereichernd gefunden habe Jede künstlerische Position hat einen eigenen Raum im Dialog mit Helen-Fränkenthaler, aber ihr habt auch einen Raum, in dem alle vier Positionen aufeinander treffen. Gab es da einen Überraschungsmoment? Ja, schon einfach positiv überrascht, wie gut die Positionen doch zusammen, auch passen, also dass wir alle irgendwie mit der Arbeit von Herrn Frankenthaler zusammenpassen, haben wir uns dann schon gedacht oder haben wir auch selbst dran gearbeitet, aber in dem Kathedralenraum haben wir ja die Arbeit nicht

gemacht, sondern die Lea und ja, dann durften wir uns auch überraschen lassen. Wieder in das Zusammenspiel so. Man hat aber auch gemerkt, dass es ganz viel darauf ankommt, in welcher Position welche Arbeit auf welche Arbeit trifft. Also das war, glaube ich, auch eine große Herausforderung für Lea. Das heißt, ein Werk konnte an einer anderen Stelle im Raum wirklich an Präsenz oder Gewicht verlieren, oder überhaupt gar nicht zum Leben erweckt werden und es war wirklich eine große Aufgabe für Lea da die richtige Kombi zu finden, Dass alle gleichmäßig auch behandelt werden konnten und halt auch die Arbeit so ja zum Leben erweckt wurde. Also jeder einzelne Position.

Für sich stehen konnte, gleichzeitig aber dieser Raum von allen bespiegelt wurde. Also das ist schon das fand ich total spannend. Also da so ein bisschen reingucken zu können auch, wie daran gearbeitet wurde, das war für mich auch spannend und gab's dann auch das ein oder andere Gespräch, wo dann auch gefragt, wo wie fühlst du dich damit, so das war auch sehr auch sehr liebevoll, also dass da einfach.

Die Kuratoren, also Lea in dem Fall, auch die Rücksprache mit uns immer wieder gesucht hat und man erst eine Idee hatte, dann muss sie doch verworfen werden. Dann wurden zwei Bilder doch noch mal ausgetauscht, weil's einfach andersrum nicht ging. Das war eben auch schön, also schön, aber auch aufregend. Ich muss auch sagen, als ich das erste Mal in der Kathedrale stand und die vier Werke aufeinander getroffen sind, Es klingt nach Honig, um den Mund schmieren, aber ich war restlos begeistert. Wie war es denn eigentlich in der Aufteilung der einzelnen Räume? Jeder Raum hat seine eigene Herausforderung, seine eigene Besonderheit war sofort klar, Welche Werke, In welchen Raum präsentiert werden oder musste gelost werden, gewürfelt, glaubt hat Adrian mit seinen Arbeiten schon was vorgegeben, dadurch dass er die Treppe gut brauchte, war klar, dass der Raum 1 an ihnen geht,

Den hatte ich auch toll gefunden übrigens, War dann voll cool. Ich habe daraufhin dann gesagt, nee, ich will die Offenheit gern für meine Arbeiten weiterführen und habe mich dann um Raum zwei beworben und bin dann in den Dialog mit Ina gegangen. Ja und Ina und ich, wir haben uns dann abgesprochen und dann ging das eigentlich auch sehr ohne Streit und irgendwas über die Bühne, weil sie dann auch sich wohlgefühlt hat in Raum drei. Und dann war ja die Kathedrale eh für uns alle gebucht.

Dementsprechend war's auch da. Ich will jetzt nicht schon wieder harmonisch sagen, aber es war tatsächlich sehr einfach die Raumfindung zu haben, weil, Dichte deiner Arbeiten kommt total gut in deinem Raum zur Geltung, wie ich finde. Die Offenheit meiner Arbeit kommt gut mit der Balustrade oder mit dieser Geländer, die wir Offenheit in den nächsten Raum zusammen, unmittelbar auf die Arbeiten vom Adrian trifft, also da gibt's auch schon inhaltliche.

Auseinandersetzung tatsächlich auch in der Raumwahl Elia wie war das denn für dich? Ich könnte mir ja vorstellen, dass es eine unfassbar große Herausforderung ist eine bestehende Position mit drei zeitgenössischen Positionen, in den Dialog zu bringen würdest du aus dem Nähkästchen plaudern? Also ich habe mich ehrlich gesagt sehr auf dieses Projekt gefreut, denn wir sind ja nun mal ein Sammlungsmuseum und haben über 1tausend Leinwandgemälde sozusagen im Keller, mit denen wir immer wieder arbeiten, aber die sind eben, immer eine abgesteckte Fläche im Grunde und jetzt ja mit ZeitgenossInnen zu arbeiten, sie einzuladen, die Räume zu erkunden, auch gemeinsam natürlich ins Depot zu gehen, über die Frankenthaler Werke zu sprechen.

