Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 285

Lars Eidinger & Nicole Fritz | PRESENT PERFECT in Tübingen

Freitag, 16. Oktober 2026

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Shownotes

Lars Eidinger. PRESENT PERFECT. Im Dialog mit der Sammlung der Kunsthalle Tübingen

Für einen Körperabguss von Erwin Wurm hat Lars Eidinger drei Stunden auf einem Bein gestanden, mit erhobenem Arm. In der Kunsthalle Tübingen erzählt er Dr. Nicole Fritz und Claudia Linzel, warum er durchgehalten hat und was diese Zeit für ihn mit der Skulptur zu tun hat.

Anlass des Gesprächs ist die Ausstellung „Lars Eidinger. PRESENT PERFECT. Im Dialog mit der Sammlung“. Seine Fotografien und Videoarbeiten treffen hier auf Werke der Sammlung, darunter Arbeiten von Richard Hamilton, Ben Willikens, Franz Erhard Walther und Yves Klein. Im Podcast geht es um diese Gegenüberstellungen, um Selbstporträts und um Rollen, die Eidinger weiter mit sich trägt.

Lars Eidinger

Eidinger erzählt von einer Fotografieausstellung in Frankfurt, in der er Bilder von William Eggleston sah und eigene Interessen wiederfand. Er erinnert sich auch an das Musikvideo „Take On Me“ von a-ha: Eine gezeichnete Hand zieht eine Frau in eine Comicwelt. Das Gespräch führt von dieser Szene zu seinem Verhältnis zu Fiktion, Realität und dem Spiel auf der Bühne.

Beim Fotografieren macht er einen Unterschied zwischen dem Aufbruch mit dem Ziel, Bilder zu machen, und dem Losgehen, bei dem er fotografiert. Er spricht über den Wunsch, möglichst wenig in das Gesehene einzugreifen, und über die Gestaltung, die bereits mit dem Bildausschnitt beginnt.

Dr. Nicole Fritz

Dr. Nicole Fritz ist Kunsthistorikerin und leitet seit 2018 die Kunsthalle Tübingen. Als Kuratorin von „PRESENT PERFECT“ bringt sie Lars Eidingers Fotografien und Videoarbeiten mit Werken der Sammlung zusammen. Im Gespräch erzählt sie, wie sie die Arbeiten ausgewählt hat und welche Verbindungen sie zwischen ihnen sieht. Am Selbstporträt von Richard Hamilton beschreibt sie, wie Eidingers Fotografien auch ihren eigenen Blick auf die Sammlung verändert haben.

Dr. Nicole Fritz und Lars Eidinger: Wie die Ausstellung entstand

Dr. Nicole Fritz, Direktorin der Kunsthalle Tübingen und Kuratorin der Ausstellung, berichtet von ihrer Begegnung mit Eidingers Fotografien in Düsseldorf. Besonders erinnert sie sich an seine Aufnahme eines schwarzen Schwans.

Eidinger erzählt, dass er die Sammlung zunächst kennenlernen wollte. Gemeinsam gingen sie ins Depot. Für die weitere Planung tauschten sie Bilder aus, arbeiteten mit einem virtuellen Modell der Ausstellungsräume und besprachen die Zusammenstellung in Berlin.

Fritz erläutert die Verbindungen zu Werken der Sammlung. Eidinger beschreibt, welche Zusammenhänge ihm selbst erst durch ihre Auswahl bewusst wurden.

Selbstporträts, Räume und Gegenüber

Richard Hamiltons Selbstporträt beschäftigt beide mit der Frage, wie Zeichnung und Fotografie ein Bild von einem Menschen festhalten. Bei Ben Willikens geht es um Räume. Eidingers Tokio-Aufnahme zeigt eine Frau auf einer spiegelnden Fläche, die auf ihr Telefon schaut. Im Gespräch erläutert er daran seine Lesart des Narziss-Mythos.

Franz Erhard Walthers „Gegenüber“ wird neben Eidingers Fotografien von Paaren und ähnlich gekleideten Menschen besprochen. Die Zusammenarbeit mit Erwin Wurm führt zur Erfahrung des eigenen Körpers und zur Zeit, die Eidinger für den Abguss auf einem Bein verbracht hat.

Was bedeutet PRESENT PERFECT?

Im Englischen bezeichnet das Present Perfect Vergangenes mit einem Bezug zur Gegenwart. In der Einleitung wird daraus eine Frage an die Fotografie: Der aufgenommene Moment ist vergangen. Die Begegnung mit seinem Bild findet jetzt statt.

Fritz und Eidinger sprechen darüber, was aus früheren Erfahrungen gegenwärtig bleibt. Dazu gehören die Kunst der 1960er-Jahre, Eidingers Begegnung mit Yves Kleins monochromem Blau und die Rollen, die er behalten möchte.

Die Schwerpunkte des Gesprächs

• Kunst und Alltag in den 1960er-Jahren

• Selbstporträts, Spiegelung und Eidingers Verständnis von Fotografie

• Zuhören und Wahrnehmen

• Rollen, Fiktion und Realität

• Yves Klein, Bluebox, Technik und Illusion

• Die Auswahl der Werke und der Dialog mit der Sammlung

• Erwin Wurm, Körperabguss und vergangene Lebenszeit

Ausstellung und Besuch

Lars Eidinger. PRESENT PERFECT. Im Dialog mit der Sammlung
Kunsthalle Tübingen
10. Oktober 2026 bis 28. Februar 2027
Kuratorin: Dr. Nicole Fritz

Informationen zur Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen (kunsthalle-tuebingen.de/ausstellungen/lars-eid…)

Drei Folgen zum Weiterhören

• Dr. Sandra Pisot, Hamburger Kunsthalle: Love Letters (dieleichtigkeitderkunst.de/love-letters-hambur…)
Über „Klasse Gesellschaft – Alltag im Blick der niederländischen Malerei“. Auch dort wurden Arbeiten von Lars Eidinger mit älteren Werken zusammengebracht.

• Christian Jankowski: Spielraum Mut (dieleichtigkeitderkunst.de/spielraum-mut)
Über Kunst und Alltag, Installationen und Performances. Im Tübinger Gespräch nennt Eidinger Jankowski im Zusammenhang mit seinem Kontakt zu Nicole Fritz.

• Alex Katz in der Kunsthalle Tübingen mit Dr. Nicole Fritz (dieleichtigkeitderkunst.de/alex-katz-kunsthall…)
Nicole Fritz über „Dancing with Reality“, Alex Katz’ Spätwerk und Wahrnehmung in der Malerei.

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Die Leichtigkeit der Kunst mit Claudia Linzel:

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Und herzlich willkommen zu meinem Podcast Die Leichtigkeit der Kunst Ich bin Claudia Linzel und freue mich über alle Maßen erneut in die Kunsthalle Tübingen reisen zu dürfen, Present Perfect heißt die aktuelle Ausstellung, in der die Sammlung ein Dialog mit den Werken des Fotografen Lars Eidinger eingeht, Im Englischen verbindet das Present Perfect. Vergangenes mit der Gegenwart. Etwas ist also bereits geschehen und wirkt uns heute weiter.

Das Present Perfect lässt sich erstaunlich gut auch auf die Fotografie anwenden, denn was wir aufgenommen haben, ist ja bereits vergangen. Und unsere Begegnung mit diesem Bild findet im Jetzt statt, Interessant finde ich dabei auch, was zwischen den Werken in einer Ausstellung geschieht und dadurch natürlich auch mit uns, den Betrachtenden.

Was sehen wir durch eine zeitgenössische Aufnahme neu in einer historischen Sammlung? Und was entdecken wir in den Fotografien, wenn wir sie neben diesen Werken betrachten? Present Perfect enthält noch eine weitere Spannung. Präsenz bedeutet da sein, Interaktion, Bewegung. Perfektion wäre ein vollendeter vollkommener Zustand, Wie passt eine präsente Perfektion, also zu unserem Leben, das sich doch ständig verändert? Ziemlich viel Theorie, Vielleicht sollten wir an dieser Stelle Ludwig-Wittgensteins-Rat folgen. Alle Erklärung muss fort und nur Beschreibung an ihre Stelle treten.

Damit sind wir vermutlich schon sehr nah an meinen heutigen Gästen. Doktor Nicole Fritz, Direktorin der Kunsthalle Tübingen und Lars Eidinger. Schauspieler, DJ und Fotograf, Herzlich willkommen und so schön, dass ihr da seid, beziehungsweise, dass ich nochmal hier sein darf Und gleich zu Beginn eine Frage an euch beide, so viel über Present Perfect in der Einleitung gesprochen. Wann ist euch in letzter Zeit, Vergangenheit, ganz gegenwärtig vorgekommen. Lieber Lars, mal zu starten? Ja, soll ich? Mhm.

Ja, also erstmal vielen Dank für den Einführungstext. Fand ich eine sehr stimmige Erklärung, auch des Begriffs, Present Perfect, so wie ich das auch beschreiben und ist Ludwig-Wüttgen-Stein ist auch eins meiner liebsten Zitate. Äh steht auch auf der ersten Seite meines jetzt neu erschienenen Fotobandes, wo der.

Wenn du mich jetzt so fragst, ich das Erste, was mir einfällt in dem Zusammenhang, ich habe neulich jemanden kennengelernt, der meinte, er wäre, Ach Gott, jetzt muss ich kurz überlegen, wie er heißt. Oh, wow, wow. Ganz berühmter Fernsehmoderator, Der auch eine Kochshow hatte. Biolek? Ja, genau. Echt? Ja, ja, danke. Danke. Alfred Biolek. Ähm, ich weiß nicht, warum mir der Name jetzt nicht eingefallen ist.