Das fand ich sehr bereichernd, also grad den Austausch eben mit allen dreien über Frankenthaler. Weil natürlich da jede jeder sozusagen nochmal den eigenen auf die Künstlerin richtet. Das war für mich auch nochmal spannend auch mal andere Aspekte, andere Qualitäten in ihrem Werk kennenzulernen. Also natürlich war es auch mein Wunsch zu sagen, okay, wir haben jetzt drei Leute, die einfach mal auf die Räume eingehen können, denn wie gesagt, da sind meine Möglichkeiten mit der Sammlung immer doch relativ begrenzt und Wir wissen alle, Fumigo Maki hat das Museum sozusagen für die Sammlung auch entwickelt ja und jetzt mal zu schauen, wie andere Leute damit arbeiten und darauf reagieren, fand ich jetzt total spannend.

Und dadurch sind auch noch mal die Qualitäten der Räume ganz anders für mich hervorgetreten und dann ist natürlich gleichzeitig aber auch die Herausforderung, wenn man drei, Menschen einlädt. Äh man will natürlich allen irgendwie gerecht werden. Man will für alle ein Ohr haben für jedes Bedenken irgendwie, die Aufmerksamkeit geben.

Versuchen, die gemeinsam auszuräumen, gute Lösungen zu finden, dass am Ende sich auch jede und jeder gut repräsentiert fühlt und gewertschätzt fühlt Und sich auch hier einfach bei uns eben wohlfühlt, sowohl in der Zusammenarbeit als auch in der Präsentation. Aus meiner Perspektive als Gastpublikum wirkt es wie für diese Werke gemacht, aber das ist sicherlich eine harte Arbeit gewesen, oder? Das ist es in der Tat, also.

Ja, wie gesagt, weil man sich natürlich auch für jeden Zeit nehmen möchte und auch natürlich verstehen möchte, was muss die Ausstellung auch für die jeweilige Position leisten, wo sind da die wichtigsten Punkte, die deutlich werden müssen, was sind No-Gos natürlich auch? Was wird gebraucht? Was braucht die Kunst? Also, mit dem Licht haben wir ganz lange experimentiert und geschaut, dass wir da wirklich ja auch das Licht aufdrehen, Erlaubnis der Künstler geht es ja dann und, Als wir die KünstlerInnen angeschrieben haben, war das ja alles einfach nur eine Vermutung, eine Annahme und eine eine Wertschätzung und eine Einladung.

Und ich hatte schon so ein Bauchgefühl, dass es vielleicht auch für die jeweiligen Positionen, Räume gibt, die geeigneter sind. Ich hatte auch so ein bisschen mir schon vorher natürlich Gedanken gemacht, hm welche Werke werden die wohl von Frankenthaler auswählen, gibt's denn da Überschneidungen und vielleicht irgendwie ja Kämpfe und Auseinandersetzungen um das beste Frankentaler Stück und als wir dann aber eben gemeinsam im Depot waren und halt äh ständig im Austausch habe ich gleich gespürt, dass der, Alle irgendwie ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben und das ist sehr wohl, sehr gut aufgeht und ich finde, das zeigen jetzt auch die Räume, so dass jeder Raum zu der Position passt und dass eben die Auswahl der Werke von Frankenthaler

so unterschiedlich sie auch ist, also bei Adrian haben wir eher diesen Fokus auf das fließende in ihrem Werk, äh dieses sehr offen gehaltene, der, ja sagen wir mal, Mitte Siebziger bis Mitte achtziger Jahre. Äh bei Jenny ist es ganz klar der Fokus, auf die sechziger Jahre, was ich auch sehr mutig fand, weil natürlich da die meisten Überschneidungspunkte ja der beiden Werke zugrunde liegen.

Und bei Ina fand ich sie besonders interessant, weil sie ja ganz intuitiv vorgegangen ist und so haben wir da jetzt Cave Memory von neunzehnhundertneunundfünfzig, aber genauso auch Green Moon von neunzehnhundertvierundachtzig. Und dann kam noch eine Neuerwerbung hinzu mit Hänsel und Greate, die dann auch noch perfekt den Raum noch ergänzt hat und ja es war man könnte sagen vielleicht auch einfach Glück, dass am Ende dann alles so gut aufgegangen ist. Jenny, du hast eben gesagt in der Betrachtung der Werke der anderen KünstlerInnen, Es mir noch mal bewusst geworden, wie wichtig mir Leichtigkeit ist und auf der anderen Seite habe ich aber auch verstanden, warum andere Positionen sehr mehrschichtig arbeiten müssen. Bedeutet es, wenn man in einer Gruppenausstellung aufeinandertrifft,

Dass man das eigene Werk auch noch mal, Vielleicht kann man sagen, das Profil noch etwas schärft, noch klarer wird, wo will ich eigentlich hin, welche Fragen erarbeite ich oder möchte ich beantworten? Also für mich ist das schon so Mhm. Ich weiß jetzt nicht, ob das für andere so wichtig ist. Ich bin einfach ein Mensch, der gerne Dinge hinterfragt und mich selber sowieso noch dreimal mehr, und da finde ich besonders Gruppenausstellungen sehr geeignet für, Weil es sehr einfach ist in einer Soloausstellung immer nur die bessere Seite von sich selbst herauszukehren. Das ist sehr einfach.

Und auch die schönsten Bilder auszuwählen und wenn du das aber in den Kontext stellst und dich selber eben auch, na ich will jetzt nicht vom Vergleich sprechen, aber es ist ja in einer gewissen Form kannst du's vergleichen, weil du siehst Bilder nebeneinander stehen und, Müssen die bestehen können, Untereinander, miteinander und sie müssen, da sie ja nicht alle von der einen Handschrift sind, auch etwas erweitern oder auf einem bestimmten Level miteinander kommunizieren können, sonst fällt eine Position dagegen ab.

Und das ist für mich die Herausforderung an so einer Zusammenstellung von Arbeiten auch, dass du dein eigenes, noch mal anders wahrnehmen darfst, weil's plötzlich im Kontext zu einer anderen Arbeit steht, im Studio ist es mit dir im Dialog, du bist, Also es muss vor dir bestehen und deinen Anforderungen gerecht werden, dann gehst du raus und präsentierst es am Publikum. Dem muss es auch gerecht werden und wenn's dann noch, mit anderen Künstlern zusammengestellt wird, als noch mal eine Verschärfung vielleicht dieser Situation, weil da kann man's miteinander, in Kontakt bringen oder auch vergleichen. Ob es Bestand hat oder nicht.

Ja und das sind jetzt eben vier im weitesten Sinne abstrakte Positionen zusammengekommen, Und dann wird aber noch mal klarer deutlich wie wird denn abstrahiert oder was ist denn genau wichtig in meiner Arbeit? Oder in der Arbeit von den anderen, weil die arbeiten sich dann doch ja auch stark voneinander unterscheiden. Ich glaube, es wird dann bewusst, was einen selbst ausmacht und was andere ausmacht und das ist toll. Also diese Erfahrungen finde ich sehr, sehr toll.

Das Modell hat liebe Jenny, ich weiß, ich muss zum Zug. Ich danke euch ganz, ganz herzlich für eure Zeit und für eure ausführlichen und vor allem auch sehr tiefgehenden Gedanken. Und äh ja, ich freue mich, euch alle hoffentlich bald wiederzusehen und drücke euch natürlich die Daumen, dass es in eurem Sinne weitergeht. Danke für eure, vielen Dank lieber Herr, Als ich das Gespräch mit Jenny und Ina führen durfte waren sie leider verhindert, daher freue ich mich umso mehr, dass es nun klappt und wir ein wenig in ihr Werk und ihre Bezüge zu hellen Frankentaler eintauchen können. Schön, dass Sie da sind. Würden Sie mir verraten, wie Sie einst zur Kunst gekommen sind?

Schauen Sie als Künstler oder als künstlerischen glaube nicht, dass man da quasi zur Kunst kommt. Also in meinem Fall würde ich es eher so bezeichnen, als dass es einfach eine Art Krankheit ist, ohne die ich nicht leben kann. Und wann sind Sie sich bewusst geworden, dass Sie diese Krankheit haben? Ich denke schon sehr früh in meinem Leben. Mhm.

Sie sind in der Schweiz geboren und aufgewachsen, wie hat sie ihre Umgebung geprägt, ihr Elternhaus? Kommen sie aus einem künstlerischen Haus? Kunst und Kulturinteressierten Elternhaus Hm, das kann ich so nicht beurteilen. Ich denke, ich komme aus einem Seelen ähm, durchschnittlichen, mittelständigen Schweizer Familie. Und nach der Schule haben sie dann einen Weg eingeschlagen. Wie war das, zu welcher Akademie sind sie gegangen? Wie haben sie angefangen mit der Kunst Also zu meiner Zeit, als ich jung war, da gab es in der Schweiz noch keine professionelle Kunstausbildung, Es gab damals bloß Akademien in Deutschland oder in Frankreich oder also im Ausland quasi und da wiederum äh, Das war nicht ganz einfach, da Zugang zu finden, weil ich nicht über eine Motto verfügt habe.