Weil ich ich ich ärgere mich immer über schauspielende die sagen, sie können sich keine Namen merken, weil ich dann immer denke, ja aber den ganzen Text könnt ihr euch doch auch merken. Es hat schon immer was mit Interesse zu tun. Also Alfred Biolek, der wäre Alfred Biolek im Park begegnet, So ein Jahr halbes Jahr vor seinem Tod und Alfred Biolek hätte gesagt, er lebt seit den letzten drei Jahren nur noch in der Vergangenheit und schwelgt in Erinnerung.

Und es hat mir gefallen als Konzept, das weil, erfahrungsgemäß ist es ja so, es ist ja nahezu unmöglich oder utopisch den Moment als solchen überhaupt, zu erleben oder wahrzunehmen. Das heißt, ich würde da gar keinen Unterschied machen zwischen schwelgen in Erinnerung oder träumen von der Zukunft und erfahren oder erleben im Jetzt, das gefällt mir an dem Gedanken, Nicole, wie ist das bei dir? Bei mir ist das auch so, dass ich das nicht so linear sehe die Zeit, sondern eher zyklisch und das ist eine ganz große Faszination in der Ausstellung ist, wenn man sie betritt, dass vieles, was in den Bildern verfestigt ist, auch, Völlig gegenwärtig plötzlich erscheint und mich in dem Moment holt und auch in den Werken von Lars Eidinger einfach präsent ist,

Und es ist da ein Dialog gibt und dass die Vergangenheit in die Gegenwart kommt und, Gegenwart auf die Vergangenheit zurückwirkt. Das finde ich sehr spannend. Jetzt sind wir ja alle nach 1970 geboren. Die Ausstellung geht in den Dialog mit den Werken der Sammlung, die hauptsächlich, Aus den 60er Jahren sind. Was verbindet ihr denn mit den 60er Jahren.

Also für mich ist es eine ganz spannende Zeit, weil nach dem zweiten Weltkrieg hat man noch neun Möglichkeiten geschaut und der Humanismus, an den hat man gar nicht mehr so geglaubt angesichts des Krieges und der Zerrü und der Zerstörung und man hat sich viel mehr an der Realität orientiert. Und das finde ich sehr, sehr spannend auch im Vergleich zur heutigen Zeit wieder, dass man sich an dem, was man sieht, eher orientiert und Hals sucht und die viele Künstler haben die Kunst auf die Realität ausgeweitet und haben neue Zugänge zur Wirklichkeit gesucht, Ich denke jetzt hier dann die Pop Art oder an den neuen Realismus sie haben Gegenstände bewusst wahrgenommen, haben den Kunstbegriff auf den Betrachter erweitert,

und dieses umfassende an Kunst, auch Kunst als sinnliche Handlung zu verstehen, wie bei Franz Erhard Walther beispielsweise das finde ich total spannend und auch zeitgemäß. Und bei dir? Wo wirken die 60er-jahre in deine Gedanken ein, Ja, ich merke, dass ich eine große Nähe zu den 60er Jahren habe oder vieles, was mir so gefällt, auch Architektonisch aus den 60er Jahren kommt.

Auch filmisch, ihr habt's gerade überlegt, während die Nicole geantwortet hat ich zähle jetzt einfach mal reiner Werner Fassbinder zu einem Regisseur der 60er Jahre. Ich weiß gar nicht, ob ich da richtig liege. Wahrscheinlich hat der noch weit in die Siebziger reingewirkt und vielleicht sogar Anfang der Achtziger.

Aber von dem stand zum Beispiel ein für mich auch sehr wichtiges Zitat, vielleicht ist das Leben eine größere Lüge als der Film oder der Novell Wag oder. Ja, für mich ist sind die 60erjahre eigentlich eine ich müsste ich jetzt überlegen oder laut denken, warum das eine wichtige Epoche äh für mich ist. Ich glaube schon, äh auch weil sie sich als eine der ersten Generationen an dem Erbe, Deutschlands abarbeitet und das verarbeitet und damit umgeht und, Ich merke immer, wie sehr mich das auch beschäftigt, dadurch, dass ich Kind eines Vaters, Bin der im Krieg geboren wurde, der wiederum ein Vater hatte, also mein Großvater, der im Krieg gekämpft hat und das hat natürlich eine unmittelbare, Auswirkungen auf meine Persönlichkeit, weil ich von diesen Leuten erzogen wurde und mit diesen Leuten sozialisiert wurde. Also es hat mich extrem geprägt.

Es ist sehr spannend in der Ausstellung, dass ein Werk Ben Willikens genau auf diese Zeit rekoriert, Der nämlich genau diese Verdrängung der Nachkriegszeit thematisiert und darunter sehr gelitten hat und dann als Selbstbild praktisch eine psychiatrische Anstalt, einen Innenraum darstellt, in der er ein Jahr verbracht hat aufgrund dieser Situation in der Nachkriegszeit und, Darunter hat es sehr gelitten, das was Lars gerade beschrieben hat, die Verdrängung, diese seltsame Atmosphäre gesellschaftlich und damit ist ja sehr viel umgegangen und er hat kein Selbstporträt gemacht, sondern er hat metaphorisch.

Die Innenräume, in denen ihr eben ein Jahr lang verbracht hat in der psychiatrischen Anstalt, auch gezeichnet. Und das sind sehr eindrückliche Werke, die wir in einem Raum, Selbstporträt, eben Lars Eidingers Fotografien. Gegenüberstellen. Ich finde diesen Raum auch sehr eindrücklich. Schon allein durch die Farbgebung, Die Wände sind dunkelgrau gestrichen. Die beiden Werke von Ben Willikens strahlen hell heraus hervor, Ja, sie sind fast kahl. Es wirkt wie ein Lehrerraum dem Gegenüber, von dir, Tokio, ich werde wahrscheinlich mit der Jahreszahl durcheinander kommen, dreiundzwanzig zu einundzwanzig, du wirst mich korrigieren vierundzwanzig. Vierundzwanzig. Aber vielleicht täuscht mich auch. Bin da auch nicht so sicher. Äh vielleicht ist einfach interessant, was auf dem Motiv zu sehen ist. Magst du's beschreiben?

Ja, es ist auch das Schlüsselbild oder ja Keywische. Ja genau, Schlüsselbild der Ausstellung geworden. Hat vielleicht damit zu tun, dass das Motiv sich auf dieses sehr berühmte Motiv von Nazis bezieht, der sich im Wasser spiegelt. Ja, das ist ein Thema, das kommt eigentlich in allen Werken vor. Das ist einfach ein wichtiges, Motiv für mich, auch weil ich behaupte, dass wir im Zeitalter des Narzissmus leben, was dadurch geprägt ist, dass wir uns fremd geworden sind. Also ich glaube, es ist ein, also der Begriff Narzissmus wird ja.

Sehr viel benutzt und ich finde immer tendenziell unterkomplex oder teilweise auch falsch verstanden und zwar in der Hinsicht, dass, Jemand als narzisstisch gilt, der selbstverliebt ist. Die Farbe der Mythologie erzählt eigentlich Nazis Mutter wird vom Fluss Gott vergewaltigt und macht sich Sorgen, Nazis aufgrund dieser Vergewaltigung, dessen Kind er ist, kein langes Leben, bestimmt ist und sie geht zum Orakel und befragtes Orakel und das Orakel sagt Nazis wird lange leben solange er sich selbst fremd bleibt. Und das ist ein großes Thema, auch in allen anderen Bildern, die Entfremdung, von der Natur die Entfremdung von sich selbst und daran arbeite ich mich im Grunde ab und deswegen macht es Sinn dieses Bild als,

Schlüsselmotiv zu verwenden auf dem Bild, um's zu beschreiben. Das war eine Ausstellung in Tokio, da ging's auch um Spiegelung und Licht und auf dem Bild sitzt eine junge Frau auf einer spiegelnden Fläche und schaut nicht in die Spiegelung, sondern schaut auf ihr Telefon und klar, was ist auch thematisiert oder, beschreibt ist, dass.

Zwischen der Möglichkeit, sich im Gegenüber oder im Spiegel zu erkennen, das Telefon noch als Störfaktor ist, also, eine totale Entfremdung seiner Selbst. Warum war's dir so wichtig, diese beiden Werke gegenüberzustellen? Also dieser Raum, den finde ich sehr, sehr besonders, weil, Man da eine ganze Welt aufmacht in Bezug auf Selbstporträt und Fotografie. Denn wir haben auch eine Zeichnung von Giacometti und früher hat man ja, um sich festzuhalten, gezeichnet.

Du selbst gezeichnet oder gemalt und irgendwann kam die Fotografie und dann hat sich die ganze Selbstdarstellung geändert und darüber kommt man ins Nachdenken, wenn man diesen Raum betritt. Wir haben auch eine, Arbeit von Richard Hamilton, dem Pop-Up Künstler und der hat sich gezeichnet, das fotografiert und dann 30 Jahre später wieder über diese fotografierte Zeichnung, nochmal sich selbst porträtiert Und damit tritt man ein in das Nachdenken über die Medien, wie man sich festhält. Also was kommt in der Gegenwart an, wenn ich mich zeichne und was kommt in der Gegenwart an, wenn ich mich fotografiere von mir selbst? Und was kommt, an, wenn ich mich vielleicht gar nicht mehr innerlich reflektiere, weil ich nur noch auf mein Smartphone schaue. Und lass all Dinge

bringt diese Thematik eigentlich mit dieser Fotografie in die Gegenwart und spiegelt uns zurück. Und ich weiß, äh du magst es nicht so sehr, wenn man da so moralisierend drüber schaut, aber ich denke, was wir daran sehen, ist doch oder was eine Frage auch sich aufdrängt in diesem Raum. Was bleibt übrig von dem inneren Resonanzraum, den wir haben, wenn wir uns zeichnen, ja? Und wenn wir über uns selbst reflektieren im Zeichnen, Und wo bleibt dieser Resonanzraum?