Und in der Schweiz daher sehr lange üblich, dass dann ähm Leute wie ich, die eben mit so einer Krankheit quasi geboren wurden, dann ähm eine Kunst, Gewerbeschule besucht haben und da eigentlich dann so einem Art Grund, Ausbildung. Erhalten haben. Und das ging eher in Richtung Malerei? Nein, das ging gar nicht in Richtung Malerei, sondern das war so, äh da kam am ehesten, Schultag und an mehreren, Schultagen, unser Klassenlehrer herein und der hat gesagt, zu uns allen. Ich war damals fünfzehn.

Hört. Wir bilden hier keine Künstler aus. Wir lernen hier sehen. Der Typ hat mir das beigebracht. Mhm. Wer hätte das geschafft? Ich weiß es nicht, wie es geschafft hat, aber er hat's geschafft. Er hat uns sehen gelernt. Sie schmunzeln ein wenig. Haben Sie eine schöne Erinnerung an diese Zeit? Sehr viele. Würden Sie mich daran teilhaben lassen? Schauen Sie, Es geht da um Sehen und nicht um um meine verbale Kommunikation.

Das ist eben das, was was diese Schule geschafft hat, nicht nur bei mir, sondern bei vielen anderen auch, die ich auch später dann im ein oder anderen Kontext wieder getroffen habe und ähm es ging uns allen gleich. Eine visuelle Ausbildung, das ist einfach ähm da geht's um Schauen, und da wurden einfach ganz elementare, grundlegende Übungen quasi, und ganz grundlegendes ähm äh Wissen betreffend. Gestaltung, betreffend vorm und so weiter wurde uns da vermittelt auf auf einem einer ganz ganz ähm wirklich äh an der Basis. Was bedeutet Farbe für Sie?

Goethe hat gesagt oder geschrieben in Faust zwei in der Einführung, wenn ich mich richtig erinnere, am farbigen Abglanz haben wir das Leben. Und vorher bescheint mir ähm, Der Begriff ist ja undeutlich auf Deutsch, weil sie müssten ja eine Frage präzisieren und mich fragen, ja was interessiert sie. Painter oder on Color. Also was meinen Sie speziell? Dann frage ich anders. Was interessiert Sie an Paint und was interessiert Sie an Color? Ich bin eigentlich eben on paint.

Er ist in zweiter Linie interessiert. Mich interessiert der farbige Abgrund, und diese farbige Abglanz ist labil der ist flüchtig, der ist immer wieder anders und er ist unbeschreiblich. Und eine Farbigkeit entzieht sich Wertungen. Es gibt kein richtig und kein Falsch. Und von mir aus gesehen oder wie ich mit Farbe umgehe, gibt es keine Grammatik.

Es gibt in der Geschichte der Malerei immer wieder Versuche, dieses Mysterium oder dieses Rätsel der der Farbe eben auch zu lösen und die Physiker haben uns ja das erklärt, er schaut, das ist, wenn sie weißes Licht, durch das Prisma Durchlassen, dann fächerte sich auf in die Spektralfarben und umgekehrt, ja.

Und wir sind ja auch immer alle wieder fasziniert, wenn wir irgendwo über eine Landschaft einen Regenbogen zum Beispiel sehen. Und die Farben, sie bedingen einander und beeinflussen einander, Je nach Nachbarschaft erscheint dieselbe Farbe, Plötzlich grüner oder gelber oder blauer und so weiter. Also da sind ganz viele Unschärfen.

Und ähm das mag ich sehr. Hat sich die Bedeutung von Farbe, Im Laufe ihrer Zeit verändert? Ich denke nicht, nein. Wenn ich mir ihr Werk anschaue, es liegt auf dem Boden, und zusätzlich zu der Farbe und zu den Formen spielt die ganze Umgebung auch eine Rolle. Es spiegelt sich alles. Das ist richtig. Ein Stück weit durchlässig, als würde sich das Werk dem Raum öffnen oder den Betrachter. Mhm.

Ja, das ist interessant, wenn Sie das so beschreiben. Es gibt eben auch sehr viele, Leute natürlich vor allem in der jüngeren Vergangenheit, die mir oder meinem Werk genau das vorwerfen. Mhm. Und die sprechen da nicht von durchlässig, oder von Transparenz oder wie Sie's jetzt gesagt haben, sondern die sprechen dann von versiegelten Oberflächen. Mhm.