Wenn wir nur noch uns fotografieren und vielleicht Filter drüberlegen, um perfekt zu sein? Gestern durfte ich ja schon bei Zita Hatel an der Führung teilnehmen und sie hat diesen schönen Gedanken in den Raum geworfen, welcher Raum ist denn eigentlich leer? Der überfüllte Raum, in dem wir auf einer spiegelnden Fläche knien von wunderschönen Blumen umgeben, mit der geöffneten Welt des Smartphones vor uns oder aber, die Welt eines Ben Willikens, die rein auf nackte Wände reduziert ist. Das fand ich ein schönes Gedankenspiel.

Bei der Preview, da hast du Lars auch über Selbstporträts gesprochen. Jetzt sind wir in dem Raum Selbstporträt. Deine Werke? Was drücken sie aus? Was möchtest du eigentlich den Betrachtenden mitgeben? Hm. Das ist irgendwie kein Ansatz, den ich habe tatsächlich jemandem was mitzugeben. Also es ist nicht der Grund für so eine Ausstellung, das würde ich nie, So formulieren, mh was ich so formulieren würde, ist, dass jedes Bild an Selbstporträt ist, aber mit dem wichtigen Zusatz, nicht ein Selbstporträt meiner selbst auch, aber vor allem der Betrachtenden, also in der Hoffnung, dass die Betrachtenden sich in diesem Bild erkennen.

Und Ja so bin jetzt grade nur gestolpert über das selbstverständliche Verwenden des Begriffs Smartphone, das versuche ich tatsächlich zu vermeiden. Also für mich ist das ein Telefon, weil an dem Gerät ist nichts smart. Also ich behaupte auch, ein Handy kann nicht smart sein, so wie soziale Medien nicht sozial sind und ein Content Creator keine Inhalte kreiert.

Oder die künstliche Intelligenz würde ich behaupten ist auch nicht intelligent. Also jemand auf einer einsamen Insel, der noch nie ein Buch in der Hand gehabt hat oder gelesen hat, kann intelligent sein, aber die künstliche Intelligenz kann unendlich mit Wissen angereichert werden und vielleicht auch die, logischen Zusammenhänge ziehen, aber Intelligenz, Hat sie nicht. Und das finde ich schon einen wichtigen Gedanken, einfach weil man sich dann immer durch den Gebrauch dieser Begriffe so fügt, finde ich, in der Logik, der ich eigentlich nicht folgen will.

Ja und wenn du mich jetzt danach fragst, was ich den Besuchern, den Besucherinnen mitgeben will. Es ist so ein Gedanke, das habe ich in meiner Analyse verstanden und das fand ich interessant, dass man Analytiker irgendwann gesagt hat, auf meine Frage hin, ob er mich verachtet, für das, was ich ihm erzähle.

Und dann hat er mich gefragt, warum sollte ich sie verachten? Na ja, weil es ist ja manchmal auch abgründig, Ja, aber ich höre anders zu, hat er gesagt. Und das finde ich einen ganz wichtigen Gedanken und das wäre meine Hoffnung, dass die Leute anders zuhören und anders, hinschauen und nicht immer unter diesen moralischen Kriterien oder.

In Kategorien wie richtig falsch, schwarz, weiß, Ja, nein, gut, böse. Ich glaube tatsächlich, dass daran eine Entwicklung von Gesellschaft krankt, dass wir die Tendenz haben, alles in diese Kriterien einzuteilen und darüber uns von uns selbst entfremden. Und wenn wir anders zuhören würden, also im Sinne von, Warum sagt er das? Und nicht wie bewerte ich das, was der sagt? Oder die. Da würden wir, glaube ich, uns allen Gefallen tun und dann hätten wir tatsächlich die Möglichkeit, Gesellschaft zu verändern. Es gibt diesen tollen Text von Berthold Brecht, In der Maßnahme der beginnt mit ändere die Welt, sie braucht es und hört auf mit der Frage danach, wer bist du?

Und das finde ich einen ganz wichtigen Gedanken, dass es einen Zusammenhang zu geben scheint zwischen der Möglichkeit die Welt zu verändern und der Frage nach unserer Identität, Und im Umkehrschluss, wenn wir uns fremd werden, wenn wir uns nicht zu erkennen geben und wenn wir uns nicht erkennen. Sind wir eigentlich verloren als Gesellschaft? Mit Zuhören beschäftige ich mich ja recht viel.

Ich finde Zuhören ist das eine, was mir oft auffällt ist, man kann ja nur zuhören, wenn das Gegenüber bereit ist, zu sprechen und sich auch zu öffnen. Und das entscheidet darüber, was ich höre. Also wenn wir auch uns bewusst sind, uns selber zu öffnen um eben anderen Menschen die Chancen zu geben, zuhören zu können und dann weiter zu gestalten und das Gegenüber richtig zu sehen und wahrzunehmen und nicht nur.

Eine Rolle von unbedingt, also Ich ich reise ja sehr viel rum mit Lesungen, auch von Berthold Brecht, Texten, die Hauspostile und im Anschluss an die Veranstaltung bedanke ich mich tatsächlich immer beim Publikum fürs Zuhören und das wirkt dann am Anfang immer so, Also Kokett aber es ist tatsächlich meine Überzeugung, Oder ich will den Leuten bewusst sein dafür geben, wie wichtig das Zuhören ist und vielleicht auch, wie ungleich schwerer es ist zuzuhören. Also es ist wahnsinnig schwer auf der Bühne zu stehen und eine Spannung aufzubauen und eine Konzentration aber was ungleich schwerer ist, ist anderthalb Stunden zuzuhören. Und, Dass die äh Zuschauenden diese Anstrengung aufbringen und damit die ganze Veranstaltung tragen,

Was will ich denn eigentlich bewusst machen? Und es gibt im japanischen Begriff Ma, der bezeichnet die Pause dazwischen. Also so wie man sagt, die Pause macht die Musik und in Japan wird jemand mehr geschätzt und geachtet, der gut zuhören kann, Das finde ich total interessant, das umzudrehen und einfach an Bewusstsein dafür zu wie wichtig das ist, zuzuhören. Und welchen Effekt das auch auf den hat, der redet, also Genau wie du, wie du's beschreibst, dieses sich öffnen und kommen wir vielleicht später noch drauf, aber das ist auch der Grund, warum das Monochrome Blau von Yves Klein für mich so wichtig ist.

Mir fällt dazu gerade ein von John Cage ein Stück, wo er einfach nur stoppt, Und wir müssen uns einfach der Stille und den Geräuschen, die um uns rum entstehen in einem Konzertraum widmen. Also das Hier und Jetzt bewusst wahrnehmen. Dieses Zuhören. Für das, was in dem Moment passiert als Realität, als ganze Realität, als Wirklichkeit.

Und für mich ist das, was Lars Eidinger mit der Fotografie macht, ähnlich. Dass er nämlich die Gabe hat, visuell zuzuhören, durch die Stadt zu gehen, durch die Wirklichkeit zu gehen, und in der Psychologie nennt man das die Sekundärprozesse, also die Signale aus der Gesellschaft, dass was verdrängt ist, was kein anderer sieht, womit man sich nicht identifiziert, wahrzunehmen, uns zurückzuspiegeln und das finde ich eine unglaublich berührende Qualität, weil wir dadurch, So scheint es mir in der Ausstellung näher an uns als Gesellschaft und an die Wirklichkeit herangeführt werden.

Und das ist eine große Qualität. Die Frage nach, wie gehst du vor, die will ich gar nicht stellen. Ich stelle mir eher so vor, dass du, Vielleicht auf einer Theaterreise bist, das Handy, entschuldige das Telefon mit Fotografiefunktion griffbereit. Und einfach spazieren gehst und dir Momente auffallen. So ist es ja.

Ich stolpere jetzt so ein bisschen über den Begriff spazieren. Ich ich sage ihn selber immer, weil ich kein besseres Wort dafür habe, weil ich auch nicht Flanieren sagen will oder so. Aber das ist ein schönes Wort flanieren. Ich weiß nicht. Also spazieren finde ich halt so wahnsinnig spießig. Also ich weiß noch, wenn meine Eltern früher zu mir gesagt haben, wir gehen jetzt spazieren, das war der absolut der blanke Horror, aber ich versuche schon und das ist In gewisser Weise auch meine Philosophie, aber es rührt vor allem daher es ist gar kein Konzept, sondern es ist einfach was, was mit große Lust schafft, einfach loszugehen.

Ohne Ziel. Also ich ich bin jemand, der es sehr genießt in einer anderen Stadt zu sein, in der Fremde und drauf loszulaufen. Und dabei zu fotografieren und das ist schon ein entscheidender Unterschied, ob man rausgeht, um zu fotografieren oder ob man rausgeht und dabei fotografiert und, Ersteres. Ist mir manchmal passiert, wenn ich mit einer Kamera fotografiert habe, also wenn ich die Spiegelreflexkamera dabei hatte, dass ich irgendwann so nach einer halben Stunde dann auch genervt war von dem Gewicht, und dann angefangen habe zu fotografieren, nur um zu rechtfertigen, dass ich die jetzt mitgenommen habe oder dann auch schon versucht habe oder angefangen habe, gezielt nach Motiven zu suchen und das ist ein Blick, der mich nicht interessiert, weil er,

In gewisser Weise, Ein verfremdeter Blick ist und was ich versuche und deswegen verstehe ich meine Fotografie auch in der Tradition des oder des ich versuche meinen Blick, freizumachen von jedem Gestaltungswillen von Inszenierung, von Manipulation, sondern ist tatsächlich so zu zeigen, wie es ist, aber ich weiß schon darum.