Wie denken Sie darüber, wenn Sie das hören? Ich versuch's so schnell wie möglich zu verdrängen. Mhm. Weil es natürlich in einer ähm. Moralischen, und ideologischen Art und Weise der Vorwurf vorgebraucht wird. Und es ist wichtig, dass mich, eben das interessiert, was sie jetzt beschrieben haben und diese Durchsichtigkeit oder diese Öffnung oder sie könnten auch von einem, aufblühend sprechen. Dazu braucht es eben Licht.

Und zwar Tageslicht. Ohne Licht zeigt sich bloß, das Material und diese versiegelte Oberfläche und das ist natürlich völlig langweilig. Aber es ist ja noch was anderes. Sie haben jetzt äh von einem Raum. Und mir geht's eigentlich nicht so sehr, um den Raum. Ich denke, dieser Begriff fand ich immer schon sehr, unpräzis und also jetzt für mein Werk unzutreffend.

Mir geht es viel mehr darum, um das Hier und Jetzt zu zeigen. Und zwar jetzt in dem konkreten Fall zum Beispiel Ihnen und dann geht es nicht mehr um mich, sondern geht es um Sie. Das, was Sie sehen. Und, Dieses Schamen wiederum ist verbunden mit ihrer Befindlichkeit und das, was dann geschieht, in ihrer Wahrnehmung, in diesem Moment oder was auch nicht geschieht oder vielleicht später geschieht oder dass ich's dann, Das alles, was ich unter Malerei verstehe.

Mein Anliegen ist, dass sie oder andere Ausstellungsbesuch und Besucher in sich, aktiv aus Okte oder Octays wahrnehmen können, und nicht aus passiv. Wir haben noch gar nicht über ihre Fetzen, Gesprochen. Wie sind Sie zu den Fetzen gekommen? Also es ist, nicht eine lineare Entwicklung quasi. Von da nach da nach da nach da sondern, Es gibt verschiedene Stränge in meiner Malerei und verschiedene Werkgruppen, wenn Sie so möchten und eine Werkgruppe vermutlich die bekannteste das sind diese Platten. Und diese Platten zeige ich ja wenn immer möglich.

In der Horizont erhorn. Also jetzt von heute aus gesehen neige ich immer mehr, dass äh, mein wäre kein Wort zu teilen in quasi zwei Gruppen. Die eine Gruppe, eben diese Plotten, die sich horizontal auf dem Boden, und die anderen Werke, die sich vertikal an der Wand präsentieren. Danke Jörgen, Zum Beispiel solche Fetzen dazu, es gehört die große Werkgruppe der Papierarbeiten sowieso dazu, wo eigentlich auch diese Fetzen dazu gehören.

Gehören aber auch Kleinformatiker und auch teilweise sehr großformatige, bilden auch so auf Leinwand dazu und selbstverständlich gibt es dann natürlich innerhalb, Dieser Stränge, wenn Sie so wollen, auch immer wieder queren Verbindungen, ja? Aber die sind eigentlich so parallel, Gehen die nebeneinander.

Und zu jeder Frage betreffende Fetzen die fetzen entstanden ab einundachtzig so. Also Sie müssen sich vorstellen, die Situation, zweite Hälfte, 70erjahre waren für Malerei nicht ganz einfach. Weil ähm es zum Beispiel, von Beuys äh die Aussage gegeben hat, ja, die Probleme beginnen ja schon da, wo jemand sich anschickt, Leinwand und äh Keilrahmen einzukaufen.

Also quasi Malerei war schon fast eine kriminelle Handlung. Und Ende der siebziger Jahre gab es dann diese erste äh Reaktion darauf, zum Beispiel von der italienischen Transavangia diese Malen äh Klemente et cetera, und etwas später, danach das hier in Deutschland ja sehen, präsent diese neue wilde Malerei.

Und selbstverständlich äh worauf ich geprägt von dieser Zeit, bloß mir war diese Haltung sowohl äh den italienischen Dons Avango als auch äh, der neuen Wilde Mauer einfach zu illustrativ und damit wollte ich nichts zu tun haben. Und von daher hat mich dann zum Beispiel eine Position oder ein von äh übrigens auch in sehr viel mehr interessiert, ja.

Und damit verbunden und überhaupt die ganze Abstraktion der Nachkriegsmalerei, aber auch die Malerei von Donald Trud, Für mich ist Jordan Maler. Aber dazu auch die minimal Sandbag eigene Smalltyan, Rückren alle diese Leute, ja? Robert Diamond und das war meine Welt. Sind übrigens auch alles waren mehr oder weniger Künstler, äh die ich damals schon in Zürich, unter so äh WM Live erleben konnte.

Und ähm von daher habe ich natürlich auch versucht, da irgendwie was zu malen. Und, Leinwandausträgen kam für mich nicht in Frage, weil das Material an sich für mich mich total verbraucht und besetzt erschien. Auch zu teuer war und da hat sich eben so Optikpappe war mi da sehr willkommen und so habe ich da irgendwie einen Weg versucht zu finden, noch eine Malerei, die einfach Malerei ist und die aber offen ist, die, die Ihnen nicht irgendeine eine Geschichte erzählt, die nicht Illustriert, die die einfach ist.

Und das hat zu diesen eigenartigen Fetzen geführt. Wenn wir sie Platten anschauen, Wo ist die Malerei oder die eigene Handschrift? Weil sie lassen sie doch durch Lackierer ausführen. Ja ja, das ist richtig, wo könnte die denn sein? Mhm. Nach dem, was ich ihnen bis jetzt erklärt habe, wenn ich, Ihnen sage, dass Sie die Akteurin, Sie sind die Actres, Wo ist dann diese Geste? Sie fängt im Gedanken an. Nein, sie ist bei ihnen die Geste ist bei ihnen. Ich verstehe. Das, was sie sehen, Auf der Oberfläche, Oder das, was sie suchen und dann meinen zu sehen oder zu erhaschen versuchen und es nicht begreifen können, was was sich ihnen entzieht. Das ist, untrennbaren.

Mit ihrer Geste verbunden. Das ist ihre Geste. Sind Sie denn nicht auch eigentlich einen Skouteur? Das können Sie gerne so, wenn Sie meinen, ich habe mich immer als Maler verstanden. Ich habe mich auch immer um ganz spezifische Skulpturale Fragen gedrückt. Warum? Weil ich eben nicht Bildhauer bin. Es ist nur ein Begriff. Schauen Sie das Material, was ich verwende. Mhm.

Verwende ich eigentlich von der Industrie, zur Verfügung gestellten Abmessungen. Oftmals halbiere ich die Stücke einfach in der Mitte. Mhm. Und das ergibt dieses Format, was Sie hier vorliegen haben und ich bin nicht Bildhauer. Aber ich habe mich vermutlich auch viel viel zu wenig mit Bildhaber, mit Skulptur, et cetera beschäftigt. Andererseits ist es aber auch richtig, dass man einfach äh akzeptieren muss, dass sich, ab 1960 diese ganz verschiedenen sogenannten klassischen Genres sich einfach vermischt haben und das ist ja auch das Spannende, was dann wieder so viel ermöglicht hat eben zum Dialog.

Unter anderem, so Zeug, ja. Aber noch mal das, wegen der Geste, weil die Geste ist natürlich ein grundlegendes Problem, Und. Die Geste transportiert Persönlichkeit. Und bis heute erscheint es mir einfach, wirklich fragwürdig. Ich sehe einfach den Sinn nicht ein wozu soll das gut sein, wenn ich Ihnen in irgend äh, was für eine Virtuosen Art und Weise eine Geste vorführe um ihnen quasi zu demonstrieren, was ich für ein toller Herspin oder dass ich was kann, was sie nicht können.

Oder? Mhm. Wozu soll das gut sein, das sehe ich einfach nicht da quasi so ein Imponiergehabe Also sind Sie ein sehr großzügiger Mensch? Das kann ich nicht beurteilen. Oh je, heute Abend gehen Sie ins Bett und denken, ich bin großzügig und eigentlich Bilder. Das hat die Frau Linzel da behauptet. Aber ich denke, das sind grundsätzliche, Dinge was was Kunst betreffen. Es geht ja um sie als als Betrachterin. Es geht nicht um mich.

Und da ist meine Meinung, dass es nicht zielführend ist in irgendwelchem Imponiergehabe, ein sogenanntes Können oder irgendeine Virtuosität quasi vorzuführen, ja und das ist der Grund, warum mir eben diese sogenannte künstlerische Geste, immer Höchstverdächtig war und ich bin da nicht allein. Da gehören so viele dazu, irgendwie hat Recht. Es gibt diese wunderbaren, großen Bilder von Lichtenstein, die heißen Big Painting und er hat da in seiner.

Bekannten Komik-Manier so einen deftigen Pinselstrich. Es ist große Kurse. Und eben ätzen. Noch mal, für mich ist es ganz wichtig, diese Geste an Sie zu delegieren, jetzt in diesem konkreten Fall oder oder an jemand anders oder an Besucherinnen und Besuchern, ja? Und dadurch können sie ihren eigenen Umgang finden.