Das ist natürlich da auch Kriterien gibt, wie zum Beispiel, dass Framing, das ist ja auch ein Gestaltungswille, ne? Das ist Bild ein Anfang und ein Ende oder eine Begrenzung hat. Aber erstmal versuche ich schon einfach abzubilden und das war für mich eine wichtige Erkenntnis, dass dieses Bild von Hamlet, der den Totenschädel vor sich hält, eigentlich so das, grundlegendste Bild für Kunst ist oder für das, was Kunst will oder kann, weil es um Selbst, Spiegelung und Reflektion geht und die funktioniert halt nur über eine Distanz, darüber, dass ich ein Abbild schaffe und es vor mich halte, aus der Situation heraus die Situation zu begreifen, ist relativ schwer. So oder vielleicht sogar unmöglich. Aber aus einem Abstand,

möglich und im Grunde versuche ich, diese Geste, nachzuahmen und also was die wenigsten wissen, handelt es eins der wenigen Stücke Shakespeares in der der nah keine Rolle spielt, was damit zusammenhängt, dass Hamlet der nahe ist. Das heißt, Der Totenschädel des verstorbenen Hofnarren Jorek ist sozusagen der Nahe, der auf den Narren schaut und, Ja, so versuche ich zu fotografieren, so betrachte ich Kunst. Und ja, das ist so mein Schlüssel und deswegen.

Ja versuche ich tatsächlich erstmal wenig Einfluss zu nehmen auf die Motive, sondern es einfach, abzubilden und mir selbst die Möglichkeit zu geben, zu reflektieren. Hat den Begriff der Distanz der Besonnenheit hineingebracht, die Kunst uns ermöglicht aus der Distanz auf das, was gewesen ist, zu reflektieren.

Das ist wie du sagst, das ist die Qualität der bilden Kunst, Und dadurch auch den ganzen Leitschatz der Menschheit zu reflektieren. Die Ausstellung heißt Present Perfect, Ich versuche gerne systemisch zu denken und wenn ich auf ein paar deiner Rollenblicke sind das alles Rollen, auf die Present Perfect perfekt passen würde. Es sind Rollen, die in der Vergangenheit geschaffen wurden, die heute noch eine bedeutende Rolle spielen.

Und wenn ich mir deine Fotografien anschaue, dann frage ich mich, spielen die Rollen, mit denen du dich ja über einen langen Zeitraum identifiziert hast, auch eine Rolle? Ja, bestimmt. Ist vielleicht auch wichtig dazu zu sagen, dass ich gar nicht in diesen Kategorien denke und das stimmt auch. Also ich kann es schon verstehen, dass man mich von außen in die Kategorie Schauspieler packt, um sich einfach orientieren zu können, aber meine Selbstwahrnehmung ist ja eine ganz andere. Ich bin auch Schauspieler, aber Ich verstehe mich nicht als Schauspieler. Das heißt, es gibt gar keinen Unterschied, ob ich jetzt eine Rolle spiele als Schauspieler oder ob ich, jetzt hier sitze und die Rolle des Künstlers in einem Interview übernehme oder ob ich auf die Straße gehe als Fotograf. Das sind für mich alles Rollen, die ich spiele.

Ja, das meine ich auch gar nicht. Ich meine eher diese Gedanken du sprachst eben von sein oder nicht sein. Mhm. Die Rollen, die du spielst, die haben alle eine Aussage, die eine Wirkung bis heute tragen und diese Rolle, diese Gedanken, diesen Inhalt, den kann man doch gar nicht ablegen, die Gedanken, die Auseinandersetzung, mit der Aussage des Stücks oder der Rolle, die wohnen jedoch inne.

Die kann man ja nicht ablegen Schuh. Nee. Ja, aber das genau wie du beschreibst, present Perfects hat sehr viel mit der Ausstellung zu tun, die Auseinandersetzung, mit diesem Phänomen. Anfangen will ich damit, dass, Erwin Wurm, der auch eine große Rolle in der Ausstellung spielt, Es gibt eine Fotografie von Erwin Wurm, wo er mit mir eine one minute Sculpture dargestellt hat. Es gibt zwei Skulpturen von Erwin Wurm. Eine, wo er einen Abguss von meinem Körper gemacht hat.

Und den Erwin habe ich schon immer sehr bewundert als Künstler, bevor ich ihn kennengelernt habe. Und 1 der ersten Werke, Von Erwin, das mir aufgefallen ist, war, da hat er einen Freund gebeten, seine gesamte Garderobe, anzuziehen und der wird dann zu so einer grotesken Figur, Und da habe ich eine Parallele gesehen, zu der Art wie ich mit meinen Rollen umgehe, weil ich oft gefragt werde, wie legst du denn die Rollen wieder ab Wie willst du den los? Und ich dann immer denke, ich will die gar nicht loswerden, sondern im Gegenteil, ich trage die weiter mit mir rum und die machen mich nur zu einer im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtigeren, komplexeren Persönlichkeit, Und das andere ist, in dem sogenannten Bioraum, das ist der erste Raum der Ausstellung,

Gibt es ein Bild, eine äh Wandtapete und was darauf zu sehen ist, ist ein Filmstil, aus dem Video von aha ich glaube aus dem Jahr neunzehnhundertfünfundachtzig zu dem Titel Take on me. Und gibt es einen Moment in einem Video, da sitzt eine junge Frau in einem American Diner und liest ein Comicheft und dann kommt aus dem Comicheft eine gezeichnete Hand und, zieht sie in den Comic und das Filmstill erinnert, wahrscheinlich völlig beabsichtigt an Michelangelo's, die Erschaffung Adam und.

Das war für mich ein prägendes Erlebnis, dieses Video zu sehen, weil ich was ich da wiederentdeckt habe, ist meine Sehnsucht danach in der Kunst, in der Fiktion mich selbst zu finden, Und es gibt einen Text von Bernd Meinowa geschrieben, Theater von Katja Eppstein interpretiert, da taucht die Phrase auf, Alles ist nur Theater und ist doch auch Wirklichkeit. Und was mir daran gefällt, ist, dass es, Die Behauptung, es gibt Realität, Fiktion und Wirklichkeit, aber Wirklichkeit umfasst beides, und ich mache diese Unterscheidung nicht, also wirklich nicht. Ich mache die Unterscheidung nicht, ob ich etwas in der Fiktion oder in der Realität erlebe.

Und es ist interessanterweise so, dass ich oft das Gefühl habe, im Spiel, also im fiktiven Moment, bin ich mehr ich selbst als in der, Realität. Und da gibt's einen tollen Text von Thomas Brasch, der ein Gedicht darüber geschrieben hat. Mein Beruf heißt mich nicht verstecken, sondern öffentlich entdecken, mich zu finden, indem ich mich verliere vor dem anderen.

Statt näher das Weite suchen, Und es beschreibt genau den Moment, dass man über sozusagen über die Distanzierung zu sich selbst, Die Möglichkeit hat zu reflektieren und bei sich selbst anzukommen. Also die über das Entfernen darüber sich zu verlieren, sich selbst zu finden. Und das, Das ist einfach meine Erfahrung. Also es das ist ja nichts, was ich mir jetzt überlegt habe, sondern es ist einfach das, was ich erlebt habe und das finde ich dann in so einem Text wieder und denke, ja genau so fühlt sich das für mich an.

So. Das kann ich sehr, sehr gut nachvollziehen. Oft ist es ja auch dieser Moment in der Realität, dass dir von außen die Identitäten zugeschrieben werden und du denkst halt, stopp, So bitte nicht und in dem Moment, wo du dir eine Rolle aussuchst, kannst du sie genau so ausfüllen, wie es deinem Ich entspricht.

Ja, wobei, was mir jetzt gerade auffällt, es gibt ja noch das Phänomen des Images und das ist schon was, an dem ich mich auch abarbeite oder wo ich merke, entsteht natürlich zwangsläufig eine Diskrepanz zwischen dem, wie ich gesehen werde und wie ich mich selbst sehe oder verstanden haben will. Und das ist schon was, was mich beschäftigt und was mich auch immer wieder trifft und berührt, dieses Missverstandenwerden und Das Einzige, mit dem ich mich vielleicht so ein bisschen beruhigen kann, ist, dass es dann doch wie bei der bildenden Kunst immer sehr viel mehr mit dem zu tun hat, der drauf schaut, als mit mir. Ich muss sozusagen nicht dieser Sicht auf mich folgen. Also das muss nicht zwangsläufig zu meiner Wirklichkeit werden

sondern ich kann das auch begreifen als die Sicht auf mich und da muss man sehr vorsichtig sein glaube ich oder oh guck mal, interessant, also nur Beweis, ne? Der Flugmodus ist angeschaltet. Dann muss es eine sehr wichtige Nummer sein. Ist meine Frau, aber ja schon verrückt, oder? Ich mache jetzt aus. Also aus ist glaube ich, Ich habe mich immer gefragt, warum heißt bitte die Handys ausschalten Flugmodus? Reicht doch, jetzt weiß ich warum.

Ja. Ich glaube, es ist ein Defekt. Als, Schauspieler bist du seit, du weißt, ich hab's nicht so mit Zahlen bestimmt 30 Jahren etabliert. Als DJ bestimmt auch schon viele viele Jahre. Als Fotograf baust du dir vielleicht so in den letzten zehn Jahren, Eine Position auf, also noch recht jung, um als Fotograf wahrgenommen zu werden.

Nicole, du arbeitest mit Positionen zusammen wie Alex Cats, Marina Abramovic. Wie bist du denn auf Lars Eidinger als Fotograf, als bildender Künstler aufmerksam geworden? Und Lars, wie hast du dich von Nicole verstanden gefühlt zu sagen, ja hier möchte ich meine Kunst ausstellen, hier fühle ich mich verstanden und so präsentiert, Wie ich es mir vorstelle. Nicole.

Das einige ist mir als Figur natürlich früher schon aufgefallen, aber ich habe seine Fülle seiner Fotografien in Düsseldorf gesehen und bin immer dann auch zufällig begegnet. Für mich auch immer ein Zeichen dafür ist, wie nah ein Projekt vielleicht schon ist. Also mit Zufällen arbeite ich sehr gerne und mit das, was mir zufällt und ich musste sofort an unsere Sammlung denken und habe so viel Schnittmengen gesehen, sodass ich es sehr spannend fand und brennend interessiert daran war, diese beiden Haltung auch im Dialog zu sehen und es zu erarbeiten und da tiefer mich damit auseinanderzusetzen, Vielleicht muss ich noch was sagen. Eigentlich stelle ich meistens wie Künstler aus dem ich tief berühren in irgendeiner Weise, wenn ich ihnen begegne. Den Werken und ich bin Lars Eidingers, schwarzem Schwarm begegnet und er hat mich tief im

unbewussten damals, Abgeholt und es hat in mir etwas ausgelöst, womit ich mich identifizieren konnte und was bei mir wiederum mich nahe zur Kunst gebracht hat und zu mir selber und das war eigentlich so ein Schlüsselmoment auch. Der schwarze Schwan, da gibt es doch auch eine ganz besondere Theorie zu, Die Symbolik des außergewöhnlich seltenen Moments, aber ich bring's durcheinander bestimmt. Ja, ich lese es auch immer ab, ehrlich gesagt. Also mir war das auch nicht klar, den schwarzen Schwan habe ich in London fotografiert.

War auch einer der seltenen Momente. Ich habe den mit dem Telefon fotografiert und bin dann am nächsten Tag nochmal hin in der Hoffnung, dass er mir nochmal begegnet mit der Spiegelreflexkamera, Und habe dann sehr lange nach ihm gesucht und hatte dann aber einen sehr intimen, ruhigen Moment mit ihm. Er war er mir sehr nah.

Und ich kannte gar keine schwarzen Schwäne, beziehungsweise ich habe das dann selbst gegoogelt und bin dann darüber erst auf das Phänomen Black Swan Theory gestoßen, was eigentlich aus der Wirtschaft rührt und Ereignisse mit großer Wirkung beschreibt, die nur im Nachhinein erklärt werden können, aber auch die Seltenheit des schwarzen Schwans wird als ein Phänomen beschrieben, dass sie sozusagen die Sicht der Menschen, nochmal komplett in Frage stellt und all das fand ich faszinierend, weil, Ohne das zu wissen, ist es ja trotzdem was, was einen immer so ja unbewusst.

Überhaupt erst interessiert und das ist generell was, was mich an Fotografie begeistert, dass es In gewisser Weise die Brücke vom unbewussten ins Bewusste ist. Also dass ich oft Motive festhalte, und erst im Nachhinein in der Betrachtung mir bewusst werde, welche Bedeutung sie für mich haben und wie tiefgründig sie sind und die Fotografien entstehen in einer, Schnelligkeit oder aus einer Spontanität heraus, in der die Dimension gar nicht zu erfassen ist. Ist dann ähnlich wie wenn man aus so einem Traum aufwacht, man erinnert sich an eine Stimmung, und an gewisse Symbole und, Denkt im ersten Moment, es ist wahnsinnig banal und es ist ja auch immer der Moment, finde ich, wo man den Traum wieder vergisst, weil man ihn so abtut, aber wenn man festhält und äh darüber redet oder nachdenkt, wird einem plötzlich bewusst, wofür,

diese Symbole stehen und welche Bedeutung sie haben und, Ja so so begreife ich auch Fotografie, deswegen hieß auch die Ausstellung von der Nicole erzählt hat im K 21 oh Mensch und mein zweiter Fotoband oh Mensch was ich auf ein Gedicht von, Nitsche, Friedrich Nietzsche bezieht, was beginnt mit oh Mensch, gib Acht, was spricht die tiefe Mitternacht, Doppelpunkt, Und dann wörtliche Rede, dann spricht die Tiefe Mitternacht und für mich ist es das Unbewusste, das Unterbewusstsein, was da zu Wort kommt.

Löst bei mir die große Faszination für Fotografie aus. Jetzt habe ich natürlich einen kleinen Exkurs gestartet und habe dich gar nicht zu Wort kommen lassen, wie du auf Nicole aufmerksam geworden bist, beziehungsweise warum du dich von äh Nicoles Arbeit, Gedankenhaltung verstanden gefühlt hast. Ja, erst mal muss ich natürlich generell schon zugeben, dass in dem Moment, wo ein Museum oder in eine Kunsthalle anfragt, bin ich immer erstmal interessiert. Also das ist natürlich immer eine Chance, sich zu zeigen oder die Bilder zu zeigen.

Und soweit ich mich erinnere, war unser Kontakt tatsächlich auch Christian Jankowski Schöne Grüße. Ja. Den ich kennengelernt habe im Zusammenhang mit einer Fotokampagne, die er für die Schaubühne dem Theater, an dem ich seit 1999 engagiert bin, gemacht habe, und ich glaube war es nicht so, dass du mich daraufhin gefragt hast, ob ich in Tübingen auflegen will als DJ und dann gab's diesen Konflikt dass er an dem Wochenende geheiratet hat und sich wahnsinnig geärgert hat, weil er wollte, dass ich zu seiner Hochzeitsfeier komme und nicht in Tübingen auflege und ich habe mich dann aber für die Kunsthalle entschieden. Äh ist mir mittlerweile vergeben.

Ja und dann kam die Idee von Nicole Fritz doch meine Fotografien zu zeigen, und im Dialog mit der Sammlung. Und wenn ich ehrlich bin, war das ein Punkt, wo ich erst, skeptisch war, weil ich dachte, ich wusste gar nicht, dass die Kunsthalle Tübingen über eine Sammlung verfügt und ich würde mir auch vor allem erstmal gerne anschauen, was sie so gesammelt haben.

Und dann haben wir uns getroffen und sind ins Depot gegangen und da war ich sofort, da war ich sofort ähm ja Feuer und Flamme, ich wollt's nicht sagen da war ich sofort überzeugt von der Idee, weil, Wie gesagt, es gibt das monochrome Blau von Yves Klein in der Sammlung. Es gibt Signopolke in der Sammlung. Es gibt Daniel Sporry in der Sammlung und.

Ich mochte von Anfang an diese Formulierung im Dialog mit, weil mir generell und damit beziehe ich mich auch auf das, was wir Anfangsjagten mit der Unterhaltung, Kunst als Austausch und Kommunikation verstehe und das natürlich interessant finde zu antworten oder zu fragen und in einen Austausch zu kommen und, Also macht mir wirklich auch wahnsinnig Spaß, der Nicole da zuzuhören, wenn sie beschreibt, also wenn sie das sozusagen in ein kunsthistorischen Kontext bringt und auch meine Arbeiten und die Art, wie sie sich mit den Arbeiten auseinandersetzt, Ja, weil es, weil es Sinn macht für mich und weil es meine Arbeiten natürlich auch aufwertet, äh sie in diesem Kontext zu betrachten, Und weil mir auch Verbindungen dann erst,

bewusst werden, die ich jetzt so nicht vorausgeahnt hätte, was jetzt ganz viel damit zu tun hat, das muss man vielleicht dazu sagen, weil. Könnte ja sein, dass der ein oder andere denkt, das ist anmaßend jetzt eine Fotografie Lars Eidinger mitm Telefon gemacht hat neben ein monochromes Blau von Yves Klein zu hängen, aber was ich interessant finde ist, was es beschreibt über Menschheit und Gesellschaft und dass es dabei, um Die Auseinandersetzung mit Menschen, Immanenten Themen geht und immer rührenden Konflikten und Auseinandersetzungen, die den Menschen, beschreiben und die natürlich immer in Verbindung miteinander sind und diese Verbindung offenzulegen und zu zeigen, dass die Menschen sich da über Jahrzehnte, Jahrhunderte an den immer gleichen Themen abarbeiten,

Finde ich auch vor allem für die zukünftigen Besuchenden eine Ausstellung total interessant. Na ja, grade bei Yves Klein fand ich auch den Vergleich sehr, sehr treffend und sehr, sehr spannend. Weil Yves Klein ja die künstlerische Handlung, sinnlich gesehen hat in seinem eigenen Körper verortet hat, hat ja auch Judo gemacht und hat das Kunstwerk erweitert auf die sinnliche Handlung.

Damit wollte er dem Gegenüber die psychologischen und die physiologischen Befindlichkeiten prägen, Einfangsspritualisieren, Ich sehe eine ähnliche Haltung bei Lars Eidinger. Der spartenübergreifend ähnlichen Anspruch hat Bewusstsein zu kreieren, den Menschen zu erreichen in den Tiefendiffenentionen und darüber zu sprechen, finde ich spannend.

Mit den Besuchern. Und ich erhoffe mir dadurch, dass wir sie im Jetzt abholen und ihnen auch etwas Kunstgeschichte schmackhaft machen. Ich habe heimlich mitgezählt. Ich glaube, es ist fünfmal Yves Klein und monochrom blau gefallen und du hast ganz am Anfang gesagt Du würdest gerne sagen, warum Yves Klein dich so sehr fasziniert. Jetzt ist deine Chance. Ja, also ähnlich wie die Geste äh von Hamlet, der den Toten.

Schädel vor sich hält, ist das monochrome Blau für mich das, Kunstwerk, also über das ich für mich alles erschließt, was mich an Kunst interessiert und was Kunst kann, äh zum ersten Mal begegnet ist es mir 1999 unter den Linden. Es gab damals in Berlin eine Dependance vom Guggenheim, Deutsche Guggenheim in der Deutschen Bank, Da habe ich dieses Bild zum ersten Mal gesehen und ich weiß noch, wie ich da wirklich lange vorgestanden habe und erst mal beeindruckt war davon, Das ist einfach nur ein blaues Bild. Also einfach, Das war erstmal Grund genug stehen zu bleiben und auch die Beobachtung, dass wie viele daran relativ flüchtig vorbeigehen und.