Mit Malerei, Und warum sind diese drei Werke im Dialog mit hellen Frankenthaler? Ja, aber sich sieht's einfach so, weil das ist dieses Ausstellungskonzept, dass mir die Frau Schäfer quasi so, vorgestellt hat und äh wozu sie mich eingeladen hat. Ich habe da sehr gerne zugesagt, weil meine Malerei, die wie ich denke immer auf Dialog ausgerichtet ist und unter Dialog verstehe ich, offenes, zielloses Gespräch.

Für diese Malerei gibt es für mich zwei grundsätzliche Visa-Vie, das eine ist, Eben die Welt als das, was der Fall ist und dass Zweite ist die Malerei, von anderen Künstlerinnen und Künstlern, vor mir oder zusammen mit mir ja und in diesen Dialogen, Also es sind diese zwei Dialoge, die die mir wichtig scheinen und von daher habe ich diesem Ausstellungseinladung eben sehr gerne zugesagt.

Auch weil ich speziell die Malerei von Frankenthaler ab 1970 sehr interessant finde. Also jetzt von heute aus gesehen und die ist auch, Ich denke sehr, sehr lange Zeit wirklich, unterschätzt gewesen und und viel zu wenig gezeigt. Die Malerei vor 1970, die wurde sehr wohl ausführlich gezeigt, über die sind wir alle auch äh informiert. Aber eben drum äh habe ich diese Einladung äh sehr gerne zugesagt und äh ja so ist das da gekommen. Wann sind Sie das erste Mal auf ein Werk?

Von Frankentaler gestoßen. Also als ich jung war, habe ich mich halt in Bibliotheken, und so informiert und da wurde Frankenthaler immer innerhalb diesen amerikanischen Colorfield Malerei eigentlich erwähnt Und von daher war mir diese sehr wohl äh bekannt von Abbildungen her natürlich und einige dieser Werke habe ich dann das erste Mal live gesehen, wo ich das erste Mal in New York war.

Das war in Anfang achtziger Jahre. Und haben Sie damals schon für sich etwas rausziehen können von ihrer Art mit Farbe umzugehen. Nein. Ich denke, man muss das schon sehen und auch präzisieren, historisch da auch einigermaßen äh bei den Fakten bleiben. Das Werk von Frankenthaler bis 1970 wurde, innerhalb der amerikanischen Qualifield Malerei immer abgehandelt, auch hier in Europa, auch in Amerika diese Werke waren auch in Museen, in bedeutenden Sammlungen und so weiter und die sind auch bekannt. Also zum Beispiel eben diese Art Werke, wie da im Namen von Jenny Brosenski 1 hängt, das Hochformatige, dass den 60er Jahren, wo da die Farbe an den Rand gedrängt wird. Aber die wären später.

Also ich würde sagen, ab fünfundsiebzig. Ich kenne die Frankentaler-Biografie nicht so genau. Aber so wie ich das sehe, macht sie dann eigentlich einen Schritt. Man könnte jetzt salopp sagen, in Anführungszeichen Backwards, nämlich sie, sie wendet sich eigentlich wieder verstärkt dem Tafelbild zu. Sie versucht es nicht mehr zu überschreiten, wie es eben es ist nicht mehr in der Ort, so rein dieses Expansiv, ja ne, was die Grenzen überschreitet und ich kann bloß von meiner Wahrnehmung sprechen und so ab neunzehnhundertachtzig kenne ich Mich relativ aus auf dem Kunstmarkt, weil das habe ich live erlebt, aber ich habe diese Bilder von Frankenthalern eben von äh, zweite Hälfte, 70er Jahre oder achtziger. Ich habe die nie gesehen und ich war eigentlich äh,

mit wenigen Ausnahmen jedes Jahr auf der Messe in Basel. Und ich kann mich das bloß so erklären, dass das halt dann wie das bei vielen Künstlern und Künstlerinnen immer wieder geschieht, dass das dann von den Theoretikern und Kritikern und Museumsleuten den Leuten, die quasi die Meinung prägen. Abgetan wieder ja ja das ist schon okay, aber also die wichtigen Werke, das sind schon die von 1962 oder so, ja.

Da sind so was abgetan wird als Malerei von einer älteren Dame oder so. Beim Spätwerk von Picasso war's genau dasselbe. Heute staunen alle und jubeln, aber das Spätwerk von Picasso ab. Ich denke schon ab Mitte fünziger Jahre oder so, das wurde auch bloß noch aus so einem mehr oder weniger seniles Gekleckse von einem alten Mann abgetan.

Und erst jetzt in den letzten Jahren ist er langsam gekommen und wow. Weil halt einfach sich diese Perspektiven, diese gesellschaftlichen, wie geschaut wird, was äh was interessiert, auch diese die gesellschaftlichen, fragen sich immer wieder ändern und damit eben auch diese Perspektiven sich ändern, wird dann plötzlich eben etwas angeblich wiederentdeckt oder bekommt eine ganz angeblich eine andere Wichtigkeit, was es eben von 25 oder 30 Jahren nicht verstehen Sie?

Dumm. Entstehen halt diese, wählen. Also schauen Sie sich die Werke an von hier ganz konkret eben äh. Von Frankenthaler von Janine Bosse inskin von Ina Gerken. Auch in meinem Fall die Malerei hat mit einer sinnlichen Wahrnehmung auch von Oberfläche von Texturen et cetera zu tun. Eigentlich geht's auch da wieder ums Sehen, um ein sichtbares Fühlen, nicht wahr Es geht um Wirklichkeit. Um Wirklichkeit und das ist Fiktion, Das ist nur eine Powerbank.

Lieber Herr Spieß, vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben Sie Ihr Werk, Ihre Gedanken ein Stück weit tiefer kennenzulernen, ganz und gar nicht oberflächlich, sondern sehr in die Tiefe gehend, ein Stück weit herausfordernd. Vielen, vielen Dank dafür. Gern geschehen. Ich danke Ihnen. Liebe Lea nach diesen wirklich ganz besonderen drei KünstlerInnengesprächen. Würde ich gerne dir zum Abschluss noch die Frage stellen, wenn dir die Werke nebeneinander, miteinander betrachtest? Was hast du Neues gelernt? Im Endeffekt sehr sehr vieles, also einerseits natürlich.

Im Umgang mit unseren Räumen, nämlich noch mal besser verstanden, wie man auch mit ihnen arbeiten kann, weil wir jetzt einfach ganz andere Kunst noch mal im Haus haben, die noch nicht Teil der Sammlung ist. Dann haben die Künstlerinnen mir aber auch nochmal neue Perspektiven auf Frankenthaler eröffnet. Mir ehrlich gesagt auch Freiräume gegeben, anders mit den Werken umzugehen, denn grade wenn wir auf die Ausstellung Helm, Frankentaler Move and Make blicken, dann war's uns schon ja, großer großer Wunsch, sie bestmöglich natürlich zu präsentieren und die kapitalen Stücke auszuwählen und der Künstlerin möglichst nahe zu kommen, wie sie gearbeitet hat.

Künstlerische Haltung sie über die vielen Jahre hatte, Und jetzt stehen ganz andere Aspekte im Fokus und dadurch ist der Umgang einfach ein anderer mit ihrem Werk auch und das war für mich jetzt nochmal toll, das hat mir jetzt Möglichkeiten eröffnet, äh auch Werke zu zeigen, vielleicht eher auch kleinere Zeichnungen, die jetzt vielleicht erstmal nicht im Fokus unserer Ausstellung gestanden, hätten, Und das habe ich jetzt in der Zusammenarbeit und sozusagen in den letzten Monaten in der Vorbereitung der Ausstellung sehr geschätzt. Warum ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, die Ausstellung Helen-Fränkenthaler Moves zu zeigen?

Für uns war's jetzt der perfekte Zeitpunkt, weil wir, ganz neu sind. Ja und die haben jetzt erst die Sammlung in den Fokus gestellt, wir haben die Architektur in den Fokus gestellt, dann haben wir die Lieblingskünstlerin von Herrn Ernst beleuchtet, Und dann gibt's dabei ja noch ganz andere Schwerpunkte, die die Sammlungen uns eigentlich vorgibt und andere Aufgaben, die sie uns stellt.

Und da war's mir jetzt besonders wichtig, sehr früh, nämlich als zweite. Ausstellung bildender Kunst im Museum Reinhard Ernst die Gegenwart jetzt in den Blick zu nehmen. Ich danke euch ganz ganz herzlich für eure Zeit und für eure ausführlichen und vor allem auch sehr tiefgehenden Gedanken, Und äh ja, ich freue mich, euch alle hoffentlich bald wiederzusehen und drücke euch natürlich die Daumen Das ist in eurem Sinne weitergeht. Danke für eure Zeit.

Das war's für heute. Die nächste Folge erscheint in einer Woche. Und um sie nicht zu verpassen, folge der die Leichtigkeit der Kunst gerne auf deiner Podcast-App, Wenn dir diese Folge gefallen hat und dir auch die weiteren Episoden zusagen, dann hinterlasse doch gerne fünf Sternchen sowie eine wohlgesonnene Bewertung, Freue mich auch über Empfehlungen, Fragen, Kritik und natürlich auch weitere Themenvorschläge oder Gesprächspartnerinnen, dazu kannst du gerne die Social Media Kanäle von die Leichtigkeit der Kunst nutzen oder eine E-Mail an.

0:00 / 0:00