Ich unterstelle Ihnen jetzt einfach mal denken, habe ich verstanden, blaues Bild und dass da eigentlich ein Schlüssel schon drin liegt, auch in dem, Zusammenhang, was wir anfangs sagten, mit dem Zuhören oder öffnen, dass man sagt, das ist ein Bild, was eher passiv ist und darauf angewiesen ist, dass ich mich dem Bild öffne. Das Bild, kann mich nicht in die Auseinandersetzung zwingen. Ich muss sozusagen die Offenheit dem Bild gegenüber zeigen, zu verstehen oder, mich darauf einzulassen. Und ja zum Beispiel die Tatsache, dass es einfach nur blau ist und die, Philosophie dahinter, dass jede Linie eine Beschränkung ist oder eine Grenze und Piet Mondrian, der gesagt hat, Alles, was trennt, hat aufgehört zu sein. Also zu sagen, jede Form von Begrenzung, Linie, gestalterischem Willen ist auch immer.

Mit dem Tod verbunden und dieses Bild strahlt für mich die absolute Freiheit aus und leben und, Anarchie und dann gibt's so wahnsinnig viele Verbindungen, Querverbindungen, Also Anarchie ist erstmal ein Begriff, der für mich sehr wichtig ist auch als Schauspieler, Und da würde ich behaupten, es wird auch oft falsch verstanden, dass man denkt, da will jemand irgendwie punkig oder radikal sein, aber das meine ich gar nicht, sondern ich habe sehr mit Aufregung zu kämpfen gehabt, in meinem Leben, bevor ich die Bühne betreten habe und was mich immer beruhigt hat, war der Gedanke an Anarchie. Was aber nur meint, dass ich frei bin in dem, was ich mache und nicht Form oder einer Struktur gerecht werden muss. Das hat mich immer unverhältnismäßig aufgeregt, aber zu sagen, ich starte sozusagen aus dem,

null Zustand und betrete die Bühne und alles ist möglich, hat mich wahnsinnig beruhigt Und auch das finde ich in dem Bild wieder. Diese Idee von Freiheit und Anarchie. Und dann ist es zum Beispiel so, als ich angefangen habe. Fernsehen zu machen. Ich habe sehr früh angefangen als Schauspieler zu arbeiten mit zehn Jahren habe ich Kinderfernsehen in Berlin gemacht beim Senderfreies Berlin, Und da wurde sehr viel in der Bluebox gespielt und ich habe die Zeit sehr genossen. Es war für mich auch eine Befreiung, Indifektion und für mich war das immer so symbolträchtig, diese Studios in Berlin, die komplett mit blauem Tuch verkleidet waren und dieses Blau wurde dann immer im Nachhinein durch die Illusion,

ersetzt und das hat natürlich eine wahnsinnige Faszination auch für ein Kind rein technisch und. Gab's eine sehr lange Phase, wo das Blau durch grün ersetzt wurde, Chroma Kiegrün, das war dann auch eine sehr wichtige Farbe für mich und mittlerweile, ich habe ja dieses Jahr in Hollywood gedreht, Superman zwei äh Man of Tomorrow und jetzt ist es alles wieder blau.

Und dieses Blau, das erinnert sehr stark auch an das monochrome Blaue von Yves Klein, ist sozusagen das, was hinter der Illusion ist. Und das übt für mich eine Faszination aus. Also so nach dem Motto, also oder nach Brechtskredo glotzt nicht so romantisch und zeigt, dass ihr zeigt, Der analytische Blick, dass man immer sich bewusst sein muss, dass es sich um eine Illusion handelt und dass sozusagen das erleben, nur aufwertet, also nicht das eindimensionale sich von der Illusion einlullen lassen, sondern wir brauchen Theatersäle, Kinosäle, Museen voll von Fachleuten, so wie es Fußballstadien voll von Fachleuten gibt. Also das ist was, das imponiert mir einfach den den Betrachtenden, die Betrachtenden ernst zu nehmen, indem dass sie äh in der Lage sind, komplex wahrzunehmen und nicht eindimensional

Hat doch auch gesagt, die ganze Welt ist eine Maskerade. Ja oder Call-Entré mit seinem Bodenplatten, der den Menschen einlädt, diese zu betreten und wahrzunehmen. Call Andre. Habe ich's richtig ja Call. Der Telefoncall. Wir sehen auch aus wie in so einem Callcenter hier, oder? Ist ja nicht schöner Künstlername, ne, Carl-Center. Call bitte. Ja, du würdest ihn dann Callcenter.

Und mit dem würde ich einen Podcast Gast heute Callcenter. Carland Rie. Liegt auch im Center der Ausstellung. Wir haben den Blick auf den Bereich, Oberflächen und Abgründe und auch den Blick auf den Bereich don't cut the wire. Warum hast du Karl Andre genau an diese Stelle positioniert? Na ja, er nimmt eigentlich einen Dialog auf mit Yves Klein, der eben die Kunst auf, die sinnliche und physische Wahrnehmung auf die psychologische Befindlichkeiten des Betrachters ausgeweitet hat Eigentlich wie Boys, jeder Mensch ist ein Künstler und jeder wird eingeladen, diesen diese Bodenplatte zu betreten und als Minimal-Artist hatte er genau diese Sinne des Betrachters im Blick auf die äh die Kunst ausgeweitet hat dadurch.

Die Künstler der 60er Jahre haben diese äh städtischen Oberflächen in die Kunst hineingenommen. Es hat sie interessiert, Yves Klein war natürlich auch ein Novo Realist in Yves Kleins Wohnzimmer, haben sich die neuen Realisten die Bewegung zusammengefunden. Es gab kein Manifest, aber sie haben sich in der Haltung getroffen, neue Zugänge zur Wirklichkeit zu schaffen und deswegen ist es sehr schön, diesen Übergang dann zu sehen und auf Zezar oder Amand zu schauen.

Und die Brücke in die 60er Jahre der neuen Realisten zu schlagen, die. Ja auch die Wirklichkeit direkt 1 zu eins in die Kunst gebracht haben und gegenüber dann Videos von Lars Eidinger Der einfach mitgeschnitten hat, was für Erfindungen die Menschen gemacht haben aufm Jahrmarkt, Gerätschaften, virtuelle Brillen, mit denen sie Stadtführungen machen.

Und das ist sehr interessant zu sehen, wie diese Erfindungen gleichzeitig auch den Menschen etwas nehmen. Freut hat von Prote Thesenmenschen gesprochen. Wir erfinden Prothesen, entwickle uns weiter, aber damit einher geht auch ein Absterben von anderen Fähigkeiten in diesem Fall der Sinne und das ist finde ich sehr schockierend für mich gewesen, sehr irritierend, seine Videos zu sehen, wie er das wahrgenommen hat wie der Mensch sich eigentlich auch durch diese Erfindung reduziert, sinnlich, Und deswegen enden wir auch in der Ausstellung mit der Wandtapete von Lars Seilinger, die in Istanbul aufgenommen hat, Fieses Sunshine vor der VR-Brille. Ja und was ich finde auch immer, also ich mag so, ich weiß gar nicht, ob man's jetzt Zufall Co Insidence oder also Co-Inzidenz,

Oder Schicksal äh nennen will, also, ich habe da noch nicht den richtigen Begriff gefunden für mich, der das beschreibt, aber vielleicht beschreibt's am ehesten. Im Flow zu sein mit dem Universum, aber das klingt auch immer so, tendenziell ging mir eigentlich ein bisschen zu esoterisch, aber diese Schwingung mit seinem Umfeld und sich da zu öffnen und sich empfänglich zu machen, oder sensibel oder sensitiv, das ist was, was mich eigentlich ständig begleitet, auch im Finden der Motive beziehungsweise ich würde es ja immer so beschreiben, dass die Motive mich finden, aber dazu braucht es halt eine gewisse Offenheit und neben diesem Text Don't cut the winkt jetzt ein Bild, eins der letzten Fotografien, die ich eigentlich aufgenommen habe.

Von dem Superman-Darsteller in Atlanta. Wir haben in Atlanta gedreht, der vor dem romablauffarbenen Vorhang hängt, also in der BlueBox an sogenannten, an Drähten und, Dass ich das dann so fügt, ja, auch weil die Nicole es gerade so schön beschreibt sozusagen die Brücke von Yves Klein, und dass da jemand vor einem monochrom Blau von Yves klein hängt und man sagt, don't cut the wiar und sozusagen auch die Abhängigkeit.

In die wir uns mehr oder weniger freiwillig begeben zur Technik. Und auch ich ich fand auch in dem Zusammenhang interessant. Das hatten wir nicht geplant. Nein, nein, es passiert dann so, ja. Das passierte so aber das passiert auch nicht von ungefähr, würde ich behaupten. Oder es hat auch einen Grund, warum sich das dann so fügt.

Und ich finde auch an dem Begriff Superman interessant, dass wir ja super. Als Superlativ benutzen oder ich habe mal in Großbritannien gedreht und dann haben die mich gefragt, wie ist das Kostüm? Habe ich gesagt, super. Und die wussten gar nichts damit anzufangen, weil dieses Wort super nicht so benutzen, weil super ist eigentlich über. Also super Ego Das heißt eigentlich über ich und so muss man auch Superman verstehen und das finde ich dann wieder interessant im Zusammenhang mit Unterbewusstsein und Überbewusstsein oder Bewusstsein, also über ich oder Superman oder Super-Ego.

Und ich will's nur ganz kurz loswerden, weil ich find's so eine verrückte Geschichte und ich kann sie selber auch gar nicht richtig einordnen. Das hat jetzt auch nicht ganz direkt was damit zu tun, aber es ist mir neulich passiert. Meine Tochter wollte, dass ich ihr aus dem Keller, Koffer hole, wir sind gemeinsam in den Keller gegangen und dann hat mich meine Tochter gebeten einen Karton mit abgelegter Kleidung von meiner Frau runterzuholen und während sie die Kleidung durchsucht hat, habe ich einen Karton aus dem Regal gezogen mit zur alten, analogen Fotoabzügen und das, Leute unserer Generation so zu Hause so Kisten mit Fotos, die einem vielleicht irgendwann mal zugestellt also wahnsinnig viele Fotografien und die habe ich auch durchsucht und habe eine Fotografie rausgezogen und auch dieser Fotografie war Nina Hoss, die Schauspielerin, der Schauspieler Mark Waschke und ich und ich habe mich erinnert, ah das hat die Mutter von Mark

fotografiert und wir strahlen alle in die Kamera. Ich habe ein T-Shirt an, da steht drauf Love Parade neunzehnhundertsechsundneunzig. Also es war neunzehnhundertsechsundneunzig, Ich habe mir dieses Foto angeschaut und mich erinnert und habe mit dem Telefon ein Foto von einem Foto gemacht und hab's wieder zurück in die Kiste gesteckt und wieder oben auf Regal und zwei Tage später sitze ich am Flughafen und schaue meine Fotos durch und mir fällt dieses Bild wieder auf und ich schicke es kommentarlos, Nina Hoss.

Antwortet mir ist ja verrückt. Vor zwei Tagen hat mir Marc das gleiche Bild zugeschickt ohne Kommentar. Also an dem Tag als ich's gefunden habe. Und das meine ich nur einfach nur so als Phänomen, dass man, Also ich würde jetzt mal behaupten, dass es eine Million Mal wahrscheinlicher ist im Lotto zu gewinnen, als dass das passiert. Du solltest das mal ausprobieren mit dem Lottospiel. Ja, aber es ist doch, das ist das ist doch interessant. Das meine ich mit Flow oder Schwingung oder, Übernatürlich, ja? Supernatural. Ja, ich kann mich für so was begeistern. Du weißt, dass ich eine Ausstellung zu Supernatural gemacht habe? Nee. Mhm.

Ja, aber das finde ich interessant, weil auf diesem Zusammenhang, also dieses sinnliche und das, wie hast du's genannt, Nicht esoterisch gesagt ich meine also diesen Zusammenhang von meiner Fotografie, Zu dem Wort, was mir jetzt grad nicht einfällt, den habe ich nicht gesehen. Darauf hat mich erst Nicole Fritz gebracht, Spiritualität, hast du Spiritualität? Äh du hast über Yves klein gesprochen und hast gesagt na ja das was glaube ich das Gemeinsame ist, dass Eve Klein auch sehr viel von Sensibilität gesprochen hat, also sensible Wahrnehmung, also die, hat er eingefordert genau. Äh eine Spiritualisierung der Welt als Utopie gesehen, ähnlich wie Beuys übrigens, die haben sich auch gekannt und gemocht.

Und deswegen auch der blaue Globus, den ihr die ganze Welt blau einfärben. Das ist eine Metapher für dieses sensibilisierung unserer Wahrnehmung unseres Bewusstwerdens, unsere auch sinnlichen Fähigkeiten des Spürens und des Wahrnehmens, des Reflektierens darüber, das was uns zu Menschen macht. Weißt du, dass ich richtig neidisch auf dich bin?

Du hast es eben an einer, oh, jetzt guckt er. Nee, nee, ähm ich bin gespannt, ja. Du hast eben an einer Stelle gesagt, dass du zusammen mit Nicole in Depot gegangen bist. Das ist ja das, was ich mit am schönsten, An meinem Beruf finde natürlich einerseits in das Gespräch mit euch zu kommen, aber immer auch ein Blick in das Depot werfen zu dürfen. Also Neid.

Aber im ja. Darauf habe ich's angelegt jetzt nee, ich glaube, ich habe nur so erschrocken geguckt, weil ich finde Neid gar kein gutes Ich glaube auch in dem Zusammenhang ist es völlig nein. Ganz bestimmt wird der Nicole einfach, was dort geschieht, ist bestimmt richtig interessant. Auf der einen Seite hast du ja schon einen Blick, eine Erinnerung an eine Vielzahl deiner Werke, im Kopf und für dich ist es wahrscheinlich ein ganz neuer Moment gewesen. Was ist denn da im Depot und, welche Werke gehen denn überhaupt in den Dialog mit meinen Arbeiten? An welchen Stellen habt ihr sofort gemerkt.

Dieses Werk zum Beispiel von Franz Erhard Walther matcht mit einem Werk oder mit mehreren Werken von dir oder Spirry passt perfekt zu. Du sprachst ja eben auch schon von Readymades. Mhm. Hm, das war eher so, dass ich an der Fülle von Beobachtung und Themenfelder, die er aufmacht. Existenzielle, Konstanten des Menschseins gesehen habe und das ist auch der rote Faden durch die Ausstellung. Es geht um Erinnerungen, es geht um Vergessen, Selbsterforschung, Alltag, Technisierung, Konsum, Und weiß gar nicht, wie wir dann in Dialog lief alles über WhatsApp, habe ich dir was zugeschickt und du hast, glaube ich, auch einfach aus deinem Fundus, aus diesem großen Fundus mir Sachen zugemailt und so haben wir uns immer weiter eigentlich angenähert,

Weil letztendlich kann man, Hundert Fotos zeigen, mehr nicht. Das ist zwar auch begrenzt und aus dieser großen Fülle eben etwas auszuwählen. Hat sich das so entwickelt und Dann haben wir aber ein Hilfsmittel gewählt, weil Lars Eidinger natürlich sehr gefragter, viel reisender Mensch ist. Diese Konzeption konnten wir jetzt nicht über Tage am Modell vor Ort realisieren, sondern Jungle Nerphs hat uns eine virtuelle Modell der Ausstellungshalle, Gemacht und wir haben alles, was wir ausgesucht haben, im Modell gehängt und sind dann nach Berlin und haben mit Lars Eidinger vor Ort dann eine Sitzung gehabt, wo wir das dann feinjustiert haben.

Ja, es hat mich auch wirklich beeindruckt. Also ich habe auch gemerkt, ich habe schon viele Interessen und Talente, aber ich weiß, ich kann nicht kuratieren oder ich kann nicht. Sagen, wo welches Bild hängt. Also ich kann es schon, aber es ist dann nicht gut. Und die Nicole Fritz hat eine wahnsinnige Begabung und ist Ich bin ihr da auch sehr gefolgt so ähm klar kann ich dann immer noch mal sagen, tausch doch die beiden Bilder aus oder so, aber grundsätzlich, Bin ich selber in die Ausstellung gegangen und war beeindruckt sozusagen, auch weil es von ihr kam. Was vielleicht für mich so ein Schlüsselmoment war, war, oft im Dialog mit Werken, die ich gar nicht kannte. So, also wo dann die Referenz oder die Verbindung sich dann erst offenbart, dadurch, dass Nicole Fritz die kombiniert und da war zum Beispiel Daniel Spörry wichtig, also weil ich

Ich kannte das nicht oder ich hab's vielleicht mal gesehen, aber die Methode, dass er sagt, man sitzt beim Frühstück, er klatscht in die Hände und dann wird alles so fixiert und als readymade ausgestellt. Da gibt's natürlich eine ganz klare Parallele zur Fotografie und das ist auch was, was mich immer fasziniert, das Fotografie tatsächlich.

Ein ist, also dass man gar nicht den Anspruch hat, Oder gar nicht gerecht werden kann, Leben abzubilden oder einzufangen, sondern den Tod, und das das man eigentlich auf was Vergangenes, Totes schaut und dass dass darüber der mobile Scham, entsteht von Fotografie. Ich vergleiche das gerne mit dem Unterschied zwischen der Geste Schnittblumen zu überreichen oder eine Top-Pflanze. Die Erotik an Schnittblumen hängt ja damit zusammen, dass es bereits vergangene Tote Blumen sind und äh auch viel mehr über Vergänglichkeit und über das Leben versteht als bei einer Topfpflanze, die so sagen, würde ich jetzt unterstellen, suggeriert sie äh lebt immer weiter So, das ja und diese Parallelen, die die sich dann mir auch erst offenbaren, das waren eigentlich so Schlüsselmomente für mich, wo ich.

Mich bestätigt gefühlt habe in der Entscheidung in diesen Dialog einzugehen. Also es macht totalen Sinn und wie gesagt, es wertet meine, Bilder auf, aber es erweitert auch einfach den Blick auf Kunstwerke im Allgemeinen, weil, es ist ja gar nicht nur so, dass die Werke miteinander in den Dialog treten, sondern im besten Fall auch die Betrachtenden. Und gestern hatten wir, wie du schon gesagt hast, äh eine erste Preview, Und da hat man schon gemerkt, wie inspiriert die Leute waren. Das ist wirklich das Schöne daran, wenn man merkt, es löst was aus in den Leuten und die gehen sofort in den Austausch und ähm.

David Lynch hat mal gesagt, die Intelligenz in einem Raum, Also in einem Theatersaal oder Kino, aber man kann es auch auf ein Museum übertragen, ist höher als die Summe der Anwesenden. Das heißt, es entsteht was darüber hinaus, was Drittes und, Ich glaube, das ist der Grund, warum wir uns gemeinsam was anschauen, weil wir als veränderte daraus hervorgehen. Du sprachst von Readymades und ob je Troves und drohten Momenten, Es ist also das, was du mit deiner Fotografie meinst, dass der Moment gestorben ist, und dass dieser Moment dich gefunden hat, du ihn nicht kreiert hast? Meinst du das mit ready made? Ja, auch das Abarbeiten natürlich an an dem Angstmachenden, Phänomen tot. Also wie geht man damit um? Was was ist der Tod? Was ist das Leben?

Das steckt für mich da alles drin, Ludwig Wittgenstein hat mal gesagt, wenn man, Ewigkeit nicht als unendliche Zeitdauer begreift, sondern als Unzeitigkeit, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt. Und, Ich merke immer, dass es so früher als Kind. Ich wollte immer unbedingt den Moment anhalten oder im Moment.

Leben, bis ich irgendwann begriffen habe, dass das utopisch ist und dass der Moment nie stehen bleibt und, Das ist sozusagen immer in Bewegung ist oder dass man Leben oder Zeit nicht als Linie begreifen darf, sondern als Punkt. Das ist nur das Jetzt gibt und ich finde es tröstend. Ich finde auch tröstend zu erkennen, der Wert des Lebens in seiner Endlichkeit besteht Das ist das Leben ohne den Tod nicht gäbe. Und diese ganzen Gedanken habe ich fassen können oder verstanden für mich, begreifen können über die Auseinandersetzung mit Kunst. Die Comic an, die dich reingezogen hat. Ja.

Gibt es ein Pärchen, das du besonders gerne magst oder eine Zusammenstellung aus 60er Jahre Kunst und zeitgenössischem Werk von Lars Eidinger oder Werken. Über das haben wir schon gesprochen, Richard Hamilton ist für mich so eine Schlüssel gewesen, wo ich bei Richard Hamilton wieder, erst sein Werk verstanden habe über die Bespiegelung mit Lars Eilinger, aber es gibt eigentlich in der Ausstellung permanent Säure, Gegenüberstellungen, die zünden und ähm.

Ich merke auch bei den, Besuchern und bei meinem eigenen Team, dass die von der Ausstellung so inspiriert sind, dass sie morgens zurückkommen und sagen, ich habe zwei Menschen gesehen, die gleich angezogen sind. Also, in der Ausstellung gesehen haben. Eidinger auch aufnimmt in seiner Fotografie und die bringen das zurück und da merke ich, dass da die Beschäftigung schon ganz, ganz, ganz intensiv auch wirkt.

Und da spielst du schon auf einen Dialog, an den ich ganz besonders gut finde. Ich habe ihn auch schon erwähnt in dem großen ersten Ausstellungsraum. Wir sehen ein ganz kleines Werk von Franz Erhard Walther mit dem Titel gegenüber und sehen eine lange Wand mit Werken deiner Paarungen deiner Pärchen, aber wir sehen auch das Gegenüber von Lars Eidinger Werken, mit Werken von Erwin Wurm. Das mag ich sehr gerne. Magst du vielleicht noch zwei, drei Sätze dazu sagen? Na ja, dieser Raum ist spannend, weil es mit Alltag überschrieben, weil wir hier Künstler ausgesucht haben.

Die den Kunstbegriff auf den Menschen, auf den Betrachter ausgeweitet haben, also Frau mit seinem Werkssatz animiert Menschen in ihrer Handlung sich selbst zu reflektieren. Eher wie ein Wurm weitet mit seinen one minutes Culture die auf den Menschen aus. Wir machen äh bestimmte Aktionen anhand seiner Anleitung und werden zur Skulptur im Museumsraum.

Und George Siegel ist kommt vor der 1:1 den Betrachter in Skulptur überführt hat und das ist schon toll zu sehen, wie das in Dialog geht mit dem Alltagsbeobachtung von Lars Eidinger. Deswegen hast du da auch den Schwan hingehangen. Ja ja der Schwan hat ist ja wiederum das Tier, ist ein anderes Thema, erklingt da an, hm das ist auch spannend, die Wahrnehmung von. Geht über den Menschen ja hinaus. Sie umfasst ja viel, viel mehr, nämlich auch das tierische Bewusstsein und die Objekte und das finde ich schon sehr spannend.

Möchtest du auch noch was zu dem Raum sagen? Ich dem Raum von dir und zwar die one minute Sculpture von Erwin Wurm. Ich kann mir nicht vorstellen. Dass das nur eine Minute Arbeit war. Nee, ich ich bin mir auch gar nicht so sicher, ich hab's ja auch immer gesagt, aber ich glaube, es ist für ihn gar keine One Minutes er hat anlässlich der Zusammenarbeit äh hat er mir erzählt mit Lars Eidinger hier, eine neue Serie kreiert und das geht auf die Zusammenarbeit mit Lars zurück. Mhm. Und zwar äh sind es ja, keine Fotografien dieser Pose, die Lars eingenommen hat, sondern er heißt der ja viel länger gestanden, sind ab und die hat er danach sehr ja surreal zusammengesetzt, also nicht so wie das dem äh menschlichen Körper entspricht und er nennt diese Serie

nach dieser Erfahrung mit Serie und das ist eine ganz neue Werkserie, die auf diese Erfahrung mit dem Schauspieler Lars Eidinger zurückgeht. Ja, ich habe 180 Minuten so dagestanden. Also auf einem Bein mit erhobenem Arm, Ja, drei Stunden. Und nach einer Stunde war ich wirklich schweißgebadet mit kaltem Schweiß und der Ohnmacht nah, also wirklich ohne Übertreibung. Es ist sehr, sehr anstrengend so lange zu stehen und dann kam der Erwin rein, seine Mitarbeitenden haben den Abguss gemacht und Er war förmlich erschrocken so, ob meines Zustandes hat gesagt, äh der Lars ähm, Abbrechen oder ähm dann habe ich gedacht, nee, dann war jetzt die erste Stunde umsonst und wir haben dann auch keine Skulptur und habe dann die drei Stunden durchgehalten und.

Rückwirkend bin ich auch total froh darum, weil ich. Also weil Zeit dann plötzlich so ein Thema wird und weil ich das Gefühl habe, dass das auch in dieser Skulptur, gespeichert ist und auch diese Erfahrung. Ich habe ganz am Anfang der Schaubühne, haben wir so Bewegungsworkshops gemacht 1999 und da kann ich mich erinnern, da waren wir auf unserer Probebühne, die war komplett leer, Und ich würde jetzt mal sagen, der Raum hat einen Durchmesser von vielleicht 30 Metern und dann haben wir als Ensemble mit dem Rücken an der Wand gestanden und der, der diesen Bewegungsworkshop mit uns gemacht hat, hat gesagt wir treffen uns auf der anderen Seite des Raums in einer Stunde wieder und die Vorgabe war, Als Gruppe zusammen zu bleiben und sich durchgängig zu bewegen. Ich dachte eine Stunde, das hat er jetzt gesagt, damit wir uns Zeit nehmen. Aber er meinte wirklich eine Stunde.

Und dann sind wir innerhalb von einer Stunde von der einen Seite des Raums zur anderen. Ich werde es nie vergessen. Es war eine der intensivsten Stunden meines Lebens und. Ja mir ist einfach auch bewusst geworden, wie selten man sich dann die Zeit nimmt zu sagen. Ich stelle mich jetzt drei Stunden auf ein Bein und lasse äh eine Skulptur von mir machen. Und der Erwin hat mir mal erzählt, er hat das 10 Stunden gemacht selbst, für eine Skulptur und hat einen Hypnotiseur engagiert, der ihn hypnotisieren sollte, damit das durchhält und nach drei Minuten, gefühlten drei Minuten hat, gesagt, nee stopp, also Abbruch, es funktioniert nicht. Man kann mich nicht hypnotisieren. Äh woraufhin der Hypnotiseur gesagt hat, die zehn Stunden sind um

Sehr schön. Ja. 99 scheint ein ganz besonderes Jahr für dich gewesen zu sein. Du sprachst von deinem ersten Kontakt mit Yves Klein, mit der Kunst, die Bühne, Ich habe auch meine Freundin, also damals meine Frau kennengelernt, neunzehnhundertneunundneunzig. Ja, es gab auch ein wichtiges Ereignis. 99 und zwar, Habe ich da die erste Produktion in der Schaubühne war eine Koproduktion mit dem Frankfurter Theater am Turm, Und ich habe da zwei Monate in Frankfurt gelebt, und da gab's eine Ausstellung im Städdel, Frankfurt, Fotografieausstellung, how you look edit mit einem, Plakat von William Eggleston und ja.

Ich glaube, es war für mich so in gewisser Weise ein Initial Shock, weil ich in die Ausstellung gegangen und die Motive, die mich interessiert haben, da wiedergefunden habe. Und überhaupt erst mal ein Bewusstsein erlangt habe, dass es auch andere gibt, die sich dafür interessieren und das ist den Anspruch erhebt Kunst zu sein und das war im Grunde, Die Geschichte der Fotografie ist angefangen mit Walker Evans, der unbeobachtet Leute in der U-Bahn fotografiert hat, Bis hin das letzte Bild, soweit ich mich erinnere, war Andreas Großgestäußer Astor und ja, das hat mich wirklich geprägt und war eigentlich der, Anfang davon Fotografie als Kunstform zu begreifen und für sich selbst anzunehmen. How I look get it,

Auch ein Gewand, das angelegt worden ist. Du sprachst gerade von Zeit nehmen, Ich möchte mich bei euch aus tiefstem Herzen bedanken, dass ihr euch sogar über eine Stunde Zeit genommen habt. Darf ich noch jemanden grüßen? Alle. Ja, ich ich grüße alle, die mich kennen. Bestimmt zurück. Du auch. Ich auch. Okay, ich auch.

Danke. Ja danke Interesse und deine Offenheit, ja, vielen Dank Danke. Vielen, vielen Dank.

